10.07.2026 Aufrufe

bauMAGAZIN Juli 2026

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

BauMagazin_2015_Logo_75mm_CMYK.pdf 1 03.05.21 08:40

2026

07

Das Magazin & Fachportal für

Baumaschinen, Baugeräte & Baufahrzeuge

Transformation meistern

Wie Tiltrotatoren den Weg in die Zukunft ebnen

BLICKPUNKT

VOR ORT

BLICKPUNKT

JCB

Vorgestellt wurde eine große

Palette an Produktneuheiten

ROBERT AEBI

Die »Pro Days« mit einer ganzen

Armada an Maschinen und Geräten

BOBCAT

Ein Kompaktlader-Spektakel zu

den »Demo Days« in Tschechien


EINFACH

ONLINE KAUFEN

Leistung, die begeistert.

Ihr direkter Weg zur passenden JCB Maschine.

Im neuen JCB Machine Store finden Sie

vom Minibagger bis zum Teleskoplader die

passende Maschine für Ihre Anforderungen.

Schnell gewählt und einfach bestellt für einen

effizienten Start auf Ihrer Baustelle.

machinestore.jcb.com/de/machines

Hier scannen

und Maschine

anfragen


Achieve the Next

Neue Generation der Serie 9

Besucht uns an Stand A21

Intelligentere Maschinen

Sicherere Baustellen

Bessere Ergebnisse

Die neue 9er-Serie von DEVELON ist die erste Baggerbaureihe, die KI-gestützte

Personenerkennung mit einem intelligenten automatischen Not-Aus-System

kombiniert. Dadurch können Unfälle vermieden und Menschenleben geschützt

werden. In Verbindung mit der präzisen, vollelektronischen Hydraulik bewältigen

die Bediener ihre Aufgaben noch sicherer, präziser und reaktionsschneller.

Erfahren Sie mehr:

eu.develon-ce.com/de

Juli 2026


38

16

58

07/2026

6 | Editorial

8 | Zum Titel – OilQuick | Um die Baustelle

der Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen,

unterstützt OilQuick mit Tiltrotatoren, die zur

Transformation der Baubranche unerlässlich

sind – gleichzeitig investiert der Hersteller massiv

in seinen Standort, um sich zukunftssicher

aufzustellen.

10 | Namen und Neuigkeiten |

Baubranche aktuell

14 | bauGEFLÜSTER | Die bauMAGAZIN-

Kolumne ist brachial ehrlich, auf Krawall

gebürstet und hoch subjektiv. Mit

»bauGEFLÜSTER« rücken wir die wichtigsten

News und Streitthemen der Branche klar

in den Mittelpunkt.

BLICKPUNKTE

16 | Bobcat | Im Rahmen der Demo Days hat

das bauMAGAZIN eine große Bandbreite an

neuen kompakten Ladern getestet und durfte

sich ein genaues Bild von den wichtigsten

Neuentwicklungen machen.

ERDBEWEGUNG

26 | Vor Ort – Robert Aebi | Anlässlich der

Pro Days wurden viele Baumaschinen und -geräte

gezeigt, welche die Effizienz auf der Baustelle

steigern und hohe Leistung samt Produktivität

mit sich bringen sollen

30 | Vor Ort – Hydrema | Die diesjährigen

Demo-Tage am 8. und 9. Mai standen ganz

unter dem Motto des 30-jährigen Jubiläums

am Standort Weimar

33 | DMS | Wie Rotatorlöffel viel Aufwand,

aber auch Zeit am Bau einsparen können

34 | Develon | Ein Praxiseinsatz in der Schweiz

macht die Baustelle der Zukunft erlebbar

35 | Zeppelin – Caterpillar | Der neue

Cat-Kurzheckbagger »319« überzeugt

Anwender im Praxistest

37 | Atlas Weyhausen | Die »3er«-Serie

an Kompaktradladern vorgestellt

20 | JCB | Mitte Mai präsentierte JCB

am Hauptsitz in Staffordshire eine

beeindruckende Auswahl an

Produktneuheiten.

VERKEHRSWEGEBAU

38 | Wirtgen | Im US-Bundesstaat Oregon

erstellte ein Gleitschalungsfertiger neue

Bordsteinkanten und Entwässerungsrinnen

40 | Dynapac | Drei niederländische

Infrastrukturunternehmen erhalten die ersten

vollelektrischen Großasphaltfertiger Europas

41 | Wirtgen – Vögele | Automatisierungslösungen

vereinfachen den Einbau und fördern

die Prozesssicherheit

43 | Komatsu | Neue Kompaktlader im

4- und 5-t-Segment vorgestellt

44 | Liebherr Ehingen | Zwei

»LTM 1750-9.1« montieren die neue

Landgrafenbrücke im Ahrtal

45 | Moba | Schnelle und präzise Erstellung

von Planumsflächen ermöglichen

46 | Paus | Schwenklader als effiziente

und kraftvolle Helfer im GaLaBau

47 | RMStegos | Bausoftware soll bei Digitalisierung

und Effizienzsteigerung unterstützen

48 | Husqvarna | Renovierung einer

Start- und Landebahn mit Trennscheiben

der neuen »Elite-Cut F1600C«-Serie

KANALBAU & ROHRLEITUNGSBAU

50 | Vor Ort – Kiesel | Am Innovationstag nahmen

über 250 Personen teil, um sich ein Bild von

den wichtigsten Neuentwicklungen der Branche

zu machen

53 | HD Hyundai | 23-t-Raupenbagger war

das erste Modell der nächsten Generation auf

dem nordamerikanischen Markt

4

Juli 2026

Inhaltsverzeichnis


68

30 76

54 | Vermeer | Für Kommunen bietet das horizontale,

grabenlose Bohren zahlreiche Vorteile

56 | Amex Sanivar | Trinkwasserleitung wird

mit grabenlosem Verfahren instand gesetzt

57 | MB Crusher | Schaufelseparator

bei Hochgebirgsarbeiten eingesetzt

58 | Seier Gruppe | Infrastrukturprojekte:

Großauftrag im Kabel- und Leitungsbau

60 | Ammann Verdichtung | Neue Grabenwalze

bietet eine 360°-Drehung auf der Stelle

61 | Coalsi | Kanalgerüche als Problem

im innerstädtischen Bereich

62 | Swecon | Mit elektrisch betriebenen

Baggern erfolgreich im Arbeitsalltag unterwegs

62 | Güteschutz Kanalbau | Regelwerke

und Fachwissen für den Kanalbau digital nutzen

TIEFBAU & TUNNELBAU

64 | Liebherr Nenzing | Seilbagger unterstützen

beim Bau eines Mega-Trockendocks in Genua

66 | Sennebogen | Umfangreiche

Schwerlastarbeiten für U-Bahn-Netz in Paris

BAU- & NUTZFAHRZEUGE

72 | Vor Ort – Webfleet | Wie aus einem

Fuhrparkmanager alter Schule ein »operational

intelligence leader« wird

74 | Granit Parts | Hochwertige Sitzlösungen,

die in Baumaschinen zum Einsatz kommen

75 | Meiller | Überarbeitete »Grandload«-Kippsattel

sowie neue Typenbezeichnung vorgestellt

76 | Iveco | Testphase für emissionsfreien

Schwerverkehr ist kürzlich gestartet worden

77 | Krampe | Zwei neue Varianten aus

der »FlexBody«-Serie wurden vorgestellt

78 | Fassi | Neuer Baustoffkran erleichtert

der Karst Transport GmbH das Material-Handling

79 | Bohnenkamp | Molcon-Felgen nun

im Sortiment des Großhändlers vertreten

80 | Renault Trucks | Antriebsstrang und

wichtige Features für mehrere Modellreihen

weiterentwickelt

82 | Aspöck | Kompakte Mehrfunktionsleuchte

für Baumaschinen steht aktuell im Mittelpunkt

68 | Dynaset | Leistungsstarker

Schraubenkompressor für Airlift-Bohrarbeiten

70 | Epiroc | Großes Tunnelbauprojekt in Indien:

Unterstützung beim Shimla-Bypass-Projekt

Facebook Instagram LinkedIn

RUBRIKEN

83 | Aktuelles |

86 | Impressum |

86 | Redaktionsverzeichnis A – Z

87 | Der bauMAGAZIN-Marktplatz

Inhaltsverzeichnis

Juli 2026


EDITORIAL

PETRA REGER

Einen Gang hochschalten

Während Deutschland unter einer Hitzewelle litt, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft

(mal wieder) aus einem großen Turnier ausschied und die Großbaustelle Stuttgart

21 zu »Stuttgart 31« wurde, standen für die Baubranche im Deutschen Bundestag

wichtige Punkte auf der Tagesordnung. So wurde der »Aktionsplan zur Senkung der

Baukosten« vorgelegt und in erster Lesung über die Reform des Baugesetzbuches

(»Baugesetzbuch-Upgrade«) beraten. Darüber hinaus erfolgte die Verabschiedung

des »Infrastruktur-Zukunftsgesetzes«. Vor allem Letzteres soll das Tempo bei der

Sanierung der bundesweit maroden Infrastruktur deutlich erhöhen.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer

des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe

(ZDB), begrüßt die vorgesehenen

Beschleunigungsmaßnahmen für

Bundesfernstraßen ausdrücklich: »Eingestürzte

Brücken, gesperrte Rheinquerungen,

ganze Regionen im Stau: Deutschland hat zuletzt

mehrfach erlebt, was passiert, wenn marode Bauwerke

zu spät saniert werden. Genau hier setzt

das Gesetz an. Es macht Planungs- und Genehmigungsverfahren

effizienter und rechtssicherer –

»Der Wohnungsbau

bekommt Vorfahrt.«

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD)

vor allem durch das gesetzlich

verankerte überragende öffentliche

Interesse an prioritären

Verkehrsprojekten. Wie dringend

dieser Vorrang ist, zeigen

die jüngsten Schadensfälle. In Dresden stürzte

im September 2024 die Carolabrücke in die Elbe

– nur Minuten, nachdem die letzte Straßenbahn

das Bauwerk passiert hatte. In Bonn wurde die

Nordbrücke der A565 im Juni ohne Vorwarnung

voll gesperrt; täglich 100.000 Fahrzeuge stehen

seitdem vor einer Lücke, die erst Ende 2028 wieder

geschlossen ist. Der ADAC rechnet allein für

Bonn mit 50 Mio. Umweg-Kilometern pro Jahr.

Solche Sperrungen treffen ganze Regionen und

ihre Wirtschaft mit voller Wucht. Das darf nicht

zur Normalität werden. Genau deshalb brauchen

wir den Vorrang für Infrastruktur.« Positiv bewertet

Pakleppa auch die gestärkte Zuständigkeit der

Straßenbaubehörden für Baumaßnahmen an

Bundesfernstraßen. Künftig sollen allein die Straßenbaubehörden

verantwortlich sein; zusätzlicher

Genehmigungen bedarf es dann grundsätzlich

nicht mehr.

Mit dem »Baugesetzbuch-Upgrade« will die

Bundesregierung darüber hinaus die nächste

Stufe des »Bau-Turbo« zünden. Verfolgt werden

damit gleich mehrere Ziele: Damit sollen Planungsund

Genehmigungsverfahren beschleunigt, die

Digitalisierung der kommunalen Bauleitplanung

vorangetrieben und der Wohnungsbau in angespannten

Märkten als »überragendes öffentliches

Interesse« gelten. »Der Wohnungsbau bekommt

Vorfahrt«, kündigte Bundesbauministerin Verena

Hubertz (SPD) in ihrer Rede vor dem Bundestag

an. Es stellt sich nur die Frage, ob ein schnelleres

Genehmigungsrecht ausreicht. Denn dieses

allein schafft noch keinen Wohnraum, da die tatsächliche

Bautätigkeit deutlich hinter dem Bedarf

zurückbleibt. Wie sich Bauvorhaben beschleunigen

ließen, erläutert Dieter Schnittjer, Vorstand

und Geschäftsführer des VDBUM, auf Seite 12:

Sein Appell »Das »Machen« einfacher machen!«

geht auf die Vorzüge des »Hamburger Modells«

bei Bauvorhaben ein. Keine Frage: Veränderungen

sind notwendig und der Baubranche steht

langfristig ein Kulturwandel vor. Hinsichtlich passender

Maschinen, Geräten und digitalen Lösungen

für jede Herausforderung besteht jedenfalls

kein Mangel, wie die Beiträge in dieser Ausgabe

und in der Beilage branchenSPEZIALISTEN zeigen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Thomas Seibold

Redakteur

6

Juli 2026

Editorial


the

blueprint

of a

good

Deal!

n eue Lin ie - ErschwinglichE Leistung

XS37-5RZ

Starkes Standardpaket

SCHWING-Service Inside

5-teiliger Mast, RZ-Faltung

schwing-blueline.de

Monat 2026


ZUM TITEL

Tiltrotatoren für

die Transformation

der Baubranche

OILQUICK – Auf der Baustelle zählen Effizienz und Präzision: Jede Bewegung,

jeder Werkzeugwechsel, jeder Arbeitsschritt kann über den Erfolg eines Projekts

entscheiden. Maschinenführer, Baustellenleiter und Ingenieure kennen diese

Herausforderung zur Genüge und wissen, dass Zeitdruck und anspruchsvolle

Rahmenbedingungen schnelle und exakte Arbeit voraussetzen. Doch wo früher

Rüstzeiten wertvolle Minuten kosteten, verändern moderne Tiltrotatoren die

Regeln und ermöglichen eine neue Form der Produktivität.

Neubau

Die Erweiterung des Firmensitzes

soll die Fertigungskapazitäten

erhöhen, neuen Raum für

Innovationskraft schaffen und

die Servicewelt sowie digitale

Prozesse massiv stärken.

Mit ihrem vollhydraulischen Schnellwechselsystem

und den Tiltrotatoren der »OQTR«-Serie

hat OilQuick die Grundlage geschaffen, um Anbaugeräte

nicht nur sekundenschnell zu wechseln, sondern

Präzision und Sicherheit auf eine neue Ebene

zu heben: »Ohne Aussteigen, ohne Zeitverlust,

ohne Kompromisse.« Mit der integrierten Zero-Degree-Technologie

möchte OilQuick zudem sicherstellen,

dass Rotationsbewegungen exakt und stabil,

ohne Taumelbewegungen, ausgeführt werden.

Ob im Kanalbau, Spezialtiefbau oder Verkehrswegebau:

Schnellwechsler und Tiltrotatoren schaffen

überzeugende Vorteile für jeden, der Produktivität

und Komfort auf der Baustelle miteinander verbinden

möchte. Und die »OQTR«-Serie kann hier wichtige

Vorteile ausspielen: weniger Standzeiten, kontrollierter

Mechanismus und ein sicherer Arbeitsablauf

– selbst unter anspruchsvollen Bedingungen.

Multifunktionales Werkzeug

»Tiltrotatoren verändern die Perspektive auf Maschinen.

Aus einem klassischen Bagger wird ein

präzises und multifunktionales Werkzeug, das nahezu

jeder Baustellenherausforderung gewachsen

ist«, sagt Stefan Schauer, Geschäftsführer von

OilQuick Deutschland. Ein weiterer Vorteil: Die

OilQuick-Systeme sind kompatibel mit Anbaugeräten

jeglicher Hersteller. Maschinenführer profitieren

damit von maximaler Flexibilität bei der Ausrüstung

ihrer Maschinen. Egal ob Sieblöffel, Greifer

oder Verdichtungsplatten – mit den Systemen von

OilQuick lassen sich unterschiedlichste Werkzeuge

in wenigen Sekunden sicher und effizient einsetzen.

Neubau mit Herz

Im Spätsommer schlägt OilQuick zudem ein neues

Kapitel auf: Der Firmensitz in Steindorf, zwischen

Augsburg und München, wird um einen Neubau er-

Mit seinen Lösungen stellt OilQuick ein wichtiges Bindeglied dar,

um die Baustelle der Zukunft effizienter, vernetzter, schneller

und zuverlässiger zu machen.

weitert, der die Philosophie des Familienbetriebs

unterstreichen soll – zukunftsweisende Innovationen

auf einem bewährten Fundament aufzubauen.

Das neue Gebäude, so OilQuick, vereine modernste

Technologien, hochautomatisierte Prozesse und einen

einzigartigen Ansatz für Entwicklung und Kundenorientierung.

Im sogenannten Experience Center,

dem Herzstück des Neubaus, können Kunden

Technologie direkt erleben. Hier sorgen voll ausgestattete

Bagger mit OilQuick-Schnellwechslern

und Tiltrotatoren für praxisnahe Eindrücke. Der

Showroom unterstreicht damit laut Unternehmen

die Botschaft: »Fortschritt wird nicht nur gezeigt,

sondern erlebbar gemacht.«

Die Servicewelt von OilQuick

Neben der Innovationskraft des Neubaus soll das Unternehmen

auch mit einer besonderen Servicestruktur

überzeugen. Es wird ein Zentrum für Lagerhaltung,

Ersatzteile und Reparaturen geschaffen, das

durch digitalisierte Prozesse, maximale Verfügbarkeit

und schnelle Reaktionszeiten besticht. Kunden

können sich auf eine Rundum-Betreuung verlassen,

die Wartung und Service so verlässlich macht wie

den Einsatz der Maschinen selbst. Von der Betreuung

bis zur Ersatzteilbeschaffung wird hier nichts

dem Zufall überlassen.

8

Juli 2026

Zum Titel


OILQUICK

Digitale Vernetzung

OilQuick möchte beim Thema Fortschritt aber noch

einen Schritt weiter gehen. Mit der Vernetzung

durch den »MIC 4.0«-Standard (Machines in Construction)

wird die digitale Baustelle Wirklichkeit.

Maschinen, Anbaugeräte und Software kommunizieren

in einem digitalen Ökosystem miteinander,

das für präzisere Steuerung, effizientere Dokumentation

und schnellere Prozesse sorgt. Tiltrotatoren

spielen dabei eine zentrale Rolle, sie fungieren als

Bindeglied zwischen Mensch und Maschine und garantieren

eine intuitive, exakte Bedienung. »Automatisierung

wird hier nicht als Ersatz für Kontrolle

gedacht, sondern als Optimierung – zugunsten des

Maschinenführers und des gesamten Bauablaufs«,

so OilQuick. Mit »MIC 4.0« schaffe man eine homogene

Systemlandschaft, die komplexe Bauprojekte

erleichtert und der Branche durch smarte Prozesse

einen Vorsprung verschafft.

Hightech und Menschlichkeit

Mit dem Neubau in Steindorf möchte OilQuick

überdies einen Ort schaffen, an dem Hightech auf

Menschlichkeit trifft. Die offene Architektur inspiriere

und bilde die Grundlage für Begegnungen und

Kreativität. »Innovation entsteht dort, wo Technologie

und Mensch im Einklang sind. Wir schaffen

Raum für Visionen und echtes Miteinander«, so Brigitte

Schauer, Mitglied der Geschäftsführung. »Unser

Ziel ist es, eine Umgebung zu gestalten, in der

wir gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen

entwickeln – basierend auf Vertrauen und Partnerschaft.«

Warum der Wandel wichtig ist

Die Baubranche steht vor großen Herausforderungen:

zunehmende Komplexität, höhere Anforderungen

und der stetige Zeitdruck. Tradierte Prozesse

stoßen zunehmend an ihre Grenzen und genau

hier setzt OilQuick an. Mit der Kombination aus

Die Vernetzung durch den »MIC 4.0«-Standard lässt

den Traum von der digitalen Baustelle tatsächlich

Wirklichkeit werden – OilQuick setzt damit auf ein

digitales Ökosystem, das für Präzision, Produktivität

und Wirtschaftlichkeit stehen soll.

vollhydraulischen Schnellwechselsystemen, Tiltrotatoren

und der digitalen Baustelle durch »MIC 4.0«

möchte das Unternehmen Werkzeuge und Lösungen

schaffen, die nicht nur Zeit und Kosten sparen,

sondern die Art des Arbeitens verändern. »Es geht

nicht nur darum, Maschinen besser zu machen, es

geht darum, die Baubranche zukunftsfähig zu gestalten

– durch richtungsweisende Prozesse, die

Technik und Mensch nachhaltig verbinden«, erklärt

Stefan Schauer. Das Fazit lautet, dass OilQuick

mit der Erweiterung seines Firmensitzes massiv in

die eigene Zukunftsfähigkeit investiert und dabei

nicht nur seine Produktionskapazitäten ausbaut,

sondern auf eine Plattform für echten Fortschritt

setzen will. Die erklärte Zielsetzung ist es, die Zukunft

der Branche für Anwender erlebbar zu machen

und gleichzeitig Sorge dafür zu tragen, dass

die Transformation zur modernen Baustelle Seite

an Seite mit den eigenen Kunden gelingt.

d

»OQTR«-Serie

Mit seinen Tiltrotatoren der

»OQTR«-Serie bietet OilQuick

die Möglichkeit, weniger Standzeiten,

sichere Arbeitsabläufe

und hohe Effizienz auf der

Baustelle zu schaffen.

Die multifunktionale

Fertigungshalle

vereint Produktion,

Lagerhaltung,

Ersatzteilversorgung

und Reparaturdienstleistungen

an einem

zentralen Standort.

OILQUICK (3)

OILQUICK (3)

Zum Titel Juli 2026 9


NAMEN & NEUIGKEITEN

Algeco ernennt Cornelius Egbers

zum Geschäftsführer der DACHS-Region

ALGECO – Als Teil der Modulaire Group gab Algeco die Ernennung von Cornelius Egbers zum

Geschäftsführer der DACHS-Region (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Slowenien)

bekannt. Egbers hat die Funktion im April übernommen; die Eintragung als Geschäftsführer

im Handelsregister erfolgte im Juni. Zudem ist er Mitglied des Executive Committee der Modulaire

Group und berichtet direkt an Richard Ingram, CEO & Chairman.

Cornelius Egbers verfügt über internationale

Führungserfahrung in Vertrieb,

Geschäftsentwicklung und Marktexpansion

innerhalb der modularen Raumlösungsbranche.

Zuletzt verantwortete er

das Vermietungsgeschäft bei ELA Con-

tainer und war zudem als Geschäftsführer

Cornelius Egbers.

Jubiläum: Cojali feiert sein 35-jähriges Bestehen

COJALI – Der spanische, multinational tätige Konzern darf sein großes Jubiläum

feiern und stärkt eigenen Angaben nach gleichzeitig seine Führungsposition im

Bereich technologischer Lösungen und setzt dabei auf Innovation, Digitalisierung

sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Nutzfahrzeugsektor.

Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat

das Unternehmen eine kontinuierliche

Entwicklung durchlaufen und sich als

Akteur in Bereichen wie Elektronik, erweiterte

Diagnose, Konnektivität und Datenanalyse

positioniert. Gegründet in Campo

de Criptana als zunächst auf die Reparatur

von Komponenten ausgerichtetes Unternehmen,

hat sich Cojali zu einem multinationalen

Technologieunternehmen

mit internationaler Präsenz entwickelt,

das in der Lage ist, eigene Lösungen mit

hoher Wertschöpfung zu entwickeln. Im

Verlauf dieser 35 Jahre hat das Unternehmen

laut eigener Aussage auf Innovation

und technologische Entwicklung gesetzt,

erhebliche Ressourcen in Forschung, Entwicklung

und Innovation (F+E+i) investiert

und eine Organisation mit rund 600

ALGECO

mehrerer Business Units tätig. Egbers hat

einen Bachelorabschluss in Business Administration

der Fachhochschule Osnabrück

und lebt mit seiner Familie in Lingen

(Emsland). Richard Ingram, Group

Chief Executive der Modulaire Group,

hierzu: »Wir freuen uns sehr, Cornelius

Egbers bei Algeco zu begrüßen. Mit seiner

internationalen Erfahrung, seinem strategischen

Blick und seiner tiefen Branchenexpertise

ist er hervorragend geeignet,

die DACHS-Region in die nächste

Entwicklungsphase zu führen.« Und auch

Cornelius Egbers selbst kommentiert seine

Ernennung: »Ich freue mich sehr, die

Rolle des Geschäftsführers für Algeco in

der DACHS-Region zu übernehmen. Algeco

verfügt über eine starke Marktposition,

ein hochengagiertes Team und enormes

Wachstumspotenzial.«

d

Fachkräften aufgebaut, die in hochspezialisierten,

multidisziplinären Teams arbeiten,

viele davon mit technischem Hintergrund,

und damit entscheidend auch

zur Bindung und Entwicklung von Talenten

in Kastilien-La Mancha beigetragen.

Cojali hat sich als Hersteller von Komponenten

und Elektronik gefestigt, der auch

Lösungen für fortschrittliche und erweiterte

Diagnose, Konnektivität und Ferndiagnose

für Nutzfahrzeuge und Baumaschinen

entwickelt. »Cojali hat ein umfassendes

Lösungsökosystem entwickelt, das auf

die Optimierung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit

ausgerichtet ist, wobei insbesondere

Marken wie Cojali Parts, Jaltest

Diagnostics, Jaltest Telematics oder Jaltest

Tools hervorzuheben und derzeit in mehr

als 100 Ländern vertreten sind.« d

VOLVO CE

Erster Spatenstich für neue

Baggerfabrik von Volco CE

VOLVO CE – Die Arbeiten an der neuen Baggerfabrik

von Volvo Construction Equipment (Volvo CE) im

schwedischen Eskilstuna haben offiziell begonnen.

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson

und die stellvertretende Ministerpräsidentin Ebba

Busch würdigten den Anlass, indem sie symbolisch

die Steuerung von 23 t schweren Elektrobaggern

übernahmen und den ersten Aushub vornahmen.

(v. l. n. r.) Martin Lundstedt, Ebba Busch,

Premierminister Ulf Kristersson und Melker Jernberg.

Während viele Industrieunternehmen ihre

Produktion ins Ausland verlagern, investiert

Volvo CE weiterhin im eigenen Land. Das neue

Werk, dessen Fertigstellung für 2028 geplant ist,

wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens

stärken und Schwedens Rolle als starke Industrienation

festigen, wie das Unternehmen mitteilt. Die

Investition soll Arbeitsplätze schaffen und das

Wachstum in der Region Mälardalen ankurbeln

sowie Europas Innovationskraft und industrielle

Kapazität in einem zunehmend wettbewerbs-

intensiven globalen Markt unterstützen. Volvo CE

ist seit fast 200 Jahren ein Eckpfeiler der schwedischen

Industrie und investiert weiterhin langfristig

in Schweden. Heute werden rund 40 Prozent

der gesamten Produktionsstunden des Unternehmens

in Schweden abgehalten. Die Investition von

umgerechnet rund 64 Mio. Euro in Eskilstuna ist

Teil der langfristigen Strategie von Volvo CE, näher

an die Kunden heranzurücken und die regionale

Präsenz zu stärken. Während des Besuchs

hatten der Premierminister und der Minister für

Energie, Wirtschaft und Industrie die Gelegenheit,

Radlader und knickgelenkte Muldenkipper Probe

zu fahren, bevor sie sich selbst ans Steuer eines

23 t schweren Elektrobaggers von Volvo CE setzten,

um den Baubeginn des neuen Werks zu unterstützen.

»Es fühlt sich wirklich an wie nach Hause

kommen. Ich freue mich unglaublich, heute hier

zu sein und zu zeigen, wie dieses stolze Erbe weitergetragen

wird. Ich glaube fest an den engen Dialog

zwischen Wirtschaft und Politik, den wir in

Schweden pflegen«, sagte Ulf Kristersson, Ministerpräsident

von Schweden.

d

10

Juli 2026

Namen & Neuigkeiten


Vereinbarung zur Übernahme des operativen

Geschäfts der Atlas-Gruppe durch Buhler

Versatile wie geplant erfolgt

ATLAS – Die notarielle Beurkundung der unterzeichneten Vereinbarung

zum Erwerb sämtlicher Vermögenswerte der operativ tätigen Gesellschaften

der Atlas-Gruppe – dies sind im Einzelnen die Atlas GmbH,

Atlas Spare Parts GmbH, Atlas Group Services GmbH, Atlas Kompakt

GmbH sowie die Anteile an der britischen Atlas Cranes UK Ltd. – durch

die kanadische Buhler Versatile ist am 11. Juni wie geplant erfolgt.

Damit ist eine vertragliche Bindung zur Übernahme des laufenden

Geschäftsbetriebs und eines erheblichen Teils der Beschäftigten

der Atlas-Gruppe hergestellt und ein weiterer Schritt zur Sanierung

der Atlas-Gruppe erfolgt. Über den

Kaufpreis und weitere Details der Transaktion

war Stillschweigen vereinbart worden. Der

Vollzug der Transaktion steht weiterhin unter

dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen

Behörden, insbesondere der Genehmigung

nach dem Außenwirtschaftsgesetz. Eine

weitere Vollzugsbedingung ist die Ausarbeitung

und Umsetzung eines mit dem Betriebsrat zu vereinbarenden

Konzepts zu Personalmaßnahmen. In diesem Zusammenhang

sind erste Gespräche mit dem Betriebsrat angelaufen, um möglichst

sozialverträgliche Lösungen zu finden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat

werden derweil vertieft. Buhler Versatile ist Teil der Asko

Group, einer weltweit tätigen, familiengeführten Industriegruppe

mit mehr als 2 500 Beschäftigten und etablierten Aktivitäten in den

Bereichen Land- und Baumaschinen in der Türkei, Kanada und den

USA. Buhler Versatile ist ein strategischer Investor mit industriellem

Hintergrund. Aus Sicht der Gruppe liegen wesentliche Synergien

insbesondere im Produktportfolio. Atlas zählt zu den bekannten

deutschen Herstellern von Baumaschinen. Die Unternehmensgruppe

mit Sitz in Ganderkesee bei Delmenhorst hatte im Februar eine

Sanierung in Eigenverwaltung gestartet (das bauMAGAZIN berichtete

darüber bereits in der Märzausgabe auf Seite 16). Zur Unterstützung

der Geschäftsführung wurden die Sanierungsexperten Malte Köster

und Hans-Joachim Berner von der Kanzlei Kösterberner Sanierungsrecht

als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Rechtsanwalt Hendrik

Gittermann von der Kanzlei Reimer wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen

Sachwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb

wurde seitdem fortgeführt. Parallel wurde

ein strukturierter internationaler Investorenprozess

gestartet, der von PwC unter der

Federführung von Timo Klees und Julius Karp

begleitet wird. Buhler Versatile Inc. ist laut eigenen

Angaben Kanadas einziger Hersteller

von landwirtschaftlichen Traktoren. Das Unternehmen

mit Sitz in Winnipeg, Manitoba, entwickelt, produziert

und vertreibt unter seiner Marke Versatile ein Sortiment an landwirtschaftlichen

Maschinen. Dazu zählen knickgelenkte 4WD-Traktoren

sowie Bodenbearbeitungs- und Sätechnik. Buhler Versatile verfügt

über ein internationales Händler- und Servicenetz.

d

WIR FEIERN ECHTE

INNOVATIONEN.

www.kiesel.net

Echte Innovation zeigt sich erst, wenn sie im Einsatz überzeugt.

Wenn aus einer Idee eine durchdachte Systemlösung wird, die

Ihren Prozess voranbringt. Genau daran arbeiten wir gemeinsam

mit Ihnen – damit Fortschritt nicht nur gedacht, sondern täglich

gelebt wird.

Namen & Neuigkeiten Juli 2026 11


Das »Machen« einfacher machen!

VDBUM – Dieter Schnittjer, Vorstandsmitglied

und Geschäftsführer

des Verbandes der Baubran-

Es ist dringender denn je: Wir

müssen das »Machen« wieder

einfacher machen! Alle Tä-

als Mutmacher für unsere gesamte

Branche: vom Spezialtiefbau

über das Baustoff-Recycling

che, Umwelt- und Maschinentech-

tigkeitsbereiche – von den Be-

und den Straßenbau bis hin zum

nik e.V. (VDBUM), zeigt anhand

hörden und Verwaltungen über

Hochbau im ländlichen Raum.

des Hamburger Modells auf, wie

Planungsbüros und Architekten

Die Erfolgsformel des Hambur-

weniger Bürokratie erreicht wird,

bis hin zu Brandschutzbehör-

ger Modells ist simpel, aber radi-

wenn alle Akteure fragwürdige

den und Bauämtern – müssen,

kal: Alle am Bauprozess Beteilig-

Verwaltungsabläufe sowie ihren

gestützt durch den nötigen po-

ten haben sich in vielschichtigen

eigenen Aufgabenbereich kritisch

litischen Rahmen, ihre Prozes-

Arbeitsgruppen an einen Tisch

wir erst neue Bürokratie aufbau-

hinterfragen. Zudem plädiert er

se einmal komplett auf links dre-

gesetzt. Hunderte von fragwür-

en müssen, um dringend benötig-

für einen radikalen Abbau der

hen. Das Ziel? Ein Minimum an

digen Verwaltungsabläufen wur-

te Investitionsmittel freizusetzen.

bürokratischen Hürden bezüglich

des Einsatzes von Sondervermögen,

um Investitionsmittel für den

Vorgaben für ein Maximum an Effizienz.

Schnell sind wir bei der

allzu bekannten Floskel: »Die Po-

den gesichtet, geprüft und gemeinschaftlich

abgeschafft. Der

Anstoß kam von der Politik, aber

Verlässliche Planung

Unsere Kernforderung lautet:

Straßenbau freizusetzen.

litik muss!« Doch politische Ent-

getragen wurde er von Verwal-

Die bürokratischen Hürden für

scheidungen greifen zu kurz,

tungsmitarbeitenden, Architek-

den Einsatz von Sondervermögen

wenn sie nicht von den Akteuren

ten, Planern und ausführenden

müssen radikal abgebaut werden.

in der Praxis getragen werden.

Unternehmen. Mein tiefster Re-

Eine kontinuierliche, verlässliche

»Wir laufen

sehenden Auges

einem wirtschaftlichen

Langfristschaden

entgegen.«

Wir alle wissen: Änderungen in

vertrauten Abläufen, Umstrukturierungen

am Arbeitsplatz oder

gar der Wegfall liebgewonnener

Tätigkeiten führen unweigerlich

zu Blockaden und Widerständen.

Doch das können wir uns nicht

mehr leisten. Dass es anders geht,

zeigt das sogenannte Hamburger

Modell. Obwohl es ursprünglich

für die Stadtentwicklung in

Großstädten und Ballungsräu-

spekt und meine Anerkennung

gelten all jenen, die mit einer Vision

für das große Ganze den Mut

hatten, ihren eigenen Aufgabenbereich

kritisch zu hinterfragen.

Das Ergebnis: Weniger Bürokratie,

mehr Machen!

Die Situation der Baubranche

Blicken wir auf unsere Branche,

so zeigt sich ein extrem zweigeteiltes

Bild. Während weite Tei-

Planung der öffentlichen Investitionsmittel

– ob aus dem Kernhaushalt

oder dem Sondervermögen

– schafft Planbarkeit. Und genau

diese Verlässlichkeit schafft

Vertrauen. Vertrauen wiederum

fördert den Mut, positiv in die Zukunft

zu schauen.

Digital und persönlich

Ich könnte diese Liste an Baustellen

noch um viele The-

men konzipiert wurde, taugt es

le als robust und gut bezeichnet

men ergänzen, möchte Sie aber

werden können, ist der Hoch-

auch mitnehmen zu den er-

bau organisatorisch eine Katas-

freulichen Nachrichten unserer

trophe und muss dringend mit

VDBUM-Verbandsarbeit.

Denn

neuen, mutigen Ansätzen re-

das Motto »Das Machen einfacher

formiert werden. Und der Stra-

machen« haben wir uns auch für

VDBUM

ßenbau? Er leidet an vermeintlich

technischen Haushaltspro-

unsere eigenen Strukturen auf

die Fahnen geschrieben. Bestes

blemen. Wenn ich diese Begrün-

Beispiel ist unser neuer Webauf-

dung höre, möchte ich, ehrlich

tritt: Unsere neue Homepage ist

gesagt, in die Tischkante beißen.

nicht nur modern und hochgra-

Wir befinden uns in einer Phase,

dig informativ, sondern macht

in der die Baubranche hochgra-

auch Ihre Anforderungen, Semi-

dig erfolgreich sein könnte. Statt-

naranmeldungen und die Vernet-

dessen müssen Schwertranspor-

zung untereinander deutlich ein-

te von Industriegütern unvorstell-

facher, automatisierter und pro-

bare Umwege zu den Häfen fah-

fessioneller. Doch trotz aller di-

ren, marode Brücken weiträumig

gitalen Prozesse gilt: Technik ist

umfahren werden und wir be-

nur das Werkzeug. Das Team der

treiben Flickschusterei an Stel-

VDBUM-Geschäftsstelle,

unser

len, die längst eine Kernsanie-

ehrenamtlicher Vorstand und

Dieter Schnittjer, Vorstand und

Geschäftsführer des VDBUM.

rung bräuchten. Wir laufen sehenden

Auges einem wirtschaftli-

der Beirat sind für Sie im Tagesgeschäft

weiterhin ganz persönlich

chen Langfristschaden entgegen.

und mit gewohnt großem Engage-

Da kann es doch nicht sein, dass

ment ansprechbar.

d

12

Juli 2026

Namen & Neuigkeiten


»Baugenehmigungen

nehmen weiter zu«

HDB – Für April meldete das Statistische Bundesamt mit 20 200 Baugenehmigungen

bei Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neu- und Umbau)

ein Plus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Von Januar bis April setzte sich damit der Aufwärtstrend fort: Mit

83 700 Wohnungen wurde ein Zuwachs von 13,2 Prozent gegenüber

dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Diese Entwicklung machte sich

auch bei den Mehrfamilienhäusern mit 44 300 neu genehmigten Wohnungen

und einem Plus von 14,7 Prozent bemerkbar. Während 2025 nur

rund 110 000 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt

wurden – fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Tim-Oliver Müller,

Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

(HDB), ordnet die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten

Zahlen ein: »Aus Baugenehmigungen müssen jetzt Projekte werden.

Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert, wie die

Fertigstellungszahlen für 2025 und der niedrige Auftragseingang der

Bauwirtschaft belegen. Es braucht klare, investitionsfreundliche und

verlässliche Rahmenbedingungen, damit nun auch wirklich gebaut

wird. Von der Bundesbauministerin muss daher ein klares Maßnahmenpaket

hervorgehen.« Müller weiter: »Das Monitoring des Bundes

zum Sondervermögen zeigt auf, dass im vergangenen Jahr von insgesamt

327 Mio. Euro für den Wohnungsbau nur rund 37 Mio. Euro abgeflossen

sind. Die nicht verausgabten Mittel müssen daher unbedingt

im Bundeshaushalt 2027 dafür eingesetzt werden, den Wohnungsbau

wieder in Schwung zu bringen. Gleichzeitig muss die Förderkulisse,

wie angekündigt, deutlich vereinfacht werden. Hierbei reicht es aber

nicht, die schon bestehenden Förderprogramme in die zwei Säulen »Sanierung«

und »Neubau« aufzuteilen. Vielmehr braucht es auch eigenkapitalunterstützende

sowie verbesserte, steuerliche Abschreibungsinstrumente

und eine langfristige Planbarkeit der Programme für bezahlbaren

Wohnungsneubau.«

Überjährige Finanzierung für Straße und Schiene gefordert

Ein weiteres zentrales Thema dieser Tage ist aus Sicht des HDB,

die Verkehrsinfrastruktur des Bundes dauerhaft zu sichern. Hierzu

der HDB kürzlich: Straße, Schiene und Wasserstraße müssten

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer

beim HDB.

dauerhaft leistungsfähig gehalten und über Legislaturperioden hinweg

planbar finanziert werden. »Unsere Verkehrsinfrastruktur ist

Standortfaktor, Lebensader und Wettbewerbsgrundlage zugleich.

Wer Wertschöpfung, Logistik, Pendlerverkehre und internationale

Anbindungen sichern will, darf die Verkehrsträger nicht gegeneinander

ausspielen, sondern muss sie als zusammenhängendes

System begreifen«, so Tim-Oliver Müller. Der Investitionsbedarf ist

enorm: Für die Jahre 2025 bis 2030 wird ein kumulierter Bedarf von

mehr als 600 Mrd. Euro beziffert. Zugleich sinkt die reale Investitionskraft

seit Jahren, weil nominal steigende Budgets durch Baupreissteigerungen

aufgezehrt werden. Politische Rekordsummen allein

reichen deshalb nicht aus. Entscheidend ist, was preisbereinigt

tatsächlich auf Baustellen ankommt. »Das Sondervermögen kann einen

wichtigen Modernisierungsschub leisten. Es ist aber keine Dauerlösung.

Wir brauchen jetzt die politische Entscheidung für eine

dauerhaft abgesicherte, überjährige Finanzierung aller Verkehrsträger

des Bundes – damit nach dem Auslaufen des Sondervermögens

kein neuer Investitionsabfall droht«, so Müller.

d

HDB

Webfleet integriert die Volkswagen Group Info

Services AG in sein »OEM.connect«-Programm

WEBFLEET – Die bewährte Flottenmanagementlösung Webfleet von

Bridgestone gab kürzlich eine Kooperation mit der Volkswagen Group Info

Services AG bekannt. Über »OEM.connect«, das Programm für werkseitig

integrierte Fahrzeugvernetzung von Webfleet, sind Flottenbetreiber nun

in der Lage, Fahrzeuge von sechs Marken der Volkswagen Gruppe direkt

an Webfleet anzubinden. Damit können Flotten, die Fahrzeuge der Marken

Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Škoda, Seat, Cupra

und Audi einsetzen, auf Webfleet-Dienste zugreifen, ohne

nachträglich Hardware installieren zu müssen.

Fahrzeuge mit einer werkseitig integrierten Vernetzungsfunktion

werden anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer

(VIN) aktiviert. Ab diesem Moment sind die Webfleet-Services

binnen weniger Minuten verfügbar. Flottenbetreiber

erhalten einen schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf die

Fahrzeugdaten. Damit wird es laut Unternehmen möglich, die betriebliche

Effizienz zu steigern, Betriebskosten zu senken und sicheres

sowie umweltfreundliches Fahrverhalten zu fördern. Jan-Maarten

de Vries, President Fleet Management Solutions bei Bridgestone,

zur neuen Partnerschaft: »Unser Ziel ist es, die Anbindung von

Fahrzeugen an Webfleet so schnell und einfach wie möglich zu gestalten.

Mit der Aufnahme von sechs Marken der Volkswagen-Gruppe

in das ›OEM.connect‹-Programm von Webfleet

sind wir auf dem richtigen Weg. Fuhrparkbetreiber erhalten

einen direkten Zugang zu relevanten Daten ihres Fuhrparks

und können damit an den richtigen Stellschrauben bei ihrer

Flottenverwaltung drehen. Mit der Zusammenarbeit bauen

wir unser ›OEM.connect‹-Ökosystem konsequent weiter aus und ermöglichen

Flotten einen noch schnelleren und unkomplizierteren

Zugang zu vernetzten Diensten.«

d

Namen & Neuigkeiten Juli 2026 13


BAU

GEFLÜSTER

»Frau am Bau«

Zwischen (vertanen) Chancen, großer Hoffnung

und verkanntem Sexismus

Die Baubranche – ein elitärer Herrenklub,

umgeben von schwitzenden

Männern, hartem Armierungsstahl

und klackernden Betonmischern.

Und Frauen? Über Jahrhunderte

hinweg unerwünscht. Und wenn sich das

weibliche Geschlecht früher dann doch

mal auf die Baustelle verirrt hat, galt das als mindestens

genauso exotisch wie ein glitzerndes Einhorn auf

einem Heavy-Metal-Konzert. Heute spricht alles (politisch

korrekt) von flächendeckender Gleichberechtigung

und davon, dass man(n) endlich mehr Frauen

in die Baubranche bringen möchte. Böse Zungen behaupten

nun, dass das vorrangig auf den Fachkräftemangel

zurückzuführen ist, der seit Jahren wie ein

finsteres Damoklesschwert über der Branche schwebt

Dan Windhorst

und sich eben nicht darin begründet, ausnahmsweise

mal dazugelernt zu haben. Die bittere Wahrheit

ist, dass wir Männer einen richtigen Dachschaden

haben. Und zwar gewaltig. Wir haben

jahrhundertelang erstaunliche Kreativität bewiesen,

um Frauen kategorisch von allem fernzuhalten,

was als typische Männerdomäne galt.

Frauen durften nicht wählen, hatten kein eigenes

Bankkonto, mussten sich von Autos, Universitäten

und Fußball fernhalten und hatten stattdessen die

Pflicht, sich um den Haushalt, den Ehemann und die

Erziehung der Kinder zu kümmern. Früher glaubte

man, dass Frauen beispielsweise nichts in Politik oder

Wissenschaft zu suchen hätten, weil sie »aufgrund

ihres zerbrechlichen Gemüts, der geringen Belastbarkeit

und der beständigen Neigung zu unkontrollierter

Emotionalität eine Gefahr für sich und andere

darstellen« würden. Aus heutiger Sicht ist das alles

unvorstellbar. Wir schütteln den Kopf, zeigen uns

empört und sprechen davon, dass das alles Gott sei

Dank der Vergangenheit angehört. Aber ist das wirklich

so? Können wir in Zeiten von Ehegattensplitting,

»Gender Pay Gap« sowie der sagenumwobenen Frauenquote

wirklich von Gleichberechtigung, geschweige

denn von weniger Ignoranz sprechen? Lassen Sie uns

in diesem Zusammenhang die Baubranche betrachten:

In den spezifischen Handwerksberufen (Maurer,

Dachdecker, Straßenbauer, Betonbauer) sind bundesweit

knapp 2,2 Prozent der Beschäftigten weiblich – in

der gesamten Bauwirtschaft liegt der Anteil immerhin

bei 14 Prozent, aber das lässt sich vorrangig darauf zurückführen,

dass Frauen in der Regel eher in akademischen

Segmenten, darunter in Planung, Entwicklung

und Architektur, zu finden sind. Fakt ist, dass

es der Branche trotz ihres massiven Bedarfs an Fachkräften

nicht gelingt, ausreichend Frauen auf die Baustelle

zu bringen, geschweige denn, sie überhaupt dafür

zu begeistern. Und das hat vielschichtige Gründe:

bauMagazin Kolumne


Zum einen hält sich die Mär, dass die Arbeit

am Bau für Frauen körperlich zu anstrengend

sei. In Zeiten des technischen Fortschritts ist diese Begründung,

die in Teilen ja sogar hie und da ihre Daseinsberechtigung

haben mag, bemerkenswert. Zum

anderen existieren kaum Fürsprecher. Für Papa und

Mama ist es auch 2026 undenkbar, dass ihre 16-jährige

Tochter eine Maurerlehre beginnt, in einen Kettenbagger

steigt oder acht Stunden täglich Dachpfannen

durch die Gegend schmeißt. Erschwerend kommt

hinzu, dass Jobs auf der Baustelle für junge Menschen

schlichtweg unattraktiv sind: Die massive körperliche

Belastung bis zum Rentenalter, einhergehend mit

der vergleichsweise geringen Bezahlung, verführt dazu,

sich am Ende dann doch lieber für das Studium

und den (eigentlich) ungeliebten Bürojob zu entscheiden.

Die dramatische Folge ist, dass wir über Jahrzehnte

hinweg ein gewaltiges Potenzial mit Anlauf in

die Tonne treten und den noch verbliebenen

Rest an ehrlichem Interesse

damit zerstören, dass die Dinge

sich, wenn überhaupt, nur im

Schneckentempo verändern. Was

also tun? Erklärte Zielsetzung der

Politik ist es, junge Frauen frühzeitig

für technische und handwerkliche

Berufe zu begeistern – das soll

z.B. über den »Girls Day« gelingen,

wo Schülerinnen die Berufe in der

Praxis kennenlernen. Außerdem

wurden sogenannte Mentoring-

und Weiterbildungsprogramme

entwickelt, mit denen Frauen beim

Berufseinstieg von erfahrenen Mitarbeitern

unterstützt werden. Aus

meinen Gesprächen mit den Verbänden,

der Politik, den Bauunternehmen

und Frauen, die ihren Weg erfolgreich in

die Branche gefunden haben, weiß ich, dass das

alles zwar nett gemeint, inhaltlich aber viel

zu kurz gedacht wurde. Es ist zwar

Früher galt, dass

Frauen »aufgrund

ihres zerbrechlichen

Gemüts, der geringen

Belastbarkeit und

der beständigen

Neigung zu

unkontrollierter

Emotionalität eine

Gefahr für sich und

andere darstellen«.

richtig, dass wir jungen Frauen

(und im Übrigen auch

jungen Männern) möglichst

früh die Berufsmöglichkeiten

der Baubranche

aufzeigen, aber

wenn die Rahmenbedingungen,

an denen

es ja nachweislich noch

immer scheitert, unverändert

bleiben, wird der Nachwuchs, ganz gleich welchen

Geschlechts, auch in Zukunft einen großen Bogen

um die Bauwirtschaft machen. Meine Befürchtung

ist, dass es (mal wieder) an den Baufirmen selbst

hängen bleibt: Zum einen müssen sie die kostspielige

Werbetrommel rühren und ein attraktives Gehalt

herbeizaubern, um überhaupt die Aufmerksamkeit

möglicher Auszubildende zu erhalten. Zum anderen

braucht es das Aufbrechen

von Klischees und den Schutz vor

Diskriminierung, obwohl das vielmehr

Aufgabe von Politik und Gesellschaft

wäre. Denn auch wenn

wir uns alle wünschen würden,

dass herabwürdigende Kommentare,

haltlose Vorurteile und purer

Sexismus der Vergangenheit

angehören, beweist der Alltag auf

Baustellen das Gegenteil. Die Herausforderung

ist es, Frauen glaubwürdig

zu integrieren und mit guter

Ausbildung, fairer Bezahlung,

klugem Rat und ehrlicher Kollegialität

zu unterstützen. Denn:

In der Bau- und Baumaschinenbranche

habe ich durchaus positive

Beispiele dafür gesehen, wie

»Frau am Bau« funktionieren kann. Aber fast immer

war das mit einem erheblichen Engagement der Bauunternehmen

verknüpft, das nicht nur die notwendigen

finanziellen Rahmenbedingungen schaffen musste,

sondern mit echter und vor allem vorurteilsfreier

Meinung an die Sache herangegangen ist. Im Grunde

müssen Baufirmen, Hersteller, Dienstleister und

Händler genau das auffangen, was die Politik und insbesondere

die Gesellschaft bis heute verpasst hat –

nämlich die ehrliche Auseinandersetzung damit, warum

sich viele Frauen nicht in unsere Branche trauen

und weshalb wir auch im Jahr 2026 noch immer

so vielen patriarchalischen und zuweilen misogynen

Vollidioten begegnen müssen.

d

bauMagazin Kolumne Juli 2026

15


IM BLICKPUNKT

Großes Lader-

Spektakel in Dobríš

BOBCAT – Die Demo Days von Bobcat sind ein spektakuläres »Live Action Event« für

kompakte Maschinen, das gleichzeitig als wichtiger Gradmesser dafür dient, was die

US-Amerikaner derzeit aus ihrer Entwicklerschublade zaubern. Auch in diesem Jahr

ist bauMAGAZIN-Chefredakteur Dan Windhorst ins tschechische Dobríš gereist und

hat sich die neuen Maschinen genau angeschaut. Im Mittelpunkt stand das komplette

Lader-Repertoire, darunter Maschinen, die derzeit Weltpremiere feiern und mit so

manchen Leistungsdaten zu überraschen wussten.

VON

DAN WINDHORST

Seit nunmehr 15 Jahren lädt Bobcat europäische

Händler, Kunden und Journalisten

zu den Demo Days nach Dobříš ein –

und obwohl das bauMAGAZIN mittlerweile

jede noch so kleine Schraube des

weitläufigen EMEA-Hauptsitzes südwestlich von

Prag kennt, verblüfft der US-amerikanische Baumaschinenhersteller

immer wieder aufs Neue.

Das betrifft zum einen den jährlichen Output an

Maschinen und Anbaugeräten und zum anderen

den Standort selbst: Als Teil der südkoreanischen

Doosan Group investiert Bobcat seit vielen Jahren

massiv in die Forschung, Fertigung und Entwicklung,

um den europäischen Markt mit Kompaktmaschinen

zu bedienen. Und die jährlich stattfindenden

Demo Days dienen gezielt als Testballon und

Aushängeschild: Insgesamt 90 Maschinen sowie

mehr als 250 Anbaugeräte, digitale Tools und Zubehörteile

standen zur Verfügung.

Ein neues Radlader-Duo

Der Hauptakteur der diesjährigen Demo Days war

zweifelsohne das Lader-Segment. Den Anfang machten

die beiden kompakten Radlader des Typs »L85«

und »L100«. Beide Maschinen gelten aufgrund starker

Leistungsdaten, kompakter Bauweise und vielseitigen

Einsatzmöglichkeiten als produktive Allrounder.

Der knapp 5 t schwere »85er« bringt eine

Motorleistung von 50,7 kW sowie eine Kipplast

von 3,2 t und eine Hubhöhe von 3,3 m mit sich. Bei

Bobcat ist seiner Tradition

treu geblieben und

hat zu den Demo Days

ein Großaufgebot an

Maschinen aufgefahren.

BOBCAT

16

Juli 2026

Im Blickpunkt


BOBCAT

seinem größeren Bruder, dem »L100«, handelt es

sich um einen Prototypen, der in Kürze das Vorgängermodell

»L95« ersetzen und damit eine wichtige

Lücke schließen soll. Beide Modelle bieten eine höhere

Hydraulikleistung, hinzu kommt, dass Bobcat

nochmals an der Gerätekompatibilität geschraubt

hat, was die beiden Lader anpassungsfähiger und damit

flexibler macht. Aufgefallen ist aber auch, dass

die Hydraulikleistung erhöht und die Bedienfreundlichkeit

verbessert wurde. Spürbar war, dass die Maschinen

präzises Arbeiten und schnelles Manövrieren

zulassen. Die finale Ausführung des »L100« wird

im Übrigen erstmals auf der GaLaBau in Nürnberg

zu sehen sein, wo Bobcat auch die offizielle Markteinführung

für die beiden Radladermodelle plant.

Drei kompakte Raupen

Darüber hinaus hat Bobcat die neue Generation

seiner »R«-Laderserie vorgestellt. Auf dem Papier

sollen die Kompakt-Raupenlader »T66-2«, »T76-2«

und »T86-2« sowie die Kompaktlader »S66-2«,

»S76-2« und »S86-2« eine größere Auswahl, mehr

Kontrolle und verbesserte Bedienfreundlichkeit

bieten. Nachdem die bauMAGAZIN-Redaktion die

neuen Modelle getestet hat, lässt sich festhalten,

dass die bessere Bedienbarkeit tatsächlich im Mittelpunkt

steht. Die Fahrerkabine wirkt insgesamt

aufgeräumt, klar strukturiert und ermöglicht angenehmes

Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum

hinweg. Aus Erfahrung weiß man, dass Bobcat

hier von seiner langjährigen Expertise in diesem

Segment profitiert – und das macht sich auch

bei den Leistungsdaten bemerkbar. Das Fazit lautet:

Die drei Raupenlader, der 4 t schwere »T66-2« mit

3,2 t Kipplast, der »T76-2« mit 4,6 t Einsatzgewicht

und 4 t Kipplast sowie der 5,4-Tonner »T86-2« mit 5 t

Kipp last, arbeiten auf engstem Raum, lassen sich

präzise und direkt steuern und gewähren dem Maschinisten

auffallend guten Bedienkomfort.

Weitere kompakte Lader

Im Segment der Kompaktlader hat Bobcat hingegen

die Modelle »S66-2«, »S76-2« und »S86-2« ins Rennen

geschickt. Mit einer Motorleistung von 55 bis 85,8 kW

sollen die 3,2, 3,7 und 4,4 t schweren Kompaktlader

ordentlich Kraft auf die Räder bringen. Und das war

auf dem Demogelände auch spürbar. Aufgrund der

Tatsache, dass das bauMAGAZIN die Vorgängermodelle

der vergangenen Jahren bereits kennt, hat sich

durchaus gezeigt, dass Bobcat hier nachgelegt hat.

Das betrifft beispielsweise das neu konstruierte Elektriksystem,

um die Haltbarkeit zu erhöhen, die Betriebszeitverbesserung

und vor allem die erhöhte

Hubhöhe von bis zu 3,7 m beim »S86-2«. Laut Bobcat

soll das vorrangig das Beladen von Kippern mit

hohen Bordwänden erleichtern – auch das Stapeln

von Material gelingt besser als bisher. In der Fahrerkabine

fällt hingegen ein neues Display auf, in das

90

Maschinen

Im Rahmen der Demo Days

2026 stellte Bobcat insgesamt

90 Maschinen sowie

über 250 Anbaugeräte und

Zubehör für ausgiebige Tests

zur Verfügung.

Im Blickpunkt

Juli 2026

17


IM BLICKPUNKT

Ein Lader-Tanz für die

Besucher: Als Showeinlage

zeigte Bobcat,

wozu die kompakten

Lader in der Lage sind.

zahlreiche Zusatzfunktionen und Anpassungsmöglichkeiten

integriert worden sind. Unter anderem

lässt sich zwischen vier Beschleunigungsmodi wählen,

um die Maschinenreaktion individuell an den

Bedarf anzupassen. Oder anders gesagt: Hier lässt

sich von »sanft und gleichmäßig« bis »schnell, kraftvoll

und aggressiv« genau die Balance finden, die

man für den jeweiligen Einsatz braucht. Die Kipp-

last der drei Kompaktlader liegt bei 2,2, 2,7 und 3,1 t.

Demo-Days-Premiere gefeiert

Besondere Aufmerksamkeit erhielt im Übrigen

der neue Kompakt-Raupenlader »T650«. Über den

»650er« hatte das bauMAGAZIN bereits ausführlich

in seiner Titelstory ab Seite 10 in der Mai-Ausgabe

berichtet. Die Zusammenfassung lautet: Der »T650«

ist ein kompakter Alleskönner. Die Stage-V-konforme

Maschine kommt auf ein Betriebsgewicht von

4,19 t und greift aufgrund ihres »D24«-Motors auf

knapp 55 kW Leistung zurück. Die Kipplast liegt

laut Hersteller bei 3,4 t. Der »T650« ist Teil der neuen

»R«-Serie und setzt daher u. a. auf mehr Bedienkomfort,

individuell anpassbare Modi, hohe Sicherheitsstandards

und kann »auf der Stelle« drehen.

Durch den Nullwendekreis sind weder Kurvenradius

noch Rangieren nötig, was den Kompaktlader

extrem flexibel, vielseitig und schnell in seinen Bewegungen

macht. Und genau das hat die Redaktion

auch in Tschechien festgestellt: Der Lader macht,

unter Maschinisten gesprochen, einfach riesig

Spaß. Trotz seiner kompakten Abmessungen von

(L x B) 3 475 x 1 981 mm bietet der Lader eine bemerkenswerte

Arbeitskapazität mit vertikalem Hubweg

sowie eine Nennbetriebslast von 1,19 t. Grundsätzlich

dürfte sich der Kompaktlader damit vor allem

für das Beladen von Lkw, den Paletten-Transport sowie

für Erdbewegungsarbeiten auf beengtem Raum

eignen. Und zur Wahrheit gehört auch, dass Bobcat

nicht nur für den »650er«, sondern für die gesamte

Lader-Bandbreite ein auffallend großes Anbaugeräteportfolio

zur Verfügung stellt. Dadurch ist der

Bobcat-Lader mehr und mehr zu einem kompakten

Geräteträger geworden, der auf der Baustelle unterschiedlichste

Aufgaben übernehmen kann. Gefertigt

wird der »T650« übrigens direkt vor Ort im Bobcat-Werk

in Dobříš.

Mini-Raupenlader »MT120«

Ein weiteres, wenn auch etwas handlicheres Highlight

war zweifelsohne der Mini-Raupenlader des

3,7

Meter

Der Kompaktlader »S86-2«

verfügt über eine erhöhte

Hubhöhe von bis zu 3,7 m, was

die Einsatzfähigkeiten verbessert.

Brachiale Kraft:

Ausgestattet mit einem

Forstmulcher, hatte der

Kompaktlader keine

Mühe, den kompletten

Baum zu zerlegen.

18

Juli 2026

Im Blickpunkt


BOBCAT

DAN WINDHORST (4)

Getestet wurden auch

die aktuellen Baggermodelle,

die vor allem für

ihre Kompaktheit, hohe

Leistung und schnelles

Arbeiten gelobt wurden.

Typs »MT120«. Hier trifft ein kompaktes Design mit

Fahrerpodest auf durchaus bemerkenswerte Performance:

Die Kipplast liegt bei 1,5 t, während der Motor

mit 18,3 kW Leistung bei einem Betriebsgewicht

von 1,6 t ordentlich Power mit sich bringt. Die Hubhöhe

liegt hier bei 2,2 m – die fahrbare Nutzlast beträgt

540 kg. Festhalten lässt sich außerdem, dass der

»MT120« robust aufgebaut wurde und aufgrund der

Der Schlüssel steckte:

Die aktuellen Teleskoplader

durften ausgiebig

getestet werden.

Kipplast sowie eines Vertikal-Hubwegs vielseitig eingesetzt

werden kann. Wichtig zu erwähnen ist an dieser

Stelle, dass Bobcat über 25 kompatible Anbaugeräte

für dieses Modell anbietet, was die Einsatzmöglichkeiten

nochmals erweitert.

Das betrifft Schaufeln, Bodenfräsen,

Hydraulikhämmer, Gabeln

oder auch Grabenfräsen.

Ein Vorteil ist, dass mittels

»Bob-Tach« oder gängiger

Kupplungen schnell zwischen

den Anbaugeräten

gewechselt werden

kann.

Ein abschließendes Fazit

Die drei Tage in Tschechien waren geprägt von

ausgiebiger Maschinenerprobung – und davon,

sich dabei nicht von schicken Broschüren oder

Selbstbeweihräucherung beeinflussen zu lassen.

Die Demo Days sollen natürlich das Beste von

Bobcat repräsentieren, keine Frage. Zur Wahrheit

gehört aber auch, dass der Hersteller viel Raum

für konstruktive Kritik lässt und sich nicht davor

scheut, auf Entwicklungsprobleme, neue Denkansätze

oder Verbesserungsvorschläge einzugehen.

Aufgrund der Tatsache, dass sowohl Händler

und Kunden, aber eben auch Anwender und

Fachjournalisten vor Ort sind, hat es Bobcat mit

erfahrenen Profis zutun, die mitunter seit Jahrzehnten

in der Maschine sitzen und genau wissen,

wovon sie da sprechen. Die neue »R«-Serie

ist ein gutes Beispiel für die aktuelle Entwicklungsarbeit:

Seit Jahren feilt Bobcat hier an der

Balance zwischen Leistungsdaten, Design und

Be dienkomfort. Und abgesehen davon, dass der

Hersteller seine Modelle den weltweiten Marktanforderungen

anpassen muss, befinden sich die

kompakten Lader nach Ansicht vieler Event-Teilnehmer

mittlerweile auf einer extrem ausgereiften

Entwicklungsstufe. Zu hören war außerdem,

dass Bobcat gerade in den vergangenen Jahren

gelernt hat, auf individuelle Bedürfnisse der Maschinisten

einzugehen. Das betrifft sowohl den

Einsatz smarter Assistenzsysteme als auch den

deutlich gestiegenen Bedienkomfort. Gleichwohl,

und auch das war ein interessantes Feedback

der Teilnehmer, kann Bobcat offensichtlich

von durchdachten Anbaugeräten profitieren – die

Auswahl ist hier in den vergangenen Jahren immer

weiter gewachsen. Und auch ein Blick hinter

die Kulissen der Fertigung sowie des Innovationscenters

hat gezeigt, dass sich der Hersteller

nicht auf Lorbeeren ausruhen will.

d

»R«-Serie

Aktuell stellt Bobcat die neue

Generation seiner »R«-Serie

für das Lader-Segment vor,

was Performance, Bedienkomfort

und Effizienz in den

Mittelpunkt rücken soll.

Radlader

Im Bereich der kompakten

Radlader wurden mit dem »L85«

und dem »L100« zwei leistungsstarke

Maschinen vorgestellt.

Im Blickpunkt Juli 2026 19


IM BLICKPUNKT

In neue Dimensionen

vorstoßen

VON

THOMAS SEIBOLD

JCB – Mitte Mai präsentierte JCB am Hauptsitz in Staffordshire eine beeindruckende

Auswahl an Produktneuheiten. Im Fokus standen zwei Kettenbagger der 50- und

40-t-Klasse, ein knickgelenkter Muldenkipper mit einer Nutzlast von 12,75 t und die

Einführung der »DualDrive«-Technologie bei den 9-t-Raddumpern. Zudem wurden zwei

Walzenzüge für den 4- bis 8-t-Bereich und zwei weitere mit Stage-V-Motoren in der 12-

bis 15-t-Klasse sowie ein »3CX Sitemaster«-Baggerlader vorgestellt. Dazu kamen die

emissionsarmen Lösungen: Mit dem »3CX Hydrogen« feierte der erste serienmäßig

produzierte wasserstoffbetriebene Baggerlader sein Debüt. Passend dazu stellte JCB

ein mobiles H2-Betankungssystem sowie mit dem »G60RS H« ein Stromaggregat mit

Wasserstoffmotor vor. Nicht zuletzt präsentierte JCB-Chairman Anthony Bamford

persönlich den »JCB Hydromax«. Dieser soll 20 Jahre nach dem »JCB Dieselmax«

einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen. Die Redaktion des

bauMAGAZINs war vor Ort und lässt die zweitägige Veranstaltung Revue passieren.

Ergänzend zu den zahlreichen Neuheiten

wartete JCB mit interessantem Zahlenmaterial

auf: So investiert das Unternehmen

derzeit im texanischen San Antonio

rund 500 Mio. US-Dollar in den Bau eines

neuen Werks. Darin sollen auf einer Fläche von

knapp 100000 m 2 künftig von 1500 Mitarbeitenden

Maschinen und Zubehör für den US-Markt produziert

werden. Nach Angaben von CEO Graeme

Macdonald exportiert JCB rund 75 Prozent seiner

in Großbritannien hergestellten Maschinen. Mit

einer neuen Fertigungsstätte in Übersee reagiert

das Unternehmen auf die Herausforderungen bei

den Lieferketten und Zöllen. Nicht nur deswegen

blickte Graeme Macdonald durchaus zuversichtlich

in die Zukunft.

20

Juli 2026

Im Blickpunkt


JCB

THOMAS SEIBOLD (5)

Zwei neue Bagger der »X-Serie«

Die zwei größten und schwersten Neuheiten – das

neue Spitzenmodell »520X« in der 50-t-Klasse und

der leistungsstarke »420X« – wurden zum Abschluss

eines Werksrundgangs am zweiten Tag präsentiert.

Die Einführung dieser zwei neuen Modelle für die

Bereiche Erdbewegung, Steinbruch, Abbruch und

Schwerlastanwendungen komplettiert laut JCB die

»Heavyline«-Kettenbagger-Reihe der 2018 erstmals

vorgestellten »X-Serie«. Mit dem »520X« verfügt das

Unternehmen nun über seinen bislang größten Kettenbagger,

was ein Blick auf die Gewichts- und Leistungsdaten

eindrucksvoll zeigt. Mit einem Einsatzgewicht

von 52 bis 57 t, abhängig von der jeweiligen Ausstattungsvariante,

deckt das Modell in der Tat neue

Leistungsdimensionen ab. Die Maschine kann wahlweise

mit einem 6,9 m langen Standardausleger für

maximale Vielseitigkeit oder mit einem 6,5 m langen

»Mass-Excavation«-Ausleger für hohe Produktivität

konfiguriert werden.

Für den 6,5-m-»Mass-Excavation«-Ausleger

des »520X« stehen wahlweise ein 2,55-m- oder ein

3-m-Heavy-Duty-Löffelstiel zur Verfügung. Beim

6,9-m-Reichweitenausleger kann die Maschine mit

einem 3-m- oder einem 3,3-m-Löffelstiel ausgestattet

werden. Abhängig von der jeweiligen Spezifikation

ist der »520X« für Löffelgrößen von 2,8 bis 3,4 m³

ausgelegt. Mit Reichweitenausleger und verlängertem

Arm erreicht die Maschine eine maximale Grabreichweite

von 11,8 m und eine Grabtiefe von bis zu

7,8 m. Die maximale Ausschütthöhe liegt bei 7,5 m.

Damit ist die Maschine für vielfältige Lastzyklen und

Anwendungen ausgelegt. Die Losbrechkraft am Löffelstiel

beträgt bis zu 279 kN, die maximale Losbrechkraft

am Löffel liegt bei 318 kN.

Nicht weniger bedeutend ist der neue »420X«,

der serienmäßig mit dem »Earthmoving Pro«-Pack

inklusive einer 2,6-m³-HD-Schaufel angeboten wird.

Damit bietet der »420X« ein rund 10 Prozent größeres

Schaufelvolumen als der »370X« mit seiner

2,34 m³ großen Schaufel. Um dieses größere Volumen

zu realisieren, verfügt der »420X« serienmäßig

über einen schwer verstärkten Ausleger und Stiel.

Der Stiel ist in Längen von 2,63 m und 3,23 m erhältlich.

Beim »420X« wurde der Durchmesser des Hydraulikzylinders

am Stiel im Vergleich zum »370X«

vergrößert, was eine deutlich höhere Losbrechkraft

liefern soll – insbesondere beim Arbeiten in dichtem

oder schwer lösbarem Material. Gleichzeitig tragen

die größeren Zylinderdurchmesser zu einer erhöhten

Hubleistung über die Front bei. So kann der »420X«

bei maximaler Reichweite über 940 kg mehr heben

als das leichtere Vorgängermodell. Dies steigert die

Grableistung und ermöglicht den Einsatz schwerer

Abbruchanbaugeräte.

Starke Antriebsaggregate in beiden Modellen

Ausgestattet ist der »520X« mit einem 11,8-l-Aggregat

von Cummins, das eine Leistung von 298 kW bei

1 800 U/min bereitstellt. Das maximale Drehmoment

von 1 969 Nm wird bereits bei 1 400 U/min erreicht,

wodurch der »520X« laut JCB »eine hohe Zugkraft

im unteren Drehzahlbereich für anspruchsvolle

Bei den neuen Walzenzügen

»VM128D« und »VM138D«

kommt der »JCB 448«-Dieselmotor

mit 97 kW Leistung

und Stage V zum Einsatz.

Losbrechkraft

Beim neuen »520X« beträgt

die Losbrechkraft am Löffelstiel

bis zu 279 kN und die

maximale Losbrechkraft am

Löffel liegt bei 318 kN.

Im Blickpunkt Juli 2026 21


IM BLICKPUNKT

Mit einem Einsatzgewicht von

9,32 t ist der neue knickgelenkte

Muldenkipper »715« bewusst

robust ausgelegt.

Szenenapplaus

Angesichts des teilweise extrem

schlechten Wetters im Steinbruch

soll das Engagement der JCB-Mitarbeiter

vor Ort nicht unerwähnt

bleiben. Denn insbesondere bei

der Vorstellung des »520X« und

»420X« regnete und windete es

sehr stark. Das hielt Mirko Heßler,

Product Manager Large Excavators,

und James Higgs, Commercial

Manager Large Excavators, jedoch

nicht davon ab, die Erläuterungen

zu den Maschinen trotz strömenden

Regens in gewohnt professioneller

Manier abzuhalten. Von den

Journalisten im Zelt gab es dafür

spontanen Szenenapplaus, der

stellvertretend für alle JCB-Mitarbeiter

vor Ort galt, die mit den

widrigen Wetterbedingungen zu

kämpfen hatten.

Grabarbeiten und das Potenzial für eine beeindruckende

Produktivität in Tonne pro Liter Kraftstoff bietet«.

Der Motor treibt zwei Axialkolben-Hydraulikpumpen

mit variabler Förderleistung an, die jeweils

einen Förderstrom von bis zu 404 l/min bereitstellen.

Modernste Hydraulikkomponenten, Rohrleitungen

mit größerem Durchmesser sowie ein hydraulisch

angetriebener Kühllüfter sollen zur Reduzierung des

Kraftstoffverbrauchs beitragen. Ein Doppelschwenkmotor-System

sorgt laut JCB zudem für wettbewerbsfähige

Arbeitszyklen und ermöglicht eine maximale

Grab- sowie Ladeleistung.

Der »420X« wird von einem 8,9-l-Stage-V-Dieselmotor

mit einer Leistung von 240 kW und einem

maximalen Drehmoment von 1 526 Nm angetrieben.

Im Vergleich zum »370X« wurde die Motordrehzahl

erhöht, was zu einer gesteigerten Leistungsabgabe

beitragen soll. Gleichzeitig ermöglicht der höhere

Hydraulikvolumenstrom ein laut JCB besonders

effizientes Multitasking beim Graben und Heben,

wodurch sich die Gesamtproduktivität der Maschine

erhöht. Die serienmäßig integrierte »Auto

Boost«-Funktion sorgt für zusätzliche Leistungsreserven,

indem sie bei Bedarf automatisch den Hydraulikdruck

anhebt und somit auch bei anspruchsvollen

Einsätzen maximale Performance sicherstellt.

Überarbeitete Unterwagen für mehr Produktivität

Beim Unterwagen des »420X« wurden die oberen

Laufrollen neu positioniert und auf jeder Seite zusätzlich

eine weitere untere Laufrolle verbaut. Dies

soll die Mobilität auf unebenem Gelände verbessern.

Optimierte Verzurrpunkte verhindern laut JCB Materialansammlungen

unter dem X-Rahmen. Abgerundet

wird das Unterwagenkonzept des »420X« durch

Fahrmotoren der 50-t-Klasse, die eine Steigerung der

Zugkraft um 21 Prozent auf bis zu 345 kN liefern. Das

Modell verfügt oberhalb des Unterwagens über einen

um 40 mm größeren Drehkranz mit erhöhter Tragfähigkeit.

Das soll die Haltbarkeit bei drehmoment-

intensiven Schwenkzyklen, wie sie beispielsweise

beim Bankettladen oder bei Haldenarbeiten auftreten,

erhöhen. Auch das Drehwerk und das Drehgetriebe

wurden weiterentwickelt und bieten ein höheres

Schwenkmoment bei gleichzeitig geringerer Geräuschentwicklung.

Kunden, die ein Höchstmaß an Robustheit

und Leistungsfähigkeit benötigen, können

die Maschine mit dem »Heavy Duty Pro«-Pack ausstatten.

Dieses umfasst u.a. zusätzliche Seitenschutzplatten,

schwere Unterbodenschutzbleche, einen Zylinderschutz

für den Schaufelzylinder sowie Schutzgitter

für die Arbeitsscheinwerfer.

In der beim »520X« standardmäßigen »Earthmoving

Pro«-Ausstattung sind zwei »Heavy Duty«-Unterwagenoptionen

verfügbar: eine feste Spurweite von

2 740 mm oder ein mechanisch verstellbarer Unterwagen

mit variabler Spurbreite von 2 390 bis 2 890 mm.

Darüber hinaus können Kunden Kettenplatten in

Breiten von 600 bis 900 mm wählen, um die Maschine

optimal an individuelle Baustellenbedingungen und

Transportanforderungen anzupassen. Ergänzt wird

das Angebot durch zwei Kontergewichtvarianten: ein

festes Kontergewicht mit 10,5 t oder ein hydraulisch

abnehmbares Kontergewicht mit 9,8 t. Als Option für

anspruchsvollste Einsätze bietet JCB auch hier die

»Heavy Duty Pro«-Spezifikation an. Für beide Ausstattungsvarianten

– »Earthmoving Pro« und »Hea-

vy Duty Pro« – sind klappbare seitliche Laufstege zur

Vereinfachung von Wartung und Service erhältlich.

Hoher Bedienkomfort für mehr Effizienz

Die »CommandPlus«-Kabine von JCB bildet bei

allen »X-Serie«-Modellen die Basis für hohen

Bedienkomfort und maximale Sicherheit. Die serienmäßige

»Pro«-Ausstattung der »Heavyline«-Maschinen

umfasst einen beheizten und belüfteten Fahrersitz

mit elektrischer Lendenwirbelverstellung sowie

eine hochwertige Innenausstattung. Zur Serienausstattung

der »X-Serie« zählt die JCB-UX-Bedienoberfläche

mit einem 10-Zoll-Touchscreen in Vollfarbdarstellung.

Die Bedienstruktur lässt sich individuell

konfigurieren, inklusive frei belegbarer Hotkeys für

häufig verwendete Funktionen. Das neu eingeführte

schlüssellose Startsystem ermöglicht das Aktivieren

oder Deaktivieren des Displays per Knopfdruck. Insgesamt

können bis zu 25 Benutzerprofile gespeichert

werden, um individuelle Einstellungen für Joysticks

und Bedienelemente dauerhaft abzurufen.

Die Kabinen des »520X« und »420X« sind serienmäßig

ROPS-zertifiziert und verfügen über das

JCB-»2 Go«-System zur hydraulischen Abschaltung,

das in allen Anwendungen für erhöhte Sicherheit

sorgen soll. Eine hochauflösende 360°-Kamera ist

ebenfalls serienmäßig vorhanden und in das neue

UX-Display integriert. Für optimale Sichtverhältnisse

bei allen Lichtbedingungen sorgen 14 serienmäßige

LED-Arbeitsscheinwerfer. Darüber hinaus ist JCB

»LiveLink« serienmäßig integriert und stellt Echtzeit-Maschinendaten

zur Verfügung, einschließlich

22

Juli 2026

Im Blickpunkt


JCB

Verbrauchskennzahlen, Leerlaufzeiten und Tankfüllständen.

Durch Service- und Wartungsalarme

unterstützt das System eine effiziente Fehlerdiagnose

und vorausschauende Wartung. Zusätzlich bietet

»LiveLink« erweiterte Sicherheitsfunktionen wie die

Fernüberwachung des Maschinenstandorts.

Neuer knickgelenkter Muldenkipper »715«

Der »715« wurde von JCB als Zweiachser konzipiert

und als »idealer Transportpartner für zahlreiche

Rad‐ und Raupenbagger sowie Ladetechnik« ausgelegt.

Dank einer breiten Auswahl an Reifenoptionen

lässt sich die Maschine an unterschiedlichste

Bodenverhältnisse und Einsatzbedingungen anpassen.

Mit einem Einsatzgewicht von 9,32 t ist der

»715« bewusst robust ausgelegt. So verfügt die Mulde

serienmäßig über einen Boden aus verstärktem

»Hardox 450«-Stahl und ein Fassungsvermögen von

7,1 m³ bei einer Nutzlast von 12,75 t. Angetrieben wird

der Muldenkipper von einem JCB-Dieselmotor »Typ

448« der Abgasstufe V, der eine Leistung von 129 kW

bereitstellt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein

JCB-Achtgang-Automatik-Power shift-Getriebe

mit

Wandlerüberbrückung. Das soll Wandlungsverluste

reduzieren und einen direkten Kraftschluss für hohe

Traktion auch unter anspruchsvollen Geländebedingungen

ermöglichen.

Zur Kraftübertragung auf den Untergrund kommen

Heavy-Duty-ZF‐Achsen mit Differenzialsperre

zum Einsatz, die das maximale Motordrehmoment

von 690 Nm laut JCB auch unter schwierigen Bodenbedingungen

zuverlässig umsetzen. Der kompakte

knickgelenkte Muldenkipper erreicht eine

Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h für

schnelle und effiziente Lade‐ und Transportzyklen.

Die Maschine ist mit der »Command‐Plus«‐Kabine

der neuesten Generation ausgestattet und serienmäßig

ROPS-/FOPS‐zertifiziert. Die Fahrerposition

ist für eine optimale Rundumsicht zentral angeordnet.

Teil der Serienausstattung sind LED‐Arbeitsbeleuchtung,

Weitwinkelspiegel sowie eine Rückfahrkamera

für ein möglichst hohes Maß an Übersicht.

Das 7-Zoll-Touchscreen-Display in der Kabine

nutzt die neueste »JCBUX«-Bedienoberfläche, wie sie

auch aus den »X-Serie«-Baggern bekannt ist. Zur Serienausstattung

zählt zudem das JCB-Telematik-System

»LiveLink« . Darüber hinaus verfügt der Dumper

über elektronische Start-Checks, die alle betriebsrelevanten

Flüssigkeitsstände und Systemparameter

überprüfen und die Ergebnisse digital in der Kabine

anzeigen. Der Servicezugang erfolgt vollständig

vom Boden aus, wobei abnehmbare Kotflügel einen

schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Filter und

Chairman Anthony Bamford präsentierte persönlich

den »JCB Hydromax« , welcher exakt 20 Jahre nach

dem historischen Erfolg des »JCB Dieselmax« den

bisherigen Geschwindigkeitsrekord von 563,418 km/h

brechen soll – diesmal mit Wasserstoffantrieb.

Motorleistung

Das 11,8-l-Aggregat von Cummins

erreicht im »520X« eine Leistung

von 298 kW bei 1 800 U/min und

ein maximales Drehmoment von

1 969 Nm bereits bei 1 400 U/min.

Der »420X« kommt mit einem

8,9-l-Aggregat auf 240 kW und

ein maximales Drehmoment von

1 526 Nm.

JCB

Im Blickpunkt Juli 2026 23


IM BLICKPUNKT

»DualDrive«

Mit der »DualDrive«-Technologie

kann der Bediener Sitz und

Bedienelemente drehen, sodass

er stets in Fahrtrichtung blickt.

Dies erhöht die Übersicht und

reduziert gefährliche

Fahrmanöver.

Mit dem je nach Ausstattung 52 bis 57 t

schweren »520X« verfügt JCB nun über

seinen bislang größten Kettenbagger.

Wartungspunkte ermöglichen sollen. Das patentierte

Kühlerpaket ist hoch am hinteren Bereich

des Vorderwagens angeordnet, um es wirksam vor

Staub und Schmutz zu schützen. Ein drehzahlgeregelter

Umkehrlüfter bläst automatisch Staub aus

dem Kühlerpaket und passt zugleich die Lüfterdrehzahl

bedarfsgerecht an.

»DualDrive« nun auch bei den 9-t-Raddumpern

JCB bringt die bewährte »DualDrive«-Technologie

nun auch in die 9-t-Raddumper-Klasse – sowohl für

Frontkipper als auch für Schwenkkippmulden-Varianten.

Die neue »DualDrive«-Kabine soll nicht nur

die Sicherheit des Bedieners, sondern die Sicherheit

auf der Baustelle generell erhöhen. Basierend auf der

Technologie des bewährten JCB-»DualDrive«-Baggerladers

kann der Bediener Sitz und Bedienelemente

drehen, sodass er stets in Fahrtrichtung blickt. Dies

erhöht die Übersicht und reduziert gefährliche Fahrmanöver.

Der luftgefederte Sitz ist zentral in der Kabine

positioniert und bietet Sicht in alle Richtungen.

Dabei wurde aufs Detail geachtet: So sind die Heizungs-

und Klimakomponenten unterhalb des Kabinenbodens

integriert, um den Rundumblick nicht

zu beeinträchtigen. Die Sitzeinheit inklusive Lenkrad

und Bedienelemente lässt sich über das »Heal-

Click«-System um 180° drehen – ganz ohne manuelles

Betätigen von Hebeln. Ein Sitzverriegelungssystem

stellt sicher, dass Antrieb und Hydraulik nur dann aktiviert

werden können, wenn der Sitz in einer der beiden

definierten Fahrpositionen sicher eingerastet ist.

Darüber hinaus wurde die Kabine des »JCB 9T

Dual Drive« einem Aufpralltest unterzogen und

hält Kräften stand, wie sie beim Kontakt mit einem

20-t-Bagger auftreten können. Zusätzlich verfügt

die Maschine über »Follow-me-home«-Arbeitsscheinwerfer,

die dem Fahrer ein sicheres Verlassen

der Baustelle ermöglichen. Zur Serienausstattung

gehören zusätzlicher Stauraum, ein 7-Zoll-Touchscreen-Display,

ein Radio sowie eine Wegfahrsperre

mit Tastenfeld. Angetrieben wird der »9T Dual

Drive« von einem 55-kW-JCB-»Diesel-Max«-Motor.

Der neu entwickelte zweistufige hydrostatische Fahrantrieb

treibt für maximale Traktion beide Achsen an.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h. Ein servo-

unterstütztes Bremssystem reduziert den Kraftaufwand

für den Fahrer. Die größte Entlastung für den

Bediener bietet nach Einschätzung des Herstellers

jedoch die drehbare Sitzeinheit. Sie verringert die

Notwendigkeit, den Oberkörper zu drehen oder im

Rückwärtsgang zu fahren. Das konsequente Fahren

in Blickrichtung bietet optimale Sicht, bessere Kontrolle

und mehr Sicherheit auf der Baustelle.

Verdichtungsprogramm um neue Walzen erweitert

Im Steinbruch hat JCB mit der »VM58D« und der

»VM78D« zwei Walzenzüge vorgestellt, welche die

4- bis 8-t-Klasse abdecken. Sie sind mit Stage-V-Dieselmotoren

ausgestattet, die niedrige Emissionen

und hohe Effizienz bieten sollen. Dazu kommt eine

laut JCB spürbar verbesserte Verdichtungsleistung:

Konkret sorge die Zentrifugalkraft von 81 bis

138 kN für weniger Überfahrten. Darüber hinaus erweitern

neben den größeren Modellen »VM118D«,

»VM128D« und »VM138D« nun die neue »VM58D«

und die »VM78D« das Portfolio. Diese verfügen über

Einsatzgewichte von 5,4 t bzw. 7,1 t. Durch die nahezu

vollständige Gleichteilstrategie im Hinterwagen profitieren

beide von einer hohen Komponentengleichheit

und damit von vereinfachter Wartung und effizienter

Teilelogistik.

Angetrieben werden die kompakten Modelle

von einem JCB-by-Rehlko-Dieselmotor mit 55 kW

Leistung. Das Aggregat erfüllt die Stage-V-Norm, ohne

dass DEF oder ein System zur selektiven katalytischen

Reduktion (SCR) erforderlich sind. Ausgestattet

sind sie mit unabhängigen hydraulischen Radmotoren

ohne Hinterachse. Diese bieten laut JCB

Arbeits- und Fahrtraktionsmodi sowie die Fähigkeit,

Steigungen von bis zu 60 Prozent zu bewältigen. Der

Entfall der Hinterachse ermöglicht zudem eine tiefere

Motorposition, was Schwerpunktlage und Stabilität

im unwegsamen Gelände verbessern soll.

Die »VM58D« verfügt über einen 2,7-t-Vorderwagen

und verdichtet mit einer Frequenz von 31 Hz sowie

einer Amplitude von 1,70 mm, was einer Zentrifugalkraft

von 81 kN entspricht. Die schwerere

»VM78D« verfügt über einen Vorderwagen von 4,05 t

und bietet zwei Verdichtungsfrequenzen von 29 Hz

und 31 Hz. Es stehen zwei Amplituden von 1,8 mm

und 0,8 mm zur Verfügung und der Vibrator entwickelt

Zentrifugalkräfte von 138 kN und 84 kN. Die

Bandagenstärke beträgt bei der »VM58D« 22 mm plus

einen 10-mm-Versteifungsring. Bei der »VM78D«

sind es 25 mm mit ebenfalls 10-mm-Ringverstärkung.

Dies sorgt laut JCB für »eine hohe Vibrationsmasse

und eine hervorragende Haltbarkeit selbst unter anspruchsvollen

Einsatzbedingungen«.

24

Juli 2026

Im Blickpunkt


JCB

Alle fünf Walzenzug-Modelle nutzen das gleiche neu

entwickelte Bedienerstand-Konzept. Die beiden kleineren

Modelle können wahlweise mit einem ROPS/

FOPS-Fahrerschutzdach oder einer klimatisierten

Kabine ausgestattet werden. Das Kabinenpaket umfasst

LED-Arbeitsleuchten vorne und hinten, in die

Dachecken integrierte gelbe Rundumleuchten, rundum

verbaute Flachverglasung für schnellen Scheibentausch,

eine Klima- und Heizungsanlage, ein

Radio sowie einen stoffbezogenen Fahrersitz. Beide

Maschinen können zudem mit »Connected Compaction«

über das JCB-»LiveLink«-Telematiksystem

ausgestattet werden. Darüber hinaus steht das »Intellicompaction«-Messsystem

zur Verfügung. Dieses

liefert Verdichtungsmessungen und kann so die Anzahl

der Überfahrten sowie Überverdichtung auf der

Baustelle reduzieren. Die beiden kompakten Modelle

werden zunächst mit einer Glattmantelbandage angeboten;

eine Stampffußbandage folgt später.

Ergänzend dazu präsentierte JCB zwei weitere

Stage-V-Modelle in der 12- bis 15-t-Klasse: die

»VM128D« mit 12,1 t und die »VM138D« mit 13,2 t. Gemeinsam

mit der 2025 eingeführten »VM118D« bilden

die drei Walzenzüge eine modular aufgebaute

Maschinenplattform. Die »VM118D« wird von einem

«JCB 430«-Dieselmotor mit 55 kW angetrieben und erfüllt

die Emissionsstufe V vollständig ohne DEF- oder

SCR-System. Die größeren Modelle »VM128D« und

»VM138D« setzen auf den »JCB 448«-Dieselmotor mit

97 kW Leistung. Zum Einsatz kommt ein Traktionssystem

mit vier Betriebsmodi – Arbeits-, Fahr-, Steigungs-

und PD-Modus für Stampffußeinsatz mit Steigfähigkeiten

von bis zu 55 Prozent.

Die Vibrationsbandage bietet Frequenzen von

32 Hz und 36 Hz sowie zwei Amplituden von 1,8 mm

und 0,8 mm. Die beiden kleineren Modelle nutzen

ein 256-kN-Vibrationssystem und eine Vorderachslast

von 6,75 t, während die größere »VM138D« mit

292 kN Zentrifugalkraft und 7,8 t Vorderachslast ausgestattet

ist. Mit einer Bandagenstärke von 28 mm

und 10 mm starken Versteifungsringen (»VM118D«

und »VM128D«) sowie einer 32-mm-Bandagenstärke

mit 10-mm-Ringen bei der »VM138D« bieten alle drei

Modelle hohe Vibrationsmassen. Auch hier stehen

optional die »Intellicompaction«Technologie sowie

»Connected Compaction« über den JCB »LiveLink«

zur Verfügung. Ein »LiveLink«-Vertrag für die ersten

fünf Jahre ist bei jeder Maschine bereits enthalten.

Neuer Baggerlader »3CX Sitemaster«

Mit dem neuen »3CX Sitemaster« stellte JCB ein

Modell vor, das Unternehmensgründern einen

wirtschaftlichen Start in die Selbstständigkeit ermöglichen

soll. Gleichzeitig eignet sich das Modell

für Vermieter. Die Maschine mit 55 kW wird

in einer einzigen, fest definierten »HighSpec«-Ausstattung

angeboten. Diese bietet serienmäßig eine

klimatisierte Kabine, eine 6-in-1-Schaufel mit

Gabeln, einen teleskopierbaren Löffel stiel, eine

»Return-to-Dig«-Funktion sowie die hydraulische

Schwingungsdämpfung (SRS). Serienmäßig sind zudem

einfach- und doppeltwirkende Zusatzhydraulikkreise,

um damit Anbaugeräte wie Hydraulikhämmer

oder Schwenklöffel zu betreiben.

Neuheiten aus dem Hydrogen-Portfolio

Das Engagement von JCB für emissionsfreie Hydrogen-Antriebe

reicht bereits mehrere Jahre zurück.

Mehr als 100 Mio. Pfund wurden in die Entwicklung

des JCB-Wasserstoffmotors sowie entsprechender

Technik investiert. Mit der offiziellen Markteinführung

des »3CX Hydrogen« stellte das Unternehmen

nun den ersten serienmäßig produzierten wasserstoffbetriebenen

Baggerlader vor. Der »3CX Hydrogen«

wird von einer 55‐kW‐Version des JCB-Wasserstoffmotors

angetrieben. Die Maschine verfügt über

drei mit Verbundwerkstoff ummantelte Wasserstofftanks

mit einem Druck von 350 bar, die auf dem Kabinendach

montiert sind und ausreichend Speicherkapazität

für einen ganztägigen Einsatz bieten sollen.

Passend dazu hat JCB in Zusammenarbeit mit Hy-

Kit das mobile Betankungssystem »MHR X75« entwickelt,

das eine einfache und schnelle Befüllung

direkt auf der Baustelle ermöglichen soll. Es erfüllt

die Anforderungen der Standards TPED, ADR und UK

CDG und entspricht damit den relevanten Transport-

und Sicherheitsvorgaben. Außerdem vorgestellt wurde

mit dem »G60RS H« ein Stromaggregat mit einem

EU‐Stage‐V‐konformen Wasserstoffmotor und einer

Nennleistung von 58 kVA bei 50/60 Hz.

Abschließend lässt sich festhalten, dass JCB bei

dieser Veranstaltung für die internationale Presse

wirklich auf ganzer Bandbreite aus dem Vollen geschöpft

hat. Gezeigt wurden eine Vielzahl neuer und

modernisierter Maschinen und Technologien sowie

die eine oder andere Überraschung.

s

Der neue »420X« wird

serienmäßig mit dem

»Earthmoving Pro«-

Pack inklusive einer

2,6-m³- HD-Schaufel

angeboten.

Hydrogen-

Entwicklung

Das Engagement von JCB für

emissionsfreie Hydrogen-Antriebe

reicht bereits mehrere

Jahre zurück. So wurden bislang

mehr als 100 Mio. Pfund in die

Entwicklung des JCB-Wasserstoffmotors

sowie entsprechender

Technik investiert. Die ersten

Produkte daraus wurden auf

dieser Veranstaltung präsentiert.

Im Blickpunkt Juli 2026 25


ERDBEWEGUNG

Pro Days 2026: Eine Armada

an Baumaschinen

ROBERT AEBI – Strahlender Sonnenschein und Baumaschinen, so weit das

Auge reichte: Die Pro Days 2026 von Robert Aebi erwiesen sich als wahre

Spielwiese für Maschinisten – und haben aufgezeigt, dass die Branche derzeit

nach klaren Lösungswegen sucht, um noch mehr Produktivität, Zuverlässigkeit

und Leistungskraft auf die Baustelle zu bringen. Als Veranstaltungsort

diente das Ebenhöh-Kieswerk »Lüß« in Neuching, wo das bauMAGAZIN nicht

nur diverse Maschinen selbst testen, sondern auch mit Geschäftsführer

Armin Süß über die aktuelle Entwicklung der Branche sprechen durfte.

VON

DAN WINDHORST &

BENJAMIN CHUCHOLOWSKI

Die erklärte Zielsetzung der Pro Days war es,

neue Lösungen für Anwender greifbar zu machen.

Und genau das ist Robert Aebi im Kieswerk

der Ebenhöh GmbH, nordöstlich von München,

auch tatsächlich gelungen. Insgesamt waren knapp

500 Teilnehmer vor Ort – und gegenüber dem bau-

MAGAZIN stellten diverse Besucher klar, dass eine

schicke Broschüre allein nicht ausreiche, um sich

für die Investition in neue Maschinen zu entschei-

den. »Wir müssen das Ding selbst testen« – und genau

das haben die Teilnehmer auch ausgiebig getan.

Tatsächlich waren so manche Tester teilweise kaum

mehr aus der Maschine zu bekommen. Als Händler

hat Robert Aebi außerdem ein kluges Köpfchen bewiesen

und neben Maschinen seiner bekannten Herstellermarken

Volvo CE und Ammann auch auf Partner

wie Volvo Trucks, SSM, OilQuick, Tuchel und Allu

gesetzt, was die Bandbreite an gezeigten Lösungen

deutlich erweitert hat.

Großes Repertoire an Lösungen

Im Segment der Raupenbagger trafen die Teilnehmer

u.a. auf den Volvo »ECR355«, ein Kraftpaket, das trotz

37 t Einsatzgewicht, knapp 2,5 m 3 Löffelvolumen und

189 kW Leistung über einen kurzen Heckschwenkradius

von 2 040 mm verfügt. Das macht diese Kurz-

Maschine extrem v ielseitig, da sie trotz ihrer Masse

26

Juli 2026

Erdbewegung


VOR ORT

Gerade die Mobilbagger

wurden ausgiebig getestet

– im Mittelpunkt

standen hohe Leistung

und Produktivität

bei Wendigkeit und

Kompaktheit.

und Leistungskraft auch dort zum Einsatz kommt,

wo Platz eher Mangelware darstellt. Hinzu kommen

richtig starke Hub- und Zugkräfte. Im Kieswerk stellte

Robert Aebi außerdem seinen »EC260« für Tests

zur Verfügung: Der bis zu 34 t schwere Raupenbagger

gilt als Allrounder, da er sich sowohl für klassische

Erdarbeiten als auch für Steinbrüche und präzisen

Grabenaushub eignet. Grundsätzlich ist der »260er«,

der im Übrigen auch als Hybridvariante existiert, für

schwere Arbeiten konzipiert. Die Motorleistung liegt

bei 168 kW, das Löffelvolumen bei bis zu 1,76 m 3 , die

Reichweite bei 9 960 mm und die maximale Grabtiefe

bei 6 590 mm. Damit deckt die Maschine eine breite

Palette an Einsatzmöglichkeiten ab. Gelobt haben

die Teilnehmer den »ECR355« sowie den »EC260«

vorrangig für das schnelle und präzise Arbeiten, und

selbiges kann die bauMAGAZIN- Redaktion nur bestätigen:

Der »ECR355« kann gewaltige Kraft mobilisieren

und erweist sich aufgrund der Kurzheckvariante

als flexibel, wendig und unkompliziert. Beim

»EC260«, so die Rückmeldung der Produktspezialisten,

die als Ansprechpartner vor Ort waren, sollen

die neue elektrohydraulische Anlage mit verbessertem

Hauptsteuerventil sowie Assistenzsysteme wie

die Grabhilfe »Dig Assist« punkten. Was beim Maschinenrundgang

auffiel: Volvo setzt hier klar auf hohe

Wartungsfreundlichkeit und starken Bedienkomfort.

Vertreten war im Übrigen auch der »ECR145«

und damit ein rund 16 t schwerer Raupenbagger mit

ebenfalls kurzem Schwenkradius, erhöhter Kraftstoffeffizienz

und verbesserter Hubkapazität. Mit einer

Leistung von 90 kW, einem Löffelvolumen von

bis zu 0,82 m 3 und einem Heckschwenkradius von

lediglich 1 565 mm dürfte diese Maschine wahrlich

viele Einsatzbereiche abdecken. Im Test fiel auf, dass

die Maschine von zahlreichen Volvo-Weiterentwicklungen

profitiert. Das wird insbesondere in der Fahrerkabine

sichtbar: Hier trifft der Bediener auf das

»Co-Pilot«-Display, das in Kombination mit Kamerasystemen

sowie 360°-»Smart View« gute Übersicht

verschafft, hohe Sicherheitsstandards setzt und letztlich

gut mit der verbauten Lenkhebelsteuerung harmoniert.

Das Bedienen fühlt sich leichtgängig und

präzise an – die Maschine reagiert auffallend schnell

und profitiert mitunter von smarten Unterstützungssystemen,

die insgesamt sehr ausgereift wirken.

»Besonders geschätzt

wurde die Möglichkeit,

unsere Maschinen unter

realistischen Bedingungen

selbst zu testen.

Genau dieser praxisnahe

Ansatz macht für viele

den Unterschied bei

einer Investitionsentscheidung.«

Armin Süß,

Geschäftsführer der Robert Aebi GmbH

Schnell, mobil und präzise

Viel Aufmerksamkeit erhielten darüber hinaus die

Mobilbagger. Und wie dem bauMAGAZIN auffiel,

weckte vor allem der »EWR170« großes Interesse –

denn aus dem waren die Tester vor Ort teilweise gar

nicht mehr herauszubekommen. Der 17-Tonner verfügt

über einen Heckschwenkradius von 1 790 mm,

einen um mehr als 0,5 m reduzierten Frontschwenkradius

sowie laut Volvo über eine deutlich gesteigerte

Hubkapazität. Klar ist, dass diese Arbeitsmaschine

vorrangig in urbaner und beengter Baustellenumgebung

zum Einsatz kommt. Dafür sprechen

die extrem hohe Manövrierfähigkeit, die Leistungskraft

und die hohe Flexibilität. Fragt man die

Tonnenschwer und extrem leistungsstark: Die aktuellen Radladermodelle

von Volvo wurden auf Herz und Nieren von den Fachbesuchern geprüft.

Erdbewegung Juli 2026 27


dass der Bedienkomfort wirklich hoch ist. Das interaktive

Display, ein dynamisches Kombiinstrument

und anpassbare Bedienereinstellungen sorgen für

Übersicht und einfache Handhabung. Aufgrund verbauter

Systeme wie smarter Kollisionsvermeidung

und 360°-Smartview können große Radlader wie der

»L180« hohe Sicherheitsstandards gewährleisten.

Im Repertoire von

Robert Aebi finden

sich auch zahlreiche

Ammann-Lösungen,

darunter die neuesten

Walzenlösungen.

Live-Demo

Die Pro Days leben vor allem

von der praxisnahen Erprobung:

Die Teilnehmer dürfen die Baumaschinen

direkt vor Ort testen.

Volvo- Experten direkt, sprechen die beim »170er«

vom »besten 17-t-Mobilbagger am Markt«. Letztlich,

und das ist das Urteil jener, die diese Maschine direkt

vor Ort getestet haben, lässt sich nicht verkennen,

dass der »EWR170« schlichtweg »zu Ende gedacht«

wurde. Tatsächlich wirkt der Mobilbagger

mit Blick auf Effizienz und Leistungsmöglichkeiten

extrem gut abgestimmt: Eine intelligente Hydraulik,

die automatische Leerlauf automatik, das elektrohydraulische

Lastmesssystem und der Zugriff auf

zahlreiche Assistenzsysteme bereiten wirklich gute

Laune. Die Kabine wurde neu gestaltet, und das ist

sowohl spür- als auch sichtbar. Der Bediener hat seinen

Arbeitsbereich gut im Blick, der Geräuschpegel

ist niedrig und die Bedienelemente sorgen für bequemes

Arbeiten. Quasi gleich nebenan durften die

Event-Besucher außerdem den »EWR150« und damit

einen kompakten Mobilbagger testen, der starke

Leistungsdaten mit sich bringt. Was sich beide Maschinen

teilen, ist das große Einsatzspektrum: Aufgrund

der Manövrierfähigkeit, des kurzen Schwenkradius

und präziser Steuerung eignen sie sich ideal

für Arbeiten im städtischen und extrem beengten

Bereich. Der »EWR150« kommt auf 15 t Einsatzgewicht,

115 kW Motorleistung und lässt sich individuell

den Anforderungen vor Ort anpassen.

Schweres Gerät auf Rädern

Ein Highlight stellte im Übrigen der große Radlader

»L180« dar. Mit einem Einsatzgewicht von 27 bis

28,4 t, einer statischen Kipplast von 18,9 t sowie einem

Löffelinhalt von bis zu 16 m 3 hat das schwere

Gerät richtig Eindruck hinterlassen. Im Mittelpunkt

stehen laut Robert Aebi sowohl Effizienz als auch

Rentabilität des laufenden Betriebs. Der »L180« soll

mit kürzeren Zykluszeiten, optimierten Anbaugeräten

und intelligenter Ladeassistenz punkten. Insgesamt

wirkt der Radlader extrem robust, kraftvoll

und zuverlässig. Ausgestattet mit »Load Assist«,

On-Board-Wiegesystem und Lastenschlagzettel dürfte

diese Maschine hohe Produktivität mit sich bringen

– nach mehreren Ladespielen hat sich gezeigt,

Knickgelenkte Arbeitstiere

Um Arbeitsprozesse im vollen Umfang abzubilden,

hat sich Robert Aebi dazu entschlossen, anlässlich

der Pro Days auch einige Dumper aufzufahren – darunter

den »A25« von Volvo. Diese knickgelenkte Maschine

ist dem bauMAGAZIN bereits mehrfach begegnet,

und auch diesmal ließ es sich die Redaktion

nicht nehmen, »hinter die Kulissen« des Dumpers

zu blicken. Denn: Der »A25« ist ein wirklich

bemerkenswertes Kraftpaket. Mit seiner Ladekapazität

von 25 t, einer Motorleistung von 235 kW und einem

Muldenvolumen von bis zu 15,3 m 3 liefert er bemerkenswerte

Geländegängigkeit. Der verbaute Antriebsstrang,

die intuitive Bedienung und die robuste

Bauweise haben sich bei diesem Modell wirklich

bewährt. Tatsache ist, dass Volvo in diesem Segment

über noch größere Modelle wie den »A45« mit 42 t

oder den »A60« mit 55 t Ladekapazität verfügt, aber

eines teilen sich alle Knickdumper: Sie sind extrem

robust, verfügen über satte Leistung und gelten innerhalb

der Branche als zuverlässig.

Maschinen für den Straßenbau

Mit von der Partie waren überdies Maschinen von

Ammann – darunter die Tandem-Vibrationswalze

»ARP75«, die speziell für mittlere und große Verdichtungsprojekte

im Verkehrswegebau entwickelt

wurden. Mit einer Bandagenbreite von 1 500 mm, einer

Motorleistung von 55,4 kW und einem Betriebsgewicht

von 7,3 t ist die »75er« für viele Einsatzbereiche

geeignet. Hervorzuheben ist hier in erster Linie

die variable Verdichtungsleistung: Ein zweistufiges

Erregersystem erlaubt die Anpassung an konkrete

Baustellen. Gleichzeitig, so Robert Aebi, soll die Ammann-Walze

über ein fortschrittliches Antriebssystem

verfügen, das ruckartiges Anfahren sowie Anhalten

während des Einsatzes verhindert. Was dem

bauMAGAZIN auffiel: Die Kabine erweist sich als geräumig

und erstaunlich leise – gleichzeitig steht dem

Maschinisten eine 360°-Übersicht zur Verfügung. Vor

Ort war Ammann allerdings auch mit seinem »ABG

7820«, einem leistungsstarken Kettenfertiger, der mit

einer Grundbreite von 2,5 m, einer maximalen Einbaubreite

von 11 m sowie einer Einbauleistung von

900 t/h auftrumpft. Der Kettenfertiger besitzt eine

elektronische Antriebssteuerung, eine Lebensdauerschmierung

der Laufrollen sowie geschmiedete wie

gehärtete Verbindungsstücke der Raupenketten. Mit

dem »ARS 170« zeigte Ammann last but not least einen

knapp 16 t schweren Walzenzug: Aufgrund der

verschiedenen Bandagen-Möglichkeiten und einer

einfachen Bedienung gilt die Maschine als vielseitig

28

Juli 2026

Erdbewegung


einsetzbar. Die Bandagenbreite liegt bei diesem Modell

bei 2 130 mm, während die Steigfähigkeit (mit Vibration)

rund 50 Prozent beträgt.

Ein Stand der Dinge

Im Nachgang der Pro Days hat die Redaktion mit

Geschäftsführer Armin Süß über das Event gesprochen

und erfahren, dass die Rückmeldungen

durchweg positiv waren: »Besonders geschätzt wurde

die Möglichkeit, unsere Maschinen unter realistischen

Bedingungen selbst zu testen und sich dabei

direkt mit unseren Spezialisten auszutauschen.

Genau dieser praxisnahe Ansatz macht für viele

den Unterschied bei einer Investitionsentscheidung.«

Und genau das bestätigten auch zahlreiche

Teilnehmer vor Ort. Im Kern, so die Tester, gehe

es Unternehmern und Maschinisten darum, niemals

die »Katze im Sack« zu kaufen. Sei es ein neuer

Raupenbagger, ein knickgelenkter Dumper oder

ein Radlader, die Besucher haben die Möglichkeit

genutzt, die Maschinen unter realistischen Einsatzbedingungen

zu testen und lobten, dass gleichzeitig

die Möglichkeit bestand, mit Produktspezialisten

vor Ort zu sprechen. »Auch die Vertreter unserer

Herstellermarken Volvo CE und Ammann sowie

die unserer Veranstaltungspartner Volvo Trucks,

SSM, OilQuick, Tuchel, Allu, Hopf und VTN zeigten

sich vom Format, der hohen Besucherqualität

und der intensiven Nutzung begeistert«, wie Armin

Süß anfügte. Zur aktuellen Situation der Bau- und

Baumaschinenbranche stellte der Geschäftsführer

klar: »Der Markt zeigt sich derzeit sehr heterogen.

Während einige Unternehmen angesichts geopolitischer

Unsicherheiten und Kostensteigerungen investitionszurückhaltend

agieren, berichten andere

von gut gefüllten Auftragsbüchern und zusätzlichem

Ausrüstungsbedarf. Die angekündigten staatlichen

Investitionen sind bislang zwar nur teilweise

im Markt angekommen, der Nachholbedarf, insbesondere

bei Infrastruktur und Sanierung, ist

jedoch unbestritten hoch. Vor diesem Hintergrund

erwarten wir für 2026 eine Stabilisierung

des Markts mit einem leichten Aufwärtstrend,

insbesondere in der zweiten

Jahreshälfte. Entscheidend wird sein, wann

und in welchem Volumen die beschlossenen

Infrastrukturmittel tatsächlich wirksam

werden.« Für Robert Aebi selbst, so

Armin Süß weiter, stünden außerdem

zwei zentrale Themen für die Zukunft

der Baubranche im Mittelpunkt: die zunehmende

Digitalisierung und die Elektrifizierung

von Baumaschinen. »Maschinen

sind heute nicht mehr isolierte Arbeitsgeräte,

sondern Teil vernetzter Systeme:

vom Flottenmanagement über vorausschauende

Wartung bis hin zur Optimierung kompletter Baustellenprozesse.«

Weitere Präsenz möchte Robert

Mit dem knickgelenkten Muldenkipper »A25« von Volvo

sollen Zuverlässigkeit und hohe Produktivität aufeinandertreffen.

Aebi in den kommenden Monaten auf der SteinExpo

sowie auf der GaLaBau zeigen. Geplant ist ein gemeinsamer

Auftritt mit Swecon in Nürnberg, um

die aktuelle Volvo-Maschinenpalette für den Garten-

und Landschaftsbau aufzuzeigen. Während die

Robert Aebi GmbH als Vertragspartner von Volvo

Construction Equipment den süddeutschen Raum

mit sieben Regionalzentren in Baden-Württemberg

und Bayern abdeckt, ist die Swecon Baumaschinen

GmbH mit 19 Standorten von der Mitte Deutschlands

bis in den Norden vertreten. Wichtig in diesem

Zusammenhang zu erwähnen ist, dass Swecon

seit Februar zu Volvo Construction Equipment

gehört. »Die Zusammenarbeit mit Robert Aebi hat

sich als stark erwiesen – gemeinsam bringen wir

unsere Erfahrungen ein und freuen uns auf den

Dialog mit den Messebesuchern. Unser Ziel ist es,

nah am Kunden zu bleiben. Wir bieten passgenaue

Lösungen, von der Maschine bis zu digitalen Services«,

so Swecon-Geschäftsführer Falk Bösche.d

Groß, schwer und trotzdem

erstaunlich präzise und

feinfühlig – die aktuellen

Raupenbagger von Volvo

zählten zu den Highlights

der Pro Days.

1 790

Millimeter

Der Mobilbagger »EWR170«

verfügt über einen Heckschwenkradius

von 1 790 mm und einen

um mehr als 0,5 m reduzierten

Frontschwenkradius.

DAN WINDHORST (6)

Erdbewegung Juli 2026 29


Hydrema-Demo-Tage:

Die Messlatte höher legen

30 Jahre in Weimar:

Neben Werksführungen

während der laufenden

Produktion fuhr das

Unternehmen die

ganze Bandbreite

seiner Lösungen an

Mobil- und Raupenbaggern,

Radladern und

Baggerladern auf.

HYDREMA (3)

HYDREMA – Die diesjährigen Demo-Tage von Hydrema am 8. und 9. Mai standen

ganz unter dem Motto des 30-jährigen Jubiläums am Standort Weimar. An Highlights

für die Besucher wurde nicht gegeizt: Neben Werksführungen während der laufenden

Produktion fuhr das Unternehmen die ganze Bandbreite seiner Lösungen an

Mobil- und Raupenbaggern, Radladern und Baggerladern auf. Im Mittelpunkt stand die

Europapremiere des neuen knickgelenkten Muldenkippers »DT22« mit 20 t Nutzlast.

Außerdem zeigte Hydrema seinen Zweiwege-Bagger auf Basis der »MX G«-Serie auf

dem Werksgleis im praxisnahen Einsatz. Die Redaktion des bauMAGAZINs war mit

dabei und konnte zudem noch einen Blick auf ein in Deutschland nicht verfügbares

Modell werfen: einen Zweiwege-Dumper.

VON

THOMAS SEIBOLD &

BENJAMIN CHUCHOLOWSKI

Das Wetter meinte es am Vortag der Veranstaltung

nicht gut mit Weimar, denn laut Vertriebsleiter

Martin Werthenbach »schüttete es in der Aufbauphase

wie aus Eimern, was das Demo-Gelände

komplett unter Wasser setzte«. Am ersten Tag des

Events waren die Folgen noch deutlich zu sehen –

aber selbst daraus ließ sich ein positiver Aspekt ableiten,

so Werthenbach: »Der Matsch auf dem Demo-Gelände

konnte allerdings nicht besser angelegt

sein, um zu zeigen, was der Star des Tages, der neue

›DT22‹, aber auch alle seine kleinen Brüder können.

Die Demo-Strecke mit entsprechenden Tiefen und

Schrägen, sowie der Hügel mit der anschließenden

Senke wurde von allen Dumpern ohne Probleme

durchfahren. Selbst der Elektro-Dumper ›DT6‹

machte da keine Ausnahme und fuhr tapfer alle Strecken

mit.« Für die Leistung der Maschinen sprach

laut Martin Werthenbach zudem, dass wirklich jeder

Besucher die Maschine seiner Wahl auf dem Gelände

testen durfte und selbst von den zum großen Teil

ungeübten Fahrern keiner im Matsch stecken blieb.

Große Auswahl an Maschinen- und Anbaugeräten

Aufgeboten hatte Hydrema zahlreiche Modelle, wie

die City-Bagger »MX14G«, »MX16G«, »MX18G« und

»MX20G«, die konventionell angetriebenen Muldenkipper

»707G«, »912G«, »922G« und »DT22« sowie

das rein elektrische Modell »DT6«. Ebenfalls mit dabei

war ein Baggerlader »906G«. Für den praxisnahen

Bezug sorgten diverse Anbaugeräte wie Sieblöffel,

Brecher, Hydraulikmagnet, Tiltrotatoren und Verdichterplatten

und mehr. So waren u.a. Rock.Zone

mit einem »Rockcrusher« und Tibatek mit seinem

»Rohrmaster« zur Verlegung von Rohren und seiner

Betonmischschaufel für die mobile Herstellung

30

Juli 2026

Erdbewegung


Ein weiteres besonderes Erlebnis waren für

die Besucher die Werksrundgänge, die am

Freitagvormittag während der laufenden

Produktion durchgeführt wurden.

VOR ORT

Ein seltener Anblick: der »912GS« in der »Rail«-Version.

THOMAS SEIBOLD

von Beton vertreten (das bauMAGAZIN berichtete

in Ausgabe 06/2026 auf Seite 58). Tuchel Maschinenbau

steuerte Kehrmaschinen und Schneeräumschilde

bei und OilQuick war mit einem großen Querschnitt

aus seinem Portfolio auf dem Demogelände

präsent. Nicht zuletzt gab es von der BSB-Saugbagger

und Zweiwegetechnik Stefan Mattes GmbH

& Co. KG das Saugbagger-Anbaugerät »tinbin TC2

Evo« zu sehen.

Als besonderes Highlight zeigte Hydrema die

Leistungsfähigkeit des »MX20G«. Mit musikalischer

Untermalung präsentierte sich der nach Unternehmensangaben

»kompakteste 20-t-Mobilbagger am

Markt«, laut Martin Werthenbach ein »perfekter

Verwandlungskünstler«: »Seit über 13 Jahren ist der

›MX‹ im Visier auch vieler Marktbegleiter, die sich alle

mal hier, mal dort versucht haben, etwas vom Konzept

der Maschine abzuschauen. In der Gesamtheit

seiner Werte ist es bis heute aber niemandem gelungen.

Die hohen Leistungswerte, vor allem die Mehrpumpenhydraulik,

bleiben genauso unerreicht wie

die große Kabine der Maschine. Der ›MX20G‹ ist der

mit Abstand kompakteste 20-Tonner am Markt der

Mobilbagger, und wenn er in der Show zum Höhepunkt

das schwere Gewicht, samt angebautem Grabenräumlöffel,

in die Luft hebt und dann fast 10 t in

die Höhe streckt, sind vor allem die Fachleute unter

den Zuschauern überrascht und verblüfft zugleich.«

Werksrundgang durch die laufende Produktion

Ein weiteres besonderes Erlebnis waren für die Besucher

die Werksrundgänge, die am Freitagvormittag

während der laufenden Produktion durchgeführt

wurden. Bemerkenswert ist die hohe Fertigungstiefe

in der auf vier Takte ausgelegten Fertigung. So werden

die Kabinen der knickgelenkten Dumper und

der im dänischen Hydrema-Stammwerk Støvring

produzierten Baggerlader komplett in Eigenregie

hergestellt. Darüber hinaus stammen sämtliche weitere

Komponenten, wie beispielsweise die Kabelbäume,

aus europäischer Produktion. Pro Woche laufen

durchschnittlich ein bis eineinhalb Modelle des

neuen »DT22« und fünf bis sechs der weiteren Dumper-Modelle

einschließlich der elektrischen Variante

in unterschiedlichen Ausfertigungen vom Band. Gemäß

dem Motto »Brennen war gestern, heute wird

Fertigung

Die Kabinen der knickgelenkten

Dumper und der im dänischen

Hydrema-Stammwerk

Støvring produzierten Baggerlader

werden komplett in

Eigenregie hergestellt.

STARK IM EINBAU.

PRÄZISE IM ERGEBNIS.

www.robert-aebi.de

MEHR ALS MASCHINEN. ECHTE PARTNERSCHAFT.

VERTRIEB

SERVICE VERMIETUNG

GEBRAUCHT MASCHINEN

Erdbewegung Juli 2026 31


Im Rahmen einer

Musterbaustelle konnte der

»MX-Rail« sein Können unter

Beweis stellen.

»MX-Rail«

Wie angekündigt, durfte das

Fachpublikum den neuen

Zweiwegebagger »MX-Rail«

ausgiebig testen.

nur noch geschnitten« gab es moderne Lasertische,

hochmoderne Bohrwerke, ein mannloses Bohrzentrum

sowie eine durch eine Lackierstraße von der

Stahlbearbeitung getrennte Montagehalle zu sehen.

Bauma-Versprechen eingelöst: »MX-Rail« testbar

Mit dem Auftritt des »MX-Rail« auf den Demo-Tagen

hat Hydrema zudem ein Versprechen eingelöst,

das vielen Fahrern auf der Bauma gegeben worden

war. Hierzu erläutert Werthenbach: »Wir hatten

auf der Bauma sehr viele Kunden aus Deutschland,

die uns darum gebeten haben, den ›MX-Rail‹,

der in Skandinavien Marktführer auf den Gleisen

ist, einmal fahren zu dürfen. Da wir uns auch fest

vorgenommen haben, den Bagger mit einer Bahnlizenz

für Deutschland weiterzuentwickeln, lag es

nahe, die Gelegenheit zu nutzen, bei dieser Veranstaltung

die Maschine für Fahrten auf dem eigenen

Werksgleis zur Verfügung zu stellen. Und tatsächlich

kamen sehr viele kompetente Gleisbaufirmen

und Baggerfahrer, die diese Chance nicht

verpassen wollten. Nun war es

aufgrund des bereits erzielten

Erfolges in Skandinavien

nicht verwunder-

lich, dass viele Fahrer schnell die Vorzüge der Maschine

erkennen würden, aber die überwältigende

Zustimmung für die Maschine begeisterte ebenfalls

die nach Deutschland angereisten Konstrukteure

aus Dänemark.«

Der selbstständige Zweiwegebagger-Fahrer

Jan-Henrik Weigel ist seit mehreren Jahren mit

der Firma Weigel Railservice deutschlandweit unterwegs

und blickt auf über 17 Jahre Erfahrung im

Zweiwegebagger-Einsatz zurück. Er bekam anlässlich

der Veranstaltung die Gelegenheit, als Vorführer

und Sprecher den anreisenden Fahrern die Maschine

zu erklären. »Ich habe sehr viele Vorzüge der

Maschine erkannt und musste mich in sehr kurzer

Zeit auch mit ein paar Besonderheiten an der Maschine

auseinandersetzen, die wir in Deutschland

so nicht kennen. Ich konnte in der sehr kurzen Einführungsphase

mit den dänischen Konstrukteuren

die Punkte herausarbeiten, die man ändern sollte,

um im deutschen Markt dem Großteil der Fahrer

die gewohnte Arbeitsweise mit der Maschine

zu bieten, denn nicht alle Fahrer werden sich umgewöhnen

wollen.«

In einem zweiten Teil der »Rail«-Demo wurde

mit dem Bagger und entsprechendem Werkzeug

von OilQuick in einer Musterbaustelle das überalterte

Gleis ausgebessert. Hierfür war ein Bautrupp

der Firma Gleisbau Bautzen GmbH angereist, um

mit seinem mitgebrachten Werkzeug den Arbeitsprozess

mit dem Bagger zu demonstrieren. Baggerfahrer

Sandro Seifert hatte mit der angesprochenen

Umgewöhnung überhaupt kein Problem und konnte

mit seinen Kollegen den Prozess vorbildlich und

sehr souverän darstellen.

Vertriebsleiter Martin Werthenbach zieht nicht

nur deswegen ein durchgängig positives Fazit zur

diesjährigen Veranstaltung: »Aber eines ist ganz sicher;

an diese Demo-Tage werden wir uns noch lange

gerne erinnern.«

s

THOMAS SEIBOLD

THOMAS SEIBOLD

Hydrema stellte die Leistungsfähigkeit des »MX20G« eindrucksvoll unter Beweis:

Der Bagger hebt mit dem schweren Gewicht und angebautem Grabenräumlöffel fast 10 t hoch.

Jeder Besucher durfte die Maschine seiner Wahl inklusive

passenden Anbaugeräts auf dem Gelände testen.

32

Juli 2026

Erdbewegung


PRAXISNAH.

LEISTUNGSSTARK.

Präzise, flexibel und

schnell: Der Einsatz

von Rotatorlöffeln

spart viel Aufwand

und Zeit.

Den Baggeralltag

durch Rotatorlöffel

verändern

DMS

UNGESCHMINKT.

Der Ticket-Shop

ist geöffnet!

Sichern Sie sich Ihr

Erlebnis unter

ticket.steinexpo.de!

DMS – Es ist dieser eine

Moment auf der Baustelle, den

jeder Maschinenführer kennt:

Der Graben verläuft nicht

gerade, der Hang fällt anders

ab als geplant, und eigentlich

müsste man jetzt aussteigen,

den Löffel umbauen oder eine

zweite Maschine ranholen.

Genau dieser Moment ist es,

den ein Rotatorlöffel laut DMS

überflüssig macht.

Statt die Maschine zu bewegen,

dreht sich der Löffel.

360°, stufenlos, direkt aus dem

Fahrerhaus gesteuert. Was früher

Rangieren, Umpositionieren

und kostbare Minuten bedeutete,

passiert mittlerweile

in einer einzigen fließenden

Bewegung. Der Unterschied

klingt klein, ist es laut DMS aber

nicht: Auf einer durchschnittlichen

Baustelle summieren sich

diese eingesparten Minuten zu

Stunden, die Stunden zu Tagen.

Sein volles Potenzial entfaltet

der Rotatorlöffel allerdings erst

im Zusammenspiel mit einem

die Drehbewegung übernimmt,

sorgt der Powertilt für das seitliche

Schwenken des Löffels – und

gemeinsam ergeben beide Komponenten

eine Bewegungsfreiheit,

die mit einem klassischen

Löffel schlicht nicht möglich ist,

wie DMS anmerkt. Hangabflachungen,

Anschlussgräben oder

unregelmäßige Geländekanten

lassen sich so in einem Arbeitsgang

erledigen, ganz ohne Nachgraben

oder Umsetzen der Maschine.

Was bei einer Standardausrüstung

mehrere Anfahrten

erfordern würde, schafft die

Kombination aus Rotator und

Tilt in einem durchgehenden

Bewegungsablauf. Genau hier

zeigt sich der eigentliche Effizienzgewinn:

nicht nur in der

einzelnen Bewegung, sondern

im gesamten Arbeitsfluss. Bei

der Firma Seitz Erd- und Pflasterbau

aus Ramsberg ist dieser

Arbeitsfluss längst Alltag. Der

hier eingesetzte Bagger wurde

mit dem Rotatorlöffel von DMS

ausgerüstet, bezogen über den

Partner Gebr. Mayer Bautechnik

2.–5.

September 2026

Homberg/Nieder-Ofleiden

Tel. + 49 7229 606-29 | info@geoplangmbh.de

Powertilt. Während der Rotator aus Fürth bei Nürnberg. d

www.steinexpo.de

Erdbewegung Juli 2026 33


Autonomer »DX225LC«

überzeugt im Praxiseinsatz

Der autonom

arbeitende Develon-

»Real-X«-Kettenbagger

»DX225LC« beim

Praxiseinsatz im

ehemaligen Steinbruch

der Kibag im schweizerischen

Tuggen.

trischem Antrieb investiert und generell mit verschiedenen

Baumaschinenherstellern zusammengearbeitet

– mit Develon bislang nicht. Dass sich

dies nun ändert, liege daran, dass Develon im Bereich

autonomer Maschinen weiter ist als andere

Hersteller, so Kordeuter.

Bereits 2019 hat Develon »Concept-X« vorgestellt.

Damit wurde die unbemannte Baustelle aufgezeigt,

auf der Sicherheit und Effizienz durch den

Einsatz von 5G-Netzwerken, Drohnenvermessung

und autonomer Maschinensteuerung gesteigert

werden. Das Ziel bestand darin, volle Autonomie

bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Auf der Bauma 2025

ging Develon mit der Vorstellung von »Real X2« den

nächsten Schritt und präsentierte den neuen intelligenten

Raupenbagger, der in der Lage ist, autonom

Grabenaushub, Erdarbeiten und Beladen von

Lkw auszuführen.

DEVELON

DEVELON – Ende April wurde in Tuggen im Kanton Schwyz Geschichte

geschrieben. Die Kibag, eines der großen Unternehmen der Schweiz im

Bereich Baustoffe und Bauwesen, hat den autonomen Develon- »Real-

X«-Kettenbagger, eine gemeinsame Entwicklung mit Gravis Robotics, als

erstes europäisches Unternehmen für den Praxiseinsatz übernommen.

@c@c3030 %

Die Maschine verspricht eine um

30 Prozent verbesserte Leistung

bei Grabenaushub, Erdarbeiten

bauMagazin und Beladen von Lkw.

42,5 x 48 mm

11.07.2026

HD

HEAVY DUTY

HD700 MIT FRONTALPRESSE

Hier sitzt weder ein Fahrer in der Kabine, noch

wird die Maschine durch eine Fernbedienung

gesteuert. Urs Helbling, CEO der AG für Baumaschinen

Schmerikon (AGfBS), des Develon-Händlers

in der Schweiz, verdeutlicht, dass diesem Moment

zweijährige Vorarbeiten vorausgegangen sind.

Die Hauptdarsteller dabei sind das KI-gestützte System

»Real-X« und ein Unternehmen, das offen ist

für den Einsatz neuer Technologien. »Heute ist ein

besonderer Tag für uns alle. Dies ist keine gewöhnliche

Maschinenübergabe, sondern ein Schritt in

die Zukunft des Bauens«, so Christoph Duijts, CEO

der Kibag.

Offen für neue Technologie

Das 1926 gegründete Familienunternehmen ist

hauptsächlich in den drei Geschäftsfeldern Baustoffe,

Bauleistungen sowie Umwelt und Entsorgung

aktiv. Kibag-CPO Urs Kordeuter erläutert,

dass der Fuhrpark des Unternehmens 2 000 Baumaschinen

jeder Größe umfasst. Damit man stets auf

dem neuesten Stand der Technik ist, werden jährlich

200 davon ersetzt. Im Sinne der Nachhaltigkeit

wird derzeit insbesondere in Maschinen mit elek-

Sehr gutes Arbeitsergebnis

Eingesetzt wird die Maschine auf dem Gelände eines

ehemaligen Kibag-Steinbruchs, der nun renaturiert

wird. Während der Betrieb von autonomen

Baumaschinen im öffentlichen Raum noch nicht

klar geregelt ist, kann die Maschine auf dem Privatgelände

der Kibag unter Aufsicht einer technischen

Person autonom betrieben werden. Bauleiter

Gabriel Hasler hat dem »DX225LC« den Auftrag erteilt,

einen 300 m langen, 6 m breiten und 3 m tiefen

Graben zu ziehen. Dieser soll mit vorwiegend felsigem

Material gefüllt werden, um ein Abrutschen

des Bergfußes zu verhindern. »Die Maschine erledigt

ihren Auftrag außerordentlich gut«, so Hasler.

»2024 wurde die Idee für dieses Projekt anhand

eines Prototyps von Develon geboren«, erinnert

sich Urs Helbling, CEO der AGfBS. »Auf der

Bauma 2025 wurden dann die entsprechenden Kontakte

geknüpft und im Sommer 2025 hat die Kibag

entschieden, den ›DX225LC‹ in dieser Konfiguration

nutzen zu wollen«, führt er weiter aus. Gerade

der Mangel an Facharbeitern mache eine Maschine,

die eine um 30 Prozent verbesserte Leistung bei

Grabenaushub, Erdarbeiten und Beladen von Lkw

und eine Rentabilität von 100 Prozent oder mehr

verspricht, zum »attraktiven Invest«.

»Wir werden Sicherheit und Effizienz auf Baustellen

mit unseren Innovationen immer weiter

steigern«, so Gilles Bendaoud, Vice President

Sales and Marketing Europe bei Develon. Martin Gering,

Key Account Manager GSA & EE bei Develon,

ergänzt: »Auch wenn es noch einige rechtliche Hürden

gibt, die überwunden werden müssen, sind wir

der Vision der autonomen Baustelle heute wieder einen

bedeutenden Schritt nähergekommen.«

j

34

Juli 2026

Erdbewegung


ALLESFÜRDIE

ERDBEWEGUNG

TIEFLÖFFEL

Ausgestattet war die

Testmaschine mit einem

vollhydraulischen »OQ

70/55«-Schnellwechsler

von Oilquick.

CATERPILLAR (3)

Auf Herz und Nieren

geprüft: »Cat 319«

überzeugt im Praxistest

GRABENRÄUMLÖFFEL

ZEPPELIN – CATERPILLAR – Kunden

der Zeppelin-Niederlassung Koblenz hatten

die Gelegenheit, den Kurzheckbagger

»319« live in Aktion zu erleben. »Auf diese

Maschine haben wir gewartet«, bringt

Michael Gasteier von der Trapo GmbH die

Stimmung der Testfahrer auf den Punkt.

Ihre Einschätzung lautete: »Der hat noch

gefehlt und schließt endlich die Lücke

zwischen den Cat-Modellen ›315‹ und

›325‹.« Punkten kann der »Cat 319« als

kompakte, leistungsfähige Maschine. Mit

einem Kontergewicht von 4,65 t bietet

sie Stabilität und Sicherheit. Obendrein

lässt sie sich dank der Breite von 2,80 m

bei 600 mm breiten Bodenplatten einfach

und ohne zusätzliche Genehmigung

von Einsatzort zu Einsatzort auf einem

Tieflader transportieren.

Unternehmer sind gemeinsam mit ihren

Maschinisten der Einladung in die

Kiesgrube Kaspar Leimig & Sohn in St. Sebastian

gefolgt. Nach einer kurzen Einweisung

und mit Unterstützung von Sascha

Heinz von der Zeppelin Produkt- und Einsatztechnik

konnte die Maschine vor Ort

bewegt und unter realen Bedingungen umfassend

getestet werden. »Die steht wie angenagelt«,

urteilt Björn Schürmann von der

Bauunternehmung Martin Meurer. Darüber

hinaus gilt für ihn: »Da die Baustellen

immer kleiner werden, gehört dem Kurzheck

die Zukunft. Wenn man klein kann,

bekommt man den Auftrag.«

Der Cat-Kurzheckbagger eignet sich für

eine Vielzahl von Anbaugeräten. Ausgestattet

war die Testmaschine mit einem vollhydraulischen

»OQ 70/55«-Schnellwechsler

von OilQuick, mit dem sich das gewünschte

Anbauwerkzeug wie Hydraulikhammer,

Felsfräse, Anbauverdichter oder Trapezlöffel

schnell und unkompliziert anbringen

lässt. Angeboten wird der Bagger mit unterschiedlichen

Stiellängen – mit 2,25 m und

2,60 m mit Verstellausleger, mit einer Stiellänge

von 3,10 m ist er dagegen mit Monoausleger

zu haben.

Für beengte Platzverhältnisse

Mit einem ausrüstungsabhängigen Einsatzgewicht

zwischen 19,7 und 22,1 t, einem

Schwenkradius von 1 750 mm und einem

Motor mit 98,9 kW (136 PS) bringt der

Bagger zudem ordentlich Leistung mit. Der

Kurzheckbagger wurde speziell für den Einsatz

in beengten Arbeitsbereichen wie innerstädtische

Baustellen, den Wegebau im

Wald, Kanal- und Grubenbau sowie Einfamilienhaus-

und Tiefbauprojekte entwickelt.

Der Testbagger hatte 600 mm breite Bodenplatten,

ist aber auch mit 700 und 900 mm

breiten Bodenplatten zu haben. Denkt man

bei Arbeiten unter beengten Platzverhältnissen

zunächst an Einsätze in der Innenstadt

oder geschlossenen Räumen, gelten

4IN1SCHAUFEL

SCHWENKBARER

TIEFLÖFFEL

RADLADERSCHAUFEL

AUSEINERHAND

QualitätausStahl

Erdbewegung Juli 2026 35


Arbeit erheblich und sorgen für präzise Arbeitsergebnisse

und ein deutliches Plus an

Effizienz. »Die vollintegrierte 2D-Steuerung

ist für uns ein sehr gutes Feature, da wir im

Wald geländeangepasst arbeiten und dann

eben nicht einmessen müssen. Zudem sind

die bei nachträglich verbauten Steuerungssystemen

üblichen Töpfe auf den Baumaschinen

im Wald bei den vielen Bäumen und

Ästen sehr hinderlich, je nachdem, wo man

im Wald arbeitet, hat man auch gar keinen

Empfang«, so Peter Junker. Grundsätzlich

kann der »Cat 319« ab Werk auch um eine

vollintegrierte 3D-Lösung erweitert werden.

Gute Noten gab es von den

Testfahrern auch für die ergonomisch

gestaltete Kabine

mit intuitiver Bedienlogik.

19 bis 22

Tonnen

Je nach Ausstattung hat der

»Cat 319« ein Einsatzgewicht

zwischen 19 und 22 t.

ähnliche Rahmenbedingungen tatsächlich

auch im Waldwegebau. Dichtes Wurzelwerk

und eng gepflanzte Bäume sowie ausladende

Baumkronen schränken die Arbeitsbereiche

deutlich ein und stellen besondere

Anforderungen an Sicherheit und Leistung.

Serienmäßig integrierte Assistenzsysteme

Inhaber Peter Junker von der Junker GmbH

aus Niederweiler, spezialisiert auf Wegebau

und Baggerarbeiten, schätzt auch die Assistenzsysteme,

die der »Cat 319« serienmäßig

mitbringt. So leistet die Hub-Schwenkbegrenzung

»E-Fence« bei Arbeiten in der

Nähe von Brücken wertvolle Unterstützung.

Die ab Werk verbaute 2D-Steuerung, die

Planierautomatik, die »Heavy-Lift«-Funktion

sowie die Kontrollwaage erleichtern die

Mit Blick auf den Fahrerkomfort

Gute Noten gab es von den Testfahrern auch

für die ergonomisch gestaltete Kabine mit

intuitiver Bedienlogik. Das hochauflösende

Display überzeugt mit klarer und sicherer

Bilddarstellung, und eine optionale 360°-Kamera

bietet eine gute Rundumsicht. Dank

der starken Beleuchtung kann auch unter

widrigen Lichtverhältnissen sicher gearbeitet

werden. »Das Fahrerhaus ist schön aufgeteilt

– man findet alles auf einen Blick.

Die Kabine ist angenehm, der Sitz hervorragend«,

beschreiben die Testfahrer ihre

Eindrücke.

Punkten konnte der »Cat 319« bei den

Testern auch mit seinen gut erreichbaren

Wartungspunkten. Mühelos lassen sich vom

Boden aus nicht nur der Motorölfüllstand,

sondern sämtliche Betriebsflüssigkeiten

kontrollieren. Die Betankungspumpe hat eine

automatische Abschaltung bei Erreichen

des maximalen Füllstands. Längst zum Standard

gehört bei Cat-Baumaschinen, dass alle

Wartungsklappen mit leistungsstarken Arbeitsleuchten

ausgestattet sind. Anwenderfreundlich

erlöschen diese per Zeitschaltuhr

gesteuert automatisch.

j

Allroundtalent

Der Cat-Kurzheckbagger eignet

sich für eine Vielzahl von

Anbaugeräten.

Der Kettenbagger liefert hohe Leistungskraft,

erweist sich gleichzeitig

aber auch als zuverlässig, schnell

und präzise.

36

Juli 2026

Erdbewegung


Startschuss für

die neuen »3er«-Kompaktradlader

ATLAS WEYHAUSEN – Mit dem offiziellen Serienstart

der neuen »Weycor 3er«-Serie möchte Atlas Weyhausen

nach eigenen Angaben einen neuen Maßstab in der Kompaktklasse

setzen. Die neu entwickelte Radlader-Generation

vereine kompakte Abmessungen mit einer Leistungsfähigkeit,

die sonst eher bei größeren Radladern zu finden sei.

Die neue Serie soll nach Ansicht

von Atlas Weyhausen

vor allem für auffallend hohe

Leistung in ihrer Klasse stehen.

Trotz kompakter Bauweise liefern

die Modelle des Typs »360«

und »380« eine Performance, die

laut Atlas Weyhausen in vielen

Einsatzbereichen mit deutlich

größeren Radladern vergleichbar

ist. Effiziente Antriebskonzepte,

eine optimal abgestimmte

Hydraulik und durchdachte

Maschinenarchitektur sollen für

hohe Produktivität bei gleichzeitig

niedrigem Verbrauch sorgen.

Das Ergebnis seien mehr Leistung

und ein spürbar effizienterer

Arbeitsalltag.

Robust und zuverlässig

Punkten möchte der Hersteller

überdies mit Langlebigkeit. Die

Radlader sind für den täglichen

Baustelleneinsatz konzipiert – robust,

wartungsarm und zuverlässig.

Das massive Knick-Pendelgelenk

sorge für hohe Standsicherheit

und ein sicheres Fahrgefühl,

auch unter anspruchsvollen Bedingungen

und bei schweren Lasten,

wie der Hersteller klarstellt.

Damit vereine die Serie die Stabilität

klassischer Baumaschinen

mit der Wendigkeit kompakter

Geräte. Der laut Atlas entscheidende

Unterschied sei der Hubwerksbaukasten.

Er ermöglicht

es, die Maschine exakt auf den

jeweiligen Einsatzbereich abzustimmen,

ein Vorteil im Vergleich

zu standardisierten Lösungen.

Drei Hubwerksvarianten

stehen zur Verfügung: Die (kurze)

Parallelkinematik mit rund

2 600 mm Hubhöhe, um maximale

Hubkraft bei kompakter

Bauweise zu erzielen, die Z-Kinematik

mit 2 900 mm Hubhöhe

für hohe Reißkräfte und schnelle

Ladezyklen sowie die Parallelkinematik

»Highlift« mit bis zu

3 200 mm Hubhöhe, was sich laut

Atlas gut zum Stapeln und Verladen

von Material in größerer Höhe

eignet.

Maximale Flexibilität

Mit einem Einsatzgewicht ab 2,7 t

ist der »360« trailerbar und damit

flexibel einzusetzen. Der einfache

Transport zwischen verschiedenen

Einsatzorten ermöglicht

eine hohe Mobilität. Die kompakte

Bauweise sorgt laut Atlas Weyhausen

zudem für eine außergewöhnliche

Wendigkeit, selbst auf

engen Baustellen oder in innerstädtischen

Bereichen. Ein weiteres

Highlight der neuen »3er«-Serie

soll die neu entwickelte Kabine

sein. Ein großer Ein- und Ausstieg,

gute Rundumsicht und eine

ergonomische Gestaltung sollen

den Komfort für den Maschinisten

erhöhen.

Mit den Modellen »360e«

und »380e« bietet Weycor die

»3er«-Serie ab dem zweiten Halbjahr

im Übrigen auch als vollelektrische

Variante an. Diese

kombiniert emissionsfreies Arbeiten

mit hoher Leistungsfähigkeit

und Alltagstauglichkeit. Ein

zentrales Merkmal ist die flexible

Ladeinfrastruktur: Aufgrund

des CCS-Anschlusses, des integrierten

Onboard-Ladegeräts und

schneller Ladezeiten von rund

zwei Stunden lassen sich die Maschinen

nahezu überall laden.

Mit bis zu acht Stunden Laufzeit

ATLAS WEYHAUSEN

Vielseitig, mobil und leistungsstark sollen sich

die neuen Modelle der »3er«-Kompaktradladerserie zeigen.

im Dauereinsatz seien die elektrischen

Modelle voll in den Arbeitsalltag

integrierbar. Parallel

zur Markteinführung wird auch

in den Standort Wildeshausen investiert:

Dort wurde kürzlich eine

neue Montagelinie in Betrieb

genommen.

d

Mobilität

Mit einem Einsatzgewicht ab 2,7 t

ist der »360« trailerbar und damit

flexibel einzusetzen. Der einfache

Transport zwischen Einsatzorten

ermöglicht eine hohe Mobilität.

Erdbewegung Juli 2026 37


VERKEHRSWEGEBAU

WIRTGEN (2)

Leitdrahtloser

Einbau in Oregon

Für die neue Wohnsiedlung

in Springfield errichtete

der Gleitschalungsfertiger

Bordsteinkanten und

Rinnenprofile auf einer

Länge von mehr als 730 m.

WIRTGEN – Für eine neu

entstehende Wohnsiedlung in

Springfield im US-Bundesstaat

Oregon erstellte ein Gleitschalungsfertiger

von Wirtgen

kürzlich Bordsteinkanten und

Entwässerungsrinnen. Zum

Einsatz kam dabei ein »SP 15i«

mit integriertem »Autopilot

2.0«, der den Bauprozess

laut Hersteller deutlich

beschleunigte und präzise

Einbauergebnisse lieferte.

730

Meter

In Springfield im US-Bundesstaat

Oregon wurden für

eine neue Wohnsiedlung neue

Bordsteinkanten und Rinnenprofile

auf einer Länge von

mehr als 730 m gefertigt.

Für die neue Wohnsiedlung in Springfield wurden

Bordsteinkanten und Rinnenprofile auf einer

Länge von mehr als 730 m gefertigt. Der »SP 15i«

trug zur schnellen Umsetzung der Maßnahme entscheidend

bei. Durch die Integration der leitdrahtlosen

Maschinensteuerung »AutoPilot 2.0« in den

»SP 15i« ließ sich die Baustelle in Springfield besonders

zügig und effizient abwickeln. Die Wirtgen-Eigenentwicklung

ersetzt das aufwendige Vermessen

sowie das Aufspannen und Demontieren von Leitdrähten

und das Erstellen eines geodätischen Datenmodells.

Dadurch verringert sich laut Hersteller

der Arbeitsaufwand deutlich und die Kosten sinken

spürbar. Der »AutoPilot 2.0« erstellt Offset- und

Inset-Profile sehr wirtschaftlich und präzise: Unter

anderem fertigt er Betonschutzwände, Bordsteine,

Verkehrsinseln oder bis zu 3,5 m breite Fahrbahndecken.

Das 3D-Steuersystem »AutoPilot 2.0« arbeitet

mit einem digitalen Datenmodell, das entweder

aus bereits vorhandenen Daten besteht oder direkt

auf der Baustelle neu erfasst wird. Aus allen gemessenen

Punkten errechnet die Software die optimale

Verlaufslinie für den Betoneinbau. Zwei an der

Maschine montierte GPS-Empfänger kommunizieren

mit einer GPS-Referenzstation auf der Baustelle.

Das satellitengestützte Navigationssystem

(GNSS) steuert die Lenkung und Querneigung des

Gleitschalungsfertigers vollautomatisch. Wirtgen

bietet den »AutoPilot 2.0« für die Modelle »SP 15i«,

»SP 25i« und »SP 33«. Eine Nachrüstung ist ebenfalls

möglich.

Kosten gezielt senken

Das ausführende Bauunternehmen Roger Langeliers

Construction Co. (RLC) setzt auf eine Maschinenausrüstung,

mit der sich laut eigener Aussage die

Qualitätsziele und Terminvorgaben der Kunden optimal

erreichen lassen. Gleichzeitig stehen für das

Unternehmen die Bediener im Mittelpunkt: Sie sollen

sicher, zügig und komfortabel arbeiten können.

Der »SP 15i« sei dafür ein gutes Beispiel. Für Bauleiter

Thomas Kallai hebt die Integration von »AutoPilot

2.0« den Bauprozess noch einmal auf ein neues

Level: »Wir arbeiten mit einem ›SP 15i‹ und nutzen

zudem den ›AutoPilot‹ für das gesamte Projekt. Die

gut 730 m haben wir in zwei bis drei Stunden vorbereitet.

Dann übertragen wir alle Daten auf das Tablet

an der Maschine – und schon kann es losgehen.«

Handhabung und Verbrauch

Bei der Einbaumannschaft kam die einfache, schnell

erlernbare Bedienung der Maschine besonders gut

an. »Es ist wirklich sehr einfach. Ob Anschalten, Einlernen

oder die einfache Bedienung – das schafft

38

Juli 2026

Verkehrswegebau


jeder wirklich gut«, sagt Maschinenbediener Kevin

Valentine, der bereits seit zwei Jahren mit dem »SP

15« arbeitet. »Der geringe Kraftstoffverbrauch macht

für uns einen Riesenunterschied«, erklärt Kevin Valentine.

»Wir schaffen zwei große Jobs an drei Tagen

ohne zu tanken. Im Eco-Mode passt die Maschine

den Leistungsbedarf automatisch an, sobald wir

den Trimmer oder das Förderband einschalten.« Neben

dem geringen Kraftstoffverbrauch ist der Gleitschalungsfertiger

auch weniger störanfällig: Valentine

ist auch für den ordnungsgemäßen Betrieb des

»SP 15i« zuständig und schätzt die Zuverlässigkeit

der Maschine. Selbst bei einem Dauereinsatz über

vier Tage reiche eine Füllung der Diesel-Abgasflüssigkeit

aus.

Für RLC-Bauleiter Thomas Kallai ist die Zeitersparnis

beim Schalungswechsel, der vor Ort auf der

Baustelle erfolgen kann, ein großes Plus: »Die Maschine

ist sehr ausbalanciert. Das erleichtert die Anpassung

an die jeweilige Arbeitssituation. Der Umbau

geht richtig schnell.« Der Schalungswechsel ist

aufgrund der Schnellaufnahme einfach zu machen.

Der Maschinenbediener betätigt nur einen Schalter,

und schon gleitet die Schalung nahezu von allein

auf die Maschine.

Schnelle Inbetriebnahme

Das ausführende Bauunternehmen hatte vor dem

Einsatz der ersten »SP 15i« mit Leitdraht gearbeitet.

Der Wechsel von den bis dato eingesetzten Maschinen

hin zur Wirtgen-Maschine verlief reibungslos.

Unterstützt wurde RLC von Wirtgen-Servicetechnikern,

die nicht nur die Bedienung und Wartung der

Maschine, sondern auch die verschiedenen Funktionen

erklärten. Als nach einem Jahr der »Auto-

Pilot 2.0« nachträglich in die Maschine integriert

wurde, gab es erneut Support vom bewährten Wirtgen-Service-Team.

»Die Wirtgen-Mitarbeiter waren

bei mehreren Projekten dabei. Sie zeigten uns den

Umgang mit dem System, wie die Maschine zum

Lenken oder Anheben eingestellt wird und wie wir

Probleme im laufenden Betrieb lösen. Das hat uns

enorm geholfen«, sagt Thomas Kallai.

d

Mittels »AutoPilot 2.0«

entfällt das aufwendige

Vermessen, Aufspannen

und Demontieren von

Leitdrähten.

LIEBE AUF DEN ERSTEN SCHNITT

Verkehrswegebau www.husqvarnaconstruction.com

Juli 2026 39


Der »SD25 80C e« kann acht bis zehn

Stunden und damit einen vollständigen

Arbeitstag mit einer einzigen

Batterieladung betrieben werden,

bevor ein Ladevorgang erforderlich ist.

DYNAPAC

Europäische Marktpremiere: Vollelektrische

Großasphaltfertiger ausgeliefert

DYNAPAC – Mit der Auslieferung

der Dynapac-Maschinen

vom Typ »SD25 80C e« wird

ein wichtiger Schritt bei der

Skalierung emissionsfreier

Baumaschinen vollzogen. Im

Mai nahmen drei niederländische

Infrastrukturunternehmen

die ersten vollelektrischen

Großasphaltfertiger Europas in

Betrieb. Noch nie zuvor wurden

Asphaltfertiger dieser Größenordnung

vollelektrisch direkt

vom Hersteller produziert und

ausgeliefert.

Die Infrastrukturunternehmen Mourik, Van Gelder

und Heijmans haben bekannt gegeben, die

Maschinen künftig einzusetzen. Entwickelt und geliefert

werden die Großfertiger von Dynapac in Zusammenarbeit

mit dem Importeur Van der Spek Vianen

B.V. aus Vianen. Die Auslieferung von insgesamt

drei Maschinen – jeweils eine pro Bauunternehmen

– markiert einen wichtigen Meilenstein

auf dem Weg zu einer nachhaltigeren niederländischen

Infrastrukturbranche. Die Maschinen sind

die größtmögliche Variante von Straßenfertigern aus

der 800-t/h-Klasse und eignen sich u. a. für den Bau

von Autobahnen. Kleinere elektrische Modelle, wie

der für innerstädtische Anwendungen entwickelte

»City Paver SD1800W e«, waren bereits zuvor als

werksseitig produzierte Lösungen verfügbar.

Der neue Großfertiger kann insbesondere bei

den umfangreichen Erneuerungs- und Sanierungsprojekten

der niederländischen Infrastruktur eingesetzt

werden. Der Investitions- und Instandhaltungsbedarf

in diesem Bereich wurde zuletzt auf

insgesamt 34,5 Mrd. Euro geschätzt.

Vom Umbau zum Serienmodell

Bislang wurden elektrische Asphaltfertiger überwiegend

durch den nachträglichen Umbau dieselbetriebener

Maschinen realisiert. Der neue Großfertiger ist

hingegen die erste Maschine dieser Klasse, die von

Beginn an vollständig elektrisch konzipiert und entwickelt

wurde. Dadurch wird die Skalierung emissionsfreier

Maschinen deutlich vereinfacht. Ab Ende

dieses Jahres soll sie auch weiteren Unternehmen

zur Verfügung stehen.

Der »SD25 80C e« kann acht bis zehn Stunden und

damit einen vollständigen Arbeitstag mit einer einzigen

Batterieladung betrieben werden, bevor ein

Ladevorgang erforderlich ist. Das Schnellladen der

294-kWh-Batterie per DC dauert etwa 40 Minuten.

Die Maschine verfügt serienmäßig über AC- und

DC-Ladeoptionen sowie den Marechal-Standard für

flexibles Laden mit üblichen Baustromanschlüssen.

Durch fünf elektrische Antriebe erreicht der Fertiger

nach Herstellerangaben eine Energieeffizienz

von 65 Prozent.

Asphalt spielt eine zentrale Rolle für die niederländische

Infrastruktur. Er bildet die Grundlage für Straßen,

Start- und Rollbahnen auf Flughäfen und trägt

zudem zur Verstärkung von Deichen bei. Der Einsatz

elektrischer Asphaltfertiger trägt unmittelbar zur Reduzierung

von Emissionen wie Stickoxiden und CO₂

bei. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von fossilen

Kraftstoffen wie Diesel. Dies entspricht den Nachhaltigkeitszielen

aller beteiligten Unternehmen.

Gemeinsame Entwicklung

Die Entwicklung des elektrischen Großfertigers ist

das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen

Auftraggebern, Lieferant und Hersteller. Bereits

im Januar 2024 beschlossen die fünf beteiligten

Unternehmen ihre Kooperation. Im März desselben

Jahres beauftragten Heijmans, Mourik und Van

Gelder gemeinsam die werkseitige Entwicklung der

Maschine. Im April 2025 wurde der Prototyp auf der

Bauma in München vorgestellt. Im Anschluss folgten

umfangreiche Praxistests und Evaluierungen in der

zweiten Jahreshälfte 2025.

s

40

Juli 2026

Verkehrswegebau


»Grade Assist« automatisiert den

Einbau von Dach- und Querprofilen

und ergänzt die bestehende Nivellierautomatik

»Auto Grade Plus«.

Smarte Straßenfertiger:

Automatisiert steuern

und nivellieren

WIRTGEN – VÖGELE – Automatisierungslösungen

entlasten Maschinenbediener, steigern

die Effizienz, fördern die Prozesssicherheit und

sparen Material. Mit »Grade Assist«, »AutoTrac«

und »Smart Pave« bietet Vögele drei schlaue

»Helfer«: Sie steuern den Profileinbau sowie

Richtung und Breite der Strich-5-Straßenfertiger.

Weltweit stehen Straßenbauunternehmen wachsenden

Herausforderungen gegenüber: Fachkräftemangel,

Klimawandel, steigende Rohstoffpreise,

Kosten- und Termindruck, hohe Qualitätsanforderungen

und Nachweispflichten zwingen Unternehmen,

effizient, ressourcenschonend und präzise

zu arbeiten. Baumaschinen, die Automatisierungstechnologien

integrieren, sind dabei ein Schlüsselfaktor.

Sie übernehmen Routinearbeiten, reduzieren

das Fehlerrisiko und gestalten Arbeitsabläufe effizienter.

Großes Potenzial haben vor allem Straßenfertiger,

weil sie den Einbauprozess und die Einbauqualität

unmittelbar beeinflussen.

Smarte Helfer beim Asphalteinbau

Der Fertiger-Hersteller Vögele bietet deshalb ein

breites Spektrum an digitalen Bautechnologien:

Cloudbasierte »Jobsite Intelligence«-Lösungen wie

der »Wirtgen Group Performance Tracker (WPT)

Paving« helfen Bauunternehmen, relevante Einbau-

und Fertigerdaten in Echtzeit zu erfassen, zu analysieren

und den gesamten Einbauprozess zu optimieren.

»Smart Automation«-Lösungen wie » Grade

Assist«, »Auto Trac« und »Smart Pave« unterstützen

die Fertiger-Bediener wiederum beim Steuern und

Nivellieren. »Wir gestalten unsere Maschinen so,

dass sie ein optimales Team mit den Bedienern bilden.

Die Fertiger übernehmen routinemäßige oder

repetitive Aufgaben, damit sich die Bediener auf den

eigentlichen Einbau und die Überwachung der Qualität

konzentrieren können«, sagt Bastian Fleischer,

Leiter Produktmanagement bei Vögele. In Kombination

mit der Strich-5-Generation hat Vögele

neue Lösungen auf den Markt gebracht,

die Nivellieraufgaben sowie das Steuern

der Einbaubreite, -richtung und

-lage automatisieren.

Profile automatisiert einbauen

Das Assistenzsystem »Grade

Assist« vereinfacht den Einbau

von Dach- und Quer-

Einfache Bedienung und einfaches

Datenhandling: Die Automatisierungslösungen

von Vögele sind

nutzerfreundlich gestaltet.

Verkehrswegebau Juli 2026 41


Prozesse

vereinfachen

»Grade Assist«, »AutoTrac«

und »Smart Pave« sind als

einfache, skalierbare Lösungen

konzipiert, die sich einzeln

oder gemeinsam nutzen lassen

Sind auf Baustellen physische Referenzen

wie Kanten, Leitdrähte oder

Borde vorhanden, können Bediener

die Lenk- und Breitenautomatik

»AutoTrac« nutzen.

profilen und ergänzt die bestehende Nivellierautomatik

»Auto Grade Plus«. Bediener legen an der Bohlen-

oder Fahrerbedienkonsole das gewünschte Profil

an einem Zielpunkt, die Neigungswerte und die

Wegstrecke bis zum Erreichen des Punkts manuell

fest. Nach dem Starten der Funktion regelt die Nivellierautomatik

das gleichmäßige Annähern an die

Zielwerte automatisch. Anwender müssen die Neigung

bis zu dem vordefinierten Punkt also nicht mehr

graduell per Hand anpassen, was Einbaufehler wie

Abweichungen im Asphalt vermeidet. Vor allem bei

wechselnden Dach- und Querprofilen stellt die Automatisierung

optimale Übergänge und ein ebenmäßiges

Einbauergebnis sicher. »Indem ›Grade Assist‹ die

Steuerung der Neigung übernimmt, werden Bediener

entlastet und können sich auf die Überwachung

der eingegebenen Parameter und andere qualitätsrelevante

Faktoren konzentrieren«, sagt Fleischer.

Automatisierung anhand physischer Referenzen

Sind physische Referenzen wie Kanten, Leitdrähte

oder Borde vorhanden, können Bediener außerdem

die optionale Lenk- und Breitenautomatik »AutoTrac«

einsetzen. Sie steuert die Einbaubreite und

Fahrtrichtung eines Strich-5-Fertigers mithilfe unterschiedlicher

Sensoren, die reale Referenzen abtasten.

Die Lösung von Vögele besteht aus vier Komponenten,

die sich teilweise einzeln nutzen oder kombinieren

lassen: »Edge Control«, »Steering Control«, »Edge

Detection« und »Feste Bohlenbreite«.

Ist ein Leitdraht zum Nivellieren der Höhe gespannt,

kann er auch für die automatisierte Steuerung

der Einbaubreite genutzt werden. Dazu muss

der Fertiger mit »Edge Control« und einem Ultraschallsensor

ausgestattet sein. Der Bohlenbediener

aktiviert die entsprechende Funktion, anschließend

folgt das Bohlenausziehteil dem Leitdraht automatisiert.

Für eine konstante Einbaubreite ist lediglich

ein Leitdraht erforderlich – die leitdrahtlose

Bohlenseite fährt automatisch mit ein und aus. Sind

auf beiden Seiten Leitdrähte vorhanden, setzt »Edge

Control« auch eine variierende Einbaubreite um. Bei

Raupenfertigern können Fahrer zusätzlich »Steering

WIRTGEN (3)

Control« und einen Ultraschallsensor nutzen, um

auch die Fahrtrichtung automatisiert entlang des

Leitdrahts zu steuern.

Dienen Fräskanten, Borde oder Rinnen als Referenz,

können Einbauteams »Edge Control« in

Kombination mit »Edge Detection« einsetzen. Der

Lidar-Sensor (Light Detection And Ranging) tastet

den Bereich vor dem Seitenschild ab und erkennt

Kanten mit einem Profil von mindestens 2 cm. Aktiviert

der Bohlenbediener die entsprechende Funktion,

folgt das jeweilige Bohlenausziehteil der Kante

automatisch. Auch bei dieser Lösung können Einbauteams

nur eine oder beide Bohlenseiten mit dem

»Edge Detection Sensor« ausstatten und so eine konstante

oder variierende Einbaubreite umsetzen. Die

exakte und präzise Steuerung entlang der Referenz

ermöglicht einen passgenauen Kantenverlauf. Ist die

Referenz nur auf einer Seite vorhanden, vermeidet

die automatisierte Steuerung Überbreiten – was je

nach Länge der Maßnahme viel Material und Kosten

einspart.

Steuerung anhand virtueller Referenzen

»Smart Pave« geht einen Schritt weiter und ist die

Komplettlösung von Vögele: Das integrierte System

steuert Einbaubreite, -position und -richtung des

Fertigers anhand virtueller Referenzen vollautomatisch.

Der Arbeitsablauf ist einfach: Der Vermesser

lädt das CAD-Modell der Trasse in das »John Deere

Operations Center«, das digitale Baustellenmanagementsystem

der Wirtgen Group. Dort werden die Daten

automatisch auf Plausibilität geprüft. Vor dem

Baustellenstart ruft der Bediener die verifizierten

Einbaugeometrien über das Touch-Display der Fahrer-Bedienkonsole

ab. Die Daten werden per Mobilfunkverbindung

übertragen und der Straßenfertiger

nach dem Aktivieren des Auftrags automatisch entlang

der definierten Trasse gesteuert.

Exakter Einbau und einfaches Handling

Die notwendigen Hardware-Komponenten sind im

Fertiger integriert: Das »StarFire«-Doppelantennensystem

von John Deere bestimmt die exakte Position

des Fertigers, das RTK-Modem ermittelt den Korrekturwert

der Satelliten-Positionsdaten und ermöglicht

eine hohe Genauigkeit von +/- 2,5 cm. »›Smart

Pave‹ sorgt für einen besonders exakten Einbau, der

Überbreiten verhindert und damit Material und Kosten

spart«, sagt Fleischer. »Außerdem ist die Lösung

effizient und anwenderfreundlich: Bediener haben

keinen Montageaufwand, das Datenhandling ist einfach,

transparent und führt dank automatischer Fehler-Analyse

zum gewünschten Ergebnis.«

Die automatisierte Steuerung spart aufwendige

Markierungsarbeiten und erhöht die Prozesssicherheit

beim Einbau. Außerdem fördert sie die Sicherheit

der Anwender: Bei schwierigen Bedingungen

wie Dunkelheit oder in beengten Situationen, wie in

fließendem Verkehr, werden sie entlastet, können

aufmerksamer arbeiten und sich eher aus dem Gefahrenbereich

zurückziehen.

j

42

Juli 2026

Verkehrswegebau


Aktuell zeigt Komatsu neue

Kompaktlader auf – hier

der »CK50-8« mit einem

Einsatzgewicht von rund 5 t.

Auf Reifen und Ketten:

Neue Kompaktlader erstmals im Einsatz

KOMATSU

KOMATSU – Kürzlich stellte Komatsu den neuen 4 t schweren

Kompaktlader des Typs »SK40-8« auf Reifen sowie den neuen

5‐t‐Kompakt-Raupenlader »CK50-8« vor. Nun beweisen sich die ersten

Modelle im Einsatz. Die komplett neu entwickelten Maschinen

sollen sich besonders durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten

sowie durch kompakte Abmessungen auszeichnen.

Die wendigen Maschinen eignen

sich für Anwendungen

mit beengten Platzverhältnissen

und punkten insbesondere

deshalb, weil sie kompakte

Abmessungen, Flexibilität und

Leistungskraft vereinen. Für

Einsätze in Hallen oder auf Wertstoffhöfen

mit begrenztem Platzangebot

sind sie ebenfalls gedacht

– schlichtweg überall da,

wo vielfältig einsetzbare Maschinen

notwendig sind, die schnelles

Agieren, zuverlässiges Arbeiten

und hohe Produktivität ermöglichen.

Außerdem können

die Kompaktlader beispielsweise

beim Schüttgutumschlag in

Schiffen ihre Trümpfe ausspielen,

wo hohe Leistung auf engstem

Raum gefragt ist. Im Bereich

Straßenbau können sie laut Komatsu

aufgrund enormer Hydraulikleistung

mit Straßenfräsen,

Grabenfräsen sowie Besen

ausgestattet werden, womit

die Überarbeitung eines Straßenzugs

mit nur einer Maschine

möglich wird. Dadurch, dass

sie ganz einfach mit einer Viel-

zahl von verschiedenen Anbaugeräten

betrieben werden können,

eignen sie sich für fast jeden

Einsatz und sind damit auch

für Kommunalbetriebe interessant.

Erreicht wird diese maximale

Flexibilität bei der Anbaugerätewahl

mit fünf Anschlüssen

als Sonderausrüstung – drei Anschlüsse

sind Standard. Mit dem

»SK40-8« und »CK50-8« bietet Komatsu

eigenen Angaben zufolge

leistungsstarke und zuverlässige

Maschinen, die sich durch

hohe Einsatzflexibilität, Bedienkomfort

und eine praxisorientierte

Auslegung auszeichnen.

Die neuen Modelle, so der Hersteller

weiter, würden das bestehende

Produktprogramm ergänzen

und Komatsus Anspruch unterstreichen,

maßgeschneiderte

Lösungen für unterschiedliche

Anforderungen bereitzustellen.

Weitere Highlights der neuen

Maschinen sind mitunter optimierte

Betriebsarten mit elektronisch

gesteuerter HST-Pumpe,

eine »Super Flow«-Hydraulik mit

Leckölleitung und elektrischem

Anschluss als Standardausrüstung

sowie eine laut Komatsu

»hervorragende Stabilität« mit

einer Nutzlast von über 1,6 t.

Die hochziehbare Fronttür der

Druckluftkabine soll hingegen

für hohen Komfort beim Einsteigen

unabhängig vom Anbaugerät

und den äußeren Bedingungen

sorgen. Hinzu kommt

ein luftgefederter Fahrersitz

mit Zweifachverstellung, die eine

optimale Position zwischen

EPC-Monitor und Sicherheitsbügel

bieten soll. Letztlich bietet

sich eine Vielzahl an Assistenzsystemen

wie automatische

Schaufelrückstellung,

Kriechgang,

Tempomat oder Auto-Nivellierung,

um die Effizienz und

Arbeitsqualität zu steigern. d

NEU

EU-Abgasstufe

V

Flexibel

Mit dem »SK40-8« und

»CK50-8« bietet Komatsu leistungsstarke

und zuverlässige

Maschinen, die sich durch hohe

Einsatzflexibilität, Bedienkomfort

und eine praxisorientierte

Auslegung auszeichnen.

SPRITZMASCHINEN:

Verkehrswegebau Juli 2026 43

Weisig_Weiro_BD_06_2023.indd 1 01.06.2023 11:09:35


Auf engstem Raum mussten die »LTM 1750-9.1«

gerüstet werden und dann feinfühlig

ihre Montageaufgaben erledigen.

bauteils auf ein Minimum reduzierte. Bei höheren

Temperaturen hätte die Gefahr bestanden, dass der

Brückenträger aufgrund der Ausdehnung nicht exakt

in die vorgesehenen Widerlager passt.

»Das Team und alle Beteiligten haben einen

hervorragenden Job gemacht. Der Einsatz verlief

ohne Komplikationen und Zwischenfälle – genau

wie geplant«, sagt Thorsten Mahlberg, Projektleiter

bei der Dietmar Floßdorf GmbH & Co. KG.

Wiederaufbau im Ahrtal

mit zwei »LTM 1750-9.1«

LIEBHERR EHINGEN – Zwei Liebherr-Mobilkrane des Typs »LTM 1750‐9.1«

der Richter Kran und Schwerlast GmbH haben zentrale Brückenelemente

und eine Stahlkonstruktion für die neue Landgrafenbrücke in Bad

Neuenahr‐Ahrweiler montiert. Der Kraneinsatz markiert einen wichtigen Meilenstein

beim Wiederaufbau der Infrastruktur im Ahrtal – dort, wo die frühere

Brücke bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 vollständig zerstört worden war.

105

Tonnen

Im Mittelpunkt des Einsatzes

stand das Einheben eines

Brückensegments mit einem

Gesamtgewicht von 105 t.

Auftraggeber waren das Bauunternehmen Leonhard

Weiss GmbH & Co. KG und das Schwertransport-

und Kranunternehmen Dietmar Floßdorf

GmbH & Co. KG. Für die Montage der schweren

Brückenelemente und Stahlkonstruktionen

setzte man auf die Leistungsfähigkeit und Präzision

zweier Liebherr-Großkrane der Richter Kran

und Schwerlast GmbH.

Im Mittelpunkt des Einsatzes stand das Einheben

eines Brückensegments mit einem Gesamtgewicht

von 105 t, das im Tandemhub von beiden

»LTM 1750‐9.1« bewegt wurde. Die maximale Ausladung

betrug dabei 38 m. Beide Krane waren mit

einer 28 m langen Wippspitze sowie jeweils 204 t

Ballast konfiguriert und boten damit die erforderlichen

Reserven für den präzisen Hub.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse direkt

an der Ahr mussten die Krane eng nebeneinander

aufgebaut werden. Eine zusätzliche technische Besonderheit

war der Einsatz einer Dreieckstraverse,

die dafür sorgte, dass die Last gleichmäßig auf beide

Krane verteilt wurde.

Millimeterarbeit auf engstem Raum

Die logistischen und technischen Herausforderungen

begannen bereits beim Aufbau: Zunächst wurde

der erste »LTM 1750‐9.1« aufgestellt und aufgerichtet.

Anschließend unterstützte dieser Kran den

Aufbau des zweiten Geräts. Während des Tandemhubs

war höchste Konzentration gefragt – insbesondere,

um die Last an der Dreieckstraverse jederzeit

exakt gleichmäßig zu halten. »Ein spezieller

Einsatz unter sehr engen Platzverhältnissen. Eine

große Herausforderung – aber letztendlich hat

alles geklappt«, berichtet Manuel Bergmann, Kranfahrer

des blauen »LTM 1750‐9.1«. Auch Michael

Schmieder, Fahrer des weißen »LTM 1750‐9.1«, betont

die Präzisionsarbeit: »Man musste sehr konzentriert

und präzise arbeiten, um die Last an der

Dreieckstraverse und an beiden Kranen konstant

zu halten. Ich bin sehr erleichtert, dass alles wie

geplant funktioniert hat.«

LIEBHERR-WERK EHINGEN (2)

Der erfolgreiche Tandemhub unterstreicht eindrucksvoll,

wie leistungsfähige Krantechnik, sorgfältige

Planung und ein erfahrenes Team selbst unter

schwierigsten Bedingungen präzise und sichere

Lösungen ermöglichen. Nach Abschluss der Hauptmontage

wurde einer der »LTM 1750‐9.1« abgebaut,

während der zweite Kran auf die gegenüberliegende

Uferseite umgesetzt wurde, um dort weitere

Restarbeiten durchzuführen.

j

Hub in den frühen Morgenstunden

Der entscheidende Haupthub wurde bewusst morgens

um 4 Uhr durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt

herrschten die niedrigsten Temperaturen, wodurch

sich die thermische Ausdehnung des Stahl-

In den frühen Morgenstunden heben zwei »LTM 1750-9.1«

das schwerste Brückenelement in einem Tandemhub

passgenau in die Widerlager ein.

44

Juli 2026

Verkehrswegebau


Planumsflächen schnell

und präzise erstellen

MOBA – Das manuelle Planieren zählt zu den

klassischen, jedoch zeit- und kraftintensiven

Aufgaben auf Baustellen. Gerade bei hohen

Anforderungen an die Ebenheit sind zahlreiche

Kontrollmessungen notwendig, um ein exaktes

Ergebnis zu gewährleisten. Die maschinengesteuerte

Planie bietet hier eine leistungsstarke Alternative:

Sie ermöglicht die schnelle, präzise und

wirtschaftliche Erstellung von Planumsflächen.

Radlader oder Kettenkompaktlader, ausgerüstet

mit Planierschild (Leveller), Sechs-Wege-Schild

oder Vorbaugrader, oder Mini-Grader sind vielseitig

und flexibel einsetzbar. Ausgestattet mit einer

intelligenten Maschinensteuerung, ist die Planums-

erstellung nicht nur schneller und genauer, sondern

auch kraftsparender als die manuelle Planie.

Die Flächenleistung steigt, da in der gleichen Zeit

mehr Fläche planiert werden kann.

MOBA

Planierschild für Präzision

Beim Erstellen eines exakten Planums für Pflasterflächen

oder beim Platzbau ist hochpräzise Ebenheit

ein absolutes Muss. Mit dem Planierschild

von Moba soll eine optimal ebene Fläche erstellt

werden können – in kürzester Zeit und vollautomatisch.

Die große Auflagefläche, so Moba, sorgt

für eine hohe Laufruhe, die Verwendung in beide

Fahrtrichtungen ermöglicht in der Rückwärtsfahrt

ein Planum ohne Fahrspuren. Der Schild ist mit abnehmbarem

Messer versehen, die Blattbreite liegt

bei 140 cm bis 300 cm (in 20-cm-Schritten) – das Gewicht

wiederum liegt laut Hersteller bei 0,45 bis 1 t.

Optional ist eine 3D-Steuerung (GNSS oder tachymetrisch)

verfügbar.

In Kombination mit einem Kettenkompaktlader

soll das Sechs-Wege-Schild durch Vielseitigkeit

und Wendigkeit überzeugen. Es ermöglicht exaktes

Arbeiten, auch in schwer zugänglichen Bereichen

wie Ecken oder Buchten. Die Blattbreite beträgt

210 cm bis 270 cm (in 30-cm-Schritten), die

Blatthöhe liegt bei 71 cm und das Gewicht beträgt

755 bis 785 kg. Darüber hinaus hebt Moba die hohe

Schubleistung hervor.

Vorbaugrader für Großflächen

Wenn es um hohe Flächenleistung und lange Strecken

geht, ist der Vorbaugrader die optimale Lösung.

Aufgrund seiner Arbeitsbreite und der hohen

Fahrgeschwindigkeit eignet er sich besonders für

großflächige Projekte. Neben einer Blattbreite von

210 cm bis 270 cm und einer Blatthöhe von knapp

41 cm kommt der Vorbaugrader auf ein Gewicht von

890 bis 950 kg.

Kompakter Mini-Grader

Der Laser-Grader ist eine hochpräzise Kompaktmaschine

für die Feinplanie und Flächenbearbeitung.

Mit seinem hydrostatischem 6x6-Allrad-Antrieb

und einem leistungsstarken Kubota-Dieselmotor

ist er laut Moba ein effizientes Werkzeug für

präzises und wirtschaftliches Arbeiten in unterschiedlichsten

Einsatzgebieten. Durch seine kompakte

Bauweise sorgt der Mini-Grader für maximale

Flexibilität. Die Maße betragen 350 x 152 cm – die

Mittelschar kommt auf 182,8 cm. Aufgrund des Gesamtgewichts

von 1,5 t ist zudem ein einfacher und

schneller Transport möglich. Ausgerüstet mit einer

Moba-Maschinensteuerung ist die Feinplanie mit

dem Laser-Grader effizient und einfach realisierbar.

Flexible Sensorlösungen

Je nach gewählter Sensorkonfiguration sind die

Systeme individuell anpassbar. Die 2D-Nivellierung

etwa ist mit zwei Laserempfängern für ein-

und zweifach geneigte Flächen (in Kombination

mit einem baustellenüblichen Rotationslaser), Ultraschall-Sensoren

für Arbeiten im Bestand und

das einfache Abtasten von Referenzschnüren oder

Kantensteinen geeignet. Die 3D-Nivellierung wiederum

ist GNSS-basiert oder tachymetrisch mittels

Totalstation nutzbar. Die Positionsbestimmung erfolgt

dabei entweder über eine GNSS-Antenne oder

über ein Prisma in Kombination mit der Totalstation.

Die 3D-Systeme »3D-matic« oder »Xsite Leveller«

lassen sich mit den 2D-Komponenten wie dem

Laserempfänger »LS-3000«, dem Ultraschall-Sensor

»Sonic-Ski« oder dem »G-Slope«-Querneigungssensor

auch als 2D-Anlage verwenden.

d

Ausgerüstet mit einer Moba-

Maschinensteuerung ist die

Feinplanie mit dem Laser-Grader

effizient und einfach realisierbar.

Planierschild

Mit dem Planierschild von Moba

können optimal ebene Flächen

erstellt werden – in kürzester Zeit

und vollautomatisch.

Verkehrswegebau Juli 2026 45


Mit seinen Schwenkladern

möchte Paus eine effiziente,

zuverlässige und leistungsstarke

Lösung bieten.

PAUS

Schwenklader als Effizienzlösung

PAUS – Innerstädtische

Arbeitsräume werden immer

enger, Zeitpläne straffer und

der Fachkräftemangel verlangt

effiziente und komfortable

Maschinen. Genau hier möchte

Paus mit seinen Schwenkladern

ansetzen – getreu dem Motto

»Schwenken statt Lenken«.

Geradeaus fahren und mit dem

Hubwerk 90° links oder rechts

geschwenkt, spart der Anwender

Wege, Zeit und den Einsatz

zahlreicher Anbaugeräte.

Bedienung

Das Schwenkwerk wird hochpräzise

über den Joystick

bedient, über den unterschiedliche

Funktionen erreichbar sind.

Der Druck im Garten-, Landschafts- und Straßenbau

wächst stetig, weshalb effizienteres und technisch

ausgereiftes Equipment in den Mittelpunkt

rückt – insbesondere der Einsatz moderner Baumaschinen,

die die Produktivität und Zuverlässigkeit

spürbar steigern können. Und genau hier möchten

Hersteller wie Paus, die auf die Einsatzvielfalt und Effizienz

ihrer Schwenklader schwören, kluge Lösungen

aufzeigen. Der »SL 9088 Pro« beispielsweise hat

ein Dienstgewicht von 7,6 t sowie einen Deutz-Motor

mit 85 kW Leistung. Die Ausrüstung mit einem

Schwenkarm hat mehrere Vorteile. Das Arbeiten

muss nicht frontal erfolgen. Man kann längs an das

Arbeitsfeld heranfahren und das Hubwerk schwenken

– jeweils um 90°, sowohl links als auch rechts.

Arbeiten im Handumdrehen

Traditionelle Erdarbeiten und Materialbewegungen

folgen meist einem starren Muster. Der Radlader

muss frontal anfahren, aufnehmen, zurücksetzen,

drehen und wieder vorfahren, die sogenannten

V-Ladespiele. Beim Schwenklader entfallen

diese Fahrbewegungen. Die Positionierung wird

durch den Schwenkarm übernommen. Dadurch benötigt

der »SL 9088 Pro« laut Paus deutlich weniger

Rangierfläche, da nicht die gesamte Maschine bewegt

werden muss. Dies spart deutlich mehr Zeit

und Fahrbewegungen ein und man kann mit dem

Schwenklader entlang von Gebäuden, Anhängern

und engen Straßen arbeiten. Das Schwenkwerk wird

durch den Joystick bedient, über den unterschiedliche

Funktionen erreichbar sind, wie Aktivierung

der Schwimmstellung, Steuerung der Zusatzkreise

etc. Somit ist Arbeiten im Handumdrehen möglich.

Solide und standfest

Ein Schwenkarm verlagert den Schwerpunkt der Last

beim Drehen zwangsläufig zur Seite. Für den harten

Alltag im GaLa- und Straßenbau ist daher Standfestigkeit

notwendig. Ein robuster, knickgelenkter

Bau bildet hier das Fundament. Der »SL 9088 Pro«

hat Planetenstarrachsen, eine Hinterachs-

pendelung von +/- 10° und einen Lenkwinkel von

+/- 40°. Die Hydraulik arbeitet mit einer Fördermenge

von maximal 140 l/min und 200 bar Druck. Die

Durchflussmenge des proportional lastunabhängigen

Zusatz-Steuerkreises für Schnellwechsler

und Anbaugeräte ist über ein Potenziometer bis

140 l/min steuerbar. Somit lassen sich Anbauwerkzeuge

optimal auf den Einsatz abstimmen. Der

Schwenkarm wird durch Schwenkzylinder mit einer

Drehbewegung des Joysticks bewegt. Die Ölbad-Lamellenbremse

bremst alle vier Räder. Bei

Motorstillstand oder wenn der Fahrer nicht sitzt,

wirkt die elektrohydraulische Federspeicherbremse

automatisch auf alle vier Räder. Der »SL 9088

Pro« hat mit der Standardschaufel eine maximale

Auskipphöhe von 2 755 mm und eine Stapelhöhe

von 3 320 mm. Sehenswert ist auch die solide Verarbeitung

der hochwertigen Materialien, was sowohl

Stahl, Verschraubungen als auch Hauben angeht.

Auch der Blick auf Arbeitsfeld und Umgebung ist

durch die Verjüngung des Hubwerks zum Fahrer

und das vorbildliche Kabinendesign ausgezeichnet.

Viele Aufgaben einfach erledigt

Ob Leitungs- und Wegebau, Pflasterungen oder

das Anlegen von großflächigen Grünanlagen: Der

Paus- Schwenklader beweist laut Hersteller seine

Stärken überall dort, wo es eng wird oder Präzision

gefragt ist. Wo auf schmalen Wegen oft nur eine

Geradeausfahrt möglich ist, beweist er sich mit

seinem Schwenkvorteil. Die verschiedenen Anbaugeräte,

wie z. B. eine Arbeitsbühne, Mulcher oder

eine Ast- und Wallschere, ermöglichen die Bewerkstelligung

vielseitiger Aufgaben und passen

sich den verschiedenen Bedingungen im Alltag an.

Der standardmäßig integrierte Zusatzkreis deckt

bereits die Anforderungen vieler gängiger Anbaugeräte

ab, wie Paus abschließend klarstellt.

d

46

Juli 2026

Verkehrswegebau


Wie digitale Baustellenlogistik

Bauleiter im Tagesgeschäft unterstützt

RMSTEGOS – Mit einer smarten

Lösung wie »ConnectBau«

lassen sich alle notwendigen

Informationen zu Maschinen,

Geräten, Baumaterial und

-stoffen zentral erfassen und

für alle zugänglich machen.

Das Ziel: mehr Übersicht,

Transparenz, Schnelligkeit und

vor allem Effizienz, da sich viele

weitere Funktionen mit dieser

Software am Bau nutzen lassen.

Bauleiter stehen täglich vor der Herausforderung,

Personal, Geräte, Materialien und Termine zu

koordinieren. Häufig entstehen Verzögerungen

nicht auf der Baustelle selbst, sondern durch fehlende

Informationen: Wo befindet sich ein benötigtes

Gerät? Ist das Material bereits bestellt? Welche

Ressourcen sind verfügbar? Ein umfassendes System

wie »ConnectBau« setzt genau an diesen Herausforderungen

an. Die Software bündelt laut Aussage

des Unternehmens alle Informationen zu Maschinen,

Geräten, Materialien und Baustoffen in

einer zentralen Datenbasis und macht sie für alle

Beteiligten verfügbar – auch per App auf der Baustelle.

Im Arbeitsalltag profitieren Mitarbeiter von

Bauunternehmen insbesondere von Funktionen

wie der digitalen Gerätebestellung, der Disposition

von Geräten, Materialien und Ressourcen, der

Lagerverwaltung sowie der Transport- und Materialkoordination.

Dadurch lassen sich Bedarfe frühzeitig

erkennen und Abstimmungsaufwände reduzieren.

Ein weiterer Aspekt ist die Dokumentation

und Abrechnung. Werden Geräte, Materialien und

Leistungen digital erfasst, stehen die Daten spä-

RMSTEGOS

Die Baustelle wird digital: Mittels »ConnectBau« lassen sich

viele Abläufe vereinfachen und übersichtlich nutzen.

ter für Nachweise, Kostenkontrollen und Abrechnungsprozesse

zur Verfügung. Die zunehmende Digitalisierung

zeigt: Bauleiter benötigen heute nicht

nur Erfahrung auf der Baustelle, sondern auch verlässliche

Daten. Digitale Werkzeuge schaffen Transparenz

und unterstützen fundierte Entscheidungen

– insbesondere bei komplexen Bauprojekten. d

A WIRTGEN GROUP COMPANY

Ultimative Fräsleistung,

maximale Produktivität.

Die neuen Großfräsen der F-Serie.

CLOSE TO OUR CUSTOMERS

Unerreichte Fräskraft bei maximaler Flexibilität: Durch die innovative Maschinensteuerung MILL ASSIST

und das breite Anwendungsspektrum des MCS-Systems erzielen Sie mit den Maschinen der WIRTGEN

F-Serie eine erstklassige Produktivität. Sichern Sie sich den entscheidenden Vorsprung durch hocheffizienten

Materialabtrag und souveräne Präzision.

wirtgen-group.com/large-milling-machines-wirtgen

Verkehrswegebau Juli 2026 47


Fugenschneider

unter Druck

Um den Schnitt auf 8 cm Länge zu öffnen,

nutzte das Team einen ersten Durchgang

mit einem »FS 5000 D«-Fugenschneider,

ausgerüstet mit einer 500 mm »Elite-Cut

F1635C«-Trennscheibe (4,4 mm dick).

HUSQVARNA – Der seit 1946 in Betrieb befindliche EuroAirport Basel-

Mulhouse-Freiburg bedient als grenzüberschreitender Flughafen sowohl Frankreich

als auch die Schweiz. Fast der gesamte Flugverkehr – 2025 waren es insgesamt

94 509 Flugbewegungen und 9,6 Mio. Passagiere – wird von einer Hauptstart- und

Landebahn abgewickelt. Nachdem deren Mittelteil im Laufe der Jahre ständigen

Belastungen und wiederholten Reparaturen ausgesetzt war, wurde für April dieses

Jahres ein vollständiger Austausch des mittleren Abschnitts geplant. Zur Einhaltung

der knappen Zeitfenster und Gewährleistung einer hohen Schnittqualität kamen

Trennscheiben der neuen »Elite-Cut F1600C«-Serie von Husqvarna zum Einsatz.

Indem jede Diamantscheibe

innerhalb ihres optimierten Bereichs

betrieben wurde, gewährleistete der

Aufbau eine stabile, konsistente Leistung

und ermöglichte es mehreren

Teams, effizient parallel zu arbeiten.

Der Renovierungsauftrag wurde nach einer Ausschreibung

an das belgische Bauunternehmen

TRBA und seinen Schweizer Partner Walo vergeben.

Die Durchführung des Projekts erfolgte in

mehreren Phasen, beginnend mit einem kritischen

Sägevorgang entlang der gesamten Länge

des zu ersetzenden Abschnitts. Diese Phase begann

am 16. März und musste kurz vor der Sperrung

der Start- und Landebahn Mitte April abgeschlossen

werden. Allen Beteiligten war klar, dass

bei diesem Infrastrukturprojekt Leistung, Zuverlässigkeit

und sorgfältige Planung vom ersten Tag

an zusammenkommen mussten.

Von Anfang an ein anspruchsvolles Unterfangen

Schon in den ersten Nächten wurde das Ausmaß der

Herausforderung deutlich. Da die Start- und Landebahn

den größten Teil des Tages geöffnet war, hatten

die Teams nur ein schmales Zeitfenster zwischen

Mitternacht und vier Uhr morgens, um die Sägearbeiten

abzuschließen. Während dieser Zeit rechnete

das Team damit, durchschnittlich 250 Laufmeter

in einer Tiefe von fast 25 cm zu schneiden, was

unter allen Bedingungen ein anspruchsvolles Ziel

darstellt. Aber die Bedingungen waren alles andere

als typisch. Der alte Beton enthielt harte Flusskieselzuschlagstoffe,

die die Schnittgeschwindigkeit

schnell beeinflussten. Trotz der Erfahrung

von TRBA erreichte das Team zunächst eine Fortschrittsrate

von nur 100 Laufmetern und lag damit

deutlich unter dem geforderten Niveau.

Zu diesem Zeitpunkt bestand die Herausforderung

nicht mehr nur im Schneiden. Es ging darum,

einen Weg zu finden, Nacht für Nacht innerhalb eines

sehr begrenzten Zeitrahmens eine konsistente

und vorhersehbare Leistung zu erbringen.

ONLINE

»Liebe auf den ersten Schnitt«: In

diesem Video stellt Manuel Alexander,

Inhaber der Bohr Alex e. K., seine

Erfahrungen mit der Trennscheiben-Serie

»Elite-Cut F1600C« vor.

48

Juli 2026

Verkehrswegebau


Die Durchführung des Projekts erfolgte in mehreren Phasen,

beginnend mit einem kritischen Sägevorgang entlang der

gesamten Länge des zu ersetzenden Abschnitts.

Eine Feuerprobe für »Elite-Cut F1600C«

Um den anspruchsvollen Zeitplan des Projekts

einhalten zu können, wandte sich TRBA an seinen

Lieferanten Husqvarna Construction. Für

diesen war das die ideale Gelegenheit, um seine

neue »Elite-Cut F1600C«-Serie unter realen Baustellenbedingungen

einzuführen. »Wir baten unseren

Ansprechpartner bei Husqvarna Construction,

Stéphane Kempeneers, vor Ort zu sein, und

gemeinsam schauten wir uns die Maschinengeschwindigkeit,

den verwendeten Trennscheibentyp,

den Durchmesser, die Tiefe, die Förderrate und die

Wassermenge an. All diese Faktoren wurden analysiert

und an die neuen Trennscheiben angepasst«,

so Frédéric Van Steenkiste, Projektingenieur bei der

TRBA Concrete Division.

Die »F1600C«-Baureihe ist für anspruchsvolle

Anwendungen wie Straßen sowie Start- und Landebahnen

gedacht, bei denen eine gleichmäßige

Schneidleistung entscheidend ist. Sie wurde entwickelt,

um die Drehzahl aufrechtzuerhalten, den Verschleiß

zu kontrollieren und ein stabiles Schneidverhalten

zu liefern, selbst in Stahl- und Hartbeton.

»Das Projekt EuroAirport Basel-Mulhouse ist genau

für die Art von Anwendung konzipiert, für die die

›F1600C‹-Klinge entwickelt wurde«, sagt Stéphane

Kempeneers, Account-Manager bei Husqvarna Construction.

»Sie brauchen eine Trennscheibe, die während

der gesamten Schicht konstant arbeitet, nicht

nur am Anfang, insbesondere unter schwierigen Bedingungen

und unter Zeitlimit.« Zur Maximierung

der Leistung wurde ein zweistufiger Schneidansatz

vorgeschlagen, um die Tiefe von 25 cm effizienter

und kontrollierter zu erreichen. Um den Schnitt auf

8 cm Länge zu öffnen, wurde im ersten Durchgang

ein »FS 5000 D«-Fugenschneider mit einer 500 mm

»Elite-Cut F1635C«-Trennscheibe (4,4 mm dick) genutzt.

Für den zweiten Durchgang kam eine hydraulische

80-PS-Säge mit einer 750-mm-»Elite-Cut

F1650C«-Klinge (4,4 mm dick) zum Einsatz, um die

endgültige Tiefe von 25 cm zu erreichen. Indem jede

Diamantscheibe innerhalb ihres optimierten Bereichs

betrieben wurde, gewährleistete der Aufbau

eine stabile, konsistente Leistung und ermöglichte

es mehreren Teams, effizient parallel zu arbeiten.

Erwartungen wurden deutlich übertroffen

Die Ergebnisse der Neuaufstellung waren sofort

sichtbar. Das Team von TRBA erfüllte nicht nur die

geforderten Produktivitätsniveaus, sondern übertraf

sie sogar mit mehr als 300 Laufmetern pro Tag.

Dieser Erfolg zeigt, wie wichtig die Kombination

aus Anwendungskompetenz, fortschrittlichen Diamantwerkzeugen

und einer engen Zusammenarbeit

zwischen Vertragspartnern und ihren Lieferanten

ist, um komplexe Herausforderungen zu

meistern. »Es war wirklich eine Kombination aus

allem: sorgfältige Planung im Vorfeld, die richtigen

Kontakte, die Fähigkeiten unserer Bediener, die Bedienung

der Maschine und des Schneidprozesses

sowie die Reaktionsfähigkeit von Husqvarna mit

kurzen Kommunikationswegen zwischen uns und

Stéphane«, so Frédéric Van Steenkiste.

s

HUSQVARNA DEUTSCHLAND GMBH (4)

Die »F1600C«-Baureihe

wurde für anspruchsvolle

Anwendungen

konzipiert, bei denen

eine gleichmäßige

Schneidleistung

entscheidend ist.

Fahrzeugbau GmbH

Gögl Fahrzeugbau

Hagau 67d

A-6233 Kramsach, Tirol

Telefon: +43 53376 2469

Fax: +43 53376 2469 77

Mail: info@goegl-fahrzeugbau.at

Verkehrswegebau web: goegl-fahrzeugbau.at

Juli 2026 49


KANAL- & ROHRLEITUNGSBAU

Im Indoor-Sandkasten

des Coreums fanden die

Vorträge anlässlich des

diesjährigen Kiesel-Innovationstags

statt – insgesamt

250 Teilnehmer waren

vor Ort.

Kiesel-Innovationstag:

Das Zauberwort lautet

»Zusammenspiel«

DAN WINDHORST (4)

KIESEL – Gesteigerte Produktivität, spürbare Entlastung, mehr Sicherheit und

Kosteneffizienz – um das auf der Baustelle zu erreichen, gibt es nicht »die eine

Lösung«. Innerhalb der Baubranche wird zwar gern von »dieser einen Innovation«

gesprochen, die all unsere Probleme löst, aber in der Regel stellt sie nur ein winziges

Zahnrad im gesamten Arbeitsprozess dar. Was es am Bau wirklich braucht, um in

diesen Zeiten effizienter, wettbewerbsfähiger und klüger zu arbeiten, hat der Innovationstag

von Kiesel, der kürzlich im Coreum in Stockstadt am Rhein stattfand, auf

den Punkt gebracht: Es ist das Zusammenspiel von Maschinen, digitalen Tools und

Menschen – gebündelt als Einheit, um den gesamten Prozess und nicht nur einzelne

Arbeitsweisen auf der Baustelle zu verändern.

VON

DAN WINDHORST

Im Kern ist die Bauwirtschaft vor allem von steigenden

Kosten, gewaltigem Zeitdruck, mangelnder

Planbarkeit und Fachkräftemangel betroffen.

In solchen Fällen galt früher: »Mehr anpacken, weniger

quatschen.« Mit bloßem Eifer ist es heute aber

längst nicht mehr getan. Die gute Nachricht ist aber,

dass die Bau- und Baumaschinenbranche unlängst

Lösungswege vorgibt. Zwei große Meilensteine sind

beispielsweise weit verbesserte Maschinentechnik

und die Digitalisierung nahezu aller Dinge, was uns

nachweislich tatsächlich mehr Produktivität, eine

bessere Planungs- und Ergebnisqualität und auch

gestiegene Kosteneffizienz liefert. Die Frage, die

auch Kiesel anlässlich seines Innovationstags aber

gestellt hat, ist, wie konsequent wir diese innovativen

»Geschenke« auch tatsächlich nutzen.

Maschinen und Prozesse

Für die rund 250 Teilnehmer sollten die wichtigsten

digitalen Tools sowie neue Maschinen- und

Gerätetechnik greifbar gemacht werden. Und einen

besseren Ort hätte es dafür kaum geben können.

Aufgrund der gigantischen Demonstrationsfläche,

die das Coreum den Besuchern bietet, ließen

sich unzählige Arbeitsprozesse live abbilden

– das reichte von klassischer Erdbewegung über

GaLaBau, Kanal- und Tiefbau bis hin zum Abbruch,

Materialumschlag und Gleisbau. Die Fachbesucher

haben Hydraulikbagger, Anbaugeräte,

50

Juli 2026

Kanal- & Rohrleitungsbau


VOR ORT

Vermessungslösungen, Spezialmaschinen und digitale

Helfer unter realistischen Einsatzbedingungen

erlebt und konnten sich, abseits der Vortragsbühne,

die diesmal im »Sandkasten« verortet war,

direkt mit Produktspezialisten, Anwendern, Herstellern

und auch Händlern über einzelne Lösungen

unterhalten.

Klare Ansage aus der Branche

Als Kiesel-Vertriebsleiter für die Branche Bau und

verantwortlich für den Innovationstag stellte Uwe

Herrmann klar: »Produktivität, Entlastung und Sicherheit

müssen zusammengedacht werden, um

als funktionierende Systemlösungen Profit zu generieren.

Wer hier dabei war, ging mit belastbaren

Entscheidungsgrundlagen nach Hause und einem

klaren Bild davon, welche Investitionen sich

für den eigenen Betrieb rechnen.« Unter dem Leitgedanken

»Echte Baustellen, echte Learnings« bot

Kiesel gleich drei Unternehmen die Gelegenheit,

offen auf der Bühne darüber zu sprechen, wie

moderne Maschinenkonzepte und digitale Prozesse

ihre Baustellen tatsächlich verändern – untermauert

mit konkreten Zahlen und Erfahrungswerten.

Theo Heitkamp, Geschäftsführer der Firmengruppe

Stewering, gab beispielsweise einen

Einblick in die Realität des innerstädtischen Großkanalbaus,

wo sich Projekte technisch, organisatorisch

und wirtschaftlich als hochkomplex erweisen.

Anhand einer realen Baustellensituation

zeigte er auf, wie sich Risiken wie Planungsdefizite,

falsche Bestands pläne, Termin- und Kostendruck

und Fachkräftemangel durch systematische Arbeitsvorbereitung

und den Einsatz digitaler Zwillinge

deutlich reduzieren lassen. Dabei werden

Daten aus Drohne, Georadar, Leitungsortung und

3D-Scan in belastbare 2D- und 3D-Unterlagen überführt

und auf dieser Basis Baubarkeit, Verbau, Abläufe

und Leitungsverlegungen gezielt optimiert.

Heitkamp betonte, dass sich die Investition in Daten

und digitale Methoden schnell amortisiere,

da sich Stillstände vermeiden, Alternativen eröffnen

und Projekte schneller, sicherer und profitabler

realisieren lassen würden. »Unsere Branche

ist viel innovativer und auch innovationsfreudiger,

als man ihr nachsagt – manchmal braucht sie nur

einen kleinen Schubs. Wenn ich hier am Innovationstag

offen darüber spreche, was bei uns gut

funktioniert, hoffe ich, dass der eine oder andere

diese Impulse mitnimmt, denn wir stehen im Infrastrukturbau

großen Aufgaben gegenüber. Das

Gute: Es gibt viele Hilfsmittel, sie müssen nur angewendet

werden«, wie Heitkamp klarstellte.

»Herausforderung annehmen«

Wie sich Tiefbauprojekte mit einem durchgängigen

digitalen Workflow und eben nicht per »Bauchgefühl«

mit interoperablen 3D-Prozessen steuern lassen,

brachten hingegen Denis Kägbein, Bauleiter

der wk-bau GmbH, und Steven Cazacu, Fachberater

digitale Lösungen bei Makineo, auf den Punkt. Anhand

konkreter Projekte zeigte Kägbein, wie frühe

3D-Planung Höhen- und Kollisionsfehler aufdeckt,

Punktwolken und Scans die Abrechnung stützen,

und die frühzeitige Einbindung von Polier und Auftraggeber

Akzeptanz und Klarheit schafft – auch bei

kleineren Projekten. Steven Cazacu vertiefte hingegen

das Verständnis für die dahinterliegende digitale

Architektur, sodass Fehler idealerweise schon vor

Baubeginn vermieden werden können. »Es müssen

nicht immer die Großen sein, die Digitalisierung erfolgreich

umsetzen – es ist auch als kleine Baufirma

möglich. Ich habe am Innovationstag viele Unternehmer

getroffen, die bereit sind, diese Herausforderung

anzunehmen und den digitalen Weg zu gehen«,

wie Denis Kägbein sagte.

»Unsere Branche ist viel

innovativer und auch

innovationsfreudiger,

als man ihr nachsagt

– manchmal braucht

sie nur einen kleinen

Schubs.«

BILDQUELLE

Theo Heitkamp,

Geschäftsführer bei Stewering

KIESEL

Der Innovationstag war gespickt

mit vielen Möglichkeiten, neue

Lösungen direkt vor Ort zu

begutachten und zu testen.

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 51


Klarer Vorteil:

Theorie und Praxis

gehen beim Kiesel-

Innovationstag

ineinander über.

KIESEL

Unter der Moderation von Coreum-Geschäftsführer

Björn Hickmann (l.), erklärte

Vorarbeiter Benedikt Weis von der Hornung

Pflanzen GmbH die Vorzüge des Einsatzes

der »P-Line«, wodurch ein Bagger zum

Multi-Tool-Carrier wird.

»Es müssen nicht immer

die Großen sein, die Digitalisierung

erfolgreich

umsetzen – es ist auch

als kleine Baufirma

möglich.«

Denis Kägbein

Bauleiter der wk-bau GmbH

»P-Line« als Prozessoptimierer

Gestellt wurde überdies die Frage, wie sich Maschinenkonzepte

auf beengten Baustellen neu denken

lassen. Erläutert wurde das von Geschäftsführer

Claus Engel und Vorarbeiter Benedikt Weis von der

Hornung Pflanzen GmbH. Im Mittelpunkt ihres Vortrags:

Der Einsatz des »P-Line«-Systems von KTEG,

verbaut an einem 14,5 t schweren Hitachi-Mobilbagger

des Typs »ZX135W-7, der die Logistik auf engem

Raum vereinfachen, zusätzliche Geräte ersetzen und

Abläufe deutlich beschleunigen soll, indem er Aufgaben

übernimmt, für die sonst ein zusätzlicher Radlader

oder Minibagger benötigt wird. Sein Urteil lautete,

dass Systemlösungen wie diese den Bagger zum

Multi-Tool-Carrier machen, was für hohe Produktivität,

aber eben auch mehr Flexibilität, Schnelligkeit

und Vielseitigkeit steht, da eine einzige Maschine

verschiedenste Aufgaben übernehmen kann. Die

»P-Line« zielt seit jeher darauf ab, Prozessoptimierer

zu sein. Die Idee dahinter: Ein ganzheitliches modulares

System, bestehend aus Maschine, digitalem Assistenzsystem,

vollhydraulischem Rotationsschnellwechsler

und bauteiloptimierten Anbaugeräten.

Neue Technik erlebbar machen

Ein Highlight des Innovationstags stellte zweifelsohne

der anschließende Praxisteil dar: Nach

einer offenen Diskussionsrunde mit den Referenten

leitete ein Live-Drohnenflug durch den

80 000 m² großen Coreum-Expo-Park und gab damit

den Startschuss für das Begutachten und Erproben

aller Lösungen, die im Coreum ausgestellt

wurden. Geführte Rundgänge durch die insgesamt

zwölf Aktionsflächen sorgten für einen

praktischen Einblick, wie durchgängige Baustellenprozesse

im Echtbetrieb funktionieren können.

Danach konnten die Maschinen, Anbaugeräte

und Technologien auf eigene Faust erkundet,

Themen mit den Produktspezialisten, Herstellern

und Händlern vertieft und technische Details ausgetauscht

werden. »Viele unserer Teilnehmer haben

betont, wie konkret diese Gespräche waren –

von digitalen Konzepten bis hin zu geplanten Investitionsentscheidungen.

Im Mittelpunkt stand

immer die Frage: Wie bringen neue Lösungen unseren

eigenen Betrieb voran?«, wie Uwe Herrmann

abschließend klarstellte.

d

WE MAKE

IT WORK.

Jeden Tag. Bei jedem Projekt.

Als Komplettanbieter denken wir Schalung,

Traggerüst und Gerüst als Ganzes –

für nahtlose Prozesse und maximale Effizienz.

52

Juli 2026

Doka Deutschland GmbH | deutschland@doka.com | www.doka.com

Kanal- & Rohrleitungsbau


»HX230L« bewährt sich in Nordamerika

HD HYUNDAI – Der 23-t-Raupenbagger

»HX230L« wurde im März auf der ConExpo-Messe

in Las Vegas vorgestellt und war das erste Modell

der nächsten Generation von Hyundai, das

auf den nordamerikanischen Markt kam. Die

Maschine reiht sich zudem in eine wachsende

Produktpalette in Europa ein und bietet nach

Herstellerangaben effiziente Motoren, eine

vollelektrohydraulische (FEH) Steuerung sowie

ein neues Maß an Bedienkomfort.

Angetrieben wird der »HX230L« von einem Vierzylinder-Dieselmotor

mit 5 l Hubraum. Dieser

erfüllt die Abgasnorm Stufe V und liefert eine

Leistung von 141 kW sowie ein Drehmoment von

955 Nm. Obwohl es sich laut Hyundai um einen der

leistungsstärksten Motoren in der 23-t-Klasse handelt,

verbraucht die Maschine bis zu 7 Prozent weniger

Kraftstoff und bis zu 30 Prozent weniger AdBlue

als das Modell der A-Serie. Die Wartungsintervalle

betragen 1 000 Betriebsstunden, doppelt so viel wie

bei der Vorgängermaschine.

Das Hydrauliksystem wird von einem EPOS

(Electric Power Optimising System) gesteuert, das

laut Hersteller optimale Durchflussraten bei reduziertem

Kraftstoffverbrauch gewährleistet. Alle

Bagger der »Next Generation« verfügen über voll-

elektrohydraulische (FEH) Joysticks, die Hydraulikverluste

reduzieren und die Präzision erhöhen sollen.

Lieferbar sind 2D-Maschinensteuerungs- und

-führungssysteme, die bei Bedarf auf 3D aufgerüstet

werden können. Die automatische Wiegefunktion

Übersichtliche Displays im Blickfeld zeigen Maschinendaten

und erlauben die Programmierung von Druck und

Öl-Liefermenge für Anbaugeräte.

HYUNDAI (2)

sorgt für schnelleres und präziseres Beladen, während

die Optionen »Lift Assist« und »Advanced Lift

Assist« den Fahrer dabei unterstützen, bei schweren

Lasten die Stabilität zu gewährleisten. Die optionale

»E-Boundary« soll Kollisionen vermeiden.

Der »HX230L« verfügt über das »Smart Around

View Monitor«-(SAVM-)System von Hyundai, eine

Weiterentwicklung des Vier-Kamera-Systems, das

nun mit sechs am Oberwagen montierten Kameras

ausgestattet ist. Es nutzt KI-basierte Personenerkennung.

Die Maschinen lassen sich mit einer

Radar-Objekterkennung ausstatten, um den

Fahrer auf Gefahren hinzuweisen, und eine Auto-Stopp-Funktion

steht zur Verfügung, um die Baggerbewegungen

bei Bedarf anzuhalten.

Der »HX230L« verfügt über ein Gegengewicht

von 4,9 t und ist damit 29 Prozent schwerer als das

Vorgängermodell. Dies sorgt laut Hersteller für zusätzliche

Stabilität und ermöglicht eine höhere Hubkraft.

Mit einer Ausbrechkraft von 116 kN am Löffelstiel

und 164 kN an der Schaufel zählt der »HX230L«

nach Einschätzung des Herstellers »zu den leistungsstärksten

Maschinen im 22-t-Segment«. Die

Maschine ist mit einem 5,7 m langen Monoboom,

einem zweiteiligen Knickausleger oder einem 8,5 m

langen Langausleger (beim »HX230LR«) erhältlich.

Die Stiellängen betragen 2,4 m, 2,9 m und 3,5 m

beim Monoboom, 2,4 m und 2,9 m beim zweiteiligen

Ausleger und 6,2 m beim LR-Modell. Daraus ergeben

sich maximale Grabtiefen von 7220 mm beim

Monoboom, 6 490 mm beim zweiteiligen Ausleger

und 11 665 mm beim Langausleger-Modell.

s

Hochpräzises und

zuverlässiges Arbeiten:

Der Raupenbagger

spielt seine Stärken

mittels starken Motors

und vollelektrohydraulischer

Steuerung aus.

Kamerasystem

Der Kettenbagger ist mit dem

»Smart Around View Monitor«-System

ausgestattet, das

mit sechs am Oberwagen montierten

Kameras arbeitet.

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 53


Minimalinvasive

Bohrungen

VERMEER – Für Kommunen bietet das horizontale, grabenlose Bohren zahlreiche

Vorteile. Alexander Kandora, Produktspezialist für Tiefbau und Leiter des HDD-Kompetenzzentrums

von Vermeer Deutschland in Bestwig, erläutert: »Grundsätzlich sind

Horizontalbohrungen minimalinvasiv. Es ist nicht erforderlich, die Straße aufzureißen,

und zeit- sowie kostenintensive Folgearbeiten zur Wiederherstellung des ursprünglichen

Zustands entfallen.« Das öffentliche Leben wird nur geringfügig beeinträchtigt,

und es entstehen lediglich geringe Kosten für Straßensperrungen sowie Verkehrsregelungen.

Während der Verkehr ungehindert fließen kann, wird unterirdisch zunächst

eine Pilotbohrung im Horizontalspülbohrverfahren durchgeführt. Anschließend

werden die Leerrohre im Rückzug eingezogen.

200

Meter

Im Rahmen des »NoDig«-

Verfahrens können bereits

im Standard Entfernungen von

etwa 200 m überwunden werden.

Hierfür ist lediglich zu Beginn und am Ende der

Trasse eine Grube zum Bohren bzw. Ziehen erforderlich.

Laut Kandora ist zu Beginn jeder Planung

grundsätzlich der wichtigste Punkt zu klären: »Bei

den ersten Gesprächen mit Kunden geht es darum,

wo die Bohrung stattfinden soll, bevor besprochen

wird, was das Projekt beinhaltet. Die Bodenbeschaffenheit

bestimmt, ob eine Jet- oder Felsbohranlage

erforderlich ist.«

Aufgrund seiner 25-jährigen Erfahrung in der

HDD-Branche ist der Fachspezialist häufig in der

Lage, das eingesetzte Verfahren bereits auf Anhieb

zu erkennen. Gelegentlich ist ein geologisches Gutachten

erforderlich, um zusätzliche Informationen

über die Beschaffenheit des Untergrunds zu gewinnen.

Davon hängt ab, wie der Bohrkopf für die geplante

Bohrung gestaltet sein soll. An dieser Stelle

kommt die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter

des HDD-Kompetenzzentrums von Vermeer

Deutschland in Bestwig zum Tragen. Kandora erläu-

tert ausführlich: »Die Bohrköpfe werden in sorgfältiger

Handarbeit gefertigt und richten sich nach den

spezifischen Anforderungen des Kundenprojekts

hinsichtlich Durchmesser und Bodenbeschaffenheit.«

Beim Jetbohren ist der Bohrkopf leicht abgeschrägt,

wodurch eine Steuerung in die gewünschte

Richtung ermöglicht wird. Beim Felsbohren wird

der Rollen- oder Felsbohrmeißel an der Spitze zusätzlich

durch eine Innenstange angetrieben.

Flexible Mischanlagen

Bei beiden Verfahren ist eine hohe Präzision der

Bauteile und Bohrwerkzeuge im Erdreich von entscheidender

Bedeutung. Ein weiterer wesentlicher

Faktor für das Gelingen einer Horizontalspülbohrung

ist die Bedeutung der Bohrflüssigkeitsmischanlage.

Die eingespülte Bohrsuspension kann je

nach Bedarf aus Wasser, Polymeren, Benetzungsmitteln,

Bentonit und weiteren Zusätzen bestehen.

Sie stabilisiert den Bohrkanal, verbessert die Gleitfähigkeit

und sorgt für die Kühlung des Bohrwerkzeugs,

wodurch größere und längere Bohrungen ermöglicht

werden.

Die Bohrflüssigkeits-Mischanlagen von Vermeer

sowie aus der Produktion in Bestwig stellen

durchdachte Komplettlösungen dar. Sie umfassen

ein Mischsystem, verschiedene Tankgrößen (variabel

von 1 100 bis 20 000 l), einen Träger, ein Antriebsaggregat,

eine Umwälzdüse, Schläuche, eine Kreiselpumpe

sowie Rohrleitungen. »Damit erreichen wir

eine saubere, stabile Durchmischung und schaffen

54

Juli 2026

Kanal- & Rohrleitungsbau


Horizontalspülbohrmaschinen werden primär

im grabenlosen Leitungsbau, für Telekommunikation,

Wasser- und Gasrohrverlegungen in

städtischen Gebieten eingesetzt.

Mischcontainer. Darüber hinaus können die Mitarbeitenden

vor Ort bei Bedarf Werkzeuge wie einen

Trennschleifer anschließen.«

die Grundlage für einen erfolgreichen Bohrvorgang«,

erläutert Kandora.

Früher wurden die Antriebsaggregate von Vermeer

mit Dieselmotoren betrieben, heute kommen

zukunftsorientierte Elektroantriebe zum Einsatz. Alexander

Kandora ergänzt: »Dieser Fortschritt wird

insbesondere in städtischen Gebieten sehr geschätzt.

Zum einen verfügen wir über eine leise Bohranlage,

zum anderen über eine geräuscharme, emissionsfreie

Mischanlage sowie eine gute Beleuchtung im

Die Bohrköpfe werden in Handarbeit gefertigt und richten sich

nach den spezifischen Anforderungen des Kundenprojekts.

VERMEER (2)

In Eigenregie verlegen

Insbesondere im kommunalen Bereich sind die Horizontalbohranlagen

und Felsbohrgeräte von Vermeer

sehr gefragt. Der Bohrspezialist erläutert: »Viele

Kommunen treten heutzutage als Telekommunikationsanbieter

auf und verlegen die Kabel eigenständig.

Dadurch werden diese Projekte nicht mehr

ausgeschrieben. Vielmehr übernehmen die Kommunen

die Durchführung mit einer HDD-Bohranlage

selbst, da sie auf diese Weise flexibler agieren

und zudem Kosten einsparen können.«

Neben Leerrohren für Kabel werden zunehmend

auch Wasserleitungen eigenständig verlegt

bzw. repariert. Sowohl bei der Auswahl der geeigneten

Maschine als auch bei der Inbetriebnahme stehen

die Fachkräfte der Vermeer Deutschland GmbH

sowie der gesamten Vermeer-Kifour Group als offizieller

Händler den Anwendern unterstützend zur

Verfügung. Bei der Auslieferung einer Horizontalbohranlage

oder eines Felsbohrgeräts sind die Spezialisten

beispielsweise drei Tage vor Ort, um die Bediener

einzuweisen, Tipps zu geben, Fragen zu beantworten

und die ersten Bohrungen zu begleiten.

Alexander Kandora legt besonderen Wert auf diesen

Aspekt: »Das gibt nicht nur dem Kunden die nötige

Sicherheit, sondern auch uns, dass alles gut klappt

und zum Erfolg führt.«

Breites Portfolio

Das HDD-Portfolio der Vermeer Deutschland

GmbH umfasst Horizontalbohranlagen und Felsbohrgeräte

in unterschiedlichen Größen – von klein

bis sehr groß – und ist für jede Herausforderung geeignet

sowie entsprechend ausgestattet. Eine Besonderheit

der Vermeer-HDD-Maschinen besteht darin,

dass die Vorschub- und Rückzugskraft jeweils identisch

sind. Nach Angaben von Kandora ist dies am

Markt nicht üblich. Die 3,5 t schwere »D10« stellt

ein zuverlässiges und wirtschaftliches Einstiegsmodell

für kleinere Verlegungsprojekte, wie beispielsweise

Hausanschlüsse, dar. Die 5,8 t schwere »D20«

wurde mittlerweile über 4 000-mal verkauft und eignet

sich aufgrund ihrer kompakten Bauweise besonders

gut für Arbeiten in dicht besiedelten Stadtgebieten

sowie für kurze Bohrstrecken. Weitere Modelle

mit einer Leistung von bis zu 399 kN sind die »D23«,

»D24« und »D40«. Ab einer Leistung von 400 kN befinden

sich die Modelle »D100«, »D120E« (vollelektrisch),

»D220« und »D550« am oberen Leistungsende.

Die größeren Maschinen stellen zudem Daten

für die zukunftsorientierte »VermeerOne«-Plattform

bereit, die im Rahmen einer Flottenmanagementlösung

ausgewertet werden können.

s

Minimalinvasiv

Horizontalbohrungen sind minimalinvasiv.

Da lediglich zu Beginn

und am Ende der Trasse eine

Grube zum Bohren bzw. Ziehen

benötigt wird, muss eine Straße

nicht aufgerissen werden.

Die Vermeer Deutschland

GmbH mit Hauptsitz

in Nürnberg sowie

Niederlassungen in Bestwig und

Berlin hat sich als Partner für

maßgeschneiderte und technisch

ausgereifte Lösungen im

Bereich der umweltschonenden

Horizontalspülbohrtechnik

etabliert. Im HDD-Kompetenzzentrum

in Bestwig werden für

die Vermeer-Horizontalbohranlagen

sowie Felsbohrgeräte

individuelle Bohrköpfe und

Spezialwerkzeuge gefertigt. Das

Unternehmen ist seit 2002 in

Deutschland tätig und gehört

seit 2010 zur Vermeer-Kifour

Group, einem Familienunternehmen,

das in sechs europäischen

Ländern aktiv ist.

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 55


Neue Trinkwasserversorgung

in nur zehn Tagen

AMEX SANIVAR – Kaum

hatte der Winter seinen Griff

gelockert, ging im Saarland

ein Sanierungsprojekt an den

Start, das zeigt, wie moderne

Sanierungstechnologien die

Zukunft kritischer Infrastruktur

sichern – effizient, kostensparend

und umweltschonend.

Die Stadtwerke Merzig setzten

bei der Instandsetzung

einer knapp 980 m langen

Trinkwasserleitung zwischen

Merzig und dem Ortsteil

Harlingen auf das grabenlose

»SaniTube«-Verfahren der

Amex Sanivar AG. Das ehrgeizige

Ziel: Die Arbeiten sollten

nach nur zehn Arbeitstagen

abgeschlossen sein – und das

mit nur minimalen Eingriffen

in die Infrastruktur.

Vorbereitung des »SaniTubes«

für den Einzug in die marode

Trinkwasserleitung.

Nach vielen Betriebsjahren war die Druckleitung

aus duktilem Guss (DN150) entlang des

Harlinger Wegs an mehreren Stellen korrosionsbedingt

undicht geworden. »Duktiler Guss hat den

Nachteil: Er rostet. Wir hatten in den letzten drei,

vier Jahren mehrere Rohrbrüche und Lochfraß«,

so Jürgen Blasius, technischer Betriebsleiter der

Stadtwerke Merzig und Geschäftsführer der Netzwerke

Merzig. Statt die Leitung nun aber vollständig

in offener Bauweise zu erneuern, fiel die Entscheidung

für eine grabenlose Sanierung: »Dank

der geringen Anzahl an Hausanschlüssen in diesem

Abschnitt können wir das ›SaniTube‹-Verfahren

einsetzen«, erklärt Blasius. »Das ermöglicht es

uns, die Leitung von innen zu erneuern, ohne den

Boden großflächig aufgraben zu müssen.« Stattdessen

wird ein innen wie außen mit PE beschichteter

Sanierungsschlauch in die bestehende Leitung eingezogen

und dort mit Druck aufgeweitet. »Das spart

nicht nur Zeit und Geld, sondern reduziert auch die

Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehr auf

ein Minimum«, so Blasius.

Das durchdachte Qualitäts- und Sicherheitskonzept

sicherte die erfolgreiche Sanierung der mit etwa

10 bis 12 bar betriebenen Druckleitung. Nach der

mechanischen Druckrohrreinigung der Bestandsleitung

erfolgte der abschnittsweise Einbau des Sanierungssystems,

gefolgt von Druckprüfungen, die

mit einem Druckschreiber dokumentiert werden.

Dadurch war die Sanierung bei der abschließenden

Projektabnahme genau nachvollziehbar, prüfbar

und sicher dokumentiert.

KATJA NICKLAUS/RESINNOVATION (2)

Vor der Aufstellung per Druck

ist der »SaniTube« flach gefaltet.

Abschnittsweise Sanierung sichert Qualität

Die Sanierung war in vier Bauabschnitte unterteilt,

was Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehr

minimierte. Mit diesem Verfahren wäre es

aber auch möglich, eine Strecke von bis zu 2 km in

einem Stück zu sanieren. Besonderes Augenmerk

wurde auf die Übergänge zur Bestandsleitung gelegt.

Mit Übergangskupplungen der End- und Übergangstechnik

»SaniGrip« wurden diese dauerhaft

dicht und betriebssicher realisiert.

Mit einem Projektvolumen von 180 000 Euro

zeigte Merzig, wie moderne Sanierungstechnologien

wirtschaftliche und ökologische Vorteile vereinen:

geringere Kosten, weniger Eingriffe in die

Umwelt und eine schnelle Umsetzung. Während der

Bauarbeiten mussten die Einwohner von Harlingen

nicht auf das kostbare Nass verzichten, eine Ersatzleitung

der Stadtwerke Merzig stellte die Trinkwasserversorgung

sicher. Doch selbst diese Notversorgung

musste nur für einen kurzen Zeitraum bereitgestellt

werden, da die bestehende Leitung bereits

innerhalb kürzester Zeit wieder am Netz war.

Wie man zu diesen kurzen Sanierungszeiten

kommt, erläutert Oliver Terhoeven, Geschäftsführer

der Amex Sanivar AG: »Das Produkt wird bereits

in der Fertigungsstelle vorkonfektioniert. Wir wissen

im Vorfeld genau, welche Strecken wir sanieren

müssen. Wir kommen also vorbereitet mit dem vorgefertigten

und vorgefalteten Liner zur Baustelle,

den wir nur noch an die zu sanierende Stelle transportieren

müssen. Dort wird er dann abschnittweise

eingezogen – das bedeutet, dass wir an einem

Tag rund 600 bis 700 m Strecke sanieren können.«

»Wir zeigen, dass es möglich ist, Leitungen effizient

und nachhaltig zu sanieren – ohne große Baustellen

und mit maximalem Nutzen für die Bürger«, resümiert

Blasius. Das gesteckte Ziel von zehn Arbeitstagen

wurde nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich

unterschritten. »Wir haben innerhalb von sieben

Arbeitstagen die gesamte Strecke saniert«, betont

Terhoeven, »mit einem Produkt, das mühelos

Dimensionssprünge und Bögen sanieren kann und

die marode Leitung komplett und hygienisch einwandfrei

instand setzt.«

s

56

Juli 2026

Kanal- & Rohrleitungsbau


Schaufelseparator sorgt

für Zeit- und Kosteneffizienz

Am »914er« von Liebherr sollte

der Schaufelseparator von

MB Crusher hohe Leistung

und Schnelligkeit bieten.

MB CRUSHER – Bei Hochgebirgsarbeiten zur

Erneuerung der roten Piste »Salere« sowie eines

700 m langen Grabenaushubs, der für neue Leitungen

einer Beschneiungsanlage benötigt wurde,

kamen Lösungen von MB Crusher zum Einsatz

– darunter der »HDS314«-Schaufelseparator.

Im Hochsommer musste im Baustellenbereich Bosco

delle Salere am Fuße des Pordoijochs hart gearbeitet

werden, um alles für die Wintersport saison

vorzubereiten: Teil dieses Ökosystems ist Funivie

Arabba, ein Unternehmen, das einige der bekanntesten

Skigebiete der Dolomiten betreibt. Zu den

Aufgaben zählten die Erneuerung der roten Piste

Salere und der Aushub eines 700 m langen Grabens

für die neuen Leitungen der Beschneiungsanlage

(Wasser, Luft und Strom). Für diese Arbeiten wurde

der »MB-HDS314«-Schaufelseparator an einem

Hydraulikbagger des Typs »914« von Liebherr montiert,

der mit einem Fortschritt von rund 70 m pro

Tag arbeitete. Ziel war es, feines, homogenes Material

für die Rohrbettung zu erzeugen – und das ohne

externe Transporte. »Der ›HDS314‹ lieferte eine

gleichmäßige Korngröße, ideal zum Schutz der

Rohrleitungen, und sorgt selbst bei feuchtem Material

für eine hervorragende Produktivität«, wie

Maschinenführer Alessio Crepaz berichtet. In Höhenlagen,

wo nasser oder kompakter Boden die

Arbeiten verlangsamen kann, ermöglichte der MB-

Crusher-Schaufelseparator laut Hersteller schnellere

Arbeitszeiten, gleichbleibende Leistung und

einfache Handhabung.

Logistik und Nachhaltigkeit bilden ein Team

Nicht nur der Schaufelseparator zeigt seine Stärken

in Höhenlagen von über 1 000 bis 2 000 m: Die gesamte

MB-Crusher-Produktpalette ist für Baustellen

konzipiert, auf denen Materialtransporte kompliziert

oder teuer sind. Die Anbaugeräte lassen

sich schnell montieren, verarbeiten unterschiedlichste

Materialien und ermöglichen die Durchführung

zahlreicher Arbeiten direkt vor Ort, wodurch

Zeit, Kosten und logistischer Aufwand reduziert

werden und die geotechnischen Eigenschaften

des Bodens und der verwendeten Materialien

erhalten bleiben. Trennen, zerkleinern, bewegen,

abbauen oder fräsen werden zu integrierten Abläufen

innerhalb eines effizienten Systems, mit einem

Ziel: Zeiten und Kosten zu optimieren.

Genau dieser Ansatz wurde einige Hundert Kilometer

weiter nördlich in den österreichischen

Alpen umgesetzt. Um die Schneesicherheit zu gewährleisten,

errichtete die Dachstein Tourismus AG

auf 1 000 m ein künstliches Reservoir für die Skigebiete

Gosau-Zwieselalm und Annaberg-Zwieselalm.

Das Unternehmen Karl Pitzer GmbH, verantwortlich

für die Bauarbeiten, führte ein groß angelegtes

Projekt durch: die Abtragung von 120 000 m³ Material,

die Aufbringung von 54 000 m³ Auffüllmaterial

und den Bau von bis zu 22 m hohen Dämmen.

Der MB-Crusher-Brecherlöffel »BF120.4«, montiert

an einem Liebherr »936«, verwandelte Kalkstein in

Material für den Straßenunterbau und die Drainage

für das Becken.

MB CRUSHER (2)

d

»HDS314«

Genutzt wurde der

»HDS314«-Schaufelseparator

an einem Liebherr-Bagger »914«.

Auch auf entlegenen

Baustellen lässt sich

das Material direkt vor

Ort weiterverarbeiten

– schnell, effizient und

zuverlässig.

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 57


Deutschlands Infrastruktur:

Seier Gruppe etabliert sich

im Großprojekt-Geschäft

Großes Gerät für große

Projekte: Die Seier

Gruppe ist an großen

Erdkabel-Projekten

beteiligt.

SEIER GRUPPE – Mit der Beteiligung an zwei bedeutenden Infrastrukturprojekten

in Deutschland etabliert sich die Seier Gruppe endgültig im Geschäft der

Großprojekte. Die Tochterunternehmen Kuhlmann Leitungsbau sowie Tief- und

Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler sind an SuedOstLink und SuedLink beteiligt –

zwei großen Erdkabel-Projekten im Rahmen der Energiewende Deutschlands.

Großprojekt

Im Rahmen des SuedLink-

Projekts sind 43 km Leitungen,

26 Kabelsektionen und 65

Bohr-Kreuzungen im grabenlosen

Verfahren zu bewältigen.

Knapp 43 km Leitungslänge, insgesamt 26 Kabelsektionen,

65 Bohr-Kreuzungen im grabenlosen

Verfahren – das sind Dimensionen, welche die Firma

Wähler derzeit zwischen Kutenholz und Wischhafen

im Rahmen des SuedLink-Projekts im Auftrag

von TenneT Germany als Teil einer Arge umsetzt.

Im Rahmen dieses Projekts wurde das Tief-

und Rohrleitungsbau-Unternehmen nicht nur mit

grabenlosen Bohrungen, sondern auch mit der umfangreichen

Arbeitsvorbereitung beauftragt. »Das

größte Projekt bisher«, bestätigt Frank von der

Geest, Geschäftsführer von Wähler. Innerhalb der

Seier Gruppe machte Kuhlmann 2024 den ersten

Aufschlag dieser Größenordnung mit dem Zuschlag

für den SuedOstLink im Auftrag von 50Hertz. Hier

führt das Leitungsbauunternehmen grabenlose

Bohrungen mit Längen zwischen 100 und 600 m

aus. »Wir haben bis zu fünf Anlagen parallel lau-

fen«, sagt Carsten Weiß, Geschäftsführer von Kuhl-

mann. »Das bedeutet: Acht Vermessungsteams,

acht Schweißcontainer und Bohranlagen erfordern

eine permanente Koordination.« Insgesamt bearbeitet

Kuhlmann derzeit fünf Teilstreckenabschnitte

parallel. Diese logistischen Herausforderungen

meistern beide Unternehmen mit der Expertise aus

vergangenen Projekten, einem großen Fachkräfteaufwand

und einem starken Fuhrpark.

Neue Maschinenklasse – neue Märkte

Für die Großprojekte setzt die Seier Gruppe auf modernste

Bohrtechnik, die unterirdische Bohrungen

ermöglicht. Sensible Oberflächen bleiben bestehen.

Maschinen mit bis zu 100 t Zugkraft kommen hier

zum Einsatz – Technik, die sonst vor allem in anderen

Ländern verwendet wird. Mit jeder Anwendung

solcher Technik wächst die Expertise. Die Herausforderungen

sind vielfältig: komplexe Geologie,

sensible Schutzgebiete, strenge Umweltauflagen.

An der Saale traf das Team Kuhlmann auf instabile

Kiesschichten und musste den Bohrkanal mit Stahlrohren

stabilisieren. Für mache Bohrungen gibt

es zeitlich ökologische Restriktionen, sodass alle

58

Juli 2026

Kanal- & Rohrleitungsbau


SEIER GRUPPE (3)

Die Leitungsarbeiten beim SuedLink-Projekt

erstrecken sich über mehrere Kilometer.

Das Kuhlmann-Team vor der »HDD«-Bohranlage

auf dem Baugelände in Ilberstedt-Beesenlaublingen.

Bohrungen terminlich in der Abfolge genau aufeinander

abgestimmt werden müssen.

Alles aus einer Hand als Wettbewerbsvorteil

Ein möglicher Wettbewerbsvorteil der Seier-Töchter:

Sie bieten das komplette Leistungsspektrum.

Von der Vermessung über die Schweißarbeiten bis

zur Bohrung – alles kommt aus einer Hand. »Wir

können eine All-In-One Lösung liefern, sodass

das System in sich stimmig ist«, erklärt von der

Geest. In Großprojekten mit zahlreichen Auftragnehmern

bedeutet das: effizientere Kommunikation,

weniger Missverständnisse, schnellere Prozesse.

SuedLink und SuedOstLink werden laut der Seier-Gruppe

keine Einzelfälle sein. Mit dem Ausbau

erneuerbarer Energien wachse der Bedarf an unterirdischen

Stromleitungen massiv. Das bedeutet:

mehr komplexe Bohrprojekte, längere Strecken,

höhere Anforderungen. Für die Seier Gruppe

ist das der richtige Zeitpunkt, um sich in diesem

Segment zu positionieren.

»Mit Kuhlmann und Wähler verfügen wir über

zwei regional etablierte Bauunternehmen, die

den Schritt in die Großbohrtechnik erfolgreich

vollziehen«, heißt es aus der Unternehmensgruppe.

Die Erfahrungen aus den aktuellen Projekten

bilden die Grundlage für künftige Großaufträge

im Netzausbau.

d

Großer Bedarf

Mit dem Ausbau erneuerbarer

Energien wächst der

Bedarf an unterirdischen

Stromleitungen massiv.

ZUVERLÄSSIG UND WIRTSCHAFTLICH

AMMANN CBS ELBA BETON-MISCHANLAGEN

• Modulares Anlagenkonzept

• Beschicker- oder Bandausführung

• Geeignet für den globalen Einsatz dank transportoptimierter Mischanlagenmodule

• Grosse Leistungsbandbreite von 105–200 m³/h

Die Ammann CBS Elba Beton-Mischanlagen sind zum Begriff geworden für Leistung und Zuverlässigkeit.

Tag für Tag erbringen sie umweltfreundlich, wartungs- und verschleissarm Höchstleistungen.

Ammann Elba Beton GmbH, Pforzheimer Strasse 128b, 76275 Ettlingen, Tel. + 49 7243 72-0, Fax + 49 7243 72-314, info.abd@ammann.com

Zusätzliche Informationen zu unseren Produkten und Dienstleistungen finden Sie unter : www.ammann.com

PMP-1495-03-DE | © Ammann Group

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 59


Die neue Grabenwalze

erreicht eine Steigfähigkeit

von 30 Prozent

und hält dabei eine

seitliche Stabilität von

25 Prozent.

Grabenverdichtung

mit 360°-Drehung auf der Stelle

AMMANN VERDICHTUNG – Schmale Gräben, schwer zugängliche Bereiche,

wechselnde Baustellenbedingungen: Grabenverdichtung gehört zu den anspruchsvollsten

Aufgaben im Tiefbau. Für Aufgaben wie diese hat Ammann die neue fern- und

panzergesteuerte »ARR 1585-2«-Grabenwalze konzipiert.

AMMANN GROUP (3)

Mit einer Basisarbeitsbreite von nur

640 mm passt die »ARR 1585-2«

durch nahezu jeden Graben. Optionale

Bandagenverbreiterungen erweitern die

Arbeitsbreite bei Bedarf auf 850 mm.

Was auf beengten Baustellen täglich Zeit und damit

Geld kostet, hat einen Namen: Rangieraufwand.

Insbesondere im Kanal- und Leitungsbau oder

bei Verdichtungsaufgaben im Erdbau kommen herkömmliche

Grabenwalzen schnell an ihre Grenzen.

Und wer mit einer konventionellen Verdichterplatte

arbeitet, trägt noch ein weiteres Problem mit sich:

Er steht im Graben und atmet Abgase ein. Die neue

ferngesteuerte »Ammann ARR 1585-2« soll mit beidem

Schluss machen. Ihr Antriebsprinzip, bekannt

aus dem Kompaktlader-Bereich und für den Grabenbau

adaptiert, ermöglicht mit vier unabhängigen

Hydraulikmotoren ein vollständiges 360°-Drehen

auf der Stelle.

Der verbesserte Allradantrieb in Kombination

mit der »Skid-Steering«-Technologie maximiert nach

Herstellerangaben die Traktion. Neben schnellen

Richtungswechseln erreicht die neue Grabenwalze

eine Steigfähigkeit von 30 Prozent und hält dabei eine

seitliche Stabilität von 25 Prozent. Selbst Verdichtungen

auf schwierigem Terrain seien demnach kein

Problem für die Maschine. Obendrein erfüllt der wassergekühlte

Kubota-»D1105«-Dieselmotor mit einer

Leistung von 15,6 kW die Emissionsstandards EU Stufe

V sowie US EPA Tier 4f und senkt nach Herstellerangaben

den Hydraulik ölbedarf gegenüber der Vorgängergeneration

um 62 Prozent.

In puncto Verdichtungsleistung setzt die »ARR

1585-2« laut Ammann ebenfalls neue Maßstäbe. Das

zwischen den Bandagen positionierte, zentralisierte

Vibrationssystem erzeugt eine Kraft von 75 kN bei

einer Amplitude von 1,6 mm und einer konstanten

Frequenz von 33 Hz. Das Ergebnis: Die Maschine erreicht

die Zielverdichtung mit deutlich weniger Überfahrten.

»Das spart Zeit, reduziert den Kraftstoffverbrauch

und minimiert die Betriebskosten«, so Thilo

Ohlraun, Leiter Vertrieb Deutschland & Benelux. Flexibel

bleibt die Walze auch beim Format: Mit einer

Basisarbeitsbreite von nur 640 mm passt sie durch

nahezu jeden Graben. Optionale Bandagenverbreiterungen

erweitern die Arbeitsbreite bei Bedarf auf

850 mm.

Besonderes Gewicht legt Ammann auf Bediensicherheit.

Das Fernsteuerungssystem der »ARR

1585-2« kombiniert zwei unabhängige Signaltechnologien:

Infrarot stellt sicher, dass Maschine und

Fernbedienung dauerhaft in Sichtlinie bleiben. Unterbricht

ein Hindernis die Verbindung, stoppt die

Walze automatisch. Ergänzend schaffen 3D-LF-Antennen

eine aktive Sicherheitszone mit 2 m Radius

um die Maschine. Betritt der Bediener diese Zone,

schaltet die Maschine unverzüglich ab. Das schützt

Personen, Maschine und Umfeld auch in unübersichtlichen

Grabensituationen.

Der wassergekühlte Kubota-»D1105«-Dieselmotor

bietet eine Leistung von 15,6 kW und erfüllt u. a.

die Emissionsstandards EU Stufe V und US EPA Tier 4f.

s

60

Juli 2026

Kanal- & Rohrleitungsbau


Kanalgeruch als Umweltproblem

COALSI – Feinstaub, Lärm, Hitze: Die großen

Umweltbelastungen sind bekannt und breit

diskutiert. Doch ein Faktor bleibt oft unbeachtet,

obwohl er viele Menschen betrifft: unangenehme

Gerüche aus der urbanen Infrastruktur.

Was für viele ein bloßes Ärgernis ist, kann sich

zum echten Problem für Lebensqualität, Gesundheit

und Stadtentwicklung vergrößern. Nicht

wenige Kommunen verzeichnen regelmäßig Beschwerden

über Geruchsbelastungen, insbesondere

in dicht besiedelten Gebieten und bei steigenden

Temperaturen. »Gerüche sind die unterschätzte

Form der Umweltverschmutzung«, sagt Christian

Elmauer aus der Geschäftsführung der coalsi

GmbH. »Sie wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden

und beeinträchtigen die Wahrnehmung des

gesamten Umfelds.«

Wenn Infrastruktur zur Belastung wird

Ein zentraler Ursprung vieler Geruchsprobleme

liegt unter der Erde: in der Kanalisation. Hier entstehen

durch biologische Prozesse Gase wie Schwefelwasserstoff,

die nicht nur für den typischen Kanalgeruch

verantwortlich sind, sondern auch langfristig

die Infrastruktur angreifen. Korrosion und

Schäden an Leitungen verursachen hohe Folgekosten

für Städte und Gemeinden. Mit den Auswirkungen

des Klimawandels verschärft sich die Situation

zusätzlich. Höhere Temperaturen fördern die

Geruchsbildung, während Starkregen ereignisse

die Systeme belasten und zu vermehrten Emissionen

führen. Die Bekämpfung von Gerüchen

ist technisch anspruchsvoller, als es zunächst erscheint.

Viele herkömmliche Lösungen arbeiten

mit losen Aktivkohleschüttungen und einfachen

Geruchsverschlüssen. Diese Systeme stoßen jedoch

schnell an ihre Grenzen: Die Schüttungen

können durch Feuchtigkeit und Verschmutzungen

versotten, sich verdichten und den Luftaustausch

im Kanal erheblich beeinträchtigen oder

sogar vollständig verschließen. Zudem ist der Austausch

des Filtermaterials häufig sehr aufwendig.

Die eingeschränkte Belüftung erhöht gleichzeitig

die Korrosionsgefahr im Kanalsystem.

Moderne Filtersysteme setzen daher auf

kompakte, strukturstabile Filtermatten mit aufgebrachter

Aktivkohle. Durch das modulare Siphon-System

bleiben die Matten dauerhaft sauber

und trocken, sodass die Aktivkohle ihre Wirkung

ungehindert entfalten kann. Die coalsi GmbH hat

sich auf solche hybriden Filtersysteme spezialisiert.

Das Unternehmen aus dem Münchner Umland

entwickelt modulare Lösungen, die individuell

an die jeweilige Belastungssituation angepasst

werden können – von punktuellen Anwendungen

in der Kanalisation bis hin zu komplexeren Anforderungen

in Prozessen und kommunaler Infrastruktur.

Ein weiterer Vorteil ist die Wirtschaftlichkeit.

Durch den gezielten Abbau korrosiver Gase

können Schäden an Bauwerken und Leitungen

verhindert werden (MIC-Korrosion). Das verlängert

Wartungsintervalle und senkt die Kosten für

Sanierung und Instandhaltung. »Die Technologie

ist heute so weit, dass sich Geruchsprobleme in

vielen Fällen vollständig und nachhaltig lösen lassen.«

Die Herausforderung sei weniger die Technik

als vielmehr, die Sache rechtzeitig anzupacken.

Da sind sich wohl alle Experten einig: Um Städte

und Arbeitsumgebungen langfristig lebenswert zu

halten, muss das Thema Geruch stärker in den Fokus

rücken.

d

Filtersysteme

Moderne Filtersysteme setzen

auf kompakte, strukturstabile

Filtermatten mit aufgebrachter

Aktivkohle. Durch das

modulare Siphon-System bleiben

die Matten dauerhaft sauber

und trocken, sodass die Aktivkohle

ihre Wirkung ungehindert

entfalten kann.

»Gerüche sind die

unterschätzte Form der

Umweltverschmutzung.«

COALSI

Christian Elmauer

Geschäftsführer der coalsi GmbH

COALSI (2)

Mehr Aufmerksamkeit für ein

alltägliches Phänomen: Gerüche

aus der Kanalisation

oder aus Prozessen können

weitreichende Folgen haben

Kanal- & Rohrleitungsbau Juli 2026 61


»EC 18 Electric« stellt

Leistungsfähigkeit unter Beweis

SWECON – Die Leitungstiefbau

Dithmarschen GmbH setzt

auf elektrische Arbeitsgeräte

und Fahrzeuge – darunter der

E-Bagger »EC18 Electric«, der

im Einsatz mit hoher Leistung,

Zuverlässigkeit und Produktivität

punkten kann.

Die Leitungstiefbau Dithmarschen GmbH (LTBD)

ist noch ein sehr junges Unternehmen, das im

Januar 2024 als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke

Heide GmbH gegründet wurde. Steigende

Preise und die sinkende Verfügbarkeit von fachlich

versierten Unternehmen brachten, so erläutert

Andreas Hein, Aufsichtsratsvorsitzender der

Stadtwerke Heide, die Idee der Gründung eines eigenen

Leitungsbauunternehmens ins Rollen. Mit Jan

Plath, Geschäftsführer der LTBD, und Stefan Vergo,

Geschäftsführer der Stadtwerke Heide und LT-

BD, stand auch schnell ein dynamisches Duo parat,

das den Aufbau des Unternehmens vorantrieb. Ausgestattet

mit einem Stammkapital von 500 000 Euro,

haben die Stadtwerke die Basis für einen erfolgreichen

Aufbau geschaffen. Eine eigens beauftragte

Zielnetzplanung der Stadt Heide für das Jahr 2045

attestierte ein schon jetzt gut ausgebautes Stromleitungsnetz,

das aber, bedingt durch die zukünftigen

Anforderungen für Digitalisierung und Elekt-

rifizierung sowie die Eigenverpflichtung, bis 2045

klimaneutral zu sein, einer konstanten Erweiterung

und Instandhaltung bedarf. Als kommunaler

Dienstleister umfasst das Geschäftsgebiet den Kreis

Dithmarschen. Aufgabenseitig beschäftigt man sich

mit dem Tief- und Rohleitungsbau, vom Hausanschluss

bis hin zu Montagearbeiten in allen Netzen

wie Gas, Strom und Trinkwasser. Dabei steht laut Gesellschaftszweck

das umweltgerechte Arbeiten nach

den Richtlinien des Klimaschutzes im Vordergrund.

Der elektrische Fuhrpark

»Aufgrund der im Unternehmenszweck festgehaltenen,

ökologischen Arbeitsweise und natürlich der guten

Voraussetzung, dass wir die Stadtwerke im Hintergrund

haben, fiel es uns etwas leichter in der Herangehensweise«,

erklärt Jan Plath die Bestrebung,

den gesamten Fuhrpark inklusive der Arbeitsgeräte

und Maschinen zu elektrifizieren. »Was teilweise

noch dagegenspricht, sind die Verfügbarkeit in

Regelwerke als Fundament

für Kanalbauqualität

GÜTESCHUTZ KANALBAU

– Im Kanalbau geht es um Qualität

und Präzision und darum,

rechtssicher, beständig und

nach dem Stand der Technik

zu arbeiten. Für Auftraggeber,

Planer und Baufirma ist

die fundierte Kenntnis der

einschlägigen Normen und

technischen Bestimmungen

daher Voraussetzung für eine

fachgerechte, sichere und

nachhaltige Bauausführung. Vor

diesem Hintergrund bietet die

Gütegemeinschaft Kanalbau

digitale Angebote zur aktuellen

fachlichen Information und zu

Regelwerken an.

Dazu gehören ein normorientiertes Onlineportal,

eine mobile WebApp sowie digitale

E-Learning- und Videoformate, die insbesondere

den Mitgliedern der Gütegemeinschaft zugänglich

sind. Wer Zugriff auf die jeweils gültigen Regelwerke

hat und über Änderungen frühzeitig informiert

wird, reduziert Risiken in allen Projektphasen.

»Fehlerhafte Ausschreibungen, unvollständige

Leistungsbeschreibungen oder Abweichungen vom

Stand der Technik lassen sich so vermeiden«, sagt

Christoph Wiesel, Leiter Bereich Grundlagen beim

Güteschutz Kanalbau. »Gerade im Kanalbau mit seinen

hohen Anforderungen an Dichtheit, Standsicherheit,

Dauerhaftigkeit und Arbeitssicherheit

ist die Orientierung an aktuellen Normen und Arbeitsblättern

deshalb ein zentraler Qualitätsfaktor.«

Gleichzeitig verändern Digitalisierung und mobile

Arbeitsweisen die Anforderungen an den Umgang

mit technischen Regelwerken. Informationen müssen

heute schnell, strukturiert und ortsunabhängig

verfügbar sein – auf der Baustelle ebenso wie im

Planungsbüro. Gefragt ist ein digitaler Zugang, der

Aktualität, Übersichtlichkeit und Praxistauglichkeit

miteinander verbindet. Die Gütegemeinschaft Kanalbau

bietet ein digitales Regelwerk an, das auf

dem Portal der DIN Media GmbH basiert und von

dieser betrieben wird. Nach einer umfassenden Aktualisierung

der Plattform konnten die Funktionen

GÜTESCHUTZ KANALBAU

Die Gütegemeinschaft bietet die digitale Möglichkeit, auf

fachliche Informationen für den Kanalbau zuzugreifen.

für ein effizientes Arbeiten deutlich erweitert werden.

»Mitglieder der Gütergemeinschaft profitieren

dabei von Sonderkonditionen und erhalten damit

einen deutlich erleichterten sowie kostengünstigeren

Zugang zu den Inhalten«, so Wiesel weiter.

»Die Regelwerke sind somit frei am Markt verfügbar,

für Mitglieder jedoch wirtschaftlich attraktiv

gebündelt.« Inhaltlich konzentriert sich das Angebot

auf das praxisrelevante Handwerkszeug der

Bauausführung im Kanalbau. Es handelt sich laut

Verein nicht um eine beliebige Sammlung sämtlicher

Produkt- oder Randnormen, sondern um gezielt

zusammengestellte Dokumente, die für die tägliche

Arbeit auf der Baustelle und in der Bauleitung

tatsächlich benötigt werden.

d

62

Juli 2026 Kanal- & Rohrleitungsbau


Kaum Geräusche, dafür hohe

Leistung: Das Unternehmen zeigt

sich zufrieden mit der neuen

Elektro-Arbeitsflotte.

auf der Baustelle. Ich kann mich mit meinem Kollegen

ohne Probleme beim Arbeiten abstimmen und

habe keine störenden Nebengeräusche. Wenn ich

dann den Bagger nicht bewege, schaltet er sofort in

den Ruhezustand, was erstens Akkuleistung spart

und zweitens noch einmal einen der großen Vorteile

zeigt – es gibt gar keine Geräusche mehr.«

Aufladen

In fünf bis sechs Stunden

lassen sich die Bagger über

einen 16-A-CEE-Anschluss

von 10 auf 100 Prozent

laden.

bestimmten Klassen und die Bezahlbarkeit bzw.

Wirtschaftlichkeit.« So setzte man bei den Pkws und

Transportern anfangs auf Hybride sowie klassische

Verbrenner, aber bei den Baumaschinen lag der Fokus

sofort auf vollelektrischen Lösungen. Neben Akkustampfern

kommen deswegen jetzt bei den beiden

Arbeitskolonnen zwei »Volvo EC18 Electric« zum Einsatz.

»Das war eigentlich für uns keine Frage, weil

unsere Baustellen meistens im innerstädtischen Bereich

liegen, wo gerade das emissionsfreie Arbeiten

von großem Vorteil für alle Beteiligten ist«, führt er

weiter aus. »Sie haben uns vom Leistungsspektrum,

der unkomplizierten Lademöglichkeiten dank Typ-2-

Stecker und der absolut ausreichenden Batterieleistung

her überzeugt.«

Ralf Schulz, der Erste auf dem »EC18 Electric«,

schildert seinen Eindruck: »Ich bin schon ein bisschen

skeptisch gewesen, weil ich vorher nur auf

Verbrennern gesessen habe, aber das hat sich sofort

gelegt. Die Bedienung ist ja vollkommen identisch,

und leistungsseitig zeigte er keine Schwächen.

Was mich aber wirklich begeistert, ist fast die Stille

Akkuleistung und -kapazität

Da kann Ralf Schulz jetzt schon aus Erfahrung sprechen

und bestätigt, dass sie mit der Akkuladung lässig

über den Arbeitstag kommen. Mit der 48-V-Lithium-Ionen-Batterie

sind herstellerseitig je nach

Arbeitseinsatz zwei bis fünf Stunden Betriebszeit

möglich. Aufgrund des automatischen Energiesparmodus,

in den die Maschine schaltet, sobald

sie nicht mehr bewegt wird, verringern sich die

Betriebsstunden, im Vergleich zum klassischen

Verbrenner, enorm. »Und wenn ich wirklich mal

keinen Saft mehr haben sollte, kann ich mit dem

›EC18‹ an jede normale Ladesäule fahren und ihn

dort laden. Das erhöht enorm die Flexibilität des

Baggers«, sagt er. Dies sei jedoch ein absoluter Ausnahmefall,

sodass die beiden »EC18 Electric« immer

über Nacht auf dem Betriebshof der Leitungstiefbau

Dithmarschen geladen werden. Hier lassen

sich die Bagger dann mit dem mitgelieferten Kabel

in fünf bis sechs Stunden über einen 16-A-CEE-Anschluss

von 10 auf 100 Prozent oder optional mit

einem Gleichstromschnellladegerät von 10 auf

80 Prozent in weniger als 55 Minuten laden. d

SWECON (2)

Der Einsatz von elektrisch betriebenen

Baggern hat sich laut Unternehmen bewährt

– punkten können die Maschinen

mit hoher Leistung sowie der »Stille auf

der Baustelle«.

an.kox ABDICHTUNGSSYSTEME

Stark. Sicher. Dauerhaft.

Für Sie vor

Ort auf der

Baustelle

Baustelle Eine Marke der

Eine Marke der

an.kox GmbH | Junghansring 52 | 72108 Rottenburg a. N.

Tel.: 07457-94 386 00 | info@an-kox.de | www.an-kox.de

Frischbetonverbund-Systeme Kanal- & Rohrleitungsbau | Beschichtete Fugenbleche | Injektionsschlauch-Systeme | Quellbänder | Fugenabdichtungsprofile | Dicht- und Juli Klebmassen

2026 63


TIEFBAU & TUNNELBAU

Die Liebherr-Fräse

»LSC 8-20« überzeugt

in Genua mit ihrem hohen

Drehmoment.

Wenn eine Fräse ihre Zähne

zeigt: Härtetest bestanden

LIEBHERR NENZING – Der Bau eines Mega-Trockendocks für große Kreuzfahrtschiffe

in Genua zählt zu den bedeutendsten maritimen Bauprojekten Italiens. Für

die anspruchsvolle Erstellung der Schlitzwände setzt das Unternehmen R.C.M.

Costruzioni S.r.l. auf drei Seilbagger von Liebherr: Der »HS 8100.1« ist mit dem

hydraulischen Greifer »HSG 5-18 L« ausgerüstet, während die beiden »HS 8130.1«

mit mechanischem Greifer und der Fräse »LSC 8-20« arbeiten. Das verbaute Eisen im

Baufeld wird für die Spezialtiefbau-Geräte dabei zur Herausforderung.

Für das maritime Infrastrukturprojekt müssen

Schlitzwände in unterschiedlicher Ausführung

erstellt werden. Abhängig von der statischen Funktion

als tragende oder nicht tragende Elemente unterscheiden

sie sich in Breite und Tiefe. Gemeinsam

ist ihnen allen, dass die Realisierung sehr herausfordernd

ist, denn im Hafenbereich sind Betonfundamente

mit sehr viel Eisen verbaut. Für das italienische

Unternehmen R.C.M. Costruzioni S.r.l. ist es

daher besonders wichtig, leistungsstarke Geräte einzusetzen,

die diese Bodenschichten durchdringen.

»Wir vertrauen schon seit vielen Jahren auf Liebherr.

In diesem Fall setzen wir eine groß dimensi-

onierte Schlitzwandfräse ein, um den Bauprozess

zu beschleunigen«, sagt Bauleiter Leoncio Fortunato.

Das hohe Drehmoment der Fräsräder ist bei diesem

Härtetest entscheidend. Ein großer Vorteil für

den Kunden ist, dass dieses am Liebherr-Standort

in Nenzing vorab am Prüfstand getestet und überprüft

werden kann.

Mit der Liebherr-Fräse »LSC 8-20« arbeitet R.C.M.

Costruzioni S.r.l. bis in eine Tiefe von 10 m. Das neue

Modell ist in Genua erstmals im Einsatz, nachdem es

auf der letzten Bauma dem Markt präsentiert wurde.

»Die Schlitzwandfräse ist äußerst leistungsstark

und zuverlässig. Sie verfügt über eine hohe Fräskraft

und ermöglicht einen gleichmäßigen und effizienten

Aushub, ohne dass es zu übermäßigen Belastungen

kommt«, erzählt Manuel Dazzi, der die Fräse bedient.

Für die weiteren Aushubarbeiten sind zwei Seilbagger

mit Schlitzwandgreifern ausgerüstet: der »HS

8100.1« mit dem hydraulischen »HSG 5-18« und der

»HS 8130.1« mit einer mechanischen Ausführung.

Damit wird bis zu 34 m in die stabile Tonschicht des

64

Juli 2026

Tiefbau & Tunnelbau


LIEBHERR (2)

Sorgt für einen effizienten

Bauvorschritt beim

Großprojekt in Genua:

die Schlitzwandfräse

»LSC 8-20« von Liebherr.

Bodens gegraben, um eine sichere Einbettung der

Schlitzwände zu erreichen. Sowohl die Fräse als auch

der hydraulische Greifer von Liebherr sind modular

aufgebaut und können je nach Baustellenanforderung

flexibel angepasst werden. Beide überzeugen

mit einem robusten Grundkörper, einem hohen

Gewicht und niedrigen Schwerpunkt, wodurch

eine noch bessere Vertikalität erreicht wird. Speziell

bei größeren Dimensionen der Schlitzwand oder

bei ausgesprochen schwierigen Bodenverhältnissen

wie beim Bau des Trockendocks in Genua ist das von

besonderer Bedeutung.

Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmer

Alle drei Seilbagger von Liebherr sind nicht nur in

der Anwendung gut kombinierbar, sondern auch

für die Bedienenden, da die Steuerung über das jeweils

gleiche Kabinenkonzept mit den gleichen Bedienhebeln

und Bildschirmen erfolgt. So kann zwischen

den Geräten einfach gewechselt und produktiv

gearbeitet werden. »Ausschlaggebend für die

Wahl der Maschinen sind ihre hohe Leistungsfähigkeit,

Zuverlässigkeit und der umfassende Wartungsservice

sowie die technische Beratung von Liebherr

bei der Planung und Umsetzung der einzelnen Bauphasen.

Das trägt maßgeblich zur erfolgreichen und

termingerechten Durchführung der Bauarbeiten an

der Kaianlage bei«, sagt Bauleiter Leoncio Fortunato.

»Das ganze Projekt ist durch eine enge Zusammenarbeit

zwischen Bauunternehmer und Hersteller,

moderne Technik und präzise Planung gekennzeichnet.

Das Ziel ist die erfolgreiche Realisierung

eines leistungsfähigen Infrastrukturprojekts von nationaler

Bedeutung.«

s

Schlitzwände

Schlitzwände sind tiefreichende

Wandkonstruktionen im Baugrund

aus Beton, Stahlbeton oder Bindemitteln,

die eine statische oder

abdichtende Funktion besitzen.

5 %

RABATT

MIT BAUMA5 *

DEIN PARTNER

IM KANALBAU

ROHR-

MASTER

SCHACHT-

MÜTZE

* Erhalte 5 % Rabatt beim Kauf einer Schachtmütze oder eines Rohrmasters.

Tiefbau Nur auf & Tunnelbau Lagerware und nur solange der Vorrat reicht.

Juli 2026 65


Schwerlastarbeiten für das

neue U-Bahn-Netz von Paris

SENNEBOGEN – Die Spezialtiefbauarbeiten für das künftige U-Bahn-

Netz des Grand Paris Express laufen auf Hochtouren. Auf der Linie 15 West

sind die Teams von NGE Fondations an mehreren Baustellen gleichzeitig

im Einsatz und nutzen gleich mehrere Krane und Seilbagger von Sennebogen

sowohl für die anfallenden Fundament- als auch für die Hebearbeiten.

Seilbagger

Die Schwerlasthebearbeiten übernimmt

der 140 t schwere Seilbagger

»6140 HD« – ausgestattet

mit zwei 350-kN-Freifallwinden.

Der Grand Paris Express ist ein neues Untergrund-Verkehrsnetz

für den Großraum Paris,

das bereits seit 2016 im Bau ist und Anfang

der 2030er-Jahre finalisiert werden soll. Das Infrastrukturprojekt

ist eines der derzeit größten

in Europa und umfasst sechs vollautomatisch betriebene

U-Bahn-Linien, die das bestehende Pariser

Metro-System erweitern, inklusive 68 Stationen

und sieben Technischer Zentralen. Es

entsteht ein neues, nachhaltig ausgelegtes Liniennetz,

das vor allem die Anbindung und den

Austausch der umliegenden Gemeinden unter-

einander deutlich verbessern soll. Die neue Linie

15 West wird nach ihrer Fertigstellung die

längste U-Bahn-Linie Frankreichs und als Umgehungsstrecke

um den Stadtkern insgesamt 45 Gemeinden

und vier Departements der Region Îlede-France

durchqueren.

Zusammen mit dem General-Bauunternehmen

Webuild und dem französischen Technikdienstleister

Equans France hat das französische

Tiefbauunternehmen NGE Fondations als Gruppe

Ende Mai den vierten und letzten Staatsauftrag für

die Planung und den Bau des westlichen Abschnitts

der Linie 15 erhalten. Das Projekt hat ein Volumen

von 1,38 Mrd. Euro und soll bis Ende 2031 fertiggestellt

werden. Dieses finale Teilstück wird letztlich

die Linie 15 abschließen. Es wird den Bahnhof

Bécon-les-Bruyères mit dem Bahnhof Saint-Denis

– Pleyel verbinden und umfasst 7 km Tunnel, vier

66

Juli 2026

Tiefbau & Tunnelbau


Der Raupentelekran »673E« unterstützt

die Betonierarbeiten, die Vorbereitung

der Bewehrungskörbe und verschiedene

Verladearbeiten auf der Baustelle des

Bahnhofs Les Grésillons in Gennevilliers.

neue Bahnhöfe mit Anschlüssen an das bestehende

Netz und wichtigen Gebäudeblöcken.

Zwei Spezialtiefbauprojekte

in Gennevilliers

Seit einigen Monaten haben die Teams von NGE

Fondations mit den Arbeiten an den Schlitzwänden

begonnen, um die Fundamente für die ersten beiden

Bauprojekte des von NGE geleiteten Konsortiums

zu erstellen: Dies betrifft zum einen den Servicetunnel

»Les Caboeufs« in der Gemeinde Gennevilliers.

Dieser Standort wird der Eingangsschacht

bzw. das Servicebauwerk für die Tunnelbohrmaschine

sein, die einen 7,5 km langen Tunnel bohren

wird. Die Besonderheit dieses Bauabschnitts

liegt in der Arbeitsweise der Tunnelbohrmaschine,

die in zwei aufeinanderfolgenden Schritten arbeitet.

Ein erster Abschnitt von 1,2 km wird in östlicher

Richtung bis nach Saint Ouen gebaut, ein

zweiter Abschnitt stellt dann die Verbindung zum

Geschäftsviertel »Bécon les Bruyères« in Richtung

Courbevoie / La Défense her.

1 200 mm dicke Schlitzwände erstellt

Als Vorbereitung für die anstehende Tunnelbohrung

kümmert sich NGE um den Bau der

1 200 mm dicken Schlitzwände. Diese werden mit

einem »6130HD«-Seilbagger von Sennebogen mit

Stein-Schlitzwandgreifer und einer Hydrofräse

durchgeführt. Die Schlitzwandlamellen weisen eine

Tiefe von 50 m auf, wobei die Außenwände 1 000 mm

Der Raupenkran »3300« der Firma Force-Loc kümmert

sich um die Montage der Bewehrungskörbe beim

Servicebauwerk für die Tunnelbohrmaschine.

SENNEBOGEN (3)

und die zentrale Trennwand sogar 1 200 mm Wandstärke

misst. Zwei Verschlussplatten – je eine an beiden

Enden – vervollständigen das Bauwerk und fungieren

als Abschirmung in beide Richtungen, sodass

eventuell von der Tunnelbohrmaschine generierte

Leckagen vermieden werden können.

Schwerlasthübe mit Raupenkran

Die anfallenden Hebearbeiten, insbesondere die

der Bewehrungskörbe, werden mit dem Raupenkran

»3300« mit einer Tragkraft von 125 t durchgeführt,

der von der Firma Force-Loc zur Verfügung

gestellt wurde. Ausgestattet mit einer Hauptwinde

und einer Hilfswinde gewährleistet der Kran das

sichere Anheben der Baustahlmatten, sodass die

geschweißten Metallkonstruktionen unversehrt

bleiben. Die Schwerlasthebearbeiten übernimmt

der ebenfalls auf der Baustelle eingesetzte 140 t

schwere Seilbagger »6140 HD«. Ausgestattet mit

zwei 350-kN-Freifallwinden wird dieser mit einem

1 500 mm-Schlitzwandgreifer ebenfalls bei den Tiefbauarbeiten

auf der nächsten Baustelle des Bahnhofs

Gare des Agnettes zum Einsatz kommen.

Ninos Salur, Bauingenieur des Servicebauwerks,

erklärt: »Sowohl beim Heben als auch bei

den Fundamentarbeiten haben sich die Krane

und Seilbagger als effizient erwiesen. Auch bei der

nächsten Baustelle am Bahnhof Les Agnettes werden

wir die Seilbagger wieder einsetzen und dabei

den ›6130HD‹ für die Schwerlasthübe und den

›6140HD‹ für die Erstellung der Schlitzwände nutzen.

Die Schlitzwände sollen an diesem Bahnhof

eine Breite von 1 500 mm haben.« Nach der Fertigstellung

der Schlitzwände übergibt das Bauunternehmen

das Projekt planmäßig an die Erdbau- und

Tiefbauteams, die das Material ausheben und so die

eigentliche Baugrube erstellen, damit ab Herbst die

Tunnelbohrmaschine loslegen kann.

d

1 200

Millimeter

Als Vorbereitung für die Tunnelbohrung

kümmert sich NGE um

den Bau der 1 200 mm dicken

Schlitzwände. Diese werden mit

einem »6130HD«-Seilbagger mit

Stein-Schlitzwandgreifer und einer

Hydrofräse durchgeführt.

Tiefbau & Tunnelbau Juli 2026 67


»HKR 11000« bei

Airlift-Bohrarbeiten eingesetzt

Airlift-Bohrvorgang bei einem Brunnenbauprojekt: Das

Bohrgerät ist mit integrierten Dynaset-Lösungen für

Druckluft und Stromerzeugung vor Ort ausgestattet.

tion des Kompressors in die Bohranlage profitiert

Nordmeyer von einer vereinfachten Installation, einer

optimierten Raumnutzung und einer verbesserten

betrieblichen Flexibilität. »Der ›HKR 11000‹

ist für große Airlift-Bohrarbeiten im Brunnenbau

unverzichtbar. Wir schätzen das kompakte Design,

die einfache Installation und die hohe Zuverlässigkeit.

Die Anlage ermöglicht zudem erhebliche Zeitersparnisse

und verbessert die Effizienz unserer

Projekte«, so Jan-Henrik Schubert, Vertriebsleiter

bei Nordmeyer Technologies

DYNASET (2)

DYNASET – Grundsätzlich gilt: Brunnenbauprojekte erfordern leistungsstarke und

dennoch kompakte Geräte, die in anspruchsvollen Umgebungen zuverlässig arbeiten.

Die Nordmeyer Technologies GmbH mit Sitz in Salzgitter setzt beispielsweise

Dynaset-Lösungen ein – darunter den hydraulischen Schraubenkompressor »HKR

11000«, der bei Airlift-Bohrungen und mobilen Bohranwendungen Verwendung findet,

bei denen Integration, Flexibilität und Zuverlässigkeit entscheidend sind.

11 000

Liter pro Minute

Der Kompressor liefert bis zu

11 000 l/min (388 cfm) Druckluft

bei einem maximalen Druck von

10 bar (145 psi) und gewährleistet

so einen konstanten Luftstrom für

anspruchsvolle Einsätze.

Nordmeyer ist auf geothermische Bohrungen

und Brunnenbauprojekte spezialisiert. Die Arbeiten

finden häufig auf offenen Feldern, in Tagebaustandorten

und in dicht besiedelten Gebieten

statt, wo die Ausrüstung kompakt, effizient

und leicht in mobile Bohrgeräte zu integrieren

sein muss. In solchen Umgebungen ist der Platz

begrenzt und die Betriebssicherheit von entscheidender

Bedeutung.

Zuverlässige Druckluft für Airlift-Bohrungen

Bei Brunnenbauprojekten spielt Druckluft eine

zentrale Rolle bei Airlift-Bohrarbeiten. Das System

muss einen kontinuierlichen und stabilen Luftstrom

liefern, um eine gleichbleibende Hubleistung

auch in größeren Tiefen zu gewährleisten.

Der »HKR 11000« wandelt die Hydraulikleistung

des Bohrgeräts in Druckluft für anspruchsvolle

Airlift-Bohrarbeiten um. Eine der Schlüsselkomponenten

in Nordmeyers Anlage ist der hydraulische

Schraubenkompressor. Er wandelt die Hydraulikleistung

des Bohrgeräts direkt in Druckluft um, wodurch

keine separate, eigenständige Kompressoreinheit

erforderlich ist. Durch die direkte Integra-

Zusatzausrüstung für effizienten Betrieb

Nordmeyer setzt regelmäßig die hydraulische

Hochdruckwasserpumpe »220/30« zur Reinigung

von Bohrgeräten ein. Die Pumpe ist mit einer

Waschpistole und einer Schlauchtrommel ausgestattet,

was eine effiziente Reinigung direkt über

das Hydrauliksystem des Bohrgeräts ermöglicht.

Die Sauberhaltung der Ausrüstung verbessert die

Betriebssicherheit und trägt dazu bei, die Leistungsfähigkeit

unter staubigen und schlammigen Bedingungen

aufrechtzuerhalten. Je nach Konfiguration

des Bohrgeräts setzt Nordmeyer in der Regel entweder

den »HG 6,5 kVA« oder den »HG 10 kVA« ein,

der Elektrizität direkt aus dem Hydrauliksystem des

Bohrgeräts liefert. Dieser integrierte Ansatz unterstützt

einen effizienten Baustellenbetrieb, ohne

auf separate externe Stromaggregate angewiesen

zu sein. Laut Nordmeyer gehören zu den wichtigsten

Vorteilen der Dynaset-Geräte bei Brunnenbauprojekten:

kompakte Bauweise, einfache Installation,

hohe Zuverlässigkeit, erhebliche Zeitersparnis

und verbesserte Gesamteffizienz des Projekts.

In anspruchsvollen Bohrumgebungen wirken sich

diese Faktoren direkt auf die Betriebszeit, die Logistik

und die Kostenkontrolle aus.

Der »HKR 11000« wandelt die Hydraulikleistung des Bohrgeräts

in Druckluft für anspruchsvolle Airlift-Bohrarbeiten um.

d

68

Juli 2026

Tiefbau & Tunnelbau


Lizenz zum

Bohren

LB 25

Spezialtiefbaugeräte

– Hohe Verfügbarkeit und Langlebigkeit durch robuste Gerätetechnik

– Geringe Emissionen und hohe Effizienz dank intelligenter Antriebe

– Bedienkomfort durch innovatives Steuerungskonzept

– Passende Arbeitswerkzeuge sorgen für hervorragende Produktivität

– Optimierte Bauprozesse durch umfassende Beratung

Liebherr-Werk Nenzing GmbH • 6710 Nenzing, Österreich • Phone +43 50809 41-473

foundation.equipment@liebherr.com • facebook.com/liebherrConstruction • www.liebherr.com

Tiefbau & Tunnelbau Juli 2026 69


Unterstützung für

Infrastrukturprojekt im Himalaya

Das rund 27,4 km lange

Shimla-Bypass-Projekt

wurde konzipiert, um

den Durchgangsverkehr

aus der Stadt Shimla

herauszuführen und

städtische Staus zu

reduzieren.

Sprengarbeiten eingeschränkt oder zeitweise ausgesetzt

waren. Für den Untertageeinsatz wurden

mehrere technische Anpassungen vorgenommen,

u. a. hinsichtlich Tunnelquerschnitt, Arbeitszyklen

und Dauerbelastung. Nach der Inbetriebnahme

und einer kurzen Stabilisierungsphase lieferte

der Abbruchhammer eine gleichmäßige und präzise

Löseleistung und ermöglichte einen kontinuierlichen

Tunnelvortrieb, ohne Sicherheits- oder

Genehmigungsanforderungen zu beeinträchtigen.

EPIROC – Mit der Bereitstellung

einer mechanisierten Lösung

zum Tunnelvortrieb hat Epiroc

den erfolgreichen Fortschritt des

Shimla-Bypass-Tunnelprojekts

unterstützt. Ausgeführt wird der

Auftrag von Bharat Constructions

(India) Pvt. Ltd., einem der führenden

indischen Unternehmen

im Straßen- und Tunnelbau. Das

Projekt ist Teil eines strategischen

Infrastrukturprogramms der

National Highways Authority of

India (NHAI) entlang des National

Highway 5 (NH 5), einer zentralen

Verkehrsachse im Bundesstaat

Himachal Pradesh.

Service

Über die reine Bereitstellung

der Ausrüstung hinaus unterstützte

Epiroc das Projekt durch

strukturierte Schulungen zu

Betrieb und Wartung für Ingenieure

und Baustellenpersonal.

Das rund 27,4 km lange Shimla-Bypass-Projekt

wurde konzipiert, um den Durchgangsverkehr

aus der Stadt Shimla herauszuführen, städtische

Staus zu reduzieren und gleichzeitig die regionale

Mobilität im gebirgigen Bundesstaat zu verbessern.

Die Trasse umfasst mehrere Tunnel, Brücken und

Durchlässe und verläuft durch geologisch sensibles

Himalaya-Gelände. Komplexe Gesteinsformatione

sowie die Nähe zu besiedelten Gebieten erfordern

eine besonders sorgfältige Bauplanung.

Einschränkungen

in sensiblen Tunnelabschnitten

Ein wesentlicher Teil der Tunnelarbeiten wurde

mit dem konventionellen Sprengvortrieb nach der

Neuen Österreichischen Tunnelbauweise (NATM)

ausgeführt, die flexible Sicherungsmaßnahmen

auf Basis des beobachteten Gebirgsverhaltens erlaubt.

Obwohl sich NATM grundsätzlich für die variablen

geologischen Bedingungen im Himalaya eignet,

führten Einschränkungen beim Sprengen in

bestimmten Tunnelabschnitten – insbesondere in

der Nähe bewohnter Zonen – zu Herausforderungen

in Bezug auf Erschütterungskontrolle, Sicherheitsauflagen

und Bauzeiten. Zur Bewältigung dieser

Rahmenbedingungen führte Epiroc eine detaillierte

technische Analyse durch und empfahl den

Einsatz des Hydraulikhammers »HB 3600 DP«. Dieses

Anbaugerät wurde als Alternative eingeführt,

um den Vortrieb auch dort aufrechtzuerhalten, wo

Schulungen und Vor-Ort-Support

sichern Projektausführung

Über die reine Bereitstellung der Ausrüstung hinaus

unterstützte Epiroc das Projekt durch strukturierte

Schulungen zu Betrieb und Wartung für

Ingenieure und Baustellenpersonal. Der Fokus

lag dabei auf Zuverlässigkeit, Verschleißmanagement

und sicherem Untertagebetrieb. Ergänzende

Bedienerschulungen trugen dazu bei, den hydraulischen

Abbruchhammer auch unter anspruchsvollen

Einsatzbedingungen effizient zu

nutzen. Dieser integrierte Ansatz ermöglichte eine

schnelle Einbindung der Maschine in den Bauablauf,

eine höhere technische Verfügbarkeit und

eine verlässliche Leistung während kontinuierlicher

Vortriebs zyklen – entscheidende Faktoren

bei Tunnelprojekten mit langer Laufzeit und hohen

regulatorischen sowie geologischen Anforderungen.

EPIROC (2)

Peter Royston, Business Line Manager – Attachments

Division bei Epiroc India, sagte: »Mit derzeit

rund 3 km Tunnelbau in Ausführung zeigt dieses

Projekt, wie mechanisierte, präzisionsorientierte

Vortriebslösungen den Baufortschritt sichern können,

wenn konventionelle Sprengverfahren eingeschränkt

sind. Ähnliche Infrastrukturprojekte in

sensiblen Regionen werden künftig verstärkt auf

solche Technologien setzen.«

Epiroc führte eine detaillierte technische Analyse durch und

empfahl den Einsatz des Hydraulikhammers »HB 3600 DP«.

j

70

Juli 2026

Tiefbau & Tunnelbau


RAUPENTELEKRANE –

FLEXIBILITÄT FÜR IHRE BAUSTELLE

Maximale Flexibilität auf der Baustelle

dank der Raupentelekrane von SENNEBOGEN

Insgesamt 9 Modelle mit 16 - 200 t Einsatzgewicht

Einfach transportiert und schnell einsatzbereit

Pick & Carry: mit bis zu 100 % Last verfahren

Weitere Informationen

www.telescopic-cranes.com

Unter Last teleskopieren

Arbeiten in bis zu 4° Schrägstellung*

ab 0 % Zins

*mit reduzierten Traglasten

Bernhard Kraus

SENNEBOGEN

Maschinenfabrik GmbH

94315 Straubing, Germany

bernhard.kraus@sennebogen.de

Tiefbau & Tunnelbau Juli 2026 71


BAU- & NUTZFAHRZEUGE

Warum der Flottenmanager

für Unternehmen immer

wichtiger wird

VON

PETER LANG

WEBFLEET – Der jährlich stattfindende Pressetag von Webfleet Solutions fand

Anfang Juni in der Webfleet-Niederlassung in Barcelona statt. Im Mittelpunkt

der Veranstaltung stand die Frage, wie die Digitalisierung, insbesondere die

rasante Entwicklung von KI, die Aufgaben eines Flottenmanagers verändert. Das

Webfleet-Management um CEO Jan-Maarten de Vries erläuterte, wie die enorme

Datenflut beherrscht und mithilfe von Webfleets Softwarelösungen zu mehr Nachhaltigkeit

und höherer Profitabilität für die Unternehmen führen kann – und aus

dem Fuhrparkmanager alter Schule einen »operational intelligence leader« macht.

Gerade die aktuell hohen Kraftstoffpreise

setzen viele Unternehmen, die über größere

Fuhrparks verfügen, unter enormen Kostendruck.

Dies ist ein Bereich, in dem moderne

Flottenmanagement-Lösungen ansetzen und

Unternehmen dabei unterstützen, ihren Energieverbrauch

und damit die Kosten systematisch zu

senken. Aber nicht nur da – auch bei Themen

wie Wartung, Sicherheit und Risikoprävention sowie

der Optimierung von Betriebszeiten spielt das

richtige Flottenmanagement eine zentrale Rolle.

»Die Bedeutung des Flottenmanagers wird in

Der Fahrer ist ein entscheidender

Faktor im modernen

Flottenmanagement – mit

»Webfleet OptiDrive 360«

lassen sich detaillierte

Fahrstilanalysen anfertigen

und die Fahrer entsprechend

coachen.

WEBFLEET (3)

72

Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


VOR ORT

Was KI bringt

Der Vorteil von KI-gestützten Lösungen ist

es, Datenmaterial in richtige Entscheidungen

zu verwandeln. Der Flottenmanager gewinnt

dadurch Zeit, um die passenden Strategien für

sein Unternehmen zu entwickeln.

Mehr Sicherheit: Mit den KI-basierten

Videotelematiklösungen »Webfleet

Video 2.0« kann die Zahl der Unfälle

signifikant verringert werden.

der heutigen Zeit immer wichtiger für das Unternehmen«,

betont Jan-Maarten de Vries, President

Fleet Management Solutions bei Bridge-

stone und CEO Webfleet.

War der Fuhrparkmanager früher eher ein

Feuerwehrmann, der die Kosten im Blick hatte

und dann reagierte, wenn Fahrzeuge gewartet

oder repariert werden mussten, so haben sich

die Anforderungen sukzessive verändert. Heute

sind die zu betreuenden Fuhrparks größer, es

gibt mehr staatliche Regulierungen, mehr Wettbewerb

und vor allem – dank moderner Telematiklösungen

– mehr Datenmaterial, das es auszuwerten

gilt.

Modernes Wartungsmanagement

erhöht Betriebszeit

Jan-Maarten de Vries nennt den heutigen Flotten-

oder Fuhrparkmanager deshalb einen »operational

intelligence leader«. Er muss das umfangreiche

Datenmaterial nutzen, um die richtigen

Entscheidungen zu treffen, Störfälle vor ihrem

Eintreten verhindern, eine hohe Betriebszeit

der Flotte sicherstellen (Uptime) und mit seinen

Maßnahmen den Profit des Unternehmens erhöhen.

Stand der Flottenmanager früher als Techniker

eher am Rande, so füllt er heute mit seiner

Kompetenz eine zentrale Managementfunktion

im Unternehmen aus.

Um dieses komplexe Aufgabenfeld zu bearbeiten,

sind digitale Tools unabdingbar. Ein aktuelles

Thema bei Webfleet heißt »Predictive

Maintenance«, also eine vorausschauende Wartungsstrategie.

Dies bedeutet, dass der Flottenmanager

mithilfe moderner Telematiklösungen und

KI nicht nur erkennen kann, was passiert, sondern

frühzeitig versteht, was als Nächstes passieren

könnte. Der Flottenmanager orientiert sich

also nicht mehr an festen, vom Hersteller vorgegebenen

Wartungsintervallen, sondern erkennt

anhand von realen Betriebsdaten, wann verschlissene

Ersatzteile ausgetauscht bzw. Wartungen

durchgeführt werden müssen. Webfleet bietet

dazu mit »Webfleet Vehicle Diagnostics« ein Programm

an, das Fahrzeugdaten wie Fehlercodes

oder CAN-Signale kontinuierlich abbildet und in

Verbindung mit KI-gestützten Analysen Trends

und Verschleißentwicklungen frühzeitig erkennt.

Auch routinemäßige Fahrzeugkontrollen

vor Beginn der Fahrt können mithilfe von »Webfleet

Vehicle Check« vom Fahrer über eine Smart-

phone-App durchgeführt und Checklisten direkt

übermittelt werden – dies minimiert Verwaltungsaufwand

und sorgt dafür, Fahrzeuge schneller auf

die Straße zu bringen.

Fahrstilanalyse mit

»Webfleet OptiDrive 360«

Ein wichtiger Faktor beim Thema Sicherheit oder

Kraftstoffverbrauch ist die Leistung der Fahrer.

90 Prozent aller Unfälle seien auf das Verhalten

der Fahrer zurückzuführen, betont Jan-Maarten de

Vries. Um die eigene Flotte sicherer und effizienter

zu betreiben, ist deshalb eine Fahrstilanalyse unabdingbar.

Mit »Webfleet OptiDrive 360« kann der

Flottenmanager Kennzahlen wie Geschwindigkeit,

Verbrauch, Schaltverhalten oder Tempomat-Nutzung

der Fahrer analysieren und ihnen Hinweise

liefern, wie sie ihr Fahrverhalten verbessern und

den Kraftstoffverbrauch senken können. Der »Opti-

Drive-Score« erstellt dazu eine Rangliste der Fahrer

mit ihren Stärken und Schwächen – optimiert

wird das System durch den integrierten »Webfleet

Fleet Advisor«. Diese generative KI-Lösung ermöglicht

dem Flottenmanager, mit dem »Fleet Advisor«

in ein Gespräch einzusteigen und sofort visuell aufbereitete

Antworten in Tabellen- oder Diagrammform

zu erhalten.

Noch einen Schritt weiter geht die ebenfalls

KI-gestützte Videotelematiklösung »Webfleet Video

2.0«. Mit den zwei neuen Kameras »CAM

Lite« und »CAM Pro« werden mittels KI und maschinellem

Sehen das Fahrverhalten, der Zustand

der Straße sowie mögliche Gefahren noch

»KI-gestützte Videound

Telematiklösungen

können so das Auftreten

von Unfällen um bis zu

40 Prozent reduzieren.«

Jan-Maarten de Vries,

Webfleet-CEO

Bau- & Nutzfahrzeuge Juli 2026 73


WEBFLEET

Anja Nüsse, Senior

Product Trainer bei Webfleet,

zeigte im Showroom einige

Webfleet-Produkte, wie die

Videotelematiklösungen

»CAM Pro« und »CAM Lite«.

PETER LANG

Beim Pressetag von Webfleet

stand auch ein Besuch

der Firma Anticimex auf

dem Programm – für seine

800 Fahrzeuge umfassende

Flotte in ganz Spanien nutzt

das Unternehmen »Webfleet

OptiDrive 360«, um seinen

Kraftstoffverbrauch zu

senken.

genauer analysiert. Der Fahrer wird unmittelbar

vor möglichen Gefahren gewarnt (Handynutzung,

Ermüdung oder riskantes Verhalten anderer

Verkehrs teilnehmer) und kann entsprechend

reagieren. Das Video-System ist ebenfalls in »Opti-

Drive 360« eingebunden, sodass der Flottenmanager

das Fahrverhalten im Zeitverlauf verfolgen

und verbessern kann. Außerdem werden bei Zwischenfällen

die Videoaufnahmen automatisch gespeichert

und in die Cloud geladen – ein Vorteil bei

der Unfallaufklärung, um Versicherungsansprüche

zu beschleunigen und Betrugsversuche zu verhindern.

»KI-gestützte Video- und Telematiklösungen

können so das Auftreten von Unfällen um

bis zu 40 Prozent reduzieren«, hebt Jan-Maarten

de Vries einen wesentlichen Vorteil von »Webfleet

Video 2.0« hervor.

Das sensible Thema Datenschutz hat Webfleet

dabei ebenfalls immer auf dem Schirm. Damit Datenschutzvorgaben

wie die DSGVO zuverlässig eingehalten

werden, behalten Flottenmanager in der

Webfleet-Plattform jederzeit die Kontrolle – von

Kameraeinstellungen bis zu Datenspeicherung,

Verschlüsselung und Zugriffsrechten. Bei Bedarf

sorgen optionale Linsenabdeckungen für zusätzlichen

Schutz der Privatsphäre.

Übrigens: Schon im September wird Webfleet

seine neuesten KI-gestützten Lösungen für

das Flottenmanagement präsentieren – pünktlich

zur IAA Transportation in Hannover.

L

»Proboss«-Sitzlösungen für Baumaschinen

GRANIT PARTS – Mit neuen

Sitzmodellen und erweiterten

Ausstattungsvarianten baut

Granit Parts aktuell das »Proboss«-Sortiment

für Baumaschinensitze

weiter aus. Im Fokus

stehen neue Premium-Sitzlösungen

für moderne Maschinenarbeitsplätze,

die Komfort,

Ergonomie und Funktionalität

gezielt miteinander verbinden.

GRANIT PARTS

Neue Sitzlösungen von »Proboss«

für Baumaschinen vorgestellt.

Zu den Neuheiten gehören die Modelle »AS7550«,

»AS6550« und »AS5550« sowie zusätzliche Varianten

des bewährten »AS3510«, darunter eine

Ausführung im John-Deere-Design und ein neues

PVC-Modell für Einsätze unter besonders robusten

Bedingungen. Die neuen »Proboss«-Sitze wurden

speziell für moderne Maschinenarbeitsplätze entwickelt.

Sie bieten zahlreiche Funktionen, die Komfort

und Ergonomie auf ein neues Niveau heben.

Ergonomie, Komfort und individuelle Anpassung

So sorgen die 550 mm breiten Sitzkissen und Federungssysteme

für noch mehr Bewegungsfreiheit

und Fahrkomfort, vor allem in Großraumkabinen.

Die im Sitz integrierte Klima- und Kühlfunktion unterstützt

den Fahrer auch an heißen Arbeitstagen,

während die mehrstufige Sitzheizung den Komfort

in der kalten Jahreszeit erhöht. Pneumatische Lordosenstützen

entlasten den Rücken des Fahrers

und helfen insbesondere bei langen Einsätzen, Ermüdungserscheinungen

zu reduzieren. Neue Federungs-

und Dämpfungssysteme reduzieren Vibrationen

und Stöße und verbessern die Laufruhe

der Maschine. Damit ist auch auf unebenem Untergrund

jederzeit ein ruhiges Fahrgefühl gegeben.

Ein wesentliches Merkmal der neuen Sitz-Generation

ist aus Sicht von Granit Parts außerdem das

automatische Positionierungssystem (APS). Durch

das APS wird die Sitzhöhe automatisch in Abhängigkeit

vom Gewicht des Fahrers auf die optimale

Position eingestellt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit,

die individuelle Sitzhöhe manuell nachzujustieren.

Weiterentwickelte Bedienelemente

zum Einstellen des Sitzes ermöglichen außerdem

die intuitive Handhabung im täglichen Einsatz. Begleitend

zur Sortimentserweiterung erscheint eine

neue »Proboss«-Broschüre mit mehr als 80 Seiten

technischen Produktinformationen, Anwendungsübersichten

und passgenauem Zubehör für zahlreiche

Fahrzeugtypen.

d

74 Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


Neue

»Grandload«-

Generation vorgestellt

MEILLER

In der Basisausführung bringt

der Ganzstahlkipper nach

Herstellerangaben »kaum mehr

als 5,6 t auf die Waage«.

MEILLER – Nach einer umfangreichen

technischen Überarbeitung

seines Kippsattels führt

der Münchener Aufbauhersteller

nun auch eine neue Typenbezeichnung

für seine Lösung

im Schüttguttransport ein:

Mit dem »Grandload« möchte

Meiller einen Kippsattel zeigen,

der höhere Robustheit, aber

auch komfortable Bedienung

mit sich bringen soll – die neue

Bezeichnung hingegen vereinfacht

die wichtigsten Merkmale

und fasst damit die Vorzüge des

Kippsattels zusammen.

Kippsattel-Serie erhält

neue Bezeichnung

Bei der Bezeichnung

der »Grandload«-Kippsattelserie

vereinfacht Meiller die Typenbezeichnung.

Künftig setzt sich

die Bezeichnung nur noch aus

drei Merkmalen zusammen:

dem Aufbautyp, der Achsanzahl

und der Nennlänge. So wird

aus einem »Grandload MHPS

44/3N« zukünftig ein »Grandload

P3-76«. Das »P« steht dabei für

die Halfpipe-Ausführung, die »3«

für drei Achsen und die »76« für

eine Länge von 7 600 mm.

Die wesentlichsten Änderungen hat Meiller laut

eigener Aussage am verwindungssteifen Chassis

aus geschweißten Längs- und Torsionsquerträgern

vorgenommen: Der KTL (kathodische Tauchlackierung)-grundierte

Fahrwerkrahmen (bis 7,6 m

Länge) wurde damit umfassend erneuert. Vor allem

am Rahmenkopf habe man einiges verändert, Kritikpunkte

der Kunden beseitigt und den markanten

Schwanenhals glattgebügelt, wie Meiller mitteilt.

Zudem lassen sich die Stahlprofile nun robotergesteuert

schweißen, was eine langfristig gleichbleibend

hohe Qualität und Fertigungsgenauigkeit

garantieren soll. Gleichzeitig hilft diese konstruktive

Veränderung, der Rissbildung bei starker Belastung

entgegenzuwirken. Darüber hinaus wird das

Bauteil dadurch weniger korrosionsanfällig. Beides,

so der Hersteller weiter, erhöhe die Lebensdauer

der »Grandload«-Produktreihe entscheidend.

Komfortablere Bedienung

Parallel zur noch stabileren Ausführung des Kippsattelanhängers

erhalten die Anwender laut Meiller

ein größeres, massives Kronenblech mit deutlich

mehr Abstand zwischen den einzelnen Anschlüssen

für Elektrik, Luftdruck und Hydraulik. Der Fahrer

bekommt dadurch einen leichteren Zugang zu

den Versorgungsanschlüssen und kann die Kopplung

des Kippsattels mit der Sattelzugmaschine

schneller und komfortabler bewerkstelligen. Ferner

gibt es eine neue, montierte Brückeneinführung

ohne separate Kunststoffauflage, aber dafür

mit Verstärkung im Längsträger. Künftig wird die

Kippbrücke beim Ablassen nicht mehr von außen,

sondern von innen in den Rahmen eingeführt. Das

hat laut Herstellerangaben den Vorteil, dass sich

die beide Gegenstücke besser ergänzen und in Fahrstellung

eine stabilere Einheit bilden. Durch den

Wegfall der Schweißnaht zwischen Längsträger

und Stirnwand fällt die bisherige Stufe am Grundrahmen

weg, sodass die Mulde jetzt noch sanfter

und gleichmäßiger in das Chassis gleiten kann. Für

die Langlebigkeit dieses Vorgangs lässt sich bei Bedarf

die geschraubte Brückeneinführung mit wenigen

Handgriffen seitlich einstellen. Zusätzliche

Distanzbleche sind dafür laut Meiller nicht nötig.

Einfache Aufrüstung

Eine weitere, wesentliche Neuerung ergibt sich

beim Bedienstand des Kippsattels. Aufgrund des

geänderten Rahmenvorbaus lässt sich das Arbeitspodest

nun sogar einfacher an der Gegenplatte des

Grundrahmens anbauen. Das ist wichtig, sobald

der Kunde sich nachträglich für eine Aufrüstung

mit einem Bedienstand entscheidet. Dazu wird

das Stehpodest innerhalb des Rahmens montiert.

Die Anschlusskonsole für die Versorgungsleitungen

wandert dann mit nach vorn und befindet sich

unterhalb der Kontrollplattform, um laut Meiller

weiterhin eine optimale Zugänglichkeit zu den Anschlüssen

zu gewährleisten. Um dem abrasiven

Verschleiß am Heck entgegenzuwirken, kann der

Ladeboden im hinteren Drittel des Aufliegers optional

verstärkt ausgeführt werden. Die Materialstärke

lässt sich dort bedarfsgerecht auf bis zu 6 mm erhöhen.

Einen Nutzlastverlust muss der Anwender

laut Hersteller dabei nicht in Kauf nehmen: In der

Basisausführung bringt der Ganzstahlkipper kaum

mehr als 5,6 t auf die Waage.

d

Bau- & Nutzfahrzeuge Juli 2026 75


Kürzlich startete die sechsmonatige Testphase,

um den emissionsfreien Schwerverkehr

innerhalb von Europa voranzubringen.

Emissionsfreien

Schwerverkehr

vorantreiben

IVECO – Ein neuer

batterieelektrischer Prototyp

für schwere Logistik im

Verteiler- und Fernverkehr soll

unter realen Bedingungen

getestet werden. Der Praxiseinsatz,

so die Aussage, könne

wichtige Erkenntnisse für die

breite Einführung emissionsfreier

Nutzfahrzeuge in der

europäischen Logistik liefern.

Im Rahmen des europäischen

Forschungsprojekts »EMPower«

ist im Juni eine sechsmonatige

Testphase mit einem batterieelektrischen,

emissionsfreien

Lkw-Prototyp von Iveco für

schwere Nutzfahrzeuganwendungen

gestartet.

400

Kilometer

Mit einer Reichweite von bis zu

400 km wird das Fahrzeug bis

Ende des Jahres auf Mittel- und

Langstrecken getestet.

Optimierung

Die während der Testphase

gesammelten Daten werden

dazu beitragen, künftige elektrische

Lkw-Plattformen weiter

zu optimieren.

IVECO

In Zusammenarbeit mit dem Logistikunternehmen

Gruber Logistics wird der Prototyp auf Basis des

»S-eWay«-Serienfahrgestells vom Standort des Unternehmens

in Nordostitalien aus eingesetzt. Der

Testbetrieb erfolgt innerhalb der LTL-Sparte von

Gruber Logistics (Less Than Truckload) und umfasst

Sammelgut- sowie Teilladungstransporte. Mit einer

Reichweite von bis zu 400 km wird das Fahrzeug bis

Ende des Jahres auf Mittel- und Langstrecken getestet.

Zuvor wurden bereits erste Testfahrten auf dem

privaten Iveco-Testgelände in Ulm erfolgreich abgeschlossen.

Der Lkw integriert mehrere innovative

Lösungen, die im Rahmen des Programms »Horizon

Europe« der Europäischen Kommission gefördert

und in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern

für die Iveco-Elektroplattform entwickelt wurden.

Dazu zählen u. a. eine zusätzliche Fahrerhausisolierung

sowie Funktionen des Human-Machine

Interface (HMI), mit denen besonders nachhaltige

Routen geplant und der Energieverbrauch optimiert

werden können. Darüber hinaus wurde das

Fahrzeug gezielt für den Einsatz im Sammelgutverkehr

angepasst. Dazu gehören ein maßgeschneiderter

Hilfsrahmen sowie zusätzliche Heckkameras, die

den Logistikbetrieb erleichtern.

Das »EMPower«-Projekt steht für »Eco-operated,

Modular, highly efficient, and flexible multi-

PowerTrain for long-haul heavy-duty vehicles«. Ziel

des Projekts ist es, einen wichtigen Beitrag zur skalierbaren

Einführung emissionsfreier Gütertransporte

in Europa zu leisten. Durch die Erprobung

batterieelektrischer Schwerlastfahrzeuge im logistischen

Realbetrieb soll die Lücke zwischen technologischer

Entwicklung und breiter Markteinführung

geschlossen werden.

Mit Wechselaufbauten

Die während der Testphase gesammelten Daten werden

dazu beitragen, künftige elektrische Lkw-Plattformen

weiter zu optimieren und den Einsatz batterieelektrischer

Fahrzeuge im regionalen Verkehr

ebenso wie im Fernverkehr voranzutreiben. Eine

Besonderheit des Prototyps ist, dass er speziell für

emissionsfreie Transporte auf längeren Strecken mit

Wechselaufbauten entwickelt wurde – und nicht für

den klassischen Einsatz mit Sattelaufliegern. Dafür

wurde der Rahmen des Fahrzeugs verlängert und

an die gemeinsam mit Gruber Logistics definier-

ten operativen Anforderungen angepasst. Auch das

Fahrerhaus wurde in Zusammenarbeit mit mehreren

»EMPower«-Projektpartnern weiterentwickelt,

um die notwendigen Betriebs- und Steuerungsstrategien

umzusetzen.

»Bei Iveco setzen wir uns konsequent für die

Entwicklung emissionsfreier Lösungen ein. ›EMPower‹

bietet den idealen Rahmen, um gemeinsam

mit Partnern aus dem gesamten Ökosystem an konkreten

und anspruchsvollen Transportanwendungen

zu arbeiten. Unser Fokus liegt nicht nur darauf,

Technologien weiterzuentwickeln, sondern sie

auch unter realen Bedingungen zu validieren. So

verbinden wir Innovation mit praktischer Anwendung,

ermöglichen frühe Tests, Kundenfeedback

und ein tieferes Verständnis der Systemintegration

– und stellen zugleich höchste Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards

in jeder Entwicklungsphase

sicher«, erklärt Pierpaolo Biffali, Head of Innovation

& Advanced Engineering der Iveco Group.

»Einführung beschleunigen«

Michele De Gennaro, Head of Competence Unit

Electric Vehicle Technologies am AIT, hält fest:

»Der erfolgreiche Einsatz des batterieelektrischen

Iveco-Demonstrators mit Gruber Logistics im Rahmen

von ›EMPower‹ ist ein wichtiger Schritt hin zu

skalierbarem, emissionsfreiem Güterverkehr in Europa.

Aufbauend auf diesen operativen Grundlagen

freuen wir uns darauf, die Zusammenarbeit im europäischen

Forschungsprogramm fortzusetzen, um

die großflächige Einführung batterieelektrischer

schwerer Nutzfahrzeuge in europäischen Logistikprozessen

zu beschleunigen.« Auch Martin Gruber,

CEO von Gruber Logistics, betont die Bedeutung des

Projekts: »Mit dem speziell für den ›EMPower‹-Einsatz

angepassten elektrischen Iveco-Lkw-Prototyp

können wir ein hochmodernes Fahrzeug unter realen

Logistikbedingungen auf Leistung und Zuverlässigkeit

testen. Um die ambitionierten Klimaziele

im Logistiksektor zu erreichen, sind solche innovativen

Projekte für den emissionsfreien Straßengüterverkehr

unverzichtbar. Durch den Einsatz des

Fahrzeugs auf unterschiedlichen Strecken und für

verschiedene Warengruppen im Sammelgut- und

Teilladungssegment können wir wertvolle Erkenntnisse

für die Weiterentwicklung emissionsfreier

schwerer Nutzfahrzeuge gewinnen.«

d

76

Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


Neues »FlexBody«-Duo

KRAMPE

KRAMPE – Die »FlexBody«-Familie von Krampe wächst weiter:

Mit den neuen Modellen »TDK 12-450 Carrier« und »TDK

14-450 Carrier« schließt der Hersteller die Lücke zwischen

dem Einachs-Dreiseitenkipper »EDK 6-400 Carrier« und dem

Tandem-Dreiseitenkipper »TDK 18-500«.

Die beiden neuen Fahrzeugtypen

verfügen über eine Aufbaulänge

von 4,5 m, eine Breite

nieren eine kompakte Bauweise

mit einer hohen Leistungsfähigkeit.

Die wichtigsten Vorteile

von 2,22 m und decken – abhän-

sind laut Hersteller das modula-

gig von der gewählten Bordwand-

re Baukastenprinzip für maxi-

kombination – ein Transportvo-

male Flexibilität, die Anpassung

lumen von 5 bis 18 m³ ab. Damit

eignen sie sich für ein breites

Einsatzspektrum. Der »FlexBody

TDK 12-450 Carrier« ist auf ein zu-

an unterschiedlichste Einsatzanforderungen,

der Leichtbau

bei gleichzeitig hoher Stabilität

durch patentierte Profilbord-

und ergonomische, gekröpfte

Schließhebel. Darüber hinaus

könne der Anwender auf

Die »FlexBody«-Produktfamilie

von Krampe ist

weiter gewachsen.

lässiges Gesamtgewicht von 12 t

wände sowie rollgewalzte Nut

eine zuverlässige Verriegelung

ausgelegt und bietet laut Herstel-

für flexible, schweißfreie Mon-

durch Totpunkt-Kinematik so-

ler eine technische Nutzlast von

tage von Komponenten, ein ge-

wie auf rapsdichte und frostsi-

11,5 t. Der »TDK 14-450 Carrier«

schlossenes Fahrwerk für eine

chere Edelstahlabdichtung, ei-

erreicht ein zulässiges Gesamt-

robuste Konstruktion, optiona-

ne niedrige Plattformhöhe von

gewicht von 14 t und ermöglicht

le Bordwandhebefedern für er-

1 110 mm bei Serienbereifung

ebenfalls eine Nutzlast von bis

leichterte Bedienung, hydrau-

und verschiedene Bereifungs-

zu 11,5 t. Beide Modelle kombi-

lische

Bordwandentriegelung

optionen zurückgreifen.

d

MARS | STARS

REIFENWASCHANLAGE

Bau- & Nutzfahrzeuge Tel.: +49 8331 / 857 100 • sales@christ-ag.com

Juli 2026 77


Der Hochsitz bietet

dem Bediener eine

optimale Rundumsicht.

Baustoff-Handling

leicht gemacht

FASSI – Die Karst Transport

GmbH aus Höchstberg in

Rheinland-Pfalz hat ihren

Fuhrpark modernisiert. Mit

dem neuen Fassi-Baustoffkran

»F225SXP« wurde gezielt in die

Zukunft ihres Baustofftransports

investiert. Der Kran der

neuesten Generation wurde

von der Firma Kooyker in

Landscheid, einem erfahrenen

Aufbaupartner für Fassi-Kranlösungen,

fertiggestellt und ist

seit August 2025 im Einsatz.

Geführt von den Brüdern Herbert und Ulrich

Karst, hat sich das gleichnamige Unternehmen

seit 2002 auf den Transport nahezu sämtlicher Arten

von Baustoffen im Nah- und Fernverkehr spezialisiert

– von Standardmaterialien bis hin zu individuellen

Kundenaufträgen. Als der Fuhrpark

erweitert werden sollte und der bisherige Fahrzeugaufbauer

Insolvenz anmelden musste, war

schnelles Handeln gefragt. Die Wahl fiel auf die

Firma Kooyker in Landscheid, einen erfahrenen

Aufbaupartner für Fassi-Kranlösungen. »Wir wurden

hervorragend beraten und sind mit der bisherigen

Zusammenarbeit äußerst zufrieden«, betont

Herbert Karst.

Der moderne Baustoffkran der neuesten Generation

ist darauf ausgelegt, Materialien schneller, sicherer

und präziser zu bewegen. Im Aufbau unterscheidet

sich das Fahrzeug nur in Details von den bisherigen

Modellen, dennoch wurden gezielt Optimierungen

umgesetzt. Auch die neue Steuerung überzeugt

das Unternehmen: »Sie ist anders als bei unseren

bisherigen Fahrzeugen, aber zuverlässig. Wir sind

überzeugt, dass sich der neue Baustoffkran im Alltag

schnell bewähren wird.« Besondere Bedeutung

misst Herbert Karst zudem der partnerschaftlichen

Nähe bei: »Mit der Firma Kooyker haben wir einen

starken Partner an unserer Seite, auf den wir uns

verlassen können. Es war uns wichtig, ein Unternehmen

in der Region zu haben, das Service, Reparaturen

und Ersatzteile zuverlässig abdeckt.«

Gerüstet für zukünftige Herausforderungen

Mit der Investition in den Fassi-Baustoffkran ist Karst

Transporte bestens auf kommende Marktanforderungen

vorbereitet. Flexibilität, Zuverlässigkeit und

Leistungsstärke stehen im Mittelpunkt – Eigenschaften,

die sowohl im Tagesgeschäft als auch bei komplexen

Transportaufträgen entscheidend sind. »Unser

Ziel ist es, Technik zu bieten, die den Arbeitsalltag

unserer Kunden spürbar erleichtert – zuverlässig, effizient

und kompromisslos praxisorientiert«, heißt es

dazu seitens des Fassi-Produktmanagements.

s

Laut Fassi ermöglicht die kompakte

Bauweise eine einfachere Montage.

DANIEL JÜNGLING (2)

BAUSTOFFKRAN

»F225SXP«

Hubmoment (mt) 20

Reichweite bis zu (m) 13,5

Schwenkbereich (°) 420

78

Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


Bohnenkamp erweitert

mit »Molcon« das Felgensortiment

BOHNENKAMP – Der Großhändler für Reifen und

Räder erweitert sein Angebot im Bereich Kompletträder:

Seit Juni sind Felgenlösungen von Molcon

mit im Programm. Die entsprechende Vereinbarung

wurde zwischen Bohnenkamp und dem niederländischen

Hersteller Molcon BV geschlossen.

Mit der Partnerschaft werden Molcon-Felgen

künftig im gesamten Vertriebsgebiet der Bohnenkamp-Gruppe

verfügbar sein. Im Rahmen der

Zusammenarbeit bündeln beide Unternehmen ihre

jeweiligen Kompetenzen. Bohnenkamp bringt

seine europaweite Vertriebs-, Logistik- und Servicekompetenz

in den Bereichen Landwirtschaft

und Erdbewegung ein. Molcon ergänzt diese durch

hohe Produktqualität, technische Entwicklungskompetenz

sowie eine flexible Fertigung von Felgen

in OE-Qualität, wie die Unternehmen aussagen.

Verfügbarkeit, Qualität und Planungssicherheit

Für Kunden im Handelsgeschäft schafft die Kooperation

aus Sicht von Bohnenkamp vor allem eines:

zusätzliche Sicherheit und verlässliche Lösungen

im Tagesgeschäft. Bohnenkamp nimmt die Felgen

von Molcon als ergänzendes Produkt zu den bestehenden

Lieferanten in das Sortiment auf und erweitert

damit gezielt Kapazitäten und Möglichkeiten

für standardisierte und individuelle Kompletträder.

In der Fertigung kommen automatisierte

Schweißprozesse zum Einsatz. Eine zweischichtige

Pulverbeschichtung sorgt für einen dauerhaf-

ten Schutz vor Korrosion und mechanischen Einflüssen.

Durch den Standort im niederländischen

Heinkenszand und die Einbindung in das Bohnenkamp-Vertriebsnetz

profitieren Handelspartner

von kurzen Lieferzeiten, klaren Strukturen und einem

zentralen Ansprechpartner. Auch für OEMs

eröffnet die Partnerschaft zusätzliche Möglichkeiten.

Molcon verfügt über eine mehr als 75-jährige

Erfahrung in der OE-Felgenentwicklung. Diese bildet

die Basis für hochwertige Entwicklungskonzepte,

die in den vergangenen Jahren u. a. durch moderne

Produktionslinien, den Einsatz von 3D-Berechnungsmodellen

sowie flexible Just-in-Time-

Konzepte weiter ausgebaut wurden.

Gemeinsame Werte

Die Zusammenarbeit zwischen Bohnenkamp und

Molcon basiert nach Angaben beider Partner auf

einer hohen Übereinstimmung in den Unternehmenswerten:

So verfolgen beide Unternehmen einen

langfristigen Ansatz, verbinden hohe Qualitätsansprüche

mit technischer Kompetenz und

setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit ihren

Kunden. Der Fokus liegt auf nachhaltigen, verlässlichen

Lösungen für den professionellen Einsatz.

»Mit der Vermarktung der Molcon-Felgen stärken

wir unser Felgenportfolio gezielt. Unsere Kunden

profitieren von einer hohen Lieferperformance,

technischer Qualität und klaren Prozessen«, erklärt

Gregor Rüth, Vorstandsvorsitzender der Bohnenkamp

SE.

d

BOHNENKAMP

Die Produkte erfüllen laut Bohnenkamp

die Qualitätsanforderungen moderner

OE-Felgen.

Pulverbeschichtung

Eine zweischichtige Pulverbeschichtung

sorgt nach Herstellerangaben

für einen dauerhaften

Schutz vor Korrosion und mechanischen

Einflüssen.

Fliegl ASS 372 Mega

REIBUNGSLOS ENTLADEN

unter jeder Bedingung

fliegl-baukom.de

Direkt zur Produktseite

Grenzenlose Einsatzbereiche durch moderne Abschiebetechnik.

Bau- & Nutzfahrzeuge Sicheres und restloses Entladen, selbst bei anspruchsvollen Bedingungen.

Juli 2026 79


Mehr Kraft, geringerer Kraftstoffverbrauch und viele

weitere wichtige Weiterentwicklungen hat Renault

Trucks aktuell auf den Weg gebracht.

Antriebsstrang

weiterentwickelt

RENAULT TRUCKS (2)

RENAULT TRUCKS – Mit der Einführung eines neuen

»DE13R«-Motors und einer neuen Generation des »Optidriver«-Getriebes

entwickelt Renault Trucks den Antriebsstrang

seiner Modellreihen »T«, »T High«, »C« und »K« weiter.

Diese Schritte ermöglichen laut Hersteller eine Reduzierung

des Kraftstoffverbrauchs und der CO 2

-Emissionen um bis zu

4 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration.

Antriebsstrang

Renault Trucks führt einen neuen

Antriebsstrang für seine Modellreihen

»T«, »T High«, »C« und »K«

ein, bestehend aus dem neuen

»DE13R«-Motor, einer neuen Generation

des »Optidriver«-Getriebes

sowie modernen vorausschauenden

Fahrassistenzsystemen.

Angesichts steigender Betriebskosten

und wachsender

Anforderungen an die

Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs

Transportunternehmen

suchen

nach

Lösungen, die ihre Betriebseffizienz

unmittelbar verbessern

können. Um diesen Herausforderungen

zu begegnen, führt

Renault Trucks einen neuen Antriebsstrang

für seine Modellreihen

»T«, »T High«, »C« und »K«

ein, bestehend aus dem neuen

»DE13R«-Motor, einer neuen

Generation des »Optidriver«-Getriebes

sowie modernen vorausschauenden

Fahrassistenzsystemen.

»Die Dekarbonisierung

des Straßengüterverkehrs basiert

auf mehreren sich ergänzenden

Hebeln. Parallel zur Beschleunigung

des Ausbaus unse-

res Elektroangebots verbessern

wir weiterhin die Energieeffizienz

unserer Fahrzeuge mit

Verbrennungsmotor, um unseren

Kunden bereits heute dabei

zu helfen, ihren Kraftstoffverbrauch,

ihre CO₂-Emissionen

und ihre Gesamtbetriebskosten

zu senken. Dieser neue Antriebsstrang

ist ein konkretes Beispiel

dafür«, erklärt Antoine Duclaux,

Präsident von Renault Trucks.

Verbesserte Energieeffizienz

Der neue »DE13R«-Motor mit

einer Leistung von bis zu 540 PS

und einem Drehmoment von

2 800 Nm wurde auf Basis neuer

Werkstoffe entwickelt. Hierzu

gehören insbesondere ein

besonders widerstandsfähiger

Grauguss und ein verdichteter

Grafitguss, um die Robustheit

und Langlebigkeit des Motors

noch weiter zu verbessern.

Er zeichnet sich durch mehrere

technische Neuerungen aus,

die auf eine optimierte Verbrennung

und geringere Energieverluste

abzielen. Der maximale

Druck in den Zylindern

kann jetzt 250 bar erreichen,

während ein neues Kraftstoffversorgungssystem

mit externer

Hochdruckpumpe die Präzision

der Einspritzung und den Wirkungsgrad

des Motors verbessert.

Zudem verfügt das Aggregat

serienmäßig über eine erhöhte

Motorbremsleistung, wodurch

der Fahrkomfort und die

Fahrzeugkontrolle speziell auf

hügeligen Strecken verbessert

werden sollen.

Wichtige Features

Der Motor ist mit einer neuen

Generation des »Opti driver«-

Getriebes kombiniert, das neue

Steuerungssoftware und optimierte

Schaltstrategien integriert.

Die Gangwechsel erfolgen

laut Unternehmen im Vergleich

zur Vorgängergeneration

bis zu 20 Prozent schneller

und flüssiger. Der neue Antriebsstrang

nutzt zudem mehrere

Technologien, die auf eine

Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs

abzielen, wie das vorausschauende

Fahrassistenzsystem

»Opti vision+«, das anhand

80

Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


von Geländedaten und Verkehrszeichen

die Schaltvorgänge, Beschleunigung

und Geschwindigkeit

des Fahrzeugs entsprechend

dem Streckenprofil optimiert,

und das System »Predictive Engine

Stop & Start«, das den Motor

während der Fahrt automatisch

abschaltet, wenn dessen Betrieb

nicht erforderlich ist, wobei jedoch

die wesentlichen Funktionen

des Fahrzeugs weiterhin aktiv

bleiben und der Motor bei Bedarf

sofort wieder startet. Diese

Weiterentwicklungen werden,

so Renault Trucks, durch eine

optimierte Aerodynamik ergänzt,

um den Luftwiderstand

zu verringern und die Kraftstoffersparnis

voll auszuschöpfen.

Je nach Einsatzbereich können

laut Hersteller aufgrund dieser

neuen Fahrzeuggeneration im

Vergleich zu den Vorgängermodellen

bis zu 4 Prozent Kraftstoff

und CO₂ eingespart werden. Für

ein Maximum an Energieeinsparungen

und Produktivität bietet

Renault Trucks darüber hinaus

die Version »Smart Racer2« an,

die alle Technologien im Bereich

Energieeffizienz vereint: optimierte

Aerodynamik, »Optivision+«,

Reifen mit geringem Rollwiderstand

sowie ein modernes

vorausschauendes Management

des Antriebsstrangs.

@c@c044 %

Im Vergleich zur Vorgängergeneration

sollen die Neuerungen eine

Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs

und der CO 2

-Emissionen

um bis zu 4 Prozent ermöglichen.

Mehr Komfort für die Fahrer

Mit den neuen Modellen wird

laut Renault Trucks aber auch

der Fahrkomfort verbessert. Der

neue Antriebsstrang sorge für

ein geschmeidigeres und leiseres

Fahr erlebnis – aufgrund

der Reaktionsfähigkeit des

»DE13R«-Motors, der das höchste

Drehmoment am Markt für

einen 540-PS-Motor liefere, sowie

durch flüssigere Gangwechsel.

Die Fahrzeuge verfügen außerdem

über Ausstattungen zur

Verbesserung der täglichen Fahrbedingungen,

darunter »Smart

Steering«, das die Richtungsstabilität

verbessert und die »Driver

Assist«-Funktion integriert.

Diese hält das Fahrzeug in der

Spur und passt gleichzeitig den

Abstand zum vorausfahrenden

Fahrzeug automatisch an.

d

SY155W

FLEXIBEL. WENDIG. KRAFTVOLL.

Nennleistung

115 kW / 2 000 U/min

Grabtiefe

5 400 mm

Betriebsgewicht

15 000 kg

+ Markenkomponenten von Deutz / ZF / Rexroth

+ 10" Touchscreen und 360° Kamera

+ Kotflügel im Standard

Der neue »DE13R«-Motor mit

einer Leistung von bis zu 540 PS

und einem Drehmoment von

2 800 Nm wurde auf Basis neuer

Werkstoffe entwickelt.

SANY BAUT HÄNDLER-

NETZWERK WEITER AUS

WERDEN SIE TEIL EINES STARKEN

HÄNDLERNETZWERKS –

WIR FREUEN UNS AUF SIE!

Bau- & Nutzfahrzeuge www.sanyeurope.comJuli 2026 81


Kompakte Mehrfunktionsleuchte

für Baumaschinen

ASPÖCK – Robust, intelligent

und für härteste Einsätze

entwickelt – das ist »MidiLED

II«. Die kompakte Mehrfunktionsleuchte

soll durch einen

dynamischen Fahrtrichtungsanzeiger

überzeugen und höchste

Anforderungen an Sicherheit

sowie Widerstandsfähigkeit

erfüllen. Als europäischer Spezialist

für Fahrzeugbeleuchtung

zeigt Aspöck Systems, wie

moderne Licht- und Systemlösungen

die Anforderungen von

Bau- und Arbeitsmaschinen

berücksichtigen.

Schutzklasse

Aufgrund der Schutzklasse

IP6K9K ist »MidiLED II« etwa

gegen Staub, Wasser und Hochdruckreinigung

geschützt.

Im Jahr 1977 legte Felix Aspöck mit einem Grundgedanken

den Grundstein: »Das muss einfacher gehen.«

Während Fahrzeugbeleuchtung damals aus

zahlreichen Einzelkomponenten, separaten Lichtfunktionen

und aufwendigen Verkabelungen bestand,

verfolgt das Unternehmen von Beginn an

einen neuen Ansatz: Es entwickelt ein durchdachtes

Gesamtsystem bestehend aus Lichtanlage und

Verkabelung. Aus dieser Idee entstehen integrierte

Lichtlösungen, Multifunktionsleuchten und abgestimmte

Systemkonzepte, die den Montageaufwand

reduzieren, die Zuverlässigkeit erhöhen und

Fahrzeugherstellern sowie Aufbauern einen echten

Mehrwert bieten sollen. Dieser Systemgedanke

bildet laut Unternehmen bis heute die Basis für

die Entwicklung moderner Beleuchtungslösungen.

LED-Mehrfunktionsleuchte

Mit seiner neuesten Lösung, der »MidiLED II«,

möchte Aspöck ein modernes Design mit hoher

Funktionalität und Widerstandsfähigkeit verbinden.

Ihr dynamischer Fahrtrichtungsanzeiger, so

der Hersteller, sorge für eine verbesserte Wahrnehmung

und erhöhte Sicherheit. Aufgrund der

Schutzklasse IP6K9K ist »MidiLED II« etwa gegen

Staub, Wasser und Hochdruckreinigung geschützt.

Optional erfüllt die Leuchte die Anforderungen der

ISO 13766 für elektromagnetische Verträglichkeit

in Erdbewegungs- und Baumaschinen. Mit Funktionen

wie Rücklicht, Bremslicht, Rückfahrlicht, Nebelschlusslicht,

Reflektor plus optionaler Kennzeichenbeleuchtung

bietet »MidiLED II« eine vielseitige

Lösung für anspruchsvolle Einsatzbedingungen.

Kluge Entwicklungsarbeit

Das Aspöck-Portfolio umfasst leistungsstarke Lichttechnik

für moderne Maschinen. Der Fokus liegt dabei

auf robusten, langlebigen und montagefreundlichen

Systemen, die den Anforderungen moderner

Bau- und Arbeitsmaschinen gerecht werden.

ASPÖCK (2)

Die kompakte Mehrfunktionsleuchte »MidiLED II« soll durch

einen dynamischen Fahrtrichtungsanzeiger überzeugen und

höchsten Anforderungen an Sicherheit sowie Zuverlässigkeit

entsprechen.

Auch Lösungen wie »LuxLED II« entspringen dem

Grundgedanken, hohe Leistung mit Zuverlässigkeit

zu verbinden und sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Sicherheit durch Sichtbarkeit bleibt der Ansatz bei

jedem neuen Aspöck-Lichtkonzept, wie das Unternehmen

sagt. Bei anspruchsvollen Einsatzbereichen

kommen beispielsweise auch »LuxLED II«,

»IBL I« oder »Workpoint II 3000« zum Einsatz. Die

Mehrfunktions-Frontleuchte »LuxLED II« kombiniert

Frontpositions-, Tagfahr-, Abblend- und

Fernlicht, einen großflächigen vorderen und seitlichen

Fahrtrichtungsanzeiger sowie eine integrierte

Seitenmarkierungsleuchte mit Reflektor in einer

kompakten Einheit. Mit Schutzklasse IP6K9K, ISO

13766, CISPR25 sowie ECE-, SAE- und CCC-Zulassungen

eignet sich »LuxLED II« besonders für den weltweiten

Einsatz moderner Bau-, Kommunal- und Arbeitsmaschinen.

Intelligente Leuchte

Mit »IBL I« wiederum bietet Aspöck Systems eine

intelligente Signal- und Statusleuchte für automatisierte

Maschinen und Fahrzeuge. Sogenannte High-

Power-RGB-LEDs ermöglichen laut Aspöck die Darstellung

unterschiedlicher Farben und dynamischer

Lichtsignale. Durch die LIN-BUS-Anbindung können

Betriebszustände und Warnhinweise gezielt visualisiert

werden. Für eine optimale Arbeitsausleuchtung

sorgt der LED-Arbeitsscheinwerfer »Workpoint

II 3000«. Mit bis zu 3 600 lm Lichtleistung, tageslichtähnlicher

Lichtfarbe sowie hoher Widerstandsfähigkeit

gegenüber Witterung und Korrosion eignet

er sich ideal für den Einsatz auf Bau- und Arbeitsmaschinen.

Zur Information: Aspöck wird diese und

weitere Lösungen auch auf der IAA Transportation

in Hannover vorstellen. Fachbesucher erhalten einen

Überblick darüber, was der Hersteller aktuell

im Portfolio hat.

d

82

Juli 2026

Bau- & Nutzfahrzeuge


AKTUELLES

Mai-Auktion erzielt 21 Mio. Euro

EURO AUCTIONS – Bei der jüngsten Auktion von Euro Auctions am Hauptstandort in

Dormagen wurden knapp 21 Mio. Euro erzielt und damit die 20-Mio.-Euro-Marke, die für

den Standort Dormagen zunehmend zur Norm wird, übertroffen. Von der erzielten

Gesamtsumme wurden etwa 5,5 Mio. Euro im Auktionssaal getätigt und der Rest online.

Rund 250 Anbieter stellten Maschinen

zur Versteigerung ein. Fast 5 000 Lose

wurden verkauft, was einen Anstieg von

5 Prozent gegenüber der entsprechenden

Auktion im Mai 2025 darstellt. Die Auktion

zog Anmeldungen aus mehr als 74 Ländern

weltweit an, wobei die Mehrheit der

Anbieter aus Deutschland und Mitteleuropa

stammte. Trotz vorwiegend europäischer

Prägung wurde die internationale

Reichweite weiter ausgebaut. Rund

97 Prozent aller verkauften Maschinen

blieben innerhalb Europas, was die Stärke

des kontinentalen Gebrauchtmaschinenmarkts

unterstreicht. Außerhalb Europas

verteilten sich die Verkäufe gleichmäßig

auf Afrika, den Nahen Osten sowie

das Vereinigte Königreich und Nordirland,

die jeweils rund 1 Prozent der Käufe

ausmachten. Bemerkenswert ist, dass

rund die Hälfte aller Länder, die sich für

die Auktion registriert hatten, erfolgreich

Maschinen über die Online-Bietplattform

von Euro Auctions erwarben. Dies ermöglicht

Käufern in ganz Europa und darüber

hinaus, aus der Ferne teilzunehmen und

WILHELM FRICKE – Am 21. Mai wurde das neue Logistikzentrum der Fricke-Gruppe im saarländischen

Tholey feierlich eröffnet. Die Investition von rund 160 Mio. Euro stärkt die Leistungsfähigkeit

ihres Ersatzteilgroßhändlers Granit Parts deutlich. Dank hochautomatisierter

Intralogistik sollen im Endausbau bis zu 35 000 Auftragspositionen täglich erreicht werden.

In Kombination mit dem Zentrallager in

Heeslingen entsteht ein leistungsfähiges

System aus zwei Logistikstandorten

mit zusätzlichen Skalierungsmöglichkeiten.

Zudem stärkt die Fricke-Gruppe ihre

Position im globalen Ersatzteilgeschäft

und richtet sich konsequent auf zukünftiges

Wachstum aus. Insgesamt stehen

mehrere Hunderttausend Lagerplätze

zur Verfügung, darunter rund 16 000 manuelle

sowie etwa 335 000 automatisierte

Lagerplätze im Endausbau. Bereits heute

sind rund 30 000 verschiedene Produkte

eingelagert. Ein zentrales Element ist

dennoch von der Wettbewerbsdynamik einer

Live-Auktion zu profitieren. Auch die

Besucherzahlen blieben hoch, mit mehr

als 3 000 Bietern während der dreitägigen

Veranstaltung. Bei der Käuferaktivität

zeichnete sich zudem eine Verschiebung

ab. Während die Auktionen in der

Vergangenheit von niederländischen Käufern

dominiert wurden, etablierte sich bei

der Auktion im Mai Deutschland als führende

Käufernation.

Rund 250 Anbieter stellten Maschinen zur

Versteigerung ein, wobei etwa 10 Prozent zum

ersten Mal über Euro Auctions verkauften.

Granit Parts eröffnet neues Logistikzentrum in Tholey

das Intralogistiksystem mit hohem Automatisierungsgrad.

Mit rund 180 Shuttles,

modernster Fördertechnik und vernetzten

Prozessen ermöglicht es eine effiziente

Abwicklung der Kundenaufträge,

etwa in Form konsolidierter Warenströme

zur Reduzierung der Anzahl der Sendungen

pro Bestellung. »Die Eröffnung

unseres Logistikzentrums in Tholey ist

ein zentraler Schritt für die Weiterentwicklung

unserer Unternehmensgruppe«,

erklärt Hans-Peter Fricke, Inhaber

und Geschäftsführer der Fricke- Gruppe.

»Mit dem Ausbau unserer Logistik schaffen

wir die Voraussetzung, unser Wachstum

langfristig abzusichern.«

s

EURO AUCTIONS

s

RUDOLF HÖRMANN

Kramp präsentiert

Geschäftsbericht 2025

KRAMP – Kramp ist 2025

auch in einem herausfordernden

Marktumfeld

weiter gewachsen und

konnte seine Position

im Markt stärken. Der

Umsatz stieg um 4,5 Prozent

auf 1 253 Mio. Euro.

Ausschlaggebend dafür waren die gezielte

Weiterentwicklung des Geschäfts, eine klare

Organisationsstruktur sowie der Ausbau des

Produktportfolios. Parallel dazu wurden die

Vorbereitung auf die Anforderungen der

Corporate Sustainability Reporting Directive

(CSRD) sowie weitere strategische Initiativen

konsequent vorangetrieben. Eddie Perdok,

Kramp Chief Executive Officer, dazu: »Dank der

Energie, des Engagements und der Flexibilität

unserer Mitarbeitenden konnten wir unseren

Umsatz um 4,5 Prozent steigern. Mit unserer

2025 entwickelten Strategie 2030 haben wir eine

klare Richtung vorgegeben, um unser Wachstum

weiter beschleunigen und in unseren ausgewählten

Segmenten in allen Kramp-Ländern

eine führende Position einnehmen zu können.

Für die Umsetzung unserer Wachstumspläne im

Jahr 2026 sind wir sehr gut aufgestellt.« s

Spatenstich

des Holzclusters »Athene«

HÖRMANN – Mit dem offiziellen Spatenstich hat

die Rudolf Hörmann GmbH & Co. KG am 18.

Mai die nächste Projektphase ihres Großprojekts

»Athene« gestartet. Am Standort Buchloe entsteht

auf einer Fläche von rund 12 ha ein hochintegrierter

Holzcluster, der Sägewerk, Brettschichtholzproduktion,

Abbundbereich sowie intelligente

Energieversorgung miteinander verbindet. Das

Projekt gilt in dieser Form als weltweit einzigartig,

da es die gesamte Wertschöpfungskette künftig an

einem Standort bündelt – vom Rundholz bis zum

montagefertigen Holzbauteil.

Beim Spatenstich (v. l. n. r.): Robert Pöschl,

Bürgermeister Buchloe, Michael Hörmann,

Stefan Hörmann, Landrat Bernd Stapfner,

Rolf Hörmann und Margit Hörmann.

Eddie Perdok, Kramp

Chief Executive Officer.

s

KRAMP

Aktuelles Juli 2026 83


AKTUELLES

400. Takeuchi-Bagger an

Leonhard Weiss übergeben

WILHELM SCHÄFER – Das war etwas Besonderes:

Der 400. Takeuchi-Kompaktbagger wurde bei einer kleinen

Feierstunde an die Leonhard Weiss Bauunternehmung übergeben.

Dazu Jürgen Voß, Bereichsleiter Technik bei der Leonhard Weiss

GmbH & Co. KG: »Der Qualitätsanspruch von Leonhard Weiss

und die Maschinen- und Systemqualität von Takeuchi passen sehr

gut zusammen. Deshalb entscheiden wir uns für diese Kompaktbagger.«

Als reines Gleisbauunternehmen im Jahre 1900 gegründet, realisiert

das familiengeführte Bauunternehmen heute erfolgreich Projekte

im Straßen- und Netzbau, im Ingenieur- und Schlüsselfertigbau sowie

im Gleisinfrastrukturbau. Von Takeuchi sind überwiegend Bagger

der 4- und 5-t Klasse im Einsatz, also die Takeuchi-Typen »TB 240« bis

»TB 260«, aber auch z. B. der 10-t-Mobilbagger »TB 395 W« und andere

gehören zum Maschinenpark. »Die Kompaktbagger kommen überwiegend

im Straßen- und Netzbau zum Einsatz. Dabei müssen sie extrem

flexibel sein. Deshalb haben Schnellwechsler, Powertilt, Rotator

und ›Taklock‹ schon immer eine sehr große Bedeutung bei uns«,

sagt Simon Schall, Bereichsleiter Technik. Betreut wird die Leonhard

Weiss Bauunternehmung von der Baumaschinen Schmittinger GmbH

aus Köngen. Über 25 Jahre klappt diese Zusammenarbeit bestens.

WILHELM SCHÄFER

Übergabe der 400. Takeuchi-Maschine (v. l. n. r.): Stefan Mittelmeier, Viktor Wuckert,

Florian Thumm, Sebastian Grot, Jürgen Voß, Nicole Westermayer, Katrin Schmittinger,

Marco Pohl, Kevin Dittrich, Simon Schall, Georg, Brigitte und Richard Schmittinger.

40 Mitarbeiter sind für die Kunden da. Sehr zügig, wenn etwas anliegt,

immer aber zuverlässig. »Das ist für uns extrem wichtig, dass man sich

auf Schmittinger immer verlassen kann«, sagt Geschäftsführerin Katrin

Schmittinger. Dazu gehört selbstverständlich auch die Produktqualität.

Und wie die Wirklichkeit zeigt, ist sie bei Takeuchi tatsächlich

sehr gut, resümiert Jürgen Voß: »Die Gesamtkostenrechnung ist

entscheidend. Wir prüfen das permanent. Bei den Takeuchi-Kompaktbaggern

stimmt sie.«

s

14 Jahre CrefoZert: Bema beweist

erneut Stabilität und Zukunftsfähigkeit

BEMA – Die Bema GmbH Maschinenfabrik wurde im Juni bereits

zum 14. Mal in Folge mit dem CrefoZert ausgezeichnet. Damit zählt

das Unternehmen weiterhin zu einem exklusiven Kreis deutscher

Mittelständler, die die strengen Bonitätskriterien der Creditreform erfüllen.

In einem wirtschaftlichen Umfeld, das zunehmend von Unsicherheiten

geprägt ist, gewinnt diese Auszeichnung zusätzliche Bedeutung.

Sie steht für Verlässlichkeit, Stabilität und nachhaltige Unternehmensführung

und schafft Vertrauen bei Kunden, Partnern, Banken

und potenziellen Mitarbeitenden. »Die Bema GmbH Maschinenfabrik

kann ihre Stabilität auch in volatilen Marktphasen klar

belegen. Das Unternehmen ist solide aufgestellt und gut für kommende

Herausforderungen gerüstet«, sagt Armin Trojahn, Prokurist der

Creditreform Osnabrück/Nordhorn Unger KG. Die erneute Zertifizierung

ist für Bema zugleich Bestätigung und Ansporn. Sie unterstreicht

den eingeschlagenen Kurs und den Blick nach vorn. Geschäftsführerin

Sonja Koopmann betont: »Wir sind gut gerüstet für eine saubere

Zukunft, und das ist für uns nicht nur ein Werbeversprechen. Eine

BEMA

saubere Zukunft entsteht

aus Verantwortung, Weitblick

und dem Anspruch,

Dinge stetig weiterzuentwickeln.

Genau dafür

steht Bema.«

s

Bema-Geschäftsführerin Sonja

Koopmann und Armin Trojahn,

Prokurist der Creditreform

Osnabrück / Nordhorn Unger KG.

Flottweg eröffnet

Process Center

FLOTTWEG – Flottweg hat an seinem Hauptsitz in Vilsbiburg sein neues

Process Center offiziell eröffnet. Mit einer Investitionssumme von rund

15 Mio. Euro entsteht eine zentrale Plattform für Kundenversuche,

Prozessentwicklung und anwendungsnahe Tests im industriellen Maßstab.

Einen Einblick in die

Entstehungsgeschichte

und die technische

Konzeption gab Stefan Bichelmeier,

Leiter der Verfahrenstechnik.

Das Zentrum

fungiert als Schnittstelle

zwischen Labor und

industrieller Anwendung

und ist darauf ausgerichtet,

Kundenanwendungen

unter realitätsnahen Bedingungen

im größeren

Maßstab zu testen. »Sehr

häufig beginnt alles hier

FLOTTWEG

Flottweg hat sein neues

Process Center offiziell eröffnet.

in Vilsbiburg – im Labor«, erklärt der Vorstandvorsitzende Dr. Kersten

Christoph Link. »Das Process Center schafft die Voraussetzungen, um

aus einer Idee eine realisierbare, robuste und wirtschaftliche Lösung

zu entwickeln.« Für diese Versuche bringen Kunden ihre eigenen Materialien

mit. Nach ersten Untersuchungen im Labor werden diese im

Process Center unter Einsatz von Dekanterzentrifugen, Separatoren

und weiteren Anlagen getrennt, getestet und optimiert, um fundierte

Investitionsentscheidungen treffen zu können. Auf rund 2 000 m 2 sind

moderne Labor-, Test- und Büroflächen vereint.

s

84

Juli 2026

Aktuelles


Im Einsatz für internationale Hilfsprojekte

ATLAS WEYHAUSEN

Eine stabile Rahmenkonstruktion, ein massiv ausgeführtes

Knickgelenk sowie hochwertige Komponenten namhafter

Hersteller sollen dafür sorgen, dass der Radlader auch unter

schwierigsten Bedingungen zuverlässig arbeitet.

ATLAS WEYHAUSEN – Die Radlader von Weycor Typ »AR660« sind auf dem Weg in den internationalen Einsatz,

wo sie künftig Projekte der United Nations (UN) unterstützen werden. Die Maschinen werden insbesondere bei

Infrastrukturmaßnahmen sowie Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in Krisengebieten eingesetzt.

Gerade bei internationalen Hilfsprojekten in Krisengebieten sind

Radlader gefragt, die flexibel einsetzbar sind. Ob beim Räumen

von Trümmern, beim Materialtransport oder bei vorbereitenden Arbeiten

für den Wiederaufbau – der Weycor »AR660« ist für genau diese

Aufgaben konzipiert. Seine Konstruktion zielt darauf ab, auch bei

kontinuierlicher Belastung über lange Einsatzzeiten hinweg zuverlässig

Leistung zu bringen. Eine stabile Rahmenkonstruktion, ein massiv

ausgeführtes Knickgelenk sowie hochwertige Komponenten namhafter

Hersteller wie Deutz, Dana und Bosch Rexroth sollen dafür sorgen,

dass der Radlader auch unter schwierigsten Bedingungen zuverlässig

arbeitet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Einsatzsicherheit

unter wechselnden und herausfordernden Rahmenbedingungen:

Für diesen Einsatz ist der Motor speziell so ausgelegt, dass er auch mit

verunreinigten Kraftstoffen zuverlässig betrieben werden kann – ein

entscheidender Vorteil in Regionen mit schwankender Kraftstoffqualität.

Je nach Anforderung kann der Radlader individuell angepasst und

ausgestattet werden – beispielsweise durch spezielle Schutzausrüstung

oder Überdruckkabinen, die den Einsatz auch in besonders sensiblen

oder belasteten Umgebungen ermöglichen. Damit lässt sich der Radlader

gezielt auf verschiedenste Einsatzgebiete vorbereiten – von klassischen

Bau- und Infrastrukturprojekten bis hin zu anspruchsvollen

Hilfseinsätzen unter extremen Bedingungen. Für Weycor ist die Lieferung

der Radlader mehr als ein klassisches Projektgeschäft, so CEO

Marc Bockelmann: »Für uns ist es eine große Ehre, dass unsere Maschinen

internationale Hilfsprojekte unterstützen dürfen. Organisationen

wie die United Nations leisten weltweit wichtige Arbeit, wenn es

darum geht, Menschen zu helfen und Infrastruktur wieder aufzubauen.

Gerade in den aktuellen Zeiten zeigt sich leider, wie wichtig robuste

und zuverlässige Technik für solche Einsätze ist. Dass Weycor-Radlader

hier einen Beitrag leisten können, macht uns stolz.«

s

Sicher schulen.

Sicher bedienen.

Modulares

Konzept zur

Qualifizierung

von Kranführern

Sie bilden Kranführer aus?

Dann haben wir genau das Richtige für Sie:

Basismodul:

Lehrsystem Sicheres

Bedienen von Kranen

(allg. Inhalte der Kranführer-

Qualifizierung, für alle

Kranbauarten relevant)

+

Bauartspezifische

Zusatzmodule:

z. B. Hallen- und Portalkrane

oder Container- und Hafenkrane

(weitere Zusatzmodule

in Vorbereitung)

www.resch-verlag.com

Aktuelles Juli 2026 85


REDAKTIONSVERZEICHNIS

Unternehmen

Seite

A Firma Algeco GmbH XXR 10

A Amex Sanivar AG 56

A Ammann Verdichtung GmbH 60

A Aspöck Systems GmbH 82

A Atlas GmbH 11

A Atlas Weyhausen GmbH 37, 85

B bema GmbH Maschinenfabrik 84

A Bohnenkamp SE 79

C Coalsi GmbH 61

A Cojali S.L. 10

D Develon Construction Equipment 34

A DMS Technologie GmbH 33

A Doosan Bobcat EMEA 16

A Dynapac GmbH 40

A Dynaset Oy 68

E Epiroc Construction Tools GmbH 70

A Euro Auctions 83

F Fassi Ladekrane GmbH 78

A Flottweg SE 84

A Franz Xaver Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik – GmbH & Co KG 75

G Granit Parts – Wilhelm Fricke SE 74, 83

A Güteschutz Kanalbau e. V. 62

H Hauptverband der Deutschen Bauindustrie 13

A HD Hyundai Construction Equipment Europe 53

A Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH 46

A Husqvarna Deutschland GmbH 48

A Hydrema Baumaschinen GmbH 30

I Iveco Deutschland AG 76

J JCB Deutschland GmbH 20

K Kiesel GmbH 50

A Komatsu Germany GmbH 43

A Krampe Fahrzeugbau GmbH 77

A Kramp GmbH 83

L Liebherr-Werk Ehingen GmbH 44

A Liebherr Werk Nenzing GmbH 64

M MB S.p.A. 57

A Moba Construction Solutions GmbH 45

O OilQuick AB 8

R Renault Trucks SASU 80

A RMStegos GmbH 47

A Robert Aebi GmbH 26

A Rudolf Hörmann GmbH & Co.KG 83

S Seier Holding GmbH & Co. KG 58

A Sennebogen Maschinenfabrik GmbH 66

A Swecon Baumaschinen GmbH 62

V VDBUM Service GmbH 12

A Vermeer Deutschland GmbH 54

A Volvo Construction Equipment Germany GmbH 10

W Webfleet Solutions Sales B. V. 13, 72

A Wilhelm Schäfer GmbH 84

A Wirtgen International GmbH 38, 41

Z Zeppelin Baumaschinen GmbH 35

IMPRESSUM

BauMagazin_2015_Logo_75mm_CMYK.pdf 1 03.05.21 08:40

VERLAG

SBM Verlag GmbH

Hermann-von-Barth-Straße 2

87435 Kempten

Tel.: (08 31) 5 22 04-0

Fax: (08 31) 5 22 04-50

baumagazin@sbm-verlag.de

www.baumagazin-online.de

GESAMTVERANTWORTLICH

Markus Holl (-0)

Joachim Plath (-0)

Andreas Kanat (-47) (V. i. S. d. P.)

OBJEKTLEITUNG

Tobias Haslach (-39)

REDAKTION

Dan Windhorst (dc)

Thomas Seibold (ts)

Jessy von Berg (jvb)

KEY-ACCOUNT-MANAGEMENT

Norman Zenzinger (-33)

ANZEIGENDISPOSITION

Benjamin Chucholowski (-18)

Emilie Plath (-45)

Simon ivw_Logo_CMYK_schwarz_X4.pdf Schmalholz (-13)

1 10.05.21 11:

MAGAZIN-LAYOUT

Lisa Schröder Leitung (-23)

Peter Kunze (-27)

Simone Frank (-38)

LESER- UND ABONNENTENSERVICE

Monika Thuy (-29)

Susanne Traub (-30)

DRUCKVORSTUFE UND DRUCK

W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG,

Stuttgart – www.kohlhammerdruck.de

BANKVERBINDUNG

IBAN DE14 7332 0073 6690 4171 87

HypoVereinsbank Kempten

BIC HYVEDEMM428

AUTORENBILDER

Petra Reger

TITELBILDER

OilQuick; JCB / Thomas Seibold;

Robert Aebi / Dan Windhorst;

Bobcat / Dan Windhorst

IVW angeschlossen

ISSN 1610-3785

Alle Rechte vorbehalten.

© Layout-Konzept: Thomas Schürger

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 29 vom

1. Januar 2026. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte wird keine Haftung übernommen.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

kennzeichnen nicht die Ansicht der Redaktion.

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages.

Jahresabonnements können nur bei Einhaltung

der Frist (ein Monat vor Ablauf des Bezugszeitraums)

schriftlich beim Verlag gekündigt

werden.

Das Jahresabo kostet 55,– Euro

(11 Ausgaben, eine Doppelnummer)

inkl. MwSt. und Versandkosten;

bei Auslandslieferung 89,– Euro inkl. Versand.

Einzelpreis: 6,50 Euro (D), 6,65 SFr

verlag gmbh

86

Juli 2026

Redaktionsverzeichnis & Impressum


DIE PLATTFORM

FÜR MASCHINENTESTER

BENEFITS

FÜR TESTER

■ Exklusiver Zugang

■ Kostenfreie Nutzung

■ Exklusive Angebote

■ Einfluss auf Entwicklungen

■ Netzwerkmöglichkeiten

#DIEPROFITESTER

Tester

werden!


Schwarzfahren?

Na sicher!

Mit der Dynapac Black Edition.

Schon gewusst?

Alle unsere Maschinen sind auch

in markantem Schwarz erhältlich

Vom Großfertiger bis zur

Walze. Für einen starken Auftritt

auf jedem Kilometer Straße.

Kontakt und Info:

kundencenter@dynapac.com

www.dynapac.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!