architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 3 2026
Orte zum Leben
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FACHMAGAZIN
WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT
Erscheinungsort Vösendorf, Verlagspostamt 2331 Vösendorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550
03
www.architektur-online.com
April/Mai 2026
Wohnraum
© Madara Kuplā
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braucht mehr
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Orte zum Leben
Wohnen gehört zu den unmittelbarsten Themen der Architektur.
Es betrifft den Alltag, die Stadt, das Land, soziale
Beziehungen, ökologische Fragen und nicht zuletzt die
Vorstellung davon, wie wir leben wollen. Kaum eine Bauaufgabe
ist so vertraut und zugleich so umkämpft. Wohnraum
ist Grundbedürfnis, Marktgut, politisches Versprechen
und architektonisches Experimentierfeld. Gerade deshalb
lohnt sich der Blick auf Projekte, die das Wohnen nicht als
abgeschlossene Typologie behandeln, sondern als offene,
veränderbare Aufgabe.
22. – 24. Juni 2026
Editorial
Die weltweit
führende Fachmesse
für Garten lifestyle
und BBQ
growing
inspiration
starts here
Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf Formen des gemeinschaftlichen
Wohnens. Sie zeigen, dass Nachbarschaft nicht zufällig
entsteht, sondern räumlich mitgedacht werden muss. Am
Wienerfeld West in Wien-Favoriten wird eine bestehende Gemeindebausiedlung
schrittweise ersetzt. WUP architektur entwickelt
dort eine Siedlungsstruktur aus kompakten Häusern in
Holzhybridbauweise, privaten Freiflächen und gemeinschaftlich
nutzbaren Erschließungsräumen. Der Musterblock D1 zeigt, wie
überschaubare Nachbarschaften in größerem Maßstab entstehen
können. Auch das Neue Landgut südwestlich des Wiener
Hauptbahnhofs verhandelt Wohnen im städtischen Zusammenhang.
Am Bauplatz D12 bündeln DTFLR und PLOV Architekten
mit B.R.I.O. zentrale Fragen des geförderten Wohnbaus: Leistbarkeit,
soziale Durchmischung, Klimagerechtigkeit und Kreislauffähigkeit.
Das Projekt sucht nach einer Architektur, die systematisch
geplant ist, ohne schematisch zu wirken. Mit Augustine’s
Garden in Riga rückt der Bestand in den Vordergrund. Sampling
Architects verbinden die Sanierung eines Jugendstil-Mietshauses
mit dem Umbau ehemaliger Hofgebäude. Historische Fassaden,
vorhandene Materialien und ein gemeinschaftlicher Garten
machen sichtbar, wie Wohnen aus den Schichten der Stadt weiterentwickelt
werden kann.
Neben diesen kollektiven Wohnformen widmet sich die Ausgabe
auch wieder dem Einfamilienhaus. Nach einem Schwerpunkt auf
mehrgeschossigem Wohnbau im Vorjahr darf diese umstrittene Typologie
diesmal bewusst ihren Platz einnehmen. Das Einfamilienhaus
bleibt, allen ökologischen und raumplanerischen Einwänden
zum Trotz, für viele Menschen ein Wohntraum. Architektonisch
bietet gerade der kleine Maßstab Möglichkeiten, die im großvolumigen
Wohnbau oft schwer durchzusetzen sind. Private Bauherrschaften,
überschaubare Programme und direkte Entscheidungswege
erlauben Details, Materialexperimente und räumliche
Präzision, die im größeren Maßstab häufig an Normen, Kostenrahmen
oder Verwertungslogiken scheitern. Das Einfamilienhaus
bleibt damit ein ambivalentes, aber produktives Versuchslabor.
Die ausgewählten Beispiele zeigen unterschiedliche Zugänge:
Haus Medník von Päivä Architekti versteht Wohnen als präzise
Neuausrichtung eines kleinen Baukörpers zwischen Bestand,
Garten und Landschaft. Die Staggered Cabin in South Lake
Tahoe löst das klassische Haus in eine Abfolge kleiner Hütten
auf und macht Bewegung, Hanglage und Jahreszeiten zum Teil
des Wohnens. Das Haus am See von Anna Kovacs / NANA Architektur
verbindet nahe dem Attersee Wohnen, Praxis und Ferienwohnung
und übersetzt das Motiv des Vierkanthofs in eine
reduzierte zeitgenössische Form.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe!
Andreas Laser
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LIVING
architektur FACHMAGAZIN
4
Inhalt
Editorial 03
Magazin 08
Eine Wohn-Utopie 22
wird klimaneutral
Der fossile Ausstieg des Wohnparks Alterlaa
Wettbewerbe & Awards 26
Raum für Nachbarschaft 28
Siedlung Am Wienerfeld West /
Wien, Favoriten / WUP architektur
Ein Baukasten 34
für Gemeinschaft
Geförderter Wohnbau B.R.I.O. /
Wien, Favoriten / DTFLR & PLOV
Ein Hof mit vielen Schichten 40
Augustine’s Garden / Riga, Lettland /
Sampling Architects
Holz wird Raum 46
Medník Haus /
Luka pod Medníkem, Tschechien /
päivä architekti
Versetztes Wohnen 52
Staggered Cabin /
South Lake Tahoe, Californien /
Mork-Ulnes Architects
Haus der Übergänge 60
Haus am See /
Abtsdorf, Oberösterreich /
NANA Architektur
Naturstein 68
Produkt News 78
edv 104
DigitalBAU 2026: IT-News
und Trends im Überblick
40
52
28
34
46
60
MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich
CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at) • REDAKTION DI Linda Pezzei, Roland Kanfer, Gertraud Gerst, DI Marian Behaneck
LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14 • RESSORT WETTBEWERBE Roland Kanfer (wettbewerbe@architektur-online.com)
GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser • LEKTORAT Mag. Heidrun Schwinger • DRUCK Bauer Promotion
GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)
ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 109,- / Ausland: € 133,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):
€ 75,- / Ausland: € 105,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)
EINZELHEFTPREIS € 15,- / Ausland € 20,- • ABOSERVICE office@laserverlag.at
BANKVERBINDUNG Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000 IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW
UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; • ISSN: 1606-4550
Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied der Redaktion gekennzeichnet
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Villapark Eiche Avorio in einer ruhigen Sortierung
VITREON STAHL - CHARACTERS WASCHTISCH-SCHALE
ARUN MÖBELKOLLEKTION
LAUFEN.CO.AT
architektur FACHMAGAZIN
8
Magazin
Wenn die Fassade
zum Klimaakteur wird
Die Gebäudehülle entscheidet darüber, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht,
wie angenehm die Räume sind und wie nachhaltig gebaut wird. Der Future Skins
Award richtet den Blick genau dorthin: auf die Schnittstelle zwischen Innen und
Außen, zwischen Komfort und Klimaschutz.
Unter dem Titel „Gebäudehüllen für Morgen – Lösungen
und Potentiale für klimapositives Bauen“
wird er 2027 im Rahmen der R+T – Weltleitmesse für
Rollladen, Tore und Sonnenschutz – erstmals ausgelobt.
Gefragt sind keine vollständigen Gebäudeentwürfe,
sondern durchdachte Fassadenlösungen, die
Architektur, Technik und Nachhaltigkeit gleichermaßen
berücksichtigen. Innovative Sonnenschutzsysteme
und intelligente Materialwahl stehen dabei
im Mittelpunkt.
Ein Wettbewerb für Studierende
Der Award richtet sich an Studierende der Fachrichtungen
Architektur, Bauingenieurwesen, Fassadentechnik
sowie verwandter Disziplinen wie Gebäudetechnik,
Umweltplanung oder nachhaltiges Bauen im
gesamten DACH-Raum. Zu gewinnen gibt es neben
Sach- und Geldpreisen auch einen Publikumspreis.
Die besten Arbeiten werden im Februar 2027 auf der
R+T einem Fachpublikum aus Industrie, Handwerk
und Medien präsentiert. Für Studierende bedeutet
das: direkter Kontakt zu Unternehmen, die an innovativen
Lösungen für Fassaden, Sonnenschutz und
Gebäudetechnik arbeiten. Und die Chance, eigene
Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern auch mit Expertinnen
und Experten zu diskutieren, die sie umsetzen
könnten. Einreichungsschluss für den Future
Skins Award ist der 12. Januar 2027; die Preisverleihung
findet am 17. Februar 2027 statt.
Jury aus Architektur, Forschung und Praxis
Bewertet werden die Entwürfe von einer Jury, die
unterschiedliche Perspektiven vereint: Hochschullehre,
Klimaengineering, Architekturpraxis und Nachwuchsförderung.
Mit dabei sind unter anderem Jan
Cremers (Hochschule für Technik Stuttgart (HfT)),
Magdalena Weiss (gmp / Shanghai Academy of Fine
Arts), Volkmar Bleicher (Transsolar / HfT), Mirjam
Schnapper (Landesvorstand (AiP & SiP) AKBW),
Martin Haas (haascookzemmrich STUDIO2050 /
DGNB), Christian Schätz (nexture+) sowie Wilhelm
Hachtel (European-Solar-Shading-Organisation).
Verleihung im Rahmen der R+T 2027
Der Future Skins Award wird im Rahmen der R+T
verliehen – der Weltleitmesse für Rollladen, Tore und
Sonnenschutz. Alle drei Jahre kommen in Stuttgart
über 1.000 ausstellende Unternehmen aus mehr als
40 Ländern zusammen, um Innovationen rund um
Gebäudehüllen, Sonnenschutzsysteme, Antriebstechnik,
technische Textilien und Gebäudeautomation
zu zeigen. Die Messe ist Treffpunkt für Professionals
aus Herstellung, Planung, Handwerk und
Architektur. Die nächste R+T findet vom 15. bis 19.
Februar 2027 statt. Parallel dazu läuft am 18. Februar
2027 der ARCHIKON - Landeskongress für Architektur
und Stadtentwicklung, der zusätzliche Impulse
und Vernetzungsmöglichkeiten für Architektinnen
und Architekten bietet.
Eine Plattform für neue Ideen
Der Future Skins Award schließt die Lücke zwischen
dem, was an Hochschulen entwickelt wird, und dem,
was die Industrie braucht. Die Fassade wird dabei
nicht als statische Hülle verstanden, sondern als aktives
Element, das auf Klima reagiert, Energie steuert
und Lebensqualität schafft. Genau dort setzt der
Wettbewerb an.
www. futureskins.eu
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Gibt der Nacht
die Dunkelheit zurück
Magazin
BEGA Aufsatzleuchten mit Dark Sky Technologie lenken
das Licht hocheffizient nur dahin, wo es benötigt wird.
Eine Erhellung des Nachthimmels wird vermieden.
bega.com/darksky
Das gute Licht.
architektur FACHMAGAZIN
10
Magazin
Stab für Stab
© Maximilian Wessely
Mit HORST entwickelten heri&salli und Kohlmaier
Wien ein Objekt an der Grenze von Sitzmöbel, Raumfigur
und konstruktiver Studie. Ausgangspunkt war
eine Handskizze von heri&salli. Aus Gesprächen und
gemeinsamer entstand über einen Zeitraum von 18
Monaten ein serienreifes Projekt.
Der Name HORST bezieht sich auf ein aus „Zweigen“
gefügtes Nest. Diese Referenz wird konstruktiv
übersetzt: 61 Stäbe bilden eine umhüllende Struktur
um einen innenliegenden Würfel. Der Würfel steht
dabei für eine geometrische Idealfigur menschlicher
Vermessung. HORST verbindet damit eine unregelmäßig
wirkende äußere Stabordnung mit einem klar
definierten inneren Volumen. Es schafft eine Begrenzung,
ohne einen geschlossenen Raum auszubilden.
Die Konstruktion umgibt den Sitzbereich, bleibt aber
durchlässig. So entsteht ein Möbel, das Sitzen, Rückzug
und Aufenthalt miteinander verbindet.
Gefertigt wird HORST aus Buchenholz, Kaltschaum
und Stoff. Die Produktion setzt auf Materialien heimischer
Herkunft und rein mechanische Verbindungsmittel.
Die Abmessungen betragen rund 130 × 130 ×
130 Zentimeter. Die Stabkonstruktion wurde gemeinsam
mit SFK aus Kirchham (OÖ) weiterentwickelt.
Umbaukultur als offenes Labor
Mit „Stadtabdrücke – Landabläufe“ verwandeln die
Architekturkollektive circa. und asphalt das Haus der
Architektur in Graz in ein prozesshaftes Labor für
Fragen des Weiterbauens. Im Zentrum steht der Blick
auf das Vorhandene: auf Materialkreisläufe, Alltagsinfrastrukturen,
Spuren und Routinen, die oft übersehen
werden, aber eine zentrale Grundlage für eine
ressourcenschonende Baukultur bilden.
Die beiden beteiligten Kollektive entwickeln dabei
komplementäre Perspektiven. asphalt untersucht
kommunale Bauhöfe und Abfallsammelstellen im
ländlichen Raum. Diese meist pragmatisch organisierten
Orte erscheinen als Schnittstellen zwischen Logistik,
Ausnahmezustand und improvisierter Ordnung.
In kartografischen Mappings, multimedialen Porträts
und studentischen Arbeiten werden ihre räumlichen
Qualitäten ebenso sichtbar wie ihre Potenziale für
eine Praxis der Bauteilwiederverwendung.
circa. richtet den Blick auf jene oft übersehenen, „infraordinären“
Räume der Stadt – Übergänge, Restflächen
und alltägliche Strukturen, die urbane Erfahrungen
leise, aber nachhaltig prägen. Durch genaue
Beobachtung, Abdruck, Zeichnung, Text, Fotografie
sowie Sieb- und Prägedruck entsteht ein wachsender
Atlas urbaner Erinnerungen und Transformationen.
Stadt wird hier nicht nur dokumentiert, sondern
als Archiv gelesen und als Ressource für künftiges
Handeln verstanden.
Das Format versteht sich ausdrücklich nicht als abgeschlossene
Ausstellung, sondern als wachsender
Diskursraum zwischen Dokumentation, Archiv und
räumlicher Inszenierung. Workshops, Gespräche,
ein Symposium sowie studentische Beiträge erweitern
das Labor über mehrere Wochen hinweg. Der
Kick-off findet am 30. Mai 2026 im Rahmen der Architekturtage
im HDA Graz statt; das Labor läuft bis
31. Juli 2026.
www.hda-graz.at
© circa, asphalt
11
Magazin
DRAUSSEN
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architektur FACHMAGAZIN
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Magazin
Fotos: Adam Scott Images
Stiller Dachraum
Das Architekturbüro Turner Architects hat mit
„A Ply Loft“ einen zuvor als Stauraum genutzten
Dachraum in ein kompaktes Schlaf- und
Arbeitszimmer umgewandelt. Der Eingriff nutzt
das vorhandene Volumen unter dem Dach und
entwickelt daraus einen zurückgezogenen
Raum für Ruhe und konzentriertes Arbeiten.
Prägendes Material ist Birkenmultiplex, das Wände,
Deckenflächen und Einbauten durchgehend bekleidet.
Die einheitliche Ausführung verbindet die
unterschiedlichen Flächen zu einem zusammenhängenden
Innenraum und gibt dem Ausbau eine klare
konstruktive Lesbarkeit. Sichtbare Fugen, Kanten
und Anschlüsse sind zurückhaltend ausgebildet, sodass
Material und Verarbeitung den Charakter des
Raums bestimmen. Die Geometrie des Dachraums
wird genutzt, um Ausblicke auf Himmel und Stadt
zu rahmen, ohne die Privatheit des Zimmers aufzugeben.
Tageslicht fällt gedämpft auf die Holzoberflächen
und verändert die Wahrnehmung des Raums im
Tagesverlauf. So entsteht ein Dachausbau, der nicht
allein zusätzliche Nutzfläche schafft, sondern den
bestehenden Wohnraum um eine präzise gefasste,
ruhig genutzte Ebene ergänzt.
13
Magazin
architektur FACHMAGAZIN
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Magazin
Temporäres
Zuhause
Das von hirner & riehl architekten stadtplaner bda geplante Jugendwohnhaus in
Straubing reagiert auf eine Aufgabe, die über die Bereitstellung von Schlafplätzen
hinausgeht: Es verbindet temporäres Wohnen für Auszubildende mit gemeinschaftlichen,
pädagogisch nutzbaren Räumen und einer auf Effizienz ausgelegten
Holzbauweise. Das Haus dient dem Berufsschulverband Straubing-Bogen als Unterkunft
für Jugendliche, die während des Blockunterrichts nicht täglich an ihren
Wohnort zurückkehren können.
Fotos: Sebastian Schels
Der Neubau steht auf einem trapezförmigen Grundstück
in einem heterogenen Umfeld aus Verkehrsinfrastruktur,
kleinteiliger Wohnbebauung, gewerblichen
Nutzungen und städtebaulichen Restflächen. Mit
seinem winkelförmigen Baukörper fasst das Gebäude
das Areal neu: Zwei Flügel bilden eine klare Raumkante
und schirmen einen rückwärtigen Freibereich
mit Begrünung und Sportfläche ab. Die Organisation
folgt einer einfachen, gut lesbaren Hierarchie. Im
Erdgeschoss befinden sich Empfang, Wartebereich,
Speisesaal, Aufenthaltsräume, Küche, Werkstätten
und betriebliche Bereiche. Die größere Raumhöhe
von drei Metern entspricht den gemeinschaftlichen
Funktionen und lässt die öffentlichen Bereiche vom
kompakteren Zimmertrakt unterscheiden. Darüber
liegen Verwaltung, Gruppenräume und die Wohngeschosse.
Die Zimmer sind seriell angeordnet, übereinandergestapelt
und auf kurze Wege ausgelegt.
Insgesamt bietet das Haus rund 150 Wohnplätze in
Einzel- und Doppelzimmern; ergänzend gibt es barrierefreie
Zimmer und ein Bereitschaftszimmer für
pädagogisches Personal.
u
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15
Magazin
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architektur FACHMAGAZIN
16
Magazin
Rückzug, Begegnung, Vorfertigung
Die Gruppenräume mit Teeküchen liegen jeweils an
den Gelenkpunkten der beiden Flügel. Damit sind
sie nicht als Restflächen behandelt, sondern als wiederkehrende
Orte im Alltag der Bewohnerinnen und
Bewohner. Sie ergänzen die kleinen privaten Zimmer
und geben dem Gebäude eine soziale Mitte auf
den Etagen. Diese räumliche Struktur entspricht der
Nutzung: Das Jugendwohnhaus ist kein klassisches
Wohnheim für dauerhaftes Wohnen, sondern eine
temporäre Unterkunft für junge Menschen in Ausbildung.
Es muss Rückzug ermöglichen, aber auch
Kontakt, Betreuung und Orientierung unterstützen.
Konstruktiv ist das Gebäude als Hybridbau angelegt.
Das Erdgeschoss besteht aus mineralischen
Baustoffen und bildet den Sockel für die darüberliegende
Holzkonstruktion. Tragende Wände wurden
in Brettsperrholz ausgeführt; Decken bestehen aus
Brettsperrholz beziehungsweise Brettstapelholz. Die
Planung setzt auf serielle Elemente und einen hohen
Vorfertigungsgrad. Außenwände wurden im Werk mit
Fenstern, Sonnenschutz und Lüftungsgeräten ausgestattet,
die Bäder als vorgefertigte Raummodule
auf die Baustelle geliefert. Diese Vorgehensweise
verkürzt Abläufe auf der Baustelle und passt zur modularen
Grundstruktur der Zimmer.
www.architektur-online.com
17
Magazin
Der Holzbau ist auch Teil des energetischen und ökologischen
Konzepts. Rund 1.600 Kubikmeter nachwachsende
Rohstoffe wurden im Gebäude verbaut;
außerdem erhielt das Projekt eine Förderung für den
Einsatz nachwachsender, Kohlenstoff speichernder
Baustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung. Auf
dem hinterlüfteten Flachdach ist eine Photovoltaikanlage
installiert, die zur Energieversorgung beiträgt.
Das Gebäude ist nach Niedrigstenergiestandard geplant
und folgt dem Prinzip des einfachen Bauens:
kompakte Geometrie, reduzierte Flächen, robuste
Materialien und wiederholbare Bauteile.
Im Inneren bleibt Holz an vielen Stellen sichtbar: an
Wänden, Decken, Böden und Einbauten. In den öffentlichen
Bereichen und Erschließungszonen ergänzen
dunkle Werksteinplatten die helleren Holzoberflächen.
Die Individualräume nutzen sichtbare Holzoberflächen
und Industrie-Stäbchenparkett. Die Gestaltung setzt
weniger auf dekorative Mittel als auf Materialkontinuität,
Tageslicht und robuste Details. Austauschbare
Wandverkleidungen berücksichtigen die intensive
Nutzung durch wechselnde Bewohnergruppen. •
architektur FACHMAGAZIN
18
Magazin
Die Spirale am Hang
Mit dem Wohnhaus Bergspirale in Weiach realisierte BE Architektur GmbH unter
der Leitung von Boris Egli ein privates Plusenergiehaus, dessen räumliches
Konzept direkt aus der steilen Hanglage entwickelt wurde. Der Neubau nutzt das
Gefälle nicht nur als topografische Vorgabe, sondern übersetzt es in eine fortlaufende
innere Erschließung über Split-Level.
Fotos: Vito Stallone
Der Zugang liegt hangseitig auf Eingangsniveau und
ist mit der Garage verbunden. Von hier aus entfaltet
sich das Haus als Folge von Podesten, die sich im
Uhrzeigersinn hangabwärts bewegen. Diese gestufte
Erschließung ersetzt die klassische Abfolge von
Geschossen, Treppenläufen und Korridoren durch
eine zusammenhängende Wohnlandschaft. Der Weg
durch das Gebäude führt über zwei Ebenen bis zum
talseitigen Garten, wo die innere Bewegung wieder in
den Außenraum übergeht.
Die Höhenversätze übernehmen dabei eine zentrale
räumliche Funktion. Sie gliedern die Wohnbereiche,
ohne diese durch feste Innenwände voneinander abzutrennen.
Nutzung, Erschließung und Aufenthalt
liegen nicht nebeneinander, sondern sind Teil derselben
Struktur. Das schafft Spielräume für Veränderungen:
Die Podeste können in unterschiedlichen
Lebensphasen anders bespielt werden, ohne dass die
bauliche Grundordnung angepasst werden muss.
Auch konstruktiv folgt das Haus dem Prinzip der Reduktion.
Im Inneren bleibt der Betonrohbau sichtbar
und übernimmt Tragwerk, Oberfläche und räumliche
Ordnung zugleich. Auf zusätzliche Schichten wie Unterlagsböden,
Trittschalldämmung, Bodenbeläge und
Gipserarbeiten wurde verzichtet. Die Konstruktion
wird dadurch lesbar und der Materialeinsatz verringert.
Außen bildet eine hinterlüftete Holzschalung
die Fassadenebene. Während die innere Betonstruktur
dauerhaft angelegt ist, bleibt die äußere Holzhaut
langfristig erneuerbar.
Das energetische Konzept ist in die Gebäudehülle integriert.
Die Dacheindeckung ist vollständig als Photovoltaikanlage
ausgeführt und produziert laut Projektangaben
rund viermal mehr Energie, als Gebäude
und Elektroauto benötigen. Das Haus ist Minergie-zertifiziert.
Zur Haustechnik gehören eine Erdsonde mit
Freecooling, thermoaktive Bauteilsysteme zur Wärmeverteilung
sowie eine kontrollierte Wohnungslüftung
mit Enthalpietauscher. Auf Dachwasserfallrohre wurde
verzichtet; das Regenwasser wird seitlich abgeleitet
und auf dem Grundstück versickert.
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19
Magazin
architektur FACHMAGAZIN
20
Magazin
Zwischen Architektur und Forschung
Mit dem Campo Breitenlee entstand im Wiener Nordosten ein beispielhaftes Modell
für zukunftsorientiertes, klimabewusstes und leistbares Wohnen. Die Wohnhausanlage
mit 324 Wohnungen von den gemeinnützigen Bauträgern ÖVW und
Wiener Heim – geplant von Treberspurg & Partner und synn architekten, ausgeführt
von der Strabag – verbindet städtebauliche und architektonische Qualität
mit innovativer Gebäudetechnik und aktueller Forschung.
Fotos: Hertha Hurnaus
Lockere, kleinteilige Bebauung und Wohnblöcke bilden
eine Übergangszone zwischen Stadt und Land;
passive Maßnahmen wie Durchlüftung, Beschattung
und Begrünung prägen das Konzept. Zentrales Element
ist die Betonteilaktivierung: Die Betondecken
dienen als thermische Speichermassen und fungieren
als Flächenheiz- und -kühlsystem. Zum Einsatz
kamen Halbfertigteile mit robotisch eingelegter Bauteilaktivierung.
So wird ein energieeffizienter Betrieb
bei niedrigen Systemtemperaturen ermöglicht und
zugleich ein behagliches Raumklima geschaffen. In
Kombination mit Tiefenbohrungen, Brunnen, Photovoltaik
und Wärmepumpen trägt die Betonteilaktivierung
wesentlich zur Senkung des Energieverbrauchs
bei. Das Energiekonzept setzt zu 100 Prozent auf erneuerbare
Energie.
Über den Stand der Technik hinaus geht das Projekt
durch die Einbindung eines Forschungsprojekts der
Boku Wien zur prädiktiven Steuerung der Bauteilaktivierung.
Anders als konventionelle Regelstrategien
bezieht das System Wetterprognosen ein. Der
thermische Speicher des Gebäudes kann dadurch
vorausschauend geladen oder entladen werden, um
überschüssige Wärme aus sonnigen Perioden zu
speichern oder nächtliche Abkühlung optimal zu nutzen.
Diese intelligente Steuerung steigert die Ener-
gieeffizienz, erhöht den Anteil erneuerbarer Energien
im Gesamtsystem, reduziert Lastspitzen und trägt
zur Stabilisierung des Energienetzes bei.
Der Campo Breitenlee zeigt eindrucksvoll, wie
Architektur, Landschaftsplanung, Bauwirtschaft
und Forschung zusammenwirken können, um den
Wohnbau ökologisch, sozial und technisch weiterzuentwickeln
– zu einem zukunftsweisenden Plusenergiequartier,
das u. a. mit dem Österreichischen
Betonpreis 2025 ausgezeichnet wurde.
Mehr Einblicke bietet der
Online-Vortrag zu Campo
Breitenlee beim Turn On
Festival 2026.
www.architektur-online.com
21
Magazin
Outdoor-Dekoration,
-Möbel und Adventure
Die spoga+gafa, die weltweit führende Fachmesse
für Gartenlifestyle und BBQ, findet vom 22. bis 24.
Juni 2026 in Köln mit einem überarbeiteten Konzept
statt. Unter dem Titel „growing forward “ bündelt die
Messe ihre Neuerungen, mit denen sie auf die dynamischen
Marktentwicklungen im Sinne der Grünen
Branche, das veränderte Konsumverhalten und die
Anforderungen an moderne Fachmessen reagiert.
Die bewährten Schwerpunkte Living (Dekoration &
Möbel), Creation&Care (Ausstattung und Technik
für die Gartengestaltung, Pflanzen und Pflanzenpflege)
und BBQ bleiben zentrale Säulen der spoga+gafa.
Ergänzt werden sie ab 2026 um die neue
Themenwelt Outdoor Adventure, die den wachsenden
Wunsch nach Bewegung, Natur und Erlebnis, ob
Camping, Wandern, Angeln oder Spiel und Sport im
Garten widerspiegelt.
© Koelnmesse GmbH, Alita Holzhauer
www.spogagafa.de
© Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner
© Koelnmesse GmbH, Alita Holzhauer
WASCHTISCH
DUO
erneut
HEWI präsentiert: DUO – der Keramikwaschtisch, der durch seine Variabilität in Farbe und Oberfläche,
ob glänzend oder matt, beeindruckt. DUO steht für harmonische Paarung und bietet durch
vielfältige Kombinationsmöglichkeiten enorme Individualisierungsspielräume. HEWI zeigt mit DUO
sein tiefes Verständnis für exzellentes Design und zeitlose Eleganz. www.hewi.com
architektur FACHMAGAZIN
22
Magazin
Eine Wohn-Utopie
wird klimaneutral
Wien, die internationale Hauptstadt des sozialen Wohnbaus, will im Gebäudesektor
bis 2040 klimaneutral werden. Während neue Stadtgebiete bereits mit erneuerbaren
Energielösungen versorgt werden, gibt es auch bei der Dekarbonisierung
des Gebäudebestands erste Erfolge. Ein Leuchtturmprojekt auf diesem Gebiet ist
der fossile Ausstieg des Wohnparks Alterlaa, in dem so viele Menschen leben wie
in einer Kleinstadt.
Text: Gertraud Gerst
Der Wohnpark Alterlaa ist eine Ikone des
sozialen Wohnbaus im Süden von Wien. Anfang
der 1970er-Jahre vom österreichischen
Architekten Harry Glück entworfen, gelten
die bis zu 94 Meter hohen Terrassenbauten
mit über 9.000 Einwohnerinnen und Einwohnern
als Antithese sogenannter Brennpunkt-Siedlungen.
Nirgendwo sonst sind die
Menschen so kollektiv zufrieden mit ihrer
Wohnsituation, wie regelmäßige Umfragen
bestätigen. Wer einmal hier wohnt, zieht
nicht mehr weg. Nach Glücks Konzept des
„gestapelten Einfamilienhauses“ verfügt
jede Wohnung über eine private Außenfläche
wie Balkon oder Loggia, die von anderen
nicht einsehbar ist. Aber es sind vor
allem die gute Infrastruktur und die gemeinschaftlichen
Einrichtungen, die diese Stadt
in der Stadt so erfolgreich machen. Etwa die
21 Saunen, die sieben Dachpools und die
Hallenbäder: Was klingt wie die Ausstattung
eines noblen Apartment-Hotels, zählt hier
zum genossenschaftlichen Wohnstandard.
Diese Freizeiteinrichtungen sollten laut den
Plänen des Architekten zum Treffpunkt werden,
unabhängig vom Einkommen und frei
nach dem Motto: „In der Badehose sind wir
alle gleich.“ Das experimentelle Wohnprojekt,
das auf einer sozialen Utopie basiert,
ist zum Erfolgsmodell geworden.
www.architektur-online.com
23
Magazin
© Christian Lendl
Mit einem der größten geplanten
Erdsondensysteme Europas soll
der Wohnpark Alterlaa schrittweise
klimaneutral werden.
© Christian Lendl
Nun, über 50 Jahre nach dem Baubeginn,
tritt der Wohnpark in eine neue Ära ein.
Jetzt heißt es: Decarb Alterlaa! So lautet
auch der Name des zugehörigen Forschungsprojekts,
das den Umbau begleitet.
Die Satellitenstadt soll zum klimaneutralen
Quartier werden und für einen disruptiven
Moment in der Wiener Wärmewende sorgen.
„Bei diesem Vorhaben handelt es sich
um ein europaweit einzigartiges Leuchtturmprojekt,
bei dem an die 3.200 Wohnungen
auf einen Schlag dekarbonisiert
werden“, sagt Magdalena Wolf von der
Universität für Bodenkultur Wien, die die
Forschungsarbeit betreut. Treibende Kraft
dahinter ist der Bauträger: die Gemeinnützige
Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft
GESIBA, die sich zu 99,97 Prozent im Eigentum
der Stadt Wien befindet.
12.000 Tonnen CO 2 pro Jahr verheizt
Das Forschungsteam hat in einer einjährigen
Studie sondiert, welche der Maßnahmen
zur Dekarbonisierung am Standort
umsetzbar sind und was den höchsten
Effekt hat. Dabei soll die Architektur von
Harry Glück klarerweise bewahrt, der energieintensive
Baustandard der 1970er- und
1980er-Jahre ertüchtigt und die fossilen
Heizkessel durch Wärmepumpenlösungen
ersetzt werden. Die errechnete CO 2 -Bilanz
zeigt das hohe Einsparungspotenzial: Um
auf der Bruttogrundfläche von 340.000
Quadratmetern für behagliche Temperaturen
zu sorgen und Warmwasser bereitzustellen,
entstehen aktuell 12.000 Tonnen
CO 2 -Emissionen pro Jahr. Wenn es gelingt,
diesen Hebel erfolgreich zu betätigen,
könnte das ein Multiplikator sein auf dem
Weg zur postfossilen Ära in Wien.
Die drei rund 350 Meter langen Wohnblöcke
mit der prägnanten Schlotform werden
schrittweise saniert, einer nach dem anderen.
Der Fokus liegt dabei auf energieeffizienteren
Fenstern und der Dämmung von
Sturz und Parapet bei den Loggien. „Größere
Flächen zu dämmen ist aufgrund der
Bauweise nicht möglich, aber in der Simulation
haben wir gesehen, dass die Maßnah-
men ausreichen, damit die Wärmepumpen
effizient arbeiten können“, erklärt die Ingenieurin
Magdalena Wolf.
u
© BOKU
Magdalena Wolf, Senior Scientist am Department
für Naturwissenschaften und Nachhaltige
Ressourcen der BOKU
architektur FACHMAGAZIN
24
Magazin
Gute Kommunikation ist gefragt
Bei einem Sanierungsprojekt von dieser
Größenordnung darf nichts schiefgehen,
deshalb wird es auf mehreren Ebenen wissenschaftlich
begleitet. Neben der technischen
Seite der Sanierung kümmert sich ein
Büro für nachhaltige Stadtplanung um den
sozialwissenschaftlichen Aspekt. Damit an
der hohen Wohnzufriedenheit der Bewohner
nicht gerüttelt wird, ist es notwendig,
die Umbaumaßnahmen von Anfang an gut
zu kommunizieren. Partizipation ist nicht
etwas, das erst gestern erfunden wurde. In
Alterlaa ist sie seit über 50 Jahren gelebte
Praxis und mitunter der Grund dafür, warum
die Anlage heute so gut in Schuss ist. Als
Teil der internen Kampagne wird es einen
Infostand und eine Musterwohnung geben,
in denen sich die Bewohner selbst ein Bild
davon machen können, wie sich die Sanierung
künftig auf das Wohngefühl auswirkt.
© Christian Lendl
Schwimmen mit Weitblick: Die Pools auf den Dächern von Alterlaa stehen
exemplarisch für Harry Glücks Idee von leistbarem Komfort für alle.
Ein Wärmekraftwerk für
die Stadt in der Stadt
Anstelle der Gaskessel tritt eine multivalente
Wärmeversorgung der Gebäude über
Wärmepumpen, gibt Wolf Einblick in das
künftige Energiesystem. Dafür werden mehrere
Wärmequelllen in einer innovativen
Kombination genutzt. Da die Wohnblocks
über weitläufige Parkanlagen verfügen, gibt
es genug Platz für die geothermische Erschließung.
Mit 780 Tiefenbohrungen entsteht
hier eines der größten Erdsondenfelder
in Europa. Damit bekommt Alterlaa ein eigenes
Kraftwerk, das die Wärme aus rund 150
Metern Tiefe nutzt, um den Großteil der Wärme
zu erzeugen, die das Quartier benötigt.
Ergänzend speist sich das neue Heizsystem
aus der Abluft, die den Wohnpark täglich in
großen Mengen und mit einer Durchschnittstemperatur
von 22 Grad verlässt.
Der Wohnpark Alterlaa basiert auf Gemeinnützigkeit
und der Philosophie „Fair Living“,
die leistbaren Komfort und gerechte Qualität
für alle verspricht. Dies soll auch nach
seiner angepeilten Wärmewende so bleiben.
„Es gäbe auch andere Möglichkeiten
der Dekarbonisierung, die in den Investitionskosten
definitiv günstiger wären, aber
später mit hohen Betriebskosten für die
Bewohner einhergehen würden. Das möchte
der Bauträger auf jeden Fall vermeiden“,
sagt Wolf.
Gesetzlich ist es in Österreich nämlich so
geregelt, dass bei einem Energieträgerwechsel
jeder einzelne Mieter eines Objekts
zustimmen muss. Dasselbe gilt im
Wohnungseigentum und ist bei der Umsetzung
der Dekarbonisierungsmaßnahmen
oft eine Herausforderung, weiß Stefan
Sattler, Referatsleiter in der Abteilung
Energieplanung der Stadt Wien. Das Ass im
Ärmel des fossilen Ausstiegs ist dabei die
Gebäudekühlung, die oft mit der Dekarbonisierung
Hand in Hand geht, und das ohne
zusätzlichen Aufwand oder Mehrkosten.
Erst vorletzten Sommer hatte Wien einen
neuen Rekord an Hitzetagen zu verzeichnen.
„Die Gebäudekühlung wird daher in
Zukunft noch viel wichtiger werden“, so
Sattler. „Wir sehen in der Praxis, dass dieser
Mehrwert der Gebäudekühlung oft ein
ausschlaggebendes Argument ist, dass die
Personen auch mitmachen.“
Vorzeigeprojekte der Stadt
Die in Wien bereits erfolgreich dekarbonisierten
Gebäude – unterstützt durch diverse
Fördertöpfe – werden in seiner Abteilung
gesammelt und über die Initiative „100
Projekte Raus aus Gas“ sichtbar gemacht.
Auch prominente Bauwerke wie das
KunstHausWien zeigen, wie nachhaltiger
Betrieb und architektonisches Erbe
zusammengehen können.
© Paul Bauer
Stefan Sattler, Referatsleiter in der
Energieplanung der Stadt Wien
© Stadt Wien / Christian Fürthner
www.architektur-online.com
Sie zeigt Gründerzeitbauten, die zu Passivhäusern
wurden, Hotels, die dank Grundwasserbrunnen
jetzt auf Ölheizung und
Klimaanlage verzichten können, und auch
berühmte Bauwerke wie das KunstHaus-
Wien, dessen nachhaltiger Betrieb wohl
ganz im Sinne seines Schöpfers, des Künstlers
und Umweltpioniers Friedensreich
Hundertwasser, ist.
25
Magazin
Bei neuen Stadtentwicklungsgebieten sind
erneuerbare Energielösungen, die oft ein
ganzes Quartier versorgen, bereits Standard.
Dass dies auch im Bestand funktioniert,
zeigt etwa das Projekt SmartCity
Baumgarten. „Auf dem Grundstück eines
Neubaus war viel Platz für Erdsonden verfügbar.
Mit der gewonnenen Wärme und
Kälte werden drei bestehende Gebäude
mitversorgt“, sagt Sattler. In dichter bebauten
Vierteln, wo zu wenig Platz für Tiefensonden
ist, darf seit vier Jahren auch auf
öffentlichem Grund, wie zum Beispiel am
Gehsteig, gebohrt werden. Das Potenzial,
das die Geothermie für den Gebäudebestand
bietet, ist auch im innerstädtischen
Bereich enorm hoch und bislang nur zu einem
kleinen Teil erschlossen.
© LANG Consulting
In der SmartCity Baumgarten versorgt ein Erdsondenfeld nicht nur Neubauten, sondern auch
bestehende Gebäude mit erneuerbarer Wärme und Kälte.
Im Wohnpark Alterlaa geht es Mitte 2026
an die Umsetzung. Dann wird damit begonnen,
die Gebäudehülle des ersten Turms
entsprechend zu optimieren. Schon jetzt
entwickelt das Mammutprojekt eine Strahlkraft,
die über die Grenzen des Landes hinausreicht.
Die Abteilung für Wohnbauförderung
(MA 50), die den Sanierungsprozess
betreut, bekommt zur Zeit Besuch von
Stadtplanern aus der ganzen Welt.
So, wie das Wiener Wohnmodell eine preisdämpfende
Wirkung auf den hiesigen Wohnungsmarkt
hat, so dürfte es auch die Dekarbonisierung
des Bestands beschleunigen.
Rund 60 Prozent der Wiener leben in sozial
gefördertem Wohnraum und mit 220.000
Gemeindewohnungen ist Wien der größte
Vermieter Europas und kann damit die Stoßrichtung
vorgeben. Dass die Stadt ihre kommunalen
Wohnbauten nicht privatisiert hat,
so wie viele andere Metropolen, macht sich
nun auch bei der Klimawende bezahlt. •
Fenster-Markisen als Designelement:
Textiler Sonnenschutz
Ton in Ton mit der Fassade
/ Charakterstarke Produkte für zeitgenössische Architektur*
/ Nachhaltige, windstabile Verschattungslösungen
/ Einfache Sonnenschutz-Planung dank digitalisierter Prozesse
Mehr erfahren: www.warema.at/architekten
* Ritterstraße 16, Berlin: In geschlossenem Zustand verwandeln die außenliegenden Markisen das kreative
Bürogebäude in ein homogenes Betonrelief aus strahlendem Weiß. Foto: Schnepp Renou
architektur FACHMAGAZIN
26
Wettbewerbe & Awards
Optimale Nutzung
Architekt Stefan Jos gewinnt den geladenen Realisierungswettbewerb für den
Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der Bergrettung in Jerzens.
Jerzens ist ein typisches Haufendorf mit 889 Einwohnern
im vorderen Pitztal auf ca. 1.105 Meter Meereshöhe.
Die Gemeinde Jerzens hat sich entschieden, das in die
Jahre gekommene Feuerwehrgerätehaus durch ein neues
Einsatzzentrum für Feuerwehr und Bergrettung zu
ersetzen, das der bestmöglichen Sicherheit der Bevölkerung
– auch gemeindeübergreifend – und der Gäste
als Tourismusgemeinde gerecht werden soll.
Neubau des Feuerwehrgerätehauses und
der Berg rettung in der Gemeinde Jerzens
Auslober: Gemeinde Jerzens, Tirol
DAS PROJEKT
Verfahrensorganisation: Ulrich Kapferer, Amt der Tiroler Landesregierung,
Geschäftsstelle für Dorferneuerung
Art des Verfahrens: Geladener Realisierungswett bewerb
Jury (o. Titel):
Fachpreisrichter:
Peter Schneider,
Hannes Lechner,
Martin Schönherr
Sachpreisrichter:
Bgm. Johannes Reinstadler,
Bgm-Stv. Markus Schöpf,
Feuerwehrkommandant
Fabian Schultes,
Kommandant-Stellv. Daniel Grutsch,
Ortsstellenleiter Bergrettung
Daniel Reinstadler,
Philipp Eiter, Bergrettung
Jurysitzung
29.01.2026
Lageplan
www.architektur-online.com
27
Magazin
Erdgeschoss
Ansicht Süd
Jurybeurteilung (gekürzt)
Es entsteht eine städtebaulich schlüssige Setzung
des Neubaus in direktem Bezug zum östlich angrenzenden
Bestandsbau. Dem Projektverfasser gelingt
es, die anspruchsvolle topografische Situation
optimal zu nutzen und zugleich einen übersichtlichen
Vorplatz auszubilden, ohne die begrenzten
Potenziale des Bauplatzes zu überdehnen. Besonders
hervorzuheben ist die gelungene Einbindung
an der Westseite des Grundstücks in unmittelbarer
Nähe zur bestehenden Wohnbebauung. Der Wettbewerbsbeitrag
überzeugt durch seine gekonnte
städtebauliche Setzung und die daraus resultierende
klare statisch-konstruktive
Gesamtkonzeption. Die
vorgeschlagene Massivholzdeckenkonstruktion
über
der Fahrzeughalle ist durch
eine Massivbaukonstruktion
zu ersetzen.
© Pia Watzenboeck
DAS BÜRO
Seit 2020 ist Stefan Jos (*1987,
Leutschach) Assistent an der
ETH Zürich, ab 2026 zudem
Dozent. Er lebt und arbeitet in
Österreich und der Schweiz.
Was ist eure Vision, was macht euch aus?
Stefan Jos: Resiliente, materialeffiziente Tragstrukturen denken,
die aneignungsoffen sind und künftige Anpassungen fördern.
Respektvoller Umgang mit Grund und Boden – Kompaktheit
und Einfachheit, die Landschaft und Tiere einbeziehen.
www.stefanjos.com
architektur FACHMAGAZIN
28
Wohnraum
Raum für
Nachbarschaft
Siedlung Am Wienerfeld West / Wien, Favoriten / WUP architektur
Text: Andreas Laser Fotos: Tschinkersten Fotografie
www.architektur-online.com
29
WUP architektur
Am Wienerfeld West in Wien-Favoriten wird eine bestehende
Gemeindebausiedlung schrittweise ersetzt. Die
Planung von WUP architektur arbeitet mit kompakten
Häusern in Holzhybridbauweise, gemeinschaftlich
nutzbaren Erschließungsräumen und privaten Freiflächen
für jede Wohnung. Der fertiggestellte Musterblock
D1 zeigt, wie die künftige Siedlung aufgebaut sein soll:
als Folge kleinerer Häuser mit wiederkehrenden Bauteilen
und überschaubaren Nachbarschaften.
Die ursprüngliche Siedlung Wienerfeld West wurde
zwischen 1939 und 1942 unter den Bedingungen des
Zweiten Weltkriegs errichtet. Schon kurz nach dem
Einzug kam es zu ersten Beschwerden über Baumängel.
In den folgenden Jahrzehnten wurden die
Gebäude repariert, erweitert und oft in Eigenregie an
die Bedürfnisse der Bewohner:innen angepasst. Aus
der gewachsenen Kleinsiedlungsstruktur mit ihren
privaten Gärten entstand eine Anlage mit auffallend
viel individueller Aneignung – zugleich verschlechterte
sich die bauliche Substanz zunehmend. Statikprobleme,
Baumängel und nicht mehr zeitgemäßer
Wohnkomfort führten 2021 zur Entscheidung, die
Siedlung nicht zu sanieren, sondern etappenweise
neu zu bauen.
u
architektur FACHMAGAZIN
30
Wohnraum
Jede Wohnung erhält
einen eigenen Außenbereich
– als Garten, „Grüne
Brücke“ oder Dachterrasse.
Damit bleibt privater
Freiraum auch in der
dichteren Neubebauung
Teil des Wohnkonzepts.
www.architektur-online.com
31
WUP architektur
Neue Häuser in vertrauter Körnung
Die neue Anlage übernimmt Grundzüge der bestehenden
Struktur. Die Baukörper bleiben kleinteilig
organisiert, erhalten jedoch etwas größere Grundflächen,
um zeitgemäße Wohnungsgrundrisse zu
ermöglichen. Die Planung basiert im Wesentlichen
auf zwei Haustypen, die je nach Lage kombiniert
werden. In der ersten Bauphase wurde auf Baufeld
D1 der größere Typ mit elf Wohnungen realisiert.
Insgesamt sind für die Siedlung 307 Wohneinheiten
und ein Supermarkt vorgesehen; Stellplätze entstehen
in einer zentralen Tiefgarage am nördlichen
Rand. Nicht jedes Haus wird unterkellert. Stattdessen
werden Fahrrad- und Einlagerungsräume in
etwa jedem fünften Haus gebündelt, ergänzt durch
die zentrale Sammelgarage. Diese Organisation
reduziert den unterirdischen Bauaufwand und hält
zusätzliche Versiegelung gering.
Zwischen Gemeinschaft und Rückzug
Die Kleinteiligkeit der Anlage hat Folgen für die Erschließung.
Jede Wohnung ist barrierefrei erreichbar;
in der endgültigen Siedlung bedeutet das eine
hohe Zahl von 25 Stiegenhäusern mit Aufzügen.
Diese Notwendigkeit wird im Entwurf nicht nur
als funktionale Anforderung behandelt, sondern
als Möglichkeit, überschaubare Nachbarschaften
zu bilden. Ein zentrales Element dafür ist die „Gemeinschaftsbassena“.
Die überdachte Zone vor
den Wohnungseingängen verbindet Stiegenhaus,
Erschließung und gemeinschaftlich nutzbare Fläche
mit einem Fokus auf alltägliche Begegnungen
und Nachbarschaft. Als eigener Bereich ist sie
auch gestalterisch ablesbar: an der wechselnden
Materialität aus Betonkonstruktion, Metallgeländern
und Metallpergola sowie an der vorherrschenden
Farbe Gelb. Durch die transparente Gestaltung
mit Netzgittern bleibt sie zugleich mit der
weiteren Nachbarschaft verbunden. Sie kann für
kleine Feste, Pflanzbeete, Spielflächen oder eine
gemeinsame Tafel genutzt werden. Pro Geschoss
liegen drei bis vier Wohnungen an diesem Bereich,
die über die Eingangstür hinaus zusätzlich mit
mindestens einem Fenster angebunden sind. Das
sorgt nicht nur für einen direkten Bezug, sondern
ermöglicht auch eine effektive Querlüftung selbst
bei kompakten Grundrissen.
Die Wohnungen sind auf unterschiedliche Haushaltsgrößen
ausgelegt. Die Flächen liegen überwiegend
zwischen etwa 50 und 100 Quadratmetern;
einzelne größere Wohnungen erreichen rund 125
Quadratmeter und decken damit auch den Bedarf
großer Familien ab. Räume mit zwei Zugängen und
Schiebewänden erlauben es, Nutzungen zu trennen
oder zusammenzuschalten. Die Grundrisse
reagieren damit flexibel auf wechselnde Lebenssituationen,
ohne die Wohnungen grundsätzlich
umbauen zu müssen. Mit Holzböden, sichtbaren
Holzträgern und Holz-Alu-Fenstern wird die konstruktive
Materialwahl auch in der alltäglichen
Wahrnehmung der Wohnungen fortgeführt. u
Die Gemeinschaftsbassena verbindet Stiegenhaus,
Erschließung und gemeinschaftlich nutzbare Fläche.
architektur FACHMAGAZIN
32
Wohnraum
Räume mit zwei Zugängen
und Schiebewänden
erlauben unterschiedliche
Zuschaltungen. Die Grundrisse
können damit flexibel
auf veränderte Haushaltsformen
oder den täglichen
Bedarf reagieren.
Vom Privatgarten zum gestaffelten Freiraum
Die neue Siedlung setzt gegenüber der Ausgangslage
stärker auf gemeinschaftliche Grünflächen als auf die
bisher identitätsstiftenden Individualgärten. Dennoch
erhält jede Wohnung zumindest einen eigenen Außenbereich.
Zur Gartenseite sind den Häusern begehbare
Pflanztröge vorgelagert. Diese „Grünen Brücken“
sind rund 22 Quadratmeter groß und übernehmen je
nach Lage unterschiedliche Funktionen: Im Erdgeschoss
bilden sie eine Laube im privaten Garten, im
ersten Obergeschoss werden sie als nutzbare Außenfläche
eingesetzt. Durch ihre Größe und ausreichende
Pflanztiefe können diese Freiflächen wie echte Gärten
genutzt werden. Für die obersten Geschosse kommen
Dachterrassen hinzu. Die privaten Außenräume
werden durch gemeinschaftlich nutzbare Flächen
zwischen den Häusern ergänzt. Dort sind Spielbereiche,
Beete und Aufenthaltszonen vorgesehen; neue
Durchgänge öffnen die Mittelzone der Siedlung stärker
für die Nachbarschaft.
Vom Bauteil zum Raumklima
Konstruktiv setzt das Projekt auf eine Hybridbauweise.
Tragende Außenwände werden als Holzriegelwände
ausgeführt, innerhalb der Wohnungen
kommen Massivholzwände sowie Holzstützen und
Unterzüge zum Einsatz. Die Decken bestehen aus
vorgefertigten Holzhybridrippendecken mit aktivierter
Betonplatte. Beton wird dort eingesetzt, wo Speichermasse,
Brandschutz, Aussteifung oder Tragverhalten
sinnvoll sind; die Stiegenhäuser und Teile des
Untergeschosses sind entsprechend in Stahlbeton
geplant. Die Holzelemente, die Erschließungsbereiche
und die „Grünen Brücken“ sind konstruktiv getrennt,
was die Anschlüsse vereinfacht und die Vorfertigung
unterstützt.
Das Energiekonzept kombiniert je Haus eine
Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktivierten Bauteilen
und Photovoltaik auf den Dächern. Die Decken dienen
zum Heizen und Kühlen; im Erdgeschoss ergänzt
eine Fußbodenheizung das System. Für den Sommer
ist eine moderate Temperierung über die aktivierten
Bauteile vorgesehen, die die Raumtemperatur
um etwa drei bis vier Grad senken kann. Zusammen
mit der Querlüftung über die Bassena oder über Eck
entsteht ein einfaches Mittel gegen Überhitzung, das
ohne zusätzliche technische Komplexität auskommt.
Konstruktion, Erschließung und Energiekonzept
sind damit nicht als getrennte Ebenen behandelt,
sondern greifen im Aufbau des Hauses ineinander.
Der Musterblock D1 zeigt diese Verbindung im Maßstab
eines ersten Bausteins. Die nächsten Bauabschnitte
befinden sich derzeit in Ausschreibung; die
Fertigstellung der gesamten Anlage ist bis spätestens
2030 vorgesehen.
•
P 9
www.architektur-online.com
33
WUP architektur
OG 2
bereits realisierter Musterblock D1
OG 1
EG
TOP 10 TOP 11
Siedlung Am Wienerfeld West
Wien, Favoriten
Bauherr:
Generalplanung:
Architektur:
Wiener Wohnen / WIP
WUP architektur & FCP
WUP architektur (Alexander Jägers, Kristina Kraml,
Attila Jung, Raphaela Leu, Caroline Husty)
GP-Management: FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH
(Katharina Indra)
Freiraumplanung: DnD Landschaftsplanung
Tragwerksplanung: RWT Plus
TGA:
Lechner+ Partner Ingenieure GmbH
Wettbewerb: 1. Rang, EU-weiter Realisierungswettbewerb 2022
Planungsbeginn: 2023
Bauzeit: 2024 -2030
Fertigstellung Musterblock: 2025
www.wup-architektur.com
„Die bestehende Siedlung war stark von privaten Gärten
und nachbarschaftlichen Strukturen geprägt. Mit
der Gemeinschaftsbassena und den „Grünen Brücken“
führen wir diese Qualitäten in anderer Form weiter: als
gemeinschaftliche Erschließungszone im Haus und als
großzügige Freiräume unmittelbar an den Wohnungen.“
Bernhard Weinberger & Andreas Gabriel
WUP architektur
architektur FACHMAGAZIN
34
Wohnraum
Ein Baukasten
für Gemeinschaft
Geförderter Wohnbau B.R.I.O. / Wien, Favoriten / DTFLR & PLOV
Text: Andreas Laser Fotos: EMILBLAU / Martin Geyer
www.architektur-online.com
35
DTFLR & PLOV
Südwestlich des Wiener Hauptbahnhofs
entsteht mit dem „Neuen Landgut“ ein
neues Stadtquartier auf einem rund neun
Hektar großen Areal. Neben rund 1.500
Wohnungen umfasst die Entwicklung
Bildung, Gewerbe, Büros und großzügige
Freiräume. Am Bauplatz D12 setzen DTFLR
und PLOV Architekten mit B.R.I.O. einen
Wohnbau um, der die großen Gegenwartsfragen
des geförderten Wohnens bündelt:
Leistbarkeit, soziale Durchmischung,
klimagerechtes Bauen, Kreislauffähigkeit
und eine Architektur, die trotz hoher Systematik
nicht schematisch wirkt.
B.R.I.O. ist ein Akronym mit mehreren Lesarten: Im
Wettbewerb stand es für „bewohnerfreundlich, recyclingfähig,
inklusiv und offenherzig“, an anderer Stelle
für „bunt, robust, innovativ, offen“ oder „bewohnerfreundlich,
recyclingfähig, innovativ, ortsbezogen“.
Gleichzeitig schwingt darin, angesichts der Holzbauweise
und der Lage an der Bahn, eine feine Anspielung
auf die bekannte Holz-Spiel-Eisenbahn mit.
Gerade diese Mehrdeutigkeit passt zu einem Wohnbau,
der nicht auf eine einzelne Erzählung reduziert
werden will. Das Projekt von DTFLR und PLOV Architekten
verbindet soziale Durchmischung, zirkuläres
Denken und konstruktive Systematik zu einem präzise
organisierten Ganzen. Die Zusammenarbeit der
beiden Büros war arbeitsteilig nach Leistungsphasen
strukturiert – DTFLR übernahm die frühen Phasen
bis zur Genehmigung, PLOV die Ausführung – und
blieb zugleich von kontinuierlicher gemeinsamer Abstimmung
geprägt.
Ein Quartiersbaustein mit Rückgrat
Städtebaulich folgt das Ensemble dem Masterplan
des Neuen Landguts und reagiert zugleich präzise
auf die Lage zwischen Landgutgasse und Bahntrasse.
Drei Bauteile bilden einen geschlossenen Rücken
zur Bahn, während ein solitärer Baukörper entlang
der Landgutgasse eine urbane Adresse formuliert.
Zur Bahn hin übernimmt die Bebauung auch eine
schützende Funktion: Sie schirmt den Binnenraum
akustisch ab; Schallschutzverglasungen und vorgelagerte
Loggien sichern die Wohnqualität an der
lärmbelasteten Kante. Trichterförmig aufgeweitete
Durchgänge verbinden den bahnseitigen Freiraum
mit dem Binnenraum und schaffen jene Durchlässigkeit,
die das Quartier nicht abschottet, sondern in die
Nachbarschaft einbindet. Der zweigeschossige Sockel
wirkt als Schnittstelle zur Stadt: Kindergarten,
Umweltberatung, Bewegungsräume, Angebote der
Volkshilfe sowie gemeinschaftliche Bereiche beleben
die Erdgeschosszone und öffnen das Haus für die
Nachbarschaft. Darüber liegen die Wohngeschosse
als leichter, vorgefertigter Holz-Hybridbau. u
architektur FACHMAGAZIN
36
Wohnraum
Disziplin, die Freiheit schafft
Das konstruktive Grundprinzip ist ein konsequent
durchgehaltenes Raster von 3,20 mal 3,20 Metern.
Was zunächst nach maximaler Disziplin klingt, wird
im Projekt zum Instrument räumlicher Freiheit. Die
Skelettbauweise trennt Tragstruktur und Innenausbau,
reduziert Spannweiten und ermöglicht langfristig
veränderbare Grundrisse. Von kompakten
1,5-Zimmer-Apartments über Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen
bis zu durchgesteckten Maisonetten
entsteht ein breites Spektrum an Wohnformen.
Alle Wohnungen verfügen über private
Freiräume in Form von Loggien oder Balkonen; durch
die differenzierte Baukörperausbildung ergeben sich
viele Eckorientierungen und vielfältige Ausblicke.
Besonders bemerkenswert ist die Verbindung aus hoher
Vorfertigung und materialökonomischer Präzision.
Oberhalb des massiven Sockels prägen vorgefertigte
Holz-Riegel-Wandelemente die Wohnfassaden; zugleich
bleiben Erschließungs- und Kernbereiche als
robuste, mineralische Elemente ablesbar. So entsteht
ein Wechselspiel aus leichter Holzstruktur, massiven
Bauteilen und vorgelagerten Freiräumen. Die Betonfertigteildecken
kommen aufgrund des engen Stützenrasters
mit nur 16 Zentimetern Stärke aus. In diese
schlanken Deckenelemente wurde die Bauteilaktivierung
bereits werkseitig integriert – auf der Baustelle
konnten die Leitungen über vordefinierte Aussparungen
in den Randbereichen nach dem Prinzip „Plug
and Play“ verbunden werden. Damit verschiebt sich
Komplexität von der Baustelle in die kontrollierte Vorfertigung,
reduziert Schnittstellen zwischen Gewerken
und erhöht die Ausführungsqualität. Gegenüber einer
konventionellen Ortbetonbauweise konnte die Bauzeit
laut DTFLR um rund sechs Monate verkürzt werden.
www.architektur-online.com
37
DTFLR & PLOV
Ablesbare Konstruktion, gebrochene Strenge
Diese Logik prägt auch die Fassaden. Die Zahl unterschiedlicher
Fensterformate wurde reduziert, um
Serialität im Fertigungsprozess zu ermöglichen – Zugleich
sorgen der zweigeschossig begrünte Sockel,
darüber gestaffelte Ebenen und eine wechselnde
Höhenentwicklung der Baukörper für ein wohlproportioniertes
und vielschichtiges Gesamtensemble.
Der modulare Ansatz bleibt ablesbar, wird aber durch
Loggien, Balkone, Sockelvorsprünge, Begrünung und
Kunst am Bau räumlich wie visuell gebrochen. Großformatige
Figuren des Wiener Künstlers Golif setzen
dabei identitätsstiftende Akzente: Als silhouettenhafte
Applikationen auf der Holzfassade und als
Graffiti an den Stahlbetonkernen verweisen sie auf
die Vielfalt der künftigen Bewohnerschaft und der
städtischen Umgebung.
u
Großformatige Figuren
des Wiener Künstlers
Golif setzen Akzente auf
der Holzfassade und an
den Stahlbetonkernen.
Sie geben dem seriellen
Wohnbau eine wiedererkennbare,
erzählerische
Ebene.
architektur FACHMAGAZIN
38
Wohnraum
Viele Wohnungen
profitieren von Eckorientierungen
und unterschiedlichen
Ausblicken.
Die gegliederte Baukörperform
übersetzt das
Raster in abwechslungsreiche
Wohnsituationen.
Grün als klimatische Infrastruktur
Klimatisch verfolgt B.R.I.O. einen integralen Ansatz,
der Gebäudetechnik, Materialwahl und Freiraumgestaltung
zusammendenkt. Eine Wärmepumpenanlage
zur Kühlung, Bauteilaktivierung, Photovoltaik,
dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
sowie Fernwärme werden mit einem vielschichtigen
Grünsystem aus Hof, Dachflächen und Sockelfassaden
kombiniert. Auf den Dächern verdichtet
sich dieses Konzept bald zu einer parkartigen Landschaft:
Hohe Substrataufbauten erlauben die Pflanzung
tiefwurzelnder Bäume, die Schatten spenden,
die Luftqualität verbessern und zugleich zur akustischen
Abschirmung der nahen Bahntrasse beitragen.
Retentions- und Verdunstungsflächen sowie Regenwassersammlung
nach dem Schwammstadtprinzip
unterstützen das Mikroklima. So wird die Vegetation
zur bauklimatischen Schicht, die im Zusammenspiel
mit außenliegenden Verschattungen und der thermischen
Speichermasse der Stahlbetondecken die
Sommertauglichkeit des Gebäudes stärkt.
Auch der Anspruch der Kreislauffähigkeit bleibt nicht
abstrakt. Die Holz-Beton-Hybridbauweise minimiert
den Materialeinsatz, setzt auf nachwachsende Rohstoffe,
Öko- beziehungsweise Recyclingbeton und
eine Struktur, die späteren Rückbau und Wiederverwendung
von Bauteilen begünstigt. Der zirkuläre Gedanke
reicht bis in die Nutzung: Gemeinschaftsräume
sollen mit Second-Hand-Möbeln in Kooperation
mit Volkshilfe-Shops ausgestattet werden, um Kreislaufwirtschaft
im Alltag sichtbar und niederschwellig
erfahrbar zu machen.
Wohnen über die Wohnung hinaus
Soziale Nachhaltigkeit ist bei B.R.I.O. kein Zusatzprogramm,
sondern in Grundrisse, Erschließung und
Hausalltag eingeschrieben. Die 176 geförderten Wohnungen,
darunter 88 SMART-Wohnungen, richten
sich an unterschiedliche Haushaltsformen; ein besonderer
Schwerpunkt liegt auf Ein-Eltern-Haushalten.
Für sie sind kompakte Zwei-Zimmer-Wohnungen
mit abgetrennter Schlafnische vorgesehen, die trotz
begrenzter Fläche Privatheit und Rückzug ermöglichen.
Ergänzt wird dieser Wohnungstyp durch ein unterstützendes
Umfeld: Kinderspielraum, Waschsalon
und Coworking liegen räumlich nahe beieinander –
Lernhilfe, Kinderbetreuung, Reparaturcafé, Volkshilfe-Stützpunkt
und Mobilitätsangebote entlasten den
Alltag. Weitere gemeinschaftliche Angebote – von
Lern- und Lesezonen über temporäre Arbeitsplätze,
Fahrrad- und Kinderwagenräume bis zu Gemeinschaftsküchen
an den Dachterrassen – erweitern die
private Wohnung um geteilte Ressourcen. Damit löst
B.R.I.O. den Anspruch ein, den sein Name in mehreren
Lesarten formuliert: als bewohnerfreundlicher, ressourcenschonender
und offener Wohnbau, der Systematik
nicht als Selbstzweck versteht, sondern als
Grundlage für soziale und räumliche Vielfalt. •
ZUL
DBA
47,30M
www.architektur-online.com
39
DTFLR & PLOV
- REDUKTION ERSCHLIESSUNGSFLÄCHE DURCH STAPELUNG DER
MAISONETTEWOHNUNGEN IM 1./2.OG
- BELICHTUNG MITTELGANG ÜBER VERGLASTE
GEMEINSCHAFTSRÄUME IN BT2
OG3
W - Österreichisches Siedlungswerk
dgasse 6-8, A-1080 Wien
trich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH
chgasse 35-37, A-1150 Wien
n@dietrich.untertrifaller.com
PLOV Architekten ZT GmbH
Bloch-Bauer-Promenade 23/6, A-1100 Wien
brio@plov.at
Projekt B.R.I.O.
Projektnr.
3_1640
Wohnanlage Neues Landgut BP D12, 1100 Wien
Format
A3
Planinhalt Grundriss E3
erstellt
geprüft
Maßstab
1:333
Nummer 3_1640-_-A-V-E-333-3103-GRU_E03
Datum
21.04.2022
EG
Bauwerber ÖSW - Österreichisches Siedlungswerk
Feldgasse 6-8, A-1080 Wien
Geförderter
Planverfasser
Wohnbau
Dietrich | Untertrifaller Architekten
B.R.I.O.
ZT GmbH
Flachgasse 35-37, A-1150 Wien
wien@dietrich.untertrifaller.com
Wien, Favoriten
PLOV Architekten ZT GmbH
Bloch-Bauer-Promenade 23/6, A-1100 Wien
brio@plov.at
Projekt
Planinhalt
Nummer
B.R.I.O.
Wohnanlage Neues Landgut BP D12, 1100 Wien
Grundriss E0
3_1640-_-A-V-E-333-3100-GRU_E00
Projektnr.
Format
erstellt
geprüft
Maßstab
Datum
Bauherr:
Österreichisches Siedlungswerk Gemeinnützige Wohnungs AG, ÖSW
Planung:
Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH und PLOV Architekten ZT GmbH
Landschaftsarchitektur:
simzim GmbH & Co KG
Tragwerk, Bauphysik, Energiekonzept: RWT PLUS ZT GmbH
Holzbau und Vorfertigung:
Rubner Holzbau GmbH
Wettbewerb:
2021, 1. Preis
Bauzeit: 2022–2026
Fertigstellung: 02/2026
Nutzfläche: ca. 16.000 m²
www.dtflr.com
www.plov.at
„B.R.I.O. basiert auf einem konsequent systemischen
Ansatz und zeigt, dass serielles
Bauen auch in größerer Gebäudehöhe möglich
ist. Das Projekt vereint architektonische
Qualität, Nutzungsvielfalt, Kontextbezug und
leistbares Wohnen.“
Michael Porath
Associate Partner DTFLR Wien
architektur FACHMAGAZIN
40
Wohnraum
Ein Hof mit
vielen Schichten
Augustine’s Garden / Riga, Lettland / Sampling Architects
Text: Andreas Laser Fotos: Madara Kuplā
Mit Augustine’s Garden in
Riga verbindet Sampling
Architects die Instandsetzung
eines straßenseitigen
Jugendstil-Mietshauses
mit dem Umbau
ehemaliger Hofgebäude
zu Wohnungen. Das
Projekt arbeitet mit den
Schichten des Bestands:
mit historischen Fassaden,
veränderten Werkstattbauten,
vorhandenen
Materialien und einem
Hof, der vom Nebenraum
zum gemeinschaftlichen
Garten wird.
Der Hof war der Ausgangspunkt des Entwurfs. Zwischen
straßenseitigem Mietshaus und niedrigen
Hinterhofbauten lag ein durch Umbauten geprägter
Innenraum, dessen Orientierung zur Sonne und
vorhandener Bewuchs ein wohnräumliches Potenzial
erkennen ließen. In Riga werden solche rückwärtigen
Flächen häufig als Abstellräume des Alltags genutzt
– für Autos, Fahrräder, Geräte oder provisorische Einbauten.
Hier wurde der Hof stattdessen als gemeinschaftlicher
Garten mit Pflanzflächen und kleinen
Übergangszonen vor den Wohnungen aktiviert. Die
Architekten beschreiben ihn als sozialen und räumlichen
Kern des Projekts: Nicht die einzelne Wohnung
allein, sondern das Verhältnis zwischen Innenraum,
Schwelle und gemeinsam genutztem Außenraum
prägt den Alltag.
Aus mehreren Zeiten
Das straßenseitige Mietshaus, ein von Aleksandrs
Vanags entworfener Jugendstilbau in der Ausprägung
der lettischen Nationalromantik, wurde energetisch
ertüchtigt und in seiner Fassadenwirkung
wieder lesbar gemacht. Auf der Straßenseite erfolgte
die Dämmung von innen, um die historische Fassade
nicht zu überformen. Rau und glatt verputzte
Flächen wurden wiederhergestellt, die monochrome
Grundhaltung blieb erhalten. Karminrote Akzente an
Blechdach und Fensterbänken sowie ein olivgrünes
Tor ergänzen den Bestand, ohne ihn formal zu überzeichnen.
In der Tordurchfahrt wurden historische
Wölbungen freigelegt und mit zeitgenössischer Beleuchtung
ergänzt. Die dafür notwendige historische
Recherche übernahmen Sampling Architects selbst.
Archivmaterial bildete die Grundlage für die Abstimmung
mit der Denkmalabteilung der Stadt Riga und
für die Entscheidung, welche Elemente wiederhergestellt,
ergänzt oder unverändert belassen wurden.
Im Hof zeigt sich ein anderes Bild. Die ehemaligen
Industrie- und Werkstattbauten tragen Spuren verschiedener
Bauphasen: keramischer Ziegel, Metallträger,
weißer Kalksandstein aus sowjetischer Zeit
und diverse über die Jahre geschlossene Öffnungen.
Die Architekten nahmen die unterschiedlichen
Bauphasen nicht als Defizit, sondern als vorhandene
Ordnung ernst. Anstatt die Fassaden zu bereinigen,
arbeiteten sie mit den sichtbaren Brüchen weiter.
Neue Bauteile treten als solche auf: Betonsteine an
den Dachrändern, ein rauer weißer Putz auf den gedämmten
Flächen, anders materialisierte Füllungen
ehemaliger Öffnungen. Das Ergebnis ist keine vereinheitlichte
Oberfläche, sondern ein Gefüge, in dem
die verschiedenen Eingriffe nachvollziehbar bleiben.
Diese Ordnung entstand nicht allein am Zeichentisch.
Viele Entscheidungen wurden erst im Abgleich
mit der Baustelle präzisiert. Die Architekten arbeiteten
mit Fotografien, Skizzen und Mustern vor Ort, um
die verschiedenen Zeitschichten der Fassaden nicht
nachträglich zu glätten.
u
www.architektur-online.com
41
Sampling Architects
architektur FACHMAGAZIN
42
Wohnraum
Erhalten, prüfen, ergänzen
Die Umnutzung der Hofgebäude erforderte unterschiedliche
Eingriffe. In einem Bau hatte eine frühere
Lagerhausnutzung bereits tragende Wände durch
Fertigteile und Stahlstützen ersetzt; dadurch war
eine innere Dämmung mit begrenzten strukturellen
Maßnahmen möglich. Bei einem anderen Baukörper
waren die Eingriffe in den Bestand so weitreichend,
dass eine Außendämmung notwendig wurde. Dort
wurden punktuelle statische Ergänzungen in die
Fassade eingefügt, die größere Öffnungen im Erdgeschoss
ermöglichten. Die allgegenwertig vorhandenen
Holzbalken wurden nicht pauschal ersetzt, sondern
im Hinblick auf die neue Nutzung neu bewertet.
Da für Wohnungen geringere Nutzlasten anzusetzen
sind als für die frühere Lagerfunktion, entstand Spielraum
für ihren Erhalt – sofern Zustand, Querschnitte
und Anschlüsse tragwerksplanerisch nachgewiesen
werden konnten. Für den längeren Baukörper war
zudem eine neue Treppe notwendig, um aus der ehemaligen
Werkstattstruktur eine brauchbare Wohnorganisation
zu entwickeln. Auch dieser Eingriff musste
zwischen räumlicher Effizienz und dem Erhalt der
vorhandenen Konstruktion vermitteln.
u
www.architektur-online.com
43
Sampling Architects
Der Garten ist nicht
nur landschaftliche
Ergänzung, sondern
Teil des Nutzungskonzepts.
Essbare
Pflanzen, Aufenthaltsbereiche
und
gemeinschaftlich
zugängliche Flächen
binden Pflege, Ernte
und beiläufige Begegnungen
in den Alltag
des Ensembles ein.
architektur FACHMAGAZIN
44
Wohnraum
Die Fensterbänke sind
nicht nur konstruktive
Details, sondern Teil des
Wohnkonzepts. Sie schaffen
informelle Aufenthaltsorte
an der Schnittstelle
von Wohnung und
Garten und ermöglichen
beiläufige Begegnungen
im Alltag.
Wohnen am Hof
Die Wohnungen reichen von kleinen Studio-Duplexeinheiten
bis zu größeren Apartments mit Terrassen
und französischen Balkonen. Insgesamt entstanden
34 Wohneinheiten: vier Duplexwohnungen, 18 Apartments
und zwölf Hofhäuser. Die Mischung richtet sich
nicht an ein einheitliches Bewohnerprofil. Gedacht waren
unterschiedliche Lebensphasen und Haushaltsformen
– von jungen Einzelpersonen über Familien bis
zu älteren Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Innenräume
führen den Umgang mit dem Bestand fort. Vorhandene
Materialien bleiben erkennbar, werden aber
durch gezielte Farbakzente und neue Oberflächen in
eine wohnliche Atmosphäre überführt. Der frühere
Werkstattcharakter wird nicht ausgelöscht, sondern in
die neue Nutzung eingebunden.
Pflegen, ernten, begegnen
Die Grundrisse sind zudem auf eine enge Beziehung
zum Außenraum angelegt. Besonders im Erdgeschoss
setzen große Fensteröffnungen und breite,
niedrige Betonfensterbänke die Schwelle zwischen
Wohnung und Hof herab. Sie dienen als Sitzflächen,
als informelle Aufenthaltsorte und als räumliche Vermittler
zwischen privatem Innenraum und gemeinschaftlichem
Garten. Auch die privaten Außenbereiche
sind nicht hart abgegrenzt. Kleine Terrassen
liegen auf einem tragfähigen Kiesuntergrund und
können von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit
Möbeln besetzt werden. Sichtschutz entsteht nicht
primär durch bauliche Barrieren, sondern durch Vorhänge,
Möblierung und den mit der Zeit dichter werdenden
Bewuchs. Diese Offenheit ist kein zufälliger
Nebeneffekt, sondern Teil des Wohnkonzepts. Der
Hof soll Begegnung ermöglichen, ohne Privatheit
vollständig aufzugeben.
www.architektur-online.com
45
Sampling Architects
Auch die Bepflanzung folgt diesem Ansatz. Der Garten
wurde als essbarer und gemeinschaftlich nutzbarer
Außenraum gedacht. Ein Gewächshaus ergänzt
die Freiflächen sowohl als Ort für weitere Pflanzen,
als auch als geschützter Treffpunkt. Damit bleibt der
Garten nicht bloße Freifläche, sondern wird Teil der
Wohnpraxis. Pflege, Ernte, Aufenthalt und beiläufige
Begegnungen sind fest in die Nutzung des Ensembles
eingeschrieben.
Vorhandenes nutzen, Wandel vorbereiten
Ökologisch liegt der Schwerpunkt vor allem in der
Weiterverwendung. Durch den Erhalt vorhandener
Bauteile wurden Abbruch, neue Materialien und damit
verbundene Ressourcen reduziert. Technisch
kombiniert das Ensemble Fußbodenheizung mit dezentraler
Lüftung. Der vorhandene Gasanschluss
blieb zunächst als Wärmequelle erhalten; die Anlage
ist jedoch auf eine spätere Umstellung auf Wärmepumpen
vorbereitet. Die energetische Strategie
bleibt damit pragmatisch: Sie nutzt vorhandene Voraussetzungen
und hält zugleich Spielraum für künftige
technische Anpassungen offen.
•
Augustine’s Garden
Riga, Lettland
© Reinis Hofmanis
Bauherr:
Architektur:
Landschaftsplanung:
Hanzas nami
Sampling Architects
ALPS
Bruttogeschossfläche: 1.568 m²
Grundstücksfläche: 830 m²
Wohneinheiten: 34
Wohnungstypen:
4 Duplexeinheiten, 18 Apartments,
12 Hofhäuser
Baubeginn: 08/2023
Fertigstellung: 06/2025
www.sampling-architects.com
„Augustine’s Garden bringt die Bewohner:innen
um einen gemeinsamen grünen Hof zusammen.
Vergrößerte Fensterbänke bilden dabei Übergänge
zwischen innen und außen und schaffen
Orte für alltägliche Begegnungen und gemeinschaftliche
Nutzung. Zugleich folgt das Projekt
einer klaren Haltung der Weiterverwendung: Die
bestehende Struktur wird nicht ersetzt, sondern
im Sinne eines zirkulären Ansatzes an heutige Anforderungen
angepasst.“
Liene Jākobsone & Manten Devriendt
Sampling Architects
architektur FACHMAGAZIN
46
Wohnraum
Holz wird Raum
Medník Haus / Luka pod Medníkem, Tschechien / päivä architekti
Text: Linda Pezzei Fotos: Radek Úlehla
Manchmal braucht
ein Wohnraum keinen
Neubau, sondern eine
Neuausrichtung. Das
Haus Medník von Päivä
Architekti ist ein solches
Beispiel: Ein kleiner,
eigenständiger Baukörper
am Rand von Wald und
Garten, der nicht mehr
Raum schafft – sondern
besseren. Zwischen
Bestand, Landschaft und
Material ist ein Wohn- und
Arbeitsort entstanden,
der aktuelle Fragen nach
Nachhaltigkeit, Nutzung
und Atmosphäre in einer
klaren architektonischen
Geste vereint.
Holz, das durch Feuer behandelt wurde, dunkel wie
die Stämme des umliegenden Waldes: Schon die Fassade
des neuen Atelierpavillons macht klar, dass es
hier weniger um eine Erweiterung im klassischen Sinn
geht als vielmehr um eine architektonische Intervention.
Beim Haus Medník übersetzten Päivä Architekti
die Frage nach zeitgemäßem Wohnen in ein kompaktes,
materiell und räumlich verdichtetes Konzept.
Ausgangspunkt ist ein Wohnhaus aus dem frühen
20. Jahrhundert, das exponiert auf einem felsigen
Hang über dem Sázavatal liegt. Trotz einer früheren
Erweiterung blieb der Bedarf nach einem zusätzlichen
Raum für konzentriertes Arbeiten, Rückzug
und temporäres Wohnen bestehen. Die Antwort darauf
ist kein Anbau im üblichen Sinne, sondern ein
freistehender Pavillon an der Schwelle zwischen Garten
und Wald. Über eine gedeckte Terrasse mit dem
Bestand verbunden, bleibt dieser unangetastet – und
der Blick ins Tal erhalten.
Diese Grundsatzentscheidung war für das Projekt
von zentraler Bedeutung: Der neue Baukörper respektiert
die Topografie, die gewachsene Vegetation
und die bestehenden Sichtachsen. Statt die alte Eiche
zu entfernen, ist diese nun integraler Bestandteil
der Architektur. Sie wächst durch die Terrasse und
macht die Nähe zur Landschaft physisch erfahrbar.
Auch konstruktiv folgt der Entwurf dieser zurückhaltenden
Linie. Der Pavillon ruht auf Mikropfählen,
die den Eingriff in den felsigen Untergrund minimieren.
Ein Stahlrahmen bildet das tragende Gerüst, das
durch eine Holzstruktur ergänzt wird. Letztere wurde
in großen Teilen vom Bauherrn selbst realisiert. Diese
Form der Partizipation prägt nicht nur die Konstruktion,
sondern auch die Atmosphäre des Hauses. So
ist ein Bauwerk entstanden, das entworfen und zugleich
angeeignet wurde.
u
www.architektur-online.com
47
päivä architekti
Der freistehende Atelierpavillon
positioniert sich an der
Grenze zwischen Garten und
Wald – mit Blick über das
Sázavatal und einer Fassade
aus dunkel behandeltem
Lärchenholz.
architektur FACHMAGAZIN
48
Wohnraum
Besonders prägnant ist die Materialstrategie. Außen
kam opaliertes, vor Ort behandeltes Lärchenholz
zum Einsatz, dessen Oberfläche mit der Zeit weiter
nachdunkeln und sich der Umgebung annähern wird.
Die Fassade wird somit zum vermittelnden Element
zwischen gebauter Struktur und Wald: Sie ist robust,
wartungsarm und zugleich atmosphärisch dicht. Im
Inneren kehrt sich dieses Bild bewusst um. Helle,
gebürstete Bioplatten aus Fichtenholz schaffen eine
ruhige, warme Raumstimmung. Wände, Möbel und
Stauraum sind als durchgehendes System konzipiert,
in das Funktionen integriert und visuell reduziert
wurden. Küche, Stauraum und Nebenfunktionen treten
in den Hintergrund, sodass der Raum offen für
unterschiedliche Nutzungen bleibt.
Helle Fichten-Bioplatten, integrierte Möbel
und eine eingehängte Galerie schaffen
ein ruhiges Raumkontinuum für Arbeiten,
Wohnen und Rückzug.
www.architektur-online.com
49
päivä architekti
Zentraler Raum ist das Atelier: ein lichter, zum Tal
hin geöffneter Bereich mit großen Schiebeelementen
und direktem Bezug zur Terrasse. Darüber liegt eine
einfache, eingehängte Galerie, die den Raum vertikal
erweitert und als Schlaf- oder Rückzugsbereich
dient. Diese Überlagerung von Funktionen – Arbeiten,
Wohnen, Rückzug – macht den eigentlichen
Mehrwert der Erweiterung aus.
Das Haus Medník zeigt damit exemplarisch, wie
Wohnraum heute neu gedacht werden kann: nicht als
Addition von Fläche, sondern als maßgeschneiderte
Ergänzung. Der Pavillon ist Atelier, Gästezimmer und
Rückzugsort zugleich – ein Raum, der sich je nach
Situation öffnet oder schließt, der im Sommer Teil
des Gartens wird und im Winter ein introvertiertes
Refugium bildet. Gerade in seiner Maßstäblichkeit
liegt die Qualität des Projekts. Mit rund 72 Quadratmetern
Nutzfläche entsteht eine räumliche Dichte,
die weit über die Größe hinausgeht – geprägt von
klarer Materialwahl, konstruktiver Einfachheit und
einer Haltung, die den Ort nicht überformt, sondern
behutsam inszeniert.
u
architektur FACHMAGAZIN
50
Wohnraum
Nachgefragt bei Miloš Munzar
Wie haben Sie die Materialauswahl zwischen
dem bestehenden Gebäude und dem
Anbau gestaltet, um einerseits sicherzustellen,
dass sich die neue Holzkonstruktion
deutlich abhebt, sie andererseits aber im
Alltag als natürliche Erweiterung des ursprünglichen
Hauses wahrgenommen wird?
Es besteht ein Materialkontrast zwischen alt
und neu, kalt und warm, schwer und leicht.
Stein und Holz. Das ist die Grundidee bei
der Materialauswahl. Bei der Formgebung
haben wir uns an den typischen Merkmalen
des Gebäudes orientiert: den horizontalen
Tragplatten und dem schrägen Walmdach.
Diese kompositorischen Elemente haben
wir aufgegriffen, entsprechend der neuen
Aufgabe eingesetzt und in ein neues Material,
nämlich Holz, umgesetzt.
Die Lärchenschalung wird mit der Zeit
dunkler und grau werden. Welche Rolle
spielt diese Patina beim langfristigen
Wohnen an der Grenze zwischen Garten
und Wald in Bezug auf Instandhaltung,
Alterung und Atmosphäre?
Das natürliche Recht des Holzes – aber
letztlich jedes Gebäudes – ist es, zu Staub
zu zerfallen und zu verrotten. Wir haben die
wunderbare Gelegenheit, diesen Prozess im
Laufe der Zeit zu beobachten. Bei natürlichen
Materialien können wir dies als Altern
bezeichnen. Das Holz wurde direkt vor Ort
durch Gerben behandelt. Wir haben diese
Technologie vorab an einem kleinen Bauwerk
getestet. Die behandelte Oberfläche
steht in voller Harmonie mit dem Charakter
des Ortes.
Was die Instandhaltung betrifft, so handelt
es sich im Wesentlichen um eine wartungsfreie
Technologie. Es ist lediglich darauf zu
achten, dass Moos oder Algen an exponierten
Stellen entfernt werden. Wenn man in
Waldnähe wohnt, muss man von Zeit zu Zeit
lediglich Laub wegfegen oder die Dachrinnen
reinigen. Die Holzpflege an exponierten
Stellen kann einfach mit einem Hochdruckreiniger
erfolgen. Wo das Holz durch
ein Dach geschützt ist, ist überhaupt keine
Pflege erforderlich.
Welche räumlichen und sensorischen
Effekte waren Ihnen für das Wohnen und
Arbeiten wichtig, und wie verändert das
Material die Wahrnehmung im vergleichsweise
kleinen Studio- und Schlafbereich?
Wir haben uns im Innenbereich für eine
Admonter Holz-Bio-Platte entschieden, die
eine helle, angenehme Atmosphäre schafft
und sich warm anfühlt. Das Material ist fein
gebürstet, wodurch es sich sehr angenehm
anfühlt. Absolut entscheidend ist, dass diese
lebendige Oberfläche das reflektierte
Licht wunderschön streut und somit eine
sehr weiche Wirkung erzielt. Das Material
ermöglichte es uns zudem, Wandverkleidung,
Möbelbau und Türen gleichzeitig zu
realisieren. Dadurch wurde der gesamte
Raum erheblich vereinfacht. So können
Küche, Ankleidezimmer und Stauräume
„verschwinden“ und der Innenraum ist für
verschiedene Situationen und Nutzungsmöglichkeiten
bereit.
Der neue Raum dient als Atelier, Gästezimmer
und Rückzugsort: Inwieweit
ermöglichen sich hier unterschiedliche
Nutzungen, von konzentriertem Arbeiten
über das Leben im Sommer bei geöffneten
Schiebetüren bis hin zum introvertierten
Rückzug im Winter?
Die Hauptanforderung des Bauherrn war
ausreichend Licht. Zum Beispiel zum Malen.
Natürlich geht es auch um den Blick auf die
Landschaft und den Kontakt zum Garten,
der das ganze Jahr über intensiv genutzt
wird. Daher ist der Hauptwohnbereich offen
gestaltet, mit großen Fenstern, von oben
beleuchtet und durch Holzterrassen im
Außenbereich erweitert. Es ist jedoch auch
möglich, die Jalousien und die Fassadenläden
zu schließen und so ein Gefühl von geborgener
Dunkelheit im Haus zu schaffen.
www.architektur-online.com
51
päivä architekti
0 1 5 10m
0 1 5 10m
Ein Teil der Bauarbeiten wurde von den
Eigentümern selbst ausgeführt – inwiefern
beeinflusst diese „selbstgebaute“
Tragkonstruktion heute das tägliche
Leben der Nutzer?
Ich möchte an dieser Stelle die Haltung des
Bauherrn gegenüber dem gesamten Prozess
würdigen – von der allerersten Skizze
bis zum letzten Barhocker in der Küche. Es
war eine Teamarbeit, die auf Dialog basierte.
Wir haben in dem Bewusstsein gebaut,
dass es sich um ein offenes Spiel handelte.
So konnten wir auf neue Ideen reagieren, die
sich im Laufe des Bauprozesses ergaben,
und einige Anpassungen vornehmen, die
den ursprünglichen Entwurf bereicherten.
Die Wahl der Baumaterialien wurde auch
durch die schwierige Erreichbarkeit der
Baustelle und die Möglichkeiten des Bauunternehmers
beeinflusst. Daher mussten
Materialien gewählt werden, die sich leicht
und einfach transportieren lassen – typischerweise
Holzbalken.
•
0 1 5 10m
0 1 5 10m 0 1
Medník Haus
Luka pod Medníkem, Tschechien
Bauherr:
Planung:
Team:
Statik:
privat
päivä architekti
Miloš Munzar, Tomáš Kovalčík
Miroslav Krössl
Grundstücksfläche: 159 m²
Bebaute Fläche: 87 m²
Nutzfläche: 72 m²
Planungsbeginn: 2020
Bauzeit:
2 Jahre
Fertigstellung: 2024
Baukosten:
ca. 470.00 Euro
www.paiva.cz
„Das natürliche Recht des Holzes –
aber letztlich jedes Gebäudes – ist es,
zu Staub zu zerfallen und zu verrotten.
Wir haben die wunderbare Gelegenheit,
diesen Prozess im Laufe der Zeit
zu beobachten.“
Miloš Munzar, päivä architekti
architektur FACHMAGAZIN
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Wohnraum
Versetztes
Wohnen
Staggered Cabin / South Lake Tahoe, Californien / Mork-Ulnes Architects
Text: Linda Pezzei Fotos: Joe Fletcher
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53
Mork-Ulnes Architects
Was passiert, wenn das
klassische Einfamilienhaus
nicht mehr als kompakter
Baukörper, sondern als Abfolge
kleiner Hütten gedacht
wird? Das Projekt „Staggered
Cabin“ in South Lake Tahoe
übersetzt das Wohnen in eine
räumliche Bewegung entlang
von Hang, Wald und Jahreszeiten
und formuliert damit
ein überraschend angemessenes
Modell für das Leben
jenseits der Stadt.
Auf über 1.800 Metern Höhe, wo sich die Siedlungsränder
von South Lake Tahoe in die Wälder
der Sierra Nevada auflösen, steht kein klassisches
Haus. Stattdessen findet man dort eine
locker angeordnete Gruppe dunkler Volumen,
die sich zwischen Jeffrey-Kiefern und Felsformationen
den Hang hinunter staffeln. Die „Staggered
Cabin“ von Mork-Ulnes Architects versteht
Wohnraum weniger als Objekt denn als Beziehung
– zur Topografie, zum Klima und zum Alltag
ihrer Bewohner. Ausgangspunkt war ein Wochenendrefugium.
Mit der Entscheidung der Bauherren,
dauerhaft aus der Bay Area in die Berge zu
ziehen, verschob sich jedoch der Anspruch: Aus
einem Rückzugsort für das Wochenende wurde
ein alltagstaugliches Zuhause. Die Antwort der
Architekten fällt bewusst minimalistisch aus –
und gerade deshalb so konsequent.
Wohnen als Sequenz statt Grundriss
Drei schuppenartige Baukörper bilden keine
kompakte Einheit, sondern ein räumliches Kontinuum.
Sie sind leicht gegeneinander verschoben
und durch wenige Stufen statt Flure sowie durch
Sichtachsen anstelle von Türen miteinander verbunden.
So entsteht ein Haus, das sich nicht in
Zimmer, sondern in Situationen gliedert: ein zentraler
Wohnraum, der sich zu zwei Seiten öffnet,
Schlafräume, die jeweils auf eigene Außenbereiche
reagieren, sowie Übergänge, die mehr Landschaft
als Innenraum sind. Diese räumliche Staffelung
erzeugt eine Bewegung, die auf dem Papier kaum
sichtbar ist. Wer hier lebt, durchquert das Haus
entlang von Licht, Blicken und Höhenversprüngen
und hat dabei immer Bezug zur Umgebung. u
architektur FACHMAGAZIN
54
Wohnraum
Der zentrale Wohnraum
verbindet die einzelnen
Baukörper und öffnet sich
zu zwei Seiten in die umgebende
Natur – Innenund
Außenraum gehen
fließend ineinander über.
Kompaktheit als Entwurfsstrategie
Mit rund 110 m² gehört das Haus bewusst zu den kleineren
seiner Art. Anstatt die Fläche zu maximieren,
wurde das Volumen genutzt: Steil geneigte Pultdächer
schaffen Höhe, Mezzanine erweitern die Nutzbarkeit
und Einbauten ersetzen Möbel. So entsteht ein Raumgefühl,
das zwischen Intimität und Großzügigkeit
changiert. Kinder klettern entlang integrierter Strukturen,
es entstehen versteckte Ebenen über Schränken
und selbst der Wohnraum bleibt absichtlich offen
– nicht möbliert, sondern bespielbar. Minimalismus ist
hier kein ästhetisches Statement, sondern ein funktionales
Prinzip: Weniger Möbel bedeuten mehr Bewegungsfreiheit
und mehr Flexibilität im Alltag.
Architektur, die den Ort liest
Der vielleicht stärkste Moment dieses Projekts ist
seine Beziehung zum Gelände. Anstatt den Hang zu
nivellieren, folgt das Gebäude seiner Topografie. Die
Volumen „umfließen” bestehende Felsbrocken und
Bäume, wodurch kleine Höfe und Zwischenräume
entstehen – Außenräume, die genauso wichtig sind
wie die Innenräume. So ergeben sich Mikro-Landschaften:
ein sonniger Platz im Hang, ein geschützter
Hof zwischen Felsen oder ein dichter Waldraum.
Jeder Teil des Hauses reagiert auf eine andere Weise
auf die Nähe zur Natur. Durch diese Strategie wird
nicht nur der Eingriff in das Gelände reduziert – auch
die Wahrnehmung des Hauses verändert sich. Es erscheint
nicht als gebautes Objekt, sondern als Teil
einer gewachsenen Struktur.
Das Klima als Entwurfsparameter
Auch energetisch folgt die Architektur einem einfachen,
aber konsequenten Prinzip: Form statt Technik.
Schmale Gebäudetiefen ermöglichen Querlüftung,
hoch liegende Fensterbänder bringen Licht tief in
den Raum und die Dachgeometrie ist so ausgelegt,
dass Schnee nicht nur abgleitet, sondern gezielt als
zusätzliche Dämmschicht im Winter gehalten wird.
Nachhaltigkeit zeigt sich hier nicht in sichtbarer
Technologie, sie liegt in der Selbstverständlichkeit
der Lösungen. Das Gebäude nutzt, was der Ort vorgibt:
Licht, Luft und Schnee.
Ein anderes Modell von Wohnraum
Die eigentliche Qualität der „Staggered Cabin” liegt
jedoch in ihrer Typologie. Sie ist weder ein Chalet
noch ein klassisches Einfamilienhaus. Stattdessen
funktioniert sie wie eine kleine Hofstruktur, ein Ensemble
aus Einzelteilen, die gemeinsam ein Ganzes
bilden. Dadurch wird Wohnen zur Abfolge von Innenund
Außenräumen, von Rückzug und Öffnung, von
Nähe und Weite. So entsteht für eine junge Familie
ein Alltag, der sich nicht im Haus, sondern zwischen
Haus und Landschaft abspielt. Gerade darin liegt
ihre Relevanz. In einer Zeit, in der Wohnraum oft über
seine Fläche definiert wird, zeigt dieses Projekt eine
andere Möglichkeit: Es ist kompakt, gut durchdacht
und eng mit dem Ort verwoben.
u
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Mork-Ulnes Architects
architektur FACHMAGAZIN
56
Wohnraum
Wie ist es Ihnen gelungen, den Spagat zwischen einer
minimalistischen Ästhetik und den sehr pragmatischen
Anforderungen an Stauraum und Flexibilität
im Familienleben zu schaffen?
Die Form des Gebäudes und die stark begrenzte
Grundfläche sorgen dafür, dass diese Ziele nicht im
Widerspruch zueinander stehen. Wo die Pultdächer
höher werden, ergab sich die Möglichkeit, Zwischengeschosse
einzubauen. Hohlräume über funktionalen
Elementen wie Schränken können zudem als Stauraum
genutzt werden. Da die Abstände knapp bemessen
und die Grundflächen relativ klein sind, sorgt
die Offenhaltung der Gemeinschaftsbereiche für
Flexibilität. Eine stärkere Zweckbindung und Einrichtung
des Wohnzimmers beispielsweise würde dessen
Nutzungsmöglichkeiten einschränken, ohne dass andere
Bereiche im Haus als Ausgleich dienen könnten.
Einbauten aus Douglasienholz, Mezzanine und reduzierte
Möblierung maximieren die Nutzbarkeit auf kompakter
Fläche und schaffen flexible Räume für den Familienalltag.
Nachgefragt bei Casper Mork-Ulnes
Das Projekt hat sich von einem Wochenend-Ski-Refugium
zum ständigen Familienwohnsitz entwickelt.
Welche gestalterischen Änderungen waren für das
tägliche Leben auf einer so kompakten Grundfläche
am wichtigsten?
Die Anpassungen waren sehr subtil, was vor allem
dem minimalistischen Lebensstil der Auftraggeber
und den Einschränkungen durch die begrenzte
Grundfläche geschuldet ist. Zusätzlich zu den bereits
geplanten Mezzanin-Räumen, die auf maximale
Funktionalität ausgelegt waren, haben wir nach weiteren
Stauraummöglichkeiten und Aufenthaltsbereichen
für die Kinder gesucht. Diese befinden sich
über den Schränken und unter einer eingebauten
Bank. Außerdem haben wir die räumlichen und funktionalen
Unterschiede zwischen den beiden Nebenschlafzimmern
betont. Eines davon wurde zu einem
vielseitig nutzbaren Raum mit einer Kletterwand.
Angesichts des Kundenwunsches nach einem Haus
mit „kompromisslosem Minimalismus“ fielen die Änderungen
jedoch überraschend gering aus.
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57
Mork-Ulnes Architects
Auf welche konkreten räumlichen Strategien haben
Sie gesetzt, damit sich ein so kompaktes Haus langfristig
weitläufig und wohnlich anfühlt?
Abgesehen von den bereits erwähnten hohen Decken
und Zwischengeschossen trägt die spezifische
Art und Weise, wie die Volumen miteinander verbunden
sind, zu einem Gefühl von räumlichem Fluss und
Komplexität bei. Stufen an jeder Schnittstelle sowie
das Fehlen von Türen zwischen den Volumen schaffen
unerwartete Sichtachsen durch die Räume und
vermitteln ein Gefühl von Weite. Innerhalb jedes Volumens
bieten große Öffnungen (manchmal paarweise)
Ausblicke auf die unmittelbare Umgebung, während
hohe Oberlichter Einblicke in das Blätterdach gewähren.
So wirkt das Haus im Inneren räumlich dynamisch
und stets mit der weiteren Umgebung verbunden. u
architektur FACHMAGAZIN
58
Wohnraum
Sie haben einen Dialog zwischen skandinavischen
Hütten-Traditionen und der kalifornischen A-Frame-Kultur
inszeniert. Inwiefern prägt diese hybride
Identität Ihrer Meinung nach das Wohnerlebnis in
diesem Haus?
Das ist richtig. Die A-Frame-Typologie ist kompakt
und dennoch vertikal eindrucksvoll, während skandinavische
Hüttentraditionen durch zurückhaltende
Abmessungen und effiziente Raumnutzung eine
ähnliche Gemütlichkeit vermitteln. Indem es diese
Sensibilitäten miteinander verbindet, definiert sich
das Haus durch Kontraste. Die Innenräume wechseln
zwischen intimen und räumlich intensiven Momenten:
miteinander verbundene Volumen, die sich zur
Landschaft hin weit öffnen. Äußerlich fügt es sich
leicht in die Umgebung ein, im Gegensatz zu seinen
typischerweise viel größeren Nachbarn.
Die norwegische Hüttentradition steht für Zurückhaltung,
Ruhe und die Fokussierung auf alltägliche
Rituale, während der kalifornische A-Frame mit
hohen, lichtdurchfluteten Räumen und einer verschwommenen
Grenze zwischen Innen und Außen
für Lockerheit und Eigenwilligkeit sorgt. Zusammen
schaffen diese Einflüsse hoffentlich ein Erlebnis, das
zwischen Intimität und Weite oszilliert und durch den
versetzten Grundriss sowie die Abfolge unterschiedlicher
räumlicher Eindrücke verstärkt wird.
Das Projekt fördert ganz klar alltägliche Rituale, die
eine Verbindung zur Natur herstellen – vom Sitzen
auf Felsbrocken bis zum Beobachten des Schneefalls
vom Loft aus. Wie bewusst gestalten Sie diese
kleinen alltäglichen Momente, wenn Sie ein Haus
entwerfen?
Ich würde nicht sagen, dass diese Momente stark
vorgegeben sind. Natürlich achten wir auf Gelegenheiten:
Wenn es eine bestimmte Aussicht zu rahmen
gilt oder die Möglichkeit besteht, Licht auf sinnvolle
oder unerwartete Weise einzufangen, versuchen wir,
darauf einzugehen. Aber viele dieser täglichen Rituale
sind nicht im normativen Sinne entworfen. Oft
entstehen sie durch das Bewohnen. Die Bewohner
entdecken Orte und Momente im Gebäude, die sie
auf eine Weise ansprechen, die wir nicht vollständig
vorhersehen konnten. In der „Staggered Cabin” war
das Zwischengeschoss beispielsweise vom Kunden
gewünscht – er stellte sich einen kleinen Arbeitsplatz
innerhalb des Wohnraums vor, von dem aus man hinausschauen,
den Raum auf sich wirken lassen und
mit der Landschaft dahinter verbunden bleiben kann.
Generell glaube ich, dass Design davon abhängt, das
Potenzial für Freude zu erkennen, das bereits an einem
Ort vorhanden ist: sein Licht, seine Topografie,
seine Ausrichtung und seine Atmosphäre. Die Hoffnung
ist, dass diese Erfahrungen an der Schnittstelle
dieser Intuition und einer bestimmten architektonischen
Antwort entstehen. Sie sind nicht vollständig
vorgegeben, aber auch nicht rein zufällig – sie liegen
irgendwo dazwischen.
•
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59
Mork-Ulnes Architects
Ansicht West
West Elevation
0 4 8'
East Elevation
Ansicht Ost
0 4 8'
Ansicht Nord
North Elevation
0 4 8'
Ansicht Süd
South Elevation
0 4 8'
3
1. Great Room
2. Primary Bedroom
3. Primary Bathroom
4. Bedroom
5. WC
6. Shower room
7. Entry
8. Closet
9. Garage
10. Mezzanine (above)
10 9
7
2
8
1 10
Section
0 4 8'
4 5
8/10
4
8/10
6
Plan
1 4 8
Section
0 4 8'
Staggered Cabin
South Lake Tahoe, Californien
Bauherr:
Planung:
Team:
Statik:
privat
Mork-Ulnes Architects
Casper Mork-Ulnes, Lexie Mork-Ulnes, Colin Griffin
Riva Engineering & Consulting
Grundstücksfläche: 110 m²
Planungsbeginn: März 2020
Bauzeit:
2 Jahre, 9 Monate
Fertigstellung: März 2025
www.morkulnes.com
„Generell glaube ich, dass Design
davon abhängt, das Potenzial
für Freude zu erkennen, das
bereits an einem Ort vorhanden
ist: sein Licht, seine Topografie,
seine Ausrichtung und seine
Atmosphäre. Die Hoffnung ist,
dass diese Erfahrungen an der Schnittstelle dieser Intuition
und einer bestimmten architektonischen Antwort entstehen.
Sie sind nicht vollständig vorgegeben, aber auch
nicht rein zufällig – sie liegen irgendwo dazwischen.“
Casper Mork-Ulnes
architektur FACHMAGAZIN
60
Wohnraum
Haus der
Übergänge
Haus am See / Abtsdorf, Oberösterreich / NANA Architektur
Text: Andreas Laser Fotos: Andreas Jakwerth
www.architektur-online.com
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NANA Architektur
Nahe dem Attersee, in Abtsdorf, realisierte die Architektin
Anna Kovacs mit ihrem Büro NANA Architektur
ein Wohnhaus, das weit über den Typus des klassischen
Einfamilienhauses hinausgeht. Unter dem Titel „Haus
am See“ verbindet das Projekt privaten Wohnraum mit
Praxis und Ferienwohnung und reagiert damit auf eine
Bauaufgabe, die zugleich räumliche Offenheit, funktionale
Trennung und ein hohes Maß an Privatheit verlangte.
Der Entwurf knüpft an ländliche Bautraditionen an und
übersetzt das Motiv des Vierkanthofs in eine reduzierte,
präzise gesetzte Architektur.
Ausgangspunkt des Projekts war die Suche nach
einer „harmonischen, heimeligen Behausung“, die
Wohnen, Arbeiten und eine Form von Öffentlichkeit
miteinander versöhnt. Geprägt wurde der Entwurf
dabei sowohl vom komplexen Raumprogramm als
auchvom Ort selbst: von der Topografie des Grundstücks,
der umliegenden dörflichen Bebauung und
der exponierten Lage an der Bundesstraße auf der
einen Seite sowie dem freien Blick ins Grünland auf
der anderen. Früh war klar, dass sich das Haus nicht
zur Nachbarschaft hin orientieren, sondern die Weite
der Landschaft bestmöglich ausschöpfen sollte. Es
kehrt der umgebenden Bebauung bewusst den Rücken
zu und öffnet sich jenen Blickachsen, die Ruhe,
Distanz und Landschaftserlebnis versprechen. Die
Nordseite wird dabei zur bevorzugten Außenorientierung:
Terrassen- und Aufenthaltsbereiche liegen
nicht an der klassischen Südseite, sondern dort, wo
sich auch in heißen Sommern eine nutzbare und
unbeschwerte Beziehung zwischen Innen- und Außenraum
herstellen lässt. Fensteröffnungen fangen
gezielt einzelne Ausblicke ein und machen selbst
Nebenräume zu präzise gerahmten Beobachtungspunkten
in die Umgebung.
u
architektur FACHMAGAZIN
62
Wohnraum
Zwischen Referenz und Abstraktion
Formal verdichtet sich dieser Ansatz in einer Figur,
die den Vierkanthof nicht historisierend zitiert,
sondern neu interpretiert. Die Referenz war bereits
im frühen Entwurfsprozess präsent – nicht zuletzt,
weil der Bauherr auf einem Vierkanthof aufgewachsen
ist und damit eine emotionale Verbindung zu
dieser Typologie bestand. An die Stelle des klassischen
Satteldachs tritt jedoch eine verzogene Dachlandschaft,
die das südlich liegende Höllengebirge
abstrakt nachzeichnet. So entsteht eine Architektur,
die einerseits in der regionalen Bautradition verankert
ist, andererseits aber eine eigenständige, prägnante
Form entwickelt.
Auffällig ist, wie eng äußere Form und innere Raumorganisation
aufeinander bezogen sind. Das markante
Dach bestimmt nicht nur die Silhouette des Hauses,
sondern wirkt auch im Inneren raumbildend. Über
dem Wohnbereich steigen die Dachflächen zu einem
Hochpunkt an und flachen zu den Individualräumen
hin ab. Ein Gefühl von Weite stellt sich bereits beim
Eintreten ein. Eine überhohe, rahmenlos in die Fassade
eingelassene Tür markiert den Zugang und
verstärkt die Wirkung des sich nach innen öffnenden
Raums. Nicht raumhohe Einbauten und galerieförmig
organisierte „Boxen im Raum“ halten das Volumen als
zusammenhängenden, fließenden Innenraum lesbar.
Licht, Proportion und Materialität greifen dabei eng
ineinander. Der Kachelofen mit anschließendem Sitzpodest
bildet das Zentrum, um das sich der Wohnbereich
organisiert.
u
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63
NANA Architektur
Zur Nordseite öffnet sich der Wohnbereich
großzügig zur Terrasse und zum Garten.
Innen- und Außenraum treten dabei in einen
engen räumlichen Zusammenhang.
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Wohnraum
Konstruktive Differenzierung
Für den privaten Hauptbaukörper fiel die Wahl auf
eine massive Holzbauweise, die dem Haus eine warme
und ruhige Materialwirkung verleiht. Die Bereiche
für Praxis und Ferienwohnung wurden dagegen in
Betonfertigteilen realisiert und entsprechend robust
und dauerhaft ausgebildet. Diese konstruktiv klar
ablesbare Trennung schärft zugleich die funktionale
Gliederung des Hauses. Der dazwischenliegende
Carport übernimmt als Puffer- und Übergangsraum
eine entscheidende Rolle. Er vermittelt zwischen den
Nutzungen, dient als räumliche Schleuse und unterstützt
jene klare Trennung, die für das Funktionieren
eines solchen Nutzungsmixes wesentlich ist.
Die Materialwahl folgt konsequent dem Prinzip der
Reduktion und der „Echtheit“ der Baustoffe. Sichtbares
Massivholz wurde weiß lasiert, Stahlträger roh geölt
belassen, die Lärchenfassade sägerau verarbeitet.
Hinzu kommen ein betonierter Küchenmonolith, zementöse
Bodenbeschichtungen und Zementfliesen
– eine Materialpalette, die robust, zurückgenommen
und zugleich präzise wirkt. Charakteristisch ist der
hohe Grad an handwerklicher Durcharbeitung: vom
großen Falt-Schiebetor im Carport bis zu den über
die gesamte Fensterhöhe reichenden Holzverschattungselementen,
die sich bündig in das Fassadengefüge
einfügen und im Innenraum ein vielschichtiges
Spiel aus Licht und Schatten erzeugen. Besonders
aufwendig war dabei die Ausbildung der Deckenuntersicht
im Wohnraum, deren geometrische Präzision
nur in enger Zusammenarbeit von Tischler, Zimmerer
und Dachdecker realisiert werden konnte. u
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NANA Architektur
Nicht raumhohe Einbauten gliedern
den Innenraum, ohne seine Offenheit
aufzuheben. Auf den eingesetzten
Volumen liegt eine offene Schlafgalerie,
die den Gedanken des fließenden
Raumkontinuums fortführt.
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Wohnraum
Die Gestaltung der Ferienwohnung lebt
von Reduktion und Materialehrlichkeit.
Sichtbeton sorgt dabei für eine robuste,
beständige Wirkung, die zugleich eine
ruhige Grundstimmung erzeugt.
Ein Haus, mehrere Rollen
Inhaltlich lässt sich das Haus auch als Kommentar
zur aktuellen Diskussion um das Einfamilienhaus lesen.
NANA Architektur begegnet diesem Typus nicht
mit Ablehnung, sondern mit Transformation: Der
Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten und temporärem
Wohnen erhöht die räumliche und programmatische
Dichte, schafft Flexibilität für spätere Lebensphasen
und formuliert ein verantwortungsvolleres Verständnis
von privatem Bauen. Nachhaltigkeit wird dabei
nicht auf Technik reduziert – auch wenn Erdwärme,
Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Selbstversorgungsgarten
Teil des Konzepts sind –, es wird vor
allem als Zusammenspiel von Material, Nutzungsvielfalt
und langfristiger Anpassbarkeit begriffen. Noch
entscheidender ist jedoch, wie sich das Haus im
Alltag bewährt. Auch knappe zwei Jahre nach dem
Einzug, so die Architektin, sei die Rückmeldung der
Bauherrschaft von ungebrochener Freude geprägt:
Das Haus werde im Alltag als Geschenk erlebt. •
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NANA Architektur
Ansicht West
OG
Ansicht Süd
Ansicht Ost
Ansicht Nord
EG
Haus am See
Abtsdorf, Oberösterreich
Bauherr:
Planung:
Team:
Statik:
Privat
NANA Architektur, Anna Kovacs
Sylvia Sauermann, Lucas Mayerhofer, Clemens Lenhart
PYS Podany – Symb Gmbh, Florian Brauner
Grundstücksfläche: 1400 m²
Wohnfläche: 300 m²
Planungsbeginn: 2022 - 2023
Bauzeit:
12 Monate
www.nana-architektur.at
„Gute Architektur bedeutet für mich Lebensqualität
auf höchster Stufe- im Einklang mit unserer Umwelt.
Dieses Wissen, dass ich meinen Kundinnen einen
nachhaltigen Lebensraum ermöglichen kann, der
maßgeschneidert auf den Ort und auf ihre Bedürfnisse
ist, der Ästhetik und Zukunftsfähigkeit vereint,
macht mich unheimlich glücklich & dankbar.“
Univ.Lekt. Arch. DI ZT Anna Kovacs
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Naturstein
1
Räume mit Wirkung
Naturstein ist im Innenausbau nicht mehr nur robuster Bodenbelag, zweckmäßige
Waschtischplatte oder pflegeleichte Küchenarbeitsfläche. Bei der Gestaltung von
Innenräumen wird er zunehmend als raumbildendes Element eingesetzt.
Text und Fotos: Richard Watzke
Designer lieben Naturstein. Anders lassen sich die
zahlreichen Exponate aus Marmor und anderen
Stein arten nicht erklären, die auf führenden Designmessen
zu bewundern sind. Naturstein wird dabei
nicht mehr gewählt, weil er als edel gilt, sondern weil
er Materialität, Masse und Textur glaubwürdig transportiert.
Sichtbar wird das nicht zuletzt beim Mailänder
Salone del Mobile 2026: Die Messe beschreibt
den Innenraum als Feld, in dem Materialinnovation,
Funktion und Atmosphäre enger zusammenrücken;
besonders Küche und Bad werden dabei nicht mehr
als rein technische Räume verstanden, sondern als
gestaltete Wohnbereiche.
Zwischen Ruhe und Expressivität
Die Stärke von Naturstein liegt in seiner optischen
Bandbreite. Sie reicht von ruhigen, nahezu unifarbenen
Kalksteinen oder Quarziten bis zu stark gezeichneten
Marmoren und Onyxsorten. Diese Vielfalt erlaubt
sehr unterschiedliche Stile. Ruhige, helle oder
warmtonige Steine wirken flächig, zurückhaltend und
architektonisch. Lebhaft geaderte Materialien dagegen
dienen als Blickfang – als Kücheninsel, Wandpaneel,
Kaminverkleidung oder Waschtischblock.
Augenscheinlich ist die Verschiebung weg vom rein
glatten, polierten Erscheinungsbild. Gefragt sind
Oberflächen mit Tiefenwirkung. Von geschliffen, gebürstet,
gerillt, satiniert bis zu reliefartig bearbeitet
reicht die Bandbreite. Dabei wird die Oberfläche nicht
mehr als Finish, sondern als eigenes Gestaltungsmittel
verstanden, welches Licht, Schatten, Haptik und
Maßstäblichkeit eines Raums beeinflusst. u
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Naturstein
1 Variante eines Rautenmusters:
Die abgewinkelten
Plattengeometrien des Daches
finden ihr Pendant im
Bodenbelag. Ausführung:
Steinmetzbetrieb Wolfgang
Ecker
2 Die satinierte Oberfläche
betont die Textur und
macht den Boden aus Pannonia
Grün trittsicher.
3
3 Die abgestufte Bekleidung
verleiht dem Kamin
große räumliche Tiefe.
Ausführung: Schreiber &
Partner.
2
architektur FACHMAGAZIN
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Naturstein
Naturstein als Möbel
Vor allem im Möbelbereich tritt Naturstein stärker
aus der Rolle der schlichten Platte heraus. Er
erscheint als Tisch, Konsole oder Regal – oft in
Kombination mit Holz, Metall, Glas oder Leder. Dabei
geht es nicht nur um Luxuswirkung, sondern
um Qualität und Materialität. Ein Steintisch steht
als architektonisches Element im Raum; ein lebhaft
strukturierter Beistelltisch aus Marmor setzt
dagegen einen gezielten Akzent.
Diese Richtung lässt sich bei namhaften internationalen
Möbelmarken beobachten, die in ihren
Kollektionen Esstische und Couchtische mit lebhaften
Steinplatten bieten. Häufig wird die Maserung
für einen monolithischen Look über seitliche
Blenden weitergeführt. Gleiches gilt für Schränke
mit Türen und Schubladenelementen, die Fronten
aus Naturstein tragen.
u
4 Dorfergrün prägt das Bad eines Privathauses in
Millstatt. Architekten Ronacher ZT GmbH, Ausführung:
Lauster Naturstein. Foto Wolf-Dieter Gericke.
5 In Stein gebannte Energie: Die lebhafte Textur zieht
sich nahtlos über die gesamte Treppe.
6 Schmale LED-Streifen gliedern die raue Wandbekleidung.
Gestaltung Konturgut Manfred Walder, Foto
Sima Marmor GmbH
6
4
5
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FACHMAGAZIN
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Wettbewerbe Naturstein
CASAWEST GmbH
4055 Pucking
office@casawest.at
www.casawest.at
Sölker Marmor
Bergbau
8961 Sölk
office@soelker.at
www.soelker.at
Steinmetzmeister
Dietmar Steller
4600 Wels
office@steller-stein.at
www.steller-stein.at
Schreiber & Partner
Natursteine
2170 Poysdorf
office@sp-natursteine.at
www.sp-natursteine.at
Kienesberger
Steinmetzmeister
4707 Schlüßlberg
office@kienesberger-stein.at
www.kienesberger-stein.at
Steinmetzbetrieb
Wolfgang Ecker
2514 Traiskirchen
office@ecker-stein.at
www.ecker-stein.at
Gustav Hummel
GmbH & Co KG
2452 Mannersdorf
info@hummel-stein.at
www.hummel-stein.at
Stone4you
Steinmetzbetriebe
2020 Hollabrunn
office@stone4you.at
www.stone4you.at
Marmor
Industrie Kiefer
5411 Oberalm
office@marmor-kiefer.at
www.marmor-kiefer.at
Josef Kogler
Steinbruch & Schotterwerk
9554 St. Urban
kogler.naturstein@aon.at
www.kogler-natursteinwerk.at
Lauster
Naturstein GmbH
9971 Huben/Osttirol
st.johann@lausternaturstein.at
www.lausternaturstein.at
Pro Naturstein. Die gebündelte Faszination für ein einzigartiges, kraftvolles und von der Natur geschaffenes Unikat. Ein über Generationen
vermitteltes Fachwissen über den Abbau und die Veredelung der österreichischen Natursteinvorkommen, eine gemeinsame Verantwortung,
welche die Begeisterung und das Handwerk verbindet. Pro Naturstein steht für die Vereinigung ausgewählter, österreichischer
Naturstein-Leitbetriebe, die mit Qualität und Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen
www.pronaturstein.at
architektur FACHMAGAZIN
72
Naturstein
7
Wandgestaltung als Raumhaut
Bei Wandflächen verschiebt sich der Einsatz von
Naturstein ebenfalls. Statt kleiner Formate oder rein
funktionaler Verkleidungen werden großformatige
Platten, spiegelbildlich angeordnete Maserungen
und strukturierte Oberflächen verwendet. Dabei sind
zwei entgegengesetzte Richtungen erkennbar: Einerseits
ruhige Flächen, die dem Raum Wärme und Tiefe
geben, ohne dominant zu werden. Andererseits expressive,
kräftig gezeichnete Steine, die fast bildhaft
eingesetzt werden und dabei eine ähnliche Funktion
wie Kunstwerke oder textile Wandbespannungen erfüllen.
Im Bad ist Naturstein besonders präsent, denn
dort dient er als sinnliche Erweiterung des Wohnraums.
Steinerne Böden, Wände und Waschtische
sind hierbei keine nachträglich applizierten Oberflächen,
sondern immer öfter Ausgangspunkte des
Raumkonzepts.
Naturstein gewinnt im Innenausbau dort an Relevanz,
wo Material nicht austauschbar wirken soll.
Seine Stärke liegt nicht allein in der Härte oder Dauerhaftigkeit,
sondern in der Verbindung der technischen
Eigenschaften, der optischen Reichhaltigkeit
und der haptischen Qualität. Entscheidend für die
Wirkung jedes Projektes aus und mit Naturstein ist
die zum Gesamtkonzept passende Materialauswahl,
die der Nutzungsart und gewünschten Anmutung
entsprechende Oberflächentextur und vor allem
auch das der Raumgröße und -geometrie angemessene
Format. Während kleinteilige Flächen bevorzugt
mit weniger strukturierten Steinen ausgeführt
werden, kommen bei großformatigen Steinplatten
lebhafte Maserungen, die häufig auch gespiegelt
oder über die Ecken weitergeführt sind, besonders
gut zur Geltung.
•
8
7 Innen und außen verschmelzen:
Die spaltraue
Wandbekleidung geht
nahtlos in die Fassade
über. Ausführung: Schreiber
& Partner.
8 Die auffällige Textur
des Natursteins macht die
kleine Kochnische zum
Blickfang. Foto Naturstein
Trummer GmbH, Gnas.
www.architektur-online.com
73
Naturstein
Internationale
Fachmesse Naturstein
und Steintechnologie
■ Naturstein
■ Maschinen + Werkzeuge
■ Grabsteine + Grabkunst
■ Fliesen
9
9 Alle Türen und Schubladenelemente des Waschtischs sind mit beigem Kalkstein
verblendet. Ausführung: Steinmetzbetrieb Wolfgang Ecker
10 Dieser Ausziehtisch hat den Dreh raus: Beim Plattenzuschnitt wurde exakt auf
die Textur geachtet.
10
Die Designmesse
für Fliesen und Technik
In Zusammenarbeit mit:
Infos unter: stone-tec.com
architektur FACHMAGAZIN
74
Wettbewerbe
Naturstein
Fernab
vom Trubel
Das Haus P, eingebettet in die Ausläufer des
Wienerwalds, fügt sich harmonisch in die üppige
Landschaft ein. Freie Sichtachsen verstärken die
Abfolge weitläufiger, miteinander verbundener
Zonen und ermöglichen es den Bewohnern, die
Wohnräume als weites Panorama wahrzunehmen.
Terrasse und Pool werden zu integralen Bestandteilen
des Wohnraums und bieten den Bewohnern die
Möglichkeit, eine harmonische Verbindung zum Inneren
des Hauses zu bewahren. Sorgfältige Planung
und Liebe zum Detail zeigen sich auch bei den Natursteinarbeiten:
So gelang es, sämtliche Kanten der
Steinplatten exakt entlang der Grundrisslinien auszurichten.
Diese Linien durchziehen nicht nur den Innenbereich,
sondern erstrecken sich nahtlos über die
Terrasse bis hin zur Fassade, wodurch die Außenanlagen
harmonisch mit dem Gebäude verschmelzen.
Haus P
Planung: Najjar & Najjar Architekten
Fertigstellung: März 2023
Natursteine: Kalkstein Kanfanar, Travertin
Natursteinarbeiten: stone4you, Hollabrunn
www.stone4you.at
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Naturstein
Fotos: Curt Themessl
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Naturstein
Privathaus Pöstlingberg
Architektur: ARKFORM ZT GmbH
Fertigstellung: 03/2025
Natursteine: Luserna Gneis Mixcolor, Verdura Quarzit
Arbeiten: Wandverkleidungen, Kaminverkleidung,
polygonale Bodenbeläge innen & außen, massive
Waschtische
Fotos: Paul Ott
Natursteinarbeiten:
casawest GmbH, Pucking
Marmor
& Quarzit
Im Privathaus in Linz-Puchenau von ARKFORM
Architekten (Bilder links) wurden verschiedenste
Bereiche mit Naturstein ausgeführt: für die Bodenflächen
im Innen- und Außenbereich sowie im Badezimmer
großformatige Polygonalplatten aus griechischem
Kavala Quarzit Verdura. Die Wände wurden
mit Luserna Gneis Mixcolor aus Italien verkleidet.
Bei einem zweiten Privathaus (Bilder rechts) verwirklichte
casawest verschiedene Natursteinarbeiten im
schön gestalteten und durchdachten Wohnbereich.
Die Abdeckplatten in der Küche, die Küchenrückwand
sowie Gästetischchen und ein Couchtisch
bestehen aus Calacatta Viola Marmor mit ledrig gebürsteter
Oberfläche.
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Naturstein
Fotos: casawest
Innenausstattung Privathaus
Fertigstellung: 12/2024
Natursteine: Calacatta Viola Marmor, Marron
Imperial Marmor
Arbeiten: Tischplatte, Küchenplatte & Küchenrückwand,
Couchtisch, Waschtisch und
Waschtisch mit spezieller Rockfinish Oberfläche,
Dusche inkl. Rückwände
Natursteinarbeiten:
casawest GmbH, Pucking
www.casawest.at
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Design trifft präzise Funktion
Die neue Armaturenfamilie HANSA GENESIS wurde gemeinsam von Enrico Bosa
(Head of Design der Oras Group, Muttergesellschaft von HANSA) und dem italienischen
Designstudio Debiasi Sandri entwickelt und folgt dem Anspruch, Form,
Funktion und Alltagserlebnis in Einklang zu bringen.
Klare Linien und elegante Oberflächen erzeugen eine
zeitlose Präsenz, die jedes Bad aufwertet und ihm
eine besondere Aura verleiht: Hier treffen Schlichtheit
und Raffinesse aufeinander, sodass eine Ikone
mit frischem, modernem Schliff entstand. Gleichzeitig
überzeugt das nahtlose Design durch Pflegeleichtigkeit:
Fugen und Rillen wurden auf ein Minimum
reduziert, sodass kaum Schmutz oder Rückstände
haften bleiben können.
Preisgekrönt: Die Armaturen-Serie für Waschtisch,
Wanne und Dusche wurde bereits im letzten Jahr mit
dem iF Design Award 2025 ausgezeichnet. HANSA
bietet eine große Auswahl an Oberflächenvarianten
– von klassischem Chrom über Matt-Schwarz bis hin
zu Stahl gebürstet und Bronze gebürstet.
HANSA AUSTRIA GmbH
T +43 (0)662 433 100-0
office@hansa.at
www.hansa.at
www.architektur-online.com
79
Produkt News
Puristische Eleganz
Der schlanke Armaturenkörper aus hochwertigem Edelstahl der elektronischen
Standarmaturen der Linie F7 von KWC Professional überzeugt mit seinem
repräsentativen, architektonischen Design. Das fugenlos gearbeitete Gehäuse
mit gebürsteter Oberfläche ist besonders hygienisch und reinigungsfreundlich.
Die berührungslose Bedienung über den bündig im
Armaturengehäuse integrierten Opto-Sensor stellt
ein zusätzliches Hygieneplus dar. Gleichzeitig ermöglicht
die integrierte elektronische Steuerung
eine automatische Hygienespülung 24 Stunden nach
der letzten Benutzung und stellt damit die Trinkwasserhygiene
sicher. In Kombination mit dem C-Modul
und der dazugehörigen KWC Smart Connect App
kann die elektronische Armatureninnovation zudem
einfach parametriert werden.
Dank der beiden Baugrößen mit einer Höhe von 295
mm bzw. 165 mm, können F7 Armaturen sowohl auf
herkömmlichen Waschtischen mit Armaturenbohrung
als auch in Kombination mit Aufsatzwaschtischen
installiert werden. Beide Größenvarianten stehen
als Standbatterie mit komfortabler Mischfunktion
und als Standventil ohne Mischer zur Verfügung. Alle
Armaturenversionen sind für externen Batterie- und
Netzbetrieb geeignet und können mit Hilfe optionaler
Elektronikmodule in das Wassermanagementsystem
AQUA 3000 open integriert werden.
DELABIE GmbH
+49 (0)231 496634-0
www.delabie.de
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Stahl mit Charakter
Seit Anfang 2026 werden alle bisherigen Alape-Serien unter dem Markendach von
LAUFEN mit dem neuen Begriff VITREON Stahl geführt. Der Komplettbadhersteller
erweitert damit sein Angebot um Premium-Produkte aus glasiertem Stahl.
Die Integration dieses Materials erweitert den gestalterischen
Spielraum für Premium-Waschbereiche,
denn Waschtische aus dem dünnwandigen Material
verfeinern die Raumwirkung und optimieren das
Platzangebot. Somit stehen von LAUFEN vier Premium-Werkstoffe
für den Waschtisch zur Verfügung:
ikonische Saphirkeramik, klassische Keramik, charakterstarker
VITREON Stahl und flexibel einsetzbarer
Mineralguss.
Tiefes Anthrazit, dunkler Marmor und schwarze Armaturen
prägen eine ruhige, ausbalancierte Raumwirkung.
VITREON Stahl integriert sich harmonisch
in dieses Bild: als Oberfläche, die Licht präzise reflektiert
und klare Konturen betont. So fügt sich das
Material perfekt in den Kontext des LAUFEN Universums
ein und bietet in Kombination mit hochwertigen
Armaturen, Möbeln, Spiegeln sowie Accessoires
zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten.
LAUFEN Austria GmbH
T +43 (0)2746 6060-0
office@at.laufen.com
www.laufen.co.at
www.architektur-online.com
Progressiver Relaunch
Die Tiroler Badmöbel-Industriemanufaktur Conform
präsentiert einen progressiven, ganzheitlichen Relaunch
des Erfolgskonzepts Classic: Entstanden ist
mit Classic One eine universelle Möbelserie, die architektonisches
und funktionales Design mit einem Maximum
an Komfort, Großzügigkeit und Gestaltungsfreiheit
vereint. Der architektonische Grundgedanke
basiert dabei auf präzisen, rechteckigen Silhouetten
mit ausgewogenen Proportionen und zeigt Präsenz
mit markanter Geradlinigkeit. Das hochwertige Programm
umfasst drei Linien, die dasselbe Rasterkonzept
auszeichnet, sich jedoch in der Öffnungsvariante
und mit verschiedenen Griffen als markantem
Designmerkmal unterscheiden. Auch in der Auswahl
an Oberflächen, Farben und Dekoren ging man bei
der Entwicklung von Classic One progressive Wege.
30 verschiedene Unis und naturinspirierte Texturen
in sorgfältig entwickelten Nuancen können bei Korpus
und Fronten individuell kombiniert werden.
CONform Badmöbel GmbH
T +43 (0)5412 63493
office@conformbad.at
www.conformbad.at
www.conform-partnersystem.com
81
Produkt News
architektur FACHMAGAZIN
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Produkt News
Eleganter, architektonischer Akzent
Mit AXOR Incava, entworfen von Antonio Citterio, eröffnet AXOR ein neues Kapitel
des luxuriösen Badens: ein Duschbereich, der sich frei von sichtbarer Technik als Ort
der Stille, der Architektur und des modernen Rituals präsentiert. Dabei handelt es
sich um ein vollkommen integriertes Objekt, das Thermostat, Handbrause und Ablage
harmonisch vereint – und dabei nahezu vollständig in der Wand verschwindet.
Durch den Verzicht auf hervorstehende Teile verwandelt
es das Badezimmer von einem technischen
Raum in eine klare, integrierte Umgebung, in der das
Ritual des Badens in Dusche oder Badewanne zu
einer ruhigen Erfahrung wird. Die charakteristische
softsquare Rosette, die nur 11 Millimeter aus der
Wand hervortritt, rahmt eine makellos flache Frontfläche,
die bewusst in den Hintergrund tritt. Hier verschmelzen
Funktion und Form, wie etwa die bündig
integrierten Select-Tasten für präzise Thermostatsteuerung,
die zwei feingliedrigen Druckknöpfe mit
gerändelter Struktur, oder eine nahezu unsichtbare
1jet-Handbrause, die erst auf sanften Druck hervortritt.
Die Nische verfügt über eine dezente Entwässerung
und – auf Wunsch – über eine dimmbare Ambientebeleuchtung.
Rosette, Nischenrückwand und
Beschriftung lassen sich dabei in zahlreichen AXOR
FinishPlus Oberflächen gestalten und durch AXOR
Signature weiter personalisieren.
Hansgrohe Handelsges.m.b.H.
info@hansgrohe.at
www.hansgrohe.at
www.axor-design.at
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83
Produkt News
Edle Oberflächen
elegantes Design
HEWI erweitert seine von Hadi Teherani entworfene
Designserie 270 um hochwertige Oberflächen. Der
charakteristische Türdrücker ist ab sofort in edlen
PVD-Beschichtungen erhältlich – in fünf matt geschliffenen
Farbvarianten für anspruchsvolle architektonische
Konzepte. PVD (Physical Vapour Deposition)
steht für ein präzises Beschichtungsverfahren im Vakuum,
das extrem robuste und langlebige Ergebnisse
liefert. Die metallisch schimmernden Oberflächen überzeugen
durch hohe Kratzfestigkeit, Reinigungsfreundlichkeit
und Korrosionsschutz. Gleichzeitig sorgen sie
für besondere Farbtiefe und elegante Haptik – ideal
für stark frequentierte Objektbereiche mit Designanspruch.
Angeboten wird das neue Oberflächenspektrum
in fünf abgestimmten Farben: Messing, Nickel,
Gold, Bronze und Kupfer. Das PVD-Finish ist sowohl für
die komplette Türdrücker-Serie 270, für die reduzierte
Designvariante mini der Serie 270 als auch für das Sanitärsystem
S 900 erhältlich.
HEWI Heinrich Wilke GmbH
T +49 (0)5691 82-0
info@hewi.com
www.hewi.com
BEI UNS GIBT ES
KEINE UNDICHTEN
STELLEN
Bei Aschl bekommst du lebenslänglich!
Jedes Produkt ist auf maximale
Lebensdauer ausgelegt.
Rechnen Sie mit dem Besten.
Die SPArin ® von ASCHL ® .
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architektur FACHMAGAZIN
84
Produkt News
Kompakte Wellnessidylle
Mit der TALO Außensauna bringt KLAFS – der Weltmarktführer für Sauna, Wellness
und Spa – wohltuende Wärme nach draußen: Die Sauna lässt sich stimmig
in die bestehende Gartengestaltung integrieren und überzeugt durch ihre klare
Formgebung und eine elegante Außenverkleidung aus schwarzer Douglasie in
unterschiedlichen Breiten.
Dank ihrer kompakten Größe fügt sie sich perfekt ins
Gesamtbild ein und wirkt aus der Vogelperspektive
wie ein natürlicher Teil des Gartens – so sehr, dass
kaum zu erahnen ist, welch luxuriöser Rückzugsort
hier geschaffen wurde. Im Inneren erwarten die Benutzer
hochwertige Hemlock-Paneele und Premium-Liegen
aus Abachi-Holz, die großzügigen Isolierglasfenster
eröffnen den Blick in die umliegende
Natur und lassen die Sauna zugleich offen und weit
wirken. Das integrierte Sanarium® bietet vielfältige
Wellnessoptionen und ermöglicht den Wechsel zwischen
finnischer Hitze und sanfter, feuchter Wärme.
Die kraftvolle 9 kW-Heizung, gesteuert über die moderne
KLAFS Steuerung 21033, sorgt zuverlässig für
das gewünschte Saunaklima und schafft eine durchgehend
angenehme Atmosphäre. Die Sunset „L“
Beleuchtung taucht den Raum in warmweißes Licht
und das Relax Audio-System sowie das integrierte
WLAN-Modul ermöglichen die individuelle Gestaltung
der Saunazeit.
Die TALO Außensauna wird komplett in der
KLAFS-Manufaktur vorgefertigt: Vor Ort sind keine
langwierigen Montagearbeiten erforderlich – die
Sauna wird lediglich auf einem vorbereiteten Fundament
platziert und verkabelt.
KLAFS GmbH
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info@klafs.at
www.klafs.at
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Produkt News
Sicher entwässert
Der neu geschaffene Spa-Bereich des Wellness- und
Naturhotel Tonihof in Langdorf im Bayerischen Wald
erstreckt sich über ca. 3.500 m 2 und umfasst sechs
Pools und sechs Saunen. Die zahlreichen Bademöglichkeiten
sind perfekt zum Planschen und Spielen in
einer sicheren Umgebung. Dafür sorgt die Entwässerungstechnik
von Aschl, die insgesamt in der Sauna,
im Schneeraum und im Schwimmbad installiert wurde.
In der Sauna gewährleistet die Badrinne SPArin, gefertigt
aus rostfreiem und chlorbeständigem Edelstahl
V4A, in der Kombination mit den Sanitärabläufen
SINKclear Midi eine schnelle Wasserabfuhr und
rutschfeste Böden. Auch im großzügigen Schwimmbad
wurde die Badrinne SPArin installiert.
Die Badrinne SPArin zeichnet sich dadurch aus,
dass sie nicht nur die Oberfläche, sondern dank der
Drainagelöcher auch die obere Dichtebene und die
Dünnbettabdichtung entwässert. Der umlaufende
Klebeflansch dichtet die obere Entwässerungsebene
optimal ab. Obwohl die Schlitzbreite der SPArin mit
nur acht Millimetern sehr schmal ist, verschwindet
Tropfwasser am Boden schnell und zuverlässig.
1A Edelstahl GmbH
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Eleganter, moderner
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Smarter Sonnenschutz für
höchste architektonische
Ansprüche. Ideal für
Wohn- und Objektbau.
Grenzenlose Vielfalt durch
eine breite Auswahl an
Tüchern und Profilfarben.
Das ausgeklügelte Zip-
System ermöglicht die
Beschattung grosser
Flächen und bietet zuverlässigen
Schutz bei
Wind und Wetter.
architektur FACHMAGAZIN
86
Produkt News
Ein Office mit Start-up-DNA
Für die Wiener Hans(wo)men Group übersetzte Blaha Office die Dynamik eines
Start-up-Investors in ein klar gegliedertes Raumkonzept. Auf kompakter Fläche
entstand eine Arbeitswelt, die Offenheit, Rückzug und Identität selbstverständlich
miteinander verbindet.
Fotos: MW-Architekturfotografie
Die Hans(wo)men Group steht für Investitionen
in innovative Geschäftsmodelle mit
Zukunft. Dieser Anspruch findet nun auch
im Büro räumlichen Ausdruck: in einem Office,
das klar strukturiert, durchdacht geplant
und gestalterisch markant ist.
Mit Blaha Office fand das Projekt dafür
einen Partner, der Bürogestaltung nicht
bei Möblierung enden lässt, sondern als
ganzheitliche Aufgabe versteht. Aus einer
sanierten Erdgeschossfläche wurde so ein
präzise komponiertes Office, in dem Arbeitsplätze,
Besprechungsraum, Lounge
sowie Küchen- und Bistrobereich nahtlos
ineinandergreifen und dennoch klar strukturiert
bleiben.
selbstverständlich ineinander, dass ein Büro
entstanden ist, das den Arbeitsalltag nicht
dominiert, sondern unterstützt. Für Konzentration,
Austausch und alles dazwischen.
Blaha Office
T +43 (0)2262 72505
blaha@blaha.co.at
@blahaoffice
www.blaha.co.at
Seine Qualität entfaltet das Projekt vor allem
dort, wo Standardlösungen nicht ausreichen.
Maßgefertigte Einbauten, eine
integrierte Medienwand als kommunikatives
Zentrum und eine nahezu unsichtbare
Tapetentür als Zugang zum Stauraum zeigen,
wie aus funktionalen Anforderungen
architektonische Momente werden können.
Dabei wirkt nichts beliebig, nichts rein dekorativ.
Vielmehr greifen Materialien, Farben,
Akustik, Technik und Möblierung so
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87
Produkt News
Brand of lasselsbergergroup
formats
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60×60
30×60
Schlank. Smart. Zentral.
Als intelligente Schaltzentrale des Hauses
sind die neuen Vimar Touch View weit
mehr als nur einfache Displays. Dank einer
intuitiven Benutzeroberfläche garantieren
sie die komplette Überwachung der
Systeme: vom Smart Home View Wireless
bis zum Hausleitsystem By-me Plus, mit
Integration der Elvox Videosprechanlagen,
Einbruchssicherung By-alarm Plus
und Videoüberwachung Elvox CCTV.
Hieraus resultiert eine unmittelbare und
natürliche Kontrolle von Lichtern, Vorhängen
und Rollläden, Klima, Stromverbrauch,
Alarm und Kameras. Ein einziger
Schaltpunkt mit intuitivem Layout, übersichtlichen
und gepflegten Widgets, die
jede alltägliche Geste vereinfachen.
In zwei Formaten mit 7“- und 10“-Display
erhältlich, zeichnen sie sich durch ihr ultraflaches
Design – nur 8,5 mm – und die
Personalisierungsmöglichkeit des Frontrahmens
für eine perfekte Abstimmung
mit jedem Ambiente aus. Im neuen Touch
View reaktiviert der Näherungssensor
das Display und wechselt vom Energiesparmodus
in einen Betriebsmodus, in
dem die Seite der Favoriten mit den vom
Benutzer am häufigsten verwendeten
Funktionen angezeigt wird. Darüber hinaus
passen Näherungs- und Helligkeitssensoren
das Display automatisch an und
integrieren eine Benachrichtigungs-LED,
deren Farbe sich je nach Ereignis ändert:
Einbruchsalarm, technischer Alarm, Lasttrennung
oder verpasster Videoruf. Eine
fortschrittliche Technologie, die Ästhetik,
Funktionalität und Sicherheit kombiniert
und für ein wirklich intelligentes
Zuhause sorgt.
Vimar Austria GmbH
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architectural precision.
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architektur FACHMAGAZIN
88
Produkt News
Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich ein großzügiger Gemeinschaftsbereich
mit offener Küche, Ess- und Wohnzimmer. Der Zugang in den Garten erfolgt
ebenerdig. Genauso wie in fast allen anderen Bereichen des Hauses wurde
hier Klötzli-Parkett in Eiche Natur von Bauwerk Parkett verlegt.
Ein Stück
Stabilität
Im Rahmen seiner Spendenaktion „Parkettzauber“
stattet Bauwerk Parkett ein Wohnhaus des
SOS-Kinderdorf e.V. Düsseldorf (D) mit Klötzli -
Parkettböden aus.
Seit 2009 gibt es in Düsseldorf Einrichtungen des
SOS-Kinderdorf e.V und erst kürzlich wurden die
Baumaßnahmen in einem neuen Wohnhaus für stationäres
Wohnen abgeschlossen. Es wurde vollumfänglich
saniert, modernisiert und umgebaut. Finanziert
werden die Einrichtungen des SOS-Kinderdorf
e.V. zum Teil durch öffentliche Gelder, ein erheblicher
Teil aber auch durch Spenden.
Bauwerk Parkett hat die Einreichung des Projekts
beim Parkettzauber 2025 deswegen mit einer grosszügigen
Spende bedacht: Rund 170 Quadratmeter
parallel verlegtes Klötzli-Parkett aus 100% FSC® zertifizierter
Eiche bilden nun die wohnliche Wohlfühlbasis
in allen Räumen des Hauses – mit Ausnahme
der Bäder. Das Klebeparkett im Industrie-Look ist besonders
zeitlos, hoch strapazierfähig und langlebig.
Bauwerk Group Österreich GmbH
T +43 (0)662 873 871 0
salzburg@bauwerk.com
www.bauwerk-parkett.com
Auch in den Fluren und den Kinderzimmern
im Obergeschoss strahlt der neue Boden
Wärme und Behaglichkeit aus.
www.architektur-online.com
Designkompetenz mit
funktionaler Vielfalt
Mit der neuen Creation Kollektion bietet Gerflor eine
neue Generation elastischer LVT-Designbeläge, die
durch vielfältige Designoptionen, ultrarealistische
Oberflächen und ein zukunftsorientiertes Materialkonzept
überzeugt. Die Kollektion umfasst Dryback-,
Clic- und die neue Clic Acoustic-Ausführung mit integriertem
Akustikrücken. Sie reduziert den Trittschall
um bis zu 19 dB und eignet sich damit ideal für Wohnräume,
Büros sowie Bildungs- und Gesundheitsbauten.
Je nach Einsatzgebiet stehen Nutzschichten von
0,3 mm bis 0,55 mm, für besonders stark frequentierte
Bereiche zusätzlich eine 0,7-mm-Variante, zur
Verfügung. Mit 85 Farben bietet Creation ein besonders
breit gefächertes Designspektrum. Alle Dekore
basieren auf natürlichen Materialien wie Holz, Stein
oder Textil und überzeugen durch authentische
Oberflächenprägungen.
Gerflor GmbH
austria@gerflor.com
www.gerflor.at
89
Produkt News
www.isover.at
DIE
NEUE
WOLLE
- der Wandel in deinen Händen.
Gut für die Umwelt, gut für Sie.
Die fühlbar angenehme Glaswolle
mit gewohnt starker Performance.
architektur FACHMAGAZIN
90
Produkt News
Fotos: Heidemarie Pleschko
Traditionelle Anklänge
mit moderner Architektur
In direkter Nachbarschaft zu einem 450 Jahre alten Bauernhaus entstand
nach Entwürfen der Hofmann Architektur ZT GmbH ein Neubau, der beide
Gebäude harmonisch miteinander wirken lässt. Das langgestreckte Gebäude
mit seiner Holzfassade bewahrt den typischen Scheunen-Charakter, überzeugt
aber in seiner klaren Formensprache und mit modernen Elementen.
Die schwarze, bündige Haustüre in Kombination mit
der Holzverschalung in warmen Grautönen verleiht
dem Eingangsbereich eine ruhige, zeitlose Ausstrahlung.
Auch die Inneneinrichtung (Innenarchitektur:
Sendlhofer Handwerk + Design) folgt einem reduzierten,
modernen Stil, der sich auf klare Linien und
natürliche Materialien konzentriert. Türen, Möbel
und Böden greifen die dunklen, eleganten Holzoberflächen
auf, während Betonoptik und Designleuchten
für einen urbanen Kontrast sorgen. Bündige Innentüren
in dunklem Holz setzen die reduzierte Linienführung
konsequent fort und schaffen eine elegante
Verbindung zwischen den Räumen. Besonders
markant sind dabei die großzügigen Glasflächen,
die das Gebäude durchziehen. Sie bringen viel Licht
in die Räume und lassen das Innere mit der Natur
verschmelzen. Die bei diesem Projekt eingesetzten
schlanken Fenstersysteme sowie Innen- und Haustüren
von Josko unterstützen das Designkonzept
dabei stimmig.
Josko Fenster & Türen GmbH
T +43 (0)7763 2241-0
office@josko.at
www.josko.com
www.architektur-online.com
91
Produkt News
Wohnqualität neu gedacht
Hochwertige Dachfensterlösungen ermöglichen es, Dachräume neu zu definieren
und den Wohnkomfort nachhaltig zu steigern. Die Klapp-Schwingfenster von
Fakro bieten dabei durch die Kombination aus Klapp- und Schwingfunktion einen
erweiterten Nutzungskomfort: Die Klappfunktion ermöglicht einen freien Ausblick
bei großzügiger Öffnung, während die Schwingfunktion eine einfache Bedienung
sowie komfortable Reinigung durch Drehung des Flügels um 180° erlaubt. Dadurch
entstehen helle, gut belüftete Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.
Auch aus planerischer Sicht bieten die modernen
Dachfensterlösungen des Herstellers relevante
technische Vorteile. Energieeffiziente Verglasungspakete
mit sehr guten Wärmedämmwerten von bis
zu Uw = 0,95 W/m²K (in Verbindung mit einem wärmegedämmten
Eindeckrahmen) unterstützen nachhaltige
Gebäudekonzepte. Hochwertige Holzrahmen
aus vakuumimprägniertem Kiefernholz, verbesserte
Dichtheit sowie thermoPro-Technologie tragen
zusätzlich zu Energieeffizienz, Langlebigkeit und
Montagequalität bei. Damit entstehen in Einfamilienhäusern
und modernen Wohnbauten Dachräume,
die funktional überzeugen und gleichzeitig architektonische
Qualität, Energieeffizienz und langfristigen
Wohnkomfort verbinden.
FAKRO Dachflächenfenster GmbH
T +43 (0)2576 307 00-0
office@fakro.at
www.fakro.at
architektur FACHMAGAZIN
92
Produkt News
Mehr Gemeinschaft wagen
Seit 2006 entsteht an der westlichen Peripherie Münchens der neue Stadtteil
Freiham. Etwa ein Drittel der 350 Hektar großen Baufläche wurde an Wohnbaugenossenschaften
vergeben. Eines dieser Projekte ist wagnisWEST, bei dem die
künftigen Mieter selbst entscheiden durften, mit welchem Architekturbüro sie
bauen möchten: Das Wiener Büro AllesWirdGut überzeugte mit einem städtebaulichen
und architektonischen Konzept, das unterschiedliche Intensitäten des
Zusammenlebens ermöglicht.
Fotos: Jens Weber / connolly weber photography
Die insgesamt 134 barrierefreien Wohnungen, die
sich auf alle Häuser verteilen, sind zwischen 26 und
130 Quadratmeter groß. Zugunsten gemeinschaftlicher
Flächen wurden die privaten Wohnbereiche
bewusst kompakt gehalten und die meisten Wohnungen
verfügen aus wirtschaftlichen Gründen über
keine eigene Balkonfläche. Als Ausgleich sind in den
Wohnbereichen raumhohe Glas-Faltwände verbaut:
Diese lassen sich vollständig öffnen, wobei die offenen
Glaspakete nur wenig Raum beanspruchen.
So entstand eine transparente Lösung, die sich harmonisch
in die Holzfassade einfügt. Die dreiteiligen
Glas-Faltwand-Anlagen öffnen die Außenfassaden
auf rund sieben Quadratmetern und schaffen einen
fließenden Übergang zwischen Innen und Außen.
Die Wahl fielt dabei auf das System Woodline von
Solarlux mit Profilen aus Kiefernholz.
Solarlux Austria GmbH
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Showroom Wien
Grundsteingasse 60
1160 Wien
T +43 (0)140 29631
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Zusätzliche Gestaltungsoption
Das Türsystem heroal D 72 PF EM bietet mit diversen Türflügelvarianten
ein breites Spektrum, das nun um eine neue,
identisch zu verarbeitende Ausführung erweitert wurde. Ab
sofort ist eine Variante mit außen flächenbündiger Optik zwischen
Türrahmen und -flügel verfügbar, bei der die umlaufende
Schattenfuge sichtbar ist. Für die Innenseite haben Kunden
weiterhin die Wahl zwischen einer flächenbündigen und
einer aufschlagenden Variante. Auch die Fertigung der neuen
Designvariante basiert auf dem Konzept der reversiblen
Füllungsbefestigung mit umlaufendem Klipsprofil und greift
auf vorhandene Komponenten und Zubehörteile aus dem
heroal D 72 PF EM Portfolio zurück. Der Verarbeiter kann die
Tür somit wie gewohnt fertigen und erst bei Bestellung der
Türfüllung entscheiden, ob die Tür außen flächenversetzt
oder flächenbündig ausgeführt werden soll.
heroal – Johann Henkenjohann
GmbH & Co. KG
T +49 (0)5246 507-0
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93
Sto Scan2Plan.
Die Zukunft
der Fassadensanierung.
Produkt News
Mit Sto Scan2Plan erhalten Sie ein
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der exakten 3D-Laserscan-Erfassung
über die digitale Mengenermittlung
bis hin zum individuellen Designkonzept
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geplante Sanierung.
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architektur FACHMAGAZIN
94
Produkt News
Präzision in Glas und Stahl
Nach rund sechs Jahren Bauzeit hat der WaltherPark im Herzen von Bozen Ende
2025 seine Pforten geöffnet. Das Projekt trägt die klare Formensprache von David
Chipperfield und setzt mit seiner markanten Glasfassade sowie den lichtdurchfluteten
Innenräumen ein starkes architektonisches Zeichen.
Fotos: Lorenzo Bartoli, courtesy of Saint-Gobain Italia
Um in dieser Größenordnung ein Maximum an Tageslicht
ins Innere zu bringen, war eine präzise geplante
und ebenso sorgfältig ausgeführte Gebäudehülle
entscheidend. Gefragt waren technische Genauigkeit,
gestalterische Klarheit und höchste Sorgfalt im
Detail. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die
Stahlbau- und Fassadenspezialisten von PICHLER
projects, die insgesamt 18.600 Quadratmeter Glasund
Metallfassaden realisierten. Ergänzt wurde das
Leistungsspektrum durch Stahl-Glas-Dachkonstruktionen,
Oberlichtverglasungen, Balkontrennwände
aus Glas sowie Balkongeländer und Absturzsicherungen
aus Stahl. Auch das Thema Nachhaltigkeit
wurde konsequent mitgedacht – sichtbar in den
Zertifizierungen LEED Gold, CasaClima A Nature und
KlimaHotel, die den WaltherPark als beispielgebendes
Projekt moderner und nachhaltiger Stadtentwicklung
ausweisen.
PICHLER projects
info@pichler.pro
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95
Produkt News
Rahmenlose
Transparenz
Präzise Glasverschattung
Die Verschattung großer horizontaler oder geneigter Glasflächen
stellt eine besondere planerische und technische
Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund präsentiert
Warema mit der Climara W25 eine neue Generation von Aufglas-
bzw. Wintergarten-Markisen. Das System wurde speziell
für die textile Verschattung von Terrassendächern, Panoramafenstern
und Dachflächenfenstern entwickelt und verbindet
ein klares architektonisches Design mit einer weiterentwickelten
Tuchführung auf Basis der neuen NexDrive Technologie:
Sie basiert auf der bewährten easyZip-Mechanik und führt
das Tuch mit klarer Linienführung präzise in den Führungsschienen.
Dadurch entsteht kein Lichtspalt zwischen Behang
und Schiene, während gleichzeitig die Anforderungen an hohe
Windbeständigkeit erfüllt werden. Die seitlich geführte Antriebsmechanik
sorgt auch bei großen Breiten für eine stabile,
straffe Tuchlage. Das intelligente Gegenzugprinzip der neuen
Climara steht über lange Zeit für eine gute Tuchspannung und
zuverlässige Technik – optisch wie funktional.
WAREMA Austria GmbH
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Flügelrahmenprofile sind vollständig eingelassen
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architektur FACHMAGAZIN
96
Produkt News
Neue Standards für Gebäudehüllen
Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren stehen vor umfassenden Sanierungsaufgaben:
Steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Brandschutz und
Nachhaltigkeit machen moderne Fassaden- und Dachsysteme unverzichtbar.
DOMICO zeigt, wie energetische Sanierung heute
funktioniert – technisch ausgereift, gestalterisch
flexibel und ökologisch nachhaltig: Vorgehängte
hinterlüftete Fassaden des heimischen Familienunternehmens
reduzieren Wärmeverluste, verbessern
Schallschutz und Brandschutz und werten die Gebäudehülle
optisch auf – mit nachhaltigen, nicht brennbaren
Materialien, die höchste Standards erfüllen.
Ob klare Linien, markante Akzente oder großflächige
Fassaden – die Systeme bieten Raum für kreative
Lösungen und die Integration moderner Technologien
direkt in die Gebäudehülle, wie etwa PV-Fassaden
(DOMICO Planum®Solar) oder begrünte Dach- und
Fassadenflächen (Planum®LivingGreen). Und der Metallleichtbau
von DOMICO ist schadstofffrei, langlebig
und zu 100% recyclingfähig. Im Sinne des Zirkularitätsgedankens
„Reduce – Reuse – Recycle“ setzt der
Hersteller auf Konstruktionen ohne Verbundstoffe.
DOMICO Dach-, Wandund
Fassadensysteme KG
T +43 (0)7682 2671-0
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97
Produkt News
© Markus Kaiser
Mikrofreiräume für ein modernes Stadtbild
Entlang der Argentinierstraße in Wien laden Mikrofreiräume und Plätze in Kreuzungsbereichen
zum Verweilen ein. Ihre Pflasterung – ausgeführt mit Produkten
von Friedl Steinwerke und gestaltet dem Entwurf von Karl Grimm Landschaftsarchitekten
– macht dem Straßennamen alle Ehre und diese Zonen klar erkennbar:
Denn das Verlegemuster ist an argentinische Textilmuster angelehnt, das je nach
verfügbarem Platz, große oder kleine Rauten zeigt.
Bei der Farbgestaltung der 30 x 20 cm großen Pflastersteine
entschieden sich dKarl Grimm für einen hellen
sandfarbigen Grundfarbton, die Rauten wurden
mit rötlichen Pflastersteinen ausgeführt. Die Farben
entwickelte der Pflaster-Hersteller ganz nach den
Vorstellungen der Landschaftsarchitekten: Die Farbgebung
der Flächen harmoniert mit den historischen
Fassaden entlang der Straße und passt ebenso zum
Rotton der neuen Fahrradstraße. Die gestalteten, gepflasterten
Aufenthaltszonen mit Sitzmöglichkeiten,
Begrünung, Beschattungs-, Kühl- und Spielelementen
steigern die Aufenthaltsqualität, sorgen für ein
modernes Stadtbild und unterstützen urbane Klimaanpassungsmaßnahmen.
Friedl Steinwerke GmbH
T +43 2618 3208-0
weppersdorf@steinwerke.at
www.steinwerke.at
© Markus Kaiser © Romana Graf, Karl Grimm Landschaftsarchitekten
architektur FACHMAGAZIN
98
Produkt News
Keramischer Akzent
Im Mannheimer Spinelli Wohnen.Park.Quartier formuliert das Wiener Architekturbüro
AllesWirdGut ein Ensemble aus charakterstarken Einzelhäusern, das Vielfalt
nicht nur zulässt, sondern sichtbar macht. Als Teil davon setzt der sogenannte
„schmale Hans“ über Farbe, Maßstab und Materialität einen prägnanten Akzent:
Die Fassade des schlanken Baukörpers ist dabei mit blau-grün glasierten Klinker-Riemchen
von GIMA ausgeführt.
Fotos: David Matthiessen
Der Farbton wurde in enger Abstimmung mit den
Architekten definiert und auf die weiteren Farben
des Ensembles abgestimmt. Charakteristisch ist die
lebendige Oberflächenwirkung, die aus der nicht
vollflächig deckenden Glasur resultiert: Der gelbliche
Keramikscherben scheint partiell durch die
blau-grüne Glasur hindurch und verleiht der Farbe
zusätzliche Tiefe. Je nach Lichteinfall verdichtet
sich das Farbbild oder öffnet sich zu einem subtilen
Spiel keramischer Reflexionen, das der Fassade Lebendigkeit
und Nuancierung gibt. Verwendet wurden
überwiegend quadratische Klinker-Riemchen im Format
200 x 15 x 200 mm, ergänzt durch 200 x 15 x 95
mm für Abschlüsse und Übergänge. Die Fassade wird
dabei von der kachelartigen Ordnung der quadratischen
Elemente geprägt, die den klassischen Klinker
bewusst aus seinem gewohnten Verband löst und
ihn in eine neue, zeitgenössische Tektonik überführt.
So wird der Klinker nicht als historisches Zitat eingesetzt,
sondern als aktives Gestaltungsmittel einer
urbanen Architektursprache.
GIMA Girnghuber GmbH
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99
Produkt News
Zip-Screens
Fenster
Fotos: Radek Úlehla
Schiebetüren
Kulinarischer Hochgenuss
Brandschutz
Raffstore
Im Prager Stadtteil Dejvice entstand nach
Plänen der Architekten David Neuhäusl
und Matěj Hunal ein kulinarischer Ort,
der internationale Fischküche und anspruchsvolles
Design vereint. Eine Besonderheit
des Interieurs ist eine namentliche
sowie gestalterische Verknüpfung:
Der Restaurantname „Rakin“ steht für
einen kleinen Flusskrebs (tschechisch:
„Rak“). Dies inspirierte die Architekten
zur Zusammenarbeit mit dem tschechischen
Fliesenspezialisten RAKO, dessen
Wurzeln in der Stadt Rakovník liegen – einer
Stadt, die ihren Namen ebenfalls dem
dort heimischen Flusskrebs verdankt und
ihn sogar im Stadtwappen trägt. Für die
Gestaltung der Wandmotive und Oberflächen
wurden spezifische Keramikfliesen
verwendet, um die Vision von Transparenz
und Minimalismus umzusetzen. Zum
Einsatz kam hier die RAKO-Serie Color
Two in einer matten Oberfläche und den
Formaten 10 x 10 und 20 x 20 cm für die
gerasterten Mosaike. Hinzu kamen für
die maßgefertigten Bänke und Sockel
Color Two-Fliesen im Format 10 x 10 cm
in Dunkelgrau.
LASSELSBERGER, s.r.o.
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architektur FACHMAGAZIN
100
Produkt News
Digital. Präzise. Individuell.
Für die energetische Sanierung historischer Bausubstanz fehlen oftmals die notwendigen
Planungsunterlagen und ein händisches Aufmaß ist aufgrund der Größe
oder Komplexität der Objekte nicht praktikabel. Für die Lösung dieser Herausforderungen
setzt der Fassadenspezialist Sto mit modernen 3D-Laserscannern an,
die mit LiDAR („Light imaging, detection and ranging“) -Technologie arbeiten.
Mit Sto Scan2Plan können selbst komplexe
Gebäudehüllen schnell und genau erfasst
werden: Durch das Aussenden von
Laserstrahlen wird die gesamte Umgebung
abgetastet und Millionen von Messpunkten
generiert, die in einer 3D-Punktwolke
zusammengefasst werden. Dabei werden
sämtliche Details des Gebäudes millimetergenau
erfasst. Aus den Rohdaten lassen
sich detailgenaue 2D-Fassadenansichten
und 3D-Modelle der Bestandsfassade erzeugen,
die als Grundlage für die weitere
Planung dienen. Darauf basierend lassen
sich Modelle entwickeln, die als Planungsund
Diskussionsgrundlage mit Behörden
und anderen Beteiligten dienen. Sobald alle
notwendigen Abstimmungen getroffen sind,
folgt die Detailplanung und die Auswahl der
passenden Fassadendämmsysteme, die
sowohl ökologische als auch ökonomische
Anforderungen sowie Brandschutzaspekte
berücksichtigen. Die präzise Flächenermittlung
bietet zudem eine verlässliche Kalkulationsgrundlagen
und schafft Planungssicherheit.
Innerhalb kurzer Zeit können so
ganze Wohnquartiere digital vermessen
werden, was eine deutliche Zeit und Kostenersparnis
im Vergleich zu herkömmlichen
Methoden darstellt.
Sto Ges.m.b.H.
T +43 (0)4242 33 133-0
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Für Laborwelten
der Zukunft
Im März 2026 war Fundermax Gastgeber
der ersten Lab Academy in Wiener Neudorf
in Niederösterreich. Mit dem neuen Format
initiierte das Unternehmen gemeinsam mit
Partnern eine branchenübergreifende Plattform
für Wissenstransfer, fachlichen Austausch
und Vernetzung rund um Labore für
Expert:innen aus Industrie, Forschung, Planung,
Universitäten und öffentlicher Hand.
Mit asecos (Hersteller hochisolierter Sicherheitsschränke
und beweglicher Lagerräume),
bimos (Produzent von Industrie und
Laborstühlen) und BROEN-LAB (Hersteller
von Notduschsystemen und Laborarmaturen)
setzte Fundermax damit ein Format
um, das Fachwissen, Praxiserfahrungen und
vielfältige Anforderungen an Laborbau und
-betrieb bündelt. Auf der Agenda standen im
März Themen wie Künstliche Intelligenz und
Automatisierung im Labor, Sicherheit und
rechtliche Vorgaben sowie flexible, nachhaltige
Laborarchitektur. Weitere Impulse
kamen etwa zur Campusentwicklung am
Institute of Science and Technology Austria
(ISTA) in Klosterneuburg bei Wien, zum Med
Uni Campus Graz und zum Takeda „Labor
der Zukunft“ in Wien Aspern Seestadt. Eine
Fortsetzung des Wissens transfers an wechselnden
Standorten der Partnerunternehmen
ist angedacht.
FunderMax GmbH
T +43 (0)5 9494-0
www.fundermax.at
office@fundermax.at
101
Produkt News
Modellbasiertes Ausschreiben und Abrechnen
Mit dem Jahresrelease ABK 8.7a präsentiert
ABK viele Neuerungen, wie etwa die
Einarbeitung der aktuellen Standardisierten
Leistungsbeschreibungen Hochbau
023 und Haustechnik 014. Im Mittelpunkt
steht jedoch die verbesserte und deutlich
erweiterte Bauabrechnung auf IFC-Basis.
Damit führt ABK zentrale Prozesse für die
Bereiche Rechnungswesen, Ausschreibung
und Abrechnung nahtlos zusammen und
macht modellbasiertes Arbeiten so einfach
und zuverlässig wie nie zuvor.
Mengen aus IFC-Modellen werden in ABK
den korrekten Positionen für die Ausschreibung
und Abrechnung zugeordnet.
Der wesentliche Vorteil: Die Mengen aus
der IFC-Datei werden ohne AVA-Elementmethode
direkt übernommen. Damit wird
der gesamte Workflow vom 3D-Modell zur
Position erheblich gestrafft. Im ABK-Leistungsverzeichnis
steht für die Erstellung
neuer Ausschreibungen nun ein integrierter
BIM-Viewer zur Verfügung. Dieser erlaubt
erstmals die direkte Auswahl und Verknüpfung
von IFC-Daten zu Positionen innerhalb
der gewohnten ABK-Umgebung. Mit ABK
8.7a rückt die modellbasierte Arbeitsweise
noch näher an den realen Projektalltag.
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architektur FACHMAGAZIN
Optimiert für Cloud
und Netzwerkumgebungen
Die Dateiarchitektur von ABiS AVA baut direkt auf das
Windows-Dateisystem auf. Sollen mehrere Benutzer
am gleichen Datenstamm arbeiten, ist man also flexibel,
ob man das mittels eines internen Netzlaufwerks
oder eines Cloudanbieters löst. Zudem haben die Benutzer
die Kontrolle, welche ihrer Daten in die Cloud
kommen, und welche lokal verbleiben. Die Steuerung
der Zugriffsrechte erfolgt unmittelbar über die Rechteverwaltung
des Betriebssystems oder des jeweiligen
Cloud-Anbieters. Werden etwa Schreibrechte
verwehrt, deaktiviert das Programm entsprechende
Editier- und Speicherschaltflächen. Daten wie Stammtexte,
Preise oder Baukostenindices werden dabei getrennt
betrachtet. Das Lizenzmodell basiert auf dem
Prinzip der Gleichzeitigkeit (Concurrent-User-Modell).
Alle Lizenzen sind als Flex-Lizenzen konzipiert, was
eine Installation an beliebig vielen Arbeitsplätzen ermöglicht.
Eine Lizenz wird nur während der aktiven
Nutzung für das jeweilige Hauptmodul belegt. Bei hohen
Auslastungen können Zusatzlizenzen monatsweise
erworben und zurückgegeben werden.
ABIS Softwareentwicklungs GesmbH
T +43 (0)316 83 13 61
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102
Produkt News
Bürosteuerung
neu gedacht
untermStrich
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Wer in einem Architektur- oder Ingenieurbüro arbeitet,
kennt das Problem: Projektdaten liegen in einem
System, Zeiterfassung in einem anderen, Honorarabrechnungen
irgendwo dazwischen. Der Überblick
kostet Zeit – und fehlt oft genau dann, wenn Entscheidungen
gefragt sind. Genau an diesem Punkt
setzt das neue untermStrich ONE an. Die grundlegend
überarbeitete Software-Generation bringt Projektmanagement,
Zeiterfassung und kaufmännische Steuerung
in einer durchgängigen Datenbasis zusammen.
Die neue Benutzeroberfläche setzt auf Klarheit durch
Design: mehr grafische Orientierung, eine modernere
Bedienlogik und Workflows, die der tatsächlichen Arbeitsweise
im Planungsbüro folgen. Hinzu kommen ein
erweitertes Stundenmodul, das Arbeitszeiten inklusive
Pausen auch getrennt von Projektzeiten erfasst,
sowie ein gestärktes Mahnungswesen mit integrierter
Erstellung und Versand. Der bewährte Funktionsumfang
– von HOAI-Abrechnung und E-Rechnung bis zu
Ressourcenplanung und Auswertungen – bleibt vollständig
erhalten.
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Mehr Klarheit, mehr Tempo
103
Produkt News
Wie Künstliche Intelligenz Prozesse, Entscheidungen
und Zusammenarbeit verändert,
erläutert Stefan Kaufmann, Product
Manager Innovation and AI bei ALLPLAN:
Künstliche Intelligenz ist inzwischen in vielen
Büros angekommen. Sie unterstützt bei
Routineaufgaben, bei der Auswertung von
Daten oder bei ersten Entwurfsschritten.
Der eigentliche Mehrwert liegt darin, Zeit
zurückzugewinnen: Tätigkeiten, die früher
sehr aufwendig waren, lassen sich heute
deutlich schneller erledigen. Gleichzeitig
sehen wir, dass KI besonders in frühen
Projektphasen an Bedeutung gewinnt. Entwurfsideen
können schneller visualisiert,
Varianten leichter verglichen und Entscheidungen
fundierter vorbereitet werden. Das
verändert die Arbeitsweise spürbar, ohne
die planerische Verantwortung zu ersetzen.
Das Spannende ist die Integration in bestehende
BIM-Workflows. KI wird zunehmend
Teil der Modellierung, der Auswertung und
auch der Qualitätssicherung. KI-Anwendungen
helfen beispielsweise bei der Generierung
von Modellen, bei ersten technischen
Bewertungen oder bei der Prüfung von Vorgaben
und Standards. Perspektivisch geht
es noch weiter. Systeme werden Planungsziele
besser verstehen und aktiv Vorschläge
machen können – etwa im Hinblick auf Kosten,
Materialeinsatz oder Produzierbarkeit.
Wir stehen hier noch am Anfang, aber die
Richtung ist klar: KI entwickelt sich vom unterstützenden
Tool zu einem zentralen Bestandteil
des digitalen Planungsprozesses.
KI wird zunehmend in Modellierungs- und
Konstruktionsprozesse integriert und unterstützt
den Planungsalltag ganz konkret.
Wiederkehrende Aufgaben lassen sich bereits
heute schnell automatisieren, Modelle
konsistent aufbauen und Änderungen besser
nachvollziehen. Gleichzeitig macht KI
projektweit vorhandenes Fachwissen leichter
zugänglich. Das reduziert Abstimmungsaufwände
und hilft, typische Fehlerquellen
frühzeitig zu vermeiden. Mit zunehmender
Verbreitung entwickelt sich KI Schritt für
Schritt vom unterstützenden Werkzeug zu
einem festen Bestandteil der Planung. Sie
beschleunigt Prozesse und trägt dazu bei,
fundiertere Entscheidungen früher zu treffen.
Gleichzeitig bleiben Themen wie Datenqualität,
Transparenz und Urheberrechte
zentral. Viele Büros setzen sich aktuell intensiv
damit auseinander – und genau hier
zeigt sich: Wer früh beginnt, Strukturen und
Know-how aufzubauen und auf verlässliche
Partner zu setzen, verschafft sich langfristig
einen Vorteil im Planungsalltag.
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Großes Potenzial im urbanen
Bestand
Ein erheblicher Teil des urbanen Gebäudebestands bietet ungenutztes Potenzial für
Dachsanierungen. Moderne Dachfensterlösungen schaffen mehr Tageslicht, verbessern die
Energieeffizienz und ermöglichen nachhaltige Wohnqualität im bestehenden Stadtgefüge.
architektur FACHMAGAZIN
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DigitalBAU 2026
IT-News und Trends im Überblick
Die Bausoftware-Fachmesse DigitalBAU 2026, die vom 24. bis 26. Februar
zum vierten Mal in Köln stattfand, war wieder ein Branchentreffpunkt für das
digitale Planen, Bauen und Betreiben. Die wichtigsten Neuerungen, Themen
und Trends im Überblick.
Text: Marian Behaneck
Etwa 300 Aussteller haben vom 24. bis 26.
Februar den insgesamt rund 11.000 Besuchern
Innovationen und Lösungen rund um
die Leitthemen Kreislaufwirtschaft, Bauprozessoptimierung,
KI und Bestandserfassung
vorgestellt. Nahezu jeder Aussteller hat auf
das Marketing-Zugpferd „Künstliche Intelligenz“
gesetzt und mehr oder weniger
„smarte“ Lösungen präsentiert. Dass die KI
das Potenzial hat, die Digitalisierung am Bau
weiter voranzutreiben, haben insbesondere
rund 60 Startup-Unternehmen gezeigt und
in einem separaten Messebereich vorwiegend
KI-basierende neue Lösungen rund
um das Planen, Bauen und Betreiben vorgestellt.
In vielen Vorträgen und Foren-Diskussionen
wurde aber auch auf eine Kehrseite
hingewiesen: es wächst die Sorge um die
Datenhoheit und die Sicherheit sensibler
Projekte. Ein Gesprächsthema waren auch
wieder Firmen-Zusammenschlüsse – wie die
neu gegründete Orca Group, die acht etablierte
Software-Unternehmen unter einem
Dach vereint. Die nächste DigitalBAU-Messe
findet von 21. bis 23. März 2028 in Köln statt.
Bausoftware-Neuerungen werden davor beispielsweise
auch auf den Messen BIM World
in München (24. bis 25.11.2026) oder BAU
in München (11. bis 15.01.2027) präsentiert
(www.digital-bau.com, www.bim-world.de,
www.bau-muenchen.com).
CAD, BIM und Rendering
Zahlreiche, auf der Messe vorgestellte
CAD-Neuerungen zielen auf die Optimierung
der kooperativen BIM-Planung, Bestandserfassung,
Lebenszyklusanalyse
oder Ökobilanzierung ab. So stand im Mittelpunkt
des Messeauftritts von Graphisoft
die fachübergreifende Zusammenarbeit der
BIM-Software Archicad, die in der Version
29 noch stärker mit den TGA-Planungstools
DDScad und MEP Designer von Graphisoft
Die Bausoftware-Fachmesse DigitalBAU 2026 war erneut ein Trendsetter
für das digitale Planen, Bauen und Betreiben. © Nemetschek Group
vernetzt werden soll. Unterstützt wird dies
durch den smarten Graphisoft AI Assistant,
der auf Support- und Community-Expertenwissen
zugreift. Eine neue, cloudbasierte
Entwurfsplattform berücksichtigt Standort-,
Gebäude- und Umgebungsdaten,
ermöglicht Machbarkeits- und Nachhaltigkeitsanalysen
sowie die BIM-Projektintegration
(www.graphisoft.com).
A-Null Bausoftware hat den A-Null Club
vorgestellt. Das ist ein exklusives Serviceund
Support-Angebot für Nutzer von Archicad
und BIM-Lösungen. Er bietet Zugriff auf
Archicad-Objektbibliotheken, Software-Erweiterungen
für automatisierte Arbeitsabläufe
in Archicad sowie eine erweiterte
technische Unterstützung und einen Zugang
zu Schulungsinhalten (www.a-null.at).
Visualisierungs-Spezialist Chaos hat das
KI-Bildgenerierungstool Veras 4.0 mit einer
neuen Render-Engine vorgestellt, die
auf Googles KI-Bildgenerierungsmodell
Nano Banana Pro basiert. Damit soll Veras
hochwertigere Ergebnisse liefern, die der
gestalterischen Absicht des Prompt-Erstellers
besser entsprechen. Auch aus Plänen,
Bildern oder Handskizzen erstellt Veras realistische
3D-Szenen in unterschiedlichen
Gestaltungs- und Darstellungsstilen, in denen
Bildelemente gezielt verändert werden
können (www.chaos.com).
Die wahlweise als Kauflizenz oder Mietmodell
erhältliche BIM-Software Elitecad
Architecture setzt weiterhin bewusst auf
Wahlfreiheit statt Abo-Zwang. Das soll
eine flexible Arbeitsweise ermöglichen
und gleichzeitig die eigene Datenhoheit
und Kontrolle über Projekte und Kosten sichern.
Die aktuelle Version 17 enthält neue
Funktionen für eine weitgehend automatisierte
Punktwolkenverarbeitung sowie
nachhaltigere Planung. Ein neues, persona-
www.architektur-online.com
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Neue Cloudbasierte Entwurfsplattformen berücksichtigen Standort-,
Gebäude- und Umgebungsdaten, ermöglichen Machbarkeits- und
Nachhaltigkeitsanalysen. © Graphisoft
Bau-CAD bietet zunehmend Funktionen für eine nachhaltigere Planung
und die Generierung von Gebäuderessourcenpässen. © Xeometric
lisierbares KI-Assistenzmodul soll künftig
den gesamten Planungsprozess unterstützen
(de.elitecad.eu).
EDV Software Service präsentierte mit der
aktuellen Version von AX3000 eine Software
für Energieausweise und TGA, direkt
eingebunden als Plugin in AutoCAD,
BricsCAD oder Allplan. Energetische Berechnungen,
Module für die Heizlastberechnung,
Fußbodenheizung, Lüftung und
hydraulische Systeme wurden weiter optimiert,
ebenso Funktionen für QNG und LCA
für Förder- und Nachhaltigkeitsnachweise
(www.ax3000-group.at).
Zu den vielen Neuerungen von Vectorworks
2026 gehören ein neues Phasensystem, mit
dem sich Renovierungen in mehreren Abschnitten
abwickeln lassen. Mit dem Nachhaltigkeits-Dashboard
haben Planer die
Umweltwirkung ihrer Projekte in Echtzeit
im Blick, verfolgen den CO 2 -Fußabdruck
oder nutzen Werkzeuge zur Berechnung
der Umweltwirkung. Neu sind auch ein
Fassadenmodul, eine flexiblere Gestaltung
von Fenster- und Türgewänden sowie eine
direkte Anbindung an die Plattform ausschreiben.de.
(www.vectorworks2026.eu).
Ausschreibung, Vergabe
und Abrechnung
Der Fokus bei AVA-Programmen lag auf
der BIM-AVA-Verknüpfung, der Optimierung
des IFC-Imports und der E-Rechnung.
So ermöglicht der kostenfreie webbasierte
Invoice-Viewer von G&W-Software eine Visualisierung
und Validierung von E-Rechnungen
nach DIN EN 16931 in den Formaten
XRechnung und ZUGFeRD. Eingebettete
Anlagen lassen sich extrahieren und in
AVA-Programmen zu Prüfzwecken verwenden,
Rechnungsdaten zu Kontrollzwecken
ausdrucken oder als PDF speichern. Der
neue BIM-Regelmanager in CaliforniaX V25
vereinfacht mit einer automatisierten, individuell
anpassbaren Filterung und Gruppierung
gleichartiger Bauteile die Verarbeitung
von BIM-Modellen für die Kostenplanung
(www.gw-software.de).
Nova Building IT hat die Cloudlösung Nova
AVA durch ein zentrales Ticket- und Mängelmanagement-System
erweitert. Zu erledigende
Aufgaben lassen sich direkt mit
LV-Positionen verknüpfen und werden in
der Bauabrechnung als offene Punkte angezeigt.
Mit einem ergänzenden Besprechungs-
und Protokollmanagement lassen
sich Turnusbesprechungen definieren, Tagesordnungen
und Protokolle generieren.
Der neue, smarte „Nova AI Hub“ soll künftig
Unterstützung bei der Informationsbeschaffung,
bei der Texterstellung oder
-prüfung sowie eine Sprachassistenz bieten
(www.avanova.de).
Orca Software hat sich erstmals als Teil der
Orca Group präsentiert. Im Fokus standen
neben Ausschreiben.de vor allem Orca AVA.
Mit der nächsten Version 28 soll die Datenbanktechnologie
auf SQL umgestellt werden,
was mehr Datensicherheit, Performance
und Stabilität bieten soll. KI-gestützte
Funktionen sollen AVA-Prozessen automatisieren.
Neue Lösungen wie der Orca LV Viewer
und Orca LV Bid, das neue Online-Tool
zur schnellen und einfachen Bepreisung
von Leistungsverzeichnissen, erweitern das
Portfolio (www.orca-software.com).
Der bereits vorhandene KI-Chatbot der
Aufmaßsoftware Grava connect sowie des
AVA-Systems Avanti wird durch eine neue,
KI-basierte Plananalyse in Grava connect
ergänzt. Die Funktion soll das Erfassen und
Strukturieren von Flächen aus Plänen beschleunigen.
Parallel dazu arbeitet Hersteller
Softtech an weiteren KI-Anwendungen, etwa
für die Datenauswertung oder Prompt-gesteuerte
Interaktionen (www.softtech.de).
Büro-, Projekt- und
Baustellenmanagement
Für neue Impulse in der Büro-, Projekt- und
Baustellenmanagement-Software sorgen
das Mobile und Cloud-Computing, BIM und
die Künstliche Intelligenz. Sie war auch
am Stand der Baumanagement-App Bau-
Master ein Thema – allerdings eher mit einem
kritischen Blick auf den tatsächlichen
Mehrwert, sowie den Datenschutz und die
Sicherheit sensibler Projektdaten. Deshalb
entwickelt BauMaster aktuell KI-Lösungen,
die europäischen Datenschutzanforderungen
entsprechen und eine echte Erleichterung
bieten sollen (www.bau-master.com).
Das neue Premium-Abonnement Bluebeam
Max soll das Kernprodukt Bluebeam Revu
für die PDF-basierte Projektzusammenarbeit
mit KI-Technologien kombinieren. Danach
beschleunigt Bluebeam Max die Prüfung
von Zeichnungen und Plänen, automatisiert
zeitintensive Arbeitsabläufe und optimiert
das Zusammenspiel von BIM-Modellen und
PDF-Bauplänen (www.bluebeam.com).
Auch die Baumanagementsoftware Capmo,
die Baudokumentation, Mängel-, Projektund
Dokumentenmanagement sowie Planserver
in einer ganzheitlichen Plattform
vereint, automatisiert jetzt administrative
Abläufe per KI (www.capmo.com).
Bei Ishap, Anbieter digitaler Lösungen für
die Personal-Dokumentation, stand die
Nachunternehmerdokumentation im Fokus.
Alle relevanten Nachweise werden zentral
gespeichert, der Status ist jederzeit sichtbar
und fehlende oder bald ablaufende Dokumente
werden früh erkannt (www.ishap.at).
Modocu, eine digitale Lösung zur Fotodokumentation
und Bautagebuchführung für
Bauhandwerker und Planer erfasst Baustellenfortschritte,
Mängel, Notizen und Berichte
direkt vor Ort über eine mobile App und
speichert sie zentral in einer Cloud. u
architektur FACHMAGAZIN
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3D-Laserscanner, wie der neue Hilti P3D 800, werden neben der
Bestandserfassung immer häufiger auch für Baufortschrittskontrollen
und Soll-/Ist-Abgleiche eingesetzt. © Hilti
Für Planer und Handwerker gleichermaßen interessant waren Plattformen
für die Planung, Installation und den Betrieb von Bauelementen.
© Shutterstock, Dormakaba
Optimiert wurden Funktionen zur
Vor-Ort-Dokumentation, Berichte und Reportvorlagen
(www.modocu.com).
Planradar, die Webplattform für die Dokumentation
des gesamten Gebäudelebenszyklus,
hat digitale Lösungen zur
Bautagebucherstellung, für das Aufgabenmanagement
und die Kommunikation mit
Subunternehmern, für Inspektionen, Checklisten,
das Mängelmanagement, die Mängelbeseitigung
oder das Nachforderungsmanagement
vorgestellt (www.planradar.com).
Die neue, cloudbasierte Kollaborationsplattform
RIB Unify stellt zusammen mit
einer mobilen App Projektinformationen
strukturiert und in der jeweils aktuellen
Version für alle zugänglich an einem zentralen
Ort zur Verfügung. Unterstützt wird RIB
Unify durch den KI-Assistent RIB Omni für
die Informationssuche und administrative
Tätigkeiten (www.rib-software.com).
Mit UntermStrich One hat Hersteller UntermStrich
die nächste Software-Generation
eingeläutet – mit einer komplett neuen,
modernen Benutzeroberfläche, klareren
Bedienwegen und zahlreichen funktionalen
Weiterentwicklungen. So können etwa
Projektfavoriten direkt über das kombinierte
Such- und Filtersystem aufgerufen
werden und auch das Mahnungswesen und
die Mahnungsverfolgung wurden optimiert
(www.untermstrich.com).
Aufmaß und Bestandserfassung
ETU/Hottgenroth unterstützt die Raumund
Gebäudeerfassung mit dem optionalen
HottCAD-Zusatzmodul „Hott-KI“, das aus
Grundrissplänen automatisiert 3D-Modelle
erstellt sowie mit dem 3D-Raumscanner
„Hottscan“. Die erweiterte Optimus-App
kann jetzt mit Apple Pro-Endgeräten ab der
12. Generation per LiDAR-Scan Raumgeometrien
erfassen und 3D-Modelle generieren
(www.etu.at).
Faro hat seine Focus 3D-Laserscanner
präsentiert – den Focus Premium Max mit
einer Reichweite von bis zu 400 Metern
und den Focus Premium und Focus Core
mit Reichweiten von 200, respektive 100
Metern. Alle Modelle ermöglichen schnelle
„Flash-Scans“ sowie Standard-Scans für
mehr Detailgenauigkeit (www.faro.com).
Hilti war unter anderem mit dem neuen
P3D 800 Laserscanner mit einer Reichweite
von 80 Metern und einer Genauigkeit von 2
mm, einer automatischen Kalibrierung und
Selbstnivellierung sowie der Hilti OnSite
Scan Software und dem PLC 600 Tablet für
eine rationellere Datenerfassung und verarbeitung
vertreten. Präsentiert wurden auch
zwei Exoskelette für Überkopfarbeiten und
schwere Stemmarbeiten sowie der Jaibot-
Bauroboter für automatisierte Bohrarbeiten
an Wänden oder Decken (www.hilti.at).
Riegl präsentierte den terrestrischen 3D
Laserscanner Riegl VZ-600i und dessen
Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen
BIM-Projektphasen, wie der Bestandserfassung,
Qualitätssicherung und Baudokumentation.
Das Gerät verfügt über eine
hohe Genauigkeit im Millimeterbereich und
eine schnelle Datenerfassung, auch auf große
Distanzen (www.riegl.com).
Systeme für Fenster und Türen
Auch einige Hersteller digitaler Zutrittslösungen
haben ausgestellt. Sicherheitstechnik-Anbieter
Assa Abloy hat aktuelle
Lösungen für den Gebäudezutritt und die
Rettungswegtechnik präsentiert, darunter
Integrationen mit dem skalierbaren Client-
Server-Zutrittskontrollsystem Scala net,
Weiterentwicklungen des elektronischen
Schließsystems eCLIQ und das Effeff Bedientableau
925 mit Touch-Display, das
eine nutzerfreundliche, flexible Fluchttürsteuerung
in komplexen Gebäudestrukturen
ermöglicht (www.assaabloy.at).
Im Fokus des Messeauftritts von Dormakaba
stand EntriWorX. Das ist eine Plattform
für die Planung, Installation und den Betrieb
von Türsystemen. Zentral gespeichert
werden beispielsweise technische Spezifikationen,
Ausschreibungstexte, Türlisten,
Produktinformationen oder Anschlusspläne
(www.dormakaba.at).
EVVA, Hersteller mechanischer und elektronischer
Zutrittslösungen, hat AirKey und die
Kooperation mit Planradar (s.o.) vorgestellt.
Der Einbau von AirKey-Zylindern während
der Bauzeit und der Integration der Verwaltungssoftware
in die PlanRadar-Plattform
soll die Kontrolle auf Baustellen verbessern
und aufwändige Schlüsselmanagement-Ressourcen
erübrigen (www.evva.com).
Schließsysteme der besonderen Art präsentierte
Iloq. Das Unternehmen hat sich
auf batterielose, digitale Lösungen spezialisiert,
bei denen weder Schlösser noch
Schlüssel Batterien oder eine externe Verkabelung
benötigen. Beim schlüsselbasierten
LOQ S10 wird die elektrische Energie
beim Einführen des Schlüssels in den Zylinder
erzeugt (www.iloq.at)
•
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