FOMO 23_26
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Keinesfalls!
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moneyeditorial
EDITORIAL
Können wir Musk?
der größte Börsengang aller Zeiten steht bevor. 75 Milliarden Dollar soll die
Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Schmiede SpaceX einsammeln und damit aus
dem Stand eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar erreichen. Das ist
so viel wie die 16 wertvollsten Dax-Konzerne zusammen.
Man kann von Gründer und CEO Elon Musk halten, was man will: Seine
unternehmerische Bilanz aber ringt Bewunderung ab. Bereits seine erste
Gründung, die Internetfirma Global Link/Zip2, wurde für 307 Millionen Dollar
an Compaq verkauft. Danach kamen Paypal, SpaceX und Tesla. Nebenher
schuf Musk noch Neuralink, das an Gehirn-Computer-Schnittstellen
forscht, die Tunnelfirma The Boring Company, das KI-Start-up xAI und diverse
kleinere Nebenprojekte. Der Mann ist übrigens gerade mal 54.
Nun ist es wahrhaftig schwer, sich mit Elon Musk zu vergleichen. Aber man
muss es zugeben: Gründer oder Gründerinnen von diesem Format haben wir
in Deutschland nicht. Nicht mal annähernd. Dass uns das Unternehmer-Gen
nicht unbedingt in die Wiege gelegt wird, ist das eine. Dass es hierzulande –
und zwar seit Jahrzehnten – an Risikokapital mangelt und der bürokratische
Aufwand motivierte Menschen ausbremst, ist das andere.
Doch es gibt Lichtblicke. Die öffentlich-rechtliche Förderbank KfW meldet
einen vergleichsweise üppigen Anstieg der Gründerinnen und Gründer:
690 000 wagten im vergangenen Jahr den Sprung, 105 000 mehr als 2024.
KI helfe dabei, so die Datensammler der KfW, zum Beispiel bei einfachen Programmierarbeiten,
für die kein teurer IT-Dienstleister mehr angeheuert werden
muss. Interessanterweise ist es wohl auch die schlechte Konjunktur, die
mehr Bürger zum Gründen anstiftet. Wer weniger Aussicht auf eine feste Stelle
hat, ist eher bereit, die Risiken des Unternehmertums einzugehen.
Besonders erfreulich: Schon das zweite Jahr in Folge waren 40 Prozent der
Gründer unter 30. Trotzdem mahnt die KfW, dass bürokratische Hürden aus
dem Weg geräumt gehören. Sie belasten nicht nur das Zeitbudget derer, die
den Schritt gewagt haben, sondern sind auch ein wesentlicher Faktor für den
Abbruch vieler Gründerambitionen. Die Ludwig-Maximilians-Universität in
München macht vor, wie es besser geht: Den Transfer von geistigem Eigentum
bei einer Ausgründung will man jetzt in drei statt den an Deutschlands
Unis üblichen 18 Monaten schaffen. Das geht! Was schaffen wir noch, wenn
wir wirklich wollen? Schreiben Sie uns: leserservice@focus-money.de.
Herzlich Ihre
JULIA GROSS
Mitglied der Chefredaktion
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FOCUS MONEY 23/2026
Foto: FOCUS-Magazin
3
moneyinhalt
moneykompakt
6 Frühjahrsgutachten 2026: Wo
der Sachverständigenrat ein
Risiko für die Konjunktur sieht
7 Das kaufe ich jetzt: US-Waldaktie
Rayonier mit guten Chancen
7 Hit & Shit: Ionq und Arbeitsplätze
in der deutschen Industrie
7 Chart der Woche: USA und
Brasilien dominieren bei den
Lebensmittelexporten
8 Zins-Radar: Was Geld kostet
8 Dividenden: Rekordausschüttungen
zu Jahresbeginn
9 Dirks Markt-Monitor: Über
schwindendes Verbrauchervertrauen
und den Börsenboom
9 Delivery Hero: Übernahmekampf
geht in die heiße Phase
10 Eigentumswohnungen: Wo die
Immobilien bis 2035 teuer werden
10 KI-Börsenrally: Das Momentum
treibt an, aber wie lange noch?
11 Ferrari: Wie der neue Elektro-Bolide
auf die Aktie wirkt
11 Schulden in der EU: Welche
Gegenmaßnahmen nötig wären
11 Dax: Wie es nach dem Sprung
über 25 000 Punkte weiter geht
106 Andis Börsenbarometer: Wie
sich fundamentale Börsenregeln
im Zeitablauf verändern können
12
Tech-Perlen
Vom SpaceX-Börsengang
bis zur Robotertechnik –
FOCUS MONEY durchsuchte
die Börsen nach den
besten Tech-Aktien der
nächsten Generation
106 Das Geld-Gespräch: Mit Christian
Röhl, Chefvolkswirt bei Scalable
Capital und Podcaster
moneytitel
29. MAI 2026 www.focusplus.de
12 Das neue Tech-Zeitalter: Die
besten Aktien von Robotik über KI
bis Raketentechnik
14 SpaceX: Wie FOCUS MONEY den
Börsengang bewertet und wie
Anleger vorab einsteigen können
44
Wachstum pur
Siemens Energy profitiert
vom Ausbau der
Stromnetze sowie von
starken Auftragseingängen
bei Gas- und Dampfturbinen
und den entsprechenden
Serviceleistungen.
Was das für die Aktie des
Siemens-Spin-Offs heißt
18 Unbekannte Techaktien: Vier
kleinere Werte mit Potenzial
22 Robotik: Mit welchen Aktien
Anleger jetzt richtig liegen
26 Wasser: Die heimlichen Profiteure
der KI-Wasseraktien
30 Interview: Sven Anders, J. P.
Morgan, über Korrekturgefahren
und Momentum-Aktien
moneymarkets
34 Europa: Welche Aktien aus der
Alten Welt ein Investment wert
sind
38 Chartsignal: Niederländische
Fugro mit Umkehrformation
38 Wette der Woche: Kühlsystemspezialist
Technotrans
40 Exotische Anleihen: Höhere
Wachstumsraten sprechen für
Schwellenländer-Bonds
44 Siemens Energy: Was tun mit
dem Überflieger?
46 Economist: Der größte Börsengang
Indiens steht an
4 Titelillustration: FOCUS MONEY/KI, Adobe Stock/KIComposing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 23/2026
34
Günstige Europäer
Es gibt sie: FOCUS MONEY zeigt,
welche europäischen Perlen noch
große Kurschancen besitzen
50 Interview: Sarah de Lagarde,
Janus Henderson Investors, über
das Gesundheitssystem und
Chancen mit Medtech
51 Bionik: Wer die Profiteure im
Markt für künstliche Organe und
Prothesen sein werden
53 Female Finance Award: Diese
drei Finalistinnen in der Kategorie
Finfluencer stehen zur Wahl
54 Goldrausch: Die Minenbetreiber
verdienen so gut wie nie. Warum
ein Übernahmeboom folgen wird
56 Commerzbank: Hans-Peter
Burghof zeigt, warum Deutschland
die heimische Großbank braucht
58 Wasserstoff: Zwei Aktien, die
vom neuen Boom profitieren
62 Immobilien: Warum sie zur
Kostenfalle werden können
50
„Ich rede nicht davon,
Menschen durch KI zu
ersetzen.“
SARAH DE
LAGARDE,
BRIGHTER
FUTURES
STRATEGIST
BEI JANUS
HENDER-
SON
INVESTORS
66 Musterdepot: Wie die Börsenexperten
aktuell agieren
moneydigital
61 Trends: Statistiken, Watchlisten
und Anlegertrends aus dem Netz
dswanlegerschutz
68 Anlegerbarometer: Warum die
Bundesregierung bei der Erhebung
keine guten Noten bekommt
moneyservice
70 Wertpapiersparpläne: Der große
FOCUS MONEY-Test zeigt, welche
Anbieter die besten Offerten in
ihrer Angebotspalette haben
76 Wohngebäudeversicherung:
Fairness, Service, Absicherung –
welche Anbieter im Test am
besten punkten
82 Cyberversicherungen: Welche
Anbieter aus Kundensicht eine
gute Wahl sind
moneyanalyse
86 Marktüberblick
88 Deutsche Aktien
96 Internationale Aktien
102 ETFs
103 Zertifikate
104 Fonds
105 Kryptowährungen
moneyrubriken
3 Editorial
67 Leserbriefe – Impressum
105 Termine
Unternehmensregister
Aegon 37
Agnico-Eagle Mines 55
Alphabet 98
Arm Holdings97
Avio 66
Barrick Mining 55
BASF 95
Bayer91
Bloom Energy 59
BuySell Technologies 19, 21
Cewe 37
Cimc Enric 59
Commerzbank 56
Delivery Hero 9
Deutsche Lufthansa 88
Ecolab 28
Ferrari 11
Filtronic 19–20
Flowserve 29
Fresenius Medical Care94
Fugro38
Hochtief 93
Intuitive Surgical 25
IonQ 7
ITM Power 60
JP Morgan 30, 101
Kurita Water 29
LEM Holding 100
Medtronic 52
Newmont 55
Nvidia24
OMV 36
Ottobock 52
Prosus 36
Rayonier 7
Redcare Phamacy 96
Red Violet 19, 21
Reliance Industries46
Rockwell Automation 25
Samsung 99
Siemens Energy44
Softbank Group24
SpaceX14
Stryker Corp 52
Technotrans 38
Trane Technologies 28
TXT e-solutions 19–20
Uber Technologies 9
Unicredit35
Vertiv 28
Volkswagen 90
Wacker Chemie 92
Xylem 29
FOCUS MONEY 23/2026
Fotos: Adobe Stock (2), Janus Henderson Investors, Siemens Composing: FOCUS MONEY 5
moneykompakt
RUHESTÄNDLER: Bis 2040
könnte der Beitragssatz zur
Rente auf 21,8 Prozent steigen
gegenüber 18,6 Prozent im
laufenden Jahr
JAHRESGUTACHTEN
Alarmstufe
Rot
Die Wirtschaftsweisen warnen
vor drastisch steigenden
Sozialversicherungsbeiträgen
- mit dramatischen Folgen
Steiler Anstieg
Bei Sozialversicherungsbeiträgen
galten
jahrelang 40 Prozent
als Obergrenze. Nun
drohen ganz andere
Größenordnungen
Beitragssätze der
Sozialversicherungen
in Prozent*,
ab 2030 Prognose
*gesetzl. Rentenversicherung,
GKV, Pflege, Arbeitslosenvers.
39,9
2021
42,3
2026
45,4
2030
49,7
2040
Quelle: SVR
Arbeitnehmer und Unternehmen in Deutschland müssen sich angesichts
des demographischen Wandels und steigender Kosten für Gesundheit
und Pflege auf drastisch höhere Sozialversicherungsbeiträge einstellen.
Das geht aus dem aktuellen Frühjahrgutachten der
Wirtschaftsweisen hervor. Danach dürften die Beitragssätze zur Sozialversicherung
nach derzeit geltender Rechtslage bis 2040 auf fast 50 Prozent
anwachsen. Noch 2020 galt ein Wert von 40 Prozent als Obergrenze.
Doch angesichts der Kostenexplosion im Gesundheitswesen und
höherer Rentenbeitragsätze ist diese Marke längst Makulatur.
Für die Konjunktur ist die Entwicklung Gift. Nach Berechnungen der
Wirtschaftsweisen werde der erwartete Beitragsanstieg das BIP alleine
bis 2035 um „0,5 bis 0,9 Prozent senken“. Denn höhere Sozialversicherungsbeiträge
verteuern die Arbeitskosten der Unternehmen und verringern
damit die Investitionsbereitschaft. Gleichzeitig dämpfen höhere
Beiträge die Nettoeinkommen der privaten Haushalte. Dies belastet
den Konsum.
Um die Lage zu entschärfen, macht das fünfköpfige Gremium zahlreiche
Vorschläge. So würde etwa die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung
von Ehepartnern ohne Kinder die Einnahmen in der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) erhöhen sowie zusätzliche
Anreize zur Arbeitsaufnahme für den zweiten Ehepartner liefern. Außerdem
sollte sich die Vergütung von Krankenhäusern künftig „stärker
am tatsächlichen Kostenanstieg orientieren“. Auch bei neuen Medikamenten
sollten die Preise künftig „konsequenter am therapeutischen Zusatznutzen
ausgerichtet werden“, heißt es. Um die galoppierenden Kostensteigenerung
in der Pflegeversicherung zu dämpfen, fordern die
Wirtschaftsweisen „ein Bündel an Maßnahmen“. So müssten die Pflegeeinstufungen
begrenzt werden. Zudem bringen die Ökonomen einen
neuen Pflegvorsorgefonds mit Kapitaldeckung ins Spiel. UTZ
6 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
Rayonier: Waldaktie
mit Wendechance
Die Aktie des zweitgrößten Waldbesitzers
der USA notiert weit unter ihrem
Höchstkurs aus dem Jahr 2022
(siehe Chart). Dafür gibt es handfeste
Gründe: So hat Rayonier mehrere
kleinere Konkurrenten übernommen,
was relativ hohe Integrationskosten
verursachte. Zudem hat sich der Preis
für das in den USA wichtige Bauholz
– ebenfalls seit 2022 – mehr als halbiert.
Hinzu kamen größere wetterbedingte
Schäden am Baumbestand.
Jetzt bieten die Papiere für Anleger,
die etwas Geduld mitbringen, Chancen
auf die Kurswende. Sie sind zwar
mit einem 2026er-KGV von 70 teuer,
aber 2027 soll der Wert auf 35 sinken,
2028 dann auf 22. Die Dividendenrendite,
die für dieses und kommendes
Jahr erwartet wird, beträgt jeweils
attraktive 5,5 Prozent. Das Unternehmen
firmiert in der Rechtsform eines
US-REIT (Real Estate Investment
Trust). Unternehmensgewinne sind
daher in den USA steuerbegünstigt,
was in höheren Ausschüttungen resultiert.
Die Analysten jedenfalls sind
DAS
KAUFE
ICH JETZT
für die AG, die eine ethische Landbewirtschaftung
praktiziert, bei der mehr
Kohlenstoff gebunden als ausgestoßen
wird, optimistisch. Unter anderem,
weil die Fusionsbelastungen abebben
und der Holzpreis sich gerade
erholt. Im Schnitt erwarten sie auf
Zwölfmonatssicht ein Kurspotenzial
von 30 Prozent, der optimistischste
Experte sogar von 60 Prozent. Selbst
das niedrigste Potenzial lautet gut
zehn Prozent (ISIN: US7549071030).
Rayonier
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2022 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
Mehr Aktien-Tipps von
Andreas Körner gibt es auch
in seinem Börsenbrief. Den
finden Sie unter folgendem
QR-Code
ANDREAS KÖRNER,
CHEFSTRATEGE
NEBENWERTE
BÖRSENBRIEF UND
EX-WERTPAPIER-
HÄNDLER
40
35
30
25
20
15
IONQ
Technologischer Sprung
Dem Quanten-Computing-Pionier aus
den USA ist ein Durchbruch bei der Vernetzung
zweier unabhängiger Quantensysteme
gelungen. Der geplante Zusammenschluss
modularer Systeme soll es
ermöglichen, Rechenleistung künftig über
vernetzte Einheiten zu skalieren, ähnlich
wie in klassischen Rechenzentren.
Die Aktie gewann auf Wochensicht
mehr als ein Drittel hinzu. Fundamental
unterstützt wird die Rally des nach wie
vor defizitären Unternehmens durch
kräftige Umsatzsteigerungen von mehr
als 200 Prozent auf 130 Millionen Dollar
(111 Millionen Euro) im Jahr 2025. Dieses
Jahr sollen es bereits 235 Millionen (201
Millionen Euro) Dollar werden.
HIT
SHIT
In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation
CHART DER WOCHE
Amerika ernährt
die Welt
An den Exporten von Nahrungsmitteln
kann man deutlich die
wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse
in der Welt erkennen. Die
zehn größten Länder sind für fast
die Hälfte aller Exporte verantwortlich.
Im Zentrum sitzen dabei
amerikanische Länder: Die USA,
Brasilien, Kanada und Mexiko
exportieren bereits fast 30
Prozent aller Güter. China bleibt
weit dahinter, obwohl es der
größte Nahrungsmittelproduzent
ist, aber den Großteil davon im
eigenen Land verwendet.
Quelle: WTO
FOCUS MONEY 23/2026
USA 181,3
Brasilien 144,4
China 74,8
Kanada 66,3
Mexiko 49,9
Indonesien 49,7
Australien 45,8
Indien 45,5
Thailand 41,8
Frankreich 38,7
Niederlande 37,3
Argentinien 34,8
Malaysia 33,5
Türkei 31,4
Großbrit. 30,9
Italien 30,7
Russland 28,4
Neuseeland 28,3
Deutschland 28,2
Vietnam 26,9
Größte Nahrungsmittelexporteure
2024
in Milliarden US-Dollar
EY-STUDIE
Jobabbau trotz Wachstum
Der Umsatz deutscher Industriefirmen
ist im ersten Quartal 2026 um 1,7 Prozent
gewachsen. Das stellt das erste Plus
nach zehn Quartalen mit Rückgängen
dar. Dennoch sank die Anzahl der Arbeitsplätze
im verarbeitenden Gewerbe
im Vergleich zum Vorjahresquartal um
2,3 Prozent, also um 127 300 Stellen. Seit
2019 sind damit insgesamt 341 500 Industriearbeitsplätze
weggefallen, was
Experten auch auf die hohen Energiepreise
hierzulande zurückführen.
Die Ergebnisse stammen aus dem aktuellen
EY-Industriebarometer, das die
Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung
der deutschen Industrie sowie einzelner
Schlüsselbranchen analysiert.
7
moneykompakt
ZiNSRADAR
Ratenkredite
Kreditsumme 5.000 Euro
Zinssätze effektiv in % p.a.
Laufzeit in Monaten Zinsen
Anbieterauswahl 36 in Euro
PSD Bank West 5,63 434,56
BBBank 1 5,99 462,28
Deutsche Skatbank 1 6,16 475,24
Allgemeine Beamten Bank 1 6,19 477,76
SKG Bank 1 6,49 500,80
Bank of Scotland 1 6,64 512,32
DKB Deutsche Kreditbank 6,79 523,84
Targobank 1 6,95 536,44
Hypovereinsbank 1 7,46 575,68
ING 1 7,64 589,72
Norisbank 1 7,90 609,52
Ikano Bank 1 7,99 616,72
PSD Bank RheinNeckarSaar 1 8,61 664,60
Creditplus-Bank 1 9,25 713,92
Postbank 1 9,27 715,36
Deutsche Bank 1 9,41 726,16
Schlechtester Anbieter 1 13,84 1.067,80
1
bonitätsabhängig
Trend beim Ratenkredit: stagnierend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 21.05.2026
Annuitätendarlehen
350.000 Euro Kreditsumme Nominal Zins,
1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung
Laufzeit in Jahren
Anbieterauswahl 15 Rate *
PSD Bank West 3,99 1.601,25
Sparda-Bank BW 4,00 1.604,17
Sparda-Bank Hessen 4,07 1.624,58
HypoVereinsbank 4,07 1.624,58
DEVK 4,14 1.645,00
Sparda-Bank West 4,15 1.647,92
PSD Bank RheinNeckarSaar 4,24 1.674,17
ING 4,31 1.694,58
Allianz 4,33 1.700,42
Debeka Bausparkasse 4,35 1.706,25
Commerzbank 4,51 1.752,92
PSD Bank Nord 4,54 1.761,67
Sparda-Bank Nürnberg 4,64 1.790,83
Deutsche Bank 4,64 1.790,83
*
monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren
Trend beim Baugeld:
leicht steigend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 21.05.2026
DIVIDENDEN
GELDREGEN: Dieses Jahr werden voraussichtlich
Dividenden in Höhe von 2,2 Billionen Dollar gezahlt
2 Billionen Ausschüttungen
Im ersten Quartal 2026 erhielten Aktionäre weltweit Rekorddividenden.
Auch deutsche Firmen waren sehr spendabel
Der Trend zeigt
klar nach oben
Seit Jahren nehmen die
Dividendenzahlungen
weltweit zu. Für Anleger
ist es entscheidend,
dass Unternehmen diese
trotz Krisen langfristig
aufrechterhalten und
steigern können
Dividendenzahlungen weltweit
in Milliarden US-Dollar, 2026 erwartet
2017 18 19 20 21 22 23 24 25 2026
Quelle: Capital Group
Für Dividendenjäger hat das Jahr 2026
ausgesprochen gut begonnen. Denn allein
im ersten Quartal diesen Jahres wurden
weltweit Dividenden in Höhe 419
Milliarden Dollar ausgeschüttet. Das ist
ein neuer Rekordwert und bedeutet ein
Plus gegenüber dem Vorjahr von 8,2 Prozent.
Dazu beigetragen haben laut dem
aktuellen Dividendenradar von Capital
Group auch positive Wechselkurseffekte
und hohe einmalige Sonderzahlungen.
Dieser erscheint vierteljährlich und analysiert
die Dividenden, der weltweit 1600
größten Unternehmen.
„Der Beginn in das Jahr 2026 war ermutigend
– selbst angesichts zunehmender
geopolitischer Unsicherheit sowie anhaltendem
Kosten und Energiedruck“, sagt
Alexandra Haggard, Head of Asset Class
Services für Europa und Asien-Pazifik
beim Investmentmanager Capital Group.
Wachstumstreiber waren dabei Bergbauunternehmen,
die sich nach Jahren der
Kürzungen aufgrund schwacher Profitabilität
wieder großzügiger zeigen – allen
voran Goldminenbetreiber. Sie machten
ein Fünftel des globalen Anstiegs im ersten
Quartal aus. Die drei spendabelsten
Sektoren waren jedoch Pharmaunternehmen,
Banken und Energieversorger.
Einen ordentlichen Dividendenregen
gab es auch in Deutschland. So wurden
im ersten Quartal 2026 hierzulande satte
7,5 Milliarden Dollar ausgeschüttet, im
Vergleich zu „nur“ 6,0 Milliarden Dollar
im ersten Quartal 2025. Grund waren vor
allem die vielen wiederaufgenommenen
Zahlungen im Industriesektor.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Capital
Group an seiner Dividendenprognose von
2,20 Billionen Dollar fest – was ein Plus
von 5,1 Prozent gegenüber 2025 wäre.
„In den vergangenen zehn Jahren haben
sich die globalen Dividenden mehr als
verdoppelt, unterstützt durch steigende
Unternehmensgewinne und eine breiter
verankerte Dividendenkultur in verschiedenen
Märkten“, so Haggard. SR
2200
2000
1500
1000
500
0
8 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
Die Schere öffnet sich
120
Verbraucherstimmung und Aktienmarkt in den USA
Stimmung sinkt
Consumer Sentiment-Index University of Michigan
Abkopplung
80
Stimmung steigt
40 Aktienmärkte sinken
S&P 500
0
Aktienmärkte steigen
1996 2000 2000 2010 2015 2020 2025
Ein K ohne
Folgen
Die Aktienmärkte feiern Allzeithochs,
während das Verbrauchervertrauen
am Boden liegt. Die Entkopplung
macht die Lage riskanter, denn
früher galt der Consumer Confidence
Index als Frühwarnsystem.
Im Februar dieses Jahres wurde im
„The Chronicle Journal“ ein Bericht
der Morningstar-Analystin Sarah
Hansen mit dem Titel „Why a ‚K-Shaped‘
Economy Means More Risk for
Stock Investors“ erwähnt. Dieser Bericht
behandelt in Kurzform eine große
Divergenz in der US-Wirtschaft.
Die steigenden Aktienkurse mehren
die Vermögen der Gutverdiener
(der steigende Arm des K‘s), hohe
Zinsen und Verschuldung belasten
EINKAUFSWAGEN: Verbrauchervertrauen
und Aktienmarkt gehen
getrennte Wege
DIRK
REICHMANN,
REDAKTEUR
FOCUS
MONEY
Indizes in Punkten
6000
4000
2000
DIRKS
KOMMENTAR
die Geringverdiener und die Mittelschicht
(der sinkende Arm des K’s).
Dass die wirtschaftliche Kluft in
den USA größer wird, zeigt der Vergleich
zwischen dem Verbrauchervertrauen
und dem S&P 500. Während
die Stimmung der Konsumenten
ein jahrzehntelanges Tief markiert
hat, erreicht der S&P 500 ein Allzeithoch
nach dem anderen (siehe Grafik
oben). Auch hier wird ein K sichtbar
und es zeigt, dass an Aktien kein
Weg vorbeiführt, will man seine
Kaufkraft bewahren.
Der Consumer Confidence Index
wird monatlich via Telefonumfrage ermittelt.
Liegt der Index über 100 Punkten,
herrscht unter den Befragten eine
optimistischere Stimmung als im historischen
Durchschnitt (Basisjahr
1966). Unter 100 ist die Stimmung pessimistisch
(aktuell 48 Punkte). Steigt
der Index, nimmt das Vertrauen zu, fällt
er, sinkt das Vertrauen.
Der Consumer Confidence Index
gilt als Frühindikator. Die hohe Korrelation
zwischen dem Consumer
Confidence Index und dem S&P 500
hat sich in den vergangenen Monaten
aufgelöst. Das zeigt die Sondersituation
der aktuellen Börse. Was
nicht heißt, dass der Aktienmarkt
dauerhaft recht hat.
0
Quelle: Factsset UK Limited 2026, eigene Bearbeitung
DELIVERY HERO
Deal auf der
Zielgeraden?
Übernahme-Poker um Delivery Hero: Der
Berliner Essenslieferdienst steht im Fokus
internationaler Tech-Giganten – und die
Börse spielt bereits das nächste Szenario
durch. Zunächst lag am Freitag eine Offerte
seitens Uber von 33 Euro je Aktie auf dem
Tisch. Doch die Investoren zeigen sich unbeeindruckt.
Die Aktie schoss zeitweise auf
über 37 Euro und notiert damit deutlich
über dem Angebot – ein klares Signal: Der
Markt erwartet nachgebesserte Konditionen.
Analysten von Barclays Plc sehen sogar
„vertretbare Bewertungen deutlich über
40 Euro“, etwa durch eine Zerschlagung
oder einen Bieterwettstreit. Die Chartdynamik
ist enorm: Innerhalb weniger Wochen
legte das Papier um fast 90 Prozent zu. Hintergrund
ist auch der aggressive Einstieg
von Uber, das inzwischen rund 20 Prozent
der Anteile hält und sich damit strategisch
in Stellung gebracht hat. Großaktionäre wie
Prosus NV und Aspex Management dürften
jedoch entscheidend für den weiteren Verlauf
sein. Gleichzeitig rücken weitere Interessenten
ins Blickfeld. So soll DoorDash Inc.
insbesondere an der Nahost-Sparte Talabat
interessiert sein – ein mögliches Signal für
alternative Dealstrukturen.
Doch der Weg zur Übernahme bleibt steinig.
Kartellrechtliche Hürden, vor allem in
der EU, könnten den Prozess erheblich verzögern
oder sogar verhindern. Zudem bietet
Ubers aktuelle Offerte keinen Aufschlag
auf den Kurs vor Bekanntwerden der Gespräche
– ein ungewöhnlicher Schritt in einem
hart umkämpften Markt. AK
Gewaltiger Anstieg
Delivery Hero
Aktienkurs in Euro
2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
40
35
30
25
20
15
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Adobe Stock 9
moneykompakt
ATTRAKTIVE LAGE: Junge Bevölkerung,
gutes Einkommen – das treibt die Preise
EIGENTUMSWOHNUNGEN
Wo Immobilien jetzt
richtig teuer werden
Inflationsbereinigt jährlich um 0,41 Prozent
werden im Schnitt bis 2035 die Kaufpreise
für Eigentumswohnungen im Bestand
über alle Landkreise und kreisfreien
Städte in Deutschland betrachtet steigen.
Diese Prognose gibt die Studie „Wohnatlas
2026“ des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts
(HWWI) im Auftrag der Postbank ab.
Den größten realen Preiszuwachs konstatiert
das HWWI für Schleswig-Holstein mit
einem Plus von 0,8 Prozent pro Jahr. Darauf
folgen Berlin und Bayern mit jeweils
knapp über 0,6 Prozent jährlich. Auf sinkende
Realpreise hingegen dürfen Kaufinteressenten
in Sachsen-Anhalt mit minus
0,5 Prozent hoffen. Die Liste der Städte und
Regionen mit dem größten Kaufpreisan-
Das Geld fließt in alles, was mit Künstlicher
Intelligenz (KI) Geld verdienen will
oder KI auch nur fehlerfrei schreiben
kann. Laut der Nachrichtenagentur
Bloomberg hat der Boom rund um Unternehmen
aus dem Bereich der Künstlichen
Intelligenz deren Momentum-
Aktien zu ihrer stärksten Outperformance-Phase
seit mehr als drei Jahrzehnten
verholfen. Wie sich das in diesem
Jahr auswirkt, zeigt der international
agierende MSCI-Momentumindex, der
den MSCI-Weltindex zuletzt mühelos
übertraf (siehe Grafik unten).
Das Momentum ist ein quantitativer
Anlagefaktor, der auf wissenschaftlichen
Beobachtungen basiert. Wenn Aktien in
den vergangenen sechs bis zwölf Monaten
überdurchschnittlich performt haben,
könnte sich diese Entwicklung fortsetzen.
Es geht also nur um die Perforstieg
führt laut HWWI-Daten die Sachsen-
Metropole Leipzig an. Auf den Plätzen zwei
bis vier rangieren die Landkreise Barnim,
Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald in
Brandenburg. „Die Preise für Eigentumswohnungen
steigen vor allem dort, wo Prognosen
auf ein starkes Wachstum und eine
Verjüngung der Bevölkerung sowie auf höhere
verfügbare Einkommen hinweisen“,
erklärt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement
Immobilien der Postbank.
Hinzu kämen moderate Quadratmeterpreise.
Bestes Beispiel dafür ist Leipzig:
Vorhersagen zufolge soll die Bevölkerung
der Großstadt im Freistaat bis 2035 um 5,6
Prozent wachsen. Auch wird die Zahl der
Personen im erwerbsfähigen Alter Jahr für
Jahr voraussichtlich um 0,5 Prozent zulegen.
Alles Faktoren, die Leipzig mit einem
jährlichen Plus von 1,9 Prozent bis 2035
zur Nummer eins der Regionen mit den am
stärksten steigenden Kaufpreisen für bestehende
Eigentumswohnungen machen
dürften. Dennoch ist Wohnraum in der
rührigen kreisfreien Stadt (noch) sehr
günstig: Mit durchschnittlich 3025 Euro
pro Quadratmeter rangierten die 2025 in
Leipzig aufgerufenen Preise weit unter denen
begehrter Großstädte hierzulande.
Neben Leipzig dürfte laut den HWWI-Experten
auch die Arbeiterstadt Ludwigshafen,
Hauptsitz des Chemie-Riesen BASF,
mit einem Preisanstieg von 1,21 Prozent
jährlich zulegen.
TS
KI RALLY
Dominierender Anlagestil
mance des Aktienkurses in diesem Zeitraum.
Allerdings sind auch andere
Zeitfenster bei der Aktienbewertung
denkbar. In diesem Jahr wurde das Momentum
zum dominierenden Anlagestil.
Dabei blenden die Anleger geopolitische
Spannungen und Wachstumssorgen
häufig aus – eine Sorglosigkeit, die
nicht ohne Risiko ist.
Im MSCI-Momentumindex sind Broadcom,
Nvidia, Micron, Alphabet A, Alphabet
C und ASML stark gewichtet. Das
Analyseunternehmen Morningstar hat jedoch
andere Werte auf dem Schirm: Auf
der Liste der Aktien mit der besten Performance
steht der Flash-Speicherhersteller
Sandisk, dessen Kurs im Jahr
2026 um 437 Prozent gestiegen ist. An
zweiter Stelle der Morningstar-Liste steht
das Unternehmen für erneuerbare Energien
und Brennstoffzellen Bloom Energy
(das einzige Nicht-Tech-Unternehmen
unter den fünf besten Performern) mit einem
Plus von 206 Prozent.
Laut dem Finanzportal Yahoo Finance
verzeichneten Technologieaktien in der
vergangenen Woche erhebliche Käufe
durch Hedgefonds. Laut Goldman Sachs
Prime Brokerage war das Kauftempo in
den letzten drei Monaten am schnellsten.
Hedgefonds kauften Technologieaktien
in den meisten wichtigen Regionen – mit
Ausnahme Europas.
DR
Die Schere geht auf
MSCI, globaler Momentum-Index
indexierte Entwicklung, 1.1.2023 = 100
MSCI World
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
200
160
120
80
10 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
EUROPÄISCHE UNION
Warnung vor Schulden
Der Internationale Währungsfonds
(IWF) erhöht den Druck auf
die Europäische Union: Ohne tiefgreifende
Reformen droht der
Schuldenstand aus dem Ruder zu
laufen. In einem aktuellen Bericht
warnt der IWF, dass die Staatsverschuldung
im Schnitt bis 2040 auf
rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung
steigen könnte, wenn die
Politik nicht gegensteuert. Hintergrund
sind massive Ausgaben für
Verteidigung, Energie und Renten
in den kommenden Jahren. Der
IWF fordert daher ein Bündel an
Maßnahmen. Dazu gehören Strukturreformen,
eine striktere Haushaltspolitik
sowie eine stärkere
FERRARI
Es werde Licht
Über Geschmack lässt sich trefflich
streiten. Bei Börsianern jedenfalls
fiel der neue Elektrorenner
der italienischen Sportwagenschmiede
Ferrari durch. Satte fünf
Prozent büßte die Aktie ein, nachdem
der Konzern mit dem springenden
Pferd im Logo den „Luce“
(„Licht“) der Weltöffentlichkeit präsentierte
– eine 1000-PS-Flunder,
angetrieben mit vier E-Motoren (einem
pro Rad), mehr als 310 km/h
Spitze und gut 500 Kilometer
Reichweite. Ein Heißblütiger aber
wirtschaftliche Integration innerhalb
der EU. Arbeitsmärkte sollen
flexibler werden, damit Arbeitnehmer
leichter in andere Länder
wechseln können. Gleichzeitig
müssten Kapitalmärkte stärker vereinheitlicht
werden, damit Ersparnisse
effizienter investiert werden.
Auch bei Energie und Innovation
sieht der IWF Handlungsbedarf. Gemeinsame
Projekte sollen stärker
gefördert werden, etwa durch staatliche
Garantien für klimafreundliche
Investitionen. Umstritten ist der Vorschlag,
künftig mehr gemeinsame
Schulden aufzunehmen; vor allem
bei Verteidigung, Energie und Innovation.
AK
auch, der mit vier Türen, fünf Sitzen
und 600 Liter Kofferraum eine
neue Kundschaft ansprechen soll.
Und der Grund, warum sich die
Börse womöglich vertut. Denn mit
dem „Luce“ leitet Ferrari nicht nur
den größten Strategiewechsel der
Firmengeschichte ein. Sollte es
der profitabelste Autohersteller
der Welt schaffen, die Marken-
DNA ins neue Elektrozeitalter zu
überführen, sind an der Börse
noch ganz andere Kurshöhen
möglich. Für die Deutsche Bank
gehört Ferrari zu den Top-Käufen
im Autosektor. Das Kursziel der Experten
liegt bei 460 Euro – satte
58 Prozent Potenzial. JM
E-MODELL „LUCE“ (LICHT):
neue Kundschaft im Visier
DAX
Geopolitik gibt
den Takt vor
Die 25000 Punkte hat der deutsche Leitindex
Dax wieder zurückerobert. Zwischenzeitlich näherte
er sich sogar dem Rekordhoch aus dem Januar
bei 25 507 Punkten an. Die psychologisch
wichtige Marke von 25 000 Punkten erreichte
der Index zuletzt Ende Februar, bevor der Iran-
Krieg die Märkte belastete. Ausgerechnet dieser
Konflikt sorgt nun wieder für bessere Stimmung.
Hintergrund sind Signale einer möglichen Entspannung:
US-Präsident Donald Trump sprach
von Fortschritten in den Gesprächen mit Teheran
über ein Zwischenabkommen. Die Verhandlungen
zwischen den USA und dem Iran über
eine Verlängerung der Waffenruhe sowie eine
mögliche Wiederöffnung der Strasse von Hormus
verliefen laut Trump „sehr gut“.
Gleichzeitig bleibt die Lage fragil. Nur wenige
Stunden nach den optimistischen Äußerungen
griffen US- und israelische Kampfflugzeuge
unter anderem iranische Schiffe in der
Meerenge an. US-Außenminister Marco Rubio
stellte zudem klar, dass Präsident Trump entweder
einem tragfähigen Abkommen zustimmen
werde – oder keinem Deal. Die Gespräche
dürften sich daher wohl weiter hinziehen.
An den Märkten sorgt die Entwicklung für ein
Wechselbad. Der Dax zeigte sich entsprechend
schwankungsanfällig, auch wegen Gewinnmitnahmen.
Parallel gab der Ölpreis zunächst nach,
legte im Zuge der erneuten Eskalation jedoch
wieder zu. Für Anleger bedeutet die anhaltende
geopolitische Unsicherheit vor allem kurzfristig
eine erhöhte Volatilität. Wer investiert ist, kann
die Entwicklung aber einigermaßen gelassen
verfolgen. So lange die Tech-Rallye läuft, dürften
Investoren jeden Rückschlag am Markt zum
Nachkauf nutzen.
ZB
25 000 zurück im Blick
Dax
25 000 Punkte
24
20
16
12
Performance-Index in Tsd. Punkten
2020 21 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
8
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Ferrari 11
moneytitel
TITEL
TOP TECHS
FURS
DEPO
12
Illustrationen: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 23/2026
T
Der bevorstehende Börsengang von
SpaceX sorgt weltweit für Furore
und treibt die Indizes auf neue
Höchststände. Wie nachhaltig der
Hype ist, welche Alternativen locken
von THOMAS SCHMIDTUTZ
Tech-Aktien standen bei vielen Anlegern lange
auf dem Index: Die Bewertungen luftig, das
Rückschlagspotenzial groß. Doch um die Bedenkenträger
ist es zuletzt einigermaßen ruhig
geworden. Das liegt vor allem an Nvidia. Vor gut
einer Woche hat der Chip-Riese Investoren mit
einem satten Umsatz-Wachstum von 85 Prozent auf 81,6
Milliarden Dollar beglückt. Der Gewinn verdoppelte sich
sogar auf 1,87 Dollar je Aktie. Und jetzt zündet Elon Musk
mit dem IPO von SpaceX auch noch den Nachbrenner. 1,75
Billionen Dollar soll das Weltraum-Unternehmen wert sein
- und wäre damit aus dem Stand einer der zehn wertvollsten
börsen-notierten Konzerne weltweit. Für viele Anleger
stellt sich jetzt die Frage: Lohnt sich ein Einstieg und falls
ja: Wie kommt man an die Aktie - und welche Alternativen
gibt es? Die Antwort darauf geben wir auf Seite 14.
Wer dem kaum vorstellbaren Höhenflug von Nvidia verpasst
hat, muss aber gar nicht den Umweg über Elon Musk
gehen. Wir haben vier Tech-Aktien herausgefiltert, die sich
binnen fünf Jahren mindestens verdoppelt haben, stark
wachsen und noch weiteres Kurspotenzial bieten (Seite 18).
Und dann bleibt angesichts des Höhenflugs von Tech- und
KI-Werten noch die Frage: Welche Branchen profitieren
vom Milliarden-Markt KI, sind aber bislang übersehen worden,
womöglich zu Unrecht? Die Antwort darauf gibt es auf
Seite 26 – und wird viele Anleger überraschen.
IPO-HYPE: Beim Börsengang
von SpaceX hoffen
viele Anleger auf einen
Raketenstart
FOCUS MONEY 23/2026
13
moneytitel
SPACEX-RAKETE:
90 Prozent Marktanteil bei
Weltraumtransporten
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MEGA-
BORSENGANG
Billionenchance oder Megaflop – der
Börsengang von SpaceX lässt niemanden
in der Finanzwelt kalt. FOCUS MONEY
verrät, wie Sie schon vor dem 12. Juni
dabei sein können
von MIKA HOFFMANN
Es geht um Superlative: Den größten Börsengang der Geschichte.
Von einem der Unternehmen des reichsten
Mannes der Welt. Ein Börsenprospekt mit einer mehr
als 200 000 Worten langen Vision. Kein Wunder, dass die
Angst, das zu verpassen, groß ist. Doch wird der IPO von SpaceX
am 12. Juni wirklich ein Erfolg?
Noch kennen wir den Emissionspreis nicht. Aber Elon
Musk und dessen Jünger sowie die Emissionsbanken unter
Führung von Goldman Sachs werden für einen Erfolg sorgen.
Anleger, die schon vor dem Börsengang Anteile an SpaceX
kaufen wollen, können das über einen einfachen Umweg. FO-
CUS MONEY verrät, wie das geht.
14 Foto: SpaceX
FOCUS MONEY 23/2026
Ein vollständig und schnell wiederbenutzbares
Raumschiff ist der Heilige Gral.“ Elon Musk, Gründer und CEO von SpaceX
Elon Musk wäre nicht Musk, wenn er keine kühnen Pläne
schmieden würde. Im SpaceX Börsenprospekt nennt der Visionär
– der politisch umstritten ist und Rechtsaußen-Parteien unterstützt
– diese Ziele: „Ein weltraumgestütztes KI-System sowie
eine KI-Chipproduktion im großen Maßstab, eine
Mondwirtschaft und Menschen und Material zum Mars zu bringen.“
Im IPO-Prospekt gibt er auch gleich eine Warnung dazu:
„Das beinhaltet signifikante technische Komplexität.“ Es sei nicht
sicher, ob sich solche Projekte wirtschaftlich rechneten.
Langfristiges Potenzial. Deutlich nüchterner schätzt Tom
Slater das Unternehmen ein. Slater ist Manager des Scottish
Mortgage Investment Trust, der sich schon von 2018 bis 2021
in Privatplatzierung mit 200 Millionen Dollar an SpaceX beteiligte.
Diese Anteile sind nach dem Börsengang wohl mindestens
vier Milliarden Dollar wert: „Anleger sollten SpaceX nicht länger
nur als Raketenunternehmen sehen – vielmehr wird es zum
Infrastruktur-Anbieter für die Weltwirtschaft“, analysiert der
Experte und verweist auf die zehn Millionen Kunden, die Starlink
bereits in 160 Ländern hat. Und das sei erst der Anfang:
„Starlink steckt immer noch in den Kinderschuhen.“ Slaters Fazit:
„Wir verfolgen das Unternehmen seit Jahren sehr eng und
wir sind immer überzeugter vom langfristigen Potenzial.“
Als Anleger muss man aber schon eine gehörige Portion
Zutrauen in die Zukunft von SpaceX mitbringen, um die Bewertung
zu rechtfertigen. Bislang schreibt das Unternehmen
tiefrote Zahlen: Im ersten Quartal 2025 betrug der operative
Verlust 1,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um 15,4
Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,7 Milliarden Euro.
2025 lag der Nettoverlust bei 4,9 Milliarden Dollar bei einem
Umsatz von 18,7 Milliarden. Der geschätzte Unternehmenswert
von 1,75 Billionen Dollar wäre schon mehr als das
90-Fache des Jahresumsatzes. Zum Vergleich: Die Bewertung
von Nvidia liegt etwa beim 30-Fachen des Jahresumsatzes.
„Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar auf einen
Jahresumsatz von weniger als 20 Milliarden Dollar ist nach
allen Maßstäben sehr sportlich“, kommentiert die „Financial
Times“.
Der IPO-Prospekt verdeutlicht noch einmal, wie wichtig
Starlink für das Unternehmen ist: 11,4 Milliarden Dollar Umsatz
und ein Betriebsergebnis von 4,4 Milliarden, 120 Prozent
mehr als im Vorjahr, sprechen für sich. Ein Raketenstart-Unternehmen
plus ein Telekommunikationskonzern plus eine
Technologieplattform: Auf diese kurze Gleichung brachte es
Morgan-Stanley-Experte Adam Jonas. Die Raketenstarts seien
nur die Grundlage für das Geschäftsmodell, der eigentliche
Werttreiber aber ist Starlink. Mit mehr als 10 000 Satelliten in
der Umlaufbahn habe Starlink einen extrem „breiten Burggraben“,
urteilt der Fachmann.
Kontrollzentrum für das All. SpaceX baue „seine Rolle als
‚mission control‘, als Kontrollzentrum, weiterhin für die sich entwickelnde
Weltraum-Wirtschaft“, analysiert Jonas. Die Wiederverwendbarkeit
der Raketen erzeugt massive Kostenvorteile. Vor
allem das neue Starship könne mit seinen Transportkapazitäten
die gesamte Raumfahrtökonomie verändern. Musk selbst
sagt: „Ein vollständig und schnell wiederbenutzbares Raumschiff
ist der Heilige Gral.“ Und zieht einen Vergleich zum Flugverkehr:
„Stellen Sie sich doch vor, wenn Sie nach jedem Flug
eine 747 wegwerfen müssten.“ Mit der Wiederverwendbarkeit
der ersten Raketenstufe konnte SpaceX die Kosten pro Start massiv
senken, Startfrequenzen erhöhen, Konkurrenten preislich
unter Druck setzen, und gleichzeitig hohe Margen erzielen. Und
die Grundlage für die Dominanz der globalen Raumfahrtinfrastruktur
schaffen. Mit einem Anteil von 90 Prozent an Weltraumfracht
in der westlichen Welt hat SpaceX eine monopolähnliche
Stellung.
Der Börsengang muss ein Erfolg werden. Dafür wird schon
Goldman Sachs als führende Emissionsbank sorgen, die auf den
letzten Metern die Konkurrenz von Morgan Stanley ausge-
Rote Zahlen
Einen riesigen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar
für das Jahr 2025 weist SpaceX im Prospekt für den
Börsengang aus
Umsatz
in Milliarden US-Dollar
18,7
10,4
14,0
Nettoergebnis
in Milliarden US-Dollar
0,79
Mehr als zehn Millionen Abos
Der Satelliten-Internetprovider Starlink hat die Marke
von zehn Millionen Abonnenten geknackt. Das
Wachstumspotenzial bleibt groß
Starlink-Abonnenten
in Millionen
8
6
4
2
2023
Quelle: SpaceX
2024
2025
–4,63
2023
2024
–4,94
2025 2021 22 23 24 2025
Quelle: SpaceX
0
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: EPA 15
moneytitel
STARLINK-SATELLITEN: Mit
mehr als 10 000 Satelliten ein
extrem breiter Burggraben
D
z
b
T
Größte Position
Die Beteiligung an SpaceX entwickelte sich im Scottish
Mortgage seit dem ersten Investment im Dezember
2018 zur größten Position im Portfolio
SpaceX-Portfolioanteil am Scottish Mortgage
in Prozent
2020 21 22 23 24 25 2026
Quelle: Scottish Mortgage
Mehr Erfolge
Nicht alle Privatunternehmen im Fonds brachten in
den vergangenen zwölf Monaten Gewinn, aber die
meisten – mit neun Prozent Durchschnittsrendite
Privaten Unternehmen im Portfolio
einjährige Wertentwicklung zum März 2026 in Prozent
Firmen im Scottish-Mortgage-Portfolio
Quelle: Scottish Mortgage
Deutliches Plus
Seit 2023 hat sich der Scottish Mortgage mehr als
verdoppelt – der SpaceX-Börsengang dürfte jetzt
neuen Schub bringen
Scottish Mortgage Investment Trust
Kurs in Euro
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
15
10
5
0
200
100
0
–100
16
14
12
10
8
6
stochen hat. Um einen Erfolg möglich zu machen, reagieren die
großen US-Börsen offenbar mit Erleichterungen. Um in den
Nasdaq 100 aufgenommen zu werden, braucht es einen Freefloat
von mindestens zehn Prozent, so die bisherige Regel. Für
SpaceX soll sie dem Vernehmen nach ausgesetzt werden. Die
beiden größten ETFs auf diesen Index von Invesco verwalten
mehr als 500 Milliarden Dollar – und die müssen jetzt kaufen.
Und nicht zu knapp: Rechnerisch mehr als drei Milliarden Dollar.
Auch beim S&P 500 dürfte die normalerweise zwölfmonatige
Wartezeit für die Indexaufnahme wohl fallen.
Transaktionen statt Spekulation. Anleger, die jetzt schon einsteigen
und auf SpaceX setzen wollen, greifen zum Scottish
Mortgage Investment Trust (WKN A115BA), den die schottische
Fondsgesellschaft Baillie Gifford managt. Das ist ein in London
börsennotierter Trust, den auch deutsche Anleger über ihre
Hausbank oder Onlinebroker kaufen können. Der 18,6 Milliarden
Euro schwere Trust beteiligte sich von Dezember 2018 bis
August 2021 in mehreren Tranchen mit insgesamt rund 200
Millionen Dollar an SpaceX. Diese Anteile sind heute vier Milliarden
Dollar wert – konservativ bewertet vor dem Börsengang.
Per 30. April macht der SpaceX-Anteil 17,9 Prozent des Fondsvermögens
aus. Die Experten von Scottish Mortgage bewerten
SpaceX mit 1,25 Milliarden Dollar. Sie haben nach der Fusion
mit der Musk‘schen KI-Tochter xAI im ersten Quartal eine Neubewertung
aufgrund der Zweitmarkttransaktionen vorgenommen.
„Der von uns ermittelte Buchwert liegt unter den 1,75 Milliarden
Dollar, die in der Presse genannt werden“, erläutert
Manager Slater. „Wir bewerten private Unternehmen lieber anhand
von nachprüfbaren Transaktionen statt nach Marktkommentaren
oder Spekulationen in der Presse“, stellt Slater klar.
Der SpaceX-Börsengang dürfte dem Scottish Mortgage einen
weiteren Kursschub geben. SpaceX ist aber bei Weitem
nicht die einzige Erfolgsbeteiligung der Schotten. Sie setzten
bereits früh auf Amazon, Tesla und Nvidia und vervielfachten
mit diesen Aktien ihren Einsatz. Amazon und Nvidia gehören
weiter zu den zehn größten Positionen im Portfolio, neben Privatunternehmen
– gut 40 Prozent des Fondsvolumens – wie die
Tiktok-Mutter Bytedance oder die KI-Schmiede Anthropic.
Allein in den vergangenen zehn Jahren legte das Portfolio des
Scottish Mortgage mehr als 400 Prozent zu. „Wir zielen auf die
außergewöhnlichsten privaten und börsennotierten Wachstumsunternehmen“,
erläutert Manager Slater seine Strategie.
Anleger müssen das Konzept verstehen und mittragen: Bei Investitionen
in Aktien von „Unternehmen, die an der Speerspitze
des Strukturwandels stehen“, komme es immer wieder zu
starken Schwankungen – sowohl bei den Beteiligungen als auch
beim Fondspreis. „Wir lassen den täglichen Nachrichtenlärm
beiseite und suchen langfristige Signale, die der Markt nicht
sieht, weil er mit den täglichen Schlagzeilen beschäftigt ist – daraus
resultiert unser Vorsprung“, gibt sich der Scottish-Mortgage-Experte
selbstbewusst.
16 Foto: Shutterstock
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moneytitel
GESUCHT: Viele Anleger
fahnden gezielt nach dem
nächsten Highflyer an der
Börse
HIGHTECH 2.0
MICH HABT IHR
VERGESSEN
Seit Ende 2019 ist ein Korb mit vier Tech-Aktien um 1251 Prozent gestiegen. Kann sich das
wiederholen? Wohl nicht, aber selbst 1000 Prozent weniger, wären ein Erfolg
von DIRK REICHMANN
Die Börsianer haben Hightech ins Herz geschlossen.
Hightech umfasst Künstliche Intelligenz, Robotik, autonomes
Fahren oder Smart Cities – kurz: alles, was
das Leben in der Zukunft lebenswert machen soll. Die Wissenschaft
definiert Hightech häufig über hohe Forschungsund
Entwicklungsausgaben, also über den Anteil der F&E-
Ausgaben am Umsatz. Anleger mit Hang zur
Hochtechnologie greifen daher gerne zu Nvidia, einem Unternehmen,
dem das Forschen und Entwickeln in den Genen
steckt. Nvidia ist an der Börse aktuell 4,6 Billionen Euro wert.
Damit ist das US-Unternehmen von der Marktkapitalisierung
her schwerer als die 20 größten europäischen Aktiengesellschaften
zusammen.
Dies spiegelt die Dominanz der USA auf vielen Hightech-
Gebieten wider, aber auch anderswo gibt es wahre Meister
ihrer Zunft. FOCUS MONEY hat sich deshalb auf die Suche
nach „den Vergessenen“ gemacht. Das sind Aktien, die in der
Presse selten erwähnt werden, ihre Aktionäre in der Vergangenheit
aber regelmäßig in gute Laune versetzten. Wir haben
vier Werte (siehe Tabelle unten) gefunden, die Anleger
auf ihre Watchlist setzen können.
Unglaubliche Performance
Aus diesen vier Aktien haben wir ein gleichgewichtetes Depot
konstruiert. Am 27.12.2019 investierten wir in jede Aktie
1000 Euro. Die Zwischenbilanz wurde wöchentlich gezo-
18 Foto: iStock
FOCUS MONEY 23/2026
gen. Damit flossen nur die wöchentlichen Schlusskurse in
die Berechnung ein. Das Ergebnis: Aus einer Investitionssumme
von 4000 Euro wären in der Rückrechnung 54000
Euro geworden. Das entspricht einem Plus von 1251 Prozent.
Wer war gleich noch mal Nvidia?
Eine Rückrechnung ist keine Garantie für die Zukunft, sie
zeigt aber, was an der Börse möglich ist. Aber es wird den Anlegern
nicht leicht gemacht. Unser Aktienuniversum bestand
aus 18 321 internationalen Werten. Die stammen aus
drei Hightech-Sektoren aus den Datensätzen des Analyse-
Software-Unternehmens Factset. Eine solche Anzahl an Aktien
überfordert jeden Analysten, der sich mit der Branche
beschäftigt. Deshalb greift er zum Computer.
Prüfe, wer sich ewig bindet
In einem ersten Schritt ermittelten wir alle Aktien, die eine
Marktkapitalisierung von 0,25 bis 1,5 Milliarden Euro aufweisen.
Damit wollten wir die Schwergewichte wie Nvidia
aber auch Leichtmatrosen aus dem Aktienuniversum entfernen.
Denn Aktien wie der französische Halbleiterhersteller
Lucibel nutzen derzeit keinem konservativen Anleger. Indiz:
Die Aktie von Lucibel verlor in den vergangenen fünf Jahren
96 Prozent an Wert. An der Börse liegen Erfolg (Nvidia) und
Misserfolg (Lucibel) oft nahe zusammen.
Die Börse misst den Erfolg eines Unternehmens in Euro
und Cent. Deshalb nutzt FOCUS MONEY zwei Performance-
Kennzahlen, um das Aktienuniversum weiter zu reduzieren.
Die 5-Jahres-Performance musste mindestens bei einem Plus
von 100 Prozent liegen. Das ist für uns ein Indiz, dass der
langfristige Unternehmenszweck intakt ist.
Die Robustheit des Unternehmenszwecks nutzt allerdings
nur den Anlegern, die einen langen Atem haben und Durststrecken
aussitzen können. Das ist indessen nicht bei jedem
der Fall. Daher sollte auch der kurzfristige Trend intakt sein.
Wir legten Wert darauf, dass die Aktien in fünf Börsentagen
mindestens zehn Prozent gestiegen sind. Zu starke Kurssteigerungen
bei Aktien wurden von uns ignoriert, da wir nicht
gern kurzfristig zu stark steigenden Kursen hinterherlaufen.
Die verbliebenen Aktien filterten wir nach dem 1-Jahres-
Wachstum des Umsatzes. Nur Unternehmen, die nach den
Daten von Factset über einen Anstieg von über 20 Prozent
aufweisen konnten, fanden unser Wohlwollen.
DAS DEPOT
Einflüsse beachten
Im Depot landeten vier Aktien. Ohne Rebalancing,
also die regelmäßige Anpassung an die ursprüngliche
Gewichtung, hätte das Depot seit
Ende 2019 um über 1200 Prozent zugelegt. Dazu
hat der steigende Einfluss von Filtronic beigetragen.
Das sollten Anleger bei der Wertentwicklung
berücksichtigen. Wie gingen wir vor?
■ Die Marktkapitalisierung liegt zwischen 250
Millionen und 1,5 Milliarden Euro.
■ Die 5-Jahres-Performance beträgt mindestens
100 Prozent.
■ Die 5-Tages-Performance liegt zwischen zehn
und 20 Prozent.
■ Der jährliche Umsatzanstieg liegt über 20 Prozent.
Rückschläge inklusive
Das Depot steigt fulminant an. Anleger sollten allerdings
die Drawdowns (Rückschläge) beachten. 2020
lag dieser bei 43 Prozent. Auch der Einfluss des Höhenfliegers
Filtronic sollte berücksichtigt werden
Das „Die Vergessenen“ Depot
Vermögen in Tausend Euro
–43 %
–26 %
–23 %
2020 21 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Berechnungen
50
40
30
20
10
0
Vier für ein Depot
Bis zu einer Marktkapitalisierung von Unternehmen wie Nvidia und Alphabet ist es für die vier herausgefilterten Aktien wohl noch
eine gefühlte Ewigkeit. Doch sie überzeugen durch einen kontinuierlichen Aufwärtstrend
Name Industrie ISIN Kurs in
Euro
Marktkap.
in
Mrd. Euro
erw. Divid.rendite erwartetes KGV höchstes
aktuelles
GJ
nächstes
GJ
aktuelles
GJ
nächstes
GJ
Kursziel
in Euro*
Stoppkurs
in Euro
2026-05-21; * höchstes Kursziel der Analysten; ** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität Quelle: Factset UK Limited 2026
Risiko**
Kurspotenzial
in %
5-Jahres-
Performance
in %
BuySell Technologies Internet Software JP3778270003 19,9 1,3 0,5 % 0,6 % 27,7 21,3 24,4 16,90 ■■■■■ 23 197,53
Filtronic Telekom.-Ausrüstg. GB0003362992 5,4 1,2 0,0 % 0,0 % 144,4 123,2 6,5 4,50 ■■■■■ 20 5247,33
Red Violet Standardsoftware US75704L1044 42,7 0,6 – – 33,4 30,5 55,9 36,20 ■■■■■ 31 147,04
TXT e-solutions Standardsoftware IT0001454435 35,0 0,4 1,1 % 1,3 % 13,4 11,9 48,0 29,50 ■■■■■ 37 361,09
FOCUS MONEY 23/2026
19
moneytitel
FILTRONIC
Primus inter pares
Die Aktie des britischen Telekommunikationsausrüsters
Filtronic verteuerte sich seit Ende 2019 um 3800 Prozent.
Der Anstieg nahm Ende 2023 Fahrt auf, dennoch
liegt der Aktienkurs aktuell immer noch 570 Prozent unter
seinem Allzeithoch. Für den Betrachter bleibt Filtronic
ein Buch mit sieben Siegeln. Auf der Internetseite
des Unternehmens liest man, dass Filtronic „auf die Entwicklung
und Herstellung von missionskritischen Kommunikationsnetzen
spezialisiert ist und komplexe Herausforderungen
in den Bereichen HF, Mikrowellen und
Millimeterwellen löst”.
Das riecht nach Hightech, klingt aber kryptisch. In der
Praxis sieht das so aus: Seit 2024 hat Filtronic große Einzelaufträge
von Branchengrößen wie SpaceX und europäischen
Rüstungskonzernen erhalten, beispielsweise
für einen Hochleistungsverstärker für das Starlink-Satellitensystem.
Das lässt sich so interpretieren: Wenn Elon
Musk ins Weltall will, ist Filtronic mit dabei.
Noch in den Geschäftsjahren 2020 bis 2024 lag der Umsatz
bei rund 17 Millionen Pfund, im Geschäftsjahr 2025
stieg er auf über 56 Millionen Pfund. Die Nettomarge
lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 24,95 Prozent
und ist damit im Branchenvergleich hoch. Die Nettomarge
gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes als Nettogewinn
übrig bleiben. Auch die Schulden sind nicht übermäßig
hoch und können durch den freien Cashflow und
die Bargeldbestände abgedeckt werden.
Ein Wermutstropfen bleibt. Die Aktie von Filtronic ist in
den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Dann
wächst die Gefahr einer Korrektur. Anleger können den
Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei 4,50 Euro setzen.
TXT E-SOLUTIONS
Neues Erlebnis
Das italienische Unternehmen TXT e-Solutions ist ein
Anbieter von Engineering-Software für die Luft- und
Raumfahrt, die Automobilindustrie oder das Bankwesen.
TXT nutzt KI, IoT, Cybersicherheit und Cloud-Technologien,
um innovative Lösungen zu entwickeln.
TXT steht nicht für Understatement. Besucher der Internetseite
werden mit den Worten „Ihr globaler digitaler
Wegbereiter“ und „Ein Ökosystem der Exzellenz“ begrüßt.
TXT e-Solutions kombiniert beispielsweise Augmented
Reality (AR), Mixed Reality (MR) und Virtual Reality (VR) zu
Extended Reality (XR). Das soll für ein neues digitales Erlebnis
sorgen. In der Praxis unterstützt TXT in Pilotprojekten
beispielsweise Piloten und Such- und Rettungsteams.
Das Geschäftsjahr 2025 zeigte eine beachtliche Entwicklung.
So stieg der Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr
2024 um 29,5 Prozent auf 394 Millionen Euro und
die Gewinngröße Ebit kletterte sogar um 51 Prozent auf
38,5 Millionen Euro. Eine Pause gönnt sich TXT e-Solutions
jedoch nicht: Investitionen in KI, IoT und firmeneigene
Lösungen wie Pacelab und Polaris haben das Technologieportfolio
des Unternehmens weiter gestärkt. Seit
2018 hat TXT 23 Unternehmen integriert und so sein Ökosystem
und seine Fähigkeiten verstärkt. Ein Coup war die
Übernahme von NetMediaClick, um die Lösungen im Bereich
Performance-Marketing und Retail Media zu stärken.
TXT hat ambitionierte Ziele: Das Unternehmen will im
Durchschnitt um 15 Prozent wachsen. Das ist doppelt so
viel wie das Marktwachstum.
Vor Kurzem hat der Aktienkurs seine monatelange Konsolidierung
beendet. Anleger können den Stoppkurs zur
Verlustbegrenzung bei 29,50 Euro setzen.
Unglaubliche Dynamik
Konsolidierung beendet
Filtronic
TXT E-Solutions
Aktienkurs in britischen Pfund
200-Tage-Linie
4
3
2
1
0
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
30
20
10
0
Umsatz in Millionen britischen Pfund
50
Umsatz in Millionen Euro
400
40
300
30
200
20
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2021 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
10
0
2021 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
20
FOCUS MONEY 23/2026
BUYSELL TECHNOLOGIES
Secondhand auf Japanisch
Das japanische Unternehmen BuySell Technologies
kauft gebrauchte Gegenstände von Verbrauchern an und
vermarktet sie über verschiedene Kanäle weiter. Es verdient
daran, dass es den Wiederverkaufswert durch Prüfung
und Aufbereitung erhöht und das Produkt anschließend
mit Marge weiterverkauft. BuySell Technologies ist
Partner des chinesischen Juxi-Konzerns. Durch diese Zusammenarbeit
soll der Live-Commerce-Umsatz in China
und Nordamerika unter Nutzung von Plattformen wie Tik-
Tok ausgebaut werden. BuySell Technologies entwickelt
keine eigenen Produkte, sondern nutzt die Preisdifferenz
zwischen Restwert und Wiederverkaufswert. Dies macht
das Modell interessant. Ein Indiz hierfür ist, dass die Buy-
Sell-Technologies-Aktie in den vergangenen fünf Jahren
um 197 Prozent auf Euro-Basis gewachsen ist, obwohl der
japanische Yen zur Schwäche neigte.
Derzeit läuft das Geschäft gut: BuySell Technologies steigerte
den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf über 100
Milliarden Yen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg
um rund 68 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg sogar
um 173,39 Prozent auf 175,38 Yen. Auch im ersten
Quartal 2026 überzeugte BuySell Technologies – der Umsatz
stieg auf 37,06 Milliarden Yen. Das ist ein Anstieg um
37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die
Nettomarge stieg wieder leicht an und liegt bei 5,2 Prozent.
Das ist ordentlich, besonders auffällig ist es allerdings
nicht.
BuySell Technologies ist nicht ohne Risiko. Insbesondere
2024 steigen die langfristigen Verbindlichkeiten stark
an. Anleger können den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung
bei 16,90 Euro setzen.
RED VIOLET
Gesundes Umsatzwachstum
Red Violet ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen,
das auf KI-gestützte Identitätsanalyse, Compliance
und Risikomanagement spezialisiert ist. Das Unternehmen
verfolgt das hehre Ziel, die Welt sicherer zu
machen und die Geschäftskosten zu verringern. Dies
soll durch die cloudbasierte CORE-Plattform des Unternehmens
erreicht werden, die große Datenbestände,
Machine Learning und Analysefunktionen kombiniert.
Die Red-Violet-Aktie hat Besitzer viele Nerven gekostet.
Bei der Emission im März 2018 kostete die Aktie zeitweise
noch über 45 US-Dollar, notierte wenig später jedoch
bei sechs Dollar und notierte im Dezember 2021 wieder
über 40 Dollar. Jetzt scheint sich die Aktie für eine Aufwärtsbewegung
entschieden zu haben.
Der Umsatz erreichte im ersten Quartal mit 25,8 Millionen
Dollar einen Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
war das ein Anstieg von 17 Prozent. Das bereinigte
Ebitda legte um 27 Prozent auf 10,7 Millionen
Dollar zu. Laut Unternehmen habe Künstliche Intelligenz
„die Entwicklung und Einführung neuer Funktionen beschleunigt“.
Auch 2026 soll ein gesundes Umsatzwachstum
erzielt werden. Damit dürfte sich die Reihe fortsetzen.
Vom Geschäftsjahr 2021 bis zum Geschäftsjahr
2025 hat sich der Umsatz verdoppelt. Ein Grund dafür
ist, dass es bei den Kunden mit Konten von einem Jahresumsatz
von über 100000 Dollar ein deutliches Wachstum
gibt.
Red Violet zeigt Erfolg versprechende Anzeichen für einen
Anstieg. Das macht die Aktie interessant. Anleger
können den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei 36,20
Euro setzen.
Deutlicher Anstieg
200-Tage-Linie überwunden
Buysell Technologies
Red Violet
Aktienkurs in japanischen Yen
3000
2000
Aktienkurs in US-Dollar
50
40
30
200-Tage-Linie
1000
0
200-Tage-Linie
20
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Umsatz in Milliarden Yen
100
80
60
40
20
0
2021 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
Umsatz in Millionen US-Dollar
2021 22 23 24 25 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
90
70
50
30
e = erwartet
FOCUS MONEY 23/2026 21
Roboter halten die
Wirtschaft am Laufen.
Das ist die Zukunft. Wie
Anleger lukrative
Investmentchancen
nutzen können
von MARTINA SIMON
ROBOTIK
SERVICEPERSONAL:
Fleißig, unermüdlich und
freundlich
DIE ROBOTIK
REVOLUTION
Unternehmen Einsatzbereich Schwerpunkt Robotik
Wer beherrscht den
Robotikmarkt?
Roboter kommen nicht nur
in Restaurants, sondern
auch in Fabriken und zunehmend
auch in privaten
Haushalten zum Einsatz.
Auch in der Medizin und
Chirurgie sind sie längst unverzichtbar.
FOCUS MONEY
gibt einen Überblick über
wichtige Unternehmen, die
im Markt der Robotik und
Automation eine bedeutende
Rolle spielen – oder in
Zukunft spielen werden. Anleger
mit Weitblick positionieren
sich bereits heute in
diesem lukrativen Segment.
Eine Auswahl interessanter
Unternehmen:
Quellen: Yahoo Finance, TipRanks, TradingView, EZB Wechselkurse,
Stand: 19.05.2026; * stets Stoppkurse bei zehn bis 15 Prozent
unter dem Kaufkurs setzen
Nvidia KI-Infrastruktur KI-Infrastruktur & GPU-Plattform für Robotik (das „Gehirn“)
Tesla KI-Infrastruktur Humanoidroboter Optimus (Ziel: Massenproduktion)
SoftBank Group KI-Infrastruktur Japanischer Tech-Investmentkonzern mit starkem Robotik-Fokus
ABB Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller
Intuitive Surgical Medizin & Chirurgie Marktführer chirurgische Robotik; da Vinci-Plattform (>10000 Systeme)
Stryker Medizin & Chirurgie Führend in chirurgischer Robotik (Mako SmartRobotics für Knie-/Hüft-OPs)
Keyence Industrieautomation Weltmarktführer Industriesensorik & Maschinensehen
Teradyne Industrieautomation Halbleiter-Testautomation & Cobots; >70% Umsatz KI-bedingte Chip-Nachfrage
Rockwell Automation Industrieautomation Marktführer industrielle Steuerungssysteme (Allen-Bradley PLCs, FactoryTalk)
Fanuc Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller
Celestica KI-Infrastruktur Electronics Manufacturing Services (EMS) für Robotik-OEMs & KI-Infrastruktur
Symbotic Lager & Logistik KI-gestützte End-to-End-Lagerautomation; strateg. Partnersch. mit Walmart
Nidec Industrieautomation Weltmarktführer Präzisionsmotoren und Robotik-Antriebssysteme
Zebra Technologies Lager & Logistik Digitale Backbone-Technologie für Lager & Logistik (RFID, Barcode, Mobile)
Yaskawa Electric Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller (Motoman-Marke)
Cognex Industrieautomation Weltmarktführer Maschinensehen (Machine Vision, ~45% Marktanteil)
Omron Industrieautomation Industrieautomation & kollaborative Roboter; Sicherheitstechnik
AutoStore Lager & Logistik Pionier der kubischen Hochregallager-Automatisierung (Cube Storage)
Doosan Robotics Industrieautomation Südkoreanischer Cobot-Spezialist; Spin-off von Doosan Group
Harmonic Drive Systems Industrieautomation Weltmarktführer Präzisionsgetriebe (Harmonic Drive) für Robotergelenke
Ouster KI-Infrastruktur Führender Hersteller digitaler 3D-Lidar-Sensoren für Robotik
Serve Robotics Service & Gastronomie Autonome Bürgersteig-Lieferroboter (letzte Meile); Partners. mit Uber Eats
Richtech Robotics Service & Gastronomie Serviceroboter Gastronomie & Hospitality (Kellner-, Bar- und Empfangsroboter)
22 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
moneytitel
Die Roboter kommen! Von wegen, sie sind schon längst
da. Ihre vielfältigen Einsatzgebiete sind gewaltig. Sie
servieren in Restaurants, schrauben Autos zusammen
und begleiten Patienten in der Reha bei der Ganganalyse.
Dabei öffnen sie höflich die Türen. Diese sogenannten Cobots
sind Leichtbauroboter, die quasi als „Kollegen“ mit
Menschen zusammenarbeiten, sie unterstützen und entlasten.
Sie leisten unermüdlich ihren Dienst. Eines ist also klar:
Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird immer
weiter zunehmen – und das in rasantem Tempo.
Aber auch humanoide Roboter rücken immer weiter ins Zentrum
des Geschehens. Dank KI können sie selbstständig Entscheidungen
treffen und mit Menschen kommunizieren. Damit
sind sie flexibel einsetzbar. Intelligente Software revolutioniert
in Form von Cobots und autonomen mobilen Robotern (AMR)
kleine und mittlere Unternehmen sowie die gesamte Industrie.
Die Robotik ist schon lange nicht mehr auf Fabriken mit Fließbandarbeit
beschränkt. Heute faltet ein Roboter Wäsche, macht
das Bett, liefert Sushi aus und operiert mit ruhiger Hand Patienten.
Der Markt wächst in rasantem Tempo (siehe Tabelle unten).
Was bedeutet das für Anleger? Sie können bereits heute
von Unternehmen profitieren, die sich gut positioniert haben.
Doch Vorsicht! Derzeit gibt es viele Unternehmen, die
Geld verbrennen und den Markt vermutlich erst in zehn Jahren
beherrschen werden. FOCUS MONEY stellt interessante
Unternehmen vor, die heute schon zu den Gewinnern gehören
oder in absehbarer Zeit gehören könnten.
Clevere Umwege. Bekannte Namen wie Boston Dynamics
oder Figure AI tauchen in der Liste allerdings nicht auf. Der
Grund: Beide Unternehmen sind noch privat, das heißt nicht
an der Börse notiert. Möglicherweise sind die Börsengänge
aber für Ende 2027 geplant. Wer jetzt schon profitieren will,
kann über Hyundai (WKN 885647) zumindest an dem Pionier
und weltweiten Technologieführer bei dynamischen Robotern
(Spot, Atlas) teilhaben. Hyundai ist mit rund 88 Prozent
Eigentümer des Unternehmens Boston Dynamics.
Auch das Start-up Figure AI, ein Konkurrent von Tesla,
entwickelt humanoide Robotik. Das Unternehmen greift
Teslas Optimus an und verfolgt das Ziel, universell einsetzbare
humanoide Roboter zu entwickeln, die sich für Haushalt,
Logistik und Industrie eignen. Eine Beteiligung ist hier
allerdings auch noch nicht möglich. Allerdings ist Figure AI
eng mit dem bayerischen Autobauer BMW (333334) verbunden.
Dort arbeiten die neuen fleißigen Roboter ohne Arbeitsrechte
bereits fünf Tage pro Woche. Die perfekte Belegschaft.
Wer diesen technologischen Megatrend nicht verpassen
möchte, kann auch breit gestreut zum Beispiel auf den Ishares
Automation & Robotics ETF (ISIN IE00BYZK4552) setzen. Es
fallen jährliche Gebühren (TER) von 0,4 Prozent an. Laut Marktanalysen
wird das globale Marktvolumen für das Kernsegment,
zu dem Hardware, Software und KI-Komponenten gehören, bis
zum Jahr 2035 auf rund 300 bis 400 Milliarden Dollar geschätzt.
Damit ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate (CAGR)
von 14 bis 17,6 Prozent.
ISIN
aktueller Kurs
in €*
Marktkapitalisierung
in Mrd. €
KGV26e KGV27e Kursziel (Konsens)
in %
höchstes Kursziel
in %
Empfehlung
Analysten
Risiko
US67066G1040 190,85 4.611,8 26,5 24,9 + 14,0 + 37,2 Kaufen ■■■■■
US88160R1014 340,63 1.280,3 208,3 178,6 – 9,0 + 36,4 Neutral ■■■■■
JP3436100006 42,00 219,4 6,1 39,4 + 15,0 + 62,3 Kaufen ■■■■■
CH0012221716 86,34 156,7 28,0 24,5 – 7,7 + 17,3 Neutral ■■■■■
US46120E6023 381,80 135,3 42,3 37,3 + 20,0 + 56,2 Kaufen ■■■■■
US8636671013 272,01 104,3 20,3 18,2 + 34,4 + 41,0 Kaufen ■■■■■
JP3236200006 405,57 98,4 45,0 39,0 + 2,5 + 29,8 Kaufen ■■■■■
US8807701029 267,95 48,4 51,0 38,7 + 11,6 + 42,0 Kaufen ■■■■■
US7739031091 374,56 41,7 35,6 31,4 – 3,9 + 10,0 Kaufen ■■■■■
JP3802400006 41,43 38,7 27,9 24,0 – 8,9 + 12,9 Kaufen ■■■■■
CA15101Q1081 281,75 32,4 32,9 24,5 + 17,9 + 20,9 Kaufen ■■■■■
US87151X1019 43,26 24,5 179,5 65,3 + 21,9 + 56,6 Kaufen ■■■■■
JP3734800000 13,89 15,9 24,0 19,0 + 25,0 + 57,2 Kaufen ■■■■■
US9892071054 216,71 10,3 28,0 23,0 + 11,1 + 29,6 Kaufen ■■■■■
JP3932000007 34,27 8,9 32,0 26,0 – 8,6 + 15,9 Neutral ■■■■■
US1924221039 51,84 8,6 33,9 24,3 + 5,7 + 21,9 Kaufen ■■■■■
JP3197800000 29,98 6,1 22,0 19,0 + 15,7 + 33,7 Kaufen ■■■■■
BMG0670A1099 1,12 3,8 35,0 24,0 + 10,8 + 43,1 Kaufen ■■■■■
KR7454910001 57,60 3,7 – – + 22,2 + 55,6 Spekulativ ■■■■■
JP3765150002 32,60 3,1 38,0 30,0 + 16,0 + 38,2 Kaufen ■■■■■
US68989M2026 26,39 1,6 – – + 30,1 + 62,7 Kaufen ■■■■■
US81758H1068 6,77 0,6 – – + 101,2 + 198,8 Spekulativ ■■■■■
US7655041058 2,00 0,5 – – + 49,1 + 123,9 Spekulativ ■■■■■
FOCUS MONEY 23/2026
23
moneytitel
NVIDIA
Mehr als das „Gehirn“
Das Unternehmen: Nvidia ist im Grunde der Motor hinter der modernen Roboter-Evolution.
Ohne ihre Prozessoren hätten die Maschinen schlichtweg keinen
Verstand. Hier kommt der Jetson AGX Thor ins Spiel, der quasi als digitales Gehirn
fungiert. Aber es geht um mehr als nur um Chips. Zusammen mit Google
DeepMind und Disney Research wurde die Newton Physics Engine entwickelt,
damit die KI lernt, wie Schwerkraft und Reibung funktionieren. Das Herzstück des
Ganzen nennt sich Isaac GR00T N1.7. Das ist ein flexibles Modell für humanoide
oder ähnliche Roboter, das Entwickler nach Belieben anpassen können. Früher
dauerte das Training Monate. Dank GR00T-Dreams und Mimic ist das jetzt in einem
Bruchteil der Zeit erledigt. Bevor so ein Roboter-Kollege in einer echten Fabrik
landet, übt er in der Omniverse-Simulation. Dort wird alles Virtuelle so exakt
nachgebaut, dass der Übergang in die Realität klappt. Firmen wie Kuka, Boston
Dynamics, ABB und auch Figure AI setzen voll auf diesen Workflow.
Die Zahlen: Nvidia hat erneut Rekordergebnisse präsentiert. So kletterte der Umsatz
um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn und der Ausblick
lagen klar über den Erwartungen. Für Anleger gab es weitere erfreuliche Nachrichten:
Nvidia kündigte an, ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar
zu starten und eine deutlich erhöhte Dividende an die Aktionäre auszuzahlen.
Positiv zudem: Die Bruttomarge blieb mit 74,9 Prozent auf beachtlichem Niveau.
Die Vision: Nvidia dürfte als Schlüsselakteur vom explosionsartig wachsenden
Robotik- und Automatisierungsmarkt überproportional profitieren. Analysten sehen
das mittlere Kurspotenzial bei rund 14 Prozent, das höchste bei 37 Prozent.
Intakter Aufwärtstrend
Ob Hardware, Software, Modelle oder Simulationen.
Nvidia hat für alles eine Antwort.
Das Unternehmen hat sich als zentrale Infrastruktur
Nvidia
in der KI-Robotik-Ära positioniert.
Kurs der Nvidia-Aktie in Euro
150
100
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN918422/US67066G1040
Börsenwert 4611,8 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e26,5/24,9
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,1/0,1 %
Kursziel/Stoppkurs 217,00/165,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 14 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
50
e = erwartet
SOFTBANK GROUP
Der große Investor
Das Unternehmen: Masayoshi Son ist Chairman und CEO der Softbank Group.
Der Japaner ist Milliardär und investiert weltweit in Tech-Unternehmen. Zu den
Geschäftsbereichen zählen Telekommunikation, Chipdesign und Robotik. Neben
massiven Investitionen in OpenAI und Arm will er die Robotiksparte von ABB für
5,375 Milliarden Dollar bis Ende 2026 übernehmen. Zudem arbeitet er an einer
eigenen Robotikfirma. Dabei soll es sich um eine KI-Infrastruktur-Einheit handeln,
die Roboter einsetzt, um Rechenzentren zu bauen (Roze AI). Arm soll die Chips
liefern, OpenAI den „Kopf” und ABB sowie Skild AI – ein Start-up – den Roboterkörper
und die -software. Ein perfekter Kreislauf.
Die Zahlen: Die neu gegründete Einheit von Roze AI wird auf eine Bewertung
von bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Dies zeigt, dass Softbank große
Ambitionen im Bereich der KI-gesteuerten Robotik hat. Masayoshi Son hat mit
dieser Strategie echt den Riecher für KI-Robotik bewiesen. Die Aktie hat seit
Jahresbeginn bereits um rund 55 Prozent zugelegt. Dieser Erfolg ist auch auf
den möglichen Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI zurückzuführen,
an dem Softbank maßgeblich beteiligt ist. Gewinnmitnahmen könnten die
Folge sein, aber auch wieder ein gutes Einstiegsniveau bieten.
Die Vision: Von 18 Analysten, die das Unternehmen beobachten, empfehlen
derzeit 14 die Aktie zum Kauf, während zwei zum Halten und zwei zum Verkauf
raten. Die Hoffnungen auf einen OpenAI-Börsengang und starke Nvidia
Zahlen (s.oben) dürften den Kurs weiter antreiben. Morgan Stanley sieht Soft-
Bank zudem als Teil der westlichen „Humanoid 100”-Wertschöpfungskette.
Neues Allzeithoch erreicht
Ein Rekordjahresgewinn der Softbank Group
sowie die neue Dynamik bei Chip-Aktien mit
KI-Bezug (Nvidia) beflügeln den Kurs des Unternehmens.
Softbank Group
Die Rally könnte weitergehen.
Kurs der Softbank-Aktie in Euro
10
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN 891624/JP3436100006
Börsenwert 219,4 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e6,1/39,4
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,1/0,1 %
Kursziel/Stoppkurs 48,00/36,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 15 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
30
20
e = erwartet
24 FOCUS MONEY 23/2026
INTUITIVE SURGICAL
Der Da-Vinci-Code
Das Unternehmen: Die US-amerikanische Firma Intuitive Surgical mit Hauptsitz in
Sunnyvale, Kalifornien, ist die Nummer eins auf der Welt, wenn es um KI- und robotergestützte
Systeme geht. Sie werden bei ärztlichen minimalinvasiven Eingriffen
eingesetzt (Soft-Tissue-Robotik). Das Flaggschiffprodukt „Da Vinci Surgical System“
hilft Ärzten, sehr präzise und mit ruhiger Hand zu operieren. Der Roboter
unterstützt in Fachgebieten wie Urologie, Gynäkologie oder der Allgemeinchirurgie.
Das Da-Vinci-System und die neue Ion-Plattform (ein robotergestütztes System
für Lungenbiopsie) bilden einen starken, kaum angreifbaren Burggraben. Andere
Firmen haben es daher schwer auf den Markt zu kommen.
Die Zahlen: Die jüngst veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2026 waren
eine klare Ansage. So stieg der Umsatz im Jahresvergleich um stolze 23
Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten
von 2,62 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Auch der bereinigte Gewinn pro
Aktie kletterte um 38 Prozent auf 2,50 Dollar. Auch dieser Wert übertraf den
Konsens der Analysten von rund 2,12 Dollar. Der bereinigte Nettogewinn belief
sich auf beachtliche 901 Millionen Dollar. Dieses Ergebnis belegt die enorme
Preissetzungsmacht sowie die Effizienz des stabilen Geschäftsmodells.
Die Vision: Für langfristig orientierte Anleger gehört die Aktie daher zu einem absoluten
Basisinvestment im globalen Gesundheitssektor. Der Konzern wächst zweistellig,
generiert hochprofitable, wiederkehrende Einnahmen und baut seinen technologischen
Vorsprung im Robotikbereich immer weiter aus. Der Kursrücksetzer
ist eine gute Gelegenheit einzusteigen, denn günstig ist die Aktie fast nie.
Roboter-Chirurgie nimmt zu
Der jüngste Rollout des neuen „Da-Vinci-
5-Systems“ sorgt dafür, dass der wirtschaftliche
Burggraben des Unternehmens in Zukunft
Intuitive
noch
Surgical
tiefer sein wird
Kurs der Intuitive-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
500
400
300
200
100
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN888024/US46120E6023
Börsenwert 135,3 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e42,3/37,3
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 460,00/350,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 20 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
ROCKWELL AUTOMATION
Profiteur des digitalen Wandels
Das Unternehmen: Das US-amerikanische Unternehmen Rockwell Automation
wurde bereits 1903 gegründet und konzentriert sich heute voll auf die Automatisierung
von Fabriken. Dabei verkaufen sie nicht nur Steuerungssysteme,
Antriebe und Sicherheitstechnik mit mehr als 27 000 Mitarbeitern in 100 Ländern,
sondern auch Software-Abos. Durch diesen cleveren Schachzug sichert
sich der Konzern laufende wiederkehrende Einnahmen. Dabei gibt es drei große
Geschäftsbereiche: Erstens „Intelligent Devices“ zu dem Antriebe, Sicherheitstechnik
und Robotiklösungen gehören. Zweitens den Bereich „Software &
Control“, zu dem der Steuerungs- und Visualisierungsbereich zählt. Und drittens
den Bereich „Lifecycle-Services“, der die Segmente von Cybersicherheit bis zum
Asset-Management umfasst. Rockwell Automation sorgt letztlich dafür, dass Unternehmen
und Fabriken intelligenter, sicherer und produktiver werden.
Die Zahlen: Nach einer schwierigen Phase in den vergangenen Jahren zeichnete
sich Ende des vergangenen Jahres eine Trendwende ab. Der Umsatz kletterte
im jüngsten Quartal um zwölf Prozent auf 2,239 Milliarden Dollar. Das bereinigte
Ergebnis je Aktie stieg sogar um 32 Prozent von 2,50 auf 3,30 Dollar. Rockwell hob
die Jahresprognose für 2026 an. Das Unternehmen ist bestens positioniert.
Die Vision: Auf Sicht der letzten 12 Monate legte die Aktie rund 41 Prozent zu. Die
Mehrheit der Analysten ist weiterhin optimistisch. Langfristig ist Rockwell ein solides
Baisinvestment. Wer die Produkte mit den bekannten Marken Allen Bradley,
Factory Talk oder LifecycleIQ in seinem Unternehmen integriert hat, scheut Wechselkosten.
Dies bietet Rockwell einen sicheren Burggraben.
FOCUS MONEY 23/2026
Starke Kursrally
Die Aktie hat im letzten halben Jahr eine starke
Kursentwicklung gezeigt. Anleger sollten
den nächsten Rücksetzer nutzen, um sich
moderat
Rockwell
zu
Automation
positionieren. Stopp-Kurs setzen!
Kurs der Rockwell-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
350
300
250
200
150
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN
903978/ US7739031091
Börsenwert 41,7 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e35,6/31,4
Dividendenrendite für 2026e/27e 1,2/1,3 %
Kursziel/Stoppkurs 413,00/320,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 10 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
25
moneytitel
OHNE WASSER bleibt die
technologische Revolution
nichts weiter als ein Traum
WASSER & KI
GIGANTISCHER
DURST
Für den Aufbau digitaler Infrastrukturen für künstliche Intelligenz ist vor allem eins nötig: sehr viel
Wasser. Das macht Unternehmen aus dem Wassersektor zu heimlichen Profiteuren
von SASCHA ROSE
Der weltweite Siegeszug von künstlicher Intelligenz (KI)
kennt viele Gewinner. Einige davon liegen gleich auf
der Hand: Chipdesigner, Cloud-Konzerne und Betreiber
von KI-Rechenzentren. Andere tauchen erst beim zweiten
Blick als Profiteure auf dem Radar auf, da Anleger sie
nicht automatisch mit KI und Digitalisierung in Verbindung
bringen. Wasseraktien zum Beispiel. Klingt unspektakulär,
kann sich aber als wahrer Renditeturbo entpuppen. Denn
Fakt ist: Ohne Wasser läuft im KI-Zeitalter nichts. Und je größer
der Hype, desto durstiger wird die KI-Branche.
Ein Durst, der angesichts ohnehin schon knapper Wasserressourcen,
zu neuen Belastungen führen dürfte. So geht die
Internationale Energieagentur davon aus, dass der weltweite
Wasserverbrauch entlang des KI-Ökosystems voraussichtlich
von etwa 560 Milliarden Litern im Jahr 2023 auf rund
1200 Milliarden Liter im Jahr 2030 ansteigen wird. Gut zwei
Drittel davon entfallen auf die Energieversorgung und Stromerzeugung
und etwa ein Viertel auf die Kühlung von Rechenund
Datenzentren. Der Rest wird für die Halbleiterproduktion
benötigt. Und es gibt noch eine Herausforderung: Wasser
ist nicht überall auf der Erde gleich viel verfügbar.
Strategischer Faktor. Die Vereinten Nationen warnen bereits
vor einer weltweiten „Wasserinsolvenz“. Das dürfte Politiker
auf den Plan rufen, die versuchen könnten, den Wasserverbrauch
und die Wasseraufbereitung mit strengeren
Genehmigungsauflagen und höheren Transparenzanforderungen
zu regulieren – was Wasser letztlich teurer machen
wird. Für KI-Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Der
Rohstoff Wasser wird zu einem strategischen Erfolgsfaktor.
Für Jinyi Yue von der BNP Paribas in London werden sich
Anbieter der KI-Infrastruktur daher in einer nächsten Phase
darauf konzentrieren müssen, ihre Kosten einzudämmen
26
Fotos: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 23/2026
und die Effizienz zu steigern. Anlegern bieten sich dabei
Chancen entlang der gesamten Wasserversorgungskette.
„Der Ausbau der KI-Infrastruktur dürfte in verschiedenen Segmenten
eine Nachfrage generieren, etwa in der Wasseraufbereitung
und -überwachung, der Leckageerkennung, bei der
Rohrleitungsinfrastruktur, bei fortschrittlichen Kühltechnologien
und sogar bei der Entsalzung von Meerwasser“, sagt
die Analystin für Nachhaltigkeitsforschung.
Viele Profiteure. Infrage kommen dabei nicht nur Firmen,
die sich auf Betreiber von Rechenzentren oder Chiphersteller
als Kunden konzentrieren. Laut BNP Paribas spielt das Thema
Wasserresilienz auch bei der Stromerzeugung und dem
Abbau von Rohstoffen eine große Rolle. Wichtig: Nur wenige
der Unternehmen sind „pure plays“ auf die KI-Wasserinfrastruktur.
Viele von ihnen verdienen ihr Geld auch abseits des
KI-Booms, der allerdings für sie immer wichtiger wird. Die
meisten stammen dabei aus den USA. Es gibt aber auch Spezialisten
aus Europa und Asien. FOCUS MONEY stellt auf den
nächsten beiden Seiten sechs besonders spannende Titel vor.
Zwei von ihnen, Vertiv und Trane Technologies, sind ausgesprochene
Profis, wenn es um die Kühlung großer KI-Rechenzentren
geht. Denn je höher die Rechenintensität ist, desto
größer ist das Risiko einer Überhitzung der Hochleistungscomputer.
Wasser ist folglich essenziel. Das Problem: Bereits
im Jahr 2023 verbrauchten US-Rechenzentren etwa 66 Milliarden
Liter Wasser für die Kühlung – so viel wie die Stadt San
Francisco in einem Jahr. Hinzu kommt, dass KI-Rechenzentren
immer häufiger in Regionen stehen, in denen Wasser
knapp ist oder in denen Meerwasser aufwendig entsalzt werden
muss. Das verlangt nach einem sparsamen Umgang.
Hohe Anforderungen. Doch nicht nur Rechenzentren sind
durstig. Auch Chiphersteller benötigen Wasser, vor allem sogenanntes
ultrareines Wasser. Die Produktion in einer großen
Halbleiterfabrik kann pro Tag etwa 500 Schwimmbecken
Wasser verschlingen. Wasserknappheit wird damit oft
zum Flaschenhals. Hinzu kommt die oftmals sehr kostspielige
Aufbereitung des verschmutzten Brauwassers. Industriewasserspezialisten
wie Ecolab und Kurita Water können
sich daher über immer dickere Auftragsbücher freuen.
Um Rechenzentren und Chipfabriken zu betreiben, braucht
es nicht zuletzt reichlich Energie sowie spezielle Metalle. Die
Crux: auch das verschlingt Unmengen an Wasser. Zwar nimmt
der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung,
die mit wenig Wasser auskommen, stetig zu. Kurzfristig
dürften jedoch Gas- und Kohlekraftwerke weiter dominieren.
Durch den KI-Boom gewinnen zudem Kernkraftwerke an
Bedeutung, für deren Betrieb besonders viel Wasser zum Kühlen
benötigt wird. Sowohl Energiekonzerne als auch Minengesellschaften
investieren daher massiv in moderne Technik,
um Wasser zu sparen und zu recyceln. Entsprechend begehrt
sind die Pumpen, Ventile, Dichtungen sowie Mess- und Analysesysteme
von Xylem und Flowserve.
Stützende Nachfrage. Die Risiken liegen vor allem in höheren
Zinsen, was Investitionen dämpfen könnte, sowie einem
nachlassenden KI-Boom. „Wasserknappheit, Bevölkerungswachstum,
eine veraltete Infrastruktur und der Klimawandel
stützen jedoch eine langfristig strukturelle Nachfrage entlang
der Wasser-Wertschöpfungskette“, sagt Jinyi Yue.
Unverzichtbares Element
Zur Kühlung von Hochleistungscomputern braucht
es sehr viel Wasser. Für Betreiber von Rechen- und
Datenzentren wie Alphabet wird die Wasserversorgung
somit zu einem strategischen Erfolgsfaktor
Wasserverbrauch von Google
in Milliarden Litern
Quelle: BNP Paribas
Datenzentren
Rest der Firma
2022 2023 2024
Enorme Herausforderung
Die weltweit steigende Halbleiterproduktion treibt
den industriellen Wasserverbrauch in die Höhe. Da
sich viele neue Standorte in wasserarmen Regionen
befinden, verstärkt sich der Wasserstress
Wasserentnahmen von Halbleiterproduzenten
gesamte Entnahmen in Millionen Kubikmeter
SK Hynix
UMC
Intel
TSMC
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 2024
Quelle: BNP Paribas
Verbesserte Nutzung
Die thermische Energieerzeugung ist extrem wasserintensiv.
Rechenzentren und Chipfabriken sind
(noch) stark von diesen Quellen abhängig. Sie
reagieren darauf mit straffen Effizienzprogrammen
Wasserverbrauch in Kraftwerken
in Litern je Megawattstunde, nach Kühlungsystemen
AKWs
geschlossener
Kühlkreislauf
Quelle: BNP Paribas
Biomasse
Kohle
Durchlaufkühlung
Erdgas
Trockenkühlung
30
20
10
0
120
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0
FOCUS MONEY 23/2026 27
moneytitel
VERTIV
Vertiv Holdings
Kurs der Vertiv-Aktie in Euro
300
Kühlt heiße Superrechner ab
In puncto Stromversorgung und Kühlung von KI-Rechenzentren führt an Vertiv
aus den USA kaum ein Weg vorbei. Mit seinen Kühlsystemen, Stromsystemen,
IT-Modulen (Racks) und Überwachungslösungen stellt das Unternehmen
sicher, dass Rechenzentren, Serverräume und Telekommunikationsnetze zuverlässig
laufen. Vertiv ist hierbei weltweit die Nummer eins.
Die Produkte sind de facto ein „must have“. Denn fällt in einem Rechenzentrum
der Strom oder die Kühlung aus, entstehen für den Betreiber massive Kosten.
Entsprechend hoch ist die Kaufbereitschaft. Im Geschäftsjahr 2025 brachte
das Erlöse in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar sowie einen operativen
Gewinn (Ebit) von rund 1,9 Milliarden Dollar ein. Das starke Wachstum setzte sich
auch im ersten Quartal 2026 fort: Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal
um 30 Prozent zu, das Ebit sogar um 62 Prozent. Analysten sehen daher
trotz der hohen Bewertung weiteres Kurspotenzial.
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA2PZ5A/US92537N1081
Börsenwert 108,45 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e50,5/37,3
Dividendenrendite für 2026e/27e0,1/0,1 %
Kursziel/Stoppkurs 236,00/242,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 16 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
200
100
e = erwartet
TRANE TECHNOLOGIES
Hilft beim sparsamen Umgang
Wo viel Energie und Wasser verbraucht werden, spielt auch der effiziente und
nachhaltige Umgang eine zentrale Rolle. Trane Technologies profitiert von diesem
Spannungsfeld. Die Stärke des irischen Unternehmens, das früher Ingersoll-Rand
hieß, sind leistungsstarke luft-, wasser- oder hybridbasierte Kühlanlagen,
die unter den Marken Trane und Thermo King vertrieben werden. Sie sind
vor allem für große Rechenzentren relevant, die an Standorten stehen, wo Wasser
knapp ist oder besonders strenge Umweltvorschriften gelten.
Die Wachstumsstory von Trane Technologies ist eng mit der steigenden Nachfrage
nach modernen, klimafreundlichen Kühltechnologien aufgrund verschärfter
gesetzlicher Vorgaben verknüpft. Betreibern von Rechen- und Datenzentren
sichern sich so klare Wettbewerbsvorteile. Nach dem Kursverdoppler im
Jahr 2024 hat die Aktie zwar an Schwung verloren. Der Aufwärtstrend ist jedoch
weiterhin intakt. Die Kursziele der Analysten reichen aktuell bis 500 Euro.
Trane Technologies
Kurs der Trane-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
400
300
200
100
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA2P09K/IE00BK9ZQ967
Börsenwert 85,96 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e30,1/26,4
Dividendenrendite für 2026e/27e0,9/1,0 %
Kursziel/Stoppkurs 452,00/325,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 17 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
ECOLAB
Löst kritische Reinungsaufgaben
Wollen Unternehmen sauber, sicher, effizient und nachhaltig arbeiten, landen
sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bei Ecolab. Der Spezialchemiekonzern
aus den USA entwickelt Reinigungs- und Hygienelösungen, die in mehr als
40 Branchen weltweit genutzt werden. Da sich damit auch ultrareines Wasser
herstellen lässt, sind die Produkte insbesondere für die Chipindustrie von Bedeutung.
Hinzu kommt die Möglichkeit, damit den Wasserverbrauch zu dosieren
und verschmutztes Wasser aufzubereiten. Dadurch zählen auch Energieerzeuger,
Bergbauunternehmen und Betreiber von Rechenzentren zur Kundschaft.
Und diese ist ausgesprochen treu. Denn die Produkte von Ecolab sind tief in
die laufenden Produktionsprozesse integriert. Das erschwert den Wechsel zu einem
anderen Anbieter und sichert Ecolab wiederkehrende Umsätze und stabile
Cashflows. Marktbeobachter erwarten, dass die jüngste Wachstumsschwäche in
diesem Jahr endet – was dem Aktienkurs neuen Schwung verleihen dürfte.
28
Ecolab
Kurs der Ecolab-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
240
200
160
120
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN854545/US2788651006
Börsenwert 61,47 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e30,3/26,5
Dividendenrendite für 2026e/27e1,2/1,2 %
Kursziel/Stoppkurs 274,00/181,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 26 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
FOCUS MONEY 23/2026
KURITA WATER
Ist den Chipproduzenten ganz nah
Mit seiner mehr als 75-jährigen Geschichte verfügt das Unternehmen Kurita
Water vor allem über eines: sehr viel Erfahrung in der industriellen Wasseraufbereitung
und -wiederverwendung. Die Japaner zählen deshalb zu den gefragtesten
Anbietern für die Produktion von ultrareinem Wasser, das vor allem
in der Halbleiter- und Elektronikindustrie benötigt wird. Zudem punktet Kurita
mit der geografischen Nähe zu den großen Chipproduzenten in Asien.
Wie Ecolab profitiert auch Kurita von einer hohen Kundenbindung und gewissen
Preissetzungsmacht, was die Erlöse und Margen schützt. Im Geschäftsjahr
2026, das am 31. März endete, werden die Umsätze allerdings etwas niedriger
ausfallen als im Vorjahr. Grund ist der Verkauf der Tochter Pentagon. Dank der
Kostendisziplin wird der operative Gewinn (Ebit) jedoch höher ausfallen. Satoshi
Taninaka von SMBC Nikko Securities, einer der wenigen Kurita-Analysten, hat
sein Kursziel kürzlich auf 10 200 Yen (umgerechnet rund 55 Euro) erhöht.
Kurita Waters
Kurs der Kurita-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
25
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN851119/JP3270000007
Börsenwert 5,33 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2027e/28e*22,6/20,1
Dividendenrendite für 2027e/28e1,4/1,6 %
Kursziel/Stoppkurs 54,00/39,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 13 %
Quelle: Factset UK Limited 2026, *Geschäftsjahresende: 31.03.
45
40
35
30
e = erwartet
XYLEM
Bringt Wasser von A nach B
Der Transport von Wasser wird beim Thema KI-Infrastruktur oft unterschätzt.
Dabei lauern auch hier hohe unternehmerische Risiken. Gleichzeitig bietet dieser
Bereich das größte Optimierungspotenzial. Das US-Unternehmen Xylem
ist mit seinen Pumpen, Reglern, Analyse- und Steuerinstrumenten sowie den
Netzwerk- und Smart-Water-Technologien, für die es mehr als 8300 Patente
und Markenrechte besitzt, mittlerweile eine der wichtigsten Adressen in puncto
Wasserführung, -überwachung und -aufbereitung.
Xylems Stärke ist die breite Kundenbasis. Das Unternehmen deckt mit seinen
Produkten nicht nur alle Wasserbereiche der KI-Infrastruktur ab (vom Rechenzentrum
bis zum Bergbaukonzern), sondern beliefert z kommunale Wasserwerke und
Abwasserbetriebe, Bauunternehmen sowie Rettungsdienste. Aktuell bietet sich
bei der Aktie eine gute Einstiegsgelegenheit, da Analysten den fairen Wert im
Durchschnitt bei 131 Euro sehen – was 38 Prozent Kurspotenzial bedeutet.
Xylem
Kurs der Xylem-
Aktie in Euro
200-Tage-Linie
120
100
60
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA1JMBU/US98419M1009
Börsenwert 22,60 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e19,9/18,1
Dividendenrendite für 2026e/27e1,4/1,5 %
Kursziel/Stoppkurs 131,00/80,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 38 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
80
e = erwartet
FLOWSERVE
Hält Flüssigkeiten und Gase am Laufen
Pumpen, Ventile, Dichtungen und Steuerungssysteme sind auch das Geschäft
von Flowserve. Der US-Konzern profitiert damit wie Xylem von der stark
wachsenden Nachfrage nach einem verlustarmen Wassertransport und -verbrauch.
Der Fokus liegt dabei vor allem auf den KI-Infrastrukturthemen Energiegewinnung
und Rohstoffverarbeitung. Flowserve beliefert aber beispielsweise
auch Meerentsalzungsanlagen zur Kühlung von Rechenzentren.
Flowserve ist jedoch kein reiner „Wasser-Player“. Zu den mehr als 10000 Kunden
zählen auch Firmen aus der Öl- und Gasbranche sowie der Chemie- und Pharmaindustrie,
wo verschiedene Flüssigkeiten und Gase verteilt werden müssen.
Das Wassergeschäft dürfte aber an Bedeutung gewinnen und das Wachstum die
nächsten Jahre beschleunigen. So soll der Jahresgewinn 2026 laut Analysten
trotz schwacher Ergebnisse im ersten Quartal von 346 auf 522 Millionen Dollar
steigen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis würde dann von aktuell 25,7 auf 17,1 sinken.
FOCUS MONEY 23/2026
Flowserve
Kurs der Flowserve-Aktie in Euro
30
200-Tage-Linie
20
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN864999/US34354P1057
Börsenwert 7,67 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e17,1/15,0
Dividendenrendite für 2026e/27e1,3/1,3 %
Kursziel/Stoppkurs 77,00/50,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 29 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
70
60
50
40
e = erwartet
29
moneytitel
INTERVIEW
Wir finden
auch jetzt
noch richtig
attraktive
Aktien“
Sven Anders, US-Aktien-Spezialist
bei J. P. Morgan Asset Management
über die Korrektur-Gefahr nach dem
Höhenflug, die Folgen des Bond-
Bebens und Aktien, die jetzt noch
enormes Potenzial haben.
von PETER BLOED
Der legendäre Hedge-Fonds-Manager Michael Burry sieht derzeit
große Parallelen zum Jahr 2000, dem Höhepunkt der New-
Economy-Blase, weil die Aktienkurse in den USA nur noch auf
KI reagieren und nicht mehr auf Makrodaten wie Inflation oder
Konsumentenvertrauen. Hat er recht?
Sven Anders: Der Vergleich hinkt schon sehr. Damals
war vieles von einer vagen Hoffnung getrieben, dass irgendwann
Geschäftsmodelle entstehen. Heute nutzen
bereits 80 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz.
Was wir an den Märkten momentan sehen, ist
also basiert auf tatsächlichen Cashflows, Umsätzen
30 Foto: J.P. Morgan Asset Management
FOCUS MONEY 23/2026
Ist der Markt vielleicht ein bisschen zu positiv und ignoriert den
Iran-Konflikt und den hohen Öl-Preis? Ja, das mag sein.“
Sven Anders, J. P. Morgan Asset Management
und vollen Auftragsbüchern. Die Kursanstiege in den Jahren
1999 und 2000 hatten nicht viel mit Unternehmensgewinnen
zu tun. 70 Prozent der Rallye waren reine Spekulation.
Derzeit wachsen dagegen die Gewinne sogar leicht
stärker als die Kurse.
Und dennoch kennen die Kurse kein Halten mehr seit April. In der
jüngsten Umfrage der Bank of America unter Fondsmanager zeigte
sich die größte Umschichtung von Monat zu Monat rein in US-
Aktien, seit es die Umfrage gibt. Ist die Euphorie zu groß?
Anders: Der April war tatsächlich einer der
stärksten Monate, die wir je gesehen haben.
Aber das hat auch einen Grund: Der Markt
konzentriert sich auf die Fundamentaldaten.
Die aktuelle Quartalsberichtssaison ist die
Beste der vergangenen vier Jahre. Ist der
Markt vielleicht ein bisschen zu positiv und
ignoriert den Iran-Konflikt und den hohen
Ölpreis? Ja, das mag sein. Die Erwartung ist
aber, dass sich der Konflikt relativ schnell
löst. Solange das nicht der Fall ist, muss man
daher auch mit nervöseren Märkten rechnen.
Vita
Die Anleihe-Investoren sind derzeit nicht so entspannt
wie Aktienanleger. Bei Staatsanleihen erleben
wir gerade ein Bond-Beben, mit kräftig steigenden
Renditen. Wo ist der Punkt, ab dem sich
das negativ auf Aktien auswirken kann?
Anders: Wir sind schon relativ nah an diesem
Punkt, wenn man die Vergangenheit zu
Rate zieht. Allerdings sind die Aktienmärkte
stark Technologie- und KI-getrieben und
den Technologie-Unternehmen ist die Korrelation
zwischen Anleihen und Aktien weniger wichtig.
Dazu kommt, dass sich der Aufschwung, etwa im S&P 500,
deutlich verbreitert. Neben Technologiewerten laufen auch
der Industriegüterbereich und Versorgeraktien deutlich
besser. Sollte sich der Iran-Krieg noch zwei Monate hinziehen
und der Öl-Preis oberhalb von 110 oder sogar 120 Dollar
je Barrell verharren, wird das Druck auf die Aktienmärkte
erzeugen. Derzeit rechnen wir aber nicht damit.
Sven Anders
Studierte Betriebswirtschaftslehre
an der FOM Hochschule
für Oekonomie und Management
und der Cranfield Scholl
of Finance
Investmentspezialist bei der
Hamburger Sparkasse
seit 2016 Investmentspezialistfür
US-Aktien bei J.P.
Morgan Asset Management in
London.
Wobei der Aufschwung nicht wirklich breit ist – abseits der Unternehmen
aus Bereichen wie KI, Rechenzentren und Energie. Wird
sich das im Jahresverlauf endlich ändern? Erwartet wird das ja
schon länger.
Anders: Hier könnte einiges in Bewegung kommen, wenn
wir einmal nur auf die Gewinnerwartungen schauen. Zuletzt
trugen die Tech-Konzerne ja ein Großteil des Wachstums.
Für dieses Jahr rechnen wir bei den Magnificent Seven
mit einem Gewinnwachstum von 32 Prozent. Für den
restlichen Markt, also die anderen 493 Unternehmen im
S&P 500, rechnen wir mit einem Wachstum von kräftigen
19 Prozent. Und das ist die größte Überraschung in diesem
Jahr. Denn diese 493 Unternehmen zeigten vor drei Jahren
noch ein negatives Wachstum von minus vier Prozent. Im
vergangenen Jahr lag das Gewinnwachstum hier bei acht
Prozent. Egal, ob Finanzwerte, der Gesundheitssektor oder
der Energiebereiche – in fast jedem Sektor
rechnen wir in diesem Jahr mit zweistelligen
Wachstumsraten. Bei den Gewinnen, und die
sind ja wichtig für die Entwicklung der Aktienkurse,
sehen wir also eine deutliche Verbreiterung
des Marktes. Aber der S&P 500 ist
nach wie vor sehr konzentriert. Nur 13 Unternehmen
kommen auf einen Indexanteil
von mehr als einem Prozent. Es gibt also derzeit
relativ viel Potenzial abseits dieser Unternehmen.
Und das versuchen wir, herauszufiltern.
Was sind die Kriterien, um die spannenden Unternehmen
zu finden?
Anders: Wir fokussieren uns auf das langfristige
Gewinnwachstum. Und die Entwicklung
der Umsätze, der Dividenden und natürlich
der Cashflows in den nächsten drei bis
fünf Jahren. Und dann muss man noch taktisch
auf die teils sehr schnellen Veränderungen
achten, die nicht immer mit Kennzahlen
zu tun haben.
Sondern?
Anders: Nehmen wir mal eine Intel-Aktie, die seit Jahresanfang
200 Prozent gemacht hat. Fundamental sieht das
Unternehmen eigentlich gar nicht so toll aus. Da sind viele
Spekulationen und Hoffnungen im Spiel. Sollte man solche
Momentum-Aktien automatisch übergewichtent? Nein.
Trotzdem schauen wir uns die Unternehmen an und haben
eine gewisse Position. Ähnlich ist es mit Speicherchip-Herstellern,
wie Micron, Sandisk oder Western Digital. Wir halten
mittlerweile alle im Portfolio, auch wenn nicht immer
übergewichtet. Sandisk beispielsweise ist schon relativ
hoch bewertet. Am wichtigsten bleibt das langfristige Gewinnwachstum.
Denn darauf fokussiert sich der Markt mittel-
bis langfristig.
FOCUS MONEY 23/2026
31
moneytitel
Und doch führt kein Weg an Momentum-Aktien vorbei. Wenn man
eine vernünftige Rendite erwirtschaften will.
Anders: Ja und da ist dann die Schwierigkeit, zwischen
Spekulation und den eigentlichen Fundamentaldaten zu
unterscheiden. Wir wollen eben nicht wieder wie im Jahr
2000 enden. Gerade bei den Speicherchip-Herstellern ist es
schwierig, verlässlich auf die Entwicklung der kommenden
Jahre zu schauen, da das Geschäft sehr zyklisch ist. Der
Hype kann noch einige Zeit weitergehen, aber es würde
mich nicht verwundern, wenn wir in dem Bereich irgendwann
einen Abverkauf erleben.
Wie passen die Allzeithochs des Nebenwerte-Index Russel 2000 in
das Bild? Da gibt es wenig KI-Phantasie, schlechte Bilanzqualität
und eine hohe Zinsempfindlichkeit?
Anders: Small Caps haben sich tatsächlich gut geschlagen.
Allerdings auch nur in drei Bereichen: Energie, Gesundheitswesen
und Industriegüter. Letzteres Segment hat
einen sehr hohen Anteil im Index und ist der Sektor mit der
höchsten, positiven Korrelation zur Wirtschaft. Läuft also
die Konjunktur, laufen Industriegüter. Und die Energieunternehmen
profitieren derzeit natürlich vom den hohen Ölpreisen.
Und dennoch geht ohne Tech weiterhin nichts im Depot?
Anders: Letztlich ist das Thema KI zu groß, um es zu ignorieren.
Nicht nur, was den Aufbau angeht,
also die klassischen Technologiekonzerne.
Denn die Zeit der Anwendung von KI geht ja
gerade erst los. Das ist wie mit dem Mobilfunk
in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Erst
gab es Mobiltelefone, mit denen man telefonieren
konnte. Also waren es die Hersteller und
Mobilfunkanbieter, die damit Geschäft machen
konnten. Heute kann man sich per App
ein Taxi oder Essen bestellen. Spannend wird
also die zweite und dritte Stufe. Und da zieht
sich KI durch alle Bereiche – vom Handel über
das Gesundheitswesen bis hin zu Finanzen.
Das werden die Trends der kommenden Jahre,
auf die wir uns fokussieren.
Ihre Watchlist ist also die zweite oder dritte KI- Stufe?
Anders: Absolut. Wenn ich mir unsere Portfolien
anschaue, dann sind die größten Übergewichte
im Medienbereich. Natürlich ist da
auch Amazon oder Alphabet dabei. Oder im
Handelsbereich Walmart, die die Brücke zwischen
stationärem und digitalem Handel gut
geschlagen haben. Mittlerweile kommen 20 Prozent der
Umsätze aus dem Online-Segment, weil viel in Technologie
investiert wurde. Eine ähnliche Entwicklung sehen wir
bei TJX. Einige Unternehmen schaffen den Sprung in die
neue Welt, andere nicht. Und genau da muss man sehr genau
unterscheiden. Das zeigt, warum aktives Management
heute so wichtig ist. Denn eigentlich möchte man nicht so
viele Einzelhandels-Unternehmen im Portfolio haben. Wir
schließen derzeit sogar viel in dem Bereich aus.
Welche Segmente haben Sie im Moment auf dem Radar?
Anders: Gerade auf dieser zweiten und dritten KI-Stufe
gibt es noch unglaublich viele spannende Möglichkeiten.
Wir wissen ja zum Beispiel noch gar nicht, was 10 000 Stunden
an Rechenleistung für die Krebsvorsorge erreichen
können. Da wird massiv von Unternehmen wie Johnson &
Johnson, Appview, Merck oder Amgen investiert. Im Finanzbereich
ist das ähnlich, was da alles momentan auf der
Online-Seite passiert, ist ziemlich spannend.
Ich weiß, da wird
der ein oder
andere kritisch
schauen, aber die
Bewertungen sind
gar nicht so hoch. “
Sven Anders
US-Aktien-Spezialist bei J.P.
Morgan Asset Management
Bleiben Nebenwerte interessant?
Anders: Small Caps sind sehr zyklisch. Und die Qualität
ist überschaubar. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen
im Russell 2000 wirtschaften
nicht profitabel. Solange es diese hohen Renditen
bei Large Caps gibt:, wozu soll man sich
das zusätzliche Risiko ins Portfolio holen?
Nehmen wir den Energiesektor. Die großen
Konzerne brauchen einen Ölpreis von 35 Dollar
je Barrel, um ihre Kosten zu decken – inklusive
Dividende sind es 40 bis 50 Dollar. Bei
Small Caps dagegen sind es mindestens 55
Dollar. Fällt der Öl-Preis wieder auf 85 Dollar,
wovon wir ausgehen, ist die Marge dann
schnell wieder klein.
Es gibt ja nicht nur Energiewerte im Russell 2000.
Anders: Auch in anderen Bereichen ist die
Differenz zwischen Groß und Klein sehr ähnlich.
Nehmen wir den Gesundheitssektor, der
gut gelaufen ist. Großkonzerne wie Pfizer oder
Johnson & Johnson haben 60,70 oder sogar
100 Medikamente in klinischen Testphasen.
Bei den Small Caps sind es vielleicht drei bis
vier. Wenn da eine Medikamenten-Entwicklung
nicht funktioniert, kann die Aktie deutlich fallen. Bei
den großen Konzernen fällt das viel weniger ins Gewicht.
Natürlich ist der Hebel nach oben dann auch größer, wenn
ein Medikament es zur Marktreife schafft. Aber das Risiko
bei Nebenwerten lohnt sich derzeit kaum im Vergleich zu
den großen Unternehmen.
Wie wichtig ist eigentlich derzeit überhaupt die Makro-Lage für die
Börse. Im Moment ignorieren Investoren das ziemlich.
Anders: Es wird mittelfristig eine Rolle spielen. Wenn wir
uns die geopolitischen Spannungen anschauen, den Krieg
und den Energie-Engpass – das lässt bislang die Märkte relativ
kalt. Das wird aber nicht ewig so weitergehen. Solange
wir eine Situation haben, in der das Wirtschaftswachstum
in den USA adäquat ist, also im Bereich des
Trendwachstum bei zwei Prozent, die Arbeitslosigkeit
nicht in die Höhe schießt und die Zinsen nicht zu lange
hoch bleiben, könnte der Aktienmarkt weiter Auftrieb haben.
Wenn wir aber mal davon ausgehen, dass sich an die-
32 FOCUS MONEY 23/2026
SVEN ANDERS
im Gespräch mit
Focus-Money-
Redakteur Peter
Bloed
sem Irankrieg nichts ändert und der Ölpreis hoch bleibt,
dann würde mich auch nicht wundern, wenn in den nächsten
Wochen oder Monaten auch die Aktienmärkte stärker
auf die Makrodaten und die Folgen schauen. Die Makrolage
spielt daher bei der Aktienauswahl schon eine gewisse
Rolle. .
Abschließend, wie wichtig ist in diesem Umfeld Stockpicking und
auch das Thema Bewertung ?
Anders: Ich würde sagen, sehr wichtig. Die Bewertung ist
immer ein Thema. Aber die Bewertungen sind aktuell gar
nicht so hoch. Ich weiß, da wird der ein oder andere vielleicht
ein bisschen kritisch schauen. Aber der S&P 500 wurde
Anfang des Jahres mit einem KGV von 22 gehandelt. Jetzt
sind wir bei etwas über 21. Ja, das klingt jetzt erst mal nicht
danach, dass wir deutlich niedriger liegen. Aber das Umfeld
hat sich verändert. Die Nvidia-Aktie beispielsweise, hat
immer noch eine Marge von über 70 Prozent und das Unternehmen
hat es geschafft, den Umsatz um fast 60 Prozent
zu steigern. Nvidia wird mit einem KGV von 20 bewertet,
was überhaupt nicht teuer ist, nachdem die Gewinne so
stark angestiegen sind. Ähnliches gilt für Alphabet. Auch
Apple sieht wieder deutlich attraktiver aus. Natürlich gibt
es einige teure Aktien. Tesla ist mit einem KGV von 55 immer
noch teuer. Auch die Speicherchip-Hersteller sind relativ
teuer. Der Gesamtmarkt ist aber nicht teurer geworden.
So ist das Wichtigste, bei der Aktienauswahl selektiv
vorzugehen.
Aber?
Anders: Wenn ich zum Beispiel den S&P 500 in Quintile
einteile, dann ist aktuell die Spanne zwischen dem ersten
und dem letzten Quintil so weit auseinander, wie seit 40
Jahren nicht mehr. Das bedeutet, es sieht momentan auf
dem Papier relativ einfach aus, zu sagen, diese Aktie ist
günstig, die sollte ich kaufen. Darauf reagiert der Markt
aber nicht, sondern darauf, wo sich mehr Ertrag gewinnen
lässt. Deshalb sollte man sich, selbst wenn der Gesamtmarkt,
wie eben erläutert, relativ attraktiv bewertet aussieht,
nicht nur die Top-Down-Perspektive anschauen,
sondern wirklich bottom-up auf jedes einzelne Unternehmen
schauen. Es hängt ja auch davon ab, wo die Gewinnschätzung
hingeht. Wir haben unsere Gewinnschätzungen
noch einmal deutlich angepasst: Von 15 Prozent Anfang
des Jahres auf 22 Prozent, die wir jetzt für den S&P 500 erwarten.
Das ist eines der stärksten Jahre überhaupt in der
Historie.
Woher kommt diese plötzliche Stärke. Normalerweise startet man
hoch ins neue Jahr und passt dann nach unten an.
Anders: Ja, das ist genau das, was Analysten normalerweise
machen. Ob der S&P 500 ein Gewinnwachstum von 22
Prozent schafft, hängt natürlich auch ab davon, was der Ölpreis
macht. Wir haben neben den Rohstoffen den Energiesektor
mit am stärksten nach oben korrigiert. Wenn der Ölpreis
fällt, sehen wir vielleicht weniger Wachstum. Aktuell
sind wir bei 67 Prozent Gewinnwachstum im Energiebereich.
Vielleicht sind es dann 50 Prozent. Das ist immer
noch hoch. Aber der Trend, dass das Gewinnwachstum von
den Umsätzen und den Cashflows getrieben ist und es den
Unternehmen im Grunde gut geht, ist erkennbar. Und auch
in Sachen Bewertung finden sich in diesem Umfeld immer
noch wirklich interessante Aktien. Aber, um hier mehr Rendite
rauszuholen, muss man aktiv sein. Das geht nicht über
große Indexfonds. Es gibt aktuell 410 Aktien, die einen Anteil
am S&P 500 von weniger als 0,2 Prozent haben. Wenn
ich also einen Passivindex kaufe, kaufe ich im Prinzip die
10 bis 20 größten Titel. Der Rest fällt nicht wirklich ins Gewicht.
Gibt es taktische Sektoren, die man jetzt unbedingt auf dem Schrim
haben muss?
Anders: Wir sind wie gesagt im Medienbereich übergewichtet,
also in Unternehmen wie Alphabet aber auch Microsoft
und Amazon. Der ganze Onlinehandel ist interessant,
auch Walmart hatte ich ja schon angesprochen. Auch
die Großbanken finden wir derzeit sehr spannend, trotz der
Zinsniveaus. Vorsichtiger würde ich dann eher im stabilen
Konsumgütersegment sein. Auch bei einigen der zyklischen
Industriegüter sind wir eher vorsichtiger. Zyklische
Industrie bedeutet allerdings nicht, dass wir alles negativ
sehen. Unternehmen wie Eaton oder Train Technology, im
Grunde alles, was mit Datenzentren zu tun hat, ist attraktiv.
Wir haben auch einige Airlines mit in den Portfolien,
auch wenn man da sehr genau hinschauen muss. Insgesamt
sind wir im Moment ziemlich breit aufgestellt.
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: J.P. Morgan Asset Management 33
moneymarkets
AKTIEN EUROPA
Längst nicht alles
ist teuer
Die Indizes wieder auf Rekordniveau, aber
eine breite Spanne bei den Einzelwerten.
Schnäppchenjäger kommen weiterhin
auf ihre Kosten. Einige Kandidaten
für einen Einkauf
von BERND JOHANN
Das heißt mal eine gute Nachricht.
„Die Gewinnentwicklung der europäischen
Firmen ist deutlich besser
als erwartet“, zieht die Wiener
Erste Group eine Zwischenbilanz
der bisher eingetrudelten
Berichte zum ersten Quartal. Der Anteil
positiver Gewinnüberraschungen auf
dem alten Kontinent liege über dem
historischen Durchschnitt.
Die Aktienmärkte reagieren entsprechend.
Der europaweite Stoxx
600 Index hat seinen durch den
Irankrieg ausgelösten Einbruch
von bis zu 16 Prozent
ausgeglichen und testet wieder
seine Höchststände.
Ähnlich sieht es beim engeren,
Großkonzerne in
der Eurozone umfassenden
Euro Stoxx 50 aus.
Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis
(KGV)
bedeutet das mit Blick
auf die für 2026 erwar-
PREISWERT
SHOPPEN: Europas
Börsen
bieten immer
noch reichlich
Gelegenheiten
34 Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 23/2026
teten Erträge einen Wert von im Schnitt gut 15 für den breiten
europäischen Markt und von 14 für den Euro Stoxx.
Das ist nicht mehr preiswert, erscheint aber auch nicht
überteuert. Wobei solche Durchschnitte nur die halbe Wahrheit
erzählen. Denn beim Euro Stoxx etwa reicht die KGV-
Spanne von gut 40 bei Siemens Energy und beim niederländischen
Halbleiter-Zulieferer ASML oder gar 55 bei Infineon
bis hinunter zu sieben bei BNP Paribas und BMW oder nur
fünf bei Volkswagen. Von den 50 Werten im Index notierten
zuletzt allein 15 Titel mit KGV zehn und darunter. Stark vertreten
hier: die Finanzsparte. Solche Billig-Bewertungen laden
dazu ein, nach Chancen auf ein Nachziehen der Aktien
gegenüber dem breiten Markt zu forschen. Die gibt es durchaus.
Vor allem, wenn die Gewinnaussichten der Firmen intakt
erscheinen. FOCUS MONEY stellt einige Kandidaten vor.
Niedrig ist zwar nicht immer günstig... Beim Blick auf die
Branchen stechen neben den Finanzen vor allem Autowerte
hervor. Im Dax lockt Porsche Automobil Holding mit einem
KGV von drei, im französischen CAC 40 Renault mit einem
Wert von vier. Dazu tragen zum einen stark gesunkene Kurse
bei. Andererseits setzen die Analysten nach schwachen
Jahren 2024 und 2025 branchenweit auf einen Wiederanstieg
der Gewinne. Der Markt scheint hier skeptischer zu sein,
zumal die Berichte zum ersten Quartal 2026 querbeet eher
weniger ermutigend ausfielen. Investitionen in Autos erforderten
viel Geduld, mahnt denn auch Fondsmanager und bekennender
Antizykliker Peter Huber vom Taunus Trust.
Den Kontrapunkt zu der Automobilbranche setzen Rohstoffaktien,
voran Ölförderer. Auch sie zeigen niedrige KGVs,
allerdings wegen der im Sog der Rohwarenpreise hochschießenden
Gewinne. Die Auguren setzen bisher eher darauf,
dass sich dies im Falle einer dauerhaften Öffnung der Straße
von Hormus wieder normalisieren könnte und das hohe Ertragsniveau
nicht von Dauer ist.
Vorerst trauen sie aber zum Beispiel der französischen Total
Energies für 2026 nahezu einen Gewinnverdoppelung auf
um die zehn Euro je Aktie zu nach 51 Prozent Ertragsplus im
ersten Quartal. Das KGV würde das auf rund acht drücken.
Dem soll aber dann ein allmähliches Abschmelzen der Erträge
folgen. Ähnlich sind die Schätzungen bei den britischen
Branchentiteln BP und Shell, aktuell gleichfalls mit KGV acht.
...aber öfters schon. Besser scheint hier der im Stoxx-Index
aufgeführte Goldschürfer Endeavour Mining dazustehen
mit Bewertung lediglich zum Sieben- bis Achtfachen der
2026er Gewinne und prognostiziert dauerhaft erhöhten Erträgen.
Dies sollte dann mittelfristig auch weiteren Raum
beim Aktienkurs schaffen.
Die Krise im Mittleren Osten tangiert weitere Bereiche,
etwa Reisen und Touristik. Die Unternehmen hier müssen
sich teils umorientieren, Aktien von Flughäfen wie Fraport
und von Airlines wie IAG (siehe Seite 36) oder Lufthansa gerieten
unter Druck. Mit den Kursen sank die Bewertung oftmals
in den klar einstelligen KGV-Bereich, was eine merkliche
Gegenreaktion erwarten lässt, sollte sich die Lage um den
Iran beruhigen.
Zu dieser Liga zählt ferner der Reisekonzern TUI. Nach 30
Prozent Kursminus wird die im MDax notierte Aktie nur noch
mit dem Siebenfachen der für 2026 erwarteten Gewinne bewertet,
trotz des erwarteten deftigen Rücksetzers auch hier.
Der Vorstand bezeichnet das erste Geschäftshalbjahr
2025/26 bei einem saisonal üblichen Verlust und trotz 40
Millionen Euro Iran-Belastungen als das operativ beste bisher.
Für 2026/27 setzt der Markt auf eine merkliche Ertragserholung,
was für die Aktie auf aktuellem Kurslevel sogar nur
ein KGV von sechs bedeuten würde. Sie ist so eine Spekulation
auf eine fortbestehende Reiselust der Europäer.
Es locken aber auch etliche günstig bewertete, weniger
vom Mittleren Osten tangierte Firmen. Banken und andere
Finanztitel profitieren dabei von stabilen Zinsmargen und
fortbestehendem Anlagebedarf. Manche davon, wie etwa Aegon
oder Unicredit, schreiben derzeit ihre eigene Story. Insgesamt,
so AGI-Chefvolkswirt Hans-Jörg Naumer mit Blick
auf die Märkte, bleibe das Umfeld für Aktien konstruktiv. Es
nehme aber die Bedeutung der Einzeltitelauswahl zu.
UNICREDIT
Agiert von starker Basis
Das Gerangel um die Commerzbank-Übernahme beherrscht die Nachrichten
um das führende italienische Geldhaus. Dabei punktet die Bank, die Ender
der neunziger Jahre aus der Fusion vor allem einiger Sparkassen entstand
und im Jahr 2005 die deutsche Hypovereinsbank übernahm, auch im laufenden
Geschäft. Dessen Ertrag wuchs im Laufe der vergangenen Jahre kontinuierlich
auf knapp sieben Euro je Aktie in 2025, gefolgt von einem Sprung um
19,7 Prozent auf 2,15 Euro je Anteil im ersten Quartal 2026.
Für das komplette Jahr kündigte der Vorstand bereits ein weiteres Ergebnisplus
an. Die Markterwartungen gehen bis 2028 von einer Zunahme um mindestens
ein Drittel aus. Gelingt die Übernahme der Commerzbank, würde das
nicht nur die Marktstellung des in Italien sowie in Mittel- und Südosteuropa aktiven
Instituts, sondern wohl auch seine Bewertung an der Börse steigern. Der
Aufwärtstrend der Aktie dürfte sich so bei allen Schwankungen fortsetzen.
FOCUS MONEY 23/2026
Unicredit
Kurs der Unicredit-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN
A2DJV6/ IT0005239360
Börsenwert 105 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e9,3/8,6
Dividendenrendite für 2026e/27e 5,3/5,9 %
Kursziel/Stoppkurs 90,00/58,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 25 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
60
40
20
e = erwartet
35
moneymarkets
PROSUS
Mit spekulativem Touch
Eine offensivere Gangart schlägt die niederländische Tochter des südafrikanischen
Internet-Konzern Naspers ein. Sie beteiligt sich weltweit an Firmen
aus E-Commerce, Fintech, Kleinanzeigen, Lebensmittellieferung sowie Bildung
und handelt hier auch recht rege. Aktuell sind es 120 Adressen. Etwas dünnere
Erträge und dürftige Nachrichten von der China-Beteiligung Tencent drückten
den Aktienkurs zuletzt um rund ein Drittel. Bewertet ist das Papier nun lediglich
mit dem Achtfachen der für das Geschäftsjahr 2025/26 (Ultimo 31. März)
erwarteten Gewinne - sehr moderat für einen Titel aus dieser Sparte.
Seit Börsengang 2019 zeigt Prosus kontinuierlich positive, aber schwankende
Resultate. Aktuell ist unter anderem der Verkauf der Beteiligung an Delivery
Hero an Uber im Gespräch. Die Prognosen weisen auf ein fühlbar höheres
Gewinn-Niveau im aktuellen und nächsten Geschäftsjahr. Die Jahreszahlen für
die abgelaufene Periode erscheinen am 29. Juni.
Prosus
Kurs der Prosus-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
10
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA2PRDK/NL0013654783
Börsenwert 87 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,4/7,5
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,5/0,6 %
Kursziel/Stoppkurs 65,00/29,00 €
Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 65 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
60
50
40
30
20
e = erwartet
INTERNATIONAL CONSOLIDATED AIRLINES
Will Turbulenzen trotzen
Auf viel Gegenwind stößt derzeit die International Airline Gruppe, bestehend
aus British Airways, Iberia, Air Lingus, den Billig-Fliegern Vueling und Flylevel
sowie mit Qatar Airways (Anteil 26 Prozent) als Großaktionär. Die Gründe liegen
auf der Hand: gestrichene Flüge wegen des Iran-Konflikts, vor allem aber
höhere Kerosinpreise. Als Folge kappte der Vorstand die Wachstumziele für
2026 bei den Kapazitäten von drei auf eins bis zwei Prozent. Beim Ertrag tippt
der Markt auf einen Rückgang um zehn Prozent mit neuem Steigflug ab 2027.
Die IAG-Aktie stabilisierte sich nach ersten Verlusten zuletzt wieder. Für sie
spricht die relative Unabhängigkeit der Gruppe von der Region um den Mittleren
Osten mit 13 Prozent der Aktivitäten gegen 81 Prozent in Europa und
Amerika. Die Nachfrage auf den Hauptmärken bleibe robust, so der Vorstand.
Er sieht die IAG gut gerüstet. Zudem will er bis Frühjahr 2027 Aktien zurückkaufen.
Eine Entspannung um den Iran würde wohl weiteren Schub geben.
OMV
Markt fördert Fantasie
Einen 25-Prozent-Sprint legte die Aktie des Wiener Öl- und Gaskonzerns seit
Jahresstart hin. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten brachten im ersten
Quartal 2026 nahezu eine Gewinn-Vervierfachung. Je Aktie sprangen 4,55
Euro heraus. Für das Gesamtjahr geht der Vorstand beim Ölpreis von um 90
Barrel je Fass Brent aus, meidet bisher aber eine konkretere Ergebnisaussage.
Die Analystenprognosen von gut acht Euro Ertrag je Aktie in 2026 nach
3,11 Euro 2025 dürften nach diesem Jahresstart eher defensiv sein. Sicher erscheint
indes ein auf absehbare Zeit klar höheres Ertragsniveau als zuvor.
Bei der Aktie spricht das gleichfalls für eine höhere Einstufung. Ihr Kurs brach
zuletzt nach oben aus. Dennoch notiert sie mit attraktivem KGV und guter Dividendenrendite.
OMV fördert Öl und Gas vor allem in Mittel- und Osteuropa,
betreibt Raffinerien und Tankstellen und liefert Produkte für die Chemie. Die
Aktie ist so auch eine Spekulation auf dauerhaft erhöhte Öl- und Gaspreise.
36
International Consolidated Airlines
Kurs der ICA-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
1
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA1H6AJ/ES0177542018
Börsenwert 21 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e7,0/5,8
Dividendenrendite für 2026e/27e 2,4/2,6 %
Kursziel/Stoppkurs 5,90/3,70 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 30 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
OMV
Kurs der OMV-Aktie in Euro
30
200-Tage-Linie
20
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN874341/AT0000743059
Börsenwert 20 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e7,5/8,7
Dividendenrendite für 2026e/27e 7,3/7,7 %
Kursziel/Stoppkurs 75,00/53,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 20 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
4
3
2
e = erwartet
60
50
40
e = erwartet
FOCUS MONEY 23/2026
D
z
b
T
AEGON
Next Level
Auswanderungsgelüste in die USA hegt der niederländische Versicherungskonzern,
aktiv vor allem in West- und Südeuropa sowie Nordamerika. Der Vorstand
sieht dort „unwiderstehliche Wachstumchancen“ und will Aegon zu einer
führenden US-Lebensversicherungs- und Altersvorsorge-Gruppe machen.
Kosten soll der Standortwechsel 350 Millionen Euro bis 2028, das britische
Geschäft wird verkauft, die Gruppe soll später den Namen Transamerica tragen.
Schon jetzt stammen gut zwei Drittel der operativen Erträge aus den USA.
Die neue Strategie sollte die Aktien in Bewegung halten. 2025 steigerte Aegon
den Gewinn von 676 auf 980 Millionen Euro oder 59 Cent je Aktie. 2026
sollen es mehr als 90 Cent werden. Weitere Bonbons für die Anteilseigner:
Aktienrückkäufe über 400 Millionen Euro in 2026, ferner angekündigt eine
jährliche Steigerung der Dividende um mindestens fünf Prozent.
Aegon
Kurs der Aegon-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISINA3ET99/BMG0112X1056
Börsenwert 11 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,1/7,7
Dividendenrendite für 2026e/27e 6,0/6,4 %
Kursziel/Stoppkurs 10,00/6,30 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %
7
6
5
4
3
Quelle: Factset UK Limited 2026 e = erwartet
CEWE & CO
Bringt sich besser ins Bild
Eigentlich voll im Trend liegt SDax-Wert Cewe mit seinen digitalen Fotodiensten
wie Fotobücher, Wandbilder, Kalender und vielen individuellen Angeboten.
Nur zeigte sich dies bislang kaum in den Zahlen: Trotz wachsender Umsätze
(2025: 864 Millionen Euro) stagnieren die Erträge seit Jahren mit wenig
Schwankungen bei knapp 60 Millionen Euro. Ähnlich tendiert die Aktie.
Das soll sich nun ändern. Die bestens finanzierte Gesellschaft verkauft ihr
kommerzielles Online-Druck-Geschäft und konzentriert sich voll auf das sehr
profitable Foto-Business. Es soll weiter optimiert werden. Zusätzlich bringt der
Verkauf einen Gewinn im zweistelligen mittleren Euro-Bereich. Die Analysten
von Montega sprechen von einem erstklassigen Chance-Risiko-Profil der Aktie.
Das könnte passen. Die Chancen, dass der Kurs aus seinem inzwischen
gut zweijährigen Seitwärtskanal nach oben ausbricht, dürften damit wachsen.
Cewe Stiftung
Kurs der Cewe-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
130
70
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN540390/DE0005403901
Börsenwert 693 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,6/8,6
Dividendenrendite für 2026e/27e 3,3/3,4 %
Kursziel/Stoppkurs 140,00/86,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %
110
90
Quelle: Factset UK Limited 2026 e = erwartet
ieser Text
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Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Murat Örs, Vorstandsmitglied & Regionalmanager VTAD Hamburg
D
z
b
T
Quelle: Factset UK Limited 2026
CHARTSIGNAL DER WOCHE
Fugro-Aktie bereit zur Umkehr
Die Chancen auf eine größere Erholung beim niederländischen
Geodatendienstleister Fugro stehen gut. Grund ist die Ausbildung
einer potenziellen Umkehrformation, die für neue Anstiege spricht
Fugro Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
Signallinie
Abverkauf
Nackenlinie
Schulter
Kopf
Kursziel
Ausbruchsniveau
Stopp-Loss
Schulter
Moving Average Convergence Divergence (MACD)
bullishe Divergenz
2023 2024 2025 2026
24
20
16
12
8
1,0
0
–1,0
–2,0
Mit dem jüngsten Anstieg scheint sich die Fugro-Aktie
(ISIN: NL00150003E1) am Ende einer größeren Korrekturbewegung
zu befinden. Rückblickend befand sie sich nach
dem Hoch im Juli 2024 in einem ausgedehnten Abwärtstrend.
Nach einer ersten Erholung im April 2025 setzte sich
die Abwärtsbewegung zunächst fort, allerdings bei gleichzeitig
rückläufigem Volumen. Mit dem Tief im März dieses
Jahres und dem parallel weiter abnehmenden Handelsvolumen
hat sich charttechnisch nun eine invertierte Schulter-Kopf-Schulter-Formation
(SKS) herausgebildet.
Diese klassische Umkehrformation deutet auf einen
nachhaltigen Trendwechsel hin. Unterstützt wird diese Einschätzung
durch die Ausbildung einer bullischen Divergenz
beim MACD-Indikator. Steigt die Fugro-Aktie mit einem
deutlichen Volumenausbruch über die Nackenlinie im
Bereich von 12,35 Euro, wäre die übergeordnete SKS-Formation
bestätigt. Anleger können dann erste Long-Positionen
eingehen. Ein defensiver Stopp-Loss sollte unterhalb
der rechten Schulter bei zehn Euro platziert werden, ein
engerer Stopp bei 11,50 Euro. Ein erstes technisches Kursziel
ergibt sich aus der Projektion der SKS-Formation (Kopf
zur Nackenlinie) im Bereich von etwas über 16 Euro.
WETTE
DER WOCHE
TECHNOTRANS
Cooler Nischenplayer in
Hightechmärkten
von STEFAN RIEDEL
Auf Achterbahnfahrt
Technotrans
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2024 2025 2026
35
30
25
20
15
10
Quelle: Factset UK Limited 2026
UNSERE NEBENWERTE-LANG-
FRISTEMPFEHLUNG Technotrans
(DE000A0XYGA7) steht nach einigen
Großaufträgen vor einem neuen
Gewinnschub. Die Sparte Energy
Management ist dabei der größte
Wachstumstreiber. Technotrans liefert
für Rechenzentren Systeme zur
Flüssigkeitskühlung und profitiert
dabei von Großaufträgen unter anderem
aus den USA.
Gut läuft es auch in den Endmärkten
für Kühlsysteme bei Batteriespeichern.
Hier hat Technotrans im
Eisenbahnsektor einen Großauftrag
mit einem potenziellen Volumen
im niedrigen zweistelligen Millionenbereich
an Land gezogen. In
der Medizintechnik hat Technotrans
im Mai Flüssigkeitskühlsysteme für
die Hochleistungs-Computertomographen
eines chinesischen Herstellers
entwickelt.
Technotrans hat damit beste Voraussetzungen,
dass sich das Wachstum
im Jahresverlauf beschleunigt.
Wegen des konjunkturbedingt
schwachen Geschäfts in den Endmärkten
Print und Plastics war der
Gesamtumsatz im Auftaktquartal
2026 wie erwartet um 8,7 Prozent
auf 54,9 Millionen Euro geschrumpft.
Im Gegenzug stieg aber
der Auftragsbestand gegenüber
dem Vorquartal von 79 auf 84 Millionen
Euro. Die operative Marge
verbesserte sich auf sieben Prozent.
Technotrans könnte seine aktuelle
Zielvorgabe für 2026 – 240 bis 260
Millionen Euro Konzernumsatz und
eine EBIT-Marge von 6,5 bis 8,5
Prozent – möglicherweise toppen,
günstig bewertet ist die Aktie mit einem
2027er-KGV von knapp 13 allemal.
38 FOCUS MONEY 23/2026
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39
moneymarkets
ROLLENTAUSCH: Früher
bröckelten erst die Anleihen
der Schwellenländer und
dann die Bonds aus den
Industriestaaten. Jetzt ist es
umgekehrt
SCHWELLENLÄNDER-STAATSANLEIHEN
Sichere Häfen in der Ferne
Der Iran-Konflikt hat die Märkte in der ersten Jahreshälfte 2026 in Atem gehalten, die Rohstoffpreise
zogen kräftig an. Ein Anleihesegment blieb auffällig ruhig: die Schwellenländer. Wie
steht dieser Markt aktuell da – und tragen die Trends, die ihn stützen, in die zweite Jahreshälfte?
von PHILIPP EMANUEL EISEL
Wenn die Märkte ins Wanken geraten, sah die Bewegung
häufig gleich aus: Investoren flüchten in den
US-Dollar, riskante Märkte wie Aktien oder Nischen
in anderen Anlageklassen geraten unter Druck. Je exotischer,
desto größer die Kursverluste. Im ersten Halbjahr
2026 ließ sich eine andere Reaktion beobachten. Trotz des
Iran-Konflikts gewann der Dollar kaum an Wert – wodurch
ein wesentlicher Belastungsfaktor von den Schwellenländern
genommen wurde. Also jenen Ländern, die an der
Schwelle vom Entwicklungs- zum Industriestaat stehen. Sowohl
Aktien- als auch Anleihemärkte kamen verhältnismäßig
ruhig durch geopolitische Turbulenzen, die von Februar
bis April 2026 ihren Höhepunkt hatten. Während die Aktienmärkte
häufig ihre eigene Geschichte schreiben, lassen
sich die strukturellen Treiber hinter der robusten Entwicklung
des Anleihemarktes klar benennen: hohe Kupons als
Puffer, eine niedrigere Staatsverschuldung als in den Industriestaaten
und Rückenwind für rohstoffexportierende Länder.
Dahinter wirkt die übergeordnete Tendenz eines schwächeren
US-Dollars. Während sich am Anleihemarkt der
Industriestaaten Druck auf die Renditen aufbaut, bleibt es in
vielen Schwellenländern ruhig – ein Rollentausch, der vor
wenigen Jahren noch undenkbar schien. Was treibt diese Stabilität,
und wie tragfähig sind die Trends, die sie stützen?
Ein Teil der Antwort liegt im direkten Vergleich. Am hiesigen
Anleihemarkt häufen sich die Warnsignale. Britische
Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit rentieren so hoch wie
zuletzt 1998, das Pfund hat parallel an Wert verloren. Japanische
Investoren – die größte ausländische Gläubigergruppe
der USA – stießen im ersten Quartal 2026 US-Staatsanleihen
im Volumen von rund 30 Milliarden Dollar ab – der
stärkste Abverkauf seit 2022. China zählt dagegen unter den
40
Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
großen Volkswirtschaften zu jenen mit den niedrigsten Renditen
für zehnjährige Staatsanleihen – obwohl die Wachstumsaussichten
dort höher liegen. Die Lesart: Die Verschuldung
in Europa, den USA und Japan wird zunehmend als
Risiko wahrgenommen.
Schwellenländer-Anleihen in lokaler Währung – Anleihen,
die ein Schwellenland in seiner eigenen Währung statt in US-
Dollar begibt – notieren seit Jahresbeginn leicht im Plus und
durchliefen die Spannungsphase mit deutlich geringeren
Schwankungen als beispielsweise ein MSCI World ETF (siehe
Grafik). Der Aktienmarkt, ein guter Indikator für die wirtschaftliche
Verfassung einer Region, zeigt ein ähnliches Bild:
Mit einem Plus von 20 Prozent (Stand: 22.05.2026) seit Jahresstart
laufen Schwellenländer-Aktien den Industriestaaten
(+10 Prozent) davon.
Zusätzlichen Aufwind haben durch den Konflikt die rohstoffexportierenden
Schwellenländer erhalten. Der WTI-Ölpreis
notierte am 22. Mai 2026 über 40 Prozent höher als vor
der Eskalation am 27. Februar 2026; auch andere Rohstoffmärkte
zogen deutlich an. Mexiko, Südafrika, Brasilien und
weitere Schwergewichte im Universum für Schwellenländer-
Anleihen profitieren davon. Wer in den breiten Schwellenländermarkt
investiert, verteilt sein Kapital von vornherein
über etliche Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Treibern.
Hinter dieser Robustheit steht ein Profil, das in vielen
Anlegerportfolios unterrepräsentiert ist.
Das Renditeniveau von Schwellenländer-Anleihen liegt
aktuell zwischen sechs und acht Prozent (siehe Grafik). Damit
bewegt sich die Anlageklasse auf einem Niveau, das in
historischer Betrachtung an Aktienmarktrenditen heranreicht.
Globale Investment-Grade-Anleihen rentieren dagegen
nur um die 3,8 Prozent.
Hinter dem Renditeunterschied zu den hiesigen Anleihemärkten
stehen zwei strukturelle Faktoren: höhere Zinsniveaus
und höhere Wachstumsraten in den jeweiligen Volkswirtschaften.
Das eigentliche Risiko liegt für Investoren aus
dem Dollar- oder Euro-Raum weniger in der Bonität als in
der Währung – fällt die Währung eines Schwellenlandes gegenüber
dem Dollar oder dem Euro, schmälert das die Rendite,
gemessen in Euro oder Dollar. Doch genau dieses Risi-
ko scheint sich strukturell verändert zu haben. Die
Staatsverschuldung vieler Schwellenländer liegt heute unter
jener der großen Industriestaaten, weshalb die Wahrscheinlichkeit
einer starken Abwertung der jeweiligen Währungen
gesunken ist. Dies verbessert das Verhältnis von Chance und
Risiko der Anlageklasse spürbar.
Der Markt honorierte das zuletzt mit verhältnismäßig
niedrigen Kursschwankungen. Lokale Schwellenländer-
Staatsanleihen wiesen über die letzten fünf Jahre eine Volatilität
von rund fünf bis sechs Prozent auf – weniger als globale
Investment-Grade-Anleihen mit 6,5 Prozent, deutlich
weniger als der MSCI World mit gut zehn Prozent und nur
etwa ein Drittel der Schwankung im deutschen Aktienindex
DAX (siehe Grafik).
Auch im Vergleich mit deutschen Staatsanleihen – traditionell
dem Inbegriff sicherer Anlage – müssen sich Schwellenländer-Anleihen
nicht verstecken. Zwei Gründe stechen
hervor: Auf Seiten der Industriestaaten verstärken hohe Verschuldung
und ein gestiegenes Inflationsrisiko die Anfälligkeit
für Kursrücksetzer. Steigt die Zinserwartung, fallen in
der Regel die Kurse, vor allem bei Anleihen mit langer Restlaufzeit
und niedrigen Kupons – beides Merkmale deutscher
Staatsanleihen. Auf Seiten der Schwellenländer wirken die
relativ hohen Kupons dagegen als Puffer gegen Kursverluste
bei steigenden Zinsen. Sollte das Zinsniveau sinken und sich
dem der Industrieländer nähern, könnten sogar zusätzliche
Kursgewinne entstehen. Eine ähnliche Pufferwirkung leisten
am Markt der Industriestaaten nur High-Yield-Unternehmensanleihen
– also Anleihen von Emittenten niedriger
Bonität.
In einer Welt sich verändernder Risikoverhältnisse bieten
Anleihen aus Schwellenländern damit eines der spannendsten
Profile an den globalen Anleihemärkten. Ergänzt wird
dieses Profil durch zwei makroökonomische Treiber.
Zum einen der schwache US-Dollar – bestätigt durch die
ausgebliebene Aufwertung des Greenbacks. Geopolitische
Eskalationen führen gewöhnlich dazu, dass Kapital in den
US-Dollar fließt – während des Iran-Konflikts blieb dieser Reflex
aus. Die Mischung aus Erwartungen zur US-Zinspolitik,
einer aus dem Gleichgewicht geratenen US-Fiskalpolitik
Überschaubares Kursrisiko
Anleihen aus den Schwellenländern zeigten in den
vergangenen Jahren niedrigere Kursschwankungen
als globale Investment Grade Anleihen.
Volatilität in den letzten fünf Jahren
in Prozent
Dax 15,71
MSCI-World 10,03
IG-Anleihen
global
6,47
Staatsanl. Schwellenländer
(lokal)
Staatsanl. Schwellenländer
(lokal), aktiv
6,20
5,54
Aktienähnliche Renditechancen
Die Ausschüttungsrendite bei Schwellenländer-
Staatsanleihen fällt fast doppelt so hoch aus wie am
globalen Investment Grade Anleihemarkt.
Anleihenrenditen
in Prozent pro Jahr
Staatsanl. Schwellenländer
(lokal), aktiv
8,07
Staatsanl. Schwellenländer
(lokal)
6,62
Schwellenländer
Unternehmensanl.
(USD) 5,88
IG-Anleihen
global
3,83
FOCUS MONEY 23/2026
41
moneymarkets
Schwellenländer trotzen Turbulenzen
Geopolitische Turbulenzen können die Märkte in Unruhe
versetzen. Historisch folgt nach dem Schock
schnell die Erholung – so auch zuletzt
Schwellenländeranleihen-ETFs
indexierte Entwicklung seit 1.1.2026
Schwellenländer-Unternehmensanleihen-ETF (USD)
Schwellenländer-Staatsanleihen-ETF, aktiv
Schwellenländer-Staatsanleihen-ETF
MSCI-World-ETF
JAN FEB MÄR APR MAI
und der De-Dollarisierung spricht für eine längere Schwächephase
der Weltleitwährung. Für Schwellenländer-Anleihen
wirkt das doppelt entlastend – einerseits fällt die Bedienung
der in US-Dollar ausgegebenen Schulden leichter,
wodurch mehr Kapital für Wachstumsinvestitionen frei wird.
Gleichzeitig steigt der Anreiz, Kapital vom US-Dollar in andere
Währungsräume umzuschichten. Währungen der
Schwellenländer könnten davon profitieren.
Der zweite Treiber ist die schon seit mehreren Jahren anhaltende
Tendenz steigender Rohstoffpreise. Der Iran-Kon-
108
106
104
102
100
98
96
Quelle: Factset UK Limited 2026
flikt goss zusätzliches Öl ins Feuer. Verschobene Lieferketten,
jahrelange Unterinvestition in Förderung sowie strukturell
höhere Finanzierungskosten sprechen dafür, dass das gestiegene
Preisniveau Bestand haben wird. Rohstoffexportierende
Schwellenländer ziehen daraus mehrfach Vorteile – über
höhere Exporterlöse, gestärkte Außenhandelsbilanzen und
mehr Spielraum für die jeweiligen Notenbanken. Diese Treiber
kommen vor allem Volkswirtschaften wie Brasilien (Öl,
Eisenerz, Agrarrohstoffe) und Indonesien (Kohle, Industriemetalle)
zugute.
Zusammengefasst liefern Schwellenländer-Anleihen gute
Gründe für einen eigenen Platz im Portfolio. Sie können sowohl
Positionen aus dem klassischen Anleihebereich als
auch Teile der Aktienquote ersetzen – nicht vollständig, aber
so, dass das Portfolio insgesamt diversifizierter und im Chance-Risiko-Verhältnis
besser dasteht. Angesichts des Risikoprofils
erscheint eine Gewichtung von fünf bis zehn Prozent
plausibel; wer erstmals einsteigt, kann mit weniger starten,
um erste Erfahrungen zu sammeln. ETFs bieten ein einfaches
Vehikel, um diesen Teil des Anleihemarktes abzubilden.
Inzwischen sind auch aktive ETFs eine ernstzunehmende Alternative
– denn in Nischenmärkten lassen sich Überrenditen
leichter erzielen als in etablierten Märkten wie beispielsweise
dem US-Aktienmarkt. Und wer das Wechselkursrisiko
der Schwellenländer-Währungen scheut, kann zu ETFs auf
in US-Dollar begebene Schwellenländer-Anleihen greifen.
Die Wahl folgt weniger einem Richtig oder Falsch als dem gewünschten
Risikoprofil.
VANECK J.P. MORGAN EM LOCAL CURRENCY BOND UCITS ETF
Passiv und breit gestreut in Schwellenländer-Staatsanleihen anlegen
Der ETF bildet den J.P. Morgan GBI-EM Global Core Index ab und gehört
seit seiner Auflage im April 2017 zu den etablierten Vehikeln für einen passiven
Zugang zum Markt für Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung.
Der Index begrenzt die Gewichtung einzelner Länder auf zehn Prozent, was
eine ausgewogene Streuung sicherstellen soll. Asien dominiert mit China (9,9
Prozent), Indien (9,8 Prozent), Malaysia (8,2 Prozent), Indonesien (7,9 Prozent)
und Thailand (6,7 Prozent); aus Lateinamerika kommen Mexiko (8,5 Prozent)
und Brasilien (5,9 Prozent) hinzu, aus Mittelosteuropa Polen (6,8 Prozent) und
aus Afrika Südafrika (5,8 Prozent). Mit einer Ausschüttungsrendite von 6,6 Prozent
und einem durchschnittlichen Kupon von 6,1 Prozent bewegt sich der ETF
im Mittelfeld der Anlageklasse. Die Duration von 5,2 Jahren – ein Maß für die
Zinssensitivität – gibt an, wie stark der Kurs auf Zinsänderungen reagiert: Steigen
die Marktzinsen um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs rechnerisch um 5,2
Prozent, sinken sie entsprechend, steigt er um den gleichen Betrag. Im für globale
Anleihemärkte schwierigen Jahr 2022 verlor der ETF lediglich 4,77 Prozent
– während breite globale Anleihe-Indizes zweistellige Kursverluste verzeichneten.
Ein praktischer Beleg dafür, wie wirksam die hohen Kupons der
Schwellenländer-Anleihen Kursrücksetzer aus steigenden Zinsen abfedern
können. Damit kann sich das Produkt als Basisbaustein für Anleger eignen,
die passiv und breit gestreut in den Markt einsteigen wollen – mit voller Partizipation
an einer möglichen Aufwertung der Lokalwährungen. Gleichzeitig
bleibt das Risiko, im Falle einer Abwertung lokaler Währungen Kursverluste
zu erleiden.
Stetig bergauf
Trotz kleiner Schwankungen in Phasen turbulenter
Märkte zeigt sich das Produkt bislang
als solider Renditebaustein mit Diversifikationspotenzial.
Vaneck JPM EM Local Currency Bond ETF
Kurs des Vaneck-ETFs in Euro
50
2023 2024 2025 2026
WKN/ISIN
A2DQKN / IE00BDS67326
Fondsvolumen 225 Mio. €
Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,30 %
Ausschüttungsrendite6,58 %
Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.
Auflagedatum 7. April 2017
Quelle: Factset UK Limited 2026
60
58
56
54
52
42
FOCUS MONEY 23/2026
JPMORGAN EM LOCAL CURRENCY BOND ACTIVE UCITS ETF - USD (ACC)
Breit gestreut mit aktivem Touch
Der ETF verfolgt dieselbe Anlageklasse wie sein passives Pendant, geht aber
einen anderen Weg: aktives Management mit dem Ziel, den J.P. Morgan GBI-
EM Global Diversified zu schlagen. Der Anlageprozess kombiniert Top-down-
Länderallokation mit einer Bottom-up-Einzeltitelauswahl über knapp 90 Positionen.
In der aktuellen Aufstellung fällt eine deutlich stärkere Gewichtung auf
Lateinamerika auf: Mexiko (11,3 Prozent), Brasilien (9,5 Prozent) und Kolumbien
(8,0 Prozent) zählen zu den größten Positionen, während China (4,9 Prozent)
untergewichtet ist – damit geht der ETF insgesamt ein stärkeres Engagement
in Volkswirtschaften ein, die von steigenden Rohstoffpreisen
profitieren. Die durchschnittliche Bonität der vom Produkt gehaltenen Anleihen
liegt bei BBB+ und die Duration bei 5,5 Jahren. Das entspricht in etwa
dem Zinsänderungsrisiko des passiven Pendants. Die Ausschüttungsrendite
von aktuell 8,1 Prozent p.a. notiert dagegen anderthalb Prozentpunkte höher
– ein Ergebnis der aktiven Auswahl, die in diesem Nischenmarkt besonders
zum Tragen kommen könnte. Denn anders als an den inzwischen hocheffizienten
Standard-Aktienmärkten lassen sich aus der aktiven Selektion bei
Schwellenländer-Anleihen messbare Hebel ziehen – die Vermeidung von Ländern
mit Bonitäts- oder Politikrisiken und die gezielte Übergewichtung dort,
wo einzelne Volkswirtschaften besonders günstig bewertet sind. Die Kehrseite:
Wer auf aktives Management setzt, übernimmt die Wette, dass das Team
den Markt besser einschätzt als die Summe seiner Teilnehmer. Bleibt der Erfolg
aus, kann die Performance hinter dem passiven Standard zurückbleiben
– ein Effekt, den die etwas höheren laufenden Kosten zusätzlich verstärken.
Ziel zweistellig
Der aktive ETF kann flexibler auf veränderte
Marktbedingungen reagieren – sei es zur Erzielung
von Überrenditen oder zur gezielten
Risikosteuerung.
JPM EM Local Currency Bond Active ETF
Kurs des JPM-ETFs in Euro
9,0
2025 2025
8,6
MÄR
JAN JUN
WKN/ISIN
A40ZH0 / IE000TGCBXG8
Fondsvolumen 94 Mio. €
Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,45 %
Ausschüttungsrendite8,07 %
Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.
Auflagedatum 5. März 2025
Quelle: Factset UK Limited 2026
9,8
9,4
ISHARES J.P. MORGAN USD EMERGING MARKETS CORPORATE BOND UCITS ETF
Dollar-Variante mit defensivem Laufzeitenprofil
Der ETF bildet den JP Morgan CEMBI Broad Diversified Core Index ab und
investiert in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, die in US-Dollar
begeben werden. Mit einem Fondsvolumen von 1.586 Millionen Euro und über
1.200 Positionen zählt er zu den etablierten Produkten für dieses Marktsegment.
Anders als bei den beiden vorherigen Produkten erfolgt das Engagement
in US-Dollar. Das Wechselkursrisiko gegenüber den einzelnen Schwellenländer-Währungen
entfällt – an seine Stelle tritt die Schwankung zwischen
Dollar und Euro. Die Wahl auf Unternehmens- statt Staatsanleihen ist bewusst:
Der USD-Staatsanleihen-Markt der Schwellenländer weist insgesamt eine
deutlich längere Restlaufzeit auf (10,9 Jahre) als der USD-Unternehmensanleihen-Markt
(6,8 Jahre). Mit einer Duration von 4,3 Jahren positioniert sich dieser
ETF damit defensiver gegenüber Zinsbewegungen. Ein weiterer Vergleich:
Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich aus den USA bieten aktuell
eine Ausschüttungsrendite von 5,3 Prozent, bei einer durchschnittlichen
Restlaufzeit von 12,9 Jahren. Dieser ETF weist damit eine höhere Ausschüttungsrendite
(5,9 Prozent) bei niedrigerem Zinsänderungsrisiko auf. Im Jahr
2022, als US-Dollar Unternehmensanleihen aus Industrieländern ein Minus
von 13 Prozent erzielten, beendete dieser Schwellenländer-Anleihen ETF das
Jahr mit -7,1 Prozent. Sektoral entfällt der größte Anteil auf Industrieunternehmen
(42,5 Prozent). Länderseitig führen China, Saudi-Arabien und Hongkong.
Das Produkt kann für Anleger geeignet sein, die Schwellenländer-Anleihen
halten wollen, ohne in Lokalwährungen zu investieren. Die Kehrseite: Eine Abwertung
des US-Dollars gegenüber dem Euro würde die Rendite schmälern.
Mit Trotz und Zuversicht
Die geopolitischen Unruhen sind im Chartverlauf
des ETFs kaum erkennbar. Der Markt
geht seinen eigenen Weg.
Ishares JPM USD EM Corp Bond ETF
Kurs des Ishares-
ETFs in Euro
6,0
5,6
5,2
4,8
2023 2024 2025 2026
WKN/ISIN
A2JKT0 / IE00BFM6TD65
Fondsvolumen 1 586 Mio. €
Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,50 %
Ausschüttungsrendite5,88 %
Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.
Auflagedatum 30. Mai 2018
Quelle: Factset UK Limited 2026
FOCUS MONEY 23/2026
43
GASTURBINE
Siemens Energy kann
sich vor Aufträgen
kaum retten
SIEMENS ENERGY
Spannungsabfall beim Überflieger
Die Siemens-Tochter profitiert vom globalen Energiehunger und dem Ausbau der Stromnetze. Das
hat die Aktie auf immer neue Rekordstände getrieben. Und jetzt?
Wieder hochprofitabel
Siemens Energy hat in den vergangenen Jahren das
Umsatzwachstum beschleunigt und im Geschäftsjahr
2023/24 dank steigender Margen den Sprung
in die schwarzen Zahlen geschafft.
Umsatz
in Milliarden Euro
34,5
31,1
28,5 29,0
2021
22
Quelle: Siemens Energy
23
24
39,1
2025
Gewinn
in Milliarden Euro
–0,5
2021
–0,4
22
–4,5
23
1,2
24
1,4
2025
von STEFAN RIEDEL
Siemens Energy zählt mittlerweile zu den größten Erfolgsstorys
unter den Dax-Titeln in diesem Jahrzehnt.
In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Börsenwert
auf rund 150 Milliarden Euro versiebenfacht. Dabei
stand das Unternehmen zum Zeitpunkt der Abspaltung vom
Mutterkonzern Siemens im Oktober 2020 in der Kritik. Mit
einem Portfolio aus Erneuerbaren Energien, Stromnetzen,
Öl- und Gasanlagen sowie Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen
wollte der Konzern die Gewinnzone erreichen – und
wurde von Klimaschützern für das Festhalten an Kohle und
Gas kritisiert.
Der Konzern ist seitdem nicht nur zu einem der höchstkapitalisierten
Dax-Titel aufgestiegen, sondern hat auch seine
Position als einer der international führenden Player in den
größten Wachstumsmärkten der Energieversorgung gefes-
44 Foto: Siemens
FOCUS MONEY 23/2026
moneymarkets
Rendite-Duo setzt Akzente
Die zwei vom Umsatz her größten Sparten Gas Services
und Grid Technologies liefern mit 15,7 bzw. 16,9
Prozent auch die höchsten Margen und sind auch
bei der Book-to-Bill-Ratio top.
Umsatz 2024/25 nach Geschäftsfeldern
Anteile in Prozent
Tramsformation of Industry
Gas Services
(5,4 Mrd. Euro) 14,2
(12,2 Mrd. Euro)
30,9
Siemens Gamesa
(10,4 Mrd. Euro)
Quelle: Siemens Energy
26,6
28,3
Grid Technologies
(11,3 Mrd. Euro)
tigt. Elektrifizierung, Netzausbau, Rechenzentren und KI-Infrastruktur
sorgen für einen hohen Bedarf an Energieausrüstung.
Zwei Wachstumstreiber. Die Sparte Grid Technologies hat
sich zur Renditemaschine entwickelt. Die umsatzseitig
zweitgrößte Sparte profitiert vom globalen Ausbau der
Stromnetze und zieht hier immer neue Großaufträge an
Land. Zum Produktsortiment zählen unter anderem Schaltanlagen,
Transformatoren und sogenannte HGÜ-Systeme
für die Übertragung von Hochspannungs-Gleichstrom. Damit
lässt sich die wachsende Stromeinspeisung aus erneuerbaren
Energien in Europa und weltweit in die Netze integrieren
und die Netzstabilität sichern.
Der Geschäftsbereich Gas Services wiederum wächst mit
den Neuaufträgen für Gas- und Dampfturbinen und Generatoren.
Die in den Vertragsabschlüssen mit den Kraftwerkskunden
enthaltenen Serviceaufträge generieren über Jahre
wiederkehrende Einnahmen. Siemens Energy zieht hier international
Neuaufträge an Land. Aber auch die Neupositionierung
in Deutschland bei der Energiewende kommt dem
Geschäft zugute. So plant die Bundesregierung Ausschreibungen
für Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 12 Giga-
watt. Die Umsetzung soll ab 2026 erfolgen. Dabei werden
die Anlagen so konzipiert, dass sie später auf Wasserstoff umgestellt
werden können. Die Sparte ist aber auch Nutznießer
des KI-Booms. Jede vierte verkaufte Gasturbine geht nach
den Worten von Konzernchef Christian Bruch an ein Rechenzentrum.
Allein im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres
2025/26 bis Ende März verbuchte Siemens Energy
Aufträge für 179 Gasturbinen – fast so viele wie im gesamten
Geschäftsjahr 2024/25 mit 194 verkauften Turbinen.
Auftrieb für Windkraftsparte. Dazu steht das langjährige
Sorgenkind, die Windenergietochter Siemens Gamesa, im
laufenden Geschäftsjahr vor dem Comeback in die schwarzen
Zahlen. Der Verlust wurde im letzten Quartal auf 39 Millionen
Euro heruntergefahren, nachdem es vor einem Jahr
noch über eine halbe Milliarde Euro waren. Die Sparte profitiert
von geringeren Sonderbelastungen und einer besseren
Projektabwicklung. Bei der Bewerbung in Neuausschreibungen
will Gamesa nach eigenem Bekunden eine striktere Vorauswahl
bei der Risiko-Ertrags-Analyse treffen.
Zugleich will Siemens Energy eine Milliarde Euro in den
USA in die Gasturbinentechnik und den Ausbau der Netzinfrastruktur
stecken. Im US-Bundesstaat Mississippi baut der
Konzern seine weltweit größte Produktionsstätte für Hochspannungsschaltanlagen.
Noch 2026 sollen dort die ersten
Großtransformatoren vom Band rollen.
Mehr Dividende, höhere Margen. Die Jahresprognose hat
Siemens Energy nach den exzellenten Quartalszahlen vor
zwei Wochen deutlich angehoben. Das Management erwartet
jetzt ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16
Prozent. Der Konzerngewinn soll bei vier Milliarden Euro herauskommen,
was fast eine Verdreifachung gegenüber dem
Vorjahr bedeuten würde. Die neue Zielmarke beim Free
Cashflow beträgt acht Milliarden Euro. Bis zu sechs Milliarden
Euro will Siemens Energy bis 2028 über Rückkäufe und
Dividenden an seine Aktionäre zurückführen.
Bleibt die Frage, ob die Aktie weiter Potenzial hat. Hält man
sich vor Augen, dass das Unternehmen nach dem Gewinnsprung
in diesem Jahr laut Analystenschätzungen auch in
den nächsten beiden Geschäftsjahren um jeweils mehr als
30 Prozent wachsen könnte, ist die Antwort ein klares Ja. Der
Kursrücksetzer bietet jetzt gute Einstiegskurse.
Verschnaufpause eingelegt
Nach dem rasanten Kursanstieg seit Frühjahr
2025 hat die Aktie zuletzt einen Konsolidierungskurs
eingeschlagen. Damit sie wieder
richtig Fahrt aufnimmt, muss sie das Allzeithoch
bei 191,66 Euro nachhaltig überwinden.
WKN/ISIN
ENER6Y / DE000ENER6Y0
Börsenwert 155,5 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e*45,1/29,6
Dividendenrendite für 2026e/27e*1,0%/1,4%
Kursziel/Stoppkurs 245,00/140,50 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %
Quelle: Factset UK Limited 2026; *GJ 30.09.
e = erwartet
Siemens Energy
Kurs der Siemens-Energy-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
160
120
80
40
0
FOCUS MONEY 23/2026
45
moneymarkets
Das Beste für
FOCUS-MONEY-Leser
Der 1843 gegründete „The
Economist“ mit dem Leitmotto
„Den globalen Fortschritt
inspirieren“ gilt heute
als eine der führenden Wirtschaftszeitschriften
der
Welt. Er betont seine Unabhängigkeit
und Objektivität;
mit Büros in 14 Ländern
weltweit ist er für seine tiefen
Analysen der globalen
Wirtschaft und Politik
bekannt. In einer Kooperation
macht FOCUS MONEY
seinen Lesern in der Regel
wöchentlich einen ausge
wählten Artikel aus „The
Economist“ zugänglich.
INDIEN
Kann Mukesh Ambani seinen
bislang größten Coup landen?
Der Vorstand von
Reliance will den
Konzern in einen
Technologieriesen
verwandeln
In den kommenden Monaten wird Reliance Industries, ein
indischer Wirtschaftsriese, seine Telekommunikationssparte
Jio Platforms abspalten – in Vorbereitung auf den voraussichtlich
größten Börsengang in der Geschichte des Landes.
Der Börsengang, der Jio mit 130 bis 150 Milliarden
US-Dollar bewerten und rund 3,5 Milliarden Dollar einbringen
dürfte, folgt auf ein Jahrzehnt massiver, kapitalintensiver
Investitionen, die Reliance von einem Öl- und Chemieunternehmen
zu einem breit aufgestellten Konzern gemacht
haben, der heute tief im Alltagsleben Indiens verankert ist.
Selbst nach den Maßstäben der weitverzweigten Konglomerate
des Landes ist er gewaltig. Nur der Tata-Konzern,
ein Netzwerk aus 26 börsennotierten Unternehmen, weist
einen höheren Gesamtwert auf. Reliance, mit einem Unternehmenswert
von rund 200 Milliarden Dollar, betreibt die
größte Ölraffinerie der Welt und verfügt über etwa 1,5 Prozent
der glo balen Verarbeitungskapazität. Er steht zudem
für rund ein Drittel der indischen Erdgasförderung. Jio, an
46
Foto: dpa
FOCUS MONEY 23/2026
MUKESH AMBANI (M.), FAMILIE:
Mit 69 Jahren hat der Konzernchef
noch längst nicht genug
An der Börse erfolgreich
Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre hat sich der
Aktienkurs von Reliance in Euro fast verdreifacht. In
indischen Rupien war die Performance noch wesentlich
beeindruckender: Der Kurs ist um 590 Prozent
gestiegen. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell
umgerechnet 164 Milliarden Euro
Reliance Industries
Aktienkurs in Euro
2017 18 19 20 21 22 23 24 25 2026
Quelle:Factset UK Limited 2026
12
10
6
2
dem das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung behält,
ist gemessen an der Zahl der Nutzer der zweitgrößte
Mobilfunk anbieter der Welt und betreibt zugleich die
zweitgrößte Streaming-Plattform. Das Einzelhandelsgeschäft
von Reliance, das von Nachbarschaftsläden bis
hin zu großen Filialen mit Kleidung und Elektronikartikeln
reicht, zählt weltweit zu den fünf größten nach Filialanzahl
und ist das größte im Heimatmarkt.
Doch Konzernchef Ambani hat noch längst nicht genug.
Schon widmet er sich seinem nächsten großen
Wagnis – diesmal im Bereich künstliche Intelligenz, mit
umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Software.
Inzwischen fragen sich Investoren, was geschieht,
wenn sich der 69-jährige Ambani aus dem operativen
Geschäft zurückzieht. Ob es ihm gelingt, Reliance erneut
zu transformieren, wird nicht nur für die Anteilseigner
des Unternehmens, sondern auch für die indische Wirtschaft
von Bedeutung sein. Für Reliance wäre es nicht
die erste grundlegende Neuausrichtung. In den 1950er-
Jahren gründete Mukeshs Vater Dhirubhai Ambani in
Mumbai das Unternehmen als kleinen Warenhandel, zunächst
mit Gewürzen und Polyestergarn, bevor er eine
Textilfabrik eröffnete. In den folgenden Jahrzehnten
weitete das Unternehmen seine Aktivitäten auf Petrochemie,
Raffinerien sowie die Öl- und Gasförderung aus.
Erst Marktanteile, dann Gewinne. Ambani, der nach
dem plötzlichen Tod seines Vaters im Jahr 2002 die
Unternehmensführung übernahm, hat eine eigene, markante
Strategie für den Eintritt in neue Märkte entwickelt:
Er investiert großzügig in erstklassige Infrastruktur,
subventioniert Preise, um Kundschaft zu gewinnen,
und nimmt Verluste in Kauf, während die Konkurrenz
unter Druck gerät. Als Jio im Jahr 2016 an den Start ging,
war der indische Mobilfunkmarkt stark zersplittert und
zählte mehr als zehn Anbieter. Smartphones waren noch
nicht weit verbreitet, Datentarife teuer, und die meisten
Nutzer setzten vor allem auf Sprachdienste. Jio stellte
den Markt auf den Kopf, indem das Unternehmen monatelang
kostenlosen Daten zugang und anschließend drastisch
gesenkte Preise anbot. Es umfasste zudem Live-
Fernsehen, Filme, Musik und Cloud-Speicher – meist
ohne oder nur mit geringem Aufpreis.
Das Ergebnis war ein Desaster. Bernstein, ein Broker,
schätzt, dass die Preise für mobile Datendienste in Indien
zwischen 2016 und 2019 um 95 Prozent gesunken
sind. Bis dahin war die Branche auf drei Hauptanbieter
geschrumpft, während Jios Kundenbasis von null auf
über 370 Millionen angewachsen war. Seit dem Start
von Jio hat Reliance mehr als 50 Milliarden Dollar in den
Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur investiert.
Es hält inzwischen über 45 Prozent des Marktanteils.
FOCUS MONEY 23/2026
47
moneymarkets
Ambani verfolgte im Einzelhandel eine ähnliche Strategie.
Obwohl der Konzern bereits 2006 erste Schritte in
dieser Branche unternahm, gewann sein Engagement
erst in den Jahren nach dem Einstieg in das Telekommunikationsgeschäft
richtig an Fahrt. Seit März 2017 hat
Reliance mehr als 21 Milliarden Dollar in den Aufbau eines
landesweiten Filialnetzes investiert und die Zahl der
Standorte auf über 19 000 – rund das Sechsfache – erhöht.
Im Jahr 2020 veräußerte das Unternehmen eine
Beteiligung an seiner Einzelhandelssparte an Investorengruppen,
darunter General Atlantic, eine US-amerikanische
Venture-Capital-Gesellschaft, sowie den Public
Investment Fund Saudi-Arabiens, einen staatlichen
Vermögensfonds.
Gigafabrik für Erneuerbare. Seit 2021 baut Reliance
auch ein Geschäftsfeld für erneuerbare Energien auf. In
Jamnagar, einer Stadt im westindischen Bundesstaat Gujarat,
errichtet der Konzern sogenannte „Gigafabriken“
zur Produktion von Solarmodulen, Batterien, Anlagen
für grünen Wasserstoff und weiteren Technologien. Die
erzeugte Energie wird einen Solarpark in einem trockenen
Gebiet nördlich von Jamnagar versorgen, das sich
über mehr als 222 000 Hektar erstreckt – etwa das Dreifache
der Fläche Singapurs. Reliance hat bereits zugesagt,
rund zehn Milliarden Dollar in saubere Energien
zu investieren. Das könnte sich erst als Anfang erweisen:
Indien bleibt energiehungrig und weiterhin stark
von fossilen Brennstoffen abhängig.
Ambanis Bereitschaft, in kapitalintensive Projekte zu
investieren, hat den Konzern grundlegend verändert.
Vor zehn Jahren stammte nahezu der gesamte operative
Gewinn von Reliance aus der Förderung, Raffination
und petrochemischen Behandlung von Öl und Gas; heute
machen diese Bereiche weniger als die Hälfte aus (siehe
Grafik unten). Hohe Investitionen haben dazu geführt,
dass die Kapitalrendite des Konzerns mit weniger als
acht Prozent pro Jahr im vergangenen Jahrzehnt be-
scheiden ausfiel – deutlich unter den Kapitalkosten.
Doch die Anleger zeigten sich bislang nachsichtig. Wie
ein Fondsmanager formuliert: Die meisten würden es
vorziehen, wenn Ambani das Kapital erneut investiert,
statt es auszuschütten.
Ihr Vertrauen steht nun auf dem Prüfstand – aufgrund
der bislang größten Wette von Reliance: diesmal auf
künstliche Intelligenz. Ambanis Konzern hat sich in den
vergangenen Jahren schrittweise in diesem Bereich positioniert.
Im September 2023 etwa kündigte er eine
Partnerschaft mit dem Chipriesen Nvidia an, um ein KI-
Modell zu entwickeln, das auf indische Sprachen trainiert
wird. Doch seit August vergangenen Jahres gewinnt
die Initiative an Dynamik – mit der Gründung von
Reliance Intelligence, einer auf künstliche Intelligenz
spezialisierten Tochtergesellschaft. Der US-amerikanische
Social-Media-Gigant Meta erwarb im Dezember
rund ein Drittel der Unternehmensanteile.
Im Februar kündigte Reliance an, in den kommenden
sieben Jahren rund 110 Milliarden Dollar in den Ausbau
von Rechenzentren zu investieren. In Jamnagar entsteht
derzeit eine Anlage, die nach Unternehmensangaben
künftig eine Kapazität von mehreren Gigawatt erreichen
soll; 120 Megawatt sollen noch in diesem Jahr ans Netz
gehen.
Reliance verfolgt das Ziel, künstliche Intelligenz für
die breite Bevölkerung in Indien erschwinglich und zugänglich
zu machen – so wie Jio es einst mit mobilen
Datendiensten getan hat. Eine Partnerschaft mit Google
ermöglicht berechtigten Jio-Kunden, den Premium-KI-
Tarif des US-amerikanischen Suchmaschinenkonzerns
18 Monate lang kostenlos zu nutzen. Reliance plant zudem,
KI-Tools für indische Unternehmen zu verkaufen.
Wie bisher setzt das Unternehmen darauf, zunächst Größe
zu erreichen – und Gewinne später zu realisieren.
Dieses Mal könnte es jedoch schwieriger werden. Ein
Grund liegt im richtigen Zeitpunkt. Der durch den Krieg
Neue Geschäftsfelder
Noch vor 20 Jahren war Reliance ein
Industriegigant, der sein Geld mit Rohstoffen und
Chemie verdiente. Heute ruht der Konzern auf vielen
Säulen. Das Digitalgeschäft, darunter die Mobilfunksparte
mit fast 400 Millionen Kunden, ist deutlich
wichtiger geworden. Im Einzelhandel stehen die
Zeichen auf Expansion
Operativer Gewinn von Reliance Industries
Anteile in Prozent
Einzelhandel Sonstige 100
Petrochemie
Digital
80
60
Raffinerie
40
20
Öl und Gas
0
2008 10 12 14 16 18 20 22 24 2026
Quelle: The Economist
48
FOCUS MONEY 23/2026
AMBANI BEI
KI-GIPFEL IN DEHLI:
Erschwingliche
KI-Anwendungen für
die breite Bevölkerung
im Golf ausgelöste Anstieg der Ölpreise stellt für Reliance
ein Problem dar: Die Raffinerie- und Petrochemiesparten
des Konzerns sind auf Ölimporte angewiesen und
bleiben zugleich zentrale Quellen des Cashflows für die
Unternehmensgruppe.
Die entscheidendere Frage ist, ob sich der Konzern zu
mehr entwickeln kann als nur zu einem Infrastrukturanbieter
im Bereich künstliche Intelligenz. Der Einzelhandel
dient als warnendes Beispiel. Die Unternehmensgruppe
war deutlich erfolgreicher darin, ihr Filialnetz rasch
auszubauen, als darin, Einkaufs-Apps zu entwickeln, um
mit Wettbewerbern – darunter Indiens rasant wachsender
Quick-Commerce-Branche – mitzuhalten. Jios Erfolg
beruhte ebenfalls maßgeblich auf der Fähigkeit von Reliance,
Telekommunikationsinfrastruktur in kurzer Zeit
aufzubauen. (Der Erfolg des Streaming-Geschäfts verdankt
sich der Fusion mit Hotstar, das zuvor dem USamerikanischen
Unterhaltungskonzern Disney gehörte.)
Personalprobleme. Ambani spricht davon, seinen Konzern
in ein Technologieunternehmen zu transformieren.
Diese Vision zielt noch in weite Ferne. Ein Risikokapitalgeber
in Bangalore geht davon aus, dass es schwierig sein
wird, für sein KI-Vorhaben erstklassige Entwickler zu gewinnen.
Das hierarchische Management, das für Raffinerien,
Einzelhandelsketten und Telekommunikationsunternehmen
geeignet ist, erweist sich oft als weniger
passend für Tätigkeiten, die auf seltene Fachkräfte und
eine hohe Fehlertoleranz angewiesen sind.
Die langfristige Sorge gilt der Frage, was nach Ambanis
Rückzug geschieht. Der Tod seines Vaters führte zu einem
öffentlichen Streit zwischen Mukesh und seinem
Bruder Anil, der das Imperium in zwei Teile spaltete.
Anils Unternehmensanteil – darunter ein Energieversorger,
ein Finanzdienstleistungsunternehmen und ein früheres
Telekommunikationsgeschäft – ist ins Straucheln
geraten.
Nächste Generation. Dieses Mal agiert Mukesh Ambani
mit größerer Vorsicht. Im Jahr 2023 übergab er jedem
seiner Kinder ein eigenes Geschäfts: Akash erhielt
den Bereich Telekommunikation, Isha den Einzelhandel
und Anant erneuerbare Energien. Sougata Ray, Professor
an der Indian School of Business, betont, dass
zwar eine klare Struktur vorhanden sei, die eigentliche
Bewährungsprobe jedoch erst dann komme, wenn Ambanis
Kinder eigenständig agieren müssen – ohne die
Anleitung ihres Vaters.
Trotz seiner Größe, so berichten Insider, laufen die
wichtigsten Entscheidungen bei Reliance weiterhin über
Ambani. Ob seine Kinder sein Talent für große Wagnisse
teilen, bleibt offen. Ambani hat zudem enge Beziehungen
zu Indiens Politik aufgebaut – ein entscheidender
Vorteil, der sich möglicherweise nicht auf seine
Nachkommen übertragen lässt. Vorerst bleibt Ambani
jedoch an der Spitze. Solange er diese Rolle innehat,
scheinen Anleger überzeugt, dass auch die nächste große
Wette aufgehen wird.
Mit seinen Initiativen in den Bereichen KI und neue Energien
tritt Reliance in eine neue Phase der Wertschöpfung ein. Ich bin
zuversichtlich, dass Reliance eine Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung
dieser epochalen Technologien spielen wird“
Mukesh Ambani, Vorstandsvorsitzender von Reliance
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: EPA 49
moneymarkets
Vita
Sarah de Lagarde
Geboren 1978 in Toulouse, Frankreich, Studien in Internationaler
Wirtschaft und digitaler Marketingkommunikation
INTERVIEW
Ich habe eine
zweite Chance
bekommen – also
nutze ich sie“
Sie arbeitet als Brighter Futures Strategist im Responsibility
Team von Janus Henderson Investors, davor als
Global Head of Corporate Affairs und Communications
Zuvor bekleidete sie Positionen bei Vermögensverwaltern
wie JP Morgan, BMO, BNY Mellon und Schroders
von HEIKE BANGERT
Bei einem Unfall in der Londoner U-Bahn erlitt
Sarah de Lagarde schwerste Verletzungen.
Heute zeigt sie, was Fortschritt bedeutet:
Menschen beweglich halten – körperlich,
gesellschaftlich und wirtschaftlich
Frau de Lagarde, Sie tragen einen Titel, den man nicht alle Tage
hört: Brighter Future Strategist. Was steckt dahinter?
Sarah de Lagarde: Der Titel klingt ungewöhnlich – und genau
das ist er auch. Bei Janus Henderson bin ich Botschafterin
für Zukunftsthemen. Meine Aufgabe ist es, komplexe Investmentstrategien
so zu übersetzen, dass Menschen sie
wirklich verstehen und fühlen können. Technologie, künstliche
Intelligenz, medizinische Innovation – all das wird oft
sehr abstrakt diskutiert. Ich bringe die reale Perspektive hinein:
Wie verändert Innovation tatsächlich ein Leben?
Ihr eigenes Leben hat sich radikal verändert. Bei einem Unfall stürzten
Sie zwischen zwei U-Bahn-Waggons und erlitten dabei schwerste
Verletzungen. Woher nehmen Sie Ihre Kraft?
Lagarde: Ganz ehrlich? Aus Dankbarkeit. Ich habe einen
Unfall überlebt, bei dem ich eigentlich zehnmal hätte sterben
können. Dass ich heute hier sitze, empfinde ich als
zweite Chance. Ich durfte nach Hause zurückkehren – zu
meinen Töchtern, zu meinem Mann, zu meiner Familie.
Das gibt mir eine enorme Verantwortung. Ich möchte nicht
nur versorgt werden, sondern Wert schaffen – für meine Familie,
die Gesellschaft und die Wirtschaft.
Aus Ihrem persönlichen Schicksal ist eine Mission geworden?
Lagarde: Absolut. Anfangs dachte ich, mein Fall sei einzigartig.
Dann habe ich verstanden: Weltweit leben rund
60 Millionen Menschen mit Amputationen – und die Zahl
BOTSCHAFTERIN DE LAGARDE:
„Zukunftsthemen so übersetzen,
dass Menschen sie verstehen und
fühlen können.“
50
FOCUS MONEY 23/2026
steigt. Nicht nur durch Unfälle, sondern durch Diabetes,
Krebs, Sepsis, Kriege. Gleichzeitig altern ganze Gesellschaften.
Und Alter bedeutet oft eingeschränkte Mobilität. Deshalb
sage ich bewusst: Es geht nicht um Behinderung. Es geht
um Mobilität. Und das betrifft uns früher oder später alle.
Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Gesundheitssystem?
Lagarde: Als Patientin sehe ich vor allem Ineffizienz. Ärztinnen,
Ärzte, Pflegekräfte leisten Großartiges – aber sie werden
durch Verwaltungsaufgaben ausgebremst. Papierberge,
Dokumentationspflichten, langsame Prozesse. Dabei könnte
künstliche Intelligenz heute schon triagieren, Daten auswerten,
Scans präziser analysieren als viele bestehende Systeme.
Ich rede nicht davon, Menschen durch die KI zu
ersetzen. Ich rede davon, sie zu stärken. Genau wie mein bionischer
Arm mich nicht ersetzt, sondern erweitert.
Sie sprechen auch mit Politikern darüber?
Lagarde: Ja, weil Veränderung konkrete Themen braucht.
Meine aktuelle Kampagne klingt banal – ist aber hochpolitisch:
die Größe von Prothesenhänden. Als ich im britischen
Gesundheitssystem eine zweite Hand beantragte, bekam ich
ein männliches Modell – doppelt so groß wie meine eigene
Hand. Das kleinere Modell existiert, wurde mir gesagt. Aber
nicht im staatlichen System. Da habe ich gefragt: Warum
zahle ich dieselben Steuern wie Männer, bekomme aber nicht
dieselbe Versorgung?
Das Thema MedTech ist für Sie eine Frage der Gleichberechtigung?
Lagarde: Natürlich. Medizin, Produktdesign, selbst Crash-
Tests – jahrzehntelang war der männliche Körper das Sample.
Deshalb zeige ich mich bewusst öffentlich. Sichtbarkeit
schafft Diskussion. Diskussion schafft Veränderung.
Gleichzeitig sprechen Sie mit Investoren über diese Zukunftsmärkte?
Lagarde: Ja, denn Innovation braucht Kapital. Kleine Unternehmen
entwickeln oft bahnbrechende Lösungen – von
Robotik bis zu 3D-gedruckten Prothesen. Unternehmen wie
Ottobock zeigen, wohin die Reise geht: Mobilität erhalten,
Lebensqualität steigern, Technologie menschlich machen.
Für mich ist das nicht nur ein Wachstumsmarkt – es ist gesellschaftliche
Infrastruktur.
Klingt nach Optimismus?
Lagarde: Ich bin professionelle Optimistin. Technologie
kann unglaublich viel lösen, wenn wir sie verantwortungsvoll
einsetzen. KI ist für mich wie Kernenergie: Richtig genutzt,
versorgt sie Millionen. Falsch genutzt, wird sie gefährlich.
Deshalb braucht Zukunft neben Innovation auch Haltung.
Und Ihre persönliche Bilanz?
Lagarde: Ich nenne es Win-win-win. Ich darf weiter arbeiten
und meine Berufung leben. Mein Unternehmen bekommt
eine echte Geschichte hinter seinen Zukunftsthemen. Und
Menschen – ob Patient, Anleger oder Unternehmer – erkennen,
dass Fortschritt nicht abstrakt ist. Fortschritt bedeutet
am Ende immer eines: Menschen beweglich zu halten – körperlich,
gesellschaftlich und wirtschaftlich.
FOCUS MONEY 23/2026
BIONIK
Hightech
aus der Natur
Die Nachfrage nach künstlichen Organen und
bionischen Prothesen nimmt weltweit zu. Bis 2035
dürfte sich der globale Bionik-Markt verdoppeln.
Mit diesen Investments verdienen Anleger mit
von HEIKE BANGERT
Was haben bionische Prothesen und Roboter gemeinsam?
Jede Menge, sagen Mediziner und Techniker.
Beide übertragen biologische Abläufe auf technische
Konstruktionen. Die künstliche Hand von Luke Skywalker
– Science-Fiction aus Hollywood – ist längst Realität geworden.
Künstliche Gliedmaßen verschmelzen heute dank
künstlicher Intelligenz, Sensoren und direkter Nervenverbindungen
immer nahtloser mit dem menschlichen Körper.
Sie bieten intuitive Bewegungsabläufe, Tastsinn und werden
von vielen Nutzern als echte Erweiterung des eigenen Körpers
wahrgenommen.
Dass die medizinische Robotik derzeit große Fortschritte
macht, davon konnten sich Experten vergangene Woche im
Bozener NOI Techpark überzeugen. „Wir erleben einige technologische
Durchbrüche, große Investitionen in humanoide
Robotik sowie Fortschritte in der künstlichen Intelligenz“,
berichtete Antonio Bicchi am Rande der Fachtagung „Robotics
in Practice“. Der Professor für Robotik an der Universität
Pisa und am Italienischen Institut für Technologie zeigte
sich überzeugt, dass die Forschung im Bereich der Medizin
bald an den Punkt eines „großen Umbruchs“ kommen werde
– in „eher fünf als fünfzig Jahren“.
Vom Nischen- zum Massenmarkt. Der Markt für künstliche
Organe und Bionik ist keinesfalls so klein, wie es auf den
ersten Blick scheint. Nach der Analyse des Marktforschungsinstituts
„The Insight Partners“ setzten die Anbieter im vergangenen
Jahr weltweit mehr als 22 Milliarden Dollar um. Bis
zum Jahr 2034 dürfte sich das Jahresvolumen auf rund 50 Milliarden
Dollar mehr als verdoppeln. Der Markt wächst pro
Jahr im Schnitt mit 9,3 Prozent.
Das Feld ist weit. Zu bionischen Prothesen und Implantaten
zählen neben Gliedmaßen auch Hörhilfen, künstliche
Hüft- und Kniegelenke sowie Herzklappen. In das Segment
künstlicher Organe fallen Kunstherzen, Netzhautimplantate
und Bio-Printing. Zu den großen börsennotierten Un-
51
moneymarkets
ternehmen zählen Edwards Lifesciences, ein führender Hersteller
von künstlichen Herzklappen, Medtronic, ein
Anbieter von Insulinpumpen und Herzschrittmachern, und
die Stryker Corp, die für ihre Gelenkersatzteile bekannt ist.
Auch viele nicht börsennotierte Unternehmen sind aktiv.
Markt für Spezialisten. Für Anleger, die von den Entwicklungschancen
dieses Wachstumsmarktes profitieren möchten,
sind medizinische Vorkenntnisse von Nutzen. Eine gute
Beratung tut es auch. Doch zuweilen drohen Marktungereimtheiten
– wie derzeit bei der im deutschen Prime Standard
gelisteten Ottobock-Aktie. Der Weltmarktführer im Bereich
der technischen Orthopädie ist vergangene Woche in
die Schusslinie des Leerverkäufers Grizzly geraten. Ein
Warnzeichen für Anleger. Das Anlagerisiko ist gestiegen. Die
Kurschancen im Falle eines Misslingens der Short-Attacke
aber auch. Branchenbeobachter trauten der Aktie zuvor einen
deutlichen Anstieg zu. Jetzt raten sie zur Vorsicht: Wer
nicht mitzocken möchte, hält sich besser so lange heraus, bis
sich die Lage rund um die Aktie aufgehellt hat.
Anleger, die in das Segment investieren, sich aber nicht auf
einzelne Titel festlegen wollen, sollten sich den Vaneck Medical
Robotics and Bionic Engineering ETF ansehen. Das
Portfolio bietet Anlegern eine der wenigen Möglichkeiten,
breit diversifiziert in Anbieter fortschrittlicher medizinischer
Geräte zu investieren. Und wer sich noch breiter aufstellen
möchte, könnte mittel- bis langfristig mit dem aktiv
gemanagten Janus Henderson Global Life Sciences Fund gut
fahren. Das Management sucht gezielt nach innovativen Firmen,
die Lösungen für bisher ungelöste medizinische Probleme
entwickeln. Bionik ist eines davon.
OTTOBOCK
Top bei Gelenkersatz
Hände weg? Diese Frage stellt sich derzeit
bei der Ottobock-Aktie. Der deutsche Prothesenhersteller
ist in die Schusslinie des
spekulativen Investors Grizzly geraten. Der
Leerverkäufer wirft dem Mehrheitseigentümer
Hans Georg Näder exzessive Verschuldung
und eine hohe Abhängigkeit
vom Russland-Geschäft vor. Ottobock wies
die Vorwürfe zurück. Die Aktie gab dennoch
stark nach. Ottobock entwickelt seit
mehr als 100 Jahren innovative Produkte
für Menschen mit Behinderungen – Orthesen,
Prothesen und Rollstühle. Kluge Anleger
warten in Ruhe das Börsengewitter ab.
VANECK MEDICAL ROBOTICS
AND BIONIC ENGINEERING ETF
Künstliche Lebenshilfen
Der Bionik-ETF von Vaneck bietet Anlegern
eine der wenigen Möglichkeiten, in
ein breit aufgestelltes Aktienportfolio
von Anbietern fortschrittlicher medizinischer
Geräte zu investieren. Zu den derzeit
25 Unternehmen im ETF gehören
Edwards Lifesciences, ein führender
Hersteller von künstlichen Herzklappen,
Medtronic, ein Hersteller von Insulinpumpen
und Herzschrittmachern, Zimmer
Biomet Holdings, ein Hersteller von
orthopädischen und zahnmedizinischen
Implantaten, und die Stryker Corp, die für
ihre Gelenkersatzteile bekannt ist.
JANUS HENDERSON –
GLOBAL LIFE SCIENCES
Auf Gesundheitskurs
Langjährige Expertise. Für den Janus
Henderson – Global Life Sciences Fund
stellt Bionik nur eine Beimischung dar. Für
Anleger könnte er ein Türöffner sein. Mit
Andy Acker und Daniel Lyons verantworten
zwei der profiliertesten Gesundheitsexperten
den Fonds. Beide können auf
jeweils mehr als 25 Jahre Erfahrung mit
Aktien aus dem Gesundheitsbereich zurückblicken.
In jüngster Zeit trug vor allem
die Titelauswahl zur guten Wertentwicklung
bei – in den Bereichen Biotechnologie,
Medizinprodukte und Medizintechnik
mit Aktien wie Eli Lilly und AbbVie.
Short-Attacke abwarten
Ottobock
Nischenplayer mit Potenzial
Vaneck Medical Robotics and Bionics
Besser als der Gesamtmarkt
Janus Henderson – Global Life Sciences
Kurs der Ottobock-Aktie
in Euro,seit Börsengang
70
20
Kurs des Janus-Henderson-Fonds in Euro
14
60
18
13
12
50
16
11
2025 2026
40
OKT N D JAN F M A MAI
WKN/ISIN857675/DE000BCK2223
Börsenwert 3,5 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e18,7/15,2
Dividendenrendite für 2026e/27e 1,7/2,1 %
Kursziel/Stoppkurs 50,00/75,00/ €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %
Kurs des Vaneck-Fonds in Euro
14
2023 2024 2025 2026
WKN/ISIN (thes., €)A3DT2R/IE0005TF96I9
Fondsvolumen 9,2 Mio. €
Laufende Kosten0,55 %
Produktstrukturphysisch
Wertentwicklung 1/3 Jahre p.a.–7,4/–6,9 %
Auflagedatum2.12.2022
2025 2026
10
JUL JAN MAI
WKN/ISIN (thes.)A3CYRH/IE00BMXMV145
Fondsvolumen 4,2 Mrd. €
Laufende Kosten TER* 2,36 %
WährungEuro
Wertentwickl. 1/3/5 Jahre p.a. 22,0/4,9/6,5 %
Auflagedat. Fonds/Anteilsklasse30/2000/3/2021
Quelle: Factset UK Limited 2026
e = erwartet
Quelle: VanEck, Stand: 30.4.2026
Quelle: Morningstar, *Total Expense Ratio, Stand: 20.5.2026 Wertentwicklung auf Euro-Basis
52
FOCUS MONEY 23/2026
FOCUS
MONEY
zeichnet aus:
Jetzt starke Frauen in der
Finanzwelt sichtbar machen!
Corporate
Einflussreiche Frauen aus Wirtschaft und Politik
Start-up
Frauen aus der Gründerszene
Finfluencer
Frauen, die das Thema Finanzen über
Social Media vorantreiben
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Wissenschaft und Politik
Ihre Stimme zählt!
In der Kategorie „Finfluencer“ entscheiden Sie, liebe Leserinnen
und Leser, wer bei der exklusiven Preisverleihung am 16.06.2026
in Frankfurt am Main ganz oben auf dem Treppchen steht.
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Link und stimmen Sie ab.
Weitere Informationen unter:
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Entscheiden Sie mit,
wer gewinnt
Freya Früh hat mit FrauFinanzen eine
Plattform aufgebaut, die Frauen den
Zugang zu Finanzwissen, Investmentstrategien
und Vermögensaufbau erleichtert und
sie über Coachings, Bildungsformate und
eine starke Community begleitet. Sie ist
überzeugt, dass finanzielle Bildung nicht
exklusiv, kompliziert oder einschüchternd
sein darf – sondern verständlich, praxisnah
und für jede Lebensrealität zugänglich.
www.instagram.com/fraufinanzen/
Camilla Sohn will Frauen dabei unterstützen,
Vermögensaufbau, Kapitalmarktwissen und
finanzielle Unabhängigkeit selbstbestimmt
in die Hand zu nehmen. Mit der Plattform
Caminvest verbindet sie Finanzbildung mit
Investmentpraxis – von Workshops über
strategische Anlagekonzepte bis hin zur
individuellen Begleitung. Ihr Ansatz ist
dabei bewusst nahbar, datenbasiert und frei
von klassischem Finanzjargon.
www.instagram.com/caminvesta/
Corinne Brecher hat mit Portfolio-Heldinnen
eine Initiative gegründet, die Frauen dabei
unterstützt, ihre finanzielle Zukunft aktiv zu
gestalten. Sie will finanzielle Bildung aus der
Nische holen und Frauen dazu ermutigen,
Investmententscheidungen selbst zu treffen.
Mit Workshops, digitalen Lernformaten und
persönlicher Begleitung vermittelt sie
Wissen rund um ETFs, Aktien, Portfolioaufbau
und strategische Finanzplanung.
www.instagram.com/corinne.brecher/
Unsere
Partner
FREYA FRÜH, FRAUFINANZEN
CAMILLA SOHN, CAMINVESTA
CORINNE BRECHER, PORTFOLIO-HELDINNEN
GOLDMINEN
Heiße Phase – Gewinner picken
Wohin mit dem Geld?
Goldgräber haben
derzeit ein Luxusproblem.
Wie Anleger
von den hohen
Konzerngewinnen
profitieren und welche
Titel in der erwarteten
Übernahmewelle
aussichtsreich sind
von JOHANNES HEINRITZI
Fahrzeugbauer und Chemiekonzerne würden
sich hierzulande die Finger lecken, hätten
sie Gewinnmargen wie Goldproduzenten.
Für jede Unze Gold, die diese im ersten
Quartal 2026 aus dem Boden holten, haben sie
das 2,7-fache ihre Kosten zurückbekommen.
Denn im Schnitt lag der Goldpreis in den ersten
drei Monaten des Jahres bei 4873 Dollar je Unze
(31,1 Gramm). Die durchschnittlichen Gesamtkosten
des Goldbergbaus, die All-In-Sustaining-
Costs (AISC), lagen hingegen nur bei 1788 Dollar
je Unze. Letztere beziehen sich laut dem
Finanzmarktanalysehaus Zeal LLC auf die 25
größten Goldkonzerne, die im repräsentativen
Vaneck Gold Miners-Index vertreten sind.
Eine Marge von gut 3000 Dollar je Unze gab
es in der Geschichte der Goldgräber noch nie.
Selbst kleineren Produzenten mit einer Produktion
von bis zu 100 000 Unzen im Jahr spülte
das im ersten Quartal durchschnittlich 75 Millionen
Dollar in die Kasse. Die ganz Großen der
Branche Newmont, Agnico-Eagle Mines und
Barrick Mining, die jeweils mehrere Millionen
Unzen im Jahr produzieren, gingen nach dem
ersten Quartal sogar mit einem Milliarden-Net-
Hohe Gewinnmarge bleibt
Im Vergleich zum durchschnittlichen
Goldpreis waren die Abbaukosten (AISC)
im ersten Quartal 2026 niedrig. Sie werden
ansteigen, da unter anderem Erz mit
geringeren Goldgehalt verarbeitet wird
Gesamtabbaukosten für Gold
in US-Dollar je Unze
Goldpreis 4873
Branche 1788
Wheaton 681
Newmont 1029
Lundin Gold 1114
Agnico-Eagle 1483
Barrick Min. 1708
Kinross Gold 1732
Gold Fields 1829
Eldorado Gold 1942
Equinox Gold 1950
Oceanagold 2094
AISC: All-In-Sustaining-Costs (Gesamtabbaukosten) Quellen: diverse Goldproduzenten, Zeal
54 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
moneymarkets
TAGEBAUMINE: Höhere
Dieselkosten dürften die
Kosten nach oben reiben,
die Rohstoffpreise
gleichen das aber gut aus
Im neuen FOCUS MONEY Rohstoff-
Börsenbrief finden Anleger faszinierende
Vor-Ort-Recherchen sowie
konkrete Anlagechancen vom Hot
Stock bis zum großen Produzenten
Starke Goldsucher
Bergbau ist immer mit Risiken
verbunden. Zudem sind reine
Explorationsaktien deutlich
spekulativer als bereits produzierende
Unternehmen.
Bei kleinen Gesellschaften ist
daher die Auswahl besonders
wichtig. Anleger sollten wegen
der Risikoverteilung auch
nie auf nur ein Pferd setzen.
Und: Stopps setzen!
togewinn aus dem Ring. Bei Barrick Mining waren
es 1,6 Milliarden Dollar, bei Agnico-Eagle
mit 1,7 Milliarden Dollar und bei Newmont satte
3,26 Milliarden Dollar.
Newmont profitierte dabei im Branchenvergleich
auch sehr stark von gestiegenen Preisen
bei Beiprodukten wie Silber und Kupfer. Diese
einberechnet, lagen die AISC tatsächlich nur
bei 1029 Dollar je Goldunze. Auf die reine Goldproduktion
bezogen sieht es mit 1709 Dollar
aber auch hervorragend aus. Insgesamt konnte
sich die Goldminenbranche über nahezu eine
Verdopplung der kumulierten Gewinne freuen.
Und das, obwohl die Gesamtproduktion eher
rückläufig war. Allerdings lag der Goldpreis
rund 70 Prozent höher – bei nur 25 Prozent höheren
Kosten.
Wohin mit dem Geld? Newmont macht es vor:
Dividende steigern, eigene Aktien zurückkaufen.
Viele andere Branchenvertreter folgen dem Beispiel.
Was auch zu sehen ist: Der Appetit, Konkurrenten
zu schlucken, wächst wieder. Kein
Wunder bei vielen Milliarden Dollar in den Kassen
und Aktienkursen, die die eigenen Anteilsscheine
als Kaufwährung attraktiv machen.
Es ist aber auch zu beobachten, dass die bisherigen
Übernahmen nicht nur von der schieren
Wachstumsgier getrieben sind. Agnico-Eagle
Mines zum Beispiel kauft für gut zwei Milliarden
Dollar in der Region seiner bestehenden Kittilä-
Goldmine in Finnland zu, um dort eine ganze Region
zu konsolidieren und Synergien zu heben.
Kittilä ist die größte reine Goldmine in Europa.
In Kanada werden sich zudem Equinox Gold und
Orla Mining zusammenschließen, wobei Equinox
keinen groß sichtbaren Aufschlag auf die
Orla-Aktie bietet und seine Aktien im Verhältnis
eins zu eins tauscht.
Fusionswelle rollt erst an. Die hohen Gewinne
und vollen Kassen lassen viel Platz für Übernahmen.
Denn die Goldminenbranche ist kaum
konzentriert. Die größten 25 im Vaneck Gold
Miners-Index vertretenen Goldgräber haben im
ersten Quartal rund 225 Tonnen Gold aus dem
Boden geholt, das sind gerade einmal 25 Prozent
der 900 Tonnen der gesamten Branche. Es
gibt zugleich viele aufstrebende Goldkonzerne
mit einer Produktion von 20 000 bis 200 000
Unzen. Manche davon besitzen sehr gute, stark
ausbaufähige Liegenschaften. Und genau dieses
Potenzial bei den Ressourcen lieben die großen
Goldproduzenten. Die aufstrebenden Goldgräber
könnten daher eher früher als später ins
Visier der Großen geraten.
Denkbare Ziele gibt es viele. Da wäre beispielsweise
der im Norden Australiens aktiven
Explorer PC Gold. Dort könnte demnächst eine
Goldmine mit einer Kapazität von 150 000 Unzen
entstehen. Das Gebiet ist aussichtsreich für
weitere Exploration.
Zudem könnte es zu einer Sondersituation in
Nevada kommen. Denn Barrick Mining bringt
wohl bis Ende des Jahres seine Nordamerika-
Aktivitäten mit Fokus auf den US-Bundesstaat
an die Börse. Das dürfte neue Kauffantasien bei
den dortigen Minen schüren.
Name WKN ISIN Kurs
in Euro
Quellen: Factset UK Limited 2026, Marketscreener, Goldkonzerne
Börsenwert
in Mrd.
Euro
Gewinn je Aktie
(in Euro)
KGV
2027
Kursentwicklung
Kurspotenzial
Stoppkurs
in Euro
Bemerkungen
2026e 2027e 1 Jahr 1 Monat
Agnico-Eagle Mines 860325 CA0084741085 151,00 74,8 12,30 13,20 11,4 52 % –15% 50 % 120,00 zweitgrößter Goldkonzern
B2Gold A0M889 CA11777Q2099 3,94 5,3 0,60 1,10 3,6 41 % –8% 200 % 3,20 großer Goldprod., sehr günstig
Contango Silver & G. A1C9SC US21077F1003 17,30 0,5 Verl. Verl. – 24 % –11% 200 % 13,90 Alaska, Erzverarb. bei Kinross
GFG Resources A2DWM1 CA36165F1018 0,11 0,04 Verl. Verl. – 0 % 12 % 300 % 0,085 großes Gebiet in Timmins, Kanada
K92 Mining A2AJL3 CA4991131083 15,20 3,8 1,46 2,28 6,7 74 % –8% 150 % 12,10 Papua-Neuguinea, nahe Newm.
Lake Victoria Gold A3E4WC CA5109151012 0,18 0,04 Verl. Verl. – 37 % 1 % 200 % 0,14 Tansania, nahe Barrick Mining
Metallic Minerals A2ARTX CA59126M1068 0,17 0,04 Verl. Verl. – –4% 1 % 300 % 0,135 Newmont mit 9,5 % Beteiligung
PC Gold A41PR1 AU0000413726 0,75 0,3 Verl. Verl. – 550 % –4% 200 % 0,62 Norden Australiens, Aufbau
Troilus Gold A41VGG CA89688V1031 1,15 0,4 Verl. 0,04 29,8 180 % 9 % 150 % 0,95 Gold und Kupfer Quebec, günstig
FOCUS MONEY 23/2026
55
GASTBEITRAG
COMMERZBANK-ZEN-
TRALE Die Unicredit
will die Frankfurter
schlucken - für den
Mittelstand wäre das
eine schlechte
Nachricht
Warum Deutschland die
Commerzbank braucht
von HANS-PETER BURGHOF
Es ist ein Unding, dass die italienische Unicredit
die Commerzbank gegen den erklärten
Willen der Bundesregierung übernehmen
will. Der Schaden für Kunden,
Steuerzahler und Unternehmen hierzulande
wäre enorm.
Um keine Missverständnisse aufkommen
zu lassen: Deutschland braucht vor allem
mehr Markt und Wettbewerb. Das Land liegt
wie erstarrt unter der staatlichen Regelungswut,
und wir riskieren ein Scheitern unseres
Wirtschafts-, Staats- und Gesellschaftsmodells.
Aber wenn dies so ist: Warum sollte
man sich gegen die Übernahme der Commerzbank
durch die italienische UniCredit
wehren? Der Markt für Unternehmenskontrolle
ist einer der zentralen Effizienztreiber
Wenn die Übernahme
der Commerzbank schief
geht, wird auch der
deutsche Staat für
die Rettung dieses
neuen europäischen
Bankgiganten zahlen
müssen
der Marktwirtschaft. Andrea Orcel versichert,
aus den Aktien der Commerzbank
mehr Wert herausschlagen zu können als
das gegenwärtige Management. Warum soll
er es nicht probieren dürfen?
Die erste Antwort darauf ist einfach: Weil
bei Banken dieser Größe der Staat immer
mit in der Haftung ist. Wenn es schiefgeht,
wird auch der deutsche Staat für die Rettung
dieses neuen europäischen Bankgiganten
zahlen müssen. Gerade Orcel sollte dies
wissen. Bei seiner bedeutendsten Transaktion
als Investmentbanker half er 2007, aus
der Royal Bank of Scotland die größte Bank
der Welt zu machen. Die Rettung der Bank
kostete Steuerzahler in Großbritannien und
Belgien eine zweistellige Milliardensumme.
56 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
moneymarkets
Auch die Bank, die er heute leitet, bekam
Staatshilfen, und sie spart, wie alle systemischen
Kreditinstitute, durch die implizite
Staatsgarantie Milliarden an Refinanzierungskosten.
Es ist ein Unding, eine solche
Transaktion gegen den erklärten Willen des
wichtigsten stillen Teilhabers, des betroffenen
Staates, erzwingen zu wollen.
Die zweite Antwort liegt in der größten
inhärenten Bedrohung für die Marktwirtschaft:
Marktmacht. Ohne den Staat als aktiven
Hüter des Wettbewerbs droht die Freiheit
der Märkte – und nicht nur der Märkte
– vor der Macht der Monopole zu zerbrechen.
Im Fall der beabsichtigten Übernahme der
Commerzbank liegt das entscheidende Prüfungsrecht
bei den EU-Institutionen. Diese
haben aber schon deutlich gemacht, dass
der Schutz der Bankkunden vor übergroßer
Marktmacht nicht ihre primäre Zielsetzung
ist. Man verbindet die Prüfung mit mehreren
strategischen Perspektiven. So will man
grenzüberschreitende Fusionen fördern, um
die europäische Bankenunion voranzutreiben.
Und man beabsichtigt, die europäischen
Bankenmärkte zu „konsolidieren“, um
den amerikanischen Großbanken auf den internationalen
Märkten etwas entgegensetzen
zu können. Keinem dieser beiden Ziele
wird man tatsächlich näherkommen, wenn
man die Übernahme der Commerzbank
durchwinkt. Aber auch Wunschvorstellungen
haben Entscheidungswirkung.
Tatsächlich bedroht eine mögliche Übernahme
der Commerzbank den Wettbewerb
der Banken vor allem in einem sehr spezifischen,
aber für Deutschland hochrelevanten
Marktsegment. Große Mittelständler
können ihre Bedarfe nicht bei den zahlreichen
regionalen Kreditinstituten decken,
und sie passen auch nicht immer zum Geschäftsmodell
der großen Deutschen Bank.
Hier besteht ein enges Oligopol, mit der
Commerzbank an erster und der HVB an der
zweiten Stelle. Wenn ausgerechnet diese
beiden Banken verschmelzen, hat dies
zwangläufig Auswirkung auf den
Preis und die Verfügbarkeit von Krediten
für diese Unternehmen.
Große Mittelständler können
(oder wollen) zumeist nicht auf den
Kapitalmarkt ausweichen. Dazu
müssten sie ihr technologisch
oft hoch fokussiertes Geschäftsmodell
grundlegend
umstellen, müssten in neue
HANS-PETER
BURGHOF, 62, ist
Inhaber des Lehrstuhls
für Bankwirtschaft an der
Universität Hohenheim
Geschäftsfelder wachsen, stärker diversifizieren.
Wollen sie dagegen diese besondere
Stärke der Konzentration bewahren, benötigen
sie Kreditinstitute, die ihnen im
Rahmen einer engen informationellen Beziehung
zur Überbrückung von Krisenzeiten Liquidität
zur Verfügung stellen. Sie brauchen
eine Hausbank. Ob sich eine fusionierte Uni-
Credit-Commerzbank als unangefochtener
Marktführer in diesem Segment noch die
Mühe machen wird, dieses sehr deutsche Finanzierungskonzept
weiter mit Leben zu erfüllen,
erscheint mir zweifelhaft. Die Fusion
der beiden Kreditinstitute kann also auch
fundamentale Veränderung in der deutschen
Wirtschaft auslösen und alte Stärken
zerstören, ohne etwas überzeugendes Neues
an ihre Stelle zu setzen.
Darf Deutschland, auch gegen den Willen
der europäischen Institutionen, eine eigene
Standortpolitik betreiben, etwa um den großen
Mittelstand vor einer drastischen Verschlechterung
seiner Finanzierungsbedingungen
zu schützen? Andere Länder sind
da wenig zögerlich. Beim Fallissement der
Silicon Valley Bank 2023 garantierten die
USA alle Einlagen, wohl auch um eine Pleitewelle
unter den Technologieunternehmen
des Silicon Valley zu vermeiden. 2017 erzwang
Italien die Rettung der ältesten Bank
Europas, sicher verdienstvoll, aber doch unter
Umgehung der europäischen Abwicklungsregimes
für Banken. Brüssel nimmt wenig
Rücksicht auf die Besonderheiten in den
einzelnen Ländern, hinter denen oft ganz
handfeste Interessen der Menschen in diesen
Ländern stehen. Das europäische Motto
„In Vielfalt geeint“ wird hinsichtlich der
Vielfalt mit Füßen getreten, was auf lange
Sicht auch die Einheit gefährdet. Wir brauchen
hier neues Gleichgewicht zwischen
Zentralität und Individualität. In einem Satz:
Wir dürfen die Besonderheiten unseres Wirtschaftssystems
verteidigen, und es wird Europa
sogar nützen.
Danach ist ein Letztes zum Finanzplatz
Frankfurt zu sagen. Ein großer Finanzplatz
lebt von der Kommunikation vor allem jenseits
der Unternehmenshierarchie. Er wird
dadurch zum Raum für die Entfaltung von
Ideen, Innovationen, Unternehmenskonzepten
und ganz persönlichen Karrieren. Die
Commerzbank spielte für Frankfurt dabei
eine zentrale Rolle. Wenn der Hauptsitz der
Gruppe in Mailand ist, wird von davon wenig
übrigbleiben.
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Universität Hohenheim 57
moneymarkets
WASSERSTOFF soll
Rechenzentren aus der
Energiefalle befreien
WASSERSTOFFAKTIEN
Wasserstoff-Aktien feiern
fulminantes Comeback
Wasserstoff galt Anfang der Dekade als Hoffnungsträger der Energiewende. Trotzdem traten
viele Unternehmen zunächst auf der Stelle. Doch angesichts des weltweit rasant wachsenden
Energiebedarfs dreht jetzt die Stimmung. Wo ein Investment noch lohnt
von FRANK MÄNNER
Im April gingen die Kurse einiger Wasserstoff-Aktien durch
die Decke. Dafür gab es gleich mehrere Gründe. An erster
Stelle ist der Iran-Konflikt zu nennen. Die Sperrung der
Straße von Hormus zeigt, wie wichtig eine dezentrale und
unabhängige Energieversorgung ist. Als strategischer Energieträger
kann Wasserstoff dabei eine große Rolle spielen. Daneben
sorgt der zunehmende Einsatz von Wasserstoff bei der
Energieversorgung von KI-Rechenzentren samt der entsprechenden
Investitionen derzeit für eine Neubewertung des
Sektors.
Dabei hatte der Ruf von Wasserstoff-Aktien zwischenzeitlich
schwer gelitten. Auslöser war eine Serie enttäuschender
Ergebnisse, die die Papiere nach den Hochs von 2021 auf Talfahrt
schickte. Zudem setzte sich Wasserstoff als Energieträ-
ger nicht wie erhofft durch - trotz der global geforderten
Energiewende. Auch Deutschland hatte 2020 Pläne für den
verstärkten Einsatz angekündigt. So erklärte etwa der damalige
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): „Wir wollen
bei Wasserstoff-Technologien die Nummer 1 in der Welt werden.“
Geblieben ist davon wenig. Das zeigt sich etwa im globalen
Wettbewerb und besonders beim Vergleich der Produktionskosten.
China führend. China hat im Gegensatz zu Europa seine
Hausaufgaben über die letzten Jahre im Bereich der Umstellung
zur Wasserstoff-Wirtschaft erledigt. Das führt dazu,
dass die Gestehungskosten für ein Kilogramm Low-CO2-
Wasserstoff dort bereits auf rund 3,20 US-Dollar gefallen
sind. In Deutschland hingegen liegt der Preis aktuell bei rund
58
Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
8,00 US-Dollar. Ein asiatisches Unternehmen, das diese Dynamik
und den massiven Ausbau hervorragend für sich zu
nutzen weiß, ist beispielsweise CIMC Enric. Das Unternehmen
ist bei der Speicherung und dem Transport von Wasserstoff
„bestens positioniert“, sagt Gerd Junker, Manager des
Fonds GG (Grünes Geld) Wasserstoff.
CIMC Eric (ISIN KYG2198S1093) zählt zu den führenden
Herstellern im Bereich der sauberen Energie. Das Unternehmen
trägt zur Klimaneutralität bei, indem es Wasserstoff und
Erdgas als Energieträger nutzt und seinen Kunden Schlüsselkomponenten,
Ingenieurdienstleistungen sowie Systemlösungen
für Transport, Lagerung und Verarbeitung bietet.
Auf Ein-Jahres-Sicht legte die Aktie 44 Prozent zu, musste allerdings
im Gegensatz zu zahlreichen Mitbewerbern seit
März Federn lassen.
Anders sieht es beim US-Unternehmen Bloom Energy aus,
dem absoluten Highflyer im Bereich der Wasserstoff-Aktien.
Der Kurs legte über die vergangenen zwölf Monate über 1400
Prozent zu. „Für uns ist das Papier des Brennstoffzellen-Vorreiters
eine der absolut stärksten Aktien der vergangenen anderthalb
Jahre“, sagt Junker. „Das Unternehmen adressiert
ein massives Nadelöhr unserer Zeit: den gigantischen Energiehunger
der KI-Infrastruktur. Mit ihren ‚Bloom Servern‘
kann Bloom Energy die emissionsfreie Stromversorgung von
neuen Rechenzentren dezentral und sehr viel schneller darstellen,
als es über einen langwierigen Anschluss an ein oft
ausgereiztes Stromnetz überhaupt möglich wäre.“ Das ist gerade
beim Neubau von KI-Rechenzentren häufig ein entscheidender
Wettbewerbsvorteil. So verwundert es auch
nicht, dass Bloom der größte Wert im GG Wasserstoff (ISIN
DE000A2QDR59) ist.
Der von Carmen und Gerd Junker gemanagte Fonds wurde
am 15.12.2020 aufgelegt und verwaltet über 70 Millionen
Euro. Nach dem anfänglich schwierigen Fahrwasser geht
es seit einem Jahr bergauf. Inklusive des massiven April-Aufschwungs
liegt der thesaurierende Fonds in diesem Zeitraum
rund 70 Prozent im Plus. Die laufenden Kosten (TER) betragen
1,95 Prozent. Anleger, die den Markt breiter diversifiziert
erschließen möchten, sind bei diesem Produkt gut
Bunte Welt
Die verschiedenen Herstellungsarten von Wasserstoff
werden in der Praxis farblich dargestellt. Grün
steht für die sauberste Methode der Erzeugung
Wasserstoffproduktion
weißer Wasserstoff
grüner Wasserstoff
roter Wasserstoff
gelber Wasserstoff
grauer Wasserstoff
brauner/schwarzer Wasserstoff
blauer Wasserstoff
türkiser Wasserstoff
natürliche Vorkommen
regenerative Energiequellen
Atomenergie
Strommix (erneuerbar und fossil)
Erdgas, Erdöl, Kohle
Braun-/Steinkohle
Erdgas. Erdöl, Kohle (CO₂-Einlagerung)
Erdgas (Kohlenstoffabscheidung)
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BLOOM ENERGY
Brennstoffzellen-Vorreiter
Highflyer im Aktienmarkt. Bloom Energy profitierte ebenfalls stark von den
Entwicklungen im April, der Wasserstoff-Werte generell pushte. Der Kurs
konnte sich von April bis heute mehr als verdoppeln. Doch auch eigene Nachrichten
unterstützten die Aktie. So verbesserten sich im ersten Quartal 2026
Umsatz und operatives Ergebnis stark. Das Unternehmen profitiert von der
steigenden Nachfrage nach dezentralen Energielösungen, insbesondere aus
energieintensiven Bereichen wie KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Auf
Basis der guten Geschäftsentwicklung hob Bloom Energy die Prognose für
das Gesamtjahr an. Das Umsatzwachstum wird nun im Mittel bei rund 80
Prozent erwartet, nach zuvor etwa 60 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet
das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 3,4 und 3,8 Milliarden US-
Dollar. Das Papier hat weiter Potenzial. Ein Kauf für Anleger, die Kursrücksetzer
und das Risiko im Wasserstoff-Sektor nicht scheuen.
Bloom Energy
Kurs der Bloom-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2021 22 23 24 25 2026
250
200
150
100
WKN/ISIN
A2JQTG / US0937121079
Börsenwert 75,43 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e 191,3 / 65,9
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,00 / 0,01 %
Kursziel/Stoppkurs 310,00 / 247,00 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 11 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
50
0
e = erwartet
aufgehoben. Beide Fondsmanager sind zugleich Gründer und
Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH.
Grüner Wasserstoff. Als nachhaltig gilt Wasserstoff generell,
insbesondere der sogenannte grüne Wasserstoff. Denn
hier wird der benötigte Strom zur Aufspaltung der chemischen
Verbindung (Elektrolyse genannt) von Wasser aus erneuerbaren
Energien gewonnen. Damit verfügt grüner Wasserstoff
über die beste CO2-Bilanz aller Varianten, da er
klimaneutral ist.
Beim „blauen“ Wasserstoff wird entstehendes CO2 aufgefangen
und weiterverwendet oder gespeichert. Diese Variante
gilt als CO2-arm, während „grauer“ Wasserstoff aus fossilen
Energieträgern stammt und CO2 in die Atmosphäre
entweicht. Wasserstoff wird auf verschiedene Arten gewonnen,
wie die Grafik auf Seite 59 illustriert.
Beim Blick auf Europa sticht Spanien derzeit als absoluter
Vorreiter hervor. „Das Land hat bis 2030 sein Ziel für Elektrolysekapazität
von vier auf rund zwölf Gigawatt angehoben
und zieht momentan Milliarden-Investitionen an. Von diesem
Boom profitieren besonders die großen spanischen Versorger
und Infrastrukturkonzerne, die das Thema nun in die
Praxis umsetzen. Hochspannend sind hier für uns Aktien wie
Iberdrola, die mit dem Projekt in Puertollano bereits eine der
größten europäischen Anlagen bezüglich grünen Wasserstoffs
für die Industrie betreiben“, erklärt Junker. Ebenfalls
interessant erscheint die britische Aktie ITM Power, deren
Kurs sich seit April mehr als verdoppelt hat.
Wasserstoff-Aktien dürften zwar weiterhin volatil bleiben,
aber die Vorzeichen mehren sich, dass viele Unternehmen
mittelfristig eine gute Entwicklung nehmen könnten. Entsprechende
Aufträge sind vorhanden, die Umsätze steigen
und die Gewinnzone ist bei einigen Playern nicht mehr außer
Reichweite. Für risikobewusste Anleger bietet der Markt
daher Chancen.
ITM POWER
Starke Auftragslage
Rheinmetall-Deal für NATO-Staaten. ITM Power mit Sitz in Sheffield war mit
positiven Nachrichten einer der Auslöser für die jüngste Rally bei Wasserstoff-
Werten. Da war zum einen die Bekanntgabe der strategischen Zusammenarbeit
mit Rheinmetall rund um eine dezentrale Produktion von synthetischen
Kraftstoffen für NATO-Streitkräfte. Zum anderen steigt die staatliche Great British
Energy mit 40 Millionen Pfund bei ITM Power ein. Darüber hinaus bestätigte
das Ministerium für Energiesicherheit seine Absicht, einen Zuschuss in
Höhe von 46,5 Millionen Pfund zu gewähren. Mit den Mitteln wird der Aufbau
einer neuen automatisierten Fertigungslinie mit einer Kapazität von 1 GW unterstützt.
ITM Power hat sich konsequent dem grünen Wasserstoff verschrieben,
also der idealen Form in puncto Null-Emissionen. Die Kurshöchststände
aus den Jahren 2021/22 sind immer noch weit entfernt, sodass Potenzial vorhanden
ist.
60
ITM Power
Kurs der ITM-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 25 2026
WKN/ISIN
A0B57L / GB00B0130H42
Börsenwert 1,3 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e – / –
Dividendenrendite für 2026e/27e 0,00 / 0,00 %
Kursziel/Stoppkurs 2,50 / 1,50 €
Risiko ■■■■■Kurspotenzial 27 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
FOCUS MONEY 23/2026
6
4
2
e = erwartet
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FOCUS MONEY
& Finanzen100
Welche Aktien bewegen die Anleger
gerade, wo locken die größten Kursgewinne
– und wo bleiben die
Schwankungen überschaubar? Die
Auswertungen liefern jede Woche
einen Überblick über die wichtigsten
Trends. Die meisten Aufrufe verzeichnet
Nel ASA mit einem Wochenplus
von sieben Prozent, gefolgt
von Nvidia, Rheinmetall,
Infineon und Siemens Energy. Bei
der 52-Wochen-Performance führt
AXT mit einem außergewöhnlichen
Plus von rund 8870 Prozent. Bei den
Top-Trades zeigt sich ein klares Bekenntnis
zu Tech- und Wachstumswerten:
Alphabet, SAP, Softbank,
Apple und Infineon stehen auf der
Kaufseite. Wer es ruhiger mag, findet
bei deutschen Aktien mit niedrigster
Volatilität wie DMG Mori oder
OSRAM Licht stabilere Kursverläufe.
Und an der Spitze der deutschen
Performance-Werte steht OHB mit
einem Plus von 783,23 Prozent.
Top-Trades
KäufeVerkäufe
Alphabet A
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
67 %33%
SAP SE
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
80 %20 %
Softbank Group
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
75 %25 %
Apple
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
100 %0 %
Infineon Technologies
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
100 %0 %
Top-Aktien nach Aufrufen
Unternehmen WKN Performance
der letzten
Woche
1 Nel ASA A0B733 7 %
2 Nvidia 918422 – 1,57 %
3 Rheinmetall 703000 3,62 %
4 Infineon Technologies A3E44W 0,48 %
5 Siemens Energy ENER6Y 6,06 %
Top-Aktien nach Performance
Unternehmen WKN 52 Wochen
Performance
1 AXT 914410 8870,06 %
2 Sandisk Corp. A411ZM 3807,74 %
3 KIOXIA Holdings Corp. A2QB8W 2666,27 %
4 Bloom Energy A A2JQTG 1546,65 %
5 Hemlo Mining A41UK3 1526,67 %
Top deutsche Aktien nach
Performance
Unternehmen WKN 52 Wochen
Performance
1 OHB 593612 783,23 %
2 Aixtron A0WMPJ 331,86 %
3 VERBIO Vereinigte Bioenergie A0JL9W 306,63 %
4 SMA Solar Technology A0DJ6J 222,07 %
5 PFISTERER HLDG SE INH ON PFSE21 218,04 %
Aktien Deutschland niedrigste
Volatilität
Unternehmen WKN Volatilität der
letzten 250
Handelstage
1 DMG Mori 587800 5,68 %
2 OSRAM Licht LED400 5,83 %
3 Adtran Networks 510300 6,02 %
4 Tradegate 521690 8,02 %
5 Pfeiffer Vacuum Techn. 691660 8,13 %
Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100
Quelle: Finanzen100
FOCUS MONEY 23/2026 Illustration: Adobe Stock
61
moneymarkets
IMMOBILIEN
Die große
Eigentümer-Falle
Viele Eigentümer halten ihre Immobilie für ein
sicheres Vermögen. Doch dünne Rücklagen,
aufgeschobene Sanierungen und neue Energievorgaben
können den Bestand schneller
zur Belastung machen, als vielen lieb ist
von SINA OSTERHOLT
der Hälfte der Fall. Seit 2021 ist der Anteil dringend sanierungsbedürftiger
Häuser von 28 auf 36 Prozent gestiegen,
während die Sanierungsquote 2025 nach Daten des Bündnisses
Gebäudewende auf 0,7 Prozent gefallen ist, den niedrigsten
Wert seit Jahren. Nötig wären rund zwei Prozent, um
die Klimaziele einzuhalten. Damit drängen sich Fragen auf,
die weit über den Einzelfall hinausreichen. Warum unterschätzen
so viele Eigentümer den Zustand ihrer Immobilie,
obwohl sie selbst darin wohnen? Wer trägt die Kosten eines
Sanierungsstaus, der über Jahrzehnte gewachsen ist? Und
wie wirken energetische Vorgaben, schwächelnde Neubautätigkeit
und unsichere Zinsen auf einen Markt, der bislang
trotz aller Warnsignale stabil geblieben ist? Während die
Substanz vieler Häuser altert, bleiben die Preise stabil.„We-
EIGENTÜMERGESELL-
SCHAFTEN: Die Rücklagen
reichen oft nicht für eine
energetische Sanierung
EEs ist ein Anruf, den Sven Schäfer regelmäßig bekommt.
Am anderen Ende: ein Eigentümer, Jahrzehnte im eigenen
Haus, gerade die Küche erneuert und beim ersten
Verkaufsangebot um eine Summe ärmer, mit der er nicht gerechnet
hat. Der Interessent hat das Dach gesehen, die Leitungen,
den Keller. Und nachgerechnet. „Der Preis der Unwissenheit
zeigt sich oft schlagartig“, sagt Sven Schäfer, seit
mehr als fünfzehn Jahren Immobilieninvestor und Berater
für Kapitalanleger. Mal als ungeplante Sonderumlage, mal
als Sanierung unter Zeitdruck, mal als Abschlag beim Verkauf.
Laut einer Analyse des Portals Immowelt fallen 36 Prozent
aller im vergangenen Jahr zum Kauf angebotenen
Wohnimmobilien in die schlechtesten Energieeffizienzklassen
F bis H. Bei Einfamilienhäusern ist das sogar bei mehr als
62
Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
gen der Knappheit ziehen die Mieten spürbar an und stabilisieren
so das Preisniveau“, sagt Reiner Braun, Chef des Forschungsinstituts
Empirica. Doch der Stillstand ist trügerisch.
Wer eine Immobilie besitzt, kauft oder erbt, trifft seine Entscheidungen
in einer Phase, in der Kaufpreise, Mieten und
Sanierungspflichten neu sortiert werden.
Vom Sichtbaren zum Substanziellen
Wahrgenommen wird, was ins Auge fällt: neue Böden, frische
Farbe, das renovierte Bad. Die Substanz bleibt unsichtbar:
Dach, Leitungen, Feuchte, Statik. „Der Zustand einer
Immobilie verändert sich über Jahre, ohne dass es jemand bemerkt,
bis es zu spät ist“, sagt Schäfer. Verstärkt wird der Effekt
durch ein Marktproblem. Im Netz kursieren unzählige
vermeintlich kostenlose Immobilienbewertungen, deren
Zweck nicht Aufklärung, sondern Akquise ist. Um Verkäufer
zu gewinnen, werden Preise üppig bemessen. Über Vergleichsportale
fließen diese Wunschpreise in die öffentlich
sichtbaren Marktdaten ein und erzeugen den Eindruck eines
Preisniveaus, das es so gar nicht gibt. Eine Marketingmaschinerie,
die Eigentümer in Sicherheit wiegt.
Welche Bauteile dabei unterschätzt werden, ist keine Überraschung:
Dach, Heizung, Sanitärleitungen, Fenster, Keller.
In Wohnungseigentümergemeinschaften kommen Balkone
und Tiefgaragen hinzu. Alle diese Gewerke versagen meist
im selben Zeitfenster, nach dreißig bis fünfzig Jahren. Wer
ein Haus aus den siebziger Jahren bewohnt, bei dem erreicht
statistisch ein Großteil seiner Bestandteile gleichzeitig das
Ende ihrer Lebensdauer. Tückischer noch sind schleichende
Feuchteschäden, im Keller, an Dachanschlüssen, in Bädern.
Sie wirken zunächst kosmetisch: ein Stockfleck, ein muffiger
Geruch, ein Riss. Dass viele Reparaturen nur das Symptom
behandeln, treibt die Kosten. Aus Malerarbeiten für ein paar
hundert Euro wird Jahre später eine fünfstellige Schimmelsanierung,
oft begleitet von Mietausfall. Wer zu spät plant,
zahlt mehr. An die Stelle strategischer Modernisierung treten
Notmaßnahmen, überhitzte Handwerkerpreise und am
Ende oft ungünstigere Finanzierungskonditionen, weil der
Beleihungswert sinkt.
Das stille Versagen der Rücklagen
Besonders schwierig wird die Lage in Häusern mit mehreren
Eigentümern. Für Reparaturen am gemeinsamen Eigentum,
etwa Dach oder Heizung, zahlen alle in eine Gemeinschaftskasse
ein, die Instandhaltungsrücklage. Genau die ist meist
zu klein. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland
(VDIV) hat seine Mitglieder befragt: 89 Prozent der Hausverwaltungen
geben an, dass die Ersparnisse ihrer Eigentümergemeinschaften
nicht reichen, um eine energetische Sanierung
zu bezahlen. Eine zusätzliche Erhebung des
Branchendienstes HausverwalterScout zeigt, dass bei rund
40 Prozent der Gemeinschaften das Geld schon für normale
Instandhaltung knapp wird. Experten empfehlen daher 80
Cent bis 1,20 Euro je Quadratmeter und Monat, bei 100 Quadratmetern
also 100 bis 150 Euro, allein als Reparatur-Reserve.
In der Praxis wird das oft unterschritten. Hinter der
Lücke steckt ein Anreizproblem. Wer eine Wohnung vermietet,
sieht in jeder Hausgelderhöhung einen Renditeverlust
FOCUS MONEY 23/2026
CHECKLISTE FÜR KÄUFER
Drei Fragen, die jeder Käufer
einer Eigentumswohnung dem
Verwalter stellen sollte
1. Wie hoch sind die Instandhaltungsrücklagen
pro Quadratmeter – und welche größeren
Maßnahmen finden sich für die kommenden
zehn Jahre in der Beschlusssammlung?
→ Liegt die Rücklage unter 0,80 Euro pro Quadratmeter
und Monat, ist Vorsicht geboten.
Stehen Dach, Heizung oder Fassade auf der
Liste, ohne dass dafür Geld da ist, droht eine
Sonderumlage.
2. Wie verteilen sich Selbstnutzer und Kapitalanleger
im Haus?
→ Reine Anleger-Gemeinschaften sind häufig
konfliktanfälliger bei Sanierungsentscheidungen,
weil jede Hausgelderhöhung unmittelbar
die Rendite mindert.
3. Liegt ein Energieausweis nach Verbrauch
oder nach Bedarf vor – und in welche Klasse
fällt das Gebäude?
→ Bedarfsausweise sind aussagekräftiger. Die
Klassen F bis H signalisieren mögliche Pflichten
nach dem Gebäudeenergiegesetz und
einen schwächeren Wiederverkaufswert.
und stimmt entsprechend ab. Selbstnutzer profitieren dagegen
von einer gut gefüllten Kasse. „Je höher der Anteil der Kapitalanleger
in einer Eigentümergemeinschaft, desto geringer
fallen die Rücklagen aus“, sagt Schäfer. Bitter wird es,
wenn Dach, Heizung und Leitungen gleichzeitig erneuert
werden müssen, weil sie gemeinsam eingebaut wurden.
Reicht die Rücklage nicht, bleiben drei Auswege: eine Sonderumlage
mit vier- bis fünfstelligen Nachschüssen, ein gemeinschaftlicher
Kredit oder eben der Verkauf unter Wert.
Die unterschätzte Erbschaft
Eine besonders verwundbare Gruppe übersieht die Debatte:
Erben. Zwischen 2015 und 2024 sind rund 4,3 Millionen Immobilien
an die nächste Generation übertragen worden. „Erben
bekommen das Haus, aber nicht das Wissen“, sagt Schäfer.
„Welche Sanierungen wurden in dreißig Jahren wirklich
gemacht? Welche Rechnungen liegen noch in der Gewährleistung?
Wann ist zuletzt das Dach geprüft worden? Vieles
davon geht mit der Generation verloren, die das Haus gebaut
hat.“ Stellvertretend steht ein Muster, das dem Berater immer
wieder begegnet: Drei Geschwister erben das Eltern-
63
moneymarkets
haus, eines wohnt in der Nähe, zwei sind
weggezogen. Das Dach stammt aus 1987,
die Heizung aus 1996, der Schornstein
wird nur noch geduldet. Einer will verkaufen,
einer einziehen, einer vermieten. Die
Einigkeit über eine Sanierung kommt nicht
zustande, und während die Erbengemeinschaft
verhandelt, altert das Haus weiter.
„Wer drei Jahre wartet, hat oft nicht mehr
dieselbe Immobilie verkauft, die er geerbt
hat“, sagt Schäfer. Eine Frist wirkt hier besonders
fatal: Käufer und Erben müssen
nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestimmte
energetische Anforderungen binnen
zwei Jahren erfüllen, etwa die Dämmung
oberster Geschossdecken oder
ungedämmter Warmwasserleitungen.
Bußgelder bis zu 50 000 Euro sieht das Gesetz
vor; verhängt werden sie selten, ein
Druckmittel bleiben sie trotzdem.
Lage, Lage, Energieklasse
Der alte Maklerspruch „Lage, Lage, Lage“
hat aus Schäfers Sicht ausgedient. „Heute
gilt: Lage, Lage, Energieklasse und Bausubstanz.“
Die Marktdaten stützen die
These. In den sieben größten deutschen
Metropolen werden Häuser der Effizienzklasse
C bereits rund 19 Prozent unter dem
Preis vergleichbarer A-Objekte gehandelt.
Auf dem Land ist die Spreizung noch größer:
Häuser der schlechtesten Klasse H
36 %
der zum Verkauf stehenden
Wohnimmobilien fallen
in die schlechtesten
Energieklassen F bis H
0,67 %
beträgt die Sanierungsquote
2025 – nötig wären
2 Prozent
88,8 %
der Hausverwaltungen
halten die WEG-Rücklagen
für unzureichend
28,7 %
Preisabschlag im Schnitt
zwischen bester und
schlechtester Energieklasse
4,34 Mio.
Immobilien wurden
zwischen 2015 und 2024
vererbt
Quellen: immowelt, Bündnis Gebäudewende, VDIV
werden teils 45 bis 51 Prozent günstiger
angeboten als sanierte A-Häuser. Im Mittel
beträgt die Preisdifferenz zwischen bester
und schlechtester Energieklasse rund
29 Prozent. Immowelt-Geschäftsführer
Robert Wagner sieht darin ein neues
Machtgefüge in den Preisverhandlungen:
„Viele Kaufinteressenten stehen vor der Herausforderung,
dass die verfügbaren Immobilien
einen erheblichen Modernisierungsbedarf
aufweisen.“ Dieser müsse in
die Gesamtinvestition einkalkuliert werden,
eröffne aber auch Spielraum, sofern
sich die Sanierungskosten seriös beziffern
ließen. Übersetzt: Wer den Bedarf belegen
kann, drückt den Preis. Wer Substanzfragen
ignoriert, verschenkt Verhandlungsmasse.
Verschärfend wirkt die schrittweise
Einführung der 65-Prozent-Regel beim
Heizungstausch, die an die kommunale
Wärmeplanung gekoppelt ist und in den
Großstädten ab Mitte 2026 greifen wird.
„Selbst wenn nicht jedes Gesetz unmittelbar
wirksam wird, verändert sich die Zahlungsbereitschaft
des Marktes spürbar“,
sagt Schäfer. Unsanierte Objekte würden
schwerer finanzierbar, schwerer vermietbar
und müssten preislich nachgeben. So
eindeutig die Effizienzschere wirkt, die Gesamtlage
erklärt sie nicht. Braun ordnet
die Entwicklung breiter ein. Bis 2022 sei
der Markt extrem angespannt gewesen:
Mehrheit im Mittelfeld
Nur jede sechzehnte angebotene Immobilie erreicht die
Top-Klassen A+ oder A. Knapp 36 Prozent fallen in die Sanierungsfälle
F bis H – ein gewaltiges Risiko für Eigentümer
und Käufer
Wohnimmobilien zum Kauf bei Immowelt
nach Effizienzklassen Verteilung in Prozent
A+ (< 30 kwh/m2) 2,7
A (30 bis < 50 kwh/m2) 3,5
B (50 bis < 75 kwh/m2) 7,0
C (75 bis < 100 kwh/m2) 14,4
D (100 bis < 130 kwh/m2) 20,8
Preissteigerung durch Energieeffizienz
Ein A+-Haus erzielt fast 12 Prozent mehr als ein vergleichbares
Objekt der Klasse D. Wer eine H-Immobilie verkauft,
muss dagegen mit einem Abschlag von 13,6 Prozent rechnen
– die Spreizung am Markt wird brutal
Preissteigerung durch Energieeffizienz bei Häusern
relativ zur Klasse D als Referenz, in Prozent
A+ (< 30 kwh/m2) +11,8
A (30 bis < 50 kwh/m2) +6,8
B (50 bis < 75 kwh/m2) +2,5
C (75 bis < 100 kwh/m2) +1,2
D (100 bis < 130 kwh/m2) ±0
E (130 bis < 160 kwh/m2) 15,8
F (160 bis < 200 kwh/m2) 13,5
G (200 bis < 250 kwh/m2) 9,8
–1,6
–4,2
–8,2
E (130 bis < 160 kwh/m2)
F (160 bis < 200 kwh/m2)
G (200 bis < 250 kwh/m2)
Quelle: Immowelt
H (>250 kwh/m2) 12,5
–13,6
H (>250 kwh/m2)
Quelle: Immowelt
64
FOCUS MONEY 23/2026
4,3 MILLIONEN
IMMOBILIEN sind in zehn
Jahren an die nächste
Generation übergegangen
Begünstigt durch jahrelange Niedrigzinsen hätten sich die
Kaufpreise weit von den Mieten entfernt. Seit dem dritten
Quartal 2015 stiegen die Eigentumswohnungspreise nach
Daten des Forschungsinstituts Empirica um 84 Prozent, die
Mieten nur um 56 Prozent. „Ein Preiseinbruch schien greifbar“,
sagt Braun. Mit dem Zinsanstieg kam die Wende, ein
echter Preisverfall aber blieb aus. Die Knappheit trieb die
Mieten so deutlich nach oben, dass sie das Preisniveau stabilisierten.
Dahinter steht eine simple Kapitalmarktlogik: Der
Wert einer Immobilie entspricht dem Barwert künftiger Mieteinnahmen.
Steigende Mieten stützen die Preise, steigende
Zinsen drücken sie. Derzeit halten sich beide Effekte teilweise
die Waage. Doch das ist nur die kurzfristige Sicht. Zwei Risiken
könnten das Gleichgewicht kippen, warnt Braun:
nachhaltig steigende Zinsen oder ein Mietendeckel über die
Länderöffnungsklauseln. „Dann ließe dies den Wert vermieteter
Wohnungen einbrechen.“ Zinsen wirken nach dem Rasenmäherprinzip
auf alle Marktsegmente; verschärfte Regulierung
träfe vor allem das untere Preissegment, also genau
jene Bestände, die ohnehin als sanierungsbedürftig gelten.
Auf der Angebotsseite spitzt sich die Lage zu. Die Neubautätigkeit
ist von 3,7 Wohnungen je tausend Einwohner im Jahr
2020 auf 2,9 im Jahr 2025 gefallen, eine Erholung erwartet
Braun frühestens 2027 oder 2028, denn Geschosswohnungen
brauchen vom Antrag bis zur Fertigstellung zwei bis drei
Jahre. Mindestens ebenso wichtig sei die falsche Verteilung
des Bestands: Bestandsmieten lägen weit unter Neuvertragsmieten,
große Wohnungen würden kaum frei, niedrige
Grundsteuer und hohe Grunderwerbsteuer hemmten die
Umzugsmobilität. „Der Markt ist eingefroren“, sagt Braun.
Für Eigentümer und Erwerber ergibt sich daraus ein nüchterner
Befund: Auf einen großen Preisrutsch zu spekulieren,
ist riskant. Wer Eigenbedarf habe und es sich leisten könne,
solle kaufen, rät Braun, „nicht auf Kante nähen, 10 000 bis
20 000 Euro Reserve einplanen“. Zinsen und Baukosten dürften
eher weiter steigen, und auf das Freiwerden der Babyboomer-Eigenheime
zu warten, sei keine tragfähige Strategie.
Wer den Wert seiner Immobilie sichern will, kommt um den
Blick in die Substanz nicht herum: je früher, desto günstiger.
Was Eigentümer jetzt tun sollten
Reicht eine reguläre Besichtigung? Schäfer winkt ab. „Für
das Bauchgefühl ja. Für den Vermögensschutz nein.“ Bei
Kauf, Verkauf oder größeren Maßnahmen sei ein Gutachten
durch TÜV, DEKRA oder einen vereidigten Sachverständigen
unverzichtbar: „In Relation zum Risiko und zu späteren
Sanierungskosten ist es ein Tropfen auf den heißen Stein.“
Seine Prüfung verläuft in drei Stufen: Lage, Substanz, Recht
und Zahlen. „Die meisten Objekte scheitern nicht an einem
einzelnen Punkt. Sondern an der Kombination: Instandhaltungsstau,
schwache WEG-Struktur, lückenhafte Unterlagen.“
Alle drei bis fünf Jahre sollten Eigentümer einen solchen
Check durchführen lassen, ergänzt durch
anlassbezogene Prüfungen vor Kauf oder Verkauf. Die Realität
sehe anders aus: „Erst wenn der Schaden da ist, wird geprüft.
Und selbst dann oft nur die Wirkung bekämpft, nicht
die Ursache.“Drei Schritte empfiehlt Schäfer: Unterlagen zusammenstellen,
Zustand prüfen lassen, einen realistischen
Zehn-Jahres-Plan für Rücklagen anlegen. Vor allem aber:
nicht emotional kaufen. „Die richtige Frage ist nicht, ob ich
hier wohnen wollte. Sondern, ob es für meine Zielgruppe attraktiv
ist, hier zu wohnen.“ Wer den Zustand seines Hauses
kennt und dokumentiert, verschafft sich einen Vorteil beim
Verkauf, beim Vererben und bei der Bank. Wer ihn nicht
kennt, zahlt für seine Unwissenheit. Meistens fünf- oder
sechsstellig.
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: P. Merchan Montes/Unsplash 65
moneymarkets
MUSTERDEPOT
Unterschätzte
Risiken
Dobetsberger stellt sich
breiter auf. Hölzle freut sich auf
Dividende von M1 Kliniken
„Das Portfolio wird deutlich breiter aufgestellt
und soll klassische Energie-, Infrastruktur-
und Industrieunternehmen mit strategischen
Technologie- und Qualitätswerten
kombinieren“, sagt Richard Dobetsberger
von ficon. Der Experte nimmt zehn Aktien
von Microsoft (ISIN: US5949181045) und
sechs von Rheinmetall (DE0007030009)
ohne Limit neu ins Musterdepot auf. Gleichzeitig
stockt er die Tesla-Position um zehn Aktien
(ebenfalls ohne Limit) auf. „Damit wird
die Strategie um die Bereiche KI, Digitalisierung
und Verteidigung erweitert“, so Dobetsberger,
der im Gegenzug seine gesamte Posi-
tion bei Equinor und Uranium Energy bestens
auflöst. Die anderen Energiepositionen bleiben
hingegen im Portfolio, da die Risiken im
Energiemarkt weiter unterschätzt werden.
Manuel Hölzle, GBC, profitierte in der Berichtswoche
von einem Kurssprung bei Avio.
Das italienische Luft- und Raumfahrtunternehmen
hatte den erfolgreichen Start des
wissenschaftlichen Satelliten „Solar Wind
Magnetosphere Ionosphere Link Explorer“
gemeldet. Darüber hinaus freut sich der Profi
auf die beschlossene Dividende von 1,20
Euro pro Aktie der M1 Kliniken, was einer
Rendite von rund 6,4 Prozent entspricht. SR
Anzahl/nominal
des Wertpapiers
ISIN
aufgenommen
Ausgabe
Kaufkurs
in Euro
Kaufsumme
in Euro
Limits Euro
je Stück/
Anzahl
Kurs am
26.05.2026
in Euro
Kurswert
am
26.05.2026
Kursveränderung
in %
DEPOT 1
MANUEL HÖLZLE,
GBC AG
DEPOT 3
RICHARD
DOBETSBERGER,
ficon Vermögensmanagement
GmbH
60 Alzchem 7) 11) DE000A2YNT30 diverse 159,30 9 558,00 – 168,90 10 134,00 6,0
210 Avio 7) 11) IT0005119810 diverse 35,43 7 439,50 – 38,87 8 162,70 9,7
325 Bitcoin Group 7) 11) DE000A1TNV91 diverse 31,65 10 285,25 – 29,50 9 587,50 –6,8
110 Cembre 7) 11) IT0001128047 diverse 68,84 7 572,00 – 87,50 9 625,00 27,1
2 600 Guillemot 7) 11) FR0000066722 diverse 4,30 11 180,00 – 4,78 12 428,00 11,2
500 M1 Kliniken 5) 7) 11) DE000A0STSQ8 diverse 17,53 8 766,00 – 18,98 9 490,00 8,3
Guthaben: 367,25 € 750 Smartbroker H. 5) 7) 11) DE000A2GS609 diverse 13,69 10 270,00 – 12,20 9 150,00 –10,9
Depotwert: 99 297,20 € 7 000 Verve Group 5) 7) 11) SE0018538068 diverse 1,56 10 909,30 – 1,59 11 158,00 2,3
Gesamtwert*: 99 664,45 € 260 Washtec 5) 7) 11) DE0007507501 diverse 48,59 12 633,40 – 40,70 10 582,00 –16,2
Depotveränderung:–0,3 % 300 Revo Insurance 11) IT0005513202 diverse 23,31 9 324,00 – 22,45 8 980,00 –3,7
5), 6), 7), 11) Offenlegung Interessenskonflikte (Erklärung: www.gbc-ag.de/rechtliches/offenlegung)
DEPOT 2
KAI HOFFMANN,
Kamavest Asset
Management
GmbH
800 Centerra Gold CA1520061021 4/26 13,33 10664,00 – 14,64 11712,00 9,8
700 First Majestic Silver CA32076V1031 4/26 16,18 11326,00 – 16,96 11872,00 4,8
700 Ivanhoe Electric* US46578C1080 4/26 14,40 10080,00 – 10,60 7420,00 –26,4
60 Kamaxus Resource Fund DE000A40X8Z4 4/26 162,07 9724,20 – 164,47 9868,20 1,5
100 Newmont US6516391066 4/26 92,14 9214,00 – 95,59 9559,00 3,7
10000 Troilus Gold CA89688V1031 4/26 1,04 10400,00 – 1,12 11200,00 7,7
Guthaben:6 973,90 € 25000 First Mining Gold CA3208901064 5/26 0,38 9 600,00 – 0,31 7 750,00 –19,3
Depotwert: 88 511,20 € 550 Elemental Royalty Corp CA28620K1066 5/26 17,05 9 377,50 – 14,60 8 030,00 –14,4
Gesamtwert*: 95 485,10 € 12500 Gold X2 Mining CA38076G1037 9/26 0,73 9 125,00 – 0,89 11 100,00 21,6
Depotveränderung:–4,5 %
*Börse New York, Kurs in Euro umgerechnet; bei geringen Umsätzen anderer Titel in Deutschland werden teilweise die gängigeren ausländischen Kurse in Euro umgerechnet
65 Chevron US1667641005 diverse 146,50 9522,34 – 163,28 10613,20 11,5
100 Conocophillips US20825C1045 12/26 98,92 9892,00 – 102,28 10228,00 3,4
200 Occidental Petroleum US6745991058 13/26 47,41 9482,00 – 50,05 10010,00 5,6
300 Halliburton US4062161017 15/26 33,39 10017,00 – 35,36 10608,00 5,9
130 Equinor NO0010096985 16/26 35,81 4655,30 V: o.L./130 32,82 4266,60 –8,3
65 Exxonmobil US30231G1022 16/26 150,64 9791,60 – 131,94 8576,10 –12,4
Guthaben:11 012,75 € 105 SLB (Schlumberger) AN8068571086 16/26 45,40 4767,00 – 48,50 5091,98 6,8
Depotwert: 77123,88 € 250 Uranium Energy US9168961038 20/26 12,32 3080,00 V. o.L./250 11,58 2895,00 –6,0
Gesamtwert*: 88136,63 € 175 Nordex DE000A0D6554 21/26 48,00 8400,00 – 42,60 7455,00 –11,3
Depotveränderung:–11,9 % 20 Tesla US88160R1014 22/26 385,95 7719,00 K: o.L./10 369,00 7380,00 –4,4
*Startkapital am 09.01.26 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss
Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner
Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden.
66 FOCUS MONEY 23/2026
moneyleserbriefe ISSN: 1615-4576
BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg
Sitz der Redaktion: Arabellastraße 23, 81925 München
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Bremen und Hannover
FOCUS MONEY ist eine Marke der BurdaVerlag Publishing GmbH
DER VERGIFTETE REIZ
DES 9-EURO-TICKETS
(22/26) Editorial
Die Rechnung Dorf- gegen Stadtmenschen
bei der Nutzung aufzumachen,
polarisiert. Ich kenne viele
Dorfmenschen, die das Ticket
gerne und gut in der Freizeit als
Familie genutzt haben. Es bedarf
manchmal mehr Planung als in der
Stadt. Aber das ging weitgehend
gut. Und die Kostenfrage stellt sich
bei anderen politischen Themen
genauso.
Wer Menschen bei Veränderungen
wie der Mobilität helfen will,
muss auch mal Anreize zum
Change anbieten. Ich fand es eine
gute Idee.
Rainer Siebern
Ich denke, das 9-Euro-Ticket war
tatsächlich ein relativ gutes Gesetz,
denn es hat den Tarifdschungel in
Deutschland aufgelöst. Heute
kann man zu einem vernünftigen
Preis ein Ticket für den ÖPNV
abonnieren, das in ganz Deutschland
gilt. Das wäre sonst sicher
Liebe Leserin, lieber Leser
Schreiben Sie Ihre Meinung zu den
Themen in diesem Heft:
Redaktion FOCUS MONEY
Arabellastraße 23, 81925 München
oder E-Mail: leserservice@focus-money.de
oder Fax: 0 89/92 50-3610
(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)
nicht so schnell passiert. Zudem
haben damals viele Menschen die
Bahn getestet. Wäre sie besser
gefahren, wären viele vielleicht
auch dabeigeblieben.
An anderen Stellen wurde und
wird deutlich mehr Geld verschwendet
- und wäre es der Politik
tatsächlich ein Anliegen, CO2
einzusparen, hätte man wohl kaum
CO2-freie Energiequellen unwiderruflich
abgeschaltet.
Daher würde ich dem 9-Euro-Ticket
trotz der bekannten Schwächen
in Summe die Schulnote 3+
geben.
Stephan Ilten
Das 9-Euro-Ticket war für die Anwohner
der Lübecker Bucht eine
absolute Horrorsituation. Unfassbar
viele aus Hamburg und Umland
haben diese Küste von der
Binnenseite förmlich geflutet. Viele
Pendler aus den Küstenorten sind
zu der Zeit auf das Auto umgestiegen,
um halbwegs pünktlich Arbeit
und Wohnort zu erreichen.
Andreas Manzke
REDAKTION FOCUS MONEY
Chefredakteur: Georg Meck
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FOCUS MONEY 23/2026
67
dswanlegerschutz
STANDORT
DEUTSCHLAND:
Erschwerte
Bedingungen für
Investitionen
DSW-ANLEGERBAROMETER
Energiepreise belasten
branchenübergreifend
Anleger sehen die hohen Energiekosten
als Belastung für den Standort Deutschland.
Die Befragten geben der Bundesregierung
keine guten Schulnoten
Über Energiepreise wird in Deutschland seit Jahren gestritten.
Meist geht es um Stromkosten, Netzentgelte,
CO₂-Preise oder Entlastungspakete. Das erste „Anlegerbarometer“,
für das die Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz e.V. (DSW) gemeinsam mit der Strategieberatung
Argon & Co. rund 700 Anleger in Deutschland befragt
hat, zeigt: 81 Prozent der Befragten erwarten, dass Energieund
CO₂-Kosten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
2026 eher stark oder sehr stark beeinflussen.
„Das ist ein klares Signal. Hohe Energiekosten werden nicht
mehr nur als Problem einzelner Branchen wahrgenommen,
sondern als Belastung für den Standort insgesamt. Gerade
für energieintensive Unternehmen sind Strom-, Gas- und
CO₂-Kosten längst ein entscheidender Faktor. Sie beeinflussen
Investitionen, Margen, Standortentscheidungen und die
Frage, ob Produktion in Deutschland langfristig wettbe-
werbsfähig bleibt“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer
der DSW.
„Gleichzeitig macht die Befragung deutlich, dass eine reine
Debatte über Energiepreise zu kurz greift. Denn auch dort,
wo Entlastung angekündigt wird, bleibt die Skepsis groß“, so
Andreas Schwenzer, Partner und Leiter der Energy Practice
bei Argon & Co. Im Durchschnitt bewerten die Befragten die
angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung nur mit
der Schulnote 4,5. Mehr als die Hälfte vergibt sogar eine 5
oder 6. „Klar ist, dass viele Befragte darin bislang keine spürbare
Entlastung sehen“, so Schwenzer.
Interessant aus Anlegersicht ist, dass lediglich 8,1 Prozent
der Befragten angeben, ihr Portfolio infolge steigender Energie-
und CO₂-Kosten eher stark oder sehr stark verändert zu
haben. „Die Anleger haben offensichtlich verinnerlicht, dass
Ruhe und Besonnenheit an der Börse die besten Ratgeber
sind, auch und gerade mit Blick auf die jüngsten Volatilitäten
aufgrund der weltpolitischen Lage“, sagt Marc Tüngler.
Bürokratie und Regulierung als größte
Wachstumshemmnisse
Besonders aufschlussreich wird der Blick auf die größten
Wettbewerbsnachteile deutscher Unternehmen im internationalen
Vergleich. An erster Stelle stehen hier nicht Stromoder
Gaspreise, sondern Bürokratie und Regulierung. 78,2
Prozent der Befragten nennen Bürokratie und Regulierung
68 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
als einen der größten Wettbewerbsnachteile. Erst danach
folgen Strompreise mit 52,8 Prozent, CO₂-Preise mit 28,7
Prozent und Gaspreise mit 17,8 Prozent. Das macht die
Energiepreisdiskussion nicht weniger wichtig. Die Zahlen
zeigen klar, dass Strom-, Gas- und CO₂-Kosten ein erhebliches
Problem bleiben. Gleichzeitig wird deutlich, dass hohe
Kosten besonders dann zum Standortnachteil werden,
wenn Unternehmen zusätzlich mit Bürokratie, langen Verfahren
und unsicheren regulatorischen Rahmenbedingungen
kämpfen.
„Für Unternehmen entsteht daraus eine doppelte Belastung.
Einerseits steigen die Kosten durch Energie-, CO₂-
Kosten und regulatorische Anforderungen. Andererseits kosten
Verfahren, Nachweise, Abstimmungen und Unsicherheit
Zeit“, so Schwenzer. Genau diese Kombination ist gefährlich,
weil sie Entscheidungen verlangsamt, Investitionen erschwert
und den Standort weniger attraktiv macht. Hinzu
kommt der internationale Wettbewerbsdruck. 79 Prozent
der Befragten sehen den größten Druck derzeit aus China.
Die USA folgen mit deutlichem Abstand.
„Auch das passt ins Bild. Deutschland wird nicht nur als
teuer wahrgenommen, sondern auch als langsam. Andere
Märkte skalieren schneller, investieren konsequenter und
treten industriepolitisch klarer auf“, sagt Marc Tüngler. „Es
braucht dringend ein gesamtheitliches, tragfähiges Zukunftskonzept
für Deutschland. Dabei ist die Energiepolitik
nur ein Aspekt, wenn auch ein äußerst relevanter.“
Eine Entlastung an einer einzelnen Stelle reicht nicht aus.
Das Anlegerbarometer zeigt, dass Wettbewerbsfähigkeit
nicht allein durch niedrigere Kosten entsteht. Genauso wichtig
sind Tempo, Planbarkeit und Vertrauen in verlässliche
Rahmenbedingungen. „Deshalb sollte die Debatte über Energiepreise
breiter geführt werden. Wer den Standort Deutschland
stärken will, muss nicht nur über Strompreise sprechen,
sondern auch über das, was Unternehmen im Alltag ausbremst.
Hohe Energiekosten und bürokratische Hürden gemeinsam
schwächen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts
Deutschland“, sagt Burkhard Wagner, Geschäftsführer
von Argon & Co in Deutschland.
Energiekosten belasten
81 Prozent der Befragten im Anlegerbarometer von
DSW und Argon & Co. sehen die hohen Kosten für
Energie und CO₂ als Belastungsfaktor für den Standort
Deutschland
Einfluss der Energie und CO₂-Kosten auf die
Wirtschaft Einschätzung in Prozent der Befragten
eher schwach
4
mittel
15
Quelle: DSW/Argon & Co.
40
Größte Wettbewerbsnachteile
in Prozent der Befragten
Bürokratie 78,2
41
sehr stark
eher stark
Bürokratieabbau notwendig
Bürokratie und Regulierung sehen die Befragten des
„Anlegerbarometers“ als größten Standortnachteil
Deutschlands im internationalen Vergleich, gefolgt
von Strom-, CO₂- und Gaspreisen
Strompreise 52,8
CO₂-Preise 28,7
Gaspreise 17,8
Quelle: DSW/Argon & Co.
Unternehmen im Dialog
Die Vonovia SE: Gelebte offene Transparenz
Transparenz und Offenheit im Umgang mit privaten Anlegern sind für
die Vonovia SE gelebte Praxis. Als Ansprechpartner für Privatanleger
steht Oliver Larmann zur Verfügung, den viele bereits von unseren
DSW-Anlegerforen kennen. Gemeinsam mit dem Investor Relations-
Team unter der Leitung von René Hoffmann ist er nicht nur auf unseren
Veranstaltungen und vor sowie auf der Hauptversammlung für uns da,
sondern das ganze Jahr über erreichbar und ansprechbar für unsere
Anliegen. Haben Sie Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Zahlen, zur
Prognose oder Dividendenentwicklung? Dann genügt ein Anruf bei
oder eine E-Mail an Oliver Larmann – ein Service der DSW.
Oliver Larmann
Senior Investor Relations Manager
Universitätsstraße 133
44803 Bochum
Tel.: +49 (0) 234 / 314-1609
Fax: +49 (0) 234 / 314-2995
Mobil: +49 (0) 152 / 01615121
E-Mail: investorrelations@vonovia.de
Web: investoren.vonovia.de
moneyservice
SPARPLÄNE
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Intransparente Tarife
erschweren die Suche
nach guten Sparplänen
Egal ob Aktien, ETFs, Fonds oder Zertifikate: Welche
Banken die besten Online-Wertpapiersparpläne in
petto haben – das zeigt der FOCUS MONEY-Test
von THOMAS SCHICKLING
Banken Finvesto Flatex S Broker 1822direkt Comdirect Consorsbank
Kosten Depot 24 EUR 1) kostenlos 47,88 EUR 1) kostenlos 23,4 EUR 1) kostenlos
sparplanfähige Fonds gesamt 6851 3633 3275 3800 6000 1016
rabattierte Fonds 6851 3098 1556 1500 242 948
voll rabattierte Fonds 10 40 51 98 241 48
Mindestsparrate 0,01 EUR 25 EUR 5 EUR 50 EUR 1 EUR 10 EUR
maximale Sparrate 5000 EUR – 10000 EUR – 10000 EUR 10000 EUR
mögliche Sparintervalle* ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗
mehrere Fonds pro Sparplan besparbar ✓ ✗ ✗ ✗ ✓ ✗
maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt
höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓
Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✗ ✗ ✓ ✓ ✓
Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗
Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut
70
Foto: Adobe Stock FOCUS MONEY 23/2026
Gesamtergebnis: drei Geldinstitute mit hervorragender Bewertung
BESTE
WERTPAPIER-
SPARPLÄNE
Banken
Fonds-Sparpläne
(Gewichtung 15 %)
ETF-Sparpläne
(Gewichtung 30 %)
Zertifikate-Sparpläne
(Gewichtung 5 %)
Aktien-Sparpläne
(Gewichtung 50 %)
Gesamtbewertung
Comdirect Sehr Gut Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Hervorragend
Consorsbank Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Hervorragend
Scalable Capital Sehr Gut Hervorragend Hervorragend Hervorragend Hervorragend
Finvesto Hervorragend Hervorragend – Gut Sehr Gut
ING Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Gut Sehr Gut
S Broker Hervorragend Sehr Gut Hervorragend Gut Sehr Gut
1822direkt Sehr Gut Gut Gut Gut Gut
BBBank Befriedigend Gut – Befriedigend Gut
Deutsche Bank Gut Gut Gut Befriedigend Gut
DKB Gut Gut Gut Befriedigend Gut
Flatex Hervorragend Sehr Gut – Gut Gut
TARGOBANK Sehr Gut Gut – Befriedigend Gut
Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; abgebildet sind nur Finanzinstitute mit mindestens drei Bewertungen in den Teilkategorien Fonds, ETFs, Zertifikate und Aktien mit der Gesamtbewertung „Gut“ und besser; innerhalb derselben Note Unternehmen alphabetisch sortiert
Geld ist wie Wasser. Es muss fließen, um frisch zu bleiben.
Diese Doktrin hat der berühmte japanische Geld-
Guru Ken Honda aufgestellt. Sparen begünstige den
Fluss, sofern dies nicht aus Geiz oder Angst geschehe. Wobei
Geld, das mit Freude und Dankbarkeit ausgegeben werde, zurückkomme,
so der Vater der „Happy Money“-Theorie.
Wahre Sparweltmeister sind nach wie vor die Deutschen.
Im ersten Halbjahr 2025 legten die Privathaushalte hierzulande
durchschnittlich 10,3 Prozent ihres verfügbaren Einkommens
auf die hohe Kante, bilanzierte das Statistische
Bundesamt. Pro Kopf sind dies monatlich knapp 270 Euro.
Rund 72 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger sparen.
Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „So investiert
Deutschland“ der Commerzbank. „Die Menschen in
Deutschland verfügen über ein enormes Vermögen, doch ein
großer Teil davon arbeitet nicht für seine Besitzerinnen und
Besitzer“, moniert Commerzbank-Kundenvorstand Thomas
Schaufler. Denn wer genug Geld zum Sparen besitze, favorisiere
leider immer noch gering verzinste Tages- und Festgeldkonten
oder das klassische Sparbuch. Renditestärkere Anlageformen
wie Wertpapiere spielen eine nachgelagerte Rolle.
Bewegung zeigt sich aber bei Sparplänen. Rund 40 Prozent
der Sparerinnen und Sparer entschieden sich laut Commerzbank-Studie
2025 für den Kauf von Wertpapieren oder Wertpapier-Sparplänen.
2024 waren es bundesweit 35 Prozent!
ETFs erfolgreich. An Beliebtheit gewonnen haben bei Sparern
sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Das sind
börsengehandelte Indexfonds, die einen Marktindex nachbilden.
50 Prozent der Sparer entscheiden sich heute für
ETFs. Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren sind dies
zehn Prozent mehr, rechnet die Commerzbank vor.
Aktuell handelbar sind hierzulande rund 2300 ETFs, bilanziert
das Anlegerportal extraETF. Allein zwischen 2017
und 2021 wurden gut 1000 neue ETFs emittiert, so die
TOP-Anbieter für Fonds-Sparpläne
ING Scalable Capital TARGOBANK Deutsche Bank DKB HypoVereinsbank
kostenlos kostenlos 42 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos
666 217 4950 395 2000 alle 2)
558 217 4738 395 – –
92 217 21 38 – 7
1 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR 25 EUR 25 EUR
1000 EUR 5000 EUR 500 EUR 50000 EUR 5000 EUR –
✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓
✗ ✓ ✗ ✓ ✓ ✗
unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
✓ ✓ ✓ ✗ ✗ ✓
✗ ✗ ✓ ✗ ✗ ✓
Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut
BESTE
FONDS-
SPARPLÄNE
Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; Banken mit Testurteil
„Gut“ und besser; *monatlich/zweimonatlich/quartalsweise/halbjährlich/jährlich;
1) Depotkosten können bei
Vorliegen bestimmter Voraussetzungen entfallen; 2) alle
in Deutschland zugelassenen Fonds; ✓= ja; ✗= nein
FOCUS MONEY 23/2026
71
moneyservice
TOP-Anbieter für Zertifikate-Sparpläne
Banken Comdirect S Broker Scalable Capital Consorsbank ING 1822direkt Deutsche Bank
Kosten Depot 23,4 EUR 1) 47,88 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos
Anzahl sparplanfähiger Zertifikate 500 391 153 113 80 350 27
Mindestsparrate 1 EUR 5 EUR 1 EUR 10 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR
maximale Sparrate 10000 EUR 10000 EUR 5000 EUR 10000 EUR 1000 EUR – 50000 EUR
Kosten Sparrate 50 Euro/Monat 0,75 EUR 0,63 EUR kostenlos 0,75 EUR 0,75 EUR 1,50 EUR 0,63 EUR
Kosten Sparrate 100 Euro/Monat 1,50 EUR 1,25 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR 1,25 EUR
Kosten Sparrate 250 Euro/Monat 3,75 EUR 3,13 EUR kostenlos 3,75 EUR 3,75 EUR 3,75 EUR 3,13 EUR
Kosten Sparrate 500 Euro/Monat 7,50 EUR 6,25 EUR kostenlos 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR 6,25 EUR
mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓
mehrere Zertifikate pro Sparplan besparbar ✓ ✗ ✓ ✗ ✗ ✗ ✓
maximale Aussetzung Sparplan 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 26 Wochen unbegrenzt unbegrenzt
höhere Einmalzahlung möglich ✗ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✓
Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✗ ✓ ✓ ✓ ✓ ✗
Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗
Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut
TOP-Anbieter für Aktien-Sparpläne
Banken Scalable Capital Comdirect Consorsbank 1822direkt Bitpanda Finvesto Flatex
Kosten Depot kostenlos 23,4 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos 24 EUR 1) kostenlos
Anzahl sparplanfähiger Aktien 4000 2000 5211 1450 8000 1394 1000
Mindestsparrate 1 EUR 1 EUR 10 EUR 25 EUR 10 EUR 25 EUR 25 EUR
maximale Sparrate 5000 EUR 10000 EUR 10000 EUR – – 1500 EUR –
Kosten Sparrate 50 Euro/Monat kostenlos 0,75 EUR 0,75 EUR 1,50 EUR kostenlos 0,88 EUR 0,50 EUR
Kosten Sparrate 100 Euro/Monat kostenlos 1,50 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR kostenlos 1,75 EUR 1,00 EUR
Kosten Sparrate 250 Euro/Monat kostenlos 3,75 EUR 3,75 EUR 3,75 EUR kostenlos 4,38 EUR 2,50 EUR
Kosten Sparrate 500 Euro/Monat kostenlos 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR kostenlos 8,75 EUR 5,00 EUR
mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓
mehrere Aktien pro Sparplan besparbar ✓ ✓ ✗ ✗ ✓ ✗ ✗
maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✗ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗
Auszahlplan möglich ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗
Gesamtbewertung Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut Gut
TOP-Anbieter für ETF-Sparpläne
Banken Consorsbank Finvesto ING Scalable Capital Comdirect Flatex HypoVereinsbank
Kosten Depot kostenlos 24 EUR 1) kostenlos kostenlos 23,4 EUR 1) kostenlos kostenlos
Anzahl sparplanfähiger ETFs 1786 1553 1202 3500 2100 2383 alle 2)
Mindestsparrate 10 EUR 0,01 EUR 1 EUR 1 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR
maximale Sparrate 10000 EUR 5000 EUR 1000 EUR 5000 EUR 10000 EUR – –
Kosten Sparrate 50 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 0,75 EUR kostenlos 0,75 EUR
Kosten Sparrate 100 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 1,50 EUR kostenlos 1,50 EUR
Kosten Sparrate 250 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 3,75 EUR kostenlos 3,75 EUR
Kosten Sparrate 500 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 7,50 EUR kostenlos 7,50 EUR
mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓
mehrere Fonds pro Sparplan besparbar ✗ ✓ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗
maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt
höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✓
Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✗ ✓
Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✗ ✓ ✗ ✓ ✗
Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut
72 FOCUS MONEY 23/2026
DKB
XTB
kostenlos kostenlos
500 72
25 EUR 15 EUR
5000 EUR –
1,50 EUR kostenlos
1,50 EUR kostenlos
1,50 EUR kostenlos
1,50 EUR kostenlos
✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓
✗
✓
unbegrenzt unbegrenzt
✓
✓
✗
✗
✗
✗
Gut
Gut
BESTE
ZERTIFIKATE-
SPARPLÄNE
ING S Broker Trade Republic
kostenlos 47,88 EUR 1) kostenlos
515 1757 3823
1 EUR 5 EUR 1 EUR
1000 EUR 10000 EUR 10000 EUR
0,75 EUR 0,63 EUR kostenlos
1,50 EUR 1,25 EUR kostenlos
3,75 EUR 3,13 EUR kostenlos
7,50 EUR 6,25 EUR kostenlos
✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✗ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗
✗ ✗ ✗
unbegrenzt unbegrenzt nicht möglich
✓ ✓ ✗
✓ ✗ ✗
✗ ✓ ✗
Gut Gut Gut
BESTE
AKTIEN-
SPARPLÄNE
Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; Banken mit Testurteil
„Gut“ und besser; *monatlich/zweimonatlich/quartalsweise/halbjährlich/jährlich;
1) Depotkosten können bei
Vorliegen bestimmter Voraussetzungen entfallen; 2) alle
in Deutschland zugelassenen Fonds; ✓= ja; ✗= nein
Branchenkenner. Die ETFs performen stets so wie der
jeweilige Index, den sie 1:1 kopieren – abzüglich der Differenz
zwischen notiertem Kauf- und Verkaufskurs sowie
Verwaltungskosten, die meist nur einige Zehntelprozent der
Anlagesumme ausmachen.
Beliebt hierzulande sind vor allem ETF-Sparpläne. Deren
jährliches Sparvolumen rangierte 2025 europaweit bei 22,7
Milliarden Euro – rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Im
Schnitt legen ETF-Sparer monatlich 125,30 Euro an, kalkuliert
die aktuelle ETF-Sparplan-Studie von extraETF.
Gutes Entree. ETF-, Aktien- und Fonds-Sparpläne sind ein
gutes Entree in die Welt der Wertpapiere: Der Anleger investiert
bei diesen regelmäßig meist nur kleine Summen. Damit
erübrigt sich für ihn die Frage des richtigen Einstiegszeitpunkts
an der Börse. Bei Aktien-Sparplänen verlangen
Scalable Capital, Comdirect, ING und Trade Republic lediglich
einen Euro als Mindestsparrate. Was ETF-Sparpläne angeht,
besteht Finvesto nur auf eine Mindestsparrate von einem Cent.
Über das größte Portfolio sparplanfähiger ETFs verfügte zum
Zeitpunkt des Tests Scalable Capital mit insgesamt 3500.
Wer will, kann nur Bruchstücke von Fonds oder Aktien erwerben.
Und: Wertpapier-Sparpläne sind flexibel. „Bei finanziellen
Engpässen können Sparer die Zahlungen aussetzen –
und wenn wieder Geld da ist, die monatlichen Sparraten
erhöhen“, erklärt Sebastian Ewy, Experte beim Deutschen
Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln. Zudem sehe ein Sparplan
keine Vertragsbindung oder bestimmte Kündigungsfristen
vor. „Auch kann man die Wertpapiere aus dem Sparplan
jederzeit über die Börse wieder verkaufen“, betont Ewy.
BESTE
ETF-
SPARPLÄNE
S Broker Trade Republic 1822direkt BBBank Bitpanda Deutsche Bank DKB TARGOBANK XTB
47,88 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 42 EUR 1) kostenlos
2426 2999 2450 1400 2500 472 2000 2554 745
5 EUR 1 EUR 25 EUR 10 EUR 10 EUR 25 EUR 25 EUR 50 EUR 15 EUR
10000 EUR 10000 EUR – 25000 EUR – 50000 EUR 5000 EUR 500 EUR –
0,63 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 0,63 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR kostenlos
1,25 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 1,25 EUR 1,50 EUR 2,50 EUR kostenlos
3,13 EUR kostenlos 3,75 EUR 1,00 EUR kostenlos 3,13 EUR 1,50 EUR 3,00 EUR kostenlos
6,25 EUR kostenlos 7,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 6,25 EUR 1,50 EUR 3,00 EUR kostenlos
✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✗ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓
✗ ✗ ✗ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✓
unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
✗ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗
✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✓ ✗
Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut Gut Gut Gut Gut
FOCUS MONEY 23/2026
73
moneyservice
D
z
b
T
METHODIK
Erhellende Erkenntnisse
Für die Bewertung des besten Anbieters
von Online-Wertpapier-Sparplänen
hat das DFSI bei insgesamt 36 bundesweit
aktiven Banken Daten erhoben.
Beurteilt wurden dabei Sparpläne für
Fonds, Exchange Traded Funds (ETFs),
Zertifikate und Aktien anhand von 175
Merkmalen. In die Auswertung kamen
lediglich Angebote, die von Kunden
vollständig online abgeschlossen und
verwaltet werden können. Für jedes der
abgefragten Teilkriterien konnten maximal
162,5 Punkte erzielt werden.
Bewertung der Teilkriterien
Die Punktevergabe erfolgte auf Basis
der Abweichung vom jeweils definierten
Idealwert. Bei quantitativen Kriterien,
etwa der Anzahl sparplanfähiger
Produkte, wurden Schwellenwerte festgelegt,
ab denen die maximale Punktzahl
erreicht wurde. Sparplananbieter
mit geringerer Ausprägung erhielten
entsprechend abgestufte Bewertungen.
Analysiert wurden unter anderem
die Konditionen rund um das Depot.
Etwa die Frage, ob Depotgebühren
oder Mindesttransaktionspauschalen
anfallen, ob eine papierlose Kontoeröffnung
möglich ist oder welche Mindestund
Maximalsparraten zugelassen sind.
Auch verfügbare Sparintervalle, die
Möglichkeit zur Dynamisierung des
Sparplans und die Option auf einen
Auszahlplan mit Anpassungsfunktionen
wurden von den Testern eruiert. Ebenso
berücksichtigt wurde – anhand der
Bewertungswerte im Google Play Store
und Apple App Store – die Nutzerzufriedenheit
mit den angebotenen Apps.
Das Testdesign wurde zudem um zusätzliche
Kriterien zur digitalen Nutzerfreundlichkeit
und Nachhaltigkeit erweitert.
Im Rahmen der Digitalisierung
wurden hierbei Angebote besser bewertet,
wenn sie über fortschrittliche
Funktionen wie einen Sparplanrechner
oder automatisierte Sparplanvorschläge
verfügen. Auch Themenfilter – etwa
nach ESG-Aspekten, Branchen oder Anlagetrends
– sowie eine zentrale Übersicht
laufender Sparpläne wurden als
besonders nutzerfreundlich gewertet.
Darüber hinaus floss positiv in die Bewertung
ein, wenn Anpassungen des
Sparplans direkt aus der App heraus
möglich sind, wenn Sparplan-Szenarien
simuliert werden können oder wenn die
App barrierefreie Funktionen unterstützt.
Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde
umfassend in die Bewertung einbezogen.
Besonders gut schnitten An bieter
ab, die es Kunden ermöglichen, Sparpläne
gezielt nach ESG-Kriterien – etwa gemäß
Artikel 6, 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung
– zu filtern. Positiv
gewertet wurde zudem, wenn es spezielle
ESG-Themensparpläne gibt, etwa
mit Fokus auf Klima, Wasser oder Bildung.
Weitere Pluspunkte erhielten Anbieter,
welche die Option zur Hinterlegung
eines ESG-Profils im Kundenzugang
bieten, Nachhaltigkeitsbewertungen auf
Produktebene bereitstellen oder sogar
Wirkungskennzahlen wie CO₂-Ersparnis
oder Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
(SDGs) ausweisen.
Gesamtbewertung
Für das Gesamtranking wurden nur solche
Anbieter berücksichtigt, die in mindestens
drei der vier bewerteten Produktkategorien
vollständige Angaben
machten. Die Gesamtnote ergab sich
aus der gewichteten Summe der Einzelergebnisse:
Dabei flossen die Bewertungen
für Aktien-Sparpläne mit 50 Prozent,
für ETF-Sparpläne mit 30 Prozent,
für Fonds-Sparpläne mit 15 Prozent und
für Zertifikate-Sparpläne schließlich mit
fünf Prozent in das Gesamtergebnis ein.
Insgesamt wurden 20 Institute in die
Wertung aufgenommen. Die erzielten
Noten reichten von „Hervorragend“ bis
„Mangelhaft“. Die Bestnote „Hervorragend“
wurde vergeben, wenn ein Anbieter
mit seiner Punktzahl im obersten
Zehn-Prozent-Bereich zwischen dem
höchsten erreichten Wert und null lag.
Die Performance von ETF-Sparplänen kann sich sehen lassen:
Wer etwa zu einem ETF auf den MSCI-World-Index gegriffen
hat, konnte nach Auswertung historischer Daten eine
Rendite von im Schnitt 7,7 Prozent per annum erzielen, so
die Spezialisten von „Finanztip“. An der Rendite zerren aber
Order- und Depotgebühren. Nur: Welche Filialbank, Direktbank
oder welcher Broker in Deutschland bietet heute seiner
Kundschaft eine breite Auswahl an Sparplänen für Aktien,
ETFs, Fonds oder Zertifikaten mit gar keinen oder zumindest
niedrigen Depotgebühren sowie minimalen Sparraten?
Diesen Fragen ist das DFSI für FOCUS MONEY nachgegangen.
Anhand von 175 Merkmalen hat das Institut in der Bankenlandschaft
die besten Offerten für Online-Wertpapier-
Sparpläne ermittelt (s. Methode oben und Tabellen S. 70 ff.)
Auch wenn ETFs der Renner sind: Anleger am europäischen
ETF-Markt agierten aufgrund des Nahost-Konflikts im
März so vorsichtig wie seit Monaten nicht mehr. Die Nettozuflüsse
in europäische ETFs brachen ein, wie aus einer Auswertung
des Analysehauses Morningstar hervorgeht: Aktien-ETFs,
die den Großteil des 2,8 Billionen Euro großen
Markts für börsengehandelte Produkte in Europa ausmachen,
sammelten laut Morningstar im März netto nur 8,8 Milliarden
Euro ein, nach knapp 40 Milliarden im Vorjahr. Aus Anleihen-ETFs
zogen Anleger per saldo 2,4 Milliarden Euro ab.
Selbst im April 2025, als US-Präsident Trump mit Zolldrohungen
gegen viele Staaten die Märkte schockte, hatten Investoren
mehr Geld am europäischen ETF-Markt geparkt.
Prognosen der Experten von extraETF zufolge dürfte bis
2030 die Zahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne in
Kontinentaleuropa auf 53,7 Millionen steigen. Das jährliche
Sparvolumen könnte dabei 73 Milliarden Euro erreichen.
Gleichzeitig dürfte die durchschnittliche Sparrate sinken.
Was das insgesamt verwaltete ETF-Vermögen – es setzt sich
aus Einmalanlagen in ETFs und ETF-Sparplänen zusammen
– anbetrifft, rechnen die Branchenkenner von extraETF voraussichtlich
mit einer Summe von 977 Milliarden Euro.
74 FOCUS MONEY 23/2026
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FOCUS MONEY 23/2026
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 75
moneyservice
STUDIE
Wetterfest und
wasserdicht
versichert
Im Schadenfall erwarten Hauseigentümer von
ihrem Wohngebäudeversicherer in erster
Linie Fairness. Welche Anbieter ihre Kunden
nicht im Regen stehen lassen
Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel
sorgen immer wieder für massive Verwüstungen. In
besonders schlechter Erinnerung bleibt die Flutkatastrophe
im Jahr 2021, die vor allem in Rheinland-Pfalz und
Nordrhein-Westfalen enormes Leid und Zerstörung verursacht
hat. Der materielle Schaden wurde auf rund 40 Milliarden
Euro geschätzt – wovon jedoch nur etwa neun Milliarden
durch Versicherungen abgedeckt waren. Um die Lücke
zu schließen, sprangen Bund und Länder damals mit einem
Wiederaufbaufonds ein.
Abgesehen von solchen Katastrophen, lauert die größte Gefahr
aber in den eigenen vier Wänden. Die häufigsten Schäden
– und insgesamt auch die teuersten – werden durch Leitungswasser
verursacht. 2024 sorgten geplatzte Rohre und
undichte Leitungen für Rekordkosten in Höhe von fast fünf
Milliarden Euro allein in der Wohngebäudeversicherung.
Hinzu kamen mehrere Hundert Millionen, die von der Hausratversicherung
für zerstörtes Inventar gezahlt wurden.
Gefahren abschätzen und versichern. Was im Ernstfall abgedeckt
ist, hängt davon ab, was tatsächlich auch versichert
ist. Eine Pflicht, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen,
gibt es in Deutschland nicht. Dennoch ist der Konsens:
von THORSTEN JACOBS
RUNDUM GESCHÜTZT:
Im Ernstfall ist es gut, für
alles gewappnet zu sein
FAIRSTER
WOHNGEBÄUDE-
VERSICHERER
76 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
Wer ein Haus besitzt, sollte die Risiken kennen – und im Zweifel
auch absichern. Neben Leitungswasser ist beispielsweise
auch Feuer eine drohende Gefahr. Und obwohl Extremwetter
zum Glück kein alltägliches Phänomen ist, so zeigt es sich
doch, dass Häufigkeit und Intensität zunehmen.
Inwieweit Zusatzbausteine wie eine Elementarschadenversicherung
sinnvoll sind, sollte deshalb zumindest erwogen
werden. Je nach Größe, Zustand und Standort des Hauses
erfolgt hier meist eine individuelle Bewertung. Für alle
Versicherten wiederum gilt, dass sie bei Abschluss der Versicherung
unbedingt den tatsächlichen Wert ihrer Immobilie
kennen sollten. Wird dieser zu niedrig eingeschätzt – und
damit auch eine zu niedrige Versicherungssumme vereinbart
–, rutschen Versicherte in die Unterversicherung und
erhalten im Schadenfall keinen vollständigen Ersatz.
Fair auf allen Ebenen. Beim passenden Versicherungsschutz
gilt es für Hauseigentümer also einiges zu beachten.
Im Idealfall hilft ein fairer Versicherer, der auf allen Feldern
punktet – von der Kommunikation und der Beratung über
das Tarifangebot und das Preis-Leistungs-Verhältnis bis hin
zum Service und zur Schadenregulierung. Welche Anbieter
von ihren Kunden in diesen sechs Kategorien – und auch insgesamt
– als besonders fair wahrgenommen werden, hat das
Kölner Beratungs- und Analyseunternehmen ServiceValue
im Auftrag von FOCUS MONEY zum inzwischen elften Mal
in einer Kundenbefragung ermittelt.
AUSWERTUNG 2026
Zehnmal „Sehr Gut“:
die fairsten Versicherer
In diesem Jahr mussten sich die Wohngebäudeversicherer
von ihren Kunden
insgesamt etwas kritischere Urteile
gefallen lassen. An ihre Vorjahreswerte
kam die Branche nicht heran. Anlass
zur Klage gibt es jedoch trotzdem nicht
– bei immerhin zehn Anbietern mit der
Note „Sehr Gut“ und weiteren 13 Versicherern,
die mit „Gut“ ausgezeichnet
wurden, wäre das wohl ein Jammern
auf hohem Niveau. Aufgestiegen in
die Gruppe der „Sehr Guten“ sind
PROVINZIAL und ZURICH. Unter den
„Guten“ wiederum ist unter anderem
die BarmeniaGothaer, die auch nach
ihrem Zusammenschluss im Jahr 2024
ihre Position ausbauen beziehungsweise
bestätigen konnte.
Faire Gebäudeversicherer
Urteil
Anbieter
Langzeit-Ranking
Seit Jahren
ausgezeichnet
Ihre Leistungen haben Bestand:
Elf Versicherer sind
seit Jahren immer wieder
ausgezeichnet und dürfen
sich deshalb „Langzeitsieger“
nennen. Grundvoraussetzung
dafür ist eine seit
fünf Jahren konstante Platzierung
im Gesamt-Ranking.
Währenddessen müssen
die Anbieter jeweils überwiegend
die Bestnote „Sehr
Gut“ geholt haben. Neuer
Langzeitsieger ist R+V. Sogar
schon seit elf Jahren
derart erfolgreich dabei
sind Allianz, Debeka, HUK-
COBURG, LVM Versicherung,
PROVINZIAL und Württembergische.
Langzeitsieger
Urteil
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
5 JAHRE
FAIRSTER
WOHNGEBÄUDE-
VERSICHERER
Anbieter
Allianz
Debeka
ERGO
Generali
HUK-COBURG
LVM Versicherung
PROVINZIAL
R+V
SV
SparkassenVersicherung
VGH Versicherungen
Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Allianz
Debeka
ERGO
Generali
GEV Grundeigentümer-Versicherung
HUK-COBURG
LVM Versicherung
PROVINZIAL
R+V
ZURICH
Alte Leipziger
ARAG
BarmeniaGothaer
DEVK
HDI
InterRisk
SIGNAL IDUNA
SV SparkassenVersicherung
VGH Versicherungen
VHV Versicherungen
WGV
Württembergische
WWK
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 23/2026
77
77
moneyservice
So wurden die Rankings ermittelt
Zum inzwischen elften Mal haben
ServiceValue und FOCUS MONEY
die Fairness von Wohngebäudeversicherern
untersucht. Hierzu durften
die Teilnehmenden eines Online-Panels
jeweils bis zu zwei Wohngebäudeversicherer
beurteilen, bei denen
sie in den vergangenen zwölf Monaten
Kunde waren. Insgesamt konnten
3310 Urteile zu 34 Anbietern ausgewertet
werden.
Abgefragt wurden 23 Service- und
Leistungsmerkmale. Zur Auswertung
wurde zunächst über eine vierstufige
Bewertungsskala für jedes
dieser Merkmale ein normierter Indexwert
zwischen 0 und 100 berechnet.
Die Leistungsprofile zeigen die
Durchschnittswerte der einzelnen
Wohngebäudeversicherer im Vergleich
zum Gesamtmarkt (s. u. für
Generali). Werte links vom Gesamtmarkt
dokumentieren ein überdurchschnittlich
gutes Ergebnis.
Die einzelnen Merkmale wurden
jeweils einer von sechs Fairness-Kategorien
zugeordnet. Die Kategorienoten
basieren auf dem Durchschnitt
der dazugehörigen, gleich
stark gewichteten Indexwerte. Das
Urteil „Fairster Wohngebäudeversicherer“
wiederum basiert auf den
sechs Kategoriewerten, die zu gleichen
Teilen in das Gesamtergebnis
einflossen. Anbieter mit insgesamt
überdurchschnittlich gutem Wert erhielten
die Auszeichnung „Gut“. Anbieter,
die zusätzlich über dem
Durchschnitt dieser Gruppe lagen,
bekamen das Prädikat „Sehr Gut“.
Darüber hinaus wurden relevante
Kundenbindungstreiber ermittelt.
23 Merkmale – ein Fairness-Profil
Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)
Faire
Tarifleistung
Angebotsauswahl
Transparenz der Tarife
1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7
Min
Max
Generali
gesamt
Gute Kombinationsmöglichkeiten
Flexibilität der Tarife
Attraktive technische Zusatzleistungen
Attraktive organisatorische Zusatzleistungen
Faire
Kundenberatung
Eingehen auf Kundenbedürfnisse
Beantwortung aller Fragen
Fachkompetenz
Fairer
Kundenservice
Erreichbarkeit der Mitarbeiter
Unkomplizierte Anliegenbearbeitung
Belohnung von Kundentreue
Kulanz bei Beschwerden/Reklamationen
Faire
Schadenregulierung
Schnelle Reaktion im Schadenfall
Unkomplizierte Schadenabwicklung
Angemessener Regulierungsumfang
Faire
Kundenkommunikation
Verlässlichkeit der Aussagen
Verständliche Kommunikation
Angemessener Informationsumfang
Faires
Preis-Leistungs-
Verhältnis
Übersichtlichkeit der Website
Preis-Leistungs-Verhältnis
Stabilität der Beiträge
Faire Versicherungssumme
1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7
Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue
78 FOCUS MONEY 23/2026
FAIRSTE
KUNDEN-
BERATUNG
FAIRSTE
TARIF-
LEISTUNG
FAIRSTER
KUNDEN-
SERVICE
LANGE
LEITUNG:
Im Schadenfall
möchte niemand
in der Warteschleife
hängen
Vielfältiges Angebot
Die Angebotsauswahl war aus Kundensicht
vielfältig. Und auch die
Kombinationsmöglichkeiten – zum
Beispiel mit dem Baustein „Elementarschaden“
– fanden bei acht von
zehn Befragten Anklang. Bei den
Zusatzleistungen jedoch wäre aus
Sicht der Studienteilnehmer noch
Luft nach oben. Vor allem in organisatorischer,
aber auch in technischer
Hinsicht könnten die Versicherer
mehr anbieten und etwa mit dem
Ersatz von Mietausfällen oder Deckungserweiterungen
aushelfen.
Individuelle Beratung
Hinsichtlich der Beratung machen
die Versicherer vieles richtig: In dieser
Kategorie erzielte die Branche
ihren besten Wert – und auch die
Unterschiede zwischen den Anbietern
an der Spitze und am unteren
Ende des Rankings waren überschaubar.
Vor allem mit dem Eingehen
der Mitarbeiter auf Kundenbedürfnisse
wurde gepunktet. Auch
die Fachkompetenz sowie die Bereitschaft
und Fähigkeit der Mitarbeiter,
Kundenfragen zufriedenstellend
zu beantworten, überzeugten.
Schwachpunkt Service
Der Service ist und bleibt aus Kundensicht
ausbaufähig. Die durchwachsene
Kategorienote resultiert
vor allem aus der tendenziell mangelnden
Belohnung von Kundentreue
sowie aus den nicht immer als
kulant wahrgenommenen Reaktionen
auf Beschwerden und Reklamationen.
Pluspunkt in dieser Kategorie
hin gegen ist die in der Regel unkomplizierte
Anliegenbearbeitung. Das
ist nicht unerheblich für die Kundenbindung
– wenn auch weniger relevant
als beispielsweise die Kulanz.
Tarifleistung
Kundenberatung
Kundenservice
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut InterRisk
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut R+V
Sehr Gut SIGNAL IDUNA
Sehr Gut ZURICH
Gut Alte Leipziger
Gut ARAG
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Gut HDI
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
Gut WGV
Gut Württembergische
Gut WWK
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut R+V
Sehr Gut VGH Versicherungen
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut Alte Leipziger
Gut ARAG
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Gut HDI
Gut InterRisk
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VHV Versicherungen
Gut WGV
Gut WWK
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut InterRisk
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut R+V
Sehr Gut WWK
Gut Alte Leipziger
Gut ARAG
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut Generali
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
Gut Württembergische
Gut ZURICH
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Adobe Stock
79
moneyservice
FAIRSTE
KUNDEN-
KOMMUNIKATION
ABGEDECKT: Leitungswasser,
Feuer und
bestimmte Naturgefahren
gehören
zur Grunddeckung
D
z
b
T
FAIRSTE
SCHADEN-
REGULIERUNG
FAIRSTES
PREIS-LEISTUNGS-
VERHÄLTNIS
Unkomplizierte Hilfe
Im Schadenfall, also wenn es wirklich
drauf ankommt, müssen die Versicherer
liefern – das ist schließlich
der Grund, weswegen die Versicherten
ihre Policen überhaupt erst abschließen.
Entsprechend groß war
die Bedeutung, welche die Studienteilnehmer
den schnellen Reaktionen
der Anbieter, einer unkomplizierten
Abwicklung und einem
angemessenen Regulierungsumfang
beigemessen haben. Erfreulich
ist, dass alle drei Kategorie-Items
von mehr als acht von zehn Befragten
positiv bewertet wurden.
Verlässliche Aussagen
Für ihre Kommunikationsleistungen
erhielten die Wohngebäudeversicherer
im Großen und Ganzen
Zustimmung. So empfanden die
meisten Kunden insbesondere die
Verlässlichkeit der Aussagen ihrer
Versicherer als überzeugend. Etwas
größere Schwierigkeiten hatten sie
beispielsweise hinsichtlich der Verständlichkeit.
Darüber hinaus fiel
auch die Orientierung auf den Webseiten
der Anbieter nicht allen Studienteilnehmern
leicht.
Kundenkommunikation
Schlüssige Preise
Die Leistungen, die sie von ihrem
Versicherer für ihr Geld bekommen
haben, waren angemessen und klar
definiert, so der Großteil der Befragten.
Auch in dieser Kategorie jedoch
gab es Unterschiede zwischen den
einzelnen Anbietern: Während bei
dem bestbewerteten Versicherer 84
Prozent der Kunden die Berechnung
der Versicherungssumme nachvollziehen
konnten, fehlte beim schlechtesten
noch 38 Prozent der Kunden
der Durchblick.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Schadenregulierung
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut DEVK
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut R+V
Sehr Gut SV SparkassenVersicherung
Sehr Gut Württembergische
Sehr Gut ZURICH
Gut Alte Leipziger
Gut ARAG
Gut BarmeniaGothaer
Gut HDI
Gut InterRisk
Gut SIGNAL IDUNA
Gut VGH Versicherungen
Gut WGV
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut DEVK
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut Generali
Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut R+V
Sehr Gut Württembergische
Gut Alte Leipziger
Gut ARAG
Gut BarmeniaGothaer
Gut HDI
Gut InterRisk
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
Gut WGV
Gut WWK
Gut ZURICH
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut Alte Leipziger
Sehr Gut ARAG
Sehr Gut Debeka
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung
Sehr Gut HUK-COBURG
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut R+V
Sehr Gut ZURICH
Gut BarmeniaGothaer
Gut DEVK
Gut Generali
Gut HDI
Gut InterRisk
Gut PROVINZIAL
Gut SIGNAL IDUNA
Gut SV SparkassenVersicherung
Gut VGH Versicherungen
Gut VHV Versicherungen
Gut WGV
Gut Württembergische
Gut WWK
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
80 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
FOCUS MONEY 23/2026
81
SICHERHEITSBEWUSSTSEIN:
Auch mit starker Cyberpolice
sollte die Priorität stets auf der
Risikovermeidung liegen
STUDIE
Wenn die Diebe
aus dem Netz kommen
Eine Cyberversicherung deckt die Schäden bei Hackerangriffen.
Welche Anbieter aus Kundensicht eine gute Wahl sind
von THORSTEN JACOBS
Es kann grundsätzlich jeden treffen. Nicht nur Großunternehmen
und staatliche Institutionen geraten immer
wieder ins Visier von Online-Kriminellen. Auch
kleinere Betriebe, Freiberufler oder Privatpersonen können
zu Opfern von Cyberattacken werden. Ein unüberlegter Klick
auf den falschen Link, ein vorschneller Download aus ungeprüfter
Quelle – und schon ist es passiert: Schadsoftware infiziert
das System, Daten werden ausspioniert und gestohlen
oder auch derart verschlüsselt, dass das Opfer ohne vorherige
Zahlung eines Lösegelds keinen Zugriff mehr darauf hat.
Im schlimmsten Fall entstehen durch derartige Angriffe
nicht nur Störungen im Betrieb sowie ein hoher organi-
satorischer Aufwand für die Schadensbegrenzung und das
Wiederherstellen der Sicherheitssysteme, sondern auch erhebliche
finanzielle Verluste.
Professioneller Schutz. Abhilfe verspricht im Fall der Fälle
eine Cyberversicherung. Die beinhaltet in der Regel eine
Entschädigung bei Betriebsunterbrechung und sorgt für Erstattung
der Kosten für die Datenwiederherstellung. Wurden
durch den Angriff Dritte – etwa Kunden des angegriffenen
Unternehmens – geschädigt, sind auch deren Ansprüche teils
durch die Cyberpolice gedeckt. Darüber hinaus vermittelt
der Cyberversicherer IT-Forensiker für eine professionelle
Ursachenforschung und Beweissicherung sowie zur Vermei-
82 FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Adobe Stock
moneyservice
dung möglicher Folgeschäden. Als Schnittstelle zwischen IT-
Sicherheitsexperten und Versicherungsnehmern runden viele
Anbieter ihr Leistungsangebot zudem mit verschiedenen
Serviceleistungen ab – indem sie etwa Mitarbeiterschulungen
organisieren oder einen individuellen Krisenplan für
ihren Kunden erstellen.
Versicherer im Kundenurteil. Mit welchen Anbietern Versicherte
besonders gute Erfahrungen gemacht haben, hat das
Kölner Analysehaus ServiceValue im Auftrag von FOCUS
MONEY auch in diesem Jahr wieder untersucht. Konkret befragt
wurden Freiberufler, verantwortliche IT-Mitarbeiter in
Unternehmen sowie auch Mitglieder auf Geschäftsführungsebene.
Sie alle bewerteten ihre Versicherer anhand von insgesamt
15 Kriterien aus den vier übergeordneten Kategorien
Kundenberatung, Schutz & Vorsorge, Kundenkommunikation
und Preis-Leistungs-Verhältnis.
Individuelle
Beratung
Die Versicherer
bemühen sich
erfolgreich um
eine passgenaue
Beratung: 87
Prozent der Befragten
stimmten
zu, dass ihr Anbieter
auf ihre Bedürfnisse
eingeht
trifft überhaupt nicht zu
trifft eher nicht zu
trifft eher zu
Eingehen auf Bedürfnisse
des Unternehmens
In Prozent der Befragten
46
10
3
41
trifft voll
und ganz zu
Quelle: ServiceValue
BESTER
CYBER-
VERSICHERER
AUSWERTUNG 2026
Die rundum besten
Cyberversicherer
Insgesamt 25 Anbieter von Cyberpolicen
wurden auf den Kundenprüfstand
gestellt. Die Bilanz kann
sich durchaus sehen lassen: Acht
Versicherer haben die Bestnote
„Sehr Gut“ geschafft, weitere sieben
wurden von den Kunden mit „Gut“
bewertet. VHV Versicherungen ist
in diesem Jahr in die Spitzengruppe
aufgestiegen. Eine Stufe hinunter
ging es dagegen für die R+V.
Innerhalb der Auszeichnungsklassen
sind die Versicherer in den Rankings
auf dieser und den folgenden
Seiten jeweils in alphabetischer Reihenfolge
aufgelistet.
Beste Cyberversicherer
Langzeitsieger
Dauerhafte
Hochleistung
Acht Versicherer sind seit
mindestens fünf Jahren
durchgängig im Ranking
und haben dabei jeweils
überwiegend die Bestwertung
erzielt. Neu dabei als
5-Jahres-Sieger ist LVM
Versicherung. Alle weiteren
Langzeitsieger konnten
sogar für noch längere
Zeiträume ausgezeichnet
werden: Allianz, PROVIN-
ZIAL, VHV Versicherungen
und ZURICH sind zum Beispiel
8-Jahres-Sieger.
5 JAHRE
BESTER
CYBER-
VERSICHERER
Langzeit-Ranking
Urteil
Anbieter
Sehr Gut Allianz
Sehr Gut ERGO
Sehr Gut HISCOX
Sehr Gut LVM Versicherung
Sehr Gut PROVINZIAL
Sehr Gut
SV Sparkassen-
Versicherung
Sehr Gut VHV Versicherungen
Sehr Gut ZURICH
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Urteil
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Anbieter
Allianz
ERGO
HISCOX
LVM Versicherung
PROVINZIAL
SV SparkassenVersicherung
VHV Versicherungen
ZURICH
AIG
BarmeniaGothaer
HDI
MARKEL
R+V
SIGNAL IDUNA
Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 23/2026
83
moneyservice
So wurden die
Rankings ermittelt
Zum mittlerweile achten Mal hat das
Analyseinstitut ServiceValue im Auftrag
von FOCUS MONEY eine Online-Erhebung
zur Cyberversicherungsbranche
durchgeführt. Befragt
wurden überwiegend Angestellte,
die unternehmensbedingt Erfahrungen
mit bis zu zwei von insgesamt
25 Anbietern sammeln konnten. In
Summe gaben sie fast 1700 Urteile
ab und bewerteten dabei jeweils 15
unterschiedliche Service- und Leistungsmerkmale.
Für jedes Merkmal wurde zunächst
über eine vierstufige Bewertungsskala
ein normierter Indexwert
zwischen 0 und 100 errechnet. Die
Leistungsprofile sind für jede Versicherung
im Vergleich zum Gesamtmarkt
dargestellt (s. unten am Beispiel
für HISCOX). Werte links vom
Gesamtmarkt dokumentieren dabei
VERSCHLÜSSELUNG: Verschiedene Verfahren können für Privatsphäre sorgen
ein überdurchschnittlich positives
Kundenurteil.
Um auch die Stärken und Schwächen
der Versicherungen in verschiedenen
Disziplinen herauszuarbeiten,
wurden vier Kategorien
definiert, denen die entsprechenden
Service- und Leistungsmerkmale zugeordnet
wurden. Für jede Teildimension
wurde anschließend aus
dem ungewichteten Durchschnitt
der Indexwerte eine Kategorienote
errechnet. Das Gesamturteil resultiert
zu gleichen Teilen aus dem Ergebnis
der vier Teildimensionen.
Das Urteil „Gut“ bekamen alle Versicherer,
die überdurchschnittlich gut
bewertet wurden. Anbieter, die wiederum
über dem Durchschnitt der
mit „Gut“ beurteilten Versicherungen
lagen, erhielten die Note „Sehr
Gut“.
15 Merkmale – ein Leistungsprofil
Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)
1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5
Beste
Kundenberatung
Eingehen auf Bedürfnisse des Unternehmens
Durchführung einer Risikoanalyse
Min
HISCOX
Max
gesamt
Beratungsqualität
Eigeninitiative der Mitarbeiter
Regelmäßige Überprüfung von Versicherungsbedarf und Deckung
Bester
Schutz und
Vorsorge
Qualität der Produkte
Transparenz der Risikoabdeckung
Sicherheit der Produkte
Passgenaue Produkte
Beste Kundenkommunikation
Verbindlichkeit von Aussagen
Verständlichkeit der Angebots- und Vertragsunterlagen
Bestes
Preis-Leistungs-
Verhältnis
Erreichbarkeit von Mitarbeitern
Angemessenheit des Informationsumfangs
Preis-Leistungs-Verhältnis
Kostentransparenz
1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5
Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue
84 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
Auszeichnungen für die besten
Versicherer in vier Kategorien
GUT ABGESCHIRMT: Sensible Daten brauchen soliden Schutz
Kundenberatung, Schutz & Vorsorge, Kundenkommunikation,
Preis-Leistungs-Verhältnis – alle Anbieter wurden
hinsichtlich dieser vier Kategorien untersucht. Neben den
großen Universalversicherern wurden auch kleinere
Anbieter, die ihren Schwerpunkt auf oder rund um die
Cybersicherheit haben, untersucht. Dabei machten fünf
Versicherer eine besonders gute Figur: Allianz, ERGO,
HISCOX, LVM Versicherung und SV SparkassenVersicherung
schnitten in jeder Hinsicht mit der Bestnote ab und
haben sich zusätzlich auch eine Position als Langzeitsieger
verdient.
Lob erhielt die Branche insbesondere für die Verbindlichkeit
ihrer Aussagen sowie für das Eingehen auf die
Bedürfnisse ihrer Kunden. Rund neun von zehn Befragten
urteilten hier wohlwollend. Auch mit der Qualität der
Produkte konnten die Anbieter im Großen und Ganzen
überzeugen. Insgesamt gesehen, hat die Branche in diesem
Jahr jedoch etwas Federn gelassen und schlechtere
Ergebnisse eingefahren als noch im letzten Jahr. Gedrückt
wurde der Schnitt unter anderem durch die Werte
zweier Merkmale aus der Kategorie Kundenberatung: Die
Eigeninitiative der Mitarbeiter sowie die regelmäßige
Überprüfung von Versicherungsbedarf und Deckung erhielten
von den Studienteilnehmern die geringste Zustimmung.
Auch wenn hier also noch Luft nach oben besteht:
Positiv aufgefallen sind bei diesen beiden Merkmalen die
neu in die Studie aufgenommene Mannheimer sowie der
Spezialversicherer MARKEL.
BESTE
KUNDEN-
BERATUNG
BESTER
SCHUTZ UND
VORSORGE
BESTE
KUNDEN-
KOMMUNIKATION
BESTES
PREIS-LEISTUNGS-
VERHÄLTNIS
Kundenberatung
Schutz & Vorsorge
Kommunikation
Preis/Leistung
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Urteil
Anbieter
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Allianz
ERGO
HISCOX
LVM Versicherung
PROVINZIAL
SV Sparkassen-
Versicherung
VHV Versicherungen
ZURICH
AIG
HDI
MARKEL
R+V
SIGNAL IDUNA
Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Allianz
ERGO
HISCOX
LVM Versicherung
SV Sparkassen-
Versicherung
VHV Versicherungen
ZURICH
AIG
BarmeniaGothaer
HDI
MARKEL
PROVINZIAL
R+V
SIGNAL IDUNA
Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Allianz
ERGO
HISCOX
LVM Versicherung
PROVINZIAL
R+V
SV Sparkassen-
Versicherung
Württembergische
AIG
BarmeniaGothaer
MARKEL
SIGNAL IDUNA
VHV Versicherungen
ZURICH
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Allianz
ERGO
HISCOX
LVM Versicherung
PROVINZIAL
R+V
SV Sparkassen-
Versicherung
VHV Versicherungen
ZURICH
AIG
BarmeniaGothaer
HDI
MARKEL
SIGNAL IDUNA
Württembergische
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS MONEY 23/2026
Foto: Adobe Stock
85
moneyanalyse
Dax
Die Chance auf Rückkehr zur Normalität
Der Dax hat die psychologisch wichtige Marke von 25 000 Punkten zurückerobert. Dieses Niveau hatte der Leitindex zuletzt im Februar
erreicht, bevor der Iran-Krieg die Börsen unter Druck setzte. Nun sorgt ausgerechnet die Hoffnung auf eine Annäherung im Konflikt
wieder für Zuversicht. Trotz der Erholung zweifeln Analysten am Aufschwung, erste Anleger nahmen bereits Gewinne mit.
DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN
3 Jahre 1 Woche
24 000
22 000
20 000
25 200
24 800
TOPS
Infineon Techn. +20,25 %
Zalando SE +12,56 %
MTU Aero Engines +11,59 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
18 000
16 000
14 000
12 000
200-Tage-Linie
24 400
24 000
23 600
FLOPS
Fresenius SE –4,77%
Brenntag SE –4,52%
SAP SE –3,51%
2023 2024 2025 2026
18.5. 26.5.
DAX 25 273 Pkt. +3,58 %
Dow Jones 50 738 Pkt. +2,78 %
Nasdaq-100 29 884 Pkt. +3,70 %
Bovespa 176 929 Pkt. +1,32 %
86 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 23/2026
S&P 500
Rally, aber auch viel Gegenwind
Der S&P 500 in Rallystimmung: Am 14. Mai markierte er mit 7 517 Punkten ein neues Allzeithoch, getrieben von starken Unternehmensgewinnen.
Gegenwind kommt von der US-Inflation, die im April auf 3,8 Prozent – den höchsten Stand seit Mai 2023 – gestiegen ist, sowie
von der zehnjährigen Treasury-Rendite, die mit rund 4,5 Prozent über den Erwartungen des Markts liegt. Beides belastet US-Aktien.
S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN
3 Jahre 1 Woche
7500
7000
6500
6000
7480
7440
TOPS
Dell Techs +27,87 %
Micron Techn. +23,06 %
QUALCOMM Inc. +23,00 %
Quelle: Factset UK Limited 2026
5500
5000
4500
4000
3500
200-Tage-Linie
7400
7360
7320
FLOPS
Intuit –26,75%
Walmart Inc. –10,82%
Take-Two Inter. Softw. –8,53%
2023 2024 2025 2026
18.5. 26.5.
Nicht ganz ein sicherer Hafen
Gold korrigierte vom Januarhoch bei
5589 Dollar auf rund 4500 Dollar, liegt
aber 41 Prozent im Jahresplus. Bitcoin
pendelt bei rund 66 000 Euro. Öl (Brent)
liegt noch 54 Prozent über dem Vorjahr.
Gold (Unze) 4 524 US-$ –0,48 %
Bitcoin 77 325 US-$ –0,36 %
Öl (Brent) 99,78 US-$ –10,04 %
Euro 1,1630 US-$ +0,10 %
Umlaufrendite 2,96 % –0,16
US-Anleihen 4,56 % –0,12
Shanghai Comp. 4 145 Pkt. –0,58 %
Nikkei 225 64 996 Pkt. +7,34 %
Wochenveränderung von Dienstag, 19. Mai 2026, Handelsschluss,
bis Dienstag, 26. Mai 2026, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon Keizai
Shimbun.
Quelle:
FOCUS MONEY 23/2026
87
moneyanalyse Deutsche Aktien
DEUTSCHE LUFTHANSA
Milliardenbelastung voraus
Die zwischenzeitlich ruhigere Lage am Persischen Gold verhalf der Aktie der
Deutschen Lufthansa zu Kursgewinnen. Diese könnten wichtig werden, wenn es
um den Wiederaufstieg in den Dax geht. Auf der anderen Seite könnte die Summe
mehrerer Klimaregulierungen wie CO2-Steuer, die Lufthansa ab 2027 jährlich
rund 1,8 Milliarden Euro kosten. Bis sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannt,
bleiben Anleger bei der Lufthansa vorsichtig.
Deutsche Lufthansa
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
10
9
8
7
6
5
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0008232125 Empfohlen am 10.04.2026 Empfehlungs-Kurs 7,51 € Kurs aktuell 8,12 € +/– in % +8,1 Neuer Stopp 6,75 € Kursziel 9,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
DAX
Adidas A1EWWW 155,85 5,8 –7,8 227,7 / 129,95 159,57 4,3 11,1 9,40 11,67 13,4 2,4 3,0 29.04. 196,78 16 6 0
Airbus SE 938914 174,08 2,1 –12,1 221,25 / 157,48 189,66 4,7 19,5 7,14 8,60 20,2 1,9 2,2 209,31 10 8 0
Allianz SE 840400 392,00 2,8 0,4 397,0 / 333,2 368,99 2,3 — 31,19 33,06 11,9 4,7 5,0 403,90 6 7 0
BASF SE BASF11 51,58 –2,6 16,1 55,05 / 40,97 46,75 1,4 8,1 2,69 2,99 17,2 4,4 4,6 53,07 8 6 0
Bayer BAY001 37,74 –0,2 2,0 49,78 / 24,45 34,95 1,3 24,7 4,40 4,74 8,0 0,6 1,9 30.04. 48,68 7 5 0
Beiersdorf 520000 71,66 2,0 –23,5 122,55 / 69,10 89,71 1,7 13,1 4,31 4,56 15,7 1,4 1,5 88,37 6 10 1
BMW St. 519000 75,60 2,0 –18,8 97,92 / 70,94 85,23 0,5 3,2 10,74 11,99 6,3 5,4 6,0 90,28 6 9 1
Brenntag SE A1DAHH 57,06 –6,3 15,1 63,76 / 43,72 52,57 1,8 10,9 3,73 4,23 13,5 3,1 3,4 56,43 3 9 1
Commerzbank CBK100 37,02 3,0 2,5 38,40 / 26,03 33,71 1,3 — 3,06 3,75 9,9 3,9 4,9 39,88 4 6 0
Continental 543900 68,94 1,2 1,4 75,36 / 52,68 63,66 3,0 5,7 6,67 7,42 9,3 4,5 5,3 29.04. 74,50 7 5 0
Daimler Truck Hldg. DTR0CK 41,93 5,0 12,4 45,19 / 33,46 39,38 1,5 12,6 3,53 4,59 9,1 4,3 4,9 46,17 6 4 2
Deutsche Bank 514000 29,03 7,9 –12,3 34,26 / 23,55 29,97 0,8 — 3,35 3,88 7,5 3,9 4,5 31,49 3 10 0
Deutsche Börse 581005 253,80 –0,8 13,5 289,4 / 200,1 232,69 3,7 17,0 12,41 13,26 19,1 1,8 1,9 287,92 7 4 0
Deutsche Telekom 555750 29,36 2,0 6,1 34,44 / 26,00 29,37 2,2 4,2 2,23 2,49 11,8 3,9 4,3 37,99 11 0 0
DHL Group 555200 50,18 6,2 7,4 51,72 / 36,99 44,47 2,5 7,8 3,29 3,66 13,7 3,9 4,1 49,75 3 12 0
E.ON SE ENAG99 18,67 3,1 15,8 20,39 / 14,60 17,07 2,4 7,4 1,09 1,24 15,0 3,2 3,3 19,79 6 9 0
Fresenius M. C. 578580 37,30 –2,2 –8,5 52,04 / 34,57 40,86 0,8 5,2 3,93 4,42 8,4 3,7 4,1 44,04 4 7 3
Fresenius SE 578560 37,76 –3,7 –22,9 52,96 / 37,73 46,65 1,1 7,8 3,58 3,90 9,7 3,0 3,3 54,79 8 1 0
GEA Group 660200 55,15 –0,1 –4,6 66,80 / 53,70 60,97 3,3 12,7 3,26 3,56 15,5 2,7 3,0 65,15 5 7 1
Hannover Rück SE 840221 243,60 0,7 –8,5 285,6 / 233,0 253,81 2,1 — 23,09 23,13 10,5 5,3 5,5 04.05. 285,40 5 8 0
Heidelberg Materials 604700 181,20 6,0 –18,7 241,8 / 159,7 200,66 1,6 9,6 13,37 14,98 12,1 2,2 2,4 225,63 11 2 2
Henkel Vz. 604843 66,24 1,2 –4,8 84,20 / 61,28 70,89 1,3 10,7 5,49 5,84 11,3 3,2 3,4 75,33 4 9 2
Infineon Techn. 623100 77,73 17,2 106,0 77,85 / 30,82 40,63 5,5 26,6 1,74 2,57 30,3 0,5 0,5 66,04 16 4 0
Mercedes Benz Grp. 710000 50,96 2,0 –15,2 62,34 / 47,40 55,19 0,5 3,3 6,05 7,56 6,7 6,8 7,0 60,75 7 12 1
Merck 659990 127,60 8,4 4,1 131,65 / 100,7 116,12 1,8 11,8 7,97 8,70 14,7 1,8 1,9 143,33 8 5 0
MTU Aero Engines A0D9PT 307,20 12,0 –13,5 404,8 / 265,2 355,61 3,3 19,3 18,65 20,32 15,1 1,5 2,0 386,10 7 7 3
Münchener Rück 843002 476,00 –1,6 –15,3 611,8 / 461,1 535,53 1,7 — 50,16 52,65 9,0 5,4 5,8 553,01 2 9 1
Porsche Hldg. SE PAH003 32,43 2,5 –18,8 41,52 / 30,22 35,18 0,2 9,7 13,61 15,32 2,1 4,6 6,1 25.06. 37,10 2 6 0
Qiagen A41HBE 30,29 5,9 –25,9 47,60 / 27,56 39,65 1,9 11,5 2,09 2,26 13,4 0,0 0,5 24.06. 37,66 6 8 0
Rheinmetall 703000 1239,80 5,8 –20,6 2008 / 1099,2 1636,60 8,9 11,6 37,33 54,63 22,7 1,3 1,9 1889,38 14 3 0
RWE 703712 57,32 1,6 26,6 62,00 / 32,43 47,50 1,1 9,6 2,70 3,19 18,0 2,3 2,5 63,03 10 5 0
SAP SE 716460 151,22 2,3 –27,4 273,55 / 135,44 194,55 3,7 16,1 7,31 8,59 17,6 1,8 2,0 214,81 20 4 0
Scout24 SE A12DM8 71,00 –2,3 –17,2 122,8 / 62,70 86,74 3,5 15,0 4,02 4,70 15,1 2,5 3,1 17.06. 103,13 10 1 0
Siemens 723610 274,10 5,2 14,6 277,7 / 198,0 238,99 3,2 20,6 11,15 12,72 21,5 2,1 2,2 282,91 14 4 1
Siemens Energy ENER6Y 179,92 5,9 49,4 191,66 / 82,10 130,46 12,6 19,8 4,32 5,93 30,3 1,0 1,5 194,88 14 4 1
Siemens Healthineers SHL100 34,45 2,3 –23,3 50,00 / 32,81 42,68 2,0 11,7 2,23 2,52 13,6 2,9 3,2 49,58 11 5 0
Symrise SYM999 78,92 4,6 14,6 107,2 / 64,70 74,42 2,8 14,6 3,92 4,25 18,6 1,7 1,8 92,06 9 5 0
Volkswagen Vz 766403 90,86 3,5 –12,3 109,15 / 82,66 95,85 0,2 1,6 20,08 24,99 3,6 6,6 8,0 18.06. 111,54 8 8 1
88 FOCUS MONEY 23/2026
So lesen Sie die Aktientabelle
1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert
der 200 letzten Handelstage. Schneidet
der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von
unten nach oben und gibt damit ein technisches
Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau
der 200-Tage-Linie in einem grünen
Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie
von oben nach unten und erzeugt damit ein
technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle
Stand der 200-Tage-Linie in einem roten
Rechteck.
2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/
Geschäftsjahr.
3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst
S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt
(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie
des angegebenen Geschäftsjahres. In der
Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.
Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß
dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr
zugeordnet.
6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der
Gewinnschätzungen für das angegebene
Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite
auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr
prognostizierten Dividende,
die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt
wird.
8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,
soweit bereits angekündigt.
9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der
Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global
die Aktie beur teilen.
10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern
dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,
die laut Erfassung des Finanzdienstes
S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen
der Aktie raten.
Quelle:
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Vonovia SE A1ML7J 21,64 –1,5 –11,8 30,69 / 20,09 25,22 0,6 10,3 1,81 1,91 11,3 5,9 6,1 32,82 9 4 0
Zalando SE ZAL111 22,14 12,7 –12,6 32,46 / 18,61 23,33 1,9 14,6 1,52 1,86 11,9 0,0 0,0 35,83 15 5 0
MDAX
Aixtron SE A0WMPJ 53,04 5,3 206,5 55,28 / 11,68 23,82 6,1 47,5 0,72 1,25 42,5 0,3 0,5 45,63 4 9 1
Aroundtown A2DW8Z 2,57 5,6 –3,1 3,52 / 2,16 2,86 0,3 3,6 0,29 0,28 9,3 5,1 6,2 3,15 3 6 3
Aumovio SE AUM0V1 38,20 7,6 –11,0 47,02 / 31,66 38,58 0,4 3,4 3,50 4,83 7,9 0,9 2,5 49,52 5 3 0
Aurubis 676650 207,40 4,2 67,0 212,6 / 76,80 137,83 1,6 8,5 8,85 10,12 20,5 1,0 1,2 167,75 2 4 0
Auto1 Group SE A2LQ88 21,80 9,3 –20,1 31,50 / 14,46 24,16 5,6 30,5 0,64 0,95 22,9 0,0 0,0 04.06. 30,28 6 2 1
Bechtle 515870 30,68 0,9 –29,8 45,14 / 24,56 36,55 1,7 11,4 1,88 2,11 14,5 2,4 2,6 17.06. 39,00 8 1 0
Bilfinger SE 590900 91,60 5,4 –14,7 129,3 / 72,65 102,55 2,3 12,5 6,12 7,06 13,0 3,2 3,8 121,00 3 1 0
CTS Eventim 547030 57,00 2,8 –27,4 111,2 / 48,68 73,24 4,1 13,8 3,31 3,67 15,5 2,9 3,3 92,08 7 2 0
Delivery Hero SE A2E4K4 38,16 22,5 68,0 38,29 / 14,80 22,05 8,1 28,1 –0,22 0,65 59,1 0,0 0,0 23.06. 31,07 5 5 1
Deutsche Lufthansa 823212 8,14 5,5 –3,2 9,59 / 6,66 8,02 0,8 2,6 1,04 1,38 5,9 3,6 4,6 8,51 4 9 2
Deutz 630500 10,09 3,3 18,7 12,50 / 6,71 9,53 1,4 7,3 0,92 1,12 9,0 2,4 2,8 12,90 5 0 0
DWS Group DWS100 62,75 5,9 11,1 65,80 / 46,30 55,84 1,5 9,0 5,06 5,30 11,8 6,2 6,7 03.06. 62,51 3 9 0
Evonik Industries EVNK01 17,27 –3,9 29,3 20,62 / 12,49 15,07 1,0 5,9 1,46 1,44 12,0 4,1 4,8 03.06. 17,23 4 5 2
flatexDegiro FTG111 32,42 8,2 –11,8 43,24 / 22,82 32,45 3,3 14,5 1,90 2,25 14,4 1,1 1,3 02.06. 42,00 6 5 0
Fraport 577330 69,55 7,8 –0,6 86,95 / 58,45 74,31 1,2 6,1 3,66 3,86 18,0 1,4 2,9 25.05. 78,81 4 9 2
freenet A0Z2ZZ 25,82 –3,2 –12,0 33,92 / 24,98 28,05 2,0 7,3 2,08 2,47 10,4 7,8 8,4 28,92 3 5 2
Fuchs SE Vz. A3E5D6 37,72 3,2 –1,1 50,05 / 31,80 38,23 2,3 23,5 2,46 2,66 14,2 3,4 3,5 46,89 7 0 1
Hella A13SX2 72,20 1,0 –12,6 89,10 / 67,90 79,43 2,5 13,0 1,76 2,24 32,2 0,8 1,0 65,00 0 2 1
Hensoldt HAG000 85,90 16,7 17,0 117,7 / 64,80 84,13 8,7 29,7 1,77 2,31 37,2 0,8 1,0 91,30 7 6 1
Hochtief 607000 486,60 –0,2 44,4 554,0 / 152,0 337,42 19,5 23,0 13,77 17,01 28,6 1,8 2,1 441,27 1 6 1
Hugo Boss A1PHFF 35,62 –0,8 –1,5 44,08 / 33,85 37,89 1,5 4,1 2,65 3,23 11,0 0,2 2,7 39,02 1 10 0
Ionos Group SE A3E00M 27,68 –5,1 3,5 43,25 / 20,90 29,33 7,3 10,3 2,02 2,30 12,0 0,0 0,0 33,60 5 4 0
Jenoptik A2NB60 45,74 5,4 133,7 46,02 / 16,04 23,91 2,4 15,8 1,82 2,18 20,9 1,0 1,0 09.06. 38,31 5 2 0
Jungheinrich 621993 25,00 1,1 –29,4 42,84 / 23,90 31,33 1,0 8,2 2,64 3,16 7,9 2,7 3,5 37,55 6 3 0
K+S KSAG88 14,77 –3,9 18,9 18,69 / 10,35 13,33 0,5 3,2 1,26 0,99 15,0 0,4 1,0 15,47 4 3 4
Kion Group KGX888 45,67 3,8 –33,1 70,45 / 40,26 56,57 0,9 6,7 3,78 4,75 9,6 2,3 2,9 60,73 7 5 0
Knorr-Bremse KBX100 102,10 1,3 7,3 115,6 / 77,40 93,83 4,7 15,4 4,61 5,34 19,1 2,1 2,4 114,13 9 3 0
Krones 633500 119,20 1,4 –12,2 144,6 / 109,2 128,54 1,6 8,0 10,33 11,61 10,3 2,6 2,9 09.06. 155,11 6 1 1
Lanxess 547040 16,63 –8,7 –5,6 27,86 / 11,03 19,08 0,4 4,8 0,75 0,62 26,7 0,6 1,3 17,56 2 8 3
LEG Immobilien SE LEG111 59,25 3,4 –4,8 77,25 / 52,65 64,12 0,5 9,6 7,83 6,69 8,9 5,1 5,3 81,52 8 4 1
Nemetschek SE 645290 62,90 5,0 –32,2 138,5 / 55,00 86,95 6,4 19,7 2,49 2,94 21,4 1,2 1,4 94,02 7 3 1
Nordex SE A0D655 42,54 –10,3 46,1 51,70 / 16,36 32,27 5,8 13,4 1,95 2,31 18,4 0,7 0,9 45,70 6 6 1
Porsche PAG911 45,97 0,3 0,8 49,26 / 35,62 43,10 1,8 8,8 1,80 2,30 20,0 2,2 2,5 23.06. 42,22 3 12 3
Puma SE 696960 27,92 4,1 25,2 29,58 / 15,30 21,64 2,6 7,4 –1,53 0,38 73,4 0,0 0,3 28,22 4 12 0
Rational 701080 664,00 2,8 0,4 776,5 / 604,0 661,44 7,7 25,7 23,85 25,67 25,9 2,6 2,7 12.05. 796,50 7 3 0
FOCUS MONEY 23/2026
89
moneyanalyse Deutsche Aktien
VOLKSWAGEN
Umbau bei Porsche
Wegbrechendes Geschäft in China und Amerika, schwache Elektro-Verkäufe und hohe
Kosten: Die VW-Tochter Porsche kämpft gleich an mehreren Fronten. Jetzt zieht
das Management des Sportwagenbauers die Reißleine und plant einen tiefgreifenden
Umbau der Führungs- und Konzernstruktur. Management und Belegschaft sollen verkleinert,
Ressorts zusammengelegt werden. Kleiner, aber profitabler lautet die Losung
von Porsche-CEO Michael Leiters, von der auch Konzernmutter VW profitieren dürfte.
Volkswagen-Vorzugsaktie
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
130
110
90
70
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0007664039 Empfohlen am 25.07.2025 Empfehlungs-Kurs 91,30 € Kurs aktuell 91,28 € +/– in % 0,0 Neuer Stopp 75,80 € Kursziel 111,50 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
MDAX
Redcare Pharmacy A2AR94 44,26 –7,8 –32,0 122,1 / 30,20 63,43 2,0 13,3 –0,99 0,67 65,8 0,0 0,0 74,28 4 3 0
Renk Group RENK73 51,64 16,1 –3,7 90,34 / 42,12 59,56 9,0 24,5 1,74 2,16 23,9 1,4 1,8 10.06. 66,71 9 2 0
RTL Group 861149 31,50 2,6 –8,6 39,00 / 28,80 34,98 1,1 9,5 2,36 2,62 12,0 7,3 8,1 34,50 0 6 0
Salzgitter 620200 59,60 7,4 48,5 60,05 / 18,50 38,52 0,7 5,9 6,02 6,26 9,5 0,4 0,5 03.06. 57,99 3 4 0
Sartorius Vz. 716563 229,40 6,2 –7,2 267,7 / 175,95 225,14 5,3 19,2 5,35 6,38 35,9 0,4 0,4 264,42 10 6 1
Schaeffler SHA010 10,08 8,0 20,6 11,98 / 4,02 7,66 3,5 7,7 0,15 0,70 14,4 3,0 3,6 8,91 7 3 1
Ströer SE 749399 37,30 –3,7 0,8 55,10 / 28,85 36,65 4,4 11,0 2,83 3,55 10,5 5,4 6,3 03.06. 50,63 6 4 0
TAG Immobilien 830350 14,29 –1,9 8,0 16,80 / 12,03 14,52 0,7 14,0 1,01 1,11 12,9 3,6 4,3 18,90 8 0 0
Talanx TLX100 108,50 1,3 –4,7 126,2 / 100,1 110,32 1,8 — 10,81 11,07 9,8 3,9 4,4 05.05. 119,33 1 2 0
thyssenkrupp 750000 11,54 10,3 24,4 12,48 / 6,14 9,22 0,8 6,8 0,48 1,01 11,4 1,3 1,3 12,61 5 3 0
TKMS TKMS00 83,90 17,5 26,9 107,0 / 57,00 81,87 4,5 14,4 2,17 2,65 31,7 1,0 1,2 96,00 2 3 0
Traton SE TRAT0N 34,06 5,6 11,7 37,34 / 25,78 30,87 0,9 5,1 4,29 5,59 6,1 3,6 4,9 16.06. 34,61 6 6 3
TUI TUAG50 6,73 5,2 –25,0 9,56 / 6,08 7,84 1,7 2,2 1,08 1,43 4,7 2,7 4,1 10,44 5 4 0
United Internet 508903 26,66 –0,7 –3,7 30,22 / 22,66 26,92 0,9 5,1 1,84 2,14 12,4 2,2 2,2 31,02 5 5 0
Wacker Chemie WCH888 98,10 –1,4 41,5 104,7 / 58,85 74,19 1,3 9,2 0,71 2,60 37,7 0,5 1,1 85,61 2 9 1
SDAX
1&1 554550 22,80 –0,9 –7,9 27,30 / 18,20 22,78 0,7 7,0 1,51 1,51 15,1 0,2 0,2 23,08 4 6 1
adesso SE A0Z23Q 58,80 2,8 –33,7 104,2 / 52,30 79,12 1,8 8,0 4,11 5,83 10,1 1,4 1,5 03.06. 103,33 4 1 0
Adtran Networks SE 510300 23,00 ±0,0 5,5 23,10 / 20,30 22,00 3,2 — 0,18 — — — — 15.06. — 0 0 0
Alzchem Group A2YNT3 169,00 2,4 9,0 190,0 / 121,8 154,04 5,6 9,1 6,54 8,44 20,0 1,4 1,7 192,07 6 0 0
Atoss Software SE 510440 76,20 6,1 –34,0 147,6 / 69,00 97,79 10,7 21,3 3,26 3,76 20,3 3,1 3,6 125,88 5 2 0
Befesa A2H5Z1 34,90 0,9 18,3 35,65 / 24,40 30,15 1,6 6,5 2,58 2,59 13,5 3,3 3,6 16.06. 40,00 6 2 0
Borussia Dortmund 549309 3,12 2,5 –5,5 3,99 / 2,86 3,32 1,0 12,0 –0,13 0,09 34,7 1,8 2,2 5,00 3 0 0
Cancom SE 541910 27,20 4,6 2,1 31,65 / 20,05 25,04 1,4 11,3 1,31 1,54 17,6 3,7 3,9 17.06. 28,43 3 5 0
Carl Zeiss Meditec 531370 26,28 3,9 –34,3 63,25 / 22,62 35,69 1,1 21,9 1,36 1,87 14,1 2,0 2,3 30,19 1 14 0
Cewe Stiftung 540390 101,40 –2,9 –2,3 106,2 / 89,10 99,41 1,4 4,4 10,88 9,46 10,7 3,5 3,3 03.06. 135,67 6 0 0
Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 48,20 –3,0 22,5 51,90 / 31,70 37,84 3,6 10,2 2,68 2,92 16,5 2,1 2,4 26.06. 47,88 2 3 0
Deutsche Beteilig. A1TNUT 25,60 0,8 1,8 26,60 / 22,70 24,79 0,7 8,8 2,22 3,09 8,3 3,9 4,0 02.06. 35,03 6 0 0
Deutsche EuroShop 748020 20,10 1,9 6,7 23,65 / 18,04 19,14 0,8 6,3 1,86 1,92 10,5 5,4 5,4 18.06. 20,18 0 3 0
Douglas BEAU1Y 8,53 0,2 –31,8 13,26 / 8,23 11,24 0,9 2,6 1,44 1,54 5,5 0,0 4,3 12,14 3 5 0
Drägerwerk Vz 555063 91,40 6,0 31,7 99,40 / 62,50 78,36 1,0 11,3 8,34 8,77 10,4 2,6 2,7 97,25 2 2 0
Dt. Pfandbriefbank 801900 3,53 2,6 –16,2 5,87 / 2,71 4,18 0,2 — 0,09 0,49 7,2 0,6 5,6 3,85 1 2 1
Dürr 556520 21,05 1,2 –6,7 25,10 / 17,20 21,16 1,0 13,8 1,92 2,58 8,2 3,4 4,6 14.05. 30,33 5 3 0
Eckert & Ziegler SE 565970 15,16 4,3 –0,7 23,25 / 13,30 15,94 3,2 22,1 0,83 0,90 16,9 1,3 2,3 24.06. 22,10 3 0 0
Einhell Germany A40ESU 71,90 –1,9 –14,6 89,00 / 65,30 79,04 1,5 14,1 6,88 7,53 9,5 2,6 2,7 03.07. 105,00 2 0 0
Elmos Semicond. SE 567710 186,40 5,2 92,2 206,0 / 65,70 115,34 4,4 26,0 7,15 8,38 22,2 1,0 1,1 04.05. 180,00 2 2 0
Energiekontor 531350 48,70 0,2 36,2 53,40 / 30,10 39,27 1,9 4,8 2,51 4,73 10,3 2,2 2,9 71,50 1 0 0
Evotec SE 566480 4,98 5,7 –8,6 7,84 / 4,00 5,71 1,3 — –0,77 –0,14 — 0,0 0,0 11.06. 6,44 4 3 0
90 FOCUS MONEY 23/2026
BAYER
Glyphosat-Risiko in Brasilien
Aus den USA kamen zuletzt eher positive Signale bezüglich der zahlreichen Prozesse
im Zusammenhang mit dem Verdacht, das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel
Roundup könne Krebs erregen. Nun hat die brasilianische Staatsanwaltschaft Klage
gegen die Gesundheitsbehörde Anvisa und die brasilianische Regierung eingereicht.
Ziel ist ein Verbot eines Bayer-Unkrautvernichtungsmittels mit dem umstrittenen
Wirkstoff. Da der Agrarbereich strukturell wächst, sollten Anleger die Aktie halten.
Bayer
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
60
50
40
30
20
10
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000BAY0017 Empfohlen am 15.05.2022 Empfehlungs-Kurs 37,00 € Kurs aktuell 38,00 € +/– in % +2,70 Neuer Stopp 34,00 € Kursziel 48,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Fielmann Grp. 577220 43,85 2,5 0,7 58,80 / 39,85 46,17 3,3 9,7 2,58 2,91 15,1 3,5 3,9 09.07. 57,88 4 2 0
Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 69,85 6,3 –14,4 109,2 / 54,60 81,08 3,9 14,4 4,68 5,05 13,8 1,6 1,7 01.06. 86,50 2 0 2
GFT Technologies SE 580060 22,15 6,2 16,9 25,50 / 13,86 18,23 2,0 12,4 1,73 2,01 11,0 2,4 2,6 25.06. 29,67 5 0 0
Grand City Prop. A1JXCV 9,71 0,1 –1,3 11,60 / 8,59 10,33 0,4 5,4 1,24 1,21 8,0 6,8 5,9 12,19 4 4 0
Grenke A161N3 12,74 –0,2 –18,5 19,82 / 11,90 14,85 0,5 — 1,53 1,99 6,4 3,0 3,8 20,04 4 0 1
Hamborner Reit A3H233 5,17 1,8 15,4 6,69 / 4,27 4,95 0,7 9,1 0,12 0,09 57,4 6,5 6,7 03.06. 8,05 4 0 0
Heidelberger Druck. 731400 1,41 0,6 –30,3 2,81 / 1,30 1,79 0,7 9,4 0,14 0,20 7,0 0,0 0,0 2,08 1 2 0
HelloFresh SE A16140 4,33 –1,5 –29,7 11,05 / 3,49 5,87 1,0 3,4 0,39 0,53 8,1 0,0 0,0 02.06. 5,70 4 7 2
Hornbach Hldg. 608340 79,90 2,2 –4,7 108,4 / 74,00 87,18 0,6 3,1 9,40 9,94 8,0 3,1 3,3 99,14 3 3 0
Hypoport SE 549336 80,50 –0,7 –37,3 218,0 / 68,20 113,13 1,3 8,8 3,82 6,23 12,9 0,0 0,0 02.06. 212,75 3 0 0
Indus Holding 620010 31,20 0,5 10,6 33,70 / 20,25 26,88 1,0 48,6 3,65 3,82 8,2 4,6 4,8 03.06. 36,83 3 1 0
init innovation SE 575980 52,10 –1,1 11,6 55,20 / 35,70 46,61 3,3 36,7 2,60 3,28 15,9 2,0 2,4 66,67 3 0 0
Jost Werke SE JST400 57,10 2,7 5,5 67,80 / 47,20 54,70 2,0 5,8 6,21 6,99 8,2 3,0 3,5 75,00 4 0 0
Klöckner & Co. SE KC0100 12,34 –1,3 52,0 12,70 / 5,10 8,71 0,8 20,7 0,37 0,52 23,8 1,4 1,6 26.05. 11,30 1 1 1
Kontron A0X9EJ 22,94 0,9 0,6 29,00 / 16,34 23,34 1,7 11,3 1,67 2,03 11,3 2,5 3,3 29,34 5 0 0
KSB SE Vz 629203 849,00 2,5 –11,4 1265 / 746,0 964,43 1,0 — 85,62 96,15 8,8 3,6 8,1 1207,00 3 0 0
KWS Saat SE 707400 72,10 –3,5 5,1 80,60 / 55,10 68,68 1,3 13,2 5,77 5,71 12,6 1,9 2,1 84,25 2 2 0
MBB SE A0ETBQ 187,00 –2,5 –9,4 225,0 / 132,8 189,80 1,0 — 11,36 12,75 14,7 0,8 1,0 03.06. 222,73 2 1 0
Medios A1MMCC 13,34 3,9 –7,9 17,44 / 11,12 14,23 0,6 5,2 1,09 1,71 7,8 0,0 0,0 10.06. 23,00 4 0 0
MLP SE 656990 8,13 3,3 17,5 9,12 / 5,85 7,22 1,4 — 0,69 0,78 10,4 4,9 5,3 25.06. 9,95 3 0 0
Mutares A2NB65 27,10 2,5 –7,9 36,69 / 23,15 28,48 0,5 — 4,21 4,79 5,7 7,4 8,9 03.07. 47,70 2 0 0
Nagarro A3H220 40,74 0,2 –46,6 80,35 / 39,50 55,77 2,5 8,3 5,17 5,83 7,0 3,2 3,4 29.06. 72,25 2 1 0
Norma Group SE A1H8BV 17,86 1,5 22,5 18,90 / 11,86 15,20 0,8 10,6 0,65 0,82 21,8 2,2 2,3 01.07. 17,87 2 3 0
Ottobock SE BCK222 54,90 –8,7 –15,9 76,35 / 45,56 62,48 6,5 10,6 3,00 3,54 15,5 2,0 2,3 81,75 6 1 0
Patrizia SE PAT1AG 7,69 0,5 –5,5 8,90 / 6,62 7,60 0,6 16,2 0,30 0,34 22,6 4,8 4,9 10.06. 9,86 4 1 0
PNE A0JBPG 10,00 3,1 –1,0 15,80 / 7,22 10,52 4,5 25,6 0,21 0,25 40,8 0,4 0,4 12,63 0 1 0
ProSiebenSat.1 SE PSM777 3,98 1,7 –18,1 8,53 / 3,66 5,16 0,8 3,5 0,55 0,71 5,6 0,9 1,1 5,30 0 6 0
PVA TePla 746100 44,88 3,5 96,8 45,70 / 16,52 27,92 6,0 36,4 0,54 1,27 35,3 0,0 0,0 16.06. 44,19 5 2 0
SAF Holland SE SAFH00 19,84 2,6 29,7 20,10 / 13,36 16,34 1,7 5,3 2,05 2,42 8,2 4,1 4,9 20,70 3 2 0
Schott Pharma A3ENQ5 16,96 2,7 12,3 30,25 / 12,62 17,32 2,5 12,1 0,94 1,08 15,8 1,0 1,1 19,43 5 5 0
Secunet Security 727650 205,00 5,7 10,6 246,5 / 152,8 192,73 6,8 23,8 6,10 7,39 27,7 1,4 1,7 08.06. 239,67 2 0 0
SFC Energy 756857 24,50 17,8 99,8 24,55 / 11,32 15,34 2,8 13,4 0,70 0,95 25,7 0,0 0,0 25,50 4 0 0
Shelly Group SE A2DGX9 60,10 2,4 –0,2 71,60 / 44,20 56,72 7,4 35,6 2,37 3,16 19,0 0,4 0,5 77,67 2 0 0
Siltronic WAF300 97,15 10,3 98,7 99,55 / 31,70 53,86 1,7 13,3 –7,25 –4,05 — 0,0 0,0 69,90 2 5 2
Sixt SE St. 723132 73,70 4,1 4,1 98,70 / 57,70 73,09 1,4 9,2 6,87 7,62 9,7 5,0 5,5 17.06. 95,43 5 1 0
SMA Solar Techn. A0DJ6J 68,00 0,2 99,5 70,70 / 15,41 34,41 5,6 47,9 2,00 3,11 21,9 0,9 0,4 09.06. 51,80 1 4 0
Springer Nature SPG100 19,86 1,6 3,9 24,65 / 14,70 19,71 1,9 8,1 1,65 1,80 11,1 4,0 4,5 26,36 4 0 0
Stabilus SE STAB1L 17,80 –1,7 –13,0 29,00 / 14,52 20,25 0,7 6,4 2,69 3,11 5,7 3,3 3,9 28,27 4 0 1
FOCUS MONEY 23/2026
91
moneyanalyse Deutsche Aktien
WACKER CHEMIE
UBS zurückhaltend
Die UBS hebt das Kursziel für Wacker Chemie von 84 auf 104 Euro an. Allerdings
stuft sie die Aktie von „Kaufen“ auf „Neutral“ ab. Bislang beruhte die Kaufempfehlung
von UBS vor allem auf der Annahme einer Erholung in den Geschäftsbereichen Polysilizium
und Chemie . Unsicher bleibt vor allem, wann und wie stark sich die Gewinne
weiter erholen. Aus Sicht der UBS ist die Aktie aktuell fair bewertet. Nach der starken
Kurserholung sehen die Analysten nur noch begrenztes Potenzial.
Wacker Chemie
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
140
120
100
80
60
40
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE1234567890 Empfohlen am 08.05.2025 Empfehlungs-Kurs 95,75 € Kurs aktuell 98,25 € +/– in % +2,6 Neuer Stopp 83,50 € Kursziel 89,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
SDAX
Sto SE 727413 104,00 2,0 –14,2 134,2 / 97,30 118,00 — — 6,60 9,38 11,1 3,8 4,3 18.06. 140,00 1 0 0
Südzucker 729700 11,68 –2,0 27,6 13,57 / 8,92 10,15 0,9 14,2 0,39 0,83 14,0 1,4 2,6 11,68 0 4 0
Suss MicroTec SE A1K023 93,15 4,8 138,0 94,75 / 24,00 45,74 5,0 43,5 1,98 3,43 27,1 0,5 0,5 03.06. 97,94 5 3 0
TeamViewer SE A2YN90 5,73 1,2 –5,3 10,78 / 4,09 6,27 2,8 4,4 1,03 1,12 5,1 0,0 0,0 02.06. 8,21 5 8 0
tonies SE A3CM2W 10,76 2,5 3,1 11,98 / 5,55 9,32 3,2 31,2 0,36 0,55 19,5 0,0 0,0 14,50 4 0 0
Verbio SE A0JL9W 38,88 2,2 83,4 47,26 / 8,93 23,00 3,1 16,0 0,71 1,80 21,6 0,0 0,0 45,63 2 1 0
Verve Group SE A3D3A1 1,59 8,8 –9,0 3,40 / 1,11 1,78 0,7 6,6 0,23 0,33 4,8 0,0 0,0 05.06. 4,88 4 0 0
Vossloh 766710 69,25 3,3 –9,4 95,10 / 65,80 78,83 1,5 11,2 3,40 4,39 15,8 1,7 2,2 84,14 3 3 0
Wacker Neuson SE WACK01 18,62 3,1 –24,2 26,05 / 16,66 21,07 0,8 6,3 1,51 2,04 9,1 4,7 6,1 03.06. 22,67 1 1 1
Wüstenr. & Württ. 805100 14,88 2,9 2,3 16,76 / 13,22 14,65 — — 1,54 2,01 7,4 4,4 5,0 21,00 1 0 0
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
123Fahrschule SE A2P4HL 2,46 ±0,0 –18,5 4,36 / 2,38 3,01 4,3 — –0,34 –0,13 — — — 10.06. 5,65 1 0 0
2G Energy A0HL8N 69,60 21,5 101,7 69,60 / 25,60 37,22 6,5 — 1,78 2,09 33,3 0,4 0,5 39,75 1 1 0
3U Holding 516790 1,08 –0,9 –0,9 1,74 / 0,97 1,26 — — –0,12 –0,06 — 0,0 0,0 03.06. 1,97 2 1 0
7C Solarparken A11QW6 1,92 2,9 21,7 2,01 / 1,52 1,70 0,7 — 0,14 — — 5,7 — 02.06. — 0 0 0
A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 2,60 3,2 8,3 5,50 / 1,45 3,72 — — — — — — — — 0 0 0
A.S. Création A1TNNN 7,35 ±0,0 –5,8 8,60 / 6,55 7,46 — — 0,34 0,86 8,5 2,7 6,8 14,00 1 0 0
ABO Wind 576002 5,93 1,0 –49,7 46,20 / 4,15 18,05 7,8 — –3,55 0,14 42,4 0,0 0,0 8,00 0 1 0
ad pepper media Int. 940883 2,56 ±0,0 –3,8 3,92 / 2,38 2,85 2,2 — 0,09 0,11 23,3 — — 23.06. 5,00 0 0 0
All for One Group SE 511000 33,30 2,1 –18,6 57,40 / 29,30 39,60 1,3 — 4,62 5,82 5,7 — 7,2 — 0 0 0
Allane SE A0DPRE 11,90 9,2 19,6 11,90 / 8,00 10,31 1,1 — 0,50 — — 0,0 — 25.06. — 0 0 0
Allgeier A2GS63 17,05 12,2 –18,0 23,80 / 14,95 18,17 1,2 — 0,87 0,91 18,7 3,5 3,5 30.06. 24,00 1 2 0
Altech Advanced Mat. A41YD9 0,89 2,9 — 2,80 / 0,86 1,22 — — — — — — — — 0 0 0
Amadeus Fire 509310 25,10 3,5 –40,7 80,70 / 21,75 40,88 1,0 502,0 — 1,80 3,45 7,3 4,6 9,4 71,00 1 0 0
AT&S 922230 145,40 39,8 351,6 146,4 / 15,06 44,31 4,8 13,2 3,27 5,16 28,2 0,4 0,8 88,12 2 1 2
Aumann A2DAM0 13,95 14,3 16,1 15,32 / 10,70 12,49 0,9 — 0,60 0,86 16,2 2,2 2,5 13,05 0 2 0
B+S Banksysteme 126215 2,11 1,0 6,0 3,18 / 1,61 1,98 — — 0,22 0,24 8,8 0,0 3,8 4,70 0 0 0
Basler 510200 29,00 22,6 90,5 29,50 / 8,84 16,74 5,7 — 0,80 0,93 31,2 0,8 0,9 01.06. 26,33 3 0 0
Bastei Lübbe A1X3YY 6,92 3,9 –17,2 10,55 / 6,12 8,04 1,1 — 0,80 0,85 8,2 5,1 5,5 12,08 4 0 0
BayWa vNA 519406 2,63 –1,3 –5,6 7,75 / 2,20 3,64 0,2 — –0,53 2,09 1,3 0,0 45,7 — 0 0 0
BB Biotech N A0NFN3 48,00 2,1 –1,0 53,60 / 30,95 45,67 0,8 — –0,67 –0,72 — 5,6 6,0 75,57 1 0 0
Berentzen Group 520160 3,49 –0,6 –4,9 4,58 / 3,35 3,68 — — 0,25 0,38 9,2 3,7 5,4 8,00 1 0 0
Bertrandt 523280 10,05 –3,4 –46,0 22,40 / 9,10 17,40 0,3 1,7 –2,01 2,53 4,0 5,1 6,3 17,40 2 3 0
bet-at-home.com A0DNAY 2,79 7,7 26,8 3,09 / 1,90 2,41 — — 0,44 0,60 4,7 — — 5,50 1 0 0
Bike24 Holding A3CQ7F 2,90 5,5 –2,7 3,53 / 2,25 3,00 1,0 — 0,07 0,21 13,8 0,0 0,0 30.06. 4,25 2 0 0
Biofrontera A4BGGM 2,40 –2,0 6,2 2,85 / 2,01 2,50 — — — — — — — 10.06. — 0 0 0
Bio-Gate konv. BGAG98 0,68 –9,9 –12,8 1,16 / 0,50 0,75 — — — — — — — 30.06. — 0 0 0
BioNTech A2PSR2 78,90 3,7 –3,5 111,6 / 68,00 86,80 1,1 — –4,60 –4,49 — 0,0 0,0 105,65 12 6 0
92 FOCUS MONEY 23/2026
HOCHTIEF
DAX-Aufstieg in Sicht
Bei der DAX-Überprüfung am 3. Juni könnte der Bau- und Infrastrukturkonzern erstmals
in den Leitindex aufsteigen. Auch die Lufthansa gilt als Kandidat. Nach Einschätzung
der Deutschen Bank erfüllt Hochtief die Fast-Entry-Kriterien. Sollte der
Sprung gelingen, würde die Aufnahme zum 22. Juni wirksam werden. Die Aktie legte
auf Jahressicht rund 194 Prozent zu, gestützt von Infrastrukturprojekten im Verteidigungsbereich
und der Nachfrage nach Rechenzentren. Halten.
Hochtief
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
500
400
300
200
100
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0006070006 Empfohlen am 27.02.2026 Empfehlungs-Kurs 407,90 € Kurs aktuell 482,80 € +/– in % +18,36 Neuer Stopp 410,00 € Kursziel 479,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Bitcoin Group A1TNV9 29,36 –1,5 –5,9 49,16 / 25,00 33,73 — — — — — — — — 0 0 0
Blue Cap A0JM2M 19,40 –2,3 12,1 21,40 / 16,50 18,59 0,8 — 0,44 0,76 25,6 3,4 3,4 23.06. 30,25 2 0 0
Brain Biotech 520394 2,95 6,1 22,4 3,81 / 1,81 2,46 — — –0,42 –0,37 — 0,0 0,0 5,50 4 0 0
Branicks Group A1X3XX 1,14 ±0,0 –33,9 2,26 / 1,09 1,76 0,1 2,8 0,10 0,14 8,1 0,0 0,0 1,67 1 0 2
Brockhaus Technolog. A2GSU4 18,05 0,8 12,1 19,00 / 9,10 14,20 0,8 — 3,60 — — 2,7 3,3 — 0 0 0
Ceconomy 725750 3,86 –6,7 –12,2 4,55 / 2,63 4,34 2,3 7,7 0,55 0,61 6,4 2,6 3,3 4,60 0 0 2
Cenit 540710 7,78 15,4 9,0 9,50 / 5,76 6,91 1,5 — 0,41 0,80 9,7 2,6 3,9 10.06. 14,50 3 0 0
Cherry SE A3CRRN 0,46 –1,3 –9,2 0,97 / 0,41 0,56 0,4 — –0,39 0,06 7,6 — — 0,55 0 1 0
Circus SE A2YN35 7,83 –4,6 –35,6 24,80 / 5,38 12,11 783,0 — –0,42 0,44 18,0 — — 28,90 3 0 0
Cliq Digital A35JS4 3,62 0,3 165,8 5,81 / 1,29 2,33 0,3 — –1,04 –0,93 — 0,0 0,0 3,40 0 1 0
Corestate Capital A141J3 0,24 7,6 –0,8 0,35 / 0,22 0,26 — — — — — — — — 0 0 0
Covestro 606214 59,80 0,3 –0,9 61,14 / 54,10 59,60 1,8 10,9 –0,17 0,97 61,8 0,0 0,6 62,00 0 3 0
cyan A2E4SV 2,18 ±0,0 10,1 2,92 / 1,79 2,17 1,8 54,5 –0,02 0,05 43,6 — — 4,00 0 0 0
Daldrup & Söhne 783057 23,90 4,4 24,2 29,90 / 10,75 19,71 3,8 — 1,27 1,50 15,9 0,8 0,9 27,77 1 1 0
Data Modul 549890 29,60 –2,0 3,5 30,20 / 20,80 26,74 0,7 — 0,50 1,03 28,7 0,4 0,4 37,00 1 0 0
Datagroup SE A0JC8S 74,30 –1,8 6,3 76,80 / 55,50 68,11 2,9 — 4,01 4,36 17,0 2,0 2,3 — 0 0 0
Datron A0V9LA 9,50 –2,1 34,8 9,70 / 6,90 7,50 0,8 7,4 0,64 1,06 9,0 1,8 2,8 26.06. 15,09 2 0 0
Delignit A0MZ4B 2,64 2,3 16,8 2,86 / 1,87 2,34 0,7 — 0,18 0,20 13,2 3,0 3,2 18.06. 4,60 1 0 0
Delticom 514680 2,52 6,8 26,0 2,78 / 1,91 2,23 0,6 — 0,29 0,32 7,9 4,8 5,2 4,35 2 0 0
Demire Real Estate A0XFSF 0,35 12,2 –8,9 0,76 / 0,30 0,48 — — — –0,20 — — — 0,80 0 0 0
Deutsche Rohstoff A0XYG7 93,70 –5,8 89,3 102,2 / 35,10 60,60 1,2 2,5 38,37 14,14 6,6 4,8 2,9 23.06. 144,00 0 0 0
Deutsche Wohnen SE A0HN5C 19,20 –0,4 –6,1 24,30 / 18,46 21,12 0,5 18,3 — — — 6,4 6,4 21,59 1 1 1
Dt. Grundstücksaukt. 553340 5,70 ±0,0 –0,9 8,00 / 3,44 6,19 — — 0,68 1,01 5,6 0,0 8,8 30.06. 12,85 1 0 0
Dt. Konsum REIT A14KRD 1,53 3,4 –17,6 3,04 / 1,36 1,85 0,2 4,1 — — — 0,0 0,0 5,00 1 1 0
ecotel communication 585434 7,30 –7,0 –34,8 13,60 / 5,95 10,65 1,0 2,6 0,53 0,63 11,6 4,1 4,1 22,80 1 0 0
Edag Engineering Grp. A143NB 3,31 4,1 –33,7 7,34 / 3,18 5,11 0,9 1,2 0,02 0,62 5,3 0,5 6,5 6,20 1 3 0
ElringKlinger 785602 5,89 –0,3 38,4 6,18 / 3,91 4,54 0,6 3,5 0,65 0,97 6,1 3,9 5,3 5,33 1 1 1
Enapter A255G0 1,38 1,5 –18,3 2,95 / 1,12 1,69 1,2 — –0,36 –0,13 — 0,0 0,0 2,27 0 1 0
EnviTec Biogas A0MVLS 19,75 –5,0 14,8 28,20 / 16,25 20,14 — — — — — — — 03.07. — 0 0 0
Epigenomics konv. A37FT4 0,89 –4,8 –1,7 1,59 / 0,50 0,92 — — — — — — — — 0 0 0
Ernst Russ A16107 8,44 1,2 19,9 8,80 / 5,92 7,20 0,9 7,5 0,99 0,76 11,1 3,8 3,6 04.06. 12,90 2 0 0
Eurokai 570653 58,40 0,3 16,3 64,60 / 34,40 51,51 1,4 — 3,28 — — 2,2 — 09.06. — 0 0 0
Exasol A0LR9G 2,36 –8,5 –12,9 3,45 / 1,87 2,61 5,9 — 0,09 0,15 16,3 0,0 0,0 11.06. 4,45 2 0 0
Fabasoft 922985 11,85 3,5 –24,5 17,70 / 10,45 14,23 3,5 — 0,92 1,06 11,2 1,5 1,5 25,00 2 0 0
Formycon A1EWVY 20,30 10,3 –20,2 31,05 / 16,52 22,03 0,9 — –1,24 1,11 18,3 0,0 0,0 10.06. 39,86 4 1 0
Fortec Elektronik 577410 10,60 3,9 ±0,0 16,80 / 10,00 12,44 — — –0,60 0,46 23,0 3,8 5,7 15,00 1 0 0
Frequentis A2PHG5 72,30 2,8 0,7 103,5 / 44,40 70,81 4,2 20,0 2,41 2,85 25,4 0,5 0,6 19.06. 81,81 1 2 0
Friwo 620110 4,74 5,3 –12,2 15,20 / 4,44 5,89 — — — — — — — 10.06. — 0 0 0
FOCUS MONEY 23/2026
93
moneyanalyse Deutsche Aktien
FRESENIUS MEDICAL CARE
Milliarden-Rückkauf
Fresenius Medical Care (FMC) investiert weiter in sich selbst. Der Dialysekonzern will
binnen zwölf Monaten für rund eine Milliarde Euro eigene Aktien zurückkaufen. Das
beschlossene Programm soll in Kürze starten und umfasst mehrere Tranchen. Ein kleiner
Teil der Aktien ist auch für leistungsorientierte Vergütungspläne vorgesehen. Dem
FMC-Kurs hat das neue Aktienrückkaufprogramm allerdings nicht auf die Beine geholfen.
Die Aktie setzt ihre aktuelle Talfahrt fort.
Fresenius Medical Care
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
50
45
40
35
30
25
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0005785802 Empfohlen am 12.03.2025 Empfehlungs-Kurs 44,56 € Kurs aktuell 37,31 € +/– in % –16,27 Neuer Stopp 32,00 € Kursziel 41,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
Frosta 606900 97,20 –0,6 7,8 108,0 / 86,00 96,78 — — — — — — — — 0 0 0
Gerresheimer A0LD6E 26,80 6,3 –3,1 65,90 / 14,92 27,93 0,6 3,0 2,67 3,55 7,5 2,3 3,8 23,37 1 5 2
Gesco A1K020 13,75 –2,1 –2,8 18,50 / 13,05 15,12 0,5 — 1,48 1,84 7,5 2,2 2,8 24.06. 23,02 3 0 0
Global Fashion Grp. A2PLUG 0,49 2,9 100,0 0,58 / 0,24 0,34 1,8 — –0,14 –0,07 — 0,0 0,0 0,78 1 1 0
Grammer 589540 8,20 2,5 41,4 8,55 / 5,45 6,76 0,4 — 2,41 — — 0,0 — — 0 0 0
H+R A2E4T7 4,59 2,9 8,3 5,02 / 3,83 4,51 0,4 2,5 0,16 0,21 21,5 1,1 1,1 4,30 0 0 1
Hamburger Hafen A0S848 21,50 –0,5 0,5 23,30 / 17,75 21,69 — — — — — — — 11.06. — 0 0 0
Hapag-Lloyd HLAG47 114,00 –2,8 –3,2 158,7 / 109,0 120,78 1,2 13,7 –1,44 –2,40 — 1,8 1,7 97,40 0 3 4
Hawesko Holding SE 604270 19,65 –1,8 3,1 27,70 / 17,70 20,52 1,4 — 1,47 1,74 11,3 5,6 6,6 10.06. 27,75 1 1 0
Heidelberg Pharma A11QVV 2,71 –0,4 12,9 5,40 / 2,31 3,02 4,9 — –0,29 –0,20 — 0,0 0,0 23.06. 5,50 1 0 0
Heliad 121806 13,05 –2,2 –13,0 16,40 / 12,20 14,50 1,3 21,8 0,60 0,60 21,8 0,0 0,0 24,20 2 0 0
Hermle Vz. 605283 167,00 5,4 11,7 196,0 / 133,0 154,72 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0
HMS Bergbau 606110 40,60 2,3 –11,0 78,00 / 29,60 45,65 1,6 9,0 4,24 5,44 7,5 2,9 3,3 77,50 1 0 0
Hoenle 515710 9,28 –1,3 31,8 10,30 / 6,36 8,35 0,7 — –0,08 0,41 22,6 0,0 0,0 17,67 2 0 0
HomeToGo SE A2QM3K 1,18 –7,5 –24,2 1,89 / 1,13 1,50 0,9 5,4 –0,13 –0,05 — 0,0 0,0 16.06. 2,73 3 0 0
IBU tec A0XYHT 16,65 7,1 –14,8 26,80 / 6,26 16,53 — — –0,44 0,19 87,6 — — 25,00 1 0 0
Identive Group A11404 3,35 7,2 17,1 4,62 / 2,54 3,08 — — –0,43 –0,41 — — — 5,44 3 0 0
Instone Real Estate A2NBX8 8,40 2,7 8,2 9,89 / 7,27 8,52 0,6 — 0,83 1,01 8,3 6,2 6,3 03.06. 12,75 3 1 0
IVU Traffic Techn. 744850 19,95 4,5 –2,2 22,20 / 17,60 20,08 — — 0,85 1,00 20,0 1,6 1,7 27,00 1 0 0
JDC Group A0B9N3 21,10 –1,9 –13,5 32,70 / 20,30 25,87 — 8,5 0,97 1,22 17,3 — — 30,84 1 0 0
Knaus Tabbert A2YN50 12,50 1,8 –2,8 20,05 / 11,24 13,82 1,7 1,4 0,83 1,57 8,0 1,3 5,0 17,40 1 3 0
Koenig & Bauer 719350 8,97 –2,3 –13,9 16,14 / 7,83 10,88 0,4 — 0,87 2,26 4,0 1,9 4,1 17.06. 15,25 2 0 1
Laiqon A12UP2 5,00 –0,4 –2,0 5,68 / 3,42 4,49 1,7 — –0,30 0,13 38,5 0,0 3,2 9,30 1 0 0
Leifheit 646450 17,30 3,3 16,5 21,80 / 14,50 15,42 1,8 15,7 0,69 0,95 18,3 6,9 7,0 03.06. 20,79 3 0 0
Logwin A2DR54 274,00 ±0,0 9,6 304,0 / 206,0 263,84 — — 19,18 17,18 15,9 3,6 3,6 261,00 0 1 0
LPKF Laser & Electr. SE 645000 26,60 25,5 394,4 29,90 / 5,22 8,78 9,2 — –0,26 0,08 332,5 0,0 0,0 04.06. 15,50 0 2 0
M1 Kliniken A0STSQ 18,76 –1,3 5,4 19,48 / 12,88 15,78 2,9 — 1,12 1,30 14,4 2,7 2,7 — 0 0 0
Masterflex SE 549293 14,20 –1,0 3,6 15,20 / 10,50 13,62 — — 1,00 1,29 11,0 2,5 2,8 10.06. 20,25 1 0 0
MAX Automation SE A2DA58 3,81 –2,6 –3,1 5,96 / 3,39 4,62 0,8 — –0,02 0,12 31,8 0,0 1,3 6,00 1 1 0
MediClin 659510 3,68 4,5 7,0 4,06 / 2,78 3,45 0,6 — 0,77 0,80 4,6 1,1 1,1 7,30 1 0 0
Medigene A40ESG 0,03 –11,8 31,4 0,21 / 0,01 0,04 — — –0,51 –0,45 — — — — 0 0 0
Mensch & Maschine 658080 36,80 4,0 –18,1 57,10 / 33,40 42,09 6,5 14,3 2,17 2,47 14,9 6,0 6,7 55,35 3 1 0
Mister Spex SE A3CSAE 1,22 1,7 –2,4 2,18 / 1,12 1,40 1,9 — –0,71 –0,45 — — — 11.06. 3,03 1 2 0
MPC Capital A1TNWJ 5,32 –1,1 9,5 5,74 / 4,58 4,95 1,2 — 0,65 0,72 7,4 5,1 5,7 7,60 2 0 0
Mühlbauer 662720 38,60 1,0 0,5 46,40 / 33,80 39,22 — — — — — — — 29.07. — 0 0 0
MVV Energie A0H52F 30,20 –0,3 –1,6 32,30 / 29,30 30,79 — — — — — — — — 0 0 0
Nabaltec A0KPPR 11,20 6,2 –6,3 16,15 / 10,10 12,25 0,6 — 0,83 1,17 9,6 2,6 2,6 24.06. 15,75 1 0 0
NFON A0N4N5 3,28 3,8 –3,5 7,20 / 3,08 4,44 0,7 5,4 0,21 0,31 10,6 0,8 1,5 24.06. 6,93 2 0 1
94 FOCUS MONEY 23/2026
BASF
Unter Druck
Die US-Investmentbank JPMorgan hebt zwar das Kursziel für BASF von 36 auf 40 Euro
an, bleibt aber bei der Einstufung „Untergewichten“. Analyst Chetan Udeshi sieht
die Chemiebranche weiter belastet. „Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück“, so
Udeshi. Die Gründe sind Überkapazitäten, schwache Nachfrage sowie eine wachsende
Konkurrenz aus Asien. Dies dürfte die Gewinne drücken. Für den weiteren
Jahresverlauf und 2027 zeigte er sich ebenfalls zurückhaltend.
BASF
200-Tage-
Linie
Aktienkurs in Euro
2023 2024 2025 2026
54
50
46
42
38
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE000BASF111 Empfohlen am 06.03.2026 Empfehlungs-Kurs 45,30 € Kurs aktuell 51,5 € +/– in % +13,7 Neuer Stopp 43,78 € Kursziel 53,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Northern Data A0SMU8 15,10 17,6 –1,2 29,40 / 8,11 13,67 1,4 — 0,38 0,70 21,6 0,0 0,0 26,33 2 1 0
Nynomic A0MSN1 22,30 15,8 126,2 25,70 / 8,24 12,01 — — 0,71 1,09 20,6 — — 01.07. 26,00 2 0 0
OHB SE 593612 594,00 25,1 392,9 658,0 / 64,00 185,34 — — 3,64 5,63 105,5 0,1 0,1 08.06. 320,00 1 0 0
Ökoworld 540868 31,40 14,2 19,8 35,10 / 25,00 26,97 — 15,6 2,25 2,31 13,6 5,0 5,2 19.06. 37,05 1 0 0
OVB Holding 628656 20,80 ±0,0 6,7 23,00 / 17,80 20,35 3,0 — 0,89 1,14 18,2 3,8 4,7 12.06. 23,00 0 1 0
Pfeiffer Vacuum 691660 166,80 –0,1 5,8 167,6 / 153,0 159,98 — — — — — — — 140,00 0 0 0
Pfisterer SE PFSE21 100,40 –8,8 32,5 113,0 / 33,35 75,30 7,3 — 3,32 3,72 27,0 1,0 1,1 11.06. 103,67 2 1 0
Pro DV A4096T 2,18 0,9 –0,9 2,88 / 2,02 2,37 — — 0,00 0,06 36,3 0,0 0,0 4,80 0 0 0
ProCredit Hldg. 622340 8,09 2,3 –1,3 10,70 / 6,78 8,46 0,4 — 1,36 2,04 4,0 5,6 8,1 03.06. 14,73 2 0 0
PSI Software SE A0Z1JH 45,40 –0,4 1,1 46,30 / 24,10 40,96 7,2 — 0,72 1,18 38,5 0,4 0,8 45,00 0 4 0
Pyramid A41YDL 1,33 0,8 –60,0 5,01 / 1,18 3,14 0,3 16,6 –0,19 0,02 66,5 — — 2,80 0 0 0
Q.Beyond konv. A41YDG 3,70 3,9 8,5 4,86 / 3,20 3,84 0,9 — 0,04 0,14 25,8 2,7 3,4 5,98 3 0 0
R. Stahl A1PHBB 12,40 3,3 –15,1 20,20 / 12,00 14,70 1,1 19,4 –0,16 0,13 95,4 0,0 4,4 16.06. 18,88 1 0 0
Rhön-Klinikum 704230 12,50 –0,8 –2,3 13,30 / 11,20 12,27 0,6 — 0,64 0,79 15,8 1,6 1,6 12,50 0 1 0
Ringmetall A3E5E5 2,60 –0,8 –0,8 3,32 / 2,52 2,76 — — — — — 3,8 3,8 16.06. 4,60 0 1 0
Schloß Wachenheim 722900 13,60 0,4 –4,9 15,80 / 13,30 14,39 0,5 5,6 1,30 1,45 9,4 4,6 4,9 19,78 2 0 0
Serviceware SE A2G8X3 10,70 7,0 –41,8 20,40 / 9,90 15,66 2,3 — 0,34 0,63 17,0 — — 29,00 2 0 0
SMT Scharf A3DRAE 7,20 2,9 25,2 9,10 / 5,40 6,87 0,5 — –0,38 0,54 13,3 0,4 3,9 9,50 0 1 0
SNP Schneider-Neu. SE 720370 82,00 –0,7 7,9 86,00 / 69,60 77,60 — — — — — — — 17.06. 63,00 0 0 0
Steico SE A0LR93 21,35 0,7 0,7 27,60 / 19,26 22,27 0,8 17,6 1,32 1,62 13,2 1,2 1,9 19.06. 25,33 1 2 0
STS Group A1TNU6 2,96 –1,7 –5,7 6,50 / 2,62 3,27 — — — — — 0,0 1,4 10,70 0 1 0
Surteco Group SE 517690 9,60 1,1 –8,1 16,80 / 9,50 11,67 0,4 1,7 –0,34 1,27 7,6 0,0 0,0 19.06. 18,60 1 0 0
Syzygy 510480 1,26 –1,9 –15,2 2,55 / 1,19 1,54 0,9 — — — — 2,0 7,9 03.07. 2,98 2 0 0
Takkt 744600 2,46 –5,2 –32,6 7,07 / 2,29 3,79 0,4 — –0,34 0,30 8,2 0,0 8,1 5,43 1 1 0
technotrans SE A0XYGA 31,25 14,7 –7,0 37,00 / 18,25 30,50 1,9 — 1,81 2,27 13,8 2,9 3,6 21.05. 38,50 2 0 0
The Platform Group A40ZW8 2,71 –12,9 –49,4 12,70 / 2,46 5,84 0,3 1,4 2,01 2,43 1,1 — — 01.07. 19,88 2 0 0
Umweltbank 557080 3,89 3,2 9,3 5,06 / 3,30 3,92 0,5 — 0,32 0,44 8,9 2,7 4,5 7,60 3 0 0
Uniper SE UNSE02 49,55 15,8 53,9 55,80 / 27,95 36,19 1,7 16,6 1,57 1,65 30,1 1,6 1,7 34,67 0 1 1
Uzin Utz 755150 62,40 –8,5 –8,2 83,50 / 57,50 71,77 1,0 — 4,55 5,52 11,3 3,0 3,3 103,50 2 0 0
Veganz Group A3E5ED 3,00 –13,0 –52,5 20,30 / 2,98 7,66 0,2 1,6 –0,48 0,16 18,8 — — — 0 0 0
VIB Vermögen A2YPDD 7,52 –1,1 –27,0 11,30 / 6,92 8,92 0,3 — 2,14 — — 0,0 — — 0 0 0
Villeroy & Boch 765723 16,05 –0,3 –1,5 19,50 / 15,55 16,97 1,2 — 0,59 1,37 11,7 5,6 5,9 30,50 1 0 0
Viscom SE 784686 6,14 29,5 50,5 6,14 / 3,34 4,45 1,3 9,6 0,19 0,44 14,1 0,2 2,2 05.06. 5,60 0 0 0
Vita 34 A0BL84 3,89 1,3 –34,6 7,65 / 3,64 5,31 — — 0,03 0,07 55,6 — — 24.06. 6,50 1 0 0
WashTec 750750 40,30 3,3 –14,6 50,80 / 36,00 43,68 6,1 15,1 2,79 3,24 12,4 6,4 6,8 54,00 2 0 0
Westwing Group SE A2N4H0 14,85 3,5 32,0 17,65 / 7,78 13,46 2,8 — 1,15 1,48 10,0 0,0 0,0 09.06. 21,83 3 0 0
YOC 593273 6,62 1,5 –37,3 16,75 / 4,84 9,92 2,9 — 0,32 0,70 9,5 0,0 0,0 29.06. 13,00 2 0 0
Zeal Network SE ZEAL24 44,70 –6,9 –12,4 52,20 / 43,00 48,36 3,8 16,4 1,93 2,36 18,9 3,4 3,9 72,75 5 0 0
FOCUS MONEY 23/2026
95
moneyanalyse Internationale Aktien
REDCARE PHAMACY
Talfahrt findet kein Ende
Die Online-Apotheke kommt in Sachen Profitabilität weiter nicht in die Spur. Aber
immerhin geht es vorwärts. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um fast 20 Prozent
und die operative Marge legte ebenfalls zu - aber nur auf 1,7 Prozent. Unterm
Strich stand ein Nettoverlust von mehr als zehn Millionen Euro, obwohl die Zahl
der aktiven Kunden und der durchschnittliche Warenkorb weiter gewachsen sind.
Die Aktie hinkt daher weit hinter der Konkurrenz wie Doc Morris her.
Redcare Pharmacy
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
140
100
60
20
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN NL0012044747 Empfohlen am 08.08.2025 Empfehlungs-Kurs 102,70 € Kurs aktuell 43,82 € +/– in % –57,33 Neuer Stopp – € Kursziel – €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
EURO STOXX 50 / STOXX 50
AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 71,68 2,4 31,0 72,30 / 48,84 58,00 1,8 10,8 3,76 4,19 17,1 1,7 2,0 78,55 14 4 0
ABB N 919730 / CH0012221716 93,12 4,9 43,5 93,18 / 49,62 69,02 9,9 33,5 2,70 2,92 31,9 1,1 1,2 78,73 3 20 0
Adyen A2JNF4 / NL0012969182 966,40 8,3 –29,8 1738,6 / 829,2 1224,47 4,7 21,0 38,64 47,29 20,4 0,0 0,0 1399,24 23 4 0
Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 36,74 –0,7 6,2 42,47 / 32,20 36,66 2,2 5,4 2,78 2,99 12,3 3,5 3,7 40,84 5 8 0
Air Liquide 850133 / FR0000120073 183,32 5,4 14,2 190,0 / 155,0 171,44 3,7 15,8 7,04 7,78 23,6 2,1 2,2 197,30 13 2 0
Argenx A11602 / NL0010832176 702,00 3,0 –1,3 804,4 / 448,4 679,49 5,7 27,2 23,49 30,90 22,7 0,1 0,1 846,68 10 2 0
ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 1407,40 10,8 52,8 1439 / 589,8 1012,14 23,7 41,4 31,40 40,92 34,4 0,6 0,7 1482,76 32 5 1
AstraZeneca 886455 / GB0009895292 160,85 –0,3 1,6 180,45 / 117,7 154,68 5,5 16,6 8,85 9,98 16,1 1,8 1,9 190,42 16 3 1
AXA 855705 / FR0000120628 40,75 2,0 –1,0 43,55 / 36,58 39,79 1,7 — 4,12 4,45 9,2 6,1 6,6 46,12 8 4 0
Banco Santander 858872 / ES0113900J37 10,80 6,2 6,8 11,21 / 6,83 9,55 1,4 — 1,03 1,21 8,9 2,6 3,7 12,12 11 2 0
BBVA 875773 / ES0113211835 20,07 6,1 1,8 22,21 / 12,57 18,35 1,9 — 2,00 2,21 9,1 5,1 5,5 20,95 6 11 1
BNP Paribas 887771 / FR0000131104 92,49 5,5 14,2 97,39 / 65,01 82,25 0,8 — 11,50 12,86 7,2 6,4 7,0 105,54 10 4 1
BP PLC 850517 / GB0007980591 6,09 –6,4 24,0 7,01 / 4,22 5,45 1,8 3,4 0,76 0,60 10,2 4,8 5,0 7,21 5 9 0
Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 56,94 –0,6 18,7 57,26 / 39,30 49,02 2,2 13,2 4,18 4,49 12,7 5,1 5,3 57,32 6 1 0
Danone 851194 / FR0000120644 61,24 –3,3 –20,3 80,00 / 61,24 72,25 2,2 11,1 3,90 4,20 14,6 3,8 4,1 79,68 8 8 1
Enel 928624 / IT0003128367 9,88 2,4 11,9 10,28 / 7,60 8,96 2,9 6,2 0,72 0,75 13,2 5,2 5,5 10,22 8 11 1
Eni 897791 / IT0003132476 23,29 –2,6 44,7 25,00 / 12,90 18,07 1,4 4,4 2,60 2,33 10,0 4,7 4,9 25,40 6 11 0
EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 173,90 0,6 –35,7 323,5 / 163,2 253,41 2,0 14,1 7,37 8,44 20,6 2,4 2,7 286,30 13 4 0
Ferrari A2ACKK / NL0011585146 287,90 2,9 –10,0 446,0 / 268,9 332,83 11,7 21,3 9,59 10,51 27,4 1,3 1,4 368,19 8 5 0
GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 22,42 4,4 6,8 26,02 / 15,35 20,88 4,2 10,2 2,08 2,27 9,9 3,6 3,8 23,53 5 13 2
Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 1610,00 1,9 –23,0 2466 / 1534 1994,51 7,8 32,4 44,63 51,61 31,2 1,3 1,4 2062,77 11 7 0
HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 16,11 4,9 19,0 16,45 / 10,10 13,36 1,7 — 1,46 1,62 10,0 4,5 5,0 16,25 5 10 0
Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 20,02 3,3 9,0 20,77 / 15,14 18,22 2,3 10,5 1,00 1,07 18,7 3,7 3,8 19,31 6 14 0
Inditex A11873 / ES0148396007 51,56 2,5 –8,4 58,16 / 40,93 50,64 7,4 17,1 2,18 2,38 21,7 3,8 4,1 58,27 13 6 0
ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 27,12 8,1 12,7 27,17 / 17,68 23,04 1,5 — 2,40 2,79 9,7 4,7 5,3 27,96 7 7 0
Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 5,74 2,5 –3,0 6,15 / 4,72 5,62 1,6 — 0,58 0,62 9,2 7,6 8,2 6,73 10 4 0
L’Oréal 853888 / FR0000120321 366,10 2,0 0,2 407,7 / 339,85 373,21 5,2 22,5 13,57 14,72 24,9 2,1 2,3 406,22 10 9 1
London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 107,90 2,8 5,8 142,0 / 83,00 102,35 2,5 11,7 5,49 6,21 17,4 1,8 2,0 142,96 11 0 0
LVMH 853292 / FR0000121014 470,00 3,0 –26,2 654,0 / 437,0 541,47 3,3 14,0 22,20 25,65 18,3 2,7 3,0 590,08 13 9 0
National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 14,97 5,6 14,3 16,40 / 11,60 13,75 1,6 7,9 1,02 1,12 13,4 3,8 3,9 15,97 5 5 1
Nestlé N A0Q4DC / CH0038863350 87,40 2,0 1,3 97,13 / 76,58 84,61 5,8 15,5 4,83 5,14 17,0 3,9 4,0 96,24 9 10 1
Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 16,75 10,2 4,2 17,03 / 12,00 15,21 1,7 — 1,43 1,56 10,8 5,8 6,2 17,03 4 1 0
Novartis N 904278 / CH0012005267 129,97 1,2 8,2 143,51 / 99,91 121,11 6,3 15,7 7,52 8,34 15,6 3,0 3,1 133,40 5 10 3
Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 38,39 1,0 –12,9 71,54 / 30,29 42,13 5,6 12,7 2,84 2,87 13,4 3,9 3,8 41,42 5 18 1
Prosus A2PRDK / NL0013654783 39,70 –0,2 –24,6 63,58 / 37,80 50,24 1,7 34,8 3,86 4,64 8,6 0,5 0,6 65,05 11 3 0
Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 28,50 –2,1 –17,9 48,90 / 23,44 33,94 28,3 14,7 1,64 1,81 15,7 3,0 3,2 41,90 11 1 0
Richemont A1W5CV / CH0210483332 172,32 1,7 –8,6 197,19 / 139,35 168,48 3,9 19,5 6,99 7,94 21,7 2,3 2,4 197,68 11 9 0
Rio Tinto 852147 / GB0007188757 91,74 3,7 32,6 95,79 / 48,22 69,73 2,5 8,6 7,27 7,24 12,7 4,6 4,6 84,56 4 14 0
96 FOCUS MONEY 23/2026
ARM HOLDINGS
Lizenzeinnahmen beflügeln
Der britische Chip-Designer Arm strebt dynamisch nach oben. Erstmals wurde eine
Marktkapitalisierung von 300 Milliarden Dollar überschritten. Der Grund: Der Quartalsbericht
von Nvidia erweist sich als direkter und starker Impulsgeber für die Lizenzeinnahmen
des Konzerns. Nvidia möchte weltweit führender CPU-Anbieter werden.
Da der Chip-Designer Arm für jede ausgelieferte Vera-CPU Lizenzgebühren erhält,
beflügelt dies die Performance des Unternehmens. Anleger greifen zu
Arm Holdings
Aktienkurs seit Börsengang in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
250
200
150
100
50
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US0420682058 Empfohlen am 14.09.2023 Empfehlungs-Kurs 59,19 € Kurs aktuell 268,25 € +/– in % +353,20 Neuer Stopp 230,00 € Kursziel 295,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Roche PS A424UK / CH1499059983 363,27 3,1 1,0 410,7 / 267,19 336,64 6,5 16,0 22,02 23,90 15,2 3,0 3,1 395,11 6 6 2
Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 14,63 8,7 10,7 16,30 / 10,00 13,68 41,2 23,6 0,43 0,50 29,2 1,0 1,1 16,36 11 5 0
Safran 924781 / FR0000073272 294,50 6,8 –0,2 348,5 / 250,7 299,33 7,8 20,1 10,03 12,25 24,0 1,4 1,7 342,29 10 7 0
Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 76,61 4,4 –7,7 93,40 / 71,88 81,72 1,2 8,7 8,50 9,00 8,5 5,6 5,9 97,10 10 12 0
Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 274,00 5,3 16,2 287,35 / 209,0 243,89 5,8 24,0 9,90 11,50 23,8 1,7 1,9 300,55 15 1 0
Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 36,95 –1,7 17,9 41,28 / 29,16 33,53 1,3 4,8 4,64 4,14 8,9 3,6 3,8 43,95 6 10 0
St. Gobain 872087 / FR0000125007 76,66 2,6 –11,6 104,4 / 66,12 84,45 1,5 7,4 6,40 7,00 11,0 3,1 3,3 97,71 9 4 1
TotalEnergies 850727 / FR0000120271 78,55 –1,8 39,5 81,42 / 49,46 61,74 1,5 5,0 9,74 8,32 9,4 4,5 4,7 85,28 8 7 0
UBS Group N A12DFH / CH0244767585 41,13 3,5 1,6 42,06 / 26,99 36,05 1,5 — 2,95 3,51 11,7 2,6 2,9 42,79 5 8 1
UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 73,71 3,6 3,9 79,86 / 54,46 67,46 1,6 — 7,36 8,25 8,9 5,1 5,7 84,02 5 4 0
Unilever PLC A41NM1 / GB00BVZK7T90 49,58 0,5 –10,9 63,34 / 47,00 56,42 6,7 13,9 3,21 3,41 14,5 3,8 4,0 59,13 5 6 2
Vinci 867475 / FR0000125486 125,30 0,4 4,5 143,0 / 112,95 124,10 2,1 7,6 9,01 10,14 12,4 4,2 4,7 143,83 10 6 1
Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 61,56 –4,5 –30,5 160,5 / 56,82 86,97 15,0 8,3 5,64 6,23 9,9 4,4 4,8 106,25 9 3 0
Zurich Insur. Grp N 579919 / CH0011075394 628,38 ±0,0 –4,7 664,75 / 570,76 620,37 3,4 — 41,10 47,51 13,2 5,6 5,9 630,75 2 7 0
DOW JONES
3M 851745 / US88579Y1010 130,85 0,5 –3,7 148,84 / 120,52 134,92 15,9 17,2 7,47 8,12 16,1 2,1 2,2 149,04 8 8 0
Amazon.com 906866 / US0231351067 229,25 1,3 16,5 237,95 / 166,04 197,60 5,3 16,2 7,45 8,47 27,1 0,0 0,0 268,66 47 4 0
American Express 850226 / US0258161092 269,50 0,1 –16,0 330,05 / 248,75 288,44 5,9 — 15,13 17,29 15,6 1,2 1,3 310,71 10 15 1
Amgen 867900 / US0311621009 295,00 5,8 5,6 329,5 / 230,0 279,94 16,6 12,0 19,25 20,17 14,6 2,9 3,1 302,69 10 18 2
Apple Inc. 865985 / US0378331005 266,95 4,7 15,0 268,15 / 169,02 224,18 43,8 31,6 7,52 8,25 32,3 0,3 0,4 265,24 23 15 1
Boeing 850471 / US0970231058 188,32 0,3 1,7 216,4 / 153,56 188,01 24,4 23,9 –0,34 3,59 52,4 0,0 0,1 232,03 17 5 0
Caterpillar 850598 / US1491231015 769,60 4,7 56,9 795,0 / 299,0 537,19 17,3 29,7 20,94 25,62 30,0 0,7 0,7 790,73 14 11 2
Chevron Corp. 852552 / US1667641005 162,40 –3,4 26,4 187,08 / 119,6 145,11 1,9 7,2 12,07 10,48 15,5 3,8 3,9 184,72 13 6 1
Cisco Systems 878841 / US17275R1023 101,40 –0,6 53,8 104,86 / 54,71 66,98 9,3 28,9 3,68 4,10 24,7 1,4 1,4 106,95 13 8 0
Coca-Cola 850663 / US1912161007 69,85 0,1 17,1 71,25 / 55,83 62,39 9,7 24,2 2,81 2,99 23,3 2,6 2,8 73,96 12 4 0
Disney Co. 855686 / US2546871060 88,64 –0,8 –8,4 106,62 / 80,10 92,79 1,6 12,3 5,86 6,44 13,8 1,5 1,6 111,27 20 2 1
Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 866,40 5,8 14,8 866,4 / 516,7 727,65 2,7 — 50,85 56,19 15,4 1,8 2,0 814,33 6 16 1
Home Depot 866953 / US4370761029 272,00 5,5 –7,6 362,15 / 254,05 313,12 16,5 16,8 12,86 13,84 19,7 2,9 3,1 318,14 18 14 0
Honeywell 870153 / US4385161066 200,50 10,2 20,7 210,35 / 162,1 184,27 8,8 22,3 9,04 9,85 20,4 2,1 2,2 212,45 12 9 0
IBM 851399 / US4592001014 215,00 12,2 –17,2 279,1 / 181,42 231,10 6,1 13,3 10,68 11,56 18,6 2,7 2,7 238,63 11 7 0
Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 198,08 0,7 12,0 214,3 / 129,0 180,52 6,2 19,5 9,95 10,92 18,1 2,3 2,4 217,38 10 9 0
JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 264,95 2,8 –3,8 287,7 / 228,25 261,35 2,3 — 19,17 20,24 13,1 2,0 2,2 294,06 8 12 0
McDonald’s 856958 / US5801351017 241,20 –0,5 –8,0 290,45 / 231,3 263,65 221,5 — 17,2 11,16 12,22 19,7 2,7 2,8 283,59 14 15 1
Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 105,24 9,6 16,5 105,8 / 66,40 87,70 6,2 21,0 2,35 8,18 12,9 2,7 2,8 111,49 15 10 0
Microsoft 870747 / US5949181045 357,20 –1,5 –13,6 490,1 / 309,7 393,79 6,9 18,2 14,45 16,62 21,5 0,9 1,0 481,78 41 3 0
Nike 866993 / US6541061031 37,99 3,9 –27,3 69,80 / 35,65 52,82 4,9 18,5 1,57 2,08 18,2 3,7 4,0 52,23 14 20 1
Nvidia 918422 / US67066G1040 186,04 –2,2 16,0 202,2 / 116,74 160,22 17,4 25,0 7,68 10,87 17,1 0,4 0,5 253,81 48 2 1
Procter & Gamble 852062 / US7427181091 124,36 2,1 1,2 150,0 / 118,0 128,42 6,3 18,3 5,93 6,09 20,4 2,9 3,1 140,74 9 10 0
FOCUS MONEY 23/2026
97
moneyanalyse Internationale Aktien
ALPHABET
EU plant Rekordstrafe
Die EU will im Rahmen einer Untersuchung zu Suchpraktiken eine Rekordstrafe in Höhe
von mehreren hundert Millionen Euro gegen Alphabet verhängen. Allerdings dürfte
Alphabet diese Strafe angesichts des Investitionsplans (CapEx 2026) von bis zu 190
Milliarden Dollar finanziell kaum spüren. Dennoch wäre es ein Warnschuss, da Alphabet
seine Suchmaschine Google umbauen müsste, was mit erheblichen Nachteilen
verbunden sein könnte. Wiederholte Verstöße könnten langfristig teuer werden.
Alphabet
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
300
250
200
150
100
50
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US02079K3059 Empfohlen am 31.07.2024 Empfehlungs-Kurs 163,60 € Kurs aktuell 330,35 € +/– in % +101,9 Neuer Stopp 280,00 € Kursziel 420,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
DOW JONES
Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 153,82 0,6 –32,2 252,0 / 139,9 189,85 2,8 10,0 11,36 12,86 12,0 1,0 1,0 225,39 26 10 0
Sherwin Williams 856050 / US8243481061 265,20 3,6 –3,5 319,6 / 256,1 291,33 15,4 24,5 10,08 11,40 23,3 1,1 1,1 327,80 11 10 0
Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 262,30 2,8 6,5 269,0 / 214,3 244,84 1,9 — 24,18 24,50 10,7 1,6 1,7 269,61 6 17 0
UnitedHealth 869561 / US91324P1021 332,60 –0,2 18,8 345,0 / 204,9 277,92 3,3 16,2 15,78 17,88 18,6 2,3 2,4 339,58 16 5 1
Verizon 868402 / US92343V1044 41,46 2,9 20,4 45,00 / 32,70 37,87 1,8 5,4 4,27 4,53 9,1 5,9 6,0 44,56 8 14 0
VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 281,50 –0,7 –6,6 326,0 / 254,0 283,13 16,9 24,6 11,27 12,76 22,1 0,8 0,9 342,66 28 3 0
Walmart Inc. 860853 / US9311421039 103,14 –9,0 7,9 116,34 / 80,66 98,29 8,9 24,3 2,50 2,83 36,5 0,8 0,9 118,43 30 4 1
USA WEITERE
Abbott Lab 850103 / US0028241000 76,54 1,8 –27,5 118,74 / 69,76 100,40 3,1 14,9 4,71 5,21 14,7 2,8 3,0 101,95 16 7 0
Adobe 871981 / US00724F1012 208,45 –5,1 –30,2 369,5 / 191,46 260,74 7,4 9,3 20,24 22,67 9,2 0,0 0,0 281,25 12 20 4
AirBnB A2QG35 / US0090661010 113,22 –1,1 –2,3 124,44 / 96,01 109,27 8,2 17,5 4,34 5,19 21,8 0,0 0,0 134,74 18 18 2
Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 330,50 –3,1 24,1 350,15 / 140,52 254,03 8,1 22,1 12,23 12,45 26,5 0,2 0,2 368,76 43 7 0
Altria Group 200417 / US02209S1033 63,18 –0,1 28,9 64,00 / 46,64 55,06 — 12,2 4,87 5,04 12,5 5,9 6,1 59,69 4 7 1
American Water A0NJ38 / US0304201033 107,20 0,6 –3,2 126,35 / 102,85 114,38 2,0 10,5 5,23 5,64 19,0 2,8 3,0 116,95 2 10 0
AT&T A0HL9Z / US00206R1023 21,70 5,0 3,1 25,41 / 19,12 22,74 1,6 4,4 1,99 2,19 9,9 4,4 4,4 26,10 12 10 0
Bank of America 858388 / US0605051046 44,65 4,3 –5,1 49,00 / 37,94 44,26 1,3 — 3,84 4,34 10,3 2,3 2,5 54,28 16 2 0
Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 418,00 0,2 –1,7 451,35 / 392,8 419,97 1,4 — 17,52 18,31 22,8 0,0 0,0 447,15 2 1 0
Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 166,24 1,5 10,8 174,18 / 104,4 144,13 1,4 8,0 11,47 14,26 11,7 0,0 0,0 188,43 18 15 1
Broadcom A2JG9Z / US11135F1012 365,80 1,0 22,6 375,45 / 207,0 300,19 18,5 36,6 9,76 15,69 23,3 0,6 0,7 412,91 36 3 0
Citigroup A1H92V / US1729674242 107,60 1,8 7,1 113,94 / 65,68 93,74 1,1 — 9,32 10,77 10,0 2,0 2,2 126,26 13 4 0
Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 159,00 –1,2 –20,2 381,15 / 118,26 214,80 3,7 — 1,05 4,26 37,3 0,0 0,0 199,13 17 10 2
Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 77,68 2,8 15,0 84,30 / 64,84 72,01 100,8 — 19,5 3,27 3,47 22,4 2,3 2,4 82,36 7 7 0
Comcast A 157484 / US20030N1019 22,32 4,5 –11,3 31,23 / 21,10 25,16 1,0 3,3 3,04 3,28 6,8 5,1 5,4 28,13 5 16 2
eBay 916529 / US2786421030 99,35 1,0 33,6 102,08 / 62,84 79,00 9,7 14,7 5,27 5,81 17,1 1,1 1,1 92,92 5 19 2
Eli Lilly 858560 / US5324571083 926,30 9,3 0,9 968,1 / 537,4 795,67 18,9 31,0 31,09 38,18 24,3 0,6 0,7 1040,71 18 5 1
ExxonMobil 852549 / US30231G1022 130,80 –4,9 26,7 153,2 / 88,90 112,38 2,3 8,8 9,32 8,96 14,6 2,7 2,8 144,65 7 13 1
GE Aerospace A3CSML / US3696043013 261,25 7,5 –0,7 297,0 / 200,0 256,89 17,4 33,1 6,50 7,46 35,0 0,6 0,7 300,00 15 2 0
Gilead Sciences 885823 / US3755581036 115,62 3,3 9,4 132,0 / 90,00 109,94 9,1 869,4 — –0,69 — 8,24 14,0 2,4 2,5 135,63 18 7 0
Intel 855681 / US4581401001 104,44 13,4 232,5 114,6 / 16,44 40,85 4,9 43,5 0,93 1,32 78,9 0,0 0,0 75,50 11 30 2
Kroger Co. 851544 / US5010441013 57,67 –0,2 8,7 66,37 / 50,61 57,31 6,2 6,4 4,50 4,83 11,9 2,1 2,3 64,92 11 13 0
Lockheed Martin 894648 / US5398301094 460,00 2,1 10,4 612,0 / 350,0 455,03 12,2 14,1 25,64 27,57 16,7 2,6 2,7 538,50 4 14 1
LYFT A2PE38 / US55087P1049 11,65 3,1 –27,9 21,41 / 10,80 14,74 2,0 5,0 1,35 1,74 6,7 0,0 0,0 16,15 9 30 0
MasterCard A0F602 / US57636Q1040 429,30 0,4 –12,9 519,9 / 416,5 465,03 42,8 26,5 16,88 19,56 21,9 0,7 0,8 555,98 29 3 0
Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 523,70 –0,2 –6,4 685,9 / 452,5 572,37 5,1 10,9 27,68 31,07 16,9 0,4 0,4 710,35 48 7 0
Moderna A2N9D9 / US60770K1079 40,00 –3,5 50,2 50,70 / 19,26 31,68 3,2 — –7,57 –3,61 — 0,0 0,0 37,12 2 16 1
Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 52,72 ±0,0 14,0 60,91 / 44,01 50,42 3,1 16,5 2,63 2,91 18,1 3,4 3,6 57,75 12 9 0
Netflix 552484 / US64110L1061 76,00 –0,5 –3,8 113,96 / 63,36 86,97 11,1 26,5 3,09 3,30 23,0 0,0 0,0 98,44 29 13 0
Newmont Corp. 853823 / US6516391066 95,51 2,1 10,5 116,0 / 45,35 85,14 3,0 8,4 8,95 9,83 9,7 0,9 1,0 123,30 13 3 0
98 FOCUS MONEY 23/2026
SAMSUNG
Rekordboni für Mitarbeiter
Die Androhung eines 18-tägigen Generalstreiks beim Elektronikriesen Samsung zeigt
Wirkung: Die rund 48 000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter dürfen – neben
einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 6,2 Prozent – auf üppige Gewinnboni
hoffen. Nach neuen Rekorden (allein der Betriebsgewinn explodierte gegenüber Vorjahr
um das Achtfache) werden die Ausschüttungen für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung
auf bis zu 340 000 Euro geschätzt. Fazit: Geldmaschine – kaufen!
Samsung Electronics (GDR)
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
4000
3000
2000
1000
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISINUS7960508882 Empfohlen am 01.08.2025 Empfehlungs-Kurs 1050,00 € Kurs aktuell 4293 € +/– in % +309,0 Neuer Stopp 3560,00 € Kursziel 4400,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 49,95 –2,5 44,5 58,41 / 33,13 41,24 1,6 4,1 4,46 3,11 16,1 1,8 1,8 55,57 6 16 1
Oracle 871460 / US68389X1054 165,00 3,4 –0,7 294,4 / 114,5 178,14 7,9 13,7 6,90 9,21 17,9 1,1 1,1 209,70 30 6 1
Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 115,50 0,8 –26,3 179,84 / 104,96 138,62 28,3 74,4 1,26 1,78 64,8 0,0 0,0 157,89 18 10 1
PayPal A14R7U / US70450Y1038 37,81 –0,7 –25,3 70,87 / 32,50 48,93 1,9 6,1 4,56 4,96 7,6 1,2 0,9 45,14 5 32 4
Pepsico 851995 / US7134481081 128,00 –0,1 4,5 144,78 / 109,0 129,12 8,5 14,2 7,44 7,86 16,3 3,9 4,1 146,99 4 14 1
Pfizer 852009 / US7170811035 22,23 2,5 4,5 24,86 / 20,00 22,10 1,7 10,8 2,55 2,44 9,1 6,8 6,7 25,08 9 15 1
Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 160,90 –2,2 17,9 164,86 / 124,42 141,74 — 20,4 7,22 7,85 20,5 3,2 3,4 165,67 7 4 0
QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 209,35 20,9 42,1 210,35 / 106,54 137,84 10,2 19,7 9,28 9,14 22,9 1,5 1,5 152,80 10 22 2
Snap A2DLMS / US83304A1060 4,86 4,2 –26,8 8,79 / 3,39 5,80 4,4 11,1 0,51 0,63 7,7 0,0 0,0 6,55 7 31 1
Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 88,62 –2,9 22,4 92,72 / 67,56 78,05 — 25,3 2,05 2,60 34,1 2,4 2,5 91,59 13 16 2
Tesla A1CX3T / US88160R1014 369,60 6,0 –6,0 422,9 / 240,0 350,98 16,6 106,9 1,76 2,16 171,4 0,0 0,0 353,96 18 17 4
Texas Instruments 852654 / US8825081040 275,50 6,1 84,9 275,5 / 132,64 172,35 16,2 30,6 6,69 8,11 34,0 1,8 1,9 248,20 15 18 2
T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 163,52 –0,5 –4,5 223,6 / 152,42 182,30 3,8 7,3 9,66 12,01 13,6 2,2 2,4 224,13 15 4 0
UPS 929198 / US9113121068 87,28 6,4 3,1 101,72 / 70,16 83,68 5,7 10,2 6,13 6,88 12,7 6,5 6,5 97,01 13 12 1
SCHWEIZ
Adecco Group N 922031 / CH0012138605 17,42 2,8 –31,2 29,86 / 15,94 23,96 0,8 5,0 2,37 2,74 6,4 5,8 6,6 23,54 3 6 2
Alcon N A2PDXE / CH0432492467 58,37 3,6 –15,8 81,44 / 52,36 67,55 1,5 14,5 2,98 3,41 17,1 0,5 0,6 82,89 17 4 0
Amrize N A414LY / CH1430134226 43,62 2,8 –8,6 56,24 / 38,56 46,34 2,0 13,9 2,29 2,63 16,6 1,3 1,5 54,34 3 7 0
Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,73 4,1 11,3 10,41 / 7,18 8,33 1,2 5,2 0,78 0,93 9,4 5,4 5,7 9,40 2 9 2
Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 553,88 0,5 –18,4 722,81 / 537,23 648,98 10,3 19,2 20,81 22,42 24,7 2,6 2,7 612,86 4 8 2
Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 47,63 4,4 –18,9 73,02 / 42,40 58,09 37,1 9,1 2,72 3,27 14,6 3,2 3,3 65,24 4 2 0
Givaudan 938427 / CH0010645932 3137,51 4,3 –9,0 4640,5 / 2811,1 3434,73 5,4 19,8 131,56 141,81 22,1 2,6 2,7 3688,52 6 10 1
Holcim N 869898 / CH0012214059 83,04 6,9 –2,5 90,42 / 54,78 77,93 2,5 14,0 4,05 4,62 18,0 2,4 2,7 86,81 7 10 0
Kühne + Nagel N A0JLZL / CH0025238863 195,11 2,4 4,0 219,87 / 161,48 185,51 8,7 15,0 9,02 9,63 20,3 3,6 3,8 201,09 2 11 3
Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 10171,7 0,3 –19,9 15052 / 9848,5 12685 4,1 21,9 351,97 377,78 26,9 2,0 2,2 11344,34 0 3 2
Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 95,40 5,8 6,8 108,39 / 71,21 88,91 6,5 18,2 4,94 5,34 17,9 1,5 1,6 98,84 5 4 0
SGS NA A3D68K / CH1256740924 95,99 1,5 –3,6 106,79 / 87,29 96,65 12,7 12,1 4,50 4,82 19,9 3,7 3,7 107,62 5 9 0
Sonova NA 893484 / CH0012549785 226,99 7,2 ±0,0 287,68 / 178,57 226,57 4,3 14,7 11,65 12,81 17,7 2,3 2,4 236,49 3 8 3
Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 222,82 0,7 20,9 234,22 / 139,18 186,54 0,9 18,0 5,44 8,19 27,2 2,3 2,5 178,94 3 9 5
Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 132,72 –2,2 –8,8 171,77 / 130,31 148,74 1,7 — 13,56 13,45 9,9 5,6 6,0 138,92 0 8 3
VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 679,21 5,7 60,7 689,73 / 282,09 466,76 20,8 56,6 11,19 15,54 43,7 1,3 1,5 659,88 7 6 1
ÖSTERREICH
Andritz 632305 / AT0000730007 77,10 5,0 15,9 78,00 / 58,50 65,88 2,9 9,5 5,27 6,02 12,8 3,7 4,0 82,83 3 1 0
BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 154,10 4,2 21,3 156,2 / 102,6 125,57 2,5 — 12,33 14,42 10,7 3,8 5,4 168,98 5 1 0
CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 15,38 1,3 –0,8 19,56 / 14,96 16,45 0,4 5,2 2,08 2,07 7,4 3,5 3,4 20,50 1 0 0
Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 101,90 6,3 1,3 111,7 / 69,80 94,33 1,5 — 9,76 10,89 9,4 4,1 4,8 111,13 6 4 1
Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 49,70 2,3 –8,3 56,00 / 48,50 52,69 2,6 12,2 2,28 2,48 20,1 3,4 3,4 54,70 1 3 0
Lenzing 852927 / AT0000644505 24,40 1,9 5,2 28,40 / 19,76 24,57 0,9 3,6 –2,00 –0,73 — 0,0 0,7 23,40 0 4 1
FOCUS MONEY 23/2026
99
moneyanalyse Internationale Aktien
LEM HOLDING
Übernahmefantasie beflügelt
Der Schweizer Hersteller von Elektronikkomponenten wie Strom- und Spannungswandler
erzielte im Geschäftsjahr ein Gewinnplus von 29 Prozent, aber weniger
Umsatz. Den Rückgang von 6,3 Prozent begründet LEM mit Währungseffekten.
Nach den Zahlen schoss die Aktie 26 Prozent nach oben, offenbar, weil das Unternehmen
zum Übernahmeziel geworden ist. Für langjährige Aktionäre ein
schwacher Trost: Ende 2021 kostete eine LEM-Aktie fast 2700 Schweizer Franken.
LEM Holding
Aktienkurs in Euro
2000
200-Tage-Linie
1500
1000
500
0
2023 2024 2025 2026
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN CH0022427626 Empfohlen am 18.03.2020 Empfehlungs-Kurs 942,00 CHF Kurs aktuell 412,50 CHF +/– in % -56,2 Neuer Stopp 340,00 CHF Kursziel 417,00 CHF
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
ÖSTERREICH
Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 82,10 5,7 –10,9 101,6 / 69,90 84,55 0,7 13,7 5,78 7,79 10,5 3,1 3,9 94,00 0 2 0
OMV 874341 / AT0000743059 62,80 0,3 32,4 64,40 / 42,80 51,63 1,2 3,9 8,21 7,23 8,7 7,2 7,6 61,09 4 4 3
Palfinger 919964 / AT0000758305 34,20 –0,7 2,1 40,20 / 29,10 35,05 1,3 5,1 3,04 3,67 9,3 3,0 3,6 44,30 4 0 0
Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 47,94 3,3 27,6 47,94 / 23,42 36,47 0,8 — 6,23 6,45 7,4 3,8 4,4 45,13 5 4 0
SBO 907391 / AT0000946652 33,40 –2,6 23,9 37,35 / 25,85 30,97 1,2 8,7 2,22 3,21 10,4 3,3 4,6 37,10 1 1 1
Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,84 –1,8 10,2 10,32 / 8,46 9,21 1,1 3,3 1,00 1,08 9,1 4,5 5,0 10,33 1 5 0
Verbund 877738 / AT0000746409 59,40 –2,5 –3,0 69,50 / 57,30 62,83 1,9 10,6 3,16 3,75 15,8 2,7 3,2 60,18 0 5 6
Voestalpine 897200 / AT0000937503 46,92 5,1 24,9 48,86 / 21,92 36,91 1,0 6,1 3,68 4,38 10,7 2,3 2,6 45,84 3 5 0
Wienerberger 852894 / AT0000831706 23,82 4,5 –21,4 33,42 / 21,96 27,43 0,9 4,8 2,09 2,72 8,8 4,2 4,5 29,71 3 2 1
WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN
Accor 860206 / FR0000120404 45,97 7,6 –3,3 50,16 / 38,08 44,41 2,9 11,1 2,23 2,66 17,3 3,2 3,6 55,29 11 2 0
Agnico-Eagle Mines 860325 / CA0084741085 153,30 –0,1 3,7 223,8 / 98,32 155,46 3,0 9,9 11,55 12,46 12,3 0,9 0,9 220,29 10 5 1
Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 53,30 10,8 –9,8 62,02 / 46,42 56,41 1,9 11,1 3,82 4,23 12,6 3,8 3,9 61,18 7 9 0
Alibaba A117ME / US01609W1027 111,80 –2,4 –11,7 163,8 / 88,50 128,09 1,8 12,6 5,80 7,88 14,2 0,9 0,8 163,67 30 2 0
Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 45,27 3,7 28,2 47,21 / 23,30 35,39 3,1 10,3 1,44 1,87 24,2 1,2 1,7 41,93 6 5 1
ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 22,00 1,5 8,9 24,13 / 15,51 20,77 1,5 — 1,53 1,58 14,0 4,7 4,8 22,28 2 6 0
ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 57,74 9,7 48,4 58,10 / 25,68 40,83 0,9 8,3 4,12 6,07 9,5 0,9 1,0 56,31 7 3 0
BAE Systems 866131 / GB0002634946 23,13 8,5 18,3 27,97 / 18,06 22,50 4,8 22,0 0,96 1,10 21,1 2,0 2,2 26,89 7 6 2
Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 107,80 –10,6 –5,1 141,6 / 71,90 107,04 1,0 10,7 6,65 7,82 13,8 0,0 0,0 153,84 23 4 0
Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 4,97 33,9 128,4 5,18 / 1,09 2,41 3,2 — –0,14 –0,13 — 0,0 0,0 2,62 2 8 1
Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,57 –1,2 18,0 0,58 / 0,45 0,50 0,5 — 0,10 0,10 5,8 5,2 5,4 0,67 10 1 0
Barclays 850403 / GB0031348658 5,28 7,8 –3,4 5,93 / 3,71 4,85 0,9 — 0,60 0,73 7,2 3,3 4,1 6,24 8 4 0
Barrick Gold Mining A417GQ / CA06849F1080 36,05 3,9 –5,8 45,63 / 16,59 33,49 2,4 6,8 3,52 3,97 9,1 1,9 2,7 44,43 11 3 1
BHP Group 850524 / AU000000BHP4 37,17 3,6 44,0 38,80 / 19,82 27,85 4,0 10,2 2,19 2,22 16,7 3,5 3,5 34,24 1 12 0
BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 10,27 –1,5 –4,1 16,07 / 9,50 11,19 2,6 5,8 0,53 0,68 15,2 0,6 1,6 13,62 19 3 0
Capgemini 869858 / FR0000125338 103,55 5,0 –27,1 153,3 / 95,12 120,61 1,4 7,2 12,85 13,86 7,5 3,3 3,6 148,99 10 5 0
China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 3,20 –0,4 4,5 3,80 / 1,73 2,97 1,1 — 0,50 0,57 5,6 3,4 3,7 3,95 10 1 1
CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 7,78 –1,3 34,7 8,00 / 4,86 6,35 0,5 4,5 0,72 0,73 10,7 3,7 3,7 8,39 4 1 0
CSL 890952 / AU000000CSL8 58,99 0,5 –39,9 153,06 / 58,70 99,11 2,0 9,3 5,44 5,66 10,4 4,2 4,3 90,91 5 8 0
Diageo 851247 / GB0002374006 18,63 3,9 2,4 24,70 / 15,70 19,59 3,7 11,4 1,38 1,39 13,4 2,5 2,6 22,52 11 8 1
Engie A0ER6Q / FR0010208488 27,22 1,2 21,9 29,85 / 17,35 23,23 1,8 6,2 1,96 2,09 13,0 5,1 5,3 30,53 10 4 0
Equinor ASA 675213 / NO0010096985 32,82 –3,7 63,8 37,77 / 18,93 24,48 2,0 3,6 4,24 3,36 9,8 4,1 4,3 32,80 2 15 3
Ericsson B 850001 / SE0000108656 11,60 5,5 39,0 11,65 / 6,22 8,64 3,8 15,7 0,60 0,66 17,5 2,5 2,6 9,11 2 11 3
Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 62,88 5,8 1,3 73,92 / 55,74 63,43 2,3 8,7 3,99 4,65 13,5 1,2 1,4 71,10 4 6 1
Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 197,45 2,8 11,4 248,8 / 131,8 189,97 4,8 19,6 7,97 8,61 22,9 0,8 0,8 255,89 8 3 0
Galp Energia A0LB24 / PTGAL0AM0009 18,75 –3,4 31,5 22,34 / 13,57 17,45 2,7 5,2 1,92 1,77 10,6 3,6 3,7 22,22 5 8 0
Generali 850312 / IT0000062072 38,74 4,3 9,0 39,45 / 29,50 34,67 1,7 — 3,16 3,42 11,3 4,7 5,1 38,69 7 6 0
Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 6,76 2,3 45,3 6,88 / 3,16 4,97 2,2 7,5 0,49 0,48 14,2 2,6 2,3 6,98 10 5 0
100 FOCUS MONEY 23/2026
JP MORGAN
Startet deutsches Banking
Konkurrenz belebt das Geschäft – auch im Bankensektor. Seit dem 20. Mai kommt
diese direkt aus den USA. Die Großbank JP Morgan hat ihre Direktbank Chase in
Deutschland gestartet. Und sie geht damit sofort auf Kundenfang: Sparer erhalten in
den ersten vier Monaten üppige vier Prozent Zinsen auf ihr Tagesgeld. Bis Ende
2028 will Chase ein breites Produktangebot aufbauen, das neben Girokonten auch
Investment- und Kreditprodukte umfasst.
JP Morgan Chase & Co.
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
260
220
180
140
100
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN US46625H1005 Empfohlen am 29.08.2025 Empfehlungs-Kurs 257,95 € Kurs aktuell 264,95 € +/– in % +2,71 Neuer Stopp 225,00 € Kursziel 297,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Heineken A0CA0G / NL0000009165 68,96 3,5 –0,1 80,76 / 64,22 68,84 2,0 8,0 5,24 5,64 12,2 2,9 3,1 86,11 12 8 0
Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 14,89 3,9 –13,0 18,04 / 11,36 15,67 5,9 10,7 0,75 0,81 18,3 4,5 4,8 14,70 2 12 6
Honda Motor 853226 / JP3854600008 7,52 2,9 –8,8 9,80 / 6,70 8,37 0,5 7,4 0,62 — 1,14 — 6,6 — 5,0 5,4 8,22 5 9 0
ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,76 ±0,0 9,2 0,80 / 0,61 0,69 0,5 — 0,13 0,14 5,6 5,3 5,5 0,90 9 1 0
Kering 851223 / FR0000121485 246,25 2,5 –18,1 350,9 / 171,0 271,65 2,0 7,3 6,58 9,92 24,8 1,5 2,1 284,52 3 17 1
Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 50,60 –2,3 –15,9 64,16 / 49,93 57,49 8,8 17,6 2,22 2,48 20,4 3,9 4,2 61,67 6 10 2
Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 445,20 1,1 23,3 449,6 / 332,4 397,93 6,1 21,5 15,37 16,83 26,5 1,2 1,3 465,44 17 5 1
MTN Group 897024 / ZAE000042164 10,60 2,9 27,7 11,10 / 5,80 8,61 2,2 4,6 0,91 1,18 9,0 2,8 3,8 11,68 4 2 1
Naspers A41H7X / ZAE000351946 44,80 3,2 –20,7 65,33 / 42,40 53,20 1,4 22,4 5,17 6,14 7,3 0,6 0,8 72,06 6 0 0
NEL A0B733 / NO0010081235 0,33 8,5 75,6 0,37 / 0,17 0,21 1,6 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,20 0 6 7
Nintendo 864009 / JP3756600007 38,40 –1,3 –33,1 85,00 / 36,84 60,71 2,7 24,0 2,20 — 2,66 — 14,4 — 2,9 3,4 58,02 16 7 1
Nokia 870737 / FI0009000681 13,66 15,7 144,4 13,77 / 3,48 6,21 3,5 30,6 0,34 0,39 34,9 1,1 1,2 9,37 8 6 3
Northern Star R. A0BLDY / AU000000NST8 12,05 –1,9 –19,7 19,29 / 8,72 13,87 1,8 9,2 0,76 1,35 9,0 2,7 3,8 16,85 9 4 1
Orange 906849 / FR0000133308 18,06 –1,0 27,6 18,80 / 12,45 15,42 1,5 4,7 1,03 1,18 15,3 4,4 4,5 18,44 6 8 0
Panasonic Hold. 853666 / JP3866800000 19,70 7,3 80,7 19,70 / 8,15 12,08 1,6 11,2 1,05 — 1,25 — 15,8 — 1,7 1,9 17,36 9 3 1
Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 64,74 4,8 –11,4 107,0 / 60,24 78,53 1,1 9,1 5,76 5,89 11,0 7,2 6,7 87,03 6 10 0
Philips Elec. 940602 / NL0000009538 23,44 8,3 1,5 27,87 / 19,22 24,06 2,0 10,7 1,53 1,71 13,7 3,6 3,8 28,00 5 11 0
Prudential 852069 / GB0007099541 13,06 –0,3 –1,8 14,30 / 10,00 12,49 1,8 — 1,01 1,14 11,5 2,0 2,2 16,33 8 1 0
Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 49,50 3,1 –16,4 60,60 / 47,10 53,87 1,6 — 3,37 3,68 13,5 0,2 0,2 72,95 1 0 0
Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 4360,00 13,0 147,7 4360 / 882,0 2113,75 — — 545,66 651,57 6,7 1,0 1,6 4557,35 3 0 0
Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 2,54 –4,5 –20,6 4,50 / 1,27 2,70 2,1 2,9 0,63 0,65 3,9 10,2 11,4 3,43 2 5 0
Softbank 891624 / JP3436100006 40,70 34,2 66,2 42,86 / 11,12 25,76 2,2 30,2 0,51 — 0,51 — 79,8 — 0,1 0,1 34,82 11 3 1
Sony 853687 / JP3435000009 19,40 0,4 –13,0 26,32 / 16,50 21,40 2,3 10,8 1,13 — 1,22 — 15,9 — 0,8 0,9 25,31 17 2 0
Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 6,70 5,1 –28,6 10,47 / 5,30 7,90 0,3 2,0 0,86 1,58 4,3 0,0 5,3 7,87 5 15 1
Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 354,00 4,1 38,6 360,0 / 166,0 272,96 9,0 19,9 13,41 16,77 21,1 1,0 1,2 402,04 12 2 0
Telefónica 850775 / ES0178430E18 4,03 0,2 16,1 4,89 / 3,25 3,93 1,5 2,6 0,34 0,39 10,2 3,7 4,3 4,00 2 13 3
Telia Comp. 938475 / SE0000667925 4,63 4,5 28,5 4,68 / 2,92 3,75 3,7 7,7 0,22 0,24 19,5 4,3 4,6 4,15 2 11 2
Tencent A1138D / KYG875721634 48,08 –2,5 –25,8 74,99 / 47,88 63,22 2,5 10,3 3,81 4,18 11,5 1,4 1,6 77,35 35 2 1
Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 9,06 5,3 –21,1 14,25 / 8,26 11,08 4,2 10,8 0,34 0,63 14,4 2,2 4,5 12,37 6 1 0
Toyota 853510 / JP3633400001 16,38 0,8 –9,4 21,35 / 14,21 17,67 0,9 6,6 1,83 — 2,01 — 8,1 — 3,4 3,9 20,66 9 5 0
Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 5,42 2,3 –16,8 10,39 / 3,67 6,36 0,6 5,1 –1,21 –0,13 — 0,0 0,0 5,51 3 7 4
Umicore A2H5A3 / BE0974320526 26,00 8,1 44,7 26,60 / 9,28 17,15 2,5 11,1 1,59 1,67 15,5 2,0 2,1 22,92 7 5 1
Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 25,48 –3,9 9,4 27,12 / 12,55 21,21 5,5 10,3 1,14 1,44 17,6 0,8 1,1 25,30 11 9 1
Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 1,27 –1,1 12,8 1,41 / 0,85 1,15 0,7 2,9 0,09 0,12 10,6 3,8 3,9 1,23 3 6 2
Volvo B 855689 / SE0000115446 29,62 3,5 9,1 33,38 / 22,46 27,57 3,3 11,1 1,99 2,30 12,9 4,9 5,7 31,43 8 9 1
Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 111,20 –1,2 7,9 144,85 / 73,76 103,88 5,4 18,7 4,68 5,11 21,7 0,6 0,7 160,86 11 0 0
Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 18,90 –3,1 43,4 21,61 / 12,20 15,70 1,1 5,2 1,66 1,66 11,4 7,1 7,0 20,80 0 6 2
Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 3,89 3,2 3,7 5,09 / 1,92 3,76 3,3 7,5 0,35 0,41 9,5 3,4 3,4 5,67 12 0 0
FOCUS MONEY 23/2026
101
moneyanalyse ETFs
BNP PARIBAS EASY MSCI WORLD EX USA ETF
Klumpenrisiken vermeiden
Sie haben ein zu großes US-Aktienpaket in Ihrem Anlagedepot aufgebaut und
fürchten sich vor einem teuren Klumpenrisiko? Verständlich. Mit einer Beimischung
des BNP Paribas Easy MSCI World ex USA ETF können Sie der Konzentration
entgegenwirken. Der neu aufgelegte ETF von BNP Paribas ermöglicht
ein breit diversifiziertes Investment in entwickelte Aktienmärkte weltweit unter
Ausschluss von US-Titeln. Den ETF gibt es als Euro- und als Dollar-Tranche.
MSCI World ex USA
Kursindex in Punkten
200-Tage-Linie
2023 2024 2025 2026
3000
2600
2200
1800
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN Euro/Dollar-Tranche LU3256186639 / LU3215527659 Anbieter BNP Paribas Referenz-Index MSCI World ex USA Index Ertragsverwendung thesaurierend Kosten p.a. 0,07 %
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
LÄNDER
iShares Core DAX 593393 0,16 T 208,45 4,9 15,9 9,8
Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 235,90 4,9 16,0 9,8
Deka DAX ETFL06 0,15 A 94,49 4,9 15,9 9,7
iShares TecDAX 593397 0,51 T 35,55 5,3 7,3 2,9
Amundi TecDAX ETF ETF908 0,42 A 29,08 5,8 7,5 3,1
Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 154,14 6,6 6,0 –0,4
Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 54,04 6,8 6,0 –0,5
Xtrackers ATX DBX0KJ 0,25 T 127,82 42,7 30,5 16,6
Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,30 A 155,88 15,7 9,5 9,0
Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 122,75 26,5 19,5 14,8
iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 696,06 26,5 19,5 14,8
Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 628,40 37,4 24,8 18,3
Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,03 T 190,47 26,1 19,6 14,4
Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,30 T 369,00 38,7 15,8 7,3
UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 43,89 29,4 19,1 15,5
UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 246,30 21,9 16,5 12,1
Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 53,33 20,3 15,6 12,3
iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 249,20 20,5 15,5 12,4
Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 85,12 8,3 7,2 8,3
Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 143,62 4,8 7,1 8,1
Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,09 A 36,66 53,9 20,6 12,1
iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 68,73 29,0 16,1 10,1
Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,10 A 43,93 29,2 16,2 10,3
Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,45 A 210,75 27,5 15,6 9,9
Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 16,00 3,8 7,7 –4,2
Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 18,78 39,7 12,1 2,9
iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 5,45 35,0 8,4 0,1
Amundi MSCI India II LYX0BA 0,83 T 24,83 –15,0 2,6 4,8
REGIONEN
Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 134,88 24,8 18,1 13,1
Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,19 A 158,38 26,6 18,2 12,4
SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 276,70 27,0 18,3 12,5
iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 8,87 30,0 15,3 8,3
UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 172,68 16,7 14,5 10,5
Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 158,88 16,1 15,2 11,7
iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 62,43 16,3 15,3 11,9
iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 63,51 17,6 14,2 10,3
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,09 A 67,43 18,4 16,0 11,0
Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 447,35 19,9 13,6 6,8
Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 116,46 17,4 14,0 10,6
iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 39,33 17,2 14,0 10,6
Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,30 T 74,09 14,9 12,8 4,8
iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 10,72 16,7 14,0 10,1
iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 75,20 5,6 7,0 5,7
Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 58,27 51,5 22,0 8,9
Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 81,13 46,4 20,2 8,5
iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 — T 47,86 44,6 19,8 8,9
iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 9,66 37,6 14,7 5,8
Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 20,86 38,5 12,8 11,9
THEMEN
iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 17,91 42,9 18,8 12,1
iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 111,44 35,2 23,5 17,2
iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 11,23 78,6 5,6 2,0
iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,25 –2,5 11,3 1,5
VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 85,27 70,5 39,8 19,6
Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 48,67 10,7 3,2 5,5
iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 7,55 17,8 2,9 –1,4
Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 1155,20 46,1 28,0 21,4
iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 43,16 48,0 30,2 24,7
Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,59 A 47,09 80,1 10,4 4,1
VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 50,30 –12,8 16,5 7,6
Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,59 A 67,43 0,3 8,5 6,2
BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 22,34 20,8 11,3 9,9
BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 289,50 9,5 8,0 6,9
VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 55,28 17,9 40,8 —
STRATEGIEN
iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 38,39 31,2 19,3 11,1
SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 71,43 12,4 7,8 7,2
SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 29,42 9,9 14,5 8,8
Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 43,00 0,7 7,1 6,6
iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 100,46 30,1 25,3 14,3
iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 67,93 58,0 26,1 17,1
VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 53,09 7,1 5,5 4,3
Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,54 T 154,18 –0,1 8,5 —
Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 353,90 18,7 11,9 6,0
102 FOCUS MONEY 23/2026
Zertifikate
INDEXZERTIFIKAT AUF DEN NASDAQ-100-INDEX
Weiterer Anstieg möglich
Die amerikanische Tech-Landschaft blüht und gedeiht. Die bedeutendsten Unternehmen
dieser Branchen sind im Nasdaq-100-Index vertreten. Dieser legte in den vergangenen
zwölf Monaten um 35 Prozent zu und scheint weiterhin zulegen zu wollen.
Anleger, die auf einen Anstieg des Börsenbarometers setzen, könnten ein Indexzertifikat
auf den Nasdaq 100 erwerben. Das Papier ist nicht währungsgesichert. Anleger
sollten auf das Emittentenrisiko sowie auf einen Stoppkurs achten.
Nasdaq-100
Kursindex in Tsd. Punkten
200-Tage-Linie
2021 22 23 24 25 2026
8000
700
60
0
Quelle: Factset UK Limited 2026
ISIN DE0006985153 Emittent DZ Bank Laufzeit endlos Kurs aktuell 251,98 € 1-Jahres-Performance 35,28 % Stoppkurs 220.00 €
Stand: 21.05.2026
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
THEMENZERTIFIKATE
3D Printing (UBS) UBS13D 123,03 24,0 38,8 43,6 Open End
5G Technology (VON) VA9H37 273,67 26,4 37,8 57,4 Open End
Aqua Index (VON) VF55L2 193,53 –5,7 –1,0 4,4 Open End
Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 430,44 5,8 –0,1 6,6 Open End
Battery Energy Storage (VON) VL53BE 204,98 9,3 33,4 121,4 Open End
Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 27,28 –2,1 20,9 28,6 Open End
Belt and Road (VON) VF5Y6S 159,65 13,5 21,4 53,5 Open End
Best Age (HVB) HV3AGE 28,97 –5,6 –4,9 6,3 Open End
Bitcoin (VON) VQ63TC 534,50 16,8 –17,6 –33,7 Open End
Blockchain Technology (VON) VL9NBT 266,86 11,9 6,7 24,6 Open End
BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 20,30 –13,9 –25,4 –13,2 Open End
China Dragons 7 (SOG) SY59KE 13,37 –6,0 –11,4 –12,7 Open End
China Internet (VON) VP6CJ5 76,19 –7,4 –17,3 –9,2 Open End
Circular World (VON) VE85VQ 170,93 –2,0 0,6 11,1 Open End
Cyber Security (VON) VS5ZCS 521,67 47,8 16,3 7,7 Open End
Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 26,21 –10,6 7,2 13,1 Open End
Digital Marketplaces (VON) VN19ER 254,47 3,0 –11,5 –16,4 Open End
EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 42,99 0,0 –10,1 –0,5 Open End
Erix (SOG) SG1ERX 201,60 21,6 43,7 94,0 Open End
ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 88,67 –8,0 –3,5 –2,0 Open End
Ethereum (DZ) DW541J 12,90 1,9 –33,1 — Open End
Gene Therapy (VON) VA3BPR 98,51 –4,8 –3,7 14,7 Open End
German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 62,35 48,9 76,5 62,1 Open End
Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 175,63 –2,4 2,6 6,9 Open End
Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 285,21 20,4 43,0 82,4 Open End
Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 423,54 3,9 31,9 77,4 Open End
Green Invest (ERG) EB013Z 18,43 3,1 6,6 9,4 Open End
Home Office Technology (VON) VP796R 195,36 28,5 18,1 28,6 Open End
Impact for Good (VON) VA9QNW 147,17 –1,8 –5,2 –1,9 Open End
Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 448,65 11,5 36,4 58,9 Open End
Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 329,98 25,4 20,1 38,2 Open End
Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 252,74 –12,6 –10,3 3,5 Open End
NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 641,47 4,6 1,0 30,5 Open End
Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 390,50 –7,8 34,0 65,4 Open End
SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 16,32 14,3 36,6 58,4 Open End
Smart Farming (VON) VA8HXD 123,46 –7,9 –0,4 –3,8 Open End
Smart Grid (VON) VT0DSG 662,67 20,2 43,8 81,3 Open End
Smart Mobility (SOG) SH9YES 81,20 10,6 18,1 — Open End
Social Media Titans (VON) VZ6ASM 281,96 –3,9 –15,5 6,0 Open End
Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 44,73 5,3 17,7 21,8 Open End
Uranium Mining (SOG) SH02Q8 13,92 –25,1 9,7 36,9 Open End
STRATEGIEZERTIFIKATE
CROCI Euro (DB) DB091Z 403,23 –3,5 3,8 6,1 Open End
CROCI Germany (DB) DB0WKS 384,06 –0,8 10,7 13,6 Open End
DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 73,10 3,3 12,4 6,9 Open End
DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 175,22 –7,8 4,1 1,5 Open End
DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 83,14 –10,4 –0,2 –7,6 Open End
DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 136,53 0,4 6,5 6,2 Open End
Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 129,19 –2,6 10,1 8,1 Open End
Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 276,44 –1,4 16,5 38,7 Open End
Europ. Buyback (SG) A12V1Y 30,80 3,5 4,1 15,1 Open End
Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 159,21 –0,4 9,2 5,9 Open End
European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 2177,16 2,5 13,4 12,6 Open End
Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 299,37 0,9 0,0 15,3 Open End
Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 552,63 5,9 17,9 21,5 Open End
Krypto Portfolio Basket (VON) VE5CRY 383,09 –5,8 –26,2 –26,5 Open End
Swiss Research Basket (VON) VL4JU8 252,24 –3,3 3,7 1,8 Open End
Value Investoren (UBS) UBS1SV 493,86 0,8 4,6 16,9 Open End
REGIONENZERTIFIKATE
Baix (HVB) HVB4BY 157,03 6,4 17,4 16,5 Open End
CECExt (RBI) RCB3R3 23,82 4,6 20,4 41,4 Open End
Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 157,16 4,4 13,5 16,2 Open End
ROHSTOFFZERTIFIKATE
Bloomberg Const.M.Com. (UBS) UW5P67 161,67 15,6 28,3 — Open End
Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 137,16 5,2 23,7 35,2 Open End
Brent Oil (SOG) CU0L1S 120,37 39,6 51,8 51,8 Open End
CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 82,98 6,2 –7,8 2,9 Open End
Gold Quanto (DB) DB0SEX 374,17 –16,5 7,7 36,8 Open End
Kupfer-Future (SOG) SH755F 11,47 7,1 22,3 — Open End
Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 71,15 67,5 86,6 89,4 Open End
Silber Quanto (HVB) HV2XAG 64,85 –17,3 50,1 171,7 Open End
EMITTENTEN: BNP BNP Paribas
DB Deutsche Bank
DZ Bank
ERG Erste Group
GS Goldman Sachs
HVB HypoVereinsbank
LEO Leonteq
MS Morgan Stanley
RBI Raiffeisen Bank International
SOG Société Générale
UBS UBS
VON Vontobel
FOCUS MONEY 23/2026
103
moneyanalyse Top-Fonds
Die besten Aktienfonds
Der JPM Genetic Therapies setzt auf medizinische Durchbrüche, der DNB Disruptive Opportunities investiert in den technologischen
Wandel rund um KI, und der Polar Capital Global Technology fokussiert sich auf Tech-Leader aus Software, Halbleitern und Cloud
Wenn Gene Geld bewegen
Der JPM Thematics – Genetic Therapies A acc investiert in Unternehmen aus der Gentherapie- und Biotech-Branche. Der
Fonds ist gut gelaufen und profitiert dabei vor allem vom starken Zukunftstrend der Biotechnologie: Fortschritte bei Gen- und
Zelltherapien, steigende Nachfrage wegen Krankheiten und eine hohe Zahl an Forschungsdurchbrüchen.
TOPS
FLOPS
Aktien Gesundheit ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
JPM Them. Genetic Therapies A acc $ LU2050612402 33,8
Franklin Genomic Advanc. A acc $ LU2387456838 27,5
Janus Global Life Sciences A2 $ IE0009355771 26,3
Pictet Longevity P € LU0255978776 – 22,3
MIV Global MedTech P2 € LU0329630130 – 21,1
Bellevue Medtech & Services B € LU0415391431 – 20,7
JPM Them. Genetic Therapies A
Kursentwicklung über
1 Jahr in Euro
26.5.2025 1.1.2026
26.5.
100
90
80
70
Die Zukunft im Depot
Der DNB Disruptive Opportunities A setzt auf weltweite Unternehmen, die den technologischen Wandel nicht nur begleiten,
sondern aktiv vorantreiben – von Künstlicher Intelligenz über Digitalisierung bis hin zu neuen Plattform-Ökosystemen. Zu den
größten Positionen zählen dabei globale Tech-Schwergewichte wie Alphabet, Tesla und Nvidia.
TOPS
Aktien Welt ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
DNB Disruptive Opportunities A € LU2061961145 66,9
BIT Global Leaders R - I DE000A2QDRW2 64,0
High Conviction Fund R DE000A2PE1A8 63,0
DNB Disruptive Opportunities A
Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro
280
240
FLOPS
Morgan St. Global Brands A $ LU0119620416 – 17,5
Global Quality Top 15 € R DE000A2PF086 – 17,4
GuardCap Global Equity S € Acc IE00BYQ67K80 – 14,5
200
160
26.5.2025 1.1.2026
26.5.
Halbleiter und KI beflügeln den Fonds
Der Polar Global Technology Fund zählt in den vergangenen zwölf Monaten zu den stärkeren Technologiefonds. Rückenwind
kam vor allem vom Boom rund um Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Halbleiterwerte. Vor allem große US-Techkonzerne
profitierten von hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
TOPS
FLOPS
Aktien Tech ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
Polar Glo Technology € IE00B18TKG14 123,3
CT (L) Gl Technology AU $ acc LU0444971666 89,7
BGF Next Generation Technology A2 $ LU1861215975 85,0
AXA WF Digital Economy A Cap $ LU1694771590 – 11,1
Amundi Internetaktien DE0009785303 4,3
TEQ Small & Mid Cap Technologies R DE000DNA10M6 9,2
Polar Global Technology
Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro
260
220
180
140
100
26.5.2025 1.1.2026
26.5.
Daten: FVBS professional; Charts Factset UK Limited 2026
104 FOCUS MONEY 23/2026
Kryptowährungen / Kalender
Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden
Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten wichtige Entwicklungen auf
dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Christopher Bendiksen, Bitcoin Research Leade bei Coinshares
Keine Angst vor Quantencomputern
Der Tech-Investor Frank Thelen zeichnet derzeit das Bild eines plötzlichen
Bitcoin-Zusammenbruchs, ausgelöst durch Quantencomputer. Drei
Gründe lassen jedoch einen anderen Schluss zu. Erstens sind die meisten
Bitcoin-Adressen so konstruiert, dass der öffentliche Schlüssel nicht sichtbar
ist. Selbst wenn Quantencomputer eines Tages einzelne Schlüssel lesen
könnten, müssten sie dies innerhalb des winzigen Zeitfensters von
rund zehn Minuten schaffen, in dem eine Transaktion im Netzwerk aussteht.
Das erscheint auf lange Sicht eher unrealistisch.
Zweitens ist nur ein kleiner Teil des Bitcoin-Angebots tatsächlich gefährdet
(vor allem alte Pay-to-Public-Key-Adressen). Dies betrifft aber lediglich
etwa acht Prozent aller Coins, von denen wiederum nur ein kleiner Teil groß
genug wäre, um den Markt kurzfristig zu beeinflussen. Selbst unter extrem
optimistischen Annahmen über den Quantenfortschritt würde ein Angreifer
für die Bearbeitung des Rests viele Jahrzehnte benötigen. Drittens ist Bitcoin
anpassungsfähig. Über einen „Soft Fork“ könnten quantenresistente
Signaturen und neue Adresstypen eingeführt werden, in die die Nutzer ihre
Bestände nach und nach migrieren könnten. Bitcoin ist daher kein Opfer der
Quantentechnologie, sondern ein System, das einer langfristigen technischen
Herausforderung gegenübersteht, die jedoch lösbar sein dürfte.
Geringes Gefährdungspotenzial
Durch Quantencomputer bedrohte Bitcoin
Anteile in Prozent des Angebots
kurzfristig
marktrelevant
Top-5 Kryptowährungen
1)
1
Marktkapital.
in Mrd. Euro
7
92
langfristig
gefährdet
nicht
unmittelbar bedroht
Wertentwicklung 2)
1 Monat 3 Monate 1 Jahr
1 Bitcoin 1328 –1,9% 17,8 % –30,2%
2 Ethereum 219 –10,1% 10,8 % –18,6%
3 XRP 72 –6,3% 10,0 % –42,8%
4 Solana 42 –2,7% 2,9 % –52,6%
5 Tron 31 15,2 % 30,2 % 36,9 %
Stand: 26.05.26; 1) ohne Stable-, Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis
Quelle: Coinshares
Quelle: Coinshares
Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche
1.06.2026 USA 2.06.2026 EUROZONE
Stimmung bei den Firmen
Den Einkaufsmanagern in Unternehmen
kommt eine besondere Rolle zu, wenn es darum
geht, die Stimmungslage in der Volkswirtschaft
einzuschätzen. Sie entscheiden über
Bestellungen und Lagerhaltung – entsprechend
ihrer positiven oder negativen Einschätzung
der Auftragslage.
Heute werden gleich mehrere entsprechende
Indikatoren des Institute for Supply Management
(ISM) veröffentlicht. Dazu gehören der
ISM-Index zur Produktion zu bezahlten Preisen
und das ISM-Barometer zur Beschäftigung im
verarbeitenden Gewerbe. Darüber hinaus werden
der für zukünftige Geschäfte sehr wichtige
Indikator für die Auftragseingänge im verarbeitenden
Gewerbe sowie der Stimmungsindex
der Einkaufsmanager vorgestellt.
Daten zur Inflation
Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet
sich derzeit in einer schwierigen Lage. Die Inflation
zog im April nach 2,6 Prozent im Vormonat
auf 3,0 Prozent an. Beides liegt klar
über dem Zielwert von 2,0 Prozent. Das würde
Zinserhöhungen nahelegen. Gleichzeitig
lahmt die Wirtschaft im Euroraum, was eher für
eine Lockerung spricht.
An diesem Tag werden mehrere Daten zur
Preisentwicklung, die maßgeblich von den hohen
Energiepreisen geprägt ist, publiziert. So
wird der harmonisierte Verbraucherpreisindex
im Jahres- und im Monatsvergleich bekannt gegeben.
Zudem veröffentlicht die Statistikbehörde
Eurostat für die gleichen Zeiträume die Kerninflationsrate,
bei der die volatilen Nahrungs- und
Energiepreise herausgerechnet werden.
Teurer Einkauf:
Die Euro-Inflationsrate
liegt derzeit deutlich über
dem Ziel der EZB
Was noch passiert: +++ Zur jährlichen Hauptversammlung laden Basler, DWS, Friedrich Vorwerk und
Humana +++ Dividenden gibt es bei Technotrans, Tyson Foods sowie der Cewe Stiftung +++ Ergebnisse für
das erste Jahresviertel werden von Dollar General, Broadcom und 7C Solarparken veröffentlicht +++
FOCUS MONEY 23/2026
Fotos: Adobe Stock 105
moneyinside
ANDREAS KÖRNER,
Chefstratege Nebenwerte
Börsenbrief und Ex-
Wertpapierhändler
D
z
b
T
ANDIS BÖRSEN-BAROMETER
„Vergessene Lektionen“ für Anleger
Auch wenn man schon länger am Kapitalmarkt
unterwegs ist, lohnt es, sich
von Zeit zu Zeit die grundsätzlichen Renditefaktoren
von Investments zu vergegenwärtigen.
Viele fundamentale Regeln
oder Zusammenhänge sind einem zwar
schon oft begegnet und eigentlich präsent,
aber die Details oder Veränderungen
im Zeitablauf gehen oft unter.
Ein gutes Beispiel ist die bekannte
Empfehlung „Sell in May and go away“,
also zum Start des Wonnemonats alle Aktien
zu verkaufen. Wie wir in der FOCUS-
MONEY-Ausgabe vom 30. April geschrieben
hatten, wurde die Regel schon Ende
des 18. Jahrhunderts populär, als im Mai
die Sommerpause des englischen Hochadels
begann. Die Aristokraten verkauften
ihre Wertpapiere und fuhren auf ihre
Landsitze. Nach ihrer Rückkehr kauften
sie wieder, die Kurse stiegen. Dieser Effekt
hat sich immer weiter abgeschwächt
und der Ausstieg im Mai hätte in der
zurückliegenden Dekade sogar Rendite
gekostet.
Die schottische Fondsgesellschaft
Aberdeen hat nun eine Zusammenstellung
von fünf „vergessenen Lektionen“
vorgelegt. Auch dort wird dargelegt,
dass das strikte Handeln nach Saisonmustern
Erträge kostet, weil man dadurch
oft besonders starke Börsentage
verpasst. Vergessene Lektion Nummer
eins: „Langfristig investiert zu bleiben,
war in der Regel wichtiger, als auf Gewissheit
zu warten.“
Lektion zwei: Anleger würdenzwar wissen,
dass Zinsen und Dividenden ein
zentraler Bestandteil der Gesamtrendite
sind, dies in der Praxis aber zu wenig umsetzen.
Den meisten sei zwar klar, dass
sie ihre Risiken streuen müssen. Aber
wenn gerade Aktiengruppen wie derzeit
Quantencomputer- oder Chipaktien
haussieren, würde das oft übergangen:
„Diversifizierung ist am wichtigsten, wenn
ein Teil des Marktes als unaufhaltsam erscheint“,
so die Experten.
Oft käme es auch vor, dass Investoren
veränderte Marktreaktionen aufgrund
von Inflation ignorieren. So seien im
Hochinflationsjahr 2022 gleichzeitig Aktien
und Anleihen gefallen. Die letzte vergessene
Lektion: Sichere Häfen verhalten
sich nicht immer gleich. „Defensiv“
bedeutet nicht „risikofrei“. Es braucht
eine Mischung defensiver Anlagen, nicht
nur eine einzige Absicherung.
DAS GELD-GESPRÄCH
„Im Alltag wie an der Börse
gilt: Impulskäufe vermeiden“
von JOHANNES BAUER
Geld ist für Sie…
Gebundene Lebensenergie – weshalb
Geld immer emotional aufgeladen ist.
Umso mehr müssen wir uns zu rationalen
Entscheidung zwingen.
CHRISTIAN RÖHL,
Chefökonom beim
Neobroker Scalable,
Finfluencer, Podcaster
bleiben und dadurch bleibenden Wert
haben.
Was kann man mit Geld nicht kaufen?
Familienglück und Freundschaft – weshalb
man beides innig pflegen sollte.
Was ist für Sie Geiz?
Im Restaurant Appetit auf Steak und
Wein haben, aber nur Salat und Wasser
bestellen – da kann man gleich zuhause
bleiben.
Was war Ihr letzter Fehlkauf?
Ein grünes Patchwork-Sakko, bei dem
ich noch immer noch weiß: Zu was soll
ich das anziehen?
Und was Ihr bestes Investment?
Reisen, Restaurants, Konzerte,
Stadionbesuche: Erlebnisse und
Erinnerungen, die ewig im Kopf
Wir schenken Ihnen 1000 Euro, was
kaufen Sie sich davon?
Für 130 Euro den Lego-WM-Pokal – und
für den Rest einen MSCI AC World ETF.
Welchen Spartipp sollte jeder kennen?
Nicht mit leerem Magen einkaufen. Will
heißen: Impulskäufe vermeiden. Im
Alltag genauso wie an der Börse.
106 FOCUS MONEY 23/2026
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