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Stark!Strom#45

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Ausgabe #45 – Sommer 2026

Live your life

Nova Rock

Turbobier

Heckspoiler

Villagers of Ioannina City

STARK!STROM Partner

© Biguunee Hirosh


Liebe Leserinnen

und Leser!

Endlich ist der Sommer da und damit auch unsere

Sommer-Ausgabe, die hat es wieder einmal echt

in sich:

LIVE IM

6.8.

SALZBURG

Wir waren beim NOVA ROCK, wir haben den IRON

MAIDEN-Film gesehen, wir haben ein fabelhaftes

Interview mit The HU, den nicht minder

fabelhaften VILLAGERS OF IOANNINA CITY - nebst

viel heimischer Prominenz, wie TURBOBIER,

HECKSPOILER oder CATERPILLAR.

NIKI FUCHS und JULI VOCK von ROCK ANTENNE

ÖSTERREICH philosophieren übers Radiohören,

dazu gibt es noch unsere bewährten Kolumnen mit

wie immer interessanten Details, die zu „erlesen"

eure Aufgabe ist, liebe Leserinnen und Leser!

Ich bedanke mich einmal mehr bei der besten

Redaktion der Welt, unserem Chefgrafiker Jeff für

den Blick für das Richtige und wünsche euch allen

einen Supersommer 2026!

9.8.

10.8.

11.8.

Eure Claudia Jusits (Herausgeberin)

Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, www.rockhouse.at

In Wien auf UKW 101,6 & 104,6

Landesweit auf DAB+ | Web | App

Last but not least

verlosen wir

2 x 1 Festivalpass

für das

von 28. bis 29. August

auf Schloss Stuppach.

Bei Interesse bitte Mail an

claudia@starkstrom.live

Viel Glück!



LEBENS!STROM

LIVE YOUR LIFE

4

WARUM SELBSTAKZEPTANZ DIE WICHTIGSTE BOTSCHAFT VON HUN IST

Während die amerikanischen Highways am Tourbusfenster vorbeiziehen, nimmt sich Jaya (Gesang, Flöte) von The HU

Zeit für ein Gespräch über das neue Album HUN. Zwischen den Konzerten spricht er offen über die Rolle seiner Band

als kulturelle Botschafter der Mongolei, die Kraft von Musik jenseits von Sprache und die Bedeutung der Weisheit

ihrer Vorfahren. Mit sehr persönlichen Gedanken erzählt er, warum „Live your life“ für ihn weit mehr als nur eine

Songzeile ist – und weshalb Menschlichkeit das eigentliche Zentrum des Albums bildet.

Die Musik von The HU schlägt eine Brücke zwischen

Vergangenheit und Gegenwart. Ist „HUN“ eher eine Reise

zurück zu euren Wurzeln oder ein Blick in die Zukunft?

Jaya: Das Album beschäftigt sich eigentlich mit beidem:

mit Zeit und mit Raum. Wenn man es zeitlich

betrachtet, trägt es sowohl einen Wert aus der

Vergangenheit als auch aus der Gegenwart in sich.

Die Vergangenheit ist vor allem durch die Weisheit

unserer Vorfahren präsent. Wir blicken auf historische

Perspektiven, auf überlieferte Erfahrungen und

auf das Wissen unserer Ahnen. Gleichzeitig geht es

aber auch um die Gegenwart, weil wir über menschliche

Kämpfe und Herausforderungen singen, die

Menschen auch in der modernen Gesellschaft erleben.

Wir sprechen über das menschliche Leben zwischen

Himmel und Erde. Der Himmel wird in unserer

Kultur als „Tengri“ bezeichnet. Die Erde darunter wird

in vielen Kulturen unterschiedlich verstanden und

dargestellt, aber für uns geht es genau um diesen

Raum dazwischen: um das Leben des Menschen zwischen

Tengri und der Erde.

Welches übergeordnete Bild des Menschen wolltet ihr mit

dem Album vermitteln?

J: Das Album ist also eine Betrachtung des menschlichen

Daseins. Es geht darum, das Leben als Teil der

Menschheit zu betrachten und die Perspektive unserer

Vorfahren auf heutige Probleme, Kämpfe und

Fragen anzuwenden. Die elf Songs auf dem Album

haben dabei jeweils unterschiedliche Charaktere und

beleuchten diese Themen aus verschiedenen

Blickwinkeln.

Glaubst du, dass Musik Dinge kommunizieren kann, die

Sprache allein nicht ausdrücken kann?

J: Musik trägt eine Tiefe in sich, die sich durch Sprache

allein nicht vollständig vermitteln lässt. Wenn man

in einer bestimmten Sprache singt, kann man sich

nur innerhalb der Möglichkeiten dieser Sprache ausdrücken.

Manche Sprachen lassen sich nicht vollständig

übersetzen oder vollständig verstehen, weil sie

eine kulturelle Tiefe in sich tragen. In ihnen steckt

© Biguunee Hirosh

eine bestimmte Art, das Leben zu betrachten, eine bestimmte

kulturelle Erfahrung.

Was kann Musik leisten, was Worte nicht schaffen?

J: Worte können Menschen deshalb auch begrenzen.

Musik hingegen kann etwas erreichen, das über Worte

hinausgeht. Wenn man eine Melodie hört oder ein schön

komponiertes Stück ohne Worte, kann das sehr tief im

Inneren eines Menschen nachklingen. Es kann beinahe

eine ursprüngliche, instinktive Erfahrung auslösen.

Wie entsteht bei The HU eigentlich ein Song – beginnt alles

mit dem Text oder mit der Musik?

J: Bei The HU konzentrieren wir uns zuerst auf die

Musik selbst. Wir komponieren zunächst mit den

Instrumenten und fügen danach die Texte hinzu. Die

Lyrics sind für uns eine Ergänzung zu dem, was wir

zuerst musikalisch ausdrücken möchten. Die eigentliche

Botschaft entsteht also bereits durch den Klang,

die Instrumente und die Komposition.

Spürt ihr diese Wirkung auch bei eurem internationalen

Publikum?

J: Viele Menschen reagieren genau darauf. Unsere traditionellen

Instrumente und musikalischen Elemente

haben eine Tiefe, die sich nicht einfach in Worte fassen

lässt. Viele Fans sagen uns, dass sie verstehen oder

fühlen, was wir ausdrücken möchten, obwohl sie die

Sprache nicht sprechen. Sie hören zuerst die Musik,

werden emotional, wenn sie später die Texte lesen,

sind sie noch dankbarer, weil sie merken, dass dahinter

zusätzlich eine philosophische Ebene steckt.

Gibt es eine bestimmte Textzeile aus euren Songs, die euch

besonders viel bedeutet und die ihr euch vielleicht sogar

als Tattoo bei einem Fan vorstellen könntet?

J: Wenn ich mich auf unser drittes Album beziehe,

würde ich eine Zeile aus dem Song „Lost Soul“ wählen.

Die wörtliche Übersetzung wäre ungefähr: „Sei dir

selbst treu.“ In der englischen Übersetzung haben wir

daraus „Live your life“ gemacht – also „Lebe dein

Leben“.

Warum ist gerade diese Botschaft heute so wichtig?

J: Die eigene Wahrheit muss man in sich selbst suchen.

Es ist in der modernen Gesellschaft sehr schwer geworden,

sich selbst wirklich zu verstehen oder zu finden,

weil so viel Lärm und so viele Ablenkungen um

uns herum existieren.

Ist das auch ein Prinzip, nach dem ihr selbst als Band lebt?

J: Ja. Wir entwickeln uns natürlich weiter, aber wir versuchen

immer, unsere Identität als Künstler und unsere

Herkunft nicht aus den Augen zu verlieren.

5



LEBENS!STROM

Welche zentrale Botschaft möchtet ihr jungen Menschen

dabei mitgeben?

J: Gerade für junge Menschen kann es schwierig sein

herauszufinden, wer sie wirklich sind und was sie erfüllt.

Deshalb ist Selbstakzeptanz so wichtig. Sich

selbst zu verstehen und anzunehmen, ist für

Menschen in jeder Lebenssituation von großer

Bedeutung.

Ihr werdet oft als kulturelle Botschafter der Mongolei

wahrgenommen. Ist das eine Rolle, die ihr aktiv annehmt?

J: Ja, wir sehen uns in gewisser Weise als kulturelle

Botschafter. Wir repräsentieren unsere Kultur bei

Konzerten, bei Sportveranstaltungen und in vielen

internationalen Kontexten. Gleichzeitig empfinden

wir diese Rolle nicht als Druck oder als Last. Es ist

nicht so, dass uns von außen eine große Verantwortung

auferlegt wurde. Vielmehr tun wir einfach das, was

wir tun, und dadurch entsteht diese Wirkung ganz

natürlich.

Was macht eure Position als mongolische Band auf internationaler

Ebene besonders?

J: Wir sind die ersten Mongolen, die auf diesem internationalen

Niveau unterwegs sind. Das eröffnet neue

Möglichkeiten und schafft Sichtbarkeit für unsere

Kultur.

Wie gelingt es euch, traditionelle mongolische Sounds

und Kultur weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre

Authentizität zu bewahren?

J: Wenn wir traditionelle Instrumente wirklich fördern

und sichtbar machen wollen, können wir sie

nicht einfach in etwas verwandeln, das sie nicht sind.

Wir dürfen sie nicht so stark verändern, dass ihr ursprünglicher

Charakter verloren geht. Bei uns bleibt

deshalb die originale Stimmung und der ursprüngliche

Klang der traditionellen Instrumente erhalten.

Zum Beispiel bewahren wir den originalen Klang der

Pferdekopfgeige, der Morin Khuur. Das akustische

Wesen dieser Instrumente bleibt in unserer Musik

bestehen.

traditionelle Klänge auch in einem modernen musikalischen

Kontext funktionieren können – ohne ihre

Authentizität zu verlieren.

Wenn ihr zurückblickt: Was hat sich seit euren Anfängen

am meisten verändert – in der Art, wie ihr Musik macht

und als Band zusammenarbeitet?

J: Was bei uns konstant geblieben ist, sind die

Bandmitglieder und unser gemeinsames Ziel. Dieses

Ziel ist, die Grenzen des Hunnu Rock auszutesten.

Nichts bleibt für immer genau gleich.

Wie haben eure internationalen Erfahrungen eure

Sichtweise auf euer Schaffen beeinflusst?

J: Durch das viele Touren, durch Begegnungen mit

Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen

und durch die Erfahrungen, die wir unterwegs gesammelt

haben, hat sich unsere Perspektive erweitert.

Wenn man viele Menschen trifft und sieht, wie unterschiedlich

sie das Leben betrachten, beeinflusst das

auch die eigene Musik. Diese Erfahrungen bringen

uns dazu, unsere eigene Sichtweise neu zu bewerten.

Wir fragen uns: Wie sehen wir das Leben? Wie sehen

andere Menschen das Leben? Und welche Einsichten

können wir daraus teilen?

Wenn die Hörerinnen und Hörer nach dem Ende des neuen

Albums nur einen Gedanken oder einige wenige

Gedanken mitnehmen könnten: Welche wären das?

J: „HUN“ bedeutet auf Mongolisch „Mensch“. Deshalb

haben wir das Album so genannt. Es geht im Kern darum,

den Menschen selbst zu betrachten und das eigene

Leben zu reflektieren. Solange man niemandem

schadet, ist es in Ordnung, seinen eigenen Weg zu gehen

und das eigene Leben so zu leben, wie es sich

richtig anfühlt.

Patrick

www.thehuofficial.com

Wo findet dann die konkrete Weiterentwicklung statt?

6

J: Was wir verändern, ist nicht das Instrument selbst,

sondern die Art und Weise, wie wir es spielen. Wir verändern

die technischen Möglichkeiten, die Spielweise

und die Herangehensweise. Genau das ist ein zentraler

Teil dessen, was wir tun, und genau das macht

unseren Sound einzigartig. Wenn wir also sagen, dass

wir traditionelle Instrumente in die moderne Zeit

bringen, bedeutet das nicht, dass wir ihre ursprüngliche

akustische Identität verändern. Vielmehr bieten

wir jüngeren Generationen eine neue Möglichkeit,

diese Instrumente zu erleben. Wir zeigen, dass



TRÄNEN!STROM

REST IN CHAOS

REST IN POWER

Bartholomäus Resch

ein Nachruf

© Privat

8

Am Morgen des 09.05. erreichte mich die Nachricht,

dass Bartholomäus „Bartl, Barth, Bacht“ Resch in

der Nacht zuvor bei einem Autounfall tödlich verunglückt

ist. Fassungslos las ich diese Zeilen wieder und

wieder, war doch der Musiker (ex-BELPHEGOR, ex-OUR

SURVIVAL DEPENDS ON US, ARS GOATIA) und

Veranstalter („Funkenflug“, „House Of The Holy“) für

mich der Inbegriff des „Unkaputtbaren“, ein echtes

„Viech“, dem nichts und niemand etwas anhaben

kann.

Ich lernte Bartl vor mehr als 25 Jahren in der Wiener

Arena kennen, als er noch für das Merchandise von

BELPHEGOR zuständig war. Schon damals zeichnete

ihn eine kaum zu bändigende Kraft sowie eine durchaus

schmerzhafte, ungestüme Direktheit aus. Er verstand

und genoss es, zu provozieren und zu polarisieren.

Über die Jahre bündelte er die ihm innewohnende

Urgewalt jedoch in seiner Kunst. Egal, ob er Musik

machte, sich handwerklich betätigte oder neue

Artefakte für seine Veranstaltungen erschuf, er war

immer mit Herzblut dabei. Bartl hatte auch die besondere

Gabe, andere Menschen, in denen er ein inneres

Feuer lodern sah, wieder und wieder zu motivieren,

ihrem Weg kompromisslos zu folgen.

Auf der Neudegg-Alm, dem Ort, an dem er seit vielen

Jahren im Kreis seiner Freunde das Sonnwendfeuer

im Juni entzündete, brachte er verschiedenste

Künstler und Musiker in einzigartigem Ambiente zusammen.

Bartl hat inmitten der Natur des Salzburger

Tennengebirges einen magisch spirituellen Kraftort

erschaffen, dessen Faszination sich kaum ein

Besucher entziehen kann.

Auf dieser Alm wird Bartl und seine Energie lebendig

bleiben, auch wenn er selbst nicht mehr unter uns

weilt.

Anita Petzold

˷

Urviech. Waldschrat. Bergjockl. Wer den Barth nicht

kannte, verfiel bald in solche Klischees.

Und sicher war er irgendwie alles davon, aber irgendwie

auch nichts und alles dazwischen. Ein Schrank

von Mensch, ein Grenzgänger, laut, ungestüm, polternd,

unorthodox, für manche ein „Unbequemer“.

Doch einer der bemerkenswertesten Menschen, die

ich je getroffen habe. Loyal zu denen, die er mochte.

Handschlagqualität, kennt man heute ja kaum noch.

Und hinter der Rinde, der von Almstaub verkrusteten

Schale, steckte dennoch ein sensibler Mensch, den

nur ganz wenige kennen durften. Und auch ein

Macher. Jemand, der kaum große Reden schwang, dafür

umso mehr anpackte. Die Neudegg-Alm, sein

Reich, das er immer gerne für Freunde und

Weggefährten geöffnet hatte, wird auf ewig seinen

Geist bewahren, dafür werden seine Mitstreiter genau

so sorgen wie unzählige Bands, und all jene, die den

„Bacht“ kannten und so liebten, wie er nun mal war.

Dass er genauso wild und mysteriös in den ewigen

Abgrund gegangen ist, entbehrt am Ende nicht einer

gewissen Ironie. Aber so ist das Leben nun mal. Ruhe

in Unfrieden, Barth.

Fire walk with me!

Mike



STROM!FILM

RAUPEN!STROM

Wie der Zufall so spielt

10

Wir haben den IRON MAIDEN-Film gesehen - es war

einfach großartig! Es begann alles mit einer kleinen,

vielleicht ein klein wenig bierseligen Plauderei als

Ausklang der Vinyl Messe in der Otterkringer Brauerei

- ja, der Mann mit dem Hut war selbstverständlich vor

Ort und Bianca Dobler und mein Kumpel Michi - alles

Garanten für gepflegtes Schmähführen und dann

war da die Rede vom IRON MAIDEN-Film, und hey, wir

könnten ihn uns gemeinsam mit der Stark!Strom-

Redaktion und dem Maiden-Fanclub ansehen und

ein kleines Rahmenprogramm gestalten - Superidee!

Alle gehen zufrieden ihrer Wege, ein wenig nach dem

Motto: Schaun wir mal, dann sehen wir schon.

Dann aber hat die fabelhafte Bianca Dobler - Metal-Fan,

leidenschaftliche Leserin und Buchhändlerin (siehe

Flyer) - die Organisation handstreichartig an sich gezogen

und zusammen mit dem IRON-MAIDEN-Fanclub

Alle Fotos © Privat

Nochmal, nochmal, nochmal!

einen unvergesslichen Abend gestaltet, der zu meinen

persönlichen Highlights dieses Jahres zählt.

BURNING AMBITION zeichnet auf unterhaltsame

Weise die einzigartige Karriere der „Eisernen

Jungfrauen" nach, es kommen Weggefährten und Fans

zu Wort, Regie geführt hat Malcolm Venville und - ich

kann nur sagen: 106 Minuten grandioser MAIDEN-

Glückseligkeit!

Danke an alle Beteiligten, die diesen Abend möglich

gemacht haben - es war echt leiwand! Das machen

wir wieder!

Wann kommt eigentlich „The Ballad Of Judas Priest"

in die Kinos?

www.ironmaidenfilm.com

Claudia

Caterpillar gehören auf jeden Fall mit zu den interessantesten heimischen Partien und basteln gerade an ihrem Debüt.

Grund genug, Mastermind Thom Caterpillar und Sängerin Violetta ins Stark!Strom-Hauptquatrier in die Baumgasse

einzuladen und Hintergrundinformationen einzuholen.

Wie alles begann

2020 - Thom und Violetta sehen sich Criminal Minds

an, in einer Szene hören sie „Where´s My Mind" von

den Pixies. Thom war von dieser Melodie so angetan,

dass er sie auf dem Klavier einstudierte, und Violetta

sang spontan dazu, ein selbstgemachtes YouTube-

Video folgte und legte den Grundstein für das

Bedürfnis, eine Band zu gründen.

Thom: Ich habe jahrelang in Coverbands gespielt, aber

irgendwann war mir das nicht genug, da war so viel

eigene Musik im Kopf, die musste einfach raus.

Die Band

Thom an der Gitarre und Violetta, Gesang, fanden

schlussendlich in Reinhold Spiegelfeld einen der fähigsten

und kreativsten Bassspieler nicht nur dieses

Landes und mit Ausnahmeschlagwerker Chris die

optimale Besetzung.

Die Stimme

Violetta: Ich habe immer schon gesungen, schon als

kleines Kind, das ist mein Leben und das ist mir das

Wichtigste und durchdringt jeden Aspekt meines

Alltags. Ich verfüge über eine solide Gesangsausbildung,

denke aber beim Texten sehr bildlich, das

heißt, ich passe sowohl Text als auch meine Vocals

der jeweiligen Stimmung eines Songs an - so funktioniert

das für mich und die Band nahezu perfekt.

Das Logo

Thom: Unser Logo ist ein Schmetterling mit

Raubtieraugen, wir kommen auf die Welt und kommen

in eine Situation, die uns einengt, diesen Ballast

schleppt jeder mit sich herum, du kannst aber ein

Schmetterling werden oder ein Raubtier oder ein

Schmetterling mit Raubtieraugen - alles, was du willst

(lacht).

Der Spirit

Violetta: Wir sind in der Band alle auf einer Wellenlänge,

es passt menschlich, was unglaublich wichtig

ist, denn wenn es emotional nicht funktioniert, dann

funktioniert die Musik auch nicht. Alle sind hoch

motiviert, unsere gemeinsame Musik gibt uns viel

Kraft. Wir sind eine extrem stressfreie Band, es ist pure

Leidenschaft.

Das Album

Thom: Wir sind recht naiv reingegangen - und ein

wenig Lehrgeld gilt es zu zahlen, aber es war diese

Zeit wert. Es ist natürlich etwas ganz anderes, konzentriert

deine Sachen im Studio zu hören. Bei jedem

Song hatten wir einen unglaublichen kreativen

Prozess und ich denke, das Album wird dieses Jahr

fertig werden. Wir stehen jedenfalls hundertprozentig

hinter dem Material und arbeiten mit Hochdruck

daran.

Das Wichtigste

Violetta: Das Wichtigste ist, gemeinsam die Musik zu

feiern, das ist eine unglaubliche Freude, wir können

für ein oder zwei Stunden eine eigene Welt erschaffen,

das bedeutet uns allen unglaublich viel und ich

kann mir nicht vorstellen, dass uns das jemals verloren

geht.

www.caterpillar.at

Claudia

Nächstes Mal live:

28.8.2026 beim Metal Escalation Festival!

11



TURBO!STROM

Da haben mir beim Hören ehrlich gesagt ein bisschen die

Ohren geblutet.

M: Mir auch. Mehrmals. Aber manche Dinge muss

man einfach machen. „Sternderlzeit“ ist im Grunde

eine satirische Abhandlung über Schlager. Wenn die

Idee einmal da ist, dann ziehe ich das durch.

Das Album wirkt stellenweise wie eine Lebensbeichte im

Wirtshaus. Gab es Zeilen, bei denen du dachtest: Das ist

vielleicht zu ehrlich für Turbobier?

M: Das fand ich großartig. Ich habe mir sofort gedacht:

Das ist eigentlich ein perfekter Songtitel.

Natürlich weiß ich, dass nicht jeder Turbobier mögen

muss. Aber wenn man nach all den Jahren immer

noch Menschen aufregt, dann macht man offensichtlich

irgendetwas richtig. Die einzige Musik, die wirklich

scheiße ist, ist jene, die keinerlei Reaktion hervorruft.

Gibt es einen Song, der deiner Persönlichkeit besonders

nahekommt?

Das Leben ist ein Arschloch – so ist es halt.

Zwischen Tourbus, Punkrock und Politik spricht Marco Pogo

über sein neues Turbobier-Album,

die Zeit nach dem politischen Abenteuer, psychische Gesundheit

und warum „Sternderlzeit“ möglicherweise der räudigste Song seiner Karriere ist.

2

022 haben wir zuletzt miteinander gesprochen.

Damals warst du noch mitten in der Politik. Wie froh

bist du heute, dass diese Phase vorbei ist?

Marco Pogo: Mir geht es sehr gut damit. Ich habe jetzt

wieder Zeit, mich um Turbobier zu kümmern. Das

war in den Jahren davor nicht immer so. Mein Leben

ist deutlich entspannter geworden. Bereuen tue ich

keine Sekunde davon. Man lernt unglaublich viel und

kann Dinge bewegen. Aber ich bin jemand, der

Sachen, die er sich in den Kopf setzt, auch bis zum

Maximum durchziehen muss. Ich hätte es nicht ausgehalten,

die politische Geschichte nicht voll

auszureizen. Jetzt habe ich das gemacht, weiß, wie es

ist, und kann mich wieder den schöneren Dingen

des Lebens widmen.

Damals hast du gesagt, du hättest wieder Lust auf ein

richtig räudiges Turbobier-Album. Ist „Das Leben ist ein

Arschloch“ das geworden?

Marco: Ja, absolut. Der gewünschte Räudigkeitsgrad

wurde definitiv erreicht. Das gilt sowohl textlich als

auch produktionstechnisch. Die letzte Nummer auf

dem Album, „Sternderlzeit“, ist wahrscheinlich das

Räudigste, das ich jemals gemacht habe.

Fotos © Rock Antenne

M: Der Titelsong selbst. Wenn du gleich als ersten

Song eine Zeile bringst wie „Das Leben ist ein

Arschloch“, dann weißt du natürlich, dass manche

Fans vielleicht einen klassischen Party-Banger erwarten.

Ich habe kurz überlegt, ob ich die Leute damit

gleich zu Beginn konfrontieren will. Aber letztlich

ist es einfach eine ehrliche Aussage. Das Leben

ist manchmal ein Arschloch. So ist es.

Generell wirken die letzten beiden Alben deutlich düsterer

als etwa „King of Simmering“.

M: Natürlich. Ich bin heute ein anderer Mensch als

mit Mitte zwanzig. Viele Dinge, die ich damals geschrieben

habe, würde ich heute wahrscheinlich anders

formulieren. Aber das ist ja schön. Künstler entwickeln

sich weiter. Wenn man immer dasselbe

Album macht, heißt es irgendwann auch wieder, man

würde sich ständig wiederholen. Ein paar

Saufhymnen müssen aber trotzdem immer dabei

sein.

Von außen wirkt es, als hättest du mittlerweile wieder

eine recht fixe Bandbesetzung gefunden.

M: Ja, größtenteils schon. Es gibt ein paar Leute, die

seit vielen Jahren dabei sind. Natürlich ändern sich

im Laufe von zehn oder zwölf Jahren die

Lebensumstände. Familie, Beruf oder andere

Interessen kommen dazu. Aber wir haben einen Pool

an Leuten, die einspringen können.

Meine Lieblingsnummer auf dem Album ist „Betonpatschn“.

Das ist eine ziemlich düstere Nummer.

M: Ja. Mir selbst geht es glücklicherweise gut, aber ich

kenne viele Menschen, denen es psychisch überhaupt

nicht gut geht. Ich wollte mit dem Song zeigen: Wir

sehen euch. Psychische Erkrankungen nehmen gerade

bei jungen Menschen enorme Ausmaße an.

Deshalb habe ich auch Hilfsangebote und

Anlaufstellen rund um die Veröffentlichung des

Songs geteilt. Es ist keine Schande, über psychische

Probleme zu sprechen. Im Gegenteil. Man sollte darüber

reden.

Ein Musikkritiker beschrieb Turbobier einmal als

„Sodbrennen als Musik“.

M: „Hasardeur“. Das ist keine Lebensbeichte, wie manche

vielleicht glauben. Aber die Grundidee entspricht

schon meiner Haltung: Wenn man eine Chance sieht

oder ein Risiko eingehen möchte, sollte man es tun.

Sonst bereut man irgendwann, dass man es nicht

versucht hat.

Turbobier ist inzwischen fast ein Stück österreichisches

Kulturgut geworden. Siehst du dich eher in der Tradition

von Alkbottle oder der EAV?

M: Ganz klar EAV. Nicht nur, weil ich riesiger EAV-Fan

bin, sondern weil es Thomas Spitzer immer geschafft

hat, gesellschaftliche Beobachtungen und Sozialkritik

mit Humor zu verbinden. Und tatsächlich wird

es im Herbst sogar einen Turbobier-Song mit EAV-

Beteiligung geben.

Viele Bands werden mit zunehmendem Erfolg zahmer.

Wohin geht Turbobier?

M: Ganz klar in die andere Richtung. Die neuen Songs,

die bereits entstehen, gehen eher in Richtung „Betonpatschn“.

Weniger geschniegelt, direkter, härter. Ich

hoffe, Turbobier wird in Zukunft noch dreckiger.

Zum Abschluss: Gab es in letzter Zeit einen Moment, in

dem du dir backstage gedacht hast: Alter, ich bin wirklich

in einer völlig absurden Situation gelandet?

M: Fast jeden Abend. Wir haben erst kürzlich in einem

ehemaligen Gefängnis in der Schweiz gespielt. Früher

haben wir schon Konzerte direkt für Häftlinge gegeben.

Es passiert ständig irgendetwas völlig Absurdes.

Genau das macht diesen Job so spannend. Jeder Tag

ist anders. Die einzige Konstante sind die Menschen,

die zu den Konzerten kommen und das Ganze feiern.

Und deshalb kann ich mir eigentlich nicht vorstellen,

jemals etwas anderes zu machen.

Außer vielleicht Bundespräsident werden?

M: Mit 70 vielleicht. Ich bin ja noch jung. Theoretisch

kann ich noch dreizehnmal kandidieren.

www.turbobier.at

Stefan Wolf

12

13



STROM!SPOILER

ECKSPOILER, das sind Thomas Hutterer (Bass,

HGesang) und Andreas Zelko (Schlagzeug, Gesang)

– zu zweit eine oberösterreichische Naturgewalt, die

seit 2016 am Werken ist. Schon das 2020er-Debüt

Synthetik Athletik und zwei Jahre später der Nachfolger

Tokyo Drift zeigten, wie sie Monster-Riffs ohne

Gitarre und mit zumeist Dialekttexten zu einer ganz

eigenen, ungestümen Klangsprache verbinden. Mit

über 200 Konzerten in Österreich, Deutschland, der

Schweiz, Italien, England und Osteuropa haben sie

sich als Konzertmaschine etabliert, die Clubs wie

Festivals gleichsam in Trümmer legt. Ihr 2025 veröffentlichtes

Live-Album „Live am Heck Meck Fest

2024“ bringt die brodelnde Atmosphäre auf den

Plattenteller.

GANZ SCHÖN HEFTIG

Wir haben ja die Freude, HECKSPOILER schon eine

geraume Zeit lang im Heft zu begleiten und es ist

immer schön zu sehen, wie eine Band ihren Weg findet,

sich ausprobiert und entwickelt und das haben

sie mit Bravour gemacht, denn aus dem Geheimtipp

ist längst etwas Größeres geworden. Etwas, das sich

die Jungs auch redlich verdient haben.

Die Selbstreflexion lautet daher wie folgt:

© nicknofuture

Heckspoiler melden sich zurück – und zwar nicht

leise, sondern mit einem Hammerschlag ins Gesicht.

„Bock auf Stress“ heißt ihr drittes Studioalbum, und

der Titel ist nicht nur ein Versprechen, sondern eine

Drohung: Es scheppert, es rumpelt, es knallt. Bass und

Drums treiben mit höllischem Speed und Riffs nach

vorne, während die Texte gewohnt bissig zwischen

Lyrik, Zynismus, Witz und kryptischen Momenten

pendeln. Der Sound geht diesmal noch kompromissloser

und definierter zu: Metal, D-Beat, Thrash und

rotzigster Punk werden zu einem explosiven Gemisch

verdichtet – massive Hymnen für Moshpits, der

Soundtrack für Absturzpartys und der nächste Beweis,

dass man mit zwei Leuten so laut und massiv klingen

kann wie ganze Armeen von Gitarrenbands.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer der Hinweis auf

vielfältige Live-Aktivitäten, die ihr euch nicht entgehen

lassen solltet.

HECKSPOILER muss man/frau einfach gesehen haben!

www.heckspoiler.org

Claudia

14



16

WORT!STROM

FULL FRONTAL

WORD ASSAULT

rund genug, Tomas Fiala, kreativer Kopf hinter

Gdem BRUTAL ASSAULT Festival und mit „Obscure

Promotion“ einer der geschäftigsten Konzertveranstalter

Tschechiens vors Mikro zu bitten und mit

jeder Menge Fragen und Schlagworten zu konfrontieren.

Was hat sich seit unserem letzten Interview 2018 verändert?

(https://www.youtube.com/watch?v=siUZKITgHd8)

Tomas: Eine Menge. In meinem Privatleben bin ich

noch viel mehr mit meiner Familie beschäftigt, und

dann war dann ja noch Covid, das hat ja keiner so

kommen sehen. Danach dauerte es einige Zeit, wieder

in die Spur zu finden. Heute würde ich sagen, wir sind

stärker zurückgekehrt als zuvor, alles geht in die richtige

Richtung. Wir sind sowohl als Festival als auch

als Menschen erwachsener geworden und versuchen

immer noch, unser Bestes zu geben.

Tomas Fiala

Das BRUTAL ASSAULT Festival findet seit 2007 in Josefov (Radomer) nahe Hradec Králové statt, einer Festung aus dem

Jahre 1787, durch den böhmischen Landesherrn Josef II. zum Schutz Böhmens vor einem Einmarsch der Preußischen

Armee errichtet. Die kleine, in sich geschlossene Stadt ist auch heute noch bewohnt und wird einmal im Jahr zum Mekka

für Metalheads aus aller Welt: Bis zu 18.000 Menschen feiern fünf Tage lang in den verwinkelten Mauern der alten Bastionen,

die dem Festival ein einzigartiges Flair geben. Neben Kunst-Ausstellungen, Weinverkostungen, Chili-Ess-Bewerben,

Installationen, einer Lemmy-Gedenkgrotte oder gar einer Drum And Bass-Disco kann das BRUTAL ASSAULT mit

wahrscheinlich der größten und leckersten Festival-Fressmeile Europas aufwarten!

Was sind die größten Veränderungen heuer am BRUTAL

ASSAULT?

T: Generell immer kleine Dinge, um den Ablauf noch

reibungsloser zu gestalten. Wir hatten immer das

Konzept, dass das Festival wie eine kleine Stadt funktioniert,

mit allen Facetten. Wir machen das ja seit

vielen Jahren, und das meiste funktioniert recht gut.

Es gibt also keine wirklich großen Dinge, die wir umgestalten

wollen, wir sind mit so ziemlich allem zufrieden.

Aber hier und dort ein paar Kleinigkeiten

gibt’s immer zu verbessern.

Andere Festivals haben Vergnügungsparks, ihr habt

Kunst-Ausstellungen …

T: Kunst war immer ein Teil der Festival-Idee. Wir mögen

den Mix aus extremer Musik und extremer Kunst.

Kunst, die wir als Metal-Heads ja etwa von Platten-

covers kennen, aber auch moderne Kunst, die vielleicht

keine Metal-Ästhetik hat. Aber auch wenn du

ein großer Musik-Fan bist, kannst du nur maximal

zehn Stunden am Tag Musik hören, und wir wollen

die restliche Zeit auf dem Festival einfach mit Dingen

füllen, die man alternativ machen kann und an die

man sich erinnert.

Größter Gewinn vs. größter Verlust

T: Meine größte Freude war, dass wir letztes Jahr

KARNIVOOL aufs Festival einladen konnten, die nicht

so ins Programm gepasst haben, aber ich mag die

wirklich sehr! Es war ihre einzige Show auf dem europäischen

Festland. Verluste … Hm, vielleicht ein paar

kleine Sachen, die nicht so funktionierten, wie wir es

uns vorgestellt hatten, aber im Großen und Ganzen

sehe ich da keine schlimmen Dinge.

Was wird am heurigen BRUTAL ASSAULT das verrückteste

Set werden?

T: Oh, ich würde sagen WALTARI, sie spielen dieses sehr

spezielle „Yeah! Yeah! Die! Die!“-Orchester-Set, das wird

sehr herausfordernd. Es ist cool, dass wir das als einziges

Festival bringen können. WALTARI sind in

Tschechien sehr groß, und diese Rockoper ist wirklich

interessant, also empfehle ich allen Metalheads:

Schaut euch das an!

Neben dem BRUTAL ASSAULT, was sind heuer deine größten

Projekte?

T: Das war sicherlich die ARCHITECTS-Show in Prag

mit etwa 5.000 Besuchern.

Wie viele Menschen arbeiten eigentlich für das BRUTAL

ASSAULT Festival?

T: Das innere Team besteht aus rund zwölf Leuten,

die das ganze Jahr arbeiten. Einige Monate davor kommen

dann etwa 25 Leute hinzu, und am Gelände haben

wir ungefähr tausend Menschen die da arbeiten.

Ich und Zdeněk [Konečný; Anm.] sind die zwei Typen

hinter dem Festival, und wir bauen unser Team dann

rund um uns auf.

Welche Bands willst du dir heuer selber ansehen, wenn

du Zeit dafür findest?

T: BODY COUNT stelle ich mir ziemlich interessant

vor, natürlich auch PRIMUS – die waren ja länger

nicht mehr aktiv, vor allem auf Festivals. BEHEMOTH

mit MISTHYRMING wird auch eine interessante

Kombination, AMEN RA, oder PEELING FLESH, die eine

exklusive BRUTAL ASSAULT-Show spielen werden.

Was ist mit ARTHUR BROWN, der letztes Jahr ja leider absagen

musste?

T: Der wird kommen, wir drücken die Daumen, dass

es auch wirklich passiert.

GUTALAX

T: GUTALAX sind ein tschechisches Phänomen, und

großartige Kerle. Aber am meisten beeindruckt

mich, wie sie ihren Status langsam und stetig aufgebaut

haben, sie haben sich buchstäblich die

Ärsche abgearbeitet, und nach all den Jahren können

sie schon auch mal auf großen Bühnen wie etwa

am Summer Breeze, vor 40.000 Leuten, oder anderswo

auftreten. Eine sehr unterhaltsame Band, und

ich wünsche ihnen alles erdenklich Gute für die

kommenden Jahre!

Du hast mal gesagt, als Festival-Veranstalter sollte man

„bereit sein zu leiden“ ...

T: Definitiv. Es ist eine sehr herausfordernde Mission,

nur wenige der Festivals überleben wirklich über längere

Zeit. Man sollte also leidensfähig sein, auf

Herausforderungen stehen und man sollte unendliche

Leidenschaft mitbringen – das ist das, was einen

antreibt. Und natürlich eine Menge Disziplin. Wenn

man diese Dinge nicht zusammen bekommt, kann

man ein Festival wahrscheinlich auch nicht lange

Zeit betreiben.

Künstliche Intelligenz

T: KI kann ein tolles Werkzeug sein, wenn man es richtig

einsetzt, aber auch ein strenger Meister. Wir sind

irgendwo drauf angewiesen, sollten es aber nicht für

Dinge missbrauchen, für die es nicht bestimmt ist. Es

liegt letztlich an uns, KI so einzusetzen, dass es uns

Zeit und Geld spart.

Mike

www.brutalassault.cz

Mike (l) und Tomas Fiala

Fotos © Mike Seidinger

17



STARK!ES KOLLEKTIV

stürzen wollen. Wir wollen eher Freiheit und Frieden

auf unserem Planeten, und das wird wahrscheinlich

niemals passieren, leider. Einige Gedanken dazu gehen

mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf: Wir

werden am Ende gewinnen – und zwar in dem allerletzten

Moment, bevor wir sterben. In deinen finalen

Momenten, wenn dir bewusst wird, du musst jetzt

gehen, dann denkst du an dein Leben, was du in deinem

Leben getan hast. Warst du gerecht und nett oder

einfach nur ein großes Arschloch?

Du gewinnst am Ende nicht, wenn du ein Arschloch bist,

oder?

Wieviel Einfluss hatte die Landschaft Griechenlands, eure

Heimat und Herkunft auf die Musik?

Alex: Für mich, sehr viel. All die Bedeutung des Lebens

sehe ich in der Natur. Das ist alles verdammt magisch.

Ich bin gesegnet, dort zu leben und das alles bestaunen

zu können. Erde, Wasser, der klare Sternenhimmel

– das ist magisch für mich! Es ist das, was mich antreibt.

Wann habt ihr beschlossen, „exotische“ Instrumente in

eure Musik einzubringen, wie Flöten, Dudelsäcke oder

Klarinetten?

18

Mousikí apó tin Erimiá.

Von der griechischen Wildnis auf die Rockbühnen:

Die VILLAGERS OF IOANNINA CITY sind ein musikalisches Phänomen.

Ihre rurale Mischung aus Stoner-, Folk- und Post-Rock ist bislang einzigartig.

Wir hatten das Vergnügen, vor dem Gig der Band in der ((szene)) Wien im März

mit Alex Karametis, dem Kopf und Herz der Band, zu sprechen.

Ich hab euch definitiv noch nie bei uns hier gesehen, aber

letztes Jahr am Brutal Assault Festival, das hat mich wirklich

weg geblasen!

Alex: Großartiges Festival! Es war auch unser erstes Mal

dort!

Ein neues Album kommt heraus, das wie die laufende Tour

„Venceremos“ heißt – lateinisch für „wir werden gewinnen“.

Wer wird gewinnen? Und vor allem: was?

Alex: (lacht) Man darf es nicht so wörtlich verstehen, „venceremos“

bedeutet sowohl „wir werden gewinnen“ als

auch „wir werden uns durchsetzen“. Es heißt also nicht,

dass wir uns Gewehre schnappen und die Regierung

Alex: Ich gebe dir ein Beispiel: Hast du in deinem

Leben mal irgendwas Schlimmes gemacht?

Natürlich. Haben wir doch alle …

Alex: Klar. Wie hast du dich am nächsten Tag gefühlt?

Du warst vielleicht voller Reue oder Schuld. Nicht wie

ein Psychopath, der würde das nicht fühlen. Aber du

weißt auch, du hast noch den Rest deines Lebens, um

Dinge wieder gutzumachen. Stell dir vor, du hast in

deinem Leben nur schlechte

Dinge gemacht, und es kommt

dein letzter Moment - und du

hast eben nicht mehr die Zeit,

um Sachen wieder gutzumachen.

In dem Moment bist du

quasi „besiegt“.

Wenn du aber sagen kannst, ich

habe mein Leben gelebt, ich war

zu allen nett, ich liebe die

Menschen und die Tiere um

mich, habe immer versucht,

mein Bestes zu geben, ich liebe

und werde geliebt, ich habe wundervolle

Kinder …

… oder eine coole Band …

Alex: (lacht) Ja, was auch immer, du lebst dein Leben,

du machst, was dir gefällt. Und dann kannst du im

letzten Augenblick deines Lebens sagen: Weißt du

was? Jetzt kann ich gehen.

Ihr nennt euch „Villagers“ – also Dorfbewohner. Aber

Ioannina City ist nicht wirklich ein Dorf, sondern mit

112.000 Einwohnern fast so groß wie Innsbruck.

Alex: Ioannina City ist eine Stadt, die von Bergen umgeben

ist und es gibt unzählige kleine Dörfer in der

Region. Im Laufe der Jahrhunderte kamen immer

mehr Menschen aus den Dörfern in die Stadt, also

sind viele Einwohner der Stadt oder deren Vorfahren

ursprünglich Dorfbewohner gewesen. VOIC ist im

übertragenen Sinne gemeint, und es klingt irgendwie

witzig. Der Name fiel uns ein, als wir noch jung waren

und nach einem Bandnamen suchten.

Alex: Das war nicht von Anfang an, nein. Wir waren

sehr jung und hatten nur Bass, Gitarre und Drums

und spielten Metalcore, Heavy Metal, was auch immer.

Irgendwann wollten wir dann eher zufällig ein paar

lokale Instrumente ausprobieren, sehen, wie es in die

Musik passt. Und es passte gut. Wir haben uns das behalten

und es gibt uns die Möglichkeit, uns musikalisch

breiter auszudrücken.

Seht ihr euch mehr als Band oder als Kollektiv? Ihr habt

neben der Kern-Band ja immer

Musiker, die mal dabei sind, mal

wieder nicht.

Alex: Das Kern-Trio ist das, womit

wir begonnen haben, vor vielen

Jahren. Dann kam es immer wieder

zur Zusammen arbeit mit verschiedenen

Musikern. Und es ist

ja nicht nur die Band, es gehören

ja auch die Ton techniker, Busfahrer

und Merch-Leute dazu, es

ist eine Crew, eine Familie.

Wie viele Leute habt ihr aktuell auf

der Bühne?

Alex: Fünf.

Ich hab unlängst das Live-Video „Through Time And

Space“ aus 2020 gesehen, das ihr in Athen vor einem großen

Publikum gespielt und gefilmt habt. Das war ja eine

recht große Produktion und da sind auch viele Musiker

auf der Bühne, Backgroundsängerinnen und so …

Alex: In Athen haben wir das Glück, eine große Basis

zu haben, verkaufen dort also auch immer sehr viele

Tickets. Wir stecken das Geld aber nicht in die Taschen,

sondern investieren es in unsere Musik und unsere

Produktionen. Auf der aktuellen Platte sind auch sehr

viele Gastmusiker zu hören, aber in Athen haben wir

eben die Mittel und Wege, das Ganze auch live auf eine

große Bühne zu stellen.

Wieviel Leute waren dort?

Alex: 7.000.

Fotos © Band

19



STARK!ES KOLLEKTIV

Wow! In Österreich müsst ihr euch derweil noch mit weniger

zufrieden geben. Eure kommende Platte wird auf

Napalm Records erscheinen, ein österreichisches Label.

Warst du schon in deren Hauptquartier? Das liegt nämlich

auch in einer Stadt in den Bergen ...

Alex: Ich war leider noch nicht dort. Auf Tour geht

sich das nie aus, denn wir spielen fast jeden Tag.

Irgendwann werden wir dort definitiv Halt machen.

Was sind und waren eure musikalischen Einflüsse? Stoner

Rock, traditioneller Metal ?

Alex: Beides eigentlich. Wir waren immer Heavy Metal-

Typen oder Heavy Rock-Typen. Aber eher in Richtung

Klassiker, nicht das moderne Zeug. Irgendwie ist alles

drin, sogar Black Metal. Ich persönlich mag viele

Musikstile, ich mag auch Electronic oder Folk Music.

Wie ist es um die griechische Rock-Musikszene generell

bestellt, ich meine – wir alle kennen ROTTING CHRIST

oder SEPTICFLESH …

Alex: Ich kann nicht sagen, ob es gut oder schlecht

bestellt ist um die Szene. Es kommen definitiv gute

Bands und gute Produktionen aus Griechenland, die

Bands sind fleißig am Touren und spielen auf vielen

Festivals im Ausland. Es gehen mittlerweile weitaus

mehr Menschen zu den Konzerten als, sagen wir, noch

vor 20 Jahren. Ich denke, die Community ist gut aufgestellt,

ja.

Ich glaube ja sowieso, je weiter man in Europa in den

Süden kommt, desto enthusiastischer sind die Fans. In

Österreich sind die Leute da ja teils etwas „verhalten“ …

Alex: Je südlicher, desto enthusiastischer, ja, das gilt

aber für alles, für jeden Aspekt des Lebens. Die Leute

sind expressiver, lauter … Haha! Das ist manchmal gut,

manchmal auch nicht. Für uns ist das halt normal,

weil wir so aufgewachsen sind. Wir zeigen unsere

Gefühle mehr. Oben im Norden wachsen die Leute anders

auf, aber sie fühlen dasselbe. Sie mögen strikter

sein und ruhiger, aber ich rede mit vielen Fans nach

den Shows. Und innen drinnen sehen die Gefühle bei

allen gleich aus, es ist halt nur ein Unterschied, wie

man diese Gefühle nach außen hin zeigt.

In Österreich brauchen die Menschen zwar ein bisschen,

bis sie aus sich heraus gehen, aber wenn sie mal so weit

sind, dann geht die Post ab!

Alex: (lacht) Das werden wir heute Abend sehen.

(Spoiler Alert: Das Publikum war für einen Sonntag Abend

mächtig exzessiv! d. Verf.)

„Venceremos“ – wann dürfen wir uns über die neue Platte

freuen, nach sieben langen Jahren?

Alex: Das Album erscheint am 10. Juli.

Also, Leute: Gleich in den Kalender groß und rot eintragen!

Danke Alex für das nette Gespräch.

Alex: Efcharistó!

https://www.vic-band.com/

Mike

Besucht unseren STARKSTROM-YOUTUBE-KANAL

Hier gibt es das aktuelle Interwiev in voller Länge:

https://www.youtube.com/@starkstrom-derkanal1321

(oder scanne den QR-Code)

© Privat

20



STROM!OVERS

LEFTOVERS UND LEETA

WUK, 8. und 9. Mai 2026

CD

D as N eue Album

24.Juli(D igitalund CD )

1.Septem ber(Vinylund Box Set)

Boxset

Standard

Edition

Am azon

Exclusive

Lorem Ipsum

Wenn du einen Polizisten duzt …

Im letzten Jahr ließen es die leftovers ein wenig ruhiger angehen. Eine kleine Tour und ein paar Festivalauftritte.

Den Rest der Zeit nutzten die vier Musiker:innen und gingen ins Studio. Die Songs, die dabei entstanden sind,

werden bald als Album erscheinen, ein paar davon sind schon veröffentlicht und wurden im WUK live präsentiert.

Fotos © Arthur Wackenreuther

AufEuropatourim H erbst2026:

D E 15.10. H am burg,Sportha le /D E 17.10. München,Tonhale /

D E 18.10. Berlin,Colum biaha le /D E 22.10. Köln,Pa ladium /CH 30.10. Zürich,X-tra

nfang Mai spielten die leftovers zwei Shows ebenda,

beide waren innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.

A

Als Supportact haben sie sich diesmal wieder eine

Band aus Wien eingeladen. Beim Waves Festival galten

Leeta noch als Geheimtipp, diesmal überzeugten sie

vor einer ausverkauften großen Halle im WUK.

Nach einer kurzen Umbaupause bewies das Publikum

bereits bei den Introsongs, dass es an diesem Tag gut

gelaunt und bereit zur Mitarbeit ist. „Take on me“ von

AHA wurde zu einem fröhlichen Singalong und

Hildegard Knefs „Rote Rosen“, der bekannte Auftakt

für ein leftovers-Konzert, ließ die Halle beben. Ab diesem

Zeitpunkt war klar: Das wird ein Heimspiel für

die leftovers.

Die vier Musiker:innen haben in den letzten Jahren

viel Routine gesammelt und überzeugen im WUK mit

Bühnenpräsenz und kraftvoller Musikalität.

Thematisch wandelt die Band zwischen ganz großen

(Kriege, Klimakrise und vieles mehr), privaten (Merke:

Wenn du einen Polizisten duzt, setzt es eine Strafe)

und ganz privaten Momenten, in denen sehr persönliche

Themen abgehandelt werden.

Musikalisch wechseln die leftovers zwischen

Indierock und Punk in all ihren Spielarten. Es ist

schwer, einen Höhepunkt aus dem Abend herauszupicken,

aber der Song „Dass du brennst“ ist sicher

einer der stärksten Momente der Show.

OUTNOW

10.JULI2026

In den letzten Jahren hat sich die Band mit viel

Einsatz und Engagement in die erste Reihe der österreichischen

Musik vorgearbeitet. Aber der Erfolg

scheint der kooperativen Struktur nichts anhaben

zu können. Noch immer agieren Leon Eder, Anna

Grobauer, Leonid Sushon und Alex Waismayer als

gleichberechtigtes Kollektiv. Alle bekommen ihre Zeit,

um im Rampenlicht zu stehen, Applaus wird gerne

gemeinsam entgegengenommen.

Mit dem Song „Mensch im Mond“ beenden die leftovers

das erste von zwei Konzerten im WUK, lassen sich

dann aber doch zu einem kleinen Nachschlag bitten,

aber nach „zwei Bier“ ist ein großartiger Abend zu

Ende.

https://www.instagram.com/leftovers_unofficial/?hl=de

Christian Orou

22



24

FESTIVAL!STROM

Sonne statt Schlamm

und ein würdiger Festival-Sommerauftakt

Das Nova Rock Festival 2026 ist Geschichte – und entgegen aller Befürchtungen wurde es nicht

die befürchtete Schlammschlacht. Noch wenige Tage vor Festivalbeginn sagten die Wettermodelle Regen

für nahezu das gesamte Wochenende voraus. Am Ende blieb es bei einzelnen Schauern,

während die Besucherinnen und Besucher vor allem eines erlebten:

Sonne, Hitze und vier Tage lang Rock, Metal und Punk auf den Pannonia Fields in Nickelsdorf.

ür Lisa und mich war es bereits das vierte Nova

F Rock in Folge. Entsprechend gut kennen wir mittlerweile

die Stärken und Schwächen des größten

Rockfestivals Österreichs.

Vieles hat sich 2026 kaum verändert: Die Bühnen stehen

an den gewohnten Plätzen, die Infrastruktur

funktioniert weitgehend reibungslos und die Security

sorgt mit ihrer traditionellen Orientierungslosigkeit

stellenweise wieder für unfreiwillige Unterhaltung.

Gleichzeitig bleibt es beeindruckend, was Veranstalter

Ewald Tatar Jahr für Jahr auf einem Acker im

Burgenland aus dem Boden stampft – und wenige

Tage später wieder verschwinden lässt.

Auch die oft diskutierten Preise blieben weitgehend

stabil. Zwar ist Festivalgastronomie weiterhin kein

Schnäppchen, im Vergleich zum Vorjahr gab es aber

kaum nennenswerte Erhöhungen. Einige neue

Gastronomiestände sorgten für etwas Abwechslung,

ansonsten präsentierte sich das Gelände in vertrauter

Form.

Große Namen und starke Headliner

Das Nova Rock 2026 setzte auf ein hochkarätiges Lineup.

Als Headliner fungierten Volbeat, The Cure, Iron

Maiden und Bring Me The Horizon. Daneben standen

unter anderem Bad Omens, Papa Roach, Architects,

Alter Bridge, Sepultura, Sabaton, The Offspring und

zahlreiche weitere internationale Größen auf dem

Programm.

Die beiden Hauptbühnen sind mittlerweile seit

Jahren gleich groß und werden entsprechend gleichwertig

bespielt. Trotzdem hält sich bei vielen

Stammgästen bis heute die Gewohnheit, von einer

„großen“ und einer „kleinen“ Bühne zu sprechen.

Tatsächlich hat sich diese Rollenverteilung längst

aufgelöst. Die frühere Nebenbühne ist mittlerweile

die Red Bull Stage, die längst nicht mehr nur nationale

Acts beherbergt, sondern regelmäßig auch internationale

Publikumsmagneten präsentiert.

Bad Omens reißen das Publikum mit

Am Donnerstag kamen wir leider erst verspätet aufs

Festivalgelände. Gerade rechtzeitig allerdings für Bad

Omens – und die US-Amerikaner lieferten eines der

stärksten Konzerte des gesamten Wochenendes ab.

Die Setlist war hervorragend gewählt, Sänger Noah

Sebastian präsentierte sich stimmlich in absoluter

Höchstform und traf gefühlt jeden Ton. Große

Ansagen brauchte die Band kaum. Atmosphäre,

Lichtshow und die enorme Intensität der Songs sprachen

für sich. Besonders beim jüngeren Publikum

war die Begeisterung deutlich spürbar. Der Bereich

vor der Bühne war so voll, dass wir selbst kaum noch

näher herankamen.

Alter Bridge

zwischen Festival und Konzerthalle

Am Samstag standen mit Iron Maiden, Alter Bridge

und Sepultura gleich mehrere Bands auf dem

Programm, auf die wir uns besonders gefreut hatten.

Alter Bridge lieferten gewohnt souverän ab. Gleichzeitig

zeigte sich aber erneut ein Problem, das die

Band auf Festivals häufig begleitet: Ihre Musik funktioniert

in vielen Momenten besser in einer Halle

oder in einem späteren Abend-Slot. Gerade Songs wie

„Blackbird“ entfalten ihre volle Wirkung eher bei

Dunkelheit und in konzentrierter Konzertatmosphäre.

Der frühe Abend und das helle Tageslicht wurden den

emotionalen Qualitäten vieler Stücke nur bedingt

gerecht.

Sepultura und die große Cavalera-Frage

Für mich persönlich war Sepultura eine Premiere.

Tatsächlich hatte ich die brasilianischen Thrash-

Metal-Legenden trotz mittlerweile fast 40 Lebensjahren

noch nie live gesehen.

Vor der Bühne traf ich einen ehemaligen Arbeitskollegen,

der mir gleich seine klare Meinung mitgab:

„No Cavalera, no Sepultura!“ Nach dem Konzert

verstand ich deutlich besser, warum viele langjährige

Fans dieser Ansicht sind.

Die Songs aus der Cavalera-Ära erzeugten spürbar

mehr Reaktionen im Publikum und entwickelten eine

deutlich größere Dynamik als viele neuere Stücke.

Trotzdem präsentierte sich die aktuelle Besetzung

äußerst engagiert. Besonders erfreulich: Der erst

24-jährige Schlagzeuger feierte genau an diesem Tag

seinen Geburtstag, was auf der Bühne entsprechend

gewürdigt wurde.

Iron Maiden als Festivalmagnet

Der wohl größte Publikumsmagnet des Wochenendes

war Iron Maiden. Die britischen Metal-Legenden kehrten

nach längerer Nova-Rock-Abstinenz zurück und

lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher eigens

nach Nickelsdorf. Die Band präsentierte ihre

„Run For Your Lives“-Tour mit einem stark auf die

frühen Klassiker fokussierten Programm und bestätigte

damit eindrucksvoll ihren Status als eine der

wichtigsten Live-Bands des Genres.

Hollywood Undead

oder eher Hollywood Playback?

Während Backing Tracks im Rock- und Metalbereich

längst zum Standard gehören, hinterließen Hollywood

Undead beim Nova Rock 2026 den Eindruck, als käme

deutlich mehr vom Band als bei anderen Bands des

Wochenendes. Bereits seit Jahren wird die Gruppe von

Fans für ihren starken Playback-Einsatz kritisiert.

Auch in Nickelsdorf wirkten manche Gesangsparts

auffallend perfekt und teilweise nicht ganz synchron

zu den Bewegungen auf der Bühne. Natürlich lässt

sich von außen nicht beurteilen, wie viel tatsächlich

live gesungen wurde. Dennoch blieb nach dem Auftritt

weniger die Musik als vielmehr die Frage in

Erinnerung, wie viel davon eigentlich noch live war

– und das ist für eine Liveband kein gutes Zeichen.

Architects: Starkes Konzert

mit bittersüßem Beigeschmack

Mein persönlicher Highlight-Tag war der Sonntag mit

Architects, Papa Roach und Bring Me The Horizon.

Architects lieferten eine beeindruckende Show ab.

Dennoch blieb bei mir ein leicht wehmütiges Gefühl

zurück. Als langjähriger Fan, der bereits zu Zeiten von

„Hollow Crown“ eingestiegen ist, vermisste ich viele

ältere Klassiker. Ein Großteil der Setlist bestand aus

Material der jüngeren Veröffentlichungen.

Natürlich sind die neuen Songs stark, und auch das

aktuelle Album gefällt mir sehr gut. Trotzdem hätte

ich mich über Stücke wie „These Colours Don't Run“,

„Gravedigger“ oder „Gone With The Wind“ gefreut. Für

Fans der frühen Jahre blieb die Songauswahl etwas

einseitig.

Papa Roach: Positivität statt Teenager-Wut

Papa Roach gehören zu jenen Bands, die mich bis

heute überraschen.

Als ich „Last Resort“ zum ersten Mal hörte, war ich 13

Jahre alt und selbst ein ziemlich wütender Teenager.

Damals wirkte die Band wie die musikalische Verkörperung

jugendlicher Frustration. Heute transportieren

Papa Roach hingegen vor allem positive

Energie, Durchhaltewillen und Lebensfreude.

Das funktionierte live hervorragend und sorgte für

ausgezeichnete Stimmung. Gleichzeitig fühlt es sich

für jemanden, der mit den frühen Songs aufgewachsen

ist, immer noch ein wenig surreal an.

Bring Me The Horizon krönen den Sonntag

Mein persönlicher Höhepunkt des gesamten Festivals

waren schließlich Bring Me The Horizon.

Kaum eine Band hat sich in den vergangenen 15

Jahren derart weiterentwickelt. Ich erinnere mich

noch gut an ihren Auftritt 2011 in der Arena Wien.

Es war eines der schlechtesten Konzerte, die ich jemals

gesehen habe. Der Sound war katastrophal,

Sänger Oli Sykes verlor bereits nach wenigen Songs

seine Stimme und der Auftritt endete gefühlt viel

zu früh.

Wer die damalige Band mit der heutigen vergleicht,

könnte glauben, zwei völlig unterschiedliche Gruppen

vor sich zu haben.

2026 präsentierten sich Bring Me The Horizon als perfekt

eingespielte Festivalmaschine. Die Show war

spektakulär, die Setlist voller Hits und die Band wirkte

in jeder Sekunde souverän. Zwar hätte ich mir –

ähnlich wie bei Architects – etwas mehr Material aus

den frühen Jahren gewünscht. Gerade weil die Band

ihr Debütalbum kürzlich neu aufgenommen hat und

dieses im Juli neu veröffentlicht wird, überraschte es,

dass kein einziger Song daraus den Weg in die Setlist

fand.

Trotzdem bleibt festzuhalten: Kaum eine andere moderne

Rockband verfügt aktuell über eine derart hohe

Dichte an großen Songs. Bring Me The Horizon lieferten

die perfekte Abschluss-Show für ein insgesamt

sehr gelungenes Nova Rock 2026.

Ausblick auf Nova Rock 2027

Noch während des Festivals wurden bereits erste

Informationen zur Ausgabe 2027 bekanntgegeben.

Als erster Headliner wurde Die Ärzte bestätigt, außerdem

startete unmittelbar nach dem Festival der Early-

Bird-Vorverkauf für das kommende Jahr.

Wenn das Wetter auch 2027 wieder so gnädig ist wie

heuer, steht einem weiteren erfolgreichen Festivaljahr

in Nickelsdorf wohl nichts im Wege. Und wenn wir

ehrlich sind: Nach vier Jahren in Folge spricht momentan

wenig dagegen, dass Lisa und ich auch nächstes

Jahr wieder berichten werden.

Lisa & Stefan

25



SCHMANKERL!STROM

Froasli's

Schmankerl-Eck

m Ernst: Wenn man Luxusgold live erlebt – so

Igebe ich die Garantie ab, dass man ab den ersten

30 Sekunden absolut verzaubert ist! So eine

intensive Aura – so viel Freude, geballte positive

Energie und Spaß. Dem kann man sich nicht mehr

entziehen. PARTY Vollgas! Frontfrau Bine wirbelt

mit einem so lieben Grinsen über die Bühne,

animiert die Leute mit Händen und Füßen - einfach

mit Vollkör pereinsatz, frechen Ansagen, Lachen,

Springen und maximaler Liebe! Alle blühen auf der

Bühne so richtig auf und lassen den Dancefloor

förmlich explodieren!

LUXUSGOLD IST DER „HOT SHIT“!

2021 habe ich sie live bei einer Wrestling Show der

WUW - im Grazer Orpheum - auf der Bühne performen

sehen. Bine hatte sogar einen eigens dafür gefertigten

goldenen Championgürtel um und wie gesagt,

ab den ersten Tönen und Sekunden ist man

einfach intensiv in den Bann gezogen!

Gesang), Jana Dubs (Keyboard, DJ & BackUp-Gesang),

Graf Poxyla (Drums) und seiner Sandra (Bass), der

Welt eine Mischung aus „Electro/Indie/Punk gewürzt

mit einer Prise Drum & Bass", kurz: GLAZZ - um die

Ohren zu hauen! Was für ein genialer Sound-Mix!

Fetzige Outfits und eine treibende Lichtershow runden

dieses Gesamterlebnis live ab! Ohne zu übertreiben

die fesselndste Underground-Band, die ich kenne!

IHRE WEITEREN ZIELE:

Außer die Weltherrschaft und Billionäre zu werden

- haha - alle 4 Monate eine neue Single mit Video und

ab 2027 auch eine EP rauszubringen.

Soviel sei verraten: Es wird animalisch, aber es kommen

keinerlei Tiere zu Schaden!

Eine einzigartige Gruppe mit Alleinstellungmerkmal

- voller LOVE, Fleiß, FUN und Geilheit !

2022 haben sie auf meinem Friedensfestival „Froas

Fest“ das Line-up bereichert. Ihr Slot war schon am

Nachmittag, diese Zeit war viel zu früh – die Besucher

sind förmlich durchgedreht – beseelt von der unglaublich

aufputschenden Kraft dieser Band. Da

wusste ich, nur ein „Headliner-Spot“ wird dieser Band

wahrlich gerecht! Ihre Songs sind Ohrwürmer, sie

haben Pep, Wumms, Witz - total crazy aber auch tiefgründig

mit Message und Sozialkritik.

Unbedingt auschecken!

www.luxusgold.com

Euer Hannes (Froas)

Ihre Musikvideos sind mit so viel Herz und Hirn gemacht

- unzählige Arbeitsstunden stecken da drin,

zum Beispiel der Song „Milliardär“ von Jänner 2026:

Sozialkritik in einem absolut nicem und aufwändig

gemachten Video. Hut ab! Darum: Schaut euch unbedingt

ihre tollen Clips auf Youtube an. Man kann

sich nicht sattsehen!

Bine und Tom machen auch einen Podcast

namens: Mission to Bluestage. Ihr großer

Wunsch ist es, auf der blauen Nova Rock Bühne

mit Luxusgold spielen zu können.

Hört rein, ist wirklich spaßig und spannend!

WER ABER WER SIND DIESE HELDEN, WELCHE DER

MENSCHHEIT DAS WAHRE GLÜCK BRINGEN?

2014 am Fuße eines Süd-Ost-Steirischen Vulkanes

(Kulm) gegründet, ist es der Spezialauftrag von Tom

Petting (Gitarre, BackUp-Gesang), Gipsy Bine (Lead-

Und zum Abschluss ein kleines Gedicht:

Willst Du glücklich sein im Leben

Musst Du Luxusgold erleben

Denn die Freude, die sie geben

Bringt Dein ganzes Herz zum Beben

ULTIMATIV GEIL

Was schreiben, wenn man die fresheste, auf-powerndste bzw. „liebreizendste" Live-Band vor sich hat?

Was, wenn sich in dieser Gruppe lauter Master-Brains tummeln, deren Genie und Wahnsinn fast nicht fassbar sind?

Fotos © Band

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27



CRAFT-STROM

Festival Kalender

VON EPISCHEN MOSHPITS IN SCHLADNITZ BIS ZUR GEPFLEGTEN NACKENSTARRE AM SEMMERING

Servus sagt der Mann mit dem Hut und dreht gleich einmal den Amp auf 11, um den unzensierten Festival-Spirit

zu Papier zu bringen. Et voila, hier ist der (fast) komplette, alpenrepublikanische Festivalkalender:

We are (NAPALM)-Family: Area 53

(Schladnitz/Leoben, 16.–18. Juli)

Mittlerweile hat sich die Area 53 längst zum Mekka für

Riff-Feinschmecker entwickelt. Mit Schwergewichten

wie Saxon und Arch Enemy bleibt sich das Team absolut

treu. Pflichttermin! www.area53festival.at

Splish Splash: Poolbar Festival

(Feldkirch, 08. Juli bis 16. August)

Seit Jahrzehnten die absolute Instanz für den Spagat

zwischen Indie-Haltung und echtem Abriss. Wenn die

Punk-Garanten der Donots auf die düsteren Klänge

von Apparat treffen, beweist das Alte Hallenbad einmal

mehr, dass ein mit Herz kuratiertes Programm verdammt

noch mal mehr wert ist als jedes seelenlose

Algorithmus-Booking.

www.poolbar.at

Rock im Dorf (Schlierbach, 31.07.–02.08.) &

Free Tree (Taiskirchen, 07.–09. August)

Zwei absolute Perlen: Während Rock im Dorf zeigt, wie

man lokale Relevanz komplett ohne Provinzialität

schafft (u.a. mit Heckspoiler und Uche Yara), beweist

das Free Tree im Innviertel, dass ein konsequenter

„Green Event“-Ansatz kein Hindernis für ein ordentliches

Gitarren-Gewitter sein muss.

www.rockimdorf.atwww.freetreeopenair.at/

Paarweise: Frequency und Kaltenbach

am selben Wochenende (20.–22. August)

Am Green Park kommt natürlich niemand vorbei. 2026

setzt man mit Headlinern wie Twenty One Pilots,

Kraftklub und Lorde auf eine Mischung, die das

Festivalgelände in St. Pölten verlässlich vollmacht. Dass

dazwischen Acts wie Fontaines D.C. oder Denzel

Curry für das nötige Kontrast programm sorgen,

zeigt, dass das Frequency seinen Status als wichtiges

Crossover-Event des Landes stets im Auge

behält.

www.frequency.at

es daran absolut kein Vorbei kommen. Das Line-up mit

Cryptopsy, 1349 und Sacred Reich verzichtet komplett

auf Experimente und liefert die nötige, kompromisslose

Härte im Death- und Black-Metal-Sumpf. Ein herrlich

schnörkelloser Abschluss des Sommers.

Achtung: Die nächtlichen Temperaturen am Semmering

können eine echte Härteprüfung sein. Der Berg kennt

kein Erbarmen mit Einzelkämpfern im T-Shirt – also

zieh dir verdammt noch mal was an oder such dir rechtzeitig

jemanden zum Kuscheln!

www.kaltenbach-openair.at

Metal On The Hill

(Schlossberg Graz, 29. August)

Am letzten August-Samstag geht es auf den Grazer

Schlossberg. Zum zehnjährigen Bestehen des Open Airs

stehen u. a. Alestorm und Soulfly auf der Bühne der

Kasematten.

www.metal-on-the-hill.com

Zum Schluss und in eigener Sache ein Tipp für alle

Vinylistas und Vinyleros: Ottakringer Vinyl & Music

Summer Nights! Das gemütliche Get-together mit „records,

beer & food“ am 21. und 22. August 2026 in der

Ottakringer Brauerei. Auf euch und den Festival-

Sommer! Wir sehen einander. Irgendwo. Irgendwann.

Im Sommer 2026.

www.vinyl-music.at

Der Mann

mit dem Hut

Till Philippi

28

Der gnadenlose Abschluss:

Kaltenbach Open Air (20.–22. August)

Wenn die Kühe freiwillig den Berg räumen, ist

Kaltenbach-Zeit. Für die Extreme-Fraktion gibt



STARK!E STIMMEN

30

ROCK IM HERZEN -

RADIO IM BLUT

W

ährend Juli für eine neue Generation von

Musikjournalist:innen und Medien macher:-

innen steht, die ihre Leidenschaft für

Rockmusik mit frischen Ideen verbindet, zählt Niki

längst zu den prägenden Persönlichkeiten der heimischen

Musik- und Medienlandschaft. Mit

Kompetenz, Leidenschaft und Authentizität inspirieren

sie Menschen weit über die Grenzen des Radios

hinaus, motivieren junge Talente und bereichern die

österreichische Rock- und Musikszene auf beeindruckende

Weise. Im Interview erzählen die beiden über

ihre Liebe zur Musik und die Faszination Radio.

Was bedeutet Musik für euch?

Niki Fuchs und Juli Vock im Interview

Rockmusik braucht starke Stimmen – vor und hinter dem Mikrofon.

Mit Niki Fuchs und Juliane „Juli“ Vock treffen bei ROCK ANTENNE Österreich

zwei Generationen von Radiomacherinnen aufeinander,

die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich gerade deshalb

perfekt ergänzen.

Niki: Musik ist mein Leben – und das meine ich nicht

als Floskel. Ich war noch nicht mal auf der Welt und

schon in der Oper, buchstäblich – mit meiner Mama

im Bauch beim Fliegenden Holländer von Wagner.

Mit zehn, elf hat mich dann der Rock erwischt. Punk,

Grunge, alles, was die 90er so rausgehauen haben.

Seitdem läuft da ein Soundtrack, ohne den ich nicht

funktioniere. Das Schönste daran? Ich darf genau das

zum Beruf machen. Täglich mit Rockmusik arbeiten,

mit Leuten, die dieselbe Leidenschaft haben. Das ist

ein unglaubliches Privileg!

Juli: Musik bedeutet für mich Loslassen und frei zu

sein. Einfach zuhören und die Seele baumeln lassen

Fotos © Rock Antenne

- fast schon eine therapeutische Methode. Egal, wie

es mir gerade geht, ich finde immer den passenden

Song, der entweder meine Stimmung unterstreicht

oder mich aufheitert. Außerdem verbindet Musik

Menschen, was ich vor allem bei Konzerten immer

sehr merke. Kurz gesagt: Ohne Musik könnte ich nicht

leben!

Was bedeutet Radio für euch? Welchen Reiz übt es aus?

J: Radio hat, finde ich, noch immer einen großen Wert

in unserer Gesellschaft. Schließlich ist es informativ

und man hat ein Gefühl von Zugehörigkeit. Und am

allerwichtigsten: Es spielt gute Musik! Mich reizt ehrlich

gesagt, dass ich nicht weiß, welcher Song als

Nächstes gespielt wird und ich quasi eine nicht von

mir zusammengestellte Playlist höre. Dadurch entdecke

ich auch oft coole neue Lieder, die ich sonst

nicht gehört hätte.

N: Radio ist der einzige Begleiter, der immer da ist -

morgens, mittags, abends, einfach immer. Was mich

daran nach wie vor fasziniert: Es lässt Platz für

Fantasie. Kein Bild wird vorgegeben, jeder macht

seins. Und dieses Gemeinschaftsgefühl - dass gerade

jetzt, in diesem Moment, Tausende denselben Song

hören wie du - das ist eigentlich Wahnsinn. Wir füllen

mit ROCK ANTENNE Österreich täglich dreimal

das Ernst-Happel-Stadion. 150.000 Menschen.

Niemand ist alleine. Gerade in einer Zeit, die ehrlich

gesagt immer einsamer wird, ist das nicht nichts. Das

ist alles.

Wie seid ihr zum Radio gekommen?

N: Mit zehn, elf habe ich angefangen, MC-Kassetten

zu bespielen. Musik aufnehmen, Pause drücken,

selbst reinsprechen, warum genau dieser Song jetzt

für genau diese Person kommt - Geburtstagssendungen

für Mama oder meinen Bruder. Selbstgebastelt, total

nerdig, aber ich war komplett geflasht davon. Dann

kamen die FH St. Pölten mit eigener Radiosendung,

Praktika und schließlich die erste echte Sendung bei

Antenne Wien. Seitdem bin ich addicted to radio -

und ich habe keine Absicht, damit aufzuhören.

J: Schon in der Unterstufe im Gymnasium wusste ich,

dass ich einmal etwas Musikbezogenes arbeiten

möchte, weil ich mich in diesem Bereich zuhause

fühle. Bevor es ROCK ANTENNE Österreich gab, hat

meine Familie immer ROCK ANTENNE Bayern gehört.

Als dann der Standort in Wien eröffnet wurde, konnte

ich es kaum erwarten, zu maturieren und mich zu

bewerben. Leider war damals keine Stelle ausgeschrieben.

2024 habe ich auf dem Nova Rock Festival

dann Manuel Gärtner mit einem ROCK ANTENNE

Österreich-Mikrofon und einer Jacke gesehen. Gegen

23 Uhr bin ich zu ihm gegangen und habe gefragt:

„Was muss ich tun, damit ich endlich bei euch arbeiten

kann?“ Daraufhin habe ich mich für das

Volontariat beworben und sogar dazugeschrieben,

dass wir uns am Nova Rock bereits kennengelernt

hatten. Wenige Wochen später hatte ich die Zusage.

Nach meinem Volontariat wurde ich übernommen

- und darüber freue ich mich bis heute riesig. Mein

Volontariat war zwar nach fünf Monaten vorbei, allerdings

hat mich Niki nicht hergeben wollen und

mich direkt fix angestellt. Dafür bin ich ihr bis heute

unendlich dankbar.

Wann hört ihr privat am meisten Radio?

N: In der Früh unter der Dusche. Laut mitsingen, volles

Programm. Unser Morgenshow-Moderator Andi

Kaspar weiß das. Und sonst läuft bei mir den ganzen

Tag ROCK ANTENNE Österreich - was ja eigentlich

auch beruflich ist, sich aber nie wie Arbeit anfühlt.

J: Im Auto oder bei meinen Eltern. Dort läuft eigentlich

rund um die Uhr Radio - natürlich ROCK

ANTENNE Österreich.

Was macht einen guten Radiosender aus?

N: Authentizität. Ehrlichkeit. Kein Star-Gehabe, kein

„Schaut mich an“. Wir stehen nicht auf der Bühne

und spielen uns auf - wir stehen gemeinsam mit unseren

Hörerinnen und Hörern im Publikum und hören

die besten Rocksongs. Wir sind eine Rock-

Community. Das ist kein Marketing-Satz, sondern

genau so, wie es ist.

J: Sympathische und authentische Moderator:innen

- und gute Rockmusik.

Was wünscht ihr euch für das Medium Radio der Zukunft?

J: Dass Radios trotz aller neuen Technologien und

Entwicklungen rund um KI menschlich bleiben.

N: Dass mehr Radiosender beginnen, Radio wirklich

neu zu denken. Radio muss im 21. Jahrhundert ankommen

- bei den Menschen, bei digitalen Angeboten

und bei der Art, wie wir kommunizieren. Sorgen um

das Überleben des Mediums mache ich mir keine.

Weder Video noch Streaming oder KI werden Radio

verdrängen. Aber wir müssen beweglich bleiben, nah

an den Menschen und nah an unseren Communities.

Genau dort liegt die Zukunft des Radios.

Patrick

www.rockantenne.at

31



MUSKEL-STROM

Catch-Wrestling in Enns

Am 25. April 2026 war es wieder so weit. Die älteste Stadt Österreichs empfing wieder einmal die EWA.

Diese Rückkehr hatte es in sich. Sechs Matches, ein emotionaler Abschied und jede Menge distinguierter Fetzerei.

en Auftakt bestritten Tamatou, Darius und Pain sah sich Martyrium gegenüber. Beide verstehen

ihr Handwerk auf exzellentem Niveau.

D Rage Sniper in einem Dreier-Match. Tamatou

und Darius sind den Wrestling-Fans als exzellente

Flugtechniker bekannt. Entsprechend lebhaft reich gestaltete sich die Auseinandersetzung.

Dementsprechend dynamisch und abwechslungs-

war das Verkehrsaufkommen im Luftraum in der Wrestling-Herz, was willst du mehr? Den Sieg verbuchte

Poll tauchen am Ende in ihrer Martn Anfang Pain.

Stadthalle Enns. Auf der anderen Barbara Seite Kadletz des athletischen

Spektrums präsentierte sich 2026 Rage erschienenen Sniper, der Graphic Novel Schlurfkatzen (Edition

und Jorghi

mit roher Brachialkraft punktete Atelier) und in die das beiden Wien des Hochkarätig Jahres 1942 ein clownesk und begleiten war das Duell zwischen dem

Schöngeister unsanft auf die Ringbretter eine Gruppe zurückholte.

Auf diesem Weg fuhr er den Sieg verweigern ein. und zu amerikanischer riger Augenkratzer Musik tanzen. brachte Berkner dermaßen

junger Menschen, Trickser die Ricky uniforme Sky Kleidung und Alex Berkner. Ein regelwid-

aus

Danach machten sich der Ottakringer Yugo Mirko

Panic und Heisenberg, das Monster aus Hamburg,

ans Werk. Panic hatte die Gunst des Publikums sicher

auf seiner Seite. Das scherte das 140-Kilo-Bröckerl

aus dem hohen Norden freilich herzlich wenig. Der

Deutsche walzte den beliebten Yugo mit gewohnter

Rücksichtslosigkeit nieder. Kein schöner Abend für

den Publikumsliebling.

Dann kam der Moment des Abends. Damon Brix bestritt

sein letztes Einzelmatch als aktiver Wrestler.

Ausgerechnet Chris Colen stand ihm gegenüber, also

jener Mann, mit dem er jahrelang verbrüdert war, ehe

eine bitte Fehde die beiden entzweite. Was folgte, war

ein würdiger Abschied. Brixi zog alle Register, lieferte

ein kreatives und spektakuläres Match ab, in dem er

seinen Gegner eindrucksvoll zur Schnecke machte.

Danke, Brixi, für viele Jahre gute Unterhaltung!

Zwei technische Hochkaräter gönnten dem Publikum

im Anschluss ein Wrestling-Gusto-Stückerl. Martn

dem Konzept, dass dieser irrtümlicherweise den

Schiedsrichter pinnte und sich in diesem Augenblick

allen Ernstes als Sieger wähnte. Am Ende fand Berkner

doch noch den richtigen Gegner, fixierte Sky sauber

auf der Matte und verließ den Ring als verdienter

Sieger. Dass Sky mit miesen Tricks spielte und trotzdem

den Kürzeren zog, erfreute die Fans umso mehr.

Den großen Schlusspunkt setzte ein Tag-Team-

Match der besonderen Art. Tribe of Wrath, die Gulyas

Brothers und Team Turbulence lieferten sich im und

um den Ring eine stattliche Fetzerei. Wer auf Ordnung

und Übersicht steht, war an diesem Abend fehl am

Platz. Bist du deppert, das Gewurl war beeindruckend,

die Action rasant und die Stimmung entsprechend.

Den finalen Pin machte Tribe of Wrath.

Kurzum: Enns hat einmal mehr bewiesen, dass

Wrestling in der ältesten Stadt Österreichs bestens

aufgehoben ist.

Ronny Raab-Bauki

Fotos © King of Pics Alex Singer

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Damon Brix gibt Chris Colen in die Goschn

Barbarossa (Tribe of Wrath) mäht Team Turbulence um



STROM!KREIS

DARKFALL/

INTERREGNUM

Schöcklblut

(Splitalbum/MDD Records

Die österreichischen Deather von

DARKFALL melden sich mit neuem Material zurück! Am

1. Mai erschien mit „Schöcklblut“ ein Split-Album mit den

Kollegen von INTERREGNUM, zu welchem beide Bands

jeweils vier neue Songs beigetragen haben. Dieses Album

beweist einmal mehr, dass Graz die heimliche Death Metal

Hauptstadt Österreichs ist.

Sowohl DARKFALL als auch INTERREGNUM sind, was

dieses extreme Genre betrifft, beileibe keine Unbekannten

mehr und verstehen ihr Handwerk und kennen auch ihren

Metal, denn das vorliegende Album glänzt durchaus mit

Reminiszenzen an die Goldene Ära des Thrash, wiewohl

auch der typische Florida-Sound respekt- und liebevoll gepflegt

wird.

Mit „Blutopfer“ von DARKFALL gibt es ab sofort eine

Kostprobe als digitale Single auf allen Streaming und

Download Plattformen. Das Album auf CD ist dann exklusiv

in limitierter Auflage direkt bei den Bands erhältlich!

Holt euch dieses „blutige Teil“, ihr werdet nicht enttäuscht

werden.

https://darkfallaustria.bandcamp.com/track/blutopfer

Jay

DARKTHRONE

Pre-Historic Metal

(Peaceville)

Die norwegischen Black Metal-

Urgesteine DARKTHRONE lassen

auch auf dem 22. Album nichts anbrennen, ganz im

Gegenteil, greifen sogar etwas tiefer in die Gewürzkiste, um

ein deliziöses Untergangssüppchen zu kochen. Der Titel und

die Mistgabel, mit der am Cover gepost wird, geben auch

schon Hinweise darauf, worauf man sich thematisch und

klanglich einstellen sollte: Es geht archaisch zu. Eine Lofi-

Produktion, die eher an Punk als an hochpolierte moderne

Soundstandards erinnert, Black Metal-Gekreisch, welches

ab und an von theatralischen Falsett durchbrochen wird,

Texte, die etwa Gesetzgeber Draco, König Midas und die

Lakonier aus dem antiken Griechenland heraufbeschwören.

Die Atmosphäre bleibt durchweg, wie gewohnt, düster, kalt,

hoffnungslos, beinahe so, als würde einem beim bloßen

Durchhören die stumme Empfehlung mitgegeben werden,

REVIEWS

die Platte doch eher im Herbst oder Winter laufen zu lassen.

Wer noch immer nach dem klassischen 90er-Sound

der Gruppe sucht, wir auch hier, wie schon auf den

Vorgängerplatten, wohl enttäuscht werden. Die Blackened

Heavy Metal / Black'n'Roll-Richtung, die schon vor längerer

Zeit eingeschlagen wurde, wird weitergedacht und

mit geschmackvollen Thrash und Doom-Klängen weiter

ausgeschmückt. Besonderes Schmankerl wäre wohl das

Instrumental „So I Marched To The Sunken Empire“,

dessen stapfender Rhythmus und sirenenartigen Synth-

Passagen den perfekten Soundtrack zum prähistorischen

Weltuntergang liefern, der auch auf den anderen Tracks so

kunstvoll konstruiert wird.

Liebhaberinnen der letzten zwei Dekaden an

DARKTHRONE-Alben, des Keller-Produktions-Heavy

Metal-Sounds, der feinen nordischen Art sollten voll auf

ihre Kosten kommen - sofern sie nicht verknöcherte Trve

Black Puristinnen sind.

www.peaceville.com

Luna

DEAF HOUNDS

almost a record

(Eigenproduktion)

Diese EP ist pure Freude! Die Derrischn

Hunde aus Graz mixen hier rotzigen

Garage Rock und Alternative inklusive energischer Attitüde!

Yps (b), Georg (git), Harald (d) und Sänger Chris bringen

hier echte, gute & ehrliche Musik! Der Bass ist so variantenreich

- zuerst einfach, dann doppelter Speed, es gibt lässige

Gitarrenriffs - und Solos, dann nimmt man den Druck oft

raus, es spielen nur die Drums. Dadurch erlebt man den

Moment - wenn die restliche Mucke wieder voll anfährt -

umso intensiver. Sehr toll - fährt live fett!

Generell hat diese Band ein feines Gespür für Rhythmus

& Abwechslung, und der Gesang ist purer Rock´ n´ Roll.

„wrong“, „clearly hidden“, „lovley dark path“, „broke(n)“

& „you, me“ wurden von Chris „Nötsch“ geschrieben und

auch bei ihm aufgenommen. Viel Fleiß wurde hier hineingesteckt

- einfach stark.

Superlayout des Digipacks, toller Sound der Scheibe und

live sind die 4 sympathischen Jungs genial!

... was soll ich noch sagen, holt euch unbedingt ihr neues

Werk, ihr werdet es nicht bereuen!

www.deafhounds.at

Froas

ELEGANT WEAPONS

Evolution

(Exiter Records)

Der am 24.4. stattgefundene

Partus Richie Faulkners Proiectum

Secundarium wurde wohl vielen gewahr. Ob sich nun ein

musikalisches Kleinod hinter Elegant Weapons - Evolution

verbirgt, soll in dieser Rezension geklärt werden. Erstmal

vorweg - das Album wirkt wie aus einem Guss, ein roter

Faden spannt sich durch die elf Tracks. Nur stellt dies auch

ein Problem auf Evolution dar. Faulkners Riffs und Soli sind

saugut und Romeros Stimme befindet sich schon längst

in der Oberliga. Ebenso die Rhythmustruppe um Dave

Rimmer (Uriah Heep, Bass) und Christopher Williams

(Accept, Drums) legt einen sauberen Teppich unter die

Chose, das Zusammenspiel des Quartetts funktioniert.

Jedoch sucht man vergeblich nach Herausragendem, nach

Ecken und Kanten, die das Werk leider vermissen lässt. Auch

die Gastmusiker Adam Wakeman (Keyboard) und Jared

James Nichols (Gitarre) geben sich in ihren Beiträgen eher

verhalten. So bleibt die Hoffnung, dass sich mit der nächsten

Platte das musikalische Dahinplätschern zu einem reißenden

Fluss entwickelt und der Band den Aufstieg in den Metal-

Olymp beschert. Die Band hat das Potenzial!

www.exiterrecords.com

Michl

EVERGREY

Architects Of A New Weave

(Napalm Records)

Seit mittlerweile 33 Jahren hält Tom S.

Englund diese Formation nun schon am

Laufen, und hat trotz nicht immer einfacher Umstände

immerzu an EVERGREY, noch viel mehr aber wohl an sich

selbst geglaubt. Selbst die unzähligen Besetzungswechsel

haben den sympathischen Schweden niemals aus der Fassung

bringen können, offenbar auch nach der Veröffentlichung

des Vorgängeralbums „Theories Of Emptiness“ nicht, als

mal wieder ein neuer Drummer rekrutiert werden musste.

Der konnte in Person des Norwegers Simen Sandnes

aber recht bald gefunden werden und ist auch längst

ins Bandgefüge integriert. Auf dem mittlerweile 15.

Studioalbum darf Simen nun seinen Studio-Einstand feiern

und der ist ihm definitiv gelungen. Sein Spiel hat definitiv

Wucht und Druck, ordnet sich aber logischerweise genauso

dem jeweiligen Song unter, wie das bei dieser Truppe seit

jeher Usus ist.

Schließlich geht es bei EVERGREY noch immer um das

große Ganze, und nicht darum, sich als Musiker in den

Vordergrund zu drängen. Daher ist es auch kaum verwunderlich,

dass bislang noch keinerlei Bedarf von Tom und seiner

Mannschaft gesehen wurde, sich als Band neu zu erfinden,

obwohl sich man sich im Laufe der Jahre musikalisch sehr

wohl gehörig weiterentwickelt hat. Auch für härtetechnische

Ausflüchte oder Experimente besteht nach wie vor

kein Grund, man zählt schließlich nicht umsonst mit zur

Speerspitze des gleichermaßen melancholischen wie melodischen

Progressive Metal.

Eine gewisse Eigenwilligkeit kann man der Band zwar

nach wie vor nicht absprechen, ebenso wenig aber auch

ihre Kompetenz selbst tieftraurige Songs so vorzutragen,

dass beim Hören ein Gefühl der Geborgenheit entsteht.

„Architects Of A New Weave“ schließt mit Exponaten wie

„Leaving The Emptiness“ oder „The Prophecy“ diesbezüglich

nahtlos an vorherige Edel-Exponate an, und umgarnt die

Hörerschaft einmal mehr mit erhabenem, fein arrangiertem

Wohlfühl-Metal!

https://evergrey.net/

Walter

FLOTSAM & JETSAM

Rats In The Temple

(Napalm Records)

Auch wenn es Fakt ist, dass diese Truppe

den ihr zustehenden Erfolg bis heute

noch nicht in jenem Ausmaß feiern hat dürfen, der ihr

eigentlich zustehen würde, muss man Sänger Eric Andrew

Knutson und Gitarrist Michael Gilbert gehörig Tribut zollen.

Schließlich haben die beiden, wenn auch nicht durchgehend,

das Unternehmen seit Mitte der 80er am Laufen

gehalten und sich von nichts und niemand von ihrem Weg

abbringen lassen. Von daher ist es geradezu logisch, dass auch

die aktuelle Scheibe der seit 2020 offenbar wieder in einem

stabilem Line-up bestehenden Truppe sämtliche Trademarks

aufweist, die man als Fan der US-Amerikaner erwartet. Ihr

prägnanter Stil ist seit jeher in der Schnittmenge aus gemäßigtem

Thrash und deftigem Power Metal zu verorten und

verfügt über feine Melodien ebenso wie über tonnenschwere

Grooves. Nicht zu vergessen der markante Gesang von Eric

A.K. sowie die teils fiktiven, mitunter jedoch durchaus realistisch

gehaltenen, sozialkritischen Texte, die den Fünfer

schon immer ausgemacht hat.

„Rats In The Temple“ fügt sich also nicht nur diesbezüglich

perfekt in die Diskografie der Band ein, sondern macht

durch sich auf Anhieb ins Langzeitgedächtnis einfräsende

Exponate wie „Damnation, Absolution“ oder „The Edge Of

Nowhere“ zudem erneut auch Lust auf einen Live-Exkurs

mit den Herrschaften.

https://www.flotstildeath.com/

Walter

KISSING KAOS

To Your Limit

(Mighty Music)

Das ist mal ein Cover! Endlich ein offensichtlich

verrückt gewordener Clown,

der Spaß macht! Und Spaß macht „To Your Limit“ allemal.

Es ist alles angerichtet, was das Metal-Herz begehrt,

Gitarrenriff prägnant und mitreißend, Strophen nicht nur

lieblos hingefetzt, sondern mit Bedacht gesetzt, um im rich-

34 35



36

STROM!KREIS

tigen Moment in einen fabelhaften Chorus zu explodieren,

das ist einfach grandios!

Joe Flynt (vocals), Jon Langsburg (git), Chris Taylor am Bass

und Brian Jung am Schlagwerk verfügen über ein fundiertes

Handwerk und setzten dieses mit einer Spielfreude in Szene,

die wahrlich Laune macht - und das ist erst das Debüt!

Produzent Andy Reilly, der schon bei Bruce Dickinson

und Cradle Of Filth an den Reglern saß, hat auch Kissing

Kaos unter seine Fittiche genommen, und dem Vierer aus

Atlanta, Giorgia einen kraftvollen modernen Sound verpasst.

Nein, es ist kein neues Rad und nein, es braucht kein eigenes

Subgenre, in dem man einziges Mitglied ist, es ist gute Musik,

die kein Mascherl braucht.

Das Limit ist hoffentlich noch lange nicht erreicht.

www.kissingkaos.com

Claudia

LUXUSGOLD

Kann dir egal sein Mann!

(Eigenproduktion 2025)

Diese steirischen Genies liefern - mit

ihrer fetten EP - mehr als „luxuriös“

ab: Kritik am schnöden Mammon (Milliardär, Geld)

und toxischen Beziehungen (Gold). Behandelt wird auch

Resilienz (Kann dir egal sein Mann). Vieles wird ironisch

in die Mangel genommen. „Goldige“ Mucke gibt es mit

„Luxuscamper“. „Farmer“ ist wieder genial absurd & wunderschön.

Exzellente Luxusgold Musik-Videos auf Youtube:

„Lass uns heute Ausgehen“ und „Luxuscamper“ sind die

absoluten Party-Knaller! „Kann Dir egal sein Mann“ ist der

Stinkefinger an alle Nörgler & Negativler und pusht einen

im Alltag so dermaßen wieder auf! „Sauerkraut“ ist einfach

nur megageil „gestört“! „Gold“ - dieser Song und vor allem

das Video dazu verdienen einen Grammy! Stark!Der neue

Clip „Löwe“ bringt das Hineinwachsen und den Lauf des

Lebens perfekt auf den Punkt! Wahrer Luxus - diese geile

Band zu kennen!

„Entweder du liebst sie oder du vergötterst sie!“

www.luxusgold.com

Froas

LYNCH MOB

The Final Ride (Live)

(Frontiers Music s.r.l.)

Da George Lynch lange vor dem letztjährigen

Studioalbum „Dancing With

The Devil“ das Ende dieser Formation ausgerufen hatte, darf

der Titel dieses Live-Drehers wohl definitiv als Programm

betrachtet werden.

Überraschend erscheint, dass er zwar offiziell ein letztes

Mal mit LYNCH MOB auf Tour gegangen ist, dabei aber

auch auf seine DOKKEN-Vergangenheit nicht vergessen

hat. So wird der Dreher nicht nur von einer furiosen

Version von „Lightning Strikes Again“ eröffnet, obendrein

gibt es auch noch „It’s Only Love“ und „Paris Is Burning“

zu hören.

Wenig überraschend dagegen erscheint, dass in diesen

Tracks neben dem blendend disponierten Gitarrenhexer

auch Frontmann Gabriel Colon brilliert, der dabei Georges

langjährigen Widersacher Don Dokken wahrlich alt aussehen

lässt. Der Puerto-Ricaner versteht es aber auch bei LYNCH

MOB-Klassikern wie „Hell Child“ und dem explosiven

Finale „Wicked Sensation“ alles aus seinen Stimmbändern

herauszuholen.

Ewig schade zwar, dass diese Truppe (zu der am Ende neben

den beiden erwähnten Protagonisten auch noch Bassist

Jaron Gulino und Drummer Jimmy D’Anda zählten) nun

tatsächlich Geschichte ist.

Dieses Abschiedswerk lässt aber mit Sicherheit keine

Fanwünsche offen. Danke dafür, Mr. Lynch!

https://www.facebook.com/LynchMobBand/

Walter

RED EYE TEMPLE

Purgatory City

(RET Records/DistroKid)

Die Wiener Prog Metaller gibt es seit

2020, die handelnden Personen sind

das Geschwistertrio Sängerin Maria Nesh, Gitarrist Mat

Plekhanov und Sam Plekhanov am Bass.

„Purgatory City“ ist ihr zweites Studioalbum nach „Vortex“

im März 2021.

Überdies sind Maria und Mat auch bei den bestens bekannten

Dragony zugange, weil Wien, was Metal betrifft, eben

recht klein ist, aber alles gut.

Jedenfalls haben Red Eye Temple mit diesem Album eine

echte Talentprobe hingelegt. Die Produktion ist einerseits

ziemlich verspielt, was von Selbstvertrauen zeugt, auf der

anderen Seite wissen Red Eye Temple abseits vom Progüblichen

Hackenschlagen, was das Herz des Headbangers

erfreut, sprich, es wird auch ordentlich geschweißt bei den

„Rotäugigen Templern“. Maria gibt den insgesamt neun

unterhaltsamen Track eine ganz besondere Stimmung - ja,

auch die elegische Note der einen oder anderen melismatischen

Stimmführung ist dem familiären Background geschuldet

- echte Wiener eben.

Red Eye Temple haben mit „Purgatory City“ eine ganz

hervorragende Scheibe abgeliefert, da mag wohl der eine

oder andere nörgeln, es fehle der durchgängige rote Faden,

ich sage, das tut er nicht und ist sowieso nur dazu gut, um

Spinnen aus der Badewanne zu helfen. Weiter so!

www.redeyetemple.bandcamp.com

Claudia

Website: www.starkstrom.live

Facebook: starkstrommag

Instagrtam: starkstrom_magazin

Mail: strom@starkstrom.live

STERBENSWILLE

Asche & Licht

(Teufelszeug Records)

Nach der Veröffentlichung ihres

Debütalbums „Dunkelheit“ im Juli 2023

über Teufelszeug-Records machte sich die Band schnell einen

Namen in der deutschsprachigen Underground-Szene. Es

folgten Shows mit Acts wie Groza, Imha Tarikat, Funeral Pile

und Hailstone. Besonders auf dem ausverkauften Sinister

Feast Festival 2023 im österreichischen Wels überzeugten

Sterbenswille mit ihrer intensiven Live-Präsenz neben Bands

wie Psychonaut4, Germ und Happy Days.

Das neue Werk der bisher, live wie mit dem Debütalbum,

sehr gelobten Truppe zeigt sie emotionaler, reifer und musikalisch

vielseitiger denn je.

Zwischen atmosphärischer Melancholie, roher Aggression

und hoffnungsvollen Momenten entsteht ein Klangbild,

das die Extreme menschlicher Emotionen vereint. Inhaltlich

beschäftigt sich „Asche & Licht“ mit Verlust, Isolation,

Selbstzerstörung - aber auch mit Heilung, Zusammenhalt

und dem Mut weiterzugehen.

https://sterbenswille.bandcamp.com/

Jay

Running Wild Productions präsentiert:

GRIM JUSTICE begeistern mit dem kraftvollen Gesang

von Frontfrau Michi und epischen Arrangements von

Gitarrist Thomas. Ein absoluter Geheimtipp für alle Fans

von oldschool Heavy Metal der goldenen DIO-Ära.

Der ULLI-TIMATIVE

Festival Guide

Die liebe Ulrike Kinkal und ich hatten

beide die große Ehre, mit Storys aus unserem

Metal-Leben, in einer Sonderbeilage

des deutschen Metal Hammers (zum

25sten Jubiläum) zu sein.

Mit dreizehn schon voll und ganz dem

Metal verfallen, ist sie eine absolut „leidenschaftliche

Festivalbesucherin“, und deshalb war es nur logisch, ihre

Erlebnisse in einem Guide festzuhalten. Dabei wird einem

wirklich warm ums Herz - vor allem, wenn man auch selbst

vor Ort war. Vieles gibt es auch sicher neu zu entdecken!

Alles in allem ein tolles Buch über:

Wiesen, Aerodrom, Nova Rock, Frequency, Shout Out,

Summer Nights/Metalfest, Next Generation, Rock the Lake,

K.O.A., Metalcamp-days/Tolminator, Walpurgis Metal, Hell

Over Vellach, 70.000 Tons, Extremefest, W.O.A., Inferno,

Seerock, Wolfszeit, Ragnarök, Out & Loud, Blastfest, Sauzipf,

Dark Easter M.M., Dark Troll, Metal on the Hill, Close-Up

Baten, Ranger Rock, Eistnaflug, Sticky Fingers, Summer

Breeze, Paddy Wagon, Monster Festival, SpreewaldRock,

Genital Festival, Metal Outbreak, Sick Midsummer, Way of

Darkness, HRH Vikings, Groovy & Stinky Fest, Flesh Party

O.A., Nummirock, Tuska, Basinfirefest, Heathen Strike o.

Brno, Mighty Sounds, Area 53 und Rockstadt!

Absolut lesenswert!

Froas

15 JAHRE

GRIM JUSTICE!

Zum Jubiläum

veröffentlicht die

Hard’n’Heavy

Band aus Wien

eine streng

limitierte, handsignierte

Live-EP!

Das Sammlerstück

inkludiert 5 Live-Videos

als Bonusmaterial.

Streaming ab 14.8.

Jetzt via

Bandcamp

sichern!



STARK!E BOTSCHAFT

TINTEN-STROM

SCHLURFKATZEN

Wiederstand muss sein!

Barbara Kadletz und Jorghi Poll tauchen in ihrer Anfang

2026 erschienenen Graphic Novel Schlurfkatzen (Edition

Atelier) in das Wien des Jahres 1942 ein und begleiten

eine Gruppe junger Menschen, die uniforme Kleidung

verweigern und zu amerikanischer Musik tanzen.

38

chlurf war zunächst die abschätzige Bezeichnung

S der Nazis für jene Jugendlichen, die sich mit übergroßen

Sakkos, kurzen Röcken, längeren Haaren und

Lippenstift militärischem Drill und Blut- und

Bodenideologie verweigerten. Sie waren keine strahlenden

Widerstandsfiguren, die täglich gegen das

mörderische System kämpften. Schlurfe widersetzten

sich auf eine Art, die einfach klingt, die aber auch sehr

viel Courage erfordert. Sie machten nicht mit. Sie versuchten,

für sich einen Freiraum zu schaffen, in dem

sie über ihr Leben bestimmen konnten.

Erzählt wird die Geschichte von Luise. Wir befinden

uns in einer Nacht im Jahr 1942, die Fenster in der

Stadt sind verdunkelt, kaum ein Lichtschein erhellt

die Straßen. Luise schleicht vorsichtig aus dem Haus

und wird dabei von einer argwöhnischen Nachbarin

beobachtet. Ihr Ziel ist ein Lokal, in dem an diesem

Abend eine Band amerikanische Schlager spielen soll.

Begleitet wird sie dabei von ihren Freund:innen Erni,

Helmut und Ernst. Der Abend endet turbulent, das

Quartett entkommt knapp der Gestapo.

So viel Glück haben die vier das nächste Mal nicht

mehr. Nach einem Auftritt der legendären Vera Auer

gerät Ernst bei einer Razzia in die Hände der Nazis.

Luise, Erni und Helmut entwickeln einen gewagten

Plan, um ihren Freund aus dem Konzentrationslager

zu befreien.

Barbara Kadletz spielt in ihrer Geschichte mit Fiktion

und Realität, lässt historische Personen auf literarische

Figuren treffen. So sind in den Freund:innen

von Luise Erni Mangold, Helmut Qualtinger und

Ernst Jandl zu erkennen. Auch Vera Auer zählt zu den

historisch belegten Personen und trat in der

Kriegszeit in den Kellern von Wien mit ihrem

Swingorchester auf.

Kadletz und Poll verzichten bewusst weitgehend auf

nationalsozialistische Symbole. Sie verweigern den

Nazis in ihren Zeichnungen jede individuelle Persönlichkeit,

jede Identität. Der Trupp der HJ zum

Beispiel wird zu einer Gruppe uniformierter, gesichtsloser,

furchterregender Monster.

Mit dem Buch Schlurfkatzen ist Barbara Kadletz und

Jorghi Poll ein Buch gelungen, das einer Gruppe von

Menschen ein Denkmal setzt, die alleine dadurch

Widerstand leisteten, indem sie niemanden bespitzelten,

niemanden denunzierten, die bei diesem

mörderischen Spiel nicht mitmachten, die sich ihr

kleines Stück Individualität nicht nehmen ließen

und ihre Musik auch unter widrigen Umständen

hören wollten. Luise sagt in einem der Frames: „Was

bleibt uns denn, wenn sie uns die Musik auch noch

wegnehmen?“

Uns Leser:innen bleibt von den Schlurfkatzen die

Botschaft, dass wir uns ein kleines bisschen

Menschlichkeit bewahren müssen, um nicht unterzugehen.

Und dass wir vor allem auf unser eigene

Gefühle und nicht irgendwelche Führer hören sollen.

www.editionatlier.at

Christian Orou

Schlurfkatzen:

Barbara Kadletz, Jorghi Poll

Verlag: Edition Atelier

Hardcover, ca.56 Seiten

ISBN: 978-3-99065-145-2

Manuel Ennser

„Mehr als nur Musik – Mein Leben unter Ratten“

(independently published)

Nun hat er mit „Mehr als nur Musik – Mein Leben

unter Ratten“ sein erstes Buch vorgelegt. In diesem

erzählt Ennser die Geschichte seiner Band AMONG

RATS mit all ihren Höhen und Tiefen. Natürlich gibt's

viele Anekdoten aus dem Bandleben zu lesen, Manuel

hatte aber auch mit zahlreichen gesundheitlichen

Rückschlägen zu kämpfen, von denen er sich aber nie

entmutigen ließ. Nicht zu vergessen auch sein großes

Engagement für Menschen mit Beeinträchtigung bzw.

deren Familien, für die er mittels Benefizkonzerten

Geld sammelte. Insgesamt weiß das Buch durchaus

zu gefallen, da es wirklich authentisch ist, nahe am

Leben erscheint, und die Leserschaft einen ehrlichen

Einblick in das Leben eines österreichischen Musikers

erhält, der freilich mit seiner Band nicht seinen

Lebensunterhalt verdient, aber dennoch mit einem

Sei gewarnt: Das hier riecht nach Keller

Viele kennen Manuel Ennser als umtriebigen Metalmusiker in Bands wie

AMONG RATS oder MORBID BREED sowie als Konzertveranstalter

und ehemaligen Redakteur bei Stormbringer.

Höchstmaß an Spielfreude und Enthusiasmus agiert,

und sich mit allen seinen Ups and Downs erfolgreich

durchs Leben kämpft.

Und: Das liest sich allemal spannender als so manche

Rockstarbeichte in Buchform …

www.manuel-ennser.at

Thomas Hutterer

Herausgeber: Independently published

Seitenzahl: 196 Seiten

ISBN-13: 979-8250985949

Erhältlich bei Amazon

39



STROM-SCHMIEDE

Ein besonders gelungenes Exponat haben

SPELL mit „Wretched Heart“ (Bad Omen

Records) abgeliefert. Das Quartett aus

Vancouver offeriert auch auf seinem mittlerweile

fünften Album einen ausgewogenen

Mix aus klassischem 70er-Hardrock,

Doom und 80er-Metal. Darüber hinaus

wurden auch diverse Einsprengsel aus dem

Prog und dem Gothic-Bereich elegant und

wirkungsvoll in das Klangkorsett integriert.

Ebenso psychedelische Sequenzen und anschmiegsame

AOR-Melodien, wobei vor

allem letztgenannte Tracks wie ‚Lilac‘ oder

‚Oubliette‘ zu Ohrwürmchen gedeihen lassen,

die der mit einer überaus variablen

Stimme gesegnete Frontmann Cam Mesmer

auf lässige Manier an die Zuhörerschaft zu

vermitteln weiß. Cooles Gerät!

https://www.facebook.com/spellspell

Wem es nach epischen Klängen im Stile der

Heroen des Genres gelüstet, findet in

„Petrichor“ (No Remorse Records), dem

mittlerweile siebten Dreher der Hellenen

BATTLEROAR mit Sicherheit sein Glück.

Das Sextett aus Athen weiß bereits seit über

25 Jahren mit seinen an frühe MANOWAR

und MANILLA ROAD gemahnenden Tracks

zu gefallen und konnte sich längst auch

außerhalb der Landesgrenzen ein getreues

Gefolge erspielen. Wohl auch, weil man in

Alex Papadiamantis einen Könner im Lineup

hat, der mit seiner akzentuiert eingesetzten

Violine die Atmosphäre entsprechend

zu untermauern versteht. Tracks wie

etwa ‚The Earth Remembers, The Rain

Forgives‘ drohen deshalb trotz einer üppigen

Dosis symphonisch anmutender

Momente niemals ins Kitschige abzudriften.

Eine echte Gänsehaut-Platte!

https://www.facebook.com/people/BattleroaR/61552004880866/

TRÜFFELSCHWEINCHEN of

Bevor wir uns vollends in die Arbeitsvorbereitung für die laufende Festival-Saison stürzen, und uns darauf beschränken,

ausnahmslos Scheiben der uns von diversen Bühnen aus bespaßenden Formationen zu konsumieren,

sei einmal mehr darauf hingewiesen, dass selbstredend sowohl in den letzten

als auch in den kommenden Wochen zig feine Scheiben erschienen sind bzw. erscheinen werden.

Und die verdienen klarerweise unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit:

Gitarren-Helden vom Aussterben bedroht

sind, sollte sich umgehend mit „Electric

Stardom“ (lion Music / Steel Gallery) beschäftigen.

Auf seinem dritten Album weiß

der Grieche Costas VARRAS nämlich mit

jenen Klängen zu imponieren, die wir einst

aus der Saiten-Schmiede von Mike Varney

sowie seinem persönlichen Idol aus

Schweden zu erhalten gewohnt waren. Als

ähnlich anbetungswürdig ist seine

Technik (Anspieltipp: ‚Concerto In G Minor

RV 578‘) zu bezeichnen und zudem hat

Costas mit Mark Boals und Göran Edman

zwei Sänger verpflichtet, die vor langer

Zeit auch diverse Epen des aufgrund seines

Egos zwar eher berüchtigten, aber immerzu

perfekt fiedelnden Ferrari-Fahrers zu

veredeln wussten.

https://www.costasvarras.com/

Für wunderbare, wenn auch klangtechnisch

deutlich zeitgemäßer auf Tonträger

verewigte Gitarrenmelodien wissen auch

die aus dem Raum Rijeka stammenden

KEOPS zu sorgen. Noch beeindruckender

fällt auf „Bitter Story For Humanity“

(No Cut / SPV), dem mittlerweile vierten

Lang eisen der Truppe, jedoch die

Gesangs darbietung aus. Da sich der etatmäßige

Frontmann Zvonimir Špacapan

während der Aufnahmen aus dem Staub

machte, musste man raschest nach Ersatz

suchen. Und wurde in der bislang (noch!)

unbekannten Vana Beara fündig. Die junge

Dame verfügt über ein sehr variables

Sangesorgan und weiß mit kratzbürstigen,

giftigen Beiträgen (‚Misery

Memento‘) ebenso zu beeindrucken wie

mit eher gediegen melodischen (‚The

Rite‘). Aber auch klassischen Hard Rock

versteht Vana lässig darzubieten, wie die

respektvoll umgesetzte Cover-Version

von ‚She Sells Sanctuary‘ beweist. Muss

man gehört haben!

https://www.keops-band.com/

Ähnlich kompetent mit Fremdmaterial gehen

auch NERVE STAR um. Die schwedisch-britische

Arbeitsgemeinschaft hat

sich auf „White Hot“ (Eigenproduktion)

jedoch keineswegs irgendwelche bekannten

oder gar längst „totgecoverten“ Tracks

vorgenommen, sondern tief im

Underground gewühlt und sich Songs von

Formationen wie SIR LORD BALTIMORE

(‚Hard Rain Fallin‘‘), TREDEGAR oder

ARAGORN (‚Black Ice‘) ausgesucht, um diese

auf gepflegte Weise umzusetzen. Da mit

dem u.a. von der schwedischen Legende

OVERDRIVE bekannten Gitarristen Janne

Stark ein Vollprofi und diesbezüglicher

Könner mit von der Partie ist, sei hier zusätzlich

auch auf das von ihm geführte

Projekt MOUNTAIN OF POWER hingewiesen,

das schon mehrfach auf ähnliche Weise

eher unbekannte Tracks namhafter Größen

interpretiert hat.

https://nervestar.com/

Für gelungene Sounds, die direkt aus der

Blütezeit der NWOBHM stammen könnten,

sorgt das von Multiinstrumentalist Alex

Rossi immer noch als Solo-Projekt geführte

Unternehmen KONQUEST. Auf „Dark

Waters“ (No Remorse Records), dem mittlerweile

dritten Langeisen unter diesem

Banner, hat der gute Mann aus der Toskana

nicht nur erneut alles im Alleingang erledigt,

er hat auch die gesamte Bandbreite

an Klängen anzubieten, die wir damals zu

schätzen gelernt haben. Kurz gesagt, von

punkig untermauert und mit TANK-

Schlagseite wie in ‚Turn The Lights Off‘ bis

hin zu jener epischen Gangart, die MAIDEN

zu „Powerslave“-Tagen offerierten, geht es

quasi querbeet durch eine der legendärsten

Phasen der Rockhistorie. Das mag

wenig originell anmuten und erst recht

nicht innovativ klingen, macht aber definitiv

viel Spaß.

https://konquest.bandcamp.com/

Attribute wie „originell“ muss man den

aus Jackson, Michigan stammenden

ENCHANTER auf jeden Fall attestieren.

Schließlich hatte das Quartett schon auf

seinem ersten Demo „Defenders Of The

Realm“ (Arkeyn Steel) eine zwar gewöhnungsbedürftige,

definitiv aber auch eigenständige

Mischung aus Progressive/Power

und Epic Metal anzubieten, die selbst gegen

Ende der 80er nur selten anzutreffen war.

Mit einer Karriere im großen Stil sollte es

zwar für die Band (und auch für das

Nachfolgeprojekt LONGINGS PAST) nichts

werden, die abermalige Neuauflage (die

erste erschien 2008 und ist längst vergriffen)

lädt aber nicht nur zur (Wieder-)

Wer dagegen weniger Bedarf nach sanftmütig

intonierter Violinen-Atmosphäre

Formation ein, sondern ist obendrein als

Entdeckung dieser unterschätzten

verspürt und sich fragt, ob denn die

Tribut an die beiden, mittlerweile verstor-

by Walter

40 41

benen Musiker Richard L. Copeland und

Jimmy Delamater gedacht, die als perfekt

harmonierende Rhythmusfraktion die

Songs entscheidend mitgeprägt haben.

R.I.P., Brothers!

https://steelgallery.com/metal-store/product/enchanter-defenders-of-the-realm-reissue-2026-new-remaster-cd-pre-order/

Die Chance nach gut zehn Jahren im

Business zumindest einigermaßen erfolgreich

zu sein, sehe ich aktuell für die

Portugiesen TOXIKULL. Das Quartett hat

sich längst auch hierzulande zahlreiche

Fans erspielen können und sich europaweit

bereits als hervorragend eingespielte Live-

Truppe erwiesen. Auf ihrem vierten Studio-

Langeisen „Turbulence“ (Dying Victims

Productions) kredenzen die Burschen zwar

erneut nicht mehr als handgemachten

Heavy Metal der traditionellen Machart,

allerdings macht sich nun auch die mittlerweile

gewonnene Erfahrung im Songwriting

überaus positiv bemerkbar. Der Vierer rund

um den auch bei ALASTOR das Mikro innehabenden

„Lex Thunder“ weiß nämlich

nicht bloß mit gelungenen, neuen Songs zu

imponieren, sondern ausnahmslos mit

Ohrwürmchen der Extraklasse. Egal, ob

man den rassigen Opener ‚Midnight Fire‘,

den zukünftigen Live-Abräumer ‚Dragon

Magic‘ oder das an frühe JAG PANZER erinnernde

‚Blessed By The Night‘ als

Anspieltipp heranzieht – die Songs setzen

sich allesamt auf Anhieb im Langzeitgedächtnis

fest. Bravo!

https://toxikull.com/

Mit schmissigen Refrains und zwingenden

Melodien wissen auch SANDSTORM zu

überzeugen. Das schwedisch-kanadische

Trio hat zwar zum dritten Mal lediglich eine

EP im Talon, die knapp mehr als 22

Minuten Spielzeit von „Dungeon Of

Death“ (Dying Victims Productions) können

aber nicht zuletzt durch die ausgewogene

Melange aus Spät-70er-Hardrock und

klassisch-melodischem Metal vollends

überzeugen. Ganz im Gegenteil zum

Artwork, das den 80er-Style der Jungs

zwar „authentisch“ zu vermitteln vermag,

für mein Dafürhalten jedoch alles andere

als gelungen ist. Egal, und zudem Glück,

dass das Auge doch nur „mithört“...

https://www.facebook.com/hotrockinsandstorm



SCHWARZ!STROM

Klangkultur für Hörer.

Vinyl only

by Christian Prenger

GEGEN DEN STROM!

42

GOJIRA

From Mars To Sirius

(Listenable Records/http://shop-listenable.net)

Sie gelten als beispielhaft für positive Impulse

durch individuelle Differenzierung von starrer

Genrekonformität. Einen Praxistest bietet dieses

2005 veröffentlichte Album. Jenes moderne,

nicht modische Metal-Monument erfährt eine

imposante Würdigung mittels der doppelten

„Zoetrope Picture Disc“. Dabei erzeugen auf der

Vinyl-Oberfläche positionierte Bilder während des

Abspielens eine filmische Animation. Erhältlich

nur im Label-Webshop. Großes Kino.

JAMES LABRIE

Elements Of Persuasion

(777 Viny/The Circle Music)

Dream Theater sind eine zugkräftige globale

Megamarke des Progressive Metal, James LaBrie

ist vor Ort zuständig für stimmliche Hochleistung.

Seine Solokarriere wiederum wird mit einem superbem

Objekt bestückt: Das Debut von 2005 ist

nun als limitierte handnummerierte Doppel-LP

auf goldenem Vinyl erhältlich, aufgewertet durch

ein raffiniertes 3-D Klappcover. Wer hingegen andere

visuelle Faktoren goutiert, kann die rote Platte

erwerben. Definitiv elementar.

PAUL MCCARTNEY

The Boys Of Dungeon Lane

(Capitol Records/Universal Music)

Die Beatles-Ikone startet den Rückschaumodus

auf seine Jugend in Form einer

ergreifenden emotionalen Erfahrung.

Erbauende Gefühle dürften zudem

Sammler verspüren angesichts

jener attraktiven Picture Disc

und der blauen Edition. Dazu gesellen sich weitere

smarte Farben wie eine exklusive Indie Store

Scheibe in Pink sowie die reizvolle White Label LP,

gefertigt von Third Man Records. Eine wunderbare

Begegnung mit einem musikalischen Mythos.

SARCASM

Lifeforce Omnibound

(Hammerheart Records/SPV)

Die festgeschraubten Begrenzungen sind entfernt,

alle stilistischen Zusatztransportwege bleiben geöffnet.

Ohne aufgesetzt oder konstruiert zu wirken,

liefert jene Gruppe ein erfrischend frisches

Black/Death-Metal-Furioso auf entstaubter melodischer

Old School-Basis. Solche Klänge verlangen

nach Vinyl, im vorliegenden Fall entscheidet der

Käufer zwischen Schwarz oder Türkis/Rot/Gelb-

Splatter, limitiert auf 200 Stück. Geheimtipp.

Ganz ohne Sarkasmus.

TOMASZ STANKO

Balladyna

(ECM/Universal Music)

Nur wenige Alben besitzen den von Künstlern

begehrten Karrierekonservierungsbeschleuniger.

1976 beförderte jene Scheibe den Trompeter unverrückbar

in das weltweite Rampenlicht. Im

Rahmen der edlen „Luminessence“-Serie von

ECM erhält besagter Klassiker des zeitgenössischen

Jazz eine aktuelle Vitalisierung. Liner Notes,

Klappcover sowie unveröffentlichte Bilder zieren

diesen rundum hochwertigen Tonträger.

Eine Ballade wahrer

Kompetenz.

MIROSLAV VITOUS

Mountain Call

(ECM/Universal Music)

Der legendäre Bassist, einst auch in Diensten

von Weather Report, reflektiert die Bandbreite

künstlerischer Identität weit oberhalb des

Durchschnitts. Duo-Exkursionen wie etwa mit

Schlagzeug-Lichtgestalt Jack De Johnette sowie

orchestrale Intensität prägen ein Opus voller elegischer

emotionaler Eindringlichkeit. Das atmosphärische

Cover, ein kristallklarer Sound und die

exquisite Pressung bilden den adäquaten Rahmen.

Welch beseelte Bergbesteigung.

YES

Aurora

(Inside Out Music/Sony)

Die Prog Rock-Geschichtsverwaltung, Abteilung

Seventies, vermeldet archivarische Signaltöne. Yes

zählen zu den stilbildenden Innovatoren der ersten

Stunde, zeigen sich weiterhin motiviert und

die Wertigkeit der Resultate variiert. Das aktuelle

Opus punktet mit dem typischen Coverdesign

sowie einer hübschen farbigen Doppel-LP

im Klappcover. Der druckvolle differenzierte

Sound erfüllt die Erwartungen an eine derartige

Formation. Kaufprognose für Fans: Yes.

SPECIAL:

Jahrhundertreformenergie

Expressiv, exzentrisch, einzigartig, erfolgreich:

Miles Davis wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Wer ihn und seine Musik

nicht kennt, verfügt über defizitäre Allgemeinbildung. Der Trompeter hat mit

„Kind Of Blue“ Jazz reformiert, via „Bitches Brew“ Fusion erfunden und viele, viele

Ewigsterne wie „In A Silent Way“, „Milestones“ oder „We Want Miles“ geschaffen.

Jenes geniale Werk ist die Absage an leeren Schubladenpragmatismus und ein Ja zu

evolutionärer Energie. Kauft seine Platten und spürt das Glücksgefühl.

Ein großes Herz für Minderheiten

Noisolution begleitet das Stark!Strom ja schon seit geraumer Zeit und versorgt uns zuverlässig mit immer

neuen Entdeckungen, die wir gerne aufgreifen und präsentieren. Und hier wieder einige Noisolution-

Empfehlungen, bei denen es sich durchwegs lohnt, reinzuhören. Mag es auch zuweilen sperrig sein oder

weit ab von jeglicher Wohlfühlzone, zahlt sich die Neugierde allemal aus!

www.noisolution.de

Go Mahhh

Doppelgänger

(Noisolution)

Endlich ist das Debutalbum da! „Doppelgänger“

ist so gut, dass es ruhig zwei davon geben könnte.

Hier wird Fuzzrock, Heavy und Psychedelic Rock

bunt durcheinandergewirbelt und zu einem selbstbewussten

Ganzen neu zusammengesetzt. Die Mischung

ist sowohl explosiv als auch unterhaltsam.

Go Mahhh, bestehend aus Leonard Traynor (Gesang,

Gitarre und Flöte), Ben McMahon (Bass), Damian

Lovazzano Razmilic (Gitarre), Josefine Lukschy (Keyboards,

Lap Steel, add. Vocals) und Cash Hutchinson

am Schlagzeug sind eine echte Entdeckung und eine

Klasse für sich.

Anger Management

Anger Is Eternal

(Noisolution)

„Anger Is Energy“ hieß noch das Debüt der Schweizer Partie,

und diesem folgt „Anger Is Eternal“ - da ist der Titel schon

Programm, denn Frontmann Nik Petronijevic leidet bereits

seit seiner Kindheit an einer ausgeprägten Angsterkrankung

und Depressionen. Er hat sich dieser Krankheit gestellt und

entstigmatisiert diese als Mental Health Aktivist in Radios,

TV, Interviews, Podcasts und auf der Bühne. Da ist die Musik

definitiv als Therapie zu betrachten, die wirkt! „Anger Is

Eternal“ gibt es im Noiso-Shop als 100er Limited Edition mit

Silberfoliendruck, transparentes Vinyl, samt achtseitigem LP

Booklet, plus signiertem Foto! Natürlich auch als CD und als

„normale“ LP in colored Vinyl und Schwarz, was sonst!

Spiral Drive

Reise

(Stone Free Records)

Am 17. Juli ist es so weit: Da beginnt die „Reise“, so der

Titel des aktuellen Albums von Spiral Drive. Aufgeteilt

nach verschiedenen Beförderungsmitteln, wird

per Auto, Rad, Zug oder Flug durch den Raum gereist,

so die jeweiligen Tracks. „Reise“ ist ein kollaboratives

Album von Spiral Drive und Lord Fascinator, das innerhalb

von nur fünf Tagen in Mannheim entstand.

Die erste Single Auto erscheint am 19. Juni 2026. Am

21. Juni folgt eine exklusive Pre-Release-Show in Wien,

bei der das Album erstmals vollständig live aufgeführt

wird. Kurz darauf wird „Reise“ beim legendären Duna

Jam Festival präsentiert. Unbedingt eine Reise wert.

The Pighounds

Wabi Sabi &

Zerreiss dir nicht das Maul

(Singles/Noisolution)

Die beiden Dortmunder Peter Bering an der Gitarre

und Alessandro De Luca an den Drums sind einmal

mehr nicht zu bremsen. Nach „Zerreiss dir nicht das

Maul“ - erstmals mit deutschem Text - folgte mit „Wabi

Sabi“ die zweite Single am 8. Mai. Die beiden spielen seit

2018 zusammen, haben drei Alben herausgebracht und

Hunderte von Shows absolviert. Zu zweit sind sie eine

absolute Macht, nichts fehlt an musikalischer Überzeugungskraft,

alles ist im Überfluss vorhanden, von Punk

bis Grunge reicht die Stilistik, und darüber hinaus alles,

was den beiden gerade einfällt und das ist jede Menge.

Eine Frage stellt sich noch: Wann kommt das Album?

by Claudia

43





SCHLUSSAKKORD

neu!

STARK!STROM Merchandise

www.starkstromshop.myspreadshop.at

GALA 2026

05.09.2026

Szene Wien,

Soundgarden

stark! und gratis:

Unser Mag liegt in vielen Clubs und

Stores gratis auf (eine Liste findet ihr

unter www.starkstrom.live),

wird euch aber auch gerne ins Haus

geschickt (+ Versandspesen),

bei Interesse einfach Mail an

strom@starkstrom.live

starkstrom_magazin

StarkStromMag

Badeschluss

Alle Jahre wieder, letzter Ferien-Samstag,

noch einmal durchatmen und im lässigen Ambiente

mit ebensolchen Leuten feiern, bevor der Schul- und

sonstige Wahnsinn losbricht. Dazu das Beste in Sachen

Literatur mit Live-Musik, Charme und Schmäh.

Yes, it’s Reading Rock Gala-Time, heuer mit

Barbara Kadletz,

Rainer Krispel,

Die Wödmasta,

Bianca Dobler,

Bastian Zach,

Echoes Of Ghosts u.v.a.

Einlass 18h, Beginn 19h, Eintritt frei,

Platzreservierung an markus@planet.tt

Hauffgasse 26, 1110 Wien

© Peter Hinsmann

IMPRESSUM /

Offenlegung gem. Gesetz:

Stark!Strom – das neue

österreichische Rock & Metal Magazin

Medieninhaber:

Stark!Strom, Claudia Jusits,

Baumgasse 50/1/14, 1030 Wien,

claudia@starkstrom.live,

+43 664 510 94 18, ATU 77669346

Herausgeberin:

Claudia Jusits

Chefredaktion:

Mike Seidinger & Claudia Jusits

Redaktion:

Anita Petzold, Claudia Jusits, Christine Cizek,

Walter Scheurer, Willi Winter,

Christian Prenger, Manuel Dauböck, Mansn,

Florian Meingast, Patrick Meerwald,

Anna Otto, Sabina Lorenzetto,

Luna Niederberger, Charles Steiner,

Thomas Hutterer, Stefan Mair,

Christian Orou, Bernhard Weber,

Celia Woitas, Althea Karoline Müller,

Andi Appel, Hannes „El Froas“ Trummer

Lektorat:

Claudia Jusits

FOTOS:

Falls nicht anders angegeben, handelt es

sich um uns zur Verfügung gestelltes Promotionmaterial

der Künstler und Firmen.

Art-Direction, Layouts & Designs:

Stephan „Jeff“ Ohorn

Druck:

Print Alliance HAV Produktions GmbH,

2540 Bad Vöslau, Druckhausstraße 1,

www.printalliance.at

Erscheinungsweise:

4x im Jahr

Homepage: www.starkstrom.live

Facebook/StarkStromMag

Instagram/starkstrom_magazin

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www.readingrock.at, www.szene.wien, www.planet.tt

STARK!STROM #45

erscheint am 18. September 2026



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