HANSA 07-2026
Spotlight on new ships | People & Podcast | Märkte | Schifffahrt | Schiffstechnik | Tech-Innovation powered by VDMA | Digita Hub | Green Hub | Häfen | Ports | Port Hub
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Est. 1864 07 | 2026
International
Maritime
Journal
Wasserbau & Infrastruktur
Es wird gebaggert: Der große
Überblick über wichtige
Projekte an deutschen Küsten
SMM als Spiegelbild
Interview mit Claus-Ulrich
Selbach über die Leitmesse,
wichtigste Themen und die Politik
Innovator-Awards
Wer sind die »Maritime Innovators«
des Jahres? Die HIPER-Konferenz im
exklusiven Rückblick
163 . Jahrgang
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01 04
Sept 2026
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Was ist Schlüsseltechnologie?
Michael Meyer – Chefredakteur
Im Duden steht hinter dem Begriff
»Schlüsseltechnologie« Folgendes: Technologie,
die in einem bestimmten Bereich
eine Schlüsselstellung einnimmt,
die für einen Bereich äußerst wichtig ist.
Das klingt erst einmal nicht sonderlich
hilfreich. Die Frage ist: Was folgt daraus?
Die Bundesregierung arbeitet mit dem
Begriff. Was sie darunter für die Praxis
konkret versteht, ist aber nicht so klar.
Das hier soll aber natürlich keine
Sprachkunde werden, sondern die Aufmerksamkeit
auf ein industriepolitisch relevantes
Projekt lenken: Der Volkswagen-
Konzern stößt 51 % am ehemals als MAN
bekannten Motorenbauer Everllence aus
ökonomischen Gründen ab – seines Zeichens
einer der wichtigsten Lieferanten
für die Schifffahrt. Der US-Finanzinvestor
Bain Capital hat den Verkaufspoker gewonnen.
Auch an anderen hiesigen maritimen
Spezialisten gibt es immer wieder
Interesse – sowohl aus dem nahen wie
auch aus dem fernen Ausland. Oft gilt
Ähnliches: Passt eine solche Eigentümerstruktur
ins aktuelle Bild, selbst wenn VW
49 % und so ein gewisses Mitspracherecht
über die Everllence-Zukunft behält?
Ob die VW-Ankündigung, diesen Anteil
behalten zu wollen in der nächsten konzernweiten
Neuausrichtung Bestand hat?
Ob Bain Capital ein »guter« Eigner ist? Das
wird sich alles erst noch zeigen müssen.
Was sich aber bereits gezeigt hat: Die Industriepolitik
– Stichwort Schlüsseltechnologie
– ist noch immer eine verhältnismäßig
offene Flanke der Bundesregierung.
Der Staat hat vor einigen Jahren den
Marine-Schiffbau als Schlüsseltechnologie
eingestuft, die es politisch zu schützen
gilt. Seinerzeit stellte die Industrie fest,
dass dadurch viele Zulieferer mitgemeint
sein dürften, die sowohl im Marine- als
auch im zivilen Handelsschiffbau aktiv
sind. Man erinnere sich: Aus der Politik
war darauf kein großes Dementi zu hören.
Heute sieht die Welt noch einmal ganz
anders aus. Seit Monaten bekommen wir
zu hören, dass auch die zivile Handelsschifffahrt
eine enorme Bedeutung für
die Resilienz und im Notfall für die Verteidigungsfähigkeit
des Landes hat.
Schlüsselindustrien in der Hand von
Private Equity? Sicher, Investitionen könnten
erleichtert werden, wenn der Zugang
zu Kapital besser ist. Aber dennoch …
Rendite-Erwartungen und Exit-Orientierungen
von Finanzinvestoren erscheinen
nicht als eine besonders geeignete
Option für die Zukunft von Everllence.
Kaum vorhersehbar wären die Folgen
eines möglichen Weiterverkaufs an wen
auch immer in einigen Jahren – denn das
machen Finanzinvestoren so, es ist Teil
ihrer ökonomischen DNA.
Es bleibt zu hoffen, dass die Sorge
unseres Kollegen Hans-Uwe Mergener
unbegründet bleibt, der auf www.hansaonline.de
im Zuge der Everllence-Entwicklungen
davon sprach, dass sich ein
»vertrautes Muster« wiederholen und
sich die Einstufung von Marineschiffbau
und maritimer Antriebstechnik als Schlüsseltechnologie
als »umfallender Sack Reis
in China« erweisen könnte.
Private Equity ist nicht per se der Feind.
Aber Berlin sollte sich Gedanken darüber
machen, wie es den Begriff »Schlüsseltechnologie«
mit Leben füllt. Das wird in
Regierungskreisen sicherlich gemacht.
Möglicherweise hat der Bund bei der
Everllence-Frage hinter verschlossenen
Türen mitgesprochen. Aber vielleicht ist
es an der Zeit, vor die Tür zu treten und
ein Signal zu senden, was in der industriepolitischen
Regierungs-Fibel hinter
dem Begriff Schlüsseltechnologie wirklich
und ganz konkret steht.
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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INHALT | CONTENTS
07 2026
3 EDITORIAL
3 – Was ist Schlüsseltechnologie?
6 SPOTLIGHT ON NEW SHIPS
6 – Die Lloyd Werft soll den Maybach unter
den Yachten bauen
40 – Von LNG bis Wasserstoff: »Gotland Horizon X«
setzt auf Flexibilität
41 – Crist-Werft baut erste vollektrische Fähre für
estnische Staatsflotte
42 – Bureau Veritas beleichtet Nukleartechnik
44 – John Cooper | CEO | BAR Technologies:
»Wind is no longer niche«
8 MOMENTAUFNAHME
10 PEOPLE & PODCAST
12 MÄRKTE | MARKETS
12 – Zwischen Ratenplus und Kapazitätsdruck
13 – Orders & Sales
14 – Rates & Fixtures
16 SCHIFFFAHRT | SHIPPING
16 – Euopas Coaster-Flotte alter schneller als
Neubauten nachkommen
18 – Tailwind wählt die deutsche Flagge
20 – YSM 2026: Shipbroking-Youngsters entern
die »Cap San Diego«
22 – HIPER 2026 highlights wind propulsion and
integrated ship design
25 – HIPER Maritime Innovator Awards 2026
26 SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
26 – Claus-Ulrich Selbach | Vice President Exhibitions
Maritime & Energy | Hamburg Messe &
Congress: »Die SMM ist der richtige Ort«
30 – FSG legt DLR-Schiff auf Kiel
32 – »Bei Meyer Yachts bekommt man das
volle Programm«
36 – Green Ports«: »Wir zeigen, wie Umweltschutz
im Hafen funktioniert«
46 TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA –
MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
54 DIGITAL HUB
56 GREEN HUB
58 HÄFEN | PORTS
58 – Wasserbau-Projekte an der deutschen Küste
64 – Cuxhavens neues Tor zur Windkraft
66 – TEN-V unter Druck: Wenn Zeitpläne und
Budgets aus dem Ruder laufen
68 – Gibraltar-Tunnel: Das Nadelöhr unterqueren
70 PORT HUB
72 TERMINE
73 IMPRESSUM
74 LETZTE SEITE
74 – Banker gewinnen das Fußball-Duell
gegen Reeder
74 – VHBS richtet erste Padel Cups
für Schiffsmakler aus
Foto: Marco Heinen
S.O.S.
Erste Hilfe
für die Seele
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Bord: Arbeitsunfälle, Piraterie, Suizide
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4 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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Wednesday, 2 September
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SPOTLIGHT
Spotlight on
new ships
Lloyd Werft soll den Maybach
unter den Yachten bauen
© Dölker + Voges Design
In Bremerhaven soll eine der ungewöhnlicheren
Megayachten der kommenden
Jahre entstehen. Der elitäre Maybach
Ocean Club hat sich bei der Lloyd Werft
einen Bauplatz für die 155 m lange
»Beyond Horizons« gesichert – und aus
einem Konzept wird langsam ein Schiff.
Noch ist der endgültige Schiffbauvertrag
nicht unterschrieben. Bis Ende 2026
soll er jedoch abgeschlossen sein, die Ablieferung
ist unterdessen für die Wintersaison
2029/2030 geplant. Für den Maybach
Ocean Club ist die Vereinbarung
trotzdem mehr als eine Formalie: Sie
markiert den Punkt, an dem ein bislang
vor allem konzeptionelles Luxusprojekt
zum konkreten Schiffbauvorhaben wird.
Kapitän Matthias Bosse, Mitgründer
und Geschäftsführer des Clubs, nennt
es einen »entscheidenden Moment« auf
dem Weg von der Vision zur Realisierung.
Die Lloyd Werft bringe »deutsche
Ingenieurskunst, Präzision und Diskretion«
in das Projekt ein. Das Ziel: gemeinsam
eine »Ikone zeitgenössischen Luxus
auf See« zu schaffen.
Für Bremerhaven spricht auch die Biografie
der Werft. Die 1857 gegründete
Lloyd Werft hat im Megayachtbau bereits
Spuren hinterlassen – unter anderem
bei technologisch anspruchsvollen Projekten
wie »Luna« und »Solaris«. Hinter
der Werft stehen heute zwei gewichtige
Gesellschafter: Lürssen und Zech. Lloyd-
Werft-Geschäftsführer Thorsten Rönner
verweist insbesondere auf die internationale
Reputation von Lürssen im Bau
großer Yachten.
Die »Beyond Horizons« soll etwas anderes
werden als das, was der Yachtmarkt
kennt. Das Modell des Maybach Ocean
Club grenzt sich bewusst vom klassischen
Privateigentum ab – und ebenso
vom Chartergeschäft. Stattdessen setzt
das Projekt auf ein streng limitiertes Shared-Ownership-Konzept:
Maximal 300
ausgewählte Personen weltweit sollen
Zugang zu dem Schiff erhalten, jede Mitgliedschaft
umfasst rund vier Wochen
pro Jahr an Bord. Verwaltung, Technik
und Betrieb werden zentral organisiert.
Die Eigentumsrechte sollen über eine
eigens gegründete Stiftung gebündelt
werden. Dahinter steckt eine schlichte
Beobachtung der Initiatoren: Viele Yachten
liegen den größten Teil des Jahres
still, während Crew-, Energie- und Wartungskosten
weiterlaufen.
Auch optisch soll die Verbindung zur
Marke sichtbar bleiben. Der Club wurde
vom Yachtspezialisten Splendid Sea in
offizieller Partnerschaft mit Mercedes-
Maybach entwickelt. Die Automobildesignphilosophie
der »Sensual Purity« soll
in die maritime Welt übersetzt werden.
Das Exterieur und die mehr als 4.600 m²
große Decksfläche entstanden in Zusammenarbeit
zwischen dem Designteam
von Mercedes-Benz und Dölker + Voges
Design – mit langgezogenen Proportionen,
skulpturalen Oberflächen und markentypischen
Maybach-Elementen.
Technisch ist ein Hybridantrieb vorgesehen,
dazu eine Vorbereitung für den
späteren Betrieb mit Methanol. Bis dieser
Kraftstoff in der Schifffahrt in größerem
Umfang verfügbar ist, soll Biodiesel
als Übergangslösung dienen.
Das Projekt verbindet damit mehrere
Entwicklungen, die den Yachtmarkt gerade
prägen: größere Einheiten, engere
Markenbindung, neue Eigentumsmodelle
und der Versuch, auch im Ultra-Luxussegment
alternative Kraftstoffe mitzudenken.
Ob daraus tatsächlich ein neues Segment
entsteht, wird sich frühestens zeigen,
wenn die »Beyond Horizons« Ende
des Jahrzehnts Kurs auf ihre ersten
Reisen nehmen wird.
AW/JWY
6 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SMM MARITIME START-UP
SMM MARITIME START-UP
DAY NIGHT 2026
DAY & NIGHT 2026
02.09.2026
SMM 02.09.2026
HAMBURG
SMM HAMBURG
Digital Stage +++
Digital Stage +++
Hall Hall
Digital B6
B6
Stage +++
Hall B6
SMM Hamburg 2026: Opening our doors
SMM Hamburg 2026: Opening our doors
on SMM September Hamburg 2026: 2nd Opening for international our doors
on September 2nd for international
maritime on September start-ups 2nd to for showcase international
their
maritime start-ups to showcase their
newest maritime solutions. start-ups to showcase their
newest solutions.
newest solutions.
WHAT´S IN
IN
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Win a free SMM
Win free SMM
booth Win a for free 2028 SMM
&
booth for 2028 booth a HANSA for 2028 Media&
HANSA Media
a voucher HANSA worth Media
voucher worth
voucher 10.000 Euro worth
10.000 Euro
10.000 Euro
Start-up Booth
Start-up Booth
Start-up Booth
Start-up Route
Start-up Route
Start-up Route
Start-up Pitch Day Event
Start-up Pitch Day Event
Start-up Pitch Day Event
SMM Maritime Start-up Award
SMM Maritime Start-up Award
SMM Maritime Start-up Award
Start-up Aftershow-Party
Start-up Aftershow-Party
Start-up Aftershow-Party
MARITIME
MARITIME
START-UP START-UP MARITIME
PITCHES
PITCHES
START-UP PITCHES
MARITIME
MARITIME
START-UP START-UP MARITIME
AWARD
AWARD
START-UP AWARD
START-UP
START-UP
AFTERSHOW-PARTY
AFTERSHOW-PARTY
START-UP
AFTERSHOW-PARTY
COOPERATION PARTNER:
COOPERATION PARTNER:
COOPERATION PARTNER:
REGISTER NOW
REGISTER NOW
www.maritimestartups.de
www.maritimestartups.de
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SPONSOR:
SPONSOR:
SPONSOR:
MEDIAPARTNER:
MEDIAPARTNER:
MEDIAPARTNER:
MOMENTAUFNAHME
Lidl bringt Heilbronn auf die »See-Weltkarte«
Hamburg, Bremen, Rostock, Haren, Leer, Kiel ... alles bekannte Heimathäfen
deutsch-geflaggter Schiffe. Aber was sich die Macher der »Lidl-Reederei« Tailwind
da jetzt ausgedacht haben, hievt eine neue Stadt auf die maritime Weltkarte. Die
Rede ist von Heilbronn. Ja, tatsächlich: Gemeint ist das Heilbronn am Neckar im
dann doch eher süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit der »Panda
001« wurde das erste Tailwind-Schiff jetzt unter deutsche Flagge gebracht. Heilbronn
wurde aufgrund der Nähe zum Lidl-Hauptsitz in Neckarsulm gewählt.
Klingt profran, macht sich aber gut als Momentaufnahme, wie wir finden.
Foto: Tailwind Shipping
8 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2026
MOMENTAUFNAHME
Liebe Leser, wenn auch Sie eine maritime Moment aufnahme eingefangen haben,
schicken Sie uns gern das Foto mit ein paar erklärenden Zeilen dazu an: redaktion@
hansa-online.de. Hinweis: Der Verlag behält sich das Recht vor, eingegangene Fotografien
für redaktionelle Zwecke weiterzuverwenden.
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2026
9
PEOPLE & PODCAST
■ ICS: John Denholm ist neuer Vorsitzender
der International Chamber
of Shipping. Er löst
Emanuele Grimaldi
ab, der seine vierjährige
Amtszeit
beendet. Denholm
ist Executive Chairman
des Familienunternehmens
J. & J.
Denholm sowie von Denholm Energy
Services. Weitere Führungspositionen
waren bei der UK Chamber of Shipping
und der Bimco.
■ LLOYD’S REGISTER: Matthias
Altendorf übernimmt den Vorsitz der
Klassifikationsgesellschaft
Lloyd’s Register.
Der Schweizer
folgt auf Thomas
Thune Andersen.
Altendorf kann auf
eine fast 40-jährige
Karriere bei Endress+Hauser zurückblicken.
Er begann seine Laufbahn als
Werkzeugmacher, von 2014 bis 2023
war er CEO des Unternehmens.
Personalie des Monats: WISTA wählt neuen Vorstand
■ WISTA: Carolyn Köhler, Fleet Manager bei Bernhard Schulte Shipmanagement, ist
neue Präsidentin von WISTA Germany. Sie folgt auf Kathrin Prikker, Geschäftsführerin
von Top Glory Marine Service, die während ihrer Amtszeit unter anderem die Standorte
Bremen und Leer gegründet hat. Köhler gab an, junge Frauen mit WISTA Young stärker
unterstützen zu wollen. Auch Digitalisierung und Dekarbonisierung sollen eine Rolle in
ihrer Amtszeit spielen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden folgende Positionen
neu besetzt: Sabine Zeller (Schatzmeisterin), Corinna Seidel (Eventmanagerin), Isabell
Hackensohn (Kontaktmanagerin) und Clarissa Androsoni (Pressereferentin). Im Vorstand
bleiben Vizepräsidentin Susanne Coulibaly und Compliance Managerin Christina Kertscher.
■ MAERSK: Scott Elliott ist zum Chef
der Asien-Pazifik-Region der Reederei
Maersk ernannt worden.
Schon seit Januar
hatte er den Posten
kommissarisch
ausgeübt. Elliott ist
seit 2020 bei Maersk
tätig, vor seinem
Wechsel arbeitete er
als President und Division CFO für den
Bereich Global Forwarding bei Toll Global
in Singapur.
■ PORT OF ANTWERP-BRUGES: Rob
Smeets ist neuer CEO des belgischen
Doppelhafens Antwerpen-Brügge.
Er
folgt auf Jacques
Vandermeiren, der
seinen Rücktritt angekündigt
hatte.
Smeets ist seit über
20 Jahren im Unternehmen
und seit 2019 als COO Mitglied
des Vorstands. Seine Amszeit soll zunächst
auf sechs Jahre begrenzt sein.
■ KADEMATIC: Stefan Körber ist neuer
Geschäftsführer der Kadematic Seenotrettungsgeräte
GmbH. Er folgt auf Silke
Breig und hat den
Posten interimsweise
bis Ende Oktober
2026 übernommen,
während das Unternehmen
die Neuaufstellung
vorbereitet. Körber bringt über
20 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen
in der Konsumgüterindustrie mit.
■ DAL / ESSBERGER: Caroline von Rantzau (†), Tochter des Reedereichefs Eberhart von Rantzau und
seiner Frau Patricia (geb. Tamm), ist im Alter von 26 Jahren durch einen tragischen Unfall in Südafrika
ums Leben gekommen. Die gebürtige Hamburgerin war erst im letzten Jahr in das Familienunternehmen
Deutsche Afrika-Linien / John T. Essberger eingetreten, nachdem sie zuvor für Clarksons und den Chemiekonzern
Helm tätig gewesen war. Verbunden war sie mit dem Unternehmen allerdings seit ihrer Geburt;
die Schifffahrt habe eine »entscheidende Rolle« in ihrer Kindheit gespielt. Im Alter von nur zehn Jahren
wurde sie Taufpatin des Tankers »Caroline Essberger«. Ihr Studium absolvierte sie in München, Dublin
und zuletzt der Bayes Business School in London, wo sie ihren Master-Abschluss in Shipping, Trade &
Finance erwarb. Gemeinsam mit ihrem Bruder Philipp und ihrem Cousin Georg von Rantzau gehörte sie
zur vierten Generation der Familie Von Rantzau-Essberger. »Die Familie und alle, die sie kannten, sind tief
von ihrem plötzlichen Tod betroffen«, teilte das Unternehmen mit. Caroline habe ihre Familie sowohl in
Deutschland als auch international vertreten. In Erinnerung bleiben werde sie für ihre Ehrlichkeit, Integrität
und Intelligenz.
10 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
Prominente Gäste
im maritimen Talk
BREMER RHEDERVEREIN
Angelica Lorenz Medina & Robert Völkl
Er war 28 Jahre im Amt, sie ist die erste Frau an der Spitze des
1884 gegründeten Bremer Rhedervereins: Die neue Geschäftsführerin
Angelica Lorenz Medina und ihr Vorgänger Robert
Völkl blicken im Gespräch mit der HANSA gemeinsam auf den
Schifffahrtsstandort Bremen. Lorenz Medina ist gelernte Speditionskauffrau
und hat viele Jahre im Seefracht-Geschäft gearbeitet.
Nun wechselt sie von der operativen Ebene auf die
Verbandsebene. Neu ist vor allem die politische Arbeit. Ihr Vorgänger
stand ihr die ersten Wochen beratend zu Seite. Völkl und Lorenz Medina teilen
eine ähnliche Sichtweise auf die Art und Weise, wie der Rhederverein in der Arbeit mit
Politik und Verwaltung erfolgreich sein kann. Im Gespräch geht es unter anderem um
eine Halbierung der Flotte und ungesunde Dynamiken. Völkl sieht aktuell eine positive
Tendenz in der Flotte der Bremer Reedereien, und er geht auf Gespräche über Investitionen
ein, die trotz der unsicheren geopolitischen Lage Sinn ergeben können.
HAMBURG MESSE UND CONGRESS
Claus-Ulrich Selbach
Anfang September öffnet die SMM wieder ihre Pforten für die globale
maritime Industrie: In den Hamburger Messehallen – und zwar in
allen Hallen – trifft sich die Branche zum zweijährlichen Stelldichein.
Claus-Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy
bei der Hamburger Messegesellschaft HMC und damit einer der
Macher SMM, spricht ausführlich über (alte und neue) thematische
Schwerpunkte, Effekte der aktuellen geopolitischen Verwerfungen
und den Fokus auf Technologie. Die Hallen sind ausgebucht, die Nachfrage groß. Auf
ein »Rattenrennen« um konkrete Aussteller- und Besucherzahlen mit anderen Messen
will er sich aber nicht einlassen und erklärt, was für ihn wirklich zählt – Stichwort »Buzz
in den Gängen«. Der SMM-Chef erläutert, zu welchem Punkt ihm und seinem Team die
Beiräte aus der Industrie die »Ohren langgezogen« haben und wie die Messe darauf mit
Investitionen reagiert. Mehr dazu lesen Sie auf S. 26 in dieser Ausgabe.
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HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
MÄRKTE | MARKETS
Zwischen Ratenplus und Kapazitätsdruck
Steigende Spotraten stützen den Containerlinienmarkt kurzfristig, doch Orderbuch,
Routenrisiken und neue Ladungsströme bestimmen den Ausblick. Von Joshua Wygand
Der internationale Containerlinienmarkt
bleibt von kurzfristigen Ausschlägen und
langfristigen Strukturfragen geprägt.
Der britische Makler Braemar sieht die
Branche derzeit in einem Spannungsfeld
aus steigenden Spotraten, höheren
Bunkerzuschlägen, geopolitischen
Umleitungen und einem weiter großen
Orderbuch.
Nach Einschätzung der Analysten ist
die aktuelle Markterholung vor allem taktisch
getrieben. Seit Mai ist der Freightos
Baltic Index (FBX) um 36 % auf rund
3.300 $/FEU gestiegen. Auf der Transpazifik-Route
zur US-Westküste legten die
Spotraten demnach um mehr als 100 %
zu. Hintergrund sind höhere Bunkerpreise,
neue Zuschläge sowie Vorzieheffekte
von Verladern, die zusätzliche Kosten
und mögliche Zölle vermeiden wollen.
Eine strukturelle Erholung leitet Braemar
daraus jedoch noch nicht ab: Der
Markt verarbeitet weiterhin die seit
2024 abgelieferte Neubaukapazität von
5,5 Mio. TEU. Gleichzeitig liegt das globale
Orderbuch bei rund 13,8 Mio. TEU.
Die Überkapazität wird derzeit vor allem
durch geopolitische bedingte Deviationen
und Einschränkungen in wichtigen
Fahrtgebieten abgefedert.
Ein Risikofaktor bleibt weiterhin die
Routenführung: Die mögliche Freigabe
von rund 300.000 TEU-Kapazität aus
dem Nahen Osten würde nach Einschätzung
von Linerlytica kurzfristig nur
begrenzt auf die Raten wirken, da dies
MSC ist aktuell mit rund 1.000 eigenen
Einheiten die größte Reederei der Welt
lediglich rund 0,9 % der Weltflotte entspricht.
Deutlich größer wäre der Effekt,
falls Linienreedereien wieder im größeren
Stil durch das Rote Meer fahren
würden. Kürzere Reisen könnten dann
Kapazität freisetzen und Spotraten unter
Druck setzen.
Langfristig sieht Braemar dennoch
Nachfragepotenzial. Der Broker verweist
auf eine Analyse der Weltbank, nach der
KI, Energiesicherheit und regionale Handelsintegration
die 2030er-Jahre zu einer
stärkeren Wachstumsphase machen
könnten. Für die Containerschifffahrt
würde dies vor allem veränderte Warenströme
bedeuten. Regionale Handelsabkommen
haben laut Bericht deutlich
zugenommen und stehen inzwischen
für rund 60 % des Welthandels.
Damit verschiebt sich auch der Blick
auf die Flotte. Braemar erwartet mehr
Bedeutung für Intra-Asia-Verkehre,
© Wygand
Nord-Süd-Routen und Nearshoring-Verbindungen,
etwa zwischen Mexiko und
den USA oder Osteuropa und der EU.
Das Orderbuch spiegelt diese Entwicklung
teilweise wider: Von 1.621 bestellten
Containerschiffen entfallen nur 114
Einheiten auf Schiffe ab 20.000 TEU. Der
Schwerpunkt liegt damit stärker auf mittleren
und regional einsetzbaren Größen.
Auch die Energiewende könnte zusätzliche
Containerladung erzeugen. Komponenten
für Solar- und Batterieprojekte,
Turbinen, Energieinfrastruktur und
verwandte Güter werden zunehmend in
Containern transportiert. Zugleich verändern
Klimaregeln die Kostenstruktur.
Die Rangliste der größten Linienreedereien
unterstreicht zugleich den anhaltenden
Kapazitätsaufbau; MSC führt
mit 7,33 Mio. TEU und rund 1.000 Schiffen
vor Maersk mit 4,72 Mio. TEU und
CMA CGM mit 4,35 Mio. TEU. Besonders
hoch ist der relative Ausbau bei Cosco
und CMA CGM. Cosco verfügt über ein
Orderbuch von 1,67 Mio. TEU, entsprechend
46,3 % der bestehenden Kapazität.
Hapag-Lloyd steht mit 2,3 Mio. TEU
und 286 Schiffen auf Rang fünf. Das
HLAG-Orderbuch umfasst 506.85 TEU
auf 63 Einheiten und entspricht 21,3 %
der bestehenden Flotte. Langfristig
hängt viel davon ab, ob Regionalisierung,
Energiewende und KI-Infrastruktur
tatsächlich genügend zusätzliche
Ladung erzeugen, um die neue Kapazität
aufzunehmen.
■
SHORTSEA MIT »FIXBO«
Der Shortsea-Index Fixbo
wird vom Zentralverband
deutscher Schiffsmakler
weitergeführt – und wird
ab sofort auch an dieser
Stelle veröffentlicht.
Fixbo sammelt anonymisierte
Fixture-Daten
und bildet daraus einen
Frachtraten-Index für den
Shortsea-Verkehr in den
europäischen Gewässern.
Juni 2026: 37,57 €/t
12 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
MÄRKTE | MARKETS
NEUBAU Reederei Anzahl Größe Werft Ablieferung Preis in Mio $
Container
Bulker
Tanker
Hongkong 2 (+ opt. 2) 2.700 TEU China 2028 k.A.
China 4 (+ opt. 2) 1.900 TEU China k.A. k.A.
China 2 6.100 TEU China 2028 k.A.
Malaysia 2 3.300 TEU China 2029 40,0
Griechenland 1 82.000 tdw Japan 2028 k.A.
Griechenland 1 64.000 tdw Japan 2028 k.A.
Griechenland 1 64.000 tdw Japan 2028 k.A.
Griechenland 2 181.000 tdw China 2028 k.A.
Griechenland 12 307.000 tdw China 2027/ - ca. 122,5
Korea 4 306.000 tdw China 2029 125,0
Schweiz 2 157.000 tdw China 2029 85,0
Bermuda 2 158.000 tdw Südkorea 2028 92,0
USA 6 (+ opt. 2) 115.000 tdw Südkorea 2028 / - 73,5
S & P Name Größe Baujahr Bauort Käufer Verkäufer Preis in Mio $
Container
Bulker
HT Capricorn 5.100 TEU 2010 China Fernost k.A. 48,0
Ian H 5.936 TEU 2000 Deutschland k.A. Technomar Shipping 25,0
Manet 2.226 TEU 2001 Taiwan k.A. ConChart Commercial 13,5
Kumasi 2.015 TEU 2001 Taiwan k.A. k.A. 13,5
Ehime Queen 181.221 tdw 2016 Japan China k.A. 57,5
Key Hunter 82.099 tdw 2011 Japan Griechenland k.A. 21,0
Jade 55.090 tdw 2010 China Türkei k.A. 15,0
Seacon Colombo 40.400 tdw 2026 China Großbritannien k.A. 35,6
Tanker
STI Broadway 109.999 ttdw 2014 Südkorea Griechenland k.A. 70,0
STI Lauren 109.999 tdw 2015 Südkorea Griechenland k.A. 73,0
STI Winnie 109.999 tdw 2015 Südkorea Griechenland k.A. 73,0
Merengue 38.431 tdw 2007 China k.A. k.A. 15,0
Hans Maersk 37.961 tdw 2009 Südkorea k.A. k.A. 21,0
Maxim 296.887 tdw 2011 China Sinokor Sincere Navigation 82,0
Okee John T 53.712 tdw 2006 Japan undisclosed Okee Maritime 16,0
Hellas Fighter 49.997 tdw 2015 Südkorea Euroholdings Latsco Marine 39,25
ABWRACKUNG Name IMO-Nummer Baujahr + Land $/LDT Ziel tdw
Tanker Dragon Victor 9127667 1997 Italien 375 Indien 40.727
Container Sunny Palm 9128300 1996 Südkorea k.A. Bangladesch 5.848
Kühlschiff Sanwa Fontaine 8204121 1982 Japan 450 Bangladesch 3.917
General Cargo
Oriental Dragon 9085091 1993 Japan 465 Bangladesch 2.742
Yamal Irbis 8502092 1998 Malta k.A. Türkei 7.049
Afer 8913332 1991 Türkei k.A. Türkei 5.559
Stand : 17. Juni 2026 / Keine Gewähr für Vollständigkeit
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
13
MÄRKTE | MARKETS
125000
Container – Time Charter Rates
725 TEU 1000 TEU 1700 TEU 2000 TEU 2500 TEU 2750 TEU 3500 TEU
4400 TEU 6700-7000 TEU 8800-9200 TEU
100000
$ / d
75000
50000
25000
0
25.07.2025
29.08.2025
26.09.2025
24.10.2025
28.11.2025
26.12.2025
30.01.2026
27.02.2026
27.03.2026
24.04.2026
29.05.2026
26.06.2026
Container – Newbuilding Prices
725 TEU 1000 TEU 2000 TEU 2750 TEU 6600 TEU 15000 – 16000 TEU
Container – Secondhand Prices
725 TEU 1000 TEU 1700 TEU 2750 TEU 6600 TEU 9000 TEU
250,00
120,00
200,00
100,00
150,00
80,00
$ mill
$ mill
60,00
100,00
40,00
50,00
0,00
25.07.2025
29.08.2025
26.09.2025
24.10.2025
28.11.2025
26.12.2025
30.01.2026
27.02.2026
27.03.2026
24.04.2026
29.05.2026
26.06.2026
20,00
0,00
25.07.2025
29.08.2025
26.09.2025
24.10.2025
28.11.2025
26.12.2025
30.01.2026
27.02.2026
27.03.2026
24.04.2026
29.05.2026
26.06.2026
© Clarksons
Containerships (Period)
Vessel Year TEU Reefer Design Gear Period Region Charterer $/d
POST-PANAMAX
BZ Chongfu 2000 6,078 500 Hanjin 5300 N 23-25 m Far East PIL 50,000
PANAMAX / WIDEBEAM
– no entries –
SUB-PANAMAX
Heng Sheng 69 2026 3,316 200 TBN 3300 TEU Type N 23-25 m Far East OOCL 33,000
AS Constantina 2005 2,742 400 Aker CS 2700 N 30-36 m Far East Cosco 28,000
Pu Tuo Hai 2007 2,528 200 n. A. N 18-24 m Far East X-Press 27,000
Pearlton Thrive 2026 3,928 400 TBN 4000 TEU Type N 23-25 m Far East GFS 51,000
Fei Hong Da 86 2026 3,004 200 TBN 3000 TEU Type N 23-25 m Far East TSL 36,500
Evridiki G. 2001 2,556 600 Hyundai 2500 Y 23-25 m Far East MSC 28,800
Bamsi Beyrek 2001 2,532 600 Hyundai 2500 Y 13-15 m Middle East CUL 42,000
FEEDER / HANDY
Shengtang 1998 2,464 200 DW 2400 Y 23-25 m Far East CUL 28,000
Frida Russ 2017 2,190 490 SDARI 2100 Y 30-33 m Far East OOCL 24,600
Sky Wind 2019 1,809 279 Hyundai 1800 II N 11-13 m Far East CMA CGM 33,000
Seatrade Peru 2024 1,781 639 SDARI Sealion 1800 Y 23-25 m Far East OOCL 25,500
Contship Day 2010 1,484 368 CV Neptun 1500 N 24-26 m Far East Cosco 21,000
Millenium Bright 2009 1,708 202 Imabari 1700 N 23-25 m Far East NGSS 22,900
Harrison 2002 1,216 200 Hanjin 1200 N 12-16 m Continent Unifeeder 19,000
Contship Cub 2013 1,073 250 Sainty 1000 WB Y 24-26 m Med CMA CGM 16,500
Emilia 1999 700 144 Sietas 160 N 11-13 m Med Messina 13,000
TC Symphony 2005 1,134 232 Orskov Mark VII + XI N 10-12 m Far East X-Press 15,700
m = month / w = week / d = day
14 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
MÄRKTE | MARKETS
120.00
0
100.00
0
Tanker – Time Charter Rates
VLCC (310k dwt) Suezmax (150k dwt) Aframax (110-115k dwt) Panamax (74k dwt, products)
80.000
$ / d
60.000
40.000
20.000
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
05.12.2025
19.12.2025
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
19.06.2026
Tanker – Newbuilding Prices
VLCC (320k dwt) Suezmax (157k dwt) Aframax (115k dwt) Panamax (73-75k dwt)
Tanker – Secondhand Prices
VLCC (300k dwt) Suezmax (150k dwt) Aframax (105k dwt) Panamax (70k dwt)
150,00
120,00
110,00
125,00
100,00
90,00
$ mill
100,00
$ mill
80,00
70,00
75,00
60,00
50,00
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
05.12.2025
19.12.2025
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
50,00
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
19.06.2026
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
05.12.2025
19.12.2025
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
19.06.2026
40,00
30,00
© Clarksons
35000
Bulker – Time Charter Rates
Capesize (modern) Panamax (modern) Supramax (58k dwt) Handysize (modern)
25000
$ / d
15000
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
5000
05.12.2025
19.12.2025
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
19.06.2026
Bulker – Newbuilding Prices
Capesize (176-180k dwt) Ultramax (61-63k dwt) Handysize (32-35k dwt)
Bulker – Secondhand Prices
Capesize (170k dwt) Panamax (75k dwt) Handymax (52k dwt) Handysize (32k dwt)
80,00
60
50
$ mill
60,00
$ mill
40
40,00
30
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
05.12.2025
19.12.2025
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
20,00
19.06.2026
04.07.2025
18.07.2025
01.08.2025
15.08.2025
29.08.2025
12.09.2025
26.09.2025
10.10.2025
24.10.2025
07.11.2025
21.11.2025
05.12.2025
19.12.2025
20
10
02.01.2026
16.01.2026
30.01.2026
13.02.2026
27.02.2026
13.03.2026
27.03.2026
10.04.2026
24.04.2026
08.05.2026
22.05.2026
05.06.2026
19.06.2026
© Clarksons
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
15
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Europas Coaster-Flotte altert schneller
als Neubauten nachkommen
Der Shortsea-Sektor steht vor einem wachsenden Problem bei der Flottenerneuerung: Kleinere
Frachtschiffe scheiden schneller aus dem Markt aus als Ersatzneubauten bestellt werden.
Ein Größensegment ist besonders betroffen. Von Joshua Wygand
© Kontor 17
Die »Baltic Strength« (»Insel Föhr«) ist bei Dajin Heavy Industry für die Wyker Reederei W.D.R. gebaut worden. Die Bereederung übernimmt Kontor17
Sea3R, ein auf Shortsea-Nischenmärkte, Schiffsbewertungen
und maritime Portfoliorisiken spezialisiertes Beratungs- und
Analyseunternehmen mit Sitz in Rotterdam, warnt exklusiv gegenüber
der HANSA vor einem wachsenden Erneuerungsproblem
im europäischen Shortsea-Markt. Besonders kleine gearless
Coaster gelten als überaltert. Zugleich reichen Orderbuch
und Finanzierungsumfeld aus Sicht der Analysten kaum aus, um
die Flotte zügig zu modernisieren.
Der europäische Shortsea-Markt wird häufig als einheitlicher
Sektor wahrgenommen. Aus Sicht von Sea3R greift diese Betrachtung
jedoch zu kurz. Tatsächlich besteht der Markt aus
mehreren spezialisierten Teilsegmenten, die sich bei Größe,
Einsatzprofil, Fahrtgebiet und wirtschaftlicher Dynamik deutlich
unterscheiden.
Kleine Coaster im Fokus
Für die Analyse der europäischen Shortsea-Flotte unterscheidet
Sea3R zunächst zwischen Segmenten wie gearless Coastern,
Schiffen mit eigenem Ladegeschirr, kleinen Bulkern, Mehrzweckschiffen,
Feedern und River-Sea-Schiffen. Die gearless Coaster
unter 10.000 tdw werden anschließend weiter nach Tragfähigkeitsklassen
gegliedert. Dabei verwendet Sea3R die genannten
tdw-Werte als Sammelbezeichnungen für Größencluster: Die
3.600-tdw-Klasse umfasst Schiffe zwischen 2.600 und 4.500 tdw,
die 5.000-tdw-Klasse Einheiten zwischen 4.501 und 5.750 tdw,
die 6.500-tdw-Klasse Schiffe zwischen 5.751 und 7.500 tdw und
die 8.500-tdw-Klasse Einheiten zwischen 7.501 und 9.500 tdw.
Den dringendsten Erneuerungsbedarf sieht Peter Molloy,
Geschäftsführer von Sea3R, derzeit bei den kleinen
gearless Coastern. »Wir sehen die 3.600-tdw-Coaster derzeit
als das dringendste Segment«, sagte Molloy exklusiv
gegenüber der HANSA.
Nach Daten von Sea3R umfasst die europäische Flotte in der
Größenklasse von 2.600 bis 4.500 tdw rund 1.077 gearless Coaster.
Das Durchschnittsalter liegt bei 26 Jahren. Mehr als 560
Einheiten sind älter als dieser Wert, einzelne Schiffe sind den
Angaben zufolge noch mit einem Alter von nahezu 60 Jahren im
Einsatz. Rund die Hälfte der Flotte liegt damit über dem ohnehin
hohen Durchschnittsalter. »Wir sind nicht in der Lage, diese
Schiffe schnell genug zu bauen, um die Flotte ausreichend zu
erneuern«, sagte Molloy.
Der Investitionsbedarf ist entsprechend hoch. Allein der Ersatz
der Schiffe, die älter als der Flottendurchschnitt sind, würde
laut Sea3R rund 5,6 Mrd. € erfordern. Grundlage dieser Berechnung
sind Neubaupreise von etwa 10 Mio. € je Schiff. Würde
die gesamte Flotte durch moderne Tonnage ersetzt, läge der
Investitionsbedarf näher bei 10 Mrd. €.
Dem steht ein vergleichsweise kleines Orderbuch gegenüber.
Sea3R beziffert die Bestellungen in diesem Segment auf
68 Schiffe. Das entspricht 6,3 % der aktiven Flotte. Einige dieser
16 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Einheiten befinden sich den Angaben zufolge
zudem noch im Ankündigungsstadium. Während
der Lieferzeit der aktuell bestellten Schiffe
werden laut Molloy mehr Einheiten die Altersmarke
von 30 Jahren überschreiten, als derzeit
neu bestellt sind. »Im Ergebnis altert die
Mehrheit der Flotte weiter«, sagte er.
Alterung regional unterschiedlich
Regional ist das Problem unterschiedlich stark
sichtbar. Im Schwarzen Meer liegt das Durchschnittsalter
der betrachteten kleinen gearless
Coaster nach Sea3R-Daten bei 34,9 Jahren. In Nordwesteuropa
und in der Ostsee beträgt der Durchschnitt 21,1 Jahre. Allerdings
ist auch dort ein großer Teil der Flotte älter als der regionale
Durchschnitt: Von 548 Schiffen in der Ostsee sind 268 älter
als 21,1 Jahre. Insgesamt sieht Sea3R das Problem über Europa
Peter Molloy, Geschäftsführer bei
Sea3R und Senior Associate
© Privat
Ein zentrales Hemmnis ist die kleinteilige Eigentümerstruktur.
Rund 60 % der Flotte werden nach Sea3R-Angaben von Unternehmen
mit weniger als fünf Schiffen kontrolliert, 26 % entfallen auf
Einschiffsgesellschaften. Hohe Neubaupreise, begrenzter Zugang
zu Bankfinanzierung, fehlende langfristige Charterverträge und
Unsicherheit über künftige Kraftstoffe wirken dabei zusammen.
Hinzu kommt, dass Banken größere Finanzierungsvolumina bevorzugen.
»Wenn Banken vor allem mit Unternehmen
arbeiten wollen, die auf zehn Schiffe
zusteuern, stellt sich die Frage, wie ein großer
Teil dieser Flotte finanziert werden soll«, sagte
Molloy.
Langfristige Charterverträge könnten theoretisch
helfen, Neubauten zu finanzieren. In
diesem Markt sind sie nach Einschätzung von
Sea3R aber nicht sehr verbreitet. Wenn Banken
solche Verträge als Voraussetzung für
eine Finanzierung verlangen, werde das für
Reeder eher zu einem zusätzlichen Problem.
Auch die Preisentwicklung zeigt die besondere
Lage des Marktes. Junge Tonnage unter
zehn Jahren blieb laut Sea3R zuletzt vergleichsweise stabil. Schiffe
unter fünf Jahren orientieren sich wegen des knappen Angebots
stärker am Neubaupreisniveau. Ältere Tonnage habe sich in den
vergangenen Jahren dagegen nahezu verdoppelt, inzwischen sei
aber eine Korrektur nach unten zu beobachten.
»Wir sehen die 3.600-tdw-Coaster derzeit als das
dringendste Segment«
Peter Molloy
verteilt, besonders deutlich aber im östlichen Mittelmeer und im
Schwarzen Meer.
Welche Ladungsarten besonders stark von der alternden Tonnage
abhängig sind, lässt sich nach Angaben von Sea3R nicht eindeutig
aus den Daten ableiten. Klar sei aber, dass die Schiffe trotz
ihres Alters weiterhin stark genutzt werden. In der betrachteten
Größenklasse verbringen die Einheiten im Durchschnitt 72 % ihrer
Zeit mit Ladung an Bord. Selbst Schiffe mit mehr als 30 Jahren erreichen
noch Auslastungswerte von knapp 70 %. Jüngere Tonnage
sei zwar gefragter, ältere Schiffe blieben wegen des Mangels an
Alternativen aber wirtschaftlich im Markt.
Das schwächt zugleich den Anreiz zur Verschrottung. Viele
ältere Schiffe verlassen laut Molloy nicht endgültig den Markt,
sondern werden in andere Fahrtgebiete verkauft. Eine echte Erneuerung
findet dadurch nur begrenzt statt. Auch eine einfache
Verschiebung hin zu größeren Schiffen sieht Sea3R in dem Segment
nicht. Die Flotten entwickelten sich je nach Teilmarkt unterschiedlich.
Einen klaren Rückgang der 3.600-tdw-Klasse zugunsten
von 5.000-tdw-Schiffen erkennt Molloy derzeit nicht.
Finanzierung bleibt Engpass
ETS könnte Druck erhöhen
Zusätzliche Bedeutung könnte die Altersfrage durch die europäische
Emissionsregulierung gewinnen. Schiffe unter 5.000 BRZ fallen
derzeit nicht unter den EU-Emissionshandel; die Schwelle soll
überprüft werden. Molloy erwartet jedoch nicht, dass eine Ausweitung
auf kleinere Einheiten automatisch zu schnellerer Flottenerneuerung
führt. »Es gibt schlicht zu viel alte und zu wenig junge
Tonnage«, sagte er. Wahrscheinlicher sei, dass zusätzliche Kosten
in die Frachtraten weitergegeben würden.
Die Wirkung wäre je nach Segment unterschiedlich. In der
3.600-tdw-Klasse könnte jüngere Tonnage einen Vorteil erhalten,
weil der Markt stark von älteren Schiffen geprägt ist und zusätzliche
Kosten die Frachtraten erhöhen könnten. Bei 5.000-tdw-Schiffen
sei die Lage ausgeglichener. In der 6.500-tdw-Klasse sind Teile
der Flotte bereits vom ETS betroffen, was Druck auf die Werte
von Schiffen knapp oberhalb von 5.000 BRZ ausüben könne. Eine
niedrigere Schwelle könnte diesen Effekt ausgleichen.
Für die Analyse der Flottenlage hält Sea3R derzeit vor allem Altersprofil
und Auslastung für wichtig. Das Alter allein reiche nicht
aus. Entscheidend sei auch, ob ältere Schiffe tatsächlich noch regelmäßig
eingesetzt werden und ob die gleiche Transportleistung
mit weniger Schiffen erbracht werden könnte. Schiffsentwurf,
Antriebstechnologie und Kraftstoffwahl beeinflussen aus Sicht
von Sea3R zwar Wert und Ertrag einzelner Schiffe. In der breiteren
Marktanalyse stehe jedoch die Gesundheit des jeweiligen
Teilmarkts im Vordergrund.
Molloy warnt deshalb vor einer zu pauschalen Betrachtung des
Shortsea-Marktes. »Wenn von Shortsea gesprochen wird, wird
häufig alles zusammengefasst«, so Molloy. Tatsächlich verhielten
sich die einzelnen Teilmärkte unterschiedlich. Analysen aus der
Deepsea-Schifffahrt ließen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf
regionale Shortsea-Flotten übertragen. Viele Schiffe fahren über
lange Zeit in einem bestimmten Gebiet. Große Indizes, die Verkehre
zwischen wichtigen geografischen Räumen abbilden, seien für
lokale oder regionale Shortsea-Trades nur begrenzt geeignet. ■
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
17
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Tailwind wählt die Deutsche Flagge
Es ist durchaus ein prestigeträchtiger Erfolg für die deutsche Schifffahrtsverwaltung: Die Lidl-
Reederei Tailwid Shipping Lines lässt ihr Containerschiff »Panda 001« künftig unter schwarz-rotgoldenem
Banner fahren. Selbst der Bundesverkehrsminister meldet sich dazu zu Wort
© Tailwind Shipping Lines
Mit Kapitän Zbigniew Michalewski (r.) hisste Gerrit Krause als Vertreter der Reederei die Deutsche Flagge in Barcelona auf »Panda 001«
Tailwind hat den Box-Carrier von der portugiesischen
unter die Deutsche Flagge
gebracht. Nach Ansicht des Bundesverkehrsministeriums
steht die Einflaggung
im Zusammenhang mit der in den vergangenen
Jahren reformierten deutschen
Flaggenstaatverwaltung.
Für Tailwind ist die Flaggenwahl auch
eine strategische Entscheidung. Mit der
Deutschen Flagge erhält die Reederei
nach Ministeriumsangaben Zugang zu
einem Netz von 225 deutschen Auslandsvertretungen,
die im Krisenfall für
Schiffsführung und Besatzungen tätig
werden können. Zudem verweist das
Ministerium auf Qualitäts- und Sicherheitsstandards,
die Ausbildung von Seeleuten,
soziale Absicherung der Besatzungen
und einen klaren Rechtsrahmen.
»Das Renommee der Deutschen Flagge
beruht auf ihrem Status als staatliche
Institution«, so Joachim Hillger, Vice
President bei Tailwind Shipping Lines. In
den vergangenen Jahren sei die Deutsche
Flagge im Verbund mehrerer Behörden
übersichtlicher geworden und
für Reedereien leichter zu navigieren.
Das bedeute Flexibilität und bringe im
alltäglichen Betrieb Vorteile. Neben der
umfassenden sozialen Absicherung der
Schiffsbesatzungen und optimalen Arbeitsbedingungen
an Bord würden auch
die Ausbildung von Seeleuten, ein klarer
Rechtsrahmen sowie Gesundheitsfürsorge
und ein praxisnaher Arbeitsschutz zu
den Vorteilen zählen.
»In Zeiten geopolitischer Spannungen
und fragiler globaler Lieferketten ist die
Wahl der Deutschen Flagge ein Zeichen
von Verantwortung, Zusammenarbeit
und strategischer Handlungsfähigkeit.
Jedes weitere Schiff stärkt unsere Versorgungssicherheit«,
sagt Bundesverkehrsminister
Patrick Schnieder.
Die »Panda 001« (siehe auch unsere
Momentaufnahme auf S. 8) verfügt über
eine Ladekapazität von 5.527 TEU. Ihr
Heimathafen ist Heilbronn am Neckar,
in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz
des Mutterunternehmens Lidl in Neckarsulm.
»Panda 001« ist das erste Seeschiff
mit Heimathafen Heilbronn.
Der Flaggenwechsel soll nicht der einzige
bleiben. So ist geplant, die gesamte
Tailwind-eigene Flotte umzuflaggen. Das
betrifft auch derzeit im Bau befindliche
Containershciffe. Tailwind verweist dabei
auf ein langfristiges Bekenntnis zur
Deutschen Flagge und zur europäischen
Qualitätsschifffahrt.
JWY
Die Aktivitäten der Reederei werden
in diesem Jahr auch auf dem HANSA-Forum
am 26. November eine Rolle spielen.
Christian Stangl, Global Head of Transportation
bei Lidl sowie CEO von Tailwind,
ist als Speaker dabei.
Weitere Informationen unter:
hansa-online.de/hansaforum
18 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
© YSM / Peer Fischer (alle Fotos)
Ausgelassene Stimmung auf der »Cap San Diego«: Das Museumsschiff war auch in diesem Jahr Treffpunkt der jungen Branche
Youngsters entern »Cap San Diego«
Anfang Juni traf sich die junge Szene der Schifffahrt an der Überseebrücke in Hamburg wieder
zum Youngster Shipbroker Meeting. Das Wetter war wechselhaft, der Laune an Bord tat das
jedoch keinen Abbruch
Die Liste der Teilnehmer war auch in diesem
Jahr wieder lang: Zahlreiche junge
Profis der maritimen Branche hatten sich
zur neuen Auflage des Youngster Shipbroker
Meeting (YSM) angemeldet. Entsprechend
voll war es auf der »Cap San
Diego« an den Hamburger Landungsbrücken,
die einmal mehr die Kulisse für das
Meeting bot. Sowohl an als auch unter
Deck wurde ausgelassen gefeiert und genetzwerkt;
schließlich dient das YSM vor
allem dem Kennenlernen junger Leute,
um abseits der Alteingesessenen unter
sich sein zu können. Dementsprechend
waren viele »Youngsters« an diesem
Abend auch zum ersten Mal dabei. Nach
anfänglich trübem Wetter kam im Laufe
des Abends noch die Sonne hervor – zwar
kein Vergleich zur hochsommerlichen Hitze
zum Jubiläum im letzten Jahr, doch genug,
um das Meeting an der frischen Luft
und mit Blick auf den Hamburger Hafen
zu verbringen.
»Knapp 1.000 Gäste, gute Gespräche
und jede Menge neue Kontakte; das
Youngster Event 2026 auf der ›Cap San
Diego‹ war ein voller Erfolg«, kommentierte
das Organisationsteam. »Dass der
Wetterbericht Regen angekündigt hatte,
spielte am Ende keine Rolle: An Deck und
in dem Laderaum wurde gefeiert, genetzwerkt
und die Branche hochleben lassen.
Nach der Corona-Pause hat sich das
Youngster Shipbroker Meeting wieder
fest im Kalender etabliert. Für den maritimen
Nachwuchs ist es längst ein Pflichttermin
geworden und das merkt man. Ein
großes Dankeschön an alle Sponsoren,
die dieses Event möglich machen, und
an jeden einzelnen Gast. Ihr macht das
Youngster Event zu dem, was es ist! Wir
freuen uns auf nächstes Jahr und auf die
Aufrechterhaltung der Kontakte.«
Aus Sicht des Verbands Hamburger und
Bremer Schiffsmakler (VHBS) war auch
dieses Youngster-Treffen ein voller Erfolg.
Ȇber 800 junge Leute hatten die Chance,
sich in netter Atmosphäre zu treffen und
zu vernetzen«, sagte VHBS-Geschäftsführer
Alexander Geisler. »Daher ist es umso
schöner, dass sich dieses besondere Treffen
zu einer Konstante im maritimen
Kalender entwickelt hat. Was im kleinen
Kreis begann, ist zu einer festen Institution
für junge Broker und Agents geworden,
die überregionale Strahlkraft hat.«
Der VHBS bedankt sich insbesondere
beim Orga-Team, das unermüdlich für
Sponsorengelder geworben hat. Geisler
weiter: »Das Team hat einen sehr guten
Job gemacht. Dank dieser wunderbaren
Vorbereitung war eines ein besonderer
Abend für alle mit viel Spaß, gutem Networking
und spannenden Begegnungen.
In diesem Sinne wünschen wir alle auch
im nächsten Jahr: Happy Youngster and
don’t forget: No shipping, no shopping.«
Das Youngster Shipbroker Meeting begann
als Alternative für junge Broker und
Agents der maritimen Branche, hat sich
inzwischen aber zu einer festen Institution
im Kalender entwickelt. Teilnehmerinnen
und Teilnehmer aus allen Segmenten
kommen zusammen, um einander
kennenzulernen: Reedereien, Charterer,
Broker und Analytiker sind hier ebenso
vertreten wie Kanzleien, Bunker-Services,
Hafenbetreiber und viele mehr. Namhafte
Sponsoren der Branche machen das
Meeting möglich. Inzwischen jährt sich
das YSM zum 31. Mal – und nach dem Andrang
in diesem Jahr dürfte es 2027 ohne
Frage in die nächste Runde gehen.
Alle Informationen rund um das
Youngster Shipbroker Meeting sowie weitere
Fotos finden Sie auf unserer Website:
hansa-online.de/ysm.
JW
20 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
21
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
HIPER 2026 highlights wind propulsion
and integrated ship design
At HIPER 2026 in Erfurt, the participants discussed current challenges in ship design and
shipping. Key topics included alternative fuels, wind-assisted propulsion and the role of digital
twins in future vessel development. By Hans Payer
© Payer
The experts came together in Erfurt, presenting and discussing new ideas in the lecture hall and cloister of the Augustiner Monastery
HIPER26 was a very successful conference,
held in Erfurt from June 3 rd
to 5 th . A total of 46 participants from
many parts of the world presented a
total of 29 papers of pressing importance
in the landscape of shipping and
ship design. The ideas were presented
and discussed in the historic lecture
hall and cloisters of the Augustiner
Monastery in Erfurt.
However, as most of the topics of
the conference are rather complex
in nature, only a small selection of
the main representative presentations
will be touched upon in this brief
summary.
Alternative fuels
In recent years there has been considerable
uncertainty in the maritime industry
about the adoption of alternative fuels to
reduce the carbon footprint of shipping.
This is not straightforward. Presently the
leading contenders methanol and ammonia,
for instance, have less than half
the energy density of traditional fossil
fuels and are significantly more expensive
to produce. Being basically gaseous,
fuel handling and storage are more complicated.
Additionally ammonia is highly
toxic, whereas methanol has corrosive
properties.
Many shipowners have adopted a
»wait and see« attitude and have been
reluctant to invest in relevant pioneering
projects. The IMO struggled to prompt
member states to agree on the taxing of
CO₂ emissions lately that will make alternative
fuels more competitive.
Wind-assisted propulsion
To improve the confused situation with
alternative fuels, wind propulsion has
also gained acceptance with ship operators
looking to reduce their carbon footprint.
Once regarded as a niche research
22 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
technology, wind-assisted propulsion
has shown exponential growth and analysts
envision over 5,000 merchant ships
to be wind assisted by 2030.
The Sailing Freighter project
In a paper on the Sailing Freighter
Project 2.0, Kenneth Goh from Knud E.
Hansen in Perth, Australia describes the
results from a revised calculation model
which shows good agreement with
previous studies. An average speed of
11 kn was shown to be best for lowest
operating cost for a handymax bulker
operating on a range of global trade
routes.
Windship Performance
Knud E. Hansen’s Windship was meant
to be a cargo vessel for which the fuel
consumption could be reduced by over
50 %. Particular attention was given to
optimum use of solar as well as wind
power.
In 2017, an updated Windship concept
was proposed that combined the
performance of the earlier wing sail rig,
a hybrid power system and autonomous
operation. A new calculation model was
developed to investigate the capital and
operational costs. It was benchmarked
against the previous studies to ensure
accuracy. The study demonstrated large
savings in emissions, cost of operation
Discussions during a coffee break in the Augustiner Monastery in Erfurt
and economic viability despite higher
capital cost.
Economic viability
The results from the revised calculation
model are well aligned with previous
studies. An average speed of 11 kn was
shown to be the optimum for the lowest
operating cost of a handymax bunker
operating on a range of global trade
routes.
Windier routes provide greater savings.
The total operating cost of the
WindShip is almost always lower than
the cost of a conventional motorship –
except on highly equatorial routes with
lower average wind speeds, where the
WindShip cost penalty is very low.
The Windship could always outperform
the conventional vessel economically
at the lower speed of 8 kn, but only
at 11 kn if fossil fuels are being used.
This demonstrates that despite higher
taxes on CO₂ emission, this is still insufficient
to make alternative green fuels
economically competitive with fossilfuelled
vessels
© Payer
The »Yara Eyde«, planned for operations between Norway and Germany, will be the first
container vessel running on clean ammonia
© Yara
»Digital Twins« in ship design
The paper »Advancing Future Ships
through Integrated Ship Design – Digital
Twins« by Rodrigo Pérez Fernandez examines
the role of ship digital twins as a
key enabler in the development of nextgeneration
surface ships. By creating
high-fidelity virtual representations, that
evolve alongside physical vessels, digital
twins provide continuous insight into
performance, structural health and analytics.
Distributed sensor networks allows
these models to support predictive
maintenance, optimise design decisions
and enhance operational readiness. Beyond
improving efficiency, digital twins
enable more resilient and adaptable
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
23
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
platforms capable of responding to complex
and dynamic mission environments.
Operational benefits
The paper highlights how adopting the
digital-twin approach transforms both
marine architecture and fleet operations,
reducing risks, accelerating innovation
and improving mission effectiveness.
Towards the end of the conference
Volker Bertram, in »A Snapshot of Trends
in Maritime Technology«, discussed the
main trends in maritime technology towards
greener and smarter shipping.
He covered developments in decarbonising
shipping, broader sustainability
measures and digital transformation
technologies, often involving applications
of artificial intelligence.
Decarbonisation as a
central priority
The maritime industry is presently undergoing
a profound transformation in
three steps. Decarbonising shipping has
become a central priority, with alternative
fuels, energy-efficient vessel designs
and regulatory pressure accelerating
the shift towards low- and zero-emission
operations.
Sustainability beyond
emissions
At the same time, broader sustainability
initiatives are advancing, including
innovative low- or zero biocide antifouling
solutions, underwater noise and
ship recycling. These developments are
complemented by rapid digital transformation
with AI driving many changes
in ship design and ship operation up to
autonomous systems in ships. These
trends together are reshaping maritime
transport towards a cleaner, smarter and
more resilient future. Key developments
from recent years are discussed in this
snap shot of trends. Bertram has always
taken serious interest in the diverse possibilities
for alternative fuels for future
shipping. This is the most promising way
for decarbonising shipping and reducing
HIPER host Volker Bertram
the carbon footprint. He has addressed
LNG, methanol, hydrogen, ammonia and
even nuclear propulsion.
Bill Gates, in his book »How to Avoid
a Climate Disaster«, stipulates his conviction,
that the only successful way to
win this challenge in the long run will be
through adopting nuclear power wherever
possible.
Fuel options under pressure
In a summary of pros and cons the
present alternative fuels are briefly discussed.
LNG is relatively cheap, widely
available and mature in most aspects,
(regulation, machinery, technology, operational
procedures and more). However,
it still emits CO₂ and suffers from
methane slip, which can negate climate
benefits. Its long-term viability may be
questioned as regulations are tightening
toward full decarbonisation. It may see
a longer future in the form of biogas or
synthetic LNG.
Biofuels can be used in existing engines
with minimal modifications and offer
strong potentials for lifecycle CO₂ reductions.
Costs remain higher and highly
dependent on regional feedstock supply.
Methanol is easier to store and handle
than LNG or ammonia and can be run in
dual-fuel engines with manageable retrofitting
expenses. When produced from
renewable sources, it may be almost carbon
neutral. Lower energy density means
higher fuel consumption and larger
storage volume. Key problems are global
availability at scale and price.
© Payer
Alternative fuels and future
propulsion
Green hydrogen offers zero CO₂ tank-to
well emissions. However, its low volumetric
energy density requires either large onboard
tanks or energy-intensive and technically
challenging liquefaction, making it
unsuitable for long-distance vessels.
Ammonia can be produced in a renewable
way and emits no CO₂ at point of
use, making it attractive for long-term
decarbonisation. Yet it is toxic, difficult to
handle, and existing engines and safety
frameworks are still under development. Its
combustion can create NOx, and it requires
advanced control technologies. Today it is
expected to play only a marginal role for
the next decade, but an important one by
around 2050.
Nuclear propulsion offers zero-carbon,
high-energy-density operation ideal for
large vessels and long routes. Safety, regulatory,
and public acceptance challenges
are substantial, alongside high capital and
total lifecycle fuel costs. It is unlikely for nuclear
power to play a major role in commercial
shipping before 2050.
Efficiency first
In the next five to ten years, decarbonising
shipping will be dominated by energy
efficiency improvement. There are many
options on the market and ingenious engineers
add new proposals every year.
The HIPER26 Conference in total was a
highly interesting venue. There were noticeable
changes to HIPER predecessors.
The attendants, speakers and audience,
on average, were younger, and there
were more female contributors. As
mentioned in the introduction to this
summary, only a small selection of interesting
papers as been discussed in this
summary, like »Advancing Future Ships
through Integrated Ship Design Digital
Twins« by Rodrigo Perez Fernandez; or
»Lessons learned from Using a 100 sq m
Kite on a Chemical Tanker« by Bas Black
and Florence Plucker from France, or
»Operational Vessel Performance in Initial
Design Phase« by Ludmilla Seppälä et
al. from NAPA Finland are examples for
the diversity of the topics presented and
discussed.
■
24 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
»Innovator Awards« for
Mia Elg and Hazel Mitrik
© Payer
Award winners Hazel Mitrik (l.), Mia Elg (r.) and conference host Volker Bertram
At this year’s HIPER conference in Erfurt,
experts from across the maritime sector
once again gathered to discuss technologies
shaping the future of shipping. As
part of the event, HANSA presented its
»Maritime Innovator Award« and »Young
Maritime Innovator Award« for the tenth
time.
Technologies for the ship
of the future
The conference, formally titled »High-Performance
Marine Vehicles – Technologies
for the Ship of the Future«, focuses on
key questions for the maritime industry:
Which technologies will define shipbuilding
and ship operations in the years ahead?
Which fuels and propulsion systems
can deliver the highest levels of efficiency?
And how can digital tools support the
development of future vessels?
Decarbonisation and digital systems
were again among the central themes of
the conference, as they had been at the
previous HIPER meeting in Tullamore, Ireland.
One recurring topic was the further
development of wind-assisted propulsion
systems, known as WAPS. This year, three
presentations addressed this field.
Wind optimisation and
»Digital Twins«
The »Maritime Innovator Award« went
to Mia Elg for her paper »Data-Driven,
Route-Specific Framework for WAPS in
Ship Design«. Elg is R&D Manager at the
technology company Deltamarin and is
a familiar contributor to HIPER. Over the
years, she has presented several technical
papers on machinery arrangement, alternative
propulsion and optimisation.
The »Young Maritime Innovator Award«
was presented to Hazel Mitrik for her contribution
»Ships in Sea-Ice: A Survey of Simulation
Technology«. Her paper focused
on digital twins and provided an accessible
overview of simulation technology for
ships operating in Arctic waters. With the
two awards, HANSA recognises inventors,
start-ups and creative thinkers whose
work contributes to the further development
of the maritime industry. JW
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Die SMM ist der richtige Ort«
Anfang September öffnet die SMM wieder ihre Pforten für die globale maritime Industrie: In den
Hamburger Messehallen – und zwar in allen Hallen – trifft sich die Branche zur zweijährlichen
Leitmesse. Claus-Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy bei der
Messegesellschaft HMC, spricht über die Vorbereitungen, Geopolitik, Aussteller-Verschiebungen,
»Rattenrennen« und mangelnden Support aus Berlin
Wie ist die Lage, die Vorbereitungen für die SMM 2026 laufen
wahrscheinlich auf Hochtouren?
Claus-Ulrich Selbach: Es sieht ausgezeichnet aus. Das Team
freut sich sehr, ich glaube, die Branche freut sich auch. Die
Posidonia in Griechenland war ein schönes Vorspiel, im September
kommt dann der Hauptakt der Technologie und Innovation.
Es ist ja nicht Ihre erste SMM. Wie würden Sie die Lage in diesem
Jahr bezeichnen: Was ist anders?
Selbach: Meine erste SMM war 2014, da sah es noch ganz anders
aus in der Branche. Uns geht es als maritime Wirtschaft
in diesem Jahr wirklich gut – ein bisschen antizyklisch, wenn
ich mir manche Industrien in Deutschland anschaue, die gerade
kämpfen müssen. Es gab Zeiten, da war es andersherum,
aber derzeit haben wir alle eher ein Lächeln im Gesicht.
Es ist Geld im Markt. Dazu muss ich sagen: Wenn ich von Reedern,
Zulieferern oder Schiffbauern spreche, dann spreche
ich als Vertreter der SMM und mit einer globalen Sicht, nicht
aus deutscher Perspektive.
Zuletzt hieß es, Sie erwarten über 2.200 Aussteller aus 60 Ländern
sowie 50.000 Gäste aus 120 Nationen. Wenn das so kommt,
dann wären es sogar mehr als bei der letzten SMM 2024. Woher
kommt die Zuversicht?
Selbach: Wir haben uns vor ein paar Jahren dazu entschlossen,
dass wir nur noch rund 50.000 Teilnehmer kommunizieren
und wollen uns nicht auf dieses »Rat-Race«
oder Rattenrennen von anderen internationalen Messegesellschaften
einlassen, die immer mehr Teilnehmer kommunizieren.
2024 waren es 48.000 Menschen – sowohl Aussteller
als auch Besucher. Ob es dieses Jahr 49.000 werden
oder 51.000, ist mir eigentlich relativ egal. Es ist am Ende
nur eine Zahl. Was zählt ist: Hatten wir so einen Buzz in den
Gängen, hatten Aussteller und Besucher einen Maximalnutzen?
50.000 ist schön, aber es ist nur eine Zahl.
Letzten Endes sind Besucher und Aussteller aber auch Umsatztreiber.
Zu Beginn des Jahres hat die Messegesellschaft veröffentlicht,
dass sie wieder ein neues Rekordjahr erwartet, auch
dank der SMM. So ganz irrelevant ist es daher nicht, wie es läuft
mit den Besuchern und den Ausstellern, oder?
Selbach: In dem Bereich Maritime- und Technologie-Messen,
für den ich verantwortlich bin, haben wir zwei jeweils
alle zwei Jahre stattfindende, sogenannte Weltleitmessen:
Claus-Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy
bei der Hamburger Messegesellschaft HMC, im Gespräch mit HANSA-
Chefredakteur Michael Meyer
Die SMM und die Windenergy Hamburg für On- und Offshore-Windenergie.
Das heißt, dieses Jahr wird auf jeden
Fall ein gutes Jahr für die HMC. Es gibt durchaus das Ziel
oder auch die Vorgabe, bei der SMM das komplette Messegelände
bis auf den letzten Quadratmeter auszubuchen.
Das wird uns auch gelingen. Wir mussten sogar wieder
eine zusätzliche Halle B8 als zwölfte Halle bauen. Wir kommen
auf über 90.000 m 2 Bruttofläche und wahrscheinlich
wird das Freigelände auch ausgebucht sein. Das heißt, wir
werden wieder Auslastung fahren in diesem Jahr.
Dann dürfte es wieder voll werden in den Hallen …
Selbach: Ja, aber dazu möchte ich etwas sagen: Zur SMM
ist ja traditionell super Wetter. Beim letzten Mal hatten wir
in den Hallen B1 bis B4 ein Problem mit der Klimatisierung.
Dafür haben uns unsere Beiräte aus der Industrie völlig zu
Recht die Ohren langgezogen. Daher gehen wir das an und
nehmen richtig Geld in die Hand, um diese Klimatisierung im
September hinzubekommen.
Ändern sich die Besucher- und Ausstellerströme angesichts der
vielen geopolitischen Krisen und Konflikte?
Selbach: Wir werden dieses Jahr zum ersten Mal einen offiziellen
indischen Pavillon bei der SMM haben. Die Chinesen
würden gerne noch viel mehr Platz haben, als wir ihnen zu-
© HANSA
26 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
teilen können. Standbuchungen und Besucher-Registrierungen
sind hoch. Ich sehe nicht, dass uns die Geopolitik negativ
tangiert – zumindest bislang.
Kommen eigentlich Iraner oder Russen als Aussteller?
Selbach: Nein, die sind sanktioniert und wir lassen weder
Unternehmen aus Russland noch aus dem Iran als Aussteller
zu. Auch Besucher bekommen von uns keine Einladung,
die sie dann für eine Visumvergabe nehmen können. Da
sind wir ganz klar. Also alle anderen Nationen sind herzlich
willkommen. Im Vergleich zu 2024 gibt es starkes Wachstum
aus Frankreich, aus Großbritannien, China, Indien
und Japan.
Wie hoch ist der Anteil deutscher Aussteller?
Selbach: Die Zahl ist etwas niedriger, aktuell dürften es 30 %
sein. Das mögen die hiesigen Industrievertreter vielleicht
nicht so gerne hören, aber wir haben ganz klar das Ziel, die
SMM weiter zu internationalisieren. Es wird in diesem Jahr
einen Stand aus Vietnam geben, aus Mexiko und Brasilien,
Aserbaidschan ist zum ersten Mal vertreten. Der Anspruch
ist, die globale Leitmesse zu sein.
Es kann ja auch für die hiesige Industrie hilfreich sein, einen
Ansprechpartner aus möglicherweise aufstrebenden Schiffbau-
Märkten zu treffen …
Selbach: Die deutsche und europäische maritime Industrie
ist in vielen Bereichen Technologieführer. In Indien herrscht
gerade großer Optimismus, es gibt ähnliche Tendenzen in
Vietnam – wenn auch in kleinerem Maßstab. Worum es mir
geht: Diese Akteure brauchen aber Technologiepartner und
Kooperationen. Und die finden sie hier in Europa. Da geht
was und dafür ist die SMM der richtige Ort für beide Seiten.
Sie haben eine neue »Naval Hall«: Die Themen Sicherheit und
Marine werden immer wichtiger für die Industrie – und auch für
die SMM?
Selbach: Ja klar. Dazu muss man allerdings sagen: Wir als
Hamburg Messe halten diese Flagge bereits seit vielen Jahren
hoch mit der Maritime Security & Defence Conference,
die wir gemeinsam mit dem Mittler Report Verlag aus dem
Hause Tamm Media veranstalten. Das Thema war uns auch
schon wichtig, als es noch nicht so angesagt war, über maritime
Verteidigung, Aufrüstung und Nachrüstung in dem
Bereich zu sprechen. Wir haben daran festgehalten und haben
dadurch einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern,
die jetzt versuchen, in den »Naval Market« zu kommen. Dazu
wurde jetzt die komplette Halle B8 als »Naval Hall« ausgewiesen,
die auch gefüllt ist. So haben beispielsweise Unternehmen
wie Fassmer oder Anschütz neben ihrem festen Stand in
der Werftenhalle einen Zweitstand in der B8. Auch die Rheinmetall
Division Naval Systems (Anm. der Redaktion: ehemals
NVL Group aus der Unternehmensgruppe Lürssen) ist dort
vertreten.
»Dual Use« spielt eine immer größere Rolle in der maritimen Industrie.
Auch bei der SMM?
Selbach: In der Naval Hall gibt es eine »Dual Use Technology
Zone«. Es gibt so viele Unternehmen, auch in Deutschland
und Europa, deren Technologien auf zum Beispiel einem
Kreuzfahrtschiff und einem Marine-Schiff verwendet
werden.
© HMC
Die Messegesellschaft rechnet wieder mit voller Auslasung
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
27
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
© HMC
© HMC
Motoren werden wie immer zu den großen
Austellungsstücken in den Hamburger
Messehallen gehören
Der »Maritime Future Summit« wird wieder
gemeinsam von der Messe und der HANSA
ausgerichtet
Ein weiteres Konferenzthema ist die Digitalisierung und die
künstliche Intelligenz – beim »Maritime Future Summit« (co-ausgerichtet
von der HANSA und der Messe). Auch hier gibt es einen
Link zur Sicherheit, nämlich zur Cyber-Sicherheit. Beobachten
Sie steigendes Interesse der Aussteller an dieser Thematik?
Selbach: Ja, natürlich. Aber auch hier muss ich sagen: das
Thema Digitalisierung fahren wir auch schon seit zehn
Jahren. Und es ist jetzt quasi überall. Wo meiner Meinung
nach noch viel mehr Wumms drin steckt, ist die Künstliche
Intelligenz.
Zum zweiten Mal finden die Konferenzen auf »Open Stages«
statt. Hat sich das Konzept Ihrer Ansicht nach bewährt? Es gab
beim Umzug aus den Konferenzräumen ja auch Kritik daran ...
Selbach: Die Open States haben sich auf jeden Fall bewährt.
Der eine oder andere mag vielleicht gestöhnt haben,
dass ein 4-Tages-Ticket für Besucher 159 € kostet.
Aber dafür bekommt man auch einiges. Früher kosteten
die Konferenzen mehrere Hundert Euro und jetzt kann
man sie auf den offenen Bühnen in den Hallen besuchen.
Das haben wir bewusst gemacht, weil wir nach dem Motto
»Content Rules« das Expertenwissen dem größeren Publikum
zur Verfügung stellen wollen. Es gibt mittlerweile
fünf Bühnen, und außerdem die Plätze für das »Wine
o’clock« als Networking.
Für eine Messe gibt es bekanntlich die Aspekte »Ausstellen«,
»Content« und »Networking«. Wie würden Sie die jeweilige Relevanz
bei der und für die SMM einordnen?
Selbach: Zentral ist für uns das Thema »Technologien«.
Wenn das Ziel »Zero Emission« bis 2050 erreicht werden
soll, geht es eben um die richtigen Technologien und ihre
Kombination. Keine andere Veranstaltung bildet das in der
Breite so ab wie die SMM. Der Fokus ist vier Tage »Messe,
Geschäfte und Austausch«. Die Aussteller müssen nicht
um 18 Uhr die Hallen verlassen und können dort Empfänge
oder Standpartys veranstalten. Unser Konzept ist – andere
Messen machen das anders, aber ich will das nicht bewerten
– die Aussteller, Konferenzteilnehmer und Besucher
möglichst lange auf dem Gelände zu halten, auch zum
Netzwerken. Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Partys
und das ist auch gut so. Aber der Fokus liegt auf Technologietransfer
und Innovation.
Stichwort Fokus: Wir haben über Sicherheit und Digitalisierung
und Weiteres gesprochen, aber noch nicht über »Green Shipping«.
So mancher argwöhnt, dass das Thema in der maritimen
Industrie angesichts der vielfältigen anderen Herausforderungen
im Vergleich zu vor ein paar Jahren etwas in den Hintergrund
rückt. Sehen Sie das auch bei den Ausstellern?
Selbach: Noch nicht. Aber man merkt, das ganze Thema
Klimawandel und Dekarbonisierung hat gerade nicht mehr
den »Bumms«, den es vor ein paar Jahren hatte. Ungeachtet
dessen halten wir daran fest. Seit vielen Jahren räumen wir
der Dekarbonisierung sehr viel Platz ein, anfangs sogar mit
einer eigenen Halle. Heute steckt das Thema in fast allen Bereichen
mit drin, um die Emissionen zu reduzieren und die Effizienz
der Flotte zu verbessern. Es braucht neue Kraftstoffe
und dafür braucht es eine Kombination von Technologien.
Neu bei der SMM wird in diesem Jahr die Konferenz »All about
ports« zum Thema Hafenlogistik sein. Mit Blick auf die Debatte
um kritische Infrastruktur wird auch dieser Bereich immer wichtiger,
nicht zuletzt in der politischen Wahrnehmung. Haben Sie
keine Bedenken, dass es thematisch irgendwann »zu breit« wird
bei der Messe?
Selbach: Sie haben Recht, das Thema hat bei der SMM bislang
keine große Rolle gespielt. Aber an einem Punkt muss
ich Sie korrigieren: Es geht bei »All about ports« um die komplette
Hafenwirtschaft. Die Logistik ist ein Teil davon. Aber
es geht auch um die Resilienz und Sicherheit von Häfen, auch
um Automatisierung. Unserer Ansicht nach ist es die erste
Konferenz mit einer Begleitmesse, die einen Hafen ganzheitlich
betrachtet, von Baggerarbeiten bis zum Zoll, vom Passenger-Terminal
bis zur Hafensicherheit. HPA-Chef Jens Meier
konnten wir als Schirmherrn gewinnen, der internationale
Hafenverband IAPH wird sein Regionalmeeting dann in Hamburg
abhalten. Ich muss sagen, ich habe es selten erlebt –
und ich bin schon länger im Messegeschäft aktiv – dass man
so viele Player gefunden hat, die von sich aus sagen, dass sie
28 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Sicherheit und Marine werden zu einem immer wichtigeren Aspekt
bei den Gesprächen im Rahmen der SMM
© HMC
Neue digitale Technologien werden wieder auf der SMM präsentiert –
zum Beispiel auch im Bereich Virtual & Augmented Reality
© HMC
die Idee gut finden und dabei sind. Es ist eine Ergänzung zur
SMM, die künftig aber jährlich stattfinden soll. Ob das 2028
wieder parallel zur SMM ist, sei mal dahingestellt.
Sicherheit, Infrastruktur, Digitalisierung, Dekarbonisierung sind
Themen, auf die auch in der Politik immer größerer Wert gelegt
wird. Wenn Sie sich nun anschauen, dass die Politik allenthalben
auf die große Bedeutung der maritimen Industrie für Wertschöpfung,
für Sicherheit, Resilienz, Energiewende etc. hinweist
– wie bewerten Sie dann den politischen Support für so eine Veranstaltung
wie die SMM, die das Ganze zusammenbringt?
Selbach: Es geht uns da leider nicht anders als anderen Playern
der deutschen maritimen Wirtschaft: Wir sind nicht die
Priorität der Bundespolitik. Die Weltleitmesse der maritimen
Wirtschaft findet in Deutschland statt, die Branche hat so
große Bedeutung. Dennoch bekommen wir nicht diesen Support
vom Bund, den wir gerne hätten. Als Beispiel: Wir haben
Bundeskanzler Friedrich Merz eingeladen. Er hat abgesagt,
genau wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Offen ist noch die Einladung für eine Eröffnungsrede an Bundesverkehrsminister
Boris Pistorius. Stand jetzt werden wir
keinen deutschen Bundesminister bei der SMM haben.
Das ist schon enttäuschend und eigentlich auch nicht angemessen
für so eine Messe und für den Standort ...
Selbach: Ja, aber es ist wie es ist. Bei der ILA in Berlin geht
es um Luftfahrt: Der Kanzler geht hin. Ebenso wie zur Autoindustrie.
Die maritime Industrie mit ihren Schiffen, den
Zulieferern und Werften – die Branche leistet einen wichtigen
Beitrag für dieses Land und ist kritische Infrastruktur –
verdient offenbar nicht so großes Augenmerk. Der Kanzler
kommt alle zwei Jahre zur Nationalen Maritimen Konferenz
– that‘s it. Es ist schade, dass Frau Reiche nicht kommt, aber
vielleicht gibt es ja gute Gründe, von denen ich nichts weiß.
Es bleiben aber berechtigte Einwände ...
Selbach: Dafür haben wir tolle Gäste aus dem Ausland, darunter
den IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez und
Magda Kopczyńska, die Leiterin der Generaldirektion Mobilität
und Verkehr (DG MOVE) bei der EU.
Wenn wir etwas weiter in die Zukunft schauen: Wie wollen Sie die
SMM weiterentwickeln?
Selbach: Wir haben die digitale Plattform SMM Connect
weiterentwickelt für digitales Matchmaking, Lead Generation
und Ähnliches mehr. Wir wollen den Nutzen über
die vier bis fünf Messetage hinaus ausbauen. Wir werden
sicherlich den Spaß- und Eventcharakter weiter ausbauen,
aber wir werden jetzt nicht unser Konzept komplett
verändern. Ziel ist es, immer mindestens einen halben
Schritt vor unseren Wettbewerbern und vor der Industrie
zu sein und auch immer wieder zu überraschen. Wir sind
eine Business- und Technologie-Plattform. Bei uns gibt es
da keine Tabus, über die wir nicht reden würden. Auch
der NABU wird wieder sehr willkommen sein bei uns,
ebenso ist die IG Metall vor Ort. Wir haben nichts zu verstecken
und sind eine stolze Messe für eine stolze globale
maritime Wirtschaft.
Interview: Michael Meyer
Claus-Ulrich Selbach im HANSA Podcast
Claus-Ulrich Selbach hat sich ausführlich Zeit genommen
und im HANSA PODCAST auf die diesjährige SMM geschaut.
Hören Sie das komplette Gespräch mit weiteren
Hintergründen und Einschätzungen im Web auf HANSAonline
oder scannen Sie diesen QR Code.
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
29
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
FSG legt DLR-Schiff auf Kiel
Nach dem Brennstart im Februar ist vor Kurzem ein neues Forschungsschiff für das Deutsche
Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf Kiel gelegt worden. Die Kiellegung fand
bei der Flensburger Shipyard statt. Noch in diesem Jahr soll die Endausrüstung des Schiffes
bei der Lloyd Werft starten. Von Anna Wroblewski
Das 48 m lange und 11,5 m breite Schiff
soll dem DLR zufolge als eine seegängige
Plattform dienen, auf der Technologien
für resiliente und klimaverträgliche
Schifffahrt, das autonome Fahren sowie
Sicherheit und Verteidigung erforscht
werden sollen.
Im Rahmen der feierlichen Kiellegungszeremonie
ist der Name des neuen
Schiffs bekanntgegeben worden. Es
soll »Modularis« heißen. Mit diesem Namen
will das DLR die Modularität dieser
seegängigen Forschungsplattform - wie
sie von dem Institut bezeichnet wird – widerspiegeln.
Die »Modularis« soll sowohl zivilen
Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft
zur Erprobung ihrer Technologien
dienen als auch der Marine. Insbesondere
die WTD 71 in Eckernförde – die Wehrtechnische
Dienststelle für Schiffe und
Marinewaffen, Maritime Technologie
und Forschung – will die Plattform für
ihre Tests nutzen.
»Mit der seegängigen Technologieplattform
‚Modularis‘ schaffen wir eine
weltweit einzigartige Grundlage für die
maritime Transformation. Neue Energie-
und Navigations- sowie Kommunikationssysteme
können damit künftig
unter realen Einsatzbedingungen
schneller integriert, erprobt und zur
Zertifizierungsreife geführt werden. So
stärken wir Innovation, Sicherheit, Resilienz
und technologische Souveränität
in Deutschland und Europa. Wir laden
schon heute unsere Partner aus Behörden
und Industrie sowie Wirtschaft,
insbesondere KMU und Start-ups ein,
gemeinsam mit dem DLR neue maritime
Technologien an Bord zu testen«,
sagte Anke Kaysser- Pyzalla, Vorstandsvorsitzende
des DLR, bei der Kiellegung
des Schiffes.
Sein Einsatzgebiet hat Schiff vor allem
in der Nord- und Ostsee. Dort soll es für
ein- bis mehrtägige Versuchsfahrten eingesetzt
werden. In dem »schwimmenden
Labor« werden klimaverträgliche
Antriebe, zum Beispiel auf Basis von
Wasserstoff und Batterien, erprobt und
weiterentwickelt. Sowie eben auch Projekte
aus dem Bereich der Sicherheitsund
Verteidigungsforschung.
© DLR
Feierliche Kiellegungszeremonie auf der Flensburger Werft
30 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
© DLR
Visualisierung des neuen DLR-Forschungsschiffes
SDC_183x30_1_2026.qxp_SDC 17.06.26 07:36 Seite 1
Im Herbst dieses Jahres wird die »Modularis«
nach Bremerhaven zur Lloyd
Werft überführt. Dort erfolgt dann die
Endausrüstung. Die Lloyd Werft hatte
den Zuschlag für den Bau des Schiffs im
Februar 2025 erhalten. Da in Bremerhaven
keine Kaskos gefertigt werden,
vergab die Heinrich Rönner Gruppe den
Stahlbau an die Flensburger Werft. Die
vormals als FSG bekannte Werft war im
Winter letzten Jahres von Rönner vor der
Insolvenz gerettet worden.
Bei der Kiellegung der ersten 29 t
schweren Sektion bedankte sich der Geschäftsführer
der Flensburger Shipyard,
Frank Mallon, unter anderem bei der
Lloyd Werft für das entgegen gebrachte
Vertrauen. Er freute sich über diesen
Meilenstein und auch darüber, in welchem
Tempo der Bau des Schiffes voranschreitet.
Nach dem geplanten Stapellauf
im kommenden Herbst und der anschließenden
Endausrüstung in Bremerhaven
soll die »Modularis« im Sommer 2027 abgeliefert
werden. Heimathafen des neuen
Forschungsschiffes wird Kiel.
Von der Idee zum
»baubaren« Schiff
Dazu, dass der Bau in diesem schnellen
Tempo voranschreiten kann, hat unter
anderem die Hamburger Firma SDC Ship
Design and Consult beigetragen. Das
Unternehmen ist seit der ersten Projektidee
an der Umsetzung beteiligt und
hat nun die Bauaufsicht, wie Geschäftsführer
Michael Wächter gegenüber der
HANSA am Rande der Kiellegung berichtete:
»Wir sind seit 2022 dabei, als es
zunächst nur Ideen gab und nichts auf
Papier. Im Auftrag des DLR haben wir die
etwas wild erscheinenden Ideen in ein
baubares Schiffskonzept umgesetzt, die
Ausschreibung des Baus vorbereitet und
diesen begleitet. Wir sind jetzt verantwortlich
für die DLR-Zeichnungsprüfung
und die Bauaufsicht – wir sind also vom
Anfang bis zum Ende dabei.«
Der Gedanke, ein Schiff als Plattform
zu nutzen, sei nicht neu, so Wächter.
Neu sei jedoch, die Plattform so vorzubereiten,
dass unterschiedlichste Energiespeicher
ebenso wie Energiewandler
sicher an Bord und unter realen Bedingungen
betrieben werden können.
An Bord der »Modularis« sind sowohl
konventionelle Dieseltanks als auch Methanol-
und Wasserstofftanks sowie Batterien
vorgesehen. Andere Brennstoffe
sollen in Tankcontainern an Bord getestet
werden. Zudem wird sich eine Brennstoffzelle
an Bord befinden, und die
»Modularis« wird eines der ersten Schiffe
sein, das eine Wärmepumpe nutzt.
»All diese Ideen und Anforderungen in
ein sicheres Schiffskonzept zu integrieren
und die notwendigen Genehmigungen einzuholen,
ist die größte Herausforderung
bei diesem Schiff«, beschreibt Michael
Wächter die Besonderheit des Projekts. ■
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www.shipdesign.de
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
31
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Bei Meyer bekommt man das volle
Yacht-Programm«
Mit der Marke Meyer Yachts verfolgt die Papenburger Werft eine Diversifizierungsstrategie,
die Kreuzfahrt-Know-how mit neuen Konzepten für private und kommerzielle Anwendungen
verbindet. Wie sich die Marke künftig entwickelt, wird auch von den Kapazitäten der Werft und
der anhaltend starken Nachfrage im Kreuzfahrtschiffbau abhängen.
© Meyer Yachts
»TWO10« ist das zweite Konzept von Meyer Yachts und hat eine Länge von 210 m
Die Meyer Werft verbinden die meisten
in der Regel mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen
– was auch richtig ist,
gehört doch der Papenburger Schiffbauer
zu den führenden Kreuzfahrtschiffbauunternehmen
weltweit. Doch
die Werft ist diverser aufgestellt, als
manch einem vielleicht bekannt ist.
Die rund 4.000 Mitarbeiter bauen an
den beiden zur Meyer Gruppe gehörenden
Standorten in Papenburg und
Rostock die verschiedensten Schiffstypen
– von Flusskreuzfahrtschiffen über
Forschungsschiffe bis hin zu Marineschiffen.
Auch Schlepper oder Containerschiffe
hat die Traditionswerft, die
1795 gegründet wurde, in der Vergangenheit
bereits gebaut.
Seit 2014 ist der Schiffbauer auch im
Yachtsegment aktiv. Damals wurde unter
dem Dach der Meyer Werft die Marke
Meyer Yachts gegründet. Über die Motivation
für deren Gründung und die aktuellen
Aktivitäten sprachen wir mit Lars
Kruse.
Lars Kruse arbeitet seit bereits 2006
bei der Meyer Werft. Er absolvierte dort
zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker
und im Anschluss einen
dualen Studiengang mit dem Schwerpunkt
Maschinenbau und der Vertiefung
Produktentwicklung und Design. Seit
2010 ist Kruse im Bereich Sales und Design
bei der Papenburger Meyer Werft
tätig. Vor rund viereinhalb Jahren hat er
die Abteilungsleitung Sales and Design
übernommen. In dieser Position ist er
auch für die Yachtsparte der Meyer Werft
verantwortlich.
2014 – Meyer Yachts entsteht
Seit nunmehr zwölf Jahren beschäftigen
sich die Papenburger Schiffbauer mit
dem Segment Yachten. Die Werft habe
2014 die ersten Konzepte und Projekte
entworfen, berichtet Kruse. Diesen Geschäftsbereich
damals groß zu ziehen
und zu pushen, konnte die Werft jedoch
nicht, denn im selben Jahr erhielt sie
einen Großauftrag von der Kreuzfahrtreederei
Carnival Cruises. Der Auftrag
umfasste den Bau der Helios-Klasse. Das
32 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Flaggschiff war die 337 m lange »Aida
Nova«. Sie war das weltweit erste Kreuzfahrtschiff
mit einem LNG-Antrieb. Mit
dem damals neun Einheiten umfassenden
Auftrag war die Werft voll ausgelastet,
und es sei nicht möglich gewesen,
parallel dazu andere Projekte umzusetzen,
berichtet der Head of Sales and Design.
Mittlerweile sind Schiff 12 und 13
der Serie in Bau.
»Wir haben das Thema aber nie ganz
liegen lassen. Wir haben entsprechende
Messen besucht und Konzeptideen veröffentlicht«,
so Kruse. Das seien aber
zunächst immer sehr große Schiffe gewesen.
2020 habe die Werft die Marke
daher mit deutlich kleineren Schiffen
neu aufgestellt. Damals habe die Werft
auch zwei sehr interessante Projekte gehabt,
die jedoch nicht realisiert werden
konnten, weil erst die Corona-Pandemie
und dann der Krieg in der Ukraine dazwischenkamen.
Gerade in dieser Zeit
habe man die Marke Meyer Yachts aber
stark gepusht und infolgedessen auch
viele Anfragen erhalten. Um diese abzuarbeiten,
wurde ein spezielles Yachtteam
aufgesetzt.
Beim Aufbau der Teams konnte und
kann Meyer Yachts auf die Ressourcen
der kompletten Werftgruppe zugreifen.
Unter anderem verfügt die Werft
über 700 Ingenieure. Am Papenburger
Standort kann Meyer Yachts auf rund
4.000 Mitarbeiter zugreifen. Weitere 700
sind im Schwesterunternehmen Neptun
Werft in Rostock beschäftigt.
Seit der Neuaufstellung bietet Lars
Kruse mit seinem Team Yachten in der
Größe ab 10.000 GT an. »Diese Produkte
erfordern einen ganz anderen Ansatz
und ein Know-how, das die Meyer Werft
ohne Weiteres bieten kann«, erklärt
Kruse. Schaue man auf die technischen
Aspekte, also darauf, wie diese Schiffe
konstruiert oder mit welchem Equipment
sie ausgestattet sind, gleichen sie
kommerziellen Einheiten. Das bedeutet,
dass sich Meyer Yachts bei dem technischen
Part bei Standardanlagen, wie sie
in kommerziellen Schiffen zum Einsatz
kommen, bedienen kann. Die Decks und
das Interieur sind individuell und hochwertig
ausgestattet, wie es Eigner von
Superyachten gewohnt sind. »Bei Meyer
Yachts bekommt man das volle Yacht-
Programm, mit technischen Anlagen aus
Lars Kruse, Abteilungsleiter Sales and
Design
dem kommerziellen Bereich«, fasst Lars
Kruse zusammen.
Dabei müssen Eigner beim Interior
keinerlei Kompromisse machen, da es
Meyer Yachts relativ schnell gelungen
sei, das entsprechende Zuliefernetzwerk
aufzubauen. Das Interesse der Zulieferer
an Yachtprojekten von Meyer sei sehr
groß, erläutert Lars Kruse. Vor allem
deshalb, weil Schiffe in dieser Größe für
die Zulieferunternehmen wirtschaftlich
attraktiv sind.
Es sei aber auch möglich, auf Produkte
der Meyer Werft aus dem Kreuzfahrtbereich
zurückzugreifen, erklärt der Abteilungsleiter
weiter. Es gebe Kunden, die
nicht in allen Bereichen beispielsweise
einen handgefertigten Teppich haben
wollten, sondern lieber einen individuell
gestalteten, langlebigen und pflegeleichten
Teppich im Kreuzfahrtstandard.
Solche Lösungen würden etwa für stark
frequentierte öffentliche Bereiche angefragt:
»Und das ist die Brücke, die wir
schlagen können, weil wir das Netzwerk
haben. Und auch in der Lage sind, die
enormen Mengen abarbeiten zu können.
Wenn wir über Flächen sprechen,
sind zum Beispiel 15.000 m³ für uns
Standard. Für andere Werften kann dies
eine logistische Herausforderung sein«,
beschreibt Kruse die Vorzüge von Meyer
Yachts.
Meyers Konzepte
Die 150 m lange »ONE50« weist großzügige Freizeitbereiche auf
© Meyer Yachts / Michael Wessels
Um zu veranschaulichen, welche Projekte
die Marke Meyer Yachts umsetzen
kann, hat die Werft vier Konzepte entwickelt.
Das erste war die »ONE50«, eine
150 m lange Yacht mit klassischem Design.
Bei diesem Konzept ging es darum
zu zeigen, welche Features sich in einer
rund 8.000 GT großen Yacht unterbringen
lassen. Auf dem sechs Decks umfassenden
Schiff können bis zu 36 Gäste
untergebracht werden. Ein großzügiger,
sich über zwei Etagen erstreckender
Spa-Bereich, ein Kino mit Billardraum,
ein Entertainmentbereich mit Bühne,
eine Kunstgalerie und ein Infinity-Pool
stehen den Gästen zur Verfügung. Die
»ONE50« hat neben diesen großzügigen
© Meyer Yachts
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
33
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Freizeitbereichen auch technologisch
etwas zu bieten, nämlich einen umweltfreundlichen
Antrieb, der auf Brennstoffzellen
und Batterien basiert. Damit
erreicht die Yacht mit einer Leistung von
13.500 kW eine maximale Geschwindigkeit
von 18,5 kn.
Das Konzept der »ONE50« hat Meyer
Yachts weiterentwickelt. Das Ergebnis ist
die »TWO10« – eine Yacht mit einer Gesamtlänge
von 210 m. Sie ist nicht nur
länger als das erste Yachtkonzept, sondern
vor allem deutlich größer. Im hinteren
Teil der Yacht befinden sich großzügige
Beach- und Poolbereiche. Auf dem
10 m langen Vordeck finden neben einem
Helipad auch ein Tenniscourt Platz.
»Mit diesem Konzept wollten wir zeigen,
dass Volumen und Größe für uns
kein Problem darstellen«, erklärt Kruse.
Das dritte Konzept – die »THREE05« –
hat Meyer Yachts gemeinsam mit Meyer
Floating Solutions aus Finnland entwickelt.
Dabei handelt es sich um eine
Kombination aus einem 125 m langen
Schiff und einer schwimmenden Villa,
die man sich zum Beispiel vor die eigene
Privatinsel legen kann. Beide Teile
des »THREE05«-Konzepts sind autark,
können aber zusammengeführt werden,
sodass sie eine Einheit ergeben.
Darüber hinaus hat Meyer Yachts das
»FOUR20«-Konzept entworfen. Dabei
handelt es sich um eine Multi-Use-Plattform,
die als Yacht oder als Forschungsschiff
genutzt werden kann. Diese Einheit
ist modular konstruiert. Das heißt,
Elemente am Hinterschiff können je
nach Nutzung ausgetauscht werden – je
nachdem, ob ein Poolbereich, ein Helikopterhangar
oder eine First-Aid-Einheit
gewünscht ist. »Damit wollten wir die
Modularität im Yachtbereich darstellen«,
erklärt Lars Kruse dieses Konzept.
Sonderwünsche? Kein
Problem!
Mit diesen vier Konzepten zeigt Meyer
Yachts, was möglich ist, und verdeutlicht,
dass es kaum Grenzen gibt – weder bei
Volumen noch Größe noch bei den Features.
Und gerade bei den Features kann
Meyer Yachts erneut auf das Know-how
aus der Kreuzfahrtsparte zugreifen. Im
Laufe der Jahre hat der Schiffbauer nämlich
viele Sonderwünsche in diesem Bereich
umgesetzt – seien es Wasserparks,
Achterbahnen, Go-Kart-Tracks oder in
50 m Höhe schwebende Gondeln – und
dabei viel Erfahrung gesammelt.
»Was die Kunden sich gewünscht haben,
hat die Meyer Werft entwickelt. Und
das können wir im Yachtbereich auch
anbieten. Ob es drei Decks hohe Räume
sind, die bewegliche Teile umfassen,
Showlounges oder großzügige Poolbereiche
– alles ist möglich«, so Kruse.
Die Meyer Werft ist zwar nicht der einzige
Schiffbauer, der solche Features realisieren
kann, aber sicher einer der wenigen,
die solche Sonderwünsche im solch
großen Umfang bereits umgesetzt hat
und somit enorm viel Erfahrung gesammelt
hat. Allein im Unterhaltungsbereich
baut die Meyer Werft zwei Theater mit
bis zu 2.000 Plätzen jährlich und zählt
damit zu den größten Theaterbauern
Deutschlands.
Mehr als fünf Jahre seit der Neuaufstellung
der Marke Meyer Yachts sind
nun vergangen. Die ersten Konzepte
sind da. Wie sich Meyer Yachts weiterentwickeln
wird, hängt von der Kreuzfahrtsparte
ab. Derzeit stelle sich die Meyer
Werft strategisch so auf, dass sie in den
kommenden zehn bis fünfzehn Jahren
zwei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr abliefern
will, erklärt Kruse. Der Markt sehe momentan
sehr gut aus. Daher werde sich
in den nächsten zwei bis drei Jahren entscheiden,
wie die zukünftigen Kapazitäten
der Meyer Werft ausgestaltet werden
und welche Bauslots angeboten werden
können. Derzeit sei der Vorlauf aufgrund
der guten Situation im Kreuzfahrtmarkt
sehr lang.
Auch wenn die Werft derzeit mit Kreuzfahrtschiffprojekten
gut ausgelastet ist,
ist Meyer Yachts als Marke weiterhin
eine mögliche Diversifikationsstrategie:
»Meyer Yachts zeigt eine neue Form von
Schiffskonzepten, indem sie zwei Welten
miteinander kombiniert. Diese Form der
Diversifikation sieht die Werft in Papenburg
als Zukunft. Ob im privaten Segment,
kommerziellen Bereich oder teilprivatisierten
Konzept – diese Konzepte
werden das Leben auf See neu definieren«,
sagt Lars Kruse abschließend.
Interview: Anna Wroblewski
© Meyer Yachts
Die »THREE05« ist eine 125 m lange schwimmende Villa
34 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Wir zeigen, wie Umweltschutz
im Hamburger Hafen funktioniert«
Green Ports Hamburg behandelt ölhaltige Rückstände und Abwässer aus der Schifffahrt. Der
Betrieb ist Teil einer Infrastruktur, die im Hafen kaum sichtbar ist – ohne die maritime Logistik
aber nicht funktionieren würde. Von Joshua Wygand
Das Betriebsgelände von Green Ports Hamburg befindet sich an der Kattwykstraße im Hamburger Hafen
© Wygand
Wenn Kreuzfahrtschiffe in Hamburg an
den Terminals liegen, richtet sich der
Blick meist auf Passagiere, Proviant, Ausflüge
und Liegeplätze. Weniger sichtbar,
für den Hafenbetrieb aber ebenso wichtig,
ist ein zweiter Bereich: die Entsorgung
fester und flüssiger Reststoffe. Dazu zählen
Hausmüll ebenso wie Bilgenwasser,
Schlämme, Altöle, Tankwaschwasser und
Abwasser. Diese Stoffe können nicht dauerhaft
an Bord verbleiben. Sie müssen an
Land fachgerecht übernommen, geprüft,
behandelt und dokumentiert werden.
In der Kreuzfahrt-Hochsaison können
allein von Kreuzfahrtschiffen innerhalb
einer Woche bis zu acht 30-m³-Container
mit festen Abfällen sowie 30 bis 70 m³ an
flüssigen ölhaltigen Abfällen anfallen. Für
diese Stoffströme bestehen im Hamburger
Hafen spezialisierte Entsorgungswege.
Einer der Betriebe in diesem Bereich
ist Green Ports Hamburg. Die Leistungen
werden nicht nur für Kreuzfahrtschiffe erbracht,
sondern auch für andere Schiffstypen
wie Containerschiffe, Tanker und
Frachter. Die Mengen variieren je nach
Schiffstyp und -größe.
Georgios Moustakas, Geschäftsführer
bei Green Ports Hamburg
und Justin Adams, Betriebsleiter des
Hamburger Standortes
© Wygand
Green Ports Hamburg ist Teil der Hellenic
Environmental Center Group (HEC)
und betreibt im Hamburger Hafen eine
Anlage zur Behandlung von Schiffsabfällen
und industriellen Rückständen. Der
Schwerpunkt liegt auf flüssigen, häufig
ölhaltigen Abfällen, die chemisch-physikalisch
und biologisch behandelt werden.
Damit bewegt sich das Unternehmen an
einer Schnittstelle, die für Reedereien,
Hafendienstleister, Behörden und Umweltüberwachung
gleichermaßen relevant
ist.
»Es ist wichtig sichtbar zu machen,
mit welchen Methoden und Prozessen
wir zum Schutz der Umwelt beitragen«,
betont Georgios Moustakas, Geschäftsführer
von Green Ports Hamburg, beim
Werkbesuch. Der Grieche spricht von
einer Verpflichtung, Wissen bereitzustellen
und sichtbar zu machen, mit welchen
Verfahren Umwelt und Hafengewässer
geschützt werden. Für einen Betrieb, der
mit Abfällen arbeitet, die normalerweise
36 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Green Ports verfügt über mehrere eigene Bargen, die felxibel im Hamburger Hafen zum Einsatz kommen
© Wygand
Flüssige Abfälle werden in den Tanks
behandelt und für die nachfolgende
stoffliche Verwertung beziehungsweise das
weitere Recycling aufbereitet
© Wygand
im Hintergrund bleiben, ist Transparenz
selbst Teil des Geschäftsmodells.
Prozess beginnt am Schiff
Am Anfang steht die Übernahme der Flüssigkeiten.
Schiffe geben ölhaltige Rückstände,
Bilgenwasser, Slops oder andere
flüssige Abfälle ab. Diese werden gesammelt,
transportiert und in Behandlungstanks
aufgenommen. Schon an diesem
Punkt entscheidet sich, wie aufwendig
der weitere Prozess wird: Welche Stoffe
werden angeliefert? Welche Genehmigungen
greifen? Wie muss die Anlage auf
das Eingangsgemisch eingestellt werden?
Bei Green Ports Hamburg beginnt anschließend
die chemisch-physikalische
Behandlung. In den großen Silotanks
werden Feststoffe und ölhaltige Bestandteile
aus dem Wasser herausgelöst. Spezielle
Flockungsmittel erzeugen zunächst
kleine Flocken, anschließend wird ein
Polymer, also eine chemische Verbindung
aus großen, kettenartigen Molekülen
(Makromolekülen), die aus vielen gleichen
oder gleichartigen Bausteinen (Monomeren)
bestehen, zugesetzt. Daraus bildet
sich ein größeres Konglomerat, das sich
abtrennen und abschöpfen lässt. Zurück
bleibt eine deutlich klarere Wasserphase.
Diese wird im nächsten Schritt in die biologische
Behandlung überführt und weitergereinigt.
Was für Außenstehende nach klassischer
Abwassertechnik klingt, ist im
Detail deutlich komplexer. Bilgenwasser
ist nicht gleich Bilgenwasser. Die Zusammensetzung
der angelieferten Stoffe variiert
je nach Schiff, Betrieb, Einsatzprofil
und Lagerung. Der langjährige Betriebsleiter
Justin Adams beschreibt deshalb
die Überführung eines heterogenen Eingangsgemisches
in eine möglichst homogene
Phase als einen der anspruchsvollsten
Schritte des Reinigungsprozesses.
Bestandteile aus Rückständen
Ein zentrales Element ist die Trennung der
einzelnen Bestandteile. Neben behandeltem
Wasser fällt im Prozess auch Recyclingöl
an. Dabei handelt es sich nicht um
eine bloße Entsorgung, sondern um stoffliche
Verwertung.
Grundlage ist die Abfallhierarchie des
Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Vermeidung
vor Wiederverwendung, Recycling
Zwei Spezialschiffe sind für die Sammlung von Marpol-Abfällen im Hamburger Hafen im Einsatz. Die gesammelten Abfälle werden anschließend
zur Anlage umgeschlagen und dort weiterbehandelt
© Wygand
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
beziehungsweise stofflicher Verwertung,
sonstiger Verwertung und erst danach
Beseitigung.
Nach Angaben des Unternehmens
liegt die Recyclingquote bei rund 90 %.
Der Wert zeigt, wohin sich moderne Hafenentsorgung
entwickelt: weg von der
reinen Entsorgung, hin zu einem stärker
kreislauforientierten Umgang mit Rückständen.
Auch wirtschaftlich spielt die Verfahrenstechnik
eine zentrale Rolle. Je effizienter
die Behandlung läuft, desto geringer
ist der Einsatz von Chemikalien und Hilfsstoffen.
Das senkt die Kosten der Abwasserbehandlung
und macht den Prozess
zugleich besser steuerbar. Datenanalyse
und Automatisierung gewinnen deshalb
auch in diesem Teil der Hafenwirtschaft
an Bedeutung. Die Entsorgung von
Schiffsabfällen ist längst kein rein handwerklicher
Vorgang mehr, sondern ein
technisch regulierter Prozess mit Labor,
Anlagenbetrieb, strengen Dokumentation
und digitaler Nachverfolgung.
24 Stunden Hafen-Betrieb
Green Ports Hamburg beschäftigt insgesamt
55 Mitarbeiter. Zwei arbeiten im
Labor, 15 in der Anlage, 15 weitere in der
Verwaltung. Die übrigen Mitarbeiter sind
unter anderem in der Industriereinigung,
im Marpol-Bereich und in der Hochdruckreinigung
tätig. Die Abwasserreinigungsanlage
ist rund um die Uhr besetzt, sieben
Tage die Woche.
Das Leistungsspektrum reicht von
der Annahme und Behandlung flüssiger
Schiffsabfälle bis zu Tankreinigung, Marpol-Dienstleistungen
und Hochdruck-reinigung.
Abgedeckt werden nach Unternehmensangaben
unter anderem Marpol-
Anlage I für ölhaltige Gemische, Anlage
II für schädliche flüssige Stoffe, Anlage
IV für Abwasser, Anlage V für Müll sowie
© Wygand
© Wygand
Im betriebseigenen Labor erfolgt die Analyse der Abfälle hinsichtlich ihrer stofflichen Zusammensetzung. Zudem werden kontinuierlich
Versuchsreihen zur Optimierung der angesetzten Aufbereitungs- und Behandlungsverfahren durchgeführt
Das während des Prozesses entstehende Abwasser wird mittels eines biologischen Reinigungsverfahrens umfassend aufbereitet
38 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
© Wygand
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Nicht nur per See holt Green Ports Abwasser ab, sondern auch mit der modernen LKW-Flotte.
Green Ports hat erst kürzlich in moderen Spezialfahrzeuge investiert
Green Ports Hamburg hat auf dem Betriebsgelände
zahlreiche Bäume gepflanzt
Anlage VI. Die Entsorgung erfolgt nicht
nur über die stationäre Anlage, sondern
auch über mobile Einheiten wie
Schuten und Lkw, die direkt am Schiff
eingesetzt werden können.
Damit gehört Green Ports zu jenen
Betrieben, die im Hafen selten im Vordergrund
stehen, aber in den täglichen
Schiffsbetrieb eng eingebunden sind.
Wenn ein Schiff Hamburg anläuft, geht
es nicht nur um Ladung, Passagiere oder
Bunker. Es geht auch um die Frage, welche
Rückstände übernommen werden
müssen, wann Zeitfenster verfügbar sind
und wie sich die Entsorgung in den Hafenaufenthalt
integrieren lässt.
Digitales Postfach klärt auf
Die technische Behandlung ist dabei
nur ein Teil der Arbeit. Ebenso wichtig
ist unterdessen auch die Dokumentation.
Green Ports Hamburg ist nach
eigenen Angaben als Entsorgungsfachbetrieb
zertifiziert; diese Zertifizierung
muss regelmäßig, also jährlich, erneuert
werden.
Für Entsorgungsvorgänge ist die Zentrale
Koordinierungsstelle, kurz ZKS, relevant.
Erzeuger, Beförderer und Entsorger
verfügen über eigene Nummern. Zu diesen
Nummern gehört jeweils ein digitales
Postfach, über das Vorgänge eingestellt
und nachvollzogen werden können. Auch
Behörden haben Zugriff auf das System.
Für Reedereien und Betreiber schafft
diese Struktur Nachvollziehbarkeit. Für
Entsorger bedeutet sie Aufwand, aber
auch Absicherung. Jeder Schritt muss dokumentiert
werden: Wer hat den Abfall
erzeugt, wer hat ihn transportiert, wer hat
ihn angenommen, wie wurde er behandelt?
In einem Bereich, in dem ölhaltige
und potenziell gefährliche Stoffe bewegt
werden, ist diese Transparenz ein wesentlicher
Bestandteil des Umwelt- und Risikomanagements.
Adams verweist zudem auf Sicherheitsanforderungen,
Zertifizierungen,
arbeitsmedizinische Untersuchungen
und Vorgaben der Berufsgenossenschaft.
»Sicherheit hat bei uns die allerhöchste
Priorität«, ist eine operative Notwendigkeit.
Wer mit Slops, ölhaltigen Rückständen,
Tankwaschwasser oder Stoffen mit
niedrigem Flammpunkt arbeitet, bewegt
sich in einem Bereich, in dem Verfahren,
Schutzmaßnahmen und Qualifikation entscheidend
sind, so Moustakas und Adams.
Nachhaltigkeit im Blick
Das auf maritime Abfallmanagement
spezialisierte Unternehmen versteht sich
nicht nur als reiner Entsorger, sondern
als Teil der ökologischen Hafeninfrastruktur.
Das Unternehmen hat zuletzt CO₂-
Zertifikate erworben, um eigene Emissionen
auszugleichen. Als Geschäftsführer
von Green Ports Hamburg ist Moustakas
über das Unternehmen in die HPA-Initiative
»Sustainable Energy Hub Hamburg«
eingebunden. Diese Einbindung soll zeigen,
dass Hafenentsorgung zunehmend
mit den größeren Nachhaltigkeitsdebatten
der Branche verknüpft ist.
Für die Zukunft erwartet Green Ports
neue Anforderungen durch alternative
Antriebssysteme und neue Energieträger
an Bord. Wenn sich Brennstoffe,
technische Systeme und Betriebsprofile
verändern, verändern sich auch Rückstände,
Reinigungsanforderungen und
Entsorgungsprozesse. Nachhaltigkeit, so
Moustakas, sei ein gemeinsames Ziel und
erfordere die Zusammenarbeit aller Beteiligten,
der EU, der Mitgliedstaaten, der
Häfen, der Behörden, der Umweltunternehmen
und der Kunden.
Im Alltag bleibt die Arbeit dennoch
konkret: Zu reinigende Stoffe kommen
an, werden analysiert, getrennt,
behandelt, dokumentiert und, soweit
möglich, verwertet. Was im Hafen
häufig unsichtbar bleibt, ist damit
ein wesentlicher Teil maritimer
Wertschöpfung.
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HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Von LNG bis Wasserstoff:
»Gotland Horizon X« setzt auf Flexibilität
Auf der Austal-Werft auf den Philippinen entsteht derzeit ein besonderes Schiff:
eine brennstoffflexible Schnellfähre. Ab 2029 soll sie in der Ostsee zwischen der Insel Gotland
und dem schwedischen Festland verkehren
© Austal
Die »Gotland Horizon X« ist eine Multi-Fuel-Schnellfähre, die ab 2045 vollständig emissionsfrei betrieben werden soll
Die »Gotland Horizon X« wird für die schwedische Reederei Gotlandsbolaget
gebaut. Sie zählt zu den weltweit ersten großen,
brennstoffflexiblen Hochgeschwindigkeitsfähren. Die Katamaranfähre,
die bis zu 1.500 Passagiere und 400 Fahrzeuge befördern
kann, wurde gemeinsam von Gotlandsbolaget und Austal
entwickelt. Das flexible Antriebssystem liefert Siemens Energy.
Es ist dafür ausgelegt, mit LNG und Bio-LNG, Diesel und Biodiesel,
Methanol sowie künftig sogar mit 100 % Wasserstoff betrieben
zu werden. Damit unterstützt die »Gotland Horizon X« die
Strategie »Destination Zero« von Gotlandsbolaget, die bis 2045
einen klimaneutralen Verkehr von und nach Gotland vorsieht.
Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einem vollständig emissionsfreien
Betrieb soll das innovative Antriebssystem spielen.
Das von Siemens Energy entwickelte Antriebs- und Energiesystem
basiert auf einer Gasturbine des Typs SGT-400 und erreicht
einen Wirkungsgrad von rund 50 %. Zum Lieferumfang
gehören neben dem Gasturbinenpaket die Komponenten des
Kombikraftwerks, die Steuerungs- und Regeltechnik, Abhitzedampferzeuger
(HRSG), die Energieverteilung, Schaltanlagen,
USV-Systeme, Generatoren (PTO/PTI), ein Energiemanagementsystem
sowie das Leistungs- und Zustandsüberwachungssystem
EcoMAIN.
Gasturbine mit Wasserstrahlantrieb
Die SGT-400-Gasturbine treibt einen steuerbaren Wasserstrahlantrieb
sowie einen PTO/PTI-Generator an. Die Abwärme der
Turbine wird zur Dampferzeugung genutzt, die wiederum eine
Dampfturbine antreibt. Diese versorgt einen zusätzlichen Boost-
Wasserstrahlantrieb und einen Generator mit Energie. Die Kombikraftwerkskonfiguration
sorgt nicht nur für einen hohen Gesamtwirkungsgrad,
sondern reduziert auch Emissionen sowie
Gewicht und Platzbedarf.
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SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Ein wesentliches Merkmal des Antriebssystems ist seine Fähigkeit,
mit unterschiedlichen Kraftstoffen zu arbeiten. Derzeit kann
die SGT-400-Turbine mit LNG, Bio-LNG, Diesel und Biodiesel betrieben
werden. Nach Angaben des Herstellers ist auch der Betrieb
mit Methanol nach geringfügigen Anpassungen möglich.
Darüber hinaus eröffnet ein im Rahmen des EU-geförderten
Programms HYFLEXPOWER entwickelter Wasserstoffbrenner die
Perspektive eines Betriebs mit 100 % Wasserstoff.
Doch wie flexibel ist das System tatsächlich? Erfordert ein
Brennstoffwechsel Anpassungen an Bord, etwa unterschiedliche
Tanks oder Leitungssysteme? Laut Siemens Energy kann der
Wechsel zwischen LNG und Diesel – und künftig auch zwischen
LNG und Wasserstoff – während des Betriebs automatisch erfolgen,
sofern separate Tanks und Leitungen vorhanden sind. Das
Steuerungssystem der Gasturbine gewährleiste einen nahtlosen
Übergang und damit ein hohes Maß an betrieblicher Flexibilität,
so das Unternehmen.
Eine der größten Herausforderungen des Projekts besteht
darin, den zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, da erstmals
ein kombiniertes Antriebs- und Energiesystem mit komplexer
Steuerungstechnik in eine Schiffsplattform integriert wird.
Wie Siemens Energy mitteilt, hat es vergleichbare Systeme
bereits in der maritimen Branche sowie bei Offshore-Anwendungen
eingesetzt, darunter auf FPSOs und schwimmenden
Plattformen. Das Unternehmen war außerdem Projektpartner
in dem EU-Projekt HYFLEXPOWER, bei dem die Wasserstoffverbrennung
erprobt wurde. Diese Erfahrungen flossen in die Entwicklung
der »Gotland Horizon X« ein.
Laut Siemens Energy bietet diese innovative Fähre die Möglichkeit,
seine führende Rolle bei brennstoffflexiblen und emissionsarmen
Antriebslösungen zu demonstrieren. Gleichzeitig
zeigt das Projekt, welchen Beitrag Gasturbinen und Kombikraftwerkstechnologien
zur Dekarbonisierung der Schifffahrt leisten
können.
AW
CRIST-WERFT
Erste vollelektrische Fähre für estnische Staatsflotte
Die estnische Staatsflotte hat mit der
polnischen Crist-Werft einen Vertrag
über die Konstruktion und den Bau der
ersten vollelektrischen Passagierfähre
Estlands unterzeichnet. Das Projekt gilt
als wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung
des Fährverkehrs im Ostseeraum.
Die Vertragsunterzeichnung erfolgte
im Mai. Das Schiff soll Ende 2028 in
Dienst gestellt werden und überwiegend
mit an Land geladener grüner Elektrizität
betrieben werden. Es ist für den ganzjährigen
Einsatz unter anspruchsvollen nordischen
Bedingungen einschließlich des
Betriebs in Eis ausgelegt.
Die Crist-Werft, die auf Passagier- und
Spezialschiffe für technisch anspruchsvolle
Einsatzbedingungen spezialisiert
ist, hat bereits mehrere emissionsarme
Schiffe gebaut, darunter die vollelektrischen
Eisfähren »Altera« und »Elektra«,
die in Finnland im Einsatz sind.
Entworfen wird die Fähre vom Schiffsarchitekturbüro
LMG Marin. Das Unternehmen
hat nach eigenen Angaben
bereits mehr als 200 Fähren entwickelt
und zählt insbesondere im Bereich elektrischer
und hybrider Schiffe zu den führenden
Anbietern.
Als erstes Schiff Estlands, das im täglichen
Betrieb vollständig mit grünem
Strom betrieben wird, soll die neue Fähre
bis zu 64 % energieeffizienter sein als
die derzeitige Referenzfähre »Regula«,
die von konventionellen Dieselgeneratoren
angetrieben wird.
Die Hauptenergiequelle wird an Land
geladener Strom sein, der in einem
Batteriesystem mit einer Kapazität von
3 MWh gespeichert wird. Damit kann
die Fähre auf der Inselverbindung zwischen
Virtsu und Kuivastu vollständig
elektrisch betrieben werden. Für größere
Reichweiten, Einsätze bei schwerem
Wetter und Notfälle wird das Schiff
zusätzlich mit Biodieselgeneratoren
ausgestattet. Diese ermöglichen eine
Reichweite von mindestens 1.000 sm
ohne Bunkerstopp. Durch diese hybride
Redundanz eignet sich die Fähre
technisch auch für weitere und längere
Routen.
Das Schiff wird nach der Eisklasse 1B
gebaut und kann damit in Eis mit einer
Dicke von bis zu 60 cm operieren. In
leichteren Eisbedingungen soll die reguläre
Betriebsgeschwindigkeit beibehalten
werden können. Zur Verbesserung
der Manövrierfähigkeit und Energieeffizienz
erhält die Fähre an beiden Enden Azimut-Thruster
der neuesten Generation.
Deren Leistung übertrifft die Mindestanforderungen
der Eisklasse 1B und stellt
zusätzliche Reserven für den Betrieb
unter schweren Eisbedingungen bereit.
Mit einer Länge von rund 100 m wird
die Fähre Platz für bis zu 110 Pkw oder
acht Lastwagen bieten. Die maximale
Passagierkapazität beträgt 380 Personen.
AW
Für den Einsatz in den anspruchsvollen Gewässern wird die Fähre über Eisklasse 1B verfügen
© LMG Marin
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
41
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Bureau Veritas beleuchtet Nukleartechnik
Technisch machbar, regulatorisch noch weit entfernt: Beim Event »The Future of Maritime
Nuclear Energy« von Bureau Veritas diskutierten Branchenvertreter über Reaktorkonzepte,
Genehmigungsfragen und mögliche Zeithorizonte. Von Joshua Wygand
© BV
Diskutierten im Internationale Maritime Museum Hamburg (v.l.n.r.): Holger Watter, Jose Esteve Otegui, Federico Puente Espel und Stefan Höner
Bei der HANSA Lounge hat Bureau Veritas
den möglichen Einsatz von Kernenergie in
der Handelsschifffahrt eingeordnet. Unter
dem Titel »The Future of Maritime Nuclear
Energy« ging es im IMMH um moderne Reaktortechnologien,
Sicherheitsanforderungen,
Klassifizierung, Hafenakzeptanz und internationale
Regelwerke. BV stellte das Thema
nicht als Plädoyer, sondern als fachliche Einordnung
vor.
»Ein Thema, das Aufmerksamkeit erzeugt,
das Fragen aufwirft und das oft sehr unterschiedlich
bewertet wird«, sagte Ramona Zettelmaier,
M&O Central Europe Director bei
Bureau Veritas Marine & Offshore. Es gehe
darum, Entwicklungen einzuordnen und realistisch
zu betrachten, »was bereits möglich
ist, was noch vor der Branche liegt und in
welchen Zeiträumen gedacht werden muss«.
Hintergrund ist der Druck zur Dekarbonisierung.
Neben Ammoniak, Methanol,
Wasserstoff und Batterien werden auch
nukleare Optionen diskutiert. Holger Watter,
Professor für Schiffsbetriebstechnik an
der Hochschule Flensburg, machte deutlich,
dass es keine Energielösung für alle Einsatzprofile
gibt. Entscheidend sei die Bewertung
des jeweiligen Anwendungsfalls – abhängig
von Schiffstyp, Infrastruktur, Betrieb und
Regulierung.
Bei Small Modular Reactors sowie Reaktorsystemen
der Generation III+ und
IV sieht Watter die Schwerpunkte in Systemintegration,
Sicherheitskonzepten
und regulatorischer Harmonisierung. Für
nukleare Systeme sprechen hohe Energiedichte,
lange Betriebszyklen und ein
Betrieb ohne direkte CO₂-Emissionen. Dagegen
stehen hohe Anfangsinvestitionen,
komplexe Genehmigungen, Haftungsfragen
und fehlende Standards. Bis 2030
hält Watter Pilotprojekte für möglich, zwischen
2030 und 2040 erste Nischenanwendungen.
Eine breitere Nutzung wäre
eher zwischen 2040 und 2050 denkbar.
Federico Puente Espel, Maritime Nuclear
Strategy Leader bei BV Marine & Offshore,
verwies darauf, dass Kernenergie nicht neu
ist; als Beispiel wurde die »Otto Hahn« genannt.
Neu sei der Kontext: Dekarbonisierung,
Versorgungssicherheit, Energiepreise
und moderne Reaktorkonzepte rückten die
Option international wieder stärker in den
Fokus. Relevanz könnten solche Systeme
dort bekommen, wo lange Betriebszyklen,
hohe Energiebedarfe und kontinuierliche
Versorgung entscheidend sind.
Jose Esteve Otegui von BV nannte praktische
Hürden: internationale Regelwerke,
Versicherung und Haftung, Anforderungen
an Häfen und Werften sowie die Klassifizierung
nuklear angetriebener Schiffe. Nicht
jede maritime Infrastruktur sei vorbereitet.
Für Reeder und Betreiber werde entscheidend
sein, ob sich ein belastbarer Business
Case darstellen lässt.
Auch IMO und IAEA spielen eine zentrale
Rolle. Das Maritime Safety Committee der
IMO (MSC 110) hat das Unterkomitee Schiffsentwurf
und -bau beauftragt, einen Arbeitsplan
zum Thema Nuklearenergie vorzubereiten.
Erwartet wird eine Überarbeitung
des »Nuclear Code«. Als zeitlicher Rahmen
wurden eine Revision um 2030 und ein mögliches
Inkrafttreten um 2032 genannt.
Im Panel zeigte sich: Technisch wird
ein erstes nuklear angetriebenes Handelsschiff
bis 2045 nicht ausgeschlossen.
Größere Hürden bleiben Regulierung, Sicherheitsnachweise,
Akzeptanz, Betriebskonzepte
und zusätzliche Fachkompetenz.
Weitere Hintergründe liefert das neue
Whitepaper »Nuclear Power in Maritime
Decarbonization« von Bureau Veritas Marine
& Offshore zum Thema, das über den
QR-Code abrufbar ist.
■
42 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
Wissen, was den Kurs bestimmt – Seit 1864
»Warum ich die HANSA lese?
Weil sie die komplexen Entwicklungen der
maritimen Industrie verlässlich einordnet und
aktuelle Themen der Branche konsequent
aufgreift. Als Konferenzpartner des SMM
Maritime Future Summit trägt die HANSA mit
ihrer Expertise aktiv dazu bei, frühzeitig
Zukunftsthemen der maritimen Industrie auf die
Bühnen der SMM zu bringen.«
CLAUS ULRICH SELBACH
Vice President Exhibitions Maritime & Energy
Hamburg Messe und Congress GmbH
Vernetzung auf höchstem Niveau: Die HANSA bringt, genau wie die SMM, die entscheidenden
Köpfe und Themen der maritimen Welt zusammen. Für Claus Ulrich Selbach ist sie daher ein
unverzichtbarer medialer Anker – sowohl als Fachmagazin als auch als Herausgeber der offiziellen
Messezeitung „SMM Daily Newswire“. Scannen Sie den QR-Code für weitere Statements –
erfahren Sie, warum die HANSA als Leitmedium den Kurs für eine erfolgreiche maritime
Vernetzung bestimmt.
hansa-online.de/testimonial
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Wind is no longer niche«
While still in an early stage, global adaption of Wind Assisted Propulsion Systems (WAPS) is
rising. John Cooper, CEO of BAR Technologies, about the pressure to adapt, complex frameworks
and the many hurdles of a fragmented industry
What’s driving momentum in WAPS?
John Cooper: The short answer is pressure and it’s no longer
optional. Wind is now operationally proven with technologies
like WindWings and that matters because regulation is
tightening at the same time. Shipowners aren’t talking about
decarbonisation in abstract terms anymore; they’re making
decisions now, under real timelines and real cost pressure.
At the same time, fuel has become volatile in both price
and availability. That changes the equation. This isn’t just about
compliance anymore, it’s about exposure: financial and
operational. And there’s a fundamental point that often gets
missed: wind is the only net-zero energy source that’s effectively
free at source. Every other pathway depends on a fuel
you have to buy, source, and hedge. Wind doesn’t.
That creates a very different economic reality. It’s not just
about reducing emissions, it’s about reducing dependency.
This is why wind is gaining traction. It sits right at the intersection
of cost, risk and compliance. And more broadly, this
marks a shift in how the industry is thinking. We have moved
beyond sustainability. It’s now about resilience. If part
of your energy input isn’t exposed to the fuel market, you’re
operating on a fundamentally different footing.
Which segments are leading adoption?
Cooper: Bulkers have led the way so far, and that’s not surprising.
Tankers are now following closely. The reasons are
structural: Long, predictable routes, available deck space,
and high exposure to fuel costs make the economics of wind
both clear and immediate.
But this isn’t really about vessel type, it’s about pressure.
As pressure builds on costs, emissions and compliance, adoption
follows. That’s why you’re now seeing momentum
spread. Wherever fuel exposure is high and margins are under
pressure, wind moves from optional to compelling.
Could wind move from »add-on« to primary propulsion?
Cooper: It’s not going to replace engines and that’s not the
point. What’s happening is a shift to hybridisation. Wind
moves from being a marginal efficiency gain to a meaningful
contributor to propulsion.
That’s a fundamental change. Once wind is delivering a
consistent share of propulsion, it starts to influence how
vessels are routed, operated and optimised. The transition
won’t be linear. It will be shaped by fuel availability, infrastructure
and regulation. In that environment, flexibility has
real value and wind delivers that.
How is digitalisation enhancing WAPS?
Cooper: Digitalisation is what makes wind viable at scale.
The challenge has always been variability. What’s changed
is the ability to combine advanced weather prediction with
smarter modelling and AI to forecast and optimise around
that variability with a high degree of accuracy.
Wind can now be integrated into voyage planning as part
of a broader energy strategy, not treated as an opportunistic
add-on. Our WindWings Hub is a clear example of that.
It gives operators real-time visibility into performance, fuel
savings, efficiency, and optimisation opportunities—voyage
by voyage. That’s the shift. Wind moves from something you
hope delivers value to something you can measure, manage
and optimise.
John Cooper, CEO of BAR Technologies
© BAR Technologies
What advancements are needed and what are the barriers?
Cooper: The biggest barriers aren’t technical: they’re structural.
The industry is operating in a fragmented regulatory
environment, with multiple carbon pricing mechanisms and
no global alignment. That creates uncertainty and uncertainty
slows investment. Fragmentation leads to stagnation.
What’s needed is alignment, particularly through frameworks
like the IMO’s Net-Zero Framework. Without that,
decision-making becomes slower and more conservative.
44 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
There’s also a gap in how performance is evaluated. Shipowners
need clear, standardised ways to compare technologies.
Without that, it’s difficult to commit capital with confidence.
Finally, shipowners need a clear line of sight to the financial
benefit of their investment in wind propulsion, either via
increased time-charter rates for WAPS vessels and/or new
clauses within charterparty agreements that formalise the
sharing of the financial benefits of WAPS, i.e. fuel savings and
a reduction in emissions penalties.
On the technology side, the direction is clear: scale, simplify
integration, improve predictability, and reduce cost.
At the same time, retrofitting the existing fleet is where adoption
can accelerate quickly. The good thing is that we are
not starting at point zero; systems like WindWings are there
now, in place and proven in function. Ultimately, this comes
down to certainty. The clearer the framework, the faster the
industry moves.
»Most operators understand where the industry
is heading. The challenge is that the route to get
there isn’t fully defined, and the lack of global
alignment creates uncertainty.«
What are BAR’s strategic priorities?
Cooper: The priority is helping clients make decisions in an
increasingly complex and unpredictable operating environment.
Fuel strategy is no longer a single-variable question. It’s
about balancing cost, availability, compliance, and risk at the
same time. That’s fundamentally changing how shipowners
think about energy and how they future-proof their fleets.
Our role is to deliver solutions that work in that reality like
WindWings, commercially viable solutions that integrate into
operations and that deliver measurable impact. Not theoretical
benefits, but real, demonstrable performance. Wind is
a key part of that. Not as a silver bullet, but as a practical,
scalable way to reduce fuel dependency, manage exposure
and improve resilience.
And importantly, it’s available now. It’s the only net-zero
energy source that’s free at source and doesn’t rely on new
supply chains or infrastructure. That gives it a very different
role in the transition: it’s not something you have to wait
for; you can deploy it today to start reducing emissions, fuel
costs, and your exposure to carbon-related costs.
How is your role evolving?
Cooper: My role is evolving from developing the technology
to driving its deployment at scale. Wind is already proven. The
challenge now is making it work commercially, consistently,
and in a way that fits how the industry actually operates.
That means ensuring we’re not just building systems, but
delivering measurable performance, backed by data and fully
integrated into operations. As the transition accelerates,
my focus is on pace. Moving from projects to programmes,
from early adopters to broader rollout, and making sure
wind is deployed where it delivers real value.
Ultimately, it’s about ensuring wind delivers commercially
while making a meaningful difference to the challenges shipping
faces. That’s what keeps me and us pushing forward.
How are EU regulations shaping demand?
Cooper: They are accelerating demand, but they’re also
adding complexity. We now have a patchwork of regional
measures, the EU ETS, FuelEU Maritime, and CBAM, all with
different rules and cost implications. That makes compliance
harder and in many cases, slows decision-making. At the
same time, they make it clear that emissions reduction is
now a fundamental requirement.
That’s where wind stands out. It’s fuel-agnostic, can be
deployed today, and doesn’t rely on new supply chains. The
positive is that regulation is creating momentum. The challenge
is making sure that momentum translates into action,
not delay. The EU has a real opportunity to lead here and
set the pace for others to follow but for shipowners, clarity
matters more than anything, because without it, decisions
get pushed out.
How aligned are shipowners with IMO targets?
Cooper: There is alignment on direction, but not on the pathway.
Most operators understand where the industry is
heading. The challenge is that the route to get there isn’t
fully defined, and the lack of global alignment creates uncertainty.
What you see in practice is pragmatism. Shipowners are
taking steps, but they’re balancing long-term ambition with
short-term commercial reality. We are pleased to see shipowners
more willing to look at the new options that are out
there; they see that every option to help them reach those
targets, like our WindWings® offering, has to be worthy of
consideration.
The IMO’s Net-Zero Framework is important here. Without
that level of clarity, indecision becomes a factor, slowing progress.
This isn’t a linear transition; it’s a series of trade-offs.
And until there’s greater certainty, progress will be measured
rather than accelerated, risking missed targets and further
fragmentation.
What percentage of the fleet will use WAPS by 2030?
Cooper: It won’t be universal by 2030, but it will be established.
Industry estimates suggest you could see wind deployed
across around 10–15 % of the global fleet by the end of
the decade, depending on how regulation and fuel markets
evolve. But what’s driving this is clear: the pressure on costs,
risk, and emissions is aligned.
What has changed is that wind is no longer niche. It’s now
part of the core conversation for shipowners. Over the next
decade, you’ll see it deployed across a much broader range
of vessel types, particularly where fuel exposure is highest
and the economics are most visible.
Interview: Jannik Westerkamp
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
45
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
German marine suppliers – trends and technologies
TECH-INNOVATION powered by VDMA – Marine Equipment and Systems: This section within
the HANSA magazine features brief updates on technical developments, innovations and market
launches from the powerful marine equipment industry organised in its association VDMA
Katrin Caldwell, Managing Director VDMA
e.V. Nord | Marine Equipment and Systems
Together towards success: in research as
well as in defense, cooperation is becoming
increasingly important. Projects such
as »Polarstern« (see page 50) show how
strongly innovation depends on shared
expertise, reliable partnerships and a
common understanding of future challenges.
The same applies to the naval
and security sector: by working together
© VDMA
industry, science and politics can keep
the fleet mission-ready.
The overall economic environment in
Germany remains difficult. Weak order
intake, bureaucracy, geopolitical uncertainty
and high costs continue to have a
negative impact on the business climate.
This is not the case for the maritime supplier
industry. Many companies report
record revenues and full order books,
demonstrating the sector’s strength and
relevance.
This positive development was also
reflected at the NMK (National Maritime
Conference), where the strong presence
of political decision-makers underlined
the strategic importance of the sector.
The expectation is clear: the industry has
the potential to create many additional
jobs and to contribute significantly to
security, sustainability and technological
sovereignty.
However, success must not be taken
for granted. Companies need the right
political framework to plan and produce
successfully in Germany: competitive
costs, a reliable energy supply, energy
efficiency and less regulatory burden.
Only under these conditions can Germany
remain a strong and attractive industrial
base.
The upcoming trade fairs, especially
SMM, will offer important opportunities
to showcase the industry’s strength internationally.
On the following pages,
VDMA members present their latest
technologies, achievements and solutions
– clear proof that the marine equipment
industry is shaping the future. ■
The VDMA, Europe’s largest industrial
association, represents approx. 3,500
German and European companies in
the engineering and plant construction
sector. VDMA – Marine Equipment and
Systems represents the export oriented
maritime sector serving the global
markets of ship ping, shipbuilding and
the offshore
oil & gas
industry.
Industry and Business Events & Exhibitions
General Meeting VDMA Marine Equipment Aug. 31, 2026 Hamburg Germany
and Systems
SMM Sept. 01-04, 2026 Hamburg Germany
Gastech Sept. 14-17, 2026 Bangkok Thailand
Maritime and Offshore B2B Oct. 26 - 28, 2026 Shanghai/Qidong/ China
Forum and Matchmaking Journey
Nantong
SHIPTEC China Oct. 28 - Nov. 01, 2026 Dalian China
FLIBS Oct. 28 - Nov. 01, 2026 Fort Lauderdale USA
ADIPEC Nov. 02 - 05, 2026 Abu Dhabi VAE
German business initiation tour Italy Nov. 09 - 13, 2026 Trieste, Marghera, Italy
Ravenna
German business initiation tour Nov. 23 - 26, 2026 Singapore, Batam Singapore /
Indonesia & Singapore
Indonesia
For more information on the events or participation – please contact VDMA: nord@vdma.eu + 49 40 50 72 070
46 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2026
ACCELLERON
Flexible turbocharger for evolving operations
© Accelleron
ACCX300-L is based on a cartridge concept
The Swiss manufacturer Accelleron has
launched the ACCX300-L, a new turbocharger
for low-speed two-stroke engines
designed to help ship operators adapt to
changing operating profiles, new fuels
and stricter emission requirements.
The ACCX300-L features a maintenance-friendly
cartridge concept, a simplified
platform architecture and integrated digital
functions. According to Accelleron, the
system was developed for an increasingly
unpredictable operating environment in
which trade routes, fuels and emissions
regulations are constantly evolving.
A key innovation is the newly developed
cartridge concept, which allows the
entire rotating assembly to be replaced
during a port stay. This means major
maintenance work no longer has to be
tied to shipyard visits. Over a typical vessel
lifetime of 25 years, the number of
planned service events can be reduced
from four to three, while maintenance
can be aligned more closely with actual
operating conditions.
The service concept is supported by a
simplified platform architecture that reduces
the number of sizes from five to
two, easing spare-parts logistics and storage
requirements. The platform can be
configured for different engine outputs
and vessel types, including twin-turbocharger
arrangements.
According to Accelleron, the twin configuration
with automatic turbocharger
cut-in and cut-out improves efficiency
during slow steaming by keeping the
operating turbocharger closer to its optimum
efficiency range, thereby reducing
fuel consumption and emissions.
Digital connectivity is another core feature.
Using onboard operating data, the
integrated Turbo Insights function provides
information on turbocharger health
and performance, enabling more precise
diagnostics and predictive maintenance.■
Körting
ejectors
for the
shipbuilding
industry
REINTJES
Hameln-based company achieves record sales
After the Hameln-based family business
Reintjes posted record sales in 2024, the
company managed to improve its performance
once again in 2025.
The past year was »truly outstanding« for
the group in terms of revenue, says Reintjes
Managing Director Klaus Deleroi. Group sales
reached just under €138 million.
This represents an increase of around
2.2% compared with the previous year
(2024: approximately €135 million).
Growth has been even more pronounced
over the longer term. Since 2021,
when the group generated revenues of
around €74 million, Reintjes has achieved
sales growth of more than 86%. Net
profit increased from around €1.6 million
in 2021 to €11.6 million in 2025.
»These figures show that we are on
the right track. This applies not only to
the group as a whole, but also to Reintjes
GmbH as part of it. In 2025, Reintjes
GmbH generated revenues of around
€110 million. Compared with 2021, this
corresponds to growth of approximately
90%,« Deleroi says.
The company has expanded steadily
since 2021 and now employs around
600 people. In 2024 and 2025, Reintjes
delivered around 1,000 gearboxes each
year.
Deleroi also expects business to remain
strong in 2026. He attributes the
positive outlook, among other things, to
the ongoing expansion of the product
portfolio with hybrid and electric solutions
as well as the transformation of the
service division from a traditional service
provider towards a more comprehensive
aftersales business.
■
trouble-free
operation for life!
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
+49 511 2129-446 | sales@koerting.de
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
»We are continuously working
on our portfolio«
The Swedish supplier Alfa Laval has appointed Olaf van Heerikhuizen as Managing Director for
the DACH region, based in Hamburg. In an exclusive interview with HANSA, he speaks about his
first weeks in office, the company‘s portfolio, technological developments and competition, as
well as his expectations for the future
How have the first weeks in your new
position been? Were there any surprises?
Olaf van Heerikhuizen: I have received
a very warm welcome and I find the
atmosphere within the team to be
extremely positive. In terms of technology
and customer support, we are
very well positioned.
You must have had certain goals in mind
when taking on the new role. At the start
of your tenure, you said: »Too often there
is still a lack of knowledge – and also
courage – to make industrial processes
and entire sectors more energy-efficient,
cleaner and therefore more cost-efficient
with the technologies that have been
developed.« What is your top priority,
where do you see the greatest need for
action and the biggest opportunities?
Van Heerikhuizen: It is important to
support shipping in achieving its goals
as part of the major transformation currently
under way, particularly with regard
to sustainability. What will be the
fuel of the future? Will it be ammonia?
Will it be methanol? At this stage, nobody
knows for sure. We have technologies
for these fuels and want to show
our customers what is possible and
where investments may pay off. This
transformation is both a major challenge
and a tremendous opportunity.
Some observers expect demand for
exhaust gas cleaning technologies to
decline as alternative fuels become
more widely available. How do you view
this development, and could Alfa Laval
eventually withdraw from the scrubber
business?
Van Heerikhuizen: The scrubber market
still exists and remains very important
for our service business. However,
the market has indeed shrunk over
the past few years. If more and more
shipowners switch to alternative fuels,
the business could become more challenging.
But whether this will happen
in two years or in ten years‘ time is difficult
to predict at present.
Your portfolio also includes technologies
for antifouling, fuel systems and tank
cleaning. Which areas are currently performing
best?
Van Heerikhuizen: At the moment,
we are seeing good business in the
newbuilding sector. At the same time,
retrofits for new fuels are also developing
well. We have invested heavily
and are among the leading players in
methanol and ammonia-related business.
We see significant opportunities
in these areas.
In recent years, Alfa Laval has also expanded
into new segments and acquired
Olaf van Heerikhuizen
Managing Director of Alfa Laval Mid Europe, headquartered in Hamburg‘s HafenCity
companies in order to strengthen its position
in specific markets...
Van Heerikhuizen: Yes, we are continuously
working on our portfolio. One
example is our entry into the sensor
and antifouling business. (Editor‘s
note: In 2025, Alfa Laval acquired the
British company NRG Marine.)
Could there be further acquisitions in
this context?
Van Heerikhuizen: We continuously
analyse whether we already have the
technologies we need, whether we can
develop them ourselves, or whether it
would make sense to acquire them.
How are newbuilding and retrofit orders
split within your overall business?
Van Heerikhuizen: Newbuilding remains
the larger business segment.
However, we are also seeing demand
for retrofits, for example for boilers
and fuel systems.
© Alfa Laval
48 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
Some observers believe that the current
newbuilding boom could slow down
given the large orderbook and uncertain
economic outlook. Do you expect the
share of retrofit business to increase?
Van Heerikhuizen: Yes, we do expect
further retrofits. However, I believe
that newbuilding will remain the larger
revenue driver.
But at least the two segments may move
somewhat closer together...
Van Heerikhuizen: That is certainly
possible.
In the Netherlands, Alfa Laval cooperates
with the shipbuilding group Damen,
among others. You are now based in
Hamburg and are also responsible for
Germany. Could you imagine entering
into similar partnerships with German
shipyards?
Van Heerikhuizen: We are already
working with German shipyards. But
there are shifts taking place in the naval
sector as well. Whether this will lead to
larger partnerships similar to the one
with Damen remains to be seen.
How important is technological safety
for your current business?
Van Heerikhuizen: If you look at ammonia,
for example, safety in handling
and operating the systems is crucial.
This opens up opportunities for us in
the service business. We have already
delivered ammonia installations and
know how to handle them. The development
of new products is particularly
important for us. Competition
is becoming increasingly intense in
established technologies, such as conventional
boilers or gas systems. Our
strength lies more in developing new
technologies. For example, we operate
a large Marine Innovation Centre in
Aalborg, Denmark, where we conduct
extensive engine tests, including for
ammonia technologies. We see ourselves
as a leading force in this field.
One of Alfa Laval‘s more recent acquisitions
was in the antifouling market. How
much potential do you see in this area?
Van Heerikhuizen: Ultrasonic antifouling
technology is increasingly being
used in sea chests and on propellers.
At its 2,800 m² Marine Innovation Centre in Aalborg, Denmark, Alfa Laval tests alternative fuels
under conditions that are as close to real-world operations as possible
We are seeing a growing number of
enquiries in this field.
You personally also bring experience in
digitalisation. What opportunities do
you see in this area?
Van Heerikhuizen: Recently, we have
already done quite a lot in the field
of remote services. This allows us to
support customers directly on board.
We are already very well positioned
when it comes to so-called »corrective
maintenance«. At the same time, we
are gradually collecting more data in
order to identify potential failures at
an early stage.
Something like Predictive Maintenance?
Van Heerikhuizen: Perhaps we are not
quite there yet. But we are working on
preventive maintenance and want to
take the next step in the future.
Do you also use Augmented Reality in
your remote technologies?
Van Heerikhuizen: Yes, and we will be
showcasing this at SMM in autumn.
Our aim is to provide even better support
to crews on board.
Given the increasing automation in the
industry, this could become ever more
relevant...
Van Heerikhuizen: That is what we
expect. Of course, you can rely on a
highly trained crew. But crews change,
and the condition of a vessel never remains
the same. Remote support can
help shipowners deal with these challenges.
This is clearly the direction the
industry is heading.
If you want to move from corrective
maintenance via preventive maintenance
to predictive maintenance, will
this be achieved through in-house developments
or perhaps through partnerships
or acquisitions?
Van Heerikhuizen: Through StormGeo,
the brand we acquired in 2021, we already
have access to a large amount
of data. This data feeds into our developments
and investments. At the
moment, we are very strong in corrective
maintenance. We now need additional
data and analyses to make the
step towards preventive maintenance.
Whether we will bring additional expertise
into the company remains to
be seen.
Interview: Michael Meyer
Olaf van Heerikhuizen
Van Heerikhuizen has held various
management positions at Alfa
Laval over the past eleven years.
He brings extensive experience
in digitalisation, innovation and
services.
In his new role, the Dutch manager
is responsible for the activities of
Alfa Laval‘s sales organisation in
Germany, Austria and Switzerland.
The group is active in different areas
including exhaust gas cleaning,
fluid management, fuel systems,
antifouling, tank cleaning and air
lubrication.
© Alfa Laval
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
49
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
SAACKE
Proven technology for the new »Polarstern«
The new »Polarstern« will replace its 43-year-old predecessor from
2030 onwards
At TKMS‘s Wismar site, a new flagship of German polar research
is set to take shape with the new »Polarstern«. The 160 m-long
research icebreaker was commissioned by the Alfred Wegener
Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI).
The newbuilding will replace its approximately 43-year-old predecessor
bearing the same name.
Both the current and the future »Polarstern« are equipped
with boiler and burner systems supplied by Saacke. The company
recently secured the contract to provide the boiler plant
for the new vessel as well. According to Saacke, the new system
will be based on the technical concept of the existing installation
while being further developed using modern design and engineering
methods.
The vessel regularly faces extreme climatic and operational
conditions. The heat energy and steam generation systems installed
on board therefore had to be designed from the outset
for robustness, redundancy and long-term reliability. Over the
decades, the vessel’s boiler and combustion technology in particular
has proven itself under these conditions, building up an
exceptionally broad operational track record.
State-of-the-art technology
© TKMS / Saacke
On this basis, a boiler and heat energy concept has been developed
for the newbuilding that adopts the design and operating
principles of the current »Polarstern« while consistently
adapting them to today‘s requirements and the state of the
art. According to the company, the aim is to retain the proven
strengths – particularly operational reliability, redundancy and
flexibility – while further improving efficiency, system integration
and future readiness.
At the heart of the system are two fired marine boilers of the
FMB-VM type. These water-tube marine boilers are designed
for medium power output and have been specifically developed
for maritime applications. Heat transfer in the radiant section
takes place via a cylindrical membrane wall furnace, while the
convection section features special pin elements as well as water
and smoke tubes. According to Saacke, this design enables a
compact construction combined with high heat transfer performance
and efficiency, while directly building on the principles
used on the current »Polarstern«.
A key design feature is the natural water circulation. Several
downcomers between the steam drum and the annular header
ensure uniform flow through all thermally stressed areas. For
the newbuilding, the water flow has been further optimised to
remove deposits from highly stressed zones and minimise the
risk of local overheating. At the same time, the special design of
the upper furnace floor contributes to the boiler‘s mechanical
stability and reduces the impact of vibrations and rough seas.
The FMB-VM boilers are equipped with SKV burners based on
proven rotary atomisation technology. This burner design has
already demonstrated its reliability during the long-term operation
of the »Polarstern« and is characterised by high combustion
stability and a wide control range.
According to Saacke, this is particularly important on specialised
vessels with highly variable operating conditions, as it enables
efficient operation both at partial load and at high power
demand. For the new »Polarstern«, the burner technology has
been adapted to modern requirements, particularly with regard
to control accuracy, monitoring and safety. The design also allows
the use of different fuels, providing the flexibility required
for varying operational profiles.
A further key element of the energy concept is the consistent
utilisation of waste heat. In addition to the fired boilers, two EMB-
VST exhaust gas boilers will be installed. These vertical smoke-tube
boilers, each featuring two exhaust gas sections, utilise waste heat
from the vessel‘s four diesel/methanol generator sets to produce
steam and thereby reduce additional fuel consumption.
Heat transfer takes place via smooth smoke tubes that are
designed for easy maintenance and good accessibility. The exhaust
gas boilers feature their own steam drum and operate
independently of the fired boilers. This separation increases the
flexibility of the overall system and allows different operating
strategies, for example during port operations or reduced engine
output. In addition, the exhaust gas boilers are designed to
withstand dry running in emergency situations, further enhancing
their robustness and operational reliability.
While the conceptual foundations remain closely linked to the
proven »Polarstern« technology, the overall system has been
prepared for future requirements. One important aspect is that
the fired boilers are designed to be »electrical heating ready«.
This allows electric auxiliary heaters to be integrated at a later
stage without fundamental modifications to the system. As a result,
the steam system remains technologically open and can be
adapted to changing energy and operating concepts throughout
the vessel‘s life cycle.
In addition to supplying the equipment, Saacke‘s scope of
work includes engineering and support services. Training programmes
covering storage, installation, commissioning as well
as the later operation and maintenance of the boiler plant are
also planned.
Following its scheduled delivery in 2030, the new »Polarstern«
will be deployed on scientific missions in the Arctic and Antarctic. ■
50 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
LIEBHERR
Six offshore cranes destined for TenneT converter platforms
The compactness of the RL series results in a reduced construction height and a small tail radius
Liebherr is to supply six offshore cranes
for converter platforms being built for
TenneT’s North Sea grid expansion programme,
marking a first collaboration
with Singapore-based shipyard group
Seatrium. With offshore wind power gaining
strategic importance across Europe,
reliable high-performance equipment
is vital for advancing grid development.
Liebherr is contributing to this progress
with six RL 2600 offshore cranes destined
for TenneT’s North Sea projects. The contractual
partner for the maritime crane
manufacturer from Rostock, Germany,
is Seatrium, the shipyard group formed
from the former Sembcorp Marine and
Keppel Offshore & Marine in Singapore.
»We are proud to support Seatrium
for the first time and to contribute our
expertise to these significant offshore
grid projects for TenneT. Partnering with
a globally respected engineering and
offshore solutions provider such as Seatrium
underscores the trust placed in the
quality and reliability of our Liebherr RL
2600 cranes. As offshore wind grows in
significance worldwide, we are delighted
that our solutions play a meaningful role
in advancing a resilient and future-ready
energy infrastructure,« said Oliver Odebrecht,
Sales Manager General Purpose
Offshore Cranes at Liebherr in Rostock.
According to Liebherr, the RL series
cranes are known for their weight-optimised
yet robust design, making them
particularly suitable for offshore platforms.
The RL 2600 was developed specifically
for demanding offshore operations.
Customer feedback from projects around
the world played a key role in the development
process, resulting in a compact
crane with a small tail radius and low overall
height. The company also highlights
the use of high-quality materials and
components aimed at reducing downtime
and maintenance requirements.
The RL 2600 selected for the latest
projects offers a space-saving design for
installations where deck space is limited.
The crane has an outreach of up to
45 m and a lifting capacity of up to 25 t,
making it suitable for maintenance and
supply operations in the offshore wind
sector. Liebherr notes that these capabilities
are particularly relevant for modern
2-GW converter platforms, where cranes
are used for routine lifting and logistics
tasks.
For TenneT’s projects, the RL 2600
cranes will be equipped with Liebherr’s
digital LiMain system to support maintenance
on unmanned platforms. According
to the company, this is the first
time an Asian customer has selected the
system. LiMain enables key maintenance
activities to be performed remotely from
shore, reducing the need for offshore
visits while lowering costs and environmental
impact. The modular system
combines remote monitoring and partially
automated functions, allowing operators
to tailor maintenance support to
individual platform requirements.
»When the cranes enter service, maintenance
and support will be coordinated
by Liebherr Netherlands,« said Niek Brabers,
Sales Manager at Liebherr Netherlands.
»Customers benefit from short
response times and direct access to experienced
technical specialists. Consistent
delivery of high-quality support, together
with tailored solutions, gives operators a
trustworthy partner who helps safeguard
uptime and performance.« ■
Six RL 2600 cranes will be installed on TenneT’s North Sea converter platforms
© Liebherr
© Liebherr
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
51
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
SHIPTEC CHINA
VDMA organises German Pavilion
Dalian Shipbuilding Industry Group (DSIC) is one of China‘s largest shipbuilders and a leading
player in high-value segments such as LNG carriers, VLCCs and naval vessels
The maritime trade fair Shiptec China
will take place in Dalian from 28 to 30
October 2026. VDMA is organising an
official German joint pavilion, providing
VDMA member companies with a
prominent platform to showcase their
technologies and solutions to key
decision-makers in Northern China‘s
shipbuilding industry – a region home
to more than 150 shipyards, including
global heavyweights such as Dalian
Shipbuilding Industry Corporation
(DSIC).
Located in a central position within
the exhibition hall, the German Pavilion
will offer exhibitors a unified and highly
visible presence under the »Made in Germany«
brand.
Northern China‘s shipbuilding industry
is a key pillar of the country‘s maritime
sector and differs from the more
export-oriented cluster in the Yangtze
© DSIC / VDMA
River Delta. The region hosts a dense
network of more than 150 shipyards, including
flagship yard Dalian Shipbuilding
Industry Co. (DSIC), which is renowned
for its expertise in high-value ship segments
such as LNG carriers, Very Large
Crude Carriers (VLCCs) and naval vessels.
Northern China‘s shipbuilding hub
is characterised by its close links to the
domestic energy and heavy industries. In
2025, the region accounted for around
one quarter of China‘s total shipbuilding
completions.
Dalian is the market leader and strategic
centre of Northern China‘s shipbuilding
industry. The city is home to four
major shipbuilding groups – Dalian Shipbuilding,
Cosco Shipping, Hengli Heavy
Industry and Cosco Kawasaki – forming a
strong industrial cluster. In 2025, Dalian
accounted for 7% of global shipbuilding
completions and 11.5% of the global orderbook.
Further information on the German
Pavilion is available via the VDMA Marine
Equipment and Systems website and
from: Hauke Schlegel, hauke.schlegel@
vdma.eu
■
MARITIME B2B FORUM
VDMA takes European suppliers to China‘s shipbuilding hubs
VDMA will organise a Maritime and Offshore
B2B Forum and Matchmaking
Journey in China from 26 to 28 October
2026. The event will take participants
to Shanghai, Nantong and other strategic
shipbuilding hubs, offering direct
access to some of the country‘s leading
shipyards and marine technology companies.
Aimed at VDMA members and maritime
industry stakeholders, the threeday
programme is designed to foster
cooperation between European suppliers
and China‘s shipbuilding industry.
Participants will gain insights into developments
in LNG carriers, offshore engineering,
cryogenic technologies and
green shipping, while exploring opportunities
for technical partnerships and
market expansion.
The programme begins with a Marine
& Offshore Seminar in Shanghai‘s North
Bund district. High-level speakers are
expected to discuss current trends and
business opportunities in the maritime
and offshore sectors.
Following the seminar, participants will
visit several major companies representing
different segments of China‘s maritime
industry. Among them is Hudong Zhonghua
Shipyard, one of the country‘s flagship
shipbuilders and a global leader in the
construction of LNG carriers, ultra-large
container ships and naval vessels.
The itinerary also includes a visit to Cosco
Shipping (Qidong) Offshore, which
specialises in the design, construction
and refurbishment of offshore engineering
equipment, gas carriers and specialised
vessels. Its portfolio covers projects
such as FPSOs, drilling rigs, installation
vessels and offshore wind solutions.
Further stops are planned at Jiangsu
Watts Energy & Engineering, a supplier
of LNG fuel systems, liquefied gas tanks
and offshore wind equipment, as well as
at Nantong CIMC Sinopacific Offshore &
Engineering, which focuses on gas carriers,
fuel tanks and offshore modules.
The final destination will be China Merchants
Heavy Industry (Jiangsu), a shipyard
specialising in offshore engineering
equipment, FPSOs, LNG carriers and
wind turbine installation vessels.
According to VDMA, the forum is intended
to provide participants with firsthand
insights into China‘s shipbuilding
ecosystem and facilitate direct exchanges
with key decision-makers from the
maritime and offshore industries. ■
52 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
CATERPILLAR
New fuel conversion solutions for MaK engines
Caterpillar has announced new alcohol-based
fuel conversion solutions for
MaK engines. The conversions enable
existing engines to operate on methanol
or ethanol, helping shipowners reduce
greenhouse gas (GHG) emissions and
comply with the 2050 FuelEU Maritime
regulations.
The dual-fuel conversion for M 43 engines
allows operation on up to 95 %
methanol or ethanol by volume, reducing
GHG emissions by up to 80 %. In addition,
Caterpillar offers a fuel-blending conversion
for M 20 to VM 43 engines, enabling
operators to blend up to 35 % methanol
or ethanol with marine diesel oil (MDO),
marine gas oil (MGO) or equivalent biofuels.
According to the company, this can
reduce GHG emissions by up to 20 %.
The dual-fuel conversion uses
high-pressure direct injection (HPDI)
technology to transform existing M 32
and M 43 engines into systems capable
of running on methanol and ethanol.
The fuel-blending solution, meanwhile,
allows operators to switch flexibly between
alcohol fuels and diesel while retaining
the engines’ ability to operate on
biofuels.
Caterpillar positions the conversion
kits as a cost-effective alternative to
building new vessels or taking ships permanently
out of service. Following installation,
engine performance and maintenance
intervals remain unchanged,
according to the company.
»We’re leveraging our expertise with
methanol and ethanol across marine applications
to empower MaK engine owners
to continue operating the systems
they trust while keeping pace with FuelEU
Maritime requirements,« said Sven
Rosenow, Global Services Director for
MaK at Caterpillar. »Our alcohol-based
fuel conversion kits help existing cruise,
container, ferry and passenger ships to
M43 methanol engine
remain in service while reducing potential
costs associated with IMO guidelines.«
The alcohol-based fuel conversion
solutions are the latest addition to Caterpillar’s
portfolio of technologies designed
to support the use of lower-carbon
fuels.
■
© Caterpillar
EVERLLENCE
Final Copenhagen test marks milestone for ammonia propulsion
Everllence has successfully completed
the type approval tests (TAT) for its ammonia-powered
engine at its in-house
research centre in Copenhagen. This is
also the final test of its kind to be carried
out at this site.
The test confirmed the ME-LGIA’s certification
and is the final hurdle before the
actual sea and gas trials. The engine sets
new standards for climate-neutral propulsion
and digital connectivity. Since its initial
announcement in 2019, the technology
has attracted considerable interest.
According to Ole Pyndt Hansen, Senior
Vice President and Head of Two-Stroke
R&D at Everllence, the TAT is also of
great significance in view of the further
development of the IMO’s ammonia regulations.
The requirements and guidelines
must be realistic in order to further
enhance safety on board. These insights
came from the industry. »The first ammonia-powered
ships, which are expected
to set sail in 2026, will provide important
insights for the further development of
these guidelines,« said Hansen.
Everllence, then still operating under
the name MAN Energy Solutions,
announced the development of the
ammonia-powered engine in 2019. In
November 2025, the company officially
unveiled the ME-LGIA engines. Thanks
to the diesel principle and proven dual-fuel
liquefied gas injection, the engine
Everllence staff with class representatives at the TAT in Copenhagen
has, according to the manufacturer, a
proven track record of several hundred
thousand operating hours.
The completion of the TAT also marks
the end of an era at the RCC research centre
in Copenhagen. The company plans to
move to a new site outside the Danish
capital as early as the end of 2027. ■
© Everllence / Lundager
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
53
DIGITAL HUB
FLOTTENMANAGEMENT
Unisea übernimmt Kaiko Systems
(v.l.) Eddy del Valle Pino, Fabian Fussek (Kaiko Systems), Kurt Roar Vilhelmsen (Unisea) und
Jørgen Møinichen (Adelis Equity)
Der maritime Softwareanbieter Unisea
aus Norwegen baut sein Flottenmanagementsystem
aus und übernimmt
Kaiko Systems. Die Berliner Plattform
bringt KI-gestützte Tools für Inspektionen,
SIRE 2.0 und Hafenstaatkontrollen
in die Gruppe ein.
Unisea erweitert sein Softwareportfolio
durch die Übernahme von Kaiko
Systems. Der Zusammenschluss soll das
Flottenmanagementsystem des Unternehmens
insbesondere im Bereich digitaler
Inspektions- und Compliance-Prozesse
stärken. Unterstützt wird die Transaktion
durch eine Kapitalanlage des schwedischen
Private-Equity-Fonds Adelis Equity,
der seit 2022 Mehrheitseigentümer von
Unisea ist.
Das Unternehmen bietet Softwarelösungen
für HSEQ, Wartung, Beschaffung und
Werftaufenthalte und wird nach Unternehmensangaben
auf mehr als 3.000 Schiffen
genutzt. Kaiko Systems ergänzt das Angebot
mit KI-gestützten Anwendungen für
Schiffsinspektionen, SIRE 2.0-Selbsteinschätzungen,
die Vorbereitung auf Hafenstaatkontrollen
sowie visuelle Inspektionen
von Rumpf und Ausrüstung. Die Plattform
kommt demnach bereits auf mehr als 1.000
Schiffen zum Einsatz. Kaiko soll weiterhin
als eigenständiges Produkt mit eigener
Roadmap und eigenem Team betrieben
werden. Gleichzeitig planen die Unternehmen
Schnittstellen, um den Datenaustausch
zwischen den Modulen von Kaiko
und Unisea zu erleichtern. Ziel ist es, Inspektionsdaten
stärker zu standardisieren
und operative Prozesse an Bord sowie im
Flottenmanagement zu vernetzen. RD
© Moment Studio
MARITIME COMPLIANCE
Stormgeo und Oceanscore bündeln Kompetenz
Das auf Wetter- und Schiffsdaten spezialisierte
Unternehmen Stormgeo aus
Bergen und Oceanscore bauen ihre Kooperation
aus. Ziel ist es, Reedereien bei
der Bewältigung zunehmender regulatorischer
Anforderungen im Emissionsbereich
zu unterstützen.
Stormgeo bringt seine Expertise bei
operativen Schiffs- und Emissionsdaten
ein. Oceanscore ist auf digitale Compliance-Prozesse
rund um EU ETS, FuelEU
Maritime und die künftigen Anforderungen
des UK ETS spezialisiert. Die Zusammenarbeit
soll unter anderem Emissionsberichterstattung,
Datenvalidierung, das
Management regulatorischer Risiken
sowie Prozesse für Pooling, Abrechnung
und finanzielle Abwicklung unterstützen.
Nach Angaben der Unternehmen sollen
operative und kommerzielle Abläufe
dadurch stärker miteinander verknüpft
werden. Die Unterzeichnung fand am
Stand von Stormgeo auf der Posidonia in
Oceanscore-Geschäftsführer Albrecht Grell (l.) und Stormgeo CCO Espen Martinsen
Athen statt. Beide Partner gehen davon
aus, dass die Kooperation vor dem Hintergrund
weiterer regulatorischer Entwicklungen
weiter ausgebaut wird.
»Von außen werden Unternehmen wie
Stormgeo und Oceanscore manchmal
als Wettbewerber wahrgenommen, weil
beide im Umfeld von Emissionen und
Compliance-Prozessen tätig sind«, erklärt
Albrecht Grell, Managing Director
von Oceanscore. Tatsächlich benötige
die Branche jedoch zunehmend beide
Perspektiven: belastbare operative
Emissionsdaten einerseits und die kommerzielle
Umsetzung von Compliance-
Anforderungen andererseits. RD
© Stormgeo / Oceanscore
54 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
T
OV
O
OVED
DNV.COM/AF
DIGITAL HUB
SCHIFFBAU 4.0
Korean Register und HD Hyundai Samho schließen KI-Projekt ab
Korean Register (KR) und HD Hyundai
Samho haben auf der Posidonia 2026 in
Athen den Abschluss ihres gemeinsamen
Projekts zur Entwicklung KI-basierter
Lösungen für Konstruktion und Analyse
markiert. Grundlage war eine im Juni 2025
geschlossene Absichtserklärung.
Im Fokus standen zwei Anwendungen:
eine KI-gestützte Lösung zur Optimierung
und strukturellen Bewertung von Rumpfstützen
sowie ein generativer KI-Dienst für
schiffbauliche Konstruktionsunterlagen.
Das entwickelte Modell soll Anordnungen
von Rumpfstützen nahezu in Echtzeit bewerten
und damit den bislang aufwendigen
Analyseprozess beschleunigen.
Der Large-Language-Model-Dienst
wurde nach Angaben der Partner in einer
On-Premise-Umgebung aufgebaut, um
Sicherheitsanforderungen der Werft zu
Korean Register und HD Hyundai Samho wollen verstärkt auf KI im Schiffbau setzen
erfüllen. Er soll die Verwaltung und Recherche
komplexer Designunterlagen erleichtern
und vorhandenes Fachwissen
breiter verfügbar machen.
Nach Abschluss des Projekts wollen
KR und HD Hyundai Samho den Einsatz
von KI in Design- und Analyseprozessen
ausweiten. Hakmu Shim, Executive Vice
President von HD Hyundai Samho, sagte,
das Projekt habe das Potenzial von KI für
Design und Analyse auf der Werft gezeigt.
KR-Manager Daeheon Kim sprach von
einem Schritt zur Modernisierung arbeitsintensiver
Prozesse im Schiffbau. RD
© KR
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GREEN HUB
WINDGESTÜTZTE ANTRIEBE
HHI will »WindWings« in den Schiffbau integrieren
Das weltweit größte Schiffbauunternehmen,
HD Hyundai Heavy Industries
(HHI), und das britische Ingenieurund
Konstruktionsunternehmen Bar
Technologies wollen bei der Integration
windgestützter Antriebssysteme
in den Schiffbau zusammenarbeiten.
Auf der zurückliegenden Leitmesse Posidonia
in Athen unterzeichneten beide
Unternehmen dafür eine Absichtserklärung.
Im Mittelpunkt steht das Segelsystem
»WindWings« von BAR Technologies. Dabei
handelt es sich um ein dreiteiliges,
starres Flügelsegel-Design, das die Kraftstoffeffizienz
von Schiffen verbessern und
Emissionen senken soll. Die Vereinbarung
ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Nach
Angaben der Partner sollen WindWings
künftig bereits in der Entwurfsphase von
Neubauten berücksichtigt werden. Dazu
wollen HHI und BAR Technologies unter
anderem eine Schnittstelle zwischen dem
HHI und BAR Technologies wollen WindWings künftig stärker in das Schiffsdesign integrieren
Steuerungssystem der Segel und dem
integrierten Schiffsteuerungssystem von
HHI entwickeln. Die Kooperation soll den
Einsatz windunterstützter Antriebssysteme
auf weitere Schiffssegmente ausweiten,
darunter auch Gastanker. HHI
verweist dabei auf seine Rolle als großer
Schiffbauer mit mehr als 5.000 abgelieferten
Schiffen an Reeder in über 60
Ländern. HHI sieht in der Zusammenarbeit
einen Schritt über die reine technische Integration
hinaus. Sie markiere eine Weiterentwicklung
der Art und Weise, wie Schiffe
künftig konzipiert würden. ■
© BAR Technologies
EXMAR
»Antwerpen« fährt doppelt mit Ammoniak
Die belgische Reederei Exmar hat den
Ammoniak/LPG-Tanker »Antwerpen«
übernommen. Nach Angaben des Unternehmens
aus Antwerpen handelt es sich
um das weltweit erste Hochseeschiff,
das Ammoniak sowohl als Ladung transportieren
als auch als Kraftstoff nutzen
kann. Der Neubau verfügt über eine
Tankkapazität von 46.000 m³.
Angetrieben wird die »Antwerpen«
von einem X52DF-A-Dual-Fuel-Motor
des Schweizer Unternehmens WinGD.
Der Zweitaktmotor arbeitet mit Hochdruck-Ammoniakeinspritzung
und einer
geringen Pilotkraftstoffmenge. Bei der
Nutzung von Ammoniak sollen die Emissionen
laut Exmar um bis zu 90 % reduziert
werden können.
Die Ablieferung gilt als wichtiger Schritt
für den möglichen Einsatz von Ammoniak
als Schiffskraftstoff. Die Probefahrten
in Südkorea hatten nach Angaben von
WinGD gezeigt, dass der Motor sowohl
Neu in der Flotte von Exmar: Der Ammoniak/LPG-Tanker »Antwerpen«
im Ammoniak- als auch im Dieselbetrieb
die erwarteten Leistungswerte erreicht.
Gebaut wurde das Schiff bei HD Hyundai
Heavy Industries.
Der »Antwerpen« sollen drei Schwesterschiffe
folgen, darunter zunächst die
»Arlon«. Das letzte Schiff der Serie ist für
2027 vorgesehen. ■
© Exmar
56 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
GREEN HUB
»OPTINAV AI«
Walschutz wird Teil der Routenoptimierung
Der Schweizer Hersteller Accelleron erweitert
seine digitale Routenoptimierung
um Daten zum Schutz von Walen. Gemeinsam
mit der gemeinnützigen Organisation
Whale Guardians entwickelt das
Unternehmen eine Lösung, die in das
Voyage-Optimization-Tool »OptiNav AI«
integriert werden soll.
Ziel ist es, Reedereien und Schiffsbetreibern
Routenoptionen bereitzustellen,
mit denen sich das Risiko von Kollisionen
zwischen Schiffen und Walen verringern
lässt. Nach Angaben von Accelleron zählen
solche Zusammenstöße zu den relevanten
Gefahren für Wale im weltweiten
Schiffsverkehr.
Whale Guardians hat zusammen mit
lokalen Partnern Interaktionen zwischen
Schiffen und Walen in der Nähe wichtiger
Häfen untersucht. Daraus wurden Routenvorschläge,
zu meidende Gebiete und
Betriebsprofile abgeleitet, die Begegnungen
mit Walen und Störungen ihrer Lebensräume
reduzieren sollen.
Diese Schutzdaten will Accelleron in
»OptiNav AI« einbinden. Das System ist
Teil der digitalen Lösungssuite »Loreka360°«,
kann aber auch eigenständig
genutzt werden. Es ist hardwareunabhängig
und für verschiedene Schiffstypen
ausgelegt. Bei der Reiseplanung
Kollisionen mit Walen sollen durch bessere Routendaten und Betriebsprofile vermieden werden
sollen Betreiber künftig Routen berücksichtigen
können, die bekannte Aufenthaltsgebiete
von Walen meiden. Auch
angepasste Geschwindigkeitsprofile und
die Belastung durch Unterwasserlärm
sollen in die Bewertung einfließen.
Captain Gurjeet Warya, Head of Voyage
Operations bei Accelleron, sagte, mit
der Einbindung der Daten von Whale Guardians
solle walsichere Routenführung
perspektivisch nicht nur als gute Praxis,
sondern als Standard etabliert werden.
Whale-Guardians-CEO und Mitgründer
Michael Fishbach sieht in der Zusammenarbeit
die Möglichkeit, freiwillige
Routenvorschläge zum Schutz von Walen
und ihren Lebensräumen stärker in die
operative Schifffahrt zu bringen.
»OptiNav AI« bewertet Kraftstoffeffizienz,
Emissionsanforderungen, Sicherheit
und kommerzielle Vorgaben. Künftige
Versionen sollen zusätzliche Funktionen
enthalten, um das Risiko von Kollisionen
mit Walen weiter zu senken. ■
© Accelleron
ESG-BERICHT
HX Expeditions setzt konkrete Nachhaltigkeitsziele bis 2030
HX Expeditions hat seinen ESG-Bericht 2025 vorgelegt und darin
erstmals eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten,
messbaren Zielen bis 2030 formuliert. Der Bericht orientiert
sich nach Unternehmensangaben an den European Sustainability
Reporting Standards und soll mehr Transparenz über die
Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens schaffen.
Für das vergangene Jahr meldet die Expeditionskreuzfahrtmarke
einen Rückgang der direkten CO₂-Emissionen um 12 % auf
64.630 t. Die Schwefeloxid-Emissionen sanken 2025 demnach
um 50 %, die Stickoxid-Emissionen um 14 %. Als Gründe nennt
HX unter anderem verschiedene Effizienzmaßnahmen, eine optimierte
Kraftstoffnutzung, den Einsatz alternativer Kraftstoffe,
Slow-Cruising-Routen sowie die Ausmusterung der »Maud«.
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts liegt auf Wissenschaft
und Forschung. HX stellte 2025 nach eigenen Angaben insgesamt
1.652 kostenlose Kabinennächte für Forschende bereit. Ab
2027 soll diese Zahl auf 3.900 steigen. ■
HX Expeditions fährt in sensiblen Ökosystemen
© HX Expeditions
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
57
HÄFEN | PORTS
Wasserbauprojekte an der Küste
Rund 1.500 mittlere und große Projekte sind bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung
des Bundes (WSV) derzeit in Arbeit. Ein guter Teil davon betrifft auch die Seeschifffahrt. Im
Folgenden eine Übersicht der wichtigsten Bauaktivtäten
Maßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal
1. Schleuse Brunsbüttel
Laufender Neubau einer Seeschleuse zwischen Elbe und Nord-
Ostsee-Kanal (NOK) mit einem Außen- und einem Binnenhaupt
zur Aufnahme der Schleusentore sowie die Anpassung der Einfahrt
des elbseitigen Vorhafens.
Der Neubau einer 5. Schleusenkammer dient der Aufrechterhaltung
des Schiffsverkehrs auf der meistbefahrenen künstlichen
Seeschifffahrtsstraße der Welt während der anschließend
anstehenden Grundinstandsetzung der vorhandenen Großen
Schleuse und darüber hinaus. Die Kammerlänge der 5. Schleuse
beträgt insgesamt ca. 360 m, die Kammerbreite ca. 45 m.
• Auftragsvergabe: 2014
• Verkehrsfreigabe: Vorgesehen für Ende 2026
• Gesamtausgaben: 1,2 Mrd. €
2. NOK-Oststrecke
Von der Weiche Königsförde bis zur Schleuse Kiel-Holtenau
(sog. Oststrecke) wurde der Kanal mit seinen Abmessungen von
1914 (Sohlbreite von ca. 44 m) zunehmend zum Nadelöhr für
den Schiffsverkehr. Um die Befahrbarkeit des Kanals wie in der
übrigen Kanalstrecke zu ermöglichen, wird die Oststrecke des
NOK ausgebaut.
Der Auftrag für den ersten Bauabschnitt der Kanalverbreiterung
zwischen Großkönigsförde und Schinkel wurde Ende 2019
erteilt. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 118 Mio. €. Der erste
Bauabschnitt wurde im November 2025 fertiggestellt und für
den Verkehr freigegeben. Für den zweiten Bauabschnitt wurden
die Planungsleistungen durch das unterstützende WNA Helmstedt
vergeben. Für Teile der Planungsleistungen erfolgte die
finanzielle Förderung durch die EU.
• Gesamtausgaben für alle Bauabschnitte: ca. 500 Mio. €
3. Ersatzneubau der kleinen Schleuse Kiel-Holtenau
Die kleine Schleuse in Kiel-Holtenau ist aufgrund gravierender
Standsicherheitsdefizite außer Betrieb und zur Sicherung mit
Sand verfüllt. Sie wird an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt,
der den ostseeseitigen verkehrsgerechten Zugang für die
Schifffahrt in den NOK langfristig sicherstellen wird.
• Der Planfeststellungsbeschluss wurde 2021 erlassen und ist
seit 2023 bestandskräftig.
• Umfangreiche Planungen finden fortlaufend statt.
• Baugrunderkundungen u.a. mit Probeankern sind erfolgt.
• Aufwendige Kampfmittelsondierungen an Land und unter
Wasser werden durchgeführt.
1
6
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2 4 3
• Zur Andienung der zukünftigen Inselbaustelle ist in diesem
Jahr die Ausschreibung des Baus einer Umschlagstelle auf der
Südseite des NOK vorgesehen.
Der Ersatz der kleinen Schleuse Kiel-Holtenau ist notwendig,
um dauerhaft ausreichend Schleusenkapazität für den Schiffsverkehr
auf dem NOK bereitstellen zu können. Nur so kann anschließend
die über 100 Jahre alte große Schleuse über mehrere
Jahre für deren Grundinstandsetzung kammerweise außer Betrieb
genommen werden.
• Großprojekt (Kategorie größer 500 Mio. €)
4. Levensauer Hochbrücke
Für den Ersatz der über 120 Jahre alten Levensauer Hochbrücke,
die als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke den
NOK überspannt, wurde am 22. November 2017 der Planfeststellungsbeschluss
erlassen. Der Beginn des Brückenneubaus
ist mit dem Auftrag für die Gründungsarbeiten im Jahr 2022 erfolgt.
Nach Herstellung der vier Brunnenfundamente und der
Widerlager der neuen Brücke auf der Nord- und Südseite mit
Abschluss in 2025 wurde der Auftrag für den Brückenüberbau
inzwischen vergeben. Die bestehende Brücke wird bis zum Bau
der neuen Brücke in einem betriebssicheren Zustand gehalten.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
5. Eisenbahnhochbrücke Hochdonn
An der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn, die den NOK quert,
steht eine Vollerneuerung des passiven Korrosionsschutzes an.
Die Bauabwicklung des ersten Bauabschnitts hat 2024 begonnen.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
© HANSA
58 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
6. Torinstandsetzungsdock Brunsbüttel
In Brunsbüttel wird zur regelmäßigen Prüfung und Instandsetzung
der Schiebetore der großen Schleusen am NOK ein
Trockendock mit Wetterschutzhalle und Krananlage sowie dazugehörigen
Liegeplätzen benötigt. Die Maßnahme wurde als
Pilotprojekt Planen und Bauen mit anschließender Wartung in
2021 ausgeschrieben. Start der Bauabwicklung war in 2023, die
Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: wna-magdeburg.wsv.de
• Weitere Informationen zu allen NOK-Projekten: wna-nord-ostsee-kanal.wsv.de
Maßnahmen im Bereich Nordsee
7. Anpassung Außenweser
Am Containerterminal Bremerhaven entsteht ein leistungsfähiger
Anschluss an die internationalen Seewege und Transportmärkte
sowie an die spezifischen Schiffsgrößenentwicklungen.
Mit dem Projekt sollen die bestehenden Fahrrinnenverhältnisse
an die Erfordernisse der weltweit verkehrenden Containerschiffe
angepasst und eine tideunabhängige Abladetiefe von 13,50 m
ermöglicht werden.
Eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung durch das WSA Weser-Jade-Nordsee
hat im 4. Quartal 2021 stattgefunden. Die GDWS hat
als zuständige Behörde gemäß § 3 MgvG den Untersuchungsrahmen
im November 2022 festgelegt. Nachdem das Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz
im Dezember 2023 aufgehoben
wurde, wird über die Zulassung des Vorhabens ebenso wie über
die Vertiefung der Unterweser (Nord) wie gewohnt im Rahmen
eines Planfeststellungsverfahrens entschieden. Die Untersuchungen
dauern noch an. Der Beginn des Verfahrens ist für
2026 geplant.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: weseranpassung.wsv.de
8. Vertiefung der Unterweser bis Brake
Durch die Vertiefung der Unterweser von Bremerhaven bis Brake
(»Unterweser Nord«) soll eine tideabhängige Erreichbarkeit des
Hafens Brake für Schiffe mit einem Abladetiefgang von maximal
12,80 m ermöglicht werden. Von der geplanten Vertiefung sollen
insbesondere der Getreide- und Futtermitteltransport nach
Brake mit Panmax-Schiffen profitieren. Das Genehmigungsverfahren
entspricht der Anpassung der Außenweser (Punkt 7).
• Weitere Informationen: kuestendaten.de
9. Grundinstandsetzung Eidersperrwerk
Das 1968 in Betrieb genommene Eidersperrwerk mit seinen fünf
je 40 m breiten Sieltoren ist durch die exponierte Lage starken
Belastungen ausgesetzt. In den Jahren 2010 bis 2013 erfolgte
die Betoninstandsetzung der Wehrpfeiler. Danach wurden die
© BAW
(1) Schleuse Brunsbüttel
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
59
HÄFEN | PORTS
© BAW
(4) Hochbrücke Kiel-Levensau
kritischen Punkte der Sieltore sowie die Torsionslager instandgesetzt.
Weil nur jeweils ein Tor außer Betrieb genommen und
nur außerhalb der Sturmflutsaison (Oktober bis April) gearbeitet
werden kann, ist jeweils nur die Instandsetzung eines Wehrfeldes
pro Jahr möglich.
Seit 2022 bis voraussichtlich 2031 werden die Stauhaut der
Sieltore inklusive der Seitendichtungen und die Wehrpfeilerdecken
mit einem Maßnahmenvolumen von rund 30 Mio. €
instandgesetzt. Außerdem erfolgt die Erneuerung der bestehenden
Antriebs-, Leit-, Steuerungs- und Elektrotechnik des Eidersperrwerks.
Die Erneuerung erfolgt in zwei Abschnitten. Im
ersten Abschnitt wurde 2019 und 2020 die gesamte Antriebstechnik
der Schleusenanlage erneuert. Im zweiten Abschnitt erfolgt
in den nächsten fünf Jahren die Erneuerung der Antriebstechnik
der Sperrwerksanlage im Sielbereich.
• Gesamtsumme Abschnitt 1 und 2: 45,6 Mio. €
• Weitere Informationen: wsa-elbe-nordsee.wsv.de
10. Helgoland: Instandsetzung der Westmauer
Aufgrund des sich erheblich verschlechternden Zustandes der
Westmauer besteht hier dringender Instandsetzungsbedarf.
Baugrunderkundung und Kampfmittelräumung wurden 2019
bis 2022 durchgeführt. Die Bauausführung hat 2025 begonnen,
bis 2028 sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: wsa-elbe-nordsee.wsv.de
11. Wangerooge: Instandsetzung Deckwerk
Das 2,8 km lange Westdeckwerk auf Wangerooge dient der
Sicherung der Bundeswasserstraße »Jade«. Ende der 2000er
Jahre zeigten sich vermehrt Schäden, die die Standsicherheit
gefährdeten und eine umfassende Grundinstandsetzung auf
gesamter Länge erforderlich machen. Mit der Gesamtmaßnahme
wurde im April 2017 begonnen, wobei nur außerhalb der
Sturmflutsaison von April bis Oktober gearbeitet werden darf.
Aufgrund der Insolvenz des Auftragnehmers musste die Maßnahme
2018 unterbrochen werden; die Arbeiten konnten im
Frühjahr 2021 jedoch wieder aufgenommen werden. Wegen
Sturmflutschäden und neuen Erkenntnissen musste die Planung
angepasst werden, weshalb sich die weitere Instandsetzung
voraussichtlich in den Zeitraum 2027 bis 2031 erstrecken
wird.
• Großprojekt (Kategorie (größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: wsa-elbe-nordsee.wsv.de
60 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
Übergreifende Maßnahmen
Verkehrstechnik 4.0
Nach den Vorgaben der Verkehrstechnik-Strategie 2030 werden
die verkehrstechnischen Systeme und Dienste im Binnenund
Seebereich aktualisiert und in ein bundesweites Systems
VT4.0 zusammengeführt. Insgesamt sind in der Strategie Ziele
bezüglich Digitalisierung, Hinterlandanbindung, internationale
Korridore, Wettbewerbsfähigkeit, Ökologie, Auslastung der
Bundeswasserstraßen und automatisierte Navigation definiert.
In dem Zusammenhang wird vor allem die Wichtigkeit der Weiterentwicklung
der Verkehrstechnik (VT) betont. Sie soll das
Potential der Digitalisierung erschließen, um die See- und Binnenschifffahrt
und ihre Logistikpartner durch leistungsfähige
Informationssysteme zu unterstützen und die Optimierung der
Verkehrsabläufe zu ermöglichen, so dass Schiffe sicher, leicht,
umweltfreundlich und effizient verkehren können und um die
vorhandenen Kapazitäten der Wasserstraßen optimal auszuschöpfen.
Um diese Ziele zu erreichen wurde u. a. mit den konzeptionellen
Planungen eines nationalen Systems VT 4.0 begonnen, bei
dem die verschiedenen Systeme und Dienste aus dem See- und
Binnenbereich sukzessive aktualisiert und zusammengeführt
werden. Das System VT 4.0 wird zukünftig im See- und Binnenbereich
der Schifffahrt, den Verkehrs-, Leit- und Revierzentralen
sowie Dritten nahtlose Informationen für sichere, effiziente und
verlässliche Verkehre bereitstellen.
Vor dem Hintergrund der bundesweiten Bündelung wird
gegenwärtig die verkehrstechnische Infrastruktur (Radar, AIS,
UKW- Kommunikationssysteme, ausfallsichere Energieversorgung
und Datenverarbeitung, Datenschnittstellen zu Dritten und
Anwendungen in Leit-, Verkehrs- und Revierzentralen) erneuert
und damit gleichzeitig die Resilienz und Informationssicherheit
erhöht. Parallel wurde mit der Vernetzung der Infrastruktur begonnen,
mit dem Ziel der Bündelung ortsunabhängiger Systeme
und der schrittweisen Einführung von Datenetztechnik und
-verfahren.
Weiterentwicklung von ELWIS
ELWIS ist die Website der WSV mit allen schifffahrtsrelevanten
Informationen für die deutschen Bundeswasserstraßen im Binnen-
und Seebereich. Nach einer europaweiten Ausschreibung
und der Bereitstellung der Haushaltsmittel wurde im März 2025
ein Rahmenvertrag für die Weiterentwicklung zum myELWIS-
Verfahren unterzeichnet. Aufgrund der vielen Erweiterungen
und der langen Laufzeit wird das bestehende ELWIS zunehmend
störanfälliger. In jüngster Vergangenheit mussten mehrere Störungen
mit erheblichem Aufwand abgewendet werden. Daher
wurde entgegen der ursprünglichen Planung, die eine gleichzeitige
Einführung der Weiterentwicklung und Abschaltung des aktuellen
ELWIS im ersten Quartal 2027 vorsah, beschlossen, neu
für myELWIS entwickelte Module schrittweise in das bestehende
System zu integrieren und alte Komponenten zu ersetzen.
Besonders priorisiert werden dabei solche Module, die aufgrund
internationaler Verpflichtungen (beispielsweise Nachrichten
für die Binnenschifffahrt) oder als einzige Veröffentlichungsplattform
der WSV (wie die Bekanntmachungen für Seefahrer)
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Für lebendige Wasserstraßen
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt
Neckar ist Teil eines 357.582 km²
großen Karrierenetzwerks, bestehend aus
über 40 Behörden mit rund 24.000 Beschäftigten. Mehr
unter: https://www.damit-alles-läuft.de
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar
sucht für den Außenbezirk Marbach ab sofort, unbefristet,
eine/einen
Binnenschifferin/
Binnenschiffer (m/w/d)
als Maschinistin/Maschinist (m/w/d)
Der Dienstort ist die Schleuse Marbach.
Der Einsatz erfolgt auf dem Schwimmgreifer Marlin.
Referenzcode der Ausschreibung 20260863_9604
Fühlen Sie sich angesprochen?
Dann bewerben Sie sich bitte bis zum 17.07.2026 über das
Elektronische Bewerbungsverfahren (EBV) auf der Einstiegsseite
https://www.bav.bund.de/Einstieg-EBV
Hier geben Sie bitte den oben genannten Referenzcode ein.
Für fachliche Fragen melden Sie sich bitte bei Herrn Hilbig,
Tel.: 07144 8886-0, und für tarifliche Auskünfte bei Frau
Conturbi, Tel.: 06221 507-314.
Weitere Informationen erhalten Sie über das Internet unter
https://www.wsa-neckar.wsv.de und https://www.bav.
bund.de
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© HANSA
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
61
HÄFEN | PORTS
zwingend zuverlässig verfügbar sein müssen. Ein zentrales Anliegen
ist die Sicherung der Datenqualität. Im Rahmen der Umsetzungsplanung
wurde erkannt, dass die eigenständige App
mit dem Arbeitstitel »ELWISgo« aufgrund des hohen Pflegeaufwands
nicht in der ursprünglichen Ausprägung weiterverfolgt
werden kann. Stattdessen konzentriert sich die Weiterentwicklung
myELWIS jetzt auf die Umsetzung einer Applikation, die
sowohl für die stationäre Nutzung am PC als auch für mobile
Endgeräte (Smartphone, Tablet) geeignet ist.
Ziel ist es nun, die Weiterentwicklung von myELWIS für beide
Anwendungsszenarien – stationär und mobil – auf der Messe
»boot« im Jahr 2028 zu präsentieren.
• Weitere Informationen: elwis.de
Interreg-Projekt »ORMOBASS«
Projektbeschreibung:
Die weitgehende Abhängigkeit der Schiffsortierung von satellitengestützten
GNSS-Positionierungsmethoden wird allgemein
als Risikofaktor in der Navigation anerkannt. In der Ostsee erhöhen
zudem flache und felsige Gewässer zusätzlich das Unfallrisiko.
Aus Umweltschutzsicht hat die IMO die Ostsee als besonders
sensible Meeresregion eingestuft, in der die Auswirkungen von
Unfällen besonders hoch sind. Das »ORMOBASS«-Projekt (Operational
R-Mode Baltic Sea System to Support Resilient Navigation)
zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem
es ein Ranging Mode-Positionierungssystem (R-Mode) für
die Ostsee weiterentwickelt, das nicht auf die Verwendung von
GNSS (Global Navigation Satellite Systems) angewiesen ist.
R-Mode ist ein Positionierungssystem, das eine zuverlässige
alternative Positionierungslösung bietet, wenn satellitengestützte
Positionierungssysteme wie GPS, Galileo und andere unbeabsichtigten
oder absichtlichen Störungen ausgesetzt sind,
z. B. durch GPS-Jamming oder Spoofing. R-Mode verwendet
dabei bestehende maritime Funksysteme im Mittelwellenband
(MF R-Mode) und auf VHF-Kanälen (VDES R-Mode). Bei Empfang
eines R-Mode-Signals und bekanntem Standort der Sendestation
berechnet die Empfangsausrüstung des Schiffes seine Entfernung
zur Sendestation basierend auf der benötigten Zeit für
die Signalübertragung. Die Position des Schiffes kann mithilfe
der Trilaterationsmethode anhand von Signalen von drei verschiedenen
Stationen bestimmt werden.
Das »ORMOBASS«-Projekt beabsichtigt, auf Grundlage der
Ergebnisse der vorherigen R-Mode-Baltic-Projekte die Nutzung
des Testgebiets in der südlichen Ostsee für die R-Mode-Positionsbestimmung
in Richtung östliche Ostsee zu erweitern. Ebenfalls
ist die Umsetzung eines ersten operativen R-Mode Testbetriebs
geplant. Im Rahmen des Projekts werden weiterhin auch
die Entwicklung von einsatzfähigen R-Mode-Navigationsempfängern
für Schiffe sowie die dazugehörige Standardisierung als
wichtige Aufgaben vorangetrieben. Die Sicherung des operativen
Betriebs für das bestehende Testgebiet und die Erweiterung
nach Estland und Finnland in der östlichen Ostsee wird durch
die Implementierung eines R-Mode-Monitorings (zur Qualitäts-
© BAW
(10) Helgoland, Westmauer
62 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
© BAW
(8) Unterweser bei Brake
sicherung der Positionsbestimmung) forciert. Neben der WSV
und dem BSH sind auch maritime Verwaltungen in Schweden
(SMA), Finnland (FTIA und Fin-Traffic VTS) und Estland (ESF) sowie
verschiedene Forschungsinstitute aus Polen und Schweden
am Projekt beteiligt. Private Firmen aus Deutschland, Schweden,
Polen und Norwegen sind ebenfalls im Konsortium organisiert.
Geleitet wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR).
• Fintraffic VTS
• Gutec AB (Gutec)
• Kongsberg Discovery AS, Seatex (KSX)
• NavSim Poland Ltd. (NavSim)
• RISE Research Institutes of Sweden AB (RISE)
• Alberding GmbH
Auftraggeber/Projektträger: EU / Interreg Baltic Sea Region
Laufzeit: 01. November 2023 - 31. Oktober 2026
RD
Projektziele:
Das »ORMOBASS«-Projekt setzt die Entwicklungsarbeit am R-
Mode-System für die Ostseeregion fort, die in früheren multinationalen
Projekten begonnen wurde (R-Mode Baltic, ACCSEAS).
Das Hauptziel des Projekts ist es, ein funktionierendes R-Mode-
Netzwerk für die Ostseeregion vom Nord-Ostsee-Kanal bis zum
Finnischen Meerbusen aufzubauen und den Betrieb mit Schiffen
zu testen. Im Vergleich zu früheren Projekten wird ORMOBASS
die Verfügbarkeit und Signalqualität des R-Mode-Netzwerks
verbessern und geeignete Empfangsausrüstungen für Schiffe
entwickeln. Die WSV als Betreiber der deutschen R-Mode-Infrastruktur
ist hier wesentlich eingebunden.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Entwicklung eines neuen
GNSS-Monitorings zur Detektion von Störungen, welches R-Mode-Signale
verwendet, um die Zuverlässigkeit von satellitengestützten
Positionierungssystemen zu bewerten und Benutzer
vor Störungen bei der Satellitenpositionierung zu warnen.
Die Entwicklung neuer Standards für eine robuste und nachhaltige
Navigation ist eine weitere Schwerpunktaufgabe des
»ORMOBASS«-Projektes. Auch hier ist die WSV zusammen mit
dem BSH und anderen Beteiligten an den Standardisierungsaktivitäten
in den entsprechenden Gremien eingebunden. Die
Absicherung heutiger Satellitennavigationssysteme durch alternative
Systeme hat hohe Priorität. Das R-Mode-System füllt als
von der Satellitennavigation unabhängiges System eine bedeutende
Lücke aus.
Projektbeteiligte:
• German Aerospace Center (DLR) - Projektleitung
• Federal Waterways and Shipping Administration (WSV)
• Swedish Maritime Administration (SMA)
• Finnish Transport Infrastructure Agency (FTIA)
• Estonian State Fleet (ESF)
• National Institute of Telecommunications (NIT)
LEHREN – FORSCHEN – NEU ENTDECKEN
KOMMEN SIE AN DIE JADE HOCHSCHULE
Die Jade Hochschule in Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth
zeichnet sich durch innovative Ansätze, kooperative Zusammenarbeit
und eine zugewandte Haltung aus. In allen Bereichen fördert die
Hochschule Kompetenz und Vielfalt.
Fachbereich Seefahrt und Logistik am Campus Elsfleth:
Professur (m/w/d) für das Gebiet
Navigation und Maritime
Verkehrssicherung
Bes.-Gr. W2 | Kennziffer SL21
Bewerbungsschluss: 6. August 2026
Die Bewerbungen Schwerbehinderter bzw. Gleichgestellter
werden bei sonst gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt
berücksichtigt.
Weitere Einzelheiten zur Professur werden gerne von dem Dekan des
Fachbereichs Seefahrt und Logistik, Prof. Dr. Wand (christoph.wand@
jade-hs.de), mitgeteilt.
BEWERBUNGEN AN
jade-hs.de
E-Mail: berufungen@jade-hs.de
Die Stellenausschreibung finden
Sie unter jade-hs.de/professuren
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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HÄFEN | PORTS
© Wolfhard Scheer
Die Aufspülarbeiten an den neuen Liegeplätzen 5 – 7 sind abgeschlossen. Bis zu 300 m lange Schiffe werden hier anlegen können
Cuxhavens neues Tor zur Windkraft
Die Offshore-Windkraft in der Nordsee wächst – und um den Umschlag der dafür nötigen
Anlagen stemmen zu können, braucht es Hafenkapazitäten. Eines der deutschlandweit größten
Projekte ist der Bau der neuen Liegeplätze 5 bis 7 in Cuxhaven. Von Jannik Westerkamp
Auf einer Länge von 1.250 m schließt das Bauwerk die Lücke zwischen
dem bestehenden Europakai (Liegeplatz 4) und dem Offshore-Terminal
(Liegeplatz 8). Und auch finanziell spielt das Projekt
in der »Profi-Liga«: Hafenbetreiber NPorts plant 300 Mio. €
für den Bau, der Bund und das Land Niedersachsen fördern es
mit 200 Mio. €. Seit dem Baubeginn im letzten Jahr nehmen die
neuen Liegeplätze bereits Form an. Im November 2025 sind mit
mehr als 420 Tragrohren und 250 Schrägpfählen die Spundwände
gesetzt worden. Danach begann die Aufspülung von Sand
aus der Weser und Jade: Rund 3 Mio. m 3 Sand sind bis Juni 2026
von den Ladesaugraumbaggern (kurz Hopper) bewegt worden.
Nun folgen die Gründungspfähle, die das Grundgerüst der Liegeplätze
bilden werden. Einmal fertiggestellt, sollen hier Schiffe
von bis zu 300 m Länge abgefertigt werden können. Je nach
Schiffstyp sind die Wassertiefen vor den Liegeplätzen festgelegt:
17 m unter Normalnull an Liegeplatz 5, an Liegeplatz 6 sind es
15,5 m und an Liegeplatz 7 noch 13 m. Zwischen den Liegeplätzen
7 und 8 ist außerdem ein Kajenversatz eingeplant, dort soll
eine RoRo-Rampe entstehen.
Die Arbeiten laufen seit Februar letzten Jahres, bis 2028 soll
das Projekt abgeschlossen sein. Nach aktuellem Stand befindet
sich alles im Zeitplan. Betrieben werden die Liegeplätze samt zugehöriger
Terminals von zwei verschiedenen Gesellschaften: Die
Plätze 5 und 6.1 sind an Cuxport vergeben worden, 6.2 und 7
hingegen an die Cuxhaven Terminal GmbH, einer Projektgesellschaft
von Blue Water BREB.
Über 3 Mio. m 3 Spülsand
Mit dem Bau der Liegeplätze ist ein Konsortium aus vier Unternehmen
betraut: Depenbrock Ingenieurwasserbau, die Nordsee
Nassbagger- und Tiefbau GmbH (DEME), Tiefbau GmbH Unterweser
(Tagu) und das zu Boskalis gehörende Bauunternehmen
Heinrich Hirdes.
»Im Großen und Ganzen sprechen wir von vier maßgeblichen
Leistungen«, sagte Markus Stünkel, Technischer Leiter für Nassbaggerei
bei Heinrich Hirdes in Hamburg. »Für die Arbeiten haben
wir uns mit der Firma DEME zu einer Arbeitsgemeinschaft
(Nassbagger ARGE) zusammengeschlossen.«
Zunächst nennt Stünkel den Bodenaustausch in der Rammtrasse
sowie das Wiederverfüllen mit Sand, bei dem Laderaumsaugbagger
zum Einsatz kamen. Hinzu kommt die Baggerung
zur Herstellung der nötigen Schwimm- bzw. Hafentiefe vor der
Spundwand durch einen Stelzenbagger. Beide Arbeiten seien
bereits in 2025 abgeschlossen worden, so Stünkel. Der nächste,
inzwischen ebenfalls abgeschlossene Arbeitsschritt war die
Lieferung von 3,1 Mio. m 3 Spülsand sowohl im Rainbow- als
auch Spüßverfahren. Der Sand sei aus Entnahmegebieten der
Weser und Jade gewonnen worden, die der Bauherr NPorts vorher
festgelegt hat. »Parallel erfolgt die Herstellung von 1,2 Mio.
laufenden Metern Vertikaldrainage im gesamten Baufeld«, sagte
Stünkel. Die Firma Cofra, die ebenfalls zu Boskalis gehört, führt
diese Arbeiten als Nachunternehmenleistung aus. Stünkel gab
an, dass auch dieser Schritt »mit etwas Nachlauf« kurzfristig abgeschlossen
sein wird.
Operative Höchstleistung
Ein Projekt dieser Größenordnung kommt nicht ohne operative
Herausforderungen daher. Der Technische Leiter hob dabei
die Spülarbeiten hervor. »Die größte Herausforderung besteht
in der Koordination sowohl der Aufspülmaßnahme mit zwei La-
64 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
deraumsaugbaggern – beide Geräte kommen jeweils zweimal
pro Tag und bringen ca. 250.000 bis 300.000 m 3 Sandmaterial
pro Woche (Stichwort Sandmanagement) – als auch der parallel
stattfindenden Herstellung der Vertikaldrainagen und die Herstellung
der Gründungspfähle entlang der Spundwand durch
die konstruktiven Partner«, sagte Stünkel. Diese Arbeiten werden
von der ARGE Ingenieurbau, bestehend aus den Firmen Depenbrock
und Tagu, durchgeführt.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Partnern der ARGE bewertet
Hirdes’ Nassbagger-Chef als positiv: »Wir nutzen zusammen
mit den Vertretern des Bauherrn ein gemeinsames Baubüro
direkt am Baufeld«, so Stünkel. »Dadurch sind die Wege
kurz und das ermöglicht eine gute Zusammenarbeit zwischen
den Partnern und den einzelnen Gewerken. Uns eint das gemeinsame
Ziel, ein qualitativ hochwertiges Bauwerk möglichst
reibungslos und fristgerecht herzustellen.«
Drei Wracks gehoben
Unterstützt werden die Nassbagger-Unternehmen auf der Wasserseite
von der Reederei Sartori & Berger, die das Projekt seit
Frühjahr 2025 und noch bis in den Juli hinein begleitet.
»Sartori & Berger übernimmt die klassische Schiffs- und Projektbetreuung
für die beteiligten Nassbaggerfirmen«, sagte
Geschäftsführer Jens B. Knudsen. »Dazu gehört unter anderem
die Betreuung der eingesetzten Schwimm- und Baggereinheiten,
die Koordination von Liegeplätzen, Lotsen, Festmachern,
Wasserversorgung, Entsorgung, Proviantierung, Stores- und
Ersatzteillieferungen, Crewwechsel, Transfers, Hotelunterbringung,
medizinische Versorgung sowie die Abwicklung zoll- und
grenzpolizeilicher Themen. Außerdem unterstützen wir bei Genehmigungen,
etwa schifffahrtspolizeilichen Genehmigungen,
hafenbehördlichen Erlaubnissen sowie Tauch- und Schweißgenehmigungen.«
Im Vorfeld beziehungsweise im Zuge der wasserseitigen
Arbeiten sind außerdem drei Wracks – das U-Boot »U 16«, der
schottische Dampfer »Gnome« und das britische Passagierschiff
»Guildford Castle« – auf der Elbe geräumt worden. »Auch hierbei
haben wir im Rahmen der Projektbetreuung verschiedene
operative Dienstleistungen koordiniert, etwa Schlepper, Runner
Crew, Festmacher sowie Fender- und weitere Hafendienstleistungen«,
so Knudsen.
Sartori & Berger betreue neben den verschiedenen Nassbagger-
und Hopper-Dredger-Einheiten und weiteren Spezialfahrzeugen
auch die landseitigen Site Offices der Nassbaggerunternehmen.
»Dabei geht es nicht nur um die Schiffe selbst, sondern
auch um rund 30 Personen an Land sowie verschiedene Bauleiter
und Projektverantwortliche«, sagte der Geschäftsführer.
Dienstleister flexibel, schnell und zuverlässig reagieren können
– sei es bei operativen Hafenthemen, bei kurzfristigen Personaloder
Materialbewegungen, bei Ersatzteilen, medizinischen Themen
oder behördlichen Abstimmungen.«
Neben den beiden Arbeitsgemeinschaften arbeitet Sartori &
Berger auch mit regionalen Unternehmen und Servicepartnern
zusammen. »Wo immer es möglich ist, greifen wir bewusst auf
lokale Anbieter zurück«, sagte Knudsen. »Das ist aus unserer
Sicht nicht nur effizient, sondern stärkt auch die regionale maritime
Wertschöpfung.«
Die Zusammenarbeit mit den Nassbaggerfirmen bewertete
Knudsen als gut und pragmatisch. Ein Vorteil seien die eingespielten
maritimen Netzwerke, durch die sich Themen auf kurzem
Dienstweg lösen ließen. »Gerade bei einem komplexen Projekt
mit vielen Beteiligten ist eine enge operative Abstimmung
entscheidend«, sagte der Geschäftsführer. »Verbesserungspotenzial
gibt es bei Projekten dieser Größenordnung naturgemäß
immer dort, wo viele Schnittstellen zusammenkommen – insbesondere
bei der frühzeitigen Koordination von Informationen,
Zeitplänen und Genehmigungsprozessen. Insgesamt funktioniert
die Zusammenarbeit jedoch sehr konstruktiv.« ■
Wir bauen
im Hafen.
Wir sichern
die Zukunft.
Fokus auf regionale Firmen
Die besondere Anforderung für Sartori & Berger liege laut
Knudsen vor allem in der durchgehenden Verfügbarkeit. »Bei
einem Projekt dieser Größenordnung wird rund um die Uhr gearbeitet«,
sagte er. »Entsprechend müssen wir als Agentur und
HÄFEN | PORTS
TEN-V unter Druck: Wenn Zeitpläne und
Budgets aus dem Ruder laufen
Das europäische Kernnetz soll bis 2030 den Rückgrat-Status im Verkehrsmarkt erreichen.
Doch der Europäische Rechnungshof zeichnet ein düsteres Bild: Kostenexplosionen und
massive Verzögerungen gefährden die Vision. Am Beispiel der Fehmarnbeltquerung zeigt sich
exemplarisch, wie geopolitische und ökonomische Realitäten das Großprojekt-Management in
Europa herausfordern. Von Peter Kleinort
© Sund & Bælt Holding
Die feste Fehmarnbelt-Querung – hier das Tunnelportal auf der dänischen Insel Lolland – ist ein zentraler Pfeiler der europäischen TEN-V-
Netzplanung. Sie soll die bisherige Fährverbindung ersetzen. Doch das Projekt verzögert sich
Die europäische Verkehrspolitik befindet sich an einem kritischen
Wendepunkt. Während die Europäische Kommission das
Jahr 2030 weiterhin als unumstößliche Zielmarke für die Fertigstellung
des TEN-V-Kernnetzes postuliert, zeichnet der jüngste
Sonderbericht 02/2026 des Europäischen Rechnungshofs ein
deutlich ernüchterndes Bild: Die Vision eines leistungsfähigen,
grenzüberschreitenden Rückgrats für den europäischen Warenverkehr
droht an einer gefährlichen Kombination aus massivem
»Planungsoptimismus«, Kostenexplosionen und regulatorischen
Hürden zu scheitern.
Besonders symptomatisch für diese Schieflage sind die aktuellen
Verhandlungen zur festen Fehmarnbeltquerung. Was
als Vorzeigeprojekt für die skandinavisch-mediterrane Achse
geplant war, hat sich zu einem Fallbeispiel für die Tücken europäischer
Großprojekte entwickelt. Die Debatten zwischen Dänemark
und Deutschland über weitere Verzögerungen und die
damit verbundenen Kostensteigerungen sind kein isoliertes
Ereignis, sondern fügen sich in einen breiteren Trend ein. Die
Inflation bei den Baupreisen und notwendige technische Anpassungen
haben die finanziellen Rahmenbedingungen fundamental
verändert. Doch es ist nicht allein das Geld, das die Projekte
ausbremst.
Die Rechnungshof-Experten identifizieren ein systemisches
Versagen in der europäischen Projektsteuerung. Ein zentraler
Punkt ist die mangelnde grenzüberschreitende Harmonisierung.
Während der Güterverkehr nahtlos fließen soll, bilden unterschiedliche
technische Standards – etwa bei der digitalen Zugsicherung
ETCS oder bei Stromsystemen – hartnäckige Flaschenhälse.
Hinzu kommt ein eklatanter Mangel an spezialisierten
Kapazitäten bei den nationalen Behörden, die für die Abwicklung
66 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
© Sund & Bælt Holding
Tunnelsegmente werden mit Spezialschiffen zur Absenkstelle gebracht. Unterschiedliche Vorschriften behindern die transeuropäischen Projekte
der komplexen Genehmigungsverfahren zuständig sind. Wenn
jedes Land nach eigenen Regeln plant und genehmigt, verliert
der Zeitplan auf europäischer Ebene zwangsläufig an Boden.
Preise schwanken stark
Dieser Effekt lässt sich an weiteren Megaprojekten wie dem
Brenner-Basistunnel oder der Rail Baltica ablesen. Die Volatilität
bei Materialpreisen und der Fachkräftemangel in der Baubranche
verschärfen die Situation zusätzlich. Im Durchschnitt liegen
die untersuchten Projekte bereits 3,5 Jahre hinter dem Zeitplan,
während die Kostenprognosen die ursprünglichen Budgets um
25 bis 40 % übersteigen.
TEN-V im Faktencheck
Zielvorgabe:
Fertigstellung Kernnetz bis 2030
Kostenprognose:
Durchschnittlich 25-40 % über ursprünglichem Plan
Verzögerungen:
Im Schnitt 3,5 Jahre hinter dem Zeitplan
Hauptursache:
Inflation, Planungsfehler, Genehmigungsstau
Der Rechnungshofbericht spart nicht mit Kritik an der EU-
Kommission. Obwohl die EU Milliarden an Fördermitteln ausschüttet,
fehle es an echten Druchgriffsrechten. Die Kommission
agierte bisher eher als passive Zahlstelle denn als aktiver Projektmanager.
Die Prüfer fordern daher eine drastische Stärkung
der Aufsichtsbefugnisse. Zwar wurde 2024 ein neuer Rechtsrahmen
für das TEN-V-Netz eingeführt, doch dieser kommt in den
meisten der jetzt kritisierten Megaprojekte zu spät. Die neuen
Regeln sehen vor, dass die Kommission bei Verzögerungen verbindliche
Durchführungsakte erlassen kann – ein Instrument,
das am Seine-Nord-Kanal in Frankreich womöglich einen Jahrelangen
Stillstand verhindert hätte.
Für die maritime Wirtschaft und insbesondere die Seehäfen
hat diese Entwicklung gravierende Folgen. Investitionen in
die Hinterlandanbindung – seien es Gleisanlagen, intermodale
Terminals oder digitale Schnittstellen – sind untrennbar
mit dem Versprechen eines funktionierenden TEN-V-Netzes
verknüpft. Häfen operieren mit langfristigen Zeithorizonten.
Wenn das infrastrukturelle Rückgrat lückenhaft bleibt, drohen
Kapazitätsengpässe, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Knotenpunkte gegenüber globalen Konkurrenten
schwächen.
Es reicht daher nicht aus, wenn die Politik lediglich die Budgets
nachbessert, um die Lücken zu füllen. Es bedarf einer Beschleunigung
der Planungs- und Genehmigungsverfahren, die
von der europäischen Ebene bis in die nationale Praxis durchschlägt.
Der »Planungsoptimismus« muss einer flexiblen Steuerung
weichen.
■
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
67
HÄFEN | PORTS
Gibraltartunnel: Das Nadelöhr unterqueren
Ein Tunnel unter der Straße von Gibraltar wäre mehr als eine feste Verbindung zwischen Europa
und Afrika. Das Projekt führt unter einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt hindurch
durch die Straße von Gibraltar. Auf spanischer
Seite führt die staatliche Projektgesellschaft
SECEGSA die Studien, auf
marokkanischer Seite ist die Schwestergesellschaft
SNED beteiligt. Zuletzt hat
das Vorhaben wieder politischen Rückenwind
bekommen. Spanien stellte 2026
weitere 1,73 Mio. € für technische Untersuchungen
bereit. Geprüft werden unter
anderem Seismik, Geodynamik, Meeresboden
und Baugrund.
Nach aktuellem Stand läuft es technisch
auf einen Eisenbahntunnel für den
Personen- und Güterverkehr hinaus. Frühere
Unterlagen sahen zwei eingleisige
Eisenbahnröhren sowie eine Servicegalerie
vor. Genannt wurden damals rund
38,7 km Tunnellänge, davon 27,7 km
unter Wasser, sowie eine maximale Tiefe
von etwa 475 m unter dem Meeresspiegel.
Neuere Projektbeschreibungen
rechnen die Anschlussstrecken stärker
mit ein und kommen auf eine Gesamtverbindung
von etwa 65 km. Die kürzeste
Linie zwischen zwei Küsten ist hier nicht
automatisch die sinnvollste Trasse.
Schwieriger Baugrund
und hohe Risiken
Die Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko, aufgenommen von einem Copernicus-
Sentinel-2-Satelliten, soll durch einen Tunnel unterquert werden
Auf der Karte wirkt die Straße von Gibraltar
fast wie eine Lücke, die sich schließen
ließe: Zwischen Südspanien und
Nordmarokko liegen an der engsten
Stelle kaum mehr als 14 km Wasser. In
der Praxis ist diese Distanz jedoch nur
ein Teil des Problems. Wer hier eine feste
Verbindung plant, muss mit großen
Wassertiefen, schwierigen geologischen
Verhältnissen und seismischen Risiken
umgehen. Hinzu kommt: Gebaut würde
unter einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten
der Welt.
Neu ist der Gedanke nicht. Spanien
und Marokko beschäftigen sich seit Jahrzehnten
mit einer festen Verbindung
© European Union, Copernicus Sentinel-2 imagery
Der geologisch heikelste Bereich liegt
nicht dort, wo die Meerenge am schmalsten
ist. Die Planer blicken vielmehr auf
weiter westliche Korridore und die Camarinal-Schwelle.
Dort sind die Wassertiefen
geringer als im östlichen Teil der Straße,
der Baugrund bleibt aber komplex. Frühere
technische Bewertungen verweisen
auf Flysch-Formationen, Brekzien,
instabile Schichten, hohe Wasserdrücke
und starke Strömungen. Vor einem möglichen
Pilotstollen wären deshalb weitere
Untersuchungen des Meeresbodens und
der tieferen geologischen Formationen
notwendig.
Mit der jüngsten Machbarkeitsprüfung
durch Herrenknecht hat das Projekt
einen neuen technischen Bezugspunkt
erhalten. SECEGSA hatte die Studie an
den deutschen Tunnelbohrmaschinen-
Hersteller vergeben. Branchenberichten
zufolge bestätigt sie grundsätzlich die
technische Realisierbarkeit eines gebohrten
Tunnels, verweist aber zugleich
auf erhebliche geologische, zeitliche und
wirtschaftliche Risiken. Eine Fertigstellung
zur Fußball-WM 2030 gilt als ausgeschlossen;
realistischer erscheint ein
Zeithorizont zwischen 2035 und 2040.
Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt,
die für den Wasserbau besonders
relevant ist: Was muss auf See passieren,
bevor unter dem Meeresboden überhaupt
gebohrt werden kann? Ein tieflie-
68 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
HÄFEN | PORTS
gender gebohrter Tunnel ist kein Absenktunnel,
bei dem über die gesamte Trasse
ein Graben ausgehoben und Tunnelelemente
versenkt werden. Große Dredging-Kampagnen
entlang der gesamten
Strecke wären deshalb nicht automatisch
Teil des Baukonzepts. Maritimes Spezialwissen
wäre dennoch zentral – von
hochauflösender Vermessung und geotechnischen
Bohrungen über Sedimentund
Felsproben bis hin zu temporären
Offshore-Baufeldern, Arbeitsschiffen, Sicherheitszonen
und Umweltmonitoring.
Belgische Spezialisten
im Blick
Der Tunnel in der Straße von Gibraltar würde Spanien und Marokko verbinden und 39 km lang werden
Genau an dieser Schnittstelle kommen
Wasserbau- und Offshore-Spezialisten
wie Deme und Jan De Nul ins Spiel. Für
den Gibraltar-Tunnel ist derzeit kein
Auftrag an eines der beiden belgischen
Unternehmen bekannt. Beide Konzerne
gehören jedoch international zu den
prägenden Akteuren in Dredging, maritimer
Infrastruktur, Offshore-Bau und Speziallogistik.
Deme beschreibt sich selbst
als Auftragnehmer für Offshore Energy,
Dredging, Maritime Infrastruktur und
Umweltsanierung. Jan De Nul verweist
auf eine breite Flotte für Dredging- und
Offshore-Installationsaufgaben.
Ein aktuelles Referenzprojekt zeigt,
welche Größenordnung solche Unternehmen
heute auf See beherrschen: die
Princess-Elisabeth-Insel in der belgischen
Nordsee. Das Konsortium TM Edison aus
Deme und Jan De Nul wurde von Elia mit
Planung und Bau der ersten künstlichen
Energieinsel dieser Art beauftragt. Das
Projekt liegt rund 45km vor der Küste
und umfasst unter anderem großformatige
Offshore-Logistik, Caisson-Strukturen,
Arbeiten in exponierter Lage sowie
die Schnittstelle zwischen maritimer Bauausführung
und Energieinfrastruktur. Ein
Tunnel unter Gibraltar wäre technisch
anders gelagert. Die Parallele liegt nicht
im Bauwerk selbst, sondern in der Fähigkeit,
komplexe maritime Baustellen mit
Spezialgerät, Vermessung, Logistik und
Risikomanagement zu organisieren.
Für den späteren Bau wären vor allem
drei Aufgabenfelder entscheidend.
Erstens die Baugrunderkundung: Ohne
belastbare Daten zu Meeresboden, Sedimenten,
Störungszonen und tieferen
Formationen bleibt jeder Tunnelentwurf
ein Risikoentwurf. Zweitens die Baustellenlogistik:
Die Straße von Gibraltar lässt
sich nicht wie ein Binnengewässer absperren.
Täglich passieren dort Handelsschiffe,
Tanker, Containerschiffe, Fähren,
RoRo-Einheiten und kleinere Fahrzeuge.
Messkampagnen, Bohrschiffe oder Offshore-Arbeitsplattformen
müssten deshalb
mit Verkehrstrennungsgebieten,
Lotsendiensten, Wetterfenstern, Strömungen
und internationalen Zuständigkeiten
koordiniert werden. Drittens das
Umwelt- und Risikomanagement: Eingriffe
in den Meeresboden, Unterwasserlärm,
Sedimentverdriftung, Bohrspülungen
und temporäre Sperrflächen würden
hohe Anforderungen an Genehmigung,
Monitoring und Schutzmaßnahmen
auslösen.
Für die Schifffahrt wäre der Tunnel im
Betrieb kein Ersatz, sondern ein zusätzlicher
Verkehrsträger. Der Transitverkehr
zwischen Atlantik und Mittelmeer würde
kaum berührt, weil das Bauwerk unter
dem Meeresboden läge. Anders sähe es
im regionalen Verkehr aus. Auf den Relationen
zwischen Andalusien und Nordmarokko
könnten langfristig Teile des
Personen- und Güterverkehrs auf die
Schiene wechseln, sofern Terminals, Zollprozesse
und Hinterlandanbindungen
funktionieren.
Die Fähren würden damit aber nicht
verschwinden. Routen wie Algeciras–Tanger
Med, Tarifa–Tanger Stadt oder Algeciras–Ceuta
bedienen unterschiedliche
Märkte: Passagiere mit Fahrzeugen, Ro-
Ro-Verkehre, saisonale Spitzen, Verbindungen
zu den spanischen Exklaven und
flexible kurzfristige Kapazitäten. Für den
Tunnel wäre dieser Verkehr ein potenzieller
Markt.
Wahrscheinlicher als eine Verdrängung
wäre daher eine Neuordnung. Schnelle
Bahnverbindungen könnten einen Teil
der Nachfrage aufnehmen. RoRo-Fähren
blieben für Fahrzeuge, Gefahrgut,
Sonderladungen, Trailerverkehre und
bestimmte Relationen wichtig. Häfen wie
Algeciras und Tanger Med würden nicht
automatisch verlieren; sie könnten sich
zu intermodalen Knoten weiterentwickeln,
sofern der Tunnel in ihre Logistikketten
integriert wird.
Der Gibraltar-Tunnel bleibt damit ein
Projekt zwischen Vision und Machbarkeit.
Er könnte die erste feste Verkehrsverbindung
zwischen Europa und Afrika
schaffen und regionale Güterströme neu
strukturieren. Der kritische Raum liegt im
Übergang: im Meeresboden, in den Strömungen,
in der Logistik, in der Genehmigung
und im laufenden Betrieb einer
der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.
Ob Deme, Jan De Nul oder andere Spezialisten
am Ende tatsächlich eine Rolle
spielen, ist offen. Sicher ist nur: Ohne
maritimes Know-how wird ein Tunnel
unter dem Nadelöhr von Gibraltar kaum
zu realisieren sein.
JWY
© HANSA/ ITA
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
69
PORT HUB
HAMBURG
Mehr Airbus-Umschlag am CTT
Die Hamburger Hafen und Logistik AG
(HHLA) hat das Container Terminal Tollerort
(CTT) erweitert: Insgesamt stehen
nun 20 Plätze für Airbus-Segmente zur
Verfügung – doppelt so viele wie zuvor.
Seit 2008 werden vormontierte Segmente
aus dem Airbus-Werk in Hamburg
zum CTT transportiert. Dort werden sie
auf einer speziell eingerichteten Fläche
zwischengelagert und anschließend auf
Schiffe der Reederei Cosco verladen, die
zu 24,99 % an dem Terminal beteiligt ist.
Von dort aus gelangen die Bauteile zur
Endmontage nach Tianjin in China.
Im Jahr 2025 wurden am CTT insgesamt
knapp 300 Flugzeugteile mit einem
Gesamtgewicht von mehr als 5.000 t umgeschlagen,
künftig werden es deutlich
mehr sein. Darüber hinaus kommt eine
neu entwickelte Verankerungstechnik
zum Einsatz, welche die Effizienz der
Umschlagprozesse laut HHLA deutlich
erhöhen wird. Eine erweiterte Windschutzwand
schützt die Fracht zusätzlich
vor äußeren Einflüssen.
»Gemeinsam mit Airbus und Cosco
Shipping haben wir am CTT die Voraussetzungen
geschaffen, um die Exportaktivitäten
eines der bedeutendsten
Industriebetriebe Hamburgs weiter auszubauen«,
sagte Jaber Ghanim, HHLA-
Projektleiter am CTT. »Es freut uns, unsere
Partner dabei zu unterstützen, künftig
weitere hochwertige europäische Produkte
zuverlässig auf internationale
Märkte zu bringen. Ein besonderer Dank
gilt dem Projektteam am Tollerort, das
die Erweiterung erfolgreich im laufenden
Betrieb umgesetzt hat.« RD
Einweihung der neuen Airbus-Fläche auf dem HHLA Container Terminal Tollerort (v.l.): Tianyong
Hu (Managing Director für Cosco Shipping Logistics Europe), Anne Hoffmann (Oversize Surface
Manager bei Airbus Operations), Jeroen Eijsink (CEO der HHLA)
© HHLA
ROTTERDAM
»Food Hub« im Europoort wird ausgebaut
Im Hafenareal Europoort wollen die Port
of Rotterdam Authority, der Schweizer
Immobilienentwickler Necron und der
Hafenlogistiker PTP Group gemeinsam
eine 38 ha große Logistikinfrastruktur
für die Lagerung und den Umschlag von
gekühlten und gefrorenen Lebensmitteln
auf die Beine stellen. Für die Port of
Rotterdam Authority ist das Projekt Teil
der weiteren Entwicklung des Rotterdam
Food Hub als Logistikdrehscheibe für
Agrar- und Lebensmittelgüter. Hierfür
lässt die Behörde eine über 500 m lange
Kaimauer sowie einen Wellenbrecher errichten,
zum Schutz der Liegeplätze vor
Seegang und Schiffswellenschlag.
Der Plan umfasst konkret vier Baugrundstücke.
Auf zwei davon realisiert
Die geplante Erweiterung des »Food Hub« soll eine Fläche von 38 ha umfassen
© Port of Rotterdam
die Schweizer Necron Group in mehreren
Phasen zwei Kühllager – Necron
Food Park I & II – mit einer Gesamtfläche
von rund 145.000 m 2 . Auf dem dritten
Grundstück errichtet Necron ein Energiezentrum:
Es werde Terminal und Kühlhäuser
von Beginn an mit Strom versorgen
und eine sofortige Inbetriebnahme
ermöglichen, heißt es.
Der Logistikdienstleister PTP Group
entwickelt auf dem vierten Grundstück
am Caland-Kanal ein 73.000 m 2 großes
Terminal. Es verfügt über drei Liegeplätze
für Hochsee- und Binnenschiffe, einen
Warteplatz sowie die erforderlichen Logistik-
und Infrastruktureinrichtungen
für einen effizienten wasserseitigen
Frachtumschlag. Das Terminal bedient
unter anderem Kühlhäuser und zusätzliche
Frachtströme und verbessert den
multimodalen Zugang zum gesamten
Gebiet. Darüber hinaus wird PTP einer
der Mieter der Kühlhäuser der Necron
Group.
MM
70 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
PORT HUB
TURKU
200 Mio. € für Fährterminal
Der finnische Hafen Turku und weitere
Beteiligte investieren mehr als 200 Mio. €
in die Neugestaltung des Hafenareals.
Zentraler Bestandteil ist das neue Fregatti-Terminal,
das ab 2028 von Viking Line
und Tallink Silja genutzt werden soll. Es
wird die bisherigen zwei getrennten Terminals
und Fahrzeugbereiche ersetzen.
Nach Angaben von Viking Line werde
man künftig bis zu 8.000 Passagiere pro
Tag über das Terminal abfertigen können.
Die Hafenaufenthalte der Schiffe dauern
laut Unternehmen nur etwas mehr
als eine Stunde. In dieser Zeit werden die
Fähren bebunkert, verproviantiert und
gereinigt. Das Lkw-Aufkommen je Abfahrt
entspreche einer Warteschlange von
rund 1,5 km. Jährlich fahren rund 80.000
Lkw und 230.000 Pkw zum Hafen Turku.
Nach Abschluss der Neugestaltung sollen
bis zu 48 parallele Fahrzeugspuren zu den
Kaibereichen führen. Zudem sollen neue
Verkehrsregelungen der Stadt Turku und
Bis zu 8.000 Passagiere sollen künftig pro Tag abgefertigt werden können
digitale Systeme die Zufahrt vereinfachen.
Viking Line, der Hafen Turku und Ports of
Stockholm arbeiten an einem fossilfreien
Schifffahrtskorridor zwischen Turku und
Stockholm. Zieljahr ist 2035. Viking Line
verweist auf Investitionen von insgesamt
450 Mio. € in die Schiffe »Viking Glory«
und »Viking Grace« auf der Turku-Route.
Die Einheiten werden derzeit mit einem
50/50-Gemisch aus Bio-LNG und LNG betrieben.
Beide Kraftstoffe verursachten
laut Unternehmen sehr geringe Schwefel-
und Partikelemissionen. Zusätzlich
prüft Viking Line im Rahmen einer Machbarkeitsstudie
den Einbau von Batterien
auf den Schiffen. Auch das neue Terminal
soll nachhaltige Lösungen erhalten.
Vorgesehen sind fossilfreie Fernwärme
und Klimatisierung sowie CO 2
-neutraler
Strom.
JWY
© Viking Line
THAILAND
Alternative zur Straße von Malakka wieder im Gespräch
Thailand hat Pläne für ein großes Land-
Bridge-Projekt zwischen dem Golf von
Thailand und der Andamanensee wiederbelebt.
Der geplante Logistikkorridor
soll Ladung zwischen zwei neuen
Tiefseehäfen transportieren und damit
eine Alternative zur stark befahrenen
Straße von Malakka bieten.
Das Projekt hat nach Regierungsangaben
ein Volumen von umgerechnet
rund 30,45 Mrd. $. Vorgesehen sind
zwei Häfen in Chumphon im Osten und
Ranong im Westen. Verbunden werden
sollen sie durch eine 90 km lange
Bahntrasse. Ergänzend sind eine Meterspurbahn
zum bestehenden nationalen
Netz, mehrspurige Straßen und lokale
Verbindungen geplant. Die Regierung
verweist auf mögliche Einsparungen
bei Kosten und Zeit. Eine interne Regierungspräsentation
beziffert die potenzielle
Senkung der Logistikkosten auf
knapp 30 %. Für bestimmte Ladungsströme
zwischen Südchina und Häfen
am Indischen Ozean in Richtung Südasien
und Nahost könnten sich die Transitzeiten
demnach um bis zu 14 Tage
verkürzen. Das Projekt zielt nach Angaben
der Regierung auf den Verkehr mit
Boxcarriern bis 12.000 TEU ab. Die geplanten
Häfen sollen bis zu 20 Mio. TEU
pro Jahr abfertigen können.
Die Finanzierung soll überwiegend
von privaten Investoren kommen. Dafür
wäre ein Konsortium aus Reedereien,
Hafenbetreibern, Finanzierern und
Projektentwicklern nötig. Das Interesse
potenzieller Investoren wird im Ausgangstext
bislang als vorsichtig und unverbindlich
beschrieben.
Hinzu kommen geopolitische Fragen.
Eine starke Beteiligung chinesischer
Staatsunternehmen könnte in Thailand
innenpolitischen Widerstand auslösen.
Thailand müsse verhindern, dass der
Korridor zu einem geopolitischen Streitpunkt
werde. Vor Ort stößt das Projekt
auf Widerstand. Fischer, Landwirte und
Bewohner entlang des rund 90 km langen
Korridors fürchten Eingriffe in ihre
Lebensgrundlagen. In Ranong warnte
ein Fischer, das Projekt solle in einem
Gebiet entstehen, in dem die lokale
Bevölkerung ihren Lebensunterhalt
verdiene. Auch in landwirtschaftlich
geprägten Regionen mit Durian-Plantagen
und Kaffeeanbau gibt es Zweifel
am Nutzen einer Industrialisierung in
dieser Größenordnung.
Zuletzt erlitt das Projekt einen Rückschlag.
Die Behörden ordneten eine
neue Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeitsprüfung
an. Grund ist laut Reuters
eine große Abweichung zwischen
staatlichen und privaten Untersuchungen
zur Dichte marinen Lebens in der
Nähe der geplanten Häfen.
Eine von der thailändischen Regierung
eingesetzte Kommission überprüft
derzeit das Projekt und frühere Folgenabschätzungen.
Die Ergebnisse sollen
bis Ende Juli vorgelegt werden. JWY
HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
71
TERMINE
freight & trade events
worldwide conferences | exhibitions | seminars for shipping, commodities, finance
Marine + Offshore
01.–04.09.2026 HAMBURG
SMM
www.smm-hamburg.de
13.–14.10.2026 ROSTOCK
Rostock Large Engine
Symposium
www.rgmt.de
23.10.2026 KIEL
Students meet Industry
www.stg-online.de
18.–20.11.2026 HAMBURG
121. STG-Hauptversammlung
www.stg-online.de
03.–04.12.2026 SHANGHAI
Marintec Innovation 2026
www.marintecchina.com
02.–04.12.2026 NEW ORLEANS
International Work Boat Show
www.workboatshow.com
20.–21.01.2027 HAMBURG
24. STG-Tagung »Korrosionsschutz
in der maritimen Technik«
www.stg-online.de
Shipping + Logistics
27.07.2026 TOKYO
Young Agents and Brokers
Award (YABA)
www.fonasba.com
02.09.2026 HAMBURG
Maritime Future Summit @ SMM
www.smm-hamburg.de
22.–23.09.2026 HOUSTON
Breakbulk Americas
www.americas.breakbulk.com
21.–22.10.2026 JEDDAH
Saudi Maritime
& Logistics
www.saudimaritimecongress.com
03.–06.11.2026 LONDON
World Ports Conference
www.worldportsconference.com
04.–06.11.2026 SINGAPUR
Asia Pacific Maritime (APM)
www.apmaritime.com
02.–03.02.2027 DUBAI
Breakbulk Middle East
www.breakbulk.com
Commodities + Energy
24.–25.09.2026 LONDON
Energy Trading Week
www.energytradingweek.com
20.–22.10.2026 HAMBURG
Hydrogen Technology Expo
www.hydrogentechexpo.comk
20.–22.10.2026 LONDON
Argus Biofuels Europe
10.–12.11.2026 HOUSTON
Argus Americas Crude Summit
www.argusmedia.com
15.–17.12.2026 GENF
Commodity Trading Week –
Switzerland
www.commoditytradingweek.com
07.–09.09.2027 ABERDEEN
SPE Offshore Europe
www.offshore-europe.com
26.11.2026 HAMBURG
HANSA-FORUM
»Connecting Maritime
Minds«
SAVE THE DATE!
STG-Sprechtag zu Energiesystemen und Automatisierung im Schiffbau
Beim STG-Sprechtag »Resiliente Energiesysteme
und Automatisierung im
Schiffbau« stehen am 24. September
2026 in Hamburg neue Technologien,
Methoden und Anwendungen für
Schiffsbordnetze, Batteriesysteme und
maritime Automationskonzepte im Mittelpunkt.
Die Schiffbautechnische Gesellschaft
(STG) veranstaltet den Sprechtag in Kooperation
mit der Technischen Universität
Hamburg. Ausgerichtet wird die
Tagung vom Fachausschuss »Schiffselektrotechnik«
unter Leitung von Kai
Prostka. Tagungsort ist die TU Hamburg
am Schwarzenberg-Campus.
Das Programm behandelt unter anderem
Spannungsqualität und Resilienz
in künftigen Schiffsbordnetzen,
den Einsatz von Batterien auf Schiffen
im 100-m-Bereich sowie Konzepte für
Die 1899 gegründete STG lädt wieder ein
© STG
batterieelektrische Kreuzfahrtschiffe.
Weitere Vorträge befassen sich mit der
Optimierung gekoppelter Schiffenergiesysteme,
resilienten und cybersicheren
Automations- und HMI-Konzepten sowie
der Rolle sicherheitskritischen Designs
in der maritimen Digitalisierung.
Am Nachmittag stehen außerdem
Simulationsmethoden für maritime
Gleichstromsysteme und MV/LV-DC-
Verteilnetze auf der Agenda. Referenten
kommen unter anderem von der
Helmut-Schmidt-Universität, der Hochschule
Wismar, Wärtsilä Deutschland,
der Meyer Werft, der TU Hamburg, Beijer
Electronics und Siemens Energy.
Die Veranstaltung findet in deutscher
und englischer Sprache statt. Anmeldungen
sind bis zum 17. September
2026 über die STG möglich. Die Teilnahmegebühr
beträgt 280 € für Nichtmitglieder,
180 € für Mitglieder, 90 € für
Pensionäre und Rentner sowie 60 € beziehungsweise
20 € für Studenten.
72 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
Inserentenverzeichnis | Index of Advertisers
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Schiffbau, Schiffsmaschinenbau: Dr. Hans G. Payer
Koerting Hannover GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Director for Greater China: Dr.-Ing. Tao Jiang
Asien: Patrick Lee
Marine Media . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Amerika: Barry Parker
Großbritannien: Samantha Fisk
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HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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LETZTE SEITE
»BANKER VS. SHIPOWNERS«
Banker gewinnen Duell gegen Reeder
Traditionsduell: »Bankers vs. Shipowners« ist seit 1974 ein fester Treffpunkt der Hamburger Finanz- und Schifffahrtscommunity
© Bankers vs. Shipowners
Während die Fußballwelt bereits auf
die WM in den USA, Mexiko und Kanada
blickt, fand in Hamburg schon
vorab ein Fußballereignis statt, das
für die Beteiligten kaum weniger bedeutend
war: Beim traditionellen Duell
»Bankers vs. Shipowners« trafen erneut
Vertreter schiffsfinanzierender Banken
auf Reeder und Akteure der maritimen
Wirtschaft. Auf der Anlage des ETV
Hamburg entschieden die Banker das
52. Aufeinandertreffen mit 4:1 für sich.
Bei strahlendem Sonnenschein, guter
Kulisse und lautstarker Unterstützung
am Spielfeldrand zeigte sich einmal
mehr, warum die Partie seit 1974
zum festen Bestandteil der Hamburger
Wirtschafts- und Schifffahrtscommunity
gehört. Im Vordergrund stand dabei
nicht nur der sportliche Wettbewerb.
Die Einnahmen des Spiels fließen in den
Bau der Tribüne am Lokstedter Steindamm.
Sportlich erwischten zunächst
die Reeder den besseren Start. Patrick
Barao Martins von MACS brachte sein
Team früh mit 1:0 in Führung. Die Banker
reagierten jedoch abgeklärt: Sabsoun
Mangal von Berenberg traf mit
einem sehenswerten Fernschuss zum
Ausgleich.
In der ersten Halbzeit entwickelte
sich eine offene Partie mit Chancen auf
beiden Seiten. Celine Witt von Berenberg
hob den Ball über Reeder-Torwart
Heiner Thormälen, verfehlte das Tor jedoch
knapp. Auf der Gegenseite setzte
Jan Riesesel für die Reeder zu einem
spektakulären Seitfallzieher an, scheiterte
aber an Banker-Torwart Michael
de Visser. Auch Patrick Barao Martins
und Cem Gürsoy sorgten für Gefahr,
wurden jedoch durch eine knappe Abseitsentscheidung
gestoppt.
Nach der Pause übernahmen die
Banker zunehmend die Kontrolle. Adrian
Hunte brachte sein Team mit 2:1
in Führung. Kurz darauf fiel nach Vorarbeit
von Nico Tangermann das 3:1
durch ein Eigentor der Reeder. Franz
Soerensen stellte nach Vorlage von
Hunte schließlich den 4:1-Endstand her.
Während bei den Reedern nach
mehreren Wechseln in der Offensive
weniger zusammenlief, zeigten sich die
Banker im zweiten Durchgang effizient.
Besonders die Offensive um Celine Witt
und Adrian Hunte prägte die Partie.
Am Ende stand ein verdienter Sieg der
Banker, die den Klassiker nach mehreren
Jahren ohne Erfolg wieder für sich
entscheiden konnten.
Auch abseits des Rasens wurde der
Nachmittag seinem Ruf gerecht. Jugendspieler
des ETV sorgten für eine
lautstarke Kulisse; die Aussicht auf
HSV-Karten für die besten Fans dürfte
die Unterstützung zusätzlich beflügelt
haben. Bei Essen, Getränken und Gesprächen
kam die Branche anschließend
weiter zusammen. Der Abend
klang traditionell erst lange nach Abpfiff
in der Vereinsgastronomie aus. RD
SCHIFFSMAKLER
VHBS richtet ersten Padel Cup in Bremen aus
Der Verband Hamburger und Bremer
Schiffsmakler (VHBS) hat erstmals einen
Shipbrokers’ Padel Cup in Bremen
ausgerichtet. Nach dem Auftakt in
Hamburg folgten zwölf Teilnehmer der
kurzfristigen Einladung des Verbands
in die Weserstadt. Gespielt wurde im
Americano-Modus. Nach rund zwei
Stunden setzte sich Bastian Meyer
von MSC Germany durch und gewann
den Pokal. Platz zwei ging an Kerstin
Schweizer, ebenfalls MSC Germany,
Die Teilnehmer des ersten Shipbrokers’
Padel Cups in Bremen
© VHBS
Platz drei an Coraly von Georg-Marzian
von PWL.
VHBS-Chef Alexander Geisler zog
ein positives Fazit. »Die Stimmung und
der Austausch waren wunderbar. Und
Padel passt einfach zu uns Schiffsmaklern«.
Das Spiel sei dynamisch,
erfordere Flexibilität und ein gutes Zusammenspiel
im Team. Für den Herbst
plant der Verband weitere Turniere in
Bremen und Hamburg, darunter einen
»Pre-Eisbein Cup«.
RD
74 HANSA - International Maritime Journal 07 | 2026
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