LE-3-2026-Journal T&L
LE-3-2026-Journal Transport & Logistik
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LOGISTIK EXPRESS JOURNAL 3/2026
TRANSPORT & LOGISTIK
Zukunft aktiv gestalten:
Innovation, Standort & Logistik
LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S2
Journal T&L 3/26
04 Eine Ära geht zu Ende
06 Siemens startet Zukunftsoffensive in Fürstenfeld
10 Mit besserer Koordination zum Ziel
16 Kombiverkehr: 2025 Nachfragerückgang
18 Hafen Wien: Drehscheibe Binnenschifffahrt
20 Schwimmendes Schweizermesser
24 VNL: Im Netzwerk erfolgreicher
30 Gewerbediesel muss Spritpreisbremse folgen
32 VNL zeichnet herausragende Logistikprojekte aus
34 Umfrage: Transportmarkt im Wandel
38 Zolldaten als Schlüsselressource
40 Vom Ein-Mann-Unternehmen zum Logistikspezialisten
42 Seifert Logistics Group feiert 10 Jahre Standort Leipzig
44 75 Jahre Alfred Schuon Group
46 cargo-partner feiert 20 Jahre in Graz
48 20-jähriges Jubiläum von Jörn Peter Struck
50 System Alliance Europe auf Wachstumskurs
52 NOSTA übernimmt Transportabwicklung für Panasonic
54 Lagermax Logistics übernimmt Spedition Keimelmayr
56 Hödlmayr übernimmt Nutzfahrzeugsparte Gartner KG
58 Wachsende Nachfrage und Nearshoring-Trends
60 Logistikmarkt: Flächenumsatz und Fertigstellungen sinken
62 Fuhrparkdaten sind der Schlüssel zur nachhaltigen Flotte
64 Whitepaper: PTV-Tourenoptimierung Stückgutlogistik
66 Smartphones bewegen jeden achten Euro
68 MAN reduziert Treibhausgas-Ausstoß seiner Werke
70 E-LKW: Ja, aber lohnt sich das?
72 Älteste Brauerei der Welt eröffnet neue Logistikladelösung
74 Fiege eröffnet Ladepark für E-Lkw in Oftringen
76 Niceshops & Schauperl vollelektrische Verkehrsverbindung
78 SMATRICS und eTrucker bündeln Kräfte
80 Burtenbach: SOS gegen unrealistische VECTO-Vorgaben
82 BSK-Fachforum 2026: Lösungen für Schwerlastverkehr
84 Lübecker Hafen & Hafen Tallinn Zusammenarbeit
86 Nordseehäfen Containerfreigabe vollständig digitalisiert
88 Lufthansa Cargo startet planmäßig Luftfracht-Hubs
90 Logistikdienstleister mietet im Segro Park Dortmund
92 Bauarbeiten für den Garbe Industrial Park Soest starten
94 REALOGIS vermittelt Logistikfläche im Prologis Park
LE 3/2026
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S4
Eine Ära geht zu Ende
Nach fast fünf Jahrzehnten an der Spitze eines
der weltweit führenden Mobilitäts-Technologieunternehmen
steht bei AVL in Graz ein
bedeutender Wechsel an: Helmut List übergibt
die Geschäftsführung an Lukas Walter.
Nach fast fünf Jahrzehnten prägender
Führung steht bei AVL in Graz
ein bedeutender Wechsel an: Helmut
List, der das Unternehmen seit
1979 maßgeblich geprägt hat, übergibt die
Geschäftsführung an Lukas Walter. Mit Ende
Mai wechselt List in den Aufsichtsrat, wo er als
Vorsitzender weiterhin wichtige Impulse für die
Zukunft des weltweit führenden Mobilitäts-
Technologieunternehmens geben wird.
Helmut List – Visionär und Wegbereiter einer
Mobilitätsrevolution
Helmut List begann seine Karriere 1966 bei
AVL, das 1948 von seinem Vater Hans List
gegründet wurde. Unter seiner Leitung entwickelte
sich AVL zu einem global anerkannten
Player in der Entwicklung komplexer
Antriebssysteme und nachhaltiger Mobilitätslösungen.
List war nicht nur Geschäftsführer,
sondern auch Visionär mit einem starken
Fokus auf internationale Vernetzung, technologische
Innovation und die konsequente
Ausrichtung auf zukunftsfähige Mobilität.
Seine Handschrift zeigt sich in der globalen
Expansion des Unternehmens, der Entwicklung
bahnbrechender Technologien und dem Aufbau
eines internationalen Netzwerks. Neben
seiner unternehmerischen Tätigkeit ist List
auch als großzügiger Kulturförderer bekannt
– die Helmut-List-Halle in Graz ist ein bedeutender
Veranstaltungsort, der auch in schwierigen
Zeiten wie nach der tragischen Amoktat
2025 als Ort der Unterstützung diente.
Herausforderungen und Wandel
in bewegten Zeiten
Die letzten Monate waren für AVL wirtschaftlich
herausfordernd. Im Januar 2026 wurde ein
weiterer Stellenabbau von über 300 Arbeitsplätzen
am Standort Graz angekündigt, der die
schwierige Marktsituation widerspiegelt. Trotz
dieser Herausforderungen bleibt AVL auf Kurs,
seine Transformation hin zu nachhaltiger, nutzerorientierter
Mobilität konsequent voranzutreiben.
Der Generationenwechsel ist dabei ein
wichtiger Schritt, um frische Impulse und neue
Perspektiven in die Unternehmensführung zu
bringen.
Lukas Walter – Kontinuität und
Innovation in der Führung
Der neue Geschäftsführer Lukas Walter
ist kein Unbekannter bei AVL. Als
bisheriger Chief Operating Officer im
Geschäftsbereich Engineering hat er die
strategische Entwicklung des Unternehmens
maßgeblich mitgestaltet. Walter
gilt als ausgewiesener Branchenexperte,
der die Erfolgsgeschichte von
AVL fortsetzen wird: „Unsere Fähigkeit,
komplexe Antriebssysteme ganzheitlich
zu entwickeln und in die Anwendung
zu bringen, macht uns zu einem
zentralen Partner in der Transformation
hin zu nachhaltiger Mobilität.“
Mit seiner Erfahrung und seinem Innovationsgeist
steht Walter für Kontinuität
und zugleich für den notwendigen Wandel,
um AVL fit für die Zukunft zu machen.
Helmut List bleibt aktiv als
Aufsichtsratsvorsitzender
In seiner neuen Rolle als Vorsitzender
des Aufsichtsrats wird Helmut List vor
allem den Ausbau internationaler Kontakte
vorantreiben und seine langjährige
Erfahrung einbringen. „Jetzt ist der richtige
Zeitpunkt, Raum für neue Perspektiven
in der operativen Führung zu schaffen“,
betont List. Seine Expertise und sein
Netzwerk werden AVL auch künftig als
wertvolle Ressource dienen.
Ausblick: Mit frischem Wind in eine
nachhaltige Mobilitätszukunft
Der Generationenwechsel bei AVL markiert
einen bedeutenden Meilenstein. Mit
Lukas Walter an der Spitze und Helmut
List im Aufsichtsrat ist das Unternehmen
bestens gerüstet, um die Herausforderungen
der Zukunft zu meistern. Die
Kombination aus bewährter Erfahrung
und frischem Innovationsgeist wird AVL
helfen, seine Rolle als globaler Technologieführer
in der nachhaltigen Mobilität
weiter auszubauen. (RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
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Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
AVL wird die technologische Transformation
der Mobilitätsindustrie
weiterhin aktiv mitgestalten, neue
Marktpotenziale erschließen und die
Position als international führender
Technologiepartner nachhaltig stärken.
AVL bleibt damit ein zentraler
Partner für die Entwicklung komplexer
Antriebssysteme und nachhaltiger
Mobilitätslösungen – und
gestaltet aktiv die Mobilitätswende
von morgen.
Stärkung des Geschäftsbereichs
Instrumentation & Test Systems
Parallel zur Führungsübergabe setzt AVL
klare Impulse für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
im Geschäftsbereich Instrumentation
& Test Systems (ITS). Alexander
Kraus wird ab Juli 2026 zum Chief
Operating Officer dieses strategisch
Bereichs ernannt. Kraus bringt internationale
Führungserfahrung an der Schnittstelle
von Technologie, Regulierung und
Innovation mit. Als ehemaliger Chief
Technology Officer der TÜV SÜD Mobility
Division verantwortete er globale Innovations-
und Digitalisierungsprogramme
und prägte die Standardisierung sowie
Regulierung softwaregetriebener Mobilitätslösungen
maßgeblich mit. Seit Juli
2025 ist Kraus Geschäftsführer der AVL
Deutschland GmbH und Global Head of
SDV & AD-Homologation.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S6
Siemens startet
Zukunftsoffensive: Neuer
40-Millionen-Euro-Hub
für Bahntechnik
in Fürstenfeld
Modernes Kompetenzzentrum für Pantographenfertigung
und Fahrwerksservice mit verbessertem
Logistikkonzept stärkt Standort
Graz nachhaltig.
Siemens Mobility hat seinen neuen
Fertigungs-, Service- und Logistik-
Hub in Fürstenfeld mit Bundesminister
für Mobilität Peter Hanke, dem
Landeshauptmann der Steiermark Mario Kunasek,
der Stellvertreterin des steirischen Landeshauptmanns
Manuela Khom, Fürstenfelds Bürgermeister
Franz Jost sowie Siemens Mobility
Austria CEO Tanja Kienegger und dem Grazer
Standortleiter Stefan Erlach offiziell eröffnet.
Mit der Investition in Höhe von 40 Millionen Euro
stärkt das Unternehmen der heimischen Bahnindustrie
seine Präsenz und sorgt verstärkt für
hohe Wertschöpfung am Standort Österreich.
Konkret wird Fürstenfeld das Weltkompetenzzentrum
für Fahrwerke und Pantografen in Graz
bei der Vormontage von Radsätzen strategisch
ergänzen und unterstützen. Gleichzeitig entsteht
vor Ort ein Fertigungskompetenzzentrum
für Pantografen („Stromabnehmer“) für Schienenfahrzeuge
und auch Ladestromabnehmer
für Elektrobusse. Durch Fürstenfeld können
interne Logistikabläufe optimiert und so die
internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig
gesteigert werden.
virtueller Pantograph - Stromabnehmer
Siemens Mobility
Es entstehen Kapazitäten, um das langfristig
positive Marktumfeld für Schienenmobilität in
Zukunft noch besser adressieren zu können.
Am neuen Hub in Fürstenfeld beschäftigt Siemens
Mobility nun 150 Mitarbeitende.
Tanja Kienegger, CEO Siemens Mobility Austria:
„Österreich ist ein Bahnland, Siemens Mobility
ist der beste Partner für Bahnbetreiber. Mit
unserem Engagement in Fürstenfeld unterstützen
wir unser stark exportorientiertes Weltkompetenzzentrum
für Fahrwerke Graz, gleichzeitig
werden wir mit großer Nähe zu unseren
europäischen Kunden innovative Service- und
Instandhaltungsleistungen anbieten. Mit der
Investition von 40 Mio. Euro stellen wir die Weichen
für den Erfolg von morgen.“
Bundesminister für Mobilität Peter Hanke: „Mit
dem neuen Fertigungs-, Service- und Logistik-Hub
in Fürstenfeld stärkt Siemens Mobility
den Bahn- und Industriestandort Österreich Die
Investition von 40 Millionen Euro schafft Wertschöpfung,
sichert qualifizierte Arbeitsplätze
und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit
unserer heimischen Bahnindustrie.
Hier entsteht erfolgreich moderne Mobilität
made in Austria. Davon profitieren die Region,
die heimische Wirtschaft und der klimafreundliche
Ausbau des Verkehrs gleichermaßen.“
Landeshauptmann Mario Kunasek: „Die Eröffnung
des neuen Standorts in Fürstenfeld ist
ein starkes Signal für die Steiermark. Mit einer
Investition von 40 Millionen Euro und rund 150
gesicherten beziehungsweise neu geschaffenen
Arbeitsplätzen setzt Siemens Mobility
ein klares Zeichen für Wachstum, Innovation
und Zukunft. Solche Investitionen stärken die
regionale Wertschöpfung und festigen die
Position der Steiermark als führenden Industrie-
und Technologiestandort. Das langfristige
Bekenntnis von Siemens Mobility zu unserem
Bundesland unterstreicht die Attraktivität des
Standorts und schafft neue Perspektiven für die
Region. Das Land Steiermark wird auch künftig
ein verlässlicher Partner für Unternehmen und
Investoren sein. Mit weniger Bürokratie, schnelleren
Verfahren und praxisnahen Rahmenbedingungen
werden wir die Wettbewerbsfähigkeit
unseres Wirtschaftsstandorts konsequent
weiter stärken.“
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S8
Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela
Khom: „Mit der Investition von rund 40 Millionen
Euro und der Schaffung neuer Arbeitsplätze
setzt Siemens Mobility ein starkes Zeichen für
den Wirtschaftsstandort Steiermark. Der neue
Hub in Fürstenfeld ist ein klares Bekenntnis zu
unseren Regionen, zu bestens ausgebildeten
Fachkräften und zur Innovationskraft der steirischen
Industrie. Die Ansiedlung stärkt nicht
nur die Oststeiermark, sondern bestätigt auch
die führende Rolle der Steiermark als Industrieund
Innovationsstandort. Unternehmen investieren
dort, wo sie Verlässlichkeit, Qualität und
Kompetenz vorfinden – genau dafür steht die
Steiermark. Was im Zukunftsland Steiermark
entwickelt, produziert und serviciert wird, ist
weltweit gefragt. Ich gratuliere Siemens Mobility
herzlich zur heutigen Eröffnung.“
Radsatzproduktion Siemens Mobility
Fürstenfelds Bürgermeister Franz Jost: „Der
heutige Tag ist ein Freudentag für Fürstenfeld!
Die Ansiedelung von Siemens Mobility ist eine
Auszeichnung für den Wirtschaftsstandort und
von enormer Bedeutung für die künftige wirtschaftliche
Entwicklung und Attraktivierung
unserer Region. Die Fürstenfelder Jahnstraße
hat bereits eine jahrzehntelange Tradition als
Industriestandort, mit der Eröffnung des Siemens-Werks
hat hier ein international agierender
und innovativer High-Tech-Konzern mit
hohem Wachstumspotenzial auf den globalen
Märkten seinen Betrieb aufgenommen. Dazu
haben wir auch das Fürstenfelder Fernwärmenetz
erweitert und das Industrieviertel erschlossen,
um die hier ansässigen Betriebe mit nachhaltiger
Öko-Fernwärme aus lokaler Produktion
versorgen zu können. Mein außerordentlicher
Dank gilt allen Beteiligten und Verantwortlichen
– insbesondere von Siemens Mobility! Fürstenfeld
ist durch den neuen Siemens-Standort an
der industriellen Wertschöpfungskette beteiligt
und viele wichtige Arbeitsplätze können für die
Region geschaffen werden.“
Stefan Erlach, Head of Bogies und Pantos Graz:
„Die Eröffnung unserer strategischen Erweiterung
in Fürstenfeld markiert einen wichtigen
Meilenstein für den Ausbau unseres globalen
Fahrwerke- und Pantographengeschäfts. Der
Standort ergänzt unsere Kompetenzen in Graz
ideal und schafft zusätzliche Kapazitäten, um
die steigende Nachfrage bei Radsätzen, Panto-
Fürstenfeld Eröffnung Siemens
graphen und im Komponentenservice gezielt zu
bedienen – und erhöht zugleich die Resilienz
unserer Wertschöpfung durch eine breitere und
flexiblere Aufstellung. Durch die gezielte Investition
in effiziente und nachhaltige Fertigungstechnologien
entstehen attraktive Arbeitsplätze
in der Region. Damit leistet Siemens
Mobility einen aktiven Beitrag zur langfristigen
Stärkung und Weiterentwicklung der Bahnindustrie
in der Steiermark und in Österreich.“
Integrierte Wertschöpfung für
globales Wachstum
Der neue Hub vereint Produktion, Service und
Logistik unter einem Dach. In Fürstenfeld erfolgen
künftig die Vormontage und Fertigung
neuer Radsätze für Schienenfahrzeuge von Siemens
Mobility. Darüber hinaus werden sowohl
Pantographen für klassische Schienenfahrzeuge
als auch innovative Ladestromabnehmer
für Elektrobusse produziert. Auch das wachsende
Servicegeschäft wird hier gebündelt: Im
Component Service Center werden Radsätze
instandgehalten, gewartet und aufgearbeitet.
Der Hub Fürstenfeld ist technologisch vollständig
in die Produktionsprozesse des Siemens
Mobility Weltkompetenzzentrums für Fahrwerke
und Pantographen in Graz-Eggenberg
integriert und ermöglicht damit eine durchgängige
und digitalisierte Produktionssteuerung.
Nachhaltigkeit als Standortmerkmal
Der neue Hub setzt Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit.
Der gesamte Werksverkehr zwischen
Graz und Fürstenfeld wird mit einer vollständig
elektrischen LKW-Flotte abgewickelt. Intelligente
Gebäudetechnologie, der Anschluss an
das Fernwärmenetz und der Bezug von 100
Prozent Ökostrom zeigen, dass Siemens Mobility
hohe Nachhaltigkeitsziele verfolgt. Auf den
zugehörigen Grünflächen übernehmen Schafe
eines lokal ansässigen Landwirts die natürliche
Grünraumbewirtschaftung und fördern die Biodiversität.
Bahn- und Industriestandort Österreich
Die aktuelle Investition unterstreicht die große
wirtschaftliche Bedeutung von Siemens Mobility
für Österreichs Bahnindustrie. Neben Fürstenfeld
ist das Unternehmen derzeit an drei
Standorten – am Unternehmenssitz in Wien-
Siemensstraße sowie den Standorten Wien-
Leberstraße und Graz-Eggenberger Straße
– tätig. Dabei beschäftigt Siemens Mobility
Austria mehr als 4.500 Mitarbeitende. Zum Verantwortungsbereich
des Unternehmens gehören
insgesamt 17 weitere Länder in Zentral- und
Osteuropa, in denen insgesamt fünf in Österreich
und Osteuropa ansässige weltweit tätige
Kompetenzzentren für Bahntechnologie tätig
sind. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S10
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S12
Mit besserer
Koordination zum Ziel
Die zum Stahl- und Technologiekonzern voestalpine
zugehörige LogServ- Gruppe blickt
mit ihrer Tochter CargoServ auf 25 Jahre Entwicklung
zurück.
REDAKTION: MARCUS WALTER
Die Geschäftsführer Markus Schinko
und Christian Janecek sprechen über
ihre Wünsche für die Zukunft, den
Vorteil von Beständigkeit sowie die
Grenzen künstlicher Intelligenz und den Modal
Split.
Logistik Express: 25 Jahre LogServ & CargoServ
und Sie sind von Anfang an dabei. Was würden
Sie aus heutiger Sicht anders machen?
Christian Janecek: Ja, natürlich gibt es solche
Dinge, die man vielleicht anders machen würde.
Im Nachhinein stellt sich manches anders da, als
es vorausgesehen wurde. Aber wie heißt es so
schön: Spurenlesen ist immer einfach, wenn der
Bär direkt vor einem steht. Vor dem Hintergrund
der zunehmenden Risiken für die weltweiten
Lieferketten achten wir heute noch viel mehr als
früher auf Resilienz. Das heißt, wir verlassen uns
bei der Supply Chain nicht nur auf einen Plan A,
sondern haben immer auch einen Plan B. Es
hat sich herausgestellt, dass die Logistik viel zu
volatil geworden ist, um nur auf ein Pferd zu setzen.
Markus Schinko: Zu den Dingen, die wir von
Anfang an richtig gemacht haben, gehört der
faire Umgang mit unseren Partnern. Mit Fehlern
beschäftigen wir uns nur, um daraus zu lernen.
Die Schuldfrage interessiert uns nur am Rande.
Stattdessen gehen wir sehr stark auf unsere
Partner zu. Ein Beispiel ist die Deutsche Bahn.
Gott sei Dank hat man dort erkannt, dass man
die Bahn-Infrastruktur in Deutschland sanieren
muss. Wir sehen es so, dass wir die damit
verbundenen Herausforderungen gemeinsam
angehen. Unsere zweite wichtige Botschaft in
diesem Zusammenhang ist, dass bei den Infrastruktur-Maßnahmen
auch die Industrie mit am
Tisch sitzen muss. Das geschieht noch zu wenig.
Logistik Express: An welchen strategischen
Stellschrauben drehen Sie denn ganz aktuell?
Markus Schinko: Derzeit gibt es diesbezüglich
keine großen Kursänderungen. Wir achten
jedoch sehr darauf, dass wir unsere Mitarbeitenden
fördern und weiterentwickeln. Wir brauchen
Mitarbeitende, die gut ausgebildet sind. Ein weiteres
Ziel ist, dass wir auch künftig über ausreichende
Personal-Ressourcen verfügen. Unser
Bedarf reicht von der einfachen Hilfskraft bis hin
zum Hochschulabsolventen mit internationaler
Erfahrung. Für ein Logistikunternehmen ist die
Personalpolitik ein vorrangiges strategisches
Thema.
Logistik Express: Welche Rolle wird dabei die
künstliche Intelligenz spielen? Werden nicht
auch bei LogServ viele Jobs durch KI obsolet?
Markus Schinko: Nein. Zunächst einmal setzt
künstliche Intelligenz eine menschliche Intelligenz
voraus. Das ist ein Grundprinzip. KI kann
mir zum Beispiel als nette Übung einen umfangreichen
Text zusammenfassen, aber kein wirklich
großes Problem lösen. Dazu brauchen wir
nach wie vor den Menschen.
Christian Janecek: Für sich betrachtet ist KI
keine Lösung. Wenn ich zum Beispiel den Versand
von Produkten zu einem Kunden optimieren
will, dann ist der erste Schritt eine gründliche
Prozess-Analyse.
Erst im nächsten Schritt kann ich mir die Frage
stellen, inwieweit die Abläufe durch KI schneller
und effizienter werden können.
Logistik Express: Kunden-Hotlines und andere
Bereiche der Kommunikation werden aber
schon vielfach durch KI automatisiert. Wäre das
kein Ansatz für LogServ und CargoServ?
Markus Schinko: In unserem industriellen
Umfeld treiben wir die durchgängige Vernetzung
mit allen Partnern und allen Kunden voran. Wenn
ich das erreicht habe, muss ich gar nicht mehr
so viel kommunizieren, weil sämtliche Daten
automatisch übermittelt und abgeglichen werden.
Bei Bedarf kann sich der Kunde dann selbst
einen Überblick über die laufenden Sendungen
verschaffen.
Logistik Express: Als die LogServ-Gruppe 2001
gegründet wurde, spielte KI ohnehin noch keine
Rolle. Was waren denn vor 25 Jahren die vorrangigen
Themen?
Christian Janecek: Die Grundidee unserer
Konzernmutter voestalpine mit der LogServ
Gruppe war die Bündelung der Logistikaktivitäten
mit einem klaren Kostenfokus. Damals
wurde Logistik vor allem als Kostenverursacher
gesehen. Irgendwann wurde Logistik dann ein
Engpass-Faktor mit einem Mangel an Lokführern
und Lkw-Fahrern, mit zunehmenden Staus,
blockierten Binnenschiffswegen und Kriegsauswirkungen.
Dadurch wurde Logistik zu dem, was
sie heute ist: Ein echter Erfolgsfaktor, mit dem
sich konkurrierende Unternehmen voneinander
abheben können.
Markus Schinko: Vor 25 Jahren gab es eine
echte Aufbruchstimmung mit der Privatisierung
der Bahnen, der Interoperabilität und dem Bilden
transeuropäischer Netzwerke. Vor diesem
Hintergrund haben wir damals mit CargoServ
ein eigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen
gegründet, das heute sehr erfolgreich ist.
2006 haben wir im Interesse der Resilienz
zudem damit begonnen, uns an einem Binnenschifffahrtsunternehmen
zu beteiligen. Heute
hält LogServ 49 Prozent an der Kühne + Nagel
Euroshipping GmbH.
Logistik Express: Demzufolge müsste der Modal
Split von voestalpine beziehungsweise der
LogServ-Gruppe ja mustergültig sein, oder?
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S14
Markus Schinko: Wir leisten hier einen großen
Beitrag. Während der Anteil der Schiene am
gesamten österreichischen Güterverkehr bei 27
bis 28 Prozent liegt, werden in der Steel Division
von voestalpine 75 Prozent aller ein- und ausgehenden
Transporte per Bahn befördert. Im
Inbound liegt dieser Wert sogar im Bereich von
90 Prozent. Das liegt natürlich an der Art der
beförderten Güter. Schwere Schüttgüter sind
besonders gut für die Bahn geeignet.
Christian Janecek: Wir setzen aber auch im
Outbound überdurchschnittlich stark auf die
Schiene – das gilt auch im Vergleich mit anderen
Stahlproduzenten in Europa. Unser Bahnanteil
liegt bei deutlich über 50 Prozent. Das erreichen
andere Stahlwerke nicht annähernd.
Logistik Express: Haben Sie bezüglich Modal
Split schon das Ende der Fahnenstange erreicht,
oder wollen Sie den Bahnanteil noch weiter steigern?
Christian Janecek: Wir möchten den Lkw-Anteil
auf keinen Fall steigern, sondern eher senken
und dafür zukünftig im Outbound noch mehr
ganze Züge einsetzen. Nicht zuletzt wünscht
sich auch der Kunde eine möglichst ökologische
Belieferung…
Markus Schinko: …wobei unsere Bemühungen
um die Reduzierung des Lkw-Anteils auch vom
Wetter beeinflusst werden. Die Niedrigwasser-
Phasen an der Donau werden immer länger und
dramatischer und schränken die Binnenschifftransporte
empfindlich ein. Ein rumänisches
Schwesterwerk vom Stahlwerk Linz wird zum
Beispiel grundsätzlich per Schiff versorgt. Parallel
setzen wir jedoch immer auch auf die Bahn,
um bei Niedrigwasser schnell reagieren und
aufstocken zu können.
Christian Janecek: Binnenschiff und Bahn können
sich auch volumenmäßig gut gegenseitig
ersetzen. Ein Binnenschiff zwischen Linz und
Rumänien ist mit rund 1.500 Tonnen beladen.
Diese Menge können wir auch mit einem einzigen
Zug befördern. Alternativ bräuchte man
dafür 65 Lkw, die jedoch niemals kurzfristig bei
einem Frächter abrufbar sein werden. Vor diesem
Hintergrund setzen wir vorrangig auf die
beiden Verkehrsträger Schiene und Binnenschiff.
Der Lkw kommt nur dann zum Einsatz, wenn der
Transport nicht anders möglich ist.
Logistik Express: Ein wichtiges Argument für
Bahn und Binnenschiff ist deren wesentlich bessere
Klimabilanz. Werden diese Verkehrsträger
nicht deutlich an Akzeptanz verlieren, wenn der
Lkw-Verkehr eines schönen Tages klimaneutral
sein wird, indem nur noch batterieelektrische
Fahrzeuge mit regenerativer Energie unterwegs
sind?
CHRISTIAN JANECEK
Markus Schinko: Das kann man ganz klar mit
nein beantworten. Schließlich kann die Physik
nicht überwunden werden. Der Rollwiderstand
auf der Straße ist sechsmal höher als auf der
Schiene. Von daher hat die Schiene immer einen
Vorteil und wird niemals durch den Straßenverkehr
ersetzt werden können.
Christian Janecek: Das Thema Lkw hängt ja
nicht nur am Verbrennungsmotor und dem CO2,
das ausgestoßen wird. Es geht auch um den
Gummiabrieb, Feinstaub und beschädigte Straßen
und Brücken. Die Belastung der Infrastruktur
durch den Straßengüterverkehr ist immens.
Logistik Express: Neben dem Modal Split
möchte ich noch eine andere Kennzahl ansprechen.
LogServ generiert über 75 Prozent des
Umsatzes mit voestalpine. Bei CargoServ liegt
dieser Wert bei über 65 Prozent. Wollen Sie das
Drittgeschäft künftig weiter ausbauen?
Christian Janecek: Unser Fokus liegt nach wie
vor auf der Logistik von voestalpine. Dafür wurden
wir gegründet und das wir auch so bleiben.
Unser Drittgeschäft entsteht überall dort,
wo es unser Kerngeschäft ergänzt und gut zu
unseren Prozessen passt. Wir gehen aber nicht
aktiv auf Kundenfang, zumal jeder neue Auftrag
auch Personalressourcen bindet, die im Zweifel
erst aufgebaut werden müssen. Das ist ein Vorgang,
der mit allen Sicherheits-Schulungen und
Unterweisungen mehrere Monate dauern kann.
Von daher ist das Drittgeschäft für uns wichtig,
aber kein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Markus Schinko: Wir wünschen uns auf europäischer
Ebene eine bessere Abstimmung,
wenn es um infrastrukturelle Maßnahmen und
Baustellen geht. Das wird noch viel zu wenig
gemacht.
Als Logistikunternehmen im Herzen Europas
haben wir es schwer, wenn es in Slowenien, Italien
und Deutschland zeitgleich Baustellen gibt
und wir von den laufenden Maßnahmen praktisch
umringt werden. Dann werden Umfahrungen
fast unmöglich. Ein besseres Koordinieren
würde uns sehr helfen.
Logistik Express: Dafür wünsche ich Ihnen viel
Erfolg und eine einsichtige EU. Vielen Dank für
das Gespräch! (RED)
Logistik Express: Ein Erfolgsfaktor ist aber
bestimmt die große Kontinuität in der Führung
der LogServ-Gruppe. Seit wann sind Sie am
Hebel?
Christian Janecek: Ich war von Anfang an
Geschäftsführer und Herr Schinko war von
Anfang an ebenfalls im Führungs-Team. Wir sind
sozusagen Urgesteine.
Markus Schinko: Innerhalb der voestalpine wird
Kontinuität in der Führung sehr geschätzt. LogServ
wird aber nicht nur durch Herrn Janecek und
mich geprägt, sondern auch durch unsere vielen
Mitarbeitenden – und hier gibt es auch einen
regen Wechsel, zumal es innerhalb des Konzerns
viele Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Kontinuität
und Erfahrung wird bei uns also durch immer
neue Ideen und Impulse ergänzt. Das ist sicherlich
ein Erfolgsfaktor.
Logistik Express: Offenbar haben Sie in den
letzten 25 Jahren vieles richtig gemacht. Was
würde Ihnen das Leben in den nächsten 25 Jahren
erleichtern?
MARKUS SCHINKO
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S16
Kombiverkehr: 2025
brachte deutlichen
Nachfragerückgang
Klimafreundlicher Schienengüterverkehr in
der Krise: Warum der Kombinierte Verkehr in
Deutschland jetzt Unterstützung braucht.
Der Kombinierte Verkehr (KV) ist ein
zentraler Baustein für eine nachhaltige
und effiziente Logistik in
Deutschland. Er verbindet Straße
und Schiene und ermöglicht so den umweltfreundlichen
Transport von Gütern über weite
Strecken. Doch trotz der großen Bedeutung für
Klimaschutz und Verkehrsentlastung steht der
KV aktuell vor erheblichen Herausforderungen
– wie die jüngsten Zahlen der Kombiverkehr KG
für das Geschäftsjahr 2025 eindrucksvoll zeigen.
Rückgang bei Transportmengen und Umsätzen
Im Jahr 2025 sanken die Transportmengen der
Kombiverkehr KG um 13,5 Prozent auf rund
666.000 Lkw-Sendungen. Auch der Umsatz
ging um über 36 Millionen Euro zurück. Besonders
betroffen sind die internationalen Verkehre,
etwa nach Südeuropa und Nordeuropa,
wo die Sendungszahlen deutlich zurückgingen.
Diese Entwicklung ist vor allem auf eine
Kombination aus wirtschaftlicher Zurückhaltung,
schwacher Industrienachfrage und infrastrukturellen
Problemen zurückzuführen.
Baustellen und unzureichende Verkehrspolitik
als Bremsklotz
Ein wesentlicher Grund für die Belastungen
im KV sind umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen
im Schienennetz, die
zu Umleitungen und längeren Laufzeiten führen.
Diese beeinträchtigen die Zuverlässigkeit
der Transporte und erhöhen die Kosten
erheblich. Gleichzeitig sorgt eine unzureichend
koordinierte Verkehrspolitik für Unsicherheiten
und erschwert langfristige Planungen. Die
reduzierte Trassenpreisförderung schwächt
zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene
gegenüber dem Straßengüterverkehr, der
von günstigeren Dieselpreisen profitierte.
Klimaschutz durch Schienengüterverkehr
Trotz dieser Widrigkeiten leistet der Kombinierte
Verkehr einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz: Im Jahr 2025 konnten durch
die mehr als 2.600 täglichen Fahrten auf der
Schiene rund 1 Million Tonnen Treibhausgase
vermieden werden. Das zeigt, wie wichtig es
ist, den Schienengüterverkehr als klimafreundliche
Alternative zum Lkw-Verkehr zu stärken.
Forderungen an die Politik
Die Geschäftsführung der Kombiverkehr KG
appelliert daher eindringlich an die Politik, verlässliche
Rahmenbedingungen zu schaffen.
Ein konstruktiver Dialog mit der Bundesregierung
sowie konkrete Entlastungsmaßnahmen
sind notwendig, um den klimafreundlichen
Schienengüterverkehr langfristig wettbewerbsfähig
zu halten. Nur so kann der Kombinierte
Verkehr seine wichtige Rolle für eine
nachhaltige Mobilität und eine klimafreundliche
Logistik in Deutschland erfüllen.
Fazit
Der Kombinierte Verkehr steht an einem
Scheideweg. Trotz erfolgreicher Unternehmensentwicklung
und Digitalisierung sind die
Herausforderungen groß. Um den Schienengüterverkehr
als umweltfreundliche Alternative
zu stärken, braucht es jetzt entschlossene
politische Unterstützung und eine bessere
Koordination der Verkehrsinfrastruktur. Nur so
kann Deutschland seine Klimaziele erreichen
und gleichzeitig eine leistungsfähige Logistik
sicherstellen. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S18
Hafen Wien: Europas
zentrale Drehscheibe für
nachhaltige Logistik und
Binnenschifffahrt
Mit multimodaler Kompetenz, grüner Technologie
und internationaler Vernetzung setzt der
Hafen Wien Maßstäbe für klimafreundliche
Versorgung und wirtschaftliches Wachstum.
Der Hafen Wien ist weit mehr als nur
ein Umschlagplatz für Güter – er
ist eine der wichtigsten multimodalen
Logistikdrehscheiben Europas
und ein Vorreiter in Sachen nachhaltiger
und innovativer Hafenentwicklung. Als größtes
Güterverkehrszentrum Österreichs und
strategisch an der Donau gelegen, spielt der
Hafen eine zentrale Rolle in der europäischen
Binnenschifffahrt und verbindet internationale
Handelswege effizient und umweltfreundlich.
Strategische Lage an der Donau –
Europas Wasserstraße
Die Donau ist mit rund 2.850 Kilometern der
zweitlängste Fluss Europas und eine der bedeutendsten
Wasserstraßen für den Güterverkehr.
Der Hafen Wien liegt an einer der wichtigsten
Verkehrsadern Europas und fungiert
als zentrale Schnittstelle zwischen Ost- und
Westeuropa. Die Lage ermöglicht es, Warenströme
aus dem Schwarzen Meer, Osteuropa
und dem Mittelmeerraum direkt in das Herz
Foto: David Bohmann
Europas zu bringen – und das auf umweltfreundliche
Weise über die Binnenschifffahrt.
Die Bedeutung der Binnenschifffahrt wächst
angesichts der Herausforderungen des Klimawandels
und der steigenden Verkehrsbelastung
auf den Straßen. Der Hafen Wien trägt als
multimodales Verkehrszentrum dazu bei, den
Gütertransport von der Straße auf das Wasser
und die Schiene zu verlagern. Dies entlastet die
Straßeninfrastruktur, reduziert CO2-Emissionen
und fördert nachhaltige Logistiklösungen.
Multimodale Kompetenz – Verbindung
von Wasser, Schiene und Straße
Der Hafen Wien ist ein echtes multimodales
Güterverkehrszentrum. Mit direktem Zugang
zu Schiffen, Eisenbahn und Lkw bietet er flexible
und effiziente Transportmöglichkeiten.
Rund 200 Unternehmen sind auf dem rund
drei Millionen Quadratmeter großen Hafengelände
angesiedelt, das größer ist als der Fürstenstaat
Monaco. Gemeinsam schaffen sie ein
leistungsfähiges Netzwerk, das die Versorgung
Wiens und ganz Österreichs sicherstellt und
zugleich als Knotenpunkt für den internationalen
Handel dient. Die Kombination aus Wasser-,
Schienen- und Straßenverkehr ermöglicht
es, Güter je nach Bedarf optimal und ressourcenschonend
zu transportieren. Besonders
die Verlagerung von Lkw-Verkehren auf die
Donau ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrsentlastung
und zur Erreichung der Klimaziele.
Nachhaltigkeit und Innovation –
Der Hafen Wien als Vorreiter
Der Hafen Wien setzt konsequent auf grüne
Logistik und innovative Technologien. Seit 2024
werden alle Terminalfahrzeuge mit HVO100
betrieben, was im Jahr 2025 zu einer CO2-Einsparung
von 809 Tonnen führt. Die gesamte
Energieversorgung am Standort erfolgt zu 100
% aus Ökostrom, und der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen
sorgt für eine stetig steigende
Eigenstromproduktion.
Mit dem Innovationshub „thinkport VIENNA“ ist
der Hafen zudem Teil des Globalen Port Innovators
Network und arbeitet international an
zukunftsweisenden Lösungen für die Güterlogistik.
Hier treffen Unternehmen, Forschung
und öffentliche Institutionen zusammen, um
nachhaltige und effiziente Logistiksysteme zu
entwickeln.
Wirtschaftliche Bedeutung
und Arbeitsplatzmotor
Der Hafen Wien ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor
für die Region. Mit rund 5.000
Arbeitsplätzen und etwa 200 ansässigen
Unternehmen ist er ein stabiler Arbeitgeber
und trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung
bei. Die Vielfalt der Betriebe reicht
von Logistikdienstleistern über Einzelgewerbe
bis hin zu innovativen Produktionsstätten wie
Kaffeeproduktion und Filmwirtschaft.
Die kontinuierliche Expansion, etwa durch
den Ausbau des WienCont-Terminals und die
Schaffung neuer Betriebsflächen durch Landgewinnung,
zeigt die dynamische Entwicklung
des Hafens. Dabei wird stets auf nachhaltige
Nutzung und Kreislaufwirtschaft geachtet.
Zentrale Drehscheibe in Europa –
Vernetzung und Zukunftsfähigkeit
Als Teil eines internationalen Netzwerks von Binnenhäfen
verbindet der Hafen Wien Österreich
mit den wichtigsten europäischen und globalen
Handelsrouten. Die direkte Anbindung an den
Flughafen Wien-Schwechat sowie die Eisenbahn-
und Wasserstraßeninfrastruktur macht
ihn zu einem unverzichtbaren Knotenpunkt.
Die strategische Bedeutung des Hafens wächst
weiter, da er als First-Mover im Bereich nachhaltiger
Logistik neue Maßstäbe setzt und die
Stadt Wien sowie die gesamte Region bei der
klimafitten Stadtentwicklung unterstützt.
Fazit: Hafen Wien – Motor für nachhaltige
und effiziente Logistik
Der Hafen Wien ist eine zentrale Drehscheibe
für die europäische Binnenschifffahrt und ein
Vorbild für nachhaltige Logistik. Durch seine
strategische Lage an der Donau, die multimodale
Infrastruktur und den Fokus auf Innovation
und Klimaschutz sichert er die Versorgung
Wiens und ganz Österreichs, stärkt die Wirtschaft
und leistet einen wichtigen Beitrag zum
Umweltschutz.
Mit seiner Rolle als international vernetzter
Logistikstandort und Innovationshub gestaltet
der Hafen Wien aktiv die Zukunft der urbanen
Versorgung und nachhaltigen Mobilität – eine
Erfolgsgeschichte, die weit über die Stadtgrenzen
hinausstrahlt.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S20
Nicht alle Schiffe fahren von A nach B.
Manche sind auch „nur“ Parkplatz.
Quelle: Peter Baumgartner
Schwimmendes
Schweizermesser
Seit der spektakulären Rettung des Buckelwals
„Timmy“ weiß die ganze Welt, dass man
mit Binnenschiffen nicht nur Kohle und Container
transportieren, sondern auch tierische
Rettungsaktionen durchführen kann. Ob die
Aktion für die Wasserstraßenlogistik eine
gute Werbung war, bleibt abzuwarten.
PETER BAUMGARTNER
Die Entwicklung im Schiffbau vom
Einbaum bis zum 400-Meter-Containerschiff
und bis zum 7.600 Pax-
Kreuzfahrer, ist tausende Jahre alt.
Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war,
dass die Menschen keine Lust mehr hatten,
ihren Krempel selber zu tragen und damit durch
die Gegend zu laufen. Heute bilden Sherpas die
Ausnahme, weil es auf den Mont Everest keine
Wasserstraße gibt und Schiffe (noch) nicht fliegen
können. Jedenfalls muss sich bereits der
erste Einbaum als zweckdienliches Transportmittel
herausgestellt haben, sonst hätte man
die Entwicklung nicht bis heute fortgesetzt.
Heute wissen wir, mit Schiffen könnte man
alles, in jeder Größe und in riesigen Mengen
transportieren. Die Palette reicht von Menschen
jeder Religion und Hautfarbe, vielfältige Tierarten,
feste, flüssige und gasförmige Produkte,
urschwere und federleichte Produkte, wohlriechende
Blumen und stinkender Gülle, wertvolle
Güter und Schrott, intelligente Stoffe und verseuchte
Erde, langlebige und flüchtige Stoffe,
sensible Kunstgegenstände und rohes Eisen,
lebenswichtiges Trinkwasser und todbringende
Chemikalien, Hilfsgüter und Kriegsmaterial,
halal- oder haram Lebensmittel. Ja selbst Luft
wird mit dem Schiff in rauen Mengen transportiert,
weil die Verpackungsindustrie und die
Verlader ihre Unfähigkeit nicht selber zahlen
müssen.
Quelle: Peter Baumgartner
Man sieht also, es gibt nichts, was nicht
irgendwo und irgendwann mit dem Schiff auf
dem Meer, auf Flüssen, Kanälen oder Binnenseen
transportiert werden könnte. Schiffe
sind wie „schwimmende Schweizermesser“.
Auch PKW wurden einst mit dem „schwimmenden
Schweizermesser“ importiert. Quelle: Peter
Baumgartner
Sie können alles. Manche bewegen sich langsam,
manche schnell und einige gleiten sogar
auf dem Wasser. Dabei ist es so, dass durchaus
nicht alle Schiffe von A nach B fahren. Viele
Güter werden auch nur auf dem stehenden
Schiff gelagert oder über die Bordkante verkauft.
Wohnen und arbeiten auf dem Schiff ist
so selbstverständlich wie kommunaler Wohnbau.
Anders als in der Hochseeschifffahrt, hat jedoch
die Binnenschifffahrt in den meisten Regionen
ihre Zweckmäßigkeit weitgehend verloren. Da
hilft auch die Multifunktionalität eines Schiffes
nicht mehr. Es ist sprichwörtlich der Zug (und
der LKW) abgefahren. Die Binnenschifffahrt
reicht nur noch für Hochglanzbroschüren und
Sonntagsreden auf diversen Symposien. Ein
Binnenschiff ist sozusagen das Synonym für die
Erklärung von Funktionalität und Zweckmäßigkeit.
Tatsächlich sind Binnenschiffe zur Fehlfunktion
degradiert – egal was sie können.
Straßenfahrzeuge sind beispielsweise ein
Transportgut, dass in Österreich sehr häufig
transportiert und in jeder Ecke des Landes
gebraucht wird. Allein 285.000 PKW werden in
Österreich neu zugelassen und einzeln importiert.
Der heimische Logistikexperte Hödlmayr
transportiert selber 250.000 Fahrzeuge per
Bahn - aber kein einziges mit dem Binnenschiff.
Doch ist es nicht so, dass das „schwimmende
Schweizermesser“ das nicht könnte. Im Gegenteil!
Die Wasserstraße Donau war sogar schon
mal führend im internationalen PKW-Transportlogistik
und es wurden auch Spezialschiffe
für den Transport von LKW und Sattelauflegern
gebaut und eingesetzt. Grundsätzlich gibt es
diese Transportmöglichkeit mit dem Schiff noch
immer, sie wird aber nicht genützt, weil es „effizientere
Lösungen“ gibt. In Wien, wo praktisch
die Drehscheibe für den PKW-Handel ist, hat
man den ursprünglich vorhandenen Umschlag
in der Hafenlogistik abgeschafft, weil es keinen
Bedarf dafür gibt. Übersetzt heißt das, die
Verkehrspolitik baut lieber neue Straßen und
Bahntunnel, statt die vorhandene „nasse Infrastruktur“
auszulasten.
Ungeachtet dieser zweifelhaften Verkehrsund
Logistikpolitik, setzt sich die Entwicklung
des Einbaums fort. Neueste Entwicklung ist ein
schwimmendes „Mini-Kraftwerk“. Ein Schiff als
Atomkraftwerk. Im Gefolge der neu aufflammenden
Atomenergie, sollen Small Modular
Reactor (SMR) zu Land und zu Wasser gebaut
werden. Die Idee ist zwar nicht neu, doch mit
dem zunehmenden Energiebedarf, bekommt
das Projekt Rückenwind – und das Schiff ein
neues Transportgut, nämlich Atomstrom.
Geht es nach dem Projektführer CORE POWER
sind Floating Nuclear Power Plants (FNPPs) Teil
der Lösung für Energie- und Umweltprobleme.
Das „schwimmende Schweizermesser“ hat
somit ein Gut mehr in der langen Funktionsliste
– saubere Energie. In diesem Fall ist aber
noch nicht geklärt, ob es sich tatsächlich um
ein Transportgut handelt – oder ob es vielleicht
eher ein „Ungut“ ist. Güter dienen in der ökonomischen
Literatur zunächst zur Befriedigung
menschlicher Bedürfnisse und wirken darüber
hinaus gemeinwohlfördernd. Güter sind demnach
dann „gut“, wenn sie über das Einzelwohl
hinaus auch der Gemeinschaft dienen.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S22
Bildquelle: Zech Kies
Info zum Autor
Peter Baumgartner, Kapitän der Binnenschifffahrt
und heute im Ruhestand,
engagiert sich nach wie vor mit großer
Leidenschaft für die Branche. Er bringt
regelmäßig in der Fachzeitschrift LOGIS-
TIK express spannende, informative
und aktuelle Themen zur Sprache,
um die Binnenschifffahrt aus ihrem
Dornröschenschlaf zu wecken und
ihr den Stellenwert zu verschaffen,
den sie verdient.
Sein Antrieb ist es, die Bedeutung der
Binnenschifffahrt in der Logistik stärker ins
Bewusstsein zu rücken und ihre Potenziale
aufzuzeigen. Weitere Beiträge von Peter
Baumgartner lesen Sie auf den Seiten von
logistik-express.com und wandzeitung.org.
Bei der Atomenergie streiten sich aber noch die
Geister, ob es nicht ein Ungut ist, weil es zweifelsohne
dem Gemeinwohl erheblich schaden
kann. Ein Schiff, dass Atomenergie in einen
Hafen, für eine Industrieanlage oder ein KI-
Zentrum liefert, befriedigt zunächst das Einzelwohl
– könnte aber im Schadensfall weit
darüber hinaus für die Gemeinschaft negative
Folgen haben. Man könnte an dieser Stelle zum
Schluss kommen, wir haben jetzt (zumindest in
der Binnenschifffahrt) einen Punkt erreicht, wo
nicht nur die Funktionalität des Schiffes ausgedient
hat, sondern darüber hinaus auch zweckentfremdet
verwendet wird.
Genauso, wie ein Sandler den Einkaufswagen
zweckentfremdet. Allerdings erleben wir
gerade einen zunehmenden Machiavellismus,
wo bekanntlich der Zweck die Mittel heiligt.
Zum Glück ist der Mensch gottgewollter Zweck
an sich. Da fährt sozusagen die Eisenbahn drüber.
Sonst hätte man das menschliche Wesen
inzwischen schon für zwecklos und zum Ungut
erklärt. (RED)
Die wichtigsten Logistik- &
Wirtschaftsnews des Tages
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S24
VNL: Im Netzwerk
erfolgreicher
In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten
sind starke Netzwerke für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) sowie Ein-Personen-Unternehmen
(EPUs) unverzichtbar. Der
Verein Netzwerk Logistik (VNL) als größtes
Wirtschaftsnetzwerk im Bereich Logistik in
Österreich bietet genau diese Unterstützung.
Im nachfolgendem Interview mit Prof. Franz
Staberhofer, VNL-Obmann und Leiter des
Logistikums FH Oberösterreich, werfen wir
einen Blick auf die Bedeutung des VNL für
die Zukunft der Logistik in Österreich – und
welche Chancen sich daraus gerade für KMU
und EPUs ergeben.
1. Wie unterstützt das VNL-Netzwerk gerade
in wirtschaftlich schwierigen und volatilen
Zeiten kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
sowie Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) in
Österreich?
Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass
niemand Lieferketten allein stabil halten kann.
KMU und EPUs verfügen in der Regel nicht über
große Stabsstellen mit ausreichender Erfahrung,
belastbaren Daten, geeigneten Werkzeugen
und kompetenten Ansprechpartnern. Hier
können wir Abhilfe schaffen: Im VNL bringen wir
genau diese Gruppen zusammen: Anwender
aus Industrie und Handel, Logistikdienstleister,
Technologieanbieter, Forschung, Bildung und
Beratung. Wer eine konkrete Frage hat, kann
über unsere Expert:innenrunden, Online-Erfahrungsaustausch
oder VNL-Veranstaltungen
sehr schnell mit Menschen sprechen, die ähnliche
Aufgaben bereits gelöst haben. Zusätzlich
stellen wir Wissen über Seminare, Leitfäden,
Themenhefte und dem Lieferkettenmonitor
bereit. Das ersetzt keine Unternehmensentscheidung,
aber es verkürzt den Weg von der
Unsicherheit zur handlungsfähigen Lösung. Für
kleine Unternehmen ist das oft der Unterschied
zwischen Reagieren und Gestalten.
2. Welche Rolle spielt die Vernetzung innerhalb
des VNL für die Innovationskraft und
Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Logistikbranche?
Vernetzung ist in der Logistik kein Begleitprogramm,
sondern ein Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor.
Innovation entsteht selten im
eigenen Büro, sondern an Schnittstellen: zwischen
Verladern und Dienstleistern, zwischen
Technologie und Anwendung, zwischen Forschung
und operativer Praxis. Im VNL sehen
Unternehmen sehr rasch, welche Lösungen
bereits funktionieren und wo noch Entwicklungsbedarf
besteht. Hier können sie sich
unter anderem bei unseren VNL Best-Practice-
Company-Formaten oder im Rahmen unserer
Future-Lab-Veranstaltung informieren und
austauschen. Dadurch werden Fehler nicht
mehrfach gemacht und gute Ansätze schneller
skaliert. Für Österreich ist das besonders
wichtig, weil unser Standort stark von exportorientierter
Industrie, verlässlicher Beschaffung
und effizientem Transport abhängt. Wenn
wir die richtigen Menschen zusammenbringen,
FRANZ STABERHOFER
entsteht mehr als Informationsaustausch; es
entstehen Projekte, Partnerschaften und Vertrauen.
Genau dieses Vertrauen braucht man,
wenn Märkte plötzlich kippen oder Lieferketten
unter Druck geraten.
3. Ist unser Wirtschaftsstandort zum Beispiel
seitens der Industrielogistik, der Automotive-
Branche samt Zulieferer, gefährdet?
Ja, eine Gefährdung ist vorhanden, aber sie ist
kein Naturgesetz. Besonders die Industrielogistik
und die Automotive-Zulieferketten stehen
unter Druck durch Energie- und Kostenniveaus,
internationale Standortkonkurrenz, Zölle, Rohstoffabhängigkeiten
und neue technologische
Sprünge. Österreich kann sich hier nicht allein
über Tradition oder Qualität absichern. Wer Lieferketten
nicht aktiv steuert, riskiert Stillstände,
steigende Kosten und letztlich Standortent-
scheidungen gegen Österreich. Das betrifft
nicht nur große Hersteller, sondern auch viele
mittelständische Zulieferer, die in globalen
Wertschöpfungsketten hängen. Gleichzeitig
haben die heimischen Unterhehmen enorme
Stärken: gut ausgebildete Menschen, industrielle
Kompetenz, starke Forschung und eine
hohe Umsetzungsqualität. Die zentrale Frage
ist, ob wir Technologie, Resilienz und Zusammenarbeit
schnell genug in bessere Kostenpositionen
und neue Geschäftsmodelle übersetzen.
Ich bin überzeugt: Der Standort ist
gefährdet, wenn wir passiv bleiben; er hat gute
Chancen, wenn wir Lieferketten strategisch
behandeln.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S26
4. Inwiefern helfen die vom VNL organisierten
Veranstaltungen und Seminare dabei, aktuelle
Herausforderungen in der Logistik praxisnah
zu adressieren und Lösungsansätze zu entwickeln?
Unsere Veranstaltungen und Seminare funktionieren
deshalb gut, weil sie nicht bei Schlagworten
stehen bleiben. Wir holen Themen wie
KI, Robotics, Beschaffung, Bestandsmanagement,
Transport, ESG, E-Trucking oder Risikomanagement
in einen konkreten Unternehmenskontext.
In den Fachveranstaltungen sieht
man Best Practices, hört aber auch offen, wo
Umsetzung schwierig ist. In den Seminaren
geht es dann um Werkzeuge, Methoden und
Entscheidungen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
im Betrieb einsetzen können. Gerade
für KMU ist dieser Praxisbezug wichtig, weil
sie keine Zeit für abstrakte Zukunftsdebatten
haben. Sie brauchen klare Prioritäten: Was ist
dringend, was bringt messbaren Nutzen und
womit fange ich am Montag an? Der VNL schafft
dafür den Raum - in großer Runde, im kleinen
Kreis und in geschlossenen Expert:innenrunden.
So werden Herausforderungen nicht nur
beschrieben, sondern in lösbare Arbeitspakete
übersetzt.
5. Wie trägt die Zusammenarbeit mit Forschungs-
und Bildungseinrichtungen
sowie Technologiezentren im VNL dazu bei,
zukunftsfähige Logistiklösungen für KMU und
EPUs zu schaffen?
Die Zusammenarbeit mit Forschung, Bildungseinrichtungen
und Technologiezentren ist ein
Kern des VNL. Wir bringen wissenschaftliche
Tiefe mit der Erfahrung aus dem Betrieb zusammen.
Gerade KMU und EPUs profitieren davon,
weil sie nicht jedes Thema selbst erforschen
oder jeden Technologietrend selbst bewerten
können. Projekte zu resilienten Lieferketten,
KI in der Logistik oder Risikotransparenz zeigen,
wie wichtig diese Übersetzung ist. Eine
gute Lösung muss fachlich fundiert sein, aber
sie muss auch in einem kleinen oder mittleren
Unternehmen anwendbar bleiben. Das bedeutet:
verständliche Methoden, passende Werkzeuge,
realistische Kosten und klare Umsetzungsschritte.
Bildungseinrichtungen liefern
außerdem die Talente, die wir für die Transformation
der Logistik dringend brauchen. Wenn
Forschung, Ausbildung und Unternehmenspraxis
zusammenarbeiten, entstehen Lösungen,
die nicht nur modern klingen, sondern im
Betrieb Wirkung zeigen.
6. Welche Trends und Entwicklungen in der
Logistik sehen Sie als besonders relevant für
die kommenden Jahre, insbesondere für kleinere
Unternehmen?
Für die kommenden Jahre sehe ich fünf Themen
besonders stark. Erstens wird Resilienz zum
normalen Bestandteil jeder Logistikentscheidung,
nicht nur zur Krisenreaktion. Zweitens
wird KI viele Planungs-, Prognose- und Steuerungsaufgaben
verändern, aber nur dort Nutzen
stiften, wo Daten, Prozesse und Verantwortlichkeiten
sauber sind. Drittens wird Transparenz
in Lieferketten wichtiger, sei es wegen Risiko,
Nachhaltigkeit, Compliance oder Kundenanforderungen.
Viertens werden Automatisierung
und Robotics auch für kleinere Unternehmen
interessanter, wenn Lösungen modularer und
leichter integrierbar werden. Fünftens bleibt
der Faktor Mensch nach wie vor entscheidend:
Qualifikation, Erfahrung und Führung sind durch
Technologie nicht ersetzbar. Für kleinere Unternehmen
wird entscheidend sein, nicht jedem
Trend nachzulaufen, sondern die zwei oder drei
Hebel zu finden, die im eigenen Geschäftsmodell
wirklich Wirkung erzeugen. Genau hier
kann ein Netzwerk helfen, weil es Orientierung
aus der Praxis liefert.
7. Wie kann das VNL-Netzwerk dazu beitragen,
die Versorgungssicherheit in Österreich
auch in Krisenzeiten zu gewährleisten?
Versorgungssicherheit entsteht nicht erst in der
Krise, sondern lange davor. Sie braucht Transparenz
über kritische Lieferanten, realistische
Alternativen, belastbare Transportketten und
Menschen, die im Ernstfall schnell entscheiden
können. Das VNL-Netzwerk kann hier
auf mehreren Ebenen beitragen. Wir schaffen
Bewusstsein, bringen Entscheidungsträger:innen
zusammen und machen gute Lösungen
sichtbar. Über Projekte, Veranstaltungen und
Arbeitskreise können Unternehmen voneinander
lernen, wie sie Risiken erkennen, Lieferketten
diversifizieren und digitale Frühwarnsysteme
nutzen. Besonders wichtig ist, dass
Versorgungssicherheit nicht als Gegensatz zu
Wirtschaftlichkeit verstanden wird. Eine resiliente
Supply Chain kostet Geld, aber ein Stillstand
kostet meist deutlich mehr. Österreich
braucht deshalb nicht weniger Logistik, sondern
bessere, transparentere und stärker vernetzte
Logistik.
8. Welche Bedeutung hat die internationale
Vernetzung des VNL, etwa über die European
Logistics Association, für KMU und EPUs?
Die internationale Vernetzung ist für österreichische
Unternehmen ein echter Hebel.
Viele Risiken und Chancen enden nicht an der
Staatsgrenze: Rohstoffe, Energie, Häfen, Handelsrouten,
Regulierung und Technologie entwickeln
sich europäisch bzw. global. Der VNL ist
Networker des VNL:
Hubert Zajicek, Franz
Staberhofer, Peter
Umundum (c) VNL
Zusätzlich sind wir, mit dem WIFO, der FH OÖ
und dem CSH, Gründungsmitglied des ASCII,
dem Supply Chain Intelligence Institute Austria,
der zentralen Forschungseinrichtung für
Lieferketten- und Produktionsnetzwerke in
Österreich. Es wurde mit dem Ziel gegründet,
Stakeholder aus Wirtschaft, inklusive Politik
und Gesellschaft daten- und evidenzbasiert zu
unterstützen und resiliente, nachhaltige und
zukunftsfähige Lieferketten zu gestalten.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S28
Mitglied der ELA - European Logistics Association
und vertritt damit die heimische Logistik in
Europa. Damit bekommen wir Zugang zu einer
breiteren Fach- und Entscheidungsebene. Für
KMU und EPUs ist das wertvoll, weil sie dadurch
Entwicklungen früher erkennen und nicht nur
auf nationale Sichtweisen angewiesen sind.
Themen wie Qualifizierung, Supply-Chain-Risiken,
Nachhaltigkeit oder Digitalisierung lassen
sich europäisch besser vergleichen. Mit Formaten
wie der durch den VNL organisierten internationalen
ELA Global Supply Chain Excellence
(inclusive ELA Awards) in Wien wird außerdem
sichtbar, dass Österreich in der Logistik mehr ist
als ein Transitland. Wir können zeigen, welche
Innovationskraft hier vorhanden ist, und gleichzeitig
internationale Impulse ins Land holen.
Durch die Vernetzung können wir hier einen
Beitrag zur Stärkung des heimischen Standorts
beitragen – davon können auch die kleineren
Unternehmen profitieren.
9. Welche Chancen ergeben sich für KMU und
EPUs durch die Mitgliedschaft im VNL, die über
reine Informationsvermittlung hinausgehen?
Eine VNL-Mitgliedschaft bietet weit mehr
als Newsletter und Informationen. Mitglieder
können ihr Unternehmen im Netzwerk sichtbar
machen, Best Practices präsentieren und
konkrete Problemstellungen in den Austausch
bringen. Sie erhalten Zugang zu Menschen,
die ähnliche Herausforderungen bereits gelöst
haben, und zu Partnern, die bei Umsetzung,
Technologie, Forschung oder Weiterbildung
helfen können. Das ist besonders für KMU und
EPUs wertvoll, weil sie dadurch Kompetenzen
erweitern, ohne alles selbst aufbauen zu müssen.
Dazu kommen Preisvorteile bei Veranstaltungen
und Seminaren, Präsentationsmöglichkeiten
auf unserer homepage bzw. in unserem
Newsletter und exclusive Formate nur für VNL-
Mitglieder, wie u.a. VNL Neujahrsempfang,
Online-Erfahrungsaustausch oder Expert:innenrunden.
Wer das VNL-Netzwerk aktiv nutzt,
gewinnt Orientierung, Glaubwürdigkeit und
Kooperationsmöglichkeiten. Und oft entstehen
gerade aus einem Gespräch am Rand einer Veranstaltung
jene Kontakte, die später zu einem
Projekt werden.
10. Wie ist das Feedback von vom großartig
organisierten und höchst informativen Österreichischen
Logistik-Tag? Wie ist Ihr Resümee?
Das Feedback zum Österreichischen Logistik-Tag
war aus meiner Sicht heuer wieder
außergewöhnlich positiv. Viele Speaker haben
zurückgemeldet, dass das Publikum fachlich
stark war und die Diskussionen nicht oberflächlich,
sondern sehr konkret geführt wurden.
Aussteller haben die hohe Qualität der Gespräche
und die gute Mischung aus Industrie, Handel,
Dienstleistung, Technologie und Forschung
hervorgehoben.
Von Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam
vor allem die Rückmeldung, dass sie Orientierung
bekommen haben: zur Weltlage, zu KI
und Robotics, zu Resilienz, Beschaffung, E-Trucking,
Intralogistik und Materialfluss. Persönlich
hat mich gefreut, dass der Logistik-Tag
inclusive dem Future-Lab am Vortag nicht als
reine Leistungsschau wahrgenommen wurde,
sondern als Arbeitsplattform für den Standort.
Mein Resümee ist klar: Wir haben den Nerv der
Zeit getroffen. Die zentrale Botschaft war, dass
Logistik heute über Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit
und industrielle Zukunft
mitentscheidet. Jetzt geht es darum, aus dieser
Erkenntnis konkrete Umsetzung zu machen.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S30
Gewerbediesel muss auf
Spritpreisbremse folgen
Auf die Spritpreisbremse muss ein Gewerbediesel
folgen – Ohne Entlastung droht
der Güterbeförderungsbranche ein neuer
Kostenschub.
Diese Situation führt zu einem erheblichen
finanziellen Druck auf die Betriebe. Markus
Fischer, Obmann des Fachverbands Güterbeförderung
in der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ), warnt eindringlich: „Die Preise sind
bereits extrem hoch. Wenn preisdämpfende
Maßnahmen ersatzlos wegfallen, trifft das die
Betriebe schlagartig und mit voller Wucht.“ Die
Folge wären massive Kostensteigerungen von
einem Tag auf den anderen – und das in einer
Branche, die das Rückgrat der Versorgung in
Österreich bildet.
Die österreichische Güterbeförderungsbranche
steht vor einer ernsten
Herausforderung: Die Spritpreise
sind auf einem hohen Niveau
verharrt, und mit dem Auslaufen der staatlichen
Spritpreisbremse zum Monatsende droht
ein weiterer massiver Anstieg der Dieselpreise.
Für Transportunternehmen, die bereits jetzt mit
enormen Kostenbelastungen kämpfen, könnte
dies zu einer existenziellen Bedrohung werden.
Die angespannte Kostensituation
der Transportunternehmen
Für viele österreichische Transportunternehmen
ist die aktuelle Dieselpreisentwicklung
eine enorme Belastung. Die Preise für Diesel
sind in den letzten Monaten auf einem historisch
hohen Niveau geblieben, was die Betriebskosten
der Unternehmen massiv erhöht. Besonders
problematisch ist, dass diese Kostensteigerungen
nicht unmittelbar an die Auftraggeber weitergegeben
werden können. Häufig müssen die
Unternehmen die Mehrkosten zunächst selbst
tragen – über Wochen oder sogar Monate – bis
Nachverhandlungen abgeschlossen sind oder
Preisgleitklauseln greifen.
Die Folgen für Wirtschaft und Verbraucher
Die Auswirkungen steigender Dieselpreise
gehen weit über die Transportbranche hinaus.
Da Transportunternehmen die Kosten
letztlich weitergeben müssen, schlagen
höhere Dieselpreise direkt auf die Preise
für Waren und Dienstleistungen durch. Dies
führt zu einer zusätzlichen Inflation, die Konsument:innen
mit höheren Preisen belastet.
„Ohne Lkw keine Versorgung“, betont Fischer.
Steigende Transportkosten gefährden nicht nur
die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen,
sondern auch die stabile und leistbare Versorgung
der Bevölkerung und der Wirtschaft.
Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten und
wirtschaftlicher Herausforderungen ist eine
verlässliche Versorgung essenziell.
Forderung nach Gewerbediesel als
Entlastungsmaßnahme
Vor diesem Hintergrund fordert der Fachverband
Güterbeförderung der WKÖ die Einführung
eines Gewerbediesels als wirksame preisdämpfende
Maßnahme. Konkret geht es dabei
um die Reduktion der Mineralölsteuer (MÖSt)
auf Dieselkraftstoff sowie die Aussetzung des
CO2-Preises für gewerblich getankten Diesel.
Diese Maßnahmen sollen die Kosten für Diesel
im gewerblichen Bereich senken und so den
Transportunternehmen eine dringend benötigte
finanzielle Entlastung bieten. „Wenn die
Preisbremse ausläuft, braucht es jedenfalls
andere wirksame Entlastungen. Andernfalls
droht ein massiver Kostenschub, der Transportunternehmen
kurzfristig unter enormen Druck
setzt, Konsument:innen belastet und die Inflation
weiter antreibt“, erklärt Markus Fischer.
Dringlichkeit und Appell für klare Rahmenbedingungen
Der Fachverband Güterbeförderung appelliert
eindringlich an Politik und Entscheidungsträger,
rasch Klarheit zu schaffen und weitere
preisdämpfende Maßnahmen sicherzustellen.
Für die Unternehmen ist Planbarkeit essenziell,
um wirtschaftlich arbeiten zu können und faire
Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.
Eine verlässliche Versorgung Österreichs mit
Gütern und Waren hängt maßgeblich von einer
stabilen und bezahlbaren Transportbranche ab.
Die Einführung eines Gewerbediesels könnte
ein wichtiger Schritt sein, um die Branche zu
entlasten, die Inflation zu bremsen und die Versorgungssicherheit
zu gewährleisten.
Fazit: Ohne Entlastung droht ein massiver
Kostenschub
Die Güterbeförderungsbranche in Österreich
steht an einem kritischen Punkt. Die Spritpreisbremse
hat bislang geholfen, die Kosten
zu dämpfen. Mit ihrem Auslaufen droht
ein erneuter Kostensprung, der die Unternehmen
stark belastet und letztlich die
gesamte Wirtschaft und Verbraucher trifft.
Die Forderung nach einem Gewerbediesel
als Entlastungsmaßnahme ist daher mehr als
berechtigt. Sie ist ein notwendiger Schritt,
um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu
sichern, die Versorgung Österreichs stabil zu
halten und die Inflation nicht weiter anzutreiben.
Die Politik ist nun gefordert, zeitnah und klar zu
handeln – für die Zukunft der österreichischen
Transportwirtschaft und die Versorgungssicherheit
aller. (RED)
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Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche
Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger
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Logistik in Bewegung.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S32
VNL zeichnet zum 18.
Mal herausragende
Logistikprojekte aus
Gurkerl.at setzt mit hochautomatisierter
Lagertechnik neue Maßstäbe, Lidl Österreich
und voestalpine Stahl sind weitere Finalisten.
Beim Österreichischen Logistiktag in
Linz wurde zum 18. Mal der Österreichische
Logistikpreis des Vereins
Netzwerk Logistik (VNL) verliehen.
Die begehrte Auszeichnung würdigt innovative
und nachhaltige Logistikprojekte, die durch
eine Fachjury nach strengen Kriterien bewertet
werden. In diesem Jahr ging der Preis an den
Online-Supermarkt Gurkerl.at, der mit einer
hochautomatisierten Fulfillment-Lösung im
Online-Lebensmittelhandel neue Maßstäbe setzt.
Der Online-Lebensmittelhandel stellt besondere
Anforderungen an die Logistik: Frische,
gekühlte Produkte und ein breites Sortiment
müssen schnell, zuverlässig und fehlerfrei
beim Kunden ankommen. Gurkerl.at hat
diese Herausforderung am Standort Wien mit
einem umfassenden Automatisierungsprojekt
gemeistert. Zwei AutoStore-Systeme mit über
36.000 Behältern und mehr als 200 Robotern
lagern Waren platzsparend und temperaturgerecht.
Vier KI-gestützte Roboterarme übernehmen
vorbereitende Kommissionierschritte,
bevor Mitarbeitende die Bestellungen final verpacken.
Das eigens entwickelte Warehouse Execution
System steuert alle Prozesse in Echtzeit
– von Wareneingang über Kommissionierung
bis zur Tourenplanung. Fertig kommissionierte
Bestellungen werden automatisch nach Lieferrouten
sortiert und zum richtigen Zeitpunkt
für die Auslieferung bereitgestellt. Das Ergebnis:
Rund 70 Prozent der Bestellungen laufen
vollautomatisiert, die Bearbeitungszeit beträgt
durchschnittlich 30 Minuten, und 94 Prozent
der Lieferungen erfolgen pünktlich und ohne
Reklamationen. Seit der Automatisierung stieg
die Produktivität um 50 Prozent, während das
Bestellvolumen um über 200 Prozent wuchs.
Veit Kohnhauser, Juryvorsitzender, Geschäftsführer
des VNL, betonte in seiner Laudatio:
„Die Finalisten Gurkerl.at, Lidl Österreich und
voestalpine Stahl zeigen eindrucksvoll die
Innovationskraft österreichischer Logistik. Ob
Automatisierung im E-Grocery, emissionsfreie
Lieferketten oder nachhaltige Stausysteme –
moderne Logistik ist der Schlüssel für Nachhaltigkeit,
Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.“
Auch Oberösterreichs Wirtschafts-Landesrat
Markus Achleitner gratulierte: „Der Österreichische
Logistikpreis macht sichtbar, welche Qualität
und Kreativität in unserer Logistik steckt.
Gurkerl.at zeigt, wie Automatisierung, Robotik
und intelligente Software zu einem effizienten
Gesamtsystem verbunden werden können.“
Lidl Österreich – Zero Emission Supply Chain
Lidl verfolgt mit seinem Projekt das Ziel, die
gesamte Lieferkette emissionsfrei zu gestalten.
Elektro-Lkw, Ladeinfrastruktur und digitale
Tourenplanung sind dabei zentrale Bausteine.
Mit Österreichs größtem Ladepark für
E-Lkw und bereits Millionen elektrisch gefahrenen
Kilometern zeigt Lidl, dass emissionsfreie
Schwerverkehrslogistik im Handel machbar ist.
voestalpine Stahl – wellDun
voestalpine entwickelte mit „wellDun“ ein
nachhaltiges Stausystem aus nassfester Wellpappe
für den Transport von Stahl-Coils. Das
patentierte System ermöglicht flexible, sichere
und ressourcenschonende Transporte auf
Straße, Schiene und im kombinierten Verkehr.
Es senkt Logistikkosten um 20 Prozent und
reduziert den CO2-Fußabdruck um 90 Prozent.
Über den Österreichischen
Logistikpreis und den VNL
Der Österreichische Logistikpreis wird seit 18
Jahren vom Verein Netzwerk Logistik (VNL)
vergeben, dem größten Wirtschaftsnetzwerk
für Logistik und Supply Chain Management in
Österreich mit über 6.200 Mitgliedern. Ziel ist
es, herausragende Logistikleistungen sichtbar
zu machen und Best Practices zu fördern. Die
Trophäe basiert auf dem Tripendulum, einem
Symbol für die Dynamik und Komplexität logistischer
Systeme.
Der VNL vernetzt Unternehmen, Forschung
und Bildung, um die Wettbewerbsfähigkeit und
Innovationskraft der österreichischen Logistik
zu stärken. Jährlich organisiert der Verein zahlreiche
Veranstaltungen, Seminare und beteiligt
sich an Forschungsprojekten. Als Gründungsmitglied
der Initiative „AUSTRIAN LOGISTICS“
unterstützt der VNL die internationale Sichtbarkeit
österreichischer Logistikkompetenz.
Logistik-Future-Lab und
Österreichischer Logistik-Tag 2026
Der Logistik-Future-Lab und der Österreichische
Logistik-Tag in Linz bieten spannende
Einblicke in aktuelle Trends wie KI, Quantencomputing,
Robotics, E-Trucking und nachhaltige
Supply Chains. Mit über 60 Ausstellern, 70
Referenten und 800 Fachbesuchern sind diese
Veranstaltungen ein Highlight für die Branche.
Der Österreichische Logistikpreis 2026 zeigt
eindrucksvoll, wie innovative Technologien und
nachhaltige Konzepte die Zukunft der Logistik
gestalten – zum Nutzen von Wirtschaft, Umwelt
und Gesellschaft. (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S34
Umfrage: Transportmarkt
im Wandel
TIMOCOM-Umfrage zeigt Herausforderungen
im Transportmarkt: Kapazitätsengpässe und
steigender Kostendruck trüben die Stimmung
bei Logistikexperten.
Der europäische Straßengüterverkehr
steht weiter unter Spannung.
Eine aktuelle Umfrage unter mehr
als 270 Fachexperten aus Speditionen,
Transportunternehmen sowie Produktion
und Handel zeigt ein geteiltes Stimmungsbild
und eine leicht negative Tendenz: 52,4 Prozent
der Befragten bewerten die aktuelle Marktlage
für ihr Unternehmen als eher schlecht oder sehr
schlecht. 47,6 Prozent schätzen sie dagegen als
eher gut oder sehr gut ein.
Negative Lagebewertungen nehmen
um 10,4 Prozentpunkte zu
Gegenüber der Befragung im Januar und Februar
2026 hat sich die Stimmung spürbar eingetrübt.
Damals bewerteten 42,0 Prozent der
Teilnehmenden die Marktlage negativ, 58,0
Prozent positiv. In der aktuellen Befragung hat
sich dieses Verhältnis nahezu umgekehrt. Der
Anteil negativer Bewertungen stieg um 10,4
Prozentpunkte, während der Anteil positiver
Bewertungen im gleichen Umfang zurückging.
Die Erhebung fällt in eine Phase erhöhter geopolitischer
und energiewirtschaftlicher Unsicherheit,
insbesondere infolge der Eskalation
im Nahen Osten und Einschränkungen an der
Straße von Hormus. Während ein Teil der Unternehmen
von knappen Kapazitäten, steigenden
Kosten und schwieriger Planbarkeit berichtet,
sehen andere Marktteilnehmer weiterhin die
stabile Nachfrage als positiv.
Bewertung hängt stark von Marktrolle
und Geschäftsmodell ab
Die Einschätzung der Marktlage hängt stark
vom jeweiligen Geschäftsmodell der Teilneh-
mer ab. Unternehmen mit flexiblen Kontrakten,
stabiler Subunternehmerflotte oder langfristigen
Kundenbeziehungen berichten von
einer weitgehend guten Auslastung. Frachtführer
berichten von genügend Frachten z.B.
für Anschlusstouren oder Beiladungen. Demgegenüber
beurteilen Umfrageteilnehmer mit
Fokus auf die Transportvergabe die Lage pessimistischer
und verweisen vermehrt auf kurzfristige
Kapazitätsengpässe, steigende Einkaufspreise
oder sinkende Margen.
„Die Umfrage zeigt einen Transportmarkt, der
nicht pauschal als schwach beschrieben werden
kann, aber deutlich unter Druck steht“,
sagt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs
bei TIMOCOM. „Entscheidend ist, aus welcher
Marktposition Unternehmen auf die Lage blicken:
Verlader aus Industrie und Handel bzw.
deren Spediteure spüren Verfügbarkeits- und
Kostendruck aktuell besonders stark, wohingegen
diejenigen Dienstleister profitieren, die
über eigene Kapazitäten oder ein starkes Netzwerk
verfügen.“
Unternehmen benennen Herausforderungen
und AMPHIBUS Kostentreiber TAXI
Neben der Lagebewertung zeigen die offenen
Antworten der Teilnehmenden, welche
Faktoren die Unternehmen aktuell besonders
beschäftigen: Wiederholt genannt werden
knapper Laderaum, fehlende LKW-Verfügbarkeiten,
Fahrermangel sowie steigende Kosten
für Diesel, Maut und Betrieb.
Einzelne Teilnehmer berichten zudem von längeren
Lieferzeiten, erschwerter Kapazitätsbeschaffung
bei Bedarfsspitzen und zunehmendem
Planungsaufwand. Damit verdeutlicht
die Umfrage ein zentrales Spannungsfeld im
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S36
Straßengüterverkehr: „Logistikunternehmen
müssen effizienter agieren, weil
höhere Kosten nicht immer vollständig
weitergegeben werden
können. Denn Industrie und
Handelsunternehmen können
nicht jede Kostensteigerung
auffangen, da sie selbst unter
Wettbewerbsdruck stehen
und die Konsumenten nicht
bereit sind, jeden Preisanstieg
mitzugehen“, so Gunnar Gburek.
Transportpreise liegen deutlich
über Vorjahreswerten
Die in der TIMOCOM Frachtenbörse erfassten
durchschnittlichen Transportpreise im
bisherigen Jahresverlauf 2026 zeigen eine
klare Aufwärtsbewegung. Die Monatsdurchschnittspreise
innerhalb Deutschlands lagen
von Januar bis Mai sowohl auf Auftraggeberals
auch auf Auftragnehmerseite durchgehend
über Vorjahresniveau. Im März und April lagen
die durchschnittlichen Spotmarktpreise jeweils
mehr als 11 Prozent über den Vorjahreswerten.
Im Mai boten die Auftraggeber durchschnittlich
2,19 Euro pro Kilometer und damit über 17 Prozent
mehr als Vorjahresmonat. Der höchste von
den Auftragnehmern geforderte durchschnittliche
Transportpreis wurde in KW 20 mit 2,36
Euro pro Kilometer ermittelt.
Kostendruck erhöht Bedarf
an Kapazitätsnutzung
Für den Straßengüterverkehr
bleiben Energiepreise, Beschaffungskosten
und Planungssicherheit zentrale
Risikofaktoren. Umso wichtiger wird es
für alle Beteiligten, vorhandene Transportkapazitäten
effizienter zu nutzen und unnötige
Aufwendungen zu vermeiden. Industrie- und
Handelsunternehmen sollten Transporte konsolidieren
und kurzfristige Sondertouren sowie
Standzeiten an den Rampen reduzieren. Logistikunternehmen
können Kosten senken und
ihre Effizienz steigern, indem sie die Fahrzeugauslastung
erhöhen, Leerfahrten reduzieren
und Touren mithilfe digitaler Netzwerke sowie
KI-gestützter Planung besser steuern. Perspektivisch
können alternative Antriebe wie E-LKW
dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern zu verringern.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S38
Zolldaten als
Schlüsselressource
Datenqualität und Transparenz: Befragung
von 150 europäischen Zoll- und Außenhandelsverantwortlichen
zeigt: Nur mit verlässlichen
Zolldaten lassen sich Compliance, Resilienz
und KI-Potenziale erfolgreich meistern.
Datenqualität und Transparenz als
Grundpfeiler moderner Zollfunktionen
24 Prozent der Befragten nannten regulatorische
Veränderungen und steigende Komplexität
als größte Herausforderung im Zollmanagement,
dicht gefolgt von Datenqualität
und Datentransparenz mit 20 Prozent. Für viele
Unternehmen sind diese Themen eng miteinander
verknüpft: Ohne verlässliche Daten
lassen sich neue Handelsvorschriften, Sanktionen
oder Nachhaltigkeitsanforderungen
kaum effizient steuern. Die Qualität der Zolldaten
wird so zur Voraussetzung, um regulatorische
Komplexität beherrschbar zu machen
und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die zunehmende Komplexität im
internationalen Handel stellt Unternehmen
vor große Herausforderungen.
Regulatorische Anforderungen,
Handelskonflikte und neue Nachhaltigkeitsvorgaben
erhöhen den Druck auf Zoll- und
Außenhandelsabteilungen. Gleichzeitig fehlt
es vielen Unternehmen an belastbaren, zentral
verfügbaren Zolldaten, um Risiken schnell zu
bewerten, Zollvorteile konsequent zu nutzen
und digitale Prozesse voranzutreiben. Diese
Erkenntnisse stammen aus einer Befragung
von rund 150 leitenden europäischen Zoll- und
Außenhandelsverantwortlichen, die im Vorfeld
des ersten Customs Support Summit am 3.
Juni 2026 in Amsterdam durchgeführt wurde.
Nicolas Collart, Chief Trade Operations and
Compliance Officer der Customs Support Group
(CSG), fasst zusammen: „Mangelnde Datenverfügbarkeit,
fehlende gemeinsame Datenstrukturen
und geringer Datenaustausch führen zu
einer Fragmentierung, die es sowohl Unternehmen
als auch Zollbehörden erschwert, Risiken
datenbasiert zu analysieren und zu steuern. In
einer Welt wachsender Handelsbarrieren brauchen
Unternehmen deutlich mehr Transparenz
über ihre zoll- und handelsrelevanten Daten.“
Die fünf Säulen der Datentransparenz
CSG identifiziert fünf zentrale Bereiche, in
denen Unternehmen Transparenz schaffen
müssen, um handlungsfähig zu bleiben:
• Transparenz über globale
End-to-End-Lieferketten
• Transparenz über eigene Zolldaten
• Transparenz über die Daten der Zollbroker
• Transparenz über Finanzdaten
• Transparenz über aktuelle Entwicklungen
• und kommende Regulierungen
Die Geschwindigkeit, mit der sich Anforderungen
verändern, erhöht die Komplexität zusätzlich.
Unternehmen müssen geopolitische
Risiken, neue Handelsbarrieren, Nachhaltigkeitsvorgaben
und digitale Berichtspflichten
immer schneller in ihre Prozesse integrieren.
Digitalisierung und KI brauchen
belastbare Datenbasis
Die Qualität der Zolldaten ist nicht nur eine operative
Herausforderung, sondern die Grundlage
für Digitalisierung, Automatisierung und den
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Supply
Chain Management. Viele Unternehmen
stehen vor der Aufgabe, ihre Zoll-, Produkt-,
Klassifizierungs- und Ursprungsdaten zu zentralisieren,
zu bereinigen und strukturiert verfügbar
zu machen, bevor digitale Lösungen oder
KI-Anwendungen zuverlässig wirken können.
Besonders die Investitionen in belastbare Klassifizierungs-
und Ursprungsstammdaten werden
laut CSG häufig noch nicht systematisch
genug angegangen. Dabei sind diese Daten
essenziell, um Zollprozesse zu standardisieren,
Risiken besser zu bewerten und Automatisierung
sinnvoll zu skalieren.
Mehr als ein Drittel der Befragten sieht in digitaler
Transformation und Datentransparenz
den wichtigsten Hebel, mit dem Zollfunktionen
Wettbewerbsvorteile schaffen können.
EU-Zollreform als zusätzlicher Beschleuniger
Die geplante EU-Zollreform mit dem EU Customs
Data Hub wird Unternehmen künftig
ermöglichen, Zollinformationen zentral und
standardisiert bereitzustellen. Dies wird Datenqualität,
Standardisierung und digitale Vernetzung
weiter in den Fokus rücken und die Handlungsfähigkeit
der Unternehmen stärken.
Wirtschaftliches Potenzial
ungenutzter Zollvorteile
Die Nutzung von Freihandelsabkommen zeigt
das wirtschaftliche Potenzial belastbarer Daten:
Die durchschnittliche Präferenznutzungsrate
für EU-Freihandelsabkommen liegt bei 67 Prozent,
was bedeutet, dass rund ein Drittel möglicher
Vorteile ungenutzt bleibt. 27 Prozent der
Befragten wissen nicht, in welchem Umfang ihr
Unternehmen Zollvorteile tatsächlich nutzt, nur
neun Prozent schätzen eine Nutzung von über
90 Prozent.
Die Gründe liegen oft in mangelnder Transparenz
über Ursprungsdaten, Lieferanteninformationen
und zollrelevante Produktdaten. Auch
die Warenklassifizierung stellt mit rund 50 Prozent
der Nennungen den größten Problembereich
dar.
Erweiterte Rolle der Zollfunktion in
einem komplexen Umfeld
Neben der klassischen Zollabwicklung gewinnen
neue Aufgaben wie Sanktionen, Exportkontrollen,
Anti-Dumping-Maßnahmen und
ESG-Vorgaben (z.B. Carbon Border Adjustment
Mechanism, EU-Entwaldungsverordnung,
Forced Labour Regulation) an Bedeutung.
Diese erfordern eine konsistente
Datenbasis über Unternehmensgrenzen hinweg.
Zoll- und Außenhandelsabteilungen rücken
dadurch näher an die Unternehmensführung
heran und werden zu strategischen Treibern für
Compliance, Risikomanagement, resiliente Lieferketten
und Wachstum.
John Wegman, CEO der Customs Support Group,
bringt es auf den Punkt: „Im Kern geht es um
Supply-Chain-Resilienz. Wer Daten, Prozesse
und Verantwortlichkeiten konsequent verknüpft,
kann Risiken früher erkennen, regulatorische
Veränderungen schneller umsetzen
und Lieferketten widerstandsfähiger machen.
Damit wird der Zoll zu einem entscheidenden
strategischen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit
in einem volatilen Handelsumfeld.“
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S40
Vom Ein-Mann-Unternehmen
zum führenden
Logistikspezialisten
Was 1990 mit einem einzigen Lkw begann,
ist heute eine internationale Unternehmensgruppe
mit mehr als 3.500 Mitarbeitenden, 75
Standorten in Deutschland sowie Präsenz in
Europa und den USA.
Firmengründer Frank Schmidt startete
im Alter von 23 Jahren mit Mut, Unternehmergeist
und einer klaren Vision in
die Selbstständigkeit. Aus der damaligen
Spedition „Transporte Frank Schmidt“ entwickelte
sich innerhalb von dreieinhalb Jahrzehnten
die heutige TST-Gruppe, ein führender
Logistikspezialist für industrienahe Prozesse,
Produktionslogistik und hochwertige Konsumgüter.
Früh erkannte Schmidt, dass moderne Logistik
weit mehr ist als der Transport von Waren. Mit
innovativen Dienstleistungen, tief integrierten
Produktionsprozessen und dem Einsatz moderner
Automatisierungs- und Robotertechnik
entwickelte TST Lösungen, die Unternehmen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette
unterstützen. Heute bewirtschaftet die Unternehmensgruppe
mehr als 1,3 Millionen Quadratmeter
Lager- und Logistikfläche, erwirtschaftet
mehr als 500 Millionen Euro Umsatz
und zählt zahlreiche namhafte Industrie- und
Handelskunden zu ihren Kunden.
Zu den Meilensteinen der Unternehmensgeschichte
zählen die Expansion in ganz
Deutschland, der Aufbau innovativer, hoch
automatisierter Logistikzentren, der Eintritt in
den US-Markt im Jahr 2018 sowie umfangreiche
Investitionen in nachhaltige Infrastruktur.
Mit der 2023 gegründeten Tochtergesellschaft
PamSun Energy GmbH treibt TST zudem den
Ausbau erneuerbarer Energien und einer bundesweiten
Ladeinfrastruktur für E-Lkw unter
dem Namen Dragonize voran.
Foto: TST/Studio Sittel
„Mittelständische Familienunternehmen wie
TST sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
Sie schaffen Arbeitsplätze, investieren
langfristig, übernehmen Verantwortung für
ihre Regionen und sorgen mit Innovationskraft
und unternehmerischem Denken dafür, dass
Deutschland auch künftig ein starker Wirtschaftsstandort
bleibt“, sagt Frank Schmidt,
Gründer und Gesellschafter der TST GmbH.
Das Jubiläum wird am 18. Juni 2026 mit Gästen
aus Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur gefeiert.
Moderiert von TV-Kommentator und Politikwissenschaftler
Karl-Rudolf Korte erwartet
die Besucher im Eindruckwerk in Monsheim ein
abwechslungsreiches Programm mit Talkrunden,
Live-Musik und persönlichen Begegnungen.
„Die mehr als 35-jährige Erfolgsgeschichte der
TST GmbH zeigt, wie wichtig engagierte Unternehmerinnen
und Unternehmer für Rheinland-Pfalz
sind. Mit ihrer Entwicklung vom
Ein-Mann-Unternehmen zu einem international
tätigen Logistikunternehmen steht die TST
GmbH für die Stärke unseres Mittelstands und
die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts.
Die Eheleute Schmidt leisten mit ihrem
Unternehmergeist und Innovationswillen in
der Logistikbranche einen immensen Beitrag
zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft unseres
Landes. Die TST GmbH beweist internationales
Engagement bei gleichzeitiger regionaler
Verwurzelung und trägt somit Verantwortung
für den wirtschaftlichen Erfolg von Rheinland-
Pfalz“, sagte Ministerpräsident Gordon Schnieder
(CDU) im Rahmen der Jubiläumsfeier.
Unter den Gästen: Gordon Schnieder, Ministerpräsident
des Landes Rheinland-Pfalz,
Alexander Schweitzer, der ehemalige
Ministerpräsident des Landes Rheinland-
Pfalz, Kathrin Anklam-Trapp, Staatssekretärin
im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie,
Frauen und Jugend des Landes Rheinland-
Pfalz, Daniel Stich, Staatssekretär im Ministerium
für Wirtschaft, Tourismus, Klima und
Energie des Landes Rheinland-Pfalz, Adolf Kessel,
Oberbürgermeister der Stadt Worms, Stephanie
Lohr, Bürgermeisterin der Stadt Worms,
Timo Horst, Beigeordneter der Stadt Worms, Jan
Metzler, Mitglied des Deutschen Bundestages,
Nico Hofmann, Intendant der Nibelungen-Festspiele
sowie Jochen Röttgermann, Vorstand des
1. FSV Mainz 05.
Für TST ist das Jubiläum nicht nur Anlass zum
Rückblick, sondern vor allem Ansporn für die
Zukunft. Die Unternehmensgruppe setzt auf
nachhaltiges Wachstum, innovative Logistiklösungen
und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle
an der Schnittstelle von Logistik und Energie.
Frank Schmidt: „35 Jahre TST stehen für Mut,
Verantwortung und Überzeugung, dass man
mit Leidenschaft und den richtigen Menschen
an seiner Seite Großes bewegen kann.“ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S42
Seifert Logistics Group
feiert 10 Jahre Standort
Leipzig
Zehn Jahre Zusammenarbeit am Standort
Leipzig – Seifert Logistics feiert Jubiläum.
Die Seifert Logistics Group feiert ein
besonderes Jubiläum: Seit zehn
Jahren ist das Unternehmen am
Standort Leipzig erfolgreich für
einen namhaften Automobilhersteller tätig.
Dieses bedeutende Ereignis wurde am 27. Juni
2026 gemeinsam mit Mitarbeitenden, deren
Familien, Kunden sowie der Geschäftsführung
gebührend gefeiert und bot den Gästen einen
abwechslungsreichen Tag voller Begegnungen,
Unterhaltung und gemeinsamer Erinnerungen.
Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier durch den
Vorsitzenden des Beirats Harry Seifert, CEO Axel
Frey sowie Standortleiter Olaf Schulze, die in
ihren Begrüßungsworten insbesondere die vertrauensvolle
und langjährige Zusammenarbeit
hervorhoben. Im Mittelpunkt standen dabei die
Menschen, die den Standort Leipzig in den vergangenen
zehn Jahren geprägt und weiterentwickelt
haben. Am Standort Leipzig übernimmt
die Seifert Logistics Group unter anderem Leistungen
in den Bereichen Wareneingang, Kommissionierung
und Sequenzierung, Sortierung,
Warenausgang sowie Umpackprozesse. Sie
trägt damit wesentlich zu effizienten Logistikabläufen
vor Ort bei.
Sowohl für das leibliche Wohl als auch für die
Unterhaltung der Gäste, durch ein vielseitiges
Rahmenprogramm für Groß und Klein, hatten
die Gastgeber an diesem Samstag gesorgt.
Musikalische Begleitung, ein gemeinsames
informiert
Meet & Greet sowie zahlreiche Attraktionen – zu
denen eine Lostrommel, eine Hüpfburg, Kinderschminken,
Bastelangebote und das beliebte
Spiel „Heißer Draht“ zählten – machten die Veranstaltung
zu einem gelungenen Familienfest.
„Zehn Jahre Leipzig stehen für Verlässlichkeit,
partnerschaftliche Zusammenarbeit und
gemeinsames Wachstum. Dieses Jubiläum ist
vor allem ein Erfolg unserer Mitarbeitenden und
das Resultat unserer langjährigen, sehr kooperativen
Kundenbeziehungen“, betonte Olaf
Schulze, Standortleiter Leipzig. Das Jubiläum in
Leipzig reiht sich zugleich in weitere besondere
Meilensteine der Unternehmensgeschichte ein:
Auch weitere Standorte der Seifert Logistics
Group in Ostdeutschland feiern bedeutende
Jubiläen. Der Standort Merseburg blickt bereits
auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit
zurück, während in Delitzsch bereits 2024 das
10-jähriges Bestehen gefeiert werden konnte.
„Unsere Standorte in Ostdeutschland sind seit
vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der
Erfolgsgeschichte der Seifert Logistics Group.
Die Jubiläen in Leipzig, Merseburg und Delitzsch
zeigen, wie nachhaltig sich diese Regionen für
unser Unternehmen entwickelt haben“, betont
Axel Frey.
Weitere Standorte in Kabelsketal, Bitterfeld-
Wolfen, Halle (Saale), Schleinitz und Schönbach
unterstreichen die enge Verbundenheit der Seifert
Logistics Group mit dem mitteldeutschen
Raum. Bereits kurz nach der Wiedervereinigung
setzte das Unternehmen gezielt auf den Ausbau
seiner Präsenz in den damals neuen Bundesländern.
Mit dem ersten Standort in Zorbau
wurden wichtige Grundlagen für die weitere
Entwicklung in Ostdeutschland geschaffen.
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substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
Intralogistik &
E-Commerce
Handel &
Distanzhandel
Transport &
Logistik
Bis heute zählt der mitteldeutsche Raum um
Leipzig und Halle (Saale) zu den bedeutendsten
Regionen für die Seifert Logistics Group. Dank
langfristiger Kundenbeziehungen, engagierten
Mitarbeitenden und somit einer starken Vor-
Ort-Verankerung sieht das Unternehmen auch
künftig großes Potenzial für die weitere Entwicklung
seines Geschäftes in diesem Landstrich.
(RED)
logistik-express.com
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S44
75 Jahre Alfred Schuon:
Von einem gebrauchten
Kipper zum europaweiten
Logistikdienstleister
Tradition, Innovation & Nachhaltigkeit – Wie
ein Familienunternehmen die Logistikbranche
prägt und für die Zukunft aufgestellt ist.
Die Alfred Schuon Group feiert 2026
ein beeindruckendes Jubiläum: 75
Jahre Unternehmensgeschichte,
die von einem kleinen Ein-Mann-
Betrieb mit einem gebrauchten Mercedes Kipper
zu einem europaweit agierenden Logistikdienstleister
gewachsen ist. Heute beschäftigt
die Unternehmensgruppe über 600 Mitarbeitende,
verfügt über mehr als 350 disponierte
Fahrzeuge und betreibt an sechzehn Standorten
in Deutschland, Ungarn und Polen über
130.000 Quadratmeter Lagerfläche. Das Familienunternehmen
feierte dieses besondere
Ereignis gemeinsam mit Kunden, Geschäftspartnern
und Vertretern aus Politik und Wirtschaft
– ein Fest für die ganze Schuon-Familie
folgt im September.
Mit einem gebrauchten Kipper
in die Selbstständigkeit
Die Erfolgsgeschichte begann 1951 in Haiterbach,
einer Stadt im Wiederaufbau nach dem
Krieg. Der damals 24-jährige Maurergeselle
Alfred Schuon wagte den Schritt in die Selbstständigkeit
– mit einem gebrauchten Mercedes
L 3500 Kipper. Als einer der wenigen
motorisierten Fuhrunternehmer übernahm er
Misttransporte für Landwirte, Fuhrdienste für
ein Schotterwerk und sogar Winterdienste mit
Schneepflug für die Stadt. Am 22. Juni 1951 meldete
er sein Gewerbe offiziell an – der Grundstein
für ein Unternehmen, das heute zu den
bedeutendsten Logistikdienstleistern Europas
zählt.
Wachstum durch Spezialisierung
und Flottenausbau
Mit dem Einstieg seines Sohnes Theo in den
1960er Jahren begann eine Phase des rasanten
Wachstums. 1966 erweiterte Alfred Schuon
das Geschäftsfeld um die Herstellung und den
Transport von Fertigbeton, 1971 folgte ein eigenes
Transportbetonwerk. Mitte der 1970er Jahre
wurde die erste rote Fernverkehrsgenehmigung
erworben, der Fuhrpark um Planen-Lkw
erweitert und der Einstieg in den Fernverkehr
vollzogen. 1979 wandelte sich die Einzelfirma
in die Alfred Schuon GmbH um, Theo übernahm
die Geschäftsführung und verlegte den Betrieb
in das heutige Industriegebiet Haiterbach. Mit
Bürotrakt, Werkstatt und Lkw-Waschanlage
wurde die Basis für weitere Expansionen gelegt.
Der Ausbau des Jumbo-Fuhrparks und der
Lagerlogistik-Dienstleistungen machte Volumentransporte
und maßgeschneiderte Logistiklösungen
zu zentralen Bausteinen des Portfolios.
Die dritte Generation bringt neue Impulse
In den 2000er Jahren übernahmen die Kinder
von Theo Schuon Verantwortung: Sandra
Grimm, Alexander Schuon und Bianca Kuppetz
traten in das Familienunternehmen ein.
Seit 2015 führen Alexander und sein Vater das
Unternehmen gemeinsam. Unter Alexanders
Führung wurde die Kontraktlogistik ausgebaut
und Branchenlösungen diversifiziert. Ein Meilenstein
war der Einstieg in die Batterielogistik
mit dem Logistikcenter Wildberg I (2020) und
dem größten Bauprojekt der Firmengeschichte,
Wildberg II (2025). Theo Schuon lobt die unternehmerische
Weitsicht seines Sohnes, die das
Unternehmen auch in schwierigen Wettbewerbszeiten
erfolgreich macht.
Nachhaltigkeit als Zukunftsstrategie
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema der Alfred
Schuon Group. Das neue Logistikcenter
Wildberg II erfüllt den DGNB Gold Standard, verzichtet
komplett auf fossile Energieträger und
nutzt eine elektrische Wärmepumpe sowie eine
großflächige Photovoltaikanlage mit knapp
2.000 kWp. Parallel wird die Fahrzeugflotte
elektrifiziert: Mehrere eActros sind bereits im
regionalen Einsatz, ein vollelektrischer MAN
eTGX ermöglicht vollelektrische Volumentransporte.
„Wir denken Nachhaltigkeit konsequent
in allen Prozessen mit“, betont Alexander
Schuon.
Gemeinsam feiern und in die Zukunft blicken
Das Jubiläum wurde mit Kunden, Geschäftspartnern
und Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft
gefeiert. Neben Redebeiträgen, einem
Kurzfilm, einem Jubiläumsquiz und Führungen
durch das Logistikcenter war der Schuon-
Lkw-Konvoi mit dem neuen Jubiläumstruck
das Highlight des Abends. Bei „Schwarzwald
trifft Fine Barbecue“ und Jubiläumscocktails
genossen die Gäste einen stimmungsvollen
Sommerabend. Im September folgt eine große
Volksfestparty für alle Mitarbeitenden und ihre
Familien am Firmensitz in Haiterbach – ein
Dankeschön an das Team, das den Erfolg des
Unternehmens maßgeblich mitgestaltet hat.
Die Alfred Schuon Group zeigt eindrucksvoll,
wie Tradition, Innovation und nachhaltiges
Wachstum Hand in Hand gehen können. Mit
Weitblick und familiärem Zusammenhalt ist das
Unternehmen bestens gerüstet, auch die kommenden
Jahrzehnte erfolgreich zu gestalten.
(RED)
Der neue 75-Jahre-Jubiläumstruck
wurde just-intime
zur Firmenfeier ausgeliefert.
Geschäftsführer
Alexander Schuon blickte
in seiner Ansprache auf
die Entwicklung der vergangenen
75 Jahre zurück
und gab einen Ausblick auf
die Zukunft des Familienunternehmens.
Über 110
Gäste aus Politik und Wirtschaft
sowie Geschäftspartner
kamen zur Feier
ins Schuon-Logistikcenter
Wildberg II.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S46
cargo-partner feiert
20 Jahre in Graz
Seit 20 Jahren ist cargo-partner ein starker
Logistikpartner der Industrie in Steiermark
und Kärnten – mit maßgeschneiderten
Lösungen von Luft- und Seefracht bis Kontraktlogistik
Im Jahre 2006 eröffnete cargo-partner sein
erstes Büro in Graz – ein Standort, der sich
in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer
der wichtigsten regionalen Drehscheiben
für Industrieunternehmen entwickelt hat.
Besonders Betriebe aus Maschinen-, Anlagenund
Fahrzeugbau profitieren von der Kombination
aus lokaler Betreuung, globalem Netzwerk
und spezialisierten Services. Was 2006
als kleine Niederlassung des 1983 gegründeten
Logistikers cargo-partner begann, ist heute ein
vollwertiges Logistikzentrum mit internationaler
Ausrichtung und einem Team erfahrener
Expert:innen für Luft- und Seefracht, Gefahrgut
und temperaturgeführte Transporte.
„Der Standort in Werndorf verbindet alles, was
produzierende Unternehmen benötigen – nur
zehn Minuten vom Flughafen entfernt, mit
direktem Autobahnanschluss und unmittelbarer
Nähe zum Containerterminal Graz, inklusive
Bahnverbindung für FCL- und LCL-Sendungen,“
erklärt Martin Schenzel, Geschäftsführer
von cargo-partner in Österreich. Damit ist das
Logistikzentrum ein attraktiver Ausgangspunkt
für weltweite Lieferketten, von Europa bis Asien
oder Nordamerika.
Im iLogistics Center Graz bietet cargo-partner
mit rund 4.500 Palettenstellplätzen flexible
Lösungen für ganz unterschiedliche Warengruppen,
einschließlich Blocklager, Hochregal-
lager und Kleinteilebereich. Von Beschaffung
und Einlagerung über Kommissionierung bis zu
Paketdienstleistungen deckt der Standort das
gesamte Kontraktlogistik-Spektrum ab. Ergänzt
wird dies durch effiziente Zollservices, ein eigenes
Zolllager und einen direkten Zugang zum
Containerterminal, der flexible Bestellzeiten
ermöglicht.
Jubiläumsfeier „20 Jahre Graz“
Um diesen Meilenstein gebührend zu würdigen,
lud cargo-partner im Mai Kund:innen und Mitarbeiter:innen
zu einer Jubiläumsfeier im „Aiola“
im Schloss St. Veit ein. „Die treibende Kraft hinter
unserem Erfolg ist das Team in Graz, dessen
Engagement und Expertise unsere Entwicklung
erst möglich gemacht haben“, betonte Günter
Haidinger, Branch Manager Graz.
Bereit für die nächsten 20 Jahre
Ob Übersee-Logistik für weltweite Beschaffung,
temperaturgeführte Transporte, Gefahrgut-Expertise
oder flexible Kontraktlogistik-
Lösungen: Der cargo-partner-Standort in Graz
hat sich als verlässlicher Partner der Industrie
in Steiermark und Kärnten etabliert. Mit der
wachsenden Bedeutung der Südstrecke und
dem Ausbau der Koralmbahn stärkt Graz seine
Rolle weiter – als logistischer Knotenpunkt, der
Unternehmen hilft, schneller, effizienter und
internationaler zu werden. (RED)
Besonders geehrt wurden jene Mitarbeiter, die
dem Unternehmen seit vielen Jahren – teilweise
sogar seit der ersten Stunde – die Treue
halten und die Unternehmenskultur maßgeblich
prägen. Ganz im Sinne des Mottos „we take
it personally“ wurde der Abend genutzt, um auf
die gemeinsamen Erfolge anzustoßen und die
starken partnerschaftlichen Beziehungen zu
feiern. Ein unterhaltsames Rahmenprogramm
mit dem Moderator und Zauberer Christoph
Kulmer, Musik von DJ „Steevy Matheano“ und
einem Auftritt der „Comedy Hirten“ rundete den
feierlichen Abend ab.
MARTIN-SCHENZEL
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S48
20-jähriges Jubiläum
von Jörn Peter Struck
Ein besonderes Jubiläum in der Geschichte
von CargoLine: Jörn Peter Struck feiert am
01.07.2026 sein 20-jähriges Jubiläum in der
Geschäftsführung der Stückgutkooperation.
Zwei Jahrzehnte in einer Führungsposition
sind alles andere als selbstverständlich,
insbesondere in einer
Branche, die von stetigem Wandel,
hoher Dynamik und zunehmender Komplexität
geprägt ist. Seit nunmehr 20 Jahren trägt Jörn
Peter Struck Verantwortung für die Entwicklung
von CargoLine und hat das Unternehmen in dieser
Zeit maßgeblich mitgestaltet. Mit Kontinuität,
Verlässlichkeit und strategischem Weitblick
hat er die Ausrichtung der Kooperation geprägt
und ihre Weiterentwicklung begleitet.
Führung über einen so langen Zeitraum bedeutet,
in bewegten Zeiten Orientierung zu geben,
Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen und
unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen
Stabilität zu vermitteln. Für CargoLine ist Jörn
Peter Struck seit vielen Jahren eine wichtige
Konstante und zugleich ein verbindendes Element
innerhalb des Netzwerks. Sein Verständnis
für partnerschaftliche Zusammenarbeit,
Vertrauen und gemeinsame Ziele hat wesentlich
dazu beigetragen, die Kooperation nachhaltig
zu stärken.
20 Jahre in der Geschäftsführung stehen nicht
nur für langjährige Verantwortung, sondern
auch für prägenden Einfluss auf Unternehmenskultur
und Zusammenarbeit. Sein Wirken
steht für Verlässlichkeit, klare Orientierung
und den Blick für das, was unser Netzwerk im
Kern ausmacht. CargoLine bedankt sich bei
Jörn Peter Struck herzlich für engagierte Arbeit,
seine vorausschauende Führung und seine
Rolle in der Entwicklung der Kooperation. Das
Jubiläum ist Anlass, auf Erreichtes zurückzublicken
und mit Zuversicht auf die kommenden
Jahre zu schauen.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S50
System Alliance Europe
auf Wachstumskurs
System Alliance Europe setzt Wachstum fort:
Sendungsmengen und Tonnage steigen –
bestes Jahr der Stückgutkooperation.
Die Mitgliedsunternehmen der System
Alliance Europe (SAE) haben
im zurückliegenden Geschäftsjahr
deutlich mehr Sendungen transportiert
als im Jahr zuvor. „2025 war für unsere Allianz,
bezogen auf das Sendungsvolumen, das
bislang beste Geschäftsjahr seit Gründung“, sagt
SAE-Vorstandsvorsitzender Tassilo Schneider.
Mit 3,5 Millionen Sendungen (2024: 3,0
Millionen) und einer Tonnage von 1,1 Millionen
Tonnen (2024: 1,0 Millionen) verzeichnete die
genossenschaftlich organisierte Stückgutkooperation
den deutlichsten Mengenzuwachs
der vergangenen fünf Jahre. „Das Momentum
liegt derzeit vornehmlich im europäischen Ausland“,
kommentiert Schneider die Entwicklung.
So spiegele sich das wirtschaftliche Wachstum
in Ländern wie Dänemark, Portugal und Spanien
in den Sendungsmengen, die im kontinentalen
Warenverkehr aus und in diese Regionen strömen.
Die wirtschaftliche Schwäche des Industriestandortes
Deutschland zeige sich mittlerweile
auch in der Logistik: „In anderen Ländern
Europas sehen wir derzeit deutlich mehr Dynamik“,
so Schneider.
Mit 54 Mitgliedsunternehmen und 170 Niederlassungen
in 33 Ländern ist die SAE die größte
Stückgutkooperation Europas. Ihre Mitglieder
handeln nach einheitlichen Qualitäts- und
Sicherheitsstandards, steuern ihre Logistik über
eine zentrale IT- und Datenplattform, bleiben
unternehmerisch dennoch vollkommen unabhängig.
Foto: SAE/Bernd Ebbing
Die Mitglieder der System Alliance Europe
kamen auf der diesjährigen Generalversammlung
in Athen zusammen.
„Unsere Mitglieder nutzen die etablierten Standards,
digitalen Tools und Prozesse der SAE,
machen aber ihre eigene Preispolitik“, erläutert
Schneider.
SAE CEO Tassilo Schnei-
Zu den Mitgliedern der SAE, die 2005 gegründet
wurde, zählen führende mittelständische
Speditions- und Logistikunternehmen. Zusammen
bilden sie ein eng verzahntes System
aus konzernunabhängigen, inhabergeführten
Unternehmen, das hohe regionale Präsenz mit
flächendeckender Reichweite in ganz Europa
verbindet.
Über die System Alliance Europe eG
Die System Alliance Europe eG (SAE) ist eine
genossenschaftlich organisierte Stückgutkooperation
54 mittelständischer, inhabergeführter
Transport- und Logistikdienstleister mit
insgesamt 46.000 Mitarbeitern und 170 Niederlassungen
in 33 Ländern Europas. Im Jahr 2025
wickelte die 2005 gegründete Allianz 3,5 Millionen
Sendungen (2024: 3,0 Millionen Sendungen)
und rund 1,1 Millionen Tonnen Sammelgut
ab. Die Firmenzentrale ist in Düsseldorf. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S52
NOSTA übernimmt
Kontraktlogistik und
Transportabwicklung für
Panasonic
NOSTA stärkt Panasonic: Effiziente Kontraktlogistik
und Transportlösungen für
Klima- und Wärmetechnik mit modernster
Lagertechnik am Standort Ladbergen.
Die NOSTA Logistics GmbH macht
Ladbergen künftig zur Logistikdrehscheibe
für Panasonic HVAC (Heating,
Ventilation, Airconditioning).
Dafür stellt der Full-Service-Logistikdienstleister
in seinem Multi-User-Standort Ladbergen
12.000 Quadratmeter Logistikfläche für
Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpentechnik
bereit. Die Waren erreichen den Standort aus
europäischen sowie asiatischen Produktionsstandorten
und werden künftig durch NOSTA
an europäische Kunden mit Schwerpunkt auf
den DACH-Benelux-Raum transportiert. Derzeit
stattet der Logistikdienstleister das Lager
mit kundenspezifischer Lagertechnik aus, im
Anschluss folgt die schrittweise Inbetriebnahme:
Der Wareneingang startet planmäßig
im Juni, ab Juli folgt der Warenausgang. Im
August soll der Standort seinen Vollbetrieb aufnehmen.
„Die Nachfrage nach effizienten Heiz- und
Kühllösungen steigt. Mit Panasonic gewinnen
wir einen Partner, der mit zukunftsträchtigen
Produkten wachstumsstarke internationale
Märkte bedient“, sagt Jan Steinacker, Head of
Contract Logistics Germany bei der NOSTA
Group. Das Leistungsspektrum in Ladbergen
umfasst künftig Wareneingang, Lagerung und
Warenausgang der Luft-Wasser-Wärmepumpen
und Klimageräte sowie die Kommissionierung
kundenindividueller Aufträge. Steinacker
ergänzt: „Besonders erfreulich ist dabei, dass
wir neben der ursprünglich vertraglich vereinbarten
Lagerlogistik auch die Abwicklung der
Straßentransporte ins europäische Ausland
übernehmen werden – ein starker Vertrauensbeweis
unseres Partners.“
Auf der Suche nach einem Logistikdienstleister
im Raum Osnabrück hatte der führende Anbieter
von Heiz- und Kühllösungen NOSTA 2025 proaktiv
dazu eingeladen, sich an der Ausschreibung
zu beteiligen, bei der sich der Full-Service-Logistikdienstleister
letztlich durchsetzte.
„Ausschlaggebend für die Vergabe waren insbesondere
die überzeugende Kombination aus
mittelständisch geprägter Unternehmenskultur
und technologischer Innovationsbereitschaft
sowie die strategisch vorteilhafte geografische
Lage“, erklärt Philipp Stephan, General Manager
Supply Chain Europe bei Panasonic Heating
Ventilation Airconditioning Europe.
Aktuell stattet NOSTA die Logistikflächen in
Ladbergen entsprechend der spezifischen
Anforderungen seines Kunden aus. Steinacker
sagt: „Dazu zählen unter anderem der Aufbau
von Einfahrregalen zur effizienten Flächennutzung
und die Anschaffung von Klammerstaplern
für das Handling der Wärmepumpen – eine
Flurfördertechnik, die sich seit vielen Jahren an
anderen NOSTA-Standorten bewährt hat.“
Der Standort Ladbergen ist mit 175 Mitarbeitenden
der größte Standort der NOSTA Group. Insgesamt
stehen dort rund 25.000 Quadratmeter
Logistikfläche zur Verfügung. Der Projektstart
mit Panasonic erfolgt zunächst auf einer Fläche
von rund 12.000 Quadratmetern. Für die
weitere Entwicklung der Partnerschaft wurde
eine langfristige Wachstumsperspektive definiert,
die abhängig von den zukünftigen Bedarfen
einen Ausbau der operativen Kapazitäten
auf bis zu 19.000 Quadratmeter ermöglicht.
Im nächsten Schritt verlagert NOSTA rund 200
Lkw-Ladungen Ware von bisherigen Panasonic-Lagerstandorten
nach Ladbergen.
Zusätzlich wird Ladbergen zum ersten Logistikstandort,
an dem Panasonic auf die automatische,
scanbasierte Vermessung und Wiegung
von Packstücken setzt – mithilfe einer Technologie,
die NOSTA auf Kundenwunsch integriert
hat. Auf Grundlage der Daten lässt sich die
Frachtkosten-Kalkulation und die Vergabe der
Transporte effizienter abbilden.
Nicolas Gallenkamp, CEO der NOSTA Holding
GmbH, betont mit Blick auf den bevorstehenden
operativen Start insbesondere die partnerschaftliche
Kooperation: „Bereits vor Beginn der
Implementierungsphase war unsere Zusammenarbeit
mit Panasonic von Vertrauen und
Offenheit geprägt. Umso mehr freut es uns,
dass künftig neben der Contract Logistics auch
unsere Business Unit Road mit dem Kunden
zusammenarbeitet. Mein besonderer Dank gilt
dabei unserem Contract Logistics-Team rund
um Jan Steinacker für den starken Einsatz und
die professionelle Umsetzung.“
(RED)
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Lagermax Logistics
übernimmt Spedition
Keimelmayr
Zukunftssicherung und Stärkung des Netzwerks:
Kompetenzen und Marktkenntnis
gebündelt – Leistungsangebot erweitert,
Arbeitsverhältnisse bleiben erhalten.
Die Lagermax Logistics Austria GmbH
hat die Übernahme der Spedition
Keimelmayr in Leonding, vorbehaltlich
der Zustimmung der Kartellbehörde,
erfolgreich abgeschlossen. Dieser strategische
Schritt markiert einen bedeutenden
Meilenstein für beide Unternehmen und setzt
wichtige Impulse für die nachhaltige Zukunft
des oberösterreichischen mittelständischen
Logistikdienstleisters Keimelmayr. Gleichzeitig
stärkt Lagermax damit seine Marktposition in
Oberösterreich und baut sein österreichisches
Netzwerk in einem zentralen Wirtschaftsraum
weiter aus.
Tradition trifft Zukunft: Die Geschichte von
Keimelmayr
Die Spedition Keimelmayr blickt auf eine über
fünf Jahrzehnte andauernde Erfolgsgeschichte
zurück. Als verlässlicher Partner für Kunden
aus unterschiedlichsten Branchen hat sich das
Unternehmen einen exzellenten Ruf erarbeitet.
Die Entscheidung des bisherigen Eigentümers
Hubert Keimelmayr, das Unternehmen im Rahmen
seiner Nachfolgeregelung an Lagermax zu
übergeben, basiert vor allem auf dem Wunsch,
das Lebenswerk langfristig zu sichern und den
Mitarbeitenden sowie Kunden eine stabile und
verlässliche Zukunft zu gewährleisten.
„Nach vielen erfolgreichen Jahren war es mir
wichtig, eine Lösung zu finden, die den Fortbestand
unseres Unternehmens gewährleistet
und gleichzeitig unseren Mitarbeitenden neue
Perspektiven eröffnet“, so Hubert Keimelmayr.
„Mit Lagermax haben wir den richtigen Partner
gefunden, der unsere Werte teilt, unsere
Leistungen schätzt und die Entwicklung des
Unternehmens nachhaltig fortführen wird.“
Kontinuität und Sicherheit für
Mitarbeitende und Kunden
Für die rund 50 Mitarbeitenden von Keimelmayr
bedeutet die Übernahme vor allem eines:
Kontinuität und Sicherheit. Alle bestehenden
Arbeitsverhältnisse bleiben erhalten, was in
der heutigen Zeit ein wichtiger Vertrauens-
beweis ist. Auch die Kunden können sich darauf
verlassen, weiterhin von den gewohnten
Ansprechpartnern betreut zu werden und von
der bewährten hohen Servicequalität sowie
zuverlässigen Logistiklösungen zu profitieren.
Synergien nutzen: Erweiterung des
Leistungsangebots
Lagermax sieht in der Übernahme ein großes
Potenzial, das bestehende Leistungsangebot
gezielt zu erweitern. Durch die Integration
der Kompetenzen und Marktkenntnisse
von Keimelmayr kann Lagermax seinen Kunden
künftig noch umfassendere Transport-,
Logistik- und Servicelösungen aus einer
Hand anbieten. Die Verbindung von regionaler
Expertise mit der Stärke eines europaweit
agierenden Logistiknetzwerks schafft
neue Chancen für Wachstum und Innovation.
Alexander Friesz, Vorstand der Lagermax
Gruppe, unterstreicht die Bedeutung der Übernahme:
„Keimelmayr genießt einen hervorragenden
Ruf im Markt und verfügt über ein engagiertes
Team mit hoher Fachkompetenz. Die
Übernahme ist für uns ein weiterer wichtiger
Schritt. Sie ergänzt unser bestehendes Angebot
ideal und schafft neue Möglichkeiten, unsere
Kunden, insbesondere am oberösterreichischen
Markt, noch umfassender zu betreuen. Gleichzeitig
freuen wir uns darauf, die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter von Keimelmayr in unserer
Unternehmensgruppe willkommen zu heißen.“
Eine starke Kombination für
nachhaltiges Wachstum
Mit der Übernahme entsteht eine starke Kombination,
die Tradition, Erfahrung und Innovationskraft
miteinander verbindet. Beide Unternehmen
sind überzeugt, dass dieser Schritt die
Grundlage für weiteres nachhaltiges Wachstum
und langfristigen Erfolg schafft. Die Bündelung
von Kompetenzen und Marktkenntnis wird
die Position beider Partner in der Transport- und
Logistikbranche nachhaltig stärken.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S56
Hödlmayr International
übernimmt Nutzfahrzeugsparte
Gartner KG
Hödlmayr International baut High & Heavy-
Logistik aus: Geplante Übernahme der
Nutzfahrzeugsparte der Gartner KG.
spezialisierten Fuhrpark im Bereich schwerer
Transporte auszeichnet. Künftig wird diese
Sparte in die Hödlmayr High & Heavy GmbH
integriert und ergänzt das bestehende Angebot
sowohl strategisch als auch operativ sinnvoll.
Durch die Zusammenführung erwartet Hödlmayr
International signifikante Synergien, vor allem in
den Bereichen Transportorganisation, Flottenmanagement
und Overhead-Strukturen. Ziel ist
es, bestehende Kundenbeziehungen langfristig
zu sichern, Abläufe effizienter zu gestalten
und die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen
High & Heavy-Markt nachhaltig zu erhöhen.
Die Hödlmayr International GmbH gab
kürzlich die geplante Übernahme der
Nutzfahrzeugsparte der Gartner KG
bekannt. Mit diesem strategischen
Schritt will das Unternehmen seine Position im
Bereich High- & Heavy-Logistik weiter stärken
und setzt damit einen wichtigen Meilenstein
in seiner langfristigen Wachstumsstrategie.
Erweiterung des Leistungsportfolios durch
Integration der Gartner Nutzfahrzeugsparte
Der Übernahmegegenstand umfasst das operative
Nutzfahrzeuggeschäft der Gartner KG,
das sich durch ein etabliertes Kundenportfolio,
erfahrene Fahrerinnen und Fahrer sowie einen
Statements der Unternehmensführung
„Die heute unterzeichnete Übernahme der
Nutzfahrzeugsparte der Gartner KG ist ein
bedeutender Schritt für unser Unternehmen.
Sie ermöglicht es uns, unser Angebot gezielt
auszubauen und unseren Kundinnen und Kunden
noch umfassendere und integrierte Logistiklösungen
im Bereich High & Heavy anzubieten“,
erklärt Johannes A. Hödlmayr, CEO der
Hödlmayr International GmbH.
Auch Christian Gartner, CEO der Gartner KG,
bewertet die Transaktion positiv: „Wir sind
überzeugt, dass die Nutzfahrzeugsparte unter
dem Dach von Hödlmayr International ihr volles
Potenzial entfalten kann und dort bestens für
die Zukunft aufgestellt ist.“ Durch die Abgabe
dieses Geschäftsbereichs kann sich die Gartner
KG künftig noch stärker auf ihr Kerngeschäft im
Bereich Kühl-, Planen- und Tankverkehr konzentrieren.
Ausblick und Rahmenbedingungen
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem
Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen
und wird bis Ende Sommer 2026
erwartet. Über die finanziellen Details wurde
Stillschweigen vereinbart.
Über Hödlmayr International GmbH
Hödlmayr International ist ein führender Anbieter
von Fahrzeug- und Automobillogistik in
Europa und deckt die gesamte Wertschöpfungskette
ab – von Transport und Aufbereitung bis
hin zur Distribution. Mit innovativen Lösungen
und einem starken Fokus auf Kundenbedürfnisse
setzt Hödlmayr Maßstäbe in der Branche.
Fakten auf einen Blick:
• 100 %iges Familienunternehmen
• Umsatz 445 Millionen Euro (2025)
• Rund 1.900 Mitarbeiter
• Präsenz in 16 Ländern
• 650 Fahrzeugtransporter
• 27 Ganzzugsysteme
• 66.000 Fahrzeugstellplätze
• Transportvolumen von rund 1,9 Millionen
Fahrzeugen jährlich
Mit der Übernahme der Nutzfahrzeugsparte der
Gartner KG baut Hödlmayr International seine
Kompetenz im Bereich High & Heavy-Logistik
weiter aus und festigt seine Position als starker
Partner für komplexe Transportlösungen in
Europa. Die Integration schafft neue Synergien
und bietet Kunden zukünftig noch umfassendere
Services aus einer Hand. (RED)
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S58
Wachsende Nachfrage
und Nearshoring-Trends
cargo-partner, ein Mitglied der NIPPON
EXPRESS GROUP, baut seine Straßentransport-Services
in Europa signifikant aus.
Der strategische Fokus liegt dabei auf
Verbindungen zwischen der Slowakei,
Tschechien und Polen mit Italien,
der Türkei, dem Vereinigten Königreich
und Irland.
„Der Straßengüterverkehr spielt eine entscheidende
Rolle dabei, europäische Lieferketten flexibel
und zuverlässig zu halten“, erklärt Mirko
Blazevic, Director Road Europe Operations bei
cargo-partner. „Mit dem europaweiten Ausbau
unseres Netzwerks bieten wir unseren
Kund:innen eine integrierte Gesamtlösung, die
Transport, Verzollung, Lagerhaltung und digitale
Transparenz aus einer Hand vereint.“
Gestützt auf eine starke regionale Präsenz in
Zentral- und Osteuropa sowie die umfassenden
Kapazitäten der NX GROUP, deckt das erweiterte
Angebot von cargo-partner das gesamte
Spektrum an Straßentransport-Services ab:
von Komplett- (FTL) und Teilladungen (LTL) über
Sammelgut bis hin zu Economy-, Priority- und
Emergency-Sendungen.
Wichtige Kapazitätssteigerungen auf
zentralen Handelskorridoren
Im Zuge der Expansion hat cargo-partner sein
Serviceangebot auf mehreren entscheidenden
europäischen Handelsrouten optimiert:
• Italien – CEE: Im Verkehr zwischen Italien und
der CEE-Region bietet der Logistiker bis zu fünf
Abfahrten pro Woche von Italien in die Slowakei,
nach Tschechien, Österreich, Ungarn und
Polen und vice versa. Mit Door-to-Door-Laufzeiten
ab drei Tagen treffen diese Services insbesondere
bei Unternehmen aus der Automobil-,
Maschinenbau- und Möbelindustrie auf
starke Nachfrage.
• Türkei – CEE: Angetrieben durch das wachsende
Interesse an Nearshoring bietet cargopartner
wöchentliche Import- und Exportverkehre
von und in die Slowakei, nach Tschechien,
Österreich und Ungarn an. Dazu zählt eine
regelmäßige Verbindung zwischen Istanbul
und Brünn mit Door-to-Door-Laufzeiten ab sieben
Tagen. Eine immer beliebtere Option auf
dieser Strecke ist der intermodale Transport
– eine kosteneffiziente und umweltfreundliche
Alternative zu reinen LKW-Verbindungen,
die das Risiko von Verzögerungen an der stark
beanspruchten türkischen Grenze minimiert.
• Großbritannien & Irland – Europa: Für die Handelsroute
zwischen CEE und dem Vereinigten
Königreich unterhält cargo-partner zweimal
wöchentlich Sammelgutabfahrten von Großbritannien
nach Polen, Österreich, Tschechien,
in die Slowakei, nach Ungarn, Kroatien, in den
Photo Copyright: cargo-partner
baltischen Raum und in die Türkei. Ergänzt wird
dies durch einen bewährten Straßentransport-Service
über die Irische See mit täglichen
Optionen für Sammelgut, Teil- und Komplettladungen
sowie Express-Fahrten.
Integrierte Lagerlogistik und paneuropäische
Distribution
Eine besondere Stärke des Angebots ist sein
integrierter Ansatz. Zusätzlich zum Transport
bietet cargo-partner parallel eine umfassende
Zollunterstützung in ganz Europa. Von seinem
Umschlagspunkt in Österreich aus bedient der
Logistiker Linienverkehre nach Kroatien, Slowenien,
die Türkei, nach Polen, Ungarn, Rumänien,
Bulgarien, Moldawien, die Slowakei,
Tschechien, den Kosovo, die „Stan“-Staaten,
Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro,
Nordmazedonien und Albanien. Diese Services
werden von einem starken Netzwerk an
Lagerstandorten gestützt, zu dem von cargopartner
betriebene Logistikzentren in Zentralund
Osteuropa, der Türkei und Großbritannien
sowie NX-GROUP-Warehouses in Italien und
weiteren wichtigen westeuropäischen Knotenpunkten
gehören. Diese Infrastruktur ermöglicht
maßgeschneiderte Lösungen, die Transport
mit Konsolidierung, Lagerung, Fulfillment
und Distribution kombinieren.
„Wir schaffen ein hocheffizientes und flexibles
Netzwerk, um Betriebsabläufe in ganz Europa
zu optimieren“, betont Mirko Blazevic. „Indem
wir unsere Kapazitäten im Landverkehr und
unsere internen Prozesse stärken, können wir
einen noch schnelleren und resilienteren Service
anbieten. Wir wollen nicht nur Waren von
A nach B bewegen, sondern aktiv Hürden in
den Lieferketten unserer Kund:innen abbauen.
Darin liegt der wahre Mehrwert.“ (RED)
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Der Wiener Industrie- und Logistikmarkt
befindet sich in einer Phase
struktureller Verschiebungen. Während
die Nachfrage an Dynamik
verliert, trifft sie auf ein wachsendes Angebot
aus den starken Fertigstellungsjahren 2024
und 2025. Der Flächenumsatz ging 2025 auf
rund 104.000 m2 zurück. Gleichzeitig wurde
vom Vienna Research Forum (VRF) erstmals
eine Leerstandsquote erhoben: Diese liegt bei
4,0 %. „Wir sehen aktuell eine klare Marktverschiebung.
Das Angebot wächst schneller
als die Nachfrage. Gleichzeitig werden Standortentscheidungen
selektiver getroffen. Für
Unternehmen eröffnet das neue Handlungsspielräume,
während sich Anbieterinnen und
Anbieter stärker differenzieren müssen“, sagt
Eugen Otto, Geschäftsführer von OTTO Immobilien.
Rückläufige Nachfrage bei stabilem Bestand
Der Gesamtbestand an Industrie- und Logistikflächen
in Wien und Umgebung beläuft sich
laut Daten des VRF aktuell auf rund 8,25 Mio.
m2. Der Flächenumsatz lag 2025 bei 104.000
m2 und damit um 11 % unter dem Vorjahreswert
(2024: 117.000 m2). Der größte Flächenumsatz
wurde 2025 mit rund 25.000 m2 im Submarkt
Wien Umland Süd erzielt. Das entspricht rund
24 % der im Jahr 2025 umgesetzten Fläche.
Auffällig ist die geringe Zahl großvolumiger
Abschlüsse, ein Großteil des Marktgeschehens
konzentriert sich auf kleinere und mittlere Flächen.
Nur eine Inbetriebnahme überschritt die
Marke von 10.000 m2.
Wiener Logistikmarkt:
Flächenumsatz und
Fertigstellungen sinken
Rückläufige Flächenumsätze und Fertigstellungen
bei stabilen Mietpreisen: Logistikimmobilienmarkt
2025/2026 im Überblick.
„Die Nachfrage ist deutlich selektiver geworden.
Viele Unternehmen verschieben Standortentscheidungen
oder prüfen intensiver. Der
Bedarf bleibt grundsätzlich vorhanden, konzentriert
sich jedoch stärker auf passende Flächen
hinsichtlich Preis, Lage und Qualität“, sagt
Anthony Crow, Abteilungsleiter Immobilienvermarktung
Gewerbe bei OTTO Immobilien.
Leerstände durch Angebotsüberhang
Mit 2025 wurde erstmals eine Leerstandsquote
für moderne, drittverwendbare Flächen erhoben,
die sich auf 4,0 % beläuft. „Die Leerstände
sind eine direkte Folge der starken Fertigstellungen
der vergangenen Jahre. Viele neue Projekte
kommen aktuell zeitgleich auf den Markt,
während die Nachfrage nicht im gleichen Ausmaß
mitzieht“, so Research-Leiter Martin Denner.
Besonders betroffen sind neu errichtete,
großflächige Objekte, die teilweise noch keine
ausreichende Vorvermietung aufweisen. Vor
diesem Hintergrund ist in den kommenden
Jahren mit einem weiteren Anstieg der Leerstandsrate
zu rechnen.
Deutlicher Rückgang bei Fertigstellungen
Nach zwei außergewöhnlich starken Jahren mit
durchschnittlich rund 300.000 m2 Fertigstellungsvolumen
folgt 2026 ein markanter Rückgang.
Für das laufende Jahr werden lediglich
rund 79.000 m2 neue Flächen erwartet. Dieser
Rückgang ist vor allem auf die Verschiebung
zahlreicher Projekte zurückzuführen, die nun
frühestens ab 2027 realisiert werden sollen.
Rund 97 % der Flächen mit einer geplanten Fertigstellung
2026 und 2027 sind für die Fremdnutzung
bestimmt, davon aktuell aber nur 5 %
vorvermietet. Für 2027 ist momentan ein Fertigstellungsvolumen
von über 250.000 m2 in
Planung.
„Die Projektpipeline reagiert bereits auf die veränderten
Marktbedingungen. Entwickler:innen
verschieben Projekte oder passen Konzepte
an, um auf die aktuelle Nachfragesituation zu
reagieren“, sagt Alexandra Fischer, Teamleiterin
Industrie & Logistik bei OTTO Immobilien.
Stabile Mieten, differenzierte Entwicklung
Die Mietpreisentwicklung zeigt sich 2025 und
Anfang 2026 insgesamt stabil. Vor allem im
Neubausegment gab es in den meisten Submärkten
kaum Veränderungen gegenüber dem
Vorjahr: Die Mietpreise liegen in allen Wiener
Regionen weiterhin bei bis zu EUR 7,75 pro m2.
Im Bestandssegment hingegen zeigen sich
regionale Unterschiede. Während in einzelnen
Lagen wie etwa Wien Nord Zuwächse zu beobachten
sind, kommt es in anderen Teilmärkten
– wie Wien Ost sowie moderat auch Wien
Süd – zu Rückgängen. „Der Markt differenziert
sich zunehmend. Hochwertige Flächen in guten
Lagen behaupten sich weiterhin, während
weniger attraktive Objekte stärker unter Druck
geraten“, so Alexandra Fischer.
Auch bei Grundstücken zeigt sich ein differenziertes
Bild: Während Top-Lagen weiterhin
Preissteigerungen verzeichnen, stabilisieren
sich die Preise in Randlagen zunehmend.
Da Neuwidmungen seltener werden, rücken
Brownfields – also das Recycling bereits
gewidmeter Flächen – verstärkt in den Fokus.
Die höchsten Preise werden nach wie vor im
Submarkt Wien Süd mit rund 550 Euro pro m2
gezahlt.
Die Runde führender Entwickler:innen bestätigt
die zunehmende Differenzierung des Marktes
und sieht insbesondere bei Nutzungsanforderungen,
Flächenformaten und Standortqualität
einen nachhaltigen Wandel.
Moderne Flächen bleiben nachgefragt, ältere
Bestandsobjekte geraten zunehmend in eine
schwächere Marktposition. Insbesondere die
Nachvermietung zu bisherigen Mietniveaus
gestaltet sich vielerorts schwieriger. Gleichzeitig
verändern strukturelle Trends die Nachfrage
nachhaltig. Der Bedarf an stadtnahen Logistikflächen
bleibt hoch, während steigender Kostendruck
und begrenzte Flächenverfügbarkeit
die Standortentscheidungen beeinflussen.
Brownfields gewinnen weiter an Bedeutung,
ebenso wie energieeffiziente Bauweisen und
neue Logistikkonzepte. Zusätzliche Nachfrageimpulse
könnten von internationalen Unternehmen
ausgehen, die ihre Präsenz in Europa ausbauen.
Der Industrie und
Logistik-Marktbericht
von OTTO Immobilien
mit Analysen,
Marktdaten und den
Einschätzungen der
Developer-Experten
ist hier abrufbar unter:
https://epaper.otto.at/
link/533491/
Ausblick: Markt bleibt unter Anpassungsdruck
Der Wiener Industrie- und Logistikmarkt wird
kurzfristig von einem weiteren Anpassungsprozess
geprägt bleiben. Im Rahmen eines
erstmals durchgeführten „Developer“-Roundtables
bei OTTO Immobilien diskutierten zentrale
Marktakteur:innen die aktuelle Lage und
künftige Entwicklungen des Logistikmarktes.
„Die aktuelle Marktphase sorgt für mehr Realismus
auf beiden Seiten. Nutzer:innen hinterfragen
Flächen genauer, Entwickler:innen ihre
Konzepte. Diese neue Balance wird den Markt
nachhaltig prägen. Umso wichtiger wird es, fundierte
Marktkenntnis als Grundlage für belastbare
Entscheidungen zu nutzen“, schließt Eugen
Otto. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S62
Fuhrparkdaten sind der
Schlüssel zur
nachhaltigen Flotte
Metzger Spedition setzt auf digitale Fuhrparkdaten
als Basis für eine nachhaltige und
elektrifizierte Zukunft.
Die Metzger Spedition GmbH aus dem
baden-württembergischen Neu-
Kupfer (D) feiert heuer ihr 80-jähriges
Firmenjubiläum und damit
acht Jahrzehnte Transport- und Logistikdienstleistungen.
Stetige Veränderungen prägen die
Branche von Beginn an. Das Familienunternehmen
hat es sich zum Ziel gesetzt, seine
regionale Verwurzelung mit einer modernen
Zukunftsstrategie, geprägt von
Digitalisierung und Nachhaltigkeit, zu
verknüpfen. Eine zentrale Rolle spielt
dabei die Flottenmanagement-Software
Webfleet.
Was 1946 mit einem einzigen reparierten
Lkw begann, hat sich zu einem
modernen Logistikdienstleister mit rund
80 Mitarbeitenden und einem Fuhrpark von
30 Lkw – davon 5 vollelektrisch – entwickelt.
Das Unternehmen mit eigenem Ladepark – 4
Schnellladesäulen für Lkw und Pkw – bietet
Transportlogistik, Lagerlogistik und individuelle
Logistikkonzepte für spezielle Kundenanforderungen
an. Nachhaltige Mobilität und
zukunftsfähige Technologien sind die beiden
Haupt-Investitionsziele. Unter dem Leitgedanken
„Charge the Future“ hat sich Metzger
ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen
mindestens 50 Prozent der eigenen Lkw-
Flotte elektrifiziert sein. Dass die schrittweise
Elektrifizierung des Fuhrparks nicht mittels
Bauchgefühl erfolgen kann, ist klar. „Bei der
Umstellung der Flotte auf E-Lkw ist es am wichtigsten,
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
miteinander zu verbinden“, sagt Kevin Kielwein,
Geschäftsführer von Metzger Logistik.
Digitalisierung als Grundlage für
die Elektrifizierung
Für den Unternehmer ist klar, dass die Elektrifizierung
einer Flotte nur auf Basis belastbarer
Daten gelingt: „Man kann nicht einfach Fahrzeuge
austauschen, sondern muss genau wissen,
welcher Schritt zu welchem Zeitpunkt notwendig
wird. Dabei helfen digitale Werkzeuge
wie die Fuhrparksoftware von Webfleet. Sie
zeigt, welche Transportaufträge bereits heute
elektrisch abgewickelt werden können, wo entlang
der Strecke Lademöglichkeiten zur Verfügung
stehen und an welchen Stellen der weitere
Ausbau der Flotte sinnvoll ist.“ Reichweiten,
Ladezeiten, Routen und Fahrzeugauslastungen
müssen daher jederzeit abrufbar sein. Aus
diesem Grund hat Metzger bereits 2025 seine
gesamte Fahrzeugflotte mit Webfleet ausgestattet,
von Fahrzeugen mit Verbrennermotoren
bis zu den elektrisch betriebenen Lkw.
Fuhrparksoftware als kompetenter,
wachsamer Assistent
Die digitale Flottenmanagement-Plattform
unterstützt das Logistikunternehmen sowohl
bei der Tourenplanung und Disposition als auch
bei der Ladeinfrastrukturplanung. Verfügbare
Ladestationen entlang der Strecken werden
angezeigt, Reichweiten lassen sich in Echtzeit
überwachen und Touren entsprechend optimieren.
„Für uns ist das digitalisierte Flottenmanagement
ein entscheidender Faktor für
das Gelingen unserer Logistikleistungen. Wir
treffen notwendige Entscheidungen nicht aufgrund
von Vermutungen oder aufgrund eines
Bauchgefühls, sondern auf Basis ganz konkreter
Daten. So bekommen wir auch die Planungssicherheit
für den weiteren Ausbau der E-Mobilität
unseres Unternehmens“, so Kielwein.
Effizienzsteigerung im täglichen Betrieb
Die Telematiksoftware bringt für den Fuhrpark
von Metzger etliche weitere Vorteile mit sich:
Echtzeitinformationen ermöglichen eine präzisere
Disposition, Leerfahrten können reduziert
und Personalressourcen besser genutzt werden.
Gleichzeitig unterstützt das System bei der
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie Lenkund
Ruhezeiten sowie bei Führerschein- und
Geschwindigkeitskontrollen.
Für die Fahrer bietet Webfleet zusätzliche
Unterstützung durch Echtzeit-Feedback. Mithilfe
von Webfleet OptiDrive 360 werden Kennzahlen
wie Tempoverstöße, Leerlaufzeiten oder
auffällige Fahrmanöver ausgewertet. Daraus
entsteht ein individueller Fahrerscore, der
sowohl für Schulungen als auch für die persönliche
Weiterentwicklung genutzt werden kann
und erheblich zur Sicherheit der Lenker beiträgt.
„Seit der Einführung von Webfleet OptiDrive360
hat sich der Schulungsaufwand deutlich reduziert,
gleichzeitig sanken Kraftstoffverbrauch
und Wartungskosten. Eine vorausschauende
Fahrweise verbessert nicht nur die Wirtschaftlichkeit,
sondern auch die Umweltbilanz der
Flotte“, zeigt sich der Logistik-Unternehmer
zufrieden.
Digitale Wartungsplanung statt „Oh je, da
brauchen wir einen Werkstatt-Termin“
Eine weitere positive Facette der Fuhrparkmanagement-Software
zeigt sich im Wartungsmanagement.
Während Wartungen oder
Reparaturen früher überwiegend nach festen
Intervallen oder aufgrund von Fahrerhinweisen
durchgeführt wurden, setzt Metzger heute
auf digitale Prozesse und vorausschauende
Instandhaltung.
Über den Webfleet Vehicle Check führen Fahrer
ihre Fahrzeugkontrollen digital durch und dokumentieren
den Zustand des Fahrzeugs direkt
am Tablet. Mögliche Mängel werden sofort
angezeigt und können frühzeitig behoben werden.
Zusätzlich werden Fehlermeldungen aus
den Fahrzeugen automatisch an die Fuhrparkverantwortlichen
weitergeleitet. Dadurch lassen
sich Wartungsmaßnahmen besser planen,
ungeplante Ausfälle vermeiden und die Verfügbarkeit
der Fahrzeuge erhöht sich.
Nachhaltigkeit als Teil der
Unternehmensstrategie
„Wenn man als Logistikunternehmen Nachhaltigkeit
ernst nimmt, dann ist das kein abgeschlossenes
Projekt, sondern ein wichtiger Teil
der Firmenphilosophie. Unserer Meinung nach
führt an Nachhaltigkeit buchstäblich kein Weg
vorbei. Neben dem Einsatz von E-Lkw setzen wir
auf den alternativen Kraftstoff HVO100. Somit
fahren auch all unsere Verbrennerfahrzeuge
CO2 neutral. wir investieren in unsere eigene
Ladeinfrastruktur und nutzen Solarenergie am
Standort. Die digitalen Werkzeuge gehören fix
zum Arbeitsalltag. Sie liefern uns die notwendigen
Daten, um Emissionen transparent zu
erfassen und unsere Fortschritte messbar zu
machen“, sagt Kielwein.
Blick nach vorne
Seit es Logistikbetriebe gibt, gibt es Veränderungen.
Derzeit sind es die Themen Digitalisierung,
Elektrifizierung und steigende Anforderungen
an Nachhaltigkeit, die die Branche und
deren Entwicklung in den kommenden Jahren
prägen. Metzger ist für die aktuellen Herausforderungen
gut vorbereitet und hat auch den
Anspruch, eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Dazu Kevin Kielwein: „Wir wissen, dass es in
der Branche viele Unternehmen gibt, die beispielsweise
nichts von e-Lkw halten. Mit unserer
Initiative zeigen wir, dass die Elektrifizierung
der Flotte sehr wohl funktioniert und auch viele
Vorteile mit sich bringt.“
Mit datenbasiertem, digitalem Flottenmanagement
schafft das Unternehmen die Basis für
mehr Transparenz und schnellere Entscheidungen
in allen Belangen rund um den Firmenfuhrpark.
Oder wie Geschäftsführer Kevin Kielwein
es zusammenfasst: „Effizient. Leistungsstark.
Nachhaltig. Mit Webfleet werden wir genau das
Unternehmen, das wir sein wollen.“ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S64
Logistics Whitepaper:
PTV-Tourenoptimierung
in der Stückgutlogistik
Die Stückgutlogistik steht zunehmend unter
Druck: steigende Personalkosten, volatile
Sendungsmengen und wachsende
Kundenanforderungen treffen auf stagnierende
Produktivität.
Drei Herausforderungen in der Stückgutlogistik
und mögliche Lösungen.
. Laut DSLV-Kostenindex machen
Personalkosten inzwischen über
50 Prozent aus und treiben das Kostenniveau
weiter in die Höhe. Gleichzeitig fehlt es häufig
an qualifizierten Fachkräften. Für Unternehmen
der Branche ist klar: Sie müssen effizienter
werden. Doch traditionelle Prozesse und
bestehende Software-Lösungen in der Logistik
stehen dem oft im Weg. Wie groß die Herausforderungen
tatsächlich sind und wie Unternehmen
ihnen begegnen können, zeigt das
aktuelle Whitepaper „Tourenoptimierung in der
Stückgutlogistik“ von PTV Logistics. Dabei werden
insbesondere drei zentrale Herausforderungen
deutlich, die die Effizienz in der Stückgutlogistik
heute maßgeblich beeinflussen:
1. Fehlende Transparenz auf Betriebsebene
In der heterogenen Welt der Stückgutlogistik
basieren Wirtschaftlichkeitsrechnungen häufig
auf Mischkalkulationen. Ein Blick bis hinunter
auf einzelne Touren ist oft nicht möglich
oder nur mit sehr hohem Aufwand verbunden.
Dadurch bleibt die tatsächliche Wirtschaftlichkeit
häufig unklar. Besonders im Nahverkehr
werden Ineffizienzen durch ungünstige Tourengebiete
oder zusätzlichen Aufwand bei einzelnen
Stopps oftmals nicht erkannt.
2. Lösungen können Komplexität nur vereinfacht
abbilden
Mit traditionellen Methoden und älteren Tools
sind Unternehmen oft gezwungen, mit Vereinfachungen
zu arbeiten. Die Vielzahl möglicher
Einflussfaktoren kann dabei nicht vollständig
berücksichtigt werden. Doch gerade in Summe
können viele kleine Aspekte zu größeren Problemen
führen. Dazu gehören beispielsweise
unterschiedliche Servicezeiten oder geografische
Besonderheiten bei einzelnen Kunden,
ungeplante Wartezeiten, fixe Termine für Pausen
oder fahrzeugspezifische Einschränkungen.
Bei händischer Planung lässt sich all das
kaum berücksichtigen – zumindest nicht mit
überschaubarem Aufwand. Das führt dann
dazu, dass Touren zwar auf dem Papier funktionieren
und effizient erscheinen, in der Praxis
jedoch oft nicht optimal umsetzbar sind.
3. Ungenutzte Potenziale im Nahverkehr
Beim Stückgut geht es immer auch darum, Liefer-
und Abholprozesse möglichst effizient miteinander
zu verzahnen, um unnötige Kilometer
zu vermeiden. Im Idealfall werden Zustellung
und Abholung innerhalb einer Tour kombiniert.
Doch das stellt Disponenten wiederum vor die
Herausforderung, Touren so zu planen, dass
Fahrer möglichst wenig im Laderaum umräumen
müssen. In der Praxis gelingt das häufig
nicht oder ist mit großem Abstimmungsaufwand
verbunden. Wird kein optimales Zusammenspiel
zwischen Disposition, Kunden und
Fahrern erreicht, sind ineffiziente Touren und
ungenutzte Kapazitäten häufig die Folge.
Automatisierte Tourenoptimierung als Lösung
Mit steigenden Effizienzanforderungen in der
Stückgutlogistik stößt die manuelle Planung
zunehmend an ihre Grenzen. Zeitfenster, Kapazitäten,
Relationen, Servicezeiten und Restriktionen
müssen gleichzeitig berücksichtigt werden
– oft unter erheblichem Zeitdruck in der Nacht.
Es ist also an der Zeit, dass Transportunternehmen
auf konsequente Automatisierung setzen
und die eigenen Daten zu ihrem strategischen
Vorteil nutzen. Mit entsprechenden modernen
Lösungen können realistische Servicezeiten
und fixe Termine automatisch berücksichtigt
werden. Integrierte Tourenplanung kombiniert
dabei Abhol- und Zustellaufträge innerhalb
einer Tour möglichst effizient. Dabei steht klar
die Gesamteffizienz im Fokus und nicht etwa
nur die kürzeste Strecke. Zufahrtsbeschränkungen,
Zeitfenster und gesetzliche Vorgaben
fließen ebenfalls automatisch in die Planung
ein. Dadurch entstehen Tourenpläne, die nicht
nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis
funktionieren. Gleichzeitig werden Disponenten
entlastet und Unternehmen gewinnen an
Flexibilität im Tagesgeschäft.
Das Whitepaper von PTV Logistics zeigt, wie
moderne, automatisierte Tourenplanung dazu
beitragen kann, Transparenz zu schaffen, Planungsqualität
zu verbessern und vorhandene
Kapazitäten optimal zu nutzen. Weitere Informationen
und Lösungsansätze finden sich im
Whitepaper auf Anfrage, welches zum Download
bereitsteht. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S66
Smartphones bewegen
jeden achten Euro des
Technologiehandels in
der EU
Logista Freight analysiert in einem Bericht
die wichtigsten Korridore, Produkte und
Transportarten des europäischen Technologiehandels.
Smartphones sind das bedeutendste
Technologieprodukt im innereuropäischen
Handel: 42.664 Millionen
Euro wurden zwischen den 27 Mitgliedstaaten
der EU ausgetauscht, was 12,2 %
eines Marktes entspricht, der 2025 insgesamt
350.289 Millionen Euro erreichte. Das geht aus
einem Bericht von Logista Freight hervor, der
die Handelsströme der Tech‐Industrie analysiert.
Sie haben sich im Laufe des vergangenen
Jahrzehnts mehr als verdoppelt und spiegeln
bereits den Aufschwung der künstlichen Intelligenz
wider.
Der Bericht, der über einen Link heruntergeladen
werden kann, zeigt, dass die Niederlande
und Deutschland das Rückgrat des europäischen
Technologiehandels bilden. Sie sind
Ursprung oder Ziel der zehn wichtigsten Handelskorridore.
Der intensivste Warenstrom verläuft
zwischen den Niederlanden und Deutschland
und beläuft sich auf 29.018 Millionen Euro,
gefolgt von der Handelsachse zwischen den
Niederlanden und Frankreich mit 16.158 Millionen
Euro.
Diese Konzentration der Warenströme in den
Niederlanden hängt mit der Rolle Rotterdams
als Eingangstor für Technologieimporte nach
Europa zusammen. Viele der mit Smartphones,
Laptops, Chips und Komponenten beladenen
Container, die aus China, den USA, Vietnam oder
Taiwan auf den Kontinent gelangen, erreichen
Europa über diesen Hafen. Von dort werden sie
per Lkw in den übrigen EU‐Raum weiterverteilt.
Die Analyse der in der Branche am häufigsten
genutzten Transportarten bestätigt die führende
Rolle des Straßentransports, der mehr
als 90 % der logistischen Warenströme in den
27 Mitgliedstaaten der EU auf sich vereint. Der
Bericht geht zudem den Gründen für die starke
Stellung des Straßentransports nach, erläutert
die spezifischen Vorteile von Stückgut‐ und
Komplettladungen und beleuchtet die besondere
Herausforderung, die das Thema Sicherheit
für die Technologiebranche darstellt, die
von 15 % der in Europa registrierten Diebstählen
betroffen ist.
Álvaro González‐Escalada, Generaldirektor von
Logista Freight, ist der Ansicht, dass sich die
Technologiebranche mit ganz anderen Dynamiken
bewegt als andere Industriezweige und
die Logistik deshalb für jedes Unternehmen der
Branche eine strategische Bedeutung hat. In
einer Branche, die durch kurze Produktzyklen,
konzentrierte Nachfragespitzen und eine Nulltoleranz
gegenüber Verzögerungen geprägt
ist, komme dem Transport eine wachsende
strategische Bedeutung zu. Je stärker die Produktion
in Europa zunehme und die Handelsströme
wachsen, desto deutlicher trete diese
Bedeutung hervor. Hinzu kämen wachsende
sicherheitsbezogene Herausforderungen. Die
Zunahme krimineller Aktivitäten gegenüber
hochwertigen Gütern zwinge die Unternehmen
dazu, ihre Schutzstandards zu erhöhen und
mache das Sicherheitsmanagement zu einem
entscheidenden Differenzierungsmerkmal der
spezialisierten Logistik.
Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick
darüber, wie sich der Technologiehandel in den
27 Mitgliedstaaten der EU entwickelt: welche
Produkte den größten Anteil am Handelsvolumen
ausmachen, welche Korridore die Verteilung
strukturieren, auf welche Weise der Transport
erfolgt und welche spezifischen Risiken
die Logistik mit sich bringt. Diese Informationen
verschaffen allen Akteuren der Branche – von
Herstellern über Distributoren und E‐Commerce‐Anbieter
bis hin zu Systemintegratoren
– einen präzisen Einblick in die logistische und
kommerzielle Struktur des europäischen Technologiemarkts.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S68
MAN reduziert
Treibhausgas-Ausstoß
seiner Werke deutlich
MAN setzt Maßstäbe in Klimaschutz: 67,9 %
weniger Treibhausgasemissionen seit 2019,
E-Mobilität als Schlüssel mit vollelektrischen
Modellen und Nachhaltigkeitsbericht 2025.
MAN steigerte den Anteil erneuerbarer Energien
durch Eigenerzeugung, langfristige Power
Purchase Agreements (PPAs) sowie den Bezug
zertifizierten Grünstroms. Photovoltaikanlagen
werden standortübergreifend ausgebaut.
In München bereitet MAN zudem den Bau
einer Geothermieanlage vor, um fossile Wärme
schrittweise zu ersetzen und die Treibhausgas
Bilanz des größten Produktionsstandorts nachhaltig
zu verbessern. Ergänzend modernisiert
das Unternehmen konsequent energieintensive
Anlagen und setzt weitere Effizienzprogramme
in der Produktion um. Auch die zunehmende
Elektrifizierung der eigenen Firmenwagenflotte
trägt zur Emissionsreduktion bei.
Seit 2019 hat das Unternehmen die
Treibhausgasemissionen an seinen
Unternehmensstandorten (Scopes
1 und 2) um 67,9 Prozent reduziert.
Damit nähert sich MAN dem von der Science
Based Targets initiative (SBTi) bestätigten Ziel,
die standortbezogenen Emissionen bis 2030
um 70 Prozent gegenüber 2019 zu senken. Dies
geht aus dem soeben veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht
des Unternehmens hervor.
Die Reduktion ist Ergebnis einer konsequenten
Umstellung von Energieversorgung, Infrastruktur
und Produktionsprozessen.
Elektrifizierung des Produktportfolios
Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass über 95
Prozent der Treibhausgasemissionen von MAN
in der Nutzungsphase der Fahrzeuge entstehen.
Der THG-Flottenausstoß pro Fahrzeugkilometer
der von MAN verkauften Trucks, Busse und Vans
(Scope 3, Kategorie 11) soll bis 2030 um 28 Prozent
im Vergleich zu 2019 sinken. Entsprechend
ist die Dekarbonisierungsstrategie konsequent
auf die Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios
ausgerichtet. Im Berichtsjahr 2025 konnte hier
eine Reduktion um 16 Prozent gegenüber 2019
erreicht werden.
Foto: FRBMedia
Mit dem Start der Serienproduktion der batterieelektrischen
Lkw MAN eTGX und MAN eTGS
am Standort München ist der Übergang von
der Erprobung zur Skalierung vollzogen. 2025
setzte MAN mehr als 620 elektrische Lkw ab
und unterstützt damit zahlreiche Transportund
Logistikunternehmen bei der Reduktion
ihrer Transportemissionen. Auch im Bussegment
verzeichnet MAN starkes Wachstum:
Vollelektrische Stadt- und Überlandbusse sind
in vielen europäischen Städten im Einsatz. 2025
stieg der Absatz von elektrischen Linienbussen
um 118 Prozent auf über 1.300 Fahrzeuge – ein
Rekord. Mit dem MAN Lion’s Coach E erweitert
das Unternehmen sein Angebot erstmals auf
den Reisebusverkehr. Erste batterieelektrische
MAN-Reisebusse sollen bis Ende 2026 an Kunden
in Europa rollen. Insgesamt erhöhte MAN
den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge 2025 um
168 Prozent auf 1.970 Einheiten. Bis 2030 sollen
etwa 40 Prozent der in Europa abgesetzten
MAN-Fahrzeuge vollelektrisch sein.
Dekarbonisierung eigener Transportprozesse
MAN treibt auch die schrittweise Elektrifizierung
seiner Inbound Logistik voran und hat 2025
Ausschreibungen für den Einsatz batterieelektrischer
Lkw auf zunächst rund 40 Routen
durchgeführt, die jährlich bis zu 165 Millionen
Kilometer umfassen. Der Serienbetrieb läuft seit
Anfang dieses Jahres. In der Outbound Logistik
setzt MAN gemeinsam mit Logistikpartner
VEGA International auf ein intermodales Konzept
aus Schienentransport für den Hauptlauf
und MAN eTGX für die „letzte Meile“. Bis Ende
2026 sollen 30 bis 40 weitere vollelektrische
Lkw in der Fahrzeugauslieferung eingesetzt
werden. „Der größte Klimaschutzhebel liegt im
Fahrzeugbetrieb – und genau dort beschleunigen
wir die Elektrifizierung. Gleichzeitig zeigen
wir im eigenen Einflussbereich, dass wir liefern:
An unseren Unternehmensstandorten haben
wir die Emissionen seit 2019 um 67,9 Prozent
reduziert. Und wir elektrifizieren auch unsere
eigenen Transportprozesse – von Inbound bis
Outbound. So machen wir Klimaschutz messbar:
im Geschäftsbetrieb, in der Nutzung sowie
entlang der Wertschöpfungskette”, erläutert
Alexander Vlaskamp, CEO MAN Truck & Bus.
Nachhaltigkeit Unternehmensstrategie
Unter dem Motto “Simplifying Sustainability“
hat MAN nun seinen Nachhaltigkeitsbericht
2025 veröffentlicht. Neben Klima- und Energiethemen
dokumentiert er weitere Fortschritte,
unter anderem in den Bereichen Kreislaufwirtschaft,
Lieferkettenverantwortung, Arbeitssicherheit
und Qualifizierung. (RED)
Bildtext links: Seit 2019
hat MAN die Treibhausgas-Emissionen
an seinen
Standorten um 67,9
Prozent reduziert – das
von der SBTi bestätigte
Ziel liegt bei 70 Prozent
bis 2030.
Bildtext oben: Der Flottenausstoß
pro Fahrzeugkilometer
ist gegenüber
2019 bereits um 16 Prozent
gesunken. Bis 2030
soll er um insgesamt 28
Prozent zurückgehen.
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S70
E-LKW: Ja, aber
lohnt sich das?
Fraunhofer Austria liefert Unternehmen mit
Fuhrpark die Entscheidungsgrundlage für die
Flottenelektrifizierung.
Der LKW ist das Rückgrat der europäischen
Wirtschaft: 77 Prozent des
gesamten Frachtaufkommens in der
EU werden auf der Straße transportiert
– und genau hier liegt eines der größten
Klimaprobleme. Schwere Nutzfahrzeuge stoßen
im Durchschnitt rund 129 Gramm CO2-Äquivalent
pro Tonnenkilometer aus. Die EU-Flottengrenzwerte
für neue LKW schreiben bis 2040
eine Emissionsreduktion von 90 Prozent vor.
Österreich geht noch weiter: Klimaneutralität
bereits bis 2040. Die Elektrifizierung von LKW-
Flotten ist damit keine Option mehr – sie ist
strategische Notwendigkeit. Die Frage ist nicht
ob, sondern wann und wie.
Die Technologie ist bereit
Batterieelektrische LKW erreichen heute Reichweiten
von bis zu 700 Kilometern, erzielen
einen Systemwirkungsgrad von rund 77 Prozent
– gegenüber 25 Prozent bei Diesel – und weisen
über den Lebenszyklus im Mittel rund 50
Prozent weniger CO2-Emissionen aus als ihre
dieselbetriebenen Pendants. In Österreich wurden
2025 bereits über 18.000 elektrische Nutzfahrzeuge
zugelassen, Tendenz weiter steigend.
Was vielen Unternehmen aber noch fehlt, ist die
belastbare Entscheidungsgrundlage. Denn der
Business Case hängt stark vom konkreten Einsatzprofil
ab: Routenstruktur, Ladeinfrastruktur,
Autobahn-Anteil, Förderprogramme – all das
beeinflusst, ob sich der Umstieg rechnet. Genau
hier setzt Fraunhofer Austria an.
Erste Einschätzung mit wenigen Klicks
Mit dem Fleet Flamingo – einem eigens entwickelten,
kostenlos zugänglichen Klick-Tool
– können Unternehmen in wenigen Minuten
eine erste fundierte Einschätzung erhalten. Drei
Eingaben genügen: Autobahnanteil, Ladeanteil
am eigenen Depot und jährliche Kilometerleistung.
Das Tool berechnet darauf basierend die
Kostendifferenz zwischen E-LKW und Dieselfahrzeug
über einen Zeitraum von sieben Jahren
und visualisiert das Ergebnis in einer interaktiven
3D-Matrix. Grüne Punkte signalisieren
Einsparungen, rote Mehrkosten – intuitiv, auf
einen Blick.
Wie wirksam gezielte Optimierung sein kann,
zeigt eine aktuelle Analyse von Fraunhofer Austria:
Durch Routenanpassung kombiniert mit der
Integration von Photovoltaik-Eigenstrom lassen
sich die Gesamtbetriebskosten einer elektrifizierten
Flotte gegenüber einer reinen Dieselflotte
um bis zu 10 Prozent senken. Christoph
Ecker, Leiter des Geschäftsbereichs Logistik
und Supply Chain Management erklärt: „Die
Flottenelektrifizierung ist kein reines Fahrzeugthema
– sie ist eine ganzheitliche System- und
Prozessentscheidung.“
Christoph Ecker, Leiter des
Geschäftsbereichs Logistik
und Supply Chain Management
bei Fraunhofer Austria
Der Fleet Flamingo ist dabei der erste Schritt.
Das Expertenteam von Fraunhofer Austria
unterstützt Unternehmen anschließend bei der
tiefergehenden Analyse der gesamten Flotte,
entwickelt maßgeschneiderte Tourenpläne
und ermittelt das individuelle CO2-Reduktionspotenzial.
(RED)
Austrian Summit
für Retail &
Branded Goods
tagdeshandels.at
8.-9.OKT
TAG DESGMUNDEN (OÖ)
HANDELS
TOSCANA
CONGRESS,
2026
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S72
Älteste Brauerei der Welt
Weihenstephan eröffnet
neue Logistikladelösung
Tradition trifft Innovation: Staatsbrauerei
Weihenstephan und Delta Charge eröffnen
intelligente Lade- und Batterielösung für
elektrische Lkw-Flotte.
Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan,
die älteste Brauerei der
Welt seit 1040, und Delta Charge,
ein deutsch-schwedischer Unternehmen
für Ladeinfrastruktur und Batteriespeicherlösungen
für Elektro-Lkws, haben gemeinsam
ein vollständig elektrifiziertes Lade- und
Energiedepot am Logistikzentrum der Brauerei
eingeweiht – maßgeschneidert für die wachsende
Elektro-Lkw-Flotte der Staatsbrauerei.
Mit dem System gehört Weihenstephan zu den
ersten großen deutschen Brauereien, die einen
batteriegestützten Schnelllade-Hub in Betrieb
genommen haben. Dabei sind die Gesamtkosten
geringer als bei Diesel, was den Weg
für die Elektrifizierung der gesamten Branche
ebnet. Das Logistikzentrum wurde als vollständig
integrierte Energielösung konzipiert. Zwei
deckenmontierte 150-kW-Schnellladestationen
werden von einem modularen Batteriespeichersystem
gespeist. Beginnend mit einer
Kapazität von 125 kW/257 kWh und erweiterbar
auf 375 kW/771 kWh – entsprechend dem
Wachstum der elektrischen Flotte – bindet der
Batteriespeicher die bestehende 380-kWp-
PV-Anlage des Standorts nahtlos ein.
Das Herzstück des Projekts bildet das eigens
entwickelte, KI-gestützte Energiemanagementsystem
von Delta Charge, das das Zusammenspiel
von Solarenergie, Batteriespeicher
und Ladevorgängen kontinuierlich optimiert,
um die Netzabhängigkeit zu minimieren und
Stromkosten zu senken. Das Ergebnis ist ein
System, das elektrische Lkw nicht nur betrieblich
ermöglicht, sondern über die Lebensdauer
günstiger als ihre Diesel-Pendants macht.
Bilder (Copyright Delta Charge
„Seit fast eintausend Jahren steht Weihenstephan
für Qualität, Handwerkskunst und
Verantwortung – gegenüber unseren Bierspezialitäten,
unserer Region und künftigen
Generationen. Die Elektrifizierung unserer
Flotte ist ein natürlicher Ausdruck dieser Verantwortung
und ein konkreter Schritt auf unserem
Weg zur vollständigen Dekarbonisierung",
sagt Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen
Staatsbrauerei Weihenstephan.
Die Elektrifizierung der Lkw-Flotte ist ein weiterer
Meilenstein im langjährigen Engagement
von Weihenstephan für Nachhaltigkeit und
Umweltschutz. Die vollständige Elektrifizierung
des Logistikzentrums – bereits ein Vorbild für
modernes, energieoptimiertes Bauen – stärkt
den Kurs des Unternehmens hin zur vollständigen
Dekarbonisierung und setzt einen neuen
Maßstab für die gesamte Branche.
“Aus klimaschutzpolitischer Sicht hat die
Staatsbrauerei Weihenstephan mit der Umstellung
auf eMobilität im Rahmen eines integrierten
Energiekonzepts einen Weg eingeschlagen,
den man nur als vorbildlich bezeichnen kann.
Als Unternehmen des Freistaats Bayern wird
sie ihrer Vorbildfunktion gerecht. Als Leiter der
Klimaschutzabteilung am Bayerischen Staatsministerium
für Umwelt und Verbraucherschutz
wünsche ich mir möglichst viele Nachahmer.
Mit dem noch jungen, engagierten Unternehmen
Delta Charge hat sich die Staatsbrauerei
den perfekten Partner für die Umsetzung ihres
durchaus anspruchsvollen Vorhabens ausgesucht,”
sagt Robert Winkler, Ministerialdirektor
im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt
und Verbraucherschutz.
Das Weihenstephaner Logistikzentrum vereint
zwei der größten industriellen Trends
Europas: die Einführung von elektrischen Lkws
beschleunigt sich rapide, während stationäre
Batteriespeicher zunehmend zum entscheidenden
Faktor werden, diesen Wechsel auch
wirtschaftlich tragfähig zu machen. Dabei werden
nicht nur Kosten signifikant gesenkt, sondern
auch die Unabhängigkeit und Resilienz
gegenüber Netzschwankungen und steigenden
Energiepreisen erhöht.
“Die Brauerei Weihenstephan und Delta Charge
haben gemeinsam etwas wirklich Besonderes
aufgebaut”, sagt Johannes Kirnberger,
Geschäftsführer von Delta Charge. “Da ich in
Freising aufgewachsen bin, liegt mir dieses Projekt
besonders am Herzen. Noch spannender ist
aber, dass wir erst am Anfang der Transformation
stehen. Unser Konzept funktioniert sowohl
technisch als auch wirtschaftlich, und wir sind
bereit, es europaweit in Logistik und Industrie
zu etablieren.” (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S74
Fiege eröffnet Ladepark
für E-Lkw in Oftringen
und stärkt nachhaltige
Mobilität in der Schweiz
Mit zehn Ladepunkten für batteriebetriebene
Lkw treibt der Logistikdienstleister den
Ausbau der E-Ladeinfrastruktur voran und
erweitert die Einsatzmöglichkeiten seiner
E-Flotte.
Der Grevener Logistikdienstleister
Fiege setzt seinen Weg zur
Dekarbonisierung konsequent fort
und hat am Standort Oftringen im
Schweizer Kanton Aargau einen neuen Ladepark
für E-Lkw eröffnet. Mit insgesamt zehn
Ladepunkten – darunter vier für das regelmäßige
Laden über Nacht und sechs High-Power-
Charger für schnelles Laden – schafft Fiege
optimale Voraussetzungen, um seine acht batteriebetriebenen
schweren Lkw in der Schweiz
noch flexibler und nachhaltiger einzusetzen.
Zukunftsfähige Mobilität im Fokus
„Die Elektrifizierung unseres Lkw-Fuhrparks
spielt eine zentrale Rolle bei der Mobilität
der Zukunft“, erklärt Marcel Boccali, Managing
Director und Head of Landtransports bei
Fiege Schweiz. „Mit dem neuen Ladepark in
Oftringen erweitern wir den Einsatzradius und
die Verfügbarkeit unserer E-Lkw und gestalten
unsere Transportlösungen nachhaltiger.“
Die technische Umsetzung des Ladeparks
übernahm die Power+ Engineering AG aus
Zuzwil. Eine besondere Herausforderung war
die Installation einer Trafostation mit einer
elektrischen Scheinleistung von 1.250 Kilovoltampere
– insbesondere, da sich unter
dem Ladepark eine Tiefgarage befindet. Die
Kabel wurden deshalb oberirdisch in einem
Betonkanal verlegt, eine innovative Lösung,
die hohes technisches Know-how erforderte.
E-Flotte und nachhaltige Kraftstoffe im Einsatz
Die acht E-Lkw von Fiege Schweiz sind im
nationalen Transport für namhafte Kunden wie
den Verpackungsexperten DS Smith und den
Lebensmittel-Importeur Stutzer & Co. unterwegs.
Insgesamt verfügt die Fiege-Gruppe
bereits über 20 batteriebetriebene schwere
Lkw und 20 Schnellladepunkte. Weitere zehn
Schnellladepunkte entstehen derzeit an verschiedenen
Standorten in Deutschland.
Neben der Elektromobilität setzt Fiege auch
auf alternative Kraftstoffe wie Bio-CNG, Bio-
LNG und HVO100, um die Dekarbonisierung
des Fuhrparks weiter voranzutreiben.
Nachhaltigkeit als strategischer Kern
Die Fiege-Gruppe mit Stammsitz in Greven
gilt als einer der innovativsten Logistikanbieter
Europas. Mit 22.000 Mitarbeitenden an
136 Standorten in 14 Ländern erwirtschaftete
das Familienunternehmen 2024 einen Umsatz
von zwei Milliarden Euro. Nachhaltigkeit und
zukunftsorientierte Infrastruktur sind zentrale
Bestandteile der Unternehmensstrategie.
Jens Fiege, Co-CEO in fünfter Generation,
betont: „Für uns ist es entscheidend, dort präsent
zu sein, wo es für unsere Kunden am wertvollsten
ist. Die Nähe zu wichtigen Logistikdrehscheiben
und eine hervorragende Anbindung
schaffen Flexibilität und ermöglichen es uns,
Kundenanforderungen noch gezielter zu
erfüllen. Dabei legen wir besonderen Wert
auf nachhaltige Lösungen wie E-Mobilität.“
Mit dem neuen Ladepark in Oftringen setzt
Fiege ein starkes Zeichen für den Ausbau der
Elektromobilität im Logistiksektor und zeigt,
wie moderne Ladeinfrastruktur und innovative
Technik die nachhaltige Mobilität von morgen
ermöglichen. (RED)
LOGISTIK express
informiert
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
› Intralogistik & E-Commerce
› Handel & Distanzhandel
› Transport & Logistik
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S76
Niceshops und
Schauperl starten
vollelektrische
Fernverkehrsverbindung
Erste tägliche E-LKW-Route über 1.000 Kilometer
setzt ein starkes Zeichen für klimafreundlichen
Pakettransport – Ausbau der
Ladeinfrastruktur und weitere Elektrifizierungsprojekte
geplant.
Anlässlich des Weltumwelttags am 5.
Juni setzen das E-Commerce-Unternehmen
niceshops und Schauperl
Logistics ein klares Zeichen für nachhaltige
Pakettransporte: Gemeinsam betreiben
sie die erste vollelektrische Verbindung zu
einem internationalen Paket-Verteilzentrum.
Die tägliche Gesamtstrecke von rund 1.000
Kilometern zum und vom deutschen Paket-Verteilzentrum
in Regensburg zählt damit zu den
wenigen internationalen Fernverkehrsrouten,
die komplett mit E-LKWs abgewickelt werden.
Strategischer Hebel gegen CO2-Emissionen
Als international agierendes E-Commerce-
Unternehmen trägt niceshops Verantwortung
für seine Umweltbilanz. Seit 2018 berechnet
das Unternehmen jährlich seinen CO2-Fußabdruck
und identifiziert gezielt Maßnahmen zur
Emissionsreduktion. Während am Hauptstandort
in Saaz bereits umfangreiche Umweltmaßnahmen
umgesetzt wurden, fokussiert sich
niceshops nun auf die Transporte zu internationalen
Verteilzentren als nächsten wichtigen
Schritt. Die Partnerschaft mit Schauperl
Logistics, einem erfahrenen Logistikdienstleister
mit starkem Engagement in der E-Mobilität,
ist dabei ein entscheidender Baustein.
Roland Fink, Gründer von niceshops, betont:
„Die Transporte zu unseren Verteilzentren
sind ein wesentlicher Hebel, um Emissionen
zu reduzieren. Mit Schauperl Logistics haben
wir einen Partner gefunden, der bereit ist, diesen
Weg gemeinsam mit uns umzusetzen.“
Michael Clarke, eTrucker, (links) & Thomas Dittrich, SMATRICS,
(rechts) im Rahmen des Fachkongresses der EL-MOTION.
Die Herausforderung der Langstrecke meistern
E-LKWs werden bislang vor allem im regionalen
Verteilerverkehr eingesetzt. Die tägliche Strecke
von rund 1.000 Kilometern vom Logistikzentrum
in Saaz über Straubing nach Regensburg
und zurück erfordert daher durchdachte
Lösungen. Über einen Partner wurde das Zwischenladen
entlang der Strecke organisiert,
um die Reichweite der E-LKWs sicherzustellen.
Schauperl Transporte setzt aktuell fünf elektrische
Schwerlast-LKWs mit Batteriekapazitäten
von jeweils 600 kWh und Reichweiten von
über 500 Kilometern ein. Ergänzt wird die Infrastruktur
durch einen firmeneigenen 1,3-Megawattstunden-Batteriespeicher
mit intelligenter
Ladesteuerung am Standort in Feldbach.
Foto: SMATRICS
Gerhard Schauperl, Geschäftsführer von
Schauperl Logistics, erklärt: „Der Betrieb von
E-LKWs auf langen Strecken ist derzeit noch
mit großem organisatorischem Aufwand verbunden.
Deshalb investieren wir gezielt in
eigene Speicher- und Ladeinfrastruktur.“
Ausbau der Ladeinfrastruktur bei niceshops
Auch am Standort von niceshops in Saaz wird
die Ladeinfrastruktur kräftig ausgebaut. Derzeit
stehen dort 30 Ladestationen zur Verfügung,
die größtenteils mit Strom aus der
unternehmenseigenen Photovoltaikanlage
betrieben werden. Noch im laufenden Jahr
sollen bis zu 20 weitere Ladepunkte installiert
werden. Zudem prüft das Unternehmen
die Errichtung eines Batteriespeichers.
Zukunftsperspektiven
Beide Unternehmen sehen das Projekt als wichtigen
Meilenstein, um Erfahrungen mit elektrischen
Transportlösungen im internationalen
Güterverkehr zu sammeln. Ziel ist es, die vollelektrisch
betriebenen Linien zu internationalen
Verteilzentren weiter auszubauen und so einen
nachhaltigen Beitrag zur Reduktion von CO2-
Emissionen im Paketfernverkehr zu leisten.
Mit diesem innovativen Vorhaben zeigen
niceshops und Schauperl Logistics, wie Elektromobilität
auch im anspruchsvollen internationalen
Fernverkehr erfolgreich eingesetzt
werden kann – ein starkes Signal für
mehr Nachhaltigkeit in der Logistikbranche.
(RED)
02 – 03 September 2026
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LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S78
Michael Clarke, Geschäftsführer und Gründer
von eTrucker: „Direkte, bilaterale Verträge
zwischen Spediteur und Ladepunktbetreiber
sind der wirtschaftlichste Weg E-LKW zu laden
– ohne Roaming-Gebühren, mit transparenten
kWh-Preisen. Mit dem eTrucker Chip wird
dieses Modell in der Praxis nahtlos umsetzbar
– von Fahrer:innen bis zu Ladepunktbetreibenden.
Dass SMATRICS hier als Vorreiter mitgeht,
zeigt, wohin sich der Markt entwickelt.“
SMATRICS und eTrucker
bündeln Kräfte
Seit Juni erhalten E-LKW-Fahrer aus Speditions-und
Logistikunternehmen Zugang zu
einem erweiterten Ladenetz und profitieren
von günstigen kWh-Preisen ohne Roaming-
Aufschläge.
In der Partnerschaft bringt eTrucker mit dem
eTrucker Chip bereits eine Vielzahl angebundener
Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur
in Österreich und Deutschland mit.
„Für uns ist die Kooperation mit eTrucker der
nächste logische Schritt in unserer Transformation
und im Ausbau der E-Logistik. Gemeinsam
verbinden wir Ladepunkte zu einem vernetzten,
skalierbaren Ladeökosystem. Einheitliche
Standards und nahtlose Anbindung machen
den Zugang für E-LKW-Flotten so einfach und
effizient wie nie“, betont Hauke Hinrichs, CEO
von SMATRICS.
Auch am Fahrzeugmarkt wird sichtbar, dass
E-Mobilität zunehmend als stabilisierender
Faktor in Zeiten steigender Energiepreise wahrgenommen
wird. Für Logistikunternehmen
rücken dabei neben ökologischen Vorteilen vor
allem planbare Energiekosten, transparente
Ladepreise und ein verlässlicher Infrastrukturzugang
in den Fokus. „Wir freuen uns, mit eTrucker
als Partner das Ladenetz jetzt auch über
die Landesgrenzen hinaus zu erweitern“, so
Hinrichs.
Kooperatives Depotladen als
wirtschaftlicher Faktor
Die Vision von eTrucker und SMATRICS ist es,
E-LKW-Flotten den Zugang zu Ladeinfrastruktur
so einfach und wirtschaftlich attraktiv wie
möglich zu gestalten. Ein weiteres Service, das
hier ansetzt und von SMATRICS vor Kurzem ins
Leben gerufen wurde, ist der SMATRICS Depot
Club: Er erweitert das bestehende eTrucker-
Ökosystem um kontrolliert geöffnete Depot-
Ladepunkte und macht diese über den eTrucker
Chip nahtlos nutzbar.
Davon profitieren alle Beteiligten: Logistiker, die
ihre eigene Depot-Ladeinfrastruktur für andere
E-LKW öffnen wollen, bekommen die Möglichkeit,
die Auslastung der eigenen Ladeinfrastruktur
zu erhöhen und erschließen damit eine
zusätzliche Einnahmequelle. Dabei legen sie
Ladezeiten sowie den Umfang der Verfügbarkeit
für Partnerunternehmen fest. E-LKW hingegen
können durch das erweiterte Ladenetz
ihre Routenplanung optimieren und zu attraktiven
Konditionen laden.
(RED)
Foto: SMATRICS
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S80
Kögel CEO Markus Siegner & Staatsminister Hubert Aiwanger
Burtenbach: SOS-Aktion
mit 16 Trailern gegen
unrealistische VECTO-
Vorgaben
Mit einer öffentlichkeitswirksamen SOS-
Aktion in Burtenbach macht Kögel auf die
Auswirkungen der EU-Regulierung zu VECTO
für die Transportbranche aufmerksam.
An der Veranstaltung nahm auch der
stellvertretende bayerische Ministerpräsident
Hubert Aiwanger teil.
Er unterstützt die Forderung des
Aufliegerherstellers nach technisch erreichbaren
CO2-Zielen, um Arbeitsplätze, industrielle
Wertschöpfung und die Wettbewerbsfähigkeit
des Standorts Deutschland zu sichern.
VECTO (Vehicle Energy Consumption Calculation
Tool) ist ein Berechnungsmodell der Europäischen
Union, das Aufliegern einen virtuellen
CO2-Wert zuordnet. Grundlage ist die Verordnung
(EU) 2024/1610. Sie sieht vor, dass dieser
simulierte Wert bis 2030 bei Sattelaufliegern
um 10 % und bei Anhängern um 7,5 % sinken
muss. Aus Sicht der Branche entsteht daraus
ein grundlegendes Problem: Auflieger verfügen
über keinen eigenen Antrieb und verursachen
selbst keine direkten CO2-Emissionen.
Die Bewertung basiert auf einer Simulation und
nicht auf tatsächlich gemessenen Emissionen
im Betrieb. Sie ignoriert physikalische Grenzen
und die reale Transportaufgabe.
Mögliche Folgen: Strafzahlungen, höhere
Fahrzeugpreise und Arbeitsplatzverluste
Nach Einschätzung von Kögel und aller führenden
europäischen Aufliegerhersteller sind
die geforderten Reduktionsziele mit den heute
verfügbaren technischen Möglichkeiten nicht
erreichbar. Für das Unternehmen entstehen
dadurch Strafzahlungen von bis zu 64 Millionen
Euro pro Jahr. Um diese Belastung aufzufangen,
könnten die Preise für Auflieger um bis zu 50
Prozent steigen.
Die Folgen sind dann entlang der gesamten Lieferkette
spürbar – von Transportunternehmen
bis hin zu Endverbrauchern. Branchenweit sind
die Auswirkungen deutlich größer: Insgesamt
sind rund 70.000 Arbeitsplätze in der europäischen
Aufliegerindustrie von den Folgen der
aktuellen Regulierung betroffen.
Investitionen am Standort gefährdet
Kögel hat in den vergangenen Jahren mehrere
Millionen Euro in den Standort Burtenbach
investiert. Dazu zählen die Fertigungslinie für
ein neues Kühlfahrzeug sowie die Erweiterung
des Werksgeländes für eine zusätzliche
Produktionshalle. Diese Investitionen und die
langfristige Entwicklung des Standorts geraten
durch die wirtschaftlichen Folgen der VECTO-
Regulierung in Gefahr.
Bayerns stellvertretender Ministerpräsident,
Huber Aiwanger, hat dazu eine klare Meinung:
„Das Letzte, was die Trailer- und Logistik-Branche
in diesen Zeiten braucht, sind zusätzliche
Belastungen durch realitätsferne und überzogene
Regulierungen aus Brüssel. Unsere Unternehmen
dürfen nicht unangemessen belastet
werden.
Die Mittelständler der Branche verfügen nicht
über unbegrenzte finanzielle oder technologische
Ressourcen, um unsinnige regulatorische
Lasten kurzfristig abzufedern. Für sie stellen
die EU-Vorgaben zur CO2-Einsparungen durch
Trailer eine akute Bedrohung der wirtschaftlichen
Existenz dar – mit direkten Folgen für
tausende Arbeitsplätze. Statt drohender Strafzahlungen
brauchen wir pragmatische und
realistische Lösungen, die wirkliche CO2-Einsparungen
bringen.“
Hersteller klagen gegen die EU-Regulierung
Acht europäische Aufliegerhersteller haben
gegen die VECTO-Regulierung Klage eingereicht.
Ziel ist die Überarbeitung der Regelung
in ihrer aktuellen Form. Die Klage richtet sich
nicht gegen Klimaschutz, sondern gegen Vorgaben,
die aus ihrer Sicht nicht umsetzbar sind.
„Dafür haben wir bereits viel getan“ sagt Markus
Siegner, CEO der Kögel Trailer GmbH, „Unsere
langlebigen Leichtbaufahrzeuge tragen seit
Jahren dazu bei, den Kraftstoffverbrauch und
damit die CO2-Emissionen im Transport zu
senken. Die aktuelle VECTO-Regulierung ignoriert
die Realität der Transportbranche und setzt
Unternehmen wie Kögel massiv unter Druck.
Wir brauchen pragmatische Lösungen, die Klimaschutz
und Wettbewerbsfähigkeit vereinen".
Appell für realistische Klimaziele
Mit der symbolträchtigen SOS-Aktion in Burtenbach
fordert Kögel eine Überprüfung der
VECTO-Regulierung. Die Unterstützung durch
Staatsminister Hubert Aiwanger und die Klage
der acht Hersteller zeigen nach Ansicht des
Unternehmens den Handlungsbedarf. Kögel
bekennt sich weiterhin zu Nachhaltigkeit, klimafreundlichen
Transportlösungen und Innovation.
Voraussetzung dafür sind jedoch regulatorische
Vorgaben, die technisch umsetzbar
und wirtschaftlich tragbar sind. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S82
BSK-Fachforum 2026:
Zukunftssichere
Lösungen für den
multimodalen Schwerlastverkehr
BSK stärkt Branchenkooperation und fordert
zukunftsfähige Infrastruktur für Großraumund
Schwertransporte.
Am 23. und 24. Juni 2026 fand in
Bremen und Bremerhaven ein
bedeutendes Fachforum des Bundesverbands
Schwertransporte
und Kranarbeiten (BSK) statt, das sich dem
verkehrsträgerübergreifenden Schwerlastverkehr
widmete. Die Veranstaltung bot eine
Plattform für intensive Diskussionen, Fachvorträge
und praxisnahe Einblicke in die Herausforderungen
und Chancen des Großraumund
Schwertransports (GST) in Deutschland.
Ein Highlight des Forums war die Besichtigung
des EUROGATE-Terminals im Überseehafen
Bremerhaven sowie des Neustädter
Hafens in Bremen. Beide Standorte verfügen
über spezielle Anlagen für Schwergut und verdeutlichten
anschaulich die Bedeutung multimodaler
Transportlösungen für die Branche.
Im Zentrum der Gespräche standen die Anforderungen
der Windkraftbranche an die Logistik,
die komplexen Versicherungsfragen bei multimodalen
Transporten sowie das Infrastruktur-Nadelöhr
A27, das eine zentrale Rolle für
die Beförderung von Großraum- und Schwergütern
spielt. Die Teilnehmer waren sich einig:
Um die ehrgeizigen Ausbaupläne der Windkraftindustrie
zu realisieren, sind erhebliche
logistische Kapazitäten und der koordinierte
Einsatz aller Verkehrsträger unverzichtbar.
Der BSK betonte die dringende Notwendigkeit,
die Infrastruktur für Großraum- und Schwertransporte
zu verbessern. Leistungsfähigere
Straßen, Brücken und Schleusen sowie ausreichend
nutzbare Parkflächen für die Spezialfahrzeuge
sind essenziell. Zudem wurde der
Ruf nach einem geringeren bürokratischen
Aufwand bei Genehmigungsverfahren laut, um
die Abläufe zu beschleunigen und effizienter
zu gestalten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf
der Digitalisierung – sowohl in der Kommunikation
mit Behörden als auch im Austausch
zwischen allen Projektbeteiligten, um Transparenz
und Planungssicherheit zu erhöhen.
Der Bundesverband Schwertransporte und Kranarbeiten
(BSK) e.V. ist mit rund 500 Mitgliedern
der größte Fachverband Europas in der Sparte
Großraum- und Schwertransporte. Er vereint
Unternehmen aus Transport und Montage,
Betreiber von Mobilkranen, Dienstleister für
Transportsicherung sowie Anbieter spezifischer
Branchenlösungen und Vertreter verschiedener
Verkehrsträger und Industriezweige. Mit Sitz in
Frankfurt am Main setzt sich der BSK im Dialog
mit Politik, Verkehrsbehörden und Industrie für
bessere Rahmenbedingungen und Strukturen
ein, die eine reibungslose Planung und Durchführung
von Schwertransporten auf Straße,
Schiene und Binnenwasserwegen ermöglichen.
Das Fachforum in Bremen und Bremerhaven
hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die
Zusammenarbeit aller Akteure im multimodalen
Schwerlastverkehr ist, um den Industriestandort
Deutschland zu stärken und die
Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Weitere Informationen zum BSK und seinen
Aktivitäten finden Sie unter: www.bsk-ffm.de.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S84
Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Hafenhaus der LHG: LHG-Geschäftsführer
Prof. Sebastian Jürgens (links) und Valdo Kalm, CEO des Hafens Tallinn. Bei der Zeremonie
dabei (hintere Reihe von links): Henning Schumann, Lübecker Stadtpräsident; Jan Lindenau,
Lübecker Bürgermeister; Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie
und Tourismus Schleswig-Holsteins; Botschafterin Marika Linntam sowie Estlands Infrastrukturminister
Kuldar Leis.
Lübecker Hafen und
Hafen Tallinn
intensivieren
Zusammenarbeit
im Ostseeraum
Gemeinsames Ziel: Nachhaltige und leistungsfähige
Logistikverbindungen zwischen
Lübeck und Paldiski stärken und neue
Ladungspotenziale erschließen.
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft
(LHG) und der estnische Hafen Tallinn
bauen ihre Zusammenarbeit im
Ostseeraum aus. Im Rahmen des
Besuchs einer hochrangigen estnischen Delegation
in Lübeck unterzeichneten beide Partner
ein Memorandum of Understanding. Ziel
ist es, die Verkehrs- und Logistikverbindungen
zwischen Lübeck und dem zum Hafen Tallinn
gehörenden Hafenstandort Paldiski strategisch
weiterzuentwickeln.
Mit der Vereinbarung wollen die LHG und der
Hafen Tallinn zusätzliche Ladungspotenziale
erschließen, bestehende Verkehre stärken
und die Verbindung zwischen Deutschland
und Estland nachhaltiger, leistungsfähiger und
krisenfester aufstellen. Im Mittelpunkt stehen
gemeinsame Marktaktivitäten, integrierte
Logistik- und Serviceangebote, der Austausch
von Daten, Best Practices sowie Umwelt-, Innovations-
und Pilotprojekte zur Modernisierung
der maritimen Transportketten.
„Zwischen Deutschland und Estland liegen
erhebliche Potenziale für eine Verlagerung
von Verkehren von der Straße auf
das Schiff“, sagt Prof. Sebastian Jürgens,
Geschäftsführer der LHG. „Genau hier
setzen wir gemeinsam mit dem Hafen
Tallinn an. Wenn es gelingt, bestehende
Lkw-Verkehre stärker über See zu führen,
profitieren Wirtschaft, Klima und Infrastruktur
gleichermaßen. Lübeck und
Paldiski können dabei eine wichtige Rolle
als leistungsfähige Verbindung im Ostseeraum
übernehmen.“
Nach Angaben der LHG bestehen bereits
heute zwei Linienverbindungen zwischen
Paldiski und Lübeck. Die Partner
wollen nun prüfen, wie zusätzliche
Frachtströme für diese Verbindung
gewonnen und Transportketten besser
aufeinander abgestimmt werden können.
Dazu gehören gemeinsame integrierte
Logistik- und Serviceangebote
sowie eine engere Ansprache von Kunden
und Marktpartnern.
Die estnische Delegation in Lübeck
knüpfte an den Besuch einer hochrangigen
Lübecker und Hamburger Delegation
in Estland im Frühjahr 2025 an. Damals
waren Vertreterinnen und Vertreter aus
Politik, Hafenwirtschaft und Logistik zu
den Estnisch-Deutschen Hafentagen
nach Tallinn gereist. Der erneute Austausch
in Lübeck unterstreicht, dass aus
den Gesprächen des vergangenen Jahres
eine enge und zunehmend konkrete
Zusammenarbeit entstanden ist.
kritischer Infrastruktur und militärischer
Mobilität austauschen. Damit erhält die
Verbindung zwischen Lübeck und Paldiski
vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen
Lage im Ostseeraum
zusätzliches strategisches Gewicht.
Auch gemeinsame Anträge für europäische
und nationale Förderprogramme
sind Teil des Kooperationsrahmens.
Im Memorandum sind hierzu spezifische
Projekte und die Einrichtung eines Lenkungsausschusses
vereinbart worden.
Jürgens weiter: „Es freut mich, dass wir
konkrete, praxisorientierte Vereinbarungen
treffen konnten – und nicht einfach
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
nur eine abstrakte Willensbekundung
unterschrieben haben. Dafür haben wir
die richtigen Partner.“
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH
ist Deutschlands größte RoRo-Hafenbetreiberin
an der Ostsee. An ihren vier
Hafenterminals werden hochfrequente
Seeverkehre in den Ostseeraum angeboten.
Die Ladeeinheiten werden gebündelt
und durch leistungsfähige Systeme mit
dem Hinterland verbunden. Die LHG ist
eine zuverlässige Partnerin der Papier-,
Stahl- und Automobilindustrie sowie „A
Member of Port of Lübeck“.
(RED)
Auch Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau
unterstützt die engere Zusammenarbeit
mit Estland: Für die Hansestadt
Lübeck füge sich die Vereinbarung in die
langjährigen Beziehungen in den Ostseeraum
ein und stärke die Rolle Lübecks
als logistisches Bindeglied zwischen
Deutschland und den baltischen Staaten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Kooperation
liegt auf der Resilienz von Lieferketten
und Verkehrsinfrastrukturen im
Ostseeraum. LHG und Hafen Tallinn wollen
sich nach dem Memorandum auch
zu Fragen der Versorgungssicherheit,
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S86
Projektabschluss:
Nordseehäfen haben
Containerfreigabe vollständig
digitalisiert
Die Softwaredienstleister DAKOSY und dbh
haben das Großprojekt zur hafenübergreifenden
Digitalisierung der Containerfreistellung
(Secure Release Order) über die IT-Plattform
German Ports erfolgreich abgeschlossen.
Die Softwaredienstleister DAKOSY
und dbh haben das Großprojekt
zur hafenübergreifenden Digitalisierung
der Containerfreistellung
(Secure Release Order) über die IT-Plattform
German Ports erfolgreich abgeschlossen. In nur
einem Jahr haben die beiden Unternehmen das
Vorhaben von der Registrierung des ersten Teilnehmers
bis zum Anschluss aller beteiligten
Akteure finalisiert.
Mit dem digitalen Freistellungsprozess ist erstmalig
hafenübergreifend ein einheitlicher Standard
für die deutschen Nordseehäfen Hamburg,
Bremerhaven und Wilhelmshaven etabliert
worden. Zu den Nutzern gehören die Containerterminals,
Reedereien sowie die involvierten
Speditionen und Transportunternehmen.
Der lückenlose digitale Freistellungsprozess
ersetzt das vormals genutzte PIN-basierte Verfahren
vollständig. Die Basis bildet das digitale
Recht zur Abholung. Dieses wird in einem gesi-
cherten und modernen Rollen- und Berechtigungsmanagement
von einem Beteiligten an
den nächsten innerhalb der Transportkette weitergegeben.
In einem stufenweisen Change-
Prozess, der sich über sechs Monate erstreckte,
wurden alle involvierten Unternehmen verpflichtend
angebunden und der neue Prozess
als Standard etabliert. Davon zeugen bereits
über 700.000 digitale Freistellungen in diesem
Jahr über alle Häfen.
Matthias Knicky, Mitglied der Geschäftsleitung
bei Kühne + Nagel bestätigt: „Die Umsetzung
des Secure Release Order Prozesses verlief
reibungslos und stellt einen wichtigen weiteren
Schritt zur Erhöhung der Hafensicherheit
mit effizienten Abläufen dar. Durch das
neue System sowie die einheitliche technische
Lösung schaffen wir zudem die Grundlage, den
Gesamtprozess ganzheitlich und deutlich besser
zu digitalisieren.“
Den verbindlich rechtlichen Rahmen für den
digitalen Containerfreigabeprozess bildet
in Hamburg und Bremen eine Änderung des
Hafensicherheitsgesetzes, die zum Oktober
2025 in Kraft trat. Durch die länderübergreifende
Zusammenarbeit von Politik, Hafenwirtschaft
und den beiden Softwarehäusern
DAKOSY und dbh entstand eine durchgängige
digitale Prozesskette, die weit über die Verordnung
hinausgeht. Diese beinhaltet den gesamten
Ablauf vom Eintreffen des Containers bis zu
dessen Abholung in den deutschen Nordseehäfen.
Mit dem hafenübergreifend geltenden einheitlichen
Standard wirken die Nordseehäfen dem
Drogenschmuggel geschlossen entgegen und
minimieren durch den gezielten Einsatz der
Digitalisierung ein Einfallstor für Missbrauch
und Datenlecks. Die positiven Effekte sind aus
Sicht von Jens Hansen, Chief Operating Officer,
Hamburger Hafen und Logistik (HHLA), deutlich:
„Mit den neuen standardisierten und klar
definierten Prozessen erhöhen wir die Sicherheit
unserer Terminalabläufe und Mitarbeitenden
enorm. Davon profitieren nicht nur wir
als Betreiber, sondern alle Partner entlang der
gesamten Logistikkette.“
Neben dem wirksamen Kampf gegen den Drogenschmuggel
wurden durch den einheitlichen
digitalen Standard in den Nordseehäfen die
Transparenz und Effizienz im Containerumschlag
spürbar erhöht. Die Rückmeldungen aus
der Branche zeigen die operativen Vorteile des
Services von German Ports. Dazu zählen eine
schnellere Warenverfügbarkeit, transparentere
Abläufe, höhere Planungssicherheit sowie
weniger Rückfragen durch die verbesserte
Datenqualität.
Die erfolgreiche Einführung und Einbindung
des Systems in bestehende Prozesse bestätigt
Marc Dietrich, Geschäftsführer EUROGATE Container
Terminal Bremerhaven (CTB): „Wir sind
sehr zufrieden mit dem System, der Integration
in unsere bestehenden operativen Prozesse
und dem nun laufenden produktiven Betrieb.“
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S88
Lufthansa Cargo startet
planmäßig Betrieb ihres
innovativen Luftfracht-
Hubs
Modernisierung stärkt Lufthansa Cargo und
schafft Voraussetzungen für weiteres Wachstum
Erster Bauabschnitt des 600-Millionen-Euro-Projekts
optimiert Warenströme
und automatisiert Prozesse für mehr Effizienz.
Lufthansa Cargo hat heute gemeinsam
mit Gästen aus Politik, Wirtschaft
und Luftverkehr die Fertigstellung und
Inbetriebnahme der Bauphase ALPHA
ihres Infrastrukturprojekts „LCCevo“ am Flughafen
Frankfurt gefeiert. Mit dem Abschluss des
ersten und zugleich wichtigsten Bauabschnitts
erreicht die umfassende Modernisierung einen
entscheidenden Meilenstein. Auf rund 80.000
Quadratmetern – das entspricht etwa 11 Fußballfeldern
– erneuert Lufthansa Cargo ihr
gesamtes Frankfurter Frachtdrehkreuz bei laufendem
24/7-Betrieb grundlegend. Das Infrastrukturprojekt
mit einem Gesamtinvestitionsvolumen
von rund 600 Millionen Euro soll das
Lufthansa Cargo Center (LCC) bis 2030 schrittweise
zum modernsten Luftfracht-Hub Europas
weiterentwickeln.
Moderne Technologie für maximale Effizienz
Kern der neuen Infrastruktur sind intelligente
Materialfluss- und Fördersysteme, die sämtliche
Prozessschritte eng miteinander vernetzen
und für einen deutlich effizienteren Warenfluss
sorgen. Die Anlagen umfassen unter anderem
ein rund 42 Meter hohes vollautomatisiertes
Hochregallager mit knapp 3.000 Lagerplätzen
für große Frachtpaletten sowie ein hochmodernes
automatisches Palettenlager für temperatursensible
und spezialisierte Sendungen. Allein
das Hochregallager ermöglicht künftig mehr als
300 Ein- und Auslagerungen pro Stunde und
verdoppelt damit die Leistungsfähigkeit.
Vom Projekt zur Performance
„Mit der Inbetriebnahme von Bauphase ALPHA
wird eine Vision zur Wirklichkeit“, sagte Ashwin
Bhat, CEO von Lufthansa Cargo. „LCCevo
ist eine der bedeutendsten Investitionen in der
Geschichte unseres Unternehmens und ein klares
Bekenntnis zum Luftfrachtstandort Hessen.
Rund jede zweite Tonne Luftfracht am Flughafen
Frankfurt wird von Lufthansa Cargo abge-
fertigt. Deshalb investieren wir gezielt in die
Zukunft unseres Hubs und seine langfristige
Leistungsfähigkeit. Mit intelligenten Warenströmen,
hochmoderner Infrastruktur und automatisierten
Prozessen schaffen wir die Voraussetzungen,
um den Anforderungen der globalen
Märkte auch in Zukunft gerecht zu werden.
Damit stärken wir unsere und Deutschlands
Wettbewerbsfähigkeit und schaffen die Voraussetzungen
für weiteres Wachstum.“
Klares Bekenntnis zum Standort Frankfurt
„Unsere Investition in Höhe von 600 Millionen
Euro in das neue Luftfrachtzentrum LCCevo ist
ein wichtiger Beitrag zum Ausbau unserer führenden
Position im Geschäftsfeld Luftfracht und
zum langfristigen Erfolg der Lufthansa Group.
Wir investieren gleichzeitig in moderne Frachtinfrastruktur
und in die größte Flottenmodernisierung
unserer Geschichte. Das erfolgreiche
Zusammenspiel von Passagier- und Frachtverkehr
ist eine besondere Stärke der Lufthansa
Group. Die optimale Nutzung und Vermarktung
der Frachtkapazitäten unserer Passagierflugzeuge
und unserer Frachterflotte machen dieses
Erfolgsmodell möglich", sagte Dr. Michael
Niggemann, Mitglied des Vorstands der Deutschen
Lufthansa AG. „LCCevo ist ein weiterer
Schritt in die Zukunft dieses Erfolgsmodells.
Wir stärken damit Frankfurt als eines unserer
wichtigsten internationalen Drehkreuze und
investieren in die langfristige Leistungsfähigkeit
eines Standorts, der für die Anbindung
Deutschlands an die Märkte der Welt von zentraler
Bedeutung ist. Das ist ein klares Bekenntnis
zu Frankfurt, Hessen und dem Wirtschaftsstandort
Deutschland.“
Wichtiger Faktor für Wirtschaft und Lieferketten
„Der Flughafen Frankfurt ist das Herz der europäischen
Luftfrachtlogistik. Seine Spitzenposition
ist untrennbar mit Lufthansa Cargo verbunden.
Das Unternehmen prägt den Standort
seit Jahrzehnten und trägt maßgeblich dazu
bei, dass Hessen zu den führenden Logistikregionen
Europas gehört. Mit Investitionen wie
LCCevo bekennt sich Lufthansa Cargo klar zu
Frankfurt und zu Hessen. Das Projekt stärkt die
Wettbewerbsfähigkeit unseres Luftverkehrsstandorts,
beschleunigt Prozesse und schafft
die Voraussetzungen dafür, dass Frankfurt auch
künftig zu den wichtigsten Luftfrachtdrehkreuzen
der Welt zählt. Moderne Infrastruktur ist die
Grundlage für Wachstum, gute Arbeitsplätze
und nachhaltige Wertschöpfung. Deshalb hat
das Hessische Wirtschaftsministerium das
Projekt von Beginn an eng begleitet und unterstützt“,
sagte der hessische Wirtschafts- und
Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident
Kaweh Mansoori.
„Luftfracht ist für viele Schlüsselindustrien in
Deutschland unverzichtbar – von der Pharmaindustrie
über den Maschinenbau bis hin
zu Zukunftsbranchen wie der Halbleiterindustrie“,
sagte Stefan Schnorr, Staatssekretär im
Bundesministerium für Verkehr. „Für unsere
Unternehmen ist ein zuverlässiger, sicherer
und schneller Zugang zu internationalen
Märkten von entscheidender Bedeutung. Deshalb
begrüßt die Bundesregierung das klare
Bekenntnis der Lufthansa Group zum Luftfrachtstandort
Deutschland sowie die umfassenden
und innovativen Investitionen in die
Zukunft des Frankfurter Hubs. Projekte wie
LCCevo stärken die Leistungsfähigkeit der Luftfracht
und damit zugleich die Wettbewerbsfähigkeit
unseres Landess.“
Die Zukunft beginnt jetzt
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums blickt
die Lufthansa Group auf ihre Geschichte zurück
und richtet den Blick zugleich nach vorn. Mit
LCCevo schafft Lufthansa Cargo einen wichtigen
Baustein für die Jahrzehnte. Was 1926 mit
der Gründung der ersten Lufthansa begann und
von Anfang an auch den Transport von Post
und Fracht umfasste, hat sich heute zu einem
globalen Netzwerk entwickelt, das Menschen,
Kulturen und Volkswirtschaften verbindet. Lufthansa
Cargo trägt dazu als einer der weltweit
führenden Luftfrachtanbieter mit ihrer Mission
„Enabling Global Business“ maßgeblich bei.
In den kommenden Jahren folgen mit BRAVO
und CHARLIE weitere Bauphasen, die das Lufthansa
Cargo Center bis 2030 zum modernsten
Luftfrachtstandort Europas weiterentwickeln.
Neben Effizienz und Leistungsfähigkeit spielt
auch Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Auf
rund 19.000 Quadratmetern Dachfläche werden
Photovoltaikanlagen installiert. Moderne
Gebäudetechnik, intelligente Wärmerückgewinnungssysteme
und extensive Dachbegrünungen
tragen dazu bei, Energieverbrauch und
Emissionen zu reduzieren. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S90
Logistikdienstleister
mietet 37.300 m2
Nutzfläche im
Segro Park Dortmund
Internationaler Healthcare-Logistikdienstleister
sichert sich 37.300 m2 nachhaltige Logistikfläche
im zukunftsweisenden Segro Park
Dortmund.
Ein global agierender Logistikdienstleister
(3PL) aus dem Healthcare-Bereich
baut sein Logistiknetz in Deutschland
weiter aus. Für diesen Schritt hat das
Unternehmen knapp 37.300 m2 Nutzfläche
im Segro Park Dortmund angemietet, genauer
gesagt in der Levi-Baum-Straße 9. Dort wird
der Dienstleister in Halle C rund 33.000 m2
Lagerfläche sowie 900 m2 Bürofläche nutzen.
Ergänzt wird das Raumangebot durch Mezzanineflächen,
die den Rest der angemieteten Fläche
ausmachen. Die Übergabe der Flächen ist
nach Fertigstellung im Oktober 2026 geplant.
Modernes Logistikareal auf ehemaligem
Kraftwerksgelände
Der Segro Park Dortmund entsteht auf dem
Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks
und umfasst insgesamt rund 200.000 m2
Mietfläche. Die Hallen A und C werden spekulativ
errichtet, während Halle B bereits frühzeitig
an Amazon vergeben wurde. Besonders
hervorzuheben ist das nachhaltige Entwicklungsziel:
Segro strebt für die Logistikimmobilien
eine DGNB Platin-Zertifizierung an, die
höchste Standards in Sachen Umweltfreundlichkeit
und Energieeffizienz garantiert.
Halle C vor Fertigstellung bereits vollvermietet
Mit der Anmietung durch den Healthcare-
Logistikdienstleister ist Halle C bereits vor Fertigstellung
vollständig vermietet. Dies unterstreicht
die hohe Nachfrage nach modernen,
nachhaltigen Logistikflächen in der Region
Dortmund und die Attraktivität des Segro Parks
als Standort für innovative Logistiklösungen.
Professionelle Beratung durch JLL
Die Anmietung wurde durch JLL begleitet,
die den Logistikdienstleister umfassend
beraten und die Vermittlung erfolgreich
durchgeführt haben. Dies zeigt die
Bedeutung professioneller Partner bei der
Suche und Sicherung passender Logistikflächen
in einem wettbewerbsintensiven Markt.
Fazit: Die Erweiterung des Logistiknetzwerks
durch den internationalen Healthcare-3PL
im Segro Park Dortmund ist ein starkes Signal
für die Bedeutung nachhaltiger und moderner
Logistikimmobilien in Deutschland. Mit der
DGNB Platin-Zertifizierung setzt der Standort
neue Maßstäbe für umweltbewusste Logistik.
Die Vollvermietung von Halle C vor Fertigstellung
bestätigt den Trend zu hochwertigen Flächen
und zeigt, dass der Logistikmarkt in Dortmund
weiterhin dynamisch wächst.
(RED)
Shops, Stores
& Spaces
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S92
Bauarbeiten für den
Garbe Industrial Park
Soest starten
Garbe Industrial wird noch im zweiten Quartal
mit dem Bau des neuen Garbe Industrial
Parks in Soest (Nordrhein-Westfalen) beginnen.
Auf einem rund 28.700 Quadratmeter
großen Grundstück soll eine Immobilie mit
einer Gesamtfläche von ca. 19.200 Quadratmetern
für Mieter aus den Bereichen Produktion,
Gewerbe, Industrie, Logistik, E-Commerce
und Light Industrial entstehen.
Das Grundstück befindet sich im Südosten
der Stadt, nur wenige Hundert
Meter von der A 44 entfernt. Sie
verbindet den Standort in westlicher
Richtung mit Unna und dem Ruhrgebiet, in
östlicher Richtung mit Kassel. Die Anschlussstelle
Soest-Ost ist innerhalb von einer Minute
ohne Ortsdurchfahrt zu erreichen. „Die Lage
am östlichen Rand des Ruhrgebiets mit optimaler
Anbindung an das Fernstraßennetz und
die gut aufgestellte Wirtschaftsstruktur mit
einem breiten Branchenmix machen Soest zu
einem bedeutenden Standort in Nordrhein-
Westfalen“, sagt Frank Soppa, Regional Head
West / Development bei Garbe Industrial: „Insbesondere
für Nutzungen aus den Bereichen
Logistik, Lagerung und Distribution sehen wir
großes Potenzial. Die Immobilie bietet optimale
Voraussetzungen für die effiziente Abwicklung
moderner Warenströme.“
Auf dem Grundstück hatte früher ein Großhändler
für Landmaschinen-Ersatzteile seinen
Sitz. Die nicht mehr zeitgemäßen Gebäude
wurden abgerissen, um das Areal wieder nutzbar
zu machen und für den Bau einer modernen,
nachhaltigen Immobilie vorzubereiten. Geplant
ist der Neubau mit einer Hallenfläche von ca.
17.000 Quadratmetern. Hinzu kommen etwa
1.700 Quadratmeter Lagerfläche auf Zwischenebenen
(Mezzanin) und weitere 500 Quadratmeter
für Büros und Sozialräume. Zur Be- und
Entladung von Lkw soll das Objekt mit 17 Überladebrücken
und zwei ebenerdigen Sektionaltoren
ausgestattet werden. Auf dem Außengelände
entstehen Stellplätze für 40 Pkw und drei
Lkw. Garbe Industrial strebt für die Immobilie
eine Zertifizierung nach dem Gold-Standard der
Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
(DGNB) an. Zur Gewinnung regenerativer Energie
ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage
vorgesehen. Beheizt werden soll das Gebäude
mithilfe von Wärmepumpen, so dass auf den
Einsatz fossiler Energieträger verzichtet werden
kann. Voraussichtlich im vierten Quartal 2026
wird die Immobilie fertiggestellt sein. Beim
Grundstückskauf in Soest war das Maklerbüro
Leben+Raum Immobilien vermittelnd tätig.
(RED
#ECOMLOG26
ECOM-
LOG26
E-COMMERCE
LOGISTIK-DAY
SAVE THE DATE:
21.09. 2026
LOGISTIK-EXPRESS T&L 3/26 | S94
REALOGIS vermittelt
9.100 m2 Logistikfläche
im Prologis Park Alzenau
an Horoz Logistics
Die REALOGIS Immobilien Frankfurt GmbH
(REALOGIS) hat als Teil der REALOGIS Unternehmensgruppe,
Deutschlands führendem
Beratungsunternehmen für Industrie- und
Logistikimmobilien sowie Gewerbegrundstücke,
rund 9.100 m2 Logistikfläche im Prologis
Park Alzenau erfolgreich an Horoz Logistics
International GmbH vermittelt.
für moderne und flexibel nutzbare Logistikprozesse“,
sagt Denis Tanque, Abteilungsleiter
Vermietung bei REALOGIS Frankfurt. Im Prologis
Park Alzenau stehen aktuell weitere 16.000 m2
Hallenfläche zur Verfügung. Die Vermarktung
erfolgt provisionsfrei über REALOGIS als Co-
Lead-Makler.
REALOGIS. Die Nr. 1 bei Industrie- und Logistikimmobilien
Die REALOGIS Unternehmensgruppe ist
Deutschlands führende Adresse für die Beratung
und Vermittlung von Industrie- und Logistikimmobilien
sowie Gewerbegrundstücken.
Als eigentümergeführtes Haus mit Standorten
in Berlin, Düsseldorf, Deutschland Süd/Nord,
Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München
und Stuttgart verfügt das 2005 gegründete
Unternehmen über eine fundierte Marktkenntnis
und mehr als zwanzigjährige Erfahrung im
deutschen Immobiliensektor.
Eigentümer der Liegenschaft im Industriegebiet
Süd B30 ist Prologis, ein
weltweit führender Entwickler und
Eigentümer von Logistikimmobilien.
Horoz Logistics wird den Standort künftig als
Deutschland-Zentrallager nutzen und dort zentrale
Logistik- und Fulfillment-Dienstleistungen
für seine Kunden abwickeln. „Ausschlaggebend
für die Anmietung war insbesondere die kurzfristige
Verfügbarkeit der Flächen. Gerade in
einem von dynamischen wirtschaftlichen und
geopolitischen Entwicklungen geprägten Markt
bietet das Objekt optimale Voraussetzungen
Rund 70 Mitarbeitende unterstützen nationale
und internationale Unternehmen aus Logistik,
Industrie, Handel und E-Commerce sowie private
und institutionelle Investoren. Das Leistungsspektrum
umfasst die Vermittlung von
Mietern für Bestands- und Neubauimmobilien,
die Begleitung von Investoren bei Akquisitionen
und Projektentwicklungen, die Beratung bei der
Grundstückssuche oder -veräußerung sowie
die Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher
Immobilienstrategien, von der Standortanalyse
bis zur Verwertung nicht mehr betriebsnotwendiger
Assets.
(RED)
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