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architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 3 2026

Orte zum Leben

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FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Vösendorf, Verlagspostamt 2331 Vösendorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

03

www.architektur-online.com

April/Mai 2026

Wohnraum

© Madara Kuplā


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braucht mehr

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Orte zum Leben

Wohnen gehört zu den unmittelbarsten Themen der Architektur.

Es betrifft den Alltag, die Stadt, das Land, soziale

Beziehungen, ökologische Fragen und nicht zuletzt die

Vorstellung davon, wie wir leben wollen. Kaum eine Bauaufgabe

ist so vertraut und zugleich so umkämpft. Wohnraum

ist Grundbedürfnis, Marktgut, politisches Versprechen

und architektonisches Experimentierfeld. Gerade deshalb

lohnt sich der Blick auf Projekte, die das Wohnen nicht als

abgeschlossene Typologie behandeln, sondern als offene,

veränderbare Aufgabe.

22. – 24. Juni 2026

Editorial

Die weltweit

führende Fachmesse

für Garten lifestyle

und BBQ

growing

inspiration

starts here

Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf Formen des gemeinschaftlichen

Wohnens. Sie zeigen, dass Nachbarschaft nicht zufällig

entsteht, sondern räumlich mitgedacht werden muss. Am

Wienerfeld West in Wien-Favoriten wird eine bestehende Gemeindebausiedlung

schrittweise ersetzt. WUP architektur entwickelt

dort eine Siedlungsstruktur aus kompakten Häusern in

Holzhybridbauweise, privaten Freiflächen und gemeinschaftlich

nutzbaren Erschließungsräumen. Der Musterblock D1 zeigt, wie

überschaubare Nachbarschaften in größerem Maßstab entstehen

können. Auch das Neue Landgut südwestlich des Wiener

Hauptbahnhofs verhandelt Wohnen im städtischen Zusammenhang.

Am Bauplatz D12 bündeln DTFLR und PLOV Architekten

mit B.R.I.O. zentrale Fragen des geförderten Wohnbaus: Leistbarkeit,

soziale Durchmischung, Klimagerechtigkeit und Kreislauffähigkeit.

Das Projekt sucht nach einer Architektur, die systematisch

geplant ist, ohne schematisch zu wirken. Mit Augustine’s

Garden in Riga rückt der Bestand in den Vordergrund. Sampling

Architects verbinden die Sanierung eines Jugendstil-Mietshauses

mit dem Umbau ehemaliger Hofgebäude. Historische Fassaden,

vorhandene Materialien und ein gemeinschaftlicher Garten

machen sichtbar, wie Wohnen aus den Schichten der Stadt weiterentwickelt

werden kann.

Neben diesen kollektiven Wohnformen widmet sich die Ausgabe

auch wieder dem Einfamilienhaus. Nach einem Schwerpunkt auf

mehrgeschossigem Wohnbau im Vorjahr darf diese umstrittene Typologie

diesmal bewusst ihren Platz einnehmen. Das Einfamilienhaus

bleibt, allen ökologischen und raumplanerischen Einwänden

zum Trotz, für viele Menschen ein Wohntraum. Architektonisch

bietet gerade der kleine Maßstab Möglichkeiten, die im großvolumigen

Wohnbau oft schwer durchzusetzen sind. Private Bauherrschaften,

überschaubare Programme und direkte Entscheidungswege

erlauben Details, Materialexperimente und räumliche

Präzision, die im größeren Maßstab häufig an Normen, Kostenrahmen

oder Verwertungslogiken scheitern. Das Einfamilienhaus

bleibt damit ein ambivalentes, aber produktives Versuchslabor.

Die ausgewählten Beispiele zeigen unterschiedliche Zugänge:

Haus Medník von Päivä Architekti versteht Wohnen als präzise

Neuausrichtung eines kleinen Baukörpers zwischen Bestand,

Garten und Landschaft. Die Staggered Cabin in South Lake

Tahoe löst das klassische Haus in eine Abfolge kleiner Hütten

auf und macht Bewegung, Hanglage und Jahreszeiten zum Teil

des Wohnens. Das Haus am See von Anna Kovacs / NANA Architektur

verbindet nahe dem Attersee Wohnen, Praxis und Ferienwohnung

und übersetzt das Motiv des Vierkanthofs in eine

reduzierte zeitgenössische Form.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe!

Andreas Laser

Koelnmesse Österreich

Tel. (01) 320 50 37

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LIVING


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Magazin 08

Eine Wohn-Utopie 22

wird klimaneutral

Der fossile Ausstieg des Wohnparks Alterlaa

Wettbewerbe & Awards 26

Raum für Nachbarschaft 28

Siedlung Am Wienerfeld West /

Wien, Favoriten / WUP architektur

Ein Baukasten 34

für Gemeinschaft

Geförderter Wohnbau B.R.I.O. /

Wien, Favoriten / DTFLR & PLOV

Ein Hof mit vielen Schichten 40

Augustine’s Garden / Riga, Lettland /

Sampling Architects

Holz wird Raum 46

Medník Haus /

Luka pod Medníkem, Tschechien /

päivä architekti

Versetztes Wohnen 52

Staggered Cabin /

South Lake Tahoe, Californien /

Mork-Ulnes Architects

Haus der Übergänge 60

Haus am See /

Abtsdorf, Oberösterreich /

NANA Architektur

Naturstein 68

Produkt News 78

edv 104

DigitalBAU 2026: IT-News

und Trends im Überblick

40

52

28

34

46

60

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at) • REDAKTION DI Linda Pezzei, Roland Kanfer, Gertraud Gerst, DI Marian Behaneck

LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14 • RESSORT WETTBEWERBE Roland Kanfer (wettbewerbe@architektur-online.com)

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser • LEKTORAT Mag. Heidrun Schwinger • DRUCK Bauer Promotion

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 109,- / Ausland: € 133,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 75,- / Ausland: € 105,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 15,- / Ausland € 20,- • ABOSERVICE office@laserverlag.at

BANKVERBINDUNG Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000 IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW

UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; • ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied der Redaktion gekennzeichnet

sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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architektur FACHMAGAZIN

8

Magazin

Wenn die Fassade

zum Klimaakteur wird

Die Gebäudehülle entscheidet darüber, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht,

wie angenehm die Räume sind und wie nachhaltig gebaut wird. Der Future Skins

Award richtet den Blick genau dorthin: auf die Schnittstelle zwischen Innen und

Außen, zwischen Komfort und Klimaschutz.

Unter dem Titel „Gebäudehüllen für Morgen – Lösungen

und Potentiale für klimapositives Bauen“

wird er 2027 im Rahmen der R+T – Weltleitmesse für

Rollladen, Tore und Sonnenschutz – erstmals ausgelobt.

Gefragt sind keine vollständigen Gebäudeentwürfe,

sondern durchdachte Fassadenlösungen, die

Architektur, Technik und Nachhaltigkeit gleichermaßen

berücksichtigen. Innovative Sonnenschutzsysteme

und intelligente Materialwahl stehen dabei

im Mittelpunkt.

Ein Wettbewerb für Studierende

Der Award richtet sich an Studierende der Fachrichtungen

Architektur, Bauingenieurwesen, Fassadentechnik

sowie verwandter Disziplinen wie Gebäudetechnik,

Umweltplanung oder nachhaltiges Bauen im

gesamten DACH-Raum. Zu gewinnen gibt es neben

Sach- und Geldpreisen auch einen Publikumspreis.

Die besten Arbeiten werden im Februar 2027 auf der

R+T einem Fachpublikum aus Industrie, Handwerk

und Medien präsentiert. Für Studierende bedeutet

das: direkter Kontakt zu Unternehmen, die an innovativen

Lösungen für Fassaden, Sonnenschutz und

Gebäudetechnik arbeiten. Und die Chance, eigene

Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern auch mit Expertinnen

und Experten zu diskutieren, die sie umsetzen

könnten. Einreichungsschluss für den Future

Skins Award ist der 12. Januar 2027; die Preisverleihung

findet am 17. Februar 2027 statt.

Jury aus Architektur, Forschung und Praxis

Bewertet werden die Entwürfe von einer Jury, die

unterschiedliche Perspektiven vereint: Hochschullehre,

Klimaengineering, Architekturpraxis und Nachwuchsförderung.

Mit dabei sind unter anderem Jan

Cremers (Hochschule für Technik Stuttgart (HfT)),

Magdalena Weiss (gmp / Shanghai Academy of Fine

Arts), Volkmar Bleicher (Transsolar / HfT), Mirjam

Schnapper (Landesvorstand (AiP & SiP) AKBW),

Martin Haas (haascookzemmrich STUDIO2050 /

DGNB), Christian Schätz (nexture+) sowie Wilhelm

Hachtel (European-Solar-Shading-Organisation).

Verleihung im Rahmen der R+T 2027

Der Future Skins Award wird im Rahmen der R+T

verliehen – der Weltleitmesse für Rollladen, Tore und

Sonnenschutz. Alle drei Jahre kommen in Stuttgart

über 1.000 ausstellende Unternehmen aus mehr als

40 Ländern zusammen, um Innovationen rund um

Gebäudehüllen, Sonnenschutzsysteme, Antriebstechnik,

technische Textilien und Gebäudeautomation

zu zeigen. Die Messe ist Treffpunkt für Professionals

aus Herstellung, Planung, Handwerk und

Architektur. Die nächste R+T findet vom 15. bis 19.

Februar 2027 statt. Parallel dazu läuft am 18. Februar

2027 der ARCHIKON - Landeskongress für Architektur

und Stadtentwicklung, der zusätzliche Impulse

und Vernetzungsmöglichkeiten für Architektinnen

und Architekten bietet.

Eine Plattform für neue Ideen

Der Future Skins Award schließt die Lücke zwischen

dem, was an Hochschulen entwickelt wird, und dem,

was die Industrie braucht. Die Fassade wird dabei

nicht als statische Hülle verstanden, sondern als aktives

Element, das auf Klima reagiert, Energie steuert

und Lebensqualität schafft. Genau dort setzt der

Wettbewerb an.

www. futureskins.eu


9

Gibt der Nacht

die Dunkelheit zurück

Magazin

BEGA Aufsatzleuchten mit Dark Sky Technologie lenken

das Licht hocheffizient nur dahin, wo es benötigt wird.

Eine Erhellung des Nachthimmels wird vermieden.

bega.com/darksky

Das gute Licht.


architektur FACHMAGAZIN

10

Magazin

Stab für Stab

© Maximilian Wessely

Mit HORST entwickelten heri&salli und Kohlmaier

Wien ein Objekt an der Grenze von Sitzmöbel, Raumfigur

und konstruktiver Studie. Ausgangspunkt war

eine Handskizze von heri&salli. Aus Gesprächen und

gemeinsamer entstand über einen Zeitraum von 18

Monaten ein serienreifes Projekt.

Der Name HORST bezieht sich auf ein aus „Zweigen“

gefügtes Nest. Diese Referenz wird konstruktiv

übersetzt: 61 Stäbe bilden eine umhüllende Struktur

um einen innenliegenden Würfel. Der Würfel steht

dabei für eine geometrische Idealfigur menschlicher

Vermessung. HORST verbindet damit eine unregelmäßig

wirkende äußere Stabordnung mit einem klar

definierten inneren Volumen. Es schafft eine Begrenzung,

ohne einen geschlossenen Raum auszubilden.

Die Konstruktion umgibt den Sitzbereich, bleibt aber

durchlässig. So entsteht ein Möbel, das Sitzen, Rückzug

und Aufenthalt miteinander verbindet.

Gefertigt wird HORST aus Buchenholz, Kaltschaum

und Stoff. Die Produktion setzt auf Materialien heimischer

Herkunft und rein mechanische Verbindungsmittel.

Die Abmessungen betragen rund 130 × 130 ×

130 Zentimeter. Die Stabkonstruktion wurde gemeinsam

mit SFK aus Kirchham (OÖ) weiterentwickelt.

Umbaukultur als offenes Labor

Mit „Stadtabdrücke – Landabläufe“ verwandeln die

Architekturkollektive circa. und asphalt das Haus der

Architektur in Graz in ein prozesshaftes Labor für

Fragen des Weiterbauens. Im Zentrum steht der Blick

auf das Vorhandene: auf Materialkreisläufe, Alltagsinfrastrukturen,

Spuren und Routinen, die oft übersehen

werden, aber eine zentrale Grundlage für eine

ressourcenschonende Baukultur bilden.

Die beiden beteiligten Kollektive entwickeln dabei

komplementäre Perspektiven. asphalt untersucht

kommunale Bauhöfe und Abfallsammelstellen im

ländlichen Raum. Diese meist pragmatisch organisierten

Orte erscheinen als Schnittstellen zwischen Logistik,

Ausnahmezustand und improvisierter Ordnung.

In kartografischen Mappings, multimedialen Porträts

und studentischen Arbeiten werden ihre räumlichen

Qualitäten ebenso sichtbar wie ihre Potenziale für

eine Praxis der Bauteilwiederverwendung.

circa. richtet den Blick auf jene oft übersehenen, „infraordinären“

Räume der Stadt – Übergänge, Restflächen

und alltägliche Strukturen, die urbane Erfahrungen

leise, aber nachhaltig prägen. Durch genaue

Beobachtung, Abdruck, Zeichnung, Text, Fotografie

sowie Sieb- und Prägedruck entsteht ein wachsender

Atlas urbaner Erinnerungen und Transformationen.

Stadt wird hier nicht nur dokumentiert, sondern

als Archiv gelesen und als Ressource für künftiges

Handeln verstanden.

Das Format versteht sich ausdrücklich nicht als abgeschlossene

Ausstellung, sondern als wachsender

Diskursraum zwischen Dokumentation, Archiv und

räumlicher Inszenierung. Workshops, Gespräche,

ein Symposium sowie studentische Beiträge erweitern

das Labor über mehrere Wochen hinweg. Der

Kick-off findet am 30. Mai 2026 im Rahmen der Architekturtage

im HDA Graz statt; das Labor läuft bis

31. Juli 2026.

www.hda-graz.at

© circa, asphalt


11

Magazin

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ZUHAUSE

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architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Fotos: Adam Scott Images

Stiller Dachraum

Das Architekturbüro Turner Architects hat mit

„A Ply Loft“ einen zuvor als Stauraum genutzten

Dachraum in ein kompaktes Schlaf- und

Arbeitszimmer umgewandelt. Der Eingriff nutzt

das vorhandene Volumen unter dem Dach und

entwickelt daraus einen zurückgezogenen

Raum für Ruhe und konzentriertes Arbeiten.

Prägendes Material ist Birkenmultiplex, das Wände,

Deckenflächen und Einbauten durchgehend bekleidet.

Die einheitliche Ausführung verbindet die

unterschiedlichen Flächen zu einem zusammenhängenden

Innenraum und gibt dem Ausbau eine klare

konstruktive Lesbarkeit. Sichtbare Fugen, Kanten

und Anschlüsse sind zurückhaltend ausgebildet, sodass

Material und Verarbeitung den Charakter des

Raums bestimmen. Die Geometrie des Dachraums

wird genutzt, um Ausblicke auf Himmel und Stadt

zu rahmen, ohne die Privatheit des Zimmers aufzugeben.

Tageslicht fällt gedämpft auf die Holzoberflächen

und verändert die Wahrnehmung des Raums im

Tagesverlauf. So entsteht ein Dachausbau, der nicht

allein zusätzliche Nutzfläche schafft, sondern den

bestehenden Wohnraum um eine präzise gefasste,

ruhig genutzte Ebene ergänzt.


13

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Temporäres

Zuhause

Das von hirner & riehl architekten stadtplaner bda geplante Jugendwohnhaus in

Straubing reagiert auf eine Aufgabe, die über die Bereitstellung von Schlafplätzen

hinausgeht: Es verbindet temporäres Wohnen für Auszubildende mit gemeinschaftlichen,

pädagogisch nutzbaren Räumen und einer auf Effizienz ausgelegten

Holzbauweise. Das Haus dient dem Berufsschulverband Straubing-Bogen als Unterkunft

für Jugendliche, die während des Blockunterrichts nicht täglich an ihren

Wohnort zurückkehren können.

Fotos: Sebastian Schels

Der Neubau steht auf einem trapezförmigen Grundstück

in einem heterogenen Umfeld aus Verkehrsinfrastruktur,

kleinteiliger Wohnbebauung, gewerblichen

Nutzungen und städtebaulichen Restflächen. Mit

seinem winkelförmigen Baukörper fasst das Gebäude

das Areal neu: Zwei Flügel bilden eine klare Raumkante

und schirmen einen rückwärtigen Freibereich

mit Begrünung und Sportfläche ab. Die Organisation

folgt einer einfachen, gut lesbaren Hierarchie. Im

Erdgeschoss befinden sich Empfang, Wartebereich,

Speisesaal, Aufenthaltsräume, Küche, Werkstätten

und betriebliche Bereiche. Die größere Raumhöhe

von drei Metern entspricht den gemeinschaftlichen

Funktionen und lässt die öffentlichen Bereiche vom

kompakteren Zimmertrakt unterscheiden. Darüber

liegen Verwaltung, Gruppenräume und die Wohngeschosse.

Die Zimmer sind seriell angeordnet, übereinandergestapelt

und auf kurze Wege ausgelegt.

Insgesamt bietet das Haus rund 150 Wohnplätze in

Einzel- und Doppelzimmern; ergänzend gibt es barrierefreie

Zimmer und ein Bereitschaftszimmer für

pädagogisches Personal.

u


www.architektur-online.com

15

Magazin

Restaurant Attica, Frauenfeld CH

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architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Rückzug, Begegnung, Vorfertigung

Die Gruppenräume mit Teeküchen liegen jeweils an

den Gelenkpunkten der beiden Flügel. Damit sind

sie nicht als Restflächen behandelt, sondern als wiederkehrende

Orte im Alltag der Bewohnerinnen und

Bewohner. Sie ergänzen die kleinen privaten Zimmer

und geben dem Gebäude eine soziale Mitte auf

den Etagen. Diese räumliche Struktur entspricht der

Nutzung: Das Jugendwohnhaus ist kein klassisches

Wohnheim für dauerhaftes Wohnen, sondern eine

temporäre Unterkunft für junge Menschen in Ausbildung.

Es muss Rückzug ermöglichen, aber auch

Kontakt, Betreuung und Orientierung unterstützen.

Konstruktiv ist das Gebäude als Hybridbau angelegt.

Das Erdgeschoss besteht aus mineralischen

Baustoffen und bildet den Sockel für die darüberliegende

Holzkonstruktion. Tragende Wände wurden

in Brettsperrholz ausgeführt; Decken bestehen aus

Brettsperrholz beziehungsweise Brettstapelholz. Die

Planung setzt auf serielle Elemente und einen hohen

Vorfertigungsgrad. Außenwände wurden im Werk mit

Fenstern, Sonnenschutz und Lüftungsgeräten ausgestattet,

die Bäder als vorgefertigte Raummodule

auf die Baustelle geliefert. Diese Vorgehensweise

verkürzt Abläufe auf der Baustelle und passt zur modularen

Grundstruktur der Zimmer.


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17

Magazin

Der Holzbau ist auch Teil des energetischen und ökologischen

Konzepts. Rund 1.600 Kubikmeter nachwachsende

Rohstoffe wurden im Gebäude verbaut;

außerdem erhielt das Projekt eine Förderung für den

Einsatz nachwachsender, Kohlenstoff speichernder

Baustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung. Auf

dem hinterlüfteten Flachdach ist eine Photovoltaikanlage

installiert, die zur Energieversorgung beiträgt.

Das Gebäude ist nach Niedrigstenergiestandard geplant

und folgt dem Prinzip des einfachen Bauens:

kompakte Geometrie, reduzierte Flächen, robuste

Materialien und wiederholbare Bauteile.

Im Inneren bleibt Holz an vielen Stellen sichtbar: an

Wänden, Decken, Böden und Einbauten. In den öffentlichen

Bereichen und Erschließungszonen ergänzen

dunkle Werksteinplatten die helleren Holzoberflächen.

Die Individualräume nutzen sichtbare Holzoberflächen

und Industrie-Stäbchenparkett. Die Gestaltung setzt

weniger auf dekorative Mittel als auf Materialkontinuität,

Tageslicht und robuste Details. Austauschbare

Wandverkleidungen berücksichtigen die intensive

Nutzung durch wechselnde Bewohnergruppen. •


architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Die Spirale am Hang

Mit dem Wohnhaus Bergspirale in Weiach realisierte BE Architektur GmbH unter

der Leitung von Boris Egli ein privates Plusenergiehaus, dessen räumliches

Konzept direkt aus der steilen Hanglage entwickelt wurde. Der Neubau nutzt das

Gefälle nicht nur als topografische Vorgabe, sondern übersetzt es in eine fortlaufende

innere Erschließung über Split-Level.

Fotos: Vito Stallone

Der Zugang liegt hangseitig auf Eingangsniveau und

ist mit der Garage verbunden. Von hier aus entfaltet

sich das Haus als Folge von Podesten, die sich im

Uhrzeigersinn hangabwärts bewegen. Diese gestufte

Erschließung ersetzt die klassische Abfolge von

Geschossen, Treppenläufen und Korridoren durch

eine zusammenhängende Wohnlandschaft. Der Weg

durch das Gebäude führt über zwei Ebenen bis zum

talseitigen Garten, wo die innere Bewegung wieder in

den Außenraum übergeht.

Die Höhenversätze übernehmen dabei eine zentrale

räumliche Funktion. Sie gliedern die Wohnbereiche,

ohne diese durch feste Innenwände voneinander abzutrennen.

Nutzung, Erschließung und Aufenthalt

liegen nicht nebeneinander, sondern sind Teil derselben

Struktur. Das schafft Spielräume für Veränderungen:

Die Podeste können in unterschiedlichen

Lebensphasen anders bespielt werden, ohne dass die

bauliche Grundordnung angepasst werden muss.

Auch konstruktiv folgt das Haus dem Prinzip der Reduktion.

Im Inneren bleibt der Betonrohbau sichtbar

und übernimmt Tragwerk, Oberfläche und räumliche

Ordnung zugleich. Auf zusätzliche Schichten wie Unterlagsböden,

Trittschalldämmung, Bodenbeläge und

Gipserarbeiten wurde verzichtet. Die Konstruktion

wird dadurch lesbar und der Materialeinsatz verringert.

Außen bildet eine hinterlüftete Holzschalung

die Fassadenebene. Während die innere Betonstruktur

dauerhaft angelegt ist, bleibt die äußere Holzhaut

langfristig erneuerbar.

Das energetische Konzept ist in die Gebäudehülle integriert.

Die Dacheindeckung ist vollständig als Photovoltaikanlage

ausgeführt und produziert laut Projektangaben

rund viermal mehr Energie, als Gebäude

und Elektroauto benötigen. Das Haus ist Minergie-zertifiziert.

Zur Haustechnik gehören eine Erdsonde mit

Freecooling, thermoaktive Bauteilsysteme zur Wärmeverteilung

sowie eine kontrollierte Wohnungslüftung

mit Enthalpietauscher. Auf Dachwasserfallrohre wurde

verzichtet; das Regenwasser wird seitlich abgeleitet

und auf dem Grundstück versickert.


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19

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Zwischen Architektur und Forschung

Mit dem Campo Breitenlee entstand im Wiener Nordosten ein beispielhaftes Modell

für zukunftsorientiertes, klimabewusstes und leistbares Wohnen. Die Wohnhausanlage

mit 324 Wohnungen von den gemeinnützigen Bauträgern ÖVW und

Wiener Heim – geplant von Treberspurg & Partner und synn architekten, ausgeführt

von der Strabag – verbindet städtebauliche und architektonische Qualität

mit innovativer Gebäudetechnik und aktueller Forschung.

Fotos: Hertha Hurnaus

Lockere, kleinteilige Bebauung und Wohnblöcke bilden

eine Übergangszone zwischen Stadt und Land;

passive Maßnahmen wie Durchlüftung, Beschattung

und Begrünung prägen das Konzept. Zentrales Element

ist die Betonteilaktivierung: Die Betondecken

dienen als thermische Speichermassen und fungieren

als Flächenheiz- und -kühlsystem. Zum Einsatz

kamen Halbfertigteile mit robotisch eingelegter Bauteilaktivierung.

So wird ein energieeffizienter Betrieb

bei niedrigen Systemtemperaturen ermöglicht und

zugleich ein behagliches Raumklima geschaffen. In

Kombination mit Tiefenbohrungen, Brunnen, Photovoltaik

und Wärmepumpen trägt die Betonteilaktivierung

wesentlich zur Senkung des Energieverbrauchs

bei. Das Energiekonzept setzt zu 100 Prozent auf erneuerbare

Energie.

Über den Stand der Technik hinaus geht das Projekt

durch die Einbindung eines Forschungsprojekts der

Boku Wien zur prädiktiven Steuerung der Bauteilaktivierung.

Anders als konventionelle Regelstrategien

bezieht das System Wetterprognosen ein. Der

thermische Speicher des Gebäudes kann dadurch

vorausschauend geladen oder entladen werden, um

überschüssige Wärme aus sonnigen Perioden zu

speichern oder nächtliche Abkühlung optimal zu nutzen.

Diese intelligente Steuerung steigert die Ener-

gieeffizienz, erhöht den Anteil erneuerbarer Energien

im Gesamtsystem, reduziert Lastspitzen und trägt

zur Stabilisierung des Energienetzes bei.

Der Campo Breitenlee zeigt eindrucksvoll, wie

Architektur, Landschaftsplanung, Bauwirtschaft

und Forschung zusammenwirken können, um den

Wohnbau ökologisch, sozial und technisch weiterzuentwickeln

– zu einem zukunftsweisenden Plusenergiequartier,

das u. a. mit dem Österreichischen

Betonpreis 2025 ausgezeichnet wurde.

Mehr Einblicke bietet der

Online-Vortrag zu Campo

Breitenlee beim Turn On

Festival 2026.


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21

Magazin

Outdoor-Dekoration,

-Möbel und Adventure

Die spoga+gafa, die weltweit führende Fachmesse

für Gartenlifestyle und BBQ, findet vom 22. bis 24.

Juni 2026 in Köln mit einem überarbeiteten Konzept

statt. Unter dem Titel „growing forward “ bündelt die

Messe ihre Neuerungen, mit denen sie auf die dynamischen

Marktentwicklungen im Sinne der Grünen

Branche, das veränderte Konsumverhalten und die

Anforderungen an moderne Fachmessen reagiert.

Die bewährten Schwerpunkte Living (Dekoration &

Möbel), Creation&Care (Ausstattung und Technik

für die Gartengestaltung, Pflanzen und Pflanzenpflege)

und BBQ bleiben zentrale Säulen der spoga+gafa.

Ergänzt werden sie ab 2026 um die neue

Themenwelt Outdoor Adventure, die den wachsenden

Wunsch nach Bewegung, Natur und Erlebnis, ob

Camping, Wandern, Angeln oder Spiel und Sport im

Garten widerspiegelt.

© Koelnmesse GmbH, Alita Holzhauer

www.spogagafa.de

© Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner

© Koelnmesse GmbH, Alita Holzhauer

WASCHTISCH

DUO

erneut

HEWI präsentiert: DUO – der Keramikwaschtisch, der durch seine Variabilität in Farbe und Oberfläche,

ob glänzend oder matt, beeindruckt. DUO steht für harmonische Paarung und bietet durch

vielfältige Kombinationsmöglichkeiten enorme Individualisierungsspielräume. HEWI zeigt mit DUO

sein tiefes Verständnis für exzellentes Design und zeitlose Eleganz. www.hewi.com


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Eine Wohn-Utopie

wird klimaneutral

Wien, die internationale Hauptstadt des sozialen Wohnbaus, will im Gebäudesektor

bis 2040 klimaneutral werden. Während neue Stadtgebiete bereits mit erneuerbaren

Energielösungen versorgt werden, gibt es auch bei der Dekarbonisierung

des Gebäudebestands erste Erfolge. Ein Leuchtturmprojekt auf diesem Gebiet ist

der fossile Ausstieg des Wohnparks Alterlaa, in dem so viele Menschen leben wie

in einer Kleinstadt.

Text: Gertraud Gerst

Der Wohnpark Alterlaa ist eine Ikone des

sozialen Wohnbaus im Süden von Wien. Anfang

der 1970er-Jahre vom österreichischen

Architekten Harry Glück entworfen, gelten

die bis zu 94 Meter hohen Terrassenbauten

mit über 9.000 Einwohnerinnen und Einwohnern

als Antithese sogenannter Brennpunkt-Siedlungen.

Nirgendwo sonst sind die

Menschen so kollektiv zufrieden mit ihrer

Wohnsituation, wie regelmäßige Umfragen

bestätigen. Wer einmal hier wohnt, zieht

nicht mehr weg. Nach Glücks Konzept des

„gestapelten Einfamilienhauses“ verfügt

jede Wohnung über eine private Außenfläche

wie Balkon oder Loggia, die von anderen

nicht einsehbar ist. Aber es sind vor

allem die gute Infrastruktur und die gemeinschaftlichen

Einrichtungen, die diese Stadt

in der Stadt so erfolgreich machen. Etwa die

21 Saunen, die sieben Dachpools und die

Hallenbäder: Was klingt wie die Ausstattung

eines noblen Apartment-Hotels, zählt hier

zum genossenschaftlichen Wohnstandard.

Diese Freizeiteinrichtungen sollten laut den

Plänen des Architekten zum Treffpunkt werden,

unabhängig vom Einkommen und frei

nach dem Motto: „In der Badehose sind wir

alle gleich.“ Das experimentelle Wohnprojekt,

das auf einer sozialen Utopie basiert,

ist zum Erfolgsmodell geworden.


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23

Magazin

© Christian Lendl

Mit einem der größten geplanten

Erdsondensysteme Europas soll

der Wohnpark Alterlaa schrittweise

klimaneutral werden.

© Christian Lendl

Nun, über 50 Jahre nach dem Baubeginn,

tritt der Wohnpark in eine neue Ära ein.

Jetzt heißt es: Decarb Alterlaa! So lautet

auch der Name des zugehörigen Forschungsprojekts,

das den Umbau begleitet.

Die Satellitenstadt soll zum klimaneutralen

Quartier werden und für einen disruptiven

Moment in der Wiener Wärmewende sorgen.

„Bei diesem Vorhaben handelt es sich

um ein europaweit einzigartiges Leuchtturmprojekt,

bei dem an die 3.200 Wohnungen

auf einen Schlag dekarbonisiert

werden“, sagt Magdalena Wolf von der

Universität für Bodenkultur Wien, die die

Forschungsarbeit betreut. Treibende Kraft

dahinter ist der Bauträger: die Gemeinnützige

Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft

GESIBA, die sich zu 99,97 Prozent im Eigentum

der Stadt Wien befindet.

12.000 Tonnen CO 2 pro Jahr verheizt

Das Forschungsteam hat in einer einjährigen

Studie sondiert, welche der Maßnahmen

zur Dekarbonisierung am Standort

umsetzbar sind und was den höchsten

Effekt hat. Dabei soll die Architektur von

Harry Glück klarerweise bewahrt, der energieintensive

Baustandard der 1970er- und

1980er-Jahre ertüchtigt und die fossilen

Heizkessel durch Wärmepumpenlösungen

ersetzt werden. Die errechnete CO 2 -Bilanz

zeigt das hohe Einsparungspotenzial: Um

auf der Bruttogrundfläche von 340.000

Quadratmetern für behagliche Temperaturen

zu sorgen und Warmwasser bereitzustellen,

entstehen aktuell 12.000 Tonnen

CO 2 -Emissionen pro Jahr. Wenn es gelingt,

diesen Hebel erfolgreich zu betätigen,

könnte das ein Multiplikator sein auf dem

Weg zur postfossilen Ära in Wien.

Die drei rund 350 Meter langen Wohnblöcke

mit der prägnanten Schlotform werden

schrittweise saniert, einer nach dem anderen.

Der Fokus liegt dabei auf energieeffizienteren

Fenstern und der Dämmung von

Sturz und Parapet bei den Loggien. „Größere

Flächen zu dämmen ist aufgrund der

Bauweise nicht möglich, aber in der Simulation

haben wir gesehen, dass die Maßnah-

men ausreichen, damit die Wärmepumpen

effizient arbeiten können“, erklärt die Ingenieurin

Magdalena Wolf.

u

© BOKU

Magdalena Wolf, Senior Scientist am Department

für Naturwissenschaften und Nachhaltige

Ressourcen der BOKU


architektur FACHMAGAZIN

24

Magazin

Gute Kommunikation ist gefragt

Bei einem Sanierungsprojekt von dieser

Größenordnung darf nichts schiefgehen,

deshalb wird es auf mehreren Ebenen wissenschaftlich

begleitet. Neben der technischen

Seite der Sanierung kümmert sich ein

Büro für nachhaltige Stadtplanung um den

sozialwissenschaftlichen Aspekt. Damit an

der hohen Wohnzufriedenheit der Bewohner

nicht gerüttelt wird, ist es notwendig,

die Umbaumaßnahmen von Anfang an gut

zu kommunizieren. Partizipation ist nicht

etwas, das erst gestern erfunden wurde. In

Alterlaa ist sie seit über 50 Jahren gelebte

Praxis und mitunter der Grund dafür, warum

die Anlage heute so gut in Schuss ist. Als

Teil der internen Kampagne wird es einen

Infostand und eine Musterwohnung geben,

in denen sich die Bewohner selbst ein Bild

davon machen können, wie sich die Sanierung

künftig auf das Wohngefühl auswirkt.

© Christian Lendl

Schwimmen mit Weitblick: Die Pools auf den Dächern von Alterlaa stehen

exemplarisch für Harry Glücks Idee von leistbarem Komfort für alle.

Ein Wärmekraftwerk für

die Stadt in der Stadt

Anstelle der Gaskessel tritt eine multivalente

Wärmeversorgung der Gebäude über

Wärmepumpen, gibt Wolf Einblick in das

künftige Energiesystem. Dafür werden mehrere

Wärmequelllen in einer innovativen

Kombination genutzt. Da die Wohnblocks

über weitläufige Parkanlagen verfügen, gibt

es genug Platz für die geothermische Erschließung.

Mit 780 Tiefenbohrungen entsteht

hier eines der größten Erdsondenfelder

in Europa. Damit bekommt Alterlaa ein eigenes

Kraftwerk, das die Wärme aus rund 150

Metern Tiefe nutzt, um den Großteil der Wärme

zu erzeugen, die das Quartier benötigt.

Ergänzend speist sich das neue Heizsystem

aus der Abluft, die den Wohnpark täglich in

großen Mengen und mit einer Durchschnittstemperatur

von 22 Grad verlässt.

Der Wohnpark Alterlaa basiert auf Gemeinnützigkeit

und der Philosophie „Fair Living“,

die leistbaren Komfort und gerechte Qualität

für alle verspricht. Dies soll auch nach

seiner angepeilten Wärmewende so bleiben.

„Es gäbe auch andere Möglichkeiten

der Dekarbonisierung, die in den Investitionskosten

definitiv günstiger wären, aber

später mit hohen Betriebskosten für die

Bewohner einhergehen würden. Das möchte

der Bauträger auf jeden Fall vermeiden“,

sagt Wolf.

Gesetzlich ist es in Österreich nämlich so

geregelt, dass bei einem Energieträgerwechsel

jeder einzelne Mieter eines Objekts

zustimmen muss. Dasselbe gilt im

Wohnungseigentum und ist bei der Umsetzung

der Dekarbonisierungsmaßnahmen

oft eine Herausforderung, weiß Stefan

Sattler, Referatsleiter in der Abteilung

Energieplanung der Stadt Wien. Das Ass im

Ärmel des fossilen Ausstiegs ist dabei die

Gebäudekühlung, die oft mit der Dekarbonisierung

Hand in Hand geht, und das ohne

zusätzlichen Aufwand oder Mehrkosten.

Erst vorletzten Sommer hatte Wien einen

neuen Rekord an Hitzetagen zu verzeichnen.

„Die Gebäudekühlung wird daher in

Zukunft noch viel wichtiger werden“, so

Sattler. „Wir sehen in der Praxis, dass dieser

Mehrwert der Gebäudekühlung oft ein

ausschlaggebendes Argument ist, dass die

Personen auch mitmachen.“

Vorzeigeprojekte der Stadt

Die in Wien bereits erfolgreich dekarbonisierten

Gebäude – unterstützt durch diverse

Fördertöpfe – werden in seiner Abteilung

gesammelt und über die Initiative „100

Projekte Raus aus Gas“ sichtbar gemacht.

Auch prominente Bauwerke wie das

KunstHausWien zeigen, wie nachhaltiger

Betrieb und architektonisches Erbe

zusammengehen können.

© Paul Bauer

Stefan Sattler, Referatsleiter in der

Energieplanung der Stadt Wien

© Stadt Wien / Christian Fürthner


www.architektur-online.com

Sie zeigt Gründerzeitbauten, die zu Passivhäusern

wurden, Hotels, die dank Grundwasserbrunnen

jetzt auf Ölheizung und

Klimaanlage verzichten können, und auch

berühmte Bauwerke wie das KunstHaus-

Wien, dessen nachhaltiger Betrieb wohl

ganz im Sinne seines Schöpfers, des Künstlers

und Umweltpioniers Friedensreich

Hundertwasser, ist.

25

Magazin

Bei neuen Stadtentwicklungsgebieten sind

erneuerbare Energielösungen, die oft ein

ganzes Quartier versorgen, bereits Standard.

Dass dies auch im Bestand funktioniert,

zeigt etwa das Projekt SmartCity

Baumgarten. „Auf dem Grundstück eines

Neubaus war viel Platz für Erdsonden verfügbar.

Mit der gewonnenen Wärme und

Kälte werden drei bestehende Gebäude

mitversorgt“, sagt Sattler. In dichter bebauten

Vierteln, wo zu wenig Platz für Tiefensonden

ist, darf seit vier Jahren auch auf

öffentlichem Grund, wie zum Beispiel am

Gehsteig, gebohrt werden. Das Potenzial,

das die Geothermie für den Gebäudebestand

bietet, ist auch im innerstädtischen

Bereich enorm hoch und bislang nur zu einem

kleinen Teil erschlossen.

© LANG Consulting

In der SmartCity Baumgarten versorgt ein Erdsondenfeld nicht nur Neubauten, sondern auch

bestehende Gebäude mit erneuerbarer Wärme und Kälte.

Im Wohnpark Alterlaa geht es Mitte 2026

an die Umsetzung. Dann wird damit begonnen,

die Gebäudehülle des ersten Turms

entsprechend zu optimieren. Schon jetzt

entwickelt das Mammutprojekt eine Strahlkraft,

die über die Grenzen des Landes hinausreicht.

Die Abteilung für Wohnbauförderung

(MA 50), die den Sanierungsprozess

betreut, bekommt zur Zeit Besuch von

Stadtplanern aus der ganzen Welt.

So, wie das Wiener Wohnmodell eine preisdämpfende

Wirkung auf den hiesigen Wohnungsmarkt

hat, so dürfte es auch die Dekarbonisierung

des Bestands beschleunigen.

Rund 60 Prozent der Wiener leben in sozial

gefördertem Wohnraum und mit 220.000

Gemeindewohnungen ist Wien der größte

Vermieter Europas und kann damit die Stoßrichtung

vorgeben. Dass die Stadt ihre kommunalen

Wohnbauten nicht privatisiert hat,

so wie viele andere Metropolen, macht sich

nun auch bei der Klimawende bezahlt. •

Fenster-Markisen als Designelement:

Textiler Sonnenschutz

Ton in Ton mit der Fassade

/ Charakterstarke Produkte für zeitgenössische Architektur*

/ Nachhaltige, windstabile Verschattungslösungen

/ Einfache Sonnenschutz-Planung dank digitalisierter Prozesse

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* Ritterstraße 16, Berlin: In geschlossenem Zustand verwandeln die außenliegenden Markisen das kreative

Bürogebäude in ein homogenes Betonrelief aus strahlendem Weiß. Foto: Schnepp Renou


architektur FACHMAGAZIN

26

Wettbewerbe & Awards

Optimale Nutzung

Architekt Stefan Jos gewinnt den geladenen Realisierungswettbewerb für den

Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der Bergrettung in Jerzens.

Jerzens ist ein typisches Haufendorf mit 889 Einwohnern

im vorderen Pitztal auf ca. 1.105 Meter Meereshöhe.

Die Gemeinde Jerzens hat sich entschieden, das in die

Jahre gekommene Feuerwehrgerätehaus durch ein neues

Einsatzzentrum für Feuerwehr und Bergrettung zu

ersetzen, das der bestmöglichen Sicherheit der Bevölkerung

– auch gemeindeübergreifend – und der Gäste

als Tourismusgemeinde gerecht werden soll.

Neubau des Feuerwehrgerätehauses und

der Berg rettung in der Gemeinde Jerzens

Auslober: Gemeinde Jerzens, Tirol

DAS PROJEKT

Verfahrensorganisation: Ulrich Kapferer, Amt der Tiroler Landesregierung,

Geschäftsstelle für Dorferneuerung

Art des Verfahrens: Geladener Realisierungswett bewerb

Jury (o. Titel):

Fachpreisrichter:

Peter Schneider,

Hannes Lechner,

Martin Schönherr

Sachpreisrichter:

Bgm. Johannes Reinstadler,

Bgm-Stv. Markus Schöpf,

Feuerwehrkommandant

Fabian Schultes,

Kommandant-Stellv. Daniel Grutsch,

Ortsstellenleiter Bergrettung

Daniel Reinstadler,

Philipp Eiter, Bergrettung

Jurysitzung

29.01.2026

Lageplan


www.architektur-online.com

27

Magazin

Erdgeschoss

Ansicht Süd

Jurybeurteilung (gekürzt)

Es entsteht eine städtebaulich schlüssige Setzung

des Neubaus in direktem Bezug zum östlich angrenzenden

Bestandsbau. Dem Projektverfasser gelingt

es, die anspruchsvolle topografische Situation

optimal zu nutzen und zugleich einen übersichtlichen

Vorplatz auszubilden, ohne die begrenzten

Potenziale des Bauplatzes zu überdehnen. Besonders

hervorzuheben ist die gelungene Einbindung

an der Westseite des Grundstücks in unmittelbarer

Nähe zur bestehenden Wohnbebauung. Der Wettbewerbsbeitrag

überzeugt durch seine gekonnte

städtebauliche Setzung und die daraus resultierende

klare statisch-konstruktive

Gesamtkonzeption. Die

vorgeschlagene Massivholzdeckenkonstruktion

über

der Fahrzeughalle ist durch

eine Massivbaukonstruktion

zu ersetzen.

© Pia Watzenboeck

DAS BÜRO

Seit 2020 ist Stefan Jos (*1987,

Leutschach) Assistent an der

ETH Zürich, ab 2026 zudem

Dozent. Er lebt und arbeitet in

Österreich und der Schweiz.

Was ist eure Vision, was macht euch aus?

Stefan Jos: Resiliente, materialeffiziente Tragstrukturen denken,

die aneignungsoffen sind und künftige Anpassungen fördern.

Respektvoller Umgang mit Grund und Boden – Kompaktheit

und Einfachheit, die Landschaft und Tiere einbeziehen.

www.stefanjos.com


architektur FACHMAGAZIN

28

Wohnraum

Raum für

Nachbarschaft

Siedlung Am Wienerfeld West / Wien, Favoriten / WUP architektur

Text: Andreas Laser Fotos: Tschinkersten Fotografie


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29

WUP architektur

Am Wienerfeld West in Wien-Favoriten wird eine bestehende

Gemeindebausiedlung schrittweise ersetzt. Die

Planung von WUP architektur arbeitet mit kompakten

Häusern in Holzhybridbauweise, gemeinschaftlich

nutzbaren Erschließungsräumen und privaten Freiflächen

für jede Wohnung. Der fertiggestellte Musterblock

D1 zeigt, wie die künftige Siedlung aufgebaut sein soll:

als Folge kleinerer Häuser mit wiederkehrenden Bauteilen

und überschaubaren Nachbarschaften.

Die ursprüngliche Siedlung Wienerfeld West wurde

zwischen 1939 und 1942 unter den Bedingungen des

Zweiten Weltkriegs errichtet. Schon kurz nach dem

Einzug kam es zu ersten Beschwerden über Baumängel.

In den folgenden Jahrzehnten wurden die

Gebäude repariert, erweitert und oft in Eigenregie an

die Bedürfnisse der Bewohner:innen angepasst. Aus

der gewachsenen Kleinsiedlungsstruktur mit ihren

privaten Gärten entstand eine Anlage mit auffallend

viel individueller Aneignung – zugleich verschlechterte

sich die bauliche Substanz zunehmend. Statikprobleme,

Baumängel und nicht mehr zeitgemäßer

Wohnkomfort führten 2021 zur Entscheidung, die

Siedlung nicht zu sanieren, sondern etappenweise

neu zu bauen.

u


architektur FACHMAGAZIN

30

Wohnraum

Jede Wohnung erhält

einen eigenen Außenbereich

– als Garten, „Grüne

Brücke“ oder Dachterrasse.

Damit bleibt privater

Freiraum auch in der

dichteren Neubebauung

Teil des Wohnkonzepts.


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31

WUP architektur

Neue Häuser in vertrauter Körnung

Die neue Anlage übernimmt Grundzüge der bestehenden

Struktur. Die Baukörper bleiben kleinteilig

organisiert, erhalten jedoch etwas größere Grundflächen,

um zeitgemäße Wohnungsgrundrisse zu

ermöglichen. Die Planung basiert im Wesentlichen

auf zwei Haustypen, die je nach Lage kombiniert

werden. In der ersten Bauphase wurde auf Baufeld

D1 der größere Typ mit elf Wohnungen realisiert.

Insgesamt sind für die Siedlung 307 Wohneinheiten

und ein Supermarkt vorgesehen; Stellplätze entstehen

in einer zentralen Tiefgarage am nördlichen

Rand. Nicht jedes Haus wird unterkellert. Stattdessen

werden Fahrrad- und Einlagerungsräume in

etwa jedem fünften Haus gebündelt, ergänzt durch

die zentrale Sammelgarage. Diese Organisation

reduziert den unterirdischen Bauaufwand und hält

zusätzliche Versiegelung gering.

Zwischen Gemeinschaft und Rückzug

Die Kleinteiligkeit der Anlage hat Folgen für die Erschließung.

Jede Wohnung ist barrierefrei erreichbar;

in der endgültigen Siedlung bedeutet das eine

hohe Zahl von 25 Stiegenhäusern mit Aufzügen.

Diese Notwendigkeit wird im Entwurf nicht nur

als funktionale Anforderung behandelt, sondern

als Möglichkeit, überschaubare Nachbarschaften

zu bilden. Ein zentrales Element dafür ist die „Gemeinschaftsbassena“.

Die überdachte Zone vor

den Wohnungseingängen verbindet Stiegenhaus,

Erschließung und gemeinschaftlich nutzbare Fläche

mit einem Fokus auf alltägliche Begegnungen

und Nachbarschaft. Als eigener Bereich ist sie

auch gestalterisch ablesbar: an der wechselnden

Materialität aus Betonkonstruktion, Metallgeländern

und Metallpergola sowie an der vorherrschenden

Farbe Gelb. Durch die transparente Gestaltung

mit Netzgittern bleibt sie zugleich mit der

weiteren Nachbarschaft verbunden. Sie kann für

kleine Feste, Pflanzbeete, Spielflächen oder eine

gemeinsame Tafel genutzt werden. Pro Geschoss

liegen drei bis vier Wohnungen an diesem Bereich,

die über die Eingangstür hinaus zusätzlich mit

mindestens einem Fenster angebunden sind. Das

sorgt nicht nur für einen direkten Bezug, sondern

ermöglicht auch eine effektive Querlüftung selbst

bei kompakten Grundrissen.

Die Wohnungen sind auf unterschiedliche Haushaltsgrößen

ausgelegt. Die Flächen liegen überwiegend

zwischen etwa 50 und 100 Quadratmetern;

einzelne größere Wohnungen erreichen rund 125

Quadratmeter und decken damit auch den Bedarf

großer Familien ab. Räume mit zwei Zugängen und

Schiebewänden erlauben es, Nutzungen zu trennen

oder zusammenzuschalten. Die Grundrisse

reagieren damit flexibel auf wechselnde Lebenssituationen,

ohne die Wohnungen grundsätzlich

umbauen zu müssen. Mit Holzböden, sichtbaren

Holzträgern und Holz-Alu-Fenstern wird die konstruktive

Materialwahl auch in der alltäglichen

Wahrnehmung der Wohnungen fortgeführt. u

Die Gemeinschaftsbassena verbindet Stiegenhaus,

Erschließung und gemeinschaftlich nutzbare Fläche.


architektur FACHMAGAZIN

32

Wohnraum

Räume mit zwei Zugängen

und Schiebewänden

erlauben unterschiedliche

Zuschaltungen. Die Grundrisse

können damit flexibel

auf veränderte Haushaltsformen

oder den täglichen

Bedarf reagieren.

Vom Privatgarten zum gestaffelten Freiraum

Die neue Siedlung setzt gegenüber der Ausgangslage

stärker auf gemeinschaftliche Grünflächen als auf die

bisher identitätsstiftenden Individualgärten. Dennoch

erhält jede Wohnung zumindest einen eigenen Außenbereich.

Zur Gartenseite sind den Häusern begehbare

Pflanztröge vorgelagert. Diese „Grünen Brücken“

sind rund 22 Quadratmeter groß und übernehmen je

nach Lage unterschiedliche Funktionen: Im Erdgeschoss

bilden sie eine Laube im privaten Garten, im

ersten Obergeschoss werden sie als nutzbare Außenfläche

eingesetzt. Durch ihre Größe und ausreichende

Pflanztiefe können diese Freiflächen wie echte Gärten

genutzt werden. Für die obersten Geschosse kommen

Dachterrassen hinzu. Die privaten Außenräume

werden durch gemeinschaftlich nutzbare Flächen

zwischen den Häusern ergänzt. Dort sind Spielbereiche,

Beete und Aufenthaltszonen vorgesehen; neue

Durchgänge öffnen die Mittelzone der Siedlung stärker

für die Nachbarschaft.

Vom Bauteil zum Raumklima

Konstruktiv setzt das Projekt auf eine Hybridbauweise.

Tragende Außenwände werden als Holzriegelwände

ausgeführt, innerhalb der Wohnungen

kommen Massivholzwände sowie Holzstützen und

Unterzüge zum Einsatz. Die Decken bestehen aus

vorgefertigten Holzhybridrippendecken mit aktivierter

Betonplatte. Beton wird dort eingesetzt, wo Speichermasse,

Brandschutz, Aussteifung oder Tragverhalten

sinnvoll sind; die Stiegenhäuser und Teile des

Untergeschosses sind entsprechend in Stahlbeton

geplant. Die Holzelemente, die Erschließungsbereiche

und die „Grünen Brücken“ sind konstruktiv getrennt,

was die Anschlüsse vereinfacht und die Vorfertigung

unterstützt.

Das Energiekonzept kombiniert je Haus eine

Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktivierten Bauteilen

und Photovoltaik auf den Dächern. Die Decken dienen

zum Heizen und Kühlen; im Erdgeschoss ergänzt

eine Fußbodenheizung das System. Für den Sommer

ist eine moderate Temperierung über die aktivierten

Bauteile vorgesehen, die die Raumtemperatur

um etwa drei bis vier Grad senken kann. Zusammen

mit der Querlüftung über die Bassena oder über Eck

entsteht ein einfaches Mittel gegen Überhitzung, das

ohne zusätzliche technische Komplexität auskommt.

Konstruktion, Erschließung und Energiekonzept

sind damit nicht als getrennte Ebenen behandelt,

sondern greifen im Aufbau des Hauses ineinander.

Der Musterblock D1 zeigt diese Verbindung im Maßstab

eines ersten Bausteins. Die nächsten Bauabschnitte

befinden sich derzeit in Ausschreibung; die

Fertigstellung der gesamten Anlage ist bis spätestens

2030 vorgesehen.


P 9

www.architektur-online.com

33

WUP architektur

OG 2

bereits realisierter Musterblock D1

OG 1

EG

TOP 10 TOP 11

Siedlung Am Wienerfeld West

Wien, Favoriten

Bauherr:

Generalplanung:

Architektur:

Wiener Wohnen / WIP

WUP architektur & FCP

WUP architektur (Alexander Jägers, Kristina Kraml,

Attila Jung, Raphaela Leu, Caroline Husty)

GP-Management: FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH

(Katharina Indra)

Freiraumplanung: DnD Landschaftsplanung

Tragwerksplanung: RWT Plus

TGA:

Lechner+ Partner Ingenieure GmbH

Wettbewerb: 1. Rang, EU-weiter Realisierungswettbewerb 2022

Planungsbeginn: 2023

Bauzeit: 2024 -2030

Fertigstellung Musterblock: 2025

www.wup-architektur.com

„Die bestehende Siedlung war stark von privaten Gärten

und nachbarschaftlichen Strukturen geprägt. Mit

der Gemeinschaftsbassena und den „Grünen Brücken“

führen wir diese Qualitäten in anderer Form weiter: als

gemeinschaftliche Erschließungszone im Haus und als

großzügige Freiräume unmittelbar an den Wohnungen.“

Bernhard Weinberger & Andreas Gabriel

WUP architektur


architektur FACHMAGAZIN

34

Wohnraum

Ein Baukasten

für Gemeinschaft

Geförderter Wohnbau B.R.I.O. / Wien, Favoriten / DTFLR & PLOV

Text: Andreas Laser Fotos: EMILBLAU / Martin Geyer


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35

DTFLR & PLOV

Südwestlich des Wiener Hauptbahnhofs

entsteht mit dem „Neuen Landgut“ ein

neues Stadtquartier auf einem rund neun

Hektar großen Areal. Neben rund 1.500

Wohnungen umfasst die Entwicklung

Bildung, Gewerbe, Büros und großzügige

Freiräume. Am Bauplatz D12 setzen DTFLR

und PLOV Architekten mit B.R.I.O. einen

Wohnbau um, der die großen Gegenwartsfragen

des geförderten Wohnens bündelt:

Leistbarkeit, soziale Durchmischung,

klimagerechtes Bauen, Kreislauffähigkeit

und eine Architektur, die trotz hoher Systematik

nicht schematisch wirkt.

B.R.I.O. ist ein Akronym mit mehreren Lesarten: Im

Wettbewerb stand es für „bewohnerfreundlich, recyclingfähig,

inklusiv und offenherzig“, an anderer Stelle

für „bunt, robust, innovativ, offen“ oder „bewohnerfreundlich,

recyclingfähig, innovativ, ortsbezogen“.

Gleichzeitig schwingt darin, angesichts der Holzbauweise

und der Lage an der Bahn, eine feine Anspielung

auf die bekannte Holz-Spiel-Eisenbahn mit.

Gerade diese Mehrdeutigkeit passt zu einem Wohnbau,

der nicht auf eine einzelne Erzählung reduziert

werden will. Das Projekt von DTFLR und PLOV Architekten

verbindet soziale Durchmischung, zirkuläres

Denken und konstruktive Systematik zu einem präzise

organisierten Ganzen. Die Zusammenarbeit der

beiden Büros war arbeitsteilig nach Leistungsphasen

strukturiert – DTFLR übernahm die frühen Phasen

bis zur Genehmigung, PLOV die Ausführung – und

blieb zugleich von kontinuierlicher gemeinsamer Abstimmung

geprägt.

Ein Quartiersbaustein mit Rückgrat

Städtebaulich folgt das Ensemble dem Masterplan

des Neuen Landguts und reagiert zugleich präzise

auf die Lage zwischen Landgutgasse und Bahntrasse.

Drei Bauteile bilden einen geschlossenen Rücken

zur Bahn, während ein solitärer Baukörper entlang

der Landgutgasse eine urbane Adresse formuliert.

Zur Bahn hin übernimmt die Bebauung auch eine

schützende Funktion: Sie schirmt den Binnenraum

akustisch ab; Schallschutzverglasungen und vorgelagerte

Loggien sichern die Wohnqualität an der

lärmbelasteten Kante. Trichterförmig aufgeweitete

Durchgänge verbinden den bahnseitigen Freiraum

mit dem Binnenraum und schaffen jene Durchlässigkeit,

die das Quartier nicht abschottet, sondern in die

Nachbarschaft einbindet. Der zweigeschossige Sockel

wirkt als Schnittstelle zur Stadt: Kindergarten,

Umweltberatung, Bewegungsräume, Angebote der

Volkshilfe sowie gemeinschaftliche Bereiche beleben

die Erdgeschosszone und öffnen das Haus für die

Nachbarschaft. Darüber liegen die Wohngeschosse

als leichter, vorgefertigter Holz-Hybridbau. u


architektur FACHMAGAZIN

36

Wohnraum

Disziplin, die Freiheit schafft

Das konstruktive Grundprinzip ist ein konsequent

durchgehaltenes Raster von 3,20 mal 3,20 Metern.

Was zunächst nach maximaler Disziplin klingt, wird

im Projekt zum Instrument räumlicher Freiheit. Die

Skelettbauweise trennt Tragstruktur und Innenausbau,

reduziert Spannweiten und ermöglicht langfristig

veränderbare Grundrisse. Von kompakten

1,5-Zimmer-Apartments über Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen

bis zu durchgesteckten Maisonetten

entsteht ein breites Spektrum an Wohnformen.

Alle Wohnungen verfügen über private

Freiräume in Form von Loggien oder Balkonen; durch

die differenzierte Baukörperausbildung ergeben sich

viele Eckorientierungen und vielfältige Ausblicke.

Besonders bemerkenswert ist die Verbindung aus hoher

Vorfertigung und materialökonomischer Präzision.

Oberhalb des massiven Sockels prägen vorgefertigte

Holz-Riegel-Wandelemente die Wohnfassaden; zugleich

bleiben Erschließungs- und Kernbereiche als

robuste, mineralische Elemente ablesbar. So entsteht

ein Wechselspiel aus leichter Holzstruktur, massiven

Bauteilen und vorgelagerten Freiräumen. Die Betonfertigteildecken

kommen aufgrund des engen Stützenrasters

mit nur 16 Zentimetern Stärke aus. In diese

schlanken Deckenelemente wurde die Bauteilaktivierung

bereits werkseitig integriert – auf der Baustelle

konnten die Leitungen über vordefinierte Aussparungen

in den Randbereichen nach dem Prinzip „Plug

and Play“ verbunden werden. Damit verschiebt sich

Komplexität von der Baustelle in die kontrollierte Vorfertigung,

reduziert Schnittstellen zwischen Gewerken

und erhöht die Ausführungsqualität. Gegenüber einer

konventionellen Ortbetonbauweise konnte die Bauzeit

laut DTFLR um rund sechs Monate verkürzt werden.


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37

DTFLR & PLOV

Ablesbare Konstruktion, gebrochene Strenge

Diese Logik prägt auch die Fassaden. Die Zahl unterschiedlicher

Fensterformate wurde reduziert, um

Serialität im Fertigungsprozess zu ermöglichen – Zugleich

sorgen der zweigeschossig begrünte Sockel,

darüber gestaffelte Ebenen und eine wechselnde

Höhenentwicklung der Baukörper für ein wohlproportioniertes

und vielschichtiges Gesamtensemble.

Der modulare Ansatz bleibt ablesbar, wird aber durch

Loggien, Balkone, Sockelvorsprünge, Begrünung und

Kunst am Bau räumlich wie visuell gebrochen. Großformatige

Figuren des Wiener Künstlers Golif setzen

dabei identitätsstiftende Akzente: Als silhouettenhafte

Applikationen auf der Holzfassade und als

Graffiti an den Stahlbetonkernen verweisen sie auf

die Vielfalt der künftigen Bewohnerschaft und der

städtischen Umgebung.

u

Großformatige Figuren

des Wiener Künstlers

Golif setzen Akzente auf

der Holzfassade und an

den Stahlbetonkernen.

Sie geben dem seriellen

Wohnbau eine wiedererkennbare,

erzählerische

Ebene.


architektur FACHMAGAZIN

38

Wohnraum

Viele Wohnungen

profitieren von Eckorientierungen

und unterschiedlichen

Ausblicken.

Die gegliederte Baukörperform

übersetzt das

Raster in abwechslungsreiche

Wohnsituationen.

Grün als klimatische Infrastruktur

Klimatisch verfolgt B.R.I.O. einen integralen Ansatz,

der Gebäudetechnik, Materialwahl und Freiraumgestaltung

zusammendenkt. Eine Wärmepumpenanlage

zur Kühlung, Bauteilaktivierung, Photovoltaik,

dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

sowie Fernwärme werden mit einem vielschichtigen

Grünsystem aus Hof, Dachflächen und Sockelfassaden

kombiniert. Auf den Dächern verdichtet

sich dieses Konzept bald zu einer parkartigen Landschaft:

Hohe Substrataufbauten erlauben die Pflanzung

tiefwurzelnder Bäume, die Schatten spenden,

die Luftqualität verbessern und zugleich zur akustischen

Abschirmung der nahen Bahntrasse beitragen.

Retentions- und Verdunstungsflächen sowie Regenwassersammlung

nach dem Schwammstadtprinzip

unterstützen das Mikroklima. So wird die Vegetation

zur bauklimatischen Schicht, die im Zusammenspiel

mit außenliegenden Verschattungen und der thermischen

Speichermasse der Stahlbetondecken die

Sommertauglichkeit des Gebäudes stärkt.

Auch der Anspruch der Kreislauffähigkeit bleibt nicht

abstrakt. Die Holz-Beton-Hybridbauweise minimiert

den Materialeinsatz, setzt auf nachwachsende Rohstoffe,

Öko- beziehungsweise Recyclingbeton und

eine Struktur, die späteren Rückbau und Wiederverwendung

von Bauteilen begünstigt. Der zirkuläre Gedanke

reicht bis in die Nutzung: Gemeinschaftsräume

sollen mit Second-Hand-Möbeln in Kooperation

mit Volkshilfe-Shops ausgestattet werden, um Kreislaufwirtschaft

im Alltag sichtbar und niederschwellig

erfahrbar zu machen.

Wohnen über die Wohnung hinaus

Soziale Nachhaltigkeit ist bei B.R.I.O. kein Zusatzprogramm,

sondern in Grundrisse, Erschließung und

Hausalltag eingeschrieben. Die 176 geförderten Wohnungen,

darunter 88 SMART-Wohnungen, richten

sich an unterschiedliche Haushaltsformen; ein besonderer

Schwerpunkt liegt auf Ein-Eltern-Haushalten.

Für sie sind kompakte Zwei-Zimmer-Wohnungen

mit abgetrennter Schlafnische vorgesehen, die trotz

begrenzter Fläche Privatheit und Rückzug ermöglichen.

Ergänzt wird dieser Wohnungstyp durch ein unterstützendes

Umfeld: Kinderspielraum, Waschsalon

und Coworking liegen räumlich nahe beieinander –

Lernhilfe, Kinderbetreuung, Reparaturcafé, Volkshilfe-Stützpunkt

und Mobilitätsangebote entlasten den

Alltag. Weitere gemeinschaftliche Angebote – von

Lern- und Lesezonen über temporäre Arbeitsplätze,

Fahrrad- und Kinderwagenräume bis zu Gemeinschaftsküchen

an den Dachterrassen – erweitern die

private Wohnung um geteilte Ressourcen. Damit löst

B.R.I.O. den Anspruch ein, den sein Name in mehreren

Lesarten formuliert: als bewohnerfreundlicher, ressourcenschonender

und offener Wohnbau, der Systematik

nicht als Selbstzweck versteht, sondern als

Grundlage für soziale und räumliche Vielfalt. •


ZUL

DBA

47,30M

www.architektur-online.com

39

DTFLR & PLOV

- REDUKTION ERSCHLIESSUNGSFLÄCHE DURCH STAPELUNG DER

MAISONETTEWOHNUNGEN IM 1./2.OG

- BELICHTUNG MITTELGANG ÜBER VERGLASTE

GEMEINSCHAFTSRÄUME IN BT2

OG3

W - Österreichisches Siedlungswerk

dgasse 6-8, A-1080 Wien

trich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH

chgasse 35-37, A-1150 Wien

n@dietrich.untertrifaller.com

PLOV Architekten ZT GmbH

Bloch-Bauer-Promenade 23/6, A-1100 Wien

brio@plov.at

Projekt B.R.I.O.

Projektnr.

3_1640

Wohnanlage Neues Landgut BP D12, 1100 Wien

Format

A3

Planinhalt Grundriss E3

erstellt

geprüft

Maßstab

1:333

Nummer 3_1640-_-A-V-E-333-3103-GRU_E03

Datum

21.04.2022

EG

Bauwerber ÖSW - Österreichisches Siedlungswerk

Feldgasse 6-8, A-1080 Wien

Geförderter

Planverfasser

Wohnbau

Dietrich | Untertrifaller Architekten

B.R.I.O.

ZT GmbH

Flachgasse 35-37, A-1150 Wien

wien@dietrich.untertrifaller.com

Wien, Favoriten

PLOV Architekten ZT GmbH

Bloch-Bauer-Promenade 23/6, A-1100 Wien

brio@plov.at

Projekt

Planinhalt

Nummer

B.R.I.O.

Wohnanlage Neues Landgut BP D12, 1100 Wien

Grundriss E0

3_1640-_-A-V-E-333-3100-GRU_E00

Projektnr.

Format

erstellt

geprüft

Maßstab

Datum

Bauherr:

Österreichisches Siedlungswerk Gemeinnützige Wohnungs AG, ÖSW

Planung:

Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH und PLOV Architekten ZT GmbH

Landschaftsarchitektur:

simzim GmbH & Co KG

Tragwerk, Bauphysik, Energiekonzept: RWT PLUS ZT GmbH

Holzbau und Vorfertigung:

Rubner Holzbau GmbH

Wettbewerb:

2021, 1. Preis

Bauzeit: 2022–2026

Fertigstellung: 02/2026

Nutzfläche: ca. 16.000 m²

www.dtflr.com

www.plov.at

„B.R.I.O. basiert auf einem konsequent systemischen

Ansatz und zeigt, dass serielles

Bauen auch in größerer Gebäudehöhe möglich

ist. Das Projekt vereint architektonische

Qualität, Nutzungsvielfalt, Kontextbezug und

leistbares Wohnen.“

Michael Porath

Associate Partner DTFLR Wien


architektur FACHMAGAZIN

40

Wohnraum

Ein Hof mit

vielen Schichten

Augustine’s Garden / Riga, Lettland / Sampling Architects

Text: Andreas Laser Fotos: Madara Kuplā

Mit Augustine’s Garden in

Riga verbindet Sampling

Architects die Instandsetzung

eines straßenseitigen

Jugendstil-Mietshauses

mit dem Umbau

ehemaliger Hofgebäude

zu Wohnungen. Das

Projekt arbeitet mit den

Schichten des Bestands:

mit historischen Fassaden,

veränderten Werkstattbauten,

vorhandenen

Materialien und einem

Hof, der vom Nebenraum

zum gemeinschaftlichen

Garten wird.

Der Hof war der Ausgangspunkt des Entwurfs. Zwischen

straßenseitigem Mietshaus und niedrigen

Hinterhofbauten lag ein durch Umbauten geprägter

Innenraum, dessen Orientierung zur Sonne und

vorhandener Bewuchs ein wohnräumliches Potenzial

erkennen ließen. In Riga werden solche rückwärtigen

Flächen häufig als Abstellräume des Alltags genutzt

– für Autos, Fahrräder, Geräte oder provisorische Einbauten.

Hier wurde der Hof stattdessen als gemeinschaftlicher

Garten mit Pflanzflächen und kleinen

Übergangszonen vor den Wohnungen aktiviert. Die

Architekten beschreiben ihn als sozialen und räumlichen

Kern des Projekts: Nicht die einzelne Wohnung

allein, sondern das Verhältnis zwischen Innenraum,

Schwelle und gemeinsam genutztem Außenraum

prägt den Alltag.

Aus mehreren Zeiten

Das straßenseitige Mietshaus, ein von Aleksandrs

Vanags entworfener Jugendstilbau in der Ausprägung

der lettischen Nationalromantik, wurde energetisch

ertüchtigt und in seiner Fassadenwirkung

wieder lesbar gemacht. Auf der Straßenseite erfolgte

die Dämmung von innen, um die historische Fassade

nicht zu überformen. Rau und glatt verputzte

Flächen wurden wiederhergestellt, die monochrome

Grundhaltung blieb erhalten. Karminrote Akzente an

Blechdach und Fensterbänken sowie ein olivgrünes

Tor ergänzen den Bestand, ohne ihn formal zu überzeichnen.

In der Tordurchfahrt wurden historische

Wölbungen freigelegt und mit zeitgenössischer Beleuchtung

ergänzt. Die dafür notwendige historische

Recherche übernahmen Sampling Architects selbst.

Archivmaterial bildete die Grundlage für die Abstimmung

mit der Denkmalabteilung der Stadt Riga und

für die Entscheidung, welche Elemente wiederhergestellt,

ergänzt oder unverändert belassen wurden.

Im Hof zeigt sich ein anderes Bild. Die ehemaligen

Industrie- und Werkstattbauten tragen Spuren verschiedener

Bauphasen: keramischer Ziegel, Metallträger,

weißer Kalksandstein aus sowjetischer Zeit

und diverse über die Jahre geschlossene Öffnungen.

Die Architekten nahmen die unterschiedlichen

Bauphasen nicht als Defizit, sondern als vorhandene

Ordnung ernst. Anstatt die Fassaden zu bereinigen,

arbeiteten sie mit den sichtbaren Brüchen weiter.

Neue Bauteile treten als solche auf: Betonsteine an

den Dachrändern, ein rauer weißer Putz auf den gedämmten

Flächen, anders materialisierte Füllungen

ehemaliger Öffnungen. Das Ergebnis ist keine vereinheitlichte

Oberfläche, sondern ein Gefüge, in dem

die verschiedenen Eingriffe nachvollziehbar bleiben.

Diese Ordnung entstand nicht allein am Zeichentisch.

Viele Entscheidungen wurden erst im Abgleich

mit der Baustelle präzisiert. Die Architekten arbeiteten

mit Fotografien, Skizzen und Mustern vor Ort, um

die verschiedenen Zeitschichten der Fassaden nicht

nachträglich zu glätten.

u


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41

Sampling Architects


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42

Wohnraum

Erhalten, prüfen, ergänzen

Die Umnutzung der Hofgebäude erforderte unterschiedliche

Eingriffe. In einem Bau hatte eine frühere

Lagerhausnutzung bereits tragende Wände durch

Fertigteile und Stahlstützen ersetzt; dadurch war

eine innere Dämmung mit begrenzten strukturellen

Maßnahmen möglich. Bei einem anderen Baukörper

waren die Eingriffe in den Bestand so weitreichend,

dass eine Außendämmung notwendig wurde. Dort

wurden punktuelle statische Ergänzungen in die

Fassade eingefügt, die größere Öffnungen im Erdgeschoss

ermöglichten. Die allgegenwertig vorhandenen

Holzbalken wurden nicht pauschal ersetzt, sondern

im Hinblick auf die neue Nutzung neu bewertet.

Da für Wohnungen geringere Nutzlasten anzusetzen

sind als für die frühere Lagerfunktion, entstand Spielraum

für ihren Erhalt – sofern Zustand, Querschnitte

und Anschlüsse tragwerksplanerisch nachgewiesen

werden konnten. Für den längeren Baukörper war

zudem eine neue Treppe notwendig, um aus der ehemaligen

Werkstattstruktur eine brauchbare Wohnorganisation

zu entwickeln. Auch dieser Eingriff musste

zwischen räumlicher Effizienz und dem Erhalt der

vorhandenen Konstruktion vermitteln.

u


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43

Sampling Architects

Der Garten ist nicht

nur landschaftliche

Ergänzung, sondern

Teil des Nutzungskonzepts.

Essbare

Pflanzen, Aufenthaltsbereiche

und

gemeinschaftlich

zugängliche Flächen

binden Pflege, Ernte

und beiläufige Begegnungen

in den Alltag

des Ensembles ein.


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44

Wohnraum

Die Fensterbänke sind

nicht nur konstruktive

Details, sondern Teil des

Wohnkonzepts. Sie schaffen

informelle Aufenthaltsorte

an der Schnittstelle

von Wohnung und

Garten und ermöglichen

beiläufige Begegnungen

im Alltag.

Wohnen am Hof

Die Wohnungen reichen von kleinen Studio-Duplexeinheiten

bis zu größeren Apartments mit Terrassen

und französischen Balkonen. Insgesamt entstanden

34 Wohneinheiten: vier Duplexwohnungen, 18 Apartments

und zwölf Hofhäuser. Die Mischung richtet sich

nicht an ein einheitliches Bewohnerprofil. Gedacht waren

unterschiedliche Lebensphasen und Haushaltsformen

– von jungen Einzelpersonen über Familien bis

zu älteren Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Innenräume

führen den Umgang mit dem Bestand fort. Vorhandene

Materialien bleiben erkennbar, werden aber

durch gezielte Farbakzente und neue Oberflächen in

eine wohnliche Atmosphäre überführt. Der frühere

Werkstattcharakter wird nicht ausgelöscht, sondern in

die neue Nutzung eingebunden.

Pflegen, ernten, begegnen

Die Grundrisse sind zudem auf eine enge Beziehung

zum Außenraum angelegt. Besonders im Erdgeschoss

setzen große Fensteröffnungen und breite,

niedrige Betonfensterbänke die Schwelle zwischen

Wohnung und Hof herab. Sie dienen als Sitzflächen,

als informelle Aufenthaltsorte und als räumliche Vermittler

zwischen privatem Innenraum und gemeinschaftlichem

Garten. Auch die privaten Außenbereiche

sind nicht hart abgegrenzt. Kleine Terrassen

liegen auf einem tragfähigen Kiesuntergrund und

können von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit

Möbeln besetzt werden. Sichtschutz entsteht nicht

primär durch bauliche Barrieren, sondern durch Vorhänge,

Möblierung und den mit der Zeit dichter werdenden

Bewuchs. Diese Offenheit ist kein zufälliger

Nebeneffekt, sondern Teil des Wohnkonzepts. Der

Hof soll Begegnung ermöglichen, ohne Privatheit

vollständig aufzugeben.


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45

Sampling Architects

Auch die Bepflanzung folgt diesem Ansatz. Der Garten

wurde als essbarer und gemeinschaftlich nutzbarer

Außenraum gedacht. Ein Gewächshaus ergänzt

die Freiflächen sowohl als Ort für weitere Pflanzen,

als auch als geschützter Treffpunkt. Damit bleibt der

Garten nicht bloße Freifläche, sondern wird Teil der

Wohnpraxis. Pflege, Ernte, Aufenthalt und beiläufige

Begegnungen sind fest in die Nutzung des Ensembles

eingeschrieben.

Vorhandenes nutzen, Wandel vorbereiten

Ökologisch liegt der Schwerpunkt vor allem in der

Weiterverwendung. Durch den Erhalt vorhandener

Bauteile wurden Abbruch, neue Materialien und damit

verbundene Ressourcen reduziert. Technisch

kombiniert das Ensemble Fußbodenheizung mit dezentraler

Lüftung. Der vorhandene Gasanschluss

blieb zunächst als Wärmequelle erhalten; die Anlage

ist jedoch auf eine spätere Umstellung auf Wärmepumpen

vorbereitet. Die energetische Strategie

bleibt damit pragmatisch: Sie nutzt vorhandene Voraussetzungen

und hält zugleich Spielraum für künftige

technische Anpassungen offen.

Augustine’s Garden

Riga, Lettland

© Reinis Hofmanis

Bauherr:

Architektur:

Landschaftsplanung:

Hanzas nami

Sampling Architects

ALPS

Bruttogeschossfläche: 1.568 m²

Grundstücksfläche: 830 m²

Wohneinheiten: 34

Wohnungstypen:

4 Duplexeinheiten, 18 Apartments,

12 Hofhäuser

Baubeginn: 08/2023

Fertigstellung: 06/2025

www.sampling-architects.com

„Augustine’s Garden bringt die Bewohner:innen

um einen gemeinsamen grünen Hof zusammen.

Vergrößerte Fensterbänke bilden dabei Übergänge

zwischen innen und außen und schaffen

Orte für alltägliche Begegnungen und gemeinschaftliche

Nutzung. Zugleich folgt das Projekt

einer klaren Haltung der Weiterverwendung: Die

bestehende Struktur wird nicht ersetzt, sondern

im Sinne eines zirkulären Ansatzes an heutige Anforderungen

angepasst.“

Liene Jākobsone & Manten Devriendt

Sampling Architects


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46

Wohnraum

Holz wird Raum

Medník Haus / Luka pod Medníkem, Tschechien / päivä architekti

Text: Linda Pezzei Fotos: Radek Úlehla

Manchmal braucht

ein Wohnraum keinen

Neubau, sondern eine

Neuausrichtung. Das

Haus Medník von Päivä

Architekti ist ein solches

Beispiel: Ein kleiner,

eigenständiger Baukörper

am Rand von Wald und

Garten, der nicht mehr

Raum schafft – sondern

besseren. Zwischen

Bestand, Landschaft und

Material ist ein Wohn- und

Arbeitsort entstanden,

der aktuelle Fragen nach

Nachhaltigkeit, Nutzung

und Atmosphäre in einer

klaren architektonischen

Geste vereint.

Holz, das durch Feuer behandelt wurde, dunkel wie

die Stämme des umliegenden Waldes: Schon die Fassade

des neuen Atelierpavillons macht klar, dass es

hier weniger um eine Erweiterung im klassischen Sinn

geht als vielmehr um eine architektonische Intervention.

Beim Haus Medník übersetzten Päivä Architekti

die Frage nach zeitgemäßem Wohnen in ein kompaktes,

materiell und räumlich verdichtetes Konzept.

Ausgangspunkt ist ein Wohnhaus aus dem frühen

20. Jahrhundert, das exponiert auf einem felsigen

Hang über dem Sázavatal liegt. Trotz einer früheren

Erweiterung blieb der Bedarf nach einem zusätzlichen

Raum für konzentriertes Arbeiten, Rückzug

und temporäres Wohnen bestehen. Die Antwort darauf

ist kein Anbau im üblichen Sinne, sondern ein

freistehender Pavillon an der Schwelle zwischen Garten

und Wald. Über eine gedeckte Terrasse mit dem

Bestand verbunden, bleibt dieser unangetastet – und

der Blick ins Tal erhalten.

Diese Grundsatzentscheidung war für das Projekt

von zentraler Bedeutung: Der neue Baukörper respektiert

die Topografie, die gewachsene Vegetation

und die bestehenden Sichtachsen. Statt die alte Eiche

zu entfernen, ist diese nun integraler Bestandteil

der Architektur. Sie wächst durch die Terrasse und

macht die Nähe zur Landschaft physisch erfahrbar.

Auch konstruktiv folgt der Entwurf dieser zurückhaltenden

Linie. Der Pavillon ruht auf Mikropfählen,

die den Eingriff in den felsigen Untergrund minimieren.

Ein Stahlrahmen bildet das tragende Gerüst, das

durch eine Holzstruktur ergänzt wird. Letztere wurde

in großen Teilen vom Bauherrn selbst realisiert. Diese

Form der Partizipation prägt nicht nur die Konstruktion,

sondern auch die Atmosphäre des Hauses. So

ist ein Bauwerk entstanden, das entworfen und zugleich

angeeignet wurde.

u


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47

päivä architekti

Der freistehende Atelierpavillon

positioniert sich an der

Grenze zwischen Garten und

Wald – mit Blick über das

Sázavatal und einer Fassade

aus dunkel behandeltem

Lärchenholz.


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48

Wohnraum

Besonders prägnant ist die Materialstrategie. Außen

kam opaliertes, vor Ort behandeltes Lärchenholz

zum Einsatz, dessen Oberfläche mit der Zeit weiter

nachdunkeln und sich der Umgebung annähern wird.

Die Fassade wird somit zum vermittelnden Element

zwischen gebauter Struktur und Wald: Sie ist robust,

wartungsarm und zugleich atmosphärisch dicht. Im

Inneren kehrt sich dieses Bild bewusst um. Helle,

gebürstete Bioplatten aus Fichtenholz schaffen eine

ruhige, warme Raumstimmung. Wände, Möbel und

Stauraum sind als durchgehendes System konzipiert,

in das Funktionen integriert und visuell reduziert

wurden. Küche, Stauraum und Nebenfunktionen treten

in den Hintergrund, sodass der Raum offen für

unterschiedliche Nutzungen bleibt.

Helle Fichten-Bioplatten, integrierte Möbel

und eine eingehängte Galerie schaffen

ein ruhiges Raumkontinuum für Arbeiten,

Wohnen und Rückzug.


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49

päivä architekti

Zentraler Raum ist das Atelier: ein lichter, zum Tal

hin geöffneter Bereich mit großen Schiebeelementen

und direktem Bezug zur Terrasse. Darüber liegt eine

einfache, eingehängte Galerie, die den Raum vertikal

erweitert und als Schlaf- oder Rückzugsbereich

dient. Diese Überlagerung von Funktionen – Arbeiten,

Wohnen, Rückzug – macht den eigentlichen

Mehrwert der Erweiterung aus.

Das Haus Medník zeigt damit exemplarisch, wie

Wohnraum heute neu gedacht werden kann: nicht als

Addition von Fläche, sondern als maßgeschneiderte

Ergänzung. Der Pavillon ist Atelier, Gästezimmer und

Rückzugsort zugleich – ein Raum, der sich je nach

Situation öffnet oder schließt, der im Sommer Teil

des Gartens wird und im Winter ein introvertiertes

Refugium bildet. Gerade in seiner Maßstäblichkeit

liegt die Qualität des Projekts. Mit rund 72 Quadratmetern

Nutzfläche entsteht eine räumliche Dichte,

die weit über die Größe hinausgeht – geprägt von

klarer Materialwahl, konstruktiver Einfachheit und

einer Haltung, die den Ort nicht überformt, sondern

behutsam inszeniert.

u


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50

Wohnraum

Nachgefragt bei Miloš Munzar

Wie haben Sie die Materialauswahl zwischen

dem bestehenden Gebäude und dem

Anbau gestaltet, um einerseits sicherzustellen,

dass sich die neue Holzkonstruktion

deutlich abhebt, sie andererseits aber im

Alltag als natürliche Erweiterung des ursprünglichen

Hauses wahrgenommen wird?

Es besteht ein Materialkontrast zwischen alt

und neu, kalt und warm, schwer und leicht.

Stein und Holz. Das ist die Grundidee bei

der Materialauswahl. Bei der Formgebung

haben wir uns an den typischen Merkmalen

des Gebäudes orientiert: den horizontalen

Tragplatten und dem schrägen Walmdach.

Diese kompositorischen Elemente haben

wir aufgegriffen, entsprechend der neuen

Aufgabe eingesetzt und in ein neues Material,

nämlich Holz, umgesetzt.

Die Lärchenschalung wird mit der Zeit

dunkler und grau werden. Welche Rolle

spielt diese Patina beim langfristigen

Wohnen an der Grenze zwischen Garten

und Wald in Bezug auf Instandhaltung,

Alterung und Atmosphäre?

Das natürliche Recht des Holzes – aber

letztlich jedes Gebäudes – ist es, zu Staub

zu zerfallen und zu verrotten. Wir haben die

wunderbare Gelegenheit, diesen Prozess im

Laufe der Zeit zu beobachten. Bei natürlichen

Materialien können wir dies als Altern

bezeichnen. Das Holz wurde direkt vor Ort

durch Gerben behandelt. Wir haben diese

Technologie vorab an einem kleinen Bauwerk

getestet. Die behandelte Oberfläche

steht in voller Harmonie mit dem Charakter

des Ortes.

Was die Instandhaltung betrifft, so handelt

es sich im Wesentlichen um eine wartungsfreie

Technologie. Es ist lediglich darauf zu

achten, dass Moos oder Algen an exponierten

Stellen entfernt werden. Wenn man in

Waldnähe wohnt, muss man von Zeit zu Zeit

lediglich Laub wegfegen oder die Dachrinnen

reinigen. Die Holzpflege an exponierten

Stellen kann einfach mit einem Hochdruckreiniger

erfolgen. Wo das Holz durch

ein Dach geschützt ist, ist überhaupt keine

Pflege erforderlich.

Welche räumlichen und sensorischen

Effekte waren Ihnen für das Wohnen und

Arbeiten wichtig, und wie verändert das

Material die Wahrnehmung im vergleichsweise

kleinen Studio- und Schlafbereich?

Wir haben uns im Innenbereich für eine

Admonter Holz-Bio-Platte entschieden, die

eine helle, angenehme Atmosphäre schafft

und sich warm anfühlt. Das Material ist fein

gebürstet, wodurch es sich sehr angenehm

anfühlt. Absolut entscheidend ist, dass diese

lebendige Oberfläche das reflektierte

Licht wunderschön streut und somit eine

sehr weiche Wirkung erzielt. Das Material

ermöglichte es uns zudem, Wandverkleidung,

Möbelbau und Türen gleichzeitig zu

realisieren. Dadurch wurde der gesamte

Raum erheblich vereinfacht. So können

Küche, Ankleidezimmer und Stauräume

„verschwinden“ und der Innenraum ist für

verschiedene Situationen und Nutzungsmöglichkeiten

bereit.

Der neue Raum dient als Atelier, Gästezimmer

und Rückzugsort: Inwieweit

ermöglichen sich hier unterschiedliche

Nutzungen, von konzentriertem Arbeiten

über das Leben im Sommer bei geöffneten

Schiebetüren bis hin zum introvertierten

Rückzug im Winter?

Die Hauptanforderung des Bauherrn war

ausreichend Licht. Zum Beispiel zum Malen.

Natürlich geht es auch um den Blick auf die

Landschaft und den Kontakt zum Garten,

der das ganze Jahr über intensiv genutzt

wird. Daher ist der Hauptwohnbereich offen

gestaltet, mit großen Fenstern, von oben

beleuchtet und durch Holzterrassen im

Außenbereich erweitert. Es ist jedoch auch

möglich, die Jalousien und die Fassadenläden

zu schließen und so ein Gefühl von geborgener

Dunkelheit im Haus zu schaffen.


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51

päivä architekti

0 1 5 10m

0 1 5 10m

Ein Teil der Bauarbeiten wurde von den

Eigentümern selbst ausgeführt – inwiefern

beeinflusst diese „selbstgebaute“

Tragkonstruktion heute das tägliche

Leben der Nutzer?

Ich möchte an dieser Stelle die Haltung des

Bauherrn gegenüber dem gesamten Prozess

würdigen – von der allerersten Skizze

bis zum letzten Barhocker in der Küche. Es

war eine Teamarbeit, die auf Dialog basierte.

Wir haben in dem Bewusstsein gebaut,

dass es sich um ein offenes Spiel handelte.

So konnten wir auf neue Ideen reagieren, die

sich im Laufe des Bauprozesses ergaben,

und einige Anpassungen vornehmen, die

den ursprünglichen Entwurf bereicherten.

Die Wahl der Baumaterialien wurde auch

durch die schwierige Erreichbarkeit der

Baustelle und die Möglichkeiten des Bauunternehmers

beeinflusst. Daher mussten

Materialien gewählt werden, die sich leicht

und einfach transportieren lassen – typischerweise

Holzbalken.

0 1 5 10m

0 1 5 10m 0 1

Medník Haus

Luka pod Medníkem, Tschechien

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

privat

päivä architekti

Miloš Munzar, Tomáš Kovalčík

Miroslav Krössl

Grundstücksfläche: 159 m²

Bebaute Fläche: 87 m²

Nutzfläche: 72 m²

Planungsbeginn: 2020

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 2024

Baukosten:

ca. 470.00 Euro

www.paiva.cz

„Das natürliche Recht des Holzes –

aber letztlich jedes Gebäudes – ist es,

zu Staub zu zerfallen und zu verrotten.

Wir haben die wunderbare Gelegenheit,

diesen Prozess im Laufe der Zeit

zu beobachten.“

Miloš Munzar, päivä architekti


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52

Wohnraum

Versetztes

Wohnen

Staggered Cabin / South Lake Tahoe, Californien / Mork-Ulnes Architects

Text: Linda Pezzei Fotos: Joe Fletcher


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53

Mork-Ulnes Architects

Was passiert, wenn das

klassische Einfamilienhaus

nicht mehr als kompakter

Baukörper, sondern als Abfolge

kleiner Hütten gedacht

wird? Das Projekt „Staggered

Cabin“ in South Lake Tahoe

übersetzt das Wohnen in eine

räumliche Bewegung entlang

von Hang, Wald und Jahreszeiten

und formuliert damit

ein überraschend angemessenes

Modell für das Leben

jenseits der Stadt.

Auf über 1.800 Metern Höhe, wo sich die Siedlungsränder

von South Lake Tahoe in die Wälder

der Sierra Nevada auflösen, steht kein klassisches

Haus. Stattdessen findet man dort eine

locker angeordnete Gruppe dunkler Volumen,

die sich zwischen Jeffrey-Kiefern und Felsformationen

den Hang hinunter staffeln. Die „Staggered

Cabin“ von Mork-Ulnes Architects versteht

Wohnraum weniger als Objekt denn als Beziehung

– zur Topografie, zum Klima und zum Alltag

ihrer Bewohner. Ausgangspunkt war ein Wochenendrefugium.

Mit der Entscheidung der Bauherren,

dauerhaft aus der Bay Area in die Berge zu

ziehen, verschob sich jedoch der Anspruch: Aus

einem Rückzugsort für das Wochenende wurde

ein alltagstaugliches Zuhause. Die Antwort der

Architekten fällt bewusst minimalistisch aus –

und gerade deshalb so konsequent.

Wohnen als Sequenz statt Grundriss

Drei schuppenartige Baukörper bilden keine

kompakte Einheit, sondern ein räumliches Kontinuum.

Sie sind leicht gegeneinander verschoben

und durch wenige Stufen statt Flure sowie durch

Sichtachsen anstelle von Türen miteinander verbunden.

So entsteht ein Haus, das sich nicht in

Zimmer, sondern in Situationen gliedert: ein zentraler

Wohnraum, der sich zu zwei Seiten öffnet,

Schlafräume, die jeweils auf eigene Außenbereiche

reagieren, sowie Übergänge, die mehr Landschaft

als Innenraum sind. Diese räumliche Staffelung

erzeugt eine Bewegung, die auf dem Papier kaum

sichtbar ist. Wer hier lebt, durchquert das Haus

entlang von Licht, Blicken und Höhenversprüngen

und hat dabei immer Bezug zur Umgebung. u


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54

Wohnraum

Der zentrale Wohnraum

verbindet die einzelnen

Baukörper und öffnet sich

zu zwei Seiten in die umgebende

Natur – Innenund

Außenraum gehen

fließend ineinander über.

Kompaktheit als Entwurfsstrategie

Mit rund 110 m² gehört das Haus bewusst zu den kleineren

seiner Art. Anstatt die Fläche zu maximieren,

wurde das Volumen genutzt: Steil geneigte Pultdächer

schaffen Höhe, Mezzanine erweitern die Nutzbarkeit

und Einbauten ersetzen Möbel. So entsteht ein Raumgefühl,

das zwischen Intimität und Großzügigkeit

changiert. Kinder klettern entlang integrierter Strukturen,

es entstehen versteckte Ebenen über Schränken

und selbst der Wohnraum bleibt absichtlich offen

– nicht möbliert, sondern bespielbar. Minimalismus ist

hier kein ästhetisches Statement, sondern ein funktionales

Prinzip: Weniger Möbel bedeuten mehr Bewegungsfreiheit

und mehr Flexibilität im Alltag.

Architektur, die den Ort liest

Der vielleicht stärkste Moment dieses Projekts ist

seine Beziehung zum Gelände. Anstatt den Hang zu

nivellieren, folgt das Gebäude seiner Topografie. Die

Volumen „umfließen” bestehende Felsbrocken und

Bäume, wodurch kleine Höfe und Zwischenräume

entstehen – Außenräume, die genauso wichtig sind

wie die Innenräume. So ergeben sich Mikro-Landschaften:

ein sonniger Platz im Hang, ein geschützter

Hof zwischen Felsen oder ein dichter Waldraum.

Jeder Teil des Hauses reagiert auf eine andere Weise

auf die Nähe zur Natur. Durch diese Strategie wird

nicht nur der Eingriff in das Gelände reduziert – auch

die Wahrnehmung des Hauses verändert sich. Es erscheint

nicht als gebautes Objekt, sondern als Teil

einer gewachsenen Struktur.

Das Klima als Entwurfsparameter

Auch energetisch folgt die Architektur einem einfachen,

aber konsequenten Prinzip: Form statt Technik.

Schmale Gebäudetiefen ermöglichen Querlüftung,

hoch liegende Fensterbänder bringen Licht tief in

den Raum und die Dachgeometrie ist so ausgelegt,

dass Schnee nicht nur abgleitet, sondern gezielt als

zusätzliche Dämmschicht im Winter gehalten wird.

Nachhaltigkeit zeigt sich hier nicht in sichtbarer

Technologie, sie liegt in der Selbstverständlichkeit

der Lösungen. Das Gebäude nutzt, was der Ort vorgibt:

Licht, Luft und Schnee.

Ein anderes Modell von Wohnraum

Die eigentliche Qualität der „Staggered Cabin” liegt

jedoch in ihrer Typologie. Sie ist weder ein Chalet

noch ein klassisches Einfamilienhaus. Stattdessen

funktioniert sie wie eine kleine Hofstruktur, ein Ensemble

aus Einzelteilen, die gemeinsam ein Ganzes

bilden. Dadurch wird Wohnen zur Abfolge von Innenund

Außenräumen, von Rückzug und Öffnung, von

Nähe und Weite. So entsteht für eine junge Familie

ein Alltag, der sich nicht im Haus, sondern zwischen

Haus und Landschaft abspielt. Gerade darin liegt

ihre Relevanz. In einer Zeit, in der Wohnraum oft über

seine Fläche definiert wird, zeigt dieses Projekt eine

andere Möglichkeit: Es ist kompakt, gut durchdacht

und eng mit dem Ort verwoben.

u


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55

Mork-Ulnes Architects


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56

Wohnraum

Wie ist es Ihnen gelungen, den Spagat zwischen einer

minimalistischen Ästhetik und den sehr pragmatischen

Anforderungen an Stauraum und Flexibilität

im Familienleben zu schaffen?

Die Form des Gebäudes und die stark begrenzte

Grundfläche sorgen dafür, dass diese Ziele nicht im

Widerspruch zueinander stehen. Wo die Pultdächer

höher werden, ergab sich die Möglichkeit, Zwischengeschosse

einzubauen. Hohlräume über funktionalen

Elementen wie Schränken können zudem als Stauraum

genutzt werden. Da die Abstände knapp bemessen

und die Grundflächen relativ klein sind, sorgt

die Offenhaltung der Gemeinschaftsbereiche für

Flexibilität. Eine stärkere Zweckbindung und Einrichtung

des Wohnzimmers beispielsweise würde dessen

Nutzungsmöglichkeiten einschränken, ohne dass andere

Bereiche im Haus als Ausgleich dienen könnten.

Einbauten aus Douglasienholz, Mezzanine und reduzierte

Möblierung maximieren die Nutzbarkeit auf kompakter

Fläche und schaffen flexible Räume für den Familienalltag.

Nachgefragt bei Casper Mork-Ulnes

Das Projekt hat sich von einem Wochenend-Ski-Refugium

zum ständigen Familienwohnsitz entwickelt.

Welche gestalterischen Änderungen waren für das

tägliche Leben auf einer so kompakten Grundfläche

am wichtigsten?

Die Anpassungen waren sehr subtil, was vor allem

dem minimalistischen Lebensstil der Auftraggeber

und den Einschränkungen durch die begrenzte

Grundfläche geschuldet ist. Zusätzlich zu den bereits

geplanten Mezzanin-Räumen, die auf maximale

Funktionalität ausgelegt waren, haben wir nach weiteren

Stauraummöglichkeiten und Aufenthaltsbereichen

für die Kinder gesucht. Diese befinden sich

über den Schränken und unter einer eingebauten

Bank. Außerdem haben wir die räumlichen und funktionalen

Unterschiede zwischen den beiden Nebenschlafzimmern

betont. Eines davon wurde zu einem

vielseitig nutzbaren Raum mit einer Kletterwand.

Angesichts des Kundenwunsches nach einem Haus

mit „kompromisslosem Minimalismus“ fielen die Änderungen

jedoch überraschend gering aus.


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57

Mork-Ulnes Architects

Auf welche konkreten räumlichen Strategien haben

Sie gesetzt, damit sich ein so kompaktes Haus langfristig

weitläufig und wohnlich anfühlt?

Abgesehen von den bereits erwähnten hohen Decken

und Zwischengeschossen trägt die spezifische

Art und Weise, wie die Volumen miteinander verbunden

sind, zu einem Gefühl von räumlichem Fluss und

Komplexität bei. Stufen an jeder Schnittstelle sowie

das Fehlen von Türen zwischen den Volumen schaffen

unerwartete Sichtachsen durch die Räume und

vermitteln ein Gefühl von Weite. Innerhalb jedes Volumens

bieten große Öffnungen (manchmal paarweise)

Ausblicke auf die unmittelbare Umgebung, während

hohe Oberlichter Einblicke in das Blätterdach gewähren.

So wirkt das Haus im Inneren räumlich dynamisch

und stets mit der weiteren Umgebung verbunden. u


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58

Wohnraum

Sie haben einen Dialog zwischen skandinavischen

Hütten-Traditionen und der kalifornischen A-Frame-Kultur

inszeniert. Inwiefern prägt diese hybride

Identität Ihrer Meinung nach das Wohnerlebnis in

diesem Haus?

Das ist richtig. Die A-Frame-Typologie ist kompakt

und dennoch vertikal eindrucksvoll, während skandinavische

Hüttentraditionen durch zurückhaltende

Abmessungen und effiziente Raumnutzung eine

ähnliche Gemütlichkeit vermitteln. Indem es diese

Sensibilitäten miteinander verbindet, definiert sich

das Haus durch Kontraste. Die Innenräume wechseln

zwischen intimen und räumlich intensiven Momenten:

miteinander verbundene Volumen, die sich zur

Landschaft hin weit öffnen. Äußerlich fügt es sich

leicht in die Umgebung ein, im Gegensatz zu seinen

typischerweise viel größeren Nachbarn.

Die norwegische Hüttentradition steht für Zurückhaltung,

Ruhe und die Fokussierung auf alltägliche

Rituale, während der kalifornische A-Frame mit

hohen, lichtdurchfluteten Räumen und einer verschwommenen

Grenze zwischen Innen und Außen

für Lockerheit und Eigenwilligkeit sorgt. Zusammen

schaffen diese Einflüsse hoffentlich ein Erlebnis, das

zwischen Intimität und Weite oszilliert und durch den

versetzten Grundriss sowie die Abfolge unterschiedlicher

räumlicher Eindrücke verstärkt wird.

Das Projekt fördert ganz klar alltägliche Rituale, die

eine Verbindung zur Natur herstellen – vom Sitzen

auf Felsbrocken bis zum Beobachten des Schneefalls

vom Loft aus. Wie bewusst gestalten Sie diese

kleinen alltäglichen Momente, wenn Sie ein Haus

entwerfen?

Ich würde nicht sagen, dass diese Momente stark

vorgegeben sind. Natürlich achten wir auf Gelegenheiten:

Wenn es eine bestimmte Aussicht zu rahmen

gilt oder die Möglichkeit besteht, Licht auf sinnvolle

oder unerwartete Weise einzufangen, versuchen wir,

darauf einzugehen. Aber viele dieser täglichen Rituale

sind nicht im normativen Sinne entworfen. Oft

entstehen sie durch das Bewohnen. Die Bewohner

entdecken Orte und Momente im Gebäude, die sie

auf eine Weise ansprechen, die wir nicht vollständig

vorhersehen konnten. In der „Staggered Cabin” war

das Zwischengeschoss beispielsweise vom Kunden

gewünscht – er stellte sich einen kleinen Arbeitsplatz

innerhalb des Wohnraums vor, von dem aus man hinausschauen,

den Raum auf sich wirken lassen und

mit der Landschaft dahinter verbunden bleiben kann.

Generell glaube ich, dass Design davon abhängt, das

Potenzial für Freude zu erkennen, das bereits an einem

Ort vorhanden ist: sein Licht, seine Topografie,

seine Ausrichtung und seine Atmosphäre. Die Hoffnung

ist, dass diese Erfahrungen an der Schnittstelle

dieser Intuition und einer bestimmten architektonischen

Antwort entstehen. Sie sind nicht vollständig

vorgegeben, aber auch nicht rein zufällig – sie liegen

irgendwo dazwischen.


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59

Mork-Ulnes Architects

Ansicht West

West Elevation

0 4 8'

East Elevation

Ansicht Ost

0 4 8'

Ansicht Nord

North Elevation

0 4 8'

Ansicht Süd

South Elevation

0 4 8'

3

1. Great Room

2. Primary Bedroom

3. Primary Bathroom

4. Bedroom

5. WC

6. Shower room

7. Entry

8. Closet

9. Garage

10. Mezzanine (above)

10 9

7

2

8

1 10

Section

0 4 8'

4 5

8/10

4

8/10

6

Plan

1 4 8

Section

0 4 8'

Staggered Cabin

South Lake Tahoe, Californien

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

privat

Mork-Ulnes Architects

Casper Mork-Ulnes, Lexie Mork-Ulnes, Colin Griffin

Riva Engineering & Consulting

Grundstücksfläche: 110 m²

Planungsbeginn: März 2020

Bauzeit:

2 Jahre, 9 Monate

Fertigstellung: März 2025

www.morkulnes.com

„Generell glaube ich, dass Design

davon abhängt, das Potenzial

für Freude zu erkennen, das

bereits an einem Ort vorhanden

ist: sein Licht, seine Topografie,

seine Ausrichtung und seine

Atmosphäre. Die Hoffnung ist,

dass diese Erfahrungen an der Schnittstelle dieser Intuition

und einer bestimmten architektonischen Antwort entstehen.

Sie sind nicht vollständig vorgegeben, aber auch

nicht rein zufällig – sie liegen irgendwo dazwischen.“

Casper Mork-Ulnes


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60

Wohnraum

Haus der

Übergänge

Haus am See / Abtsdorf, Oberösterreich / NANA Architektur

Text: Andreas Laser Fotos: Andreas Jakwerth


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NANA Architektur

Nahe dem Attersee, in Abtsdorf, realisierte die Architektin

Anna Kovacs mit ihrem Büro NANA Architektur

ein Wohnhaus, das weit über den Typus des klassischen

Einfamilienhauses hinausgeht. Unter dem Titel „Haus

am See“ verbindet das Projekt privaten Wohnraum mit

Praxis und Ferienwohnung und reagiert damit auf eine

Bauaufgabe, die zugleich räumliche Offenheit, funktionale

Trennung und ein hohes Maß an Privatheit verlangte.

Der Entwurf knüpft an ländliche Bautraditionen an und

übersetzt das Motiv des Vierkanthofs in eine reduzierte,

präzise gesetzte Architektur.

Ausgangspunkt des Projekts war die Suche nach

einer „harmonischen, heimeligen Behausung“, die

Wohnen, Arbeiten und eine Form von Öffentlichkeit

miteinander versöhnt. Geprägt wurde der Entwurf

dabei sowohl vom komplexen Raumprogramm als

auchvom Ort selbst: von der Topografie des Grundstücks,

der umliegenden dörflichen Bebauung und

der exponierten Lage an der Bundesstraße auf der

einen Seite sowie dem freien Blick ins Grünland auf

der anderen. Früh war klar, dass sich das Haus nicht

zur Nachbarschaft hin orientieren, sondern die Weite

der Landschaft bestmöglich ausschöpfen sollte. Es

kehrt der umgebenden Bebauung bewusst den Rücken

zu und öffnet sich jenen Blickachsen, die Ruhe,

Distanz und Landschaftserlebnis versprechen. Die

Nordseite wird dabei zur bevorzugten Außenorientierung:

Terrassen- und Aufenthaltsbereiche liegen

nicht an der klassischen Südseite, sondern dort, wo

sich auch in heißen Sommern eine nutzbare und

unbeschwerte Beziehung zwischen Innen- und Außenraum

herstellen lässt. Fensteröffnungen fangen

gezielt einzelne Ausblicke ein und machen selbst

Nebenräume zu präzise gerahmten Beobachtungspunkten

in die Umgebung.

u


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62

Wohnraum

Zwischen Referenz und Abstraktion

Formal verdichtet sich dieser Ansatz in einer Figur,

die den Vierkanthof nicht historisierend zitiert,

sondern neu interpretiert. Die Referenz war bereits

im frühen Entwurfsprozess präsent – nicht zuletzt,

weil der Bauherr auf einem Vierkanthof aufgewachsen

ist und damit eine emotionale Verbindung zu

dieser Typologie bestand. An die Stelle des klassischen

Satteldachs tritt jedoch eine verzogene Dachlandschaft,

die das südlich liegende Höllengebirge

abstrakt nachzeichnet. So entsteht eine Architektur,

die einerseits in der regionalen Bautradition verankert

ist, andererseits aber eine eigenständige, prägnante

Form entwickelt.

Auffällig ist, wie eng äußere Form und innere Raumorganisation

aufeinander bezogen sind. Das markante

Dach bestimmt nicht nur die Silhouette des Hauses,

sondern wirkt auch im Inneren raumbildend. Über

dem Wohnbereich steigen die Dachflächen zu einem

Hochpunkt an und flachen zu den Individualräumen

hin ab. Ein Gefühl von Weite stellt sich bereits beim

Eintreten ein. Eine überhohe, rahmenlos in die Fassade

eingelassene Tür markiert den Zugang und

verstärkt die Wirkung des sich nach innen öffnenden

Raums. Nicht raumhohe Einbauten und galerieförmig

organisierte „Boxen im Raum“ halten das Volumen als

zusammenhängenden, fließenden Innenraum lesbar.

Licht, Proportion und Materialität greifen dabei eng

ineinander. Der Kachelofen mit anschließendem Sitzpodest

bildet das Zentrum, um das sich der Wohnbereich

organisiert.

u


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63

NANA Architektur

Zur Nordseite öffnet sich der Wohnbereich

großzügig zur Terrasse und zum Garten.

Innen- und Außenraum treten dabei in einen

engen räumlichen Zusammenhang.


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64

Wohnraum

Konstruktive Differenzierung

Für den privaten Hauptbaukörper fiel die Wahl auf

eine massive Holzbauweise, die dem Haus eine warme

und ruhige Materialwirkung verleiht. Die Bereiche

für Praxis und Ferienwohnung wurden dagegen in

Betonfertigteilen realisiert und entsprechend robust

und dauerhaft ausgebildet. Diese konstruktiv klar

ablesbare Trennung schärft zugleich die funktionale

Gliederung des Hauses. Der dazwischenliegende

Carport übernimmt als Puffer- und Übergangsraum

eine entscheidende Rolle. Er vermittelt zwischen den

Nutzungen, dient als räumliche Schleuse und unterstützt

jene klare Trennung, die für das Funktionieren

eines solchen Nutzungsmixes wesentlich ist.

Die Materialwahl folgt konsequent dem Prinzip der

Reduktion und der „Echtheit“ der Baustoffe. Sichtbares

Massivholz wurde weiß lasiert, Stahlträger roh geölt

belassen, die Lärchenfassade sägerau verarbeitet.

Hinzu kommen ein betonierter Küchenmonolith, zementöse

Bodenbeschichtungen und Zementfliesen

– eine Materialpalette, die robust, zurückgenommen

und zugleich präzise wirkt. Charakteristisch ist der

hohe Grad an handwerklicher Durcharbeitung: vom

großen Falt-Schiebetor im Carport bis zu den über

die gesamte Fensterhöhe reichenden Holzverschattungselementen,

die sich bündig in das Fassadengefüge

einfügen und im Innenraum ein vielschichtiges

Spiel aus Licht und Schatten erzeugen. Besonders

aufwendig war dabei die Ausbildung der Deckenuntersicht

im Wohnraum, deren geometrische Präzision

nur in enger Zusammenarbeit von Tischler, Zimmerer

und Dachdecker realisiert werden konnte. u


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65

NANA Architektur

Nicht raumhohe Einbauten gliedern

den Innenraum, ohne seine Offenheit

aufzuheben. Auf den eingesetzten

Volumen liegt eine offene Schlafgalerie,

die den Gedanken des fließenden

Raumkontinuums fortführt.


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66

Wohnraum

Die Gestaltung der Ferienwohnung lebt

von Reduktion und Materialehrlichkeit.

Sichtbeton sorgt dabei für eine robuste,

beständige Wirkung, die zugleich eine

ruhige Grundstimmung erzeugt.

Ein Haus, mehrere Rollen

Inhaltlich lässt sich das Haus auch als Kommentar

zur aktuellen Diskussion um das Einfamilienhaus lesen.

NANA Architektur begegnet diesem Typus nicht

mit Ablehnung, sondern mit Transformation: Der

Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten und temporärem

Wohnen erhöht die räumliche und programmatische

Dichte, schafft Flexibilität für spätere Lebensphasen

und formuliert ein verantwortungsvolleres Verständnis

von privatem Bauen. Nachhaltigkeit wird dabei

nicht auf Technik reduziert – auch wenn Erdwärme,

Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Selbstversorgungsgarten

Teil des Konzepts sind –, es wird vor

allem als Zusammenspiel von Material, Nutzungsvielfalt

und langfristiger Anpassbarkeit begriffen. Noch

entscheidender ist jedoch, wie sich das Haus im

Alltag bewährt. Auch knappe zwei Jahre nach dem

Einzug, so die Architektin, sei die Rückmeldung der

Bauherrschaft von ungebrochener Freude geprägt:

Das Haus werde im Alltag als Geschenk erlebt. •


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67

NANA Architektur

Ansicht West

OG

Ansicht Süd

Ansicht Ost

Ansicht Nord

EG

Haus am See

Abtsdorf, Oberösterreich

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

Privat

NANA Architektur, Anna Kovacs

Sylvia Sauermann, Lucas Mayerhofer, Clemens Lenhart

PYS Podany – Symb Gmbh, Florian Brauner

Grundstücksfläche: 1400 m²

Wohnfläche: 300 m²

Planungsbeginn: 2022 - 2023

Bauzeit:

12 Monate

www.nana-architektur.at

„Gute Architektur bedeutet für mich Lebensqualität

auf höchster Stufe- im Einklang mit unserer Umwelt.

Dieses Wissen, dass ich meinen Kundinnen einen

nachhaltigen Lebensraum ermöglichen kann, der

maßgeschneidert auf den Ort und auf ihre Bedürfnisse

ist, der Ästhetik und Zukunftsfähigkeit vereint,

macht mich unheimlich glücklich & dankbar.“

Univ.Lekt. Arch. DI ZT Anna Kovacs


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Naturstein

1

Räume mit Wirkung

Naturstein ist im Innenausbau nicht mehr nur robuster Bodenbelag, zweckmäßige

Waschtischplatte oder pflegeleichte Küchenarbeitsfläche. Bei der Gestaltung von

Innenräumen wird er zunehmend als raumbildendes Element eingesetzt.

Text und Fotos: Richard Watzke

Designer lieben Naturstein. Anders lassen sich die

zahlreichen Exponate aus Marmor und anderen

Stein arten nicht erklären, die auf führenden Designmessen

zu bewundern sind. Naturstein wird dabei

nicht mehr gewählt, weil er als edel gilt, sondern weil

er Materialität, Masse und Textur glaubwürdig transportiert.

Sichtbar wird das nicht zuletzt beim Mailänder

Salone del Mobile 2026: Die Messe beschreibt

den Innenraum als Feld, in dem Materialinnovation,

Funktion und Atmosphäre enger zusammenrücken;

besonders Küche und Bad werden dabei nicht mehr

als rein technische Räume verstanden, sondern als

gestaltete Wohnbereiche.

Zwischen Ruhe und Expressivität

Die Stärke von Naturstein liegt in seiner optischen

Bandbreite. Sie reicht von ruhigen, nahezu unifarbenen

Kalksteinen oder Quarziten bis zu stark gezeichneten

Marmoren und Onyxsorten. Diese Vielfalt erlaubt

sehr unterschiedliche Stile. Ruhige, helle oder

warmtonige Steine wirken flächig, zurückhaltend und

architektonisch. Lebhaft geaderte Materialien dagegen

dienen als Blickfang – als Kücheninsel, Wandpaneel,

Kaminverkleidung oder Waschtischblock.

Augenscheinlich ist die Verschiebung weg vom rein

glatten, polierten Erscheinungsbild. Gefragt sind

Oberflächen mit Tiefenwirkung. Von geschliffen, gebürstet,

gerillt, satiniert bis zu reliefartig bearbeitet

reicht die Bandbreite. Dabei wird die Oberfläche nicht

mehr als Finish, sondern als eigenes Gestaltungsmittel

verstanden, welches Licht, Schatten, Haptik und

Maßstäblichkeit eines Raums beeinflusst. u


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69

Naturstein

1 Variante eines Rautenmusters:

Die abgewinkelten

Plattengeometrien des Daches

finden ihr Pendant im

Bodenbelag. Ausführung:

Steinmetzbetrieb Wolfgang

Ecker

2 Die satinierte Oberfläche

betont die Textur und

macht den Boden aus Pannonia

Grün trittsicher.

3

3 Die abgestufte Bekleidung

verleiht dem Kamin

große räumliche Tiefe.

Ausführung: Schreiber &

Partner.

2


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70

Naturstein

Naturstein als Möbel

Vor allem im Möbelbereich tritt Naturstein stärker

aus der Rolle der schlichten Platte heraus. Er

erscheint als Tisch, Konsole oder Regal – oft in

Kombination mit Holz, Metall, Glas oder Leder. Dabei

geht es nicht nur um Luxuswirkung, sondern

um Qualität und Materialität. Ein Steintisch steht

als architektonisches Element im Raum; ein lebhaft

strukturierter Beistelltisch aus Marmor setzt

dagegen einen gezielten Akzent.

Diese Richtung lässt sich bei namhaften internationalen

Möbelmarken beobachten, die in ihren

Kollektionen Esstische und Couchtische mit lebhaften

Steinplatten bieten. Häufig wird die Maserung

für einen monolithischen Look über seitliche

Blenden weitergeführt. Gleiches gilt für Schränke

mit Türen und Schubladenelementen, die Fronten

aus Naturstein tragen.

u

4 Dorfergrün prägt das Bad eines Privathauses in

Millstatt. Architekten Ronacher ZT GmbH, Ausführung:

Lauster Naturstein. Foto Wolf-Dieter Gericke.

5 In Stein gebannte Energie: Die lebhafte Textur zieht

sich nahtlos über die gesamte Treppe.

6 Schmale LED-Streifen gliedern die raue Wandbekleidung.

Gestaltung Konturgut Manfred Walder, Foto

Sima Marmor GmbH

6

4

5


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71

Wettbewerbe Naturstein

CASAWEST GmbH

4055 Pucking

office@casawest.at

www.casawest.at

Sölker Marmor

Bergbau

8961 Sölk

office@soelker.at

www.soelker.at

Steinmetzmeister

Dietmar Steller

4600 Wels

office@steller-stein.at

www.steller-stein.at

Schreiber & Partner

Natursteine

2170 Poysdorf

office@sp-natursteine.at

www.sp-natursteine.at

Kienesberger

Steinmetzmeister

4707 Schlüßlberg

office@kienesberger-stein.at

www.kienesberger-stein.at

Steinmetzbetrieb

Wolfgang Ecker

2514 Traiskirchen

office@ecker-stein.at

www.ecker-stein.at

Gustav Hummel

GmbH & Co KG

2452 Mannersdorf

info@hummel-stein.at

www.hummel-stein.at

Stone4you

Steinmetzbetriebe

2020 Hollabrunn

office@stone4you.at

www.stone4you.at

Marmor

Industrie Kiefer

5411 Oberalm

office@marmor-kiefer.at

www.marmor-kiefer.at

Josef Kogler

Steinbruch & Schotterwerk

9554 St. Urban

kogler.naturstein@aon.at

www.kogler-natursteinwerk.at

Lauster

Naturstein GmbH

9971 Huben/Osttirol

st.johann@lausternaturstein.at

www.lausternaturstein.at

Pro Naturstein. Die gebündelte Faszination für ein einzigartiges, kraftvolles und von der Natur geschaffenes Unikat. Ein über Generationen

vermitteltes Fachwissen über den Abbau und die Veredelung der österreichischen Natursteinvorkommen, eine gemeinsame Verantwortung,

welche die Begeisterung und das Handwerk verbindet. Pro Naturstein steht für die Vereinigung ausgewählter, österreichischer

Naturstein-Leitbetriebe, die mit Qualität und Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen

www.pronaturstein.at


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72

Naturstein

7

Wandgestaltung als Raumhaut

Bei Wandflächen verschiebt sich der Einsatz von

Naturstein ebenfalls. Statt kleiner Formate oder rein

funktionaler Verkleidungen werden großformatige

Platten, spiegelbildlich angeordnete Maserungen

und strukturierte Oberflächen verwendet. Dabei sind

zwei entgegengesetzte Richtungen erkennbar: Einerseits

ruhige Flächen, die dem Raum Wärme und Tiefe

geben, ohne dominant zu werden. Andererseits expressive,

kräftig gezeichnete Steine, die fast bildhaft

eingesetzt werden und dabei eine ähnliche Funktion

wie Kunstwerke oder textile Wandbespannungen erfüllen.

Im Bad ist Naturstein besonders präsent, denn

dort dient er als sinnliche Erweiterung des Wohnraums.

Steinerne Böden, Wände und Waschtische

sind hierbei keine nachträglich applizierten Oberflächen,

sondern immer öfter Ausgangspunkte des

Raumkonzepts.

Naturstein gewinnt im Innenausbau dort an Relevanz,

wo Material nicht austauschbar wirken soll.

Seine Stärke liegt nicht allein in der Härte oder Dauerhaftigkeit,

sondern in der Verbindung der technischen

Eigenschaften, der optischen Reichhaltigkeit

und der haptischen Qualität. Entscheidend für die

Wirkung jedes Projektes aus und mit Naturstein ist

die zum Gesamtkonzept passende Materialauswahl,

die der Nutzungsart und gewünschten Anmutung

entsprechende Oberflächentextur und vor allem

auch das der Raumgröße und -geometrie angemessene

Format. Während kleinteilige Flächen bevorzugt

mit weniger strukturierten Steinen ausgeführt

werden, kommen bei großformatigen Steinplatten

lebhafte Maserungen, die häufig auch gespiegelt

oder über die Ecken weitergeführt sind, besonders

gut zur Geltung.

8

7 Innen und außen verschmelzen:

Die spaltraue

Wandbekleidung geht

nahtlos in die Fassade

über. Ausführung: Schreiber

& Partner.

8 Die auffällige Textur

des Natursteins macht die

kleine Kochnische zum

Blickfang. Foto Naturstein

Trummer GmbH, Gnas.


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73

Naturstein

Internationale

Fachmesse Naturstein

und Steintechnologie

■ Naturstein

■ Maschinen + Werkzeuge

■ Grabsteine + Grabkunst

■ Fliesen

9

9 Alle Türen und Schubladenelemente des Waschtischs sind mit beigem Kalkstein

verblendet. Ausführung: Steinmetzbetrieb Wolfgang Ecker

10 Dieser Ausziehtisch hat den Dreh raus: Beim Plattenzuschnitt wurde exakt auf

die Textur geachtet.

10

Die Designmesse

für Fliesen und Technik

In Zusammenarbeit mit:

Infos unter: stone-tec.com


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74

Wettbewerbe

Naturstein

Fernab

vom Trubel

Das Haus P, eingebettet in die Ausläufer des

Wienerwalds, fügt sich harmonisch in die üppige

Landschaft ein. Freie Sichtachsen verstärken die

Abfolge weitläufiger, miteinander verbundener

Zonen und ermöglichen es den Bewohnern, die

Wohnräume als weites Panorama wahrzunehmen.

Terrasse und Pool werden zu integralen Bestandteilen

des Wohnraums und bieten den Bewohnern die

Möglichkeit, eine harmonische Verbindung zum Inneren

des Hauses zu bewahren. Sorgfältige Planung

und Liebe zum Detail zeigen sich auch bei den Natursteinarbeiten:

So gelang es, sämtliche Kanten der

Steinplatten exakt entlang der Grundrisslinien auszurichten.

Diese Linien durchziehen nicht nur den Innenbereich,

sondern erstrecken sich nahtlos über die

Terrasse bis hin zur Fassade, wodurch die Außenanlagen

harmonisch mit dem Gebäude verschmelzen.

Haus P

Planung: Najjar & Najjar Architekten

Fertigstellung: März 2023

Natursteine: Kalkstein Kanfanar, Travertin

Natursteinarbeiten: stone4you, Hollabrunn

www.stone4you.at


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Naturstein

Fotos: Curt Themessl


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Naturstein

Privathaus Pöstlingberg

Architektur: ARKFORM ZT GmbH

Fertigstellung: 03/2025

Natursteine: Luserna Gneis Mixcolor, Verdura Quarzit

Arbeiten: Wandverkleidungen, Kaminverkleidung,

polygonale Bodenbeläge innen & außen, massive

Waschtische

Fotos: Paul Ott

Natursteinarbeiten:

casawest GmbH, Pucking

Marmor

& Quarzit

Im Privathaus in Linz-Puchenau von ARKFORM

Architekten (Bilder links) wurden verschiedenste

Bereiche mit Naturstein ausgeführt: für die Bodenflächen

im Innen- und Außenbereich sowie im Badezimmer

großformatige Polygonalplatten aus griechischem

Kavala Quarzit Verdura. Die Wände wurden

mit Luserna Gneis Mixcolor aus Italien verkleidet.

Bei einem zweiten Privathaus (Bilder rechts) verwirklichte

casawest verschiedene Natursteinarbeiten im

schön gestalteten und durchdachten Wohnbereich.

Die Abdeckplatten in der Küche, die Küchenrückwand

sowie Gästetischchen und ein Couchtisch

bestehen aus Calacatta Viola Marmor mit ledrig gebürsteter

Oberfläche.


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77

Naturstein

Fotos: casawest

Innenausstattung Privathaus

Fertigstellung: 12/2024

Natursteine: Calacatta Viola Marmor, Marron

Imperial Marmor

Arbeiten: Tischplatte, Küchenplatte & Küchenrückwand,

Couchtisch, Waschtisch und

Waschtisch mit spezieller Rockfinish Oberfläche,

Dusche inkl. Rückwände

Natursteinarbeiten:

casawest GmbH, Pucking

www.casawest.at


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Produkt News

Design trifft präzise Funktion

Die neue Armaturenfamilie HANSA GENESIS wurde gemeinsam von Enrico Bosa

(Head of Design der Oras Group, Muttergesellschaft von HANSA) und dem italienischen

Designstudio Debiasi Sandri entwickelt und folgt dem Anspruch, Form,

Funktion und Alltagserlebnis in Einklang zu bringen.

Klare Linien und elegante Oberflächen erzeugen eine

zeitlose Präsenz, die jedes Bad aufwertet und ihm

eine besondere Aura verleiht: Hier treffen Schlichtheit

und Raffinesse aufeinander, sodass eine Ikone

mit frischem, modernem Schliff entstand. Gleichzeitig

überzeugt das nahtlose Design durch Pflegeleichtigkeit:

Fugen und Rillen wurden auf ein Minimum

reduziert, sodass kaum Schmutz oder Rückstände

haften bleiben können.

Preisgekrönt: Die Armaturen-Serie für Waschtisch,

Wanne und Dusche wurde bereits im letzten Jahr mit

dem iF Design Award 2025 ausgezeichnet. HANSA

bietet eine große Auswahl an Oberflächenvarianten

– von klassischem Chrom über Matt-Schwarz bis hin

zu Stahl gebürstet und Bronze gebürstet.

HANSA AUSTRIA GmbH

T +43 (0)662 433 100-0

office@hansa.at

www.hansa.at


www.architektur-online.com

79

Produkt News

Puristische Eleganz

Der schlanke Armaturenkörper aus hochwertigem Edelstahl der elektronischen

Standarmaturen der Linie F7 von KWC Professional überzeugt mit seinem

repräsentativen, architektonischen Design. Das fugenlos gearbeitete Gehäuse

mit gebürsteter Oberfläche ist besonders hygienisch und reinigungsfreundlich.

Die berührungslose Bedienung über den bündig im

Armaturengehäuse integrierten Opto-Sensor stellt

ein zusätzliches Hygieneplus dar. Gleichzeitig ermöglicht

die integrierte elektronische Steuerung

eine automatische Hygienespülung 24 Stunden nach

der letzten Benutzung und stellt damit die Trinkwasserhygiene

sicher. In Kombination mit dem C-Modul

und der dazugehörigen KWC Smart Connect App

kann die elektronische Armatureninnovation zudem

einfach parametriert werden.

Dank der beiden Baugrößen mit einer Höhe von 295

mm bzw. 165 mm, können F7 Armaturen sowohl auf

herkömmlichen Waschtischen mit Armaturenbohrung

als auch in Kombination mit Aufsatzwaschtischen

installiert werden. Beide Größenvarianten stehen

als Standbatterie mit komfortabler Mischfunktion

und als Standventil ohne Mischer zur Verfügung. Alle

Armaturenversionen sind für externen Batterie- und

Netzbetrieb geeignet und können mit Hilfe optionaler

Elektronikmodule in das Wassermanagementsystem

AQUA 3000 open integriert werden.

DELABIE GmbH

+49 (0)231 496634-0

www.delabie.de


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80

Produkt News

Stahl mit Charakter

Seit Anfang 2026 werden alle bisherigen Alape-Serien unter dem Markendach von

LAUFEN mit dem neuen Begriff VITREON Stahl geführt. Der Komplettbadhersteller

erweitert damit sein Angebot um Premium-Produkte aus glasiertem Stahl.

Die Integration dieses Materials erweitert den gestalterischen

Spielraum für Premium-Waschbereiche,

denn Waschtische aus dem dünnwandigen Material

verfeinern die Raumwirkung und optimieren das

Platzangebot. Somit stehen von LAUFEN vier Premium-Werkstoffe

für den Waschtisch zur Verfügung:

ikonische Saphirkeramik, klassische Keramik, charakterstarker

VITREON Stahl und flexibel einsetzbarer

Mineralguss.

Tiefes Anthrazit, dunkler Marmor und schwarze Armaturen

prägen eine ruhige, ausbalancierte Raumwirkung.

VITREON Stahl integriert sich harmonisch

in dieses Bild: als Oberfläche, die Licht präzise reflektiert

und klare Konturen betont. So fügt sich das

Material perfekt in den Kontext des LAUFEN Universums

ein und bietet in Kombination mit hochwertigen

Armaturen, Möbeln, Spiegeln sowie Accessoires

zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten.

LAUFEN Austria GmbH

T +43 (0)2746 6060-0

office@at.laufen.com

www.laufen.co.at


www.architektur-online.com

Progressiver Relaunch

Die Tiroler Badmöbel-Industriemanufaktur Conform

präsentiert einen progressiven, ganzheitlichen Relaunch

des Erfolgskonzepts Classic: Entstanden ist

mit Classic One eine universelle Möbelserie, die architektonisches

und funktionales Design mit einem Maximum

an Komfort, Großzügigkeit und Gestaltungsfreiheit

vereint. Der architektonische Grundgedanke

basiert dabei auf präzisen, rechteckigen Silhouetten

mit ausgewogenen Proportionen und zeigt Präsenz

mit markanter Geradlinigkeit. Das hochwertige Programm

umfasst drei Linien, die dasselbe Rasterkonzept

auszeichnet, sich jedoch in der Öffnungsvariante

und mit verschiedenen Griffen als markantem

Designmerkmal unterscheiden. Auch in der Auswahl

an Oberflächen, Farben und Dekoren ging man bei

der Entwicklung von Classic One progressive Wege.

30 verschiedene Unis und naturinspirierte Texturen

in sorgfältig entwickelten Nuancen können bei Korpus

und Fronten individuell kombiniert werden.

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com

81

Produkt News


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

Eleganter, architektonischer Akzent

Mit AXOR Incava, entworfen von Antonio Citterio, eröffnet AXOR ein neues Kapitel

des luxuriösen Badens: ein Duschbereich, der sich frei von sichtbarer Technik als Ort

der Stille, der Architektur und des modernen Rituals präsentiert. Dabei handelt es

sich um ein vollkommen integriertes Objekt, das Thermostat, Handbrause und Ablage

harmonisch vereint – und dabei nahezu vollständig in der Wand verschwindet.

Durch den Verzicht auf hervorstehende Teile verwandelt

es das Badezimmer von einem technischen

Raum in eine klare, integrierte Umgebung, in der das

Ritual des Badens in Dusche oder Badewanne zu

einer ruhigen Erfahrung wird. Die charakteristische

softsquare Rosette, die nur 11 Millimeter aus der

Wand hervortritt, rahmt eine makellos flache Frontfläche,

die bewusst in den Hintergrund tritt. Hier verschmelzen

Funktion und Form, wie etwa die bündig

integrierten Select-Tasten für präzise Thermostatsteuerung,

die zwei feingliedrigen Druckknöpfe mit

gerändelter Struktur, oder eine nahezu unsichtbare

1jet-Handbrause, die erst auf sanften Druck hervortritt.

Die Nische verfügt über eine dezente Entwässerung

und – auf Wunsch – über eine dimmbare Ambientebeleuchtung.

Rosette, Nischenrückwand und

Beschriftung lassen sich dabei in zahlreichen AXOR

FinishPlus Oberflächen gestalten und durch AXOR

Signature weiter personalisieren.

Hansgrohe Handelsges.m.b.H.

info@hansgrohe.at

www.hansgrohe.at

www.axor-design.at


www.architektur-online.com

83

Produkt News

Edle Oberflächen

elegantes Design

HEWI erweitert seine von Hadi Teherani entworfene

Designserie 270 um hochwertige Oberflächen. Der

charakteristische Türdrücker ist ab sofort in edlen

PVD-Beschichtungen erhältlich – in fünf matt geschliffenen

Farbvarianten für anspruchsvolle architektonische

Konzepte. PVD (Physical Vapour Deposition)

steht für ein präzises Beschichtungsverfahren im Vakuum,

das extrem robuste und langlebige Ergebnisse

liefert. Die metallisch schimmernden Oberflächen überzeugen

durch hohe Kratzfestigkeit, Reinigungsfreundlichkeit

und Korrosionsschutz. Gleichzeitig sorgen sie

für besondere Farbtiefe und elegante Haptik – ideal

für stark frequentierte Objektbereiche mit Designanspruch.

Angeboten wird das neue Oberflächenspektrum

in fünf abgestimmten Farben: Messing, Nickel,

Gold, Bronze und Kupfer. Das PVD-Finish ist sowohl für

die komplette Türdrücker-Serie 270, für die reduzierte

Designvariante mini der Serie 270 als auch für das Sanitärsystem

S 900 erhältlich.

HEWI Heinrich Wilke GmbH

T +49 (0)5691 82-0

info@hewi.com

www.hewi.com

BEI UNS GIBT ES

KEINE UNDICHTEN

STELLEN

Bei Aschl bekommst du lebenslänglich!

Jedes Produkt ist auf maximale

Lebensdauer ausgelegt.

Rechnen Sie mit dem Besten.

Die SPArin ® von ASCHL ® .

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architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Kompakte Wellnessidylle

Mit der TALO Außensauna bringt KLAFS – der Weltmarktführer für Sauna, Wellness

und Spa – wohltuende Wärme nach draußen: Die Sauna lässt sich stimmig

in die bestehende Gartengestaltung integrieren und überzeugt durch ihre klare

Formgebung und eine elegante Außenverkleidung aus schwarzer Douglasie in

unterschiedlichen Breiten.

Dank ihrer kompakten Größe fügt sie sich perfekt ins

Gesamtbild ein und wirkt aus der Vogelperspektive

wie ein natürlicher Teil des Gartens – so sehr, dass

kaum zu erahnen ist, welch luxuriöser Rückzugsort

hier geschaffen wurde. Im Inneren erwarten die Benutzer

hochwertige Hemlock-Paneele und Premium-Liegen

aus Abachi-Holz, die großzügigen Isolierglasfenster

eröffnen den Blick in die umliegende

Natur und lassen die Sauna zugleich offen und weit

wirken. Das integrierte Sanarium® bietet vielfältige

Wellnessoptionen und ermöglicht den Wechsel zwischen

finnischer Hitze und sanfter, feuchter Wärme.

Die kraftvolle 9 kW-Heizung, gesteuert über die moderne

KLAFS Steuerung 21033, sorgt zuverlässig für

das gewünschte Saunaklima und schafft eine durchgehend

angenehme Atmosphäre. Die Sunset „L“

Beleuchtung taucht den Raum in warmweißes Licht

und das Relax Audio-System sowie das integrierte

WLAN-Modul ermöglichen die individuelle Gestaltung

der Saunazeit.

Die TALO Außensauna wird komplett in der

KLAFS-Manufaktur vorgefertigt: Vor Ort sind keine

langwierigen Montagearbeiten erforderlich – die

Sauna wird lediglich auf einem vorbereiteten Fundament

platziert und verkabelt.

KLAFS GmbH

T+43 (0)5335 2330-0

info@klafs.at

www.klafs.at


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85

Produkt News

Sicher entwässert

Der neu geschaffene Spa-Bereich des Wellness- und

Naturhotel Tonihof in Langdorf im Bayerischen Wald

erstreckt sich über ca. 3.500 m 2 und umfasst sechs

Pools und sechs Saunen. Die zahlreichen Bademöglichkeiten

sind perfekt zum Planschen und Spielen in

einer sicheren Umgebung. Dafür sorgt die Entwässerungstechnik

von Aschl, die insgesamt in der Sauna,

im Schneeraum und im Schwimmbad installiert wurde.

In der Sauna gewährleistet die Badrinne SPArin, gefertigt

aus rostfreiem und chlorbeständigem Edelstahl

V4A, in der Kombination mit den Sanitärabläufen

SINKclear Midi eine schnelle Wasserabfuhr und

rutschfeste Böden. Auch im großzügigen Schwimmbad

wurde die Badrinne SPArin installiert.

Die Badrinne SPArin zeichnet sich dadurch aus,

dass sie nicht nur die Oberfläche, sondern dank der

Drainagelöcher auch die obere Dichtebene und die

Dünnbettabdichtung entwässert. Der umlaufende

Klebeflansch dichtet die obere Entwässerungsebene

optimal ab. Obwohl die Schlitzbreite der SPArin mit

nur acht Millimetern sehr schmal ist, verschwindet

Tropfwasser am Boden schnell und zuverlässig.

1A Edelstahl GmbH

T +43 (0)7247 8778-0

office@aschl-edelstahl.com

www.aschl-edelstahl.com

Solozip ®

Fassadenmarkise.

Eleganter, moderner

Sonnenschutz.

Smarter Sonnenschutz für

höchste architektonische

Ansprüche. Ideal für

Wohn- und Objektbau.

Grenzenlose Vielfalt durch

eine breite Auswahl an

Tüchern und Profilfarben.

Das ausgeklügelte Zip-

System ermöglicht die

Beschattung grosser

Flächen und bietet zuverlässigen

Schutz bei

Wind und Wetter.


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Ein Office mit Start-up-DNA

Für die Wiener Hans(wo)men Group übersetzte Blaha Office die Dynamik eines

Start-up-Investors in ein klar gegliedertes Raumkonzept. Auf kompakter Fläche

entstand eine Arbeitswelt, die Offenheit, Rückzug und Identität selbstverständlich

miteinander verbindet.

Fotos: MW-Architekturfotografie

Die Hans(wo)men Group steht für Investitionen

in innovative Geschäftsmodelle mit

Zukunft. Dieser Anspruch findet nun auch

im Büro räumlichen Ausdruck: in einem Office,

das klar strukturiert, durchdacht geplant

und gestalterisch markant ist.

Mit Blaha Office fand das Projekt dafür

einen Partner, der Bürogestaltung nicht

bei Möblierung enden lässt, sondern als

ganzheitliche Aufgabe versteht. Aus einer

sanierten Erdgeschossfläche wurde so ein

präzise komponiertes Office, in dem Arbeitsplätze,

Besprechungsraum, Lounge

sowie Küchen- und Bistrobereich nahtlos

ineinandergreifen und dennoch klar strukturiert

bleiben.

selbstverständlich ineinander, dass ein Büro

entstanden ist, das den Arbeitsalltag nicht

dominiert, sondern unterstützt. Für Konzentration,

Austausch und alles dazwischen.

Blaha Office

T +43 (0)2262 72505

blaha@blaha.co.at

@blahaoffice

www.blaha.co.at

Seine Qualität entfaltet das Projekt vor allem

dort, wo Standardlösungen nicht ausreichen.

Maßgefertigte Einbauten, eine

integrierte Medienwand als kommunikatives

Zentrum und eine nahezu unsichtbare

Tapetentür als Zugang zum Stauraum zeigen,

wie aus funktionalen Anforderungen

architektonische Momente werden können.

Dabei wirkt nichts beliebig, nichts rein dekorativ.

Vielmehr greifen Materialien, Farben,

Akustik, Technik und Möblierung so


www.architektur-online.com

87

Produkt News

Brand of lasselsbergergroup

formats

60×120

60×60

30×60

Schlank. Smart. Zentral.

Als intelligente Schaltzentrale des Hauses

sind die neuen Vimar Touch View weit

mehr als nur einfache Displays. Dank einer

intuitiven Benutzeroberfläche garantieren

sie die komplette Überwachung der

Systeme: vom Smart Home View Wireless

bis zum Hausleitsystem By-me Plus, mit

Integration der Elvox Videosprechanlagen,

Einbruchssicherung By-alarm Plus

und Videoüberwachung Elvox CCTV.

Hieraus resultiert eine unmittelbare und

natürliche Kontrolle von Lichtern, Vorhängen

und Rollläden, Klima, Stromverbrauch,

Alarm und Kameras. Ein einziger

Schaltpunkt mit intuitivem Layout, übersichtlichen

und gepflegten Widgets, die

jede alltägliche Geste vereinfachen.

In zwei Formaten mit 7“- und 10“-Display

erhältlich, zeichnen sie sich durch ihr ultraflaches

Design – nur 8,5 mm – und die

Personalisierungsmöglichkeit des Frontrahmens

für eine perfekte Abstimmung

mit jedem Ambiente aus. Im neuen Touch

View reaktiviert der Näherungssensor

das Display und wechselt vom Energiesparmodus

in einen Betriebsmodus, in

dem die Seite der Favoriten mit den vom

Benutzer am häufigsten verwendeten

Funktionen angezeigt wird. Darüber hinaus

passen Näherungs- und Helligkeitssensoren

das Display automatisch an und

integrieren eine Benachrichtigungs-LED,

deren Farbe sich je nach Ereignis ändert:

Einbruchsalarm, technischer Alarm, Lasttrennung

oder verpasster Videoruf. Eine

fortschrittliche Technologie, die Ästhetik,

Funktionalität und Sicherheit kombiniert

und für ein wirklich intelligentes

Zuhause sorgt.

Vimar Austria GmbH

+43 512 393950

officeat@vimar.com

www.vimar.com

surfaces

serie

60×120×2

60×60×2

colors

day

night

sunrise

twillight

R10/B R11/B R11/C

core

When nature meets

architectural precision.

Your vision, our design.

r a k o . e u


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich ein großzügiger Gemeinschaftsbereich

mit offener Küche, Ess- und Wohnzimmer. Der Zugang in den Garten erfolgt

ebenerdig. Genauso wie in fast allen anderen Bereichen des Hauses wurde

hier Klötzli-Parkett in Eiche Natur von Bauwerk Parkett verlegt.

Ein Stück

Stabilität

Im Rahmen seiner Spendenaktion „Parkettzauber“

stattet Bauwerk Parkett ein Wohnhaus des

SOS-Kinderdorf e.V. Düsseldorf (D) mit Klötzli -

Parkettböden aus.

Seit 2009 gibt es in Düsseldorf Einrichtungen des

SOS-Kinderdorf e.V und erst kürzlich wurden die

Baumaßnahmen in einem neuen Wohnhaus für stationäres

Wohnen abgeschlossen. Es wurde vollumfänglich

saniert, modernisiert und umgebaut. Finanziert

werden die Einrichtungen des SOS-Kinderdorf

e.V. zum Teil durch öffentliche Gelder, ein erheblicher

Teil aber auch durch Spenden.

Bauwerk Parkett hat die Einreichung des Projekts

beim Parkettzauber 2025 deswegen mit einer grosszügigen

Spende bedacht: Rund 170 Quadratmeter

parallel verlegtes Klötzli-Parkett aus 100% FSC® zertifizierter

Eiche bilden nun die wohnliche Wohlfühlbasis

in allen Räumen des Hauses – mit Ausnahme

der Bäder. Das Klebeparkett im Industrie-Look ist besonders

zeitlos, hoch strapazierfähig und langlebig.

Bauwerk Group Österreich GmbH

T +43 (0)662 873 871 0

salzburg@bauwerk.com

www.bauwerk-parkett.com

Auch in den Fluren und den Kinderzimmern

im Obergeschoss strahlt der neue Boden

Wärme und Behaglichkeit aus.


www.architektur-online.com

Designkompetenz mit

funktionaler Vielfalt

Mit der neuen Creation Kollektion bietet Gerflor eine

neue Generation elastischer LVT-Designbeläge, die

durch vielfältige Designoptionen, ultrarealistische

Oberflächen und ein zukunftsorientiertes Materialkonzept

überzeugt. Die Kollektion umfasst Dryback-,

Clic- und die neue Clic Acoustic-Ausführung mit integriertem

Akustikrücken. Sie reduziert den Trittschall

um bis zu 19 dB und eignet sich damit ideal für Wohnräume,

Büros sowie Bildungs- und Gesundheitsbauten.

Je nach Einsatzgebiet stehen Nutzschichten von

0,3 mm bis 0,55 mm, für besonders stark frequentierte

Bereiche zusätzlich eine 0,7-mm-Variante, zur

Verfügung. Mit 85 Farben bietet Creation ein besonders

breit gefächertes Designspektrum. Alle Dekore

basieren auf natürlichen Materialien wie Holz, Stein

oder Textil und überzeugen durch authentische

Oberflächenprägungen.

Gerflor GmbH

austria@gerflor.com

www.gerflor.at

89

Produkt News

www.isover.at

DIE

NEUE

WOLLE

- der Wandel in deinen Händen.

Gut für die Umwelt, gut für Sie.

Die fühlbar angenehme Glaswolle

mit gewohnt starker Performance.


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Fotos: Heidemarie Pleschko

Traditionelle Anklänge

mit moderner Architektur

In direkter Nachbarschaft zu einem 450 Jahre alten Bauernhaus entstand

nach Entwürfen der Hofmann Architektur ZT GmbH ein Neubau, der beide

Gebäude harmonisch miteinander wirken lässt. Das langgestreckte Gebäude

mit seiner Holzfassade bewahrt den typischen Scheunen-Charakter, überzeugt

aber in seiner klaren Formensprache und mit modernen Elementen.

Die schwarze, bündige Haustüre in Kombination mit

der Holzverschalung in warmen Grautönen verleiht

dem Eingangsbereich eine ruhige, zeitlose Ausstrahlung.

Auch die Inneneinrichtung (Innenarchitektur:

Sendlhofer Handwerk + Design) folgt einem reduzierten,

modernen Stil, der sich auf klare Linien und

natürliche Materialien konzentriert. Türen, Möbel

und Böden greifen die dunklen, eleganten Holzoberflächen

auf, während Betonoptik und Designleuchten

für einen urbanen Kontrast sorgen. Bündige Innentüren

in dunklem Holz setzen die reduzierte Linienführung

konsequent fort und schaffen eine elegante

Verbindung zwischen den Räumen. Besonders

markant sind dabei die großzügigen Glasflächen,

die das Gebäude durchziehen. Sie bringen viel Licht

in die Räume und lassen das Innere mit der Natur

verschmelzen. Die bei diesem Projekt eingesetzten

schlanken Fenstersysteme sowie Innen- und Haustüren

von Josko unterstützen das Designkonzept

dabei stimmig.

Josko Fenster & Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.com


www.architektur-online.com

91

Produkt News

Wohnqualität neu gedacht

Hochwertige Dachfensterlösungen ermöglichen es, Dachräume neu zu definieren

und den Wohnkomfort nachhaltig zu steigern. Die Klapp-Schwingfenster von

Fakro bieten dabei durch die Kombination aus Klapp- und Schwingfunktion einen

erweiterten Nutzungskomfort: Die Klappfunktion ermöglicht einen freien Ausblick

bei großzügiger Öffnung, während die Schwingfunktion eine einfache Bedienung

sowie komfortable Reinigung durch Drehung des Flügels um 180° erlaubt. Dadurch

entstehen helle, gut belüftete Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Auch aus planerischer Sicht bieten die modernen

Dachfensterlösungen des Herstellers relevante

technische Vorteile. Energieeffiziente Verglasungspakete

mit sehr guten Wärmedämmwerten von bis

zu Uw = 0,95 W/m²K (in Verbindung mit einem wärmegedämmten

Eindeckrahmen) unterstützen nachhaltige

Gebäudekonzepte. Hochwertige Holzrahmen

aus vakuumimprägniertem Kiefernholz, verbesserte

Dichtheit sowie thermoPro-Technologie tragen

zusätzlich zu Energieeffizienz, Langlebigkeit und

Montagequalität bei. Damit entstehen in Einfamilienhäusern

und modernen Wohnbauten Dachräume,

die funktional überzeugen und gleichzeitig architektonische

Qualität, Energieeffizienz und langfristigen

Wohnkomfort verbinden.

FAKRO Dachflächenfenster GmbH

T +43 (0)2576 307 00-0

office@fakro.at

www.fakro.at


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Mehr Gemeinschaft wagen

Seit 2006 entsteht an der westlichen Peripherie Münchens der neue Stadtteil

Freiham. Etwa ein Drittel der 350 Hektar großen Baufläche wurde an Wohnbaugenossenschaften

vergeben. Eines dieser Projekte ist wagnisWEST, bei dem die

künftigen Mieter selbst entscheiden durften, mit welchem Architekturbüro sie

bauen möchten: Das Wiener Büro AllesWirdGut überzeugte mit einem städtebaulichen

und architektonischen Konzept, das unterschiedliche Intensitäten des

Zusammenlebens ermöglicht.

Fotos: Jens Weber / connolly weber photography

Die insgesamt 134 barrierefreien Wohnungen, die

sich auf alle Häuser verteilen, sind zwischen 26 und

130 Quadratmeter groß. Zugunsten gemeinschaftlicher

Flächen wurden die privaten Wohnbereiche

bewusst kompakt gehalten und die meisten Wohnungen

verfügen aus wirtschaftlichen Gründen über

keine eigene Balkonfläche. Als Ausgleich sind in den

Wohnbereichen raumhohe Glas-Faltwände verbaut:

Diese lassen sich vollständig öffnen, wobei die offenen

Glaspakete nur wenig Raum beanspruchen.

So entstand eine transparente Lösung, die sich harmonisch

in die Holzfassade einfügt. Die dreiteiligen

Glas-Faltwand-Anlagen öffnen die Außenfassaden

auf rund sieben Quadratmetern und schaffen einen

fließenden Übergang zwischen Innen und Außen.

Die Wahl fielt dabei auf das System Woodline von

Solarlux mit Profilen aus Kiefernholz.

Solarlux Austria GmbH

T +43 (0)512 209023

info.at@solarlux.com

www.solarlux.com

Showroom Wien

Grundsteingasse 60

1160 Wien

T +43 (0)140 29631


www.architektur-online.com

Zusätzliche Gestaltungsoption

Das Türsystem heroal D 72 PF EM bietet mit diversen Türflügelvarianten

ein breites Spektrum, das nun um eine neue,

identisch zu verarbeitende Ausführung erweitert wurde. Ab

sofort ist eine Variante mit außen flächenbündiger Optik zwischen

Türrahmen und -flügel verfügbar, bei der die umlaufende

Schattenfuge sichtbar ist. Für die Innenseite haben Kunden

weiterhin die Wahl zwischen einer flächenbündigen und

einer aufschlagenden Variante. Auch die Fertigung der neuen

Designvariante basiert auf dem Konzept der reversiblen

Füllungsbefestigung mit umlaufendem Klipsprofil und greift

auf vorhandene Komponenten und Zubehörteile aus dem

heroal D 72 PF EM Portfolio zurück. Der Verarbeiter kann die

Tür somit wie gewohnt fertigen und erst bei Bestellung der

Türfüllung entscheiden, ob die Tür außen flächenversetzt

oder flächenbündig ausgeführt werden soll.

heroal – Johann Henkenjohann

GmbH & Co. KG

T +49 (0)5246 507-0

info@heroal.de

www.heroal.de/architekten

93

Sto Scan2Plan.

Die Zukunft

der Fassadensanierung.

Produkt News

Mit Sto Scan2Plan erhalten Sie ein

komplettes Rundum-Paket für die

digitale Gebäudevermessung. Von

der exakten 3D-Laserscan-Erfassung

über die digitale Mengenermittlung

bis hin zum individuellen Designkonzept

– für eine effiziente, sichere und perfekt

geplante Sanierung.

Alles aus einer Hand.

Für weiter Informationen, den

QR-Code mit der Fotofunktion

Ihres Handys scannen!


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Präzision in Glas und Stahl

Nach rund sechs Jahren Bauzeit hat der WaltherPark im Herzen von Bozen Ende

2025 seine Pforten geöffnet. Das Projekt trägt die klare Formensprache von David

Chipperfield und setzt mit seiner markanten Glasfassade sowie den lichtdurchfluteten

Innenräumen ein starkes architektonisches Zeichen.

Fotos: Lorenzo Bartoli, courtesy of Saint-Gobain Italia

Um in dieser Größenordnung ein Maximum an Tageslicht

ins Innere zu bringen, war eine präzise geplante

und ebenso sorgfältig ausgeführte Gebäudehülle

entscheidend. Gefragt waren technische Genauigkeit,

gestalterische Klarheit und höchste Sorgfalt im

Detail. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die

Stahlbau- und Fassadenspezialisten von PICHLER

projects, die insgesamt 18.600 Quadratmeter Glasund

Metallfassaden realisierten. Ergänzt wurde das

Leistungsspektrum durch Stahl-Glas-Dachkonstruktionen,

Oberlichtverglasungen, Balkontrennwände

aus Glas sowie Balkongeländer und Absturzsicherungen

aus Stahl. Auch das Thema Nachhaltigkeit

wurde konsequent mitgedacht – sichtbar in den

Zertifizierungen LEED Gold, CasaClima A Nature und

KlimaHotel, die den WaltherPark als beispielgebendes

Projekt moderner und nachhaltiger Stadtentwicklung

ausweisen.

PICHLER projects

info@pichler.pro

www.pichler.pro


www.architektur-online.com

95

Produkt News

Rahmenlose

Transparenz

Präzise Glasverschattung

Die Verschattung großer horizontaler oder geneigter Glasflächen

stellt eine besondere planerische und technische

Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund präsentiert

Warema mit der Climara W25 eine neue Generation von Aufglas-

bzw. Wintergarten-Markisen. Das System wurde speziell

für die textile Verschattung von Terrassendächern, Panoramafenstern

und Dachflächenfenstern entwickelt und verbindet

ein klares architektonisches Design mit einer weiterentwickelten

Tuchführung auf Basis der neuen NexDrive Technologie:

Sie basiert auf der bewährten easyZip-Mechanik und führt

das Tuch mit klarer Linienführung präzise in den Führungsschienen.

Dadurch entsteht kein Lichtspalt zwischen Behang

und Schiene, während gleichzeitig die Anforderungen an hohe

Windbeständigkeit erfüllt werden. Die seitlich geführte Antriebsmechanik

sorgt auch bei großen Breiten für eine stabile,

straffe Tuchlage. Das intelligente Gegenzugprinzip der neuen

Climara steht über lange Zeit für eine gute Tuchspannung und

zuverlässige Technik – optisch wie funktional.

WAREMA Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at

Schiebefenster cero III frameless

· Radikale Reduktion mit Patent: Horizontale

Flügelrahmenprofile sind vollständig eingelassen

· Größendimensionen bis 6,5 m Höhe bzw.

5 m Breite, max. Flügelgröße 15 m 2

· Bewegliches Glas in Reinform für kompromisslose

Ästhetik

solarlux.com


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Neue Standards für Gebäudehüllen

Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren stehen vor umfassenden Sanierungsaufgaben:

Steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Brandschutz und

Nachhaltigkeit machen moderne Fassaden- und Dachsysteme unverzichtbar.

DOMICO zeigt, wie energetische Sanierung heute

funktioniert – technisch ausgereift, gestalterisch

flexibel und ökologisch nachhaltig: Vorgehängte

hinterlüftete Fassaden des heimischen Familienunternehmens

reduzieren Wärmeverluste, verbessern

Schallschutz und Brandschutz und werten die Gebäudehülle

optisch auf – mit nachhaltigen, nicht brennbaren

Materialien, die höchste Standards erfüllen.

Ob klare Linien, markante Akzente oder großflächige

Fassaden – die Systeme bieten Raum für kreative

Lösungen und die Integration moderner Technologien

direkt in die Gebäudehülle, wie etwa PV-Fassaden

(DOMICO Planum®Solar) oder begrünte Dach- und

Fassadenflächen (Planum®LivingGreen). Und der Metallleichtbau

von DOMICO ist schadstofffrei, langlebig

und zu 100% recyclingfähig. Im Sinne des Zirkularitätsgedankens

„Reduce – Reuse – Recycle“ setzt der

Hersteller auf Konstruktionen ohne Verbundstoffe.

DOMICO Dach-, Wandund

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at

© nps tchoban vos Berlin


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97

Produkt News

© Markus Kaiser

Mikrofreiräume für ein modernes Stadtbild

Entlang der Argentinierstraße in Wien laden Mikrofreiräume und Plätze in Kreuzungsbereichen

zum Verweilen ein. Ihre Pflasterung – ausgeführt mit Produkten

von Friedl Steinwerke und gestaltet dem Entwurf von Karl Grimm Landschaftsarchitekten

– macht dem Straßennamen alle Ehre und diese Zonen klar erkennbar:

Denn das Verlegemuster ist an argentinische Textilmuster angelehnt, das je nach

verfügbarem Platz, große oder kleine Rauten zeigt.

Bei der Farbgestaltung der 30 x 20 cm großen Pflastersteine

entschieden sich dKarl Grimm für einen hellen

sandfarbigen Grundfarbton, die Rauten wurden

mit rötlichen Pflastersteinen ausgeführt. Die Farben

entwickelte der Pflaster-Hersteller ganz nach den

Vorstellungen der Landschaftsarchitekten: Die Farbgebung

der Flächen harmoniert mit den historischen

Fassaden entlang der Straße und passt ebenso zum

Rotton der neuen Fahrradstraße. Die gestalteten, gepflasterten

Aufenthaltszonen mit Sitzmöglichkeiten,

Begrünung, Beschattungs-, Kühl- und Spielelementen

steigern die Aufenthaltsqualität, sorgen für ein

modernes Stadtbild und unterstützen urbane Klimaanpassungsmaßnahmen.

Friedl Steinwerke GmbH

T +43 2618 3208-0

weppersdorf@steinwerke.at

www.steinwerke.at

© Markus Kaiser © Romana Graf, Karl Grimm Landschaftsarchitekten


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

Keramischer Akzent

Im Mannheimer Spinelli Wohnen.Park.Quartier formuliert das Wiener Architekturbüro

AllesWirdGut ein Ensemble aus charakterstarken Einzelhäusern, das Vielfalt

nicht nur zulässt, sondern sichtbar macht. Als Teil davon setzt der sogenannte

„schmale Hans“ über Farbe, Maßstab und Materialität einen prägnanten Akzent:

Die Fassade des schlanken Baukörpers ist dabei mit blau-grün glasierten Klinker-Riemchen

von GIMA ausgeführt.

Fotos: David Matthiessen

Der Farbton wurde in enger Abstimmung mit den

Architekten definiert und auf die weiteren Farben

des Ensembles abgestimmt. Charakteristisch ist die

lebendige Oberflächenwirkung, die aus der nicht

vollflächig deckenden Glasur resultiert: Der gelbliche

Keramikscherben scheint partiell durch die

blau-grüne Glasur hindurch und verleiht der Farbe

zusätzliche Tiefe. Je nach Lichteinfall verdichtet

sich das Farbbild oder öffnet sich zu einem subtilen

Spiel keramischer Reflexionen, das der Fassade Lebendigkeit

und Nuancierung gibt. Verwendet wurden

überwiegend quadratische Klinker-Riemchen im Format

200 x 15 x 200 mm, ergänzt durch 200 x 15 x 95

mm für Abschlüsse und Übergänge. Die Fassade wird

dabei von der kachelartigen Ordnung der quadratischen

Elemente geprägt, die den klassischen Klinker

bewusst aus seinem gewohnten Verband löst und

ihn in eine neue, zeitgenössische Tektonik überführt.

So wird der Klinker nicht als historisches Zitat eingesetzt,

sondern als aktives Gestaltungsmittel einer

urbanen Architektursprache.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

www.gima-ziegel.de


www.architektur-online.com

99

Produkt News

Zip-Screens

Fenster

Fotos: Radek Úlehla

Schiebetüren

Kulinarischer Hochgenuss

Brandschutz

Raffstore

Im Prager Stadtteil Dejvice entstand nach

Plänen der Architekten David Neuhäusl

und Matěj Hunal ein kulinarischer Ort,

der internationale Fischküche und anspruchsvolles

Design vereint. Eine Besonderheit

des Interieurs ist eine namentliche

sowie gestalterische Verknüpfung:

Der Restaurantname „Rakin“ steht für

einen kleinen Flusskrebs (tschechisch:

„Rak“). Dies inspirierte die Architekten

zur Zusammenarbeit mit dem tschechischen

Fliesenspezialisten RAKO, dessen

Wurzeln in der Stadt Rakovník liegen – einer

Stadt, die ihren Namen ebenfalls dem

dort heimischen Flusskrebs verdankt und

ihn sogar im Stadtwappen trägt. Für die

Gestaltung der Wandmotive und Oberflächen

wurden spezifische Keramikfliesen

verwendet, um die Vision von Transparenz

und Minimalismus umzusetzen. Zum

Einsatz kam hier die RAKO-Serie Color

Two in einer matten Oberfläche und den

Formaten 10 x 10 und 20 x 20 cm für die

gerasterten Mosaike. Hinzu kamen für

die maßgefertigten Bänke und Sockel

Color Two-Fliesen im Format 10 x 10 cm

in Dunkelgrau.

LASSELSBERGER, s.r.o.

info@rako.eu

www.rako.eu

Fassade

Türen

Systemlösungen

für architektonische

Freiheit.

Mit dem heroal Aluminium-

Systembaukasten lassen sich

individuelle Anforderungen

präzise, effizient und nachhaltig

umsetzen. Entdecken Sie perfekt

abgestimmte Systeme für

Fenster, Türen, Fassaden und

Sonnenschutz – aus einer Hand.

+ Modularer Systembaukasten für

maximale Gestaltungsfreiheit

+ Sonderlösungen und

branchenführende Oberflächen

+ Umfassender Service von

Planung bis Ausführung

Rollläden | Sonnenschutz | Rolltore

Fenster | Türen | Fassaden

heroal.de/architekten/objekt


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Digital. Präzise. Individuell.

Für die energetische Sanierung historischer Bausubstanz fehlen oftmals die notwendigen

Planungsunterlagen und ein händisches Aufmaß ist aufgrund der Größe

oder Komplexität der Objekte nicht praktikabel. Für die Lösung dieser Herausforderungen

setzt der Fassadenspezialist Sto mit modernen 3D-Laserscannern an,

die mit LiDAR („Light imaging, detection and ranging“) -Technologie arbeiten.

Mit Sto Scan2Plan können selbst komplexe

Gebäudehüllen schnell und genau erfasst

werden: Durch das Aussenden von

Laserstrahlen wird die gesamte Umgebung

abgetastet und Millionen von Messpunkten

generiert, die in einer 3D-Punktwolke

zusammengefasst werden. Dabei werden

sämtliche Details des Gebäudes millimetergenau

erfasst. Aus den Rohdaten lassen

sich detailgenaue 2D-Fassadenansichten

und 3D-Modelle der Bestandsfassade erzeugen,

die als Grundlage für die weitere

Planung dienen. Darauf basierend lassen

sich Modelle entwickeln, die als Planungsund

Diskussionsgrundlage mit Behörden

und anderen Beteiligten dienen. Sobald alle

notwendigen Abstimmungen getroffen sind,

folgt die Detailplanung und die Auswahl der

passenden Fassadendämmsysteme, die

sowohl ökologische als auch ökonomische

Anforderungen sowie Brandschutzaspekte

berücksichtigen. Die präzise Flächenermittlung

bietet zudem eine verlässliche Kalkulationsgrundlagen

und schafft Planungssicherheit.

Innerhalb kurzer Zeit können so

ganze Wohnquartiere digital vermessen

werden, was eine deutliche Zeit und Kostenersparnis

im Vergleich zu herkömmlichen

Methoden darstellt.

Sto Ges.m.b.H.

T +43 (0)4242 33 133-0

info.at@sto.com

www.sto.at


www.architektur-online.com

Für Laborwelten

der Zukunft

Im März 2026 war Fundermax Gastgeber

der ersten Lab Academy in Wiener Neudorf

in Niederösterreich. Mit dem neuen Format

initiierte das Unternehmen gemeinsam mit

Partnern eine branchenübergreifende Plattform

für Wissenstransfer, fachlichen Austausch

und Vernetzung rund um Labore für

Expert:innen aus Industrie, Forschung, Planung,

Universitäten und öffentlicher Hand.

Mit asecos (Hersteller hochisolierter Sicherheitsschränke

und beweglicher Lagerräume),

bimos (Produzent von Industrie und

Laborstühlen) und BROEN-LAB (Hersteller

von Notduschsystemen und Laborarmaturen)

setzte Fundermax damit ein Format

um, das Fachwissen, Praxiserfahrungen und

vielfältige Anforderungen an Laborbau und

-betrieb bündelt. Auf der Agenda standen im

März Themen wie Künstliche Intelligenz und

Automatisierung im Labor, Sicherheit und

rechtliche Vorgaben sowie flexible, nachhaltige

Laborarchitektur. Weitere Impulse

kamen etwa zur Campusentwicklung am

Institute of Science and Technology Austria

(ISTA) in Klosterneuburg bei Wien, zum Med

Uni Campus Graz und zum Takeda „Labor

der Zukunft“ in Wien Aspern Seestadt. Eine

Fortsetzung des Wissens transfers an wechselnden

Standorten der Partnerunternehmen

ist angedacht.

FunderMax GmbH

T +43 (0)5 9494-0

www.fundermax.at

office@fundermax.at

101

Produkt News

Modellbasiertes Ausschreiben und Abrechnen

Mit dem Jahresrelease ABK 8.7a präsentiert

ABK viele Neuerungen, wie etwa die

Einarbeitung der aktuellen Standardisierten

Leistungsbeschreibungen Hochbau

023 und Haustechnik 014. Im Mittelpunkt

steht jedoch die verbesserte und deutlich

erweiterte Bauabrechnung auf IFC-Basis.

Damit führt ABK zentrale Prozesse für die

Bereiche Rechnungswesen, Ausschreibung

und Abrechnung nahtlos zusammen und

macht modellbasiertes Arbeiten so einfach

und zuverlässig wie nie zuvor.

Mengen aus IFC-Modellen werden in ABK

den korrekten Positionen für die Ausschreibung

und Abrechnung zugeordnet.

Der wesentliche Vorteil: Die Mengen aus

der IFC-Datei werden ohne AVA-Elementmethode

direkt übernommen. Damit wird

der gesamte Workflow vom 3D-Modell zur

Position erheblich gestrafft. Im ABK-Leistungsverzeichnis

steht für die Erstellung

neuer Ausschreibungen nun ein integrierter

BIM-Viewer zur Verfügung. Dieser erlaubt

erstmals die direkte Auswahl und Verknüpfung

von IFC-Daten zu Positionen innerhalb

der gewohnten ABK-Umgebung. Mit ABK

8.7a rückt die modellbasierte Arbeitsweise

noch näher an den realen Projektalltag.

ib-data GmbH | ABK Bausoftware

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at


architektur FACHMAGAZIN

Optimiert für Cloud

und Netzwerkumgebungen

Die Dateiarchitektur von ABiS AVA baut direkt auf das

Windows-Dateisystem auf. Sollen mehrere Benutzer

am gleichen Datenstamm arbeiten, ist man also flexibel,

ob man das mittels eines internen Netzlaufwerks

oder eines Cloudanbieters löst. Zudem haben die Benutzer

die Kontrolle, welche ihrer Daten in die Cloud

kommen, und welche lokal verbleiben. Die Steuerung

der Zugriffsrechte erfolgt unmittelbar über die Rechteverwaltung

des Betriebssystems oder des jeweiligen

Cloud-Anbieters. Werden etwa Schreibrechte

verwehrt, deaktiviert das Programm entsprechende

Editier- und Speicherschaltflächen. Daten wie Stammtexte,

Preise oder Baukostenindices werden dabei getrennt

betrachtet. Das Lizenzmodell basiert auf dem

Prinzip der Gleichzeitigkeit (Concurrent-User-Modell).

Alle Lizenzen sind als Flex-Lizenzen konzipiert, was

eine Installation an beliebig vielen Arbeitsplätzen ermöglicht.

Eine Lizenz wird nur während der aktiven

Nutzung für das jeweilige Hauptmodul belegt. Bei hohen

Auslastungen können Zusatzlizenzen monatsweise

erworben und zurückgegeben werden.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis.at

102

Produkt News

Bürosteuerung

neu gedacht

untermStrich

Software GmbH

T +43 (0)3862 58106

office@untermstrich.com

www.untermstrich.com

Wer in einem Architektur- oder Ingenieurbüro arbeitet,

kennt das Problem: Projektdaten liegen in einem

System, Zeiterfassung in einem anderen, Honorarabrechnungen

irgendwo dazwischen. Der Überblick

kostet Zeit – und fehlt oft genau dann, wenn Entscheidungen

gefragt sind. Genau an diesem Punkt

setzt das neue untermStrich ONE an. Die grundlegend

überarbeitete Software-Generation bringt Projektmanagement,

Zeiterfassung und kaufmännische Steuerung

in einer durchgängigen Datenbasis zusammen.

Die neue Benutzeroberfläche setzt auf Klarheit durch

Design: mehr grafische Orientierung, eine modernere

Bedienlogik und Workflows, die der tatsächlichen Arbeitsweise

im Planungsbüro folgen. Hinzu kommen ein

erweitertes Stundenmodul, das Arbeitszeiten inklusive

Pausen auch getrennt von Projektzeiten erfasst,

sowie ein gestärktes Mahnungswesen mit integrierter

Erstellung und Versand. Der bewährte Funktionsumfang

– von HOAI-Abrechnung und E-Rechnung bis zu

Ressourcenplanung und Auswertungen – bleibt vollständig

erhalten.


www.architektur-online.com

Mehr Klarheit, mehr Tempo

103

Produkt News

Wie Künstliche Intelligenz Prozesse, Entscheidungen

und Zusammenarbeit verändert,

erläutert Stefan Kaufmann, Product

Manager Innovation and AI bei ALLPLAN:

Künstliche Intelligenz ist inzwischen in vielen

Büros angekommen. Sie unterstützt bei

Routineaufgaben, bei der Auswertung von

Daten oder bei ersten Entwurfsschritten.

Der eigentliche Mehrwert liegt darin, Zeit

zurückzugewinnen: Tätigkeiten, die früher

sehr aufwendig waren, lassen sich heute

deutlich schneller erledigen. Gleichzeitig

sehen wir, dass KI besonders in frühen

Projektphasen an Bedeutung gewinnt. Entwurfsideen

können schneller visualisiert,

Varianten leichter verglichen und Entscheidungen

fundierter vorbereitet werden. Das

verändert die Arbeitsweise spürbar, ohne

die planerische Verantwortung zu ersetzen.

Das Spannende ist die Integration in bestehende

BIM-Workflows. KI wird zunehmend

Teil der Modellierung, der Auswertung und

auch der Qualitätssicherung. KI-Anwendungen

helfen beispielsweise bei der Generierung

von Modellen, bei ersten technischen

Bewertungen oder bei der Prüfung von Vorgaben

und Standards. Perspektivisch geht

es noch weiter. Systeme werden Planungsziele

besser verstehen und aktiv Vorschläge

machen können – etwa im Hinblick auf Kosten,

Materialeinsatz oder Produzierbarkeit.

Wir stehen hier noch am Anfang, aber die

Richtung ist klar: KI entwickelt sich vom unterstützenden

Tool zu einem zentralen Bestandteil

des digitalen Planungsprozesses.

KI wird zunehmend in Modellierungs- und

Konstruktionsprozesse integriert und unterstützt

den Planungsalltag ganz konkret.

Wiederkehrende Aufgaben lassen sich bereits

heute schnell automatisieren, Modelle

konsistent aufbauen und Änderungen besser

nachvollziehen. Gleichzeitig macht KI

projektweit vorhandenes Fachwissen leichter

zugänglich. Das reduziert Abstimmungsaufwände

und hilft, typische Fehlerquellen

frühzeitig zu vermeiden. Mit zunehmender

Verbreitung entwickelt sich KI Schritt für

Schritt vom unterstützenden Werkzeug zu

einem festen Bestandteil der Planung. Sie

beschleunigt Prozesse und trägt dazu bei,

fundiertere Entscheidungen früher zu treffen.

Gleichzeitig bleiben Themen wie Datenqualität,

Transparenz und Urheberrechte

zentral. Viele Büros setzen sich aktuell intensiv

damit auseinander – und genau hier

zeigt sich: Wer früh beginnt, Strukturen und

Know-how aufzubauen und auf verlässliche

Partner zu setzen, verschafft sich langfristig

einen Vorteil im Planungsalltag.

ALLPLAN Österreich GmbH

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Großes Potenzial im urbanen

Bestand

Ein erheblicher Teil des urbanen Gebäudebestands bietet ungenutztes Potenzial für

Dachsanierungen. Moderne Dachfensterlösungen schaffen mehr Tageslicht, verbessern die

Energieeffizienz und ermöglichen nachhaltige Wohnqualität im bestehenden Stadtgefüge.


architektur FACHMAGAZIN

104

edv

DigitalBAU 2026

IT-News und Trends im Überblick

Die Bausoftware-Fachmesse DigitalBAU 2026, die vom 24. bis 26. Februar

zum vierten Mal in Köln stattfand, war wieder ein Branchentreffpunkt für das

digitale Planen, Bauen und Betreiben. Die wichtigsten Neuerungen, Themen

und Trends im Überblick.

Text: Marian Behaneck

Etwa 300 Aussteller haben vom 24. bis 26.

Februar den insgesamt rund 11.000 Besuchern

Innovationen und Lösungen rund um

die Leitthemen Kreislaufwirtschaft, Bauprozessoptimierung,

KI und Bestandserfassung

vorgestellt. Nahezu jeder Aussteller hat auf

das Marketing-Zugpferd „Künstliche Intelligenz“

gesetzt und mehr oder weniger

„smarte“ Lösungen präsentiert. Dass die KI

das Potenzial hat, die Digitalisierung am Bau

weiter voranzutreiben, haben insbesondere

rund 60 Startup-Unternehmen gezeigt und

in einem separaten Messebereich vorwiegend

KI-basierende neue Lösungen rund

um das Planen, Bauen und Betreiben vorgestellt.

In vielen Vorträgen und Foren-Diskussionen

wurde aber auch auf eine Kehrseite

hingewiesen: es wächst die Sorge um die

Datenhoheit und die Sicherheit sensibler

Projekte. Ein Gesprächsthema waren auch

wieder Firmen-Zusammenschlüsse – wie die

neu gegründete Orca Group, die acht etablierte

Software-Unternehmen unter einem

Dach vereint. Die nächste DigitalBAU-Messe

findet von 21. bis 23. März 2028 in Köln statt.

Bausoftware-Neuerungen werden davor beispielsweise

auch auf den Messen BIM World

in München (24. bis 25.11.2026) oder BAU

in München (11. bis 15.01.2027) präsentiert

(www.digital-bau.com, www.bim-world.de,

www.bau-muenchen.com).

CAD, BIM und Rendering

Zahlreiche, auf der Messe vorgestellte

CAD-Neuerungen zielen auf die Optimierung

der kooperativen BIM-Planung, Bestandserfassung,

Lebenszyklusanalyse

oder Ökobilanzierung ab. So stand im Mittelpunkt

des Messeauftritts von Graphisoft

die fachübergreifende Zusammenarbeit der

BIM-Software Archicad, die in der Version

29 noch stärker mit den TGA-Planungstools

DDScad und MEP Designer von Graphisoft

Die Bausoftware-Fachmesse DigitalBAU 2026 war erneut ein Trendsetter

für das digitale Planen, Bauen und Betreiben. © Nemetschek Group

vernetzt werden soll. Unterstützt wird dies

durch den smarten Graphisoft AI Assistant,

der auf Support- und Community-Expertenwissen

zugreift. Eine neue, cloudbasierte

Entwurfsplattform berücksichtigt Standort-,

Gebäude- und Umgebungsdaten,

ermöglicht Machbarkeits- und Nachhaltigkeitsanalysen

sowie die BIM-Projektintegration

(www.graphisoft.com).

A-Null Bausoftware hat den A-Null Club

vorgestellt. Das ist ein exklusives Serviceund

Support-Angebot für Nutzer von Archicad

und BIM-Lösungen. Er bietet Zugriff auf

Archicad-Objektbibliotheken, Software-Erweiterungen

für automatisierte Arbeitsabläufe

in Archicad sowie eine erweiterte

technische Unterstützung und einen Zugang

zu Schulungsinhalten (www.a-null.at).

Visualisierungs-Spezialist Chaos hat das

KI-Bildgenerierungstool Veras 4.0 mit einer

neuen Render-Engine vorgestellt, die

auf Googles KI-Bildgenerierungsmodell

Nano Banana Pro basiert. Damit soll Veras

hochwertigere Ergebnisse liefern, die der

gestalterischen Absicht des Prompt-Erstellers

besser entsprechen. Auch aus Plänen,

Bildern oder Handskizzen erstellt Veras realistische

3D-Szenen in unterschiedlichen

Gestaltungs- und Darstellungsstilen, in denen

Bildelemente gezielt verändert werden

können (www.chaos.com).

Die wahlweise als Kauflizenz oder Mietmodell

erhältliche BIM-Software Elitecad

Architecture setzt weiterhin bewusst auf

Wahlfreiheit statt Abo-Zwang. Das soll

eine flexible Arbeitsweise ermöglichen

und gleichzeitig die eigene Datenhoheit

und Kontrolle über Projekte und Kosten sichern.

Die aktuelle Version 17 enthält neue

Funktionen für eine weitgehend automatisierte

Punktwolkenverarbeitung sowie

nachhaltigere Planung. Ein neues, persona-


www.architektur-online.com

105

edv

Neue Cloudbasierte Entwurfsplattformen berücksichtigen Standort-,

Gebäude- und Umgebungsdaten, ermöglichen Machbarkeits- und

Nachhaltigkeitsanalysen. © Graphisoft

Bau-CAD bietet zunehmend Funktionen für eine nachhaltigere Planung

und die Generierung von Gebäuderessourcenpässen. © Xeometric

lisierbares KI-Assistenzmodul soll künftig

den gesamten Planungsprozess unterstützen

(de.elitecad.eu).

EDV Software Service präsentierte mit der

aktuellen Version von AX3000 eine Software

für Energieausweise und TGA, direkt

eingebunden als Plugin in AutoCAD,

BricsCAD oder Allplan. Energetische Berechnungen,

Module für die Heizlastberechnung,

Fußbodenheizung, Lüftung und

hydraulische Systeme wurden weiter optimiert,

ebenso Funktionen für QNG und LCA

für Förder- und Nachhaltigkeitsnachweise

(www.ax3000-group.at).

Zu den vielen Neuerungen von Vectorworks

2026 gehören ein neues Phasensystem, mit

dem sich Renovierungen in mehreren Abschnitten

abwickeln lassen. Mit dem Nachhaltigkeits-Dashboard

haben Planer die

Umweltwirkung ihrer Projekte in Echtzeit

im Blick, verfolgen den CO 2 -Fußabdruck

oder nutzen Werkzeuge zur Berechnung

der Umweltwirkung. Neu sind auch ein

Fassadenmodul, eine flexiblere Gestaltung

von Fenster- und Türgewänden sowie eine

direkte Anbindung an die Plattform ausschreiben.de.

(www.vectorworks2026.eu).

Ausschreibung, Vergabe

und Abrechnung

Der Fokus bei AVA-Programmen lag auf

der BIM-AVA-Verknüpfung, der Optimierung

des IFC-Imports und der E-Rechnung.

So ermöglicht der kostenfreie webbasierte

Invoice-Viewer von G&W-Software eine Visualisierung

und Validierung von E-Rechnungen

nach DIN EN 16931 in den Formaten

XRechnung und ZUGFeRD. Eingebettete

Anlagen lassen sich extrahieren und in

AVA-Programmen zu Prüfzwecken verwenden,

Rechnungsdaten zu Kontrollzwecken

ausdrucken oder als PDF speichern. Der

neue BIM-Regelmanager in CaliforniaX V25

vereinfacht mit einer automatisierten, individuell

anpassbaren Filterung und Gruppierung

gleichartiger Bauteile die Verarbeitung

von BIM-Modellen für die Kostenplanung

(www.gw-software.de).

Nova Building IT hat die Cloudlösung Nova

AVA durch ein zentrales Ticket- und Mängelmanagement-System

erweitert. Zu erledigende

Aufgaben lassen sich direkt mit

LV-Positionen verknüpfen und werden in

der Bauabrechnung als offene Punkte angezeigt.

Mit einem ergänzenden Besprechungs-

und Protokollmanagement lassen

sich Turnusbesprechungen definieren, Tagesordnungen

und Protokolle generieren.

Der neue, smarte „Nova AI Hub“ soll künftig

Unterstützung bei der Informationsbeschaffung,

bei der Texterstellung oder

-prüfung sowie eine Sprachassistenz bieten

(www.avanova.de).

Orca Software hat sich erstmals als Teil der

Orca Group präsentiert. Im Fokus standen

neben Ausschreiben.de vor allem Orca AVA.

Mit der nächsten Version 28 soll die Datenbanktechnologie

auf SQL umgestellt werden,

was mehr Datensicherheit, Performance

und Stabilität bieten soll. KI-gestützte

Funktionen sollen AVA-Prozessen automatisieren.

Neue Lösungen wie der Orca LV Viewer

und Orca LV Bid, das neue Online-Tool

zur schnellen und einfachen Bepreisung

von Leistungsverzeichnissen, erweitern das

Portfolio (www.orca-software.com).

Der bereits vorhandene KI-Chatbot der

Aufmaßsoftware Grava connect sowie des

AVA-Systems Avanti wird durch eine neue,

KI-basierte Plananalyse in Grava connect

ergänzt. Die Funktion soll das Erfassen und

Strukturieren von Flächen aus Plänen beschleunigen.

Parallel dazu arbeitet Hersteller

Softtech an weiteren KI-Anwendungen, etwa

für die Datenauswertung oder Prompt-gesteuerte

Interaktionen (www.softtech.de).

Büro-, Projekt- und

Baustellenmanagement

Für neue Impulse in der Büro-, Projekt- und

Baustellenmanagement-Software sorgen

das Mobile und Cloud-Computing, BIM und

die Künstliche Intelligenz. Sie war auch

am Stand der Baumanagement-App Bau-

Master ein Thema – allerdings eher mit einem

kritischen Blick auf den tatsächlichen

Mehrwert, sowie den Datenschutz und die

Sicherheit sensibler Projektdaten. Deshalb

entwickelt BauMaster aktuell KI-Lösungen,

die europäischen Datenschutzanforderungen

entsprechen und eine echte Erleichterung

bieten sollen (www.bau-master.com).

Das neue Premium-Abonnement Bluebeam

Max soll das Kernprodukt Bluebeam Revu

für die PDF-basierte Projektzusammenarbeit

mit KI-Technologien kombinieren. Danach

beschleunigt Bluebeam Max die Prüfung

von Zeichnungen und Plänen, automatisiert

zeitintensive Arbeitsabläufe und optimiert

das Zusammenspiel von BIM-Modellen und

PDF-Bauplänen (www.bluebeam.com).

Auch die Baumanagementsoftware Capmo,

die Baudokumentation, Mängel-, Projektund

Dokumentenmanagement sowie Planserver

in einer ganzheitlichen Plattform

vereint, automatisiert jetzt administrative

Abläufe per KI (www.capmo.com).

Bei Ishap, Anbieter digitaler Lösungen für

die Personal-Dokumentation, stand die

Nachunternehmerdokumentation im Fokus.

Alle relevanten Nachweise werden zentral

gespeichert, der Status ist jederzeit sichtbar

und fehlende oder bald ablaufende Dokumente

werden früh erkannt (www.ishap.at).

Modocu, eine digitale Lösung zur Fotodokumentation

und Bautagebuchführung für

Bauhandwerker und Planer erfasst Baustellenfortschritte,

Mängel, Notizen und Berichte

direkt vor Ort über eine mobile App und

speichert sie zentral in einer Cloud. u


architektur FACHMAGAZIN

106

edv

3D-Laserscanner, wie der neue Hilti P3D 800, werden neben der

Bestandserfassung immer häufiger auch für Baufortschrittskontrollen

und Soll-/Ist-Abgleiche eingesetzt. © Hilti

Für Planer und Handwerker gleichermaßen interessant waren Plattformen

für die Planung, Installation und den Betrieb von Bauelementen.

© Shutterstock, Dormakaba

Optimiert wurden Funktionen zur

Vor-Ort-Dokumentation, Berichte und Reportvorlagen

(www.modocu.com).

Planradar, die Webplattform für die Dokumentation

des gesamten Gebäudelebenszyklus,

hat digitale Lösungen zur

Bautagebucherstellung, für das Aufgabenmanagement

und die Kommunikation mit

Subunternehmern, für Inspektionen, Checklisten,

das Mängelmanagement, die Mängelbeseitigung

oder das Nachforderungsmanagement

vorgestellt (www.planradar.com).

Die neue, cloudbasierte Kollaborationsplattform

RIB Unify stellt zusammen mit

einer mobilen App Projektinformationen

strukturiert und in der jeweils aktuellen

Version für alle zugänglich an einem zentralen

Ort zur Verfügung. Unterstützt wird RIB

Unify durch den KI-Assistent RIB Omni für

die Informationssuche und administrative

Tätigkeiten (www.rib-software.com).

Mit UntermStrich One hat Hersteller UntermStrich

die nächste Software-Generation

eingeläutet – mit einer komplett neuen,

modernen Benutzeroberfläche, klareren

Bedienwegen und zahlreichen funktionalen

Weiterentwicklungen. So können etwa

Projektfavoriten direkt über das kombinierte

Such- und Filtersystem aufgerufen

werden und auch das Mahnungswesen und

die Mahnungsverfolgung wurden optimiert

(www.untermstrich.com).

Aufmaß und Bestandserfassung

ETU/Hottgenroth unterstützt die Raumund

Gebäudeerfassung mit dem optionalen

HottCAD-Zusatzmodul „Hott-KI“, das aus

Grundrissplänen automatisiert 3D-Modelle

erstellt sowie mit dem 3D-Raumscanner

„Hottscan“. Die erweiterte Optimus-App

kann jetzt mit Apple Pro-Endgeräten ab der

12. Generation per LiDAR-Scan Raumgeometrien

erfassen und 3D-Modelle generieren

(www.etu.at).

Faro hat seine Focus 3D-Laserscanner

präsentiert – den Focus Premium Max mit

einer Reichweite von bis zu 400 Metern

und den Focus Premium und Focus Core

mit Reichweiten von 200, respektive 100

Metern. Alle Modelle ermöglichen schnelle

„Flash-Scans“ sowie Standard-Scans für

mehr Detailgenauigkeit (www.faro.com).

Hilti war unter anderem mit dem neuen

P3D 800 Laserscanner mit einer Reichweite

von 80 Metern und einer Genauigkeit von 2

mm, einer automatischen Kalibrierung und

Selbstnivellierung sowie der Hilti OnSite

Scan Software und dem PLC 600 Tablet für

eine rationellere Datenerfassung und verarbeitung

vertreten. Präsentiert wurden auch

zwei Exoskelette für Überkopfarbeiten und

schwere Stemmarbeiten sowie der Jaibot-

Bauroboter für automatisierte Bohrarbeiten

an Wänden oder Decken (www.hilti.at).

Riegl präsentierte den terrestrischen 3D

Laserscanner Riegl VZ-600i und dessen

Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen

BIM-Projektphasen, wie der Bestandserfassung,

Qualitätssicherung und Baudokumentation.

Das Gerät verfügt über eine

hohe Genauigkeit im Millimeterbereich und

eine schnelle Datenerfassung, auch auf große

Distanzen (www.riegl.com).

Systeme für Fenster und Türen

Auch einige Hersteller digitaler Zutrittslösungen

haben ausgestellt. Sicherheitstechnik-Anbieter

Assa Abloy hat aktuelle

Lösungen für den Gebäudezutritt und die

Rettungswegtechnik präsentiert, darunter

Integrationen mit dem skalierbaren Client-

Server-Zutrittskontrollsystem Scala net,

Weiterentwicklungen des elektronischen

Schließsystems eCLIQ und das Effeff Bedientableau

925 mit Touch-Display, das

eine nutzerfreundliche, flexible Fluchttürsteuerung

in komplexen Gebäudestrukturen

ermöglicht (www.assaabloy.at).

Im Fokus des Messeauftritts von Dormakaba

stand EntriWorX. Das ist eine Plattform

für die Planung, Installation und den Betrieb

von Türsystemen. Zentral gespeichert

werden beispielsweise technische Spezifikationen,

Ausschreibungstexte, Türlisten,

Produktinformationen oder Anschlusspläne

(www.dormakaba.at).

EVVA, Hersteller mechanischer und elektronischer

Zutrittslösungen, hat AirKey und die

Kooperation mit Planradar (s.o.) vorgestellt.

Der Einbau von AirKey-Zylindern während

der Bauzeit und der Integration der Verwaltungssoftware

in die PlanRadar-Plattform

soll die Kontrolle auf Baustellen verbessern

und aufwändige Schlüsselmanagement-Ressourcen

erübrigen (www.evva.com).

Schließsysteme der besonderen Art präsentierte

Iloq. Das Unternehmen hat sich

auf batterielose, digitale Lösungen spezialisiert,

bei denen weder Schlösser noch

Schlüssel Batterien oder eine externe Verkabelung

benötigen. Beim schlüsselbasierten

LOQ S10 wird die elektrische Energie

beim Einführen des Schlüssels in den Zylinder

erzeugt (www.iloq.at)


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