klein & stark 1/26
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe: Umgang mit Legasthenie im Unterricht. Unser Magazin behandelt psychosoziale Gesundheitsthemen von Kindern und Jugendlichen.
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe: Umgang mit Legasthenie im Unterricht.
Unser Magazin behandelt psychosoziale Gesundheitsthemen von Kindern und Jugendlichen.
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&
Zukunftsprojekt Pöstlingberg ♥ Jahres- & Finanzbericht 2025 ♥ Kinderseiten
Vereinsmagazin des Kinderhilfswerks 1 / 2026
Umgang mit
Legasthenie
im Unterricht
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht
mit besonderer Berücksichtigung des
Unterrichtsfaches Englisch
Diagnose Legasthenie – was nun?
Österreichische Post AG
SM 06Z036859 N
Kinderhilfswerk, Obere Dorfstraße 20, 4050 Traun
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Editorial
Editorial
Liebe Unterstützer*innen und
Leser*innen!
Lesen, Schreiben und Verstehen
gelten in der Schule als selbstverständlich.
Für Kinder und Jugendliche
mit Lese-Rechtschreib-Störung
(LRS), sogenannter Legasthenie,
sind diese Fähigkeiten jedoch oft
mit großen Anstrengungen verbunden.
Unsicherheiten und Frustration
sind häufig die Folgen. In
dieser Ausgabe unseres Magazins
widmen wir uns daher dem Schwerpunkt
„Umgang mit Legasthenie im
Unterricht“. Dieses Thema betrifft
viele Familien und wird dennoch
häufig missverstanden. Bei uns im
Kinderhilfswerk ist die Legasthenie
im therapeutischen Alltag allgegenwärtig.
Es ist uns daher ein großes
Anliegen, über diagnostische Maßnahmen
aufzuklären, Verständnis
zu fördern und Wege aufzuzeigen,
wie betroffene Kinder und deren
Familien bestmöglich unterstützt
werden können.
2025 war für das Kinderhilfswerk
ein intensives, aber auch sehr
erfüllendes Jahr. Wir konnten
viele bestehende Angebote weiterentwickeln
und neue Projekte
umsetzen. Besonders wichtig war
uns dabei, Kinder und Jugendliche
auch im schulischen Kontext
gezielt zu begleiten und ihre Chancen
auf Teilhabe zu verbessern. Auf
Seite 48 im Magazin erfahren Sie
mehr über aktuelle Initiativen und
Schwerpunkte unserer Arbeit.
In unserem Jahres- und Finanzbericht
geben wir Einblick in die
eingesetzten Mittel im vergangenen
Jahr sowie die gebildeten
Rücklagen für zukünftige Herzensprojekte,
wie etwa dem Neubau
von unserem „Haus der Kinder“
am Linzer Pöstlingberg. Denn wir
möchten nicht nur wirksam, sondern
auch transparent arbeiten. So
können wir das Vertrauen und die
Treue unserer Spender*innen und
Unterstützer*innen stärken.
Ich möchte betonen, dass es
gerade in Zeiten wie diesen besonders
wichtig ist, jungen Menschen
Mut zu machen und ihre Stärken
hervorzuheben. Denn auch wenn
Lernen nicht immer leichtfällt, so
hat jedes Kind das Potenzial, sich
zu einem starken Erwachsenen
zu entwickeln.
Ein herzliches Dankeschön
gilt daher unseren treuen
Spender*innen, Fördermitgliedern
und Partnerorganisationen.
Ohne ihre Unterstützung wären
viele unserer Angebote nicht
möglich.
Abschließend darf ich Ihnen einen
entspannten und erholsamen Sommer
wünschen!
Ihr Peter Begsteiger
Geschäftsführer
Zahlen und Fakten Jänner bis April 2026
5.303 Einheiten
für Beratung und
Therapie
2.500
Personen
fanden Hilfe
Insgesamt
5.666
geleistete Einheiten
Unsere Zahlen belegen eindrucksvoll, was Sie durch Ihren wertvollen Beitrag ermöglicht haben. Mehr auf Seite 11.
3
© freepik.com/freepik
Zukunftsperspektive am Pöstlingberg Jahres- & Finanzbericht 2025
Gemeinsam mehr bewirken
6
8
10
11
12
Zukunftsperspektive
am Pöstlingberg - ein
neuer Platz für unser
Beratungs- und Therapiezentrum
in Linz
Jetzt mitbauen: Unser
Haus der Kinder
braucht starke Partner
Testimonials
Zahlen und Fakten
Fußball und soziale
Verantwortung gehen
Hand in Hand
Schwerpunkt
18
30
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht
mit
besonderer Berücksichtigung
des Unterrichtsfaches
Englisch
Diagnose Legasthenie –
was nun?
Vereinsinternes
34
36
Ein Ort für Entwicklung im
Herzen Oberösterreichs
Mitarbeiter*innen
stellen sich vor
13
Marktplatz Lebensnetze
14
Ein Jahr geprägt
von wertvoller
Unterstützung
16
Erfolgreiche Premiere
im Zeichen der
Kreativität
4
Schwerpunkt
© 2026 freepik.com / freepik
Unsere Leistungen
37
38
48
49
Kummerkiste
Jahres- &
Finanzbericht 2025
Wie hilft das
Kinderhilfswerk?
Freude am Lernen
trotz Legasthenie
Kinderseiten
50 Kinderseiten
Immer dabei
3
4
52
54
56
57
Editorial
Inhalt
Termine
Tipps
Meinungsbilder
Kontakt & Standorte
58
Erfolgsgeschichte
& Vorschau
59
25 Jahre
Spendengütesiegel
Impressum
5
Zukunftsperspektive am Pöstlingberg
Zukunftsperspektive am Pöstlingberg -
ein neuer Platz für unser Beratungs- und
Therapiezentrum in Linz
Das Kinderhilfswerk hat am Pöstlingberg eine Liegenschaft erworben,
die künftig zum neuen Standort unseres Beratungs- und Therapiezentrums
in Linz werden soll. Was heute noch ein Grundstück ist, wird
sich in den nächsten Jahren zu einem geschützten Ort entwickeln, an
dem Kinder und Jugendliche Sicherheit und professionelle Hilfe finden.
Seit vielen Jahren arbeiten wir
in Linz in gemieteten Räumlichkeiten.
Dies bringt auf Dauer
aber hohe laufende Kosten und
begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten
mit sich. Eigentum
bedeutet Planungssicherheit
und eröffnet langfristig Einsparungspotenziale,
die wir direkt
in unsere Angebote und Projekte
reinvestieren können.
Besonders wertvoll ist die Lage
selbst. Das Grundstück umfasst
mehr als 5.000 m² Wald- und
Grünflächen. Diese natürliche
Umgebung kann therapeutische
Prozesse unterstützen, Bewegung
fördern und Kreativität anregen.
Es ist ein Ort, an dem Kinder
leichter durchatmen, zur Ruhe
kommen und Vertrauen aufbauen
können.
Auch erlebnispädagogische Angebote
und Gruppentherapien in
der freien Natur können hier
stattfinden.
6
Zukunftsperspektive am Jetzt Pöstlingberg mitbauen
Spenden-Konto: Verein Kinderhilfswerk
IBAN: AT74 5400 0000 0001 0777
Die Infrastruktur der Lage spricht
für sich. Eine Bushaltestelle direkt
vor der Haustür erleichtert jungen
Klient*innen und ihren Familien
die öffentliche Anreise, zugleich
stehen auf dem Gelände ausreichend
kostenfreie Parkplätze zur
Verfügung. Durch diesen Vorteil,
der im städtischen Raum nicht
selbstverständlich ist, wird ein
Haus der Kinder möglich, welches
gut erreichbar ist und dennoch
jene Ruhe bietet, die im Therapiealltag
so wichtig ist.
Die bestehende alte Bausubstanz,
ein kleines Haus mit ca. 100 m²,
werden wir abreißen. Dadurch
können wir auf über 400 m² Baugrund
ein Gebäude von Grund
auf so planen, wie es Kinder
und Jugendliche in psychischen
Belastungssituationen brauchen.
Barrierefreiheit, energieeffiziente
Bauweise und innovative
Konzepte können so optimal
umgesetzt werden. Familien, die
sich an uns wenden, verdienen
moderne Therapie- und Gruppenräume,
die Schutz, Geborgenheit
und Entwicklung ermöglichen.
Die Finanzierung erfolgte neben
angesparten Eigenmitteln unter
anderem über die Zuwendung
des von Frau Marlene Engelhorn
ins Leben gerufenen "Guten Rats
für Rückverteilung". Auch die Vorbesitzerin
der Liegenschaft, die
römisch-katholische Stadt-Pfarrkirche
Linz-Pöstlingberg, kam
uns preislich etwas entgegen.
Endgültig ermöglicht wurde dieser
Schritt aber erst durch eine
außergewöhnlich großzügige,
zweckgebundene Spende einer
privaten Großspenderin, der wir
von Herzen für ihre wertvolle
Unterstützung und ihr großes Vertrauen
in unsere Arbeit danken.
Vor uns liegt noch eine große Aufgabe,
doch der wichtigste erste
Schritt ist getan. Am Pöstlingberg
wird ein Ort entstehen, der Kindern
und Jugendlichen langfristig
neue Perspektiven eröffnet.
Kontakt
Ob Sie einmalig helfen, einen Bauabschnitt übernehmen oder Fachwissen
einbringen möchten: Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen!
Kontakt für Unternehmenskooperationen für unser Haus der Kinder:
office@kinderhilfswerk.at oder +43 7229 62082.
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Jetzt mitbauen
© 2026 freepik.com/diana.grytsku
Jetzt mitbauen: Unser Haus der Kinder
braucht starke Partner
Gesucht sind Bauunternehmen, Architekturbüros, Baustoffhändler
und Dienstleister, die mit Know-how, Material, Arbeitszeit oder Finanzierung
mithelfen möchten.
Ein Therapiezentrum entsteht
nicht nur aus Beton, Holz und
Glas. Es entsteht aus dem Entschluss,
Kindern und Jugendlichen
in psychischen Notlagen
Räume zu geben, die Sicherheit
vermitteln, Orientierung schaffen
und Entwicklung ermöglichen.
Mit dem neuen Standort am
Pöstlingberg wollen wir genau
einen solchen Ort schaffen und
dafür suchen wir starke Partner
aus der Bau- und Planungswelt.
Gerade Bauunternehmen, Architekturbüros,
Baustoffhändler
und Fachdienstleister können bei
diesem Projekt besonders viel
bewirken. Denn sie wissen aus
ihrer täglichen Arbeit, dass gute
Räume mehr leisten müssen, als
nur ein Dach über dem Kopf zu
bieten. Sie müssen Menschen dienen,
Abläufe erleichtern, nachhaltig
geplant sein und Vertrauen
schaffen. Wo Kinder wieder
Halt finden sollen, sind Planung,
Materialqualität, Licht, Akustik,
Barrierefreiheit und Atmosphäre
keine Nebensache, sondern Teil
der Wirkung.
Deshalb benötigen wir nicht nur
klassische Geldspenden. Wir
suchen auch Unternehmen, die
mit Baumaterialien, Preisnach-
8
Jetzt mitbauen
lässen, Fachplanung, Pro-bono-
Leistungen, Maschinen, Logistik
oder konkreter Handwerksleistung
unterstützen möchten.
Denkbar sind zum Beispiel Beiträge
für Abbruch- und Erdarbeiten,
Rohbau, Dach, Fenster,
Sanitär- und Elektrotechnik,
Innenausbau, Akustik, Bodenund
Malerarbeiten, Möblierung,
Außenanlagen oder Beschilderung.
Ebenso wertvoll sind
Architektur-, Statik-, Bauphysik-,
Haustechnik- oder Projektsteuerungsleistungen.
Für Ihr Unternehmen gibt es
mehrere passende Wege, sich
einzubringen. Sie können einmalig
einen wichtigen Bauabschnitt
ermöglichen oder regelmäßig als
Projektpartner Planungssicherheit
schaffen, aber auch projektbezogen
einen klar definierten
Baustein finanzieren oder bereitstellen
– etwa Fenster, Türen,
Bodenbeläge, Gartenmaterialien
oder Ausstattung. Wichtig ist,
dass die Hilfe zu Ihrem Unternehmen
ebenso passt wie zu
unserem Bedarf.
Auch Corporate Volunteering,
also betriebliche Freiwilligenprogramme,
sind möglich.
Hier bieten Unternehmen ihren
Mitarbeiter*innen den Rahmen,
ihre Zeitressourcen oder ihr
Know-how in gemeinnützigen
Organisationen während ihrer
Arbeitszeit einzusetzen. So entsteht
Unterstützung nicht nur
finanziell, sondern auch kulturell,
mitten im Unternehmen.
Wir wissen, dass Unternehmen
Klarheit brauchen. Deshalb werden
wir jede Kooperation transparent
abwickeln. Das Kinderhilfswerk
informiert regelmäßig
über den Einsatz seiner Mittel,
veröffentlicht Jahresberichte, ist
seit 2008 Träger des österreichischen
Spendengütesiegels und
als spendenbegünstigte Organisation
gelistet. Auch Unternehmensspenden
an das Kinderhilfswerk
sind steuerlich absetzbar.
Ihr Unternehmen kann also den
marktüblichen Verkaufspreis als
Betriebsausgabe geltend machen.
Gerade für projektbezogene Beiträge
aus der Wirtschaft ist dies
ein entscheidender Faktor.
Wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen
regional sichtbar, vertrauenswürdig
und wirkungsvoll
sozial engagieren möchten, sprechen
Sie mit uns. Gerne bedanken
wir uns dafür mit einer Nennung
im Vereinsmagazin, online
oder später auf einer Ehrentafel
im neuen Haus der Kinder.
Noch wichtiger ist aber: Ihr
Beitrag hilft mit, einen Ort
zu schaffen, an dem Kinder,
Jugendliche und Familien in
schwierigen Lebenssituationen
wieder Halt und Zuversicht finden
können.
So können Sie konkret helfen
♥ Fachlich
Pro-bono-Planung, Beratung, Bauleitung oder Handwerksleistung
♥ Sachlich
Materialspende oder Sonderkonditionen
♥ Projektbezogen
Patenschaft für einen Raum, ein Werk oder ein Ausstattungselement
♥ Einmalig
Bau-Spende für einen aktuellen Bedarf
♥ Regelmäßig
Baupartnerschaft mit monatlichem oder jährlichem Beitrag
♥ Im Team
Mitarbeitersammlung oder Corporate Volunteering
♥ Netzwerkarbeit
Vermitteln Sie unser Projekt in Ihrem Netzwerk weiter
Kontakt
Ob Sie einmalig helfen, einen
Bauabschnitt übernehmen
oder Fachwissen einbringen
möchten: Wir freuen uns auf
das Gespräch mit Ihnen!
Kontakt für
Unternehmenskooperationen
für unser Haus der Kinder:
office@kinderhilfswerk.at
oder
+43 7229 62082.
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©Landstrassler
ASKaritativ unterstützt das Kinderhilfswerk!
Auf die Schwächeren darf nicht vergessen werden
Was haben die Fans des Fußballvereins LASK mit sozialem Engagement zu tun? Diese Frage stellt sich vielleicht,
wenn man hört, dass LASK-Fans im Jänner 25.000 € an das Linzer Kinderhilfswerk gespendet haben. Hinter der
Aktion steht "ASKaritativ", ein Projekt des Fankollektivs "Landstrassler", das aus einem karitativen Punschstand
der Fanplattform "seit1908" entstanden ist. Diese sammelt bereits seit über einem Jahrzehnt rund um Weihnachten
Spenden für gemeinnützige Organisationen.
Aus anfänglich einigen Hundert Euro wurde im Laufe der Jahre ein immer größeres Projekt. Dank der Unterstützung
vieler Fans sowie zahlreicher Spenderinnen und Spender kann Jahr für Jahr ein neuer Spendenrekord erzielt
werden. So konnten bereits viele wichtige Projekte in Linz und Umgebung unterstützt werden.
Den Initiator*innen ist es ein Anliegen, ihrer Stadt etwas zurückzugeben. „Viele von uns erleben durch den LASK
eine besondere Gemeinschaft und schöne Momente. Daraus entstand der Wunsch, auch jenen zu helfen, die aktuell
nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Daher war es uns wichtig, die wertvolle Arbeit des Kinderhilfswerks zu
unterstützen.“
Landstrassler, Fanclub-Kollektiv
Kindern Zeit geben, stark zu werden
Individuelles Legasthenietraining als einfühlsame Begleitung
© Privat
Ay Sinan
Ein langer Weg begann früh: Unser Sohn litt ab etwa 1,5 Jahren unter
chronischen Mittelohrentzündungen, die seine Sprachentwicklung stark
verzögerten. Es folgten Logopädie, HNO-Besuche und mehrere Operationen
(Mandeln, Polypen, Paukenröhrchen). Parallel erhielt er Ergo- und
Sprachtherapie. Für uns als berufstätige Eltern war diese Zeit sehr belastend
– häufige Krankheiten, Sorgen und auch kritische Kommentare aus
dem Umfeld begleiteten uns.
Mit Schuleintritt wählten wir eine Volksschule mit Sprachheil-Schwerpunkt
– ein Wendepunkt. Unser Sohn wurde individuell gefördert und
fühlte sich wohl. Therapien begleiteten ihn weiter, später kam das
Thema Legasthenie hinzu. Über eine Empfehlung fanden wir schließlich
die passende Unterstützung: Seit zwei Jahren besucht er gerne die
Therapie bei Frau Mag. a Isabella Schmuck-Burtscher, MSc. im Kinderhilfswerk,
die ihn einfühlsam stärkt. Unsere Erfahrung: Vertraut eurem
Gefühl, sucht Hilfe, bleibt geduldig und akzeptiert den Weg eures Kindes.
Heute sind wir stolz – seine Entwicklung hat uns alle stärker gemacht.
Ay Sinan, Geschäftsführer / Inhaber – Sinan Ay e.U.
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Zahlen und Fakten
Unsere Aktivitäten von Jänner bis April 2026
Danke
5.666
Einheiten
Danke
Die Zahlen belegen eindrucksvoll, was Sie durch Ihren wertvollen Beitrag ermöglicht haben.
Vom 01. Jänner bis 30. April 2026 fanden insgesamt 2.500 Kinder, Jugendliche, Eltern
und Fachpersonen Hilfe, Beratung, Unterstützung und Information durch
die Angebote des Kinderhilfswerks und seiner Kooperationspartner.
Beratung & Therapie
Pädagogik
Diagnostik
Prävention, Workshops
& Gruppen
5.303
Einheiten
183
Einheiten
18
Einheiten
1.654
Personen
5.303 Einheiten
Therapie und
Beratung fanden statt.
811 Personen
nahmen eine Psychotherapie,
Körpertherapie,
Beratung oder Ähnliches
in Anspruch.
183 Einheiten
Pädagogik wurden
geleistet.
33 Personen
profitierten von
unseren pädagogischen
Angeboten.
18 Einheiten
klinisch-psychologische
Diagnostik
fanden statt.
2 Personen
haben bei uns das
Angebot der Diagnostik
wahrgenommen.
1.654 Personen
nahmen an präventiven
Vorträgen, Workshops
und Gruppen teil.
162 Einheiten
Prävention, Workshops
und Gruppen
wurden durchgeführt.
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Fußball und soziale Verantwortung gehen Hand in Hand
© landstrassler
Fußball und soziale Verantwortung gehen
Hand in Hand
LASK-Fans spenden 25.000 Euro für das Kinderhilfswerk
Das Fanclub-Kollektiv „Landstrassler“
sammelte im Rahmen seiner
jährlichen Charity-Initiative „ASKaritativ“
die beeindruckende Gesamtsumme
von 45.000 Euro. Als Haupt-
Spendenempfänger durfte sich
das Kinderhilfswerk über eine
Summe von 25.000 Euro freuen.
Ob Benefizspiel zum Thema psychische
Gesundheit, Weihnachtsmarkt,
Punschstand oder das
Sammeln von Becherpfand bei
LASK-Spielen – die engagierten
Fans bewiesen mit zahlreichen
Aktionen, dass das Motto der Initiative
„Wir lassen niemanden im
Regen stehen“ weit mehr ist als
eine Floskel. Es ist gelebte Solidarität,
Zusammenhalt und gesellschaftliche
Verantwortung.
Hilfe, dort wo sie gebraucht
wird
Die Spendensumme wurde im
Rahmen der Premiere des Landstrassler-Cups
offiziell übergeben.
Vertreter*innen des Kinderhilfswerks
waren selbstverständlich
auch hier persönlich vor Ort und
nahmen den Spendenscheck entgegen.
Ein Moment großer Dankbarkeit
und Anerkennung für das
gemeinsame Engagement.
Die Unterstützung kommt zweckgebunden
dem Beratungs- und Therapiezentrum
Linz zugute. Gerade in
herausfordernden Zeiten ist diese
Hilfe von unschätzbarem Wert.
Auch Peter Begsteiger, Geschäftsführer
des Kinderhilfswerks,
zeigt sich dankbar: „Diese großartige
Unterstützung der Landstrassler
bedeutet für uns weit
mehr als eine finanzielle Hilfe. Sie
ist ein starkes Zeichen der Solidarität
mit Kindern und Jugendlichen,
die psychische Unterstützung
brauchen. Wir sind beeindruckt
von diesem Engagement und dem
klaren Fokus auf mentale Gesundheit.“
Das gesamte Team des Kinderhilfswerks
sagt von Herzen
Danke an die Landstrassler, an
alle beteiligten Fanclubs und
Organisator*innen sowie an
jede einzelne Person, die diese
außergewöhnliche Spendenaktion
möglich gemacht hat.
12
Marktplatz Lebensnetze
Marktplatz Lebensnetze
Wirtschaft und Gemeinnützigkeit im
Austausch auf Augenhöhe
Ein Abend im Zeichen von Kooperation,
Fairness und sozialem Engagement:
Der 16. „Marktplatz Lebensnetze“
fand auch 2025 wieder in Linz
statt und brachte Unternehmen aus
der Wirtschaft mit gemeinnützigen
Organisationen zusammen. Als
bewährter Veranstaltungsort diente
erneut die BWT-Lounge der LASK-
Raiffeisen Arena, die den idealen
Rahmen für Begegnung, Austausch
und Zusammenarbeit bot.
In angenehmer Atmosphäre wurden
zahlreiche Gespräche geführt
und konkrete Vereinbarungen
getroffen. Der Marktplatz-Gedanke
stand stets im Vordergrund: auf
Augenhöhe, transparent und mit
Mehrwert für beide Seiten. Auch in
diesem Jahr konnten wieder viele
wertvolle Kooperationen geschlossen
werden, die die Arbeit sozialer
Einrichtungen nachhaltig stärken.
Zahlreiche Firmen sowie
Vertreter*innen gemeinnütziger
Organisationen nutzten die Gelegenheit,
sich zu vernetzen und
gemeinsame Projekte zu initiieren.
Auch das Kinderhilfswerk war wieder
mit dabei und konnte wichtige
Unterstützer*innen für verschiedene
Vorhaben gewinnen.
Begegnung, die Wirkung zeigt
Der Marktplatz Lebensnetze schafft
einen einzigartigen Rahmen, in dem
wirtschaftliches Engagement und
soziale Verantwortung zusammenfinden.
Die Veranstaltung zeigt eindrucksvoll,
wie Kooperationen entstehen
können, die über den Abend
hinaus Wirkung entfalten.
„Dank der vielfältigen Unterstützung
durch Unternehmen können
wir unsere Arbeit gezielt im Sinne
junger Menschen weiterentwickeln.
Jede Form der Kooperation – ob
Sachspende, Dienstleistung oder
fachlicher Austausch – hilft uns
dabei, nachhaltig zu wirken“, so Kinderhilfswerk-Geschäftsführer
Peter
Begsteiger.
Wir bedanken uns herzlich bei
allen Unternehmen, die sich auch
2025 für eine Zusammenarbeit
mit dem Kinderhilfswerk entschieden
haben und damit einen
wertvollen Beitrag für Kinder
und Jugendliche leisten.
13
Kopfzeile: Titel und so weiter
Spendenübergabe Bank Direkt.
V. l. n. r.: Dr. in Maria Fessl (Leitung Beratungs- und Therapiezentrum
Linz), Dr. Manfred Nosek (Geschäftsbereichsleiter Bank Direkt),
Dr. Rudolf Fessl (Fachlicher Leiter Kinderhilfswerk Österreich).
Spendenübergabe bei der Gierlinger Holding GmbH.
V. l. n. r.: Anna Reif (Spendenservice & Verwaltung Kinderhilfswerk) mit
Sohn Fabian, Dipl.-Ing. Peter Schulze (Vorsitzender der Geschäftsführung
Gierlinger Holding GmbH).
Ein Jahr geprägt von wertvoller
Unterstützung
In den vergangenen Monaten konnten wir uns wieder über tatkräftige
Hilfe aus unterschiedlichen Bereichen freuen
Die vergangenen Monate haben
einmal mehr gezeigt, wie viel
durch gemeinsames Engagement
bewegt werden kann. Zahlreiche
Unternehmen, Initiativen und
engagierte Privatpersonen haben
das Kinderhilfswerk mit großzügigen
Spenden und kreativen Aktionen
unterstützt – dafür möchten
wir von Herzen „Danke“ sagen.
Seit mehreren Jahren begleiten
uns die Gierlinger Holding
GmbH aus Ottensheim sowie die
Linzer Bank Direkt AG mit ihrer
Unterstützung im Dezember. Auch
2025 durften wir uns erneut über
eine gemeinsame Spendensumme
von 10.000 Euro freuen. Ebenso
bedanken wir uns herzlich bei der
Kanzlei Haslinger / Nagele, die
zum Jahresausklang bewusst auf
Weihnachtsgeschenke verzichtete
und stattdessen 2.000 Euro an die
Standorte Linz und Wien spendete.
Ein weiteres starkes Zeichen
setzte auch die RWA-Raiffeisen
Ware Austria mit einer Spende
von 2.200 Euro.
Neben finanzieller Unterstützung
sind es auch persönliche Initiativen,
die uns berühren. Das Team von
LENA Digital GmbH nahm bereits
zum vierten Mal an der Wichtelchallenge
teil und beschenkte
das Kinderhilfswerk mit über 20
liebevoll verpackten Geschenken.
Ebenso engagierten sich fünf Schülerinnen
der BBS Rohrbach im Rahmen
ihres Projekts „FreiDay“ und
sammelten mit großem Einsatz 615
Euro für Kinder und Jugendliche in
schwierigen Lebenssituationen.
Ein weiterer wertvoller Beitrag
kommt von BioFerdl sowie dem
Biohof Achleitner, die unsere Beratungs-
und Therapiezentren in Wien
und Linz regelmäßig mit Obstkisten
unterstützen und damit auch im Alltag
für gesunde Impulse sorgen.
All diese Beiträge machen einen
Unterschied. Sie ermöglichen
es uns, Kinder, Jugendliche und
deren Familien in herausfordernden
Lebenssituationen zu
begleiten und ihnen Perspektiven
zu schenken.
14
Ein Jahr geprägt von wertvoller Unterstützung
Qualitätskontrolleur Zazu befindet
die Obstspende von BioFerdl
für einwandfrei!
Pünktlich zum Frühlingsstart freuten wir
uns über die erste, lecker gefüllte
Biokiste vom Biohof Achleitner.
V. l. n. r.: Monika Ball (RWA), Christina
Schreckenthaler (Kinderhilfswerk),
Irene Brandmüller (RWA) und
Manuela Rametsteiner (RWA).
♥ Bank Direkt
♥ Familypark GmbH
♥ Gierlinger Holding
♥ Herbalife Nutrition
Foundation
♥ Haslinger / Nagele
Rechtsanwälte GmbH
♥ Wolf Systembau GmbH
♥ BBS Rohrbach
♥ P3 Personal - Claus Popper
Spendenübergabe in Linz. V. l. n. r.: Dr. in
Maria Fessl (Leiterin BTZ Linz) mit MMag. a
Dr. in Daniela Huemer, LL. M. (Partnerin
Haslinger / Nagele).
Spendenübergabe in Wien. V. l. n. r.: Dr.
Roland Zauner (Partner Haslinger / Nagele)
mit Mag. a Isabella Schmuck-Burtscher,
MSc. (Fachliche Leitung BTZ Wien).
Claus Popper
Sachspenden
♥ Lena Digital
♥ Sozialversicherungsanstalt
der Selbständigen (SVS)
♥ Digitalists
♥ Reifenhandel Eckmann
Vergünstigungen
♥ Bücher+So
♥ Büroland Wiesmayr
♥ Magenta
♥ BioFerdl
Team von LENA Digital GmbH bei
der Spendenübergabe im BTZ Linz.
Schülerinnen der BBS Rohrbach mit
Stefanie Andorfer (Kinderhilfswerk).
Lebensmittelspenden
♥ Teekanne
♥ Sonnentor
♥ Biohof Achleitner
15
Erfolgreiche Premiere im Zeichen der Kreativität
Erfolgreiche Premiere im Zeichen der
Kreativität
Die erste Charity-Kunstauktion ebnet den Weg für neue Fundraising-
Formate im Kinderhilfswerk
Mit großer Freude blickt das Kinderhilfswerk
auf seine erste Charity-
Kunstauktion, die am Donnerstag, 4.
Dezember 2025, im LENTOS Kunstmuseum
Linz stattfand, zurück.
Die Veranstaltung markierte einen
besonderen Meilenstein in der Fundraising-Arbeit
des Kinderhilfswerks
und stieß bei Kunstliebhaber*innen,
Unterstützer*innen und Gästen auf
großes Interesse. Insgesamt wurden
bei der Auktion Kunstwerke
im Wert von 40.799 Euro meistbietend
verkauft.
Im beeindruckenden Ambiente
des LENTOS wurden zahlreiche
Werke namhafter Künstler*innen
für den guten Zweck versteigert.
Durch Vorreservierungen,
Telefonbieter*innen und Live-
Bidding konnten insgesamt 45
Exponate erfolgreich versteigert
werden. Der Erlös aus den Verkäufen
fließt in die wertvolle Arbeit
des Kinderhilfswerks. Es war die
erste Veranstaltung dieser Art
für unseren Verein. Eine Fortsetzung
des erfolgreichen Formats ist
bereits in Planung.
Facettenreiche Kunstwerke
für Kinder in psychischen
Notlagen
Alle beteiligten Künstler*innen,
Bieter*innen, Partner*innen
sowie das LENTOS Kunstmuseum
haben dazu beigetragen, dass die
Veranstaltung in stilvollem Ambiente
ein Erfolg wurde. Die Charity-
Kunstauktion war nicht nur ein
erfolgreicher Auftakt, sondern
auch ein starkes Signal dafür, wie
kreative Formate neue Wege der
Unterstützung eröffnen können.
Ein herzliches Dankeschön
allen Beteiligten
Ohne die Werkspenden zahlreicher
Künstler*innen wäre
die Charity-Kunstauktion nicht
zustande gekommen. Wir danken
ihnen herzlich für ihr empathisches
Engagement.
Ein besonderer Dank gebührt dem
Team des LENTOS Kunstmuseums
für die Nutzung der Räumlichkeiten
und die freundliche
organisatorische und technische
Begleitung. Unseren Caterern
„Mundwerkstatt“ und „GO Gastro
& Catering“ danken wir für
die ausgezeichnete Verköstigung.
Zudem bedanken wir uns herzlich
für die freundliche Unter-
16
stützung der „OÖ Nachrichten“,
von Richard Lürzer Photography,
Rahmen Frank sowie Rötzer
Druck. Ein besonderer Dank
gilt den Organisator*innen der
Charity-Kunstauktion, Karin Ortner
und ihrem Team, die die
Veranstaltung kuratiert und mit
großem Engagement umgesetzt
haben. Ebenso danken wir allen
ehrenamtlichen Helfer*innen,
die mit ihrem Einsatz und ihrer
Zeit wesentlich zum Gelingen der
Veranstaltung beigetragen haben.
KARIN H. ORTNER
www.charity-kunstauktion.at
Nicht zuletzt bedanken wir uns
bei den Sponsor*innen und
Käufer*innen, die gemeinsam
großzügig zum finanziellen Erlös
zugunsten des Kinderhilfswerks
beigetragen haben.
Kunst und Gemeinnützigkeit
Die Veranstaltung zeigte auf besondere
Weise, was möglich ist, wenn
Menschen ihre Talente und ihr
Engagement verbinden. Kreative
Zugänge eröffnen neue Perspektiven,
nicht nur in der Kunst, sondern
auch in der Unterstützung von Kindern
und Jugendlichen. Dadurch
werden Räume geschaffen, in
denen Entwicklung, Ausdruck und
Hoffnung wachsen können.
17
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
© 2026 iStockphoto.com/ bandian1122
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht
mit besonderer Berücksichtigung des
Unterrichtsfaches Englisch
Dieser Artikel richtet sich an betroffene Eltern sowie an Lehrer*innen.
Er zeigt Möglichkeiten auf, die Diagnose Legasthenie im Fremdsprachenunterricht
zu berücksichtigen.
Im ersten Teil finden Pädagog*innen
konkrete didaktische
Tipps zur Unterrichtsgestaltung
und Benotung.
Im zweiten Teil erhalten Eltern
Anregungen, wie die Lernsituation
zu Hause gestaltet werden
kann.
Doch zunächst eine kurze Erklärung,
was unter „Legasthenie“
eigentlich verstanden wird. Das
aktuelle Diagnosemanual ICD-11
klassifiziert Legasthenie unter
6A03.0 als Entwicklungsstörung
mit Lesebeeinträchtigung. Sie ist
definiert durch erhebliche, anhaltende
Schwierigkeiten beim Lesen
betreffend Genauigkeit, Flüssigkeit
und Verständnis. Sie gehört zu
den neuroentwicklungsbedingten
Störungen. ICD-11 Code 6A03.1
bezeichnet eine Lernentwicklungsstörung
mit Beeinträchtigung
im schriftlichen Ausdruck.
Sie ist durch anhaltende Schwierigkeiten
beim Schreiben gekenn-
18
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
zeichnet. Betroffen sind vor allem
die Rechtschreibung, Grammatik,
Zeichensetzung sowie die Organisation
und Kohärenz (Zusammenhang)
schriftlicher Texte. Besonders
wichtig ist es zu wissen, dass
diese Störung trotz normaler Intelligenz
und angemessener Beschulung
auftritt.
Bereits ab dem Kindergartenalter
können bei Verdacht standardisierte
Tests zur Abklärung verwendet
werden. Die Diagnosestellung
erfolgt üblicherweise am Ende der
2. Klasse Volksschule.
So viel zur Theorie auf dem
Papier, doch was bedeutet
diese Diagnose konkret?
Eine betroffene Mutter bringt die
Thematik auf den Punkt: „Eine
Odyssee aus Selbstzweifel, Elterngesprächen,
´wertvollen´ (Um)
Erziehungstipps der Umgebung,
Testverfahren – und plötzlich ist
sie da... Diagnose: Legasthenie! [...]
´Warum wir?´, eine Frage, die sich
immer wieder aufdrängt; das Gefühl
´betrogen´ worden zu sein, um den
Zauber der ersten Schuljahre [...].“
Es hilft, sich Legasthenie als
„Wahrnehmungsverzerrung“ vorzustellen.
Beim Lesen oder Schreiben
verhindert eine Desorientierung
die korrekte Ausführung. Bei
manchen Kindern betrifft dies vor
allem die Rechtschreibung, häufig
in Verbindung mit der Grammatik.
In anderen Fällen ist das Textverständnis
insgesamt beeinträchtigt.
Das bedeutet, obwohl das Kind den
Inhalt eines Textes gelesen hat,
kann es die Information daraus
nicht erfassen.
Der Fremdsprachenunterricht
ist „doppelt“ betroffen. Eigentlich
sollte man in seiner Muttersprache
bereits geübt genug sein, um flüssig
lesen zu können. Außerdem muss
man das Gelesene gut verstanden
und verinnerlicht haben, um zu
erfassen, worum es in diesem Text
konkret geht. Auch die Grammatik
sollte bereits sicher beherrscht
werden. Erst dann wäre der oder
die Schüler*in bereit, auf dieser
Grundlage eine neue Sprache zu
erlernen. Diese bringt eine neue
Syntax (Satzbau), neue Grammatikregeln,
eine andere Lautbildung
und vor allem einen völlig neuen
Wortschatz mit sich. Genau das ist
jedoch häufig nicht gegeben. Die
Schwierigkeiten zeigen sich bereits
in der Muttersprache.
Welche Problemfelder ergeben
sich?
Im Sprachunterricht wird deutlich,
dass sich legasthene Kinder Konkreta
wesentlich besser merken
können (in Bezug auf ihre korrekte
Schreibweise) als Abstrakta. Unter
Konkreta versteht man Substantive,
die gegenständliche, physisch
existierende Dinge oder Lebewesen
bezeichnen, welche man
anfassen, sehen, hören, riechen
oder schmecken kann. Abstrakta
hingegen beschreiben nicht greifbare
Konzepte, beispielsweise
Gefühle, Gedanken, Liebe, Freundschaft,
Zeit oder Mut.
Auch Präpositionen, Bindewörter,
Pronomen und dergleichen
machen den Betroffenen immer
wieder aufs Neue Schwierigkeiten.
Es muss jedes Mal neu überlegt
werden, ob – um ein Beispiel zu
nennen – „von“ mit „Vogel-V“ oder
„Fahnen-F“ geschrieben wird.
Daraus ergibt sich in Summe
natürlich ein Zeitproblem – ein/e
legasthene/r Schüler*in benötigt
zum Schreiben von Texten erheblich
länger, da viele Worte (v. a.
Abstrakta) jedes Mal einzeln überlegt
werden müssen. Dennoch
bleibt die Fehleranfälligkeit hoch,
selbst bei intensiver Konzentration
kann die Ausführung trotzdem
„falsch“ sein. Es scheint, als
ob es leichter fallen würde, wenn
das Wort es zulässt, mithilfe einer
Eselsbrücke gemerkt zu werden.
Bei Wörtern, wo das Lautbild
nicht dem Schriftbild entspricht,
ist die Fehleranfälligkeit besonders
hoch. Um ein Beispiel zu nennen:
warum „Maschine“ nicht mit
„i – e“ geschrieben wird, erschließt
sich einem legasthenen Kind nicht,
wo doch die Betonung auf der
zweiten Silbe liegt und dementsprechend
langgezogen ausgesprochen
wird.
Bei den Fremdsprachen machen
wir folgende Beobachtung: Je
stärker sich Schriftbild und Lautbild
von der Muttersprache unterscheiden,
desto schwerer fällt
Betroffenen das Abspeichern.
Diese Erkenntnis ist besonders
bemerkbar beim klassischen
Vokabellernen. Ein konkretes Beispiel
stammt aus dem Englischunterricht.
Das Wort ‚beautiful‘ stellt
für legasthene Schüler*innen
immer wieder eine Herausforderung
dar. Die Aussprache der
ersten Silbe ‚bju‘ gibt keinen Hinweis
auf die tatsächliche Vokalfolge
‚e-a-u‘. Selbst bei oftmaligem
Üben, Wiederholen und Schreiben
wird die Fehleranfälligkeit
immer gegeben sein.
Da wir immer wieder nach Empfehlungen
zur Sprachwahl gefragt
werden, möchten wir einige
Erfahrungswerte weitergeben. Ist
die gewählte Fremdsprache im
Alltag der Schüler*innen präsent
und leicht zugänglich, stehen die
Chancen besser, ein Gefühl für
die Sprache zu entwickeln. Gerade
bei Englisch können viele Wege
gewählt werden, um sich ständig
an den Klang der Sprache zu
gewöhnen und dadurch auch die
Syntax und Grammatik zu verinnerlichen.
Ist eine Sprache im Alltag
kaum präsent, wird das Lernen
oft schwieriger. Das gilt besonders
dann, wenn Lautbild und Schriftbild
stark von der Muttersprache
abweichen. In solchen Fällen
müssen legasthene Schüler*innen
meist deutlich größere Herausforderungen
bewältigen.
Wir werden auch öfter nach der
Wahl von Latein gefragt. Hier weichen
– im Vergleich zu Deutsch
beispielsweise – das Schriftbild
19
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
und das Lautbild nahezu gar nicht
voneinander ab, was Betroffenen
sehr entgegenkommt.
Beim Erlernen der Vokabeln können
viele Eselsbrücken gebaut werden,
da sich Elemente von Latein
in vielen europäischen Sprachen
finden lassen. Das bedeutet, einen
Bezug zu etwas Bekanntem kann
man fast immer finden. Dies vereinfacht
das Abspeichern der neu
gelernten Vokabeln deutlich.
Allerdings ist Latein in Bezug auf
die Grammatik eher herausfordernd.
Sie ist eine Sprache mit
strengen Regeln und einer kompakten
Struktur. Informationen,
die in vielen Sprachen mehrere
Wörter benötigen, können oft
durch Wortendungen, man nennt
sie Flexionen, kurz, detailliert
und präzise ausgedrückt werden.
Diese als fusionierend bezeichnete
Technik bedeutet, dass sehr
genau gelernt und unterschieden
werden muss, da bereits schon
ein einziger Buchstabe die Bedeutung
des Wortes komplett verändern
kann, beispielsweise das
Geschlecht (genus), die Anzahl
(numerus) oder den Fall (casus).
Aber auch Tempora, Vergangenheits-
und Zukunftsformen werden
durch kleine Buchstabenkombinationen
ausgedrückt, die an
den Stamm des Wortes angehängt
werden, ebenso wie die Konstruktionen
von aktiven und passiven
Formen. Um das geistig abzuspeichern,
braucht es viel Zeit und vor
allem viele Wiederholungen.
Legasthene Schüler*innen müssen
verinnerlichen, dass in
einem einzigen Verb folgende
Informationen zu finden sind:
nicht nur die eigentliche Bedeutung,
sondern auch die Person
(wer und welches Geschlecht?),
die Information ob Einzahl oder
Mehrzahl, der Fall (welche Person/en
in welchem Fall?), die Zeit
(Präsens, mehrere verschiedene
Vergangenheits- oder Zukunftsformen),
sowie die Information,
ob die beschriebene Tätigkeit
aktiv oder passiv ausgeführt
wird.
Dahinter verbirgt sich eine Fülle
von Wissen, ein Gesamtsystem,
das ebenso dazugelernt werden
muss. Die sprachwissenschaftliche
Definition von Latein ist „fusionale
Sprache mit Deklinationsund
Konjugationsparadigmen“.
Und ein kurzer Nebengedanke: Je
mehr Ausnahmen zu finden sind,
umso schwieriger ist es für den/
die legasthene/n Schüler*in, das
Gesamtsystem abzuspeichern. Ausnahmen
„erschüttern“ – so unsere
Beobachtung – immer wieder das
bisher Erlernte. Ein/e legasthene*r
Schüler*in orientiert sich gerade
beim Fremdsprachenunterricht
an Mustern. Er/Sie versucht sie zu
verinnerlichen, mit Vertrautem
abzugleichen und dann bei dem
Neugelernten anzuwenden – ein
mühsamer Prozess, der Zeit kostet
– aber bewältigbar ist! Und umso
realisierbarer, je souveräner der/
die Schüler*in bereits geworden
ist. Nebenbei bemerkt haben die
modernen romanischen Sprachen
zum Teil noch fusionierende Elemente,
gleichzeitig aber auch Tendenzen,
Präpositionen verstärkt
zu verwenden.
Mögliche Bilder, die
Lehrer*innen von betroffenen
Schüler*innen haben
Bei fachlichen Vorträgen und
Gesprächen mit Lehrer*innen ist
mir aufgefallen, dass oft unterschiedliche
Bilder voneinander
existieren. Mir ist es wichtig, auf
keinen Fall alle Beteiligten „in
einen Topf zu werfen“, aber ich versuche,
Tendenzen aufzuzeigen.
Manchmal passiert es seitens der
Lehrer*innen, dass ein legasthenes
Kind (noch ohne Diagnose und
Befund), zunächst einmal als ein
wenig „unbeholfen“, „langsam“, ja
sogar „(kognitiv) schwach“ oder
„faul“ wahrgenommen wird, vielleicht
sogar als „Schlusslicht im
Klassenverband“ erlebt wird. Wie
schon erwähnt, macht sich die Diagnose
bereits in der ersten Klasse
Volksschule bemerkbar und ist
gegen Ende der zweiten Klasse mittels
Austestung nachweisbar. In
dieser Zeit kann aber schon vieles
passieren, Gutes wie Nachteiliges.
Es kann für Lehrer*innen auch
eine Herausforderung darstellen,
wenn Eltern sie mit dem Befund
„konfrontieren“. Vielleicht wird
sogar befürchtet, die Eltern hätten
nun die Erwartung an die Schule,
„dem Kind einen Freibrief“ zu geben.
Ich möchte dazu anregen, sich
von (unbewussten) Vorurteilen zu
distanzieren und sich ein authentisches
Bild zu machen, denn die
Realität sieht (meist) anders aus.
Die Mutter einer betroffenen
Tochter berichtet von der Diagnosestellung:
„Einerseits eine Art
Erleichterung, endlich eine Antwort
auf all die Fragen und Probleme,
indirekt auch eine Art Rechtfertigungsmöglichkeit,
aber trotz allem
keine Lösung. [...] Das Lernen, das
Fördern, die Therapien – Stunde
um Stunde, Tag für Tag, Woche für
Woche. Ein Kraftakt, der für eine
´normale´ Familie nur schwer vorstellbar
ist.“
Die Mutter eines legasthenen
Sohnes beschreibt ihre Verzweiflung:
„Nach dem intensiven Lernen
gemeinsam mit meinem Sohn
habe ich ihm vor der Schularbeit
versprochen: ´Du wirst sehen, dein
Fleiß zahlt sich aus, du wirst eine
positive Schularbeit schreiben´.
Als das Ergebnis trotz intensiver
Vorbereitung dann doch ein "Nicht
genügend" war, waren wir alle am
Boden zerstört!“
Bei Gesprächen mit betroffenen
Eltern hören wir auch immer wieder,
dass es Lehrer*innen gäbe,
die an dem Befund gar kein Interesse
zeigten, den Eltern vorwerfen
würden, es werde einfach nur
zu wenig gelernt (Stichwort „faul“)
oder dass eventuell die Schulwahl
(vor allem Gymnasium) nicht passend
wäre. Aus vielen Gesprächen
mit leidtragenden Familien darf
20
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
ich folgende Tendenz als Ausgangspunkt
garantieren: Wir dürfen
vom guten Willen ausgehen
– der/die Schüler*in will weiterkommen
(intrinsische Motivation)
– geht etwas schief, so ist es die
(Versagens-) Angst, die seine Leistung
blockiert.
Tipps für Pädagog*innen
Folgende Tipps richten sich an
Pädagog*innen, die nach Möglichkeiten
suchen, legasthenen
Schüler*innen Chancengleichheit
zu ermöglichen. Aus meiner eigenen
Erfahrung heraus möchte ich
inspirierend tätig sein – denn es
lohnt sich. Jede/r Pädagoge/in kann
natürlich individuell entscheiden
wie u. a. Anregungen Umsetzung
finden können, in welchem Rahmen
und natürlich auch stets im
Hinblick auf die praktische Anwendung
im Klassenverband, bei
laufendem Unterricht und unter
Berücksichtigung des Rahmenlehrplanes.
Generell gilt: Jedes Fach, in dem
gelesen und geschrieben wird, ist
betroffen. Alle Lehrer*innen der
jeweiligen Fächer können und dürfen
entscheiden, ob Unterrichtsmethoden
Anwendung finden, die
den legasthenen Schüler*innen
entgegenkommen.
Speziell im Fremdsprachenunterricht:
Selbstwert
Meine Kollegin, Legasthenie-
Expertin Mag. a Isabella Schmuck-
Burtscher, berichtet, wie die
Diagnose Legasthenie auf den
Selbstwert wirkt: „Deuten Bezugspersonen
Lernprobleme als mangelnde
Begabung, übernehmen
legasthene Kinder dieses verzerrte
Selbstbild meist ungefiltert, was
ihre Motivation und ihren schulischen
Werdegang belastet.“
Doch die Diagnosestellung macht
es deutlich, so die Expertin: „Es
ist eine biologische Veranlagung,
kein Mangel an Intelligenz. Das
befreit das Kind von dysfunktionalen
Zuschreibungen und stoppt
die Abwärtsspirale aus Selbstzweifeln
und Versagensängsten [...] was
das Selbstwertgefühl nachhaltig
stabilisiert und psychosomatische
Folgen wie beispielsweise Kopfschmerzen
lindert oder gar nicht
erst entstehen lässt. “
Bewertung und Benotung
von schriftlichen Leistungen:
Benotung generell
Welche Aspekte, die ich erwarte,
wurden erfüllt? Wurde beispielsweise
eine passende Überschrift
gefunden? Ist die Einteilung der
Absätze entsprechend der Aufgabenstellung
gelungen? Ist das
Bemühen, die Aufgaben erfolgreich
zu erledigen, gegeben? Ist die
vorgegebene Wortanzahl erreicht
worden? Kann die Kreativität, die
meist hoch ist, positiv bewertet
werden?
Fehlerbeurteilung
Wir selbst wurden schon als
Schüler*innen in zwei Kategorien
eingeteilt, richtig oder falsch,
dazwischen hat es nichts gegeben.
Hier möchte ich anregen, genauer
hinzuschauen. Wie und in welcher
Form ist das Geschriebene falsch?
Ist eine „Logik“ innerhalb dieser
Fehler zu finden?
Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Ein/e legasthene/r Schüler*in der
ersten Klasse eines Gymnasiums
übte zu Hause die Unterscheidung
der Anwendung von „a“ und „an“
(wenn nachher ein Vokal folgt)
für das Unterrichtsfach Englisch.
Bei der schriftlichen Überprüfung
im Unterricht wandte er dann
konsequent das Erlernte an, vertauschte
aber die Anwendung: „a
apple“, „an bag“, „an pineapple“, „a
astronaut“ usw. Wie kann das nun
bewertet und beurteilt werden?
Gelernt wurde, geübt wurde auch,
denn das Muster der Anwendung
war konsistent, die Logik der
Unterscheidung wurde begriffen,
die Umsetzung aber genau
verkehrt herum ausgeführt. Beispielsweise
könnte ein- und derselbe
Fehler der gleichen Kategorie
tatsächlich nur einmal negativ
bewertet werden. Das führt nach
Auswertung zu einem wesentlich
besseren Ergebnis. Als Lerneffekt
könnte der/die Schüler*in den
gesamten Test zu Hause verbessern.
Eine weitere Möglichkeit
wäre, Fehler nur „halb so streng“
zu bewerten, was ebenso zu besseren
Ergebnissen führt. Im Gegenzug
könnten richtige Antworten
positiv bewertet werden, sogar
Extrapunkte bringen.
Die Rechtschreibung („Spelling“)
sollte generell nicht in die
Bewertung einfließen. Gerade in
unserer Zeit des immer intensiver
genutzten PCs im Unterricht erledigt
die Autokorrektur ohnehin
diese kleinen (Tipp-)Fehler. Ist
Autokorrektur keine Option, so
könnte alternativ die Erfassung
des Lautbildes (wenn auch nicht
ganz korrekt umgesetzt) positiv
mitberücksichtigt werden.
Es fällt legasthenen Kindern in
der Regel viel leichter, Multiple-
Choice-Aufgaben zu erledigen,
als eigene Texte zu produzieren.
Gerade auf einer eher früheren
Schulstufe darf dem Ankreuzen
gerne Vorrang gegeben werden.
Hör- und Leseverständnis können
auf diesem Weg genauso erprobt
und abgeprüft werden, doch auf
eine Weise, die dem Betroffenen
das Gefühl von Kompetenz gibt.
Ein Gedanke am Rande
Eine Schularbeit bedeutet puren
Stress für den/die legasthene*n
Schüler*in. Er/Sie ist genau in
dieser Situation extrem leicht
ablenkbar, kann sich fast gar nicht
konzentrieren und ist besonders
störanfällig für ablenkende Ereignisse
um ihn/sie herum.
Extrazeit
Jede gegebene Extrazeit kommt den
legasthenen Schüler*innen entgegen.
Er/Sie braucht sie und wird
sie nützen. Denn es fällt ihm/ihr
schwerer als dem Rest der Klasse,
21
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
die Aufgabenstellung zu erfassen
und das Geschriebene nochmals
durchzulesen, um eigene Fehler
zu erkennen und auszubessern.
Außerdem steht ihm/ihr der Faktor
„Nervosität“ im Wege. Je größer
die Aufregung, umso geringer
die Chance, sich auf Fehlervermeidung
zu konzentrieren. Der
Ausblick auf Extrazeit nimmt
die Nervosität und schenkt
Zuversicht.
Wenn möglich, kann ein eigener
Raum mit pädagogischer Begleitperson
und zusätzlicher Arbeitszeit
zur Verfügung gestellt werden
oder alternativ z. B. Listening
Comprehensions mit Kopfhörern
angehört werden.
Fehlerangst nehmen
Wird ein schriftliches Ergebnis mit
einem „Nicht genügend“ bewertet,
so ist dies ein Hinweis darauf,
dass im Gehirn des/der betroffenen
Schüler(s)*in der Lernstoff
noch unzureichend erfasst und
integriert worden ist. Bitten Sie
die Eltern um ein Gespräch. Lassen
Sie sich schildern und zeigen,
was vor der Überprüfung geübt
wurde. Fragen Sie auch nach
dem Zeitaufwand und der Intensität
der Lernphasen zu Hause.
Vielleicht ergibt sich hier die
eine oder andere Verbesserungsmöglichkeit,
das Vorbereiten und
Lernen zu optimieren. Gleichzeitig
bekommen Sie auch ein Bild
davon, ob vor der Schularbeit
intensives Lernen stattfindet. Mitunter
könnte die Vorbereitung bei
der Benotung mitberücksichtigt
werden.
Im Hinblick auf den Selbstwert
des/der Betroffenen bieten Sie
Gelegenheiten an, sich das „Nicht
genügend“ schnellstmöglich auszubessern.
Ich rate davon ab, bis
zur nächsten Schularbeit abzuwarten.
Bis dahin kommt weiterer
Lernstoff hinzu. Dieser baut auf
den bereits behandelten Inhalten
auf. Gleichzeitig steigt der Druck
oft erheblich an. Versagensängste
können dann die eigentliche Leistung
blockieren.
Ich rege dazu an, Chancen anzubieten,
ein „Nicht genügend“
schnellstmöglich auszubessern.
Bestenfalls, indem man Engagement
mit Lerneffekt kombiniert.
Gerade im Fremdsprachenunterricht
bieten sich zahlreiche Möglichkeiten
an. Eine davon ist ein
freiwilliges Referat. Besonders
hoch ist der Lerneffekt bei selbst
gewählten Themen, für die sich
der oder die Schüler*in begeistert.
Oder eine „Buchbesprechung“
zu einem selbst gelesenen
Buch in der jeweiligen Fremdsprache.
Hierzu ein didaktischer
Tipp: Bestehen Sie auf einen Part
„Unterschiede zwischen Buch und
Film“, oder auch „Informationen
zum Autor“, gegebenenfalls auch
zur „Entstehung des Buches“.
Eine großartige Möglichkeit
besteht meiner Meinung nach in
„freiwilligen Lernzielkontrollen“.
Fallen sie positiv aus, tragen sie
zur Gesamtnote bei. Fallen sie
negativ aus, gelten sie als Streichresultat.
Mit dem/der Schüler*in
sollte aber dennoch besprochen
werden, dass er/sie diesen Lernstoff
noch intensiver üben muss
(da ja in einer Sprache alles aufbauend
ist).
Generell berichten mir betroffene
Schüler*innen, dass der Notendruck
für sie phasenweise „unerträglich“
sei. Hier könnte es entlastend
sein, nicht ausschließlich
die Schularbeitsnoten zur Zeugnisnote
heranzuziehen (leider
wird das tatsächlich noch immer
so gemacht, wohl nicht mehr bei
allen Pädagog*innen, doch es
kommt immer wieder vor). Im
Laufe eines Unterrichtsjahres
ergeben sich vielfältige Möglichkeiten,
zu einer Gesamtnote zu
kommen.
Besonders motivierend ist es, wenn
die Schüler*innen merken, dass
ihre Mitarbeit und Beteiligung im
Unterricht tatsächlich auch positiv
in die Zeugnisnote einfließen.
Ein Tipp am Rande
Besprechen Sie in der ersten Unterrichtseinheit
zu Schulanfang, mit
welchen Möglichkeiten man zu
einer guten Note kommt. Gerade
bei legasthenen Schüler*innen bietet
es sich an, auch das Bemühen
mitzubewerten. Regen Sie dazu
an, dass Ihnen die Schüler*innen
auch freiwillige Texte zur Schularbeitsvorbereitung
abgeben dürfen,
thematisieren Sie auch deutlich,
was Sie nicht akzeptieren (z.
B. KI-generierte Texte).
Sich auch innerhalb des Rahmenlehrplanes
Zeit lassen
Legasthene Schüler*innen brauchen
tatsächlich längere Zeit und
deutlich mehr Wiederholungen
des Erlernten, um es abzuspeichern
und darauf aufbauen zu
können. Daher möchte ich dazu
anregen, sich bewusst Zeit zu lassen,
bei einem Themenblock etwas
länger zu verweilen und Gelerntes
mit Übungen (vorerst ohne Ausnahmen)
zu festigen. So wird eine
solide Basis für neuen Lernstoff
geschaffen.
Erfolgserlebnisse erfahren lassen
Nimmt man sich selbst den Druck,
eine vorgegebene Stoffmenge
„abarbeiten zu müssen“, so erleben
die Schüler*innen eher auch
Erfolgserlebnisse. Sie machen
die Erfahrung, weiterzukommen,
neu Gelerntes nun auch souverän
anwenden zu können. Im Lateinunterricht
beispielsweise könnten
immer wieder einmal bewusst
„einfachere“ Texte zur Übersetzung
gewählt werden, um den betroffenen
Schüler*innen die Sicherheit
zu geben: „Ich habe die Kompetenz
– ich kann das schaffen!“ Das
heißt nicht, dass alles stagnieren
muss, sondern auch einmal etwas
„eingestreut“ werden darf, was
einer einfacheren Kompetenzstufe
entstammt. Der bewusste Verzicht
auf „ständig etwas Neues“ anwenden
zu müssen, hilft Betroffenen
enorm, das positiv wahrnehmen
zu können, was ihnen bereits
gelingt. So kann Freude am Fach
22
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
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„entfacht“ werden. Und es gilt:
Was mit „Liebe“ gelernt wird, wird
wesentlich besser verinnerlicht.
Praktische Tipps aus der
Erfahrung
Besonderes Augenmerk ist auf
die Ankündigung von „Abgabefristen“
zu legen, denn legasthene
Schüler*innen haben auch mit
dem Einhalten von Fristen, dem
Abschätzen von benötigten Zeiträumen
oder dem Auffinden der Zettel
Schwierigkeiten (vor allem, wenn
sie jünger sind).
Es ist sinnvoll, bei „freiem Lernen“
die legasthenen Schüler*innen
nicht aus der Klasse gehen zu lassen,
sie stattdessen zu unterstützen,
vor allem auch beim Zeitmanagement
(„Du hast noch 30 Minuten,
wie weit bist du bisher gekommen,
wie viel fehlt dir noch? Wieviel Zeit
wirst du noch benötigen?“).
Der Umgang mit KI
Momentan befinden wir uns in
einer Umbruchphase. Der Umgang
mit KI im schulischen Alltag kann
zugleich Fluch und Segen sein. Was
Sie keinesfalls hinnehmen müssen
ist, dass sich die Schüler*innen
nicht anstrengen und Ihnen
mit einer Selbstverständlichkeit
KI-generierte Texte und Hausübungen
abliefern, die sie als ihre
eigenen Werke ausgeben. Das hat
überhaupt keinen Sinn und trägt
in keinster Weise zu einem Lerneffekt
bei.
Zum momentanen Zeitpunkt können
wir (noch) davon ausgehen,
dass es für eine*n geschulte*n
Sprachlehrer*in erkennbar ist,
wenn ein Text von der KI verfasst
worden ist. Ich würde das zu Jahresbeginn
mit der Klasse thematisieren
und dementsprechend nicht
akzeptieren. Das erklärte Ziel ist,
dass die Schüler*innen die Sprache
erlernen – diesen Teil kann
ihnen die KI zum jetzigen Entwicklungsstand
nicht abnehmen.
Umgekehrt jedoch kann die KI
ergänzend sinnvollen Einsatz finden,
beispielsweise wenn Sie dazu
anregen, die Schüler*innen sollten
zunächst eine Aufgabenstellung
eigenständig erledigen und erst im
zweiten Schritt der KI den gleichen
Auftrag geben. Im dritten Schritt
werden die beiden Versionen
aktiv von dem/der Schüler*in verglichen
und die bessere Variante
farblich hervorgehoben. Der/Die
Schüler*in hebt hervor, welche
Passagen die KI besser gelöst hat
und umgekehrt – wo war die Version
der Schülerin / des Schülers
besser? Hier liegt der Lernerfolg
auf der Hand – der/die Schüler*in
entwickelt auf mehreren Ebenen
weitere Kompetenzen.
Digitale Möglichkeiten
Es besteht die Möglichkeit, auf digitalen
Lernplattformen Übungspakete
zum Schularbeitsstoff zur
freiwilligen Übung hochzuladen.
Besonders hilfreich ist ein Überblick
in Prozentform: „Wie viel
Prozent vom Übungsmaterial habe
ich schon geschafft?“ Das hilft
23
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
dem Betroffenen, sich zu orientieren
und den Gesamtüberblick
über den Lernstoff zu behalten.
Nach Beendigung des jeweiligen
Übungsteiles wird automatisch
angezeigt, wo Fehler sind und der/
die Schüler*in hat somit die Möglichkeit,
so lange zu üben, bis keine
Fehler mehr vorkommen. Man
bekommt als Lehrer*in gleichzeitig
auch einen Überblick, wer wie
intensiv daran arbeitet – ohne
selbst verbessern zu müssen.
Manche Lehrer*innen regen dazu
an, Sprach-Apps zu nutzen („Duolingo“
wird in diesem Zusammenhang
immer wieder empfohlen).
Für viele Fremdsprachen gibt es
(kostenlos) geeignetes Übungsmaterial,
das sich online finden lässt,
so zum Beispiel „Fit für Franze“
für den Französischunterricht.
Ein Tipp, der universal gültig ist
Regen Sie dazu an, die jeweilige
Fremdsprache zu einem festen
Bestandteil der Freizeitgestaltung
werden zu lassen. Das fördert vor
allem die intrinsische Motivation,
sich in der Sprache zu verbessern.
Zu eigenen Interessensgebieten
Beiträge in dieser Sprache (im Originalton)
zu hören, wie beispielsweise
Podcasts, Youtube-Beiträge,
Hörbücher oder auch Serien,
Filme, einfach alles, was einem
persönlich gut gefällt. Dann ist
dementsprechend auch die Motivation
höher, sich sprachlichen
Herausforderungen zu stellen.
Eine ganz besonders intensive
Lernerfahrung wird gesammelt,
wenn man sich seinen Lieblingsfilm,
der in der Muttersprache
buchstäblich „auswendig“ gekannt
wird, nun im Originalton ansieht.
So werden nachhaltig lebensnahe
Ausdrücke und die Anwendung
von Vokabeln trainiert. Das
Ziel besteht darin, Sicherheit zu
gewinnen, sich etwas zuzutrauen
und die Fremdsprache als positive
Ressource erleben zu dürfen.
Durch das regelmäßige Hören
verbessert sich natürlich auch
die eigene Aussprache, man verinnerlicht
auch die Syntax, das
Gefühl für Grammatik, Intonation
und vieles mehr auf spielerische
Weise. Ebenso kann das Anhören
von emotional bewegender Musik
in der jeweiligen Sprache ein wunderbarer
Weg sein, die Fremdsprache
auch emotional im Gedächtnis
auf positive Weise zu verankern.
Implizierte Selbstständigkeit?
Je jünger legasthene Kinder sind,
umso orientierungsloser wirken
sie im Unterricht. Und tatsächlich,
die Wahrscheinlichkeit, etwas zu
übersehen, zu überhören oder
einfach nicht mitzubekommen, ist
definitiv größer. Die „implizierte
Selbstständigkeit“ erfolgt etwas
zeitverzögert, was Gleichaltrige
bereits an Souveränität zeigen
(können), ist bei betroffenen
Schüler*innen tendenziell erst
im darauffolgenden Schuljahr zu
bemerken.
Wenn Sie der Klasse etwas besonders
Wichtiges mitteilen, stellen
Sie sicher, dass es auch bei dem
oder der betroffenen Schüler*in
angekommen ist. Tun Sie dies
einfühlsam und ohne Bloßstellung.
Möchten Sie Teamarbeit und
(selbstständige) Gruppenarbeit
in Ihren Unterricht integrieren,
so stellen Sie die Gruppen zusammen
und steuern Sie (nicht wahrnehmbar),
dass der/die betroffene
Schüler*in mit Mitschüler*innen
zusammenarbeitet, die seine
Selbstständigkeit „beflügeln“, an
denen er/sie sich orientieren kann.
Ungünstig wären Gespanne von
Schüler*innen mit ähnlichen Defiziten,
denn, wie es ein sehr erfahrener
Pädagoge wunderbar formulierte:
„Da schaut wenig dabei
raus!“. Sprich der Lernerfolg stellt
sich nicht ein.
Begreifbare Logik erkennen, um
sich orientieren zu können
Die Orientierungslosigkeit betrifft
ganz besonders das Erlernen der
Grammatik. Das Verständnis für
einen Gesamtzusammenhang ist
kaum gegeben. „Wofür wird das, was
wir gerade lernen, eigentlich verwendet?“
Ist jedoch eine Logik bzw. eine
Struktur im Lernstoff erkennbar, so
erleichtert dies das Abspeichern des
Gelernten im Gehirn. Ist der Stoff
begriffen und integriert, so dürfen
„Abweichungen“ dazukommen.
Überlegen Sie sich Gesamtzusammenhänge
und eine Logik (sprich
ein „System“), diese zu präsentieren.
Gerne können Sie sagen: „Das
ist erstmal der Überblick, aber da
kommt noch etwas dazu, das lernen
wir dann im Sommersemester.“ Gibt
es bestimmte Ausnahmen, verzichten
Sie bitte vorerst darauf, bis der
Lernstoff souverän beherrscht wird.
Dann wird es möglich sein, auch
Ausnahmen im bereits Erlernten
zusätzlich abzuspeichern. Sie werden
dann eben als „System der Ausnahmen“
integriert.
Konkretes Beispiel für den
Grammatikunterricht im Fach
Englisch
Gerade beim Erlernen von Grammatik
der spezifischen Zeiten rege
ich gerne zu einer „Zeitlinie“ an,
die sich als Überbegriff durch das
Schuljahr zieht. Konkret für den
Englischunterricht: Present Tense
(mit Unterscheidung simple und
progressive je nach Anwendungskontext).
Dann Past Tense (simple /
progressive, gleiches Muster).
Was ist konkret der Unterschied?
Helfen Sie mit Signalwörtern, die
erkennen lassen, welche Zeitform
angebracht ist. Signalwörter geben
legasthenen Kindern Sicherheit
und Halt. Dann die Present Perfect
Tense. Die Logik dazu: „Eine Zeit,
die in der Vergangenheit begonnen
hat und sich bis jetzt auswirkt,
daher hat sie sogar das Wort Present
im Namen“. Zeichnen Sie
dazu auf der Zeitlinie ein, wo man
sich gerade befindet. (Auch hier
wieder das gleiche Muster: simple
und progressive). Gerne kann
darauf die Futur 1 folgen, denn
das kann gut nachvollzogen werden
– auf der Zeitlinie blickt man
24
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
nun in die andere Richtung, die
Zukunft, ebenso wieder simple
in Abgrenzung zu progressive. So
lernen betroffene Schüler*innen,
dass es sich wiederholende Muster
in allen Zeitformen gibt und über
den Gesamtüberblick können sie
die einzelnen Zeiten besser erfassen.
Sie wissen dann auch schon,
dass es noch in beide Richtungen
so weiter geht, es gibt eine Past
Perfect Tense (simple und progressive)
und eine Futur 2 (wo es sinnvoll
erscheint, auch gerne mit der
Unterscheidung zwischen simple
und progressive).
Werden Lernlücken sichtbar, hilft
der Überblick über die gesamte
Zeitlinie. Dadurch lässt sich leichter
erkennen, welcher Bereich
noch gefestigt werden muss. Das
erleichtert das gezielte Lernen.
„Schauen wir uns nochmals die
Present Perfect genauer an – wo in
der Zeitlinie gehört sie denn hin?
Ah, sie überbrückt die Past Tense
und verbindet mit der Present
Tense – das macht sie so besonders.“
Wie schon erwähnt, Orientierung
gibt Sicherheit.
Eine Alternative, die vom Rahmenlehrplan
abweicht
Es ist auch legitim, zunächst die
Present Tense, dann die Past
Tense (mit regular verbs) und
danach die Past Perfect Tense
(had plus regular verb plus ed)
zu erlernen. Wenn die drei Zeitformen
(gerne auch in simple
und progressive) gut abgespeichert
und verinnerlicht worden
sind, kann im nächsten Schritt
die Present Perfect Tense (have
plus regular verb plus ed) erklärt
werden: „Wir kennen schon zwei
Vergangenheiten, die alle beide
abgeschlossen sind. Was mache
ich aber, wenn ich etwas erzählen
möchte, das in der Vergangenheit
begonnen hat und sich noch
immer auf das Hier und Jetzt auswirkt...?
Aus dem had plus regular
verb plus ed mache ich dann ein
have ...“
Üben Sie die Zeiten so lange es
möglich ist, mit „regular verbs“,
sodass sich das „System“ gut im
Gehirn verankern kann. Zum Beispiel:
„Bei der Past Tense hänge ich
ein -ed an das Verb“.
Was natürlich dazugelernt werden
muss, aber bitte zum spätestmöglichen
Zeitpunkt, sind die „irregular
verbs“, sie sind das Grundgerüst für
die Anwendung der Zeiten in allen
„Ebenen“ der Zeitlinie. Vergewissern
Sie sich jedoch, dass die jeweilige
Zeit mit den „regular verbs“ bereits
einwandfrei gebildet werden kann.
Führen Sie dann die „irregular
verbs“ als „cluster“ ein. Sie folgen
eigenen Mustern, die gebündelt
gelernt werden können. Vielleicht
sogar mit Eselsbrücken, beispielsweise
„chicken verbs“ wie „put – put
– put“ und „cut – cut – cut“.
Nebenbei bemerkt, können ganz
einfach sieben Untergruppen
zusammengefasst und daher
getrennt voneinander gelernt
werden: Eben die gleichbleibenden
„chicken verbs“ der
Gruppe 1, dann die 2. Gruppe,
„-ew, -wn“ wie „blow“ und
„grow“, die 3. Gruppe mit den
sich ändernden Selbstlauten wie
„begin“ und „drink“, Gruppe 4
mit „-ought, - aught“ wie „buy“
und „bring“, die große Gruppe
5, in denen sich die Selbstlaute
ändern, aber die 2. und 3. Form
gleich bleibt, wie „dig“ und „find“,
die ebenso große Gruppe 6, mit
„en“ am Ende, wie in „bite“ und
„fall“. Die 7. Gruppe endet mit
einem „-t“ in der 2. und 3. Form,
wie bei „build“ und „leave“. Bitte
diese einzelnen Gruppen in größeren
Zeitabständen voneinander
unterrichten. Und immer
wieder wiederholen, so dass sie
wirklich gut abgespeichert werden.
Wer möchte, kann auch
eine 8. Gruppe der „absoluten
Ausnahmen“ clustern. Also die
Gruppe derjenigen Verben, die
sich „nicht unter einen Hut bringen
lassen“, wie beispielsweise
„be“ und „do“.
Es kann auch zu Jahresbeginn
besprochen werden, welche
Unterrichtsziele es für das bevorstehende
Unterrichtsjahr gibt.
Dieser Jahresüberblick könnte
immer wieder mal thematisiert
werden: „Nun sind wir schon
hier angekommen“. Und als Motivationsschub:
„So viel habt ihr
schon geschafft! Und zu Ende des
Schuljahres werdet ihr in der Lage
sein ...“ So gewinnen legasthene
Schüler*innen Orientierung. Sie
erkennen besser, wo sie stehen
und welche Schritte noch vor
ihnen liegen.
Ich habe immer wieder erlebt, dass
betroffene Schüler*innen resignieren.
Häufig geschieht dies dann,
wenn sie den Überblick über den
Lernstoff verlieren. Fehlt die Orientierung,
können Verzweiflung
und im schlimmsten Fall sogar ein
Schulabbruch die Folge sein. Wenn
der/die Betroffene aber einordnen
kann, wo er/sie momentan steht
und was noch auf ihn/sie zukommen
wird, so erhält er/sie Sicherheit.
Und kann auch besser damit
umgehen, sollte dazwischen einmal
etwas (vorübergehend) negativ
ausfallen.
Vokabellernen
Um das Vokabellernen wird kein/e
Schüler*in „herumkommen“.
Eselsbrücken helfen aber gerade
legasthenen Schüler*innen, das
Erlernte leichter abzuspeichern
und abrufbar zu halten. Ein
besonders gutes Beispiel habe ich
im Schulbuch „Latein: Medias in
res 3 – 4“ für den sechsjährigen
Latein-unterricht gefunden. In
einem eigenen Abschnitt bieten
die Autoren sogar Eselsbrücken
an, um Schüler*innen das Lernen
der Vokabeln zu erleichtern.
Außerdem ist farbliches Unterscheiden
eine gute Maßnahme,
um Gruppen zu erfassen. Um
beim Beispiel Latein zu bleiben:
„Wir schreiben alle Nomen in unser
Vokabelheft in grün, alle Verben in
orange usw.“ Suffixe werden farblich
besonders hervorgehoben,
um das Abspeichern und Anlegen
im Gehirn zu erleichtern.
25
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
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Komplexität reduzieren:
„Keep it simple!“
Bei allen Grammatikbereichen
gilt das Motto: „Weniger ist mehr“.
Wenn Sie sich Systeme überlegen,
den Stoff zu strukturieren, so
wählen Sie immer die einfachste
Alternative. Um ein konkretes
Beispiel zu nennen: Es werden
prinzipiell drei Arten von If-Sentences
unterschieden, vom Sinn
her nach: „Erstens: so wird es
sicher sein“, „Zweitens: Ratschläge
und Möglichkeiten“, „Drittens: was
wäre wenn gewesen, ein Ding der
Unmöglichkeit, bzw. es ist bereits
zu spät dafür“. Mit dieser Unterteilung
kommt ein/e legasthene/r
Schüler*in erfahrungsgemäß gut
zurecht. Nicht in dieses Konzept
passt jedoch die Variante „Zero:
Wissenschaftliche Tatsachen“, die
in manchen Lehrplänen vorgesehen
ist. Diese Variation kann aber
didaktisch einfach vernachlässigt
werden, indem man „if“ mit
„when“ ersetzt und sie gar nicht
thematisiert.
Was besondere Probleme
bereitet
Vokabeln, die kaum Eselsbrücken
zulassen. Hier muss immer wieder
wiederholt werden – daran führt
kein Weg vorbei. Allerdings darf
man als Lehrer*in darauf verzichten,
verschiedene Vokabeln für
denselben Begriff (Sprachkompetenzerweiterung)
zu verlangen.
Hier ist folgender Zugang hilfreich:
„Es reicht, ein Vokabel dafür
zu kennen, die Vermeidung von
Wortwiederholung als Stilmittel ist
Luxus“, zumindest für die Sekundarstufe
1. In der Oberstufe kann
meines Erachtens für interessierte
Schüler*innen dann die Option
„Benutzen eines Thesaurus“ geübt
werden, um die stilistischen Kompetenzen
zu erweitern.
Die Fehlererkennung als didaktische
Option bereitet legasthenen
Schüler*innen meist erhebliche
Schwierigkeiten. Wenn beispielsweise
ein ganzer Satz vorgegeben
wird und ein Wort darin falsch ist,
fällt es einer/einem betroffenen
Schüler*in schwer, das fehlerhafte
Wort zu erkennen. Umso auffälliger,
je komplexer die Sätze sind.
Meine Kollegin, Legasthenietrainerin
Mag. Christine Lutterschmidt
regt dazu an, auf „Fehlererkennung“
als didaktisches Mittel zu
verzichten: „Möglicherweise ist es
keine Wissenslücke aufgrund derer
der Fehler von Schüler*innen nicht
entdeckt wurde, sondern einfach
die erschwerte Fehlererkennung,
die typisch für Kinder mit einer
LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
ist. Auf solche Sätze würde ich im
Unterricht daher verzichten. Ich
habe den Eindruck, dass Kinder
mit LRS aus diesen nicht gut lernen
können. Wichtig ist es für sie,
Wörter immer in der korrekten
Schreibweise zu sehen, da der Wortbildungsspeicher
ja ohnehin schon
sehr schwach ausgeprägt ist.“
Wahlfreiheit
Vielleicht ist es möglich, nach
Abschluss der gesamten zu erlernenden
Grammatik die Klasse
26
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
wählen zu lassen, welche Themenbereiche
sie interessieren? Eine
Fremdsprache ist eigentlich ein
wunderschönes Unterrichtsfach.
Ich darf als Pädagog*in verhältnismäßig
selbstständig entscheiden,
was unterrichtet werden kann.
Hauptsache, die Konversation findet
in dieser Sprache statt. Ist die
Grammatik bzw. der Kernstoff
abgeschlossen, darf das Motto gelten:
Anything goes!
Tipps für Eltern
Welche Sprache soll es sein?
Die Wahl der jeweiligen Sprache
als Unterrichtsfach kann aus unterschiedlichen
Motiven erfolgen.
Für den Lateinunterricht gilt, sich
Wege und Tore für Bildungswege
zu eröffnen. Ich möchte an dieser
Stelle daran erinnern, dass es
diverse Studienrichtungen gibt,
die ein „Latinum“ verlangen (wie
zum Beispiel Medizin, Rechtswissenschaften,
Geschichte, Theologie).
Daher ist es sinnvoll, die mögliche
spätere Berufswahl seines
Kindes bereits bei der Sprachauswahl
mitzuberücksichtigen.
Aus sprachwissenschaftlicher Perspektive
ist Latein hilfreich, einen
„Gesamtüberblick“ zu erhalten, um
Ähnlichkeiten und Zusammenhänge
innerhalb der romanischen
Sprachen zu erkennen. Sprachaffine
Menschen berichten, dass
ihnen das Erlernen dieser modernen
Sprachen umso leichter fiel,
je besser sie Latein als Grundlage
beherrschten. Auch historische,
rechtswissenschaftliche und sogar
philosophische Zusammenhänge
aus vielen Bereichen erklären kulturelle
Begebenheiten innerhalb
Europas mit einer entsprechenden
Bildung in Latein.
An erster Stelle sollte auf jeden Fall
die Freude an der Sprache stehen,
bestenfalls auch die Freude an
der Kultur der Länder, in denen
die Sprache eine erhebliche Rolle
spielt. Neben diesen Faktoren ist
vor allem die Freude an der eigenen
Kompetenz (Selbstwerterfahrung)
bedeutsam, um in der Fremdsprache
erfolgreich zu sein. Die
Erfahrung muss gemacht werden,
dass sich Lernen „auszahlt“. Mit
dem Schulabschluss in der Hand
sollten junge Menschen erkennen,
was sie gelernt haben. Sie sollten
sich sprachlich und kulturell in
fremden Ländern zurechtfinden
können. Das ist eines der wichtigsten
Ziele eines erfolgreichen
Fremdsprachenunterrichts.
Zugegebenermaßen, gerade im
Fach Englisch ist das Unterrichtsniveau
in unserem Land besonders
hoch, wohl mit dem Anspruch auf
„internationale Wettbewerbsfähigkeit“
zu achten. Ich möchte jedoch
zu einer gewissen Toleranz im
Anspruchsniveau einladen, frei
nach dem Motto: „Ein/e legasthene/r
Schüler*in muss ja nicht unbedingt
ein Shakespeare werden!“ Wozu
auch, wer außer Shakespeare ist
schon ein Shakespeare?
Erfolgserlebnisse
Wenn Sie ein legasthenes Kind
haben, wird es über mehrere Jahre
notwendig sein, es in Lernsituationen
eng zu begleiten. Woran es
Ihrem Kind (noch) mangelt, können
Sie daher ausgleichen. Und
gleich vorweg: Ihre liebevolle, konstante
Begleitung zahlt sich aus!
Vermutlich wird Ihr Kind auf die
Lerneinheiten mit Ihnen zu Hause
nicht unbedingt „viel Lust“ haben.
Seien Sie sich dessen bewusst, dass
Ihrem legasthenen Kind in diesen
Situationen geistige Höchstleistungen
abverlangt werden.
Belohnen Sie vor allem die Bereitschaft,
dass sich Ihr Kind in seiner
Freizeit trotz allem hinsetzt und
gewillt ist, die Hochkonzentration
aufzubringen.
Bleiben Sie geduldig
Es gehört zum Erscheinungsbild der
Legasthenie, dass sich Erfolg erst
nach vielen Übungen und Wiederholungen
einstellt und selbst dann
nicht konstant und stabil reproduziert
werden kann. Situativ und
tagesverfassungsabhängig, wägen
Sie bitte ab, wann der beste Zeitpunkt
ist, gemeinsam zu lernen.
Struktur und Überschaubarkeit
geben Sicherheit
Legasthene Kinder sind erfahrungsgemäß
sehr leicht ablenkbar.
Schaffen Sie eine möglichst
reizarme Lernsituation. Verbannen
Sie alles aus dem Zimmer, das
Sie beide im Lernprozess stören
und unterbrechen könnte, denn
ständige Störungen verhindern
im Gehirn die Konsolidierung des
frisch gelernten Stoffes. Vereinbaren
Sie eine zumutbare Zeiteinheit.
Ist die Zeit verstrichen, so wird die
Einheit tatsächlich beendet. Die
Planbarkeit gibt Sicherheit.
Informieren Sie sich frühzeitig
über das Stoffgebiet. Gerade jüngere
Kinder geben Lerninhalte oft
unvollständig wieder. Dadurch
steigt das Risiko, dass wichtige
Themen übersehen werden. Hat
Ihr legasthenes Kind genau mitbekommen,
welche Inhalte beim
Diktat, Test, der Lernzielkontrolle
oder der Schularbeit geprüft werden?
Gibt es einen Angabenzettel
mit dem Gesamtstoff? Falls
nicht - kann die Lehrkraft vorab
kontaktiert werden, ob die vom
Kind notierten Seitenanzahlen im
Buch passen und der Gesamtstoff
dadurch tatsächlich abgedeckt
wird, die Kapitel eingehalten werden
etc.? Gibt es noch weitere
„Handouts“, die abgefragt werden?
Lose Zettel haben erfahrungsgemäß
die Tendenz zu verschwinden.
Bei einem legasthenen Kind
sind Handouts signifikant seltener
in einer Sammelmappe gebündelt
zu finden. Vernetzen Sie sich nach
Möglichkeit mit anderen Eltern. So
können Sie den Stoffumfang noch
einmal abgleichen und absichern.
Teilen Sie selbst den zu erlernenden
Stoff in kleinere Pakete ein
und strukturieren Sie, wann was
gelernt wird.
Orientieren Sie sich an der
getreuen Vorgabe der
27
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
Lehrer*innen – verwendet er/sie
eine bestimmte „Logik“, behalten
Sie das gleiche System bei. Sehr
hilfreich sind hier die Online-
Übungen auf den Lernplattformen,
die manche Sprachlehrer*innen
hochladen. So haben Sie selbst
einen guten Überblick über den
zu erlernenden Stoff sowie den
aktuellen Wissensstand Ihres Kindes.
Folgen Sie der gleichen Struktur
wie im Unterricht, z. B. falls
der/die Lehrer*in mit der zuvor
genannten Zeitlinie arbeitet, thematisieren
Sie diese auch zu Hause
mit Ihrem Kind: „Zeige mir, wo
befinden wir uns gerade?“
Farblich unterscheiden
Vielleicht möchten Sie einheitliche
Themengebiete farblich markieren?
„Heute lernen wir die Zeiten
– in welcher Farbe magst du sie
markieren? (Ein gewisses Maß an
Mitbestimmung tut auch Ihrem
Kind sehr gut.) Morgen lernen
wir die If-Sentences, welche Farbe
bekommen sie?“
Bei sehr komplexen Aufgabenstellungen
regen Sie dazu an, dass
sich Ihr Kind die Angabe ganz
genau durchliest und farblich
hervorhebt, was nun der wichtige
und eigentliche Auftrag ist. Auch
im Mathematikunterricht ist es
förderlich, sich bei Textangaben
farblich anzustreichen, in welcher
Reihenfolge das Thema bearbeitet
werden muss.
Machen Sie an dieser Stelle eventuell
auch gleich einen Federschachtelcheck.
Mitunter gelingt
es legasthenen Schüler*innen
nicht besonders gut, darin Ordnung
zu halten. Eventuell fehlen
sogar wichtige Utensilien? Hat Ihr
Kind überhaupt alle Farben im
Sortiment, die zum Strukturieren
benötigt werden?
Lernheft
Da erfahrungsgemäß Einzelzettel
immer wieder „verschwinden“, ist
es eine einfache, aber wirksame
Maßnahme, ein eigenes „Lernheft“
zu führen. Darin können die einzelnen
Lerneinheiten mit Datum
und Uhrzeit dokumentiert werden.
Dadurch erlernt Ihr Kind zusätzlich,
Strukturen zu erkennen und
einzuhalten und ist für sein weiteres
Leben gerüstet, wenn es mit
der fortlaufenden Zeit lerntechnisch
auf sich alleine gestellt sein
wird. Dieses Lernheft bietet sich
besonders an, farblich gestaltet zu
werden und den Gesamtüberblick
immer wieder zu fokussieren (beispielsweise
die „Zeitlinie“ aus dem
Fremdsprachenunterricht).
Das Kind kann bestehende Strukturen
wiederholen und verinnerlichen.
Gleichzeitig lernt es, Informationen
selbstständig nachzuschlagen.
Dadurch wird die Eigenständigkeit
gefördert. Umgekehrt können Sie
das Lernheft nützen, um Ihr Kind in
diversen Stoffgebieten abzuprüfen.
Beim Gespräch mit Lehrer*innen
stellt das Lernheft eine wunderbare
Basis dar, zu besprechen, wie sich
die Lernsituation zu Hause gestaltet.
Eventuell ist es sinnvoll, neben
dem Lernheft auch noch ein eigenes
Vokabelheft zu führen. Unabhängig
zum Unterricht in der
Schule wird (in überschaubar kleinen
Paketen) jedes neue Vokabel zu
Hause erfasst, optimalerweise mit
einem kurzen Satz dazu, wie das
Vokabel Anwendung finden kann,
frei nach dem Motto: „Beherrsche
das Wort und wende es sinnvoll
an“. Dieses Vokabelheft kann bei
Gelegenheit, und insbesondere vor
den Schularbeiten, immer wieder
von Anfang an durchgegangen
werden.
Geeignete Materialien machen
vor allem in der Volksschule den
Unterschied
Sogenannte „Formati-Hefte“ helfen,
Linien einzuhalten, weiters
gibt es Bleistifte mit Grip zur graphomotorischen
Unterstützung,
oder auch spezielle Tintenroller,
die nicht kratzen, verglichen mit
der klassischen Füllfeder. Ebenso
empfehlenswert ist die Verwendung
von bunten Karton-Karten
für Grammatik-Themen. Sie
erleichtern das „schnelle Nachlesen“
und somit den Gesamtüberblick,
wovon letztendlich die Souveränität
des Kindes profitiert.
Vermeiden Sie das Erlernen von
ähnlichem Lernstoff kurz hintereinander
Die Erfahrung zeigt, dass Lernstoff,
der sich inhaltlich sehr ähnelt,
Gefahrenpotenzial hat, kurz zuvor
Gelerntes durcheinander zu bringen,
ja sogar zu löschen.
Hier fällt mir beispielsweise die
lateinische Grammatik ein, wobei
Pronomen unterschieden werden,
die je nach Person, Fall, Anzahl
dementsprechend viele – sich sehr
ähnlich darbietende – Variationen
haben. Vermeiden Sie das Erlernen
mehrerer Pronomengruppen
auf einmal. Bleiben Sie bei einer
„Pronomengruppe“ (z. B. Demonstrativpronomen)
pro Tag. Gibt es
Ausnahmen, führen Sie die erst
ein, wenn die regulären Formen
bereits gut abgespeichert und
abrufbar sind.
Nebenbei bemerkt, wie schon eingangs
berichtet, sind Pronomen
„abstrakte“ Wörter, deren Abspeicherung
legasthenen Schüler*innen
ohnehin schwerer fällt. Erdenken
Sie sich gemeinsam Eselsbrücken,
wo immer es sich anbietet. Manchmal
auch mit einem Schuss Humor
versehen. Wenn gemeinsam gelacht
werden kann, ist der Lernerfolg
immens größer.
Zusätzliches Lernmaterial
Manche Schulbuchautor*innen
bringen zu den im Unterricht
verwendeten Schulbüchern auch
ergänzende Bände heraus, oft
zu Themen wie „Fit für Schularbeiten“
oder „Language in use“.
Ebenso empfehlenswert sind gängige
Grammatikübungsbücher wie
„Practise makes perfect“ oder „Destination“.
Hier möchte ich besonderes
Augenmerk auf Band „B2“
legen, der Englisch auf Maturaniveau
beinhaltet. In „Destination -
B2“ werden maturavorbereitende
Rahmenbedingungen themati-
28
Legasthenie im Fremdsprachenunterricht ...
siert, die sehr leicht umzusetzen
sind, wie beispielsweise das Einhalten
formaler Aspekte, die den
Maturant*innen sogar zusätzliche
Punkte bringen können.
Bei manchen Schulbüchern gibt es
auch Digitalversionen mit Extramaterialien,
die sich als hilfreich
erweisen und die online abrufbar
sind. In vielen Fällen hat das verwendete
Unterrichtsbuch auch
einen Anhang, der wichtige Erklärungen
zum Thema „Lernorganisation“
bietet.
Wahlfreiheit mit zunehmendem
Alter
Je älter Ihr Kind wird, umso souveräner
wird es auch im Umgang
mit der Legasthenie. Probieren
Sie, Ihr Kind mitentscheiden zu
lassen, welches Lernpaket (von
Ihnen vorab zusammengestellt) es
momentan durchnehmen möchte.
Auch hier gilt: es darf mit einem
Schuss Humor versehen sein...
Gerade für die Sprachfächer ist es
definitiv empfehlenswert, immer
wieder die gesamte Grammatik in
überschaubaren Lernpaketen zu
wiederholen und bestenfalls auch
alle bisher gelernten Vokabeln
nochmals durchzunehmen. Nicht
nur dann, wenn Schularbeiten
anstehen, denn da wird die Vorbereitungszeit
stets zu knapp. Vielleicht
lässt sich auch für die Ferien
ein überschaubares Lernprogramm
erstellen. Denkbar ist außerdem
der Einsatz KI-gestützter Lernmethoden.
Wichtig bleibt jedoch, dass
Sprache Freude bereitet.
Und bitte bleiben Sie immer mit den
Sprachlehrer*innen im Austausch.
Sie werden bestimmt gute Tipps und
Anregungen bekommen, wie die
Vorbereitung zu Hause bestmöglich
gestaltet werden kann. Als Richtlinie
kann das Verständnis dienen,
dass Spracherwerb in drei Entwicklungsstufen
erfolgt. Zunächst das
Wissen, dann das Verstehen und
schließlich der Transfer von neuem
Lernstoff in variierende Situationen
– dies stellt letzten Endes „Sprachkompetenz“
dar.
Das Ziel der Förderung zu Hause
sollte die Erkenntnis Ihres Kindes
sein: „Wenn ich mich anstrenge und
fleißig übe, werde ich es schaffen!“
Einen Abschlussgedanken
möchte ich Ihnen noch mit auf
den Weg geben: Wie wäre es,
wenn die gemeinsamen Lerneinheiten
zu Hause als „Quality
Time“ mit seinem Kind betrachtet
werden? Eltern von „größeren“
Kindern wissen, wie schnell
die Zeit der Kindheit vergeht,
denn mit zunehmendem Alter
wird die „Zweisamkeit“ mit
dem Kind ohnehin viel seltener.
Vielleicht wird es durch diese
Perspektive möglich, wenigstens
die gemeinsame Lernzeit
bewusst zu „genießen“? Und
gelingt es Ihnen (vielleicht mal
weniger, mal mehr) Leichtigkeit,
Geduld und Humor in diesen
Situationen zu erleben, so
könnte es sein, dass Sie eines
Tages einmal auf diese Momente
sentimental zurückblicken –
und sich gemeinsam mit Ihrem
erwachsenen Kind daran erinnern,
wie es damals gewesen ist!
Quellen:
(Nb.: die Unterrichtsbücher sind für sämtliche
Unterrichtsstufen erhältlich und werden hier
nicht extra angeführt)
• Berufsverband Akademischer Legasthenie-
Dyskalkulie-TherapeutInnen (o.J.): Leitgedanken
für den Umgang mit Lese-/Rechtschreibstörung
und Lese- / Rechtschreibschwäche
am Schulstandort, Salzburg.
• Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft
und Forschung (2022): Der schulische
Umgang mit Lese- / Rechtschreibschwierigkeiten.
Eine Handreichung, Wien.
• Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft
und Forschung (2019): Evidenzbasierte
LRS-Förderung. Bericht über die
wissenschaftlich überprüfte Wirksamkeit von
Programmen und Komponenten, die in der
LRS-Förderung zum Einsatz kommen, Wien.
• Hofmann Axel (2021): Simple und Easy,
Wien: G&G.
• Hogg-Kollars, Sabine (2021): Prime Time. Fit
für Schularbeiten, Wien: ÖBV.
• Kautzy Wolfram, Hissek Oliver, Sprachowitz
Verena (2005): Medias in Res! Latein für den
Anfangsunterricht, Linz: Veritas.
• Kerstin Bert (2021): LRS im Englischunterricht.
Der Ratgeber für die Schulpraxis.
Hamburg: AOL-Verlag.
• Landesschulrat für Vorarlberg (2010): Legasthenie.
Die Lese-Rechtschreib-Schwäche in
der Fremdsprache Englisch, Bregenz.
• Mann Malcolm, Taylore-Knowles Steve
(2022): Destination, London: Macmillan.
• Waining, Renate (2004): Practice Makes
Perfect, Fürstenfeld: VOWA.
• Wiener Landesverband Legasthenie (o.J.):
Praktische Ideen für den Unterricht von
legasthenen Schülern, Wien.
• Zach Franz (2002): Durchstarten Englisch,
Linz: Veritas.
• Zander Gisela (2002): Was ist...LRS-Förderung
im Englischunterricht. Mühlheim an der
Ruhr: Verlag an der Ruhr.
Online:
• https://icd.who.int/browse11
• https://de.duolingo.com/course/
en/de/Lerne-Englisch
• https://www.fit-fuer-franze.de/
• www.lrs-therapeuten.org
• www.legasthenie-dyskalkulie.at
Dr. in Maria Fessl
Systemische Familientherapeutin,
Leitung Kinderhilfswerk Linz,
Universitätslehrbeauftragte,
Referentin, Trainerin,
AHS-Lehramt Englisch,
PP und Geschichte und
Politische Bildung
und betroffene Mutter
maria.fessl@
kinderhilfswerk.at
Autorin
29
Kopfzeile: Titel und so weiter
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Diagnose Legasthenie – was nun?
Diagnose Legasthenie – was nun?
Die Diagnose „Legasthenie“ ist gestellt – doch wie lässt sie sich im
Sinne eines Ausgleichs oder einer individuellen Hilfestellung im schulischen
Kontext kindgerecht umsetzen?
Die Fachliteratur zum Thema
„Legasthenie“ ist äußerst komplex,
daher wird in diesem Artikel
versucht, nur einen kurzen
Überblick zu verschaffen, was aus
diagnostischer Hinsicht wichtig
und schulisch sinnvoll erscheint
– ohne dabei den Anspruch auf
Vollständigkeit zu erheben.
Was ist mit „ausgleichenden
Maßnahmen“ gemeint?
Es gibt in Österreich zwar keinen
definierten „Nachteilsausgleich“,
aber im Sinne der Chancengerechtigkeit
soll gewährleistet
werden, dass Menschen mit Lese-
Rechtschreib-Schwäche schulisch
keinen Nachteil erleiden
und ausgleichende Maßnahmen
in der Schule geschaffen werden.
Gesetzliche Basis dafür ist
in Rundschreiben des Bundesministeriums
für Bildung, Wissenschaft
und Forschung und in
spezifischen Bildungsrichtlinien
zu finden.
LRS wird zwar nicht als Behinderung
eingestuft (und stellt damit
auch keine Grundlage für einen
Sonderpädagogischen Förderbedarf
(SPF) dar),
aber dennoch ist
vorgesehen, dass
Defizite im Unterricht
berücksichtigt
bzw. evidenzbasiert
gefördert werden.
Dabei handelt es
sich nicht nur um
bloße Empfehlungen,
sondern um verbindliche
Richtlinien, die für die
„Nicht
nur bloße
Empfehlungen,
sondern
verbindliche
Richtlinien.“
Schule bzw. das Schulwesen
Weisungscharakter haben und
nicht nur der freien Entscheidung
unterliegen.
Rundschreiben Nr. 24/2021 des
Bundesministeriums für Bildung,
Wissenschaft und Forschung
(BMBWF):
https://rundschreiben.bmbwf.
gv.at/media/2021_24.pdf
https://rundschreiben.bmbwf.
gv.at/media/2023_30.pdf.
Auch ohne Befund haben Lehrkräfte
die Möglichkeit - bzw. laut
den oben genannten Richtlinien
auch die Pflicht -
den betroffenen
Schüler*innen Hilfestellungen
zur
Unterstützung zu
geben.
Eine Befundung
ist dennoch sinnvoll,
da transparent
wird, dass
eine belegbare Beeinträchtigung
vorliegt und nicht lediglich ein
Mangel an Übung oder Aufmerksamkeit
oder andere Defizite vorherrschen.
Unter welchen Bedingungen
wird die Diagnose gestellt?
Laut den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation
(WHO)
wird in der Internationalen statistischen
Klassifikation von
Krankheiten und verwandten
Gesundheitsproblemen (ICD-10
bzw. -11) genau festgelegt, unter
welchen Bedingungen eine Diagnose
gestellt werden kann.
Auszuschließen sind dabei:
» eine Störung der intellektuellen
Entwicklung
» eine sensorische Beeinträchtigung
(Seh- oder Hörvermögen)
» eine neurologische oder motorische
Störung
» mangelnde Verfügbarkeit von
Bildung
» mangelnde Beherrschung der
Sprache des akademischen Unterrichts
» psychosoziale Widrigkeiten
Es gibt demnach weitere Ursachen,
die Schwierigkeiten im
Lesen und Schreiben bedingen,
die aber nicht aus einer Legasthenie
resultieren, sondern beispielsweise
durch unzureichende
Beschulung, einen deutlich
erniedrigten IQ oder Sinnesbeeinträchtigungen
erklärbar sind.
Dies ist auch der Grund, weshalb
bei einer klinisch-psychologischen
Legasthenie-Diagnostik
neben den standardisierten Testverfahren
auch eine ausführliche
31
Diagnose Legasthenie – was nun?
Anamnese, ein kognitiver Leistungstest,
Fremdbeurteilungs-
Bögen zur Schul-, Lern- und
sozialen Situation sowie Abklärungen
des Hörens und Sehens
erforderlich sind.
Welche Bereiche können
noch häufig betroffen sein?
Vor allem bei Kindern im Volksschulalter
ist es ratsam, bei der
Diagnostik ebenfalls auf eine
mögliche Dyskalkulie (Rechenstörung)
zu testen, da aus der
Forschung bekannt ist, dass etwa
bei der Hälfte aller Legasthenie-
Fälle ebenfalls eine Dyskalkulie
vorliegt – und je früher diese
erkannt wird, umso besser für
das Kind.
Zusätzlich können auch Aufmerksamkeitsprobleme
und/
oder eine Dyspraxie (Entwicklungsstörungen
der motorischen
Funktionen, die beispielsweise
Probleme in der Grob- und Feinmotorik,
bei der Handschrift
oder beim An- und Ausziehen
verursachen können)
bestehen, die
ebenfalls immer
mitabgeklärt werden
sollten, da sie
häufig gemeinsam
mit diesen Teilleistungsstörungen
auftreten.
Wichtig zu wissen ist auch,
dass nicht alle Schulen pädagogische
Befunde akzeptieren,
sondern nur jene von klinischen
Psycholog*innen oder ärztliche
Gutachten – dies sollten Eltern
daher im Vorfeld von der Schule
erfragen, um Mehrfachtestungen
vermeiden zu können.
Welche Komplikationen ergeben
sich durch eine LRS nach
ICD-11?
In der neueren Version ICD-11
wird genauer beschrieben, welche
Komplikationen sich durch
die Diagnose „Legasthenie“ erge-
„Es ist sinnvoll
auch auf eine
mögliche
Dyskalkulie
zu testen.“
ben können. Dabei geht es nicht
nur um eine fehlerhafte Rechtschrei
bleistung,
sondern ferner um
„bedeutsame und
anhaltende Schwierigkeiten
beim Erlernen
akademischer
Fähigkeiten im
Zusammenhang mit
dem Schreiben, wie
z. B. korrekte Rechtschreibung,
Grammatik und Zeichensetzung
sowie Organisation
und Kohärenz (Zusammenhang)
der schriftlichen Gedanken.“
Gegenüber der früheren Version
ICD-10 wird also auch darauf
eingegangen, dass die Störung
ebenso den schriftsprachlichen
Ausdruck betreffen kann.
Folglich können auch das Verständnis
von Grammatik, der
Satzzeichen und das sinngemäße
und chronologische Schreiben
einer Textsorte betroffen sein.
Was die Leistung in der Lesefähigkeit
betrifft, werden die Genauigkeit
beim Lesen von Wörtern, die
Leseflüssigkeit und das Leseverständnis
genauer betrachtet.
Informa-
Weiterführende
tionen
Nachdem das Schulrecht in vielen
Bereichen Landessache ist,
gibt es aus den jeweiligen Bildungsdirektionen
Schreiben, die
über den Umgang mit Legasthenie
informieren und Empfehlungen
geben.
Ein guter Überblick zur Thematik
und eine hilfreiche Zusammenfassung
über förderliche Maßnahmen
wurde von der Schulpsychologie,
dem Berufsverband
Akademischer Legasthenie-
Dyskalkulie-Therapeut*innen
(BALDT) und dem Beratungslehrpersonal
sowie einzelnen
Bildungsdirektionen erstellt. Im
Folgenden werden daher diese
Quellen für Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten
im schulischen
Setting aus deren Expertise
angeführt:
32
Diagnose Legasthenie – was nun?
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https://www.schulpsychologie.at/
fileadmin/user_upload/lrs_2022.pdf
https://www.bildung-sbg.gv.at/
paedagogische-themen/
lese-rechtschreibfoerderung/
https://www.schulpsychologie.at/
lernen-lernerfolg/lese-rechtschreibschwierigkeiten/faqs.
Die Stärken stärken
Zu guter Letzt sei noch zu betonen,
dass neben den Fördermaßnahmen
hinsichtlich der Lese-
Rechtschreibschwierigkeiten die
sonstigen Talente und Stärken
des Kindes nie aus dem Blick
geraten sollten.
Das Kind immer wieder in seiner
Selbstsicherheit zu bestärken
und zu loben, sollte verhindern,
dass es sich selbst zu sehr
über seine Schwäche identifiziert
und es ermöglichen, das
in ihm liegende Potenzial der
Begabungen auch ausschöpfen
zu können.
Mag. Sandra Klepp-
Reinthaller
Klinische- und Gesundheitspsychologin
Kinder-, Jugend- und
Familienpsychologin
sandra.klepp@
kinderhilfswerk.at
Autorin
33
Kopfzeile: Ein Ort für Titel Entwicklung und so weiter im Herzen Oberösterreichs
Ein Ort für Entwicklung im
Herzen Oberösterreichs
Das Beratungs- und Therapiezentrum Linz
stellt sich vor
Mitten im Alltagstrubel vieler Familien
gibt es einen Ort, an dem Ruhe,
Verständnis und Unterstützung im
Mittelpunkt stehen: das Beratungsund
Therapiezentrum (BTZ) des
Kinderhilfswerks in Linz. Hier finden
Kinder, Jugendliche und ihre
Familien einen geschützten Rahmen,
an dem sie mit ihren Sorgen
ernst genommen und auf ihrem
Weg begleitet werden.
Jede Familie und jedes Kind bringt
individuelle Erfahrungen und Herausforderungen
mit. Unser multiprofessionelles
Team begegnet
diesen mit Offenheit, Fachkompetenz
und Einfühlungsvermögen.
Ob Ängste, schulische Belastungen,
depressive Verstimmungen, familiäre
Konflikte oder belastende Erlebnisse
– wir hören zu und entwickeln
gemeinsam passende Wege
der Unterstützung.
Das BTZ Linz verfügt über zwei Therapieräume,
die speziell auf die Bedürfnisse
von Kindern und Jugendlichen
abgestimmt sind. Ergänzend
stehen ein Besprechungsraum für
Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen,
ein Bewegungsraum sowie
eine geräumige Küche zur Verfügung,
die ebenfalls in die therapeutische
Arbeit eingebunden wird. Das
Zentrum ist barrierefrei erreichbar.
Gemeinsam stark für Kinder
und Familien
Unter der fachlichen Leitung in
34
Linz, Dr. in Maria Fessl, wird gemeinsam
mit dem Team die inhaltliche
und therapeutische Qualität
vor Ort sichergestellt. Auf übergeordneter
Ebene wird die fachliche
Ausrichtung durch Dr. Rudolf
Fessl, fachliche Leitung Kinderhilfswerk
Österreich, geprägt und
weiterentwickelt.
Ein zentraler Grundsatz unserer
Arbeit ist ein niederschwelliger
Zugang: Unterstützung soll für
alle zugänglich sein. Deshalb sind
unsere Angebote überwiegend kostenlos
oder sehr kostengünstig.
Individuelle Wege in der
Therapie
Im BTZ Linz steht die psychische Gesundheit
von Kindern und Jugendlichen
im Mittelpunkt. Unsere Arbeit
basiert auf psychotherapeutischen
und diagnostischen Angeboten, die
individuell auf die Bedürfnisse der
jungen Menschen und ihrer Familien
abgestimmt werden.
Gerade Kinder finden oft über kreative,
spielerische oder bewegungsorientierte
Zugänge einen Ausdruck
für das, was sie beschäftigt. Diese
Wege ermöglichen es, Gefühle greifbar
zu machen und neue Handlungsmöglichkeiten
zu entwickeln.
Ein Team, das Vertrauen
schafft
Hinter dem Angebot in Linz steht ein
engagiertes Team aus Fachkräften,
das Professionalität mit Menschlichkeit
verbindet. Mit viel Empathie, Erfahrung
und Engagement schaffen
wir einen sicheren Raum, in dem
Vertrauen wachsen kann.
Neben der therapeutischen Arbeit
werden am Standort Linz auch
zentrale Aufgaben wie Erstgespräche,
Diagnostik sowie die Öffentlichkeitsarbeit
für ganz Österreich
koordiniert.
Gemeinsam in eine stärkere
Zukunft
Unser Ziel ist es, Kinder und Familien
frühzeitig zu unterstützen,
Krisen zu begleiten und langfristig
zu stärken.
Damit wir dieses Angebot aufrechterhalten
und weiter ausbauen
können, sind wir auf Unterstützung
angewiesen – durch
Fördermitgliedschaften oder
Spenden.
Das BTZ Linz auf einen Blick
Was wir tun: Im BTZ Linz bieten wir
Psychotherapie, Beratung, kreative
und tiergestützte Therapien für
Kinder, Jugendliche und Familien
– einfühlsam, professionell und
leistbar. Bei einem Erstgespräch
besprechen wir mit Ihnen
gemeinsam relevante Fragen. Dies
ist für uns wichtig, damit wir Ihrem
Kind eine individuell zugeschnittene
Therapie ermöglichen können.
Unser Ziel: Psychische Gesundheit
stärken, Krisen begleiten und
Kindern Mut machen – ganz
individuell und auf Augenhöhe.
Angebote:
♥ Psychotherapie & Beratung
♥ Diagnostik
♥ Öffentlichkeitsarbeit
Für wen: Kinder, Jugendliche,
Familien – unabhängig von
Herkunft oder Einkommen.
Standort: Garnisonstraße 17/C2,
4020 Linz
Kontakt: siehe Seite 57
35
Mitarbeiter*innen stellen sich vor
Mag. a Christine Lutterschmidt
Psychologin und Akademische Legasthenie-Therapeutin
Seit 2005 bin ich selbstständig als Legasthenie-Therapeutin für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene tätig. Nebenberuflich unterrichte ich an der
FH für Gesundheitsberufe das Fach Entwicklungspsychologie.
Da eine Therapie der LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) leider nach wie
vor nicht von der Krankenkasse übernommen wird, freut es mich besonders,
dass ich seit 2019 als Kooperationspartnerin des Kinderhilfswerks
auch Kinder/Jugendliche unterstützen kann, deren Familien sich dies sonst
nicht leisten könnten.
In der LRS-Therapie lernen Kinder, die Rechtschreibung zu durchschauen
und ihre Lesefertigkeiten zu verbessern. So gewinnen sie wieder Zutrauen
in ihre eigenen Fähigkeiten und stärken ihr Selbstbewusstsein. Eine gesunde
Entwicklung wird gefördert. Es ist sehr schön für mich, Kinder und Jugendliche
auf diesem Weg unterstützen und begleiten zu dürfen.
Dipl.-Päd. Cornelia Paszner
Pädagogin, Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin
Seit Kurzem unterstütze ich das Kinderhilfswerk Wien als Legasthenietrainerin.
Bereits seit 1995 bin ich als klassenführende Lehrerin in Wien 11
tätig und habe in meiner beruflichen Laufbahn zahlreiche Zusatzausbildungen
absolviert, darunter „Bewegtes Lernen“, die Ausbildung zur Legasthenie-
und Dyskalkulietrainerin sowie Trainings in Kommunikation und
Rhetorik für Kinder und Jugendliche.
Am Kinderhilfswerk Wien schätze ich besonders die gezielte Unterstützung
sozial benachteiligter Familien und die wertvollen Fördermöglichkeiten.
Eine qualitätsvolle Förderung von Kindern mit Legasthenie ist entscheidend,
um ihre Lese- und Schreibkompetenzen nachhaltig zu verbessern
und Lernschwierigkeiten frühzeitig entgegenzuwirken. Gleichzeitig stärkt
sie das Selbstbewusstsein und unterstützt Kinder dabei, individuelle Strategien
im Umgang mit ihren Herausforderungen zu entwickeln – mit positiven
Auswirkungen auf ihre Bildungs- und Berufschancen.
Dipl.-Päd. Astrid Reisinger
Dipl. Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin
Fotos © Privat
Seit Jänner 2026 bin ich als Dipl. Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin im
Bezirk Perg für das Kinderhilfswerk tätig. Durch meine langjährige Arbeit
als Volksschullehrerin habe ich immer wieder erlebt, dass Kinder mit Legasthenie
und Dyskalkulie eine besondere und fachlich qualifizierte Unterstützung
benötigen. Deshalb habe ich zwischen 2023 und 2025 bei PROGES Linz
die Ausbildung zur Dipl. Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin absolviert.
Am Kinderhilfswerk schätze ich besonders, dass auch sozial benachteiligte
Familien Unterstützung erhalten. Die individuelle Arbeit mit den Kindern
bereitet mir große Freude. Es ist mir wichtig, ihr Selbstvertrauen zu stärken
und sie dabei zu unterstützen, den Schulalltag besser zu bewältigen. Jedes
Kind bringt eigene Stärken mit und ich freue mich, sie auf ihrem Lernweg
begleiten zu dürfen.
Unsere Mitarbeiter*innen finden Sie online: www.kinderhilfswerk.at/ueber-uns/team
36
Kummerkiste
Kummerkiste - Sie fragen – wir antworten!
Dr. Rudolf Fessl, Psychotherapeut und Psychotherapiewissenschafter,
beantwortet Ihre Fragen.
Wenn eine Nachprüfung droht!
Andrea K.: „Wie gestalte ich am besten die Sommerferien, wenn meinem Sohn (15 J.) eine Nachprüfung
droht? Meine Befürchtung ist, dass unsere Ferien dadurch sehr belastend sein könnten. Was ist Ihre Erfahrung
bzw. Empfehlung zu meinem Anliegen?“
Liebe Andrea,
eine Nachprüfung ist nicht optimal, das Ende der
Ferien bedeutet sie aber auch nicht. Egal, ob das
Schuljahr positiv oder negativ abgeschlossen wird,
zuerst braucht Ihr Sohn Erholung.
Eine lang ersehnte Atempause
Die Sommerferien sind für Ihren Sohn eine ersehnte
Atempause nach einem intensiven Schuljahr. Wer
zur Ruhe kommt, kann Gelerntes verarbeiten und
neue Motivation aufbauen und sich gesund weiterentwickeln.
Zahlreiche Studien zeigen die hohe Belastung, der
Kinder und Jugendliche durch Schule ausgesetzt
sind. Erschöpfung, Schlafprobleme, psychosomatische
Beschwerden etc., können die Folgen davon
sein. Für viele ist der Schulalltag mit konstantem
Leistungsdruck verbunden und die Ferien sind
dann ein notwendiger Gegenpol und erlauben es
dem Gehirn, Wissen zu konsolidieren.
Lernen in den Ferien ist kein Widerspruch zur
Erholung. Es bietet die Chance, sich neu auszurichten,
ohne Zeitdruck und richtig gestaltet, kann es zu
mehr Selbstvertrauen führen und einen besseren
Start in das kommende Schuljahr ermöglichen.
Da man sich mit kürzeren Lernzeiten leichter überwinden
kann, ist es sinnvoll, täglich ca. 90 Minuten
zu üben bzw. an Tagen mit schlechtem Wetter
etwas länger.
Kein Ferienverzicht
Auch wenn man eine Nachprüfung hat, bedeutet
das nicht, dass man auf Urlaub, Freizeit und Entspannung
verzichten muss. Oft macht es dann aber
Sinn, sich professionelle Hilfe von außen zu holen.
Mein Rat an Sie
Ich würde daher raten, im Juli auszurasten und im
August anzufangen, den Lernstoff aus dem Vorjahr
zu wiederholen. So gerät man im neuen Schuljahr
nicht unter Druck, da dieses meist mit hohem
Tempo und neuen Anforderungen beginnt.
So erreichen Sie uns:
Wenn auch in Ihrer Familie Fragen für unsere Kummerkiste auftauchen, stehen wir Ihnen gerne mit Rat
und Tat zur Seite. Senden Sie uns einfach eine E-Mail an: redaktion@kinderhilfswerk.at.
Kontakt
37
Jahres- und Finanzbericht
2025
© freepik.com/freepik
38
Jahres- und Finanzbericht 2025
Vertrauen schaffen
Hilfe ermöglichen
Krisen belasten unser aller Leben – und sie treffen die Kleinsten
besonders hart.
Finanzielle Sorgen in der Familie,
mediale Berichte über Krieg,
Klima und Katastrophen: All das
hinterlässt Spuren bei jungen
Menschen, die oft noch keine ausreichenden
Strategien entwickelt
haben, um mit den Herausforderungen
unserer Zeit umzugehen.
Unsere Therapeut*innen berichten
von einem deutlichen Anstieg
psychischer Belastungen – von
Depressionen über Ängste bis hin
zu suizidalen Gedanken oder sozialem
Rückzug. Als Kinderhilfswerk
sehen wir es als unsere Verantwortung,
genau hier zu helfen:
schnell, niederschwellig, professionell
und menschlich. Denn hinter
jeder Anfrage steht ein Kind,
das Unterstützung braucht – und
ein Umfeld, das oft selbst an seine
Grenzen stößt.
Die Nachfrage nach unseren Hilfsangeboten
war 2025 so hoch wie
nie zuvor – und wir sehen, dass
der Bedarf weiter steigen wird.
Deshalb setzen wir uns mit aller
Kraft dafür ein, leistbare Hilfe
für alle zugänglich zu machen. Es
sind Menschen wie Sie, die unsere
Arbeit überhaupt erst möglich
machen – Menschen mit Herz,
Weitblick und dem tiefen Wunsch,
Kindern eine bessere Zukunft zu
schenken.
Danke, dass Sie uns vertrauen.
Bleiben Sie an unserer Seite –
denn gemeinsam können wir
auch in schwierigen Zeiten Hoffnung
geben.
Ihr Peter Begsteiger
Obmann und Geschäftsführer
Der Verein Kinderhilfswerk
Für Kinder da, wenn sie uns brauchen
Seit mehr als 25 Jahren begleitet
das Kinderhilfswerk Kinder und
Jugendliche in psychosozialen
Belastungssituationen. Unser Ziel
ist es, seelische Gesundheit zu fördern,
Entwicklung zu stärken und
Familien in schwierigen Lebenslagen
zu unterstützen.
Unsere Angebote richten sich insbesondere
an Familien, die sich
private Hilfe nicht leisten können.
Beratung, Psychotherapie,
Diagnostik, präventive Bildungsarbeit
sowie reit- und erlebnispädagogische
Angebote ermöglichen
Kindern, neue Perspektiven zu
entwickeln und ihre Stärken zu
entdecken.
Das Kinderhilfswerk ist österreichweit
tätig. Mit Therapieund
Beratungszentren in Wien
und Linz, über 130 Kooperationstherapeut*innen
sowie der engen
Zusammenarbeit mit Einrichtungen
der Kinder- und Jugendhilfe
erreichen wir auch ländliche
Regionen.
Unsere Arbeit finanzieren wir zu
einem großen Teil aus Spenden
und Fördermitgliedschaften. 2025
konnten wir 4.492 Kinder, Jugendliche
und Bezugspersonen mit
14.314 Einheiten unterstützen. Die
Fördermitgliederzahl stieg erfreulicherweise
auf über 36.800.
Wir tragen das österreichische
Spendengütesiegel, sind unabhängig
von Religion und Politik und
arbeiten transparent, nachhaltig
und wirksam. Unser Ziel bleibt
klar: Kindern und Jugendlichen
genau dort zu helfen, wo sie uns
brauchen – persönlich, professionell
und mit ganz viel Herz.
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DAS HABEN WIR 2025 GELEISTET
Einheiten
Personen
14.314
Kinder,
Einheiten für Kinder,
Jugendliche & deren
Bezugspersonen
wurden geleistet.
4.492
Jugendliche und deren
Bezugspersonen fanden Hilfe.
Alter
14,3
Jahre alt sind unsere
Klient*innen im Schnitt
(ohne Workshops, Gruppen & Erlebnispädagogik).
Unter 6 Jahre 8 %
6 - 10 Jahre 22 %
11 - 14 Jahre 30 %
15+ Jahre 40 %
Einheiten pro Fachbereich
Geschlecht der Klient*innen
Beratung & Therapie
Pädagogik
Prävention, Workshops & Gruppen
Diagnostik
90 %
6 %
3 %
1 %
Weiblich
2.510
Männlich
1.979
Divers
3
Behandlungsmethode - Einheiten Zuweisungsgründe - Personen *
Psychotherapie
Psychotherapie iAuS
Legasthenie/Lerntraining
Eltern-Baby Psychotherapie
Elterntherapie
Gruppentherapie
Helferkonferenz
Körpertherapie
Clearinggespräch
Elternberatung iAuS
11.746
465
229
182
146
84
11
8
6
1
Depression
Ängste
ADS/ADHS
Familiäre Probleme
Aggressionen
Essstörung
Trauma
Schul/Lernschwierigkeiten
Trauer (Todesfälle etc.)
Sozialverhalten außerhalb der Familie
Andere
94
61
45
41
40
29
15
13
11
6
751
*
Soweit bekannt
Österreichweite Angebote
Beratungs- & Therapiezentren Linz und Wien
Spendenservice und Verwaltung Traun
Kooperationstherapeut*innen
40
Jahres- und Finanzbericht 2025
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Psychotherapie & Beratung
Hilfe, die ankommt
Psychotherapie &
Beratung
12.649 Einheiten
1.003 Personen
♥ 626 Weiblich
♥ 374 Männlich
♥ 3 Divers
Sorgen, Überforderung, Rückzug,
Schlafstörungen – tagtäglich erleben
viele Kinder seelische Krisen.
Auch Erwachsene kennen diese
Gefühle. Doch für junge Menschen
ist es oft besonders schwer,
mit belastenden Situationen wie
Gewalt, Verlust, Trennung oder
Schulstress umzugehen.
In unseren Beratungs- und Therapiezentren
in Wien und Linz
und bei über 130 Kooperationstherapeut*innen
österreichweit
bieten wir betroffenen Kindern
rasch und unbürokratisch professionelle
Hilfe. Dies geschieht in
Form von psychotherapeutischen
Angeboten und individuell angepasstem
Legasthenietraining. Wir
fördern Selbstvertrauen, stärken
persönliche Ressourcen und
begleiten unsere Klient*innen
einfühlsam auf dem Weg zu mehr
Stabilität und Lebensfreude.
Selbstverständlich beziehen wir
auch die Eltern bzw. Bezugspersonen
mit ein – durch Einzelgespräche
oder Angebote im Rahmen
unserer Workshops. Denn
wenn Kinder professionelle Hilfe
erhalten, wirkt sich das positiv
auf das gesamte Familiensystem
aus. Und umgekehrt gilt: Starke
Eltern bedeuten starke Kinder.
41
Kopfzeile: Jahres- und Titel Finanzbericht und so weiter 2025
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Diagnostik & Legasthenietraining
Klarheit schaffen, Stärken fördern
Psychologische
Diagnostik
207 Einheiten
24 Personen
♥ 15 Weiblich
♥ 9 Männlich
Buchstaben verschwimmen, Zeilen
gehen verloren, Wörter erscheinen
jedes Mal anders – für Kinder mit
Legasthenie ist Lesen und Schreiben
oft eine tägliche Herausforderung.
Rund vier Prozent der
Bevölkerung sind von einer Lese-
Rechtschreib-Störung (LRS) betroffen.
Die Ursache liegt meist in einer
Störung der Wahrnehmungsverarbeitung,
die das Erfassen von Sprache
beeinträchtigt.
Legasthenie ist keine Tragödie,
erfordert jedoch gezielte Unterstützung.
Im Kinderhilfswerk setzen
wir auf fundierte Diagnostik
durch erfahrene Psycholog*innen.
Wir betrachten nicht nur Defizite,
sondern auch individuelle Stärken
und Bedürfnisse. So kann ein passgenauer
Förderplan entstehen.
Auch Themen wie Dyskalkulie,
Aufmerksamkeitsstörungen oder
emotionale Belastungen finden in
unseren Diagnosen und Förderplänen
Platz.
Dies schafft nicht nur Klarheit, sondern
auch Entlastung für Kinder
und Eltern. Diagnostik hilft zu verstehen,
worin genau die Schwierigkeiten
liegen und was bereits gut
gelingt. Auf dieser Basis können
gezielte Schritte gesetzt und Druck
reduziert werden. Denn wer die
eigenen Herausforderungen besser
versteht, kann ihnen auch mit
mehr Sicherheit begegnen.
Unser Ziel: betroffenen Kindern
und ihren Familien langfristig
Mut zu machen – durch frühzeitige
Hilfe, Geduld und individuelle
Begleitung.
Legasthenie- /
Lerntraining
229 Einheiten
10 Personen
♥ 2 Weiblich
♥ 8 Männlich
42
Jahres- und Finanzbericht 2025
Workshops, Prävention & Gruppen
Wissen macht stark
Ernährungsworkshops
122 Einheiten
1.012 Personen
♥ 496 Weiblich
♥ 516 Männlich
Was tun, wenn im Klassenchat
plötzlich beleidigt wird? Wie
reagiere ich, wenn jemand Grenzen
überschreitet? Und was
hilft, wenn man sich im Ernährungsdschungel
nicht mehr
zurechtfindet? Diese und viele
andere Fragen beschäftigen Kinder,
Lehrkräfte und Eltern. Die
Herausforderungen im Alltag
junger Menschen werden komplexer,
der Bedarf an Aufklärung
und Handlungsstrategien steigt.
Kinder und Jugendliche bewegen
sich selbstverständlich in den
sozialen Medien – und genau hier
entstehen oft Unsicherheiten,
Ängste und Verletzungen. Unsere
Präventionsarbeit und Ernährungsworkshops
unterstützen
dabei, mentale Stärke zu entwickeln,
soziale Kompetenzen zu
festigen und sich, auch abseits
der digitalen Welt, mit der eigenen
Gesundheit zu beschäftigen.
In Schulen und bei Elternabenden
vermitteln wir altersgerecht und
praxisnah, wie man Konflikte
löst, Hilfe holt, mit belastenden
Gefühlen umgeht – und wie
wichtig es ist, sich selbst ernst zu
nehmen. Themen wie Cybermobbing,
mentale Gesundheit, Selbstwahrnehmung
oder ein gesundes
Essverhalten finden in unseren
Workshop-Angeboten Platz.
Wir setzen auf Wissen, das Kinder
stark macht, sowie auf einen
Umgang auf Augenhöhe. Und auf
Erwachsene, die bereit sind, mitzuwachsen
– denn Kinder brauchen
klare Orientierung und verlässliche
Begleitung.
Prävention & Gruppen
251 Einheiten
2.315 Personen
♥ 1.291 Weiblich
♥ 1.024 Männlich
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43
Kopfzeile: Jahres- und Titel Finanzbericht und so weiter 2025
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Erlebnispädagogik
In der Natur zu Hause
Erlebnispädagogik
290 Einheiten
24 Personen
♥ 8 Weiblich
♥ 16 Männlich
Wenn der Alltag belastet, bieten
Naturerfahrungen wertvolle
Gegengewichte: Bei unseren erlebnispädagogischen
Camps erleben
Kinder und Jugendliche Gemeinschaft,
Abenteuer und das Gefühl,
angenommen zu sein – unabhängig
von Aussehen, Herkunft oder Problemen.
Unsere Teilnehmer*innen
stärken nicht nur motorische und
soziale Fähigkeiten, sondern auch
Selbstbewusstsein, Mut und die
Freude am Miteinander.
Spiel und Spaß in der Natur garantieren
eine abwechslungsreiche
Zeit voller bunter Erlebnisse für
die Kinder. Sie wachsen an den
Herausforderungen, die die Natur
und das Miteinander mit sich
bringen. Dabei fördern wir soziale
Kompetenzen wie Teamfähigkeit,
Kommunikation und Rücksichtnahme.
Kinder lernen, sich selbst
zu vertrauen – und anderen.
Besonders wichtig ist uns, auch
jenen Kindern die Teilnahme zu
ermöglichen, denen sonst solche
Erfahrungen verwehrt blieben.
Immer wieder werden Plätze
gefördert, damit auch Kinder
mit Beeinträchtigungen oder aus
finanziell schwachen Familien
dabei sein können. Denn alle Kinder
verdienen die Chance, gestärkt
aus solchen Erfahrungen hervorzugehen.
Dank Ihrer Spenden und Fördermitgliedschaften
können wir vielen
von ihnen eine unbeschwerte
Auszeit ermöglichen.
Die Rückmeldungen von Kindern
und Eltern zeigen deutlich: Diese
Zeit in der Natur wirkt lange nach.
Die Erlebnisse stärken das Selbstwertgefühl,
fördern emotionale
Stabilität und hinterlassen bleibende
positive Eindrücke.
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Jahres- und Finanzbericht 2025
Reitpädagogik
Stärken spüren, getragen sein
Reitpädagogik
566 Einheiten
104 Personen
♥ 72 Weiblich
♥ 32 Männlich
Manchmal bewirkt der Kontakt
zu einem Tier mehr als tausend
Worte. In der Reitpädagogik
begegnen Kinder einem Tier, das
nicht bewertet, nicht fragt, nicht
drängt – sondern einfach da ist.
Diese Begegnung öffnet Türen,
wo andere Wege verschlossen
scheinen und schafft so Zugang
zu Kindern, die in ihrem Alltag
oft mit Überforderung, Entwicklungsverzögerungen
oder sozialen
Ängsten kämpfen.
In den reitpädagogischen Einheiten
erleben sie Vertrauen,
Selbstwirksamkeit und neue
Lebensfreude – ohne Druck, aber
mit viel Achtsamkeit.
Die Arbeit mit dem Pferd bietet
einen geschützten Raum. Die
sanften Bewegungen stimulieren
das Gleichgewicht, fördern die
Körperwahrnehmung und helfen
dabei, innere Spannungen abzubauen.
Gleichzeitig entsteht eine
besondere Beziehung zwischen
Tier und Kind: voller Respekt,
Aufmerksamkeit und gegenseitigem
Vertrauen. Kinder lernen
außerdem, Verantwortung zu
übernehmen und Grenzen wahrzunehmen.
Unsere qualifizierten Reitpädagog*innen
begleiten die Kinder
mit viel Geduld und Gespür. Die
Gruppen sind klein, die Atmosphäre
wertschätzend und individuell
angepasst. Besonders
Kinder mit besonderen Bedürfnissen
oder gesundheitlichen
Einschränkungen profitieren
von dieser Form der Förderung.
Und für viele Eltern bedeutet das
Angebot auch: Entlastung, Hoffnung
und ein Stück Normalität
im Alltag.
Auch hier ermöglichen unsere
Spender*innen Kindern aus einkommensschwachen
Familien
eine kostenfreie Teilnahme. Denn
jedes Kind verdient einen Ort, an
dem es sich sicher und getragen
fühlt.
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Jahres- und Finanzbericht 2025
Verein Kinderhilfswerk Finanzbericht 2025
Selbstdarstellung
Mittelherkunft
I. Spenden
a) ungewidmete Spenden
b) gewidmete Spenden
II. Mitgliedsbeiträge
III. Betriebliche Einnahmen
a) betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln
b) sonstige betriebliche Einnahmen
IV. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand
V. Sonstige Einnahmen
a) Vermögensverwaltung
b) sonstige andere Einnahmen sofern
nicht unter Punkt I bis IV festgehalten
VI. Auflösung von Passivposten für noch nicht widmungsgemäß
verwendete Spenden bzw. Subventionen
VII. Auflösungen von Rücklagen
VIII. Jahresverlust
Summe
Mittelverwendung
I. Leistungen für statutarisch festgelegte Zwecke
II. Spendenwerbung
III. Verwaltungsaufwand
IV. Sonstige Ausgaben, sofern nicht unter I. bis III. enthalten
V. Zuführung zu Passivposten für noch nicht widmungsgemäß
verwendete Spenden bzw. Subventionen
VI. Zuführung zu Rücklagen
Summe
Jahresüberschuss
3.460.109,88 EUR
400.000,00 EUR
- EUR
737.290,08 EUR
112.018,18 EUR
- EUR
- EUR
52.446,46 EUR
- EUR
- EUR
- EUR
4.761.864,60 EUR
3.070.831,11 EUR
487.086,04 EUR
518.476,58 EUR
- EUR
- EUR
300.000,00 EUR
4.376.393,73 EUR
385.470,87 EUR
Der Verein Kinderhilfswerk stärkt
österreichweit Kinder und Jugendliche
in ihrer geistigen, emotionalen
und sozialen Entwicklung. Er bietet
seit 1999 sozial benachteiligten
Kindern und deren Familien Hilfe
durch Beratung, Therapie, Diagnostik,
Präventionsarbeit in Schulen
sowie reit- und erlebnispädagogische
Angebote. Die Arbeit wird
überwiegend durch Finanzmittel
ermöglicht, die durch Spenden und
Fördermitgliedswerbung in Österreich
aufgebracht werden. Deshalb
ist ein damit verbundener Aufwand
für die Fördermitgliedswerbung
notwendig. Die Fördermitgliederentwicklung
war im Jahr 2025 positiv.
Die Mitgliederzahl ist von 36.000
auf etwas über 36.800 gestiegen.
Der Vorstand besteht aus folgenden
organschaftlichen Vertreter*innen:
Obmann und Geschäftsführer:
Peter Begsteiger, Obmann Stellvertreterin:
Mag. a Isabella Schmuck-
Burtscher, MSc., Kassier: Dr. Rudolf
Fessl; Kassier Stellvertreter: Rudolf
Flügl, Schriftführerin: Mag. a Martina
Eichhorn, Schriftführer Stellvertreterin:
Adelheid Reif und Beisitzer
Andreas Kolberger.
Ein Überschuss wird für nötige Rücklagen verwendet und für den Kauf einer Immobilie angespart,
welche für erlebnispädagogische Angebote genutzt werden soll. Finanzbericht zum
31.12.2025 vorbehaltlich der Prüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer. Gliederung gemäß Kooperationsvereinbarung
für die Vergabe des Spendengütesiegels mit der Kammer der Wirtschaftstreuhänder.
Zum besseren Verständnis: Fördermitgliedsbeiträge werden im Finanzbericht als
ungewidmete Spenden (Punkt I) geführt und nicht als Mitgliedsbeiträge (Punkt II). Dies ist eine
reine Formsache, da Fördermitgliedsbeiträge wie Spenden steuerlich absetzbar sind.
Spendengütesiegel
Ihre Spende kommt an. Garantiert!
Spenden ist Vertrauenssache.
Das Österreichische Spendengütesiegel
schafft Sicherheit und
garantiert die ordnungsgemäße
Verwendung der Mittel. Dank der
strengen Prüfung durch einen
unabhängigen Wirtschaftsprüfer
können Spender*innen darauf
vertrauen, dass ihre Spendengelder
transparent, widmungsgemäß
und wirtschaftlich eingesetzt
werden. Alle Kriterien und
weitere Informationen finden Sie
unter www.osgs.at.
Das Kinderhilfswerk ist nicht auf
Gewinn ausgerichtet und Träger
des Österreichischen Spendengütesiegels.
Dies garantiert die Einhaltung
strenger Kriterien bei der
Spendenverwendung und schafft
Vertrauen, Sicherheit und Transparenz,
dass die Spenden bei den Kindern
ankommen. Zweckgebundene
Spenden werden für den angegebenen
Zweck (z. B. Therapie, Diagnostik,
Reitpädagogik) verwendet.
Ein Überschuss nicht zweckgebundener
Spenden wird für den Kauf
einer Immobilie angespart. Dieses
„Haus der Kinder“ soll für erlebnispädagogische
Angebote sowie
Beratung, Training, Fördermaßnahmen
und Workshops wie Lernhilfe,
Anti-Mobbing, Ernährungscoaching,
Elternberatung, uvm.
für Kinder, Jugendliche und deren
Bezugspersonen genutzt werden.
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Jahres- und Finanzbericht 2025
Besonders wichtig ist dem Vorstand
die Unabhängigkeit von Religion
und Politik, denn dies ermöglicht
dem Verein, unbürokratisch und
schnell Hilfe anbieten zu können
– vertraulich und für jede*n leistbar.
Zentrale Elemente der Arbeit
sind das Einbeziehen aller relevanten
Bezugspersonen und keine
Begrenzung bei der Behandlungsdauer.
Durch Beratungsstellen,
Kooperationstherapeut*innen und
die Zusammenarbeit mit Stakeholdern
in der Kinder- und Jugendhilfe
gelingt es uns, österreichweit tätig
zu sein.
Das Kinderhilfswerk ist ein eingetragener
gemeinnütziger Verein
mit der ZVR-Zahl 903855763. Er
erfüllt die Voraussetzungen des § 4a
(8) Z1 EStG, wodurch alle Spenden
und Fördermitgliedschaftsbeiträge
an das Kinderhilfswerk steuerlich
absetzbar sind.
Der Vorstand, der von der Generalversammlung
gewählt wird, wird
im Zweijahreszyklus nach Vorlage
des Berichts der Rechnungsprüfer
von der Generalversammlung
entlastet. Peter Begsteiger ist als
Geschäftsführer für die Abwicklung
der laufenden Geschäfte und für die
Spendenwerbung und -verwendung
des Vereins, gemäß den Weisungen
des Vorstandes, verantwortlich und
für diese - bis auf Widerruf - zeichnungsberechtigt.
Als Angestellter
des Vereins achtet er darauf, dass
die Mitarbeiter*innen die Geschäftsordnung
einhalten. Er unterliegt der
Geschäftsordnung und den Vereinsstatuten.
Das Kinderhilfswerk hält sich an die
Bestimmungen des österreichischen
Datenschutzgesetzes (DSG 2000), des
Datenschutzanpassungsgesetzes
2018 bzw. an die Bestimmungen der
EU-Datenschutz-Grundverordnung
(DSGVO). Verantwortliche Person
für Spendenwerbung, -verwendung,
sowie Ansprechperson für
KI, digitale Werkzeuge und Datenschutz:
Peter Begsteiger:
peter.b@kinderhilfswerk.at.
Aufschlüsselung Finanzbericht
Mittelherkunft
Ungewidmete Spenden
Gewidmete Spenden
Betriebliche Einnahmen
aus öffentlichen Mitteln
Sonstige betriebliche Einnahmen
Sonstige Einnahmen
Mittelverwendung
Leistungen für statutarisch
festgelegte Zwecke
Spendenwerbung
Verwaltungsaufwand
Zuführung zu Rücklagen
Leistungen für statutarisch festgelegte Zwecke
Beratung & Therapie
Kampagnen-, Bildungs-,
& Informationsarbeit
Erlebnispädagogik
Reitpädagogik
Prävention
72,66 %
8,40 %
15,48 %
2,36 %
1,10 %
70,17 %
11,13 %
11,85 %
6,85 %
61,59 %
31,05 %
3,14 %
2,23 %
1,99 %
Im Jahr 2025 haben wir dank der Unterstützung
unserer Spender*innen 4.492 Kindern,
Jugendlichen und deren Bezugspersonen mit
14.314 Einheiten geholfen!
Sie schenken neue Hoffnung und Zuversicht!
Ihre Spende hilft! Danke!
47
Wie hilft das Kinderhilfswerk?
Wie hilft das Kinderhilfswerk?
Unsere Angebote sind vielschichtig, individuell und geprägt von
engagierten Mitarbeiter*innen.
Der Verein Kinderhilfswerk bietet
eine Vielzahl an Möglichkeiten,
wie Kindern und Jugendlichen in
schwierigen Lebensphasen geholfen
werden kann. Mit unserem
Angebot tragen wir dazu bei, die
gesunde Entwicklung der von uns
betreuten Kinder zu fördern. Wir
helfen, bewusst gestaltete und
in dividuelle Lebensbereiche für
Kinder und Jugendliche zu schaffen
und setzen uns österreichweit
für deren geistige, emotionale und
soziale Entwicklung ein.
In der psychologischen Beratung
und Therapie begleiten wir
Kinder, Jugendliche und deren Familien
durch schwierige Lebensphasen.
Körperorientierte Therapieangebote
unterstützen den Körper
in seiner Fähigkeit der Selbstregulation
und Wiederherstellung des
inneren Gleichgewichts.
Die Diagnostik gibt Aufschluss
über Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten
und dient als Basis
für gezielte Förderung.
In Workshops und Präventionsvorträgen
klären wir über
wichtige Bereiche wie Ernährung
oder mentale Gesundheit auf und
bieten auch begleitende Informationsveranstaltungen
für Eltern
und Pädagog*innen.
Reitpädagogik ist ein sehr beliebtes
Angebot. Die Arbeit mit
den Pferden in der freien Natur
stärkt die emotionale und soziale
Entwicklung der Kinder.
Auch die Erlebnispädagogik findet
großteils draußen statt. Besonders
unsere Kindercamps erfreuen
sich bei den Teilnehmer*innen
großer Beliebtheit.
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit
kümmern wir uns
um eine partnerschaftliche Vernetzung
mit anderen Organisationen
und informieren online
und in unserem Magazin über
Angebote und Neuigkeiten des
Vereins.
Psychotherapie
♥ Kinder- und Jugendlichentherapie
♥ Eltern-Säuglings-
Psychotherapie
♥ Familientherapie
♥ Gruppentherapie
♥ Therapie in verschiedenen
Sprachen
Beratung
♥ Elternberatung im
Rahmen der Diagnostik
♥ Elternberatung, vor einvernehmlicher
Scheidung, gemäß § 95
♥ Elternberatung, vor strittiger
Scheidung, gemäß § 107
Diagnostik
♥ Legasthenie
♥ Dyskalkulie
♥ Abklärung der Schulreife
♥ Leistungsschwankungen
♥ Konzentrationsschwierigkeiten
♥ Kontaktschwierigkeiten
♥ Aufmerksamkeitsprobleme
Körperorientierte Methoden
♥ Cranio Sacral
♥ Kindertuina
♥ Shiatsu
Prävention
♥ Missbrauchsprävention
♥ Stärkung der mentalen
Gesundheit
♥ Sicher und gesund in
der digitalen Welt
♥ Cyber-Mobbing
Workshops & Training
♥ Ernährungsworkshops
♥ Informationsabende für
Eltern und Pädagog*innen
♥ Legasthenietraining
♥ Lesepatenschaften
Tiergestützte Intervention
♥ Reitpädagogik
♥ Hundegestützte Therapie
Erlebnispädagogik
♥ Feriencamps
♥ Fortlaufende Jugendprojekte
Öffentlichkeitsarbeit
♥ Vereinsmagazin
♥ Onlineauftritt
♥ Pressearbeit
♥ Vernetzung
♥ Infostände
Stand Mai 2026. Bitte beachten Sie, dass wir unsere Angebote stets anpassen und diese daher von der Auflistung abweichen können.
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Freude am Lernen trotz Legasthenie
© 2026 StockAdobe.com/ Drazen
Freude am Lernen trotz Legasthenie
Maßgeschneiderte Unterstützung bei Lese-Rechtschreib-Störung (LRS)
im „All-in-One“-Angebot des Kinderhilfswerks
Wenn Lesen und Schreiben zur
Herausforderung werden, braucht
es gezielte Unterstützung. Das Kinderhilfswerk
begleitet Kinder und
ihre Familien mit einem strukturierten
und individuellen Förderangebot.
Im Kinderhilfswerk steht jedes
Kind mit seinen individuellen
Bedürfnissen im Mittelpunkt.
Vor allem legasthene Kinder profitieren
von individuell auf sie abgestimmten
Methoden und gezielten
Übungen, die sie in ihrem eigenen
Tempo bewältigen können. Angst
und Frustration werden so vermieden,
die Freude am Lernen
bleibt erhalten.
Unterstützung von Beginn an
Mit unserem „All-in-One“-Angebot
bieten wir einen klar strukturierten
Ablauf, der Orientierung
und Sicherheit gibt.
Am Beginn steht eine fundierte
Diagnostik, die in ein bis zwei
Terminen durchgeführt wird. Der
daraus entstehende Befund dient
als Grundlage für alle weiteren
Schritte und kann auch im schulischen
Kontext zum Nachteilsausgleich
verwendet werden.
Training nach eigener Logik
Im Anschluss erhalten Eltern eine
persönliche Beratung mit konkreten
Empfehlungen für den
Alltag sowie Unterstützung im
Austausch mit Schule und Lehrpersonen.
Direkt danach startet
das individuell abgestimmte Training,
das gezielt auf Bedürfnisse
und Stärken eingeht. Jedes Kind
hat dabei seine eigene Logik, mittels
derer es lernt, Hilfsschritte in
den Schulalltag zu integrieren.
Das Training vermittelt nicht nur
Strategien für den Umgang mit
Lesen und Schreiben, sondern
hilft Kindern auch, Sicherheit und
Selbstwert zurückzugewinnen
und wieder Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten zu entwickeln.
Unser Ziel ist es, Kinder nachhaltig
zu stärken und sie auf ihrem individuellen
Lernweg zu begleiten.
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Kinderseiten
Kinder-Seiten
Hallo liebe Kinder!
Ich bin’s – Igor Stachelson! Schön, dich zu sehen!
Hund, Hase, Schnecke und Biene sind sehr hungrig!
Kannst du ihnen helfen, zu ihrem Futter zu gelangen?
Beim nächsten Spaziergang oder Ausflug ins Freibad
kannst du die Bingo-Karte von der gegenüberliegenden
Seite mitnehmen und versuchen, sie voll zu
bekommen.
Ich wünsche dir eine wundervolle Sommerzeit und
ganz viel Spaß in den Ferien!
Dein Igor
TIPP
Diese Schrift (OpenDyslexic) kann Legastheniker*innen beim Lesen helfen
Die Buchstaben sind unten schwerer. Jeder Buchstabe sieht etwas anders
aus. Zwischen den Buchstaben ist mehr Platz. So können viele Kinder
besser lesen. Die Schrift ist frei verfügbar. Infos dazu gibt es unter:
www.legasthenie.at/schriftart-opendyslexic/
Illustrationen © freepik.com/freepik & AdobeStock/ WinWin
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Kinderseiten
SOMMER-BINGO
Nimm diese Seite mit, wenn du hinausgehst, und versuche,
alle Gegenstände zu finden. Wenn du einen Gegenstand
gefunden hast, kreuze ihn in dem kleinen Kästchen an.
Wenn all die kleinen Kästchen voll sind, hast du ein BINGO!
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Termine
Sommer-Reitcamp
Spiel und Spaß mit Pferden,
Katzen und Therapiehund „Cato“.
Auch heuer können wir wieder ein tolles und abwechslungsreiches
Reitcamp in den Sommerferien anbieten.
Aktivitäten
♥ Erlebnisse rund um die Pferde (z. B. Reiteinheiten, Fütterung, Pflege,
Stallarbeit und Satteln)
♥ Kreative Bastelprojekte mit Hufeisen
♥ Fantasiereise
♥ Selbsterfahrung – Selbstwert stärken, Selbstreflexion
♥ Erlebnispädagogische Spiele und Übungen
Elisa Buchberger wird auch in diesem Jahr eine schöne Reitwoche für
die Kinder anbieten. Mit viel Erfahrung, Herzblut und Leidenschaft
bereitet die ausgebildete Reitpädagogin den Kindern eine unvergessliche
Zeit am Hof.
Informationen
Termin: Montag, 10.08.2026 bis
Freitag, 14.08.2026
Alter: 10 – 14 Jahre
Preis: 300 Euro pro
Teilnehmer*in
Ort: Lisi’s Kinderwelt
Obenberg 51
4312 Ried in der Riedmark
Anmeldung
Telefon: +43 7229 62082
E-Mail:
office@kinderhilfswerk.at
Weitere Informationen:
www.kinderhilfswerk.at/
leistungen/kindercamps/
sommer-reitcamp/
Infos & Anmeldung
Illustrationen: © 2026 freepik.com/macrovector
Die Plätze für das Sommer-
Reit-Camp sind bereits vergeben.
Eine Anmeldung für die
Warteliste ist möglich.
Anmerkung
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Termine
© 2026 freepik.com/freepik
Fortbildungsprogramm BTZ Wien 2026
Informationen und Programm
Zeit
Jeweils 09:00 Uhr – 13:00 Uhr
Ort
Kinderhilfswerk BTZ Wien
Rotenturmstraße 29/7
1010 Wien
Raum Lila
Informationen und Anmeldung
Für weitere Informationen zum
Inhalt der Fortbildungen und für
verbindliche Anmeldungen kontaktieren
Sie uns unter:
wien@kinderhilfswerk.at.
Teilnahmebestätigung
Teilnehmer*innen erhalten eine
Teilnahmebestätigung.
Kosten
Für Mitarbeiter*innen und Studierende
des Kinderhilfswerks beträgt
der Unkostenbeitrag 5,00 Euro. Für
externe Zuhörer*innen wird ein
Unkostenbeitrag von 10,00 Euro
pro Fortbildung eingehoben. Diese
Beiträge gehen als Spende an den
Verein Kinderhilfswerk und sind
steuerlich absetzbar.
... und ist jetzt dann wegen mir das Kind weg?
Datum: 23.09.2026 | Vortragende: Mag. a Petra Tresky
Sexuelle Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen – Erkennen, Verstehen, Handeln
Datum: 20.11.2026 | Vortragende: Mag. a Csilla Bittner
Im Schatten der Familie:
Geschwisterinzest als gesellschaftliches Tabu und wahre Realität
Datum: 21.11.2026 | Vortragende: Mag. a Csilla Bittner
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Filmtipp
Die Schule der magischen
Tiere 3 – Voll verknallt!
Filmtipp
© Constantin Film
Deutschland, 2024
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Genre: Familienfilm
Freigegeben: 0 Jahre
Im dritten Teil der beliebten Reihe erleben die Kinder der Wintersteinschule
ein neues gemeinsames Abenteuer. Freundschaften werden
auf die Probe gestellt und alle Schüler*innen müssen ihren Platz
in der Gruppe finden. Während die Klasse an einer gemeinsamen
Aufgabe arbeitet, kommt es zu Unsicherheiten und Konflikten, aber
auch Momenten des Zusammenhalts, die zeigen, wie wichtig gegenseitige
Unterstützung ist.
Im Mittelpunkt steht Benni, der Schwierigkeiten beim Lesen und
Schreiben hat. Diese zeigen sich im Schulalltag und beeinflussen
sein Selbstvertrauen. Sein magisches Tier, die Schildkröte Henrietta,
begleitet ihn dabei und steht für Geduld und Ausdauer. Auch in diesem
Teil der Filmreihe wird wieder einfühlsam gezeigt, dass jedes
Kind seine eigenen Herausforderungen und Stärken hat.
Infobox
Legasthenie – Wir dachten
immer, du bist dumm
© Bildersturm Filmproduktion
Deutschland, 2023
Regie: Daniela Schmidt-Langels
Genre: Dokumentarfilm
Freigegeben: 0 Jahre
Filmtipp
Lese- und Rechtschreibstörungen (LRS) wirken sich auf den Schulalltag
und das Selbstwertgefühl aus. Dieser Dokumentarfilm lässt
betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Legasthenie zu
Wort kommen. Viele Betroffene berichten davon, wie sie über Jahre
missverstanden wurden. Bezeichnungen wie „faul“ oder „weniger
begabt“ begleiten sie über Jahre ihrer schulischen Laufbahn.
Der Film macht deutlich, wie stark das Schulsystem Kinder, im Positiven
wie im Negativen, prägen kann. Gleichzeitig zeigt er, wie wichtig
frühes Erkennen, passende Unterstützung und ein verständnisvoller
Umgang sind. Nur so können Kinder ihre Stärken entfalten und die
gleichen Chancen erhalten wie Kinder ohne LRS.
Infobox
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Buchtipp
Buchveröffentlichung
Unser Wiener Psychotherapeut Valentin Opll
hatte die Ehre, mit der berühmten Schülerin
Viktor Frankls, Frau Prof. Elisabeth Lukas, ein
Buch mit dem schönen und hoffnungsfrohen
Titel „Es ist nie zu spät für ein sinnerfülltes
Leben“ zu veröffentlichen.
Das Buch soll den Leser*innen Mut schenken und zeigen, wie der
Mensch Krisen überwinden kann. Anhand vieler Fallbeispiele wird
deutlich, dass es, wie Viktor Frankl gesagt hat, „keine Situation im
Leben gibt, die nicht doch - wider jedes emotionale Sträuben und wider
allen logischen Scheins - eine Sinnmöglichkeit bietet“.
Wir begegnen in der Psychotherapie und Beratung oft sehr verzweifelten
und hoffnungslosen Kindern, Jugendlichen und Eltern. Ganz
sicher haben sie versucht, sich am eigenen Zopf, wie Münchhausen,
aus dem Sumpf zu ziehen. Manchmal gelingt das aber nicht.
In den Therapiezentren des Kinderhilfswerks arbeiten Menschen, die
ein starkes Seil zuwerfen, das hilft, Schwieriges zu meistern, Krisen
zu überwinden.
In diesem Buch wird gezeigt, dass es stets Hoffnung gibt. Dass es nie
zu spät ist, um Leidvolles zu bewältigen und gesund, zuversichtlich
und mit sinnvollen Aufgaben das Leben zu meistern.
Valentin Opll BEd
Psychotherapeut
Autor
© Privat
Es ist nie zu spät für ein sinnerfülltes Leben
Zwei Viktor-Frankl-Kenner im Dialog
Von
Elisabeth Lukas & Valentin F. Opll
Herausgeber
TYROLIA Gesellschaft m. b. H.
Erscheinungstermin
7. Februar 2026
ISBN-10
3702243240
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Meinungsbilder
Welche Rolle spielt LRS in deinem Leben?
Esra Özdemir, MBA, Senior Finance Expert
Ich bin Mutter von zwei Kindern mit Legasthenie. Anfangs war es
schwer zu verstehen, warum ihnen Lesen und Schreiben so schwerfällt.
Sie bemühten sich sehr, doch die Ergebnisse waren oft enttäuschend
und belasteten ihr Selbstvertrauen.
Heute weiß ich: Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun. Meine
Kinder sind klug und kreativ, sie lernen nur anders. Wichtig sind
Geduld, Verständnis und angepasster Unterricht. Mehr Zeit bei Aufgaben
hilft ihnen sehr. Auch die Bewertung sollte den Inhalt stärker
berücksichtigen. Unterstützung, Lob und Förderung – auch außerhalb
der Schule – stärken Fähigkeiten und Selbstvertrauen. Zusammenarbeit
ist entscheidend.
Esra Özdemir
Heide Rezner
Heide Rezner, Dipl.-Päd.
Als Lehrerin nehme ich das Thema LRS sehr ernst. Entsprechend groß ist
daher der Raum, den das Thema in meinem beruflichen Alltag einnimmt.
Das Arbeiten in der Kleingruppe ist immer förderlicher, da man sich dem
einzelnen Kind besser widmen kann. Ich gebe nur kleine “Häppchen” auf,
da das Arbeiten generell große Anstrengung bedeutet und legasthene
Kinder schneller ermüden und sonst demotiviert sind. Wichtig ist auch
viel Lob, wenn die Kinder dran bleiben, auch wenn sich immer wieder
Fehler einschleichen. Dies stärkt Schritt für Schritt das Selbstbewusstsein.
Eine Kleingruppe bietet außerdem so etwas wie eine Schutzblase, denn
legasthene Kinder gehen sehr gerne ins Vermeiden. Sie fühlen sich so
sicherer und trauen sich auch eher vorzulesen oder im Unterricht aktiv
mitzuarbeiten.
Das Arbeitspensum wird gekürzt, da Schüler*innen mit einer Lese-
Rechtschreib-Schwäche deutlich mehr Zeit benötigen, sich den
altersgemäßen Wortschatz zu erarbeiten. Ich achte außerdem auf eine
größere Schrift bei Texten und größere Zeilen und mehr Platz fürs
Schreiben.
Man muss auch die Eltern mit ins Boot holen und eine Testung vorschlagen.
Es gibt einen gesetzlich verankerten “Nachteilsausgleich” bei Vorliegen
einer LRS. Dies bietet für das Kind einige Vorteile, z. B. dass es mehr
Zeit bei Schularbeiten zur Verfügung hat oder Rechtschreib- und/oder
Leseleistungen teilweise nicht in die Note miteinbezogen werden.
Außerdem habe ich immer wieder beobachten dürfen, dass regelmäßiges
Üben, auch zu Hause, sich positiv auf den Lernerfolg der Kinder auswirkt.
Hayat, Schülerin, 14 Jahre
© Fotos: Privat
Hayat
Hallo, ich bin Hayat, ich bin 14 Jahre alt und ich habe Legasthenie.
Am Anfang war ich traurig und dachte, warum ich? Ich hatte Angst,
dass die Schule sehr schwer wird, aber das stimmt nicht. Heute finde
ich es schön, Legasthenie zu haben. Ich sehe Dinge anders als andere
und finde das besonders. Bei Prüfungen bekomme ich mehr Zeit und
meine Rechtschreibung wird nicht bewertet, dafür bekomme ich volle
Punkte, was ich sehr gut finde. Natürlich muss ich mehr üben als
andere, aber ich gehe in einen Legastheniekurs, der mir sehr hilft. Es
ist nichts Schlimmes und nichts, wovor man Angst haben muss.
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Kontakt / Standorte
Linz
Wien
Traun
Ihre Ansprechpartnerin
Mag. a Martina Eichhorn
Ihre Ansprechpartnerin
Christina Schreckenthaler
Ihre Ansprechpartnerin
Tamara Hinterhölzl
Beratungs- und Therapiezentrum
Linz
Garnisonstraße 17/C2
4020 Linz
Tel.: +43 732 791617
linz@kinderhilfswerk.at
Telefonzeiten
Mo. - Do.: 8:30 - 13:30 Uhr
Termine nach Vereinbarung
Beratungs- und Therapiezentrum
Wien
Rotenturmstraße 29/7
1010 Wien
Tel.: +43 1 8101306
wien@kinderhilfswerk.at
Telefonzeiten
Mo.: 8:30 - 17:00 Uhr
Di. - Do.: 8:30 - 13:30 Uhr
Termine nach Vereinbarung
Spendenservice und
Verwaltung Traun
Obere Dorfstraße 20
4050 Traun
Tel.: +43 7229 62082
office@kinderhilfswerk.at
Telefonzeiten
Mo. - Do.: 9:00 - 14:00 Uhr
Fr.: 9:00 - 12:00 Uhr
Österreichweite Kooperationspartner
Beratungs- und Therapiezentren Linz & Wien
Verwaltung und Spendenservice Traun
Kooperationstherapeut*innen
Stand Mai 2026
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Erfolgsgeschichte & Vorschau
Neues und Nennenswertes
Spannende Projekte
Das erste Halbjahr 2026 war im Kinderhilfswerk geprägt von neuen,
spannenden Entwicklungen und dem Start der Umsetzung eines Herzensprojektes
– dem Kauf eines eigenen Grundstücks mit anschließendem
Neubau am Linzer Pöstlingberg. Hier soll unser "Haus der
Kinder" - unser neues Beratungs- und Therapiezentrum Linz entstehen.
Wir freuen uns auf die kommende Zeit und werden regelmäßig
über den Projektfortschritt berichten.
Wie immer gebührt unser herzlicher Dank unseren Unterstützer*innen.
Nur mit dem Engagement und der Hilfe zahlreicher
Spender*innen ist es möglich, unsere Leistungen stets in gewohnter
Qualität anzubieten.
Von Jänner bis Ende April 2026 konnten wir, dank der Unterstützung
unserer Spender*innen, 2.500 Kindern, Jugendlichen und deren
Bezugspersonen mit 5.666 Einheiten helfen!
Sie schenken neue Hoffnung und Zuversicht - Danke!
Spenden an: Verein Kinderhilfswerk - Hypobank Linz
IBAN: AT74 5400 0000 0001 0777
KI als Therapeut*in
Ein Blick in die nächste Ausgabe
In unserer nächsten Magazinausgabe widmen wir uns dem spannenden
Thema „KI als Therapeut*in“. Das Thema künstliche Intelligenz
als Hilfestellung bei psychologischen Themen begleitet uns
vermehrt auch in unserer therapeutischen Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen. Immer mehr junge Menschen bauen diese neue Technologie
als „digitale Therapeut*innen“ in ihren Alltag ein.
Freuen Sie sich also auf interessante Beiträge, aktuelle Studienlagen
und Hilfestellungen für die Nutzung von KI-gestützten Therapie-Apps
im Alltag.
© 2026 freepik.com / freepik
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25 Jahre Spendengütesiegel / Impressum
25 Jahre Spendengütesiegel
Seit einem Vierteljahrhundert steht das Österreichische Spendengütesiegel
für Transparenz, Verantwortung und einen sorgfältigen Umgang
mit Spendengeldern.
Dieses besondere Jubiläum wurde am 21. Mai 2026
beim 13. OSGS Forum gefeiert. Auf dem Programm
standen ein Rückblick auf die Entwicklung des
Spendengütesiegels, aktuelle Einblicke in den Non-
Profit-Bereich sowie verschiedene Workshops.
Auch das Kinderhilfswerk war bei dieser Jubiläumsveranstaltung
vertreten. Obmann und Geschäftsführer Peter Begsteiger
nahm am Forum teil und unterstrich damit die Bedeutung von Transparenz
und Vertrauen für unsere Arbeit.
Das Kinderhilfswerk trägt seit 2008 durchgehend das Spendengütesiegel.
Für uns ist diese Auszeichnung ein Qualitätsmerkmal und ein
Zeichen dafür, dass wir verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten
Spenden umgehen. Nur das Vertrauen unserer Fördermitglieder und
aller an uns spendenden Menschen ermöglicht es uns, Kinder und Familien
nachhaltig zu unterstützen.
25 Jahre Spendengütesiegel zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Offenheit,
Nachvollziehbarkeit und Transparenz im Spendenwesen sind. Werte,
denen sich auch das Kinderhilfswerk verpflichtet fühlt.
Impressum
Herausgeber und Medieninhaber: Kinderhilfswerk, gemeinnütziger und unabhängiger Verein, Rotenturmstraße
29/7, 1010 Wien. ZVR-Nr.: 903855763. Geschäftsführer: Peter Begsteiger, E-Mail: peter.b@kinderhilfswerk.at.
Redaktionsleitung: Mandý Röver & Elena Bertolini, E-Mail: redaktion@kinderhilfswerk.at. Auflage: 23.500 Stück,
zweimal jährlich. Grafik & Layout: Mandý Röver. Cover-Foto: © 2026 iStockphoto.com/PeopleImages. Fotos: Nicht
gekennzeichnete Fotos © Kinderhilfswerk. Illustrationen: Mag. Sandra Klepp-Reinthaller. Bilder Kinderseiten:
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Copyright: Namentlich gekennzeichnete Artikel geben ausschließlich die Meinung der Autor*innen wieder, sie muss
nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Wenn nicht anders vermerkt, verbleibt das Urheberrecht
bei den einzelnen Verfasser*innen. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung
außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung der jeweiligen Autor*innen. Die
Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser
Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Einige Artikel dieses Magazins wurden mit Unterstützung von
KI erstellt, überarbeitet oder lektoriert, jedoch stets mit menschlicher Kontrolle und finaler Prüfung. Leserzuschriften
können auch gekürzt wiedergegeben werden.
Das Österreichische Umweltzeichen
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WENN
DIE SEELE
WEH TUT
Dann braucht
es mehr als
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