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FOMO 23_26

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moneyeditorial

EDITORIAL

Können wir Musk?

der größte Börsengang aller Zeiten steht bevor. 75 Milliarden Dollar soll die

Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Schmiede SpaceX einsammeln und damit aus

dem Stand eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar erreichen. Das ist

so viel wie die 16 wertvollsten Dax-Konzerne zusammen.

Man kann von Gründer und CEO Elon Musk halten, was man will: Seine

unternehmerische Bilanz aber ringt Bewunderung ab. Bereits seine erste

Gründung, die Internetfirma Global Link/Zip2, wurde für 307 Millionen Dollar

an Compaq verkauft. Danach kamen Paypal, SpaceX und Tesla. Nebenher

schuf Musk noch Neuralink, das an Gehirn-Computer-Schnittstellen

forscht, die Tunnelfirma The Boring Company, das KI-Start-up xAI und diverse

kleinere Nebenprojekte. Der Mann ist übrigens gerade mal 54.

Nun ist es wahrhaftig schwer, sich mit Elon Musk zu vergleichen. Aber man

muss es zugeben: Gründer oder Gründerinnen von diesem Format haben wir

in Deutschland nicht. Nicht mal annähernd. Dass uns das Unternehmer-Gen

nicht unbedingt in die Wiege gelegt wird, ist das eine. Dass es hierzulande –

und zwar seit Jahrzehnten – an Risikokapital mangelt und der bürokratische

Aufwand motivierte Menschen ausbremst, ist das andere.

Doch es gibt Lichtblicke. Die öffentlich-rechtliche Förderbank KfW meldet

einen vergleichsweise üppigen Anstieg der Gründerinnen und Gründer:

690 000 wagten im vergangenen Jahr den Sprung, 105 000 mehr als 2024.

KI helfe dabei, so die Datensammler der KfW, zum Beispiel bei einfachen Programmierarbeiten,

für die kein teurer IT-Dienstleister mehr angeheuert werden

muss. Interessanterweise ist es wohl auch die schlechte Konjunktur, die

mehr Bürger zum Gründen anstiftet. Wer weniger Aussicht auf eine feste Stelle

hat, ist eher bereit, die Risiken des Unternehmertums einzugehen.

Besonders erfreulich: Schon das zweite Jahr in Folge waren 40 Prozent der

Gründer unter 30. Trotzdem mahnt die KfW, dass bürokratische Hürden aus

dem Weg geräumt gehören. Sie belasten nicht nur das Zeitbudget derer, die

den Schritt gewagt haben, sondern sind auch ein wesentlicher Faktor für den

Abbruch vieler Gründerambitionen. Die Ludwig-Maximilians-Universität in

München macht vor, wie es besser geht: Den Transfer von geistigem Eigentum

bei einer Ausgründung will man jetzt in drei statt den an Deutschlands

Unis üblichen 18 Monaten schaffen. Das geht! Was schaffen wir noch, wenn

wir wirklich wollen? Schreiben Sie uns: leserservice@focus-money.de.

Herzlich Ihre

JULIA GROSS

Mitglied der Chefredaktion

FOCUS MONEY

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www.focus-abo.de/money-editorial

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: FOCUS-Magazin

3


moneyinhalt

moneykompakt

6 Frühjahrsgutachten 2026: Wo

der Sachverständigenrat ein

Risiko für die Konjunktur sieht

7 Das kaufe ich jetzt: US-Waldaktie

Rayonier mit guten Chancen

7 Hit & Shit: Ionq und Arbeitsplätze

in der deutschen Industrie

7 Chart der Woche: USA und

Brasilien dominieren bei den

Lebensmittelexporten

8 Zins-Radar: Was Geld kostet

8 Dividenden: Rekordausschüttungen

zu Jahresbeginn

9 Dirks Markt-Monitor: Über

schwindendes Verbrauchervertrauen

und den Börsenboom

9 Delivery Hero: Übernahmekampf

geht in die heiße Phase

10 Eigentumswohnungen: Wo die

Immobilien bis 2035 teuer werden

10 KI-Börsenrally: Das Momentum

treibt an, aber wie lange noch?

11 Ferrari: Wie der neue Elektro-Bolide

auf die Aktie wirkt

11 Schulden in der EU: Welche

Gegenmaßnahmen nötig wären

11 Dax: Wie es nach dem Sprung

über 25 000 Punkte weiter geht

106 Andis Börsenbarometer: Wie

sich fundamentale Börsenregeln

im Zeitablauf verändern können

12

Tech-Perlen

Vom SpaceX-Börsengang

bis zur Robotertechnik –

FOCUS MONEY durchsuchte

die Börsen nach den

besten Tech-Aktien der

nächsten Generation

106 Das Geld-Gespräch: Mit Christian

Röhl, Chefvolkswirt bei Scalable

Capital und Podcaster

moneytitel

29. MAI 2026 www.focusplus.de

12 Das neue Tech-Zeitalter: Die

besten Aktien von Robotik über KI

bis Raketentechnik

14 SpaceX: Wie FOCUS MONEY den

Börsengang bewertet und wie

Anleger vorab einsteigen können

44

Wachstum pur

Siemens Energy profitiert

vom Ausbau der

Stromnetze sowie von

starken Auftragseingängen

bei Gas- und Dampfturbinen

und den entsprechenden

Serviceleistungen.

Was das für die Aktie des

Siemens-Spin-Offs heißt

18 Unbekannte Techaktien: Vier

kleinere Werte mit Potenzial

22 Robotik: Mit welchen Aktien

Anleger jetzt richtig liegen

26 Wasser: Die heimlichen Profiteure

der KI-Wasseraktien

30 Interview: Sven Anders, J. P.

Morgan, über Korrekturgefahren

und Momentum-Aktien

moneymarkets

34 Europa: Welche Aktien aus der

Alten Welt ein Investment wert

sind

38 Chartsignal: Niederländische

Fugro mit Umkehrformation

38 Wette der Woche: Kühlsystemspezialist

Technotrans

40 Exotische Anleihen: Höhere

Wachstumsraten sprechen für

Schwellenländer-Bonds

44 Siemens Energy: Was tun mit

dem Überflieger?

46 Economist: Der größte Börsengang

Indiens steht an

4 Titelillustration: FOCUS MONEY/KI, Adobe Stock/KIComposing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 23/2026


34

Günstige Europäer

Es gibt sie: FOCUS MONEY zeigt,

welche europäischen Perlen noch

große Kurschancen besitzen

50 Interview: Sarah de Lagarde,

Janus Henderson Investors, über

das Gesundheitssystem und

Chancen mit Medtech

51 Bionik: Wer die Profiteure im

Markt für künstliche Organe und

Prothesen sein werden

53 Female Finance Award: Diese

drei Finalistinnen in der Kategorie

Finfluencer stehen zur Wahl

54 Goldrausch: Die Minenbetreiber

verdienen so gut wie nie. Warum

ein Übernahmeboom folgen wird

56 Commerzbank: Hans-Peter

Burghof zeigt, warum Deutschland

die heimische Großbank braucht

58 Wasserstoff: Zwei Aktien, die

vom neuen Boom profitieren

62 Immobilien: Warum sie zur

Kostenfalle werden können

50

„Ich rede nicht davon,

Menschen durch KI zu

ersetzen.“

SARAH DE

LAGARDE,

BRIGHTER

FUTURES

STRATEGIST

BEI JANUS

HENDER-

SON

INVESTORS

66 Musterdepot: Wie die Börsenexperten

aktuell agieren

moneydigital

61 Trends: Statistiken, Watchlisten

und Anlegertrends aus dem Netz

dswanlegerschutz

68 Anlegerbarometer: Warum die

Bundesregierung bei der Erhebung

keine guten Noten bekommt

moneyservice

70 Wertpapiersparpläne: Der große

FOCUS MONEY-Test zeigt, welche

Anbieter die besten Offerten in

ihrer Angebotspalette haben

76 Wohngebäudeversicherung:

Fairness, Service, Absicherung –

welche Anbieter im Test am

besten punkten

82 Cyberversicherungen: Welche

Anbieter aus Kundensicht eine

gute Wahl sind

moneyanalyse

86 Marktüberblick

88 Deutsche Aktien

96 Internationale Aktien

102 ETFs

103 Zertifikate

104 Fonds

105 Kryptowährungen

moneyrubriken

3 Editorial

67 Leserbriefe – Impressum

105 Termine

Unternehmensregister

Aegon 37

Agnico-Eagle Mines 55

Alphabet 98

Arm Holdings97

Avio 66

Barrick Mining 55

BASF 95

Bayer91

Bloom Energy 59

BuySell Technologies 19, 21

Cewe 37

Cimc Enric 59

Commerzbank 56

Delivery Hero 9

Deutsche Lufthansa 88

Ecolab 28

Ferrari 11

Filtronic 19–20

Flowserve 29

Fresenius Medical Care94

Fugro38

Hochtief 93

Intuitive Surgical 25

IonQ 7

ITM Power 60

JP Morgan 30, 101

Kurita Water 29

LEM Holding 100

Medtronic 52

Newmont 55

Nvidia24

OMV 36

Ottobock 52

Prosus 36

Rayonier 7

Redcare Phamacy 96

Red Violet 19, 21

Reliance Industries46

Rockwell Automation 25

Samsung 99

Siemens Energy44

Softbank Group24

SpaceX14

Stryker Corp 52

Technotrans 38

Trane Technologies 28

TXT e-solutions 19–20

Uber Technologies 9

Unicredit35

Vertiv 28

Volkswagen 90

Wacker Chemie 92

Xylem 29

FOCUS MONEY 23/2026

Fotos: Adobe Stock (2), Janus Henderson Investors, Siemens Composing: FOCUS MONEY 5


moneykompakt

RUHESTÄNDLER: Bis 2040

könnte der Beitragssatz zur

Rente auf 21,8 Prozent steigen

gegenüber 18,6 Prozent im

laufenden Jahr

JAHRESGUTACHTEN

Alarmstufe

Rot

Die Wirtschaftsweisen warnen

vor drastisch steigenden

Sozialversicherungsbeiträgen

- mit dramatischen Folgen

Steiler Anstieg

Bei Sozialversicherungsbeiträgen

galten

jahrelang 40 Prozent

als Obergrenze. Nun

drohen ganz andere

Größenordnungen

Beitragssätze der

Sozialversicherungen

in Prozent*,

ab 2030 Prognose

*gesetzl. Rentenversicherung,

GKV, Pflege, Arbeitslosenvers.

39,9

2021

42,3

2026

45,4

2030

49,7

2040

Quelle: SVR

Arbeitnehmer und Unternehmen in Deutschland müssen sich angesichts

des demographischen Wandels und steigender Kosten für Gesundheit

und Pflege auf drastisch höhere Sozialversicherungsbeiträge einstellen.

Das geht aus dem aktuellen Frühjahrgutachten der

Wirtschaftsweisen hervor. Danach dürften die Beitragssätze zur Sozialversicherung

nach derzeit geltender Rechtslage bis 2040 auf fast 50 Prozent

anwachsen. Noch 2020 galt ein Wert von 40 Prozent als Obergrenze.

Doch angesichts der Kostenexplosion im Gesundheitswesen und

höherer Rentenbeitragsätze ist diese Marke längst Makulatur.

Für die Konjunktur ist die Entwicklung Gift. Nach Berechnungen der

Wirtschaftsweisen werde der erwartete Beitragsanstieg das BIP alleine

bis 2035 um „0,5 bis 0,9 Prozent senken“. Denn höhere Sozialversicherungsbeiträge

verteuern die Arbeitskosten der Unternehmen und verringern

damit die Investitionsbereitschaft. Gleichzeitig dämpfen höhere

Beiträge die Nettoeinkommen der privaten Haushalte. Dies belastet

den Konsum.

Um die Lage zu entschärfen, macht das fünfköpfige Gremium zahlreiche

Vorschläge. So würde etwa die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung

von Ehepartnern ohne Kinder die Einnahmen in der Gesetzlichen

Krankenversicherung (GKV) erhöhen sowie zusätzliche

Anreize zur Arbeitsaufnahme für den zweiten Ehepartner liefern. Außerdem

sollte sich die Vergütung von Krankenhäusern künftig „stärker

am tatsächlichen Kostenanstieg orientieren“. Auch bei neuen Medikamenten

sollten die Preise künftig „konsequenter am therapeutischen Zusatznutzen

ausgerichtet werden“, heißt es. Um die galoppierenden Kostensteigenerung

in der Pflegeversicherung zu dämpfen, fordern die

Wirtschaftsweisen „ein Bündel an Maßnahmen“. So müssten die Pflegeeinstufungen

begrenzt werden. Zudem bringen die Ökonomen einen

neuen Pflegvorsorgefonds mit Kapitaldeckung ins Spiel. UTZ

6 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


Rayonier: Waldaktie

mit Wendechance

Die Aktie des zweitgrößten Waldbesitzers

der USA notiert weit unter ihrem

Höchstkurs aus dem Jahr 2022

(siehe Chart). Dafür gibt es handfeste

Gründe: So hat Rayonier mehrere

kleinere Konkurrenten übernommen,

was relativ hohe Integrationskosten

verursachte. Zudem hat sich der Preis

für das in den USA wichtige Bauholz

– ebenfalls seit 2022 – mehr als halbiert.

Hinzu kamen größere wetterbedingte

Schäden am Baumbestand.

Jetzt bieten die Papiere für Anleger,

die etwas Geduld mitbringen, Chancen

auf die Kurswende. Sie sind zwar

mit einem 2026er-KGV von 70 teuer,

aber 2027 soll der Wert auf 35 sinken,

2028 dann auf 22. Die Dividendenrendite,

die für dieses und kommendes

Jahr erwartet wird, beträgt jeweils

attraktive 5,5 Prozent. Das Unternehmen

firmiert in der Rechtsform eines

US-REIT (Real Estate Investment

Trust). Unternehmensgewinne sind

daher in den USA steuerbegünstigt,

was in höheren Ausschüttungen resultiert.

Die Analysten jedenfalls sind

DAS

KAUFE

ICH JETZT

für die AG, die eine ethische Landbewirtschaftung

praktiziert, bei der mehr

Kohlenstoff gebunden als ausgestoßen

wird, optimistisch. Unter anderem,

weil die Fusionsbelastungen abebben

und der Holzpreis sich gerade

erholt. Im Schnitt erwarten sie auf

Zwölfmonatssicht ein Kurspotenzial

von 30 Prozent, der optimistischste

Experte sogar von 60 Prozent. Selbst

das niedrigste Potenzial lautet gut

zehn Prozent (ISIN: US7549071030).

Rayonier

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2022 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

Mehr Aktien-Tipps von

Andreas Körner gibt es auch

in seinem Börsenbrief. Den

finden Sie unter folgendem

QR-Code

ANDREAS KÖRNER,

CHEFSTRATEGE

NEBENWERTE

BÖRSENBRIEF UND

EX-WERTPAPIER-

HÄNDLER

40

35

30

25

20

15

IONQ

Technologischer Sprung

Dem Quanten-Computing-Pionier aus

den USA ist ein Durchbruch bei der Vernetzung

zweier unabhängiger Quantensysteme

gelungen. Der geplante Zusammenschluss

modularer Systeme soll es

ermöglichen, Rechenleistung künftig über

vernetzte Einheiten zu skalieren, ähnlich

wie in klassischen Rechenzentren.

Die Aktie gewann auf Wochensicht

mehr als ein Drittel hinzu. Fundamental

unterstützt wird die Rally des nach wie

vor defizitären Unternehmens durch

kräftige Umsatzsteigerungen von mehr

als 200 Prozent auf 130 Millionen Dollar

(111 Millionen Euro) im Jahr 2025. Dieses

Jahr sollen es bereits 235 Millionen (201

Millionen Euro) Dollar werden.

HIT

SHIT

In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation

CHART DER WOCHE

Amerika ernährt

die Welt

An den Exporten von Nahrungsmitteln

kann man deutlich die

wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse

in der Welt erkennen. Die

zehn größten Länder sind für fast

die Hälfte aller Exporte verantwortlich.

Im Zentrum sitzen dabei

amerikanische Länder: Die USA,

Brasilien, Kanada und Mexiko

exportieren bereits fast 30

Prozent aller Güter. China bleibt

weit dahinter, obwohl es der

größte Nahrungsmittelproduzent

ist, aber den Großteil davon im

eigenen Land verwendet.

Quelle: WTO

FOCUS MONEY 23/2026

USA 181,3

Brasilien 144,4

China 74,8

Kanada 66,3

Mexiko 49,9

Indonesien 49,7

Australien 45,8

Indien 45,5

Thailand 41,8

Frankreich 38,7

Niederlande 37,3

Argentinien 34,8

Malaysia 33,5

Türkei 31,4

Großbrit. 30,9

Italien 30,7

Russland 28,4

Neuseeland 28,3

Deutschland 28,2

Vietnam 26,9

Größte Nahrungsmittelexporteure

2024

in Milliarden US-Dollar

EY-STUDIE

Jobabbau trotz Wachstum

Der Umsatz deutscher Industriefirmen

ist im ersten Quartal 2026 um 1,7 Prozent

gewachsen. Das stellt das erste Plus

nach zehn Quartalen mit Rückgängen

dar. Dennoch sank die Anzahl der Arbeitsplätze

im verarbeitenden Gewerbe

im Vergleich zum Vorjahresquartal um

2,3 Prozent, also um 127 300 Stellen. Seit

2019 sind damit insgesamt 341 500 Industriearbeitsplätze

weggefallen, was

Experten auch auf die hohen Energiepreise

hierzulande zurückführen.

Die Ergebnisse stammen aus dem aktuellen

EY-Industriebarometer, das die

Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung

der deutschen Industrie sowie einzelner

Schlüsselbranchen analysiert.

7


moneykompakt

ZiNSRADAR

Ratenkredite

Kreditsumme 5.000 Euro

Zinssätze effektiv in % p.a.

Laufzeit in Monaten Zinsen

Anbieterauswahl 36 in Euro

PSD Bank West 5,63 434,56

BBBank 1 5,99 462,28

Deutsche Skatbank 1 6,16 475,24

Allgemeine Beamten Bank 1 6,19 477,76

SKG Bank 1 6,49 500,80

Bank of Scotland 1 6,64 512,32

DKB Deutsche Kreditbank 6,79 523,84

Targobank 1 6,95 536,44

Hypovereinsbank 1 7,46 575,68

ING 1 7,64 589,72

Norisbank 1 7,90 609,52

Ikano Bank 1 7,99 616,72

PSD Bank RheinNeckarSaar 1 8,61 664,60

Creditplus-Bank 1 9,25 713,92

Postbank 1 9,27 715,36

Deutsche Bank 1 9,41 726,16

Schlechtester Anbieter 1 13,84 1.067,80

1

bonitätsabhängig

Trend beim Ratenkredit: stagnierend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 21.05.2026

Annuitätendarlehen

350.000 Euro Kreditsumme Nominal Zins,

1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung

Laufzeit in Jahren

Anbieterauswahl 15 Rate *

PSD Bank West 3,99 1.601,25

Sparda-Bank BW 4,00 1.604,17

Sparda-Bank Hessen 4,07 1.624,58

HypoVereinsbank 4,07 1.624,58

DEVK 4,14 1.645,00

Sparda-Bank West 4,15 1.647,92

PSD Bank RheinNeckarSaar 4,24 1.674,17

ING 4,31 1.694,58

Allianz 4,33 1.700,42

Debeka Bausparkasse 4,35 1.706,25

Commerzbank 4,51 1.752,92

PSD Bank Nord 4,54 1.761,67

Sparda-Bank Nürnberg 4,64 1.790,83

Deutsche Bank 4,64 1.790,83

*

monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren

Trend beim Baugeld:

leicht steigend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 21.05.2026

DIVIDENDEN

GELDREGEN: Dieses Jahr werden voraussichtlich

Dividenden in Höhe von 2,2 Billionen Dollar gezahlt

2 Billionen Ausschüttungen

Im ersten Quartal 2026 erhielten Aktionäre weltweit Rekorddividenden.

Auch deutsche Firmen waren sehr spendabel

Der Trend zeigt

klar nach oben

Seit Jahren nehmen die

Dividendenzahlungen

weltweit zu. Für Anleger

ist es entscheidend,

dass Unternehmen diese

trotz Krisen langfristig

aufrechterhalten und

steigern können

Dividendenzahlungen weltweit

in Milliarden US-Dollar, 2026 erwartet

2017 18 19 20 21 22 23 24 25 2026

Quelle: Capital Group

Für Dividendenjäger hat das Jahr 2026

ausgesprochen gut begonnen. Denn allein

im ersten Quartal diesen Jahres wurden

weltweit Dividenden in Höhe 419

Milliarden Dollar ausgeschüttet. Das ist

ein neuer Rekordwert und bedeutet ein

Plus gegenüber dem Vorjahr von 8,2 Prozent.

Dazu beigetragen haben laut dem

aktuellen Dividendenradar von Capital

Group auch positive Wechselkurseffekte

und hohe einmalige Sonderzahlungen.

Dieser erscheint vierteljährlich und analysiert

die Dividenden, der weltweit 1600

größten Unternehmen.

„Der Beginn in das Jahr 2026 war ermutigend

– selbst angesichts zunehmender

geopolitischer Unsicherheit sowie anhaltendem

Kosten und Energiedruck“, sagt

Alexandra Haggard, Head of Asset Class

Services für Europa und Asien-Pazifik

beim Investmentmanager Capital Group.

Wachstumstreiber waren dabei Bergbauunternehmen,

die sich nach Jahren der

Kürzungen aufgrund schwacher Profitabilität

wieder großzügiger zeigen – allen

voran Goldminenbetreiber. Sie machten

ein Fünftel des globalen Anstiegs im ersten

Quartal aus. Die drei spendabelsten

Sektoren waren jedoch Pharmaunternehmen,

Banken und Energieversorger.

Einen ordentlichen Dividendenregen

gab es auch in Deutschland. So wurden

im ersten Quartal 2026 hierzulande satte

7,5 Milliarden Dollar ausgeschüttet, im

Vergleich zu „nur“ 6,0 Milliarden Dollar

im ersten Quartal 2025. Grund waren vor

allem die vielen wiederaufgenommenen

Zahlungen im Industriesektor.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Capital

Group an seiner Dividendenprognose von

2,20 Billionen Dollar fest – was ein Plus

von 5,1 Prozent gegenüber 2025 wäre.

„In den vergangenen zehn Jahren haben

sich die globalen Dividenden mehr als

verdoppelt, unterstützt durch steigende

Unternehmensgewinne und eine breiter

verankerte Dividendenkultur in verschiedenen

Märkten“, so Haggard. SR

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8 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


Die Schere öffnet sich

120

Verbraucherstimmung und Aktienmarkt in den USA

Stimmung sinkt

Consumer Sentiment-Index University of Michigan

Abkopplung

80

Stimmung steigt

40 Aktienmärkte sinken

S&P 500

0

Aktienmärkte steigen

1996 2000 2000 2010 2015 2020 2025

Ein K ohne

Folgen

Die Aktienmärkte feiern Allzeithochs,

während das Verbrauchervertrauen

am Boden liegt. Die Entkopplung

macht die Lage riskanter, denn

früher galt der Consumer Confidence

Index als Frühwarnsystem.

Im Februar dieses Jahres wurde im

„The Chronicle Journal“ ein Bericht

der Morningstar-Analystin Sarah

Hansen mit dem Titel „Why a ‚K-Shaped‘

Economy Means More Risk for

Stock Investors“ erwähnt. Dieser Bericht

behandelt in Kurzform eine große

Divergenz in der US-Wirtschaft.

Die steigenden Aktienkurse mehren

die Vermögen der Gutverdiener

(der steigende Arm des K‘s), hohe

Zinsen und Verschuldung belasten

EINKAUFSWAGEN: Verbrauchervertrauen

und Aktienmarkt gehen

getrennte Wege

DIRK

REICHMANN,

REDAKTEUR

FOCUS

MONEY

Indizes in Punkten

6000

4000

2000

DIRKS

KOMMENTAR

die Geringverdiener und die Mittelschicht

(der sinkende Arm des K’s).

Dass die wirtschaftliche Kluft in

den USA größer wird, zeigt der Vergleich

zwischen dem Verbrauchervertrauen

und dem S&P 500. Während

die Stimmung der Konsumenten

ein jahrzehntelanges Tief markiert

hat, erreicht der S&P 500 ein Allzeithoch

nach dem anderen (siehe Grafik

oben). Auch hier wird ein K sichtbar

und es zeigt, dass an Aktien kein

Weg vorbeiführt, will man seine

Kaufkraft bewahren.

Der Consumer Confidence Index

wird monatlich via Telefonumfrage ermittelt.

Liegt der Index über 100 Punkten,

herrscht unter den Befragten eine

optimistischere Stimmung als im historischen

Durchschnitt (Basisjahr

1966). Unter 100 ist die Stimmung pessimistisch

(aktuell 48 Punkte). Steigt

der Index, nimmt das Vertrauen zu, fällt

er, sinkt das Vertrauen.

Der Consumer Confidence Index

gilt als Frühindikator. Die hohe Korrelation

zwischen dem Consumer

Confidence Index und dem S&P 500

hat sich in den vergangenen Monaten

aufgelöst. Das zeigt die Sondersituation

der aktuellen Börse. Was

nicht heißt, dass der Aktienmarkt

dauerhaft recht hat.

0

Quelle: Factsset UK Limited 2026, eigene Bearbeitung

DELIVERY HERO

Deal auf der

Zielgeraden?

Übernahme-Poker um Delivery Hero: Der

Berliner Essenslieferdienst steht im Fokus

internationaler Tech-Giganten – und die

Börse spielt bereits das nächste Szenario

durch. Zunächst lag am Freitag eine Offerte

seitens Uber von 33 Euro je Aktie auf dem

Tisch. Doch die Investoren zeigen sich unbeeindruckt.

Die Aktie schoss zeitweise auf

über 37 Euro und notiert damit deutlich

über dem Angebot – ein klares Signal: Der

Markt erwartet nachgebesserte Konditionen.

Analysten von Barclays Plc sehen sogar

„vertretbare Bewertungen deutlich über

40 Euro“, etwa durch eine Zerschlagung

oder einen Bieterwettstreit. Die Chartdynamik

ist enorm: Innerhalb weniger Wochen

legte das Papier um fast 90 Prozent zu. Hintergrund

ist auch der aggressive Einstieg

von Uber, das inzwischen rund 20 Prozent

der Anteile hält und sich damit strategisch

in Stellung gebracht hat. Großaktionäre wie

Prosus NV und Aspex Management dürften

jedoch entscheidend für den weiteren Verlauf

sein. Gleichzeitig rücken weitere Interessenten

ins Blickfeld. So soll DoorDash Inc.

insbesondere an der Nahost-Sparte Talabat

interessiert sein – ein mögliches Signal für

alternative Dealstrukturen.

Doch der Weg zur Übernahme bleibt steinig.

Kartellrechtliche Hürden, vor allem in

der EU, könnten den Prozess erheblich verzögern

oder sogar verhindern. Zudem bietet

Ubers aktuelle Offerte keinen Aufschlag

auf den Kurs vor Bekanntwerden der Gespräche

– ein ungewöhnlicher Schritt in einem

hart umkämpften Markt. AK

Gewaltiger Anstieg

Delivery Hero

Aktienkurs in Euro

2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

40

35

30

25

20

15

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Adobe Stock 9


moneykompakt

ATTRAKTIVE LAGE: Junge Bevölkerung,

gutes Einkommen – das treibt die Preise

EIGENTUMSWOHNUNGEN

Wo Immobilien jetzt

richtig teuer werden

Inflationsbereinigt jährlich um 0,41 Prozent

werden im Schnitt bis 2035 die Kaufpreise

für Eigentumswohnungen im Bestand

über alle Landkreise und kreisfreien

Städte in Deutschland betrachtet steigen.

Diese Prognose gibt die Studie „Wohnatlas

2026“ des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts

(HWWI) im Auftrag der Postbank ab.

Den größten realen Preiszuwachs konstatiert

das HWWI für Schleswig-Holstein mit

einem Plus von 0,8 Prozent pro Jahr. Darauf

folgen Berlin und Bayern mit jeweils

knapp über 0,6 Prozent jährlich. Auf sinkende

Realpreise hingegen dürfen Kaufinteressenten

in Sachsen-Anhalt mit minus

0,5 Prozent hoffen. Die Liste der Städte und

Regionen mit dem größten Kaufpreisan-

Das Geld fließt in alles, was mit Künstlicher

Intelligenz (KI) Geld verdienen will

oder KI auch nur fehlerfrei schreiben

kann. Laut der Nachrichtenagentur

Bloomberg hat der Boom rund um Unternehmen

aus dem Bereich der Künstlichen

Intelligenz deren Momentum-

Aktien zu ihrer stärksten Outperformance-Phase

seit mehr als drei Jahrzehnten

verholfen. Wie sich das in diesem

Jahr auswirkt, zeigt der international

agierende MSCI-Momentumindex, der

den MSCI-Weltindex zuletzt mühelos

übertraf (siehe Grafik unten).

Das Momentum ist ein quantitativer

Anlagefaktor, der auf wissenschaftlichen

Beobachtungen basiert. Wenn Aktien in

den vergangenen sechs bis zwölf Monaten

überdurchschnittlich performt haben,

könnte sich diese Entwicklung fortsetzen.

Es geht also nur um die Perforstieg

führt laut HWWI-Daten die Sachsen-

Metropole Leipzig an. Auf den Plätzen zwei

bis vier rangieren die Landkreise Barnim,

Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald in

Brandenburg. „Die Preise für Eigentumswohnungen

steigen vor allem dort, wo Prognosen

auf ein starkes Wachstum und eine

Verjüngung der Bevölkerung sowie auf höhere

verfügbare Einkommen hinweisen“,

erklärt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement

Immobilien der Postbank.

Hinzu kämen moderate Quadratmeterpreise.

Bestes Beispiel dafür ist Leipzig:

Vorhersagen zufolge soll die Bevölkerung

der Großstadt im Freistaat bis 2035 um 5,6

Prozent wachsen. Auch wird die Zahl der

Personen im erwerbsfähigen Alter Jahr für

Jahr voraussichtlich um 0,5 Prozent zulegen.

Alles Faktoren, die Leipzig mit einem

jährlichen Plus von 1,9 Prozent bis 2035

zur Nummer eins der Regionen mit den am

stärksten steigenden Kaufpreisen für bestehende

Eigentumswohnungen machen

dürften. Dennoch ist Wohnraum in der

rührigen kreisfreien Stadt (noch) sehr

günstig: Mit durchschnittlich 3025 Euro

pro Quadratmeter rangierten die 2025 in

Leipzig aufgerufenen Preise weit unter denen

begehrter Großstädte hierzulande.

Neben Leipzig dürfte laut den HWWI-Experten

auch die Arbeiterstadt Ludwigshafen,

Hauptsitz des Chemie-Riesen BASF,

mit einem Preisanstieg von 1,21 Prozent

jährlich zulegen.

TS

KI RALLY

Dominierender Anlagestil

mance des Aktienkurses in diesem Zeitraum.

Allerdings sind auch andere

Zeitfenster bei der Aktienbewertung

denkbar. In diesem Jahr wurde das Momentum

zum dominierenden Anlagestil.

Dabei blenden die Anleger geopolitische

Spannungen und Wachstumssorgen

häufig aus – eine Sorglosigkeit, die

nicht ohne Risiko ist.

Im MSCI-Momentumindex sind Broadcom,

Nvidia, Micron, Alphabet A, Alphabet

C und ASML stark gewichtet. Das

Analyseunternehmen Morningstar hat jedoch

andere Werte auf dem Schirm: Auf

der Liste der Aktien mit der besten Performance

steht der Flash-Speicherhersteller

Sandisk, dessen Kurs im Jahr

2026 um 437 Prozent gestiegen ist. An

zweiter Stelle der Morningstar-Liste steht

das Unternehmen für erneuerbare Energien

und Brennstoffzellen Bloom Energy

(das einzige Nicht-Tech-Unternehmen

unter den fünf besten Performern) mit einem

Plus von 206 Prozent.

Laut dem Finanzportal Yahoo Finance

verzeichneten Technologieaktien in der

vergangenen Woche erhebliche Käufe

durch Hedgefonds. Laut Goldman Sachs

Prime Brokerage war das Kauftempo in

den letzten drei Monaten am schnellsten.

Hedgefonds kauften Technologieaktien

in den meisten wichtigen Regionen – mit

Ausnahme Europas.

DR

Die Schere geht auf

MSCI, globaler Momentum-Index

indexierte Entwicklung, 1.1.2023 = 100

MSCI World

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

200

160

120

80

10 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


EUROPÄISCHE UNION

Warnung vor Schulden

Der Internationale Währungsfonds

(IWF) erhöht den Druck auf

die Europäische Union: Ohne tiefgreifende

Reformen droht der

Schuldenstand aus dem Ruder zu

laufen. In einem aktuellen Bericht

warnt der IWF, dass die Staatsverschuldung

im Schnitt bis 2040 auf

rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung

steigen könnte, wenn die

Politik nicht gegensteuert. Hintergrund

sind massive Ausgaben für

Verteidigung, Energie und Renten

in den kommenden Jahren. Der

IWF fordert daher ein Bündel an

Maßnahmen. Dazu gehören Strukturreformen,

eine striktere Haushaltspolitik

sowie eine stärkere

FERRARI

Es werde Licht

Über Geschmack lässt sich trefflich

streiten. Bei Börsianern jedenfalls

fiel der neue Elektrorenner

der italienischen Sportwagenschmiede

Ferrari durch. Satte fünf

Prozent büßte die Aktie ein, nachdem

der Konzern mit dem springenden

Pferd im Logo den „Luce“

(„Licht“) der Weltöffentlichkeit präsentierte

– eine 1000-PS-Flunder,

angetrieben mit vier E-Motoren (einem

pro Rad), mehr als 310 km/h

Spitze und gut 500 Kilometer

Reichweite. Ein Heißblütiger aber

wirtschaftliche Integration innerhalb

der EU. Arbeitsmärkte sollen

flexibler werden, damit Arbeitnehmer

leichter in andere Länder

wechseln können. Gleichzeitig

müssten Kapitalmärkte stärker vereinheitlicht

werden, damit Ersparnisse

effizienter investiert werden.

Auch bei Energie und Innovation

sieht der IWF Handlungsbedarf. Gemeinsame

Projekte sollen stärker

gefördert werden, etwa durch staatliche

Garantien für klimafreundliche

Investitionen. Umstritten ist der Vorschlag,

künftig mehr gemeinsame

Schulden aufzunehmen; vor allem

bei Verteidigung, Energie und Innovation.

AK

auch, der mit vier Türen, fünf Sitzen

und 600 Liter Kofferraum eine

neue Kundschaft ansprechen soll.

Und der Grund, warum sich die

Börse womöglich vertut. Denn mit

dem „Luce“ leitet Ferrari nicht nur

den größten Strategiewechsel der

Firmengeschichte ein. Sollte es

der profitabelste Autohersteller

der Welt schaffen, die Marken-

DNA ins neue Elektrozeitalter zu

überführen, sind an der Börse

noch ganz andere Kurshöhen

möglich. Für die Deutsche Bank

gehört Ferrari zu den Top-Käufen

im Autosektor. Das Kursziel der Experten

liegt bei 460 Euro – satte

58 Prozent Potenzial. JM

E-MODELL „LUCE“ (LICHT):

neue Kundschaft im Visier

DAX

Geopolitik gibt

den Takt vor

Die 25000 Punkte hat der deutsche Leitindex

Dax wieder zurückerobert. Zwischenzeitlich näherte

er sich sogar dem Rekordhoch aus dem Januar

bei 25 507 Punkten an. Die psychologisch

wichtige Marke von 25 000 Punkten erreichte

der Index zuletzt Ende Februar, bevor der Iran-

Krieg die Märkte belastete. Ausgerechnet dieser

Konflikt sorgt nun wieder für bessere Stimmung.

Hintergrund sind Signale einer möglichen Entspannung:

US-Präsident Donald Trump sprach

von Fortschritten in den Gesprächen mit Teheran

über ein Zwischenabkommen. Die Verhandlungen

zwischen den USA und dem Iran über

eine Verlängerung der Waffenruhe sowie eine

mögliche Wiederöffnung der Strasse von Hormus

verliefen laut Trump „sehr gut“.

Gleichzeitig bleibt die Lage fragil. Nur wenige

Stunden nach den optimistischen Äußerungen

griffen US- und israelische Kampfflugzeuge

unter anderem iranische Schiffe in der

Meerenge an. US-Außenminister Marco Rubio

stellte zudem klar, dass Präsident Trump entweder

einem tragfähigen Abkommen zustimmen

werde – oder keinem Deal. Die Gespräche

dürften sich daher wohl weiter hinziehen.

An den Märkten sorgt die Entwicklung für ein

Wechselbad. Der Dax zeigte sich entsprechend

schwankungsanfällig, auch wegen Gewinnmitnahmen.

Parallel gab der Ölpreis zunächst nach,

legte im Zuge der erneuten Eskalation jedoch

wieder zu. Für Anleger bedeutet die anhaltende

geopolitische Unsicherheit vor allem kurzfristig

eine erhöhte Volatilität. Wer investiert ist, kann

die Entwicklung aber einigermaßen gelassen

verfolgen. So lange die Tech-Rallye läuft, dürften

Investoren jeden Rückschlag am Markt zum

Nachkauf nutzen.

ZB

25 000 zurück im Blick

Dax

25 000 Punkte

24

20

16

12

Performance-Index in Tsd. Punkten

2020 21 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

8

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Ferrari 11


moneytitel

TITEL

TOP TECHS

FURS

DEPO

12

Illustrationen: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 23/2026


T

Der bevorstehende Börsengang von

SpaceX sorgt weltweit für Furore

und treibt die Indizes auf neue

Höchststände. Wie nachhaltig der

Hype ist, welche Alternativen locken

von THOMAS SCHMIDTUTZ

Tech-Aktien standen bei vielen Anlegern lange

auf dem Index: Die Bewertungen luftig, das

Rückschlagspotenzial groß. Doch um die Bedenkenträger

ist es zuletzt einigermaßen ruhig

geworden. Das liegt vor allem an Nvidia. Vor gut

einer Woche hat der Chip-Riese Investoren mit

einem satten Umsatz-Wachstum von 85 Prozent auf 81,6

Milliarden Dollar beglückt. Der Gewinn verdoppelte sich

sogar auf 1,87 Dollar je Aktie. Und jetzt zündet Elon Musk

mit dem IPO von SpaceX auch noch den Nachbrenner. 1,75

Billionen Dollar soll das Weltraum-Unternehmen wert sein

- und wäre damit aus dem Stand einer der zehn wertvollsten

börsen-notierten Konzerne weltweit. Für viele Anleger

stellt sich jetzt die Frage: Lohnt sich ein Einstieg und falls

ja: Wie kommt man an die Aktie - und welche Alternativen

gibt es? Die Antwort darauf geben wir auf Seite 14.

Wer dem kaum vorstellbaren Höhenflug von Nvidia verpasst

hat, muss aber gar nicht den Umweg über Elon Musk

gehen. Wir haben vier Tech-Aktien herausgefiltert, die sich

binnen fünf Jahren mindestens verdoppelt haben, stark

wachsen und noch weiteres Kurspotenzial bieten (Seite 18).

Und dann bleibt angesichts des Höhenflugs von Tech- und

KI-Werten noch die Frage: Welche Branchen profitieren

vom Milliarden-Markt KI, sind aber bislang übersehen worden,

womöglich zu Unrecht? Die Antwort darauf gibt es auf

Seite 26 – und wird viele Anleger überraschen.

IPO-HYPE: Beim Börsengang

von SpaceX hoffen

viele Anleger auf einen

Raketenstart

FOCUS MONEY 23/2026

13


moneytitel

SPACEX-RAKETE:

90 Prozent Marktanteil bei

Weltraumtransporten

SPACEX

So verdienen Sie am

billionenschweren

MEGA-

BORSENGANG

Billionenchance oder Megaflop – der

Börsengang von SpaceX lässt niemanden

in der Finanzwelt kalt. FOCUS MONEY

verrät, wie Sie schon vor dem 12. Juni

dabei sein können

von MIKA HOFFMANN

Es geht um Superlative: Den größten Börsengang der Geschichte.

Von einem der Unternehmen des reichsten

Mannes der Welt. Ein Börsenprospekt mit einer mehr

als 200 000 Worten langen Vision. Kein Wunder, dass die

Angst, das zu verpassen, groß ist. Doch wird der IPO von SpaceX

am 12. Juni wirklich ein Erfolg?

Noch kennen wir den Emissionspreis nicht. Aber Elon

Musk und dessen Jünger sowie die Emissionsbanken unter

Führung von Goldman Sachs werden für einen Erfolg sorgen.

Anleger, die schon vor dem Börsengang Anteile an SpaceX

kaufen wollen, können das über einen einfachen Umweg. FO-

CUS MONEY verrät, wie das geht.

14 Foto: SpaceX

FOCUS MONEY 23/2026


Ein vollständig und schnell wiederbenutzbares

Raumschiff ist der Heilige Gral.“ Elon Musk, Gründer und CEO von SpaceX

Elon Musk wäre nicht Musk, wenn er keine kühnen Pläne

schmieden würde. Im SpaceX Börsenprospekt nennt der Visionär

– der politisch umstritten ist und Rechtsaußen-Parteien unterstützt

– diese Ziele: „Ein weltraumgestütztes KI-System sowie

eine KI-Chipproduktion im großen Maßstab, eine

Mondwirtschaft und Menschen und Material zum Mars zu bringen.“

Im IPO-Prospekt gibt er auch gleich eine Warnung dazu:

„Das beinhaltet signifikante technische Komplexität.“ Es sei nicht

sicher, ob sich solche Projekte wirtschaftlich rechneten.

Langfristiges Potenzial. Deutlich nüchterner schätzt Tom

Slater das Unternehmen ein. Slater ist Manager des Scottish

Mortgage Investment Trust, der sich schon von 2018 bis 2021

in Privatplatzierung mit 200 Millionen Dollar an SpaceX beteiligte.

Diese Anteile sind nach dem Börsengang wohl mindestens

vier Milliarden Dollar wert: „Anleger sollten SpaceX nicht länger

nur als Raketenunternehmen sehen – vielmehr wird es zum

Infrastruktur-Anbieter für die Weltwirtschaft“, analysiert der

Experte und verweist auf die zehn Millionen Kunden, die Starlink

bereits in 160 Ländern hat. Und das sei erst der Anfang:

„Starlink steckt immer noch in den Kinderschuhen.“ Slaters Fazit:

„Wir verfolgen das Unternehmen seit Jahren sehr eng und

wir sind immer überzeugter vom langfristigen Potenzial.“

Als Anleger muss man aber schon eine gehörige Portion

Zutrauen in die Zukunft von SpaceX mitbringen, um die Bewertung

zu rechtfertigen. Bislang schreibt das Unternehmen

tiefrote Zahlen: Im ersten Quartal 2025 betrug der operative

Verlust 1,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um 15,4

Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,7 Milliarden Euro.

2025 lag der Nettoverlust bei 4,9 Milliarden Dollar bei einem

Umsatz von 18,7 Milliarden. Der geschätzte Unternehmenswert

von 1,75 Billionen Dollar wäre schon mehr als das

90-Fache des Jahresumsatzes. Zum Vergleich: Die Bewertung

von Nvidia liegt etwa beim 30-Fachen des Jahresumsatzes.

„Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar auf einen

Jahresumsatz von weniger als 20 Milliarden Dollar ist nach

allen Maßstäben sehr sportlich“, kommentiert die „Financial

Times“.

Der IPO-Prospekt verdeutlicht noch einmal, wie wichtig

Starlink für das Unternehmen ist: 11,4 Milliarden Dollar Umsatz

und ein Betriebsergebnis von 4,4 Milliarden, 120 Prozent

mehr als im Vorjahr, sprechen für sich. Ein Raketenstart-Unternehmen

plus ein Telekommunikationskonzern plus eine

Technologieplattform: Auf diese kurze Gleichung brachte es

Morgan-Stanley-Experte Adam Jonas. Die Raketenstarts seien

nur die Grundlage für das Geschäftsmodell, der eigentliche

Werttreiber aber ist Starlink. Mit mehr als 10 000 Satelliten in

der Umlaufbahn habe Starlink einen extrem „breiten Burggraben“,

urteilt der Fachmann.

Kontrollzentrum für das All. SpaceX baue „seine Rolle als

‚mission control‘, als Kontrollzentrum, weiterhin für die sich entwickelnde

Weltraum-Wirtschaft“, analysiert Jonas. Die Wiederverwendbarkeit

der Raketen erzeugt massive Kostenvorteile. Vor

allem das neue Starship könne mit seinen Transportkapazitäten

die gesamte Raumfahrtökonomie verändern. Musk selbst

sagt: „Ein vollständig und schnell wiederbenutzbares Raumschiff

ist der Heilige Gral.“ Und zieht einen Vergleich zum Flugverkehr:

„Stellen Sie sich doch vor, wenn Sie nach jedem Flug

eine 747 wegwerfen müssten.“ Mit der Wiederverwendbarkeit

der ersten Raketenstufe konnte SpaceX die Kosten pro Start massiv

senken, Startfrequenzen erhöhen, Konkurrenten preislich

unter Druck setzen, und gleichzeitig hohe Margen erzielen. Und

die Grundlage für die Dominanz der globalen Raumfahrtinfrastruktur

schaffen. Mit einem Anteil von 90 Prozent an Weltraumfracht

in der westlichen Welt hat SpaceX eine monopolähnliche

Stellung.

Der Börsengang muss ein Erfolg werden. Dafür wird schon

Goldman Sachs als führende Emissionsbank sorgen, die auf den

letzten Metern die Konkurrenz von Morgan Stanley ausge-

Rote Zahlen

Einen riesigen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar

für das Jahr 2025 weist SpaceX im Prospekt für den

Börsengang aus

Umsatz

in Milliarden US-Dollar

18,7

10,4

14,0

Nettoergebnis

in Milliarden US-Dollar

0,79

Mehr als zehn Millionen Abos

Der Satelliten-Internetprovider Starlink hat die Marke

von zehn Millionen Abonnenten geknackt. Das

Wachstumspotenzial bleibt groß

Starlink-Abonnenten

in Millionen

8

6

4

2

2023

Quelle: SpaceX

2024

2025

–4,63

2023

2024

–4,94

2025 2021 22 23 24 2025

Quelle: SpaceX

0

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: EPA 15


moneytitel

STARLINK-SATELLITEN: Mit

mehr als 10 000 Satelliten ein

extrem breiter Burggraben

D

z

b

T

Größte Position

Die Beteiligung an SpaceX entwickelte sich im Scottish

Mortgage seit dem ersten Investment im Dezember

2018 zur größten Position im Portfolio

SpaceX-Portfolioanteil am Scottish Mortgage

in Prozent

2020 21 22 23 24 25 2026

Quelle: Scottish Mortgage

Mehr Erfolge

Nicht alle Privatunternehmen im Fonds brachten in

den vergangenen zwölf Monaten Gewinn, aber die

meisten – mit neun Prozent Durchschnittsrendite

Privaten Unternehmen im Portfolio

einjährige Wertentwicklung zum März 2026 in Prozent

Firmen im Scottish-Mortgage-Portfolio

Quelle: Scottish Mortgage

Deutliches Plus

Seit 2023 hat sich der Scottish Mortgage mehr als

verdoppelt – der SpaceX-Börsengang dürfte jetzt

neuen Schub bringen

Scottish Mortgage Investment Trust

Kurs in Euro

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

15

10

5

0

200

100

0

–100

16

14

12

10

8

6

stochen hat. Um einen Erfolg möglich zu machen, reagieren die

großen US-Börsen offenbar mit Erleichterungen. Um in den

Nasdaq 100 aufgenommen zu werden, braucht es einen Freefloat

von mindestens zehn Prozent, so die bisherige Regel. Für

SpaceX soll sie dem Vernehmen nach ausgesetzt werden. Die

beiden größten ETFs auf diesen Index von Invesco verwalten

mehr als 500 Milliarden Dollar – und die müssen jetzt kaufen.

Und nicht zu knapp: Rechnerisch mehr als drei Milliarden Dollar.

Auch beim S&P 500 dürfte die normalerweise zwölfmonatige

Wartezeit für die Indexaufnahme wohl fallen.

Transaktionen statt Spekulation. Anleger, die jetzt schon einsteigen

und auf SpaceX setzen wollen, greifen zum Scottish

Mortgage Investment Trust (WKN A115BA), den die schottische

Fondsgesellschaft Baillie Gifford managt. Das ist ein in London

börsennotierter Trust, den auch deutsche Anleger über ihre

Hausbank oder Onlinebroker kaufen können. Der 18,6 Milliarden

Euro schwere Trust beteiligte sich von Dezember 2018 bis

August 2021 in mehreren Tranchen mit insgesamt rund 200

Millionen Dollar an SpaceX. Diese Anteile sind heute vier Milliarden

Dollar wert – konservativ bewertet vor dem Börsengang.

Per 30. April macht der SpaceX-Anteil 17,9 Prozent des Fondsvermögens

aus. Die Experten von Scottish Mortgage bewerten

SpaceX mit 1,25 Milliarden Dollar. Sie haben nach der Fusion

mit der Musk‘schen KI-Tochter xAI im ersten Quartal eine Neubewertung

aufgrund der Zweitmarkttransaktionen vorgenommen.

„Der von uns ermittelte Buchwert liegt unter den 1,75 Milliarden

Dollar, die in der Presse genannt werden“, erläutert

Manager Slater. „Wir bewerten private Unternehmen lieber anhand

von nachprüfbaren Transaktionen statt nach Marktkommentaren

oder Spekulationen in der Presse“, stellt Slater klar.

Der SpaceX-Börsengang dürfte dem Scottish Mortgage einen

weiteren Kursschub geben. SpaceX ist aber bei Weitem

nicht die einzige Erfolgsbeteiligung der Schotten. Sie setzten

bereits früh auf Amazon, Tesla und Nvidia und vervielfachten

mit diesen Aktien ihren Einsatz. Amazon und Nvidia gehören

weiter zu den zehn größten Positionen im Portfolio, neben Privatunternehmen

– gut 40 Prozent des Fondsvolumens – wie die

Tiktok-Mutter Bytedance oder die KI-Schmiede Anthropic.

Allein in den vergangenen zehn Jahren legte das Portfolio des

Scottish Mortgage mehr als 400 Prozent zu. „Wir zielen auf die

außergewöhnlichsten privaten und börsennotierten Wachstumsunternehmen“,

erläutert Manager Slater seine Strategie.

Anleger müssen das Konzept verstehen und mittragen: Bei Investitionen

in Aktien von „Unternehmen, die an der Speerspitze

des Strukturwandels stehen“, komme es immer wieder zu

starken Schwankungen – sowohl bei den Beteiligungen als auch

beim Fondspreis. „Wir lassen den täglichen Nachrichtenlärm

beiseite und suchen langfristige Signale, die der Markt nicht

sieht, weil er mit den täglichen Schlagzeilen beschäftigt ist – daraus

resultiert unser Vorsprung“, gibt sich der Scottish-Mortgage-Experte

selbstbewusst.

16 Foto: Shutterstock

FOCUS MONEY 23/2026


ieser Text

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MONEY mit 23/2026 mehreren Verlagen von Hubert Burda Fotos: Media xxxxxxxxxxx/FOCUS (siehe www.burda.com/de/gvv). MONEY Informationen zum Datenschutz Composing: können FOCUS MONEY Sie unserer Impressum-Seite entnehmen. FOCUS 17


moneytitel

GESUCHT: Viele Anleger

fahnden gezielt nach dem

nächsten Highflyer an der

Börse

HIGHTECH 2.0

MICH HABT IHR

VERGESSEN

Seit Ende 2019 ist ein Korb mit vier Tech-Aktien um 1251 Prozent gestiegen. Kann sich das

wiederholen? Wohl nicht, aber selbst 1000 Prozent weniger, wären ein Erfolg

von DIRK REICHMANN

Die Börsianer haben Hightech ins Herz geschlossen.

Hightech umfasst Künstliche Intelligenz, Robotik, autonomes

Fahren oder Smart Cities – kurz: alles, was

das Leben in der Zukunft lebenswert machen soll. Die Wissenschaft

definiert Hightech häufig über hohe Forschungsund

Entwicklungsausgaben, also über den Anteil der F&E-

Ausgaben am Umsatz. Anleger mit Hang zur

Hochtechnologie greifen daher gerne zu Nvidia, einem Unternehmen,

dem das Forschen und Entwickeln in den Genen

steckt. Nvidia ist an der Börse aktuell 4,6 Billionen Euro wert.

Damit ist das US-Unternehmen von der Marktkapitalisierung

her schwerer als die 20 größten europäischen Aktiengesellschaften

zusammen.

Dies spiegelt die Dominanz der USA auf vielen Hightech-

Gebieten wider, aber auch anderswo gibt es wahre Meister

ihrer Zunft. FOCUS MONEY hat sich deshalb auf die Suche

nach „den Vergessenen“ gemacht. Das sind Aktien, die in der

Presse selten erwähnt werden, ihre Aktionäre in der Vergangenheit

aber regelmäßig in gute Laune versetzten. Wir haben

vier Werte (siehe Tabelle unten) gefunden, die Anleger

auf ihre Watchlist setzen können.

Unglaubliche Performance

Aus diesen vier Aktien haben wir ein gleichgewichtetes Depot

konstruiert. Am 27.12.2019 investierten wir in jede Aktie

1000 Euro. Die Zwischenbilanz wurde wöchentlich gezo-

18 Foto: iStock

FOCUS MONEY 23/2026


gen. Damit flossen nur die wöchentlichen Schlusskurse in

die Berechnung ein. Das Ergebnis: Aus einer Investitionssumme

von 4000 Euro wären in der Rückrechnung 54000

Euro geworden. Das entspricht einem Plus von 1251 Prozent.

Wer war gleich noch mal Nvidia?

Eine Rückrechnung ist keine Garantie für die Zukunft, sie

zeigt aber, was an der Börse möglich ist. Aber es wird den Anlegern

nicht leicht gemacht. Unser Aktienuniversum bestand

aus 18 321 internationalen Werten. Die stammen aus

drei Hightech-Sektoren aus den Datensätzen des Analyse-

Software-Unternehmens Factset. Eine solche Anzahl an Aktien

überfordert jeden Analysten, der sich mit der Branche

beschäftigt. Deshalb greift er zum Computer.

Prüfe, wer sich ewig bindet

In einem ersten Schritt ermittelten wir alle Aktien, die eine

Marktkapitalisierung von 0,25 bis 1,5 Milliarden Euro aufweisen.

Damit wollten wir die Schwergewichte wie Nvidia

aber auch Leichtmatrosen aus dem Aktienuniversum entfernen.

Denn Aktien wie der französische Halbleiterhersteller

Lucibel nutzen derzeit keinem konservativen Anleger. Indiz:

Die Aktie von Lucibel verlor in den vergangenen fünf Jahren

96 Prozent an Wert. An der Börse liegen Erfolg (Nvidia) und

Misserfolg (Lucibel) oft nahe zusammen.

Die Börse misst den Erfolg eines Unternehmens in Euro

und Cent. Deshalb nutzt FOCUS MONEY zwei Performance-

Kennzahlen, um das Aktienuniversum weiter zu reduzieren.

Die 5-Jahres-Performance musste mindestens bei einem Plus

von 100 Prozent liegen. Das ist für uns ein Indiz, dass der

langfristige Unternehmenszweck intakt ist.

Die Robustheit des Unternehmenszwecks nutzt allerdings

nur den Anlegern, die einen langen Atem haben und Durststrecken

aussitzen können. Das ist indessen nicht bei jedem

der Fall. Daher sollte auch der kurzfristige Trend intakt sein.

Wir legten Wert darauf, dass die Aktien in fünf Börsentagen

mindestens zehn Prozent gestiegen sind. Zu starke Kurssteigerungen

bei Aktien wurden von uns ignoriert, da wir nicht

gern kurzfristig zu stark steigenden Kursen hinterherlaufen.

Die verbliebenen Aktien filterten wir nach dem 1-Jahres-

Wachstum des Umsatzes. Nur Unternehmen, die nach den

Daten von Factset über einen Anstieg von über 20 Prozent

aufweisen konnten, fanden unser Wohlwollen.

DAS DEPOT

Einflüsse beachten

Im Depot landeten vier Aktien. Ohne Rebalancing,

also die regelmäßige Anpassung an die ursprüngliche

Gewichtung, hätte das Depot seit

Ende 2019 um über 1200 Prozent zugelegt. Dazu

hat der steigende Einfluss von Filtronic beigetragen.

Das sollten Anleger bei der Wertentwicklung

berücksichtigen. Wie gingen wir vor?

■ Die Marktkapitalisierung liegt zwischen 250

Millionen und 1,5 Milliarden Euro.

■ Die 5-Jahres-Performance beträgt mindestens

100 Prozent.

■ Die 5-Tages-Performance liegt zwischen zehn

und 20 Prozent.

■ Der jährliche Umsatzanstieg liegt über 20 Prozent.

Rückschläge inklusive

Das Depot steigt fulminant an. Anleger sollten allerdings

die Drawdowns (Rückschläge) beachten. 2020

lag dieser bei 43 Prozent. Auch der Einfluss des Höhenfliegers

Filtronic sollte berücksichtigt werden

Das „Die Vergessenen“ Depot

Vermögen in Tausend Euro

–43 %

–26 %

–23 %

2020 21 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026, eigene Berechnungen

50

40

30

20

10

0

Vier für ein Depot

Bis zu einer Marktkapitalisierung von Unternehmen wie Nvidia und Alphabet ist es für die vier herausgefilterten Aktien wohl noch

eine gefühlte Ewigkeit. Doch sie überzeugen durch einen kontinuierlichen Aufwärtstrend

Name Industrie ISIN Kurs in

Euro

Marktkap.

in

Mrd. Euro

erw. Divid.rendite erwartetes KGV höchstes

aktuelles

GJ

nächstes

GJ

aktuelles

GJ

nächstes

GJ

Kursziel

in Euro*

Stoppkurs

in Euro

2026-05-21; * höchstes Kursziel der Analysten; ** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität Quelle: Factset UK Limited 2026

Risiko**

Kurspotenzial

in %

5-Jahres-

Performance

in %

BuySell Technologies Internet Software JP3778270003 19,9 1,3 0,5 % 0,6 % 27,7 21,3 24,4 16,90 ■■■■■ 23 197,53

Filtronic Telekom.-Ausrüstg. GB0003362992 5,4 1,2 0,0 % 0,0 % 144,4 123,2 6,5 4,50 ■■■■■ 20 5247,33

Red Violet Standardsoftware US75704L1044 42,7 0,6 – – 33,4 30,5 55,9 36,20 ■■■■■ 31 147,04

TXT e-solutions Standardsoftware IT0001454435 35,0 0,4 1,1 % 1,3 % 13,4 11,9 48,0 29,50 ■■■■■ 37 361,09

FOCUS MONEY 23/2026

19


moneytitel

FILTRONIC

Primus inter pares

Die Aktie des britischen Telekommunikationsausrüsters

Filtronic verteuerte sich seit Ende 2019 um 3800 Prozent.

Der Anstieg nahm Ende 2023 Fahrt auf, dennoch

liegt der Aktienkurs aktuell immer noch 570 Prozent unter

seinem Allzeithoch. Für den Betrachter bleibt Filtronic

ein Buch mit sieben Siegeln. Auf der Internetseite

des Unternehmens liest man, dass Filtronic „auf die Entwicklung

und Herstellung von missionskritischen Kommunikationsnetzen

spezialisiert ist und komplexe Herausforderungen

in den Bereichen HF, Mikrowellen und

Millimeterwellen löst”.

Das riecht nach Hightech, klingt aber kryptisch. In der

Praxis sieht das so aus: Seit 2024 hat Filtronic große Einzelaufträge

von Branchengrößen wie SpaceX und europäischen

Rüstungskonzernen erhalten, beispielsweise

für einen Hochleistungsverstärker für das Starlink-Satellitensystem.

Das lässt sich so interpretieren: Wenn Elon

Musk ins Weltall will, ist Filtronic mit dabei.

Noch in den Geschäftsjahren 2020 bis 2024 lag der Umsatz

bei rund 17 Millionen Pfund, im Geschäftsjahr 2025

stieg er auf über 56 Millionen Pfund. Die Nettomarge

lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 24,95 Prozent

und ist damit im Branchenvergleich hoch. Die Nettomarge

gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes als Nettogewinn

übrig bleiben. Auch die Schulden sind nicht übermäßig

hoch und können durch den freien Cashflow und

die Bargeldbestände abgedeckt werden.

Ein Wermutstropfen bleibt. Die Aktie von Filtronic ist in

den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Dann

wächst die Gefahr einer Korrektur. Anleger können den

Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei 4,50 Euro setzen.

TXT E-SOLUTIONS

Neues Erlebnis

Das italienische Unternehmen TXT e-Solutions ist ein

Anbieter von Engineering-Software für die Luft- und

Raumfahrt, die Automobilindustrie oder das Bankwesen.

TXT nutzt KI, IoT, Cybersicherheit und Cloud-Technologien,

um innovative Lösungen zu entwickeln.

TXT steht nicht für Understatement. Besucher der Internetseite

werden mit den Worten „Ihr globaler digitaler

Wegbereiter“ und „Ein Ökosystem der Exzellenz“ begrüßt.

TXT e-Solutions kombiniert beispielsweise Augmented

Reality (AR), Mixed Reality (MR) und Virtual Reality (VR) zu

Extended Reality (XR). Das soll für ein neues digitales Erlebnis

sorgen. In der Praxis unterstützt TXT in Pilotprojekten

beispielsweise Piloten und Such- und Rettungsteams.

Das Geschäftsjahr 2025 zeigte eine beachtliche Entwicklung.

So stieg der Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr

2024 um 29,5 Prozent auf 394 Millionen Euro und

die Gewinngröße Ebit kletterte sogar um 51 Prozent auf

38,5 Millionen Euro. Eine Pause gönnt sich TXT e-Solutions

jedoch nicht: Investitionen in KI, IoT und firmeneigene

Lösungen wie Pacelab und Polaris haben das Technologieportfolio

des Unternehmens weiter gestärkt. Seit

2018 hat TXT 23 Unternehmen integriert und so sein Ökosystem

und seine Fähigkeiten verstärkt. Ein Coup war die

Übernahme von NetMediaClick, um die Lösungen im Bereich

Performance-Marketing und Retail Media zu stärken.

TXT hat ambitionierte Ziele: Das Unternehmen will im

Durchschnitt um 15 Prozent wachsen. Das ist doppelt so

viel wie das Marktwachstum.

Vor Kurzem hat der Aktienkurs seine monatelange Konsolidierung

beendet. Anleger können den Stoppkurs zur

Verlustbegrenzung bei 29,50 Euro setzen.

Unglaubliche Dynamik

Konsolidierung beendet

Filtronic

TXT E-Solutions

Aktienkurs in britischen Pfund

200-Tage-Linie

4

3

2

1

0

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

30

20

10

0

Umsatz in Millionen britischen Pfund

50

Umsatz in Millionen Euro

400

40

300

30

200

20

100

2021 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

10

0

2021 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

20

FOCUS MONEY 23/2026


BUYSELL TECHNOLOGIES

Secondhand auf Japanisch

Das japanische Unternehmen BuySell Technologies

kauft gebrauchte Gegenstände von Verbrauchern an und

vermarktet sie über verschiedene Kanäle weiter. Es verdient

daran, dass es den Wiederverkaufswert durch Prüfung

und Aufbereitung erhöht und das Produkt anschließend

mit Marge weiterverkauft. BuySell Technologies ist

Partner des chinesischen Juxi-Konzerns. Durch diese Zusammenarbeit

soll der Live-Commerce-Umsatz in China

und Nordamerika unter Nutzung von Plattformen wie Tik-

Tok ausgebaut werden. BuySell Technologies entwickelt

keine eigenen Produkte, sondern nutzt die Preisdifferenz

zwischen Restwert und Wiederverkaufswert. Dies macht

das Modell interessant. Ein Indiz hierfür ist, dass die Buy-

Sell-Technologies-Aktie in den vergangenen fünf Jahren

um 197 Prozent auf Euro-Basis gewachsen ist, obwohl der

japanische Yen zur Schwäche neigte.

Derzeit läuft das Geschäft gut: BuySell Technologies steigerte

den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf über 100

Milliarden Yen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg

um rund 68 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg sogar

um 173,39 Prozent auf 175,38 Yen. Auch im ersten

Quartal 2026 überzeugte BuySell Technologies – der Umsatz

stieg auf 37,06 Milliarden Yen. Das ist ein Anstieg um

37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die

Nettomarge stieg wieder leicht an und liegt bei 5,2 Prozent.

Das ist ordentlich, besonders auffällig ist es allerdings

nicht.

BuySell Technologies ist nicht ohne Risiko. Insbesondere

2024 steigen die langfristigen Verbindlichkeiten stark

an. Anleger können den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung

bei 16,90 Euro setzen.

RED VIOLET

Gesundes Umsatzwachstum

Red Violet ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen,

das auf KI-gestützte Identitätsanalyse, Compliance

und Risikomanagement spezialisiert ist. Das Unternehmen

verfolgt das hehre Ziel, die Welt sicherer zu

machen und die Geschäftskosten zu verringern. Dies

soll durch die cloudbasierte CORE-Plattform des Unternehmens

erreicht werden, die große Datenbestände,

Machine Learning und Analysefunktionen kombiniert.

Die Red-Violet-Aktie hat Besitzer viele Nerven gekostet.

Bei der Emission im März 2018 kostete die Aktie zeitweise

noch über 45 US-Dollar, notierte wenig später jedoch

bei sechs Dollar und notierte im Dezember 2021 wieder

über 40 Dollar. Jetzt scheint sich die Aktie für eine Aufwärtsbewegung

entschieden zu haben.

Der Umsatz erreichte im ersten Quartal mit 25,8 Millionen

Dollar einen Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

war das ein Anstieg von 17 Prozent. Das bereinigte

Ebitda legte um 27 Prozent auf 10,7 Millionen

Dollar zu. Laut Unternehmen habe Künstliche Intelligenz

„die Entwicklung und Einführung neuer Funktionen beschleunigt“.

Auch 2026 soll ein gesundes Umsatzwachstum

erzielt werden. Damit dürfte sich die Reihe fortsetzen.

Vom Geschäftsjahr 2021 bis zum Geschäftsjahr

2025 hat sich der Umsatz verdoppelt. Ein Grund dafür

ist, dass es bei den Kunden mit Konten von einem Jahresumsatz

von über 100000 Dollar ein deutliches Wachstum

gibt.

Red Violet zeigt Erfolg versprechende Anzeichen für einen

Anstieg. Das macht die Aktie interessant. Anleger

können den Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei 36,20

Euro setzen.

Deutlicher Anstieg

200-Tage-Linie überwunden

Buysell Technologies

Red Violet

Aktienkurs in japanischen Yen

3000

2000

Aktienkurs in US-Dollar

50

40

30

200-Tage-Linie

1000

0

200-Tage-Linie

20

10

Umsatz in Milliarden Yen

100

80

60

40

20

0

2021 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

Umsatz in Millionen US-Dollar

2021 22 23 24 25 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

90

70

50

30

e = erwartet

FOCUS MONEY 23/2026 21


Roboter halten die

Wirtschaft am Laufen.

Das ist die Zukunft. Wie

Anleger lukrative

Investmentchancen

nutzen können

von MARTINA SIMON

ROBOTIK

SERVICEPERSONAL:

Fleißig, unermüdlich und

freundlich

DIE ROBOTIK

REVOLUTION

Unternehmen Einsatzbereich Schwerpunkt Robotik

Wer beherrscht den

Robotikmarkt?

Roboter kommen nicht nur

in Restaurants, sondern

auch in Fabriken und zunehmend

auch in privaten

Haushalten zum Einsatz.

Auch in der Medizin und

Chirurgie sind sie längst unverzichtbar.

FOCUS MONEY

gibt einen Überblick über

wichtige Unternehmen, die

im Markt der Robotik und

Automation eine bedeutende

Rolle spielen – oder in

Zukunft spielen werden. Anleger

mit Weitblick positionieren

sich bereits heute in

diesem lukrativen Segment.

Eine Auswahl interessanter

Unternehmen:

Quellen: Yahoo Finance, TipRanks, TradingView, EZB Wechselkurse,

Stand: 19.05.2026; * stets Stoppkurse bei zehn bis 15 Prozent

unter dem Kaufkurs setzen

Nvidia KI-Infrastruktur KI-Infrastruktur & GPU-Plattform für Robotik (das „Gehirn“)

Tesla KI-Infrastruktur Humanoidroboter Optimus (Ziel: Massenproduktion)

SoftBank Group KI-Infrastruktur Japanischer Tech-Investmentkonzern mit starkem Robotik-Fokus

ABB Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller

Intuitive Surgical Medizin & Chirurgie Marktführer chirurgische Robotik; da Vinci-Plattform (>10000 Systeme)

Stryker Medizin & Chirurgie Führend in chirurgischer Robotik (Mako SmartRobotics für Knie-/Hüft-OPs)

Keyence Industrieautomation Weltmarktführer Industriesensorik & Maschinensehen

Teradyne Industrieautomation Halbleiter-Testautomation & Cobots; >70% Umsatz KI-bedingte Chip-Nachfrage

Rockwell Automation Industrieautomation Marktführer industrielle Steuerungssysteme (Allen-Bradley PLCs, FactoryTalk)

Fanuc Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller

Celestica KI-Infrastruktur Electronics Manufacturing Services (EMS) für Robotik-OEMs & KI-Infrastruktur

Symbotic Lager & Logistik KI-gestützte End-to-End-Lagerautomation; strateg. Partnersch. mit Walmart

Nidec Industrieautomation Weltmarktführer Präzisionsmotoren und Robotik-Antriebssysteme

Zebra Technologies Lager & Logistik Digitale Backbone-Technologie für Lager & Logistik (RFID, Barcode, Mobile)

Yaskawa Electric Industrieautomation Einer der "Big Four" Industrieroboter-Hersteller (Motoman-Marke)

Cognex Industrieautomation Weltmarktführer Maschinensehen (Machine Vision, ~45% Marktanteil)

Omron Industrieautomation Industrieautomation & kollaborative Roboter; Sicherheitstechnik

AutoStore Lager & Logistik Pionier der kubischen Hochregallager-Automatisierung (Cube Storage)

Doosan Robotics Industrieautomation Südkoreanischer Cobot-Spezialist; Spin-off von Doosan Group

Harmonic Drive Systems Industrieautomation Weltmarktführer Präzisionsgetriebe (Harmonic Drive) für Robotergelenke

Ouster KI-Infrastruktur Führender Hersteller digitaler 3D-Lidar-Sensoren für Robotik

Serve Robotics Service & Gastronomie Autonome Bürgersteig-Lieferroboter (letzte Meile); Partners. mit Uber Eats

Richtech Robotics Service & Gastronomie Serviceroboter Gastronomie & Hospitality (Kellner-, Bar- und Empfangsroboter)

22 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


moneytitel

Die Roboter kommen! Von wegen, sie sind schon längst

da. Ihre vielfältigen Einsatzgebiete sind gewaltig. Sie

servieren in Restaurants, schrauben Autos zusammen

und begleiten Patienten in der Reha bei der Ganganalyse.

Dabei öffnen sie höflich die Türen. Diese sogenannten Cobots

sind Leichtbauroboter, die quasi als „Kollegen“ mit

Menschen zusammenarbeiten, sie unterstützen und entlasten.

Sie leisten unermüdlich ihren Dienst. Eines ist also klar:

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird immer

weiter zunehmen – und das in rasantem Tempo.

Aber auch humanoide Roboter rücken immer weiter ins Zentrum

des Geschehens. Dank KI können sie selbstständig Entscheidungen

treffen und mit Menschen kommunizieren. Damit

sind sie flexibel einsetzbar. Intelligente Software revolutioniert

in Form von Cobots und autonomen mobilen Robotern (AMR)

kleine und mittlere Unternehmen sowie die gesamte Industrie.

Die Robotik ist schon lange nicht mehr auf Fabriken mit Fließbandarbeit

beschränkt. Heute faltet ein Roboter Wäsche, macht

das Bett, liefert Sushi aus und operiert mit ruhiger Hand Patienten.

Der Markt wächst in rasantem Tempo (siehe Tabelle unten).

Was bedeutet das für Anleger? Sie können bereits heute

von Unternehmen profitieren, die sich gut positioniert haben.

Doch Vorsicht! Derzeit gibt es viele Unternehmen, die

Geld verbrennen und den Markt vermutlich erst in zehn Jahren

beherrschen werden. FOCUS MONEY stellt interessante

Unternehmen vor, die heute schon zu den Gewinnern gehören

oder in absehbarer Zeit gehören könnten.

Clevere Umwege. Bekannte Namen wie Boston Dynamics

oder Figure AI tauchen in der Liste allerdings nicht auf. Der

Grund: Beide Unternehmen sind noch privat, das heißt nicht

an der Börse notiert. Möglicherweise sind die Börsengänge

aber für Ende 2027 geplant. Wer jetzt schon profitieren will,

kann über Hyundai (WKN 885647) zumindest an dem Pionier

und weltweiten Technologieführer bei dynamischen Robotern

(Spot, Atlas) teilhaben. Hyundai ist mit rund 88 Prozent

Eigentümer des Unternehmens Boston Dynamics.

Auch das Start-up Figure AI, ein Konkurrent von Tesla,

entwickelt humanoide Robotik. Das Unternehmen greift

Teslas Optimus an und verfolgt das Ziel, universell einsetzbare

humanoide Roboter zu entwickeln, die sich für Haushalt,

Logistik und Industrie eignen. Eine Beteiligung ist hier

allerdings auch noch nicht möglich. Allerdings ist Figure AI

eng mit dem bayerischen Autobauer BMW (333334) verbunden.

Dort arbeiten die neuen fleißigen Roboter ohne Arbeitsrechte

bereits fünf Tage pro Woche. Die perfekte Belegschaft.

Wer diesen technologischen Megatrend nicht verpassen

möchte, kann auch breit gestreut zum Beispiel auf den Ishares

Automation & Robotics ETF (ISIN IE00BYZK4552) setzen. Es

fallen jährliche Gebühren (TER) von 0,4 Prozent an. Laut Marktanalysen

wird das globale Marktvolumen für das Kernsegment,

zu dem Hardware, Software und KI-Komponenten gehören, bis

zum Jahr 2035 auf rund 300 bis 400 Milliarden Dollar geschätzt.

Damit ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate (CAGR)

von 14 bis 17,6 Prozent.

ISIN

aktueller Kurs

in €*

Marktkapitalisierung

in Mrd. €

KGV26e KGV27e Kursziel (Konsens)

in %

höchstes Kursziel

in %

Empfehlung

Analysten

Risiko

US67066G1040 190,85 4.611,8 26,5 24,9 + 14,0 + 37,2 Kaufen ■■■■■

US88160R1014 340,63 1.280,3 208,3 178,6 – 9,0 + 36,4 Neutral ■■■■■

JP3436100006 42,00 219,4 6,1 39,4 + 15,0 + 62,3 Kaufen ■■■■■

CH0012221716 86,34 156,7 28,0 24,5 – 7,7 + 17,3 Neutral ■■■■■

US46120E6023 381,80 135,3 42,3 37,3 + 20,0 + 56,2 Kaufen ■■■■■

US8636671013 272,01 104,3 20,3 18,2 + 34,4 + 41,0 Kaufen ■■■■■

JP3236200006 405,57 98,4 45,0 39,0 + 2,5 + 29,8 Kaufen ■■■■■

US8807701029 267,95 48,4 51,0 38,7 + 11,6 + 42,0 Kaufen ■■■■■

US7739031091 374,56 41,7 35,6 31,4 – 3,9 + 10,0 Kaufen ■■■■■

JP3802400006 41,43 38,7 27,9 24,0 – 8,9 + 12,9 Kaufen ■■■■■

CA15101Q1081 281,75 32,4 32,9 24,5 + 17,9 + 20,9 Kaufen ■■■■■

US87151X1019 43,26 24,5 179,5 65,3 + 21,9 + 56,6 Kaufen ■■■■■

JP3734800000 13,89 15,9 24,0 19,0 + 25,0 + 57,2 Kaufen ■■■■■

US9892071054 216,71 10,3 28,0 23,0 + 11,1 + 29,6 Kaufen ■■■■■

JP3932000007 34,27 8,9 32,0 26,0 – 8,6 + 15,9 Neutral ■■■■■

US1924221039 51,84 8,6 33,9 24,3 + 5,7 + 21,9 Kaufen ■■■■■

JP3197800000 29,98 6,1 22,0 19,0 + 15,7 + 33,7 Kaufen ■■■■■

BMG0670A1099 1,12 3,8 35,0 24,0 + 10,8 + 43,1 Kaufen ■■■■■

KR7454910001 57,60 3,7 – – + 22,2 + 55,6 Spekulativ ■■■■■

JP3765150002 32,60 3,1 38,0 30,0 + 16,0 + 38,2 Kaufen ■■■■■

US68989M2026 26,39 1,6 – – + 30,1 + 62,7 Kaufen ■■■■■

US81758H1068 6,77 0,6 – – + 101,2 + 198,8 Spekulativ ■■■■■

US7655041058 2,00 0,5 – – + 49,1 + 123,9 Spekulativ ■■■■■

FOCUS MONEY 23/2026

23


moneytitel

NVIDIA

Mehr als das „Gehirn“

Das Unternehmen: Nvidia ist im Grunde der Motor hinter der modernen Roboter-Evolution.

Ohne ihre Prozessoren hätten die Maschinen schlichtweg keinen

Verstand. Hier kommt der Jetson AGX Thor ins Spiel, der quasi als digitales Gehirn

fungiert. Aber es geht um mehr als nur um Chips. Zusammen mit Google

DeepMind und Disney Research wurde die Newton Physics Engine entwickelt,

damit die KI lernt, wie Schwerkraft und Reibung funktionieren. Das Herzstück des

Ganzen nennt sich Isaac GR00T N1.7. Das ist ein flexibles Modell für humanoide

oder ähnliche Roboter, das Entwickler nach Belieben anpassen können. Früher

dauerte das Training Monate. Dank GR00T-Dreams und Mimic ist das jetzt in einem

Bruchteil der Zeit erledigt. Bevor so ein Roboter-Kollege in einer echten Fabrik

landet, übt er in der Omniverse-Simulation. Dort wird alles Virtuelle so exakt

nachgebaut, dass der Übergang in die Realität klappt. Firmen wie Kuka, Boston

Dynamics, ABB und auch Figure AI setzen voll auf diesen Workflow.

Die Zahlen: Nvidia hat erneut Rekordergebnisse präsentiert. So kletterte der Umsatz

um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn und der Ausblick

lagen klar über den Erwartungen. Für Anleger gab es weitere erfreuliche Nachrichten:

Nvidia kündigte an, ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar

zu starten und eine deutlich erhöhte Dividende an die Aktionäre auszuzahlen.

Positiv zudem: Die Bruttomarge blieb mit 74,9 Prozent auf beachtlichem Niveau.

Die Vision: Nvidia dürfte als Schlüsselakteur vom explosionsartig wachsenden

Robotik- und Automatisierungsmarkt überproportional profitieren. Analysten sehen

das mittlere Kurspotenzial bei rund 14 Prozent, das höchste bei 37 Prozent.

Intakter Aufwärtstrend

Ob Hardware, Software, Modelle oder Simulationen.

Nvidia hat für alles eine Antwort.

Das Unternehmen hat sich als zentrale Infrastruktur

Nvidia

in der KI-Robotik-Ära positioniert.

Kurs der Nvidia-Aktie in Euro

150

100

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN918422/US67066G1040

Börsenwert 4611,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e26,5/24,9

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,1/0,1 %

Kursziel/Stoppkurs 217,00/165,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 14 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

50

e = erwartet

SOFTBANK GROUP

Der große Investor

Das Unternehmen: Masayoshi Son ist Chairman und CEO der Softbank Group.

Der Japaner ist Milliardär und investiert weltweit in Tech-Unternehmen. Zu den

Geschäftsbereichen zählen Telekommunikation, Chipdesign und Robotik. Neben

massiven Investitionen in OpenAI und Arm will er die Robotiksparte von ABB für

5,375 Milliarden Dollar bis Ende 2026 übernehmen. Zudem arbeitet er an einer

eigenen Robotikfirma. Dabei soll es sich um eine KI-Infrastruktur-Einheit handeln,

die Roboter einsetzt, um Rechenzentren zu bauen (Roze AI). Arm soll die Chips

liefern, OpenAI den „Kopf” und ABB sowie Skild AI – ein Start-up – den Roboterkörper

und die -software. Ein perfekter Kreislauf.

Die Zahlen: Die neu gegründete Einheit von Roze AI wird auf eine Bewertung

von bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Dies zeigt, dass Softbank große

Ambitionen im Bereich der KI-gesteuerten Robotik hat. Masayoshi Son hat mit

dieser Strategie echt den Riecher für KI-Robotik bewiesen. Die Aktie hat seit

Jahresbeginn bereits um rund 55 Prozent zugelegt. Dieser Erfolg ist auch auf

den möglichen Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI zurückzuführen,

an dem Softbank maßgeblich beteiligt ist. Gewinnmitnahmen könnten die

Folge sein, aber auch wieder ein gutes Einstiegsniveau bieten.

Die Vision: Von 18 Analysten, die das Unternehmen beobachten, empfehlen

derzeit 14 die Aktie zum Kauf, während zwei zum Halten und zwei zum Verkauf

raten. Die Hoffnungen auf einen OpenAI-Börsengang und starke Nvidia

Zahlen (s.oben) dürften den Kurs weiter antreiben. Morgan Stanley sieht Soft-

Bank zudem als Teil der westlichen „Humanoid 100”-Wertschöpfungskette.

Neues Allzeithoch erreicht

Ein Rekordjahresgewinn der Softbank Group

sowie die neue Dynamik bei Chip-Aktien mit

KI-Bezug (Nvidia) beflügeln den Kurs des Unternehmens.

Softbank Group

Die Rally könnte weitergehen.

Kurs der Softbank-Aktie in Euro

10

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN 891624/JP3436100006

Börsenwert 219,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e6,1/39,4

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,1/0,1 %

Kursziel/Stoppkurs 48,00/36,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 15 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

30

20

e = erwartet

24 FOCUS MONEY 23/2026


INTUITIVE SURGICAL

Der Da-Vinci-Code

Das Unternehmen: Die US-amerikanische Firma Intuitive Surgical mit Hauptsitz in

Sunnyvale, Kalifornien, ist die Nummer eins auf der Welt, wenn es um KI- und robotergestützte

Systeme geht. Sie werden bei ärztlichen minimalinvasiven Eingriffen

eingesetzt (Soft-Tissue-Robotik). Das Flaggschiffprodukt „Da Vinci Surgical System“

hilft Ärzten, sehr präzise und mit ruhiger Hand zu operieren. Der Roboter

unterstützt in Fachgebieten wie Urologie, Gynäkologie oder der Allgemeinchirurgie.

Das Da-Vinci-System und die neue Ion-Plattform (ein robotergestütztes System

für Lungenbiopsie) bilden einen starken, kaum angreifbaren Burggraben. Andere

Firmen haben es daher schwer auf den Markt zu kommen.

Die Zahlen: Die jüngst veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2026 waren

eine klare Ansage. So stieg der Umsatz im Jahresvergleich um stolze 23

Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten

von 2,62 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Auch der bereinigte Gewinn pro

Aktie kletterte um 38 Prozent auf 2,50 Dollar. Auch dieser Wert übertraf den

Konsens der Analysten von rund 2,12 Dollar. Der bereinigte Nettogewinn belief

sich auf beachtliche 901 Millionen Dollar. Dieses Ergebnis belegt die enorme

Preissetzungsmacht sowie die Effizienz des stabilen Geschäftsmodells.

Die Vision: Für langfristig orientierte Anleger gehört die Aktie daher zu einem absoluten

Basisinvestment im globalen Gesundheitssektor. Der Konzern wächst zweistellig,

generiert hochprofitable, wiederkehrende Einnahmen und baut seinen technologischen

Vorsprung im Robotikbereich immer weiter aus. Der Kursrücksetzer

ist eine gute Gelegenheit einzusteigen, denn günstig ist die Aktie fast nie.

Roboter-Chirurgie nimmt zu

Der jüngste Rollout des neuen „Da-Vinci-

5-Systems“ sorgt dafür, dass der wirtschaftliche

Burggraben des Unternehmens in Zukunft

Intuitive

noch

Surgical

tiefer sein wird

Kurs der Intuitive-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

500

400

300

200

100

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN888024/US46120E6023

Börsenwert 135,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e42,3/37,3

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 460,00/350,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 20 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

ROCKWELL AUTOMATION

Profiteur des digitalen Wandels

Das Unternehmen: Das US-amerikanische Unternehmen Rockwell Automation

wurde bereits 1903 gegründet und konzentriert sich heute voll auf die Automatisierung

von Fabriken. Dabei verkaufen sie nicht nur Steuerungssysteme,

Antriebe und Sicherheitstechnik mit mehr als 27 000 Mitarbeitern in 100 Ländern,

sondern auch Software-Abos. Durch diesen cleveren Schachzug sichert

sich der Konzern laufende wiederkehrende Einnahmen. Dabei gibt es drei große

Geschäftsbereiche: Erstens „Intelligent Devices“ zu dem Antriebe, Sicherheitstechnik

und Robotiklösungen gehören. Zweitens den Bereich „Software &

Control“, zu dem der Steuerungs- und Visualisierungsbereich zählt. Und drittens

den Bereich „Lifecycle-Services“, der die Segmente von Cybersicherheit bis zum

Asset-Management umfasst. Rockwell Automation sorgt letztlich dafür, dass Unternehmen

und Fabriken intelligenter, sicherer und produktiver werden.

Die Zahlen: Nach einer schwierigen Phase in den vergangenen Jahren zeichnete

sich Ende des vergangenen Jahres eine Trendwende ab. Der Umsatz kletterte

im jüngsten Quartal um zwölf Prozent auf 2,239 Milliarden Dollar. Das bereinigte

Ergebnis je Aktie stieg sogar um 32 Prozent von 2,50 auf 3,30 Dollar. Rockwell hob

die Jahresprognose für 2026 an. Das Unternehmen ist bestens positioniert.

Die Vision: Auf Sicht der letzten 12 Monate legte die Aktie rund 41 Prozent zu. Die

Mehrheit der Analysten ist weiterhin optimistisch. Langfristig ist Rockwell ein solides

Baisinvestment. Wer die Produkte mit den bekannten Marken Allen Bradley,

Factory Talk oder LifecycleIQ in seinem Unternehmen integriert hat, scheut Wechselkosten.

Dies bietet Rockwell einen sicheren Burggraben.

FOCUS MONEY 23/2026

Starke Kursrally

Die Aktie hat im letzten halben Jahr eine starke

Kursentwicklung gezeigt. Anleger sollten

den nächsten Rücksetzer nutzen, um sich

moderat

Rockwell

zu

Automation

positionieren. Stopp-Kurs setzen!

Kurs der Rockwell-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

350

300

250

200

150

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN

903978/ US7739031091

Börsenwert 41,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e35,6/31,4

Dividendenrendite für 2026e/27e 1,2/1,3 %

Kursziel/Stoppkurs 413,00/320,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 10 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

25


moneytitel

OHNE WASSER bleibt die

technologische Revolution

nichts weiter als ein Traum

WASSER & KI

GIGANTISCHER

DURST

Für den Aufbau digitaler Infrastrukturen für künstliche Intelligenz ist vor allem eins nötig: sehr viel

Wasser. Das macht Unternehmen aus dem Wassersektor zu heimlichen Profiteuren

von SASCHA ROSE

Der weltweite Siegeszug von künstlicher Intelligenz (KI)

kennt viele Gewinner. Einige davon liegen gleich auf

der Hand: Chipdesigner, Cloud-Konzerne und Betreiber

von KI-Rechenzentren. Andere tauchen erst beim zweiten

Blick als Profiteure auf dem Radar auf, da Anleger sie

nicht automatisch mit KI und Digitalisierung in Verbindung

bringen. Wasseraktien zum Beispiel. Klingt unspektakulär,

kann sich aber als wahrer Renditeturbo entpuppen. Denn

Fakt ist: Ohne Wasser läuft im KI-Zeitalter nichts. Und je größer

der Hype, desto durstiger wird die KI-Branche.

Ein Durst, der angesichts ohnehin schon knapper Wasserressourcen,

zu neuen Belastungen führen dürfte. So geht die

Internationale Energieagentur davon aus, dass der weltweite

Wasserverbrauch entlang des KI-Ökosystems voraussichtlich

von etwa 560 Milliarden Litern im Jahr 2023 auf rund

1200 Milliarden Liter im Jahr 2030 ansteigen wird. Gut zwei

Drittel davon entfallen auf die Energieversorgung und Stromerzeugung

und etwa ein Viertel auf die Kühlung von Rechenund

Datenzentren. Der Rest wird für die Halbleiterproduktion

benötigt. Und es gibt noch eine Herausforderung: Wasser

ist nicht überall auf der Erde gleich viel verfügbar.

Strategischer Faktor. Die Vereinten Nationen warnen bereits

vor einer weltweiten „Wasserinsolvenz“. Das dürfte Politiker

auf den Plan rufen, die versuchen könnten, den Wasserverbrauch

und die Wasseraufbereitung mit strengeren

Genehmigungsauflagen und höheren Transparenzanforderungen

zu regulieren – was Wasser letztlich teurer machen

wird. Für KI-Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Der

Rohstoff Wasser wird zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

Für Jinyi Yue von der BNP Paribas in London werden sich

Anbieter der KI-Infrastruktur daher in einer nächsten Phase

darauf konzentrieren müssen, ihre Kosten einzudämmen

26

Fotos: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 23/2026


und die Effizienz zu steigern. Anlegern bieten sich dabei

Chancen entlang der gesamten Wasserversorgungskette.

„Der Ausbau der KI-Infrastruktur dürfte in verschiedenen Segmenten

eine Nachfrage generieren, etwa in der Wasseraufbereitung

und -überwachung, der Leckageerkennung, bei der

Rohrleitungsinfrastruktur, bei fortschrittlichen Kühltechnologien

und sogar bei der Entsalzung von Meerwasser“, sagt

die Analystin für Nachhaltigkeitsforschung.

Viele Profiteure. Infrage kommen dabei nicht nur Firmen,

die sich auf Betreiber von Rechenzentren oder Chiphersteller

als Kunden konzentrieren. Laut BNP Paribas spielt das Thema

Wasserresilienz auch bei der Stromerzeugung und dem

Abbau von Rohstoffen eine große Rolle. Wichtig: Nur wenige

der Unternehmen sind „pure plays“ auf die KI-Wasserinfrastruktur.

Viele von ihnen verdienen ihr Geld auch abseits des

KI-Booms, der allerdings für sie immer wichtiger wird. Die

meisten stammen dabei aus den USA. Es gibt aber auch Spezialisten

aus Europa und Asien. FOCUS MONEY stellt auf den

nächsten beiden Seiten sechs besonders spannende Titel vor.

Zwei von ihnen, Vertiv und Trane Technologies, sind ausgesprochene

Profis, wenn es um die Kühlung großer KI-Rechenzentren

geht. Denn je höher die Rechenintensität ist, desto

größer ist das Risiko einer Überhitzung der Hochleistungscomputer.

Wasser ist folglich essenziel. Das Problem: Bereits

im Jahr 2023 verbrauchten US-Rechenzentren etwa 66 Milliarden

Liter Wasser für die Kühlung – so viel wie die Stadt San

Francisco in einem Jahr. Hinzu kommt, dass KI-Rechenzentren

immer häufiger in Regionen stehen, in denen Wasser

knapp ist oder in denen Meerwasser aufwendig entsalzt werden

muss. Das verlangt nach einem sparsamen Umgang.

Hohe Anforderungen. Doch nicht nur Rechenzentren sind

durstig. Auch Chiphersteller benötigen Wasser, vor allem sogenanntes

ultrareines Wasser. Die Produktion in einer großen

Halbleiterfabrik kann pro Tag etwa 500 Schwimmbecken

Wasser verschlingen. Wasserknappheit wird damit oft

zum Flaschenhals. Hinzu kommt die oftmals sehr kostspielige

Aufbereitung des verschmutzten Brauwassers. Industriewasserspezialisten

wie Ecolab und Kurita Water können

sich daher über immer dickere Auftragsbücher freuen.

Um Rechenzentren und Chipfabriken zu betreiben, braucht

es nicht zuletzt reichlich Energie sowie spezielle Metalle. Die

Crux: auch das verschlingt Unmengen an Wasser. Zwar nimmt

der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung,

die mit wenig Wasser auskommen, stetig zu. Kurzfristig

dürften jedoch Gas- und Kohlekraftwerke weiter dominieren.

Durch den KI-Boom gewinnen zudem Kernkraftwerke an

Bedeutung, für deren Betrieb besonders viel Wasser zum Kühlen

benötigt wird. Sowohl Energiekonzerne als auch Minengesellschaften

investieren daher massiv in moderne Technik,

um Wasser zu sparen und zu recyceln. Entsprechend begehrt

sind die Pumpen, Ventile, Dichtungen sowie Mess- und Analysesysteme

von Xylem und Flowserve.

Stützende Nachfrage. Die Risiken liegen vor allem in höheren

Zinsen, was Investitionen dämpfen könnte, sowie einem

nachlassenden KI-Boom. „Wasserknappheit, Bevölkerungswachstum,

eine veraltete Infrastruktur und der Klimawandel

stützen jedoch eine langfristig strukturelle Nachfrage entlang

der Wasser-Wertschöpfungskette“, sagt Jinyi Yue.

Unverzichtbares Element

Zur Kühlung von Hochleistungscomputern braucht

es sehr viel Wasser. Für Betreiber von Rechen- und

Datenzentren wie Alphabet wird die Wasserversorgung

somit zu einem strategischen Erfolgsfaktor

Wasserverbrauch von Google

in Milliarden Litern

Quelle: BNP Paribas

Datenzentren

Rest der Firma

2022 2023 2024

Enorme Herausforderung

Die weltweit steigende Halbleiterproduktion treibt

den industriellen Wasserverbrauch in die Höhe. Da

sich viele neue Standorte in wasserarmen Regionen

befinden, verstärkt sich der Wasserstress

Wasserentnahmen von Halbleiterproduzenten

gesamte Entnahmen in Millionen Kubikmeter

SK Hynix

UMC

Intel

TSMC

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 2024

Quelle: BNP Paribas

Verbesserte Nutzung

Die thermische Energieerzeugung ist extrem wasserintensiv.

Rechenzentren und Chipfabriken sind

(noch) stark von diesen Quellen abhängig. Sie

reagieren darauf mit straffen Effizienzprogrammen

Wasserverbrauch in Kraftwerken

in Litern je Megawattstunde, nach Kühlungsystemen

AKWs

geschlossener

Kühlkreislauf

Quelle: BNP Paribas

Biomasse

Kohle

Durchlaufkühlung

Erdgas

Trockenkühlung

30

20

10

0

120

80

40

0

2500

2000

1500

1000

500

0

FOCUS MONEY 23/2026 27


moneytitel

VERTIV

Vertiv Holdings

Kurs der Vertiv-Aktie in Euro

300

Kühlt heiße Superrechner ab

In puncto Stromversorgung und Kühlung von KI-Rechenzentren führt an Vertiv

aus den USA kaum ein Weg vorbei. Mit seinen Kühlsystemen, Stromsystemen,

IT-Modulen (Racks) und Überwachungslösungen stellt das Unternehmen

sicher, dass Rechenzentren, Serverräume und Telekommunikationsnetze zuverlässig

laufen. Vertiv ist hierbei weltweit die Nummer eins.

Die Produkte sind de facto ein „must have“. Denn fällt in einem Rechenzentrum

der Strom oder die Kühlung aus, entstehen für den Betreiber massive Kosten.

Entsprechend hoch ist die Kaufbereitschaft. Im Geschäftsjahr 2025 brachte

das Erlöse in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar sowie einen operativen

Gewinn (Ebit) von rund 1,9 Milliarden Dollar ein. Das starke Wachstum setzte sich

auch im ersten Quartal 2026 fort: Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahresquartal

um 30 Prozent zu, das Ebit sogar um 62 Prozent. Analysten sehen daher

trotz der hohen Bewertung weiteres Kurspotenzial.

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA2PZ5A/US92537N1081

Börsenwert 108,45 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e50,5/37,3

Dividendenrendite für 2026e/27e0,1/0,1 %

Kursziel/Stoppkurs 236,00/242,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 16 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

200

100

e = erwartet

TRANE TECHNOLOGIES

Hilft beim sparsamen Umgang

Wo viel Energie und Wasser verbraucht werden, spielt auch der effiziente und

nachhaltige Umgang eine zentrale Rolle. Trane Technologies profitiert von diesem

Spannungsfeld. Die Stärke des irischen Unternehmens, das früher Ingersoll-Rand

hieß, sind leistungsstarke luft-, wasser- oder hybridbasierte Kühlanlagen,

die unter den Marken Trane und Thermo King vertrieben werden. Sie sind

vor allem für große Rechenzentren relevant, die an Standorten stehen, wo Wasser

knapp ist oder besonders strenge Umweltvorschriften gelten.

Die Wachstumsstory von Trane Technologies ist eng mit der steigenden Nachfrage

nach modernen, klimafreundlichen Kühltechnologien aufgrund verschärfter

gesetzlicher Vorgaben verknüpft. Betreibern von Rechen- und Datenzentren

sichern sich so klare Wettbewerbsvorteile. Nach dem Kursverdoppler im

Jahr 2024 hat die Aktie zwar an Schwung verloren. Der Aufwärtstrend ist jedoch

weiterhin intakt. Die Kursziele der Analysten reichen aktuell bis 500 Euro.

Trane Technologies

Kurs der Trane-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

400

300

200

100

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA2P09K/IE00BK9ZQ967

Börsenwert 85,96 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e30,1/26,4

Dividendenrendite für 2026e/27e0,9/1,0 %

Kursziel/Stoppkurs 452,00/325,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 17 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

ECOLAB

Löst kritische Reinungsaufgaben

Wollen Unternehmen sauber, sicher, effizient und nachhaltig arbeiten, landen

sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bei Ecolab. Der Spezialchemiekonzern

aus den USA entwickelt Reinigungs- und Hygienelösungen, die in mehr als

40 Branchen weltweit genutzt werden. Da sich damit auch ultrareines Wasser

herstellen lässt, sind die Produkte insbesondere für die Chipindustrie von Bedeutung.

Hinzu kommt die Möglichkeit, damit den Wasserverbrauch zu dosieren

und verschmutztes Wasser aufzubereiten. Dadurch zählen auch Energieerzeuger,

Bergbauunternehmen und Betreiber von Rechenzentren zur Kundschaft.

Und diese ist ausgesprochen treu. Denn die Produkte von Ecolab sind tief in

die laufenden Produktionsprozesse integriert. Das erschwert den Wechsel zu einem

anderen Anbieter und sichert Ecolab wiederkehrende Umsätze und stabile

Cashflows. Marktbeobachter erwarten, dass die jüngste Wachstumsschwäche in

diesem Jahr endet – was dem Aktienkurs neuen Schwung verleihen dürfte.

28

Ecolab

Kurs der Ecolab-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

240

200

160

120

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN854545/US2788651006

Börsenwert 61,47 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e30,3/26,5

Dividendenrendite für 2026e/27e1,2/1,2 %

Kursziel/Stoppkurs 274,00/181,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 26 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

FOCUS MONEY 23/2026


KURITA WATER

Ist den Chipproduzenten ganz nah

Mit seiner mehr als 75-jährigen Geschichte verfügt das Unternehmen Kurita

Water vor allem über eines: sehr viel Erfahrung in der industriellen Wasseraufbereitung

und -wiederverwendung. Die Japaner zählen deshalb zu den gefragtesten

Anbietern für die Produktion von ultrareinem Wasser, das vor allem

in der Halbleiter- und Elektronikindustrie benötigt wird. Zudem punktet Kurita

mit der geografischen Nähe zu den großen Chipproduzenten in Asien.

Wie Ecolab profitiert auch Kurita von einer hohen Kundenbindung und gewissen

Preissetzungsmacht, was die Erlöse und Margen schützt. Im Geschäftsjahr

2026, das am 31. März endete, werden die Umsätze allerdings etwas niedriger

ausfallen als im Vorjahr. Grund ist der Verkauf der Tochter Pentagon. Dank der

Kostendisziplin wird der operative Gewinn (Ebit) jedoch höher ausfallen. Satoshi

Taninaka von SMBC Nikko Securities, einer der wenigen Kurita-Analysten, hat

sein Kursziel kürzlich auf 10 200 Yen (umgerechnet rund 55 Euro) erhöht.

Kurita Waters

Kurs der Kurita-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

25

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN851119/JP3270000007

Börsenwert 5,33 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2027e/28e*22,6/20,1

Dividendenrendite für 2027e/28e1,4/1,6 %

Kursziel/Stoppkurs 54,00/39,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 13 %

Quelle: Factset UK Limited 2026, *Geschäftsjahresende: 31.03.

45

40

35

30

e = erwartet

XYLEM

Bringt Wasser von A nach B

Der Transport von Wasser wird beim Thema KI-Infrastruktur oft unterschätzt.

Dabei lauern auch hier hohe unternehmerische Risiken. Gleichzeitig bietet dieser

Bereich das größte Optimierungspotenzial. Das US-Unternehmen Xylem

ist mit seinen Pumpen, Reglern, Analyse- und Steuerinstrumenten sowie den

Netzwerk- und Smart-Water-Technologien, für die es mehr als 8300 Patente

und Markenrechte besitzt, mittlerweile eine der wichtigsten Adressen in puncto

Wasserführung, -überwachung und -aufbereitung.

Xylems Stärke ist die breite Kundenbasis. Das Unternehmen deckt mit seinen

Produkten nicht nur alle Wasserbereiche der KI-Infrastruktur ab (vom Rechenzentrum

bis zum Bergbaukonzern), sondern beliefert z kommunale Wasserwerke und

Abwasserbetriebe, Bauunternehmen sowie Rettungsdienste. Aktuell bietet sich

bei der Aktie eine gute Einstiegsgelegenheit, da Analysten den fairen Wert im

Durchschnitt bei 131 Euro sehen – was 38 Prozent Kurspotenzial bedeutet.

Xylem

Kurs der Xylem-

Aktie in Euro

200-Tage-Linie

120

100

60

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA1JMBU/US98419M1009

Börsenwert 22,60 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e19,9/18,1

Dividendenrendite für 2026e/27e1,4/1,5 %

Kursziel/Stoppkurs 131,00/80,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 38 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

80

e = erwartet

FLOWSERVE

Hält Flüssigkeiten und Gase am Laufen

Pumpen, Ventile, Dichtungen und Steuerungssysteme sind auch das Geschäft

von Flowserve. Der US-Konzern profitiert damit wie Xylem von der stark

wachsenden Nachfrage nach einem verlustarmen Wassertransport und -verbrauch.

Der Fokus liegt dabei vor allem auf den KI-Infrastrukturthemen Energiegewinnung

und Rohstoffverarbeitung. Flowserve beliefert aber beispielsweise

auch Meerentsalzungsanlagen zur Kühlung von Rechenzentren.

Flowserve ist jedoch kein reiner „Wasser-Player“. Zu den mehr als 10000 Kunden

zählen auch Firmen aus der Öl- und Gasbranche sowie der Chemie- und Pharmaindustrie,

wo verschiedene Flüssigkeiten und Gase verteilt werden müssen.

Das Wassergeschäft dürfte aber an Bedeutung gewinnen und das Wachstum die

nächsten Jahre beschleunigen. So soll der Jahresgewinn 2026 laut Analysten

trotz schwacher Ergebnisse im ersten Quartal von 346 auf 522 Millionen Dollar

steigen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis würde dann von aktuell 25,7 auf 17,1 sinken.

FOCUS MONEY 23/2026

Flowserve

Kurs der Flowserve-Aktie in Euro

30

200-Tage-Linie

20

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN864999/US34354P1057

Börsenwert 7,67 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e17,1/15,0

Dividendenrendite für 2026e/27e1,3/1,3 %

Kursziel/Stoppkurs 77,00/50,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 29 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

70

60

50

40

e = erwartet

29


moneytitel

INTERVIEW

Wir finden

auch jetzt

noch richtig

attraktive

Aktien“

Sven Anders, US-Aktien-Spezialist

bei J. P. Morgan Asset Management

über die Korrektur-Gefahr nach dem

Höhenflug, die Folgen des Bond-

Bebens und Aktien, die jetzt noch

enormes Potenzial haben.

von PETER BLOED

Der legendäre Hedge-Fonds-Manager Michael Burry sieht derzeit

große Parallelen zum Jahr 2000, dem Höhepunkt der New-

Economy-Blase, weil die Aktienkurse in den USA nur noch auf

KI reagieren und nicht mehr auf Makrodaten wie Inflation oder

Konsumentenvertrauen. Hat er recht?

Sven Anders: Der Vergleich hinkt schon sehr. Damals

war vieles von einer vagen Hoffnung getrieben, dass irgendwann

Geschäftsmodelle entstehen. Heute nutzen

bereits 80 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz.

Was wir an den Märkten momentan sehen, ist

also basiert auf tatsächlichen Cashflows, Umsätzen

30 Foto: J.P. Morgan Asset Management

FOCUS MONEY 23/2026


Ist der Markt vielleicht ein bisschen zu positiv und ignoriert den

Iran-Konflikt und den hohen Öl-Preis? Ja, das mag sein.“

Sven Anders, J. P. Morgan Asset Management

und vollen Auftragsbüchern. Die Kursanstiege in den Jahren

1999 und 2000 hatten nicht viel mit Unternehmensgewinnen

zu tun. 70 Prozent der Rallye waren reine Spekulation.

Derzeit wachsen dagegen die Gewinne sogar leicht

stärker als die Kurse.

Und dennoch kennen die Kurse kein Halten mehr seit April. In der

jüngsten Umfrage der Bank of America unter Fondsmanager zeigte

sich die größte Umschichtung von Monat zu Monat rein in US-

Aktien, seit es die Umfrage gibt. Ist die Euphorie zu groß?

Anders: Der April war tatsächlich einer der

stärksten Monate, die wir je gesehen haben.

Aber das hat auch einen Grund: Der Markt

konzentriert sich auf die Fundamentaldaten.

Die aktuelle Quartalsberichtssaison ist die

Beste der vergangenen vier Jahre. Ist der

Markt vielleicht ein bisschen zu positiv und

ignoriert den Iran-Konflikt und den hohen

Ölpreis? Ja, das mag sein. Die Erwartung ist

aber, dass sich der Konflikt relativ schnell

löst. Solange das nicht der Fall ist, muss man

daher auch mit nervöseren Märkten rechnen.

Vita

Die Anleihe-Investoren sind derzeit nicht so entspannt

wie Aktienanleger. Bei Staatsanleihen erleben

wir gerade ein Bond-Beben, mit kräftig steigenden

Renditen. Wo ist der Punkt, ab dem sich

das negativ auf Aktien auswirken kann?

Anders: Wir sind schon relativ nah an diesem

Punkt, wenn man die Vergangenheit zu

Rate zieht. Allerdings sind die Aktienmärkte

stark Technologie- und KI-getrieben und

den Technologie-Unternehmen ist die Korrelation

zwischen Anleihen und Aktien weniger wichtig.

Dazu kommt, dass sich der Aufschwung, etwa im S&P 500,

deutlich verbreitert. Neben Technologiewerten laufen auch

der Industriegüterbereich und Versorgeraktien deutlich

besser. Sollte sich der Iran-Krieg noch zwei Monate hinziehen

und der Öl-Preis oberhalb von 110 oder sogar 120 Dollar

je Barrell verharren, wird das Druck auf die Aktienmärkte

erzeugen. Derzeit rechnen wir aber nicht damit.

Sven Anders

Studierte Betriebswirtschaftslehre

an der FOM Hochschule

für Oekonomie und Management

und der Cranfield Scholl

of Finance

Investmentspezialist bei der

Hamburger Sparkasse

seit 2016 Investmentspezialistfür

US-Aktien bei J.P.

Morgan Asset Management in

London.

Wobei der Aufschwung nicht wirklich breit ist – abseits der Unternehmen

aus Bereichen wie KI, Rechenzentren und Energie. Wird

sich das im Jahresverlauf endlich ändern? Erwartet wird das ja

schon länger.

Anders: Hier könnte einiges in Bewegung kommen, wenn

wir einmal nur auf die Gewinnerwartungen schauen. Zuletzt

trugen die Tech-Konzerne ja ein Großteil des Wachstums.

Für dieses Jahr rechnen wir bei den Magnificent Seven

mit einem Gewinnwachstum von 32 Prozent. Für den

restlichen Markt, also die anderen 493 Unternehmen im

S&P 500, rechnen wir mit einem Wachstum von kräftigen

19 Prozent. Und das ist die größte Überraschung in diesem

Jahr. Denn diese 493 Unternehmen zeigten vor drei Jahren

noch ein negatives Wachstum von minus vier Prozent. Im

vergangenen Jahr lag das Gewinnwachstum hier bei acht

Prozent. Egal, ob Finanzwerte, der Gesundheitssektor oder

der Energiebereiche – in fast jedem Sektor

rechnen wir in diesem Jahr mit zweistelligen

Wachstumsraten. Bei den Gewinnen, und die

sind ja wichtig für die Entwicklung der Aktienkurse,

sehen wir also eine deutliche Verbreiterung

des Marktes. Aber der S&P 500 ist

nach wie vor sehr konzentriert. Nur 13 Unternehmen

kommen auf einen Indexanteil

von mehr als einem Prozent. Es gibt also derzeit

relativ viel Potenzial abseits dieser Unternehmen.

Und das versuchen wir, herauszufiltern.

Was sind die Kriterien, um die spannenden Unternehmen

zu finden?

Anders: Wir fokussieren uns auf das langfristige

Gewinnwachstum. Und die Entwicklung

der Umsätze, der Dividenden und natürlich

der Cashflows in den nächsten drei bis

fünf Jahren. Und dann muss man noch taktisch

auf die teils sehr schnellen Veränderungen

achten, die nicht immer mit Kennzahlen

zu tun haben.

Sondern?

Anders: Nehmen wir mal eine Intel-Aktie, die seit Jahresanfang

200 Prozent gemacht hat. Fundamental sieht das

Unternehmen eigentlich gar nicht so toll aus. Da sind viele

Spekulationen und Hoffnungen im Spiel. Sollte man solche

Momentum-Aktien automatisch übergewichtent? Nein.

Trotzdem schauen wir uns die Unternehmen an und haben

eine gewisse Position. Ähnlich ist es mit Speicherchip-Herstellern,

wie Micron, Sandisk oder Western Digital. Wir halten

mittlerweile alle im Portfolio, auch wenn nicht immer

übergewichtet. Sandisk beispielsweise ist schon relativ

hoch bewertet. Am wichtigsten bleibt das langfristige Gewinnwachstum.

Denn darauf fokussiert sich der Markt mittel-

bis langfristig.

FOCUS MONEY 23/2026

31


moneytitel

Und doch führt kein Weg an Momentum-Aktien vorbei. Wenn man

eine vernünftige Rendite erwirtschaften will.

Anders: Ja und da ist dann die Schwierigkeit, zwischen

Spekulation und den eigentlichen Fundamentaldaten zu

unterscheiden. Wir wollen eben nicht wieder wie im Jahr

2000 enden. Gerade bei den Speicherchip-Herstellern ist es

schwierig, verlässlich auf die Entwicklung der kommenden

Jahre zu schauen, da das Geschäft sehr zyklisch ist. Der

Hype kann noch einige Zeit weitergehen, aber es würde

mich nicht verwundern, wenn wir in dem Bereich irgendwann

einen Abverkauf erleben.

Wie passen die Allzeithochs des Nebenwerte-Index Russel 2000 in

das Bild? Da gibt es wenig KI-Phantasie, schlechte Bilanzqualität

und eine hohe Zinsempfindlichkeit?

Anders: Small Caps haben sich tatsächlich gut geschlagen.

Allerdings auch nur in drei Bereichen: Energie, Gesundheitswesen

und Industriegüter. Letzteres Segment hat

einen sehr hohen Anteil im Index und ist der Sektor mit der

höchsten, positiven Korrelation zur Wirtschaft. Läuft also

die Konjunktur, laufen Industriegüter. Und die Energieunternehmen

profitieren derzeit natürlich vom den hohen Ölpreisen.

Und dennoch geht ohne Tech weiterhin nichts im Depot?

Anders: Letztlich ist das Thema KI zu groß, um es zu ignorieren.

Nicht nur, was den Aufbau angeht,

also die klassischen Technologiekonzerne.

Denn die Zeit der Anwendung von KI geht ja

gerade erst los. Das ist wie mit dem Mobilfunk

in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Erst

gab es Mobiltelefone, mit denen man telefonieren

konnte. Also waren es die Hersteller und

Mobilfunkanbieter, die damit Geschäft machen

konnten. Heute kann man sich per App

ein Taxi oder Essen bestellen. Spannend wird

also die zweite und dritte Stufe. Und da zieht

sich KI durch alle Bereiche – vom Handel über

das Gesundheitswesen bis hin zu Finanzen.

Das werden die Trends der kommenden Jahre,

auf die wir uns fokussieren.

Ihre Watchlist ist also die zweite oder dritte KI- Stufe?

Anders: Absolut. Wenn ich mir unsere Portfolien

anschaue, dann sind die größten Übergewichte

im Medienbereich. Natürlich ist da

auch Amazon oder Alphabet dabei. Oder im

Handelsbereich Walmart, die die Brücke zwischen

stationärem und digitalem Handel gut

geschlagen haben. Mittlerweile kommen 20 Prozent der

Umsätze aus dem Online-Segment, weil viel in Technologie

investiert wurde. Eine ähnliche Entwicklung sehen wir

bei TJX. Einige Unternehmen schaffen den Sprung in die

neue Welt, andere nicht. Und genau da muss man sehr genau

unterscheiden. Das zeigt, warum aktives Management

heute so wichtig ist. Denn eigentlich möchte man nicht so

viele Einzelhandels-Unternehmen im Portfolio haben. Wir

schließen derzeit sogar viel in dem Bereich aus.

Welche Segmente haben Sie im Moment auf dem Radar?

Anders: Gerade auf dieser zweiten und dritten KI-Stufe

gibt es noch unglaublich viele spannende Möglichkeiten.

Wir wissen ja zum Beispiel noch gar nicht, was 10 000 Stunden

an Rechenleistung für die Krebsvorsorge erreichen

können. Da wird massiv von Unternehmen wie Johnson &

Johnson, Appview, Merck oder Amgen investiert. Im Finanzbereich

ist das ähnlich, was da alles momentan auf der

Online-Seite passiert, ist ziemlich spannend.

Ich weiß, da wird

der ein oder

andere kritisch

schauen, aber die

Bewertungen sind

gar nicht so hoch. “

Sven Anders

US-Aktien-Spezialist bei J.P.

Morgan Asset Management

Bleiben Nebenwerte interessant?

Anders: Small Caps sind sehr zyklisch. Und die Qualität

ist überschaubar. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen

im Russell 2000 wirtschaften

nicht profitabel. Solange es diese hohen Renditen

bei Large Caps gibt:, wozu soll man sich

das zusätzliche Risiko ins Portfolio holen?

Nehmen wir den Energiesektor. Die großen

Konzerne brauchen einen Ölpreis von 35 Dollar

je Barrel, um ihre Kosten zu decken – inklusive

Dividende sind es 40 bis 50 Dollar. Bei

Small Caps dagegen sind es mindestens 55

Dollar. Fällt der Öl-Preis wieder auf 85 Dollar,

wovon wir ausgehen, ist die Marge dann

schnell wieder klein.

Es gibt ja nicht nur Energiewerte im Russell 2000.

Anders: Auch in anderen Bereichen ist die

Differenz zwischen Groß und Klein sehr ähnlich.

Nehmen wir den Gesundheitssektor, der

gut gelaufen ist. Großkonzerne wie Pfizer oder

Johnson & Johnson haben 60,70 oder sogar

100 Medikamente in klinischen Testphasen.

Bei den Small Caps sind es vielleicht drei bis

vier. Wenn da eine Medikamenten-Entwicklung

nicht funktioniert, kann die Aktie deutlich fallen. Bei

den großen Konzernen fällt das viel weniger ins Gewicht.

Natürlich ist der Hebel nach oben dann auch größer, wenn

ein Medikament es zur Marktreife schafft. Aber das Risiko

bei Nebenwerten lohnt sich derzeit kaum im Vergleich zu

den großen Unternehmen.

Wie wichtig ist eigentlich derzeit überhaupt die Makro-Lage für die

Börse. Im Moment ignorieren Investoren das ziemlich.

Anders: Es wird mittelfristig eine Rolle spielen. Wenn wir

uns die geopolitischen Spannungen anschauen, den Krieg

und den Energie-Engpass – das lässt bislang die Märkte relativ

kalt. Das wird aber nicht ewig so weitergehen. Solange

wir eine Situation haben, in der das Wirtschaftswachstum

in den USA adäquat ist, also im Bereich des

Trendwachstum bei zwei Prozent, die Arbeitslosigkeit

nicht in die Höhe schießt und die Zinsen nicht zu lange

hoch bleiben, könnte der Aktienmarkt weiter Auftrieb haben.

Wenn wir aber mal davon ausgehen, dass sich an die-

32 FOCUS MONEY 23/2026


SVEN ANDERS

im Gespräch mit

Focus-Money-

Redakteur Peter

Bloed

sem Irankrieg nichts ändert und der Ölpreis hoch bleibt,

dann würde mich auch nicht wundern, wenn in den nächsten

Wochen oder Monaten auch die Aktienmärkte stärker

auf die Makrodaten und die Folgen schauen. Die Makrolage

spielt daher bei der Aktienauswahl schon eine gewisse

Rolle. .

Abschließend, wie wichtig ist in diesem Umfeld Stockpicking und

auch das Thema Bewertung ?

Anders: Ich würde sagen, sehr wichtig. Die Bewertung ist

immer ein Thema. Aber die Bewertungen sind aktuell gar

nicht so hoch. Ich weiß, da wird der ein oder andere vielleicht

ein bisschen kritisch schauen. Aber der S&P 500 wurde

Anfang des Jahres mit einem KGV von 22 gehandelt. Jetzt

sind wir bei etwas über 21. Ja, das klingt jetzt erst mal nicht

danach, dass wir deutlich niedriger liegen. Aber das Umfeld

hat sich verändert. Die Nvidia-Aktie beispielsweise, hat

immer noch eine Marge von über 70 Prozent und das Unternehmen

hat es geschafft, den Umsatz um fast 60 Prozent

zu steigern. Nvidia wird mit einem KGV von 20 bewertet,

was überhaupt nicht teuer ist, nachdem die Gewinne so

stark angestiegen sind. Ähnliches gilt für Alphabet. Auch

Apple sieht wieder deutlich attraktiver aus. Natürlich gibt

es einige teure Aktien. Tesla ist mit einem KGV von 55 immer

noch teuer. Auch die Speicherchip-Hersteller sind relativ

teuer. Der Gesamtmarkt ist aber nicht teurer geworden.

So ist das Wichtigste, bei der Aktienauswahl selektiv

vorzugehen.

Aber?

Anders: Wenn ich zum Beispiel den S&P 500 in Quintile

einteile, dann ist aktuell die Spanne zwischen dem ersten

und dem letzten Quintil so weit auseinander, wie seit 40

Jahren nicht mehr. Das bedeutet, es sieht momentan auf

dem Papier relativ einfach aus, zu sagen, diese Aktie ist

günstig, die sollte ich kaufen. Darauf reagiert der Markt

aber nicht, sondern darauf, wo sich mehr Ertrag gewinnen

lässt. Deshalb sollte man sich, selbst wenn der Gesamtmarkt,

wie eben erläutert, relativ attraktiv bewertet aussieht,

nicht nur die Top-Down-Perspektive anschauen,

sondern wirklich bottom-up auf jedes einzelne Unternehmen

schauen. Es hängt ja auch davon ab, wo die Gewinnschätzung

hingeht. Wir haben unsere Gewinnschätzungen

noch einmal deutlich angepasst: Von 15 Prozent Anfang

des Jahres auf 22 Prozent, die wir jetzt für den S&P 500 erwarten.

Das ist eines der stärksten Jahre überhaupt in der

Historie.

Woher kommt diese plötzliche Stärke. Normalerweise startet man

hoch ins neue Jahr und passt dann nach unten an.

Anders: Ja, das ist genau das, was Analysten normalerweise

machen. Ob der S&P 500 ein Gewinnwachstum von 22

Prozent schafft, hängt natürlich auch ab davon, was der Ölpreis

macht. Wir haben neben den Rohstoffen den Energiesektor

mit am stärksten nach oben korrigiert. Wenn der Ölpreis

fällt, sehen wir vielleicht weniger Wachstum. Aktuell

sind wir bei 67 Prozent Gewinnwachstum im Energiebereich.

Vielleicht sind es dann 50 Prozent. Das ist immer

noch hoch. Aber der Trend, dass das Gewinnwachstum von

den Umsätzen und den Cashflows getrieben ist und es den

Unternehmen im Grunde gut geht, ist erkennbar. Und auch

in Sachen Bewertung finden sich in diesem Umfeld immer

noch wirklich interessante Aktien. Aber, um hier mehr Rendite

rauszuholen, muss man aktiv sein. Das geht nicht über

große Indexfonds. Es gibt aktuell 410 Aktien, die einen Anteil

am S&P 500 von weniger als 0,2 Prozent haben. Wenn

ich also einen Passivindex kaufe, kaufe ich im Prinzip die

10 bis 20 größten Titel. Der Rest fällt nicht wirklich ins Gewicht.

Gibt es taktische Sektoren, die man jetzt unbedingt auf dem Schrim

haben muss?

Anders: Wir sind wie gesagt im Medienbereich übergewichtet,

also in Unternehmen wie Alphabet aber auch Microsoft

und Amazon. Der ganze Onlinehandel ist interessant,

auch Walmart hatte ich ja schon angesprochen. Auch

die Großbanken finden wir derzeit sehr spannend, trotz der

Zinsniveaus. Vorsichtiger würde ich dann eher im stabilen

Konsumgütersegment sein. Auch bei einigen der zyklischen

Industriegüter sind wir eher vorsichtiger. Zyklische

Industrie bedeutet allerdings nicht, dass wir alles negativ

sehen. Unternehmen wie Eaton oder Train Technology, im

Grunde alles, was mit Datenzentren zu tun hat, ist attraktiv.

Wir haben auch einige Airlines mit in den Portfolien,

auch wenn man da sehr genau hinschauen muss. Insgesamt

sind wir im Moment ziemlich breit aufgestellt.

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: J.P. Morgan Asset Management 33


moneymarkets

AKTIEN EUROPA

Längst nicht alles

ist teuer

Die Indizes wieder auf Rekordniveau, aber

eine breite Spanne bei den Einzelwerten.

Schnäppchenjäger kommen weiterhin

auf ihre Kosten. Einige Kandidaten

für einen Einkauf

von BERND JOHANN

Das heißt mal eine gute Nachricht.

„Die Gewinnentwicklung der europäischen

Firmen ist deutlich besser

als erwartet“, zieht die Wiener

Erste Group eine Zwischenbilanz

der bisher eingetrudelten

Berichte zum ersten Quartal. Der Anteil

positiver Gewinnüberraschungen auf

dem alten Kontinent liege über dem

historischen Durchschnitt.

Die Aktienmärkte reagieren entsprechend.

Der europaweite Stoxx

600 Index hat seinen durch den

Irankrieg ausgelösten Einbruch

von bis zu 16 Prozent

ausgeglichen und testet wieder

seine Höchststände.

Ähnlich sieht es beim engeren,

Großkonzerne in

der Eurozone umfassenden

Euro Stoxx 50 aus.

Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis

(KGV)

bedeutet das mit Blick

auf die für 2026 erwar-

PREISWERT

SHOPPEN: Europas

Börsen

bieten immer

noch reichlich

Gelegenheiten

34 Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 23/2026


teten Erträge einen Wert von im Schnitt gut 15 für den breiten

europäischen Markt und von 14 für den Euro Stoxx.

Das ist nicht mehr preiswert, erscheint aber auch nicht

überteuert. Wobei solche Durchschnitte nur die halbe Wahrheit

erzählen. Denn beim Euro Stoxx etwa reicht die KGV-

Spanne von gut 40 bei Siemens Energy und beim niederländischen

Halbleiter-Zulieferer ASML oder gar 55 bei Infineon

bis hinunter zu sieben bei BNP Paribas und BMW oder nur

fünf bei Volkswagen. Von den 50 Werten im Index notierten

zuletzt allein 15 Titel mit KGV zehn und darunter. Stark vertreten

hier: die Finanzsparte. Solche Billig-Bewertungen laden

dazu ein, nach Chancen auf ein Nachziehen der Aktien

gegenüber dem breiten Markt zu forschen. Die gibt es durchaus.

Vor allem, wenn die Gewinnaussichten der Firmen intakt

erscheinen. FOCUS MONEY stellt einige Kandidaten vor.

Niedrig ist zwar nicht immer günstig... Beim Blick auf die

Branchen stechen neben den Finanzen vor allem Autowerte

hervor. Im Dax lockt Porsche Automobil Holding mit einem

KGV von drei, im französischen CAC 40 Renault mit einem

Wert von vier. Dazu tragen zum einen stark gesunkene Kurse

bei. Andererseits setzen die Analysten nach schwachen

Jahren 2024 und 2025 branchenweit auf einen Wiederanstieg

der Gewinne. Der Markt scheint hier skeptischer zu sein,

zumal die Berichte zum ersten Quartal 2026 querbeet eher

weniger ermutigend ausfielen. Investitionen in Autos erforderten

viel Geduld, mahnt denn auch Fondsmanager und bekennender

Antizykliker Peter Huber vom Taunus Trust.

Den Kontrapunkt zu der Automobilbranche setzen Rohstoffaktien,

voran Ölförderer. Auch sie zeigen niedrige KGVs,

allerdings wegen der im Sog der Rohwarenpreise hochschießenden

Gewinne. Die Auguren setzen bisher eher darauf,

dass sich dies im Falle einer dauerhaften Öffnung der Straße

von Hormus wieder normalisieren könnte und das hohe Ertragsniveau

nicht von Dauer ist.

Vorerst trauen sie aber zum Beispiel der französischen Total

Energies für 2026 nahezu einen Gewinnverdoppelung auf

um die zehn Euro je Aktie zu nach 51 Prozent Ertragsplus im

ersten Quartal. Das KGV würde das auf rund acht drücken.

Dem soll aber dann ein allmähliches Abschmelzen der Erträge

folgen. Ähnlich sind die Schätzungen bei den britischen

Branchentiteln BP und Shell, aktuell gleichfalls mit KGV acht.

...aber öfters schon. Besser scheint hier der im Stoxx-Index

aufgeführte Goldschürfer Endeavour Mining dazustehen

mit Bewertung lediglich zum Sieben- bis Achtfachen der

2026er Gewinne und prognostiziert dauerhaft erhöhten Erträgen.

Dies sollte dann mittelfristig auch weiteren Raum

beim Aktienkurs schaffen.

Die Krise im Mittleren Osten tangiert weitere Bereiche,

etwa Reisen und Touristik. Die Unternehmen hier müssen

sich teils umorientieren, Aktien von Flughäfen wie Fraport

und von Airlines wie IAG (siehe Seite 36) oder Lufthansa gerieten

unter Druck. Mit den Kursen sank die Bewertung oftmals

in den klar einstelligen KGV-Bereich, was eine merkliche

Gegenreaktion erwarten lässt, sollte sich die Lage um den

Iran beruhigen.

Zu dieser Liga zählt ferner der Reisekonzern TUI. Nach 30

Prozent Kursminus wird die im MDax notierte Aktie nur noch

mit dem Siebenfachen der für 2026 erwarteten Gewinne bewertet,

trotz des erwarteten deftigen Rücksetzers auch hier.

Der Vorstand bezeichnet das erste Geschäftshalbjahr

2025/26 bei einem saisonal üblichen Verlust und trotz 40

Millionen Euro Iran-Belastungen als das operativ beste bisher.

Für 2026/27 setzt der Markt auf eine merkliche Ertragserholung,

was für die Aktie auf aktuellem Kurslevel sogar nur

ein KGV von sechs bedeuten würde. Sie ist so eine Spekulation

auf eine fortbestehende Reiselust der Europäer.

Es locken aber auch etliche günstig bewertete, weniger

vom Mittleren Osten tangierte Firmen. Banken und andere

Finanztitel profitieren dabei von stabilen Zinsmargen und

fortbestehendem Anlagebedarf. Manche davon, wie etwa Aegon

oder Unicredit, schreiben derzeit ihre eigene Story. Insgesamt,

so AGI-Chefvolkswirt Hans-Jörg Naumer mit Blick

auf die Märkte, bleibe das Umfeld für Aktien konstruktiv. Es

nehme aber die Bedeutung der Einzeltitelauswahl zu.

UNICREDIT

Agiert von starker Basis

Das Gerangel um die Commerzbank-Übernahme beherrscht die Nachrichten

um das führende italienische Geldhaus. Dabei punktet die Bank, die Ender

der neunziger Jahre aus der Fusion vor allem einiger Sparkassen entstand

und im Jahr 2005 die deutsche Hypovereinsbank übernahm, auch im laufenden

Geschäft. Dessen Ertrag wuchs im Laufe der vergangenen Jahre kontinuierlich

auf knapp sieben Euro je Aktie in 2025, gefolgt von einem Sprung um

19,7 Prozent auf 2,15 Euro je Anteil im ersten Quartal 2026.

Für das komplette Jahr kündigte der Vorstand bereits ein weiteres Ergebnisplus

an. Die Markterwartungen gehen bis 2028 von einer Zunahme um mindestens

ein Drittel aus. Gelingt die Übernahme der Commerzbank, würde das

nicht nur die Marktstellung des in Italien sowie in Mittel- und Südosteuropa aktiven

Instituts, sondern wohl auch seine Bewertung an der Börse steigern. Der

Aufwärtstrend der Aktie dürfte sich so bei allen Schwankungen fortsetzen.

FOCUS MONEY 23/2026

Unicredit

Kurs der Unicredit-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN

A2DJV6/ IT0005239360

Börsenwert 105 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e9,3/8,6

Dividendenrendite für 2026e/27e 5,3/5,9 %

Kursziel/Stoppkurs 90,00/58,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 25 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

60

40

20

e = erwartet

35


moneymarkets

PROSUS

Mit spekulativem Touch

Eine offensivere Gangart schlägt die niederländische Tochter des südafrikanischen

Internet-Konzern Naspers ein. Sie beteiligt sich weltweit an Firmen

aus E-Commerce, Fintech, Kleinanzeigen, Lebensmittellieferung sowie Bildung

und handelt hier auch recht rege. Aktuell sind es 120 Adressen. Etwas dünnere

Erträge und dürftige Nachrichten von der China-Beteiligung Tencent drückten

den Aktienkurs zuletzt um rund ein Drittel. Bewertet ist das Papier nun lediglich

mit dem Achtfachen der für das Geschäftsjahr 2025/26 (Ultimo 31. März)

erwarteten Gewinne - sehr moderat für einen Titel aus dieser Sparte.

Seit Börsengang 2019 zeigt Prosus kontinuierlich positive, aber schwankende

Resultate. Aktuell ist unter anderem der Verkauf der Beteiligung an Delivery

Hero an Uber im Gespräch. Die Prognosen weisen auf ein fühlbar höheres

Gewinn-Niveau im aktuellen und nächsten Geschäftsjahr. Die Jahreszahlen für

die abgelaufene Periode erscheinen am 29. Juni.

Prosus

Kurs der Prosus-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

10

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA2PRDK/NL0013654783

Börsenwert 87 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,4/7,5

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,5/0,6 %

Kursziel/Stoppkurs 65,00/29,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 65 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

60

50

40

30

20

e = erwartet

INTERNATIONAL CONSOLIDATED AIRLINES

Will Turbulenzen trotzen

Auf viel Gegenwind stößt derzeit die International Airline Gruppe, bestehend

aus British Airways, Iberia, Air Lingus, den Billig-Fliegern Vueling und Flylevel

sowie mit Qatar Airways (Anteil 26 Prozent) als Großaktionär. Die Gründe liegen

auf der Hand: gestrichene Flüge wegen des Iran-Konflikts, vor allem aber

höhere Kerosinpreise. Als Folge kappte der Vorstand die Wachstumziele für

2026 bei den Kapazitäten von drei auf eins bis zwei Prozent. Beim Ertrag tippt

der Markt auf einen Rückgang um zehn Prozent mit neuem Steigflug ab 2027.

Die IAG-Aktie stabilisierte sich nach ersten Verlusten zuletzt wieder. Für sie

spricht die relative Unabhängigkeit der Gruppe von der Region um den Mittleren

Osten mit 13 Prozent der Aktivitäten gegen 81 Prozent in Europa und

Amerika. Die Nachfrage auf den Hauptmärken bleibe robust, so der Vorstand.

Er sieht die IAG gut gerüstet. Zudem will er bis Frühjahr 2027 Aktien zurückkaufen.

Eine Entspannung um den Iran würde wohl weiteren Schub geben.

OMV

Markt fördert Fantasie

Einen 25-Prozent-Sprint legte die Aktie des Wiener Öl- und Gaskonzerns seit

Jahresstart hin. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten brachten im ersten

Quartal 2026 nahezu eine Gewinn-Vervierfachung. Je Aktie sprangen 4,55

Euro heraus. Für das Gesamtjahr geht der Vorstand beim Ölpreis von um 90

Barrel je Fass Brent aus, meidet bisher aber eine konkretere Ergebnisaussage.

Die Analystenprognosen von gut acht Euro Ertrag je Aktie in 2026 nach

3,11 Euro 2025 dürften nach diesem Jahresstart eher defensiv sein. Sicher erscheint

indes ein auf absehbare Zeit klar höheres Ertragsniveau als zuvor.

Bei der Aktie spricht das gleichfalls für eine höhere Einstufung. Ihr Kurs brach

zuletzt nach oben aus. Dennoch notiert sie mit attraktivem KGV und guter Dividendenrendite.

OMV fördert Öl und Gas vor allem in Mittel- und Osteuropa,

betreibt Raffinerien und Tankstellen und liefert Produkte für die Chemie. Die

Aktie ist so auch eine Spekulation auf dauerhaft erhöhte Öl- und Gaspreise.

36

International Consolidated Airlines

Kurs der ICA-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

1

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA1H6AJ/ES0177542018

Börsenwert 21 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e7,0/5,8

Dividendenrendite für 2026e/27e 2,4/2,6 %

Kursziel/Stoppkurs 5,90/3,70 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 30 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

OMV

Kurs der OMV-Aktie in Euro

30

200-Tage-Linie

20

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN874341/AT0000743059

Börsenwert 20 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e7,5/8,7

Dividendenrendite für 2026e/27e 7,3/7,7 %

Kursziel/Stoppkurs 75,00/53,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 20 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

4

3

2

e = erwartet

60

50

40

e = erwartet

FOCUS MONEY 23/2026

D

z

b

T


AEGON

Next Level

Auswanderungsgelüste in die USA hegt der niederländische Versicherungskonzern,

aktiv vor allem in West- und Südeuropa sowie Nordamerika. Der Vorstand

sieht dort „unwiderstehliche Wachstumchancen“ und will Aegon zu einer

führenden US-Lebensversicherungs- und Altersvorsorge-Gruppe machen.

Kosten soll der Standortwechsel 350 Millionen Euro bis 2028, das britische

Geschäft wird verkauft, die Gruppe soll später den Namen Transamerica tragen.

Schon jetzt stammen gut zwei Drittel der operativen Erträge aus den USA.

Die neue Strategie sollte die Aktien in Bewegung halten. 2025 steigerte Aegon

den Gewinn von 676 auf 980 Millionen Euro oder 59 Cent je Aktie. 2026

sollen es mehr als 90 Cent werden. Weitere Bonbons für die Anteilseigner:

Aktienrückkäufe über 400 Millionen Euro in 2026, ferner angekündigt eine

jährliche Steigerung der Dividende um mindestens fünf Prozent.

Aegon

Kurs der Aegon-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISINA3ET99/BMG0112X1056

Börsenwert 11 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,1/7,7

Dividendenrendite für 2026e/27e 6,0/6,4 %

Kursziel/Stoppkurs 10,00/6,30 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %

7

6

5

4

3

Quelle: Factset UK Limited 2026 e = erwartet

CEWE & CO

Bringt sich besser ins Bild

Eigentlich voll im Trend liegt SDax-Wert Cewe mit seinen digitalen Fotodiensten

wie Fotobücher, Wandbilder, Kalender und vielen individuellen Angeboten.

Nur zeigte sich dies bislang kaum in den Zahlen: Trotz wachsender Umsätze

(2025: 864 Millionen Euro) stagnieren die Erträge seit Jahren mit wenig

Schwankungen bei knapp 60 Millionen Euro. Ähnlich tendiert die Aktie.

Das soll sich nun ändern. Die bestens finanzierte Gesellschaft verkauft ihr

kommerzielles Online-Druck-Geschäft und konzentriert sich voll auf das sehr

profitable Foto-Business. Es soll weiter optimiert werden. Zusätzlich bringt der

Verkauf einen Gewinn im zweistelligen mittleren Euro-Bereich. Die Analysten

von Montega sprechen von einem erstklassigen Chance-Risiko-Profil der Aktie.

Das könnte passen. Die Chancen, dass der Kurs aus seinem inzwischen

gut zweijährigen Seitwärtskanal nach oben ausbricht, dürften damit wachsen.

Cewe Stiftung

Kurs der Cewe-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

130

70

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN540390/DE0005403901

Börsenwert 693 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e8,6/8,6

Dividendenrendite für 2026e/27e 3,3/3,4 %

Kursziel/Stoppkurs 140,00/86,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %

110

90

Quelle: Factset UK Limited 2026 e = erwartet

ieser Text

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MONEY 37


Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen. Führende

Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Murat Örs, Vorstandsmitglied & Regionalmanager VTAD Hamburg

D

z

b

T

Quelle: Factset UK Limited 2026

CHARTSIGNAL DER WOCHE

Fugro-Aktie bereit zur Umkehr

Die Chancen auf eine größere Erholung beim niederländischen

Geodatendienstleister Fugro stehen gut. Grund ist die Ausbildung

einer potenziellen Umkehrformation, die für neue Anstiege spricht

Fugro Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

Signallinie

Abverkauf

Nackenlinie

Schulter

Kopf

Kursziel

Ausbruchsniveau

Stopp-Loss

Schulter

Moving Average Convergence Divergence (MACD)

bullishe Divergenz

2023 2024 2025 2026

24

20

16

12

8

1,0

0

–1,0

–2,0

Mit dem jüngsten Anstieg scheint sich die Fugro-Aktie

(ISIN: NL00150003E1) am Ende einer größeren Korrekturbewegung

zu befinden. Rückblickend befand sie sich nach

dem Hoch im Juli 2024 in einem ausgedehnten Abwärtstrend.

Nach einer ersten Erholung im April 2025 setzte sich

die Abwärtsbewegung zunächst fort, allerdings bei gleichzeitig

rückläufigem Volumen. Mit dem Tief im März dieses

Jahres und dem parallel weiter abnehmenden Handelsvolumen

hat sich charttechnisch nun eine invertierte Schulter-Kopf-Schulter-Formation

(SKS) herausgebildet.

Diese klassische Umkehrformation deutet auf einen

nachhaltigen Trendwechsel hin. Unterstützt wird diese Einschätzung

durch die Ausbildung einer bullischen Divergenz

beim MACD-Indikator. Steigt die Fugro-Aktie mit einem

deutlichen Volumenausbruch über die Nackenlinie im

Bereich von 12,35 Euro, wäre die übergeordnete SKS-Formation

bestätigt. Anleger können dann erste Long-Positionen

eingehen. Ein defensiver Stopp-Loss sollte unterhalb

der rechten Schulter bei zehn Euro platziert werden, ein

engerer Stopp bei 11,50 Euro. Ein erstes technisches Kursziel

ergibt sich aus der Projektion der SKS-Formation (Kopf

zur Nackenlinie) im Bereich von etwas über 16 Euro.

WETTE

DER WOCHE

TECHNOTRANS

Cooler Nischenplayer in

Hightechmärkten

von STEFAN RIEDEL

Auf Achterbahnfahrt

Technotrans

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2024 2025 2026

35

30

25

20

15

10

Quelle: Factset UK Limited 2026

UNSERE NEBENWERTE-LANG-

FRISTEMPFEHLUNG Technotrans

(DE000A0XYGA7) steht nach einigen

Großaufträgen vor einem neuen

Gewinnschub. Die Sparte Energy

Management ist dabei der größte

Wachstumstreiber. Technotrans liefert

für Rechenzentren Systeme zur

Flüssigkeitskühlung und profitiert

dabei von Großaufträgen unter anderem

aus den USA.

Gut läuft es auch in den Endmärkten

für Kühlsysteme bei Batteriespeichern.

Hier hat Technotrans im

Eisenbahnsektor einen Großauftrag

mit einem potenziellen Volumen

im niedrigen zweistelligen Millionenbereich

an Land gezogen. In

der Medizintechnik hat Technotrans

im Mai Flüssigkeitskühlsysteme für

die Hochleistungs-Computertomographen

eines chinesischen Herstellers

entwickelt.

Technotrans hat damit beste Voraussetzungen,

dass sich das Wachstum

im Jahresverlauf beschleunigt.

Wegen des konjunkturbedingt

schwachen Geschäfts in den Endmärkten

Print und Plastics war der

Gesamtumsatz im Auftaktquartal

2026 wie erwartet um 8,7 Prozent

auf 54,9 Millionen Euro geschrumpft.

Im Gegenzug stieg aber

der Auftragsbestand gegenüber

dem Vorquartal von 79 auf 84 Millionen

Euro. Die operative Marge

verbesserte sich auf sieben Prozent.

Technotrans könnte seine aktuelle

Zielvorgabe für 2026 – 240 bis 260

Millionen Euro Konzernumsatz und

eine EBIT-Marge von 6,5 bis 8,5

Prozent – möglicherweise toppen,

günstig bewertet ist die Aktie mit einem

2027er-KGV von knapp 13 allemal.

38 FOCUS MONEY 23/2026


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39


moneymarkets

ROLLENTAUSCH: Früher

bröckelten erst die Anleihen

der Schwellenländer und

dann die Bonds aus den

Industriestaaten. Jetzt ist es

umgekehrt

SCHWELLENLÄNDER-STAATSANLEIHEN

Sichere Häfen in der Ferne

Der Iran-Konflikt hat die Märkte in der ersten Jahreshälfte 2026 in Atem gehalten, die Rohstoffpreise

zogen kräftig an. Ein Anleihesegment blieb auffällig ruhig: die Schwellenländer. Wie

steht dieser Markt aktuell da – und tragen die Trends, die ihn stützen, in die zweite Jahreshälfte?

von PHILIPP EMANUEL EISEL

Wenn die Märkte ins Wanken geraten, sah die Bewegung

häufig gleich aus: Investoren flüchten in den

US-Dollar, riskante Märkte wie Aktien oder Nischen

in anderen Anlageklassen geraten unter Druck. Je exotischer,

desto größer die Kursverluste. Im ersten Halbjahr

2026 ließ sich eine andere Reaktion beobachten. Trotz des

Iran-Konflikts gewann der Dollar kaum an Wert – wodurch

ein wesentlicher Belastungsfaktor von den Schwellenländern

genommen wurde. Also jenen Ländern, die an der

Schwelle vom Entwicklungs- zum Industriestaat stehen. Sowohl

Aktien- als auch Anleihemärkte kamen verhältnismäßig

ruhig durch geopolitische Turbulenzen, die von Februar

bis April 2026 ihren Höhepunkt hatten. Während die Aktienmärkte

häufig ihre eigene Geschichte schreiben, lassen

sich die strukturellen Treiber hinter der robusten Entwicklung

des Anleihemarktes klar benennen: hohe Kupons als

Puffer, eine niedrigere Staatsverschuldung als in den Industriestaaten

und Rückenwind für rohstoffexportierende Länder.

Dahinter wirkt die übergeordnete Tendenz eines schwächeren

US-Dollars. Während sich am Anleihemarkt der

Industriestaaten Druck auf die Renditen aufbaut, bleibt es in

vielen Schwellenländern ruhig – ein Rollentausch, der vor

wenigen Jahren noch undenkbar schien. Was treibt diese Stabilität,

und wie tragfähig sind die Trends, die sie stützen?

Ein Teil der Antwort liegt im direkten Vergleich. Am hiesigen

Anleihemarkt häufen sich die Warnsignale. Britische

Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit rentieren so hoch wie

zuletzt 1998, das Pfund hat parallel an Wert verloren. Japanische

Investoren – die größte ausländische Gläubigergruppe

der USA – stießen im ersten Quartal 2026 US-Staatsanleihen

im Volumen von rund 30 Milliarden Dollar ab – der

stärkste Abverkauf seit 2022. China zählt dagegen unter den

40

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


großen Volkswirtschaften zu jenen mit den niedrigsten Renditen

für zehnjährige Staatsanleihen – obwohl die Wachstumsaussichten

dort höher liegen. Die Lesart: Die Verschuldung

in Europa, den USA und Japan wird zunehmend als

Risiko wahrgenommen.

Schwellenländer-Anleihen in lokaler Währung – Anleihen,

die ein Schwellenland in seiner eigenen Währung statt in US-

Dollar begibt – notieren seit Jahresbeginn leicht im Plus und

durchliefen die Spannungsphase mit deutlich geringeren

Schwankungen als beispielsweise ein MSCI World ETF (siehe

Grafik). Der Aktienmarkt, ein guter Indikator für die wirtschaftliche

Verfassung einer Region, zeigt ein ähnliches Bild:

Mit einem Plus von 20 Prozent (Stand: 22.05.2026) seit Jahresstart

laufen Schwellenländer-Aktien den Industriestaaten

(+10 Prozent) davon.

Zusätzlichen Aufwind haben durch den Konflikt die rohstoffexportierenden

Schwellenländer erhalten. Der WTI-Ölpreis

notierte am 22. Mai 2026 über 40 Prozent höher als vor

der Eskalation am 27. Februar 2026; auch andere Rohstoffmärkte

zogen deutlich an. Mexiko, Südafrika, Brasilien und

weitere Schwergewichte im Universum für Schwellenländer-

Anleihen profitieren davon. Wer in den breiten Schwellenländermarkt

investiert, verteilt sein Kapital von vornherein

über etliche Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Treibern.

Hinter dieser Robustheit steht ein Profil, das in vielen

Anlegerportfolios unterrepräsentiert ist.

Das Renditeniveau von Schwellenländer-Anleihen liegt

aktuell zwischen sechs und acht Prozent (siehe Grafik). Damit

bewegt sich die Anlageklasse auf einem Niveau, das in

historischer Betrachtung an Aktienmarktrenditen heranreicht.

Globale Investment-Grade-Anleihen rentieren dagegen

nur um die 3,8 Prozent.

Hinter dem Renditeunterschied zu den hiesigen Anleihemärkten

stehen zwei strukturelle Faktoren: höhere Zinsniveaus

und höhere Wachstumsraten in den jeweiligen Volkswirtschaften.

Das eigentliche Risiko liegt für Investoren aus

dem Dollar- oder Euro-Raum weniger in der Bonität als in

der Währung – fällt die Währung eines Schwellenlandes gegenüber

dem Dollar oder dem Euro, schmälert das die Rendite,

gemessen in Euro oder Dollar. Doch genau dieses Risi-

ko scheint sich strukturell verändert zu haben. Die

Staatsverschuldung vieler Schwellenländer liegt heute unter

jener der großen Industriestaaten, weshalb die Wahrscheinlichkeit

einer starken Abwertung der jeweiligen Währungen

gesunken ist. Dies verbessert das Verhältnis von Chance und

Risiko der Anlageklasse spürbar.

Der Markt honorierte das zuletzt mit verhältnismäßig

niedrigen Kursschwankungen. Lokale Schwellenländer-

Staatsanleihen wiesen über die letzten fünf Jahre eine Volatilität

von rund fünf bis sechs Prozent auf – weniger als globale

Investment-Grade-Anleihen mit 6,5 Prozent, deutlich

weniger als der MSCI World mit gut zehn Prozent und nur

etwa ein Drittel der Schwankung im deutschen Aktienindex

DAX (siehe Grafik).

Auch im Vergleich mit deutschen Staatsanleihen – traditionell

dem Inbegriff sicherer Anlage – müssen sich Schwellenländer-Anleihen

nicht verstecken. Zwei Gründe stechen

hervor: Auf Seiten der Industriestaaten verstärken hohe Verschuldung

und ein gestiegenes Inflationsrisiko die Anfälligkeit

für Kursrücksetzer. Steigt die Zinserwartung, fallen in

der Regel die Kurse, vor allem bei Anleihen mit langer Restlaufzeit

und niedrigen Kupons – beides Merkmale deutscher

Staatsanleihen. Auf Seiten der Schwellenländer wirken die

relativ hohen Kupons dagegen als Puffer gegen Kursverluste

bei steigenden Zinsen. Sollte das Zinsniveau sinken und sich

dem der Industrieländer nähern, könnten sogar zusätzliche

Kursgewinne entstehen. Eine ähnliche Pufferwirkung leisten

am Markt der Industriestaaten nur High-Yield-Unternehmensanleihen

– also Anleihen von Emittenten niedriger

Bonität.

In einer Welt sich verändernder Risikoverhältnisse bieten

Anleihen aus Schwellenländern damit eines der spannendsten

Profile an den globalen Anleihemärkten. Ergänzt wird

dieses Profil durch zwei makroökonomische Treiber.

Zum einen der schwache US-Dollar – bestätigt durch die

ausgebliebene Aufwertung des Greenbacks. Geopolitische

Eskalationen führen gewöhnlich dazu, dass Kapital in den

US-Dollar fließt – während des Iran-Konflikts blieb dieser Reflex

aus. Die Mischung aus Erwartungen zur US-Zinspolitik,

einer aus dem Gleichgewicht geratenen US-Fiskalpolitik

Überschaubares Kursrisiko

Anleihen aus den Schwellenländern zeigten in den

vergangenen Jahren niedrigere Kursschwankungen

als globale Investment Grade Anleihen.

Volatilität in den letzten fünf Jahren

in Prozent

Dax 15,71

MSCI-World 10,03

IG-Anleihen

global

6,47

Staatsanl. Schwellenländer

(lokal)

Staatsanl. Schwellenländer

(lokal), aktiv

6,20

5,54

Aktienähnliche Renditechancen

Die Ausschüttungsrendite bei Schwellenländer-

Staatsanleihen fällt fast doppelt so hoch aus wie am

globalen Investment Grade Anleihemarkt.

Anleihenrenditen

in Prozent pro Jahr

Staatsanl. Schwellenländer

(lokal), aktiv

8,07

Staatsanl. Schwellenländer

(lokal)

6,62

Schwellenländer

Unternehmensanl.

(USD) 5,88

IG-Anleihen

global

3,83

FOCUS MONEY 23/2026

41


moneymarkets

Schwellenländer trotzen Turbulenzen

Geopolitische Turbulenzen können die Märkte in Unruhe

versetzen. Historisch folgt nach dem Schock

schnell die Erholung – so auch zuletzt

Schwellenländeranleihen-ETFs

indexierte Entwicklung seit 1.1.2026

Schwellenländer-Unternehmensanleihen-ETF (USD)

Schwellenländer-Staatsanleihen-ETF, aktiv

Schwellenländer-Staatsanleihen-ETF

MSCI-World-ETF

JAN FEB MÄR APR MAI

und der De-Dollarisierung spricht für eine längere Schwächephase

der Weltleitwährung. Für Schwellenländer-Anleihen

wirkt das doppelt entlastend – einerseits fällt die Bedienung

der in US-Dollar ausgegebenen Schulden leichter,

wodurch mehr Kapital für Wachstumsinvestitionen frei wird.

Gleichzeitig steigt der Anreiz, Kapital vom US-Dollar in andere

Währungsräume umzuschichten. Währungen der

Schwellenländer könnten davon profitieren.

Der zweite Treiber ist die schon seit mehreren Jahren anhaltende

Tendenz steigender Rohstoffpreise. Der Iran-Kon-

108

106

104

102

100

98

96

Quelle: Factset UK Limited 2026

flikt goss zusätzliches Öl ins Feuer. Verschobene Lieferketten,

jahrelange Unterinvestition in Förderung sowie strukturell

höhere Finanzierungskosten sprechen dafür, dass das gestiegene

Preisniveau Bestand haben wird. Rohstoffexportierende

Schwellenländer ziehen daraus mehrfach Vorteile – über

höhere Exporterlöse, gestärkte Außenhandelsbilanzen und

mehr Spielraum für die jeweiligen Notenbanken. Diese Treiber

kommen vor allem Volkswirtschaften wie Brasilien (Öl,

Eisenerz, Agrarrohstoffe) und Indonesien (Kohle, Industriemetalle)

zugute.

Zusammengefasst liefern Schwellenländer-Anleihen gute

Gründe für einen eigenen Platz im Portfolio. Sie können sowohl

Positionen aus dem klassischen Anleihebereich als

auch Teile der Aktienquote ersetzen – nicht vollständig, aber

so, dass das Portfolio insgesamt diversifizierter und im Chance-Risiko-Verhältnis

besser dasteht. Angesichts des Risikoprofils

erscheint eine Gewichtung von fünf bis zehn Prozent

plausibel; wer erstmals einsteigt, kann mit weniger starten,

um erste Erfahrungen zu sammeln. ETFs bieten ein einfaches

Vehikel, um diesen Teil des Anleihemarktes abzubilden.

Inzwischen sind auch aktive ETFs eine ernstzunehmende Alternative

– denn in Nischenmärkten lassen sich Überrenditen

leichter erzielen als in etablierten Märkten wie beispielsweise

dem US-Aktienmarkt. Und wer das Wechselkursrisiko

der Schwellenländer-Währungen scheut, kann zu ETFs auf

in US-Dollar begebene Schwellenländer-Anleihen greifen.

Die Wahl folgt weniger einem Richtig oder Falsch als dem gewünschten

Risikoprofil.

VANECK J.P. MORGAN EM LOCAL CURRENCY BOND UCITS ETF

Passiv und breit gestreut in Schwellenländer-Staatsanleihen anlegen

Der ETF bildet den J.P. Morgan GBI-EM Global Core Index ab und gehört

seit seiner Auflage im April 2017 zu den etablierten Vehikeln für einen passiven

Zugang zum Markt für Schwellenländer-Staatsanleihen in lokaler Währung.

Der Index begrenzt die Gewichtung einzelner Länder auf zehn Prozent, was

eine ausgewogene Streuung sicherstellen soll. Asien dominiert mit China (9,9

Prozent), Indien (9,8 Prozent), Malaysia (8,2 Prozent), Indonesien (7,9 Prozent)

und Thailand (6,7 Prozent); aus Lateinamerika kommen Mexiko (8,5 Prozent)

und Brasilien (5,9 Prozent) hinzu, aus Mittelosteuropa Polen (6,8 Prozent) und

aus Afrika Südafrika (5,8 Prozent). Mit einer Ausschüttungsrendite von 6,6 Prozent

und einem durchschnittlichen Kupon von 6,1 Prozent bewegt sich der ETF

im Mittelfeld der Anlageklasse. Die Duration von 5,2 Jahren – ein Maß für die

Zinssensitivität – gibt an, wie stark der Kurs auf Zinsänderungen reagiert: Steigen

die Marktzinsen um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs rechnerisch um 5,2

Prozent, sinken sie entsprechend, steigt er um den gleichen Betrag. Im für globale

Anleihemärkte schwierigen Jahr 2022 verlor der ETF lediglich 4,77 Prozent

– während breite globale Anleihe-Indizes zweistellige Kursverluste verzeichneten.

Ein praktischer Beleg dafür, wie wirksam die hohen Kupons der

Schwellenländer-Anleihen Kursrücksetzer aus steigenden Zinsen abfedern

können. Damit kann sich das Produkt als Basisbaustein für Anleger eignen,

die passiv und breit gestreut in den Markt einsteigen wollen – mit voller Partizipation

an einer möglichen Aufwertung der Lokalwährungen. Gleichzeitig

bleibt das Risiko, im Falle einer Abwertung lokaler Währungen Kursverluste

zu erleiden.

Stetig bergauf

Trotz kleiner Schwankungen in Phasen turbulenter

Märkte zeigt sich das Produkt bislang

als solider Renditebaustein mit Diversifikationspotenzial.

Vaneck JPM EM Local Currency Bond ETF

Kurs des Vaneck-ETFs in Euro

50

2023 2024 2025 2026

WKN/ISIN

A2DQKN / IE00BDS67326

Fondsvolumen 225 Mio. €

Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,30 %

Ausschüttungsrendite6,58 %

Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.

Auflagedatum 7. April 2017

Quelle: Factset UK Limited 2026

60

58

56

54

52

42

FOCUS MONEY 23/2026


JPMORGAN EM LOCAL CURRENCY BOND ACTIVE UCITS ETF - USD (ACC)

Breit gestreut mit aktivem Touch

Der ETF verfolgt dieselbe Anlageklasse wie sein passives Pendant, geht aber

einen anderen Weg: aktives Management mit dem Ziel, den J.P. Morgan GBI-

EM Global Diversified zu schlagen. Der Anlageprozess kombiniert Top-down-

Länderallokation mit einer Bottom-up-Einzeltitelauswahl über knapp 90 Positionen.

In der aktuellen Aufstellung fällt eine deutlich stärkere Gewichtung auf

Lateinamerika auf: Mexiko (11,3 Prozent), Brasilien (9,5 Prozent) und Kolumbien

(8,0 Prozent) zählen zu den größten Positionen, während China (4,9 Prozent)

untergewichtet ist – damit geht der ETF insgesamt ein stärkeres Engagement

in Volkswirtschaften ein, die von steigenden Rohstoffpreisen

profitieren. Die durchschnittliche Bonität der vom Produkt gehaltenen Anleihen

liegt bei BBB+ und die Duration bei 5,5 Jahren. Das entspricht in etwa

dem Zinsänderungsrisiko des passiven Pendants. Die Ausschüttungsrendite

von aktuell 8,1 Prozent p.a. notiert dagegen anderthalb Prozentpunkte höher

– ein Ergebnis der aktiven Auswahl, die in diesem Nischenmarkt besonders

zum Tragen kommen könnte. Denn anders als an den inzwischen hocheffizienten

Standard-Aktienmärkten lassen sich aus der aktiven Selektion bei

Schwellenländer-Anleihen messbare Hebel ziehen – die Vermeidung von Ländern

mit Bonitäts- oder Politikrisiken und die gezielte Übergewichtung dort,

wo einzelne Volkswirtschaften besonders günstig bewertet sind. Die Kehrseite:

Wer auf aktives Management setzt, übernimmt die Wette, dass das Team

den Markt besser einschätzt als die Summe seiner Teilnehmer. Bleibt der Erfolg

aus, kann die Performance hinter dem passiven Standard zurückbleiben

– ein Effekt, den die etwas höheren laufenden Kosten zusätzlich verstärken.

Ziel zweistellig

Der aktive ETF kann flexibler auf veränderte

Marktbedingungen reagieren – sei es zur Erzielung

von Überrenditen oder zur gezielten

Risikosteuerung.

JPM EM Local Currency Bond Active ETF

Kurs des JPM-ETFs in Euro

9,0

2025 2025

8,6

MÄR

JAN JUN

WKN/ISIN

A40ZH0 / IE000TGCBXG8

Fondsvolumen 94 Mio. €

Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,45 %

Ausschüttungsrendite8,07 %

Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.

Auflagedatum 5. März 2025

Quelle: Factset UK Limited 2026

9,8

9,4

ISHARES J.P. MORGAN USD EMERGING MARKETS CORPORATE BOND UCITS ETF

Dollar-Variante mit defensivem Laufzeitenprofil

Der ETF bildet den JP Morgan CEMBI Broad Diversified Core Index ab und

investiert in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, die in US-Dollar

begeben werden. Mit einem Fondsvolumen von 1.586 Millionen Euro und über

1.200 Positionen zählt er zu den etablierten Produkten für dieses Marktsegment.

Anders als bei den beiden vorherigen Produkten erfolgt das Engagement

in US-Dollar. Das Wechselkursrisiko gegenüber den einzelnen Schwellenländer-Währungen

entfällt – an seine Stelle tritt die Schwankung zwischen

Dollar und Euro. Die Wahl auf Unternehmens- statt Staatsanleihen ist bewusst:

Der USD-Staatsanleihen-Markt der Schwellenländer weist insgesamt eine

deutlich längere Restlaufzeit auf (10,9 Jahre) als der USD-Unternehmensanleihen-Markt

(6,8 Jahre). Mit einer Duration von 4,3 Jahren positioniert sich dieser

ETF damit defensiver gegenüber Zinsbewegungen. Ein weiterer Vergleich:

Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich aus den USA bieten aktuell

eine Ausschüttungsrendite von 5,3 Prozent, bei einer durchschnittlichen

Restlaufzeit von 12,9 Jahren. Dieser ETF weist damit eine höhere Ausschüttungsrendite

(5,9 Prozent) bei niedrigerem Zinsänderungsrisiko auf. Im Jahr

2022, als US-Dollar Unternehmensanleihen aus Industrieländern ein Minus

von 13 Prozent erzielten, beendete dieser Schwellenländer-Anleihen ETF das

Jahr mit -7,1 Prozent. Sektoral entfällt der größte Anteil auf Industrieunternehmen

(42,5 Prozent). Länderseitig führen China, Saudi-Arabien und Hongkong.

Das Produkt kann für Anleger geeignet sein, die Schwellenländer-Anleihen

halten wollen, ohne in Lokalwährungen zu investieren. Die Kehrseite: Eine Abwertung

des US-Dollars gegenüber dem Euro würde die Rendite schmälern.

Mit Trotz und Zuversicht

Die geopolitischen Unruhen sind im Chartverlauf

des ETFs kaum erkennbar. Der Markt

geht seinen eigenen Weg.

Ishares JPM USD EM Corp Bond ETF

Kurs des Ishares-

ETFs in Euro

6,0

5,6

5,2

4,8

2023 2024 2025 2026

WKN/ISIN

A2JKT0 / IE00BFM6TD65

Fondsvolumen 1 586 Mio. €

Gesamtkostenquote (TER) p.a.0,50 %

Ausschüttungsrendite5,88 %

Replikationsm./ GewinnverwendungPhysisch/Thes.

Auflagedatum 30. Mai 2018

Quelle: Factset UK Limited 2026

FOCUS MONEY 23/2026

43


GASTURBINE

Siemens Energy kann

sich vor Aufträgen

kaum retten

SIEMENS ENERGY

Spannungsabfall beim Überflieger

Die Siemens-Tochter profitiert vom globalen Energiehunger und dem Ausbau der Stromnetze. Das

hat die Aktie auf immer neue Rekordstände getrieben. Und jetzt?

Wieder hochprofitabel

Siemens Energy hat in den vergangenen Jahren das

Umsatzwachstum beschleunigt und im Geschäftsjahr

2023/24 dank steigender Margen den Sprung

in die schwarzen Zahlen geschafft.

Umsatz

in Milliarden Euro

34,5

31,1

28,5 29,0

2021

22

Quelle: Siemens Energy

23

24

39,1

2025

Gewinn

in Milliarden Euro

–0,5

2021

–0,4

22

–4,5

23

1,2

24

1,4

2025

von STEFAN RIEDEL

Siemens Energy zählt mittlerweile zu den größten Erfolgsstorys

unter den Dax-Titeln in diesem Jahrzehnt.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Börsenwert

auf rund 150 Milliarden Euro versiebenfacht. Dabei

stand das Unternehmen zum Zeitpunkt der Abspaltung vom

Mutterkonzern Siemens im Oktober 2020 in der Kritik. Mit

einem Portfolio aus Erneuerbaren Energien, Stromnetzen,

Öl- und Gasanlagen sowie Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen

wollte der Konzern die Gewinnzone erreichen – und

wurde von Klimaschützern für das Festhalten an Kohle und

Gas kritisiert.

Der Konzern ist seitdem nicht nur zu einem der höchstkapitalisierten

Dax-Titel aufgestiegen, sondern hat auch seine

Position als einer der international führenden Player in den

größten Wachstumsmärkten der Energieversorgung gefes-

44 Foto: Siemens

FOCUS MONEY 23/2026


moneymarkets

Rendite-Duo setzt Akzente

Die zwei vom Umsatz her größten Sparten Gas Services

und Grid Technologies liefern mit 15,7 bzw. 16,9

Prozent auch die höchsten Margen und sind auch

bei der Book-to-Bill-Ratio top.

Umsatz 2024/25 nach Geschäftsfeldern

Anteile in Prozent

Tramsformation of Industry

Gas Services

(5,4 Mrd. Euro) 14,2

(12,2 Mrd. Euro)

30,9

Siemens Gamesa

(10,4 Mrd. Euro)

Quelle: Siemens Energy

26,6

28,3

Grid Technologies

(11,3 Mrd. Euro)

tigt. Elektrifizierung, Netzausbau, Rechenzentren und KI-Infrastruktur

sorgen für einen hohen Bedarf an Energieausrüstung.

Zwei Wachstumstreiber. Die Sparte Grid Technologies hat

sich zur Renditemaschine entwickelt. Die umsatzseitig

zweitgrößte Sparte profitiert vom globalen Ausbau der

Stromnetze und zieht hier immer neue Großaufträge an

Land. Zum Produktsortiment zählen unter anderem Schaltanlagen,

Transformatoren und sogenannte HGÜ-Systeme

für die Übertragung von Hochspannungs-Gleichstrom. Damit

lässt sich die wachsende Stromeinspeisung aus erneuerbaren

Energien in Europa und weltweit in die Netze integrieren

und die Netzstabilität sichern.

Der Geschäftsbereich Gas Services wiederum wächst mit

den Neuaufträgen für Gas- und Dampfturbinen und Generatoren.

Die in den Vertragsabschlüssen mit den Kraftwerkskunden

enthaltenen Serviceaufträge generieren über Jahre

wiederkehrende Einnahmen. Siemens Energy zieht hier international

Neuaufträge an Land. Aber auch die Neupositionierung

in Deutschland bei der Energiewende kommt dem

Geschäft zugute. So plant die Bundesregierung Ausschreibungen

für Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 12 Giga-

watt. Die Umsetzung soll ab 2026 erfolgen. Dabei werden

die Anlagen so konzipiert, dass sie später auf Wasserstoff umgestellt

werden können. Die Sparte ist aber auch Nutznießer

des KI-Booms. Jede vierte verkaufte Gasturbine geht nach

den Worten von Konzernchef Christian Bruch an ein Rechenzentrum.

Allein im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres

2025/26 bis Ende März verbuchte Siemens Energy

Aufträge für 179 Gasturbinen – fast so viele wie im gesamten

Geschäftsjahr 2024/25 mit 194 verkauften Turbinen.

Auftrieb für Windkraftsparte. Dazu steht das langjährige

Sorgenkind, die Windenergietochter Siemens Gamesa, im

laufenden Geschäftsjahr vor dem Comeback in die schwarzen

Zahlen. Der Verlust wurde im letzten Quartal auf 39 Millionen

Euro heruntergefahren, nachdem es vor einem Jahr

noch über eine halbe Milliarde Euro waren. Die Sparte profitiert

von geringeren Sonderbelastungen und einer besseren

Projektabwicklung. Bei der Bewerbung in Neuausschreibungen

will Gamesa nach eigenem Bekunden eine striktere Vorauswahl

bei der Risiko-Ertrags-Analyse treffen.

Zugleich will Siemens Energy eine Milliarde Euro in den

USA in die Gasturbinentechnik und den Ausbau der Netzinfrastruktur

stecken. Im US-Bundesstaat Mississippi baut der

Konzern seine weltweit größte Produktionsstätte für Hochspannungsschaltanlagen.

Noch 2026 sollen dort die ersten

Großtransformatoren vom Band rollen.

Mehr Dividende, höhere Margen. Die Jahresprognose hat

Siemens Energy nach den exzellenten Quartalszahlen vor

zwei Wochen deutlich angehoben. Das Management erwartet

jetzt ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16

Prozent. Der Konzerngewinn soll bei vier Milliarden Euro herauskommen,

was fast eine Verdreifachung gegenüber dem

Vorjahr bedeuten würde. Die neue Zielmarke beim Free

Cashflow beträgt acht Milliarden Euro. Bis zu sechs Milliarden

Euro will Siemens Energy bis 2028 über Rückkäufe und

Dividenden an seine Aktionäre zurückführen.

Bleibt die Frage, ob die Aktie weiter Potenzial hat. Hält man

sich vor Augen, dass das Unternehmen nach dem Gewinnsprung

in diesem Jahr laut Analystenschätzungen auch in

den nächsten beiden Geschäftsjahren um jeweils mehr als

30 Prozent wachsen könnte, ist die Antwort ein klares Ja. Der

Kursrücksetzer bietet jetzt gute Einstiegskurse.

Verschnaufpause eingelegt

Nach dem rasanten Kursanstieg seit Frühjahr

2025 hat die Aktie zuletzt einen Konsolidierungskurs

eingeschlagen. Damit sie wieder

richtig Fahrt aufnimmt, muss sie das Allzeithoch

bei 191,66 Euro nachhaltig überwinden.

WKN/ISIN

ENER6Y / DE000ENER6Y0

Börsenwert 155,5 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e*45,1/29,6

Dividendenrendite für 2026e/27e*1,0%/1,4%

Kursziel/Stoppkurs 245,00/140,50 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %

Quelle: Factset UK Limited 2026; *GJ 30.09.

e = erwartet

Siemens Energy

Kurs der Siemens-Energy-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

160

120

80

40

0

FOCUS MONEY 23/2026

45


moneymarkets

Das Beste für

FOCUS-MONEY-Leser

Der 1843 gegründete „The

Economist“ mit dem Leitmotto

„Den globalen Fortschritt

inspirieren“ gilt heute

als eine der führenden Wirtschaftszeitschriften

der

Welt. Er betont seine Unabhängigkeit

und Objektivität;

mit Büros in 14 Ländern

weltweit ist er für seine tiefen

Analysen der globalen

Wirtschaft und Politik

bekannt. In einer Kooperation

macht FOCUS MONEY

seinen Lesern in der Regel

wöchentlich einen ausge

wählten Artikel aus „The

Economist“ zugänglich.

INDIEN

Kann Mukesh Ambani seinen

bislang größten Coup landen?

Der Vorstand von

Reliance will den

Konzern in einen

Technologieriesen

verwandeln

In den kommenden Monaten wird Reliance Industries, ein

indischer Wirtschaftsriese, seine Telekommunikationssparte

Jio Platforms abspalten – in Vorbereitung auf den voraussichtlich

größten Börsengang in der Geschichte des Landes.

Der Börsengang, der Jio mit 130 bis 150 Milliarden

US-Dollar bewerten und rund 3,5 Milliarden Dollar einbringen

dürfte, folgt auf ein Jahrzehnt massiver, kapitalintensiver

Investitionen, die Reliance von einem Öl- und Chemieunternehmen

zu einem breit aufgestellten Konzern gemacht

haben, der heute tief im Alltagsleben Indiens verankert ist.

Selbst nach den Maßstäben der weitverzweigten Konglomerate

des Landes ist er gewaltig. Nur der Tata-Konzern,

ein Netzwerk aus 26 börsennotierten Unternehmen, weist

einen höheren Gesamtwert auf. Reliance, mit einem Unternehmenswert

von rund 200 Milliarden Dollar, betreibt die

größte Ölraffinerie der Welt und verfügt über etwa 1,5 Prozent

der glo balen Verarbeitungskapazität. Er steht zudem

für rund ein Drittel der indischen Erdgasförderung. Jio, an

46

Foto: dpa

FOCUS MONEY 23/2026


MUKESH AMBANI (M.), FAMILIE:

Mit 69 Jahren hat der Konzernchef

noch längst nicht genug

An der Börse erfolgreich

Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre hat sich der

Aktienkurs von Reliance in Euro fast verdreifacht. In

indischen Rupien war die Performance noch wesentlich

beeindruckender: Der Kurs ist um 590 Prozent

gestiegen. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell

umgerechnet 164 Milliarden Euro

Reliance Industries

Aktienkurs in Euro

2017 18 19 20 21 22 23 24 25 2026

Quelle:Factset UK Limited 2026

12

10

6

2

dem das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung behält,

ist gemessen an der Zahl der Nutzer der zweitgrößte

Mobilfunk anbieter der Welt und betreibt zugleich die

zweitgrößte Streaming-Plattform. Das Einzelhandelsgeschäft

von Reliance, das von Nachbarschaftsläden bis

hin zu großen Filialen mit Kleidung und Elektronikartikeln

reicht, zählt weltweit zu den fünf größten nach Filialanzahl

und ist das größte im Heimatmarkt.

Doch Konzernchef Ambani hat noch längst nicht genug.

Schon widmet er sich seinem nächsten großen

Wagnis – diesmal im Bereich künstliche Intelligenz, mit

umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Software.

Inzwischen fragen sich Investoren, was geschieht,

wenn sich der 69-jährige Ambani aus dem operativen

Geschäft zurückzieht. Ob es ihm gelingt, Reliance erneut

zu transformieren, wird nicht nur für die Anteilseigner

des Unternehmens, sondern auch für die indische Wirtschaft

von Bedeutung sein. Für Reliance wäre es nicht

die erste grundlegende Neuausrichtung. In den 1950er-

Jahren gründete Mukeshs Vater Dhirubhai Ambani in

Mumbai das Unternehmen als kleinen Warenhandel, zunächst

mit Gewürzen und Polyestergarn, bevor er eine

Textilfabrik eröffnete. In den folgenden Jahrzehnten

weitete das Unternehmen seine Aktivitäten auf Petrochemie,

Raffinerien sowie die Öl- und Gasförderung aus.

Erst Marktanteile, dann Gewinne. Ambani, der nach

dem plötzlichen Tod seines Vaters im Jahr 2002 die

Unternehmensführung übernahm, hat eine eigene, markante

Strategie für den Eintritt in neue Märkte entwickelt:

Er investiert großzügig in erstklassige Infrastruktur,

subventioniert Preise, um Kundschaft zu gewinnen,

und nimmt Verluste in Kauf, während die Konkurrenz

unter Druck gerät. Als Jio im Jahr 2016 an den Start ging,

war der indische Mobilfunkmarkt stark zersplittert und

zählte mehr als zehn Anbieter. Smartphones waren noch

nicht weit verbreitet, Datentarife teuer, und die meisten

Nutzer setzten vor allem auf Sprachdienste. Jio stellte

den Markt auf den Kopf, indem das Unternehmen monatelang

kostenlosen Daten zugang und anschließend drastisch

gesenkte Preise anbot. Es umfasste zudem Live-

Fernsehen, Filme, Musik und Cloud-Speicher – meist

ohne oder nur mit geringem Aufpreis.

Das Ergebnis war ein Desaster. Bernstein, ein Broker,

schätzt, dass die Preise für mobile Datendienste in Indien

zwischen 2016 und 2019 um 95 Prozent gesunken

sind. Bis dahin war die Branche auf drei Hauptanbieter

geschrumpft, während Jios Kundenbasis von null auf

über 370 Millionen angewachsen war. Seit dem Start

von Jio hat Reliance mehr als 50 Milliarden Dollar in den

Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur investiert.

Es hält inzwischen über 45 Prozent des Marktanteils.

FOCUS MONEY 23/2026

47


moneymarkets

Ambani verfolgte im Einzelhandel eine ähnliche Strategie.

Obwohl der Konzern bereits 2006 erste Schritte in

dieser Branche unternahm, gewann sein Engagement

erst in den Jahren nach dem Einstieg in das Telekommunikationsgeschäft

richtig an Fahrt. Seit März 2017 hat

Reliance mehr als 21 Milliarden Dollar in den Aufbau eines

landesweiten Filialnetzes investiert und die Zahl der

Standorte auf über 19 000 – rund das Sechsfache – erhöht.

Im Jahr 2020 veräußerte das Unternehmen eine

Beteiligung an seiner Einzelhandelssparte an Investorengruppen,

darunter General Atlantic, eine US-amerikanische

Venture-Capital-Gesellschaft, sowie den Public

Investment Fund Saudi-Arabiens, einen staatlichen

Vermögensfonds.

Gigafabrik für Erneuerbare. Seit 2021 baut Reliance

auch ein Geschäftsfeld für erneuerbare Energien auf. In

Jamnagar, einer Stadt im westindischen Bundesstaat Gujarat,

errichtet der Konzern sogenannte „Gigafabriken“

zur Produktion von Solarmodulen, Batterien, Anlagen

für grünen Wasserstoff und weiteren Technologien. Die

erzeugte Energie wird einen Solarpark in einem trockenen

Gebiet nördlich von Jamnagar versorgen, das sich

über mehr als 222 000 Hektar erstreckt – etwa das Dreifache

der Fläche Singapurs. Reliance hat bereits zugesagt,

rund zehn Milliarden Dollar in saubere Energien

zu investieren. Das könnte sich erst als Anfang erweisen:

Indien bleibt energiehungrig und weiterhin stark

von fossilen Brennstoffen abhängig.

Ambanis Bereitschaft, in kapitalintensive Projekte zu

investieren, hat den Konzern grundlegend verändert.

Vor zehn Jahren stammte nahezu der gesamte operative

Gewinn von Reliance aus der Förderung, Raffination

und petrochemischen Behandlung von Öl und Gas; heute

machen diese Bereiche weniger als die Hälfte aus (siehe

Grafik unten). Hohe Investitionen haben dazu geführt,

dass die Kapitalrendite des Konzerns mit weniger als

acht Prozent pro Jahr im vergangenen Jahrzehnt be-

scheiden ausfiel – deutlich unter den Kapitalkosten.

Doch die Anleger zeigten sich bislang nachsichtig. Wie

ein Fondsmanager formuliert: Die meisten würden es

vorziehen, wenn Ambani das Kapital erneut investiert,

statt es auszuschütten.

Ihr Vertrauen steht nun auf dem Prüfstand – aufgrund

der bislang größten Wette von Reliance: diesmal auf

künstliche Intelligenz. Ambanis Konzern hat sich in den

vergangenen Jahren schrittweise in diesem Bereich positioniert.

Im September 2023 etwa kündigte er eine

Partnerschaft mit dem Chipriesen Nvidia an, um ein KI-

Modell zu entwickeln, das auf indische Sprachen trainiert

wird. Doch seit August vergangenen Jahres gewinnt

die Initiative an Dynamik – mit der Gründung von

Reliance Intelligence, einer auf künstliche Intelligenz

spezialisierten Tochtergesellschaft. Der US-amerikanische

Social-Media-Gigant Meta erwarb im Dezember

rund ein Drittel der Unternehmensanteile.

Im Februar kündigte Reliance an, in den kommenden

sieben Jahren rund 110 Milliarden Dollar in den Ausbau

von Rechenzentren zu investieren. In Jamnagar entsteht

derzeit eine Anlage, die nach Unternehmensangaben

künftig eine Kapazität von mehreren Gigawatt erreichen

soll; 120 Megawatt sollen noch in diesem Jahr ans Netz

gehen.

Reliance verfolgt das Ziel, künstliche Intelligenz für

die breite Bevölkerung in Indien erschwinglich und zugänglich

zu machen – so wie Jio es einst mit mobilen

Datendiensten getan hat. Eine Partnerschaft mit Google

ermöglicht berechtigten Jio-Kunden, den Premium-KI-

Tarif des US-amerikanischen Suchmaschinenkonzerns

18 Monate lang kostenlos zu nutzen. Reliance plant zudem,

KI-Tools für indische Unternehmen zu verkaufen.

Wie bisher setzt das Unternehmen darauf, zunächst Größe

zu erreichen – und Gewinne später zu realisieren.

Dieses Mal könnte es jedoch schwieriger werden. Ein

Grund liegt im richtigen Zeitpunkt. Der durch den Krieg

Neue Geschäftsfelder

Noch vor 20 Jahren war Reliance ein

Industriegigant, der sein Geld mit Rohstoffen und

Chemie verdiente. Heute ruht der Konzern auf vielen

Säulen. Das Digitalgeschäft, darunter die Mobilfunksparte

mit fast 400 Millionen Kunden, ist deutlich

wichtiger geworden. Im Einzelhandel stehen die

Zeichen auf Expansion

Operativer Gewinn von Reliance Industries

Anteile in Prozent

Einzelhandel Sonstige 100

Petrochemie

Digital

80

60

Raffinerie

40

20

Öl und Gas

0

2008 10 12 14 16 18 20 22 24 2026

Quelle: The Economist

48

FOCUS MONEY 23/2026


AMBANI BEI

KI-GIPFEL IN DEHLI:

Erschwingliche

KI-Anwendungen für

die breite Bevölkerung

im Golf ausgelöste Anstieg der Ölpreise stellt für Reliance

ein Problem dar: Die Raffinerie- und Petrochemiesparten

des Konzerns sind auf Ölimporte angewiesen und

bleiben zugleich zentrale Quellen des Cashflows für die

Unternehmensgruppe.

Die entscheidendere Frage ist, ob sich der Konzern zu

mehr entwickeln kann als nur zu einem Infrastrukturanbieter

im Bereich künstliche Intelligenz. Der Einzelhandel

dient als warnendes Beispiel. Die Unternehmensgruppe

war deutlich erfolgreicher darin, ihr Filialnetz rasch

auszubauen, als darin, Einkaufs-Apps zu entwickeln, um

mit Wettbewerbern – darunter Indiens rasant wachsender

Quick-Commerce-Branche – mitzuhalten. Jios Erfolg

beruhte ebenfalls maßgeblich auf der Fähigkeit von Reliance,

Telekommunikationsinfrastruktur in kurzer Zeit

aufzubauen. (Der Erfolg des Streaming-Geschäfts verdankt

sich der Fusion mit Hotstar, das zuvor dem USamerikanischen

Unterhaltungskonzern Disney gehörte.)

Personalprobleme. Ambani spricht davon, seinen Konzern

in ein Technologieunternehmen zu transformieren.

Diese Vision zielt noch in weite Ferne. Ein Risikokapitalgeber

in Bangalore geht davon aus, dass es schwierig sein

wird, für sein KI-Vorhaben erstklassige Entwickler zu gewinnen.

Das hierarchische Management, das für Raffinerien,

Einzelhandelsketten und Telekommunikationsunternehmen

geeignet ist, erweist sich oft als weniger

passend für Tätigkeiten, die auf seltene Fachkräfte und

eine hohe Fehlertoleranz angewiesen sind.

Die langfristige Sorge gilt der Frage, was nach Ambanis

Rückzug geschieht. Der Tod seines Vaters führte zu einem

öffentlichen Streit zwischen Mukesh und seinem

Bruder Anil, der das Imperium in zwei Teile spaltete.

Anils Unternehmensanteil – darunter ein Energieversorger,

ein Finanzdienstleistungsunternehmen und ein früheres

Telekommunikationsgeschäft – ist ins Straucheln

geraten.

Nächste Generation. Dieses Mal agiert Mukesh Ambani

mit größerer Vorsicht. Im Jahr 2023 übergab er jedem

seiner Kinder ein eigenes Geschäfts: Akash erhielt

den Bereich Telekommunikation, Isha den Einzelhandel

und Anant erneuerbare Energien. Sougata Ray, Professor

an der Indian School of Business, betont, dass

zwar eine klare Struktur vorhanden sei, die eigentliche

Bewährungsprobe jedoch erst dann komme, wenn Ambanis

Kinder eigenständig agieren müssen – ohne die

Anleitung ihres Vaters.

Trotz seiner Größe, so berichten Insider, laufen die

wichtigsten Entscheidungen bei Reliance weiterhin über

Ambani. Ob seine Kinder sein Talent für große Wagnisse

teilen, bleibt offen. Ambani hat zudem enge Beziehungen

zu Indiens Politik aufgebaut – ein entscheidender

Vorteil, der sich möglicherweise nicht auf seine

Nachkommen übertragen lässt. Vorerst bleibt Ambani

jedoch an der Spitze. Solange er diese Rolle innehat,

scheinen Anleger überzeugt, dass auch die nächste große

Wette aufgehen wird.

Mit seinen Initiativen in den Bereichen KI und neue Energien

tritt Reliance in eine neue Phase der Wertschöpfung ein. Ich bin

zuversichtlich, dass Reliance eine Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung

dieser epochalen Technologien spielen wird“

Mukesh Ambani, Vorstandsvorsitzender von Reliance

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: EPA 49


moneymarkets

Vita

Sarah de Lagarde

Geboren 1978 in Toulouse, Frankreich, Studien in Internationaler

Wirtschaft und digitaler Marketingkommunikation

INTERVIEW

Ich habe eine

zweite Chance

bekommen – also

nutze ich sie“

Sie arbeitet als Brighter Futures Strategist im Responsibility

Team von Janus Henderson Investors, davor als

Global Head of Corporate Affairs und Communications

Zuvor bekleidete sie Positionen bei Vermögensverwaltern

wie JP Morgan, BMO, BNY Mellon und Schroders

von HEIKE BANGERT

Bei einem Unfall in der Londoner U-Bahn erlitt

Sarah de Lagarde schwerste Verletzungen.

Heute zeigt sie, was Fortschritt bedeutet:

Menschen beweglich halten – körperlich,

gesellschaftlich und wirtschaftlich

Frau de Lagarde, Sie tragen einen Titel, den man nicht alle Tage

hört: Brighter Future Strategist. Was steckt dahinter?

Sarah de Lagarde: Der Titel klingt ungewöhnlich – und genau

das ist er auch. Bei Janus Henderson bin ich Botschafterin

für Zukunftsthemen. Meine Aufgabe ist es, komplexe Investmentstrategien

so zu übersetzen, dass Menschen sie

wirklich verstehen und fühlen können. Technologie, künstliche

Intelligenz, medizinische Innovation – all das wird oft

sehr abstrakt diskutiert. Ich bringe die reale Perspektive hinein:

Wie verändert Innovation tatsächlich ein Leben?

Ihr eigenes Leben hat sich radikal verändert. Bei einem Unfall stürzten

Sie zwischen zwei U-Bahn-Waggons und erlitten dabei schwerste

Verletzungen. Woher nehmen Sie Ihre Kraft?

Lagarde: Ganz ehrlich? Aus Dankbarkeit. Ich habe einen

Unfall überlebt, bei dem ich eigentlich zehnmal hätte sterben

können. Dass ich heute hier sitze, empfinde ich als

zweite Chance. Ich durfte nach Hause zurückkehren – zu

meinen Töchtern, zu meinem Mann, zu meiner Familie.

Das gibt mir eine enorme Verantwortung. Ich möchte nicht

nur versorgt werden, sondern Wert schaffen – für meine Familie,

die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Aus Ihrem persönlichen Schicksal ist eine Mission geworden?

Lagarde: Absolut. Anfangs dachte ich, mein Fall sei einzigartig.

Dann habe ich verstanden: Weltweit leben rund

60 Millionen Menschen mit Amputationen – und die Zahl

BOTSCHAFTERIN DE LAGARDE:

„Zukunftsthemen so übersetzen,

dass Menschen sie verstehen und

fühlen können.“

50

FOCUS MONEY 23/2026


steigt. Nicht nur durch Unfälle, sondern durch Diabetes,

Krebs, Sepsis, Kriege. Gleichzeitig altern ganze Gesellschaften.

Und Alter bedeutet oft eingeschränkte Mobilität. Deshalb

sage ich bewusst: Es geht nicht um Behinderung. Es geht

um Mobilität. Und das betrifft uns früher oder später alle.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Gesundheitssystem?

Lagarde: Als Patientin sehe ich vor allem Ineffizienz. Ärztinnen,

Ärzte, Pflegekräfte leisten Großartiges – aber sie werden

durch Verwaltungsaufgaben ausgebremst. Papierberge,

Dokumentationspflichten, langsame Prozesse. Dabei könnte

künstliche Intelligenz heute schon triagieren, Daten auswerten,

Scans präziser analysieren als viele bestehende Systeme.

Ich rede nicht davon, Menschen durch die KI zu

ersetzen. Ich rede davon, sie zu stärken. Genau wie mein bionischer

Arm mich nicht ersetzt, sondern erweitert.

Sie sprechen auch mit Politikern darüber?

Lagarde: Ja, weil Veränderung konkrete Themen braucht.

Meine aktuelle Kampagne klingt banal – ist aber hochpolitisch:

die Größe von Prothesenhänden. Als ich im britischen

Gesundheitssystem eine zweite Hand beantragte, bekam ich

ein männliches Modell – doppelt so groß wie meine eigene

Hand. Das kleinere Modell existiert, wurde mir gesagt. Aber

nicht im staatlichen System. Da habe ich gefragt: Warum

zahle ich dieselben Steuern wie Männer, bekomme aber nicht

dieselbe Versorgung?

Das Thema MedTech ist für Sie eine Frage der Gleichberechtigung?

Lagarde: Natürlich. Medizin, Produktdesign, selbst Crash-

Tests – jahrzehntelang war der männliche Körper das Sample.

Deshalb zeige ich mich bewusst öffentlich. Sichtbarkeit

schafft Diskussion. Diskussion schafft Veränderung.

Gleichzeitig sprechen Sie mit Investoren über diese Zukunftsmärkte?

Lagarde: Ja, denn Innovation braucht Kapital. Kleine Unternehmen

entwickeln oft bahnbrechende Lösungen – von

Robotik bis zu 3D-gedruckten Prothesen. Unternehmen wie

Ottobock zeigen, wohin die Reise geht: Mobilität erhalten,

Lebensqualität steigern, Technologie menschlich machen.

Für mich ist das nicht nur ein Wachstumsmarkt – es ist gesellschaftliche

Infrastruktur.

Klingt nach Optimismus?

Lagarde: Ich bin professionelle Optimistin. Technologie

kann unglaublich viel lösen, wenn wir sie verantwortungsvoll

einsetzen. KI ist für mich wie Kernenergie: Richtig genutzt,

versorgt sie Millionen. Falsch genutzt, wird sie gefährlich.

Deshalb braucht Zukunft neben Innovation auch Haltung.

Und Ihre persönliche Bilanz?

Lagarde: Ich nenne es Win-win-win. Ich darf weiter arbeiten

und meine Berufung leben. Mein Unternehmen bekommt

eine echte Geschichte hinter seinen Zukunftsthemen. Und

Menschen – ob Patient, Anleger oder Unternehmer – erkennen,

dass Fortschritt nicht abstrakt ist. Fortschritt bedeutet

am Ende immer eines: Menschen beweglich zu halten – körperlich,

gesellschaftlich und wirtschaftlich.

FOCUS MONEY 23/2026

BIONIK

Hightech

aus der Natur

Die Nachfrage nach künstlichen Organen und

bionischen Prothesen nimmt weltweit zu. Bis 2035

dürfte sich der globale Bionik-Markt verdoppeln.

Mit diesen Investments verdienen Anleger mit

von HEIKE BANGERT

Was haben bionische Prothesen und Roboter gemeinsam?

Jede Menge, sagen Mediziner und Techniker.

Beide übertragen biologische Abläufe auf technische

Konstruktionen. Die künstliche Hand von Luke Skywalker

– Science-Fiction aus Hollywood – ist längst Realität geworden.

Künstliche Gliedmaßen verschmelzen heute dank

künstlicher Intelligenz, Sensoren und direkter Nervenverbindungen

immer nahtloser mit dem menschlichen Körper.

Sie bieten intuitive Bewegungsabläufe, Tastsinn und werden

von vielen Nutzern als echte Erweiterung des eigenen Körpers

wahrgenommen.

Dass die medizinische Robotik derzeit große Fortschritte

macht, davon konnten sich Experten vergangene Woche im

Bozener NOI Techpark überzeugen. „Wir erleben einige technologische

Durchbrüche, große Investitionen in humanoide

Robotik sowie Fortschritte in der künstlichen Intelligenz“,

berichtete Antonio Bicchi am Rande der Fachtagung „Robotics

in Practice“. Der Professor für Robotik an der Universität

Pisa und am Italienischen Institut für Technologie zeigte

sich überzeugt, dass die Forschung im Bereich der Medizin

bald an den Punkt eines „großen Umbruchs“ kommen werde

– in „eher fünf als fünfzig Jahren“.

Vom Nischen- zum Massenmarkt. Der Markt für künstliche

Organe und Bionik ist keinesfalls so klein, wie es auf den

ersten Blick scheint. Nach der Analyse des Marktforschungsinstituts

„The Insight Partners“ setzten die Anbieter im vergangenen

Jahr weltweit mehr als 22 Milliarden Dollar um. Bis

zum Jahr 2034 dürfte sich das Jahresvolumen auf rund 50 Milliarden

Dollar mehr als verdoppeln. Der Markt wächst pro

Jahr im Schnitt mit 9,3 Prozent.

Das Feld ist weit. Zu bionischen Prothesen und Implantaten

zählen neben Gliedmaßen auch Hörhilfen, künstliche

Hüft- und Kniegelenke sowie Herzklappen. In das Segment

künstlicher Organe fallen Kunstherzen, Netzhautimplantate

und Bio-Printing. Zu den großen börsennotierten Un-

51


moneymarkets

ternehmen zählen Edwards Lifesciences, ein führender Hersteller

von künstlichen Herzklappen, Medtronic, ein

Anbieter von Insulinpumpen und Herzschrittmachern, und

die Stryker Corp, die für ihre Gelenkersatzteile bekannt ist.

Auch viele nicht börsennotierte Unternehmen sind aktiv.

Markt für Spezialisten. Für Anleger, die von den Entwicklungschancen

dieses Wachstumsmarktes profitieren möchten,

sind medizinische Vorkenntnisse von Nutzen. Eine gute

Beratung tut es auch. Doch zuweilen drohen Marktungereimtheiten

– wie derzeit bei der im deutschen Prime Standard

gelisteten Ottobock-Aktie. Der Weltmarktführer im Bereich

der technischen Orthopädie ist vergangene Woche in

die Schusslinie des Leerverkäufers Grizzly geraten. Ein

Warnzeichen für Anleger. Das Anlagerisiko ist gestiegen. Die

Kurschancen im Falle eines Misslingens der Short-Attacke

aber auch. Branchenbeobachter trauten der Aktie zuvor einen

deutlichen Anstieg zu. Jetzt raten sie zur Vorsicht: Wer

nicht mitzocken möchte, hält sich besser so lange heraus, bis

sich die Lage rund um die Aktie aufgehellt hat.

Anleger, die in das Segment investieren, sich aber nicht auf

einzelne Titel festlegen wollen, sollten sich den Vaneck Medical

Robotics and Bionic Engineering ETF ansehen. Das

Portfolio bietet Anlegern eine der wenigen Möglichkeiten,

breit diversifiziert in Anbieter fortschrittlicher medizinischer

Geräte zu investieren. Und wer sich noch breiter aufstellen

möchte, könnte mittel- bis langfristig mit dem aktiv

gemanagten Janus Henderson Global Life Sciences Fund gut

fahren. Das Management sucht gezielt nach innovativen Firmen,

die Lösungen für bisher ungelöste medizinische Probleme

entwickeln. Bionik ist eines davon.

OTTOBOCK

Top bei Gelenkersatz

Hände weg? Diese Frage stellt sich derzeit

bei der Ottobock-Aktie. Der deutsche Prothesenhersteller

ist in die Schusslinie des

spekulativen Investors Grizzly geraten. Der

Leerverkäufer wirft dem Mehrheitseigentümer

Hans Georg Näder exzessive Verschuldung

und eine hohe Abhängigkeit

vom Russland-Geschäft vor. Ottobock wies

die Vorwürfe zurück. Die Aktie gab dennoch

stark nach. Ottobock entwickelt seit

mehr als 100 Jahren innovative Produkte

für Menschen mit Behinderungen – Orthesen,

Prothesen und Rollstühle. Kluge Anleger

warten in Ruhe das Börsengewitter ab.

VANECK MEDICAL ROBOTICS

AND BIONIC ENGINEERING ETF

Künstliche Lebenshilfen

Der Bionik-ETF von Vaneck bietet Anlegern

eine der wenigen Möglichkeiten, in

ein breit aufgestelltes Aktienportfolio

von Anbietern fortschrittlicher medizinischer

Geräte zu investieren. Zu den derzeit

25 Unternehmen im ETF gehören

Edwards Lifesciences, ein führender

Hersteller von künstlichen Herzklappen,

Medtronic, ein Hersteller von Insulinpumpen

und Herzschrittmachern, Zimmer

Biomet Holdings, ein Hersteller von

orthopädischen und zahnmedizinischen

Implantaten, und die Stryker Corp, die für

ihre Gelenkersatzteile bekannt ist.

JANUS HENDERSON –

GLOBAL LIFE SCIENCES

Auf Gesundheitskurs

Langjährige Expertise. Für den Janus

Henderson – Global Life Sciences Fund

stellt Bionik nur eine Beimischung dar. Für

Anleger könnte er ein Türöffner sein. Mit

Andy Acker und Daniel Lyons verantworten

zwei der profiliertesten Gesundheitsexperten

den Fonds. Beide können auf

jeweils mehr als 25 Jahre Erfahrung mit

Aktien aus dem Gesundheitsbereich zurückblicken.

In jüngster Zeit trug vor allem

die Titelauswahl zur guten Wertentwicklung

bei – in den Bereichen Biotechnologie,

Medizinprodukte und Medizintechnik

mit Aktien wie Eli Lilly und AbbVie.

Short-Attacke abwarten

Ottobock

Nischenplayer mit Potenzial

Vaneck Medical Robotics and Bionics

Besser als der Gesamtmarkt

Janus Henderson – Global Life Sciences

Kurs der Ottobock-Aktie

in Euro,seit Börsengang

70

20

Kurs des Janus-Henderson-Fonds in Euro

14

60

18

13

12

50

16

11

2025 2026

40

OKT N D JAN F M A MAI

WKN/ISIN857675/DE000BCK2223

Börsenwert 3,5 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e18,7/15,2

Dividendenrendite für 2026e/27e 1,7/2,1 %

Kursziel/Stoppkurs 50,00/75,00/ €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 35 %

Kurs des Vaneck-Fonds in Euro

14

2023 2024 2025 2026

WKN/ISIN (thes., €)A3DT2R/IE0005TF96I9

Fondsvolumen 9,2 Mio. €

Laufende Kosten0,55 %

Produktstrukturphysisch

Wertentwicklung 1/3 Jahre p.a.–7,4/–6,9 %

Auflagedatum2.12.2022

2025 2026

10

JUL JAN MAI

WKN/ISIN (thes.)A3CYRH/IE00BMXMV145

Fondsvolumen 4,2 Mrd. €

Laufende Kosten TER* 2,36 %

WährungEuro

Wertentwickl. 1/3/5 Jahre p.a. 22,0/4,9/6,5 %

Auflagedat. Fonds/Anteilsklasse30/2000/3/2021

Quelle: Factset UK Limited 2026

e = erwartet

Quelle: VanEck, Stand: 30.4.2026

Quelle: Morningstar, *Total Expense Ratio, Stand: 20.5.2026 Wertentwicklung auf Euro-Basis

52

FOCUS MONEY 23/2026


FOCUS

MONEY

zeichnet aus:

Jetzt starke Frauen in der

Finanzwelt sichtbar machen!

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Einflussreiche Frauen aus Wirtschaft und Politik

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Social Media vorantreiben

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Zugang zu Finanzwissen, Investmentstrategien

und Vermögensaufbau erleichtert und

sie über Coachings, Bildungsformate und

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überzeugt, dass finanzielle Bildung nicht

exklusiv, kompliziert oder einschüchternd

sein darf – sondern verständlich, praxisnah

und für jede Lebensrealität zugänglich.

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Camilla Sohn will Frauen dabei unterstützen,

Vermögensaufbau, Kapitalmarktwissen und

finanzielle Unabhängigkeit selbstbestimmt

in die Hand zu nehmen. Mit der Plattform

Caminvest verbindet sie Finanzbildung mit

Investmentpraxis – von Workshops über

strategische Anlagekonzepte bis hin zur

individuellen Begleitung. Ihr Ansatz ist

dabei bewusst nahbar, datenbasiert und frei

von klassischem Finanzjargon.

www.instagram.com/caminvesta/

Corinne Brecher hat mit Portfolio-Heldinnen

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unterstützt, ihre finanzielle Zukunft aktiv zu

gestalten. Sie will finanzielle Bildung aus der

Nische holen und Frauen dazu ermutigen,

Investmententscheidungen selbst zu treffen.

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persönlicher Begleitung vermittelt sie

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und strategische Finanzplanung.

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Unsere

Partner

FREYA FRÜH, FRAUFINANZEN

CAMILLA SOHN, CAMINVESTA

CORINNE BRECHER, PORTFOLIO-HELDINNEN


GOLDMINEN

Heiße Phase – Gewinner picken

Wohin mit dem Geld?

Goldgräber haben

derzeit ein Luxusproblem.

Wie Anleger

von den hohen

Konzerngewinnen

profitieren und welche

Titel in der erwarteten

Übernahmewelle

aussichtsreich sind

von JOHANNES HEINRITZI

Fahrzeugbauer und Chemiekonzerne würden

sich hierzulande die Finger lecken, hätten

sie Gewinnmargen wie Goldproduzenten.

Für jede Unze Gold, die diese im ersten

Quartal 2026 aus dem Boden holten, haben sie

das 2,7-fache ihre Kosten zurückbekommen.

Denn im Schnitt lag der Goldpreis in den ersten

drei Monaten des Jahres bei 4873 Dollar je Unze

(31,1 Gramm). Die durchschnittlichen Gesamtkosten

des Goldbergbaus, die All-In-Sustaining-

Costs (AISC), lagen hingegen nur bei 1788 Dollar

je Unze. Letztere beziehen sich laut dem

Finanzmarktanalysehaus Zeal LLC auf die 25

größten Goldkonzerne, die im repräsentativen

Vaneck Gold Miners-Index vertreten sind.

Eine Marge von gut 3000 Dollar je Unze gab

es in der Geschichte der Goldgräber noch nie.

Selbst kleineren Produzenten mit einer Produktion

von bis zu 100 000 Unzen im Jahr spülte

das im ersten Quartal durchschnittlich 75 Millionen

Dollar in die Kasse. Die ganz Großen der

Branche Newmont, Agnico-Eagle Mines und

Barrick Mining, die jeweils mehrere Millionen

Unzen im Jahr produzieren, gingen nach dem

ersten Quartal sogar mit einem Milliarden-Net-

Hohe Gewinnmarge bleibt

Im Vergleich zum durchschnittlichen

Goldpreis waren die Abbaukosten (AISC)

im ersten Quartal 2026 niedrig. Sie werden

ansteigen, da unter anderem Erz mit

geringeren Goldgehalt verarbeitet wird

Gesamtabbaukosten für Gold

in US-Dollar je Unze

Goldpreis 4873

Branche 1788

Wheaton 681

Newmont 1029

Lundin Gold 1114

Agnico-Eagle 1483

Barrick Min. 1708

Kinross Gold 1732

Gold Fields 1829

Eldorado Gold 1942

Equinox Gold 1950

Oceanagold 2094

AISC: All-In-Sustaining-Costs (Gesamtabbaukosten) Quellen: diverse Goldproduzenten, Zeal

54 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


moneymarkets

TAGEBAUMINE: Höhere

Dieselkosten dürften die

Kosten nach oben reiben,

die Rohstoffpreise

gleichen das aber gut aus

Im neuen FOCUS MONEY Rohstoff-

Börsenbrief finden Anleger faszinierende

Vor-Ort-Recherchen sowie

konkrete Anlagechancen vom Hot

Stock bis zum großen Produzenten

Starke Goldsucher

Bergbau ist immer mit Risiken

verbunden. Zudem sind reine

Explorationsaktien deutlich

spekulativer als bereits produzierende

Unternehmen.

Bei kleinen Gesellschaften ist

daher die Auswahl besonders

wichtig. Anleger sollten wegen

der Risikoverteilung auch

nie auf nur ein Pferd setzen.

Und: Stopps setzen!

togewinn aus dem Ring. Bei Barrick Mining waren

es 1,6 Milliarden Dollar, bei Agnico-Eagle

mit 1,7 Milliarden Dollar und bei Newmont satte

3,26 Milliarden Dollar.

Newmont profitierte dabei im Branchenvergleich

auch sehr stark von gestiegenen Preisen

bei Beiprodukten wie Silber und Kupfer. Diese

einberechnet, lagen die AISC tatsächlich nur

bei 1029 Dollar je Goldunze. Auf die reine Goldproduktion

bezogen sieht es mit 1709 Dollar

aber auch hervorragend aus. Insgesamt konnte

sich die Goldminenbranche über nahezu eine

Verdopplung der kumulierten Gewinne freuen.

Und das, obwohl die Gesamtproduktion eher

rückläufig war. Allerdings lag der Goldpreis

rund 70 Prozent höher – bei nur 25 Prozent höheren

Kosten.

Wohin mit dem Geld? Newmont macht es vor:

Dividende steigern, eigene Aktien zurückkaufen.

Viele andere Branchenvertreter folgen dem Beispiel.

Was auch zu sehen ist: Der Appetit, Konkurrenten

zu schlucken, wächst wieder. Kein

Wunder bei vielen Milliarden Dollar in den Kassen

und Aktienkursen, die die eigenen Anteilsscheine

als Kaufwährung attraktiv machen.

Es ist aber auch zu beobachten, dass die bisherigen

Übernahmen nicht nur von der schieren

Wachstumsgier getrieben sind. Agnico-Eagle

Mines zum Beispiel kauft für gut zwei Milliarden

Dollar in der Region seiner bestehenden Kittilä-

Goldmine in Finnland zu, um dort eine ganze Region

zu konsolidieren und Synergien zu heben.

Kittilä ist die größte reine Goldmine in Europa.

In Kanada werden sich zudem Equinox Gold und

Orla Mining zusammenschließen, wobei Equinox

keinen groß sichtbaren Aufschlag auf die

Orla-Aktie bietet und seine Aktien im Verhältnis

eins zu eins tauscht.

Fusionswelle rollt erst an. Die hohen Gewinne

und vollen Kassen lassen viel Platz für Übernahmen.

Denn die Goldminenbranche ist kaum

konzentriert. Die größten 25 im Vaneck Gold

Miners-Index vertretenen Goldgräber haben im

ersten Quartal rund 225 Tonnen Gold aus dem

Boden geholt, das sind gerade einmal 25 Prozent

der 900 Tonnen der gesamten Branche. Es

gibt zugleich viele aufstrebende Goldkonzerne

mit einer Produktion von 20 000 bis 200 000

Unzen. Manche davon besitzen sehr gute, stark

ausbaufähige Liegenschaften. Und genau dieses

Potenzial bei den Ressourcen lieben die großen

Goldproduzenten. Die aufstrebenden Goldgräber

könnten daher eher früher als später ins

Visier der Großen geraten.

Denkbare Ziele gibt es viele. Da wäre beispielsweise

der im Norden Australiens aktiven

Explorer PC Gold. Dort könnte demnächst eine

Goldmine mit einer Kapazität von 150 000 Unzen

entstehen. Das Gebiet ist aussichtsreich für

weitere Exploration.

Zudem könnte es zu einer Sondersituation in

Nevada kommen. Denn Barrick Mining bringt

wohl bis Ende des Jahres seine Nordamerika-

Aktivitäten mit Fokus auf den US-Bundesstaat

an die Börse. Das dürfte neue Kauffantasien bei

den dortigen Minen schüren.

Name WKN ISIN Kurs

in Euro

Quellen: Factset UK Limited 2026, Marketscreener, Goldkonzerne

Börsenwert

in Mrd.

Euro

Gewinn je Aktie

(in Euro)

KGV

2027

Kursentwicklung

Kurspotenzial

Stoppkurs

in Euro

Bemerkungen

2026e 2027e 1 Jahr 1 Monat

Agnico-Eagle Mines 860325 CA0084741085 151,00 74,8 12,30 13,20 11,4 52 % –15% 50 % 120,00 zweitgrößter Goldkonzern

B2Gold A0M889 CA11777Q2099 3,94 5,3 0,60 1,10 3,6 41 % –8% 200 % 3,20 großer Goldprod., sehr günstig

Contango Silver & G. A1C9SC US21077F1003 17,30 0,5 Verl. Verl. – 24 % –11% 200 % 13,90 Alaska, Erzverarb. bei Kinross

GFG Resources A2DWM1 CA36165F1018 0,11 0,04 Verl. Verl. – 0 % 12 % 300 % 0,085 großes Gebiet in Timmins, Kanada

K92 Mining A2AJL3 CA4991131083 15,20 3,8 1,46 2,28 6,7 74 % –8% 150 % 12,10 Papua-Neuguinea, nahe Newm.

Lake Victoria Gold A3E4WC CA5109151012 0,18 0,04 Verl. Verl. – 37 % 1 % 200 % 0,14 Tansania, nahe Barrick Mining

Metallic Minerals A2ARTX CA59126M1068 0,17 0,04 Verl. Verl. – –4% 1 % 300 % 0,135 Newmont mit 9,5 % Beteiligung

PC Gold A41PR1 AU0000413726 0,75 0,3 Verl. Verl. – 550 % –4% 200 % 0,62 Norden Australiens, Aufbau

Troilus Gold A41VGG CA89688V1031 1,15 0,4 Verl. 0,04 29,8 180 % 9 % 150 % 0,95 Gold und Kupfer Quebec, günstig

FOCUS MONEY 23/2026

55


GASTBEITRAG

COMMERZBANK-ZEN-

TRALE Die Unicredit

will die Frankfurter

schlucken - für den

Mittelstand wäre das

eine schlechte

Nachricht

Warum Deutschland die

Commerzbank braucht

von HANS-PETER BURGHOF

Es ist ein Unding, dass die italienische Unicredit

die Commerzbank gegen den erklärten

Willen der Bundesregierung übernehmen

will. Der Schaden für Kunden,

Steuerzahler und Unternehmen hierzulande

wäre enorm.

Um keine Missverständnisse aufkommen

zu lassen: Deutschland braucht vor allem

mehr Markt und Wettbewerb. Das Land liegt

wie erstarrt unter der staatlichen Regelungswut,

und wir riskieren ein Scheitern unseres

Wirtschafts-, Staats- und Gesellschaftsmodells.

Aber wenn dies so ist: Warum sollte

man sich gegen die Übernahme der Commerzbank

durch die italienische UniCredit

wehren? Der Markt für Unternehmenskontrolle

ist einer der zentralen Effizienztreiber

Wenn die Übernahme

der Commerzbank schief

geht, wird auch der

deutsche Staat für

die Rettung dieses

neuen europäischen

Bankgiganten zahlen

müssen

der Marktwirtschaft. Andrea Orcel versichert,

aus den Aktien der Commerzbank

mehr Wert herausschlagen zu können als

das gegenwärtige Management. Warum soll

er es nicht probieren dürfen?

Die erste Antwort darauf ist einfach: Weil

bei Banken dieser Größe der Staat immer

mit in der Haftung ist. Wenn es schiefgeht,

wird auch der deutsche Staat für die Rettung

dieses neuen europäischen Bankgiganten

zahlen müssen. Gerade Orcel sollte dies

wissen. Bei seiner bedeutendsten Transaktion

als Investmentbanker half er 2007, aus

der Royal Bank of Scotland die größte Bank

der Welt zu machen. Die Rettung der Bank

kostete Steuerzahler in Großbritannien und

Belgien eine zweistellige Milliardensumme.

56 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


moneymarkets

Auch die Bank, die er heute leitet, bekam

Staatshilfen, und sie spart, wie alle systemischen

Kreditinstitute, durch die implizite

Staatsgarantie Milliarden an Refinanzierungskosten.

Es ist ein Unding, eine solche

Transaktion gegen den erklärten Willen des

wichtigsten stillen Teilhabers, des betroffenen

Staates, erzwingen zu wollen.

Die zweite Antwort liegt in der größten

inhärenten Bedrohung für die Marktwirtschaft:

Marktmacht. Ohne den Staat als aktiven

Hüter des Wettbewerbs droht die Freiheit

der Märkte – und nicht nur der Märkte

– vor der Macht der Monopole zu zerbrechen.

Im Fall der beabsichtigten Übernahme der

Commerzbank liegt das entscheidende Prüfungsrecht

bei den EU-Institutionen. Diese

haben aber schon deutlich gemacht, dass

der Schutz der Bankkunden vor übergroßer

Marktmacht nicht ihre primäre Zielsetzung

ist. Man verbindet die Prüfung mit mehreren

strategischen Perspektiven. So will man

grenzüberschreitende Fusionen fördern, um

die europäische Bankenunion voranzutreiben.

Und man beabsichtigt, die europäischen

Bankenmärkte zu „konsolidieren“, um

den amerikanischen Großbanken auf den internationalen

Märkten etwas entgegensetzen

zu können. Keinem dieser beiden Ziele

wird man tatsächlich näherkommen, wenn

man die Übernahme der Commerzbank

durchwinkt. Aber auch Wunschvorstellungen

haben Entscheidungswirkung.

Tatsächlich bedroht eine mögliche Übernahme

der Commerzbank den Wettbewerb

der Banken vor allem in einem sehr spezifischen,

aber für Deutschland hochrelevanten

Marktsegment. Große Mittelständler

können ihre Bedarfe nicht bei den zahlreichen

regionalen Kreditinstituten decken,

und sie passen auch nicht immer zum Geschäftsmodell

der großen Deutschen Bank.

Hier besteht ein enges Oligopol, mit der

Commerzbank an erster und der HVB an der

zweiten Stelle. Wenn ausgerechnet diese

beiden Banken verschmelzen, hat dies

zwangläufig Auswirkung auf den

Preis und die Verfügbarkeit von Krediten

für diese Unternehmen.

Große Mittelständler können

(oder wollen) zumeist nicht auf den

Kapitalmarkt ausweichen. Dazu

müssten sie ihr technologisch

oft hoch fokussiertes Geschäftsmodell

grundlegend

umstellen, müssten in neue

HANS-PETER

BURGHOF, 62, ist

Inhaber des Lehrstuhls

für Bankwirtschaft an der

Universität Hohenheim

Geschäftsfelder wachsen, stärker diversifizieren.

Wollen sie dagegen diese besondere

Stärke der Konzentration bewahren, benötigen

sie Kreditinstitute, die ihnen im

Rahmen einer engen informationellen Beziehung

zur Überbrückung von Krisenzeiten Liquidität

zur Verfügung stellen. Sie brauchen

eine Hausbank. Ob sich eine fusionierte Uni-

Credit-Commerzbank als unangefochtener

Marktführer in diesem Segment noch die

Mühe machen wird, dieses sehr deutsche Finanzierungskonzept

weiter mit Leben zu erfüllen,

erscheint mir zweifelhaft. Die Fusion

der beiden Kreditinstitute kann also auch

fundamentale Veränderung in der deutschen

Wirtschaft auslösen und alte Stärken

zerstören, ohne etwas überzeugendes Neues

an ihre Stelle zu setzen.

Darf Deutschland, auch gegen den Willen

der europäischen Institutionen, eine eigene

Standortpolitik betreiben, etwa um den großen

Mittelstand vor einer drastischen Verschlechterung

seiner Finanzierungsbedingungen

zu schützen? Andere Länder sind

da wenig zögerlich. Beim Fallissement der

Silicon Valley Bank 2023 garantierten die

USA alle Einlagen, wohl auch um eine Pleitewelle

unter den Technologieunternehmen

des Silicon Valley zu vermeiden. 2017 erzwang

Italien die Rettung der ältesten Bank

Europas, sicher verdienstvoll, aber doch unter

Umgehung der europäischen Abwicklungsregimes

für Banken. Brüssel nimmt wenig

Rücksicht auf die Besonderheiten in den

einzelnen Ländern, hinter denen oft ganz

handfeste Interessen der Menschen in diesen

Ländern stehen. Das europäische Motto

„In Vielfalt geeint“ wird hinsichtlich der

Vielfalt mit Füßen getreten, was auf lange

Sicht auch die Einheit gefährdet. Wir brauchen

hier neues Gleichgewicht zwischen

Zentralität und Individualität. In einem Satz:

Wir dürfen die Besonderheiten unseres Wirtschaftssystems

verteidigen, und es wird Europa

sogar nützen.

Danach ist ein Letztes zum Finanzplatz

Frankfurt zu sagen. Ein großer Finanzplatz

lebt von der Kommunikation vor allem jenseits

der Unternehmenshierarchie. Er wird

dadurch zum Raum für die Entfaltung von

Ideen, Innovationen, Unternehmenskonzepten

und ganz persönlichen Karrieren. Die

Commerzbank spielte für Frankfurt dabei

eine zentrale Rolle. Wenn der Hauptsitz der

Gruppe in Mailand ist, wird von davon wenig

übrigbleiben.

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Universität Hohenheim 57


moneymarkets

WASSERSTOFF soll

Rechenzentren aus der

Energiefalle befreien

WASSERSTOFFAKTIEN

Wasserstoff-Aktien feiern

fulminantes Comeback

Wasserstoff galt Anfang der Dekade als Hoffnungsträger der Energiewende. Trotzdem traten

viele Unternehmen zunächst auf der Stelle. Doch angesichts des weltweit rasant wachsenden

Energiebedarfs dreht jetzt die Stimmung. Wo ein Investment noch lohnt

von FRANK MÄNNER

Im April gingen die Kurse einiger Wasserstoff-Aktien durch

die Decke. Dafür gab es gleich mehrere Gründe. An erster

Stelle ist der Iran-Konflikt zu nennen. Die Sperrung der

Straße von Hormus zeigt, wie wichtig eine dezentrale und

unabhängige Energieversorgung ist. Als strategischer Energieträger

kann Wasserstoff dabei eine große Rolle spielen. Daneben

sorgt der zunehmende Einsatz von Wasserstoff bei der

Energieversorgung von KI-Rechenzentren samt der entsprechenden

Investitionen derzeit für eine Neubewertung des

Sektors.

Dabei hatte der Ruf von Wasserstoff-Aktien zwischenzeitlich

schwer gelitten. Auslöser war eine Serie enttäuschender

Ergebnisse, die die Papiere nach den Hochs von 2021 auf Talfahrt

schickte. Zudem setzte sich Wasserstoff als Energieträ-

ger nicht wie erhofft durch - trotz der global geforderten

Energiewende. Auch Deutschland hatte 2020 Pläne für den

verstärkten Einsatz angekündigt. So erklärte etwa der damalige

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): „Wir wollen

bei Wasserstoff-Technologien die Nummer 1 in der Welt werden.“

Geblieben ist davon wenig. Das zeigt sich etwa im globalen

Wettbewerb und besonders beim Vergleich der Produktionskosten.

China führend. China hat im Gegensatz zu Europa seine

Hausaufgaben über die letzten Jahre im Bereich der Umstellung

zur Wasserstoff-Wirtschaft erledigt. Das führt dazu,

dass die Gestehungskosten für ein Kilogramm Low-CO2-

Wasserstoff dort bereits auf rund 3,20 US-Dollar gefallen

sind. In Deutschland hingegen liegt der Preis aktuell bei rund

58

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

8,00 US-Dollar. Ein asiatisches Unternehmen, das diese Dynamik

und den massiven Ausbau hervorragend für sich zu

nutzen weiß, ist beispielsweise CIMC Enric. Das Unternehmen

ist bei der Speicherung und dem Transport von Wasserstoff

„bestens positioniert“, sagt Gerd Junker, Manager des

Fonds GG (Grünes Geld) Wasserstoff.

CIMC Eric (ISIN KYG2198S1093) zählt zu den führenden

Herstellern im Bereich der sauberen Energie. Das Unternehmen

trägt zur Klimaneutralität bei, indem es Wasserstoff und

Erdgas als Energieträger nutzt und seinen Kunden Schlüsselkomponenten,

Ingenieurdienstleistungen sowie Systemlösungen

für Transport, Lagerung und Verarbeitung bietet.

Auf Ein-Jahres-Sicht legte die Aktie 44 Prozent zu, musste allerdings

im Gegensatz zu zahlreichen Mitbewerbern seit

März Federn lassen.

Anders sieht es beim US-Unternehmen Bloom Energy aus,

dem absoluten Highflyer im Bereich der Wasserstoff-Aktien.

Der Kurs legte über die vergangenen zwölf Monate über 1400

Prozent zu. „Für uns ist das Papier des Brennstoffzellen-Vorreiters

eine der absolut stärksten Aktien der vergangenen anderthalb

Jahre“, sagt Junker. „Das Unternehmen adressiert

ein massives Nadelöhr unserer Zeit: den gigantischen Energiehunger

der KI-Infrastruktur. Mit ihren ‚Bloom Servern‘

kann Bloom Energy die emissionsfreie Stromversorgung von

neuen Rechenzentren dezentral und sehr viel schneller darstellen,

als es über einen langwierigen Anschluss an ein oft

ausgereiztes Stromnetz überhaupt möglich wäre.“ Das ist gerade

beim Neubau von KI-Rechenzentren häufig ein entscheidender

Wettbewerbsvorteil. So verwundert es auch

nicht, dass Bloom der größte Wert im GG Wasserstoff (ISIN

DE000A2QDR59) ist.

Der von Carmen und Gerd Junker gemanagte Fonds wurde

am 15.12.2020 aufgelegt und verwaltet über 70 Millionen

Euro. Nach dem anfänglich schwierigen Fahrwasser geht

es seit einem Jahr bergauf. Inklusive des massiven April-Aufschwungs

liegt der thesaurierende Fonds in diesem Zeitraum

rund 70 Prozent im Plus. Die laufenden Kosten (TER) betragen

1,95 Prozent. Anleger, die den Markt breiter diversifiziert

erschließen möchten, sind bei diesem Produkt gut

Bunte Welt

Die verschiedenen Herstellungsarten von Wasserstoff

werden in der Praxis farblich dargestellt. Grün

steht für die sauberste Methode der Erzeugung

Wasserstoffproduktion

weißer Wasserstoff

grüner Wasserstoff

roter Wasserstoff

gelber Wasserstoff

grauer Wasserstoff

brauner/schwarzer Wasserstoff

blauer Wasserstoff

türkiser Wasserstoff

natürliche Vorkommen

regenerative Energiequellen

Atomenergie

Strommix (erneuerbar und fossil)

Erdgas, Erdöl, Kohle

Braun-/Steinkohle

Erdgas. Erdöl, Kohle (CO₂-Einlagerung)

Erdgas (Kohlenstoffabscheidung)

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moneymarkets

BLOOM ENERGY

Brennstoffzellen-Vorreiter

Highflyer im Aktienmarkt. Bloom Energy profitierte ebenfalls stark von den

Entwicklungen im April, der Wasserstoff-Werte generell pushte. Der Kurs

konnte sich von April bis heute mehr als verdoppeln. Doch auch eigene Nachrichten

unterstützten die Aktie. So verbesserten sich im ersten Quartal 2026

Umsatz und operatives Ergebnis stark. Das Unternehmen profitiert von der

steigenden Nachfrage nach dezentralen Energielösungen, insbesondere aus

energieintensiven Bereichen wie KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Auf

Basis der guten Geschäftsentwicklung hob Bloom Energy die Prognose für

das Gesamtjahr an. Das Umsatzwachstum wird nun im Mittel bei rund 80

Prozent erwartet, nach zuvor etwa 60 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet

das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 3,4 und 3,8 Milliarden US-

Dollar. Das Papier hat weiter Potenzial. Ein Kauf für Anleger, die Kursrücksetzer

und das Risiko im Wasserstoff-Sektor nicht scheuen.

Bloom Energy

Kurs der Bloom-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2021 22 23 24 25 2026

250

200

150

100

WKN/ISIN

A2JQTG / US0937121079

Börsenwert 75,43 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e 191,3 / 65,9

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,00 / 0,01 %

Kursziel/Stoppkurs 310,00 / 247,00 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 11 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

50

0

e = erwartet

aufgehoben. Beide Fondsmanager sind zugleich Gründer und

Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH.

Grüner Wasserstoff. Als nachhaltig gilt Wasserstoff generell,

insbesondere der sogenannte grüne Wasserstoff. Denn

hier wird der benötigte Strom zur Aufspaltung der chemischen

Verbindung (Elektrolyse genannt) von Wasser aus erneuerbaren

Energien gewonnen. Damit verfügt grüner Wasserstoff

über die beste CO2-Bilanz aller Varianten, da er

klimaneutral ist.

Beim „blauen“ Wasserstoff wird entstehendes CO2 aufgefangen

und weiterverwendet oder gespeichert. Diese Variante

gilt als CO2-arm, während „grauer“ Wasserstoff aus fossilen

Energieträgern stammt und CO2 in die Atmosphäre

entweicht. Wasserstoff wird auf verschiedene Arten gewonnen,

wie die Grafik auf Seite 59 illustriert.

Beim Blick auf Europa sticht Spanien derzeit als absoluter

Vorreiter hervor. „Das Land hat bis 2030 sein Ziel für Elektrolysekapazität

von vier auf rund zwölf Gigawatt angehoben

und zieht momentan Milliarden-Investitionen an. Von diesem

Boom profitieren besonders die großen spanischen Versorger

und Infrastrukturkonzerne, die das Thema nun in die

Praxis umsetzen. Hochspannend sind hier für uns Aktien wie

Iberdrola, die mit dem Projekt in Puertollano bereits eine der

größten europäischen Anlagen bezüglich grünen Wasserstoffs

für die Industrie betreiben“, erklärt Junker. Ebenfalls

interessant erscheint die britische Aktie ITM Power, deren

Kurs sich seit April mehr als verdoppelt hat.

Wasserstoff-Aktien dürften zwar weiterhin volatil bleiben,

aber die Vorzeichen mehren sich, dass viele Unternehmen

mittelfristig eine gute Entwicklung nehmen könnten. Entsprechende

Aufträge sind vorhanden, die Umsätze steigen

und die Gewinnzone ist bei einigen Playern nicht mehr außer

Reichweite. Für risikobewusste Anleger bietet der Markt

daher Chancen.

ITM POWER

Starke Auftragslage

Rheinmetall-Deal für NATO-Staaten. ITM Power mit Sitz in Sheffield war mit

positiven Nachrichten einer der Auslöser für die jüngste Rally bei Wasserstoff-

Werten. Da war zum einen die Bekanntgabe der strategischen Zusammenarbeit

mit Rheinmetall rund um eine dezentrale Produktion von synthetischen

Kraftstoffen für NATO-Streitkräfte. Zum anderen steigt die staatliche Great British

Energy mit 40 Millionen Pfund bei ITM Power ein. Darüber hinaus bestätigte

das Ministerium für Energiesicherheit seine Absicht, einen Zuschuss in

Höhe von 46,5 Millionen Pfund zu gewähren. Mit den Mitteln wird der Aufbau

einer neuen automatisierten Fertigungslinie mit einer Kapazität von 1 GW unterstützt.

ITM Power hat sich konsequent dem grünen Wasserstoff verschrieben,

also der idealen Form in puncto Null-Emissionen. Die Kurshöchststände

aus den Jahren 2021/22 sind immer noch weit entfernt, sodass Potenzial vorhanden

ist.

60

ITM Power

Kurs der ITM-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 25 2026

WKN/ISIN

A0B57L / GB00B0130H42

Börsenwert 1,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026e/27e – / –

Dividendenrendite für 2026e/27e 0,00 / 0,00 %

Kursziel/Stoppkurs 2,50 / 1,50 €

Risiko ■■■■■Kurspotenzial 27 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

FOCUS MONEY 23/2026

6

4

2

e = erwartet


moneydigital

Spannende Trends

von

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FOCUS MONEY

& Finanzen100

Welche Aktien bewegen die Anleger

gerade, wo locken die größten Kursgewinne

– und wo bleiben die

Schwankungen überschaubar? Die

Auswertungen liefern jede Woche

einen Überblick über die wichtigsten

Trends. Die meisten Aufrufe verzeichnet

Nel ASA mit einem Wochenplus

von sieben Prozent, gefolgt

von Nvidia, Rheinmetall,

Infineon und Siemens Energy. Bei

der 52-Wochen-Performance führt

AXT mit einem außergewöhnlichen

Plus von rund 8870 Prozent. Bei den

Top-Trades zeigt sich ein klares Bekenntnis

zu Tech- und Wachstumswerten:

Alphabet, SAP, Softbank,

Apple und Infineon stehen auf der

Kaufseite. Wer es ruhiger mag, findet

bei deutschen Aktien mit niedrigster

Volatilität wie DMG Mori oder

OSRAM Licht stabilere Kursverläufe.

Und an der Spitze der deutschen

Performance-Werte steht OHB mit

einem Plus von 783,23 Prozent.

Top-Trades

KäufeVerkäufe

Alphabet A

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

67 %33%

SAP SE

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

80 %20 %

Softbank Group

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

75 %25 %

Apple

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

100 %0 %

Infineon Technologies

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

100 %0 %

Top-Aktien nach Aufrufen

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 Nel ASA A0B733 7 %

2 Nvidia 918422 – 1,57 %

3 Rheinmetall 703000 3,62 %

4 Infineon Technologies A3E44W 0,48 %

5 Siemens Energy ENER6Y 6,06 %

Top-Aktien nach Performance

Unternehmen WKN 52 Wochen

Performance

1 AXT 914410 8870,06 %

2 Sandisk Corp. A411ZM 3807,74 %

3 KIOXIA Holdings Corp. A2QB8W 2666,27 %

4 Bloom Energy A A2JQTG 1546,65 %

5 Hemlo Mining A41UK3 1526,67 %

Top deutsche Aktien nach

Performance

Unternehmen WKN 52 Wochen

Performance

1 OHB 593612 783,23 %

2 Aixtron A0WMPJ 331,86 %

3 VERBIO Vereinigte Bioenergie A0JL9W 306,63 %

4 SMA Solar Technology A0DJ6J 222,07 %

5 PFISTERER HLDG SE INH ON PFSE21 218,04 %

Aktien Deutschland niedrigste

Volatilität

Unternehmen WKN Volatilität der

letzten 250

Handelstage

1 DMG Mori 587800 5,68 %

2 OSRAM Licht LED400 5,83 %

3 Adtran Networks 510300 6,02 %

4 Tradegate 521690 8,02 %

5 Pfeiffer Vacuum Techn. 691660 8,13 %

Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100

Quelle: Finanzen100

FOCUS MONEY 23/2026 Illustration: Adobe Stock

61


moneymarkets

IMMOBILIEN

Die große

Eigentümer-Falle

Viele Eigentümer halten ihre Immobilie für ein

sicheres Vermögen. Doch dünne Rücklagen,

aufgeschobene Sanierungen und neue Energievorgaben

können den Bestand schneller

zur Belastung machen, als vielen lieb ist

von SINA OSTERHOLT

der Hälfte der Fall. Seit 2021 ist der Anteil dringend sanierungsbedürftiger

Häuser von 28 auf 36 Prozent gestiegen,

während die Sanierungsquote 2025 nach Daten des Bündnisses

Gebäudewende auf 0,7 Prozent gefallen ist, den niedrigsten

Wert seit Jahren. Nötig wären rund zwei Prozent, um

die Klimaziele einzuhalten. Damit drängen sich Fragen auf,

die weit über den Einzelfall hinausreichen. Warum unterschätzen

so viele Eigentümer den Zustand ihrer Immobilie,

obwohl sie selbst darin wohnen? Wer trägt die Kosten eines

Sanierungsstaus, der über Jahrzehnte gewachsen ist? Und

wie wirken energetische Vorgaben, schwächelnde Neubautätigkeit

und unsichere Zinsen auf einen Markt, der bislang

trotz aller Warnsignale stabil geblieben ist? Während die

Substanz vieler Häuser altert, bleiben die Preise stabil.„We-

EIGENTÜMERGESELL-

SCHAFTEN: Die Rücklagen

reichen oft nicht für eine

energetische Sanierung

EEs ist ein Anruf, den Sven Schäfer regelmäßig bekommt.

Am anderen Ende: ein Eigentümer, Jahrzehnte im eigenen

Haus, gerade die Küche erneuert und beim ersten

Verkaufsangebot um eine Summe ärmer, mit der er nicht gerechnet

hat. Der Interessent hat das Dach gesehen, die Leitungen,

den Keller. Und nachgerechnet. „Der Preis der Unwissenheit

zeigt sich oft schlagartig“, sagt Sven Schäfer, seit

mehr als fünfzehn Jahren Immobilieninvestor und Berater

für Kapitalanleger. Mal als ungeplante Sonderumlage, mal

als Sanierung unter Zeitdruck, mal als Abschlag beim Verkauf.

Laut einer Analyse des Portals Immowelt fallen 36 Prozent

aller im vergangenen Jahr zum Kauf angebotenen

Wohnimmobilien in die schlechtesten Energieeffizienzklassen

F bis H. Bei Einfamilienhäusern ist das sogar bei mehr als

62

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


gen der Knappheit ziehen die Mieten spürbar an und stabilisieren

so das Preisniveau“, sagt Reiner Braun, Chef des Forschungsinstituts

Empirica. Doch der Stillstand ist trügerisch.

Wer eine Immobilie besitzt, kauft oder erbt, trifft seine Entscheidungen

in einer Phase, in der Kaufpreise, Mieten und

Sanierungspflichten neu sortiert werden.

Vom Sichtbaren zum Substanziellen

Wahrgenommen wird, was ins Auge fällt: neue Böden, frische

Farbe, das renovierte Bad. Die Substanz bleibt unsichtbar:

Dach, Leitungen, Feuchte, Statik. „Der Zustand einer

Immobilie verändert sich über Jahre, ohne dass es jemand bemerkt,

bis es zu spät ist“, sagt Schäfer. Verstärkt wird der Effekt

durch ein Marktproblem. Im Netz kursieren unzählige

vermeintlich kostenlose Immobilienbewertungen, deren

Zweck nicht Aufklärung, sondern Akquise ist. Um Verkäufer

zu gewinnen, werden Preise üppig bemessen. Über Vergleichsportale

fließen diese Wunschpreise in die öffentlich

sichtbaren Marktdaten ein und erzeugen den Eindruck eines

Preisniveaus, das es so gar nicht gibt. Eine Marketingmaschinerie,

die Eigentümer in Sicherheit wiegt.

Welche Bauteile dabei unterschätzt werden, ist keine Überraschung:

Dach, Heizung, Sanitärleitungen, Fenster, Keller.

In Wohnungseigentümergemeinschaften kommen Balkone

und Tiefgaragen hinzu. Alle diese Gewerke versagen meist

im selben Zeitfenster, nach dreißig bis fünfzig Jahren. Wer

ein Haus aus den siebziger Jahren bewohnt, bei dem erreicht

statistisch ein Großteil seiner Bestandteile gleichzeitig das

Ende ihrer Lebensdauer. Tückischer noch sind schleichende

Feuchteschäden, im Keller, an Dachanschlüssen, in Bädern.

Sie wirken zunächst kosmetisch: ein Stockfleck, ein muffiger

Geruch, ein Riss. Dass viele Reparaturen nur das Symptom

behandeln, treibt die Kosten. Aus Malerarbeiten für ein paar

hundert Euro wird Jahre später eine fünfstellige Schimmelsanierung,

oft begleitet von Mietausfall. Wer zu spät plant,

zahlt mehr. An die Stelle strategischer Modernisierung treten

Notmaßnahmen, überhitzte Handwerkerpreise und am

Ende oft ungünstigere Finanzierungskonditionen, weil der

Beleihungswert sinkt.

Das stille Versagen der Rücklagen

Besonders schwierig wird die Lage in Häusern mit mehreren

Eigentümern. Für Reparaturen am gemeinsamen Eigentum,

etwa Dach oder Heizung, zahlen alle in eine Gemeinschaftskasse

ein, die Instandhaltungsrücklage. Genau die ist meist

zu klein. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland

(VDIV) hat seine Mitglieder befragt: 89 Prozent der Hausverwaltungen

geben an, dass die Ersparnisse ihrer Eigentümergemeinschaften

nicht reichen, um eine energetische Sanierung

zu bezahlen. Eine zusätzliche Erhebung des

Branchendienstes HausverwalterScout zeigt, dass bei rund

40 Prozent der Gemeinschaften das Geld schon für normale

Instandhaltung knapp wird. Experten empfehlen daher 80

Cent bis 1,20 Euro je Quadratmeter und Monat, bei 100 Quadratmetern

also 100 bis 150 Euro, allein als Reparatur-Reserve.

In der Praxis wird das oft unterschritten. Hinter der

Lücke steckt ein Anreizproblem. Wer eine Wohnung vermietet,

sieht in jeder Hausgelderhöhung einen Renditeverlust

FOCUS MONEY 23/2026

CHECKLISTE FÜR KÄUFER

Drei Fragen, die jeder Käufer

einer Eigentumswohnung dem

Verwalter stellen sollte

1. Wie hoch sind die Instandhaltungsrücklagen

pro Quadratmeter – und welche größeren

Maßnahmen finden sich für die kommenden

zehn Jahre in der Beschlusssammlung?

→ Liegt die Rücklage unter 0,80 Euro pro Quadratmeter

und Monat, ist Vorsicht geboten.

Stehen Dach, Heizung oder Fassade auf der

Liste, ohne dass dafür Geld da ist, droht eine

Sonderumlage.

2. Wie verteilen sich Selbstnutzer und Kapitalanleger

im Haus?

→ Reine Anleger-Gemeinschaften sind häufig

konfliktanfälliger bei Sanierungsentscheidungen,

weil jede Hausgelderhöhung unmittelbar

die Rendite mindert.

3. Liegt ein Energieausweis nach Verbrauch

oder nach Bedarf vor – und in welche Klasse

fällt das Gebäude?

→ Bedarfsausweise sind aussagekräftiger. Die

Klassen F bis H signalisieren mögliche Pflichten

nach dem Gebäudeenergiegesetz und

einen schwächeren Wiederverkaufswert.

und stimmt entsprechend ab. Selbstnutzer profitieren dagegen

von einer gut gefüllten Kasse. „Je höher der Anteil der Kapitalanleger

in einer Eigentümergemeinschaft, desto geringer

fallen die Rücklagen aus“, sagt Schäfer. Bitter wird es,

wenn Dach, Heizung und Leitungen gleichzeitig erneuert

werden müssen, weil sie gemeinsam eingebaut wurden.

Reicht die Rücklage nicht, bleiben drei Auswege: eine Sonderumlage

mit vier- bis fünfstelligen Nachschüssen, ein gemeinschaftlicher

Kredit oder eben der Verkauf unter Wert.

Die unterschätzte Erbschaft

Eine besonders verwundbare Gruppe übersieht die Debatte:

Erben. Zwischen 2015 und 2024 sind rund 4,3 Millionen Immobilien

an die nächste Generation übertragen worden. „Erben

bekommen das Haus, aber nicht das Wissen“, sagt Schäfer.

„Welche Sanierungen wurden in dreißig Jahren wirklich

gemacht? Welche Rechnungen liegen noch in der Gewährleistung?

Wann ist zuletzt das Dach geprüft worden? Vieles

davon geht mit der Generation verloren, die das Haus gebaut

hat.“ Stellvertretend steht ein Muster, das dem Berater immer

wieder begegnet: Drei Geschwister erben das Eltern-

63


moneymarkets

haus, eines wohnt in der Nähe, zwei sind

weggezogen. Das Dach stammt aus 1987,

die Heizung aus 1996, der Schornstein

wird nur noch geduldet. Einer will verkaufen,

einer einziehen, einer vermieten. Die

Einigkeit über eine Sanierung kommt nicht

zustande, und während die Erbengemeinschaft

verhandelt, altert das Haus weiter.

„Wer drei Jahre wartet, hat oft nicht mehr

dieselbe Immobilie verkauft, die er geerbt

hat“, sagt Schäfer. Eine Frist wirkt hier besonders

fatal: Käufer und Erben müssen

nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestimmte

energetische Anforderungen binnen

zwei Jahren erfüllen, etwa die Dämmung

oberster Geschossdecken oder

ungedämmter Warmwasserleitungen.

Bußgelder bis zu 50 000 Euro sieht das Gesetz

vor; verhängt werden sie selten, ein

Druckmittel bleiben sie trotzdem.

Lage, Lage, Energieklasse

Der alte Maklerspruch „Lage, Lage, Lage“

hat aus Schäfers Sicht ausgedient. „Heute

gilt: Lage, Lage, Energieklasse und Bausubstanz.“

Die Marktdaten stützen die

These. In den sieben größten deutschen

Metropolen werden Häuser der Effizienzklasse

C bereits rund 19 Prozent unter dem

Preis vergleichbarer A-Objekte gehandelt.

Auf dem Land ist die Spreizung noch größer:

Häuser der schlechtesten Klasse H

36 %

der zum Verkauf stehenden

Wohnimmobilien fallen

in die schlechtesten

Energieklassen F bis H

0,67 %

beträgt die Sanierungsquote

2025 – nötig wären

2 Prozent

88,8 %

der Hausverwaltungen

halten die WEG-Rücklagen

für unzureichend

28,7 %

Preisabschlag im Schnitt

zwischen bester und

schlechtester Energieklasse

4,34 Mio.

Immobilien wurden

zwischen 2015 und 2024

vererbt

Quellen: immowelt, Bündnis Gebäudewende, VDIV

werden teils 45 bis 51 Prozent günstiger

angeboten als sanierte A-Häuser. Im Mittel

beträgt die Preisdifferenz zwischen bester

und schlechtester Energieklasse rund

29 Prozent. Immowelt-Geschäftsführer

Robert Wagner sieht darin ein neues

Machtgefüge in den Preisverhandlungen:

„Viele Kaufinteressenten stehen vor der Herausforderung,

dass die verfügbaren Immobilien

einen erheblichen Modernisierungsbedarf

aufweisen.“ Dieser müsse in

die Gesamtinvestition einkalkuliert werden,

eröffne aber auch Spielraum, sofern

sich die Sanierungskosten seriös beziffern

ließen. Übersetzt: Wer den Bedarf belegen

kann, drückt den Preis. Wer Substanzfragen

ignoriert, verschenkt Verhandlungsmasse.

Verschärfend wirkt die schrittweise

Einführung der 65-Prozent-Regel beim

Heizungstausch, die an die kommunale

Wärmeplanung gekoppelt ist und in den

Großstädten ab Mitte 2026 greifen wird.

„Selbst wenn nicht jedes Gesetz unmittelbar

wirksam wird, verändert sich die Zahlungsbereitschaft

des Marktes spürbar“,

sagt Schäfer. Unsanierte Objekte würden

schwerer finanzierbar, schwerer vermietbar

und müssten preislich nachgeben. So

eindeutig die Effizienzschere wirkt, die Gesamtlage

erklärt sie nicht. Braun ordnet

die Entwicklung breiter ein. Bis 2022 sei

der Markt extrem angespannt gewesen:

Mehrheit im Mittelfeld

Nur jede sechzehnte angebotene Immobilie erreicht die

Top-Klassen A+ oder A. Knapp 36 Prozent fallen in die Sanierungsfälle

F bis H – ein gewaltiges Risiko für Eigentümer

und Käufer

Wohnimmobilien zum Kauf bei Immowelt

nach Effizienzklassen Verteilung in Prozent

A+ (< 30 kwh/m2) 2,7

A (30 bis < 50 kwh/m2) 3,5

B (50 bis < 75 kwh/m2) 7,0

C (75 bis < 100 kwh/m2) 14,4

D (100 bis < 130 kwh/m2) 20,8

Preissteigerung durch Energieeffizienz

Ein A+-Haus erzielt fast 12 Prozent mehr als ein vergleichbares

Objekt der Klasse D. Wer eine H-Immobilie verkauft,

muss dagegen mit einem Abschlag von 13,6 Prozent rechnen

– die Spreizung am Markt wird brutal

Preissteigerung durch Energieeffizienz bei Häusern

relativ zur Klasse D als Referenz, in Prozent

A+ (< 30 kwh/m2) +11,8

A (30 bis < 50 kwh/m2) +6,8

B (50 bis < 75 kwh/m2) +2,5

C (75 bis < 100 kwh/m2) +1,2

D (100 bis < 130 kwh/m2) ±0

E (130 bis < 160 kwh/m2) 15,8

F (160 bis < 200 kwh/m2) 13,5

G (200 bis < 250 kwh/m2) 9,8

–1,6

–4,2

–8,2

E (130 bis < 160 kwh/m2)

F (160 bis < 200 kwh/m2)

G (200 bis < 250 kwh/m2)

Quelle: Immowelt

H (>250 kwh/m2) 12,5

–13,6

H (>250 kwh/m2)

Quelle: Immowelt

64

FOCUS MONEY 23/2026


4,3 MILLIONEN

IMMOBILIEN sind in zehn

Jahren an die nächste

Generation übergegangen

Begünstigt durch jahrelange Niedrigzinsen hätten sich die

Kaufpreise weit von den Mieten entfernt. Seit dem dritten

Quartal 2015 stiegen die Eigentumswohnungspreise nach

Daten des Forschungsinstituts Empirica um 84 Prozent, die

Mieten nur um 56 Prozent. „Ein Preiseinbruch schien greifbar“,

sagt Braun. Mit dem Zinsanstieg kam die Wende, ein

echter Preisverfall aber blieb aus. Die Knappheit trieb die

Mieten so deutlich nach oben, dass sie das Preisniveau stabilisierten.

Dahinter steht eine simple Kapitalmarktlogik: Der

Wert einer Immobilie entspricht dem Barwert künftiger Mieteinnahmen.

Steigende Mieten stützen die Preise, steigende

Zinsen drücken sie. Derzeit halten sich beide Effekte teilweise

die Waage. Doch das ist nur die kurzfristige Sicht. Zwei Risiken

könnten das Gleichgewicht kippen, warnt Braun:

nachhaltig steigende Zinsen oder ein Mietendeckel über die

Länderöffnungsklauseln. „Dann ließe dies den Wert vermieteter

Wohnungen einbrechen.“ Zinsen wirken nach dem Rasenmäherprinzip

auf alle Marktsegmente; verschärfte Regulierung

träfe vor allem das untere Preissegment, also genau

jene Bestände, die ohnehin als sanierungsbedürftig gelten.

Auf der Angebotsseite spitzt sich die Lage zu. Die Neubautätigkeit

ist von 3,7 Wohnungen je tausend Einwohner im Jahr

2020 auf 2,9 im Jahr 2025 gefallen, eine Erholung erwartet

Braun frühestens 2027 oder 2028, denn Geschosswohnungen

brauchen vom Antrag bis zur Fertigstellung zwei bis drei

Jahre. Mindestens ebenso wichtig sei die falsche Verteilung

des Bestands: Bestandsmieten lägen weit unter Neuvertragsmieten,

große Wohnungen würden kaum frei, niedrige

Grundsteuer und hohe Grunderwerbsteuer hemmten die

Umzugsmobilität. „Der Markt ist eingefroren“, sagt Braun.

Für Eigentümer und Erwerber ergibt sich daraus ein nüchterner

Befund: Auf einen großen Preisrutsch zu spekulieren,

ist riskant. Wer Eigenbedarf habe und es sich leisten könne,

solle kaufen, rät Braun, „nicht auf Kante nähen, 10 000 bis

20 000 Euro Reserve einplanen“. Zinsen und Baukosten dürften

eher weiter steigen, und auf das Freiwerden der Babyboomer-Eigenheime

zu warten, sei keine tragfähige Strategie.

Wer den Wert seiner Immobilie sichern will, kommt um den

Blick in die Substanz nicht herum: je früher, desto günstiger.

Was Eigentümer jetzt tun sollten

Reicht eine reguläre Besichtigung? Schäfer winkt ab. „Für

das Bauchgefühl ja. Für den Vermögensschutz nein.“ Bei

Kauf, Verkauf oder größeren Maßnahmen sei ein Gutachten

durch TÜV, DEKRA oder einen vereidigten Sachverständigen

unverzichtbar: „In Relation zum Risiko und zu späteren

Sanierungskosten ist es ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Seine Prüfung verläuft in drei Stufen: Lage, Substanz, Recht

und Zahlen. „Die meisten Objekte scheitern nicht an einem

einzelnen Punkt. Sondern an der Kombination: Instandhaltungsstau,

schwache WEG-Struktur, lückenhafte Unterlagen.“

Alle drei bis fünf Jahre sollten Eigentümer einen solchen

Check durchführen lassen, ergänzt durch

anlassbezogene Prüfungen vor Kauf oder Verkauf. Die Realität

sehe anders aus: „Erst wenn der Schaden da ist, wird geprüft.

Und selbst dann oft nur die Wirkung bekämpft, nicht

die Ursache.“Drei Schritte empfiehlt Schäfer: Unterlagen zusammenstellen,

Zustand prüfen lassen, einen realistischen

Zehn-Jahres-Plan für Rücklagen anlegen. Vor allem aber:

nicht emotional kaufen. „Die richtige Frage ist nicht, ob ich

hier wohnen wollte. Sondern, ob es für meine Zielgruppe attraktiv

ist, hier zu wohnen.“ Wer den Zustand seines Hauses

kennt und dokumentiert, verschafft sich einen Vorteil beim

Verkauf, beim Vererben und bei der Bank. Wer ihn nicht

kennt, zahlt für seine Unwissenheit. Meistens fünf- oder

sechsstellig.

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: P. Merchan Montes/Unsplash 65


moneymarkets

MUSTERDEPOT

Unterschätzte

Risiken

Dobetsberger stellt sich

breiter auf. Hölzle freut sich auf

Dividende von M1 Kliniken

„Das Portfolio wird deutlich breiter aufgestellt

und soll klassische Energie-, Infrastruktur-

und Industrieunternehmen mit strategischen

Technologie- und Qualitätswerten

kombinieren“, sagt Richard Dobetsberger

von ficon. Der Experte nimmt zehn Aktien

von Microsoft (ISIN: US5949181045) und

sechs von Rheinmetall (DE0007030009)

ohne Limit neu ins Musterdepot auf. Gleichzeitig

stockt er die Tesla-Position um zehn Aktien

(ebenfalls ohne Limit) auf. „Damit wird

die Strategie um die Bereiche KI, Digitalisierung

und Verteidigung erweitert“, so Dobetsberger,

der im Gegenzug seine gesamte Posi-

tion bei Equinor und Uranium Energy bestens

auflöst. Die anderen Energiepositionen bleiben

hingegen im Portfolio, da die Risiken im

Energiemarkt weiter unterschätzt werden.

Manuel Hölzle, GBC, profitierte in der Berichtswoche

von einem Kurssprung bei Avio.

Das italienische Luft- und Raumfahrtunternehmen

hatte den erfolgreichen Start des

wissenschaftlichen Satelliten „Solar Wind

Magnetosphere Ionosphere Link Explorer“

gemeldet. Darüber hinaus freut sich der Profi

auf die beschlossene Dividende von 1,20

Euro pro Aktie der M1 Kliniken, was einer

Rendite von rund 6,4 Prozent entspricht. SR

Anzahl/nominal

des Wertpapiers

ISIN

aufgenommen

Ausgabe

Kaufkurs

in Euro

Kaufsumme

in Euro

Limits Euro

je Stück/

Anzahl

Kurs am

26.05.2026

in Euro

Kurswert

am

26.05.2026

Kursveränderung

in %

DEPOT 1

MANUEL HÖLZLE,

GBC AG

DEPOT 3

RICHARD

DOBETSBERGER,

ficon Vermögensmanagement

GmbH

60 Alzchem 7) 11) DE000A2YNT30 diverse 159,30 9 558,00 – 168,90 10 134,00 6,0

210 Avio 7) 11) IT0005119810 diverse 35,43 7 439,50 – 38,87 8 162,70 9,7

325 Bitcoin Group 7) 11) DE000A1TNV91 diverse 31,65 10 285,25 – 29,50 9 587,50 –6,8

110 Cembre 7) 11) IT0001128047 diverse 68,84 7 572,00 – 87,50 9 625,00 27,1

2 600 Guillemot 7) 11) FR0000066722 diverse 4,30 11 180,00 – 4,78 12 428,00 11,2

500 M1 Kliniken 5) 7) 11) DE000A0STSQ8 diverse 17,53 8 766,00 – 18,98 9 490,00 8,3

Guthaben: 367,25 € 750 Smartbroker H. 5) 7) 11) DE000A2GS609 diverse 13,69 10 270,00 – 12,20 9 150,00 –10,9

Depotwert: 99 297,20 € 7 000 Verve Group 5) 7) 11) SE0018538068 diverse 1,56 10 909,30 – 1,59 11 158,00 2,3

Gesamtwert*: 99 664,45 € 260 Washtec 5) 7) 11) DE0007507501 diverse 48,59 12 633,40 – 40,70 10 582,00 –16,2

Depotveränderung:–0,3 % 300 Revo Insurance 11) IT0005513202 diverse 23,31 9 324,00 – 22,45 8 980,00 –3,7

5), 6), 7), 11) Offenlegung Interessenskonflikte (Erklärung: www.gbc-ag.de/rechtliches/offenlegung)

DEPOT 2

KAI HOFFMANN,

Kamavest Asset

Management

GmbH

800 Centerra Gold CA1520061021 4/26 13,33 10664,00 – 14,64 11712,00 9,8

700 First Majestic Silver CA32076V1031 4/26 16,18 11326,00 – 16,96 11872,00 4,8

700 Ivanhoe Electric* US46578C1080 4/26 14,40 10080,00 – 10,60 7420,00 –26,4

60 Kamaxus Resource Fund DE000A40X8Z4 4/26 162,07 9724,20 – 164,47 9868,20 1,5

100 Newmont US6516391066 4/26 92,14 9214,00 – 95,59 9559,00 3,7

10000 Troilus Gold CA89688V1031 4/26 1,04 10400,00 – 1,12 11200,00 7,7

Guthaben:6 973,90 € 25000 First Mining Gold CA3208901064 5/26 0,38 9 600,00 – 0,31 7 750,00 –19,3

Depotwert: 88 511,20 € 550 Elemental Royalty Corp CA28620K1066 5/26 17,05 9 377,50 – 14,60 8 030,00 –14,4

Gesamtwert*: 95 485,10 € 12500 Gold X2 Mining CA38076G1037 9/26 0,73 9 125,00 – 0,89 11 100,00 21,6

Depotveränderung:–4,5 %

*Börse New York, Kurs in Euro umgerechnet; bei geringen Umsätzen anderer Titel in Deutschland werden teilweise die gängigeren ausländischen Kurse in Euro umgerechnet

65 Chevron US1667641005 diverse 146,50 9522,34 – 163,28 10613,20 11,5

100 Conocophillips US20825C1045 12/26 98,92 9892,00 – 102,28 10228,00 3,4

200 Occidental Petroleum US6745991058 13/26 47,41 9482,00 – 50,05 10010,00 5,6

300 Halliburton US4062161017 15/26 33,39 10017,00 – 35,36 10608,00 5,9

130 Equinor NO0010096985 16/26 35,81 4655,30 V: o.L./130 32,82 4266,60 –8,3

65 Exxonmobil US30231G1022 16/26 150,64 9791,60 – 131,94 8576,10 –12,4

Guthaben:11 012,75 € 105 SLB (Schlumberger) AN8068571086 16/26 45,40 4767,00 – 48,50 5091,98 6,8

Depotwert: 77123,88 € 250 Uranium Energy US9168961038 20/26 12,32 3080,00 V. o.L./250 11,58 2895,00 –6,0

Gesamtwert*: 88136,63 € 175 Nordex DE000A0D6554 21/26 48,00 8400,00 – 42,60 7455,00 –11,3

Depotveränderung:–11,9 % 20 Tesla US88160R1014 22/26 385,95 7719,00 K: o.L./10 369,00 7380,00 –4,4

*Startkapital am 09.01.26 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss

Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner

Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden.

66 FOCUS MONEY 23/2026


moneyleserbriefe ISSN: 1615-4576

BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg

Sitz der Redaktion: Arabellastraße 23, 81925 München

Postfach 88 88, 81903 München, Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-3610

Pflichtblatt der Börse in Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin, Stuttgart,

Bremen und Hannover

FOCUS MONEY ist eine Marke der BurdaVerlag Publishing GmbH

DER VERGIFTETE REIZ

DES 9-EURO-TICKETS

(22/26) Editorial

Die Rechnung Dorf- gegen Stadtmenschen

bei der Nutzung aufzumachen,

polarisiert. Ich kenne viele

Dorfmenschen, die das Ticket

gerne und gut in der Freizeit als

Familie genutzt haben. Es bedarf

manchmal mehr Planung als in der

Stadt. Aber das ging weitgehend

gut. Und die Kostenfrage stellt sich

bei anderen politischen Themen

genauso.

Wer Menschen bei Veränderungen

wie der Mobilität helfen will,

muss auch mal Anreize zum

Change anbieten. Ich fand es eine

gute Idee.

Rainer Siebern

Ich denke, das 9-Euro-Ticket war

tatsächlich ein relativ gutes Gesetz,

denn es hat den Tarifdschungel in

Deutschland aufgelöst. Heute

kann man zu einem vernünftigen

Preis ein Ticket für den ÖPNV

abonnieren, das in ganz Deutschland

gilt. Das wäre sonst sicher

Liebe Leserin, lieber Leser

Schreiben Sie Ihre Meinung zu den

Themen in diesem Heft:

Redaktion FOCUS MONEY

Arabellastraße 23, 81925 München

oder E-Mail: leserservice@focus-money.de

oder Fax: 0 89/92 50-3610

(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)

nicht so schnell passiert. Zudem

haben damals viele Menschen die

Bahn getestet. Wäre sie besser

gefahren, wären viele vielleicht

auch dabeigeblieben.

An anderen Stellen wurde und

wird deutlich mehr Geld verschwendet

- und wäre es der Politik

tatsächlich ein Anliegen, CO2

einzusparen, hätte man wohl kaum

CO2-freie Energiequellen unwiderruflich

abgeschaltet.

Daher würde ich dem 9-Euro-Ticket

trotz der bekannten Schwächen

in Summe die Schulnote 3+

geben.

Stephan Ilten

Das 9-Euro-Ticket war für die Anwohner

der Lübecker Bucht eine

absolute Horrorsituation. Unfassbar

viele aus Hamburg und Umland

haben diese Küste von der

Binnenseite förmlich geflutet. Viele

Pendler aus den Küstenorten sind

zu der Zeit auf das Auto umgestiegen,

um halbwegs pünktlich Arbeit

und Wohnort zu erreichen.

Andreas Manzke

REDAKTION FOCUS MONEY

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Mitglieder der Chefredaktion: Julia Groß, Dr. Hans-Peter Siebenhaar (Chefautor)

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FOCUS MONEY erscheint in der BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1,

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FOCUS MONEY 23/2026

67


dswanlegerschutz

STANDORT

DEUTSCHLAND:

Erschwerte

Bedingungen für

Investitionen

DSW-ANLEGERBAROMETER

Energiepreise belasten

branchenübergreifend

Anleger sehen die hohen Energiekosten

als Belastung für den Standort Deutschland.

Die Befragten geben der Bundesregierung

keine guten Schulnoten

Über Energiepreise wird in Deutschland seit Jahren gestritten.

Meist geht es um Stromkosten, Netzentgelte,

CO₂-Preise oder Entlastungspakete. Das erste „Anlegerbarometer“,

für das die Deutsche Schutzvereinigung für

Wertpapierbesitz e.V. (DSW) gemeinsam mit der Strategieberatung

Argon & Co. rund 700 Anleger in Deutschland befragt

hat, zeigt: 81 Prozent der Befragten erwarten, dass Energieund

CO₂-Kosten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

2026 eher stark oder sehr stark beeinflussen.

„Das ist ein klares Signal. Hohe Energiekosten werden nicht

mehr nur als Problem einzelner Branchen wahrgenommen,

sondern als Belastung für den Standort insgesamt. Gerade

für energieintensive Unternehmen sind Strom-, Gas- und

CO₂-Kosten längst ein entscheidender Faktor. Sie beeinflussen

Investitionen, Margen, Standortentscheidungen und die

Frage, ob Produktion in Deutschland langfristig wettbe-

werbsfähig bleibt“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer

der DSW.

„Gleichzeitig macht die Befragung deutlich, dass eine reine

Debatte über Energiepreise zu kurz greift. Denn auch dort,

wo Entlastung angekündigt wird, bleibt die Skepsis groß“, so

Andreas Schwenzer, Partner und Leiter der Energy Practice

bei Argon & Co. Im Durchschnitt bewerten die Befragten die

angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung nur mit

der Schulnote 4,5. Mehr als die Hälfte vergibt sogar eine 5

oder 6. „Klar ist, dass viele Befragte darin bislang keine spürbare

Entlastung sehen“, so Schwenzer.

Interessant aus Anlegersicht ist, dass lediglich 8,1 Prozent

der Befragten angeben, ihr Portfolio infolge steigender Energie-

und CO₂-Kosten eher stark oder sehr stark verändert zu

haben. „Die Anleger haben offensichtlich verinnerlicht, dass

Ruhe und Besonnenheit an der Börse die besten Ratgeber

sind, auch und gerade mit Blick auf die jüngsten Volatilitäten

aufgrund der weltpolitischen Lage“, sagt Marc Tüngler.

Bürokratie und Regulierung als größte

Wachstumshemmnisse

Besonders aufschlussreich wird der Blick auf die größten

Wettbewerbsnachteile deutscher Unternehmen im internationalen

Vergleich. An erster Stelle stehen hier nicht Stromoder

Gaspreise, sondern Bürokratie und Regulierung. 78,2

Prozent der Befragten nennen Bürokratie und Regulierung

68 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


als einen der größten Wettbewerbsnachteile. Erst danach

folgen Strompreise mit 52,8 Prozent, CO₂-Preise mit 28,7

Prozent und Gaspreise mit 17,8 Prozent. Das macht die

Energiepreisdiskussion nicht weniger wichtig. Die Zahlen

zeigen klar, dass Strom-, Gas- und CO₂-Kosten ein erhebliches

Problem bleiben. Gleichzeitig wird deutlich, dass hohe

Kosten besonders dann zum Standortnachteil werden,

wenn Unternehmen zusätzlich mit Bürokratie, langen Verfahren

und unsicheren regulatorischen Rahmenbedingungen

kämpfen.

„Für Unternehmen entsteht daraus eine doppelte Belastung.

Einerseits steigen die Kosten durch Energie-, CO₂-

Kosten und regulatorische Anforderungen. Andererseits kosten

Verfahren, Nachweise, Abstimmungen und Unsicherheit

Zeit“, so Schwenzer. Genau diese Kombination ist gefährlich,

weil sie Entscheidungen verlangsamt, Investitionen erschwert

und den Standort weniger attraktiv macht. Hinzu

kommt der internationale Wettbewerbsdruck. 79 Prozent

der Befragten sehen den größten Druck derzeit aus China.

Die USA folgen mit deutlichem Abstand.

„Auch das passt ins Bild. Deutschland wird nicht nur als

teuer wahrgenommen, sondern auch als langsam. Andere

Märkte skalieren schneller, investieren konsequenter und

treten industriepolitisch klarer auf“, sagt Marc Tüngler. „Es

braucht dringend ein gesamtheitliches, tragfähiges Zukunftskonzept

für Deutschland. Dabei ist die Energiepolitik

nur ein Aspekt, wenn auch ein äußerst relevanter.“

Eine Entlastung an einer einzelnen Stelle reicht nicht aus.

Das Anlegerbarometer zeigt, dass Wettbewerbsfähigkeit

nicht allein durch niedrigere Kosten entsteht. Genauso wichtig

sind Tempo, Planbarkeit und Vertrauen in verlässliche

Rahmenbedingungen. „Deshalb sollte die Debatte über Energiepreise

breiter geführt werden. Wer den Standort Deutschland

stärken will, muss nicht nur über Strompreise sprechen,

sondern auch über das, was Unternehmen im Alltag ausbremst.

Hohe Energiekosten und bürokratische Hürden gemeinsam

schwächen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts

Deutschland“, sagt Burkhard Wagner, Geschäftsführer

von Argon & Co in Deutschland.

Energiekosten belasten

81 Prozent der Befragten im Anlegerbarometer von

DSW und Argon & Co. sehen die hohen Kosten für

Energie und CO₂ als Belastungsfaktor für den Standort

Deutschland

Einfluss der Energie und CO₂-Kosten auf die

Wirtschaft Einschätzung in Prozent der Befragten

eher schwach

4

mittel

15

Quelle: DSW/Argon & Co.

40

Größte Wettbewerbsnachteile

in Prozent der Befragten

Bürokratie 78,2

41

sehr stark

eher stark

Bürokratieabbau notwendig

Bürokratie und Regulierung sehen die Befragten des

„Anlegerbarometers“ als größten Standortnachteil

Deutschlands im internationalen Vergleich, gefolgt

von Strom-, CO₂- und Gaspreisen

Strompreise 52,8

CO₂-Preise 28,7

Gaspreise 17,8

Quelle: DSW/Argon & Co.

Unternehmen im Dialog

Die Vonovia SE: Gelebte offene Transparenz

Transparenz und Offenheit im Umgang mit privaten Anlegern sind für

die Vonovia SE gelebte Praxis. Als Ansprechpartner für Privatanleger

steht Oliver Larmann zur Verfügung, den viele bereits von unseren

DSW-Anlegerforen kennen. Gemeinsam mit dem Investor Relations-

Team unter der Leitung von René Hoffmann ist er nicht nur auf unseren

Veranstaltungen und vor sowie auf der Hauptversammlung für uns da,

sondern das ganze Jahr über erreichbar und ansprechbar für unsere

Anliegen. Haben Sie Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Zahlen, zur

Prognose oder Dividendenentwicklung? Dann genügt ein Anruf bei

oder eine E-Mail an Oliver Larmann – ein Service der DSW.

Oliver Larmann

Senior Investor Relations Manager

Universitätsstraße 133

44803 Bochum

Tel.: +49 (0) 234 / 314-1609

Fax: +49 (0) 234 / 314-2995

Mobil: +49 (0) 152 / 01615121

E-Mail: investorrelations@vonovia.de

Web: investoren.vonovia.de


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maximale Sparrate 5000 EUR – 10000 EUR – 10000 EUR 10000 EUR

mögliche Sparintervalle* ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗

mehrere Fonds pro Sparplan besparbar ✓ ✗ ✗ ✗ ✓ ✗

maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt

höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓

Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✗ ✗ ✓ ✓ ✓

Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗

Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut

70

Foto: Adobe Stock FOCUS MONEY 23/2026


Gesamtergebnis: drei Geldinstitute mit hervorragender Bewertung

BESTE

WERTPAPIER-

SPARPLÄNE

Banken

Fonds-Sparpläne

(Gewichtung 15 %)

ETF-Sparpläne

(Gewichtung 30 %)

Zertifikate-Sparpläne

(Gewichtung 5 %)

Aktien-Sparpläne

(Gewichtung 50 %)

Gesamtbewertung

Comdirect Sehr Gut Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Hervorragend

Consorsbank Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Hervorragend

Scalable Capital Sehr Gut Hervorragend Hervorragend Hervorragend Hervorragend

Finvesto Hervorragend Hervorragend – Gut Sehr Gut

ING Sehr Gut Hervorragend Sehr Gut Gut Sehr Gut

S Broker Hervorragend Sehr Gut Hervorragend Gut Sehr Gut

1822direkt Sehr Gut Gut Gut Gut Gut

BBBank Befriedigend Gut – Befriedigend Gut

Deutsche Bank Gut Gut Gut Befriedigend Gut

DKB Gut Gut Gut Befriedigend Gut

Flatex Hervorragend Sehr Gut – Gut Gut

TARGOBANK Sehr Gut Gut – Befriedigend Gut

Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; abgebildet sind nur Finanzinstitute mit mindestens drei Bewertungen in den Teilkategorien Fonds, ETFs, Zertifikate und Aktien mit der Gesamtbewertung „Gut“ und besser; innerhalb derselben Note Unternehmen alphabetisch sortiert

Geld ist wie Wasser. Es muss fließen, um frisch zu bleiben.

Diese Doktrin hat der berühmte japanische Geld-

Guru Ken Honda aufgestellt. Sparen begünstige den

Fluss, sofern dies nicht aus Geiz oder Angst geschehe. Wobei

Geld, das mit Freude und Dankbarkeit ausgegeben werde, zurückkomme,

so der Vater der „Happy Money“-Theorie.

Wahre Sparweltmeister sind nach wie vor die Deutschen.

Im ersten Halbjahr 2025 legten die Privathaushalte hierzulande

durchschnittlich 10,3 Prozent ihres verfügbaren Einkommens

auf die hohe Kante, bilanzierte das Statistische

Bundesamt. Pro Kopf sind dies monatlich knapp 270 Euro.

Rund 72 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger sparen.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „So investiert

Deutschland“ der Commerzbank. „Die Menschen in

Deutschland verfügen über ein enormes Vermögen, doch ein

großer Teil davon arbeitet nicht für seine Besitzerinnen und

Besitzer“, moniert Commerzbank-Kundenvorstand Thomas

Schaufler. Denn wer genug Geld zum Sparen besitze, favorisiere

leider immer noch gering verzinste Tages- und Festgeldkonten

oder das klassische Sparbuch. Renditestärkere Anlageformen

wie Wertpapiere spielen eine nachgelagerte Rolle.

Bewegung zeigt sich aber bei Sparplänen. Rund 40 Prozent

der Sparerinnen und Sparer entschieden sich laut Commerzbank-Studie

2025 für den Kauf von Wertpapieren oder Wertpapier-Sparplänen.

2024 waren es bundesweit 35 Prozent!

ETFs erfolgreich. An Beliebtheit gewonnen haben bei Sparern

sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Das sind

börsengehandelte Indexfonds, die einen Marktindex nachbilden.

50 Prozent der Sparer entscheiden sich heute für

ETFs. Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren sind dies

zehn Prozent mehr, rechnet die Commerzbank vor.

Aktuell handelbar sind hierzulande rund 2300 ETFs, bilanziert

das Anlegerportal extraETF. Allein zwischen 2017

und 2021 wurden gut 1000 neue ETFs emittiert, so die

TOP-Anbieter für Fonds-Sparpläne

ING Scalable Capital TARGOBANK Deutsche Bank DKB HypoVereinsbank

kostenlos kostenlos 42 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos

666 217 4950 395 2000 alle 2)

558 217 4738 395 – –

92 217 21 38 – 7

1 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR 25 EUR 25 EUR

1000 EUR 5000 EUR 500 EUR 50000 EUR 5000 EUR –

✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓

✗ ✓ ✗ ✓ ✓ ✗

unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt

✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓

✓ ✓ ✓ ✗ ✗ ✓

✗ ✗ ✓ ✗ ✗ ✓

Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut

BESTE

FONDS-

SPARPLÄNE

Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; Banken mit Testurteil

„Gut“ und besser; *monatlich/zweimonatlich/quartalsweise/halbjährlich/jährlich;

1) Depotkosten können bei

Vorliegen bestimmter Voraussetzungen entfallen; 2) alle

in Deutschland zugelassenen Fonds; ✓= ja; ✗= nein

FOCUS MONEY 23/2026

71


moneyservice

TOP-Anbieter für Zertifikate-Sparpläne

Banken Comdirect S Broker Scalable Capital Consorsbank ING 1822direkt Deutsche Bank

Kosten Depot 23,4 EUR 1) 47,88 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos

Anzahl sparplanfähiger Zertifikate 500 391 153 113 80 350 27

Mindestsparrate 1 EUR 5 EUR 1 EUR 10 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR

maximale Sparrate 10000 EUR 10000 EUR 5000 EUR 10000 EUR 1000 EUR – 50000 EUR

Kosten Sparrate 50 Euro/Monat 0,75 EUR 0,63 EUR kostenlos 0,75 EUR 0,75 EUR 1,50 EUR 0,63 EUR

Kosten Sparrate 100 Euro/Monat 1,50 EUR 1,25 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR 1,25 EUR

Kosten Sparrate 250 Euro/Monat 3,75 EUR 3,13 EUR kostenlos 3,75 EUR 3,75 EUR 3,75 EUR 3,13 EUR

Kosten Sparrate 500 Euro/Monat 7,50 EUR 6,25 EUR kostenlos 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR 6,25 EUR

mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓

mehrere Zertifikate pro Sparplan besparbar ✓ ✗ ✓ ✗ ✗ ✗ ✓

maximale Aussetzung Sparplan 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 26 Wochen unbegrenzt unbegrenzt

höhere Einmalzahlung möglich ✗ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✓

Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✗ ✓ ✓ ✓ ✓ ✗

Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗

Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut

TOP-Anbieter für Aktien-Sparpläne

Banken Scalable Capital Comdirect Consorsbank 1822direkt Bitpanda Finvesto Flatex

Kosten Depot kostenlos 23,4 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos 24 EUR 1) kostenlos

Anzahl sparplanfähiger Aktien 4000 2000 5211 1450 8000 1394 1000

Mindestsparrate 1 EUR 1 EUR 10 EUR 25 EUR 10 EUR 25 EUR 25 EUR

maximale Sparrate 5000 EUR 10000 EUR 10000 EUR – – 1500 EUR –

Kosten Sparrate 50 Euro/Monat kostenlos 0,75 EUR 0,75 EUR 1,50 EUR kostenlos 0,88 EUR 0,50 EUR

Kosten Sparrate 100 Euro/Monat kostenlos 1,50 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR kostenlos 1,75 EUR 1,00 EUR

Kosten Sparrate 250 Euro/Monat kostenlos 3,75 EUR 3,75 EUR 3,75 EUR kostenlos 4,38 EUR 2,50 EUR

Kosten Sparrate 500 Euro/Monat kostenlos 7,50 EUR 7,50 EUR 7,50 EUR kostenlos 8,75 EUR 5,00 EUR

mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓

mehrere Aktien pro Sparplan besparbar ✓ ✓ ✗ ✗ ✓ ✗ ✗

maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt

höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✗ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓

Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗

Auszahlplan möglich ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗

Gesamtbewertung Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut Gut

TOP-Anbieter für ETF-Sparpläne

Banken Consorsbank Finvesto ING Scalable Capital Comdirect Flatex HypoVereinsbank

Kosten Depot kostenlos 24 EUR 1) kostenlos kostenlos 23,4 EUR 1) kostenlos kostenlos

Anzahl sparplanfähiger ETFs 1786 1553 1202 3500 2100 2383 alle 2)

Mindestsparrate 10 EUR 0,01 EUR 1 EUR 1 EUR 1 EUR 25 EUR 25 EUR

maximale Sparrate 10000 EUR 5000 EUR 1000 EUR 5000 EUR 10000 EUR – –

Kosten Sparrate 50 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 0,75 EUR kostenlos 0,75 EUR

Kosten Sparrate 100 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 1,50 EUR kostenlos 1,50 EUR

Kosten Sparrate 250 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 3,75 EUR kostenlos 3,75 EUR

Kosten Sparrate 500 Euro/Monat kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 7,50 EUR kostenlos 7,50 EUR

mögliche Sparintervalle* ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✗ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓

mehrere Fonds pro Sparplan besparbar ✗ ✓ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗

maximale Aussetzung Sparplan unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 260 Wochen unbegrenzt unbegrenzt

höhere Einmalzahlung möglich ✓ ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✓

Dynamisierung Sparplan möglich ✓ ✓ ✓ ✗ ✓ ✗ ✓

Auszahlplan möglich ✗ ✓ ✗ ✓ ✗ ✓ ✗

Gesamtbewertung Hervorragend Hervorragend Hervorragend Hervorragend Sehr Gut Sehr Gut Sehr Gut

72 FOCUS MONEY 23/2026


DKB

XTB

kostenlos kostenlos

500 72

25 EUR 15 EUR

5000 EUR –

1,50 EUR kostenlos

1,50 EUR kostenlos

1,50 EUR kostenlos

1,50 EUR kostenlos

✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓

unbegrenzt unbegrenzt

Gut

Gut

BESTE

ZERTIFIKATE-

SPARPLÄNE

ING S Broker Trade Republic

kostenlos 47,88 EUR 1) kostenlos

515 1757 3823

1 EUR 5 EUR 1 EUR

1000 EUR 10000 EUR 10000 EUR

0,75 EUR 0,63 EUR kostenlos

1,50 EUR 1,25 EUR kostenlos

3,75 EUR 3,13 EUR kostenlos

7,50 EUR 6,25 EUR kostenlos

✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✗ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗

✗ ✗ ✗

unbegrenzt unbegrenzt nicht möglich

✓ ✓ ✗

✓ ✗ ✗

✗ ✓ ✗

Gut Gut Gut

BESTE

AKTIEN-

SPARPLÄNE

Quelle: DFSI; Stand: 8. Mai 2026; Banken mit Testurteil

„Gut“ und besser; *monatlich/zweimonatlich/quartalsweise/halbjährlich/jährlich;

1) Depotkosten können bei

Vorliegen bestimmter Voraussetzungen entfallen; 2) alle

in Deutschland zugelassenen Fonds; ✓= ja; ✗= nein

Branchenkenner. Die ETFs performen stets so wie der

jeweilige Index, den sie 1:1 kopieren – abzüglich der Differenz

zwischen notiertem Kauf- und Verkaufskurs sowie

Verwaltungskosten, die meist nur einige Zehntelprozent der

Anlagesumme ausmachen.

Beliebt hierzulande sind vor allem ETF-Sparpläne. Deren

jährliches Sparvolumen rangierte 2025 europaweit bei 22,7

Milliarden Euro – rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Im

Schnitt legen ETF-Sparer monatlich 125,30 Euro an, kalkuliert

die aktuelle ETF-Sparplan-Studie von extraETF.

Gutes Entree. ETF-, Aktien- und Fonds-Sparpläne sind ein

gutes Entree in die Welt der Wertpapiere: Der Anleger investiert

bei diesen regelmäßig meist nur kleine Summen. Damit

erübrigt sich für ihn die Frage des richtigen Einstiegszeitpunkts

an der Börse. Bei Aktien-Sparplänen verlangen

Scalable Capital, Comdirect, ING und Trade Republic lediglich

einen Euro als Mindestsparrate. Was ETF-Sparpläne angeht,

besteht Finvesto nur auf eine Mindestsparrate von einem Cent.

Über das größte Portfolio sparplanfähiger ETFs verfügte zum

Zeitpunkt des Tests Scalable Capital mit insgesamt 3500.

Wer will, kann nur Bruchstücke von Fonds oder Aktien erwerben.

Und: Wertpapier-Sparpläne sind flexibel. „Bei finanziellen

Engpässen können Sparer die Zahlungen aussetzen –

und wenn wieder Geld da ist, die monatlichen Sparraten

erhöhen“, erklärt Sebastian Ewy, Experte beim Deutschen

Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln. Zudem sehe ein Sparplan

keine Vertragsbindung oder bestimmte Kündigungsfristen

vor. „Auch kann man die Wertpapiere aus dem Sparplan

jederzeit über die Börse wieder verkaufen“, betont Ewy.

BESTE

ETF-

SPARPLÄNE

S Broker Trade Republic 1822direkt BBBank Bitpanda Deutsche Bank DKB TARGOBANK XTB

47,88 EUR 1) kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos 42 EUR 1) kostenlos

2426 2999 2450 1400 2500 472 2000 2554 745

5 EUR 1 EUR 25 EUR 10 EUR 10 EUR 25 EUR 25 EUR 50 EUR 15 EUR

10000 EUR 10000 EUR – 25000 EUR – 50000 EUR 5000 EUR 500 EUR –

0,63 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 0,63 EUR 1,50 EUR 1,50 EUR kostenlos

1,25 EUR kostenlos 1,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 1,25 EUR 1,50 EUR 2,50 EUR kostenlos

3,13 EUR kostenlos 3,75 EUR 1,00 EUR kostenlos 3,13 EUR 1,50 EUR 3,00 EUR kostenlos

6,25 EUR kostenlos 7,50 EUR 1,00 EUR kostenlos 6,25 EUR 1,50 EUR 3,00 EUR kostenlos

✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✗ / ✗ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✗ / ✗ / ✗ / ✗ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✗ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓

✗ ✗ ✗ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✓

unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt

✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓

✗ ✗ ✓ ✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗

✓ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✗ ✓ ✗

Sehr Gut Sehr Gut Gut Gut Gut Gut Gut Gut Gut

FOCUS MONEY 23/2026

73


moneyservice

D

z

b

T

METHODIK

Erhellende Erkenntnisse

Für die Bewertung des besten Anbieters

von Online-Wertpapier-Sparplänen

hat das DFSI bei insgesamt 36 bundesweit

aktiven Banken Daten erhoben.

Beurteilt wurden dabei Sparpläne für

Fonds, Exchange Traded Funds (ETFs),

Zertifikate und Aktien anhand von 175

Merkmalen. In die Auswertung kamen

lediglich Angebote, die von Kunden

vollständig online abgeschlossen und

verwaltet werden können. Für jedes der

abgefragten Teilkriterien konnten maximal

162,5 Punkte erzielt werden.

Bewertung der Teilkriterien

Die Punktevergabe erfolgte auf Basis

der Abweichung vom jeweils definierten

Idealwert. Bei quantitativen Kriterien,

etwa der Anzahl sparplanfähiger

Produkte, wurden Schwellenwerte festgelegt,

ab denen die maximale Punktzahl

erreicht wurde. Sparplananbieter

mit geringerer Ausprägung erhielten

entsprechend abgestufte Bewertungen.

Analysiert wurden unter anderem

die Konditionen rund um das Depot.

Etwa die Frage, ob Depotgebühren

oder Mindesttransaktionspauschalen

anfallen, ob eine papierlose Kontoeröffnung

möglich ist oder welche Mindestund

Maximalsparraten zugelassen sind.

Auch verfügbare Sparintervalle, die

Möglichkeit zur Dynamisierung des

Sparplans und die Option auf einen

Auszahlplan mit Anpassungsfunktionen

wurden von den Testern eruiert. Ebenso

berücksichtigt wurde – anhand der

Bewertungswerte im Google Play Store

und Apple App Store – die Nutzerzufriedenheit

mit den angebotenen Apps.

Das Testdesign wurde zudem um zusätzliche

Kriterien zur digitalen Nutzerfreundlichkeit

und Nachhaltigkeit erweitert.

Im Rahmen der Digitalisierung

wurden hierbei Angebote besser bewertet,

wenn sie über fortschrittliche

Funktionen wie einen Sparplanrechner

oder automatisierte Sparplanvorschläge

verfügen. Auch Themenfilter – etwa

nach ESG-Aspekten, Branchen oder Anlagetrends

– sowie eine zentrale Übersicht

laufender Sparpläne wurden als

besonders nutzerfreundlich gewertet.

Darüber hinaus floss positiv in die Bewertung

ein, wenn Anpassungen des

Sparplans direkt aus der App heraus

möglich sind, wenn Sparplan-Szenarien

simuliert werden können oder wenn die

App barrierefreie Funktionen unterstützt.

Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde

umfassend in die Bewertung einbezogen.

Besonders gut schnitten An bieter

ab, die es Kunden ermöglichen, Sparpläne

gezielt nach ESG-Kriterien – etwa gemäß

Artikel 6, 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung

– zu filtern. Positiv

gewertet wurde zudem, wenn es spezielle

ESG-Themensparpläne gibt, etwa

mit Fokus auf Klima, Wasser oder Bildung.

Weitere Pluspunkte erhielten Anbieter,

welche die Option zur Hinterlegung

eines ESG-Profils im Kundenzugang

bieten, Nachhaltigkeitsbewertungen auf

Produktebene bereitstellen oder sogar

Wirkungskennzahlen wie CO₂-Ersparnis

oder Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen

(SDGs) ausweisen.

Gesamtbewertung

Für das Gesamtranking wurden nur solche

Anbieter berücksichtigt, die in mindestens

drei der vier bewerteten Produktkategorien

vollständige Angaben

machten. Die Gesamtnote ergab sich

aus der gewichteten Summe der Einzelergebnisse:

Dabei flossen die Bewertungen

für Aktien-Sparpläne mit 50 Prozent,

für ETF-Sparpläne mit 30 Prozent,

für Fonds-Sparpläne mit 15 Prozent und

für Zertifikate-Sparpläne schließlich mit

fünf Prozent in das Gesamtergebnis ein.

Insgesamt wurden 20 Institute in die

Wertung aufgenommen. Die erzielten

Noten reichten von „Hervorragend“ bis

„Mangelhaft“. Die Bestnote „Hervorragend“

wurde vergeben, wenn ein Anbieter

mit seiner Punktzahl im obersten

Zehn-Prozent-Bereich zwischen dem

höchsten erreichten Wert und null lag.

Die Performance von ETF-Sparplänen kann sich sehen lassen:

Wer etwa zu einem ETF auf den MSCI-World-Index gegriffen

hat, konnte nach Auswertung historischer Daten eine

Rendite von im Schnitt 7,7 Prozent per annum erzielen, so

die Spezialisten von „Finanztip“. An der Rendite zerren aber

Order- und Depotgebühren. Nur: Welche Filialbank, Direktbank

oder welcher Broker in Deutschland bietet heute seiner

Kundschaft eine breite Auswahl an Sparplänen für Aktien,

ETFs, Fonds oder Zertifikaten mit gar keinen oder zumindest

niedrigen Depotgebühren sowie minimalen Sparraten?

Diesen Fragen ist das DFSI für FOCUS MONEY nachgegangen.

Anhand von 175 Merkmalen hat das Institut in der Bankenlandschaft

die besten Offerten für Online-Wertpapier-

Sparpläne ermittelt (s. Methode oben und Tabellen S. 70 ff.)

Auch wenn ETFs der Renner sind: Anleger am europäischen

ETF-Markt agierten aufgrund des Nahost-Konflikts im

März so vorsichtig wie seit Monaten nicht mehr. Die Nettozuflüsse

in europäische ETFs brachen ein, wie aus einer Auswertung

des Analysehauses Morningstar hervorgeht: Aktien-ETFs,

die den Großteil des 2,8 Billionen Euro großen

Markts für börsengehandelte Produkte in Europa ausmachen,

sammelten laut Morningstar im März netto nur 8,8 Milliarden

Euro ein, nach knapp 40 Milliarden im Vorjahr. Aus Anleihen-ETFs

zogen Anleger per saldo 2,4 Milliarden Euro ab.

Selbst im April 2025, als US-Präsident Trump mit Zolldrohungen

gegen viele Staaten die Märkte schockte, hatten Investoren

mehr Geld am europäischen ETF-Markt geparkt.

Prognosen der Experten von extraETF zufolge dürfte bis

2030 die Zahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne in

Kontinentaleuropa auf 53,7 Millionen steigen. Das jährliche

Sparvolumen könnte dabei 73 Milliarden Euro erreichen.

Gleichzeitig dürfte die durchschnittliche Sparrate sinken.

Was das insgesamt verwaltete ETF-Vermögen – es setzt sich

aus Einmalanlagen in ETFs und ETF-Sparplänen zusammen

– anbetrifft, rechnen die Branchenkenner von extraETF voraussichtlich

mit einer Summe von 977 Milliarden Euro.

74 FOCUS MONEY 23/2026


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FOCUS MONEY 23/2026

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 75


moneyservice

STUDIE

Wetterfest und

wasserdicht

versichert

Im Schadenfall erwarten Hauseigentümer von

ihrem Wohngebäudeversicherer in erster

Linie Fairness. Welche Anbieter ihre Kunden

nicht im Regen stehen lassen

Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel

sorgen immer wieder für massive Verwüstungen. In

besonders schlechter Erinnerung bleibt die Flutkatastrophe

im Jahr 2021, die vor allem in Rheinland-Pfalz und

Nordrhein-Westfalen enormes Leid und Zerstörung verursacht

hat. Der materielle Schaden wurde auf rund 40 Milliarden

Euro geschätzt – wovon jedoch nur etwa neun Milliarden

durch Versicherungen abgedeckt waren. Um die Lücke

zu schließen, sprangen Bund und Länder damals mit einem

Wiederaufbaufonds ein.

Abgesehen von solchen Katastrophen, lauert die größte Gefahr

aber in den eigenen vier Wänden. Die häufigsten Schäden

– und insgesamt auch die teuersten – werden durch Leitungswasser

verursacht. 2024 sorgten geplatzte Rohre und

undichte Leitungen für Rekordkosten in Höhe von fast fünf

Milliarden Euro allein in der Wohngebäudeversicherung.

Hinzu kamen mehrere Hundert Millionen, die von der Hausratversicherung

für zerstörtes Inventar gezahlt wurden.

Gefahren abschätzen und versichern. Was im Ernstfall abgedeckt

ist, hängt davon ab, was tatsächlich auch versichert

ist. Eine Pflicht, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen,

gibt es in Deutschland nicht. Dennoch ist der Konsens:

von THORSTEN JACOBS

RUNDUM GESCHÜTZT:

Im Ernstfall ist es gut, für

alles gewappnet zu sein

FAIRSTER

WOHNGEBÄUDE-

VERSICHERER

76 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


Wer ein Haus besitzt, sollte die Risiken kennen – und im Zweifel

auch absichern. Neben Leitungswasser ist beispielsweise

auch Feuer eine drohende Gefahr. Und obwohl Extremwetter

zum Glück kein alltägliches Phänomen ist, so zeigt es sich

doch, dass Häufigkeit und Intensität zunehmen.

Inwieweit Zusatzbausteine wie eine Elementarschadenversicherung

sinnvoll sind, sollte deshalb zumindest erwogen

werden. Je nach Größe, Zustand und Standort des Hauses

erfolgt hier meist eine individuelle Bewertung. Für alle

Versicherten wiederum gilt, dass sie bei Abschluss der Versicherung

unbedingt den tatsächlichen Wert ihrer Immobilie

kennen sollten. Wird dieser zu niedrig eingeschätzt – und

damit auch eine zu niedrige Versicherungssumme vereinbart

–, rutschen Versicherte in die Unterversicherung und

erhalten im Schadenfall keinen vollständigen Ersatz.

Fair auf allen Ebenen. Beim passenden Versicherungsschutz

gilt es für Hauseigentümer also einiges zu beachten.

Im Idealfall hilft ein fairer Versicherer, der auf allen Feldern

punktet – von der Kommunikation und der Beratung über

das Tarifangebot und das Preis-Leistungs-Verhältnis bis hin

zum Service und zur Schadenregulierung. Welche Anbieter

von ihren Kunden in diesen sechs Kategorien – und auch insgesamt

– als besonders fair wahrgenommen werden, hat das

Kölner Beratungs- und Analyseunternehmen ServiceValue

im Auftrag von FOCUS MONEY zum inzwischen elften Mal

in einer Kundenbefragung ermittelt.

AUSWERTUNG 2026

Zehnmal „Sehr Gut“:

die fairsten Versicherer

In diesem Jahr mussten sich die Wohngebäudeversicherer

von ihren Kunden

insgesamt etwas kritischere Urteile

gefallen lassen. An ihre Vorjahreswerte

kam die Branche nicht heran. Anlass

zur Klage gibt es jedoch trotzdem nicht

– bei immerhin zehn Anbietern mit der

Note „Sehr Gut“ und weiteren 13 Versicherern,

die mit „Gut“ ausgezeichnet

wurden, wäre das wohl ein Jammern

auf hohem Niveau. Aufgestiegen in

die Gruppe der „Sehr Guten“ sind

PROVINZIAL und ZURICH. Unter den

„Guten“ wiederum ist unter anderem

die BarmeniaGothaer, die auch nach

ihrem Zusammenschluss im Jahr 2024

ihre Position ausbauen beziehungsweise

bestätigen konnte.

Faire Gebäudeversicherer

Urteil

Anbieter

Langzeit-Ranking

Seit Jahren

ausgezeichnet

Ihre Leistungen haben Bestand:

Elf Versicherer sind

seit Jahren immer wieder

ausgezeichnet und dürfen

sich deshalb „Langzeitsieger“

nennen. Grundvoraussetzung

dafür ist eine seit

fünf Jahren konstante Platzierung

im Gesamt-Ranking.

Währenddessen müssen

die Anbieter jeweils überwiegend

die Bestnote „Sehr

Gut“ geholt haben. Neuer

Langzeitsieger ist R+V. Sogar

schon seit elf Jahren

derart erfolgreich dabei

sind Allianz, Debeka, HUK-

COBURG, LVM Versicherung,

PROVINZIAL und Württembergische.

Langzeitsieger

Urteil

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

5 JAHRE

FAIRSTER

WOHNGEBÄUDE-

VERSICHERER

Anbieter

Allianz

Debeka

ERGO

Generali

HUK-COBURG

LVM Versicherung

PROVINZIAL

R+V

SV

SparkassenVersicherung

VGH Versicherungen

Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Allianz

Debeka

ERGO

Generali

GEV Grundeigentümer-Versicherung

HUK-COBURG

LVM Versicherung

PROVINZIAL

R+V

ZURICH

Alte Leipziger

ARAG

BarmeniaGothaer

DEVK

HDI

InterRisk

SIGNAL IDUNA

SV SparkassenVersicherung

VGH Versicherungen

VHV Versicherungen

WGV

Württembergische

WWK

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 23/2026

77

77


moneyservice

So wurden die Rankings ermittelt

Zum inzwischen elften Mal haben

ServiceValue und FOCUS MONEY

die Fairness von Wohngebäudeversicherern

untersucht. Hierzu durften

die Teilnehmenden eines Online-Panels

jeweils bis zu zwei Wohngebäudeversicherer

beurteilen, bei denen

sie in den vergangenen zwölf Monaten

Kunde waren. Insgesamt konnten

3310 Urteile zu 34 Anbietern ausgewertet

werden.

Abgefragt wurden 23 Service- und

Leistungsmerkmale. Zur Auswertung

wurde zunächst über eine vierstufige

Bewertungsskala für jedes

dieser Merkmale ein normierter Indexwert

zwischen 0 und 100 berechnet.

Die Leistungsprofile zeigen die

Durchschnittswerte der einzelnen

Wohngebäudeversicherer im Vergleich

zum Gesamtmarkt (s. u. für

Generali). Werte links vom Gesamtmarkt

dokumentieren ein überdurchschnittlich

gutes Ergebnis.

Die einzelnen Merkmale wurden

jeweils einer von sechs Fairness-Kategorien

zugeordnet. Die Kategorienoten

basieren auf dem Durchschnitt

der dazugehörigen, gleich

stark gewichteten Indexwerte. Das

Urteil „Fairster Wohngebäudeversicherer“

wiederum basiert auf den

sechs Kategoriewerten, die zu gleichen

Teilen in das Gesamtergebnis

einflossen. Anbieter mit insgesamt

überdurchschnittlich gutem Wert erhielten

die Auszeichnung „Gut“. Anbieter,

die zusätzlich über dem

Durchschnitt dieser Gruppe lagen,

bekamen das Prädikat „Sehr Gut“.

Darüber hinaus wurden relevante

Kundenbindungstreiber ermittelt.

23 Merkmale – ein Fairness-Profil

Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)

Faire

Tarifleistung

Angebotsauswahl

Transparenz der Tarife

1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7

Min

Max

Generali

gesamt

Gute Kombinationsmöglichkeiten

Flexibilität der Tarife

Attraktive technische Zusatzleistungen

Attraktive organisatorische Zusatzleistungen

Faire

Kundenberatung

Eingehen auf Kundenbedürfnisse

Beantwortung aller Fragen

Fachkompetenz

Fairer

Kundenservice

Erreichbarkeit der Mitarbeiter

Unkomplizierte Anliegenbearbeitung

Belohnung von Kundentreue

Kulanz bei Beschwerden/Reklamationen

Faire

Schadenregulierung

Schnelle Reaktion im Schadenfall

Unkomplizierte Schadenabwicklung

Angemessener Regulierungsumfang

Faire

Kundenkommunikation

Verlässlichkeit der Aussagen

Verständliche Kommunikation

Angemessener Informationsumfang

Faires

Preis-Leistungs-

Verhältnis

Übersichtlichkeit der Website

Preis-Leistungs-Verhältnis

Stabilität der Beiträge

Faire Versicherungssumme

1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7

Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue

78 FOCUS MONEY 23/2026


FAIRSTE

KUNDEN-

BERATUNG

FAIRSTE

TARIF-

LEISTUNG

FAIRSTER

KUNDEN-

SERVICE

LANGE

LEITUNG:

Im Schadenfall

möchte niemand

in der Warteschleife

hängen

Vielfältiges Angebot

Die Angebotsauswahl war aus Kundensicht

vielfältig. Und auch die

Kombinationsmöglichkeiten – zum

Beispiel mit dem Baustein „Elementarschaden“

– fanden bei acht von

zehn Befragten Anklang. Bei den

Zusatzleistungen jedoch wäre aus

Sicht der Studienteilnehmer noch

Luft nach oben. Vor allem in organisatorischer,

aber auch in technischer

Hinsicht könnten die Versicherer

mehr anbieten und etwa mit dem

Ersatz von Mietausfällen oder Deckungserweiterungen

aushelfen.

Individuelle Beratung

Hinsichtlich der Beratung machen

die Versicherer vieles richtig: In dieser

Kategorie erzielte die Branche

ihren besten Wert – und auch die

Unterschiede zwischen den Anbietern

an der Spitze und am unteren

Ende des Rankings waren überschaubar.

Vor allem mit dem Eingehen

der Mitarbeiter auf Kundenbedürfnisse

wurde gepunktet. Auch

die Fachkompetenz sowie die Bereitschaft

und Fähigkeit der Mitarbeiter,

Kundenfragen zufriedenstellend

zu beantworten, überzeugten.

Schwachpunkt Service

Der Service ist und bleibt aus Kundensicht

ausbaufähig. Die durchwachsene

Kategorienote resultiert

vor allem aus der tendenziell mangelnden

Belohnung von Kundentreue

sowie aus den nicht immer als

kulant wahrgenommenen Reaktionen

auf Beschwerden und Reklamationen.

Pluspunkt in dieser Kategorie

hin gegen ist die in der Regel unkomplizierte

Anliegenbearbeitung. Das

ist nicht unerheblich für die Kundenbindung

– wenn auch weniger relevant

als beispielsweise die Kulanz.

Tarifleistung

Kundenberatung

Kundenservice

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut InterRisk

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut R+V

Sehr Gut SIGNAL IDUNA

Sehr Gut ZURICH

Gut Alte Leipziger

Gut ARAG

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Gut HDI

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

Gut WGV

Gut Württembergische

Gut WWK

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut R+V

Sehr Gut VGH Versicherungen

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut Alte Leipziger

Gut ARAG

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Gut HDI

Gut InterRisk

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VHV Versicherungen

Gut WGV

Gut WWK

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut InterRisk

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut R+V

Sehr Gut WWK

Gut Alte Leipziger

Gut ARAG

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut Generali

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

Gut Württembergische

Gut ZURICH

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Adobe Stock

79


moneyservice

FAIRSTE

KUNDEN-

KOMMUNIKATION

ABGEDECKT: Leitungswasser,

Feuer und

bestimmte Naturgefahren

gehören

zur Grunddeckung

D

z

b

T

FAIRSTE

SCHADEN-

REGULIERUNG

FAIRSTES

PREIS-LEISTUNGS-

VERHÄLTNIS

Unkomplizierte Hilfe

Im Schadenfall, also wenn es wirklich

drauf ankommt, müssen die Versicherer

liefern – das ist schließlich

der Grund, weswegen die Versicherten

ihre Policen überhaupt erst abschließen.

Entsprechend groß war

die Bedeutung, welche die Studienteilnehmer

den schnellen Reaktionen

der Anbieter, einer unkomplizierten

Abwicklung und einem

angemessenen Regulierungsumfang

beigemessen haben. Erfreulich

ist, dass alle drei Kategorie-Items

von mehr als acht von zehn Befragten

positiv bewertet wurden.

Verlässliche Aussagen

Für ihre Kommunikationsleistungen

erhielten die Wohngebäudeversicherer

im Großen und Ganzen

Zustimmung. So empfanden die

meisten Kunden insbesondere die

Verlässlichkeit der Aussagen ihrer

Versicherer als überzeugend. Etwas

größere Schwierigkeiten hatten sie

beispielsweise hinsichtlich der Verständlichkeit.

Darüber hinaus fiel

auch die Orientierung auf den Webseiten

der Anbieter nicht allen Studienteilnehmern

leicht.

Kundenkommunikation

Schlüssige Preise

Die Leistungen, die sie von ihrem

Versicherer für ihr Geld bekommen

haben, waren angemessen und klar

definiert, so der Großteil der Befragten.

Auch in dieser Kategorie jedoch

gab es Unterschiede zwischen den

einzelnen Anbietern: Während bei

dem bestbewerteten Versicherer 84

Prozent der Kunden die Berechnung

der Versicherungssumme nachvollziehen

konnten, fehlte beim schlechtesten

noch 38 Prozent der Kunden

der Durchblick.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Schadenregulierung

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut R+V

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut Württembergische

Sehr Gut ZURICH

Gut Alte Leipziger

Gut ARAG

Gut BarmeniaGothaer

Gut HDI

Gut InterRisk

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VGH Versicherungen

Gut WGV

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali

Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut R+V

Sehr Gut Württembergische

Gut Alte Leipziger

Gut ARAG

Gut BarmeniaGothaer

Gut HDI

Gut InterRisk

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

Gut WGV

Gut WWK

Gut ZURICH

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut Alte Leipziger

Sehr Gut ARAG

Sehr Gut Debeka

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut GEV Grundeigentümer-Versicherung

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut R+V

Sehr Gut ZURICH

Gut BarmeniaGothaer

Gut DEVK

Gut Generali

Gut HDI

Gut InterRisk

Gut PROVINZIAL

Gut SIGNAL IDUNA

Gut SV SparkassenVersicherung

Gut VGH Versicherungen

Gut VHV Versicherungen

Gut WGV

Gut Württembergische

Gut WWK

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

80 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

FOCUS MONEY 23/2026

81


SICHERHEITSBEWUSSTSEIN:

Auch mit starker Cyberpolice

sollte die Priorität stets auf der

Risikovermeidung liegen

STUDIE

Wenn die Diebe

aus dem Netz kommen

Eine Cyberversicherung deckt die Schäden bei Hackerangriffen.

Welche Anbieter aus Kundensicht eine gute Wahl sind

von THORSTEN JACOBS

Es kann grundsätzlich jeden treffen. Nicht nur Großunternehmen

und staatliche Institutionen geraten immer

wieder ins Visier von Online-Kriminellen. Auch

kleinere Betriebe, Freiberufler oder Privatpersonen können

zu Opfern von Cyberattacken werden. Ein unüberlegter Klick

auf den falschen Link, ein vorschneller Download aus ungeprüfter

Quelle – und schon ist es passiert: Schadsoftware infiziert

das System, Daten werden ausspioniert und gestohlen

oder auch derart verschlüsselt, dass das Opfer ohne vorherige

Zahlung eines Lösegelds keinen Zugriff mehr darauf hat.

Im schlimmsten Fall entstehen durch derartige Angriffe

nicht nur Störungen im Betrieb sowie ein hoher organi-

satorischer Aufwand für die Schadensbegrenzung und das

Wiederherstellen der Sicherheitssysteme, sondern auch erhebliche

finanzielle Verluste.

Professioneller Schutz. Abhilfe verspricht im Fall der Fälle

eine Cyberversicherung. Die beinhaltet in der Regel eine

Entschädigung bei Betriebsunterbrechung und sorgt für Erstattung

der Kosten für die Datenwiederherstellung. Wurden

durch den Angriff Dritte – etwa Kunden des angegriffenen

Unternehmens – geschädigt, sind auch deren Ansprüche teils

durch die Cyberpolice gedeckt. Darüber hinaus vermittelt

der Cyberversicherer IT-Forensiker für eine professionelle

Ursachenforschung und Beweissicherung sowie zur Vermei-

82 FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Adobe Stock


moneyservice

dung möglicher Folgeschäden. Als Schnittstelle zwischen IT-

Sicherheitsexperten und Versicherungsnehmern runden viele

Anbieter ihr Leistungsangebot zudem mit verschiedenen

Serviceleistungen ab – indem sie etwa Mitarbeiterschulungen

organisieren oder einen individuellen Krisenplan für

ihren Kunden erstellen.

Versicherer im Kundenurteil. Mit welchen Anbietern Versicherte

besonders gute Erfahrungen gemacht haben, hat das

Kölner Analysehaus ServiceValue im Auftrag von FOCUS

MONEY auch in diesem Jahr wieder untersucht. Konkret befragt

wurden Freiberufler, verantwortliche IT-Mitarbeiter in

Unternehmen sowie auch Mitglieder auf Geschäftsführungsebene.

Sie alle bewerteten ihre Versicherer anhand von insgesamt

15 Kriterien aus den vier übergeordneten Kategorien

Kundenberatung, Schutz & Vorsorge, Kundenkommunikation

und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Individuelle

Beratung

Die Versicherer

bemühen sich

erfolgreich um

eine passgenaue

Beratung: 87

Prozent der Befragten

stimmten

zu, dass ihr Anbieter

auf ihre Bedürfnisse

eingeht

trifft überhaupt nicht zu

trifft eher nicht zu

trifft eher zu

Eingehen auf Bedürfnisse

des Unternehmens

In Prozent der Befragten

46

10

3

41

trifft voll

und ganz zu

Quelle: ServiceValue

BESTER

CYBER-

VERSICHERER

AUSWERTUNG 2026

Die rundum besten

Cyberversicherer

Insgesamt 25 Anbieter von Cyberpolicen

wurden auf den Kundenprüfstand

gestellt. Die Bilanz kann

sich durchaus sehen lassen: Acht

Versicherer haben die Bestnote

„Sehr Gut“ geschafft, weitere sieben

wurden von den Kunden mit „Gut“

bewertet. VHV Versicherungen ist

in diesem Jahr in die Spitzengruppe

aufgestiegen. Eine Stufe hinunter

ging es dagegen für die R+V.

Innerhalb der Auszeichnungsklassen

sind die Versicherer in den Rankings

auf dieser und den folgenden

Seiten jeweils in alphabetischer Reihenfolge

aufgelistet.

Beste Cyberversicherer

Langzeitsieger

Dauerhafte

Hochleistung

Acht Versicherer sind seit

mindestens fünf Jahren

durchgängig im Ranking

und haben dabei jeweils

überwiegend die Bestwertung

erzielt. Neu dabei als

5-Jahres-Sieger ist LVM

Versicherung. Alle weiteren

Langzeitsieger konnten

sogar für noch längere

Zeiträume ausgezeichnet

werden: Allianz, PROVIN-

ZIAL, VHV Versicherungen

und ZURICH sind zum Beispiel

8-Jahres-Sieger.

5 JAHRE

BESTER

CYBER-

VERSICHERER

Langzeit-Ranking

Urteil

Anbieter

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut HISCOX

Sehr Gut LVM Versicherung

Sehr Gut PROVINZIAL

Sehr Gut

SV Sparkassen-

Versicherung

Sehr Gut VHV Versicherungen

Sehr Gut ZURICH

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Urteil

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Anbieter

Allianz

ERGO

HISCOX

LVM Versicherung

PROVINZIAL

SV SparkassenVersicherung

VHV Versicherungen

ZURICH

AIG

BarmeniaGothaer

HDI

MARKEL

R+V

SIGNAL IDUNA

Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 23/2026

83


moneyservice

So wurden die

Rankings ermittelt

Zum mittlerweile achten Mal hat das

Analyseinstitut ServiceValue im Auftrag

von FOCUS MONEY eine Online-Erhebung

zur Cyberversicherungsbranche

durchgeführt. Befragt

wurden überwiegend Angestellte,

die unternehmensbedingt Erfahrungen

mit bis zu zwei von insgesamt

25 Anbietern sammeln konnten. In

Summe gaben sie fast 1700 Urteile

ab und bewerteten dabei jeweils 15

unterschiedliche Service- und Leistungsmerkmale.

Für jedes Merkmal wurde zunächst

über eine vierstufige Bewertungsskala

ein normierter Indexwert

zwischen 0 und 100 errechnet. Die

Leistungsprofile sind für jede Versicherung

im Vergleich zum Gesamtmarkt

dargestellt (s. unten am Beispiel

für HISCOX). Werte links vom

Gesamtmarkt dokumentieren dabei

VERSCHLÜSSELUNG: Verschiedene Verfahren können für Privatsphäre sorgen

ein überdurchschnittlich positives

Kundenurteil.

Um auch die Stärken und Schwächen

der Versicherungen in verschiedenen

Disziplinen herauszuarbeiten,

wurden vier Kategorien

definiert, denen die entsprechenden

Service- und Leistungsmerkmale zugeordnet

wurden. Für jede Teildimension

wurde anschließend aus

dem ungewichteten Durchschnitt

der Indexwerte eine Kategorienote

errechnet. Das Gesamturteil resultiert

zu gleichen Teilen aus dem Ergebnis

der vier Teildimensionen.

Das Urteil „Gut“ bekamen alle Versicherer,

die überdurchschnittlich gut

bewertet wurden. Anbieter, die wiederum

über dem Durchschnitt der

mit „Gut“ beurteilten Versicherungen

lagen, erhielten die Note „Sehr

Gut“.

15 Merkmale – ein Leistungsprofil

Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5

Beste

Kundenberatung

Eingehen auf Bedürfnisse des Unternehmens

Durchführung einer Risikoanalyse

Min

HISCOX

Max

gesamt

Beratungsqualität

Eigeninitiative der Mitarbeiter

Regelmäßige Überprüfung von Versicherungsbedarf und Deckung

Bester

Schutz und

Vorsorge

Qualität der Produkte

Transparenz der Risikoabdeckung

Sicherheit der Produkte

Passgenaue Produkte

Beste Kundenkommunikation

Verbindlichkeit von Aussagen

Verständlichkeit der Angebots- und Vertragsunterlagen

Bestes

Preis-Leistungs-

Verhältnis

Erreichbarkeit von Mitarbeitern

Angemessenheit des Informationsumfangs

Preis-Leistungs-Verhältnis

Kostentransparenz

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5

Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue

84 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


Auszeichnungen für die besten

Versicherer in vier Kategorien

GUT ABGESCHIRMT: Sensible Daten brauchen soliden Schutz

Kundenberatung, Schutz & Vorsorge, Kundenkommunikation,

Preis-Leistungs-Verhältnis – alle Anbieter wurden

hinsichtlich dieser vier Kategorien untersucht. Neben den

großen Universalversicherern wurden auch kleinere

Anbieter, die ihren Schwerpunkt auf oder rund um die

Cybersicherheit haben, untersucht. Dabei machten fünf

Versicherer eine besonders gute Figur: Allianz, ERGO,

HISCOX, LVM Versicherung und SV SparkassenVersicherung

schnitten in jeder Hinsicht mit der Bestnote ab und

haben sich zusätzlich auch eine Position als Langzeitsieger

verdient.

Lob erhielt die Branche insbesondere für die Verbindlichkeit

ihrer Aussagen sowie für das Eingehen auf die

Bedürfnisse ihrer Kunden. Rund neun von zehn Befragten

urteilten hier wohlwollend. Auch mit der Qualität der

Produkte konnten die Anbieter im Großen und Ganzen

überzeugen. Insgesamt gesehen, hat die Branche in diesem

Jahr jedoch etwas Federn gelassen und schlechtere

Ergebnisse eingefahren als noch im letzten Jahr. Gedrückt

wurde der Schnitt unter anderem durch die Werte

zweier Merkmale aus der Kategorie Kundenberatung: Die

Eigeninitiative der Mitarbeiter sowie die regelmäßige

Überprüfung von Versicherungsbedarf und Deckung erhielten

von den Studienteilnehmern die geringste Zustimmung.

Auch wenn hier also noch Luft nach oben besteht:

Positiv aufgefallen sind bei diesen beiden Merkmalen die

neu in die Studie aufgenommene Mannheimer sowie der

Spezialversicherer MARKEL.

BESTE

KUNDEN-

BERATUNG

BESTER

SCHUTZ UND

VORSORGE

BESTE

KUNDEN-

KOMMUNIKATION

BESTES

PREIS-LEISTUNGS-

VERHÄLTNIS

Kundenberatung

Schutz & Vorsorge

Kommunikation

Preis/Leistung

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Urteil

Anbieter

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Allianz

ERGO

HISCOX

LVM Versicherung

PROVINZIAL

SV Sparkassen-

Versicherung

VHV Versicherungen

ZURICH

AIG

HDI

MARKEL

R+V

SIGNAL IDUNA

Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Allianz

ERGO

HISCOX

LVM Versicherung

SV Sparkassen-

Versicherung

VHV Versicherungen

ZURICH

AIG

BarmeniaGothaer

HDI

MARKEL

PROVINZIAL

R+V

SIGNAL IDUNA

Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Allianz

ERGO

HISCOX

LVM Versicherung

PROVINZIAL

R+V

SV Sparkassen-

Versicherung

Württembergische

AIG

BarmeniaGothaer

MARKEL

SIGNAL IDUNA

VHV Versicherungen

ZURICH

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Gut

Allianz

ERGO

HISCOX

LVM Versicherung

PROVINZIAL

R+V

SV Sparkassen-

Versicherung

VHV Versicherungen

ZURICH

AIG

BarmeniaGothaer

HDI

MARKEL

SIGNAL IDUNA

Württembergische

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS MONEY 23/2026

Foto: Adobe Stock

85


moneyanalyse

Dax

Die Chance auf Rückkehr zur Normalität

Der Dax hat die psychologisch wichtige Marke von 25 000 Punkten zurückerobert. Dieses Niveau hatte der Leitindex zuletzt im Februar

erreicht, bevor der Iran-Krieg die Börsen unter Druck setzte. Nun sorgt ausgerechnet die Hoffnung auf eine Annäherung im Konflikt

wieder für Zuversicht. Trotz der Erholung zweifeln Analysten am Aufschwung, erste Anleger nahmen bereits Gewinne mit.

DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN

3 Jahre 1 Woche

24 000

22 000

20 000

25 200

24 800

TOPS

Infineon Techn. +20,25 %

Zalando SE +12,56 %

MTU Aero Engines +11,59 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

18 000

16 000

14 000

12 000

200-Tage-Linie

24 400

24 000

23 600

FLOPS

Fresenius SE –4,77%

Brenntag SE –4,52%

SAP SE –3,51%

2023 2024 2025 2026

18.5. 26.5.

DAX 25 273 Pkt. +3,58 %

Dow Jones 50 738 Pkt. +2,78 %

Nasdaq-100 29 884 Pkt. +3,70 %

Bovespa 176 929 Pkt. +1,32 %

86 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 23/2026


S&P 500

Rally, aber auch viel Gegenwind

Der S&P 500 in Rallystimmung: Am 14. Mai markierte er mit 7 517 Punkten ein neues Allzeithoch, getrieben von starken Unternehmensgewinnen.

Gegenwind kommt von der US-Inflation, die im April auf 3,8 Prozent – den höchsten Stand seit Mai 2023 – gestiegen ist, sowie

von der zehnjährigen Treasury-Rendite, die mit rund 4,5 Prozent über den Erwartungen des Markts liegt. Beides belastet US-Aktien.

S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN

3 Jahre 1 Woche

7500

7000

6500

6000

7480

7440

TOPS

Dell Techs +27,87 %

Micron Techn. +23,06 %

QUALCOMM Inc. +23,00 %

Quelle: Factset UK Limited 2026

5500

5000

4500

4000

3500

200-Tage-Linie

7400

7360

7320

FLOPS

Intuit –26,75%

Walmart Inc. –10,82%

Take-Two Inter. Softw. –8,53%

2023 2024 2025 2026

18.5. 26.5.

Nicht ganz ein sicherer Hafen

Gold korrigierte vom Januarhoch bei

5589 Dollar auf rund 4500 Dollar, liegt

aber 41 Prozent im Jahresplus. Bitcoin

pendelt bei rund 66 000 Euro. Öl (Brent)

liegt noch 54 Prozent über dem Vorjahr.

Gold (Unze) 4 524 US-$ –0,48 %

Bitcoin 77 325 US-$ –0,36 %

Öl (Brent) 99,78 US-$ –10,04 %

Euro 1,1630 US-$ +0,10 %

Umlaufrendite 2,96 % –0,16

US-Anleihen 4,56 % –0,12

Shanghai Comp. 4 145 Pkt. –0,58 %

Nikkei 225 64 996 Pkt. +7,34 %

Wochenveränderung von Dienstag, 19. Mai 2026, Handelsschluss,

bis Dienstag, 26. Mai 2026, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon Keizai

Shimbun.

Quelle:

FOCUS MONEY 23/2026

87


moneyanalyse Deutsche Aktien

DEUTSCHE LUFTHANSA

Milliardenbelastung voraus

Die zwischenzeitlich ruhigere Lage am Persischen Gold verhalf der Aktie der

Deutschen Lufthansa zu Kursgewinnen. Diese könnten wichtig werden, wenn es

um den Wiederaufstieg in den Dax geht. Auf der anderen Seite könnte die Summe

mehrerer Klimaregulierungen wie CO2-Steuer, die Lufthansa ab 2027 jährlich

rund 1,8 Milliarden Euro kosten. Bis sich die Lage im Nahen Osten weiter entspannt,

bleiben Anleger bei der Lufthansa vorsichtig.

Deutsche Lufthansa

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

10

9

8

7

6

5

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0008232125 Empfohlen am 10.04.2026 Empfehlungs-Kurs 7,51 € Kurs aktuell 8,12 € +/– in % +8,1 Neuer Stopp 6,75 € Kursziel 9,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

DAX

Adidas A1EWWW 155,85 5,8 –7,8 227,7 / 129,95 159,57 4,3 11,1 9,40 11,67 13,4 2,4 3,0 29.04. 196,78 16 6 0

Airbus SE 938914 174,08 2,1 –12,1 221,25 / 157,48 189,66 4,7 19,5 7,14 8,60 20,2 1,9 2,2 209,31 10 8 0

Allianz SE 840400 392,00 2,8 0,4 397,0 / 333,2 368,99 2,3 — 31,19 33,06 11,9 4,7 5,0 403,90 6 7 0

BASF SE BASF11 51,58 –2,6 16,1 55,05 / 40,97 46,75 1,4 8,1 2,69 2,99 17,2 4,4 4,6 53,07 8 6 0

Bayer BAY001 37,74 –0,2 2,0 49,78 / 24,45 34,95 1,3 24,7 4,40 4,74 8,0 0,6 1,9 30.04. 48,68 7 5 0

Beiersdorf 520000 71,66 2,0 –23,5 122,55 / 69,10 89,71 1,7 13,1 4,31 4,56 15,7 1,4 1,5 88,37 6 10 1

BMW St. 519000 75,60 2,0 –18,8 97,92 / 70,94 85,23 0,5 3,2 10,74 11,99 6,3 5,4 6,0 90,28 6 9 1

Brenntag SE A1DAHH 57,06 –6,3 15,1 63,76 / 43,72 52,57 1,8 10,9 3,73 4,23 13,5 3,1 3,4 56,43 3 9 1

Commerzbank CBK100 37,02 3,0 2,5 38,40 / 26,03 33,71 1,3 — 3,06 3,75 9,9 3,9 4,9 39,88 4 6 0

Continental 543900 68,94 1,2 1,4 75,36 / 52,68 63,66 3,0 5,7 6,67 7,42 9,3 4,5 5,3 29.04. 74,50 7 5 0

Daimler Truck Hldg. DTR0CK 41,93 5,0 12,4 45,19 / 33,46 39,38 1,5 12,6 3,53 4,59 9,1 4,3 4,9 46,17 6 4 2

Deutsche Bank 514000 29,03 7,9 –12,3 34,26 / 23,55 29,97 0,8 — 3,35 3,88 7,5 3,9 4,5 31,49 3 10 0

Deutsche Börse 581005 253,80 –0,8 13,5 289,4 / 200,1 232,69 3,7 17,0 12,41 13,26 19,1 1,8 1,9 287,92 7 4 0

Deutsche Telekom 555750 29,36 2,0 6,1 34,44 / 26,00 29,37 2,2 4,2 2,23 2,49 11,8 3,9 4,3 37,99 11 0 0

DHL Group 555200 50,18 6,2 7,4 51,72 / 36,99 44,47 2,5 7,8 3,29 3,66 13,7 3,9 4,1 49,75 3 12 0

E.ON SE ENAG99 18,67 3,1 15,8 20,39 / 14,60 17,07 2,4 7,4 1,09 1,24 15,0 3,2 3,3 19,79 6 9 0

Fresenius M. C. 578580 37,30 –2,2 –8,5 52,04 / 34,57 40,86 0,8 5,2 3,93 4,42 8,4 3,7 4,1 44,04 4 7 3

Fresenius SE 578560 37,76 –3,7 –22,9 52,96 / 37,73 46,65 1,1 7,8 3,58 3,90 9,7 3,0 3,3 54,79 8 1 0

GEA Group 660200 55,15 –0,1 –4,6 66,80 / 53,70 60,97 3,3 12,7 3,26 3,56 15,5 2,7 3,0 65,15 5 7 1

Hannover Rück SE 840221 243,60 0,7 –8,5 285,6 / 233,0 253,81 2,1 — 23,09 23,13 10,5 5,3 5,5 04.05. 285,40 5 8 0

Heidelberg Materials 604700 181,20 6,0 –18,7 241,8 / 159,7 200,66 1,6 9,6 13,37 14,98 12,1 2,2 2,4 225,63 11 2 2

Henkel Vz. 604843 66,24 1,2 –4,8 84,20 / 61,28 70,89 1,3 10,7 5,49 5,84 11,3 3,2 3,4 75,33 4 9 2

Infineon Techn. 623100 77,73 17,2 106,0 77,85 / 30,82 40,63 5,5 26,6 1,74 2,57 30,3 0,5 0,5 66,04 16 4 0

Mercedes Benz Grp. 710000 50,96 2,0 –15,2 62,34 / 47,40 55,19 0,5 3,3 6,05 7,56 6,7 6,8 7,0 60,75 7 12 1

Merck 659990 127,60 8,4 4,1 131,65 / 100,7 116,12 1,8 11,8 7,97 8,70 14,7 1,8 1,9 143,33 8 5 0

MTU Aero Engines A0D9PT 307,20 12,0 –13,5 404,8 / 265,2 355,61 3,3 19,3 18,65 20,32 15,1 1,5 2,0 386,10 7 7 3

Münchener Rück 843002 476,00 –1,6 –15,3 611,8 / 461,1 535,53 1,7 — 50,16 52,65 9,0 5,4 5,8 553,01 2 9 1

Porsche Hldg. SE PAH003 32,43 2,5 –18,8 41,52 / 30,22 35,18 0,2 9,7 13,61 15,32 2,1 4,6 6,1 25.06. 37,10 2 6 0

Qiagen A41HBE 30,29 5,9 –25,9 47,60 / 27,56 39,65 1,9 11,5 2,09 2,26 13,4 0,0 0,5 24.06. 37,66 6 8 0

Rheinmetall 703000 1239,80 5,8 –20,6 2008 / 1099,2 1636,60 8,9 11,6 37,33 54,63 22,7 1,3 1,9 1889,38 14 3 0

RWE 703712 57,32 1,6 26,6 62,00 / 32,43 47,50 1,1 9,6 2,70 3,19 18,0 2,3 2,5 63,03 10 5 0

SAP SE 716460 151,22 2,3 –27,4 273,55 / 135,44 194,55 3,7 16,1 7,31 8,59 17,6 1,8 2,0 214,81 20 4 0

Scout24 SE A12DM8 71,00 –2,3 –17,2 122,8 / 62,70 86,74 3,5 15,0 4,02 4,70 15,1 2,5 3,1 17.06. 103,13 10 1 0

Siemens 723610 274,10 5,2 14,6 277,7 / 198,0 238,99 3,2 20,6 11,15 12,72 21,5 2,1 2,2 282,91 14 4 1

Siemens Energy ENER6Y 179,92 5,9 49,4 191,66 / 82,10 130,46 12,6 19,8 4,32 5,93 30,3 1,0 1,5 194,88 14 4 1

Siemens Healthineers SHL100 34,45 2,3 –23,3 50,00 / 32,81 42,68 2,0 11,7 2,23 2,52 13,6 2,9 3,2 49,58 11 5 0

Symrise SYM999 78,92 4,6 14,6 107,2 / 64,70 74,42 2,8 14,6 3,92 4,25 18,6 1,7 1,8 92,06 9 5 0

Volkswagen Vz 766403 90,86 3,5 –12,3 109,15 / 82,66 95,85 0,2 1,6 20,08 24,99 3,6 6,6 8,0 18.06. 111,54 8 8 1

88 FOCUS MONEY 23/2026


So lesen Sie die Aktientabelle

1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert

der 200 letzten Handelstage. Schneidet

der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von

unten nach oben und gibt damit ein technisches

Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau

der 200-Tage-Linie in einem grünen

Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie

von oben nach unten und erzeugt damit ein

technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle

Stand der 200-Tage-Linie in einem roten

Rechteck.

2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/

Geschäftsjahr.

3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst

S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie

des angegebenen Geschäftsjahres. In der

Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.

Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß

dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr

zugeordnet.

6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der

Gewinnschätzungen für das angegebene

Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite

auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr

prognostizierten Dividende,

die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt

wird.

8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,

soweit bereits angekündigt.

9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der

Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global

die Aktie beur teilen.

10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern

dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,

die laut Erfassung des Finanzdienstes

S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen

der Aktie raten.

Quelle:

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Vonovia SE A1ML7J 21,64 –1,5 –11,8 30,69 / 20,09 25,22 0,6 10,3 1,81 1,91 11,3 5,9 6,1 32,82 9 4 0

Zalando SE ZAL111 22,14 12,7 –12,6 32,46 / 18,61 23,33 1,9 14,6 1,52 1,86 11,9 0,0 0,0 35,83 15 5 0

MDAX

Aixtron SE A0WMPJ 53,04 5,3 206,5 55,28 / 11,68 23,82 6,1 47,5 0,72 1,25 42,5 0,3 0,5 45,63 4 9 1

Aroundtown A2DW8Z 2,57 5,6 –3,1 3,52 / 2,16 2,86 0,3 3,6 0,29 0,28 9,3 5,1 6,2 3,15 3 6 3

Aumovio SE AUM0V1 38,20 7,6 –11,0 47,02 / 31,66 38,58 0,4 3,4 3,50 4,83 7,9 0,9 2,5 49,52 5 3 0

Aurubis 676650 207,40 4,2 67,0 212,6 / 76,80 137,83 1,6 8,5 8,85 10,12 20,5 1,0 1,2 167,75 2 4 0

Auto1 Group SE A2LQ88 21,80 9,3 –20,1 31,50 / 14,46 24,16 5,6 30,5 0,64 0,95 22,9 0,0 0,0 04.06. 30,28 6 2 1

Bechtle 515870 30,68 0,9 –29,8 45,14 / 24,56 36,55 1,7 11,4 1,88 2,11 14,5 2,4 2,6 17.06. 39,00 8 1 0

Bilfinger SE 590900 91,60 5,4 –14,7 129,3 / 72,65 102,55 2,3 12,5 6,12 7,06 13,0 3,2 3,8 121,00 3 1 0

CTS Eventim 547030 57,00 2,8 –27,4 111,2 / 48,68 73,24 4,1 13,8 3,31 3,67 15,5 2,9 3,3 92,08 7 2 0

Delivery Hero SE A2E4K4 38,16 22,5 68,0 38,29 / 14,80 22,05 8,1 28,1 –0,22 0,65 59,1 0,0 0,0 23.06. 31,07 5 5 1

Deutsche Lufthansa 823212 8,14 5,5 –3,2 9,59 / 6,66 8,02 0,8 2,6 1,04 1,38 5,9 3,6 4,6 8,51 4 9 2

Deutz 630500 10,09 3,3 18,7 12,50 / 6,71 9,53 1,4 7,3 0,92 1,12 9,0 2,4 2,8 12,90 5 0 0

DWS Group DWS100 62,75 5,9 11,1 65,80 / 46,30 55,84 1,5 9,0 5,06 5,30 11,8 6,2 6,7 03.06. 62,51 3 9 0

Evonik Industries EVNK01 17,27 –3,9 29,3 20,62 / 12,49 15,07 1,0 5,9 1,46 1,44 12,0 4,1 4,8 03.06. 17,23 4 5 2

flatexDegiro FTG111 32,42 8,2 –11,8 43,24 / 22,82 32,45 3,3 14,5 1,90 2,25 14,4 1,1 1,3 02.06. 42,00 6 5 0

Fraport 577330 69,55 7,8 –0,6 86,95 / 58,45 74,31 1,2 6,1 3,66 3,86 18,0 1,4 2,9 25.05. 78,81 4 9 2

freenet A0Z2ZZ 25,82 –3,2 –12,0 33,92 / 24,98 28,05 2,0 7,3 2,08 2,47 10,4 7,8 8,4 28,92 3 5 2

Fuchs SE Vz. A3E5D6 37,72 3,2 –1,1 50,05 / 31,80 38,23 2,3 23,5 2,46 2,66 14,2 3,4 3,5 46,89 7 0 1

Hella A13SX2 72,20 1,0 –12,6 89,10 / 67,90 79,43 2,5 13,0 1,76 2,24 32,2 0,8 1,0 65,00 0 2 1

Hensoldt HAG000 85,90 16,7 17,0 117,7 / 64,80 84,13 8,7 29,7 1,77 2,31 37,2 0,8 1,0 91,30 7 6 1

Hochtief 607000 486,60 –0,2 44,4 554,0 / 152,0 337,42 19,5 23,0 13,77 17,01 28,6 1,8 2,1 441,27 1 6 1

Hugo Boss A1PHFF 35,62 –0,8 –1,5 44,08 / 33,85 37,89 1,5 4,1 2,65 3,23 11,0 0,2 2,7 39,02 1 10 0

Ionos Group SE A3E00M 27,68 –5,1 3,5 43,25 / 20,90 29,33 7,3 10,3 2,02 2,30 12,0 0,0 0,0 33,60 5 4 0

Jenoptik A2NB60 45,74 5,4 133,7 46,02 / 16,04 23,91 2,4 15,8 1,82 2,18 20,9 1,0 1,0 09.06. 38,31 5 2 0

Jungheinrich 621993 25,00 1,1 –29,4 42,84 / 23,90 31,33 1,0 8,2 2,64 3,16 7,9 2,7 3,5 37,55 6 3 0

K+S KSAG88 14,77 –3,9 18,9 18,69 / 10,35 13,33 0,5 3,2 1,26 0,99 15,0 0,4 1,0 15,47 4 3 4

Kion Group KGX888 45,67 3,8 –33,1 70,45 / 40,26 56,57 0,9 6,7 3,78 4,75 9,6 2,3 2,9 60,73 7 5 0

Knorr-Bremse KBX100 102,10 1,3 7,3 115,6 / 77,40 93,83 4,7 15,4 4,61 5,34 19,1 2,1 2,4 114,13 9 3 0

Krones 633500 119,20 1,4 –12,2 144,6 / 109,2 128,54 1,6 8,0 10,33 11,61 10,3 2,6 2,9 09.06. 155,11 6 1 1

Lanxess 547040 16,63 –8,7 –5,6 27,86 / 11,03 19,08 0,4 4,8 0,75 0,62 26,7 0,6 1,3 17,56 2 8 3

LEG Immobilien SE LEG111 59,25 3,4 –4,8 77,25 / 52,65 64,12 0,5 9,6 7,83 6,69 8,9 5,1 5,3 81,52 8 4 1

Nemetschek SE 645290 62,90 5,0 –32,2 138,5 / 55,00 86,95 6,4 19,7 2,49 2,94 21,4 1,2 1,4 94,02 7 3 1

Nordex SE A0D655 42,54 –10,3 46,1 51,70 / 16,36 32,27 5,8 13,4 1,95 2,31 18,4 0,7 0,9 45,70 6 6 1

Porsche PAG911 45,97 0,3 0,8 49,26 / 35,62 43,10 1,8 8,8 1,80 2,30 20,0 2,2 2,5 23.06. 42,22 3 12 3

Puma SE 696960 27,92 4,1 25,2 29,58 / 15,30 21,64 2,6 7,4 –1,53 0,38 73,4 0,0 0,3 28,22 4 12 0

Rational 701080 664,00 2,8 0,4 776,5 / 604,0 661,44 7,7 25,7 23,85 25,67 25,9 2,6 2,7 12.05. 796,50 7 3 0

FOCUS MONEY 23/2026

89


moneyanalyse Deutsche Aktien

VOLKSWAGEN

Umbau bei Porsche

Wegbrechendes Geschäft in China und Amerika, schwache Elektro-Verkäufe und hohe

Kosten: Die VW-Tochter Porsche kämpft gleich an mehreren Fronten. Jetzt zieht

das Management des Sportwagenbauers die Reißleine und plant einen tiefgreifenden

Umbau der Führungs- und Konzernstruktur. Management und Belegschaft sollen verkleinert,

Ressorts zusammengelegt werden. Kleiner, aber profitabler lautet die Losung

von Porsche-CEO Michael Leiters, von der auch Konzernmutter VW profitieren dürfte.

Volkswagen-Vorzugsaktie

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

130

110

90

70

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0007664039 Empfohlen am 25.07.2025 Empfehlungs-Kurs 91,30 € Kurs aktuell 91,28 € +/– in % 0,0 Neuer Stopp 75,80 € Kursziel 111,50 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

MDAX

Redcare Pharmacy A2AR94 44,26 –7,8 –32,0 122,1 / 30,20 63,43 2,0 13,3 –0,99 0,67 65,8 0,0 0,0 74,28 4 3 0

Renk Group RENK73 51,64 16,1 –3,7 90,34 / 42,12 59,56 9,0 24,5 1,74 2,16 23,9 1,4 1,8 10.06. 66,71 9 2 0

RTL Group 861149 31,50 2,6 –8,6 39,00 / 28,80 34,98 1,1 9,5 2,36 2,62 12,0 7,3 8,1 34,50 0 6 0

Salzgitter 620200 59,60 7,4 48,5 60,05 / 18,50 38,52 0,7 5,9 6,02 6,26 9,5 0,4 0,5 03.06. 57,99 3 4 0

Sartorius Vz. 716563 229,40 6,2 –7,2 267,7 / 175,95 225,14 5,3 19,2 5,35 6,38 35,9 0,4 0,4 264,42 10 6 1

Schaeffler SHA010 10,08 8,0 20,6 11,98 / 4,02 7,66 3,5 7,7 0,15 0,70 14,4 3,0 3,6 8,91 7 3 1

Ströer SE 749399 37,30 –3,7 0,8 55,10 / 28,85 36,65 4,4 11,0 2,83 3,55 10,5 5,4 6,3 03.06. 50,63 6 4 0

TAG Immobilien 830350 14,29 –1,9 8,0 16,80 / 12,03 14,52 0,7 14,0 1,01 1,11 12,9 3,6 4,3 18,90 8 0 0

Talanx TLX100 108,50 1,3 –4,7 126,2 / 100,1 110,32 1,8 — 10,81 11,07 9,8 3,9 4,4 05.05. 119,33 1 2 0

thyssenkrupp 750000 11,54 10,3 24,4 12,48 / 6,14 9,22 0,8 6,8 0,48 1,01 11,4 1,3 1,3 12,61 5 3 0

TKMS TKMS00 83,90 17,5 26,9 107,0 / 57,00 81,87 4,5 14,4 2,17 2,65 31,7 1,0 1,2 96,00 2 3 0

Traton SE TRAT0N 34,06 5,6 11,7 37,34 / 25,78 30,87 0,9 5,1 4,29 5,59 6,1 3,6 4,9 16.06. 34,61 6 6 3

TUI TUAG50 6,73 5,2 –25,0 9,56 / 6,08 7,84 1,7 2,2 1,08 1,43 4,7 2,7 4,1 10,44 5 4 0

United Internet 508903 26,66 –0,7 –3,7 30,22 / 22,66 26,92 0,9 5,1 1,84 2,14 12,4 2,2 2,2 31,02 5 5 0

Wacker Chemie WCH888 98,10 –1,4 41,5 104,7 / 58,85 74,19 1,3 9,2 0,71 2,60 37,7 0,5 1,1 85,61 2 9 1

SDAX

1&1 554550 22,80 –0,9 –7,9 27,30 / 18,20 22,78 0,7 7,0 1,51 1,51 15,1 0,2 0,2 23,08 4 6 1

adesso SE A0Z23Q 58,80 2,8 –33,7 104,2 / 52,30 79,12 1,8 8,0 4,11 5,83 10,1 1,4 1,5 03.06. 103,33 4 1 0

Adtran Networks SE 510300 23,00 ±0,0 5,5 23,10 / 20,30 22,00 3,2 — 0,18 — — — — 15.06. — 0 0 0

Alzchem Group A2YNT3 169,00 2,4 9,0 190,0 / 121,8 154,04 5,6 9,1 6,54 8,44 20,0 1,4 1,7 192,07 6 0 0

Atoss Software SE 510440 76,20 6,1 –34,0 147,6 / 69,00 97,79 10,7 21,3 3,26 3,76 20,3 3,1 3,6 125,88 5 2 0

Befesa A2H5Z1 34,90 0,9 18,3 35,65 / 24,40 30,15 1,6 6,5 2,58 2,59 13,5 3,3 3,6 16.06. 40,00 6 2 0

Borussia Dortmund 549309 3,12 2,5 –5,5 3,99 / 2,86 3,32 1,0 12,0 –0,13 0,09 34,7 1,8 2,2 5,00 3 0 0

Cancom SE 541910 27,20 4,6 2,1 31,65 / 20,05 25,04 1,4 11,3 1,31 1,54 17,6 3,7 3,9 17.06. 28,43 3 5 0

Carl Zeiss Meditec 531370 26,28 3,9 –34,3 63,25 / 22,62 35,69 1,1 21,9 1,36 1,87 14,1 2,0 2,3 30,19 1 14 0

Cewe Stiftung 540390 101,40 –2,9 –2,3 106,2 / 89,10 99,41 1,4 4,4 10,88 9,46 10,7 3,5 3,3 03.06. 135,67 6 0 0

Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 48,20 –3,0 22,5 51,90 / 31,70 37,84 3,6 10,2 2,68 2,92 16,5 2,1 2,4 26.06. 47,88 2 3 0

Deutsche Beteilig. A1TNUT 25,60 0,8 1,8 26,60 / 22,70 24,79 0,7 8,8 2,22 3,09 8,3 3,9 4,0 02.06. 35,03 6 0 0

Deutsche EuroShop 748020 20,10 1,9 6,7 23,65 / 18,04 19,14 0,8 6,3 1,86 1,92 10,5 5,4 5,4 18.06. 20,18 0 3 0

Douglas BEAU1Y 8,53 0,2 –31,8 13,26 / 8,23 11,24 0,9 2,6 1,44 1,54 5,5 0,0 4,3 12,14 3 5 0

Drägerwerk Vz 555063 91,40 6,0 31,7 99,40 / 62,50 78,36 1,0 11,3 8,34 8,77 10,4 2,6 2,7 97,25 2 2 0

Dt. Pfandbriefbank 801900 3,53 2,6 –16,2 5,87 / 2,71 4,18 0,2 — 0,09 0,49 7,2 0,6 5,6 3,85 1 2 1

Dürr 556520 21,05 1,2 –6,7 25,10 / 17,20 21,16 1,0 13,8 1,92 2,58 8,2 3,4 4,6 14.05. 30,33 5 3 0

Eckert & Ziegler SE 565970 15,16 4,3 –0,7 23,25 / 13,30 15,94 3,2 22,1 0,83 0,90 16,9 1,3 2,3 24.06. 22,10 3 0 0

Einhell Germany A40ESU 71,90 –1,9 –14,6 89,00 / 65,30 79,04 1,5 14,1 6,88 7,53 9,5 2,6 2,7 03.07. 105,00 2 0 0

Elmos Semicond. SE 567710 186,40 5,2 92,2 206,0 / 65,70 115,34 4,4 26,0 7,15 8,38 22,2 1,0 1,1 04.05. 180,00 2 2 0

Energiekontor 531350 48,70 0,2 36,2 53,40 / 30,10 39,27 1,9 4,8 2,51 4,73 10,3 2,2 2,9 71,50 1 0 0

Evotec SE 566480 4,98 5,7 –8,6 7,84 / 4,00 5,71 1,3 — –0,77 –0,14 — 0,0 0,0 11.06. 6,44 4 3 0

90 FOCUS MONEY 23/2026


BAYER

Glyphosat-Risiko in Brasilien

Aus den USA kamen zuletzt eher positive Signale bezüglich der zahlreichen Prozesse

im Zusammenhang mit dem Verdacht, das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel

Roundup könne Krebs erregen. Nun hat die brasilianische Staatsanwaltschaft Klage

gegen die Gesundheitsbehörde Anvisa und die brasilianische Regierung eingereicht.

Ziel ist ein Verbot eines Bayer-Unkrautvernichtungsmittels mit dem umstrittenen

Wirkstoff. Da der Agrarbereich strukturell wächst, sollten Anleger die Aktie halten.

Bayer

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

60

50

40

30

20

10

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000BAY0017 Empfohlen am 15.05.2022 Empfehlungs-Kurs 37,00 € Kurs aktuell 38,00 € +/– in % +2,70 Neuer Stopp 34,00 € Kursziel 48,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Fielmann Grp. 577220 43,85 2,5 0,7 58,80 / 39,85 46,17 3,3 9,7 2,58 2,91 15,1 3,5 3,9 09.07. 57,88 4 2 0

Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 69,85 6,3 –14,4 109,2 / 54,60 81,08 3,9 14,4 4,68 5,05 13,8 1,6 1,7 01.06. 86,50 2 0 2

GFT Technologies SE 580060 22,15 6,2 16,9 25,50 / 13,86 18,23 2,0 12,4 1,73 2,01 11,0 2,4 2,6 25.06. 29,67 5 0 0

Grand City Prop. A1JXCV 9,71 0,1 –1,3 11,60 / 8,59 10,33 0,4 5,4 1,24 1,21 8,0 6,8 5,9 12,19 4 4 0

Grenke A161N3 12,74 –0,2 –18,5 19,82 / 11,90 14,85 0,5 — 1,53 1,99 6,4 3,0 3,8 20,04 4 0 1

Hamborner Reit A3H233 5,17 1,8 15,4 6,69 / 4,27 4,95 0,7 9,1 0,12 0,09 57,4 6,5 6,7 03.06. 8,05 4 0 0

Heidelberger Druck. 731400 1,41 0,6 –30,3 2,81 / 1,30 1,79 0,7 9,4 0,14 0,20 7,0 0,0 0,0 2,08 1 2 0

HelloFresh SE A16140 4,33 –1,5 –29,7 11,05 / 3,49 5,87 1,0 3,4 0,39 0,53 8,1 0,0 0,0 02.06. 5,70 4 7 2

Hornbach Hldg. 608340 79,90 2,2 –4,7 108,4 / 74,00 87,18 0,6 3,1 9,40 9,94 8,0 3,1 3,3 99,14 3 3 0

Hypoport SE 549336 80,50 –0,7 –37,3 218,0 / 68,20 113,13 1,3 8,8 3,82 6,23 12,9 0,0 0,0 02.06. 212,75 3 0 0

Indus Holding 620010 31,20 0,5 10,6 33,70 / 20,25 26,88 1,0 48,6 3,65 3,82 8,2 4,6 4,8 03.06. 36,83 3 1 0

init innovation SE 575980 52,10 –1,1 11,6 55,20 / 35,70 46,61 3,3 36,7 2,60 3,28 15,9 2,0 2,4 66,67 3 0 0

Jost Werke SE JST400 57,10 2,7 5,5 67,80 / 47,20 54,70 2,0 5,8 6,21 6,99 8,2 3,0 3,5 75,00 4 0 0

Klöckner & Co. SE KC0100 12,34 –1,3 52,0 12,70 / 5,10 8,71 0,8 20,7 0,37 0,52 23,8 1,4 1,6 26.05. 11,30 1 1 1

Kontron A0X9EJ 22,94 0,9 0,6 29,00 / 16,34 23,34 1,7 11,3 1,67 2,03 11,3 2,5 3,3 29,34 5 0 0

KSB SE Vz 629203 849,00 2,5 –11,4 1265 / 746,0 964,43 1,0 — 85,62 96,15 8,8 3,6 8,1 1207,00 3 0 0

KWS Saat SE 707400 72,10 –3,5 5,1 80,60 / 55,10 68,68 1,3 13,2 5,77 5,71 12,6 1,9 2,1 84,25 2 2 0

MBB SE A0ETBQ 187,00 –2,5 –9,4 225,0 / 132,8 189,80 1,0 — 11,36 12,75 14,7 0,8 1,0 03.06. 222,73 2 1 0

Medios A1MMCC 13,34 3,9 –7,9 17,44 / 11,12 14,23 0,6 5,2 1,09 1,71 7,8 0,0 0,0 10.06. 23,00 4 0 0

MLP SE 656990 8,13 3,3 17,5 9,12 / 5,85 7,22 1,4 — 0,69 0,78 10,4 4,9 5,3 25.06. 9,95 3 0 0

Mutares A2NB65 27,10 2,5 –7,9 36,69 / 23,15 28,48 0,5 — 4,21 4,79 5,7 7,4 8,9 03.07. 47,70 2 0 0

Nagarro A3H220 40,74 0,2 –46,6 80,35 / 39,50 55,77 2,5 8,3 5,17 5,83 7,0 3,2 3,4 29.06. 72,25 2 1 0

Norma Group SE A1H8BV 17,86 1,5 22,5 18,90 / 11,86 15,20 0,8 10,6 0,65 0,82 21,8 2,2 2,3 01.07. 17,87 2 3 0

Ottobock SE BCK222 54,90 –8,7 –15,9 76,35 / 45,56 62,48 6,5 10,6 3,00 3,54 15,5 2,0 2,3 81,75 6 1 0

Patrizia SE PAT1AG 7,69 0,5 –5,5 8,90 / 6,62 7,60 0,6 16,2 0,30 0,34 22,6 4,8 4,9 10.06. 9,86 4 1 0

PNE A0JBPG 10,00 3,1 –1,0 15,80 / 7,22 10,52 4,5 25,6 0,21 0,25 40,8 0,4 0,4 12,63 0 1 0

ProSiebenSat.1 SE PSM777 3,98 1,7 –18,1 8,53 / 3,66 5,16 0,8 3,5 0,55 0,71 5,6 0,9 1,1 5,30 0 6 0

PVA TePla 746100 44,88 3,5 96,8 45,70 / 16,52 27,92 6,0 36,4 0,54 1,27 35,3 0,0 0,0 16.06. 44,19 5 2 0

SAF Holland SE SAFH00 19,84 2,6 29,7 20,10 / 13,36 16,34 1,7 5,3 2,05 2,42 8,2 4,1 4,9 20,70 3 2 0

Schott Pharma A3ENQ5 16,96 2,7 12,3 30,25 / 12,62 17,32 2,5 12,1 0,94 1,08 15,8 1,0 1,1 19,43 5 5 0

Secunet Security 727650 205,00 5,7 10,6 246,5 / 152,8 192,73 6,8 23,8 6,10 7,39 27,7 1,4 1,7 08.06. 239,67 2 0 0

SFC Energy 756857 24,50 17,8 99,8 24,55 / 11,32 15,34 2,8 13,4 0,70 0,95 25,7 0,0 0,0 25,50 4 0 0

Shelly Group SE A2DGX9 60,10 2,4 –0,2 71,60 / 44,20 56,72 7,4 35,6 2,37 3,16 19,0 0,4 0,5 77,67 2 0 0

Siltronic WAF300 97,15 10,3 98,7 99,55 / 31,70 53,86 1,7 13,3 –7,25 –4,05 — 0,0 0,0 69,90 2 5 2

Sixt SE St. 723132 73,70 4,1 4,1 98,70 / 57,70 73,09 1,4 9,2 6,87 7,62 9,7 5,0 5,5 17.06. 95,43 5 1 0

SMA Solar Techn. A0DJ6J 68,00 0,2 99,5 70,70 / 15,41 34,41 5,6 47,9 2,00 3,11 21,9 0,9 0,4 09.06. 51,80 1 4 0

Springer Nature SPG100 19,86 1,6 3,9 24,65 / 14,70 19,71 1,9 8,1 1,65 1,80 11,1 4,0 4,5 26,36 4 0 0

Stabilus SE STAB1L 17,80 –1,7 –13,0 29,00 / 14,52 20,25 0,7 6,4 2,69 3,11 5,7 3,3 3,9 28,27 4 0 1

FOCUS MONEY 23/2026

91


moneyanalyse Deutsche Aktien

WACKER CHEMIE

UBS zurückhaltend

Die UBS hebt das Kursziel für Wacker Chemie von 84 auf 104 Euro an. Allerdings

stuft sie die Aktie von „Kaufen“ auf „Neutral“ ab. Bislang beruhte die Kaufempfehlung

von UBS vor allem auf der Annahme einer Erholung in den Geschäftsbereichen Polysilizium

und Chemie . Unsicher bleibt vor allem, wann und wie stark sich die Gewinne

weiter erholen. Aus Sicht der UBS ist die Aktie aktuell fair bewertet. Nach der starken

Kurserholung sehen die Analysten nur noch begrenztes Potenzial.

Wacker Chemie

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

140

120

100

80

60

40

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE1234567890 Empfohlen am 08.05.2025 Empfehlungs-Kurs 95,75 € Kurs aktuell 98,25 € +/– in % +2,6 Neuer Stopp 83,50 € Kursziel 89,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

SDAX

Sto SE 727413 104,00 2,0 –14,2 134,2 / 97,30 118,00 — — 6,60 9,38 11,1 3,8 4,3 18.06. 140,00 1 0 0

Südzucker 729700 11,68 –2,0 27,6 13,57 / 8,92 10,15 0,9 14,2 0,39 0,83 14,0 1,4 2,6 11,68 0 4 0

Suss MicroTec SE A1K023 93,15 4,8 138,0 94,75 / 24,00 45,74 5,0 43,5 1,98 3,43 27,1 0,5 0,5 03.06. 97,94 5 3 0

TeamViewer SE A2YN90 5,73 1,2 –5,3 10,78 / 4,09 6,27 2,8 4,4 1,03 1,12 5,1 0,0 0,0 02.06. 8,21 5 8 0

tonies SE A3CM2W 10,76 2,5 3,1 11,98 / 5,55 9,32 3,2 31,2 0,36 0,55 19,5 0,0 0,0 14,50 4 0 0

Verbio SE A0JL9W 38,88 2,2 83,4 47,26 / 8,93 23,00 3,1 16,0 0,71 1,80 21,6 0,0 0,0 45,63 2 1 0

Verve Group SE A3D3A1 1,59 8,8 –9,0 3,40 / 1,11 1,78 0,7 6,6 0,23 0,33 4,8 0,0 0,0 05.06. 4,88 4 0 0

Vossloh 766710 69,25 3,3 –9,4 95,10 / 65,80 78,83 1,5 11,2 3,40 4,39 15,8 1,7 2,2 84,14 3 3 0

Wacker Neuson SE WACK01 18,62 3,1 –24,2 26,05 / 16,66 21,07 0,8 6,3 1,51 2,04 9,1 4,7 6,1 03.06. 22,67 1 1 1

Wüstenr. & Württ. 805100 14,88 2,9 2,3 16,76 / 13,22 14,65 — — 1,54 2,01 7,4 4,4 5,0 21,00 1 0 0

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

123Fahrschule SE A2P4HL 2,46 ±0,0 –18,5 4,36 / 2,38 3,01 4,3 — –0,34 –0,13 — — — 10.06. 5,65 1 0 0

2G Energy A0HL8N 69,60 21,5 101,7 69,60 / 25,60 37,22 6,5 — 1,78 2,09 33,3 0,4 0,5 39,75 1 1 0

3U Holding 516790 1,08 –0,9 –0,9 1,74 / 0,97 1,26 — — –0,12 –0,06 — 0,0 0,0 03.06. 1,97 2 1 0

7C Solarparken A11QW6 1,92 2,9 21,7 2,01 / 1,52 1,70 0,7 — 0,14 — — 5,7 — 02.06. — 0 0 0

A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 2,60 3,2 8,3 5,50 / 1,45 3,72 — — — — — — — — 0 0 0

A.S. Création A1TNNN 7,35 ±0,0 –5,8 8,60 / 6,55 7,46 — — 0,34 0,86 8,5 2,7 6,8 14,00 1 0 0

ABO Wind 576002 5,93 1,0 –49,7 46,20 / 4,15 18,05 7,8 — –3,55 0,14 42,4 0,0 0,0 8,00 0 1 0

ad pepper media Int. 940883 2,56 ±0,0 –3,8 3,92 / 2,38 2,85 2,2 — 0,09 0,11 23,3 — — 23.06. 5,00 0 0 0

All for One Group SE 511000 33,30 2,1 –18,6 57,40 / 29,30 39,60 1,3 — 4,62 5,82 5,7 — 7,2 — 0 0 0

Allane SE A0DPRE 11,90 9,2 19,6 11,90 / 8,00 10,31 1,1 — 0,50 — — 0,0 — 25.06. — 0 0 0

Allgeier A2GS63 17,05 12,2 –18,0 23,80 / 14,95 18,17 1,2 — 0,87 0,91 18,7 3,5 3,5 30.06. 24,00 1 2 0

Altech Advanced Mat. A41YD9 0,89 2,9 — 2,80 / 0,86 1,22 — — — — — — — — 0 0 0

Amadeus Fire 509310 25,10 3,5 –40,7 80,70 / 21,75 40,88 1,0 502,0 — 1,80 3,45 7,3 4,6 9,4 71,00 1 0 0

AT&S 922230 145,40 39,8 351,6 146,4 / 15,06 44,31 4,8 13,2 3,27 5,16 28,2 0,4 0,8 88,12 2 1 2

Aumann A2DAM0 13,95 14,3 16,1 15,32 / 10,70 12,49 0,9 — 0,60 0,86 16,2 2,2 2,5 13,05 0 2 0

B+S Banksysteme 126215 2,11 1,0 6,0 3,18 / 1,61 1,98 — — 0,22 0,24 8,8 0,0 3,8 4,70 0 0 0

Basler 510200 29,00 22,6 90,5 29,50 / 8,84 16,74 5,7 — 0,80 0,93 31,2 0,8 0,9 01.06. 26,33 3 0 0

Bastei Lübbe A1X3YY 6,92 3,9 –17,2 10,55 / 6,12 8,04 1,1 — 0,80 0,85 8,2 5,1 5,5 12,08 4 0 0

BayWa vNA 519406 2,63 –1,3 –5,6 7,75 / 2,20 3,64 0,2 — –0,53 2,09 1,3 0,0 45,7 — 0 0 0

BB Biotech N A0NFN3 48,00 2,1 –1,0 53,60 / 30,95 45,67 0,8 — –0,67 –0,72 — 5,6 6,0 75,57 1 0 0

Berentzen Group 520160 3,49 –0,6 –4,9 4,58 / 3,35 3,68 — — 0,25 0,38 9,2 3,7 5,4 8,00 1 0 0

Bertrandt 523280 10,05 –3,4 –46,0 22,40 / 9,10 17,40 0,3 1,7 –2,01 2,53 4,0 5,1 6,3 17,40 2 3 0

bet-at-home.com A0DNAY 2,79 7,7 26,8 3,09 / 1,90 2,41 — — 0,44 0,60 4,7 — — 5,50 1 0 0

Bike24 Holding A3CQ7F 2,90 5,5 –2,7 3,53 / 2,25 3,00 1,0 — 0,07 0,21 13,8 0,0 0,0 30.06. 4,25 2 0 0

Biofrontera A4BGGM 2,40 –2,0 6,2 2,85 / 2,01 2,50 — — — — — — — 10.06. — 0 0 0

Bio-Gate konv. BGAG98 0,68 –9,9 –12,8 1,16 / 0,50 0,75 — — — — — — — 30.06. — 0 0 0

BioNTech A2PSR2 78,90 3,7 –3,5 111,6 / 68,00 86,80 1,1 — –4,60 –4,49 — 0,0 0,0 105,65 12 6 0

92 FOCUS MONEY 23/2026


HOCHTIEF

DAX-Aufstieg in Sicht

Bei der DAX-Überprüfung am 3. Juni könnte der Bau- und Infrastrukturkonzern erstmals

in den Leitindex aufsteigen. Auch die Lufthansa gilt als Kandidat. Nach Einschätzung

der Deutschen Bank erfüllt Hochtief die Fast-Entry-Kriterien. Sollte der

Sprung gelingen, würde die Aufnahme zum 22. Juni wirksam werden. Die Aktie legte

auf Jahressicht rund 194 Prozent zu, gestützt von Infrastrukturprojekten im Verteidigungsbereich

und der Nachfrage nach Rechenzentren. Halten.

Hochtief

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

500

400

300

200

100

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0006070006 Empfohlen am 27.02.2026 Empfehlungs-Kurs 407,90 € Kurs aktuell 482,80 € +/– in % +18,36 Neuer Stopp 410,00 € Kursziel 479,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Bitcoin Group A1TNV9 29,36 –1,5 –5,9 49,16 / 25,00 33,73 — — — — — — — — 0 0 0

Blue Cap A0JM2M 19,40 –2,3 12,1 21,40 / 16,50 18,59 0,8 — 0,44 0,76 25,6 3,4 3,4 23.06. 30,25 2 0 0

Brain Biotech 520394 2,95 6,1 22,4 3,81 / 1,81 2,46 — — –0,42 –0,37 — 0,0 0,0 5,50 4 0 0

Branicks Group A1X3XX 1,14 ±0,0 –33,9 2,26 / 1,09 1,76 0,1 2,8 0,10 0,14 8,1 0,0 0,0 1,67 1 0 2

Brockhaus Technolog. A2GSU4 18,05 0,8 12,1 19,00 / 9,10 14,20 0,8 — 3,60 — — 2,7 3,3 — 0 0 0

Ceconomy 725750 3,86 –6,7 –12,2 4,55 / 2,63 4,34 2,3 7,7 0,55 0,61 6,4 2,6 3,3 4,60 0 0 2

Cenit 540710 7,78 15,4 9,0 9,50 / 5,76 6,91 1,5 — 0,41 0,80 9,7 2,6 3,9 10.06. 14,50 3 0 0

Cherry SE A3CRRN 0,46 –1,3 –9,2 0,97 / 0,41 0,56 0,4 — –0,39 0,06 7,6 — — 0,55 0 1 0

Circus SE A2YN35 7,83 –4,6 –35,6 24,80 / 5,38 12,11 783,0 — –0,42 0,44 18,0 — — 28,90 3 0 0

Cliq Digital A35JS4 3,62 0,3 165,8 5,81 / 1,29 2,33 0,3 — –1,04 –0,93 — 0,0 0,0 3,40 0 1 0

Corestate Capital A141J3 0,24 7,6 –0,8 0,35 / 0,22 0,26 — — — — — — — — 0 0 0

Covestro 606214 59,80 0,3 –0,9 61,14 / 54,10 59,60 1,8 10,9 –0,17 0,97 61,8 0,0 0,6 62,00 0 3 0

cyan A2E4SV 2,18 ±0,0 10,1 2,92 / 1,79 2,17 1,8 54,5 –0,02 0,05 43,6 — — 4,00 0 0 0

Daldrup & Söhne 783057 23,90 4,4 24,2 29,90 / 10,75 19,71 3,8 — 1,27 1,50 15,9 0,8 0,9 27,77 1 1 0

Data Modul 549890 29,60 –2,0 3,5 30,20 / 20,80 26,74 0,7 — 0,50 1,03 28,7 0,4 0,4 37,00 1 0 0

Datagroup SE A0JC8S 74,30 –1,8 6,3 76,80 / 55,50 68,11 2,9 — 4,01 4,36 17,0 2,0 2,3 — 0 0 0

Datron A0V9LA 9,50 –2,1 34,8 9,70 / 6,90 7,50 0,8 7,4 0,64 1,06 9,0 1,8 2,8 26.06. 15,09 2 0 0

Delignit A0MZ4B 2,64 2,3 16,8 2,86 / 1,87 2,34 0,7 — 0,18 0,20 13,2 3,0 3,2 18.06. 4,60 1 0 0

Delticom 514680 2,52 6,8 26,0 2,78 / 1,91 2,23 0,6 — 0,29 0,32 7,9 4,8 5,2 4,35 2 0 0

Demire Real Estate A0XFSF 0,35 12,2 –8,9 0,76 / 0,30 0,48 — — — –0,20 — — — 0,80 0 0 0

Deutsche Rohstoff A0XYG7 93,70 –5,8 89,3 102,2 / 35,10 60,60 1,2 2,5 38,37 14,14 6,6 4,8 2,9 23.06. 144,00 0 0 0

Deutsche Wohnen SE A0HN5C 19,20 –0,4 –6,1 24,30 / 18,46 21,12 0,5 18,3 — — — 6,4 6,4 21,59 1 1 1

Dt. Grundstücksaukt. 553340 5,70 ±0,0 –0,9 8,00 / 3,44 6,19 — — 0,68 1,01 5,6 0,0 8,8 30.06. 12,85 1 0 0

Dt. Konsum REIT A14KRD 1,53 3,4 –17,6 3,04 / 1,36 1,85 0,2 4,1 — — — 0,0 0,0 5,00 1 1 0

ecotel communication 585434 7,30 –7,0 –34,8 13,60 / 5,95 10,65 1,0 2,6 0,53 0,63 11,6 4,1 4,1 22,80 1 0 0

Edag Engineering Grp. A143NB 3,31 4,1 –33,7 7,34 / 3,18 5,11 0,9 1,2 0,02 0,62 5,3 0,5 6,5 6,20 1 3 0

ElringKlinger 785602 5,89 –0,3 38,4 6,18 / 3,91 4,54 0,6 3,5 0,65 0,97 6,1 3,9 5,3 5,33 1 1 1

Enapter A255G0 1,38 1,5 –18,3 2,95 / 1,12 1,69 1,2 — –0,36 –0,13 — 0,0 0,0 2,27 0 1 0

EnviTec Biogas A0MVLS 19,75 –5,0 14,8 28,20 / 16,25 20,14 — — — — — — — 03.07. — 0 0 0

Epigenomics konv. A37FT4 0,89 –4,8 –1,7 1,59 / 0,50 0,92 — — — — — — — — 0 0 0

Ernst Russ A16107 8,44 1,2 19,9 8,80 / 5,92 7,20 0,9 7,5 0,99 0,76 11,1 3,8 3,6 04.06. 12,90 2 0 0

Eurokai 570653 58,40 0,3 16,3 64,60 / 34,40 51,51 1,4 — 3,28 — — 2,2 — 09.06. — 0 0 0

Exasol A0LR9G 2,36 –8,5 –12,9 3,45 / 1,87 2,61 5,9 — 0,09 0,15 16,3 0,0 0,0 11.06. 4,45 2 0 0

Fabasoft 922985 11,85 3,5 –24,5 17,70 / 10,45 14,23 3,5 — 0,92 1,06 11,2 1,5 1,5 25,00 2 0 0

Formycon A1EWVY 20,30 10,3 –20,2 31,05 / 16,52 22,03 0,9 — –1,24 1,11 18,3 0,0 0,0 10.06. 39,86 4 1 0

Fortec Elektronik 577410 10,60 3,9 ±0,0 16,80 / 10,00 12,44 — — –0,60 0,46 23,0 3,8 5,7 15,00 1 0 0

Frequentis A2PHG5 72,30 2,8 0,7 103,5 / 44,40 70,81 4,2 20,0 2,41 2,85 25,4 0,5 0,6 19.06. 81,81 1 2 0

Friwo 620110 4,74 5,3 –12,2 15,20 / 4,44 5,89 — — — — — — — 10.06. — 0 0 0

FOCUS MONEY 23/2026

93


moneyanalyse Deutsche Aktien

FRESENIUS MEDICAL CARE

Milliarden-Rückkauf

Fresenius Medical Care (FMC) investiert weiter in sich selbst. Der Dialysekonzern will

binnen zwölf Monaten für rund eine Milliarde Euro eigene Aktien zurückkaufen. Das

beschlossene Programm soll in Kürze starten und umfasst mehrere Tranchen. Ein kleiner

Teil der Aktien ist auch für leistungsorientierte Vergütungspläne vorgesehen. Dem

FMC-Kurs hat das neue Aktienrückkaufprogramm allerdings nicht auf die Beine geholfen.

Die Aktie setzt ihre aktuelle Talfahrt fort.

Fresenius Medical Care

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

50

45

40

35

30

25

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0005785802 Empfohlen am 12.03.2025 Empfehlungs-Kurs 44,56 € Kurs aktuell 37,31 € +/– in % –16,27 Neuer Stopp 32,00 € Kursziel 41,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

Frosta 606900 97,20 –0,6 7,8 108,0 / 86,00 96,78 — — — — — — — — 0 0 0

Gerresheimer A0LD6E 26,80 6,3 –3,1 65,90 / 14,92 27,93 0,6 3,0 2,67 3,55 7,5 2,3 3,8 23,37 1 5 2

Gesco A1K020 13,75 –2,1 –2,8 18,50 / 13,05 15,12 0,5 — 1,48 1,84 7,5 2,2 2,8 24.06. 23,02 3 0 0

Global Fashion Grp. A2PLUG 0,49 2,9 100,0 0,58 / 0,24 0,34 1,8 — –0,14 –0,07 — 0,0 0,0 0,78 1 1 0

Grammer 589540 8,20 2,5 41,4 8,55 / 5,45 6,76 0,4 — 2,41 — — 0,0 — — 0 0 0

H+R A2E4T7 4,59 2,9 8,3 5,02 / 3,83 4,51 0,4 2,5 0,16 0,21 21,5 1,1 1,1 4,30 0 0 1

Hamburger Hafen A0S848 21,50 –0,5 0,5 23,30 / 17,75 21,69 — — — — — — — 11.06. — 0 0 0

Hapag-Lloyd HLAG47 114,00 –2,8 –3,2 158,7 / 109,0 120,78 1,2 13,7 –1,44 –2,40 — 1,8 1,7 97,40 0 3 4

Hawesko Holding SE 604270 19,65 –1,8 3,1 27,70 / 17,70 20,52 1,4 — 1,47 1,74 11,3 5,6 6,6 10.06. 27,75 1 1 0

Heidelberg Pharma A11QVV 2,71 –0,4 12,9 5,40 / 2,31 3,02 4,9 — –0,29 –0,20 — 0,0 0,0 23.06. 5,50 1 0 0

Heliad 121806 13,05 –2,2 –13,0 16,40 / 12,20 14,50 1,3 21,8 0,60 0,60 21,8 0,0 0,0 24,20 2 0 0

Hermle Vz. 605283 167,00 5,4 11,7 196,0 / 133,0 154,72 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0

HMS Bergbau 606110 40,60 2,3 –11,0 78,00 / 29,60 45,65 1,6 9,0 4,24 5,44 7,5 2,9 3,3 77,50 1 0 0

Hoenle 515710 9,28 –1,3 31,8 10,30 / 6,36 8,35 0,7 — –0,08 0,41 22,6 0,0 0,0 17,67 2 0 0

HomeToGo SE A2QM3K 1,18 –7,5 –24,2 1,89 / 1,13 1,50 0,9 5,4 –0,13 –0,05 — 0,0 0,0 16.06. 2,73 3 0 0

IBU tec A0XYHT 16,65 7,1 –14,8 26,80 / 6,26 16,53 — — –0,44 0,19 87,6 — — 25,00 1 0 0

Identive Group A11404 3,35 7,2 17,1 4,62 / 2,54 3,08 — — –0,43 –0,41 — — — 5,44 3 0 0

Instone Real Estate A2NBX8 8,40 2,7 8,2 9,89 / 7,27 8,52 0,6 — 0,83 1,01 8,3 6,2 6,3 03.06. 12,75 3 1 0

IVU Traffic Techn. 744850 19,95 4,5 –2,2 22,20 / 17,60 20,08 — — 0,85 1,00 20,0 1,6 1,7 27,00 1 0 0

JDC Group A0B9N3 21,10 –1,9 –13,5 32,70 / 20,30 25,87 — 8,5 0,97 1,22 17,3 — — 30,84 1 0 0

Knaus Tabbert A2YN50 12,50 1,8 –2,8 20,05 / 11,24 13,82 1,7 1,4 0,83 1,57 8,0 1,3 5,0 17,40 1 3 0

Koenig & Bauer 719350 8,97 –2,3 –13,9 16,14 / 7,83 10,88 0,4 — 0,87 2,26 4,0 1,9 4,1 17.06. 15,25 2 0 1

Laiqon A12UP2 5,00 –0,4 –2,0 5,68 / 3,42 4,49 1,7 — –0,30 0,13 38,5 0,0 3,2 9,30 1 0 0

Leifheit 646450 17,30 3,3 16,5 21,80 / 14,50 15,42 1,8 15,7 0,69 0,95 18,3 6,9 7,0 03.06. 20,79 3 0 0

Logwin A2DR54 274,00 ±0,0 9,6 304,0 / 206,0 263,84 — — 19,18 17,18 15,9 3,6 3,6 261,00 0 1 0

LPKF Laser & Electr. SE 645000 26,60 25,5 394,4 29,90 / 5,22 8,78 9,2 — –0,26 0,08 332,5 0,0 0,0 04.06. 15,50 0 2 0

M1 Kliniken A0STSQ 18,76 –1,3 5,4 19,48 / 12,88 15,78 2,9 — 1,12 1,30 14,4 2,7 2,7 — 0 0 0

Masterflex SE 549293 14,20 –1,0 3,6 15,20 / 10,50 13,62 — — 1,00 1,29 11,0 2,5 2,8 10.06. 20,25 1 0 0

MAX Automation SE A2DA58 3,81 –2,6 –3,1 5,96 / 3,39 4,62 0,8 — –0,02 0,12 31,8 0,0 1,3 6,00 1 1 0

MediClin 659510 3,68 4,5 7,0 4,06 / 2,78 3,45 0,6 — 0,77 0,80 4,6 1,1 1,1 7,30 1 0 0

Medigene A40ESG 0,03 –11,8 31,4 0,21 / 0,01 0,04 — — –0,51 –0,45 — — — — 0 0 0

Mensch & Maschine 658080 36,80 4,0 –18,1 57,10 / 33,40 42,09 6,5 14,3 2,17 2,47 14,9 6,0 6,7 55,35 3 1 0

Mister Spex SE A3CSAE 1,22 1,7 –2,4 2,18 / 1,12 1,40 1,9 — –0,71 –0,45 — — — 11.06. 3,03 1 2 0

MPC Capital A1TNWJ 5,32 –1,1 9,5 5,74 / 4,58 4,95 1,2 — 0,65 0,72 7,4 5,1 5,7 7,60 2 0 0

Mühlbauer 662720 38,60 1,0 0,5 46,40 / 33,80 39,22 — — — — — — — 29.07. — 0 0 0

MVV Energie A0H52F 30,20 –0,3 –1,6 32,30 / 29,30 30,79 — — — — — — — — 0 0 0

Nabaltec A0KPPR 11,20 6,2 –6,3 16,15 / 10,10 12,25 0,6 — 0,83 1,17 9,6 2,6 2,6 24.06. 15,75 1 0 0

NFON A0N4N5 3,28 3,8 –3,5 7,20 / 3,08 4,44 0,7 5,4 0,21 0,31 10,6 0,8 1,5 24.06. 6,93 2 0 1

94 FOCUS MONEY 23/2026


BASF

Unter Druck

Die US-Investmentbank JPMorgan hebt zwar das Kursziel für BASF von 36 auf 40 Euro

an, bleibt aber bei der Einstufung „Untergewichten“. Analyst Chetan Udeshi sieht

die Chemiebranche weiter belastet. „Der Branchen-Blues kehrt wohl zurück“, so

Udeshi. Die Gründe sind Überkapazitäten, schwache Nachfrage sowie eine wachsende

Konkurrenz aus Asien. Dies dürfte die Gewinne drücken. Für den weiteren

Jahresverlauf und 2027 zeigte er sich ebenfalls zurückhaltend.

BASF

200-Tage-

Linie

Aktienkurs in Euro

2023 2024 2025 2026

54

50

46

42

38

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE000BASF111 Empfohlen am 06.03.2026 Empfehlungs-Kurs 45,30 € Kurs aktuell 51,5 € +/– in % +13,7 Neuer Stopp 43,78 € Kursziel 53,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Northern Data A0SMU8 15,10 17,6 –1,2 29,40 / 8,11 13,67 1,4 — 0,38 0,70 21,6 0,0 0,0 26,33 2 1 0

Nynomic A0MSN1 22,30 15,8 126,2 25,70 / 8,24 12,01 — — 0,71 1,09 20,6 — — 01.07. 26,00 2 0 0

OHB SE 593612 594,00 25,1 392,9 658,0 / 64,00 185,34 — — 3,64 5,63 105,5 0,1 0,1 08.06. 320,00 1 0 0

Ökoworld 540868 31,40 14,2 19,8 35,10 / 25,00 26,97 — 15,6 2,25 2,31 13,6 5,0 5,2 19.06. 37,05 1 0 0

OVB Holding 628656 20,80 ±0,0 6,7 23,00 / 17,80 20,35 3,0 — 0,89 1,14 18,2 3,8 4,7 12.06. 23,00 0 1 0

Pfeiffer Vacuum 691660 166,80 –0,1 5,8 167,6 / 153,0 159,98 — — — — — — — 140,00 0 0 0

Pfisterer SE PFSE21 100,40 –8,8 32,5 113,0 / 33,35 75,30 7,3 — 3,32 3,72 27,0 1,0 1,1 11.06. 103,67 2 1 0

Pro DV A4096T 2,18 0,9 –0,9 2,88 / 2,02 2,37 — — 0,00 0,06 36,3 0,0 0,0 4,80 0 0 0

ProCredit Hldg. 622340 8,09 2,3 –1,3 10,70 / 6,78 8,46 0,4 — 1,36 2,04 4,0 5,6 8,1 03.06. 14,73 2 0 0

PSI Software SE A0Z1JH 45,40 –0,4 1,1 46,30 / 24,10 40,96 7,2 — 0,72 1,18 38,5 0,4 0,8 45,00 0 4 0

Pyramid A41YDL 1,33 0,8 –60,0 5,01 / 1,18 3,14 0,3 16,6 –0,19 0,02 66,5 — — 2,80 0 0 0

Q.Beyond konv. A41YDG 3,70 3,9 8,5 4,86 / 3,20 3,84 0,9 — 0,04 0,14 25,8 2,7 3,4 5,98 3 0 0

R. Stahl A1PHBB 12,40 3,3 –15,1 20,20 / 12,00 14,70 1,1 19,4 –0,16 0,13 95,4 0,0 4,4 16.06. 18,88 1 0 0

Rhön-Klinikum 704230 12,50 –0,8 –2,3 13,30 / 11,20 12,27 0,6 — 0,64 0,79 15,8 1,6 1,6 12,50 0 1 0

Ringmetall A3E5E5 2,60 –0,8 –0,8 3,32 / 2,52 2,76 — — — — — 3,8 3,8 16.06. 4,60 0 1 0

Schloß Wachenheim 722900 13,60 0,4 –4,9 15,80 / 13,30 14,39 0,5 5,6 1,30 1,45 9,4 4,6 4,9 19,78 2 0 0

Serviceware SE A2G8X3 10,70 7,0 –41,8 20,40 / 9,90 15,66 2,3 — 0,34 0,63 17,0 — — 29,00 2 0 0

SMT Scharf A3DRAE 7,20 2,9 25,2 9,10 / 5,40 6,87 0,5 — –0,38 0,54 13,3 0,4 3,9 9,50 0 1 0

SNP Schneider-Neu. SE 720370 82,00 –0,7 7,9 86,00 / 69,60 77,60 — — — — — — — 17.06. 63,00 0 0 0

Steico SE A0LR93 21,35 0,7 0,7 27,60 / 19,26 22,27 0,8 17,6 1,32 1,62 13,2 1,2 1,9 19.06. 25,33 1 2 0

STS Group A1TNU6 2,96 –1,7 –5,7 6,50 / 2,62 3,27 — — — — — 0,0 1,4 10,70 0 1 0

Surteco Group SE 517690 9,60 1,1 –8,1 16,80 / 9,50 11,67 0,4 1,7 –0,34 1,27 7,6 0,0 0,0 19.06. 18,60 1 0 0

Syzygy 510480 1,26 –1,9 –15,2 2,55 / 1,19 1,54 0,9 — — — — 2,0 7,9 03.07. 2,98 2 0 0

Takkt 744600 2,46 –5,2 –32,6 7,07 / 2,29 3,79 0,4 — –0,34 0,30 8,2 0,0 8,1 5,43 1 1 0

technotrans SE A0XYGA 31,25 14,7 –7,0 37,00 / 18,25 30,50 1,9 — 1,81 2,27 13,8 2,9 3,6 21.05. 38,50 2 0 0

The Platform Group A40ZW8 2,71 –12,9 –49,4 12,70 / 2,46 5,84 0,3 1,4 2,01 2,43 1,1 — — 01.07. 19,88 2 0 0

Umweltbank 557080 3,89 3,2 9,3 5,06 / 3,30 3,92 0,5 — 0,32 0,44 8,9 2,7 4,5 7,60 3 0 0

Uniper SE UNSE02 49,55 15,8 53,9 55,80 / 27,95 36,19 1,7 16,6 1,57 1,65 30,1 1,6 1,7 34,67 0 1 1

Uzin Utz 755150 62,40 –8,5 –8,2 83,50 / 57,50 71,77 1,0 — 4,55 5,52 11,3 3,0 3,3 103,50 2 0 0

Veganz Group A3E5ED 3,00 –13,0 –52,5 20,30 / 2,98 7,66 0,2 1,6 –0,48 0,16 18,8 — — — 0 0 0

VIB Vermögen A2YPDD 7,52 –1,1 –27,0 11,30 / 6,92 8,92 0,3 — 2,14 — — 0,0 — — 0 0 0

Villeroy & Boch 765723 16,05 –0,3 –1,5 19,50 / 15,55 16,97 1,2 — 0,59 1,37 11,7 5,6 5,9 30,50 1 0 0

Viscom SE 784686 6,14 29,5 50,5 6,14 / 3,34 4,45 1,3 9,6 0,19 0,44 14,1 0,2 2,2 05.06. 5,60 0 0 0

Vita 34 A0BL84 3,89 1,3 –34,6 7,65 / 3,64 5,31 — — 0,03 0,07 55,6 — — 24.06. 6,50 1 0 0

WashTec 750750 40,30 3,3 –14,6 50,80 / 36,00 43,68 6,1 15,1 2,79 3,24 12,4 6,4 6,8 54,00 2 0 0

Westwing Group SE A2N4H0 14,85 3,5 32,0 17,65 / 7,78 13,46 2,8 — 1,15 1,48 10,0 0,0 0,0 09.06. 21,83 3 0 0

YOC 593273 6,62 1,5 –37,3 16,75 / 4,84 9,92 2,9 — 0,32 0,70 9,5 0,0 0,0 29.06. 13,00 2 0 0

Zeal Network SE ZEAL24 44,70 –6,9 –12,4 52,20 / 43,00 48,36 3,8 16,4 1,93 2,36 18,9 3,4 3,9 72,75 5 0 0

FOCUS MONEY 23/2026

95


moneyanalyse Internationale Aktien

REDCARE PHAMACY

Talfahrt findet kein Ende

Die Online-Apotheke kommt in Sachen Profitabilität weiter nicht in die Spur. Aber

immerhin geht es vorwärts. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um fast 20 Prozent

und die operative Marge legte ebenfalls zu - aber nur auf 1,7 Prozent. Unterm

Strich stand ein Nettoverlust von mehr als zehn Millionen Euro, obwohl die Zahl

der aktiven Kunden und der durchschnittliche Warenkorb weiter gewachsen sind.

Die Aktie hinkt daher weit hinter der Konkurrenz wie Doc Morris her.

Redcare Pharmacy

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

140

100

60

20

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN NL0012044747 Empfohlen am 08.08.2025 Empfehlungs-Kurs 102,70 € Kurs aktuell 43,82 € +/– in % –57,33 Neuer Stopp – € Kursziel – €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

EURO STOXX 50 / STOXX 50

AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 71,68 2,4 31,0 72,30 / 48,84 58,00 1,8 10,8 3,76 4,19 17,1 1,7 2,0 78,55 14 4 0

ABB N 919730 / CH0012221716 93,12 4,9 43,5 93,18 / 49,62 69,02 9,9 33,5 2,70 2,92 31,9 1,1 1,2 78,73 3 20 0

Adyen A2JNF4 / NL0012969182 966,40 8,3 –29,8 1738,6 / 829,2 1224,47 4,7 21,0 38,64 47,29 20,4 0,0 0,0 1399,24 23 4 0

Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 36,74 –0,7 6,2 42,47 / 32,20 36,66 2,2 5,4 2,78 2,99 12,3 3,5 3,7 40,84 5 8 0

Air Liquide 850133 / FR0000120073 183,32 5,4 14,2 190,0 / 155,0 171,44 3,7 15,8 7,04 7,78 23,6 2,1 2,2 197,30 13 2 0

Argenx A11602 / NL0010832176 702,00 3,0 –1,3 804,4 / 448,4 679,49 5,7 27,2 23,49 30,90 22,7 0,1 0,1 846,68 10 2 0

ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 1407,40 10,8 52,8 1439 / 589,8 1012,14 23,7 41,4 31,40 40,92 34,4 0,6 0,7 1482,76 32 5 1

AstraZeneca 886455 / GB0009895292 160,85 –0,3 1,6 180,45 / 117,7 154,68 5,5 16,6 8,85 9,98 16,1 1,8 1,9 190,42 16 3 1

AXA 855705 / FR0000120628 40,75 2,0 –1,0 43,55 / 36,58 39,79 1,7 — 4,12 4,45 9,2 6,1 6,6 46,12 8 4 0

Banco Santander 858872 / ES0113900J37 10,80 6,2 6,8 11,21 / 6,83 9,55 1,4 — 1,03 1,21 8,9 2,6 3,7 12,12 11 2 0

BBVA 875773 / ES0113211835 20,07 6,1 1,8 22,21 / 12,57 18,35 1,9 — 2,00 2,21 9,1 5,1 5,5 20,95 6 11 1

BNP Paribas 887771 / FR0000131104 92,49 5,5 14,2 97,39 / 65,01 82,25 0,8 — 11,50 12,86 7,2 6,4 7,0 105,54 10 4 1

BP PLC 850517 / GB0007980591 6,09 –6,4 24,0 7,01 / 4,22 5,45 1,8 3,4 0,76 0,60 10,2 4,8 5,0 7,21 5 9 0

Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 56,94 –0,6 18,7 57,26 / 39,30 49,02 2,2 13,2 4,18 4,49 12,7 5,1 5,3 57,32 6 1 0

Danone 851194 / FR0000120644 61,24 –3,3 –20,3 80,00 / 61,24 72,25 2,2 11,1 3,90 4,20 14,6 3,8 4,1 79,68 8 8 1

Enel 928624 / IT0003128367 9,88 2,4 11,9 10,28 / 7,60 8,96 2,9 6,2 0,72 0,75 13,2 5,2 5,5 10,22 8 11 1

Eni 897791 / IT0003132476 23,29 –2,6 44,7 25,00 / 12,90 18,07 1,4 4,4 2,60 2,33 10,0 4,7 4,9 25,40 6 11 0

EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 173,90 0,6 –35,7 323,5 / 163,2 253,41 2,0 14,1 7,37 8,44 20,6 2,4 2,7 286,30 13 4 0

Ferrari A2ACKK / NL0011585146 287,90 2,9 –10,0 446,0 / 268,9 332,83 11,7 21,3 9,59 10,51 27,4 1,3 1,4 368,19 8 5 0

GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 22,42 4,4 6,8 26,02 / 15,35 20,88 4,2 10,2 2,08 2,27 9,9 3,6 3,8 23,53 5 13 2

Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 1610,00 1,9 –23,0 2466 / 1534 1994,51 7,8 32,4 44,63 51,61 31,2 1,3 1,4 2062,77 11 7 0

HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 16,11 4,9 19,0 16,45 / 10,10 13,36 1,7 — 1,46 1,62 10,0 4,5 5,0 16,25 5 10 0

Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 20,02 3,3 9,0 20,77 / 15,14 18,22 2,3 10,5 1,00 1,07 18,7 3,7 3,8 19,31 6 14 0

Inditex A11873 / ES0148396007 51,56 2,5 –8,4 58,16 / 40,93 50,64 7,4 17,1 2,18 2,38 21,7 3,8 4,1 58,27 13 6 0

ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 27,12 8,1 12,7 27,17 / 17,68 23,04 1,5 — 2,40 2,79 9,7 4,7 5,3 27,96 7 7 0

Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 5,74 2,5 –3,0 6,15 / 4,72 5,62 1,6 — 0,58 0,62 9,2 7,6 8,2 6,73 10 4 0

L’Oréal 853888 / FR0000120321 366,10 2,0 0,2 407,7 / 339,85 373,21 5,2 22,5 13,57 14,72 24,9 2,1 2,3 406,22 10 9 1

London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 107,90 2,8 5,8 142,0 / 83,00 102,35 2,5 11,7 5,49 6,21 17,4 1,8 2,0 142,96 11 0 0

LVMH 853292 / FR0000121014 470,00 3,0 –26,2 654,0 / 437,0 541,47 3,3 14,0 22,20 25,65 18,3 2,7 3,0 590,08 13 9 0

National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 14,97 5,6 14,3 16,40 / 11,60 13,75 1,6 7,9 1,02 1,12 13,4 3,8 3,9 15,97 5 5 1

Nestlé N A0Q4DC / CH0038863350 87,40 2,0 1,3 97,13 / 76,58 84,61 5,8 15,5 4,83 5,14 17,0 3,9 4,0 96,24 9 10 1

Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 16,75 10,2 4,2 17,03 / 12,00 15,21 1,7 — 1,43 1,56 10,8 5,8 6,2 17,03 4 1 0

Novartis N 904278 / CH0012005267 129,97 1,2 8,2 143,51 / 99,91 121,11 6,3 15,7 7,52 8,34 15,6 3,0 3,1 133,40 5 10 3

Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 38,39 1,0 –12,9 71,54 / 30,29 42,13 5,6 12,7 2,84 2,87 13,4 3,9 3,8 41,42 5 18 1

Prosus A2PRDK / NL0013654783 39,70 –0,2 –24,6 63,58 / 37,80 50,24 1,7 34,8 3,86 4,64 8,6 0,5 0,6 65,05 11 3 0

Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 28,50 –2,1 –17,9 48,90 / 23,44 33,94 28,3 14,7 1,64 1,81 15,7 3,0 3,2 41,90 11 1 0

Richemont A1W5CV / CH0210483332 172,32 1,7 –8,6 197,19 / 139,35 168,48 3,9 19,5 6,99 7,94 21,7 2,3 2,4 197,68 11 9 0

Rio Tinto 852147 / GB0007188757 91,74 3,7 32,6 95,79 / 48,22 69,73 2,5 8,6 7,27 7,24 12,7 4,6 4,6 84,56 4 14 0

96 FOCUS MONEY 23/2026


ARM HOLDINGS

Lizenzeinnahmen beflügeln

Der britische Chip-Designer Arm strebt dynamisch nach oben. Erstmals wurde eine

Marktkapitalisierung von 300 Milliarden Dollar überschritten. Der Grund: Der Quartalsbericht

von Nvidia erweist sich als direkter und starker Impulsgeber für die Lizenzeinnahmen

des Konzerns. Nvidia möchte weltweit führender CPU-Anbieter werden.

Da der Chip-Designer Arm für jede ausgelieferte Vera-CPU Lizenzgebühren erhält,

beflügelt dies die Performance des Unternehmens. Anleger greifen zu

Arm Holdings

Aktienkurs seit Börsengang in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

250

200

150

100

50

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US0420682058 Empfohlen am 14.09.2023 Empfehlungs-Kurs 59,19 € Kurs aktuell 268,25 € +/– in % +353,20 Neuer Stopp 230,00 € Kursziel 295,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Roche PS A424UK / CH1499059983 363,27 3,1 1,0 410,7 / 267,19 336,64 6,5 16,0 22,02 23,90 15,2 3,0 3,1 395,11 6 6 2

Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 14,63 8,7 10,7 16,30 / 10,00 13,68 41,2 23,6 0,43 0,50 29,2 1,0 1,1 16,36 11 5 0

Safran 924781 / FR0000073272 294,50 6,8 –0,2 348,5 / 250,7 299,33 7,8 20,1 10,03 12,25 24,0 1,4 1,7 342,29 10 7 0

Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 76,61 4,4 –7,7 93,40 / 71,88 81,72 1,2 8,7 8,50 9,00 8,5 5,6 5,9 97,10 10 12 0

Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 274,00 5,3 16,2 287,35 / 209,0 243,89 5,8 24,0 9,90 11,50 23,8 1,7 1,9 300,55 15 1 0

Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 36,95 –1,7 17,9 41,28 / 29,16 33,53 1,3 4,8 4,64 4,14 8,9 3,6 3,8 43,95 6 10 0

St. Gobain 872087 / FR0000125007 76,66 2,6 –11,6 104,4 / 66,12 84,45 1,5 7,4 6,40 7,00 11,0 3,1 3,3 97,71 9 4 1

TotalEnergies 850727 / FR0000120271 78,55 –1,8 39,5 81,42 / 49,46 61,74 1,5 5,0 9,74 8,32 9,4 4,5 4,7 85,28 8 7 0

UBS Group N A12DFH / CH0244767585 41,13 3,5 1,6 42,06 / 26,99 36,05 1,5 — 2,95 3,51 11,7 2,6 2,9 42,79 5 8 1

UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 73,71 3,6 3,9 79,86 / 54,46 67,46 1,6 — 7,36 8,25 8,9 5,1 5,7 84,02 5 4 0

Unilever PLC A41NM1 / GB00BVZK7T90 49,58 0,5 –10,9 63,34 / 47,00 56,42 6,7 13,9 3,21 3,41 14,5 3,8 4,0 59,13 5 6 2

Vinci 867475 / FR0000125486 125,30 0,4 4,5 143,0 / 112,95 124,10 2,1 7,6 9,01 10,14 12,4 4,2 4,7 143,83 10 6 1

Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 61,56 –4,5 –30,5 160,5 / 56,82 86,97 15,0 8,3 5,64 6,23 9,9 4,4 4,8 106,25 9 3 0

Zurich Insur. Grp N 579919 / CH0011075394 628,38 ±0,0 –4,7 664,75 / 570,76 620,37 3,4 — 41,10 47,51 13,2 5,6 5,9 630,75 2 7 0

DOW JONES

3M 851745 / US88579Y1010 130,85 0,5 –3,7 148,84 / 120,52 134,92 15,9 17,2 7,47 8,12 16,1 2,1 2,2 149,04 8 8 0

Amazon.com 906866 / US0231351067 229,25 1,3 16,5 237,95 / 166,04 197,60 5,3 16,2 7,45 8,47 27,1 0,0 0,0 268,66 47 4 0

American Express 850226 / US0258161092 269,50 0,1 –16,0 330,05 / 248,75 288,44 5,9 — 15,13 17,29 15,6 1,2 1,3 310,71 10 15 1

Amgen 867900 / US0311621009 295,00 5,8 5,6 329,5 / 230,0 279,94 16,6 12,0 19,25 20,17 14,6 2,9 3,1 302,69 10 18 2

Apple Inc. 865985 / US0378331005 266,95 4,7 15,0 268,15 / 169,02 224,18 43,8 31,6 7,52 8,25 32,3 0,3 0,4 265,24 23 15 1

Boeing 850471 / US0970231058 188,32 0,3 1,7 216,4 / 153,56 188,01 24,4 23,9 –0,34 3,59 52,4 0,0 0,1 232,03 17 5 0

Caterpillar 850598 / US1491231015 769,60 4,7 56,9 795,0 / 299,0 537,19 17,3 29,7 20,94 25,62 30,0 0,7 0,7 790,73 14 11 2

Chevron Corp. 852552 / US1667641005 162,40 –3,4 26,4 187,08 / 119,6 145,11 1,9 7,2 12,07 10,48 15,5 3,8 3,9 184,72 13 6 1

Cisco Systems 878841 / US17275R1023 101,40 –0,6 53,8 104,86 / 54,71 66,98 9,3 28,9 3,68 4,10 24,7 1,4 1,4 106,95 13 8 0

Coca-Cola 850663 / US1912161007 69,85 0,1 17,1 71,25 / 55,83 62,39 9,7 24,2 2,81 2,99 23,3 2,6 2,8 73,96 12 4 0

Disney Co. 855686 / US2546871060 88,64 –0,8 –8,4 106,62 / 80,10 92,79 1,6 12,3 5,86 6,44 13,8 1,5 1,6 111,27 20 2 1

Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 866,40 5,8 14,8 866,4 / 516,7 727,65 2,7 — 50,85 56,19 15,4 1,8 2,0 814,33 6 16 1

Home Depot 866953 / US4370761029 272,00 5,5 –7,6 362,15 / 254,05 313,12 16,5 16,8 12,86 13,84 19,7 2,9 3,1 318,14 18 14 0

Honeywell 870153 / US4385161066 200,50 10,2 20,7 210,35 / 162,1 184,27 8,8 22,3 9,04 9,85 20,4 2,1 2,2 212,45 12 9 0

IBM 851399 / US4592001014 215,00 12,2 –17,2 279,1 / 181,42 231,10 6,1 13,3 10,68 11,56 18,6 2,7 2,7 238,63 11 7 0

Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 198,08 0,7 12,0 214,3 / 129,0 180,52 6,2 19,5 9,95 10,92 18,1 2,3 2,4 217,38 10 9 0

JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 264,95 2,8 –3,8 287,7 / 228,25 261,35 2,3 — 19,17 20,24 13,1 2,0 2,2 294,06 8 12 0

McDonald’s 856958 / US5801351017 241,20 –0,5 –8,0 290,45 / 231,3 263,65 221,5 — 17,2 11,16 12,22 19,7 2,7 2,8 283,59 14 15 1

Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 105,24 9,6 16,5 105,8 / 66,40 87,70 6,2 21,0 2,35 8,18 12,9 2,7 2,8 111,49 15 10 0

Microsoft 870747 / US5949181045 357,20 –1,5 –13,6 490,1 / 309,7 393,79 6,9 18,2 14,45 16,62 21,5 0,9 1,0 481,78 41 3 0

Nike 866993 / US6541061031 37,99 3,9 –27,3 69,80 / 35,65 52,82 4,9 18,5 1,57 2,08 18,2 3,7 4,0 52,23 14 20 1

Nvidia 918422 / US67066G1040 186,04 –2,2 16,0 202,2 / 116,74 160,22 17,4 25,0 7,68 10,87 17,1 0,4 0,5 253,81 48 2 1

Procter & Gamble 852062 / US7427181091 124,36 2,1 1,2 150,0 / 118,0 128,42 6,3 18,3 5,93 6,09 20,4 2,9 3,1 140,74 9 10 0

FOCUS MONEY 23/2026

97


moneyanalyse Internationale Aktien

ALPHABET

EU plant Rekordstrafe

Die EU will im Rahmen einer Untersuchung zu Suchpraktiken eine Rekordstrafe in Höhe

von mehreren hundert Millionen Euro gegen Alphabet verhängen. Allerdings dürfte

Alphabet diese Strafe angesichts des Investitionsplans (CapEx 2026) von bis zu 190

Milliarden Dollar finanziell kaum spüren. Dennoch wäre es ein Warnschuss, da Alphabet

seine Suchmaschine Google umbauen müsste, was mit erheblichen Nachteilen

verbunden sein könnte. Wiederholte Verstöße könnten langfristig teuer werden.

Alphabet

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

300

250

200

150

100

50

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US02079K3059 Empfohlen am 31.07.2024 Empfehlungs-Kurs 163,60 € Kurs aktuell 330,35 € +/– in % +101,9 Neuer Stopp 280,00 € Kursziel 420,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

DOW JONES

Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 153,82 0,6 –32,2 252,0 / 139,9 189,85 2,8 10,0 11,36 12,86 12,0 1,0 1,0 225,39 26 10 0

Sherwin Williams 856050 / US8243481061 265,20 3,6 –3,5 319,6 / 256,1 291,33 15,4 24,5 10,08 11,40 23,3 1,1 1,1 327,80 11 10 0

Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 262,30 2,8 6,5 269,0 / 214,3 244,84 1,9 — 24,18 24,50 10,7 1,6 1,7 269,61 6 17 0

UnitedHealth 869561 / US91324P1021 332,60 –0,2 18,8 345,0 / 204,9 277,92 3,3 16,2 15,78 17,88 18,6 2,3 2,4 339,58 16 5 1

Verizon 868402 / US92343V1044 41,46 2,9 20,4 45,00 / 32,70 37,87 1,8 5,4 4,27 4,53 9,1 5,9 6,0 44,56 8 14 0

VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 281,50 –0,7 –6,6 326,0 / 254,0 283,13 16,9 24,6 11,27 12,76 22,1 0,8 0,9 342,66 28 3 0

Walmart Inc. 860853 / US9311421039 103,14 –9,0 7,9 116,34 / 80,66 98,29 8,9 24,3 2,50 2,83 36,5 0,8 0,9 118,43 30 4 1

USA WEITERE

Abbott Lab 850103 / US0028241000 76,54 1,8 –27,5 118,74 / 69,76 100,40 3,1 14,9 4,71 5,21 14,7 2,8 3,0 101,95 16 7 0

Adobe 871981 / US00724F1012 208,45 –5,1 –30,2 369,5 / 191,46 260,74 7,4 9,3 20,24 22,67 9,2 0,0 0,0 281,25 12 20 4

AirBnB A2QG35 / US0090661010 113,22 –1,1 –2,3 124,44 / 96,01 109,27 8,2 17,5 4,34 5,19 21,8 0,0 0,0 134,74 18 18 2

Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 330,50 –3,1 24,1 350,15 / 140,52 254,03 8,1 22,1 12,23 12,45 26,5 0,2 0,2 368,76 43 7 0

Altria Group 200417 / US02209S1033 63,18 –0,1 28,9 64,00 / 46,64 55,06 — 12,2 4,87 5,04 12,5 5,9 6,1 59,69 4 7 1

American Water A0NJ38 / US0304201033 107,20 0,6 –3,2 126,35 / 102,85 114,38 2,0 10,5 5,23 5,64 19,0 2,8 3,0 116,95 2 10 0

AT&T A0HL9Z / US00206R1023 21,70 5,0 3,1 25,41 / 19,12 22,74 1,6 4,4 1,99 2,19 9,9 4,4 4,4 26,10 12 10 0

Bank of America 858388 / US0605051046 44,65 4,3 –5,1 49,00 / 37,94 44,26 1,3 — 3,84 4,34 10,3 2,3 2,5 54,28 16 2 0

Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 418,00 0,2 –1,7 451,35 / 392,8 419,97 1,4 — 17,52 18,31 22,8 0,0 0,0 447,15 2 1 0

Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 166,24 1,5 10,8 174,18 / 104,4 144,13 1,4 8,0 11,47 14,26 11,7 0,0 0,0 188,43 18 15 1

Broadcom A2JG9Z / US11135F1012 365,80 1,0 22,6 375,45 / 207,0 300,19 18,5 36,6 9,76 15,69 23,3 0,6 0,7 412,91 36 3 0

Citigroup A1H92V / US1729674242 107,60 1,8 7,1 113,94 / 65,68 93,74 1,1 — 9,32 10,77 10,0 2,0 2,2 126,26 13 4 0

Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 159,00 –1,2 –20,2 381,15 / 118,26 214,80 3,7 — 1,05 4,26 37,3 0,0 0,0 199,13 17 10 2

Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 77,68 2,8 15,0 84,30 / 64,84 72,01 100,8 — 19,5 3,27 3,47 22,4 2,3 2,4 82,36 7 7 0

Comcast A 157484 / US20030N1019 22,32 4,5 –11,3 31,23 / 21,10 25,16 1,0 3,3 3,04 3,28 6,8 5,1 5,4 28,13 5 16 2

eBay 916529 / US2786421030 99,35 1,0 33,6 102,08 / 62,84 79,00 9,7 14,7 5,27 5,81 17,1 1,1 1,1 92,92 5 19 2

Eli Lilly 858560 / US5324571083 926,30 9,3 0,9 968,1 / 537,4 795,67 18,9 31,0 31,09 38,18 24,3 0,6 0,7 1040,71 18 5 1

ExxonMobil 852549 / US30231G1022 130,80 –4,9 26,7 153,2 / 88,90 112,38 2,3 8,8 9,32 8,96 14,6 2,7 2,8 144,65 7 13 1

GE Aerospace A3CSML / US3696043013 261,25 7,5 –0,7 297,0 / 200,0 256,89 17,4 33,1 6,50 7,46 35,0 0,6 0,7 300,00 15 2 0

Gilead Sciences 885823 / US3755581036 115,62 3,3 9,4 132,0 / 90,00 109,94 9,1 869,4 — –0,69 — 8,24 14,0 2,4 2,5 135,63 18 7 0

Intel 855681 / US4581401001 104,44 13,4 232,5 114,6 / 16,44 40,85 4,9 43,5 0,93 1,32 78,9 0,0 0,0 75,50 11 30 2

Kroger Co. 851544 / US5010441013 57,67 –0,2 8,7 66,37 / 50,61 57,31 6,2 6,4 4,50 4,83 11,9 2,1 2,3 64,92 11 13 0

Lockheed Martin 894648 / US5398301094 460,00 2,1 10,4 612,0 / 350,0 455,03 12,2 14,1 25,64 27,57 16,7 2,6 2,7 538,50 4 14 1

LYFT A2PE38 / US55087P1049 11,65 3,1 –27,9 21,41 / 10,80 14,74 2,0 5,0 1,35 1,74 6,7 0,0 0,0 16,15 9 30 0

MasterCard A0F602 / US57636Q1040 429,30 0,4 –12,9 519,9 / 416,5 465,03 42,8 26,5 16,88 19,56 21,9 0,7 0,8 555,98 29 3 0

Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 523,70 –0,2 –6,4 685,9 / 452,5 572,37 5,1 10,9 27,68 31,07 16,9 0,4 0,4 710,35 48 7 0

Moderna A2N9D9 / US60770K1079 40,00 –3,5 50,2 50,70 / 19,26 31,68 3,2 — –7,57 –3,61 — 0,0 0,0 37,12 2 16 1

Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 52,72 ±0,0 14,0 60,91 / 44,01 50,42 3,1 16,5 2,63 2,91 18,1 3,4 3,6 57,75 12 9 0

Netflix 552484 / US64110L1061 76,00 –0,5 –3,8 113,96 / 63,36 86,97 11,1 26,5 3,09 3,30 23,0 0,0 0,0 98,44 29 13 0

Newmont Corp. 853823 / US6516391066 95,51 2,1 10,5 116,0 / 45,35 85,14 3,0 8,4 8,95 9,83 9,7 0,9 1,0 123,30 13 3 0

98 FOCUS MONEY 23/2026


SAMSUNG

Rekordboni für Mitarbeiter

Die Androhung eines 18-tägigen Generalstreiks beim Elektronikriesen Samsung zeigt

Wirkung: Die rund 48 000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter dürfen – neben

einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 6,2 Prozent – auf üppige Gewinnboni

hoffen. Nach neuen Rekorden (allein der Betriebsgewinn explodierte gegenüber Vorjahr

um das Achtfache) werden die Ausschüttungen für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung

auf bis zu 340 000 Euro geschätzt. Fazit: Geldmaschine – kaufen!

Samsung Electronics (GDR)

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

4000

3000

2000

1000

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISINUS7960508882 Empfohlen am 01.08.2025 Empfehlungs-Kurs 1050,00 € Kurs aktuell 4293 € +/– in % +309,0 Neuer Stopp 3560,00 € Kursziel 4400,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 49,95 –2,5 44,5 58,41 / 33,13 41,24 1,6 4,1 4,46 3,11 16,1 1,8 1,8 55,57 6 16 1

Oracle 871460 / US68389X1054 165,00 3,4 –0,7 294,4 / 114,5 178,14 7,9 13,7 6,90 9,21 17,9 1,1 1,1 209,70 30 6 1

Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 115,50 0,8 –26,3 179,84 / 104,96 138,62 28,3 74,4 1,26 1,78 64,8 0,0 0,0 157,89 18 10 1

PayPal A14R7U / US70450Y1038 37,81 –0,7 –25,3 70,87 / 32,50 48,93 1,9 6,1 4,56 4,96 7,6 1,2 0,9 45,14 5 32 4

Pepsico 851995 / US7134481081 128,00 –0,1 4,5 144,78 / 109,0 129,12 8,5 14,2 7,44 7,86 16,3 3,9 4,1 146,99 4 14 1

Pfizer 852009 / US7170811035 22,23 2,5 4,5 24,86 / 20,00 22,10 1,7 10,8 2,55 2,44 9,1 6,8 6,7 25,08 9 15 1

Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 160,90 –2,2 17,9 164,86 / 124,42 141,74 — 20,4 7,22 7,85 20,5 3,2 3,4 165,67 7 4 0

QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 209,35 20,9 42,1 210,35 / 106,54 137,84 10,2 19,7 9,28 9,14 22,9 1,5 1,5 152,80 10 22 2

Snap A2DLMS / US83304A1060 4,86 4,2 –26,8 8,79 / 3,39 5,80 4,4 11,1 0,51 0,63 7,7 0,0 0,0 6,55 7 31 1

Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 88,62 –2,9 22,4 92,72 / 67,56 78,05 — 25,3 2,05 2,60 34,1 2,4 2,5 91,59 13 16 2

Tesla A1CX3T / US88160R1014 369,60 6,0 –6,0 422,9 / 240,0 350,98 16,6 106,9 1,76 2,16 171,4 0,0 0,0 353,96 18 17 4

Texas Instruments 852654 / US8825081040 275,50 6,1 84,9 275,5 / 132,64 172,35 16,2 30,6 6,69 8,11 34,0 1,8 1,9 248,20 15 18 2

T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 163,52 –0,5 –4,5 223,6 / 152,42 182,30 3,8 7,3 9,66 12,01 13,6 2,2 2,4 224,13 15 4 0

UPS 929198 / US9113121068 87,28 6,4 3,1 101,72 / 70,16 83,68 5,7 10,2 6,13 6,88 12,7 6,5 6,5 97,01 13 12 1

SCHWEIZ

Adecco Group N 922031 / CH0012138605 17,42 2,8 –31,2 29,86 / 15,94 23,96 0,8 5,0 2,37 2,74 6,4 5,8 6,6 23,54 3 6 2

Alcon N A2PDXE / CH0432492467 58,37 3,6 –15,8 81,44 / 52,36 67,55 1,5 14,5 2,98 3,41 17,1 0,5 0,6 82,89 17 4 0

Amrize N A414LY / CH1430134226 43,62 2,8 –8,6 56,24 / 38,56 46,34 2,0 13,9 2,29 2,63 16,6 1,3 1,5 54,34 3 7 0

Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,73 4,1 11,3 10,41 / 7,18 8,33 1,2 5,2 0,78 0,93 9,4 5,4 5,7 9,40 2 9 2

Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 553,88 0,5 –18,4 722,81 / 537,23 648,98 10,3 19,2 20,81 22,42 24,7 2,6 2,7 612,86 4 8 2

Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 47,63 4,4 –18,9 73,02 / 42,40 58,09 37,1 9,1 2,72 3,27 14,6 3,2 3,3 65,24 4 2 0

Givaudan 938427 / CH0010645932 3137,51 4,3 –9,0 4640,5 / 2811,1 3434,73 5,4 19,8 131,56 141,81 22,1 2,6 2,7 3688,52 6 10 1

Holcim N 869898 / CH0012214059 83,04 6,9 –2,5 90,42 / 54,78 77,93 2,5 14,0 4,05 4,62 18,0 2,4 2,7 86,81 7 10 0

Kühne + Nagel N A0JLZL / CH0025238863 195,11 2,4 4,0 219,87 / 161,48 185,51 8,7 15,0 9,02 9,63 20,3 3,6 3,8 201,09 2 11 3

Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 10171,7 0,3 –19,9 15052 / 9848,5 12685 4,1 21,9 351,97 377,78 26,9 2,0 2,2 11344,34 0 3 2

Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 95,40 5,8 6,8 108,39 / 71,21 88,91 6,5 18,2 4,94 5,34 17,9 1,5 1,6 98,84 5 4 0

SGS NA A3D68K / CH1256740924 95,99 1,5 –3,6 106,79 / 87,29 96,65 12,7 12,1 4,50 4,82 19,9 3,7 3,7 107,62 5 9 0

Sonova NA 893484 / CH0012549785 226,99 7,2 ±0,0 287,68 / 178,57 226,57 4,3 14,7 11,65 12,81 17,7 2,3 2,4 236,49 3 8 3

Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 222,82 0,7 20,9 234,22 / 139,18 186,54 0,9 18,0 5,44 8,19 27,2 2,3 2,5 178,94 3 9 5

Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 132,72 –2,2 –8,8 171,77 / 130,31 148,74 1,7 — 13,56 13,45 9,9 5,6 6,0 138,92 0 8 3

VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 679,21 5,7 60,7 689,73 / 282,09 466,76 20,8 56,6 11,19 15,54 43,7 1,3 1,5 659,88 7 6 1

ÖSTERREICH

Andritz 632305 / AT0000730007 77,10 5,0 15,9 78,00 / 58,50 65,88 2,9 9,5 5,27 6,02 12,8 3,7 4,0 82,83 3 1 0

BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 154,10 4,2 21,3 156,2 / 102,6 125,57 2,5 — 12,33 14,42 10,7 3,8 5,4 168,98 5 1 0

CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 15,38 1,3 –0,8 19,56 / 14,96 16,45 0,4 5,2 2,08 2,07 7,4 3,5 3,4 20,50 1 0 0

Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 101,90 6,3 1,3 111,7 / 69,80 94,33 1,5 — 9,76 10,89 9,4 4,1 4,8 111,13 6 4 1

Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 49,70 2,3 –8,3 56,00 / 48,50 52,69 2,6 12,2 2,28 2,48 20,1 3,4 3,4 54,70 1 3 0

Lenzing 852927 / AT0000644505 24,40 1,9 5,2 28,40 / 19,76 24,57 0,9 3,6 –2,00 –0,73 — 0,0 0,7 23,40 0 4 1

FOCUS MONEY 23/2026

99


moneyanalyse Internationale Aktien

LEM HOLDING

Übernahmefantasie beflügelt

Der Schweizer Hersteller von Elektronikkomponenten wie Strom- und Spannungswandler

erzielte im Geschäftsjahr ein Gewinnplus von 29 Prozent, aber weniger

Umsatz. Den Rückgang von 6,3 Prozent begründet LEM mit Währungseffekten.

Nach den Zahlen schoss die Aktie 26 Prozent nach oben, offenbar, weil das Unternehmen

zum Übernahmeziel geworden ist. Für langjährige Aktionäre ein

schwacher Trost: Ende 2021 kostete eine LEM-Aktie fast 2700 Schweizer Franken.

LEM Holding

Aktienkurs in Euro

2000

200-Tage-Linie

1500

1000

500

0

2023 2024 2025 2026

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN CH0022427626 Empfohlen am 18.03.2020 Empfehlungs-Kurs 942,00 CHF Kurs aktuell 412,50 CHF +/– in % -56,2 Neuer Stopp 340,00 CHF Kursziel 417,00 CHF

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

ÖSTERREICH

Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 82,10 5,7 –10,9 101,6 / 69,90 84,55 0,7 13,7 5,78 7,79 10,5 3,1 3,9 94,00 0 2 0

OMV 874341 / AT0000743059 62,80 0,3 32,4 64,40 / 42,80 51,63 1,2 3,9 8,21 7,23 8,7 7,2 7,6 61,09 4 4 3

Palfinger 919964 / AT0000758305 34,20 –0,7 2,1 40,20 / 29,10 35,05 1,3 5,1 3,04 3,67 9,3 3,0 3,6 44,30 4 0 0

Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 47,94 3,3 27,6 47,94 / 23,42 36,47 0,8 — 6,23 6,45 7,4 3,8 4,4 45,13 5 4 0

SBO 907391 / AT0000946652 33,40 –2,6 23,9 37,35 / 25,85 30,97 1,2 8,7 2,22 3,21 10,4 3,3 4,6 37,10 1 1 1

Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,84 –1,8 10,2 10,32 / 8,46 9,21 1,1 3,3 1,00 1,08 9,1 4,5 5,0 10,33 1 5 0

Verbund 877738 / AT0000746409 59,40 –2,5 –3,0 69,50 / 57,30 62,83 1,9 10,6 3,16 3,75 15,8 2,7 3,2 60,18 0 5 6

Voestalpine 897200 / AT0000937503 46,92 5,1 24,9 48,86 / 21,92 36,91 1,0 6,1 3,68 4,38 10,7 2,3 2,6 45,84 3 5 0

Wienerberger 852894 / AT0000831706 23,82 4,5 –21,4 33,42 / 21,96 27,43 0,9 4,8 2,09 2,72 8,8 4,2 4,5 29,71 3 2 1

WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN

Accor 860206 / FR0000120404 45,97 7,6 –3,3 50,16 / 38,08 44,41 2,9 11,1 2,23 2,66 17,3 3,2 3,6 55,29 11 2 0

Agnico-Eagle Mines 860325 / CA0084741085 153,30 –0,1 3,7 223,8 / 98,32 155,46 3,0 9,9 11,55 12,46 12,3 0,9 0,9 220,29 10 5 1

Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 53,30 10,8 –9,8 62,02 / 46,42 56,41 1,9 11,1 3,82 4,23 12,6 3,8 3,9 61,18 7 9 0

Alibaba A117ME / US01609W1027 111,80 –2,4 –11,7 163,8 / 88,50 128,09 1,8 12,6 5,80 7,88 14,2 0,9 0,8 163,67 30 2 0

Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 45,27 3,7 28,2 47,21 / 23,30 35,39 3,1 10,3 1,44 1,87 24,2 1,2 1,7 41,93 6 5 1

ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 22,00 1,5 8,9 24,13 / 15,51 20,77 1,5 — 1,53 1,58 14,0 4,7 4,8 22,28 2 6 0

ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 57,74 9,7 48,4 58,10 / 25,68 40,83 0,9 8,3 4,12 6,07 9,5 0,9 1,0 56,31 7 3 0

BAE Systems 866131 / GB0002634946 23,13 8,5 18,3 27,97 / 18,06 22,50 4,8 22,0 0,96 1,10 21,1 2,0 2,2 26,89 7 6 2

Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 107,80 –10,6 –5,1 141,6 / 71,90 107,04 1,0 10,7 6,65 7,82 13,8 0,0 0,0 153,84 23 4 0

Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 4,97 33,9 128,4 5,18 / 1,09 2,41 3,2 — –0,14 –0,13 — 0,0 0,0 2,62 2 8 1

Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,57 –1,2 18,0 0,58 / 0,45 0,50 0,5 — 0,10 0,10 5,8 5,2 5,4 0,67 10 1 0

Barclays 850403 / GB0031348658 5,28 7,8 –3,4 5,93 / 3,71 4,85 0,9 — 0,60 0,73 7,2 3,3 4,1 6,24 8 4 0

Barrick Gold Mining A417GQ / CA06849F1080 36,05 3,9 –5,8 45,63 / 16,59 33,49 2,4 6,8 3,52 3,97 9,1 1,9 2,7 44,43 11 3 1

BHP Group 850524 / AU000000BHP4 37,17 3,6 44,0 38,80 / 19,82 27,85 4,0 10,2 2,19 2,22 16,7 3,5 3,5 34,24 1 12 0

BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 10,27 –1,5 –4,1 16,07 / 9,50 11,19 2,6 5,8 0,53 0,68 15,2 0,6 1,6 13,62 19 3 0

Capgemini 869858 / FR0000125338 103,55 5,0 –27,1 153,3 / 95,12 120,61 1,4 7,2 12,85 13,86 7,5 3,3 3,6 148,99 10 5 0

China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 3,20 –0,4 4,5 3,80 / 1,73 2,97 1,1 — 0,50 0,57 5,6 3,4 3,7 3,95 10 1 1

CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 7,78 –1,3 34,7 8,00 / 4,86 6,35 0,5 4,5 0,72 0,73 10,7 3,7 3,7 8,39 4 1 0

CSL 890952 / AU000000CSL8 58,99 0,5 –39,9 153,06 / 58,70 99,11 2,0 9,3 5,44 5,66 10,4 4,2 4,3 90,91 5 8 0

Diageo 851247 / GB0002374006 18,63 3,9 2,4 24,70 / 15,70 19,59 3,7 11,4 1,38 1,39 13,4 2,5 2,6 22,52 11 8 1

Engie A0ER6Q / FR0010208488 27,22 1,2 21,9 29,85 / 17,35 23,23 1,8 6,2 1,96 2,09 13,0 5,1 5,3 30,53 10 4 0

Equinor ASA 675213 / NO0010096985 32,82 –3,7 63,8 37,77 / 18,93 24,48 2,0 3,6 4,24 3,36 9,8 4,1 4,3 32,80 2 15 3

Ericsson B 850001 / SE0000108656 11,60 5,5 39,0 11,65 / 6,22 8,64 3,8 15,7 0,60 0,66 17,5 2,5 2,6 9,11 2 11 3

Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 62,88 5,8 1,3 73,92 / 55,74 63,43 2,3 8,7 3,99 4,65 13,5 1,2 1,4 71,10 4 6 1

Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 197,45 2,8 11,4 248,8 / 131,8 189,97 4,8 19,6 7,97 8,61 22,9 0,8 0,8 255,89 8 3 0

Galp Energia A0LB24 / PTGAL0AM0009 18,75 –3,4 31,5 22,34 / 13,57 17,45 2,7 5,2 1,92 1,77 10,6 3,6 3,7 22,22 5 8 0

Generali 850312 / IT0000062072 38,74 4,3 9,0 39,45 / 29,50 34,67 1,7 — 3,16 3,42 11,3 4,7 5,1 38,69 7 6 0

Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 6,76 2,3 45,3 6,88 / 3,16 4,97 2,2 7,5 0,49 0,48 14,2 2,6 2,3 6,98 10 5 0

100 FOCUS MONEY 23/2026


JP MORGAN

Startet deutsches Banking

Konkurrenz belebt das Geschäft – auch im Bankensektor. Seit dem 20. Mai kommt

diese direkt aus den USA. Die Großbank JP Morgan hat ihre Direktbank Chase in

Deutschland gestartet. Und sie geht damit sofort auf Kundenfang: Sparer erhalten in

den ersten vier Monaten üppige vier Prozent Zinsen auf ihr Tagesgeld. Bis Ende

2028 will Chase ein breites Produktangebot aufbauen, das neben Girokonten auch

Investment- und Kreditprodukte umfasst.

JP Morgan Chase & Co.

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

260

220

180

140

100

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN US46625H1005 Empfohlen am 29.08.2025 Empfehlungs-Kurs 257,95 € Kurs aktuell 264,95 € +/– in % +2,71 Neuer Stopp 225,00 € Kursziel 297,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 26 Gewinn 27 KGV 27 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.25 52 Wochen Linie 26 26 je Aktie je Aktie Rendite 26 Rendite 27 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Heineken A0CA0G / NL0000009165 68,96 3,5 –0,1 80,76 / 64,22 68,84 2,0 8,0 5,24 5,64 12,2 2,9 3,1 86,11 12 8 0

Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 14,89 3,9 –13,0 18,04 / 11,36 15,67 5,9 10,7 0,75 0,81 18,3 4,5 4,8 14,70 2 12 6

Honda Motor 853226 / JP3854600008 7,52 2,9 –8,8 9,80 / 6,70 8,37 0,5 7,4 0,62 — 1,14 — 6,6 — 5,0 5,4 8,22 5 9 0

ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,76 ±0,0 9,2 0,80 / 0,61 0,69 0,5 — 0,13 0,14 5,6 5,3 5,5 0,90 9 1 0

Kering 851223 / FR0000121485 246,25 2,5 –18,1 350,9 / 171,0 271,65 2,0 7,3 6,58 9,92 24,8 1,5 2,1 284,52 3 17 1

Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 50,60 –2,3 –15,9 64,16 / 49,93 57,49 8,8 17,6 2,22 2,48 20,4 3,9 4,2 61,67 6 10 2

Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 445,20 1,1 23,3 449,6 / 332,4 397,93 6,1 21,5 15,37 16,83 26,5 1,2 1,3 465,44 17 5 1

MTN Group 897024 / ZAE000042164 10,60 2,9 27,7 11,10 / 5,80 8,61 2,2 4,6 0,91 1,18 9,0 2,8 3,8 11,68 4 2 1

Naspers A41H7X / ZAE000351946 44,80 3,2 –20,7 65,33 / 42,40 53,20 1,4 22,4 5,17 6,14 7,3 0,6 0,8 72,06 6 0 0

NEL A0B733 / NO0010081235 0,33 8,5 75,6 0,37 / 0,17 0,21 1,6 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,20 0 6 7

Nintendo 864009 / JP3756600007 38,40 –1,3 –33,1 85,00 / 36,84 60,71 2,7 24,0 2,20 — 2,66 — 14,4 — 2,9 3,4 58,02 16 7 1

Nokia 870737 / FI0009000681 13,66 15,7 144,4 13,77 / 3,48 6,21 3,5 30,6 0,34 0,39 34,9 1,1 1,2 9,37 8 6 3

Northern Star R. A0BLDY / AU000000NST8 12,05 –1,9 –19,7 19,29 / 8,72 13,87 1,8 9,2 0,76 1,35 9,0 2,7 3,8 16,85 9 4 1

Orange 906849 / FR0000133308 18,06 –1,0 27,6 18,80 / 12,45 15,42 1,5 4,7 1,03 1,18 15,3 4,4 4,5 18,44 6 8 0

Panasonic Hold. 853666 / JP3866800000 19,70 7,3 80,7 19,70 / 8,15 12,08 1,6 11,2 1,05 — 1,25 — 15,8 — 1,7 1,9 17,36 9 3 1

Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 64,74 4,8 –11,4 107,0 / 60,24 78,53 1,1 9,1 5,76 5,89 11,0 7,2 6,7 87,03 6 10 0

Philips Elec. 940602 / NL0000009538 23,44 8,3 1,5 27,87 / 19,22 24,06 2,0 10,7 1,53 1,71 13,7 3,6 3,8 28,00 5 11 0

Prudential 852069 / GB0007099541 13,06 –0,3 –1,8 14,30 / 10,00 12,49 1,8 — 1,01 1,14 11,5 2,0 2,2 16,33 8 1 0

Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 49,50 3,1 –16,4 60,60 / 47,10 53,87 1,6 — 3,37 3,68 13,5 0,2 0,2 72,95 1 0 0

Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 4360,00 13,0 147,7 4360 / 882,0 2113,75 — — 545,66 651,57 6,7 1,0 1,6 4557,35 3 0 0

Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 2,54 –4,5 –20,6 4,50 / 1,27 2,70 2,1 2,9 0,63 0,65 3,9 10,2 11,4 3,43 2 5 0

Softbank 891624 / JP3436100006 40,70 34,2 66,2 42,86 / 11,12 25,76 2,2 30,2 0,51 — 0,51 — 79,8 — 0,1 0,1 34,82 11 3 1

Sony 853687 / JP3435000009 19,40 0,4 –13,0 26,32 / 16,50 21,40 2,3 10,8 1,13 — 1,22 — 15,9 — 0,8 0,9 25,31 17 2 0

Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 6,70 5,1 –28,6 10,47 / 5,30 7,90 0,3 2,0 0,86 1,58 4,3 0,0 5,3 7,87 5 15 1

Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 354,00 4,1 38,6 360,0 / 166,0 272,96 9,0 19,9 13,41 16,77 21,1 1,0 1,2 402,04 12 2 0

Telefónica 850775 / ES0178430E18 4,03 0,2 16,1 4,89 / 3,25 3,93 1,5 2,6 0,34 0,39 10,2 3,7 4,3 4,00 2 13 3

Telia Comp. 938475 / SE0000667925 4,63 4,5 28,5 4,68 / 2,92 3,75 3,7 7,7 0,22 0,24 19,5 4,3 4,6 4,15 2 11 2

Tencent A1138D / KYG875721634 48,08 –2,5 –25,8 74,99 / 47,88 63,22 2,5 10,3 3,81 4,18 11,5 1,4 1,6 77,35 35 2 1

Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 9,06 5,3 –21,1 14,25 / 8,26 11,08 4,2 10,8 0,34 0,63 14,4 2,2 4,5 12,37 6 1 0

Toyota 853510 / JP3633400001 16,38 0,8 –9,4 21,35 / 14,21 17,67 0,9 6,6 1,83 — 2,01 — 8,1 — 3,4 3,9 20,66 9 5 0

Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 5,42 2,3 –16,8 10,39 / 3,67 6,36 0,6 5,1 –1,21 –0,13 — 0,0 0,0 5,51 3 7 4

Umicore A2H5A3 / BE0974320526 26,00 8,1 44,7 26,60 / 9,28 17,15 2,5 11,1 1,59 1,67 15,5 2,0 2,1 22,92 7 5 1

Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 25,48 –3,9 9,4 27,12 / 12,55 21,21 5,5 10,3 1,14 1,44 17,6 0,8 1,1 25,30 11 9 1

Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 1,27 –1,1 12,8 1,41 / 0,85 1,15 0,7 2,9 0,09 0,12 10,6 3,8 3,9 1,23 3 6 2

Volvo B 855689 / SE0000115446 29,62 3,5 9,1 33,38 / 22,46 27,57 3,3 11,1 1,99 2,30 12,9 4,9 5,7 31,43 8 9 1

Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 111,20 –1,2 7,9 144,85 / 73,76 103,88 5,4 18,7 4,68 5,11 21,7 0,6 0,7 160,86 11 0 0

Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 18,90 –3,1 43,4 21,61 / 12,20 15,70 1,1 5,2 1,66 1,66 11,4 7,1 7,0 20,80 0 6 2

Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 3,89 3,2 3,7 5,09 / 1,92 3,76 3,3 7,5 0,35 0,41 9,5 3,4 3,4 5,67 12 0 0

FOCUS MONEY 23/2026

101


moneyanalyse ETFs

BNP PARIBAS EASY MSCI WORLD EX USA ETF

Klumpenrisiken vermeiden

Sie haben ein zu großes US-Aktienpaket in Ihrem Anlagedepot aufgebaut und

fürchten sich vor einem teuren Klumpenrisiko? Verständlich. Mit einer Beimischung

des BNP Paribas Easy MSCI World ex USA ETF können Sie der Konzentration

entgegenwirken. Der neu aufgelegte ETF von BNP Paribas ermöglicht

ein breit diversifiziertes Investment in entwickelte Aktienmärkte weltweit unter

Ausschluss von US-Titeln. Den ETF gibt es als Euro- und als Dollar-Tranche.

MSCI World ex USA

Kursindex in Punkten

200-Tage-Linie

2023 2024 2025 2026

3000

2600

2200

1800

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN Euro/Dollar-Tranche LU3256186639 / LU3215527659 Anbieter BNP Paribas Referenz-Index MSCI World ex USA Index Ertragsverwendung thesaurierend Kosten p.a. 0,07 %

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

LÄNDER

iShares Core DAX 593393 0,16 T 208,45 4,9 15,9 9,8

Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 235,90 4,9 16,0 9,8

Deka DAX ETFL06 0,15 A 94,49 4,9 15,9 9,7

iShares TecDAX 593397 0,51 T 35,55 5,3 7,3 2,9

Amundi TecDAX ETF ETF908 0,42 A 29,08 5,8 7,5 3,1

Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 154,14 6,6 6,0 –0,4

Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 54,04 6,8 6,0 –0,5

Xtrackers ATX DBX0KJ 0,25 T 127,82 42,7 30,5 16,6

Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,30 A 155,88 15,7 9,5 9,0

Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 122,75 26,5 19,5 14,8

iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 696,06 26,5 19,5 14,8

Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 628,40 37,4 24,8 18,3

Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,03 T 190,47 26,1 19,6 14,4

Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,30 T 369,00 38,7 15,8 7,3

UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 43,89 29,4 19,1 15,5

UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 246,30 21,9 16,5 12,1

Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 53,33 20,3 15,6 12,3

iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 249,20 20,5 15,5 12,4

Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 85,12 8,3 7,2 8,3

Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 143,62 4,8 7,1 8,1

Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,09 A 36,66 53,9 20,6 12,1

iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 68,73 29,0 16,1 10,1

Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,10 A 43,93 29,2 16,2 10,3

Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,45 A 210,75 27,5 15,6 9,9

Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 16,00 3,8 7,7 –4,2

Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 18,78 39,7 12,1 2,9

iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 5,45 35,0 8,4 0,1

Amundi MSCI India II LYX0BA 0,83 T 24,83 –15,0 2,6 4,8

REGIONEN

Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 134,88 24,8 18,1 13,1

Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,19 A 158,38 26,6 18,2 12,4

SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 276,70 27,0 18,3 12,5

iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 8,87 30,0 15,3 8,3

UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 172,68 16,7 14,5 10,5

Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 158,88 16,1 15,2 11,7

iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 62,43 16,3 15,3 11,9

iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 63,51 17,6 14,2 10,3

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,09 A 67,43 18,4 16,0 11,0

Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 447,35 19,9 13,6 6,8

Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 116,46 17,4 14,0 10,6

iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 39,33 17,2 14,0 10,6

Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,30 T 74,09 14,9 12,8 4,8

iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 10,72 16,7 14,0 10,1

iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 75,20 5,6 7,0 5,7

Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 58,27 51,5 22,0 8,9

Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 81,13 46,4 20,2 8,5

iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 — T 47,86 44,6 19,8 8,9

iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 9,66 37,6 14,7 5,8

Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 20,86 38,5 12,8 11,9

THEMEN

iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 17,91 42,9 18,8 12,1

iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 111,44 35,2 23,5 17,2

iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 11,23 78,6 5,6 2,0

iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,25 –2,5 11,3 1,5

VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 85,27 70,5 39,8 19,6

Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 48,67 10,7 3,2 5,5

iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 7,55 17,8 2,9 –1,4

Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 1155,20 46,1 28,0 21,4

iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 43,16 48,0 30,2 24,7

Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,59 A 47,09 80,1 10,4 4,1

VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 50,30 –12,8 16,5 7,6

Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,59 A 67,43 0,3 8,5 6,2

BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 22,34 20,8 11,3 9,9

BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 289,50 9,5 8,0 6,9

VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 55,28 17,9 40,8 —

STRATEGIEN

iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 38,39 31,2 19,3 11,1

SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 71,43 12,4 7,8 7,2

SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 29,42 9,9 14,5 8,8

Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 43,00 0,7 7,1 6,6

iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 100,46 30,1 25,3 14,3

iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 67,93 58,0 26,1 17,1

VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 53,09 7,1 5,5 4,3

Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,54 T 154,18 –0,1 8,5 —

Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 353,90 18,7 11,9 6,0

102 FOCUS MONEY 23/2026


Zertifikate

INDEXZERTIFIKAT AUF DEN NASDAQ-100-INDEX

Weiterer Anstieg möglich

Die amerikanische Tech-Landschaft blüht und gedeiht. Die bedeutendsten Unternehmen

dieser Branchen sind im Nasdaq-100-Index vertreten. Dieser legte in den vergangenen

zwölf Monaten um 35 Prozent zu und scheint weiterhin zulegen zu wollen.

Anleger, die auf einen Anstieg des Börsenbarometers setzen, könnten ein Indexzertifikat

auf den Nasdaq 100 erwerben. Das Papier ist nicht währungsgesichert. Anleger

sollten auf das Emittentenrisiko sowie auf einen Stoppkurs achten.

Nasdaq-100

Kursindex in Tsd. Punkten

200-Tage-Linie

2021 22 23 24 25 2026

8000

700

60

0

Quelle: Factset UK Limited 2026

ISIN DE0006985153 Emittent DZ Bank Laufzeit endlos Kurs aktuell 251,98 € 1-Jahres-Performance 35,28 % Stoppkurs 220.00 €

Stand: 21.05.2026

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

THEMENZERTIFIKATE

3D Printing (UBS) UBS13D 123,03 24,0 38,8 43,6 Open End

5G Technology (VON) VA9H37 273,67 26,4 37,8 57,4 Open End

Aqua Index (VON) VF55L2 193,53 –5,7 –1,0 4,4 Open End

Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 430,44 5,8 –0,1 6,6 Open End

Battery Energy Storage (VON) VL53BE 204,98 9,3 33,4 121,4 Open End

Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 27,28 –2,1 20,9 28,6 Open End

Belt and Road (VON) VF5Y6S 159,65 13,5 21,4 53,5 Open End

Best Age (HVB) HV3AGE 28,97 –5,6 –4,9 6,3 Open End

Bitcoin (VON) VQ63TC 534,50 16,8 –17,6 –33,7 Open End

Blockchain Technology (VON) VL9NBT 266,86 11,9 6,7 24,6 Open End

BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 20,30 –13,9 –25,4 –13,2 Open End

China Dragons 7 (SOG) SY59KE 13,37 –6,0 –11,4 –12,7 Open End

China Internet (VON) VP6CJ5 76,19 –7,4 –17,3 –9,2 Open End

Circular World (VON) VE85VQ 170,93 –2,0 0,6 11,1 Open End

Cyber Security (VON) VS5ZCS 521,67 47,8 16,3 7,7 Open End

Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 26,21 –10,6 7,2 13,1 Open End

Digital Marketplaces (VON) VN19ER 254,47 3,0 –11,5 –16,4 Open End

EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 42,99 0,0 –10,1 –0,5 Open End

Erix (SOG) SG1ERX 201,60 21,6 43,7 94,0 Open End

ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 88,67 –8,0 –3,5 –2,0 Open End

Ethereum (DZ) DW541J 12,90 1,9 –33,1 — Open End

Gene Therapy (VON) VA3BPR 98,51 –4,8 –3,7 14,7 Open End

German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 62,35 48,9 76,5 62,1 Open End

Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 175,63 –2,4 2,6 6,9 Open End

Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 285,21 20,4 43,0 82,4 Open End

Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 423,54 3,9 31,9 77,4 Open End

Green Invest (ERG) EB013Z 18,43 3,1 6,6 9,4 Open End

Home Office Technology (VON) VP796R 195,36 28,5 18,1 28,6 Open End

Impact for Good (VON) VA9QNW 147,17 –1,8 –5,2 –1,9 Open End

Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 448,65 11,5 36,4 58,9 Open End

Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 329,98 25,4 20,1 38,2 Open End

Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 252,74 –12,6 –10,3 3,5 Open End

NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 641,47 4,6 1,0 30,5 Open End

Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 390,50 –7,8 34,0 65,4 Open End

SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 16,32 14,3 36,6 58,4 Open End

Smart Farming (VON) VA8HXD 123,46 –7,9 –0,4 –3,8 Open End

Smart Grid (VON) VT0DSG 662,67 20,2 43,8 81,3 Open End

Smart Mobility (SOG) SH9YES 81,20 10,6 18,1 — Open End

Social Media Titans (VON) VZ6ASM 281,96 –3,9 –15,5 6,0 Open End

Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 44,73 5,3 17,7 21,8 Open End

Uranium Mining (SOG) SH02Q8 13,92 –25,1 9,7 36,9 Open End

STRATEGIEZERTIFIKATE

CROCI Euro (DB) DB091Z 403,23 –3,5 3,8 6,1 Open End

CROCI Germany (DB) DB0WKS 384,06 –0,8 10,7 13,6 Open End

DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 73,10 3,3 12,4 6,9 Open End

DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 175,22 –7,8 4,1 1,5 Open End

DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 83,14 –10,4 –0,2 –7,6 Open End

DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 136,53 0,4 6,5 6,2 Open End

Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 129,19 –2,6 10,1 8,1 Open End

Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 276,44 –1,4 16,5 38,7 Open End

Europ. Buyback (SG) A12V1Y 30,80 3,5 4,1 15,1 Open End

Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 159,21 –0,4 9,2 5,9 Open End

European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 2177,16 2,5 13,4 12,6 Open End

Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 299,37 0,9 0,0 15,3 Open End

Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 552,63 5,9 17,9 21,5 Open End

Krypto Portfolio Basket (VON) VE5CRY 383,09 –5,8 –26,2 –26,5 Open End

Swiss Research Basket (VON) VL4JU8 252,24 –3,3 3,7 1,8 Open End

Value Investoren (UBS) UBS1SV 493,86 0,8 4,6 16,9 Open End

REGIONENZERTIFIKATE

Baix (HVB) HVB4BY 157,03 6,4 17,4 16,5 Open End

CECExt (RBI) RCB3R3 23,82 4,6 20,4 41,4 Open End

Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 157,16 4,4 13,5 16,2 Open End

ROHSTOFFZERTIFIKATE

Bloomberg Const.M.Com. (UBS) UW5P67 161,67 15,6 28,3 — Open End

Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 137,16 5,2 23,7 35,2 Open End

Brent Oil (SOG) CU0L1S 120,37 39,6 51,8 51,8 Open End

CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 82,98 6,2 –7,8 2,9 Open End

Gold Quanto (DB) DB0SEX 374,17 –16,5 7,7 36,8 Open End

Kupfer-Future (SOG) SH755F 11,47 7,1 22,3 — Open End

Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 71,15 67,5 86,6 89,4 Open End

Silber Quanto (HVB) HV2XAG 64,85 –17,3 50,1 171,7 Open End

EMITTENTEN: BNP BNP Paribas

DB Deutsche Bank

DZ Bank

ERG Erste Group

GS Goldman Sachs

HVB HypoVereinsbank

LEO Leonteq

MS Morgan Stanley

RBI Raiffeisen Bank International

SOG Société Générale

UBS UBS

VON Vontobel

FOCUS MONEY 23/2026

103


moneyanalyse Top-Fonds

Die besten Aktienfonds

Der JPM Genetic Therapies setzt auf medizinische Durchbrüche, der DNB Disruptive Opportunities investiert in den technologischen

Wandel rund um KI, und der Polar Capital Global Technology fokussiert sich auf Tech-Leader aus Software, Halbleitern und Cloud

Wenn Gene Geld bewegen

Der JPM Thematics – Genetic Therapies A acc investiert in Unternehmen aus der Gentherapie- und Biotech-Branche. Der

Fonds ist gut gelaufen und profitiert dabei vor allem vom starken Zukunftstrend der Biotechnologie: Fortschritte bei Gen- und

Zelltherapien, steigende Nachfrage wegen Krankheiten und eine hohe Zahl an Forschungsdurchbrüchen.

TOPS

FLOPS

Aktien Gesundheit ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

JPM Them. Genetic Therapies A acc $ LU2050612402 33,8

Franklin Genomic Advanc. A acc $ LU2387456838 27,5

Janus Global Life Sciences A2 $ IE0009355771 26,3

Pictet Longevity P € LU0255978776 – 22,3

MIV Global MedTech P2 € LU0329630130 – 21,1

Bellevue Medtech & Services B € LU0415391431 – 20,7

JPM Them. Genetic Therapies A

Kursentwicklung über

1 Jahr in Euro

26.5.2025 1.1.2026

26.5.

100

90

80

70

Die Zukunft im Depot

Der DNB Disruptive Opportunities A setzt auf weltweite Unternehmen, die den technologischen Wandel nicht nur begleiten,

sondern aktiv vorantreiben – von Künstlicher Intelligenz über Digitalisierung bis hin zu neuen Plattform-Ökosystemen. Zu den

größten Positionen zählen dabei globale Tech-Schwergewichte wie Alphabet, Tesla und Nvidia.

TOPS

Aktien Welt ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

DNB Disruptive Opportunities A € LU2061961145 66,9

BIT Global Leaders R - I DE000A2QDRW2 64,0

High Conviction Fund R DE000A2PE1A8 63,0

DNB Disruptive Opportunities A

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

280

240

FLOPS

Morgan St. Global Brands A $ LU0119620416 – 17,5

Global Quality Top 15 € R DE000A2PF086 – 17,4

GuardCap Global Equity S € Acc IE00BYQ67K80 – 14,5

200

160

26.5.2025 1.1.2026

26.5.

Halbleiter und KI beflügeln den Fonds

Der Polar Global Technology Fund zählt in den vergangenen zwölf Monaten zu den stärkeren Technologiefonds. Rückenwind

kam vor allem vom Boom rund um Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Halbleiterwerte. Vor allem große US-Techkonzerne

profitierten von hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.

TOPS

FLOPS

Aktien Tech ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

Polar Glo Technology € IE00B18TKG14 123,3

CT (L) Gl Technology AU $ acc LU0444971666 89,7

BGF Next Generation Technology A2 $ LU1861215975 85,0

AXA WF Digital Economy A Cap $ LU1694771590 – 11,1

Amundi Internetaktien DE0009785303 4,3

TEQ Small & Mid Cap Technologies R DE000DNA10M6 9,2

Polar Global Technology

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

260

220

180

140

100

26.5.2025 1.1.2026

26.5.

Daten: FVBS professional; Charts Factset UK Limited 2026

104 FOCUS MONEY 23/2026


Kryptowährungen / Kalender

Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden

Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten wichtige Entwicklungen auf

dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Christopher Bendiksen, Bitcoin Research Leade bei Coinshares

Keine Angst vor Quantencomputern

Der Tech-Investor Frank Thelen zeichnet derzeit das Bild eines plötzlichen

Bitcoin-Zusammenbruchs, ausgelöst durch Quantencomputer. Drei

Gründe lassen jedoch einen anderen Schluss zu. Erstens sind die meisten

Bitcoin-Adressen so konstruiert, dass der öffentliche Schlüssel nicht sichtbar

ist. Selbst wenn Quantencomputer eines Tages einzelne Schlüssel lesen

könnten, müssten sie dies innerhalb des winzigen Zeitfensters von

rund zehn Minuten schaffen, in dem eine Transaktion im Netzwerk aussteht.

Das erscheint auf lange Sicht eher unrealistisch.

Zweitens ist nur ein kleiner Teil des Bitcoin-Angebots tatsächlich gefährdet

(vor allem alte Pay-to-Public-Key-Adressen). Dies betrifft aber lediglich

etwa acht Prozent aller Coins, von denen wiederum nur ein kleiner Teil groß

genug wäre, um den Markt kurzfristig zu beeinflussen. Selbst unter extrem

optimistischen Annahmen über den Quantenfortschritt würde ein Angreifer

für die Bearbeitung des Rests viele Jahrzehnte benötigen. Drittens ist Bitcoin

anpassungsfähig. Über einen „Soft Fork“ könnten quantenresistente

Signaturen und neue Adresstypen eingeführt werden, in die die Nutzer ihre

Bestände nach und nach migrieren könnten. Bitcoin ist daher kein Opfer der

Quantentechnologie, sondern ein System, das einer langfristigen technischen

Herausforderung gegenübersteht, die jedoch lösbar sein dürfte.

Geringes Gefährdungspotenzial

Durch Quantencomputer bedrohte Bitcoin

Anteile in Prozent des Angebots

kurzfristig

marktrelevant

Top-5 Kryptowährungen

1)

1

Marktkapital.

in Mrd. Euro

7

92

langfristig

gefährdet

nicht

unmittelbar bedroht

Wertentwicklung 2)

1 Monat 3 Monate 1 Jahr

1 Bitcoin 1328 –1,9% 17,8 % –30,2%

2 Ethereum 219 –10,1% 10,8 % –18,6%

3 XRP 72 –6,3% 10,0 % –42,8%

4 Solana 42 –2,7% 2,9 % –52,6%

5 Tron 31 15,2 % 30,2 % 36,9 %

Stand: 26.05.26; 1) ohne Stable-, Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis

Quelle: Coinshares

Quelle: Coinshares

Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche

1.06.2026 USA 2.06.2026 EUROZONE

Stimmung bei den Firmen

Den Einkaufsmanagern in Unternehmen

kommt eine besondere Rolle zu, wenn es darum

geht, die Stimmungslage in der Volkswirtschaft

einzuschätzen. Sie entscheiden über

Bestellungen und Lagerhaltung – entsprechend

ihrer positiven oder negativen Einschätzung

der Auftragslage.

Heute werden gleich mehrere entsprechende

Indikatoren des Institute for Supply Management

(ISM) veröffentlicht. Dazu gehören der

ISM-Index zur Produktion zu bezahlten Preisen

und das ISM-Barometer zur Beschäftigung im

verarbeitenden Gewerbe. Darüber hinaus werden

der für zukünftige Geschäfte sehr wichtige

Indikator für die Auftragseingänge im verarbeitenden

Gewerbe sowie der Stimmungsindex

der Einkaufsmanager vorgestellt.

Daten zur Inflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet

sich derzeit in einer schwierigen Lage. Die Inflation

zog im April nach 2,6 Prozent im Vormonat

auf 3,0 Prozent an. Beides liegt klar

über dem Zielwert von 2,0 Prozent. Das würde

Zinserhöhungen nahelegen. Gleichzeitig

lahmt die Wirtschaft im Euroraum, was eher für

eine Lockerung spricht.

An diesem Tag werden mehrere Daten zur

Preisentwicklung, die maßgeblich von den hohen

Energiepreisen geprägt ist, publiziert. So

wird der harmonisierte Verbraucherpreisindex

im Jahres- und im Monatsvergleich bekannt gegeben.

Zudem veröffentlicht die Statistikbehörde

Eurostat für die gleichen Zeiträume die Kerninflationsrate,

bei der die volatilen Nahrungs- und

Energiepreise herausgerechnet werden.

Teurer Einkauf:

Die Euro-Inflationsrate

liegt derzeit deutlich über

dem Ziel der EZB

Was noch passiert: +++ Zur jährlichen Hauptversammlung laden Basler, DWS, Friedrich Vorwerk und

Humana +++ Dividenden gibt es bei Technotrans, Tyson Foods sowie der Cewe Stiftung +++ Ergebnisse für

das erste Jahresviertel werden von Dollar General, Broadcom und 7C Solarparken veröffentlicht +++

FOCUS MONEY 23/2026

Fotos: Adobe Stock 105


moneyinside

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Nebenwerte

Börsenbrief und Ex-

Wertpapierhändler

D

z

b

T

ANDIS BÖRSEN-BAROMETER

„Vergessene Lektionen“ für Anleger

Auch wenn man schon länger am Kapitalmarkt

unterwegs ist, lohnt es, sich

von Zeit zu Zeit die grundsätzlichen Renditefaktoren

von Investments zu vergegenwärtigen.

Viele fundamentale Regeln

oder Zusammenhänge sind einem zwar

schon oft begegnet und eigentlich präsent,

aber die Details oder Veränderungen

im Zeitablauf gehen oft unter.

Ein gutes Beispiel ist die bekannte

Empfehlung „Sell in May and go away“,

also zum Start des Wonnemonats alle Aktien

zu verkaufen. Wie wir in der FOCUS-

MONEY-Ausgabe vom 30. April geschrieben

hatten, wurde die Regel schon Ende

des 18. Jahrhunderts populär, als im Mai

die Sommerpause des englischen Hochadels

begann. Die Aristokraten verkauften

ihre Wertpapiere und fuhren auf ihre

Landsitze. Nach ihrer Rückkehr kauften

sie wieder, die Kurse stiegen. Dieser Effekt

hat sich immer weiter abgeschwächt

und der Ausstieg im Mai hätte in der

zurückliegenden Dekade sogar Rendite

gekostet.

Die schottische Fondsgesellschaft

Aberdeen hat nun eine Zusammenstellung

von fünf „vergessenen Lektionen“

vorgelegt. Auch dort wird dargelegt,

dass das strikte Handeln nach Saisonmustern

Erträge kostet, weil man dadurch

oft besonders starke Börsentage

verpasst. Vergessene Lektion Nummer

eins: „Langfristig investiert zu bleiben,

war in der Regel wichtiger, als auf Gewissheit

zu warten.“

Lektion zwei: Anleger würdenzwar wissen,

dass Zinsen und Dividenden ein

zentraler Bestandteil der Gesamtrendite

sind, dies in der Praxis aber zu wenig umsetzen.

Den meisten sei zwar klar, dass

sie ihre Risiken streuen müssen. Aber

wenn gerade Aktiengruppen wie derzeit

Quantencomputer- oder Chipaktien

haussieren, würde das oft übergangen:

„Diversifizierung ist am wichtigsten, wenn

ein Teil des Marktes als unaufhaltsam erscheint“,

so die Experten.

Oft käme es auch vor, dass Investoren

veränderte Marktreaktionen aufgrund

von Inflation ignorieren. So seien im

Hochinflationsjahr 2022 gleichzeitig Aktien

und Anleihen gefallen. Die letzte vergessene

Lektion: Sichere Häfen verhalten

sich nicht immer gleich. „Defensiv“

bedeutet nicht „risikofrei“. Es braucht

eine Mischung defensiver Anlagen, nicht

nur eine einzige Absicherung.

DAS GELD-GESPRÄCH

„Im Alltag wie an der Börse

gilt: Impulskäufe vermeiden“

von JOHANNES BAUER

Geld ist für Sie…

Gebundene Lebensenergie – weshalb

Geld immer emotional aufgeladen ist.

Umso mehr müssen wir uns zu rationalen

Entscheidung zwingen.

CHRISTIAN RÖHL,

Chefökonom beim

Neobroker Scalable,

Finfluencer, Podcaster

bleiben und dadurch bleibenden Wert

haben.

Was kann man mit Geld nicht kaufen?

Familienglück und Freundschaft – weshalb

man beides innig pflegen sollte.

Was ist für Sie Geiz?

Im Restaurant Appetit auf Steak und

Wein haben, aber nur Salat und Wasser

bestellen – da kann man gleich zuhause

bleiben.

Was war Ihr letzter Fehlkauf?

Ein grünes Patchwork-Sakko, bei dem

ich noch immer noch weiß: Zu was soll

ich das anziehen?

Und was Ihr bestes Investment?

Reisen, Restaurants, Konzerte,

Stadionbesuche: Erlebnisse und

Erinnerungen, die ewig im Kopf

Wir schenken Ihnen 1000 Euro, was

kaufen Sie sich davon?

Für 130 Euro den Lego-WM-Pokal – und

für den Rest einen MSCI AC World ETF.

Welchen Spartipp sollte jeder kennen?

Nicht mit leerem Magen einkaufen. Will

heißen: Impulskäufe vermeiden. Im

Alltag genauso wie an der Börse.

106 FOCUS MONEY 23/2026


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