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LOGISTIK express Journal 3-2026 Intralogistik & E-Commerce

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LOGISTIK EXPRESS JOURNAL 3/2026

INTRALOGISTIK & ECOMMERCE

Effizienz neu definiert: KI &

Robotik in der Intralogistik

LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S2

Journal I&E 3/26

04 Infineon eröffnet größte Fabrik für Leistungshalbleiter

06 Infineon stärkt Sicherheit für Physical AI

08 LogiNext Germany: Die Zukunft der digitalen Logistik

10 Die Zukunft der Automatisierung ist smart

12 China: Vom Importeur zum Marktführer in Europa

18 Arvato übernimmt für Mister Spex

20 Zoll auf Billigimporte: Längst überfälliger erster Schritt

22 Dachser Expresslogistik für Pakete & Dokumente

24 euShipments.com startet in Österreich

26 dm investiert in zweites Verteilzentrum in Oberösterreich

30 KNAPP setzt Wachstumskurs fort

34 Report: Deutsche Firmen verschwinden

38 ILS Main Event: Logistik-Know-how erreicht neues Level

40 Locus Robotics erweitert seine Europazentrale

42 Außerordentliche Flexibilität der AutoStore-Technologie

44 Kardex realisiert Logistikzentrum für Haberkorn

46 expert setzt beim Onlinegeschäft auf REMIRA

50 Produktionslogistik neu denken

54 Produktivität muss als Gesamtsystem gedacht werden

58 Transformationsprojekte nicht unterschätzen

60 Herba Ricemills / Ebro Foods automatisiert sein Lager

62 Amazon kooperiert mit myflexbox

64 Übergabestationen werden zur Wettbewerbsinfrastruktur

68 So geht Versand: Schlank, smart und nachhaltig

70 Warum die Branche das Retourenproblem am falschen Ende löst

72 Ontime Logistics 25. Gründungstag

74 PROPAK zeigt deutliche Standortnachteile auf

76 Dunapack Packaging Hochregallager in Strasswalchen

78 Null Prozent Transportschäden sind kein Erfolgsmaßstab

82 Vakuum statt Muskelkraft

84 Statt Folie: Neue Hülle spart Müll

86 Exotec automatisiert DSV in Venlo mit rund 100 Robotern

88 Warum Interoperabilität die neue Währung ist

90 Complex Pharmaceuticals erweitert Standort

92 Mecalux unterstützt Gerresheimer in den USA

94 Descartes: Robotics im Lager

96 Libiao Robotics gewinnt IFOY Award 2026

98 Einigung zu Horizon Europe stärkt Europas FTI-Standort

100 Anwenderforum mobile Robotik – FTS-Fachtagung

102 Zukunft Österreich- Fonds setzt auf Ökosystemaufbau


LE 3/2026

IMPRESSUM

LOGISTIK express / MJR MEDIA

Donauwörther Str. 27a/7/4

A-2380 Perchtoldsdorf

Medieninhaber, Herausgeber:

Markus Jaklitsch

+43 676 7035206 / info@logistik-express.at

www.logistik-express.com

Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S4

Infineon eröffnet weltweit

größte Fabrik für

Leistungshalbleiter

Investition im Umfang von 5 Milliarden Euro

zur Stärkung der Fertigungsbasis für hochmoderne

Leistungshalbleiter.

Die Infineon Technologies AG hat

Monate vor dem Zeitplan die Smart

Power Fab in Dresden eröffnet. Das

neue Werk ist mit einem Investitionsvolumen

von fünf Milliarden Euro die

größte Einzelinvestition in der Geschichte von

Infineon und eines der größten Investitionsprojekte

in Deutschland. Es schafft 1.000 neue,

direkte Arbeitsplätze. Mit der Fabrik verdoppelt

Infineon seine Produktionskapazitäten

am Standort Dresden und schafft die weltweit

größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter

und Analog / Mixed-Signal-Technologien.

„Wir eröffnen unser Werk genau zur richtigen

Zeit“, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender

der Infineon Technologies AG. „Mit der

Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte

Kapazitäten für Schlüsseltechnologien

der Zukunft – von der Energieversorgung von

KI-Rechenzentren über software-definierte

Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien.

Infineon setzt damit einen wichtigen Impuls,

um die globale KI-Revolution zu ermöglichen

und Lieferketten in kritischen Industrien abzusichern.

Wir festigen mit diesem Schritt unsere

globale Spitzenposition als führender Hersteller

von Leistungshalbleitern und Analog/ Mixed-

Signal-Technologien.“

„Die neue Smart Power Fab von Infineon ist

ein starkes Signal für den Industriestandort

Deutschland und Europa“, sagt Bundeskanzler

Friedrich Merz. „Die Investition zeigt, dass eine

hochmoderne und wettbewerbsfähige Halbleiterfertigung

hierzulande möglich ist. Leistungshalbleiter

sind eine Schlüsseltechnologie für

die Energiewende, die Zukunft der Mobilität und

unsere KI-Infrastruktur – und damit von zentraler

Bedeutung für unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.

Der Ausbau der Fertigungskapazitäten

von Infineon in Dresden stärkt zugleich

unsere technologische Souveränität und die

Resilienz wichtiger Lieferketten in Europa.“

„Die Mikroelektronik ist die Schlüsseltechnologie

des 21. Jahrhunderts. Sie ist die Grundlage

für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen

Fortschritt“, sagt Michael Kretschmer,

Ministerpräsident des Freistaates Sachsen.

„Dass Dresden den größten Mikroelektronikcluster

Europas beherbergt, ist ein entscheidender

Standortvorteil. Die neue Smart Power

Fab von Infineon stärkt dieses einzigartige Ökosystem

und zeigt, dass industrielle Großprojekte

mit den richtigen Rahmenbedingungen sicher

und zügig umgesetzt werden können. Das ist

ein starkes Signal für den Industriestandort und

die Zukunft der Mikroelektronik in Europa.“

Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales

und Staatsmodernisierung, sagt: „Was hier

in Dresden produziert wird, sichert Arbeitsplätze

und Wertschöpfung in Deutschland,

denn die hochmodernen Chips stecken in den

Schlüsseltechnologien wie Elektroautos, Windkraftanlagen

oder der Stromversorgung von

KI-Rechenzentren. Die Smart Power Fab ist ein

Meilenstein auf dem Weg zu einem digital souveränen

Deutschland und zeigt: Deutschland

kann Tempo, Deutschland kann Hightech und

Deutschland kann Zukunft.“

Abhängig von der Nachfrage kann die Produktion

in der neuen Smart Power Fab doppelt so

schnell wie bisher gesteigert werden. Ermöglicht

wird dies durch eine konsequente Digitalisierung.

So etwa wurden das Gebäude sowie

die optimale Belegung mit Maschinen mithilfe

eines digitalen Zwillings vorgeplant und optimiert.

Die Anlagen- und Prozessfreigabe wird

durch den Einsatz von KI-Algorithmen unterstützt.

Darüber hinaus können durch die Verbindung

mit dem Infineon-Werk in Villach im Sinne

einer „One Virtual Fab“ Prozesse und Produkte

deutlich schneller qualifiziert werden als in der

Vergangenheit. Das gesteigerte Hochlauftempo

erlaubt es Infineon, aktuelle Marktchancen –

unter anderem im Bereich der KI – effektiv und

flexibel zu nutzen.


Chips aus Dresden werden künftig unter anderem

zur effizienten Stromversorgung von KI-

Rechenzentren beitragen. Die Chips kommen

auch in weiteren Industrie- sowie Automotive-Anwendungen

zum Einsatz, darunter etwa

Wind- und Solaranlagen sowie software-definierte

Fahrzeuge. Ein Beispiel sind intelligente

Schalter, die nicht nur Lasten steuern, sondern

auch den Stromfluss überwachen. Das Zusammenspiel

von Leistungshalbleitern und Analog/

Mixed-Signal-Bausteinen macht besonders

energieeffiziente und intelligente Systemlösungen

möglich – daher auch der Name Smart

Power Fab.

Mit der Smart Power Fab setzt Infineon auch

neue Maßstäbe in der nachhaltigen Fertigung.

Moderne Fertigungstechnologien und optimierte

Energie- und Ressourcenprozesse tragen

dazu bei, den Energieverbrauch zu senken

und die Umweltbilanz der Chipproduktion

weiter zu verbessern. Die neue Fertigung verzichtet

etwa auf Erdgas und reduziert durch

Aufbereitung und den Einsatz geschlossener

Systeme den Wasserverbrauch. Rund 90 Prozent

des verwendeten Wassers sollen zudem

wieder dem Kreislauf zugeführt werden und bis

zu 45 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewonnen

werden. (RED)

Dr. Karsten Wildberger,

Bundesminister für

Digitales und Staatsmodernisierung;

Jochen

Hanebeck, CEO Infineon

Technologies AG;

Michael Kretschmer,

Ministerpräsident des

Freistaates Sachsen

Fotocredit: Infineon

Technologies AG

Infineon Dresden stärkt mit der Erweiterung

die bestehende Position als weltweit führender

Standort für Leistungshalbleiter und Analog/

Mixed-Signal-Technologien und baut darüber

hinaus die europäische Führungsrolle des

gesamten Halbleiterclusters „Silicon Saxony“

rund um Dresden aus. Infineon schafft mit

der Smart Power Fab insgesamt 1.000 neue

Arbeitsplätze in Dresden. Zusätzlich entstehen

positive Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung

der Region sowie Arbeitsplätze im Zulieferer-Umfeld

und Ökosystem: Studien zufolge

schafft ein Arbeitsplatz im Reinraum sechs weitere

Arbeitsplätze im Umfeld. Aktuell arbeiten

bereits mehr als 80.000 Personen im Cluster

„Silicon Saxony“.

Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit

führender Anbieter von Halbleiterlösungen

für Power Systems und das Internet

der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und

Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung

und Digitalisierung voran. Das Unternehmen

hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte

(Ende September 2025) und erzielte

im Geschäftsjahr 2025 (Ende September)

einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.

Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol

„IFX“ und in den USA im Freiverkehrsmarkt

OTCQX International unter dem Symbol

„IFNNY“ notiert.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S6

Infineon stärkt Sicherheit

für Physical AI

Die Infineon Technologies AG integriert sein

Hardware-Sicherheitsmodul OPTIGA TPM

SLB 9672 in die Rechenplattformen für Robotik

und autonome Systeme Jetson Thor von

NVIDIA. Das Modul sichert kryptografische

Schlüssel direkt auf Chip-Ebene und schützt

so die Systemintegrität gegen Manipulation

und unbefugten Zugriff.

Das Ergebnis ist eine zertifizierte,

quantenresistente Vertrauensbasis,

die sogenannte Root of

Trust, auf der künftige Physical-

AI-Systeme aufgebaut werden können. Da

Roboter und autonome Maschinen zunehmend

abgeschirmte Industrieumgebungen

verlassen und in Fabriken, Logistikzentren

und öffentlichen Räumen operieren, steigen

nicht nur die Sicherheitsanforderungen, sondern

auch die wirtschaftlichen Risiken. Ein

KNAPP-Vorstandsteam (v.l.n.r.): KNAPP-COO

Franz Mathi, KNAPP-CFO Christian Grabner,

KNAPP-CEO Gerald Hofer

Cyberangriff kann Betriebsunterbrechungen

und Haftungsansprüche nach sich ziehen,

die weit über einen klassischen Datenverlust

hinausgehen. Für Hersteller und Betreiber von

Robotersystemen ist die Wahl der Sicherheitsarchitektur

deshalb keine rein technische

Entscheidung. Sie beeinflusst die langfristige

Wettbewerbsfähigkeit, die Zulassungsfähigkeit

in regulierten Märkten sowie die Gesamtbetriebskosten

über den vollständigen Produktlebenszyklus.

„Roboter, die die reale Welt wahrnehmen,

analysieren und auf sie reagieren, sind nur so

vertrauenswürdig wie die Sicherheitsbasis,

auf der sie aufgebaut sind", sagt Dr. Stephan

Zizala, Divisionspräsident Connected Secure

Systems bei Infineon. „Das OPTIGA TPM von

Infineon verankert eine hardwarebasierte

Vertrauensbasis in der NVIDIA Jetson-Thor-

Plattform, die sich bereits in Hunderten Millionen

von Geräten weltweit bewährt hat. Damit

erfüllt die Integration die besonderen Anforderungen

industrieller Robotik: lange Lebenszyklen,

Echtzeitfähigkeit und einen zuverlässigen

Betrieb im großen Maßstab. Die darin

Foto: KNAPP / Kanizaj und Niederwieser


integrierte Post-Quantum-Kryptografie stellt

sicher, dass diese Grundlage nicht nur gegen

aktuelle Bedrohungen gewappnet ist, sondern

über die gesamte Lebensdauer jedes Roboters

hinweg Schutz bietet.“

„Physical-AI-Systeme agieren in der realen

Welt, in der Sicherheit eine grundlegende

Voraussetzung ist“, sagt Deepu Talla, Vice

President Robotics and Edge AI bei NVIDIA.

„Das zertifizierte OPTIGA TPM von Infineon

für NVIDIA Jetson Thor unterstützt Entwickler

dabei, kryptografische Schlüssel zu schützen,

die Integrität der Software zu verifizieren und

Roboterflotten im großen Maßstab gesichert

bereitzustellen. Dadurch entsteht eine hardwarebasierte

Vertrauensbasis – die Grundlage

für gesicherte und resiliente autonome

Systeme.“

Der EU Cyber Resilience Act, der EU AI Act,

die Norm IEC 62443 für industrielle Systeme

sowie branchenspezifische Standards im

Gesundheitswesen und in der Automotive-

Industrie führen zu neuen Anforderungen an

nachweisbare und auditierbare Sicherheit auf

Hardwareebene. Dadurch entsteht eine durch

regulatorische Vorgaben und Compliance-

Anforderungen getriebene Nachfrage, die

Infineon und NVIDIA gezielt adressieren können.

Die OPTIGA TPM-Technologie bietet eine

physisch isolierte, nach FIPS und Common

Criteria zertifizierte Lösung, die vom Anwendungsprozessor

getrennt ist. Sie ermöglicht

einen gemessenen Systemstart (Measured

Boot) sowie eine Fernbeglaubigung (Remote

Attestation), sodass Betreiber und Aufsichtsbehörden

zu jedem Zeitpunkt des Betriebs

eines Systems kryptografisch verifizieren

können, ob der Software-Stack authentisch

und unverändert ist. Darüber hinaus stellt sie

hardwaregeschützten Speicher für proprietäre

KI-Modellschlüssel, verschlüsselte Kommunikation

sowie kryptografisch signierte

Over-the-Air-Updates bereit.

Das OPTIGA TPM, das branchenweit erste TPM

mit einem postquanten-gesicherten Firmware-Update-Mechanismus,

wurde als Root

of Trust konzipiert, die auch bei sich wandelnden

kryptografischen Bedrohungslagen nicht

kompromittierbar ist. Entwickler, die Physical-AI-Anwendungen

auf der Jetson-Thor-

Plattform von NVIDIA entwickeln, können sich

auf die bereits in der Architekturphase verankerte

hardwarebasierte Sicherheitsgrundlage

verlassen und bleiben so gegen aktuelle wie

zukünftige kryptografische Bedrohungen in

Robotersystemen geschützt.

Die Roadmap zur vollständigen Post-Quanten-Sicherheit

wird durch das OPTIGA TPM

der nächsten Generation von Infineon abgerundet.

Das TPM integriert Algorithmen wie

ML-KEM und ML-DSA, die 2024 vom US-amerikanischen

National Institute of Standards

and Technology (NIST) standardisiert wurden.

Unternehmen, die heute auf dem aktuellen

OPTIGA TPM aufbauen, können künftig einen

reibungslosen Übergang vollziehen. Für die

Robotik-Branche ist dies über die technische

Bereitschaft hinaus von Bedeutung. Die regulatorischen

Rahmenbedingungen für Physical

AI entwickeln sich bereits in Richtung einer

verpflichtenden PQC-Konformität. Die zu

Beginn getroffene Architekturentscheidung

bestimmt daher, ob eine eingesetzte Roboterflotte

diese Anforderungen über ihre gesamte

Einsatzdauer hinweg erfüllen kann oder bei

Inkrafttreten entsprechender Vorschriften mit

kostspieligen Hardware-Eingriffen konfrontiert

wird.

Humanoide Roboter sind auf eine Kette von

Halbleiterfunktionen angewiesen, um gesichert

und zuverlässig wahrzunehmen, zu denken

und zu handeln – von der Sensorik über

die Aktorik und das Energiemanagement bis

hin zu Konnektivität und Sicherheit. Infineon

adressiert all diese Funktionsbereiche mit

einem breiten Portfolio spezieller Lösungen,

wobei der geschätzte Halbleiteranteil pro

humanoidem Roboter bei rund 500 US-Dollar

liegt. Sicherheit ist kein optionales Merkmal,

sondern die Grundlage moderner Robotik.

Infineon baut den Schutzschild gegen die

Bedrohungen von morgen. Sicherheitskomponenten,

darunter TPMs, nehmen dabei einen

immer größeren Anteil dieses Bestands ein,

da die regulatorischen Anforderungen zunehmend

an Bedeutung gewinnen. In Zusammenarbeit

mit Ökosystempartnern wie NVIDIA

unterstützt Infineon Roboterentwickler und

-hersteller beim Übergang von Laboranwendungen

zur Flottenbereitstellung in Industrie-,

Gesundheits- und Logistikumgebungen.

www.infineon.com

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S8

LogiNext Germany:

Die Zukunft der

digitalen Logistik - jetzt

Ticket sichern!

LogiNext Germany mit hochkarätigem Konferenzprogramm

und Ausstellung rund um die

Zukunft der digitalen Logistik.

Jennifer Beuth, Abteilungsleitung Intralogistik

und IT-Planung, Fraunhofer-Institut für Materialfluss

und Logistik IML, zeigt aktuelle Forschungsergebnisse

und Anwendungen rund

um Automatisierung, KI und innovative Logistiksysteme

– mit besonderem Fokus auf die

Übertragung in die betriebliche Praxis. Dr. Melanie

Leonhard, Senatorin und Präses der Behörde

für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien

und Hansestadt Hamburg, wird die Rolle Hamburgs

als internationaler Logistikstandort sowie

die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen

für die Transformation der Branche

in den Mittelpunkt stellen. Michael Lütjann,

CIO, Nagel Group, spricht darüber, wie digitale

Architekturen die Logistiknetzwerke von 2030

prägen.

Zwei Tage lang erwartet die Teilnehmenden

ein hochkarätiges Konferenzprogramm

mit führenden Köpfen

aus Wirtschaft, Forschung und Politik

sowie eine begleitende Ausstellung, die innovative

Lösungen und Technologien praxisnah

erlebbar macht. Die Veranstaltung findet in

Co-Location zur ALL ABOUT PORTS statt und

schafft damit einen einzigartigen Treffpunkt an

der Schnittstelle von Logistik, Handel und maritimer

Wirtschaft.

Praxisnahes Konferenzprogramm zu den zentralen

Branchenthemen

Das Konferenzprogramm umfasst Keynotes,

Praxisberichte und Diskussionsformate zu Themen

wie digitaler Resilienz, nachhaltigen Lieferketten,

generativer KI, Automatisierung und

Robotik sowie digitalen Infrastrukturen, offenen

Logistik-Ökosystemen und Innovationsförderung.

Zu den geplanten Speakerinnen und Speakern

zählen unter anderem Wolfgang Lehmacher,

ehem. Director, Head of Supply Chain

and Transport Industries beim World Economic

Forum, der die Zukunft globaler Lieferketten

zwischen Resilienz, Nachhaltigkeit und geopolitischen

Entwicklungen beleuchtet. Anna

Lehmkuhl und Thomas Walter von der Otto

Group geben praxisnahe Einblicke in datengetriebene

Logistik, Plattformstrategien und

die Transformation komplexer Handelslogistik.

Prompt-a-thon®: Generative KI

praxisnah erleben

Mit dem interaktiven Workshop „Prompt-athon®“

bietet die LogiNext Germany ein weiteres

Highlight für alle, die den Einsatz generativer

KI praxisnah vertiefen möchten. Der

Workshop wird von Constantin von Brackel und

Emir Kučević, Gründer der Promptathon GmbH

– einer Ausgründung der Universität Hamburg

– durchgeführt und zeigt, wie moderne KI-Tools

effektiv genutzt werden können. Die Teilnehmenden

erhalten konkrete Anwendungstipps,

entwickeln eigene Use Cases und tauschen sich

direkt mit den Expertinnen und Experten aus.

Hinweis: Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt,

eine vorherige Registrierung ist erforderlich und

kann hier vorgenommen werden: LogiNext Germany

2026 Prompt-a-thon® / Anmeldung für

Teilnehmende

Masterclass: Automatisierung strategisch

erfolgreich umsetzen

In der exklusiven Masterclass „Automation

Journey – From Strategy to Success“ zeigt

Frank Mester, CEO von MvR Digital Workforce,

wie Unternehmen Automatisierungsprojekte

strategisch planen, passende Technologien

auswählen und messbare Erfolge erzielen. Die

Masterclass richtet sich an Fach- und Führungskräfte

aus Logistik, Transport, IT und Informationsmanagement

und vermittelt konkrete

Handlungsempfehlungen für die Praxis. Im

Anschluss besteht die Möglichkeit zum persönlichen

Austausch mit dem Referenten.


Hinweis: Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt,

eine vorherige Registrierung ist erforderlich

und kann hier vorgenommen werden: Konferenzagenda

- LogiNext Germany Anmeldung

https://bit.ly/3SIsanj

Panels: Aktuelle Herausforderungen und

Impulse für die Branche

Ergänzt wird das Programm durch hochkarätige

Panels: So plant die Logistik-Initiative Hamburg

eine Diskussionsrunde zu Resilienz und kritischer

Infrastruktur, bei der aktuelle Herausforderungen

und Lösungsansätze für widerstandsfähige

Logistiksysteme im Fokus stehen.

Im Panel „Sustainable and Digital: Shape the

Next-Generation Logistics Operation Model

Now!“ diskutieren Moritz Petersen (KLU Kühne

Logistics University) und Tim Oliver Frische

(DVV Media Group), wie sich nachhaltige und

digitale Transformationsstrategien erfolgreich

verbinden lassen. Weitere Panels – unter anderem

mit dem Bundesverband Logistik (BVL)

– sind aktuell in Planung und werden zusätzliche

Impulse zu zentralen Zukunftsthemen der

Branche setzen.

Ausstellung: Innovationstreiber

der Logistikbranche vor Ort

Begleitend zur Konferenz präsentiert die Logi-

Next Germany eine hochkarätig besetzte Ausstellung,

in der führende Unternehmen ihre

Lösungen für die Logistik von morgen vorstellen.

Im Fokus stehen Innovationen aus den Bereichen

Künstliche Intelligenz, Plattformlösungen,

Hafenlogistik, Softwareintegration und digitale

Supply Chains. Zu den bislang bestätigten Ausstellenden

zählen: Lufthansa Industry Solutions,

die mit datengetriebenen Lösungen und Digitalisierungskompetenz

Maßstäbe in der Branche

setzt, Dakosy und akquinet port solutions, die

als zentrale Akteure der Hafen- und Plattformlogistik

die digitale Vernetzung entlang maritimer

Lieferketten vorantreiben, sowie octonomy

AI und Stack & Track, die mit innovativen KI- und

Tracking-Technologien neue Impulse für Transparenz

und Effizienz in der Supply Chain liefern.

Ergänzt wird das Ausstellerfeld durch Unternehmen

wie Conlio Technologies und JUMiNGO,

die mit spezialisierten Softwarelösungen und

Plattformansätzen die operative Logistik weiter

digitalisieren. Auch die Logistik-Initiative Hamburg

sowie das Logistik Centrum Hamburg Hinderer

bringen ihre Netzwerk- und Innovationsexpertise

in die Veranstaltung ein. (RED)

Die LogiNext Germany findet am 2. und 3.

September 2026 im Congress Center Hamburg

(CCH) in Co-Location zur ALL ABOUT

PORTS statt und richtet sich an Entscheider

aus Transport, Logistik, IT und Supply Chain

sowie an Fachverantwortliche aus Operations,

Digitalisierung und Data & Analytics.

Konferenzprogramm: https://bit.ly/4go3YAl


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S10

Die Zukunft der

Automatisierung

ist smart

Volatile Märkte und fragile Lieferketten setzten

Unternehmen unter Druck. Klassische

Automatisierungssysteme, die auf statischen

Prozessen basieren, stoßen immer häufiger

an ihre Grenzen, da sie nur eingeschränkt auf

unerwartete Ereignisse reagieren können.

Mithilfe smarter Automatisierung

können Unternehmen ihre

Prozesse adaptiv und autonom

steuern und eröffnen sich damit

neue strategische Spielräume. Christian Reinwald,

Head of Product Management and Marketing

bei reichelt elektronik, erklärt, wie

smarte Automatisierung funktioniert,

welche Technologien dahinterstehen

und welches strategische Potenzial sie

anhand konkreter Praxisbeispiele für

Unternehmen bietet.

Was Automatisierung „smart“ macht

Der entscheidende Unterschied zwischen

klassischer und smarter Automatisierung

liegt in der Anpassungsfähigkeit. Während

die klassische Variante einem Wenn-Dann-

Schema folgt, erkennt eine smarte Umgebung

Muster, erstellt auf Basis von Daten präzise

Prognosen und optimiert Prozesse eigenständig.

Möglich wird dies durch das synergetische

Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz (KI),

dem Internet der Dinge (IoT) und datengetriebener

Analytik. Sensoren erfassen in Echtzeit

riesige Datenmengen direkt an der Maschine,

während KI-Algorithmen diese Informationen

interpretieren. Das Ergebnis ist eine proaktive

Steuerung, die reagiert, bevor ein Problem

überhaupt entsteht.

Status Quo: Zwischen Etablierung & Aufbruch

In Branchen wie der Fertigungs-, Logistik- und

Automobilindustrie ist dieser Wandel bereits

in vollem Gange. Während Technologien wie

Cloud-Anbindungen und grundlegende IoT-

Strukturen heute fast schon zum Standard

gehören, befinden wir uns bei autonomen Entscheidungssystemen

und „Edge-KI“, also der

Datenverarbeitung direkt an der Quelle, noch im

Ausbau. Besonders spannend sind die Trends:

Generative KI hält Einzug in die Produktionsplanung,

und digitale Zwillinge werden immer

leistungsfähiger. Sie erlauben es, komplexe

Szenarien virtuell durchzuspielen, bevor sie in

der physischen Welt umgesetzt werden. Das

reduziert Risiken und beschleunigt Innovationen

massiv.

Hürden bei der Einführung: Kein Selbstläufer

Trotz der klaren Vorteile ist der Weg zur smarten

Fabrik kein Spaziergang. Eine Umfrage von

reichelt elektronik zu Automatisierungstechnologien

verdeutlicht die Barrieren: Hohe Investitionskosten

und die Herausforderung, moderne

Technik in oft jahrzehntealte Bestandssysteme

zu integrieren, bremsen viele Betriebe aus.

Hinzu kommen Sorgen um die Datensicherheit

und der Fachkräftemangel. Es fehlt schlichtweg

an Experten, die diese komplexen Welten

beherrschen.


Messbarer Mehrwert in der Praxis

Dass sich diese Hürden lohnen, belegen die

Zahlen. Eine Studie von Deloitte zeigt, dass

smarte Automatisierung die Produktionsleistung

und die Mitarbeiterproduktivität um bis

zu 20 Prozent steigern kann. Doch es geht um

mehr als reine Ausstoßmengen:

• Resilienz durch Predictive Maintenance:

Systeme erkennen Ausfälle, bevor sie passieren.

Das verhindert teure Stillstände.

• Nachhaltigkeit: Durch Echtzeit-Überwachung

von Energie- & Materialflüssen lassen

sich Ressourcen effizienter einsetzen.

• Flexibilität: Ob Losgröße 1 oder kurzfristige

Planänderungen – smarte Systeme passen

Produktionsmengen & Routen an.

• Qualitätssicherung: KI-basierte Inline-

Prüfungen erkennen Fehler im laufenden

Prozess, nicht erst bei der Endkontrolle.

Viele Unternehmen schrecken vor dem „Kahlschlag“

zurück. Doch smarte Automatisierung

erfordert nicht zwingend den kompletten Neubau

einer Halle. Retrofit-Projekte bieten eine

kosteneffizientere Alternative. Durch das Aufrüsten

bestehender Anlagen mit Sensoren und

modernen Kommunikationsschnittstellen können

Unternehmen schrittweise die Vorteile der

Digitalisierung nutzen, ohne ihr gesamtes Kapital

in neue Hardware zu binden.

Fazit: Smarte Automatisierung ist kein Hype,

sondern ein Entwicklungsschritt für die Wettbewerbsfähigkeit.

Der Trend zu stärker vernetzten,

transparenteren und autonomen Prozessen

wird sich weiter verstärken.

Die Erwartungen sind hoch: Laut einer aktuellen

Umfrage von reichelt elektronik glauben fast

60 Prozent der Befragten, dass die Fertigung in

fünf Jahren vollständig automatisiert sein wird.

Unternehmen, die jetzt die Weichen stellen und

die technologische Transformation als strategische

Chance begreifen, werden nicht nur effizienter

arbeiten, sondern die nötige Flexibilität

besitzen, um in einem volatilen Weltmarkt zu

bestehen.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S12

China: Vom Importeur

zum Marktführer in

Europa

China: Wie Temu, JD.com & Co. die EU-Logistik

herausfordern – und was das für Österreich

bedeutet. Die Zollreform als Brandbeschleuniger?

Am 1. Juli 2026 tritt die größte EU-Zollreform

für den E-Commerce in Kraft.

Die 150-Euro-Zollfreigrenze fällt –

stattdessen erhebt die EU 3 Euro Zoll

pro Kleinsendung. Ab November 2026 kommt

voraussichtlich eine Handling Fee von ca. 2 Euro

pro Bestellung hinzu. Die Zahlen verdeutlichen

die Dimension: 2025 erreichten rund 5,8 Milliarden

Pakete die EU. neun von zehn Sendungen

stammten aus China. Die EU-Kommission verfolgt

mit der Reform mehrere Ziele: ehrlicherweise

geht es nicht zuletzt um mehr Einnahmen

(Zoll). Aber zentraler Anlass war eine bessere

Kontrolle in Bezug auf Falschdeklarationen,

Produktfläschunen und Sicherheitsprobleme –

und vor allem die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

des europäischen Handels gegenüber

den Direktimporteuren. Das erklärte Ziel der

Kommission ist die Förderung eines B2B2C-

Modells: Waren sollen statt direkt als Paket aus

China zu kommen in europäischen Lagern zwischengelagert

und erst bei Bestellung versandfertig

gemacht werden. Jedoch sollte bedacht

werden: China ist längst nicht mehr nur ein Biligimporteur,

der Pakete in die EU schickt. Schon

längst sind diese Player innerhalb der EU tätig.

Vorbild: Amazon – Lehrbuch-Player in Europa

Bevor wir die chinesische Strategie analysieren,

lohnt ein Blick auf das Original. Amazon hat sich

in Europa über zwei Jahrzehnte als der integrierte

Player positioniert – mit drei untrennbar

verbundenen Komponenten: dem Marktplatz

als zentrale Handelsplattform für Drittanbieter,

dem Fulfillment (FBA) für Lagerung, Kommissionierung

und Versand sowie der eigenen Zustellung

(Amazon Logistics) für die letzte Meile. Die

Magie dieses Modells: Wer FBA nutzt, wird Teil

des Amazon-Universums – und gibt Kontrolle

über Daten, Prozesse, Kundenbeziehungen ab.

Es gibt keinen Grund zu glauben, dass die Chinesen

dieses Handbuch nicht gelesen haben.


Die chinesischen Player haben die Mengen, die

Technologie (in vielen Bereichen der von Amazon

überlegen), hinreichende Kapitalmittel und

strategische Rückendeckung des chinesischen

Staates – der E-Commerce-Export ist ein strategischer

Wirtschaftssektor.

Chinesische Akteure setzten dabei – mit Ausnahmen

wie JD – in der Regel zunächst auf

Partnermodelle – aber nur solange diese Partner

die notwendigen Kosten und Effizienzen

liefern. Genau dieses Modell hat Amazon selbst

vorgemacht: Die eigene Zustellung (Amazon

Logistics) wurde nur dort aufgebaut, wo die etablierten

Paket- und Postdienste die Preise von

Amazon nicht mehr halten konnten – und die

eigenen Mengen und die Rahmenbedingungen

(städtischer Berich) den Aufbau rechtfertigten.

Den Paket- und Postdiensten bleibt die Restmenge.

Der Unterschied: Amazon hat dieses Modell

„erfunden“ und mehr als 15 Jahre gebraucht um

die aktuelle Entwicklungsstufe zu erreichen.

Die Strategie der chinesischen Player möchte

das in 3-5 Jahren erreichen.

Die drei Komponenten der Strategie

1. Marktplatz: Die Jagd nach lokalen Händlern

Die chinesischen Plattformen treten nicht mehr

nur als Importeure auf, sondern als europäische

Marktplatzbetreiber – und werben aggressiv

um lokale Händler.

Temu hat sein Local Seller Program Anfang

2024 gestartet – inzwischen in 37 Märkten

aktiv mit über 500.000 registrierten Verkäufern

weltweit. Das erklärte Ziel: 80 Prozent der

europäischen Bestellungen aus lokalen Lagerbeständen.

Das Onboarding ist kostenlos, die

Genehmigung erfolgt oft innerhalb eines Werktages

– die Hälfte der neuen Verkäufer erzielt

den ersten Verkauf innerhalb von 20 Tagen.

Dazu liegen die Kosten für Händler weit unter

denen von Amazon – Amazon hat beriets

begonnen Tarife zu verändern, nach unten.

JD.com geht mit Joybuy noch einen Schritt weiter.

Die europäische Plattform startete am 16.

März 2026 in sechs Märkten (Belgien, Deutschland,

Frankreich, Luxemburg, Niederlande,

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S14

Shein eröffnete im Dezember 2025 bei Breslau

(Polen) ein 740.000 m2 großes Logistikzentrum

– eines der größten E-Commerce-Lager Europas.

Das Zentrum ist mit vollautomatisierten

Picksystemen und Sortierlinien ausgestattet

und soll über 100 Millionen europäische Kunden

beliefern.

AliExpress hat zehn Warehouses in Spanien,

Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland

akquiriert. Temu setzt auf Partnerschaften

mit bestehenden Lagerdienstleistern in

Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und

den Niederlanden.

Großbritannien). Mit über 100.000 Produkten

von Marken wie Apple, Bosch, Sony und Same-

Day Delivery als kostenlosem Standard positioniert

sich Joybuy als ernsthafte Alternative

zu Amazon. Bereits in der zweiten Hälfte 2026

wird die Plattform für externe Verkäufer geöffnet

– der Wandel vom Retailer zum vollwertigen

Marktplatz.

AliExpress betreibt seinen Marktplatz seit

Jahren und hat mit "Local+" Mitte 2025 einen

eigenen Logistikservice für europäische Seller

gelauncht – mit zehn Lagerhäusern in Spanien,

Großbritannien, Frankreich, Polen und

Deutschland.

Shein – ursprünglich reiner Direktimporteur

– eröffnete seinen Marktplatz für europäische

Händler und treibt die Lokalisierung ebenfalls

massiv voran.

2. Fulfillment: Die Logistik-Offensive

Das zweite Standbein: der Aufbau eigener Fulfillment-Kapazitäten

in Europa.

JD.com verfügt über mehr als 100 Übersee-

Lager weltweit, davon signifikant in Europa, mit

über 1 Million m2 Fläche. Das Logistikzentrum

in Oberhausen umfasst 90.000 m2, hinzu kommen

30 Fulfillment-Center über die wichtigsten

europäischen Märkte verteilt. JD.com hat von

Anfang an auf eigene Infrastruktur gesetzt –

das Full-Stack-Modell.

Cainiao (Alibaba-Logistikarm) betreibt über 40

Übersee-Lager in 18 Ländern und betreibt für

AliExpress zehn Warehouses in Spanien, Großbritannien,

Frankreich, Polen und Deutschland

Übrigens - 2025 gab Cainiao jedoch Pläne zur

Expansion am zentralen Importflughafen Lüttich

auf (mehr als 1 Mrd. Sendungen/Jahr 2025),

ein Indiz dafür, dass der reine Cross-Border-Hub

nicht mehr das Zukunftsmodell ist und Kapazitäten

nun stärker in inner-europäische Strukturen

verlagert werden.

3. Zustellung: Die Eroberung der letzten Meile

– Das dritte Standbein: die Kontrolle über die

letzte Meile.

JD.com hat mit JoyExpress im Februar 2026

seinen eigenen europäischen Express-Lieferdienst

gelauncht. Über 60 Lager und Depots in

ganz Europa, eine eigene Flotte aus Lkw, Transportern

und E-Lastenrädern, Zustellung durch

eigene Mitarbeiter in einheitlicher Kleidung.

In Deutschland aktiv in Berlin, Köln, Düsseldorf,

Großraum Frankfurt und Teilen Baden-

Württembergs – mit über 20.000 Abholstationen

und 100 Paketautomaten.

AliExpress betreibt ein dichtes Netz von Paketautomaten

in ganz Europa – in Deutschland

allein über 15.000 Standorte in Kooperation

mit DHL, Hermes und anderen Partnern. In

Polen arbeitet AliExpress mit InPost zusammen,

das über 22.000 Paketautomaten landesweit

betreibt. In Spanien und Frankreich sind es tausende

weitere Standorte.


Temu verfolgt das Partnerschaftsmodell: keine

eigene Flotte, sondern Nutzung bestehender

Netze – in Deutschland mit der Mail Alliance

(einem Verbund etablierter Zustelldienste), in

Frankreich mit La Poste (über 17.000 Abholstationen),

in Spanien mit Correos, in Benelux mit

bpostgroup (Zugang zu deren Paketautomatenund

Abholnetz), in Österreich mit der Österreichischen

Post.

Die kollaborative Logik chinesischer Player

Ein zentraler Punkt, der häufig übersehen wird:

Chinesische Player kooperieren am Ende immer

miteinander, sobald Skaleneffekte erreichbar

sind. In China betreiben Cainiao, JD Logistics

und SF Express gemeinsam genutzte Hub-

Strukturen – nicht aus Idealismus, sondern

aus Effizienz. Die großen Volumina machen

getrennte Infrastrukturen unwirtschaftlich.

Deutschland als Blaupause:

Das JD.com-Ökosystem

In Deutschland zeigt JD.com, wie die Vollintegration

aussieht: Joybuy als Marktplatz, JoyExpress

als eigene Last Mile, eigene Lager (u.a.

90.000 m2 in Oberhausen) und die spektakuläre

Übernahme der Ceconomy AG (Media-

Markt/Saturn) für 2,2 Milliarden Euro. Die Vision:

Online-Bestellung am gleichen Tag geliefert

oder in der Filiale abgeholt – alles aus einer

Hand.

Sollte die EU-Kommission die Übernahme

genehmigen (Entscheidung bis 2. Oktober

2026), entsteht ein vollwertiger Konkurrent zu

Amazon – mit Innenstadt-Präsenz, die Amazon

so nicht hat.

Fokus Österreich: Temu

Österreich ist für Temu ein strategischer Markt

– aber einer, der aufgrund seiner Größe (9 Mio.

Einwohner) stufenweise erschlossen wird. Die

Strategie folgt exakt dem Amazon-Playbook,

aber mit einem ressourcenschonenden Einstieg.

Die erste Phase – Marktplatz plus

Zustellung – ist aktiv

Seit September 2025 ist das Local Seller Program

in Österreich aktiv. Österreichische Händler

können ihre Produkte auf Temu listen und an

Kunden mit österreichischer Lieferadresse verkaufen.

Die Österreichische Post ist der strategische

Partner für die Zustellung – eine Kooperation

seit 2023, ausgebaut im November 2025.

Die Post übernimmt die letzte Meile, Temu liefert

den Marktplatz und die Bestellabwicklung.

Die Händler müssen jedoch selbst lagern und

kommissionieren. Die Marktposition ist beachtlich:

Temu hat in Österreich bereits Platz 2 unter

den E-Commerce-Plattformen erreicht – noch

vor Zalando (5,5 %), eBay (4,5 %) und Otto (3 %).


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S16

Die zweite Phase – partnerbasiertes Fulfillment

Sobald das Händler-Ökosystem in Österreich

wächst, wird Temu partnerbasierte Fulfillment-

Lösungen anbieten – ähnlich wie in anderen

europäischen Märkten.

Die dritte Phase – eigene Infrastruktur

Wenn die Mengen in Österreich groß genug

sind wird Temu wohl den Schritt zur eigenen

Fulfillment- und Zustellinfrastruktur gehen.

Der Zeitpunkt für diese Phase ist offen, aber

die strategische Logik ist unausweichlich.

Das klare Ziel: 80 Prozent lokales Fulfillment.

Temu hat das Ziel, 80 Prozent der

europäischen Bestellungen aus lokalen

Lagerbeständen zu bedienen. Das Local

Seller Program ist das zentrale Instrument,

um dieses Ziel zu erreichen. Die

gesamte Strategie – von der Händlerakquise

über die Post-Partnerschaft bis zum geplanten

Fulfillment – ist auf dieses Ziel ausgerichtet.

Ausblick: Eine neue Ära für

die europäische Logistik

Die Zollreform sollte den europäischen Handel

schützen – doch sie könnte das Gegenteil

bewirken. Die Chinesen haben die Zeichen der

Zeit erkannt und bauen mit atemberaubender

Geschwindigkeit eine innereuropäische Infrastruktur

auf. Die Implikationen für die europäische

Logistikbranche könnten weitrechend

sein: Preisdruck durch massive Skaleneffekte,

Same-Day als neuer Standard, Infrastruktur-

Engpässe durch die chinesische Belegung von

Lagerkapazitäten und die Kontrolle über Kundendaten

durch die Logistik-Player. Die europäische

Logistikbranche ist auf die Kostenstrukturen,

Effizienzen und Kapazitäten der

chinesischen Systeme nur unzureichend vorbereitet.

Die Öffnung der Plattformen für lokale

Händler ist verlockend – aber sie schafft neue

Abhängigkeiten, die nicht ohne Risiko sind. Die

Zollreform schafft einen zusätzlichen Grund, in

Europa noch stärker als bisher in Lager, Fulfillment

und Last Mile zu investieren.

Die nächsten zwölf Monate werden zeigen ob

die chinesische Logistik-Offensive zu einer

dauerhaften Disruption führt. Mitrarbeit bei

dem logistic-natives e.V. ist erwünscht und der

Verband ist das internationale Netzwerk für

Logistik und Infrastruktur im modernen Handel.

Herzlich gerne laden wir Sie ein, sich aktiv bei

den logistic-natives einzubringen. Für weitere

Informationen steht Ihnen Florian Seikel (florian.

seikel@logistic-natives.de) als Geschäftsführer

oder Martin Füll direkt aus Wien zur Verfügung.

(RED)


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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S18

THOMAS LEITNER

Arvato übernimmt

zentrale Logistik- und

Fulfillment-Prozesse für

Mister Spex in fünf

europäischen Märkten

Die Arvato-Lösung unterstützt komplexe

Omnichannel-Services wie Anprobeservice

„Zu Hause anprobieren“, Kontaktlinsen-Abonnements

und das Abo-Modell „Mister Spex

Switch“.

Arvato übernimmt ab dem 1. September

2026 zentrale Logistik- und

Fulfillment-Prozesse für Mister Spex

in Deutschland, Österreich, den Niederlanden,

Schweden und der Schweiz. Ziel der

Partnerschaft ist eine zukunftsfähige und skalierbare

Supply-Chain-Plattform, die das weitere

Wachstum des Omnichannel-Geschäfts

von Mister Spex unterstützt und gleichzeitig

steigende Anforderungen an Geschwindigkeit,

Transparenz, Servicequalität und operative

Exzellenz erfüllt.

Vom Arvato-Standort in Poznań aus verantwortet

Arvato künftig Warehousing, Transport

Management, Retourenmanagement und Value

Added Services. Ergänzt wird das operative

Setup durch digitale End-to-End-Lösungen, die

Transparenz, Steuerbarkeit und Prozessqualität

entlang der Customer Journey erhöhen. Darüber

hinaus organisiert Arvato die B2C-Transporte in

die fünf europäischen Märkte.

Die gemeinsam entwickelte Supply-Chain-

Lösung ist speziell auf das Geschäftsmodell

von Mister Spex zugeschnitten. Mit jährlich

mehreren Millionen Bestellungen, einem breiten

Sortiment und spezialisierten Services

stellt das Unternehmen hohe Anforderungen

an Flexibilität, Prozessqualität und operative

Skalierbarkeit. Gleichzeitig sorgen Services wie

der Anprobeservice „Zu Hause anprobieren“,

das Kontaktlinsen-Abonnement und das Abo-

Modell "Mister Spex Switch“ für zusätzliche

Komplexität in der Auftrags- und Retourenabwicklung.

Um diese Anforderungen effizient abzubilden,

setzt Arvato unter anderem auf ein hochautomatisiertes

Fulfillment-Setup, das hohe Durchsatzleistung

mit konstanter Prozessqualität

verbindet. Vollautomatisierte Kommissionierund

Verpackungsprozesse sorgen für kurze

Bearbeitungszeiten, eine gleichbleibend hohe

Auftragsgenauigkeit und die nötige Skalierbarkeit,

um saisonale Spitzen und weiteres Wachstum

zuverlässig abzufedern. In Kombination mit


Arvatos digitalen End-to-End-Lösungen entstehen

transparente und steuerbare Prozesse

entlang der gesamten Customer Journey – von

der Auftragsbearbeitung über die Sendungsverfolgung

bis hin zur Retourenabwicklung.

„Wir entwickeln Mister Spex konsequent zu

einer schlanken und skalierbaren Organisation

weiter. Dazu gehört auch, dass wir unsere

Kernkompetenzen auf die Bedürfnisse unserer

Kunden fokussieren und dort mit spezialisierten

Partnern zusammenarbeiten, wo sie aufgrund

ihrer Größe, Infrastruktur und Expertise

bestimmte Leistungen effizienter und in größerem

Maßstab erbringen können.

Für Kunden bleibt durch diese Partnerschaft

eines entscheidend: Sie können online und in

unseren Stores ein Einkaufserlebnis erwarten,

das einfach, schnell und zuverlässig funktioniert.

Dafür brauchen wir eine Supply Chain,

die europaweit höchste Servicequalität und

Verlässlichkeit ermöglicht, sowie gleichzeitig

die Komplexität unseres Omnichannel-Modells

zuverlässig abbildet. Mit Arvato haben wir uns

für einen Partner entschieden, der die notwendige

Kompetenz und Infrastruktur mitbringt,

um mit uns gemeinsam die Weichen für erfolgreiches

Wachstum in den kommenden Jahren

stellt,“ erklärt Christopher Douglas, EVP Operations

bei Mister Spex.

„Das Omnichannel-Modell von Mister Spex

stellt hohe Anforderungen an Geschwindigkeit,

Präzision und Transparenz. Genau dafür

haben wir ein Fulfillment-Setup entwickelt, das

automatisierte Prozesse, digitale Services und

internationale Transportsteuerung verbindet.

So schaffen wir die operative Basis für weiteres

Wachstum und dafür, eine verlässliche Customer

Experience in fünf europäischen Märkten

zu stellen“, ergänzt Thomas Leitner, Director

Healthcare E-Commerce bei Arvato. Die

schrittweise Aufnahme der Logistikprozesse

erfolgt im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2026.

Die vollständige Übernahme der vereinbarten

Leistungen ist bis Ende 2026 vorgesehen.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S20

Zoll auf Billigimporte:

Längst überfälliger erster

Schritt gegen Paketflut

Ab 1. Juli gilt die neue Zollabgabe auf Kleinsendungen

aus Drittstaaten. Langjährige Forderung

des Handels für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit

wird umgesetzt.

Mehr als jeder dritte Wiener kauft

mittlerweile bei Temu, jeder

Vierte bestellt bei Shein. Die

anhaltende Paketflut, insbesondere

aus China, setzt den heimischen Handel

massiv unter Druck. Ab 1. Juli werden diese

Bestellungen teurer, denn die bisherige Zollfreigrenze

für Kleinsendungen unter 150 Euro

entfällt, stattdessen wird von der Europäischen

Union eine pauschale Zollabgabe von drei Euro

pro Artikelkategorie eingehoben. Damit wird

eine langjährige Forderung des Wiener Handels

umgesetzt.

Für Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte

Handel in der Wirtschaftskammer Wien ist das

ein längst überfälliger erster Schritt zu faireren

Wettbewerbsbedingungen im Online-Handel:

„Für unsere Wiener Händler ist das ein wichtiger

Erfolg. Bisher konnten Anbieter aus Drittstaaten

von der Zollbefreiung für Kleinsendungen bis

150 Euro profitieren. Gleichzeitig war es bei Milliarden

Paketen kaum möglich, alle Sendungen

ausreichend zu kontrollieren. Das verschaffte

ihnen Vorteile gegenüber heimischen Händlern,

die sämtliche europäischen Vorschriften

einhalten müssen. Mit der neuen 3-Euro-Zollgebühr

wird dieses Ungleichgewicht erstmals

korrigiert. Das stärkt den heimischen Handel

und macht den Wettbewerb wieder ein Stück

fairer. Wer in Europa verkauft, muss sich auch

an die europäischen Spielregeln halten.“

Die neue 3-Euro-Zollgebühr gilt für Kleinsendungen

aus Drittstaaten – etwa aus China, den

USA oder der Schweiz – mit einem Warenwert

unter 150 Euro. Für solche Pakete werden künftig

drei Euro je Warenkategorie eingehoben.

Wer mehrere Produkte derselben Kategorie

bestellt - etwa mehrere T-Shirts -, zahlt die

Gebühr nur einmal. Werden unterschiedliche

Produktgruppen bestellt, fällt die Gebühr für

jede Warenkategorie an.


Allein 2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete

mit einem Warenwert unter 150 Euro in die

Europäische Union importiert - mehr als 90

Prozent davon aus China. Die 3-Euro-Zollgebühr

ist eine Übergangslösung bis zur Reform

des EU-Zollsystems im Jahr 2028. Dann wird die

bisherige Ausnahme für Sendungen unter 150

Euro abgeschafft und auch diese Waren werden

regulär verzollt.

„Dieser erste Schritt gegen die Paketflut aus

China muss weitere Maßnahmen nach sich ziehen.

Plattformen aus Drittstaaten müssen dieselben

Vorgaben zu Verpackung, Entsorgung,

Produktsicherheit und Konsumentenschutz

einhalten wie heimische Betriebe. Fairer Wettbewerb

heißt: gleiche Regeln für alle - auch für

jene, die von außerhalb der EU nach Europa liefern“,

so Gumprecht.

Ab 1. November 2026 soll zusätzlich eine EU-

Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Drittstaaten

eingeführt werden. Damit sollen die Kosten

für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen und

Marktüberwachung mitfinanziert werden.

Aus Sicht der WK Wien sollte dieser nächste

Reformschritt nun rasch umgesetzt werden:

„Wer Milliarden Pakete in die Europäische Union

liefert, muss sich auch angemessen an den

Kosten für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen

und Marktüberwachung beteiligen.“

Wiener Handel klar gegen

nationale 2-Euro-Paketsteuer

Mit dem EU-Pauschalzoll ab 1. Juli und der ab

November geplanten EU-Bearbeitungsgebühr

ab 1. November setzt die Europäische Union

erste wichtige Schritte, um Billigimporte aus

Drittstaaten gezielt stärker in die Pflicht nehmen.

Das begrüßt der Wiener Handel ausdrücklich,

anders verhält es sich mit der österreichischen

Paketsteuer. Diese ist ab 1. Oktober

geplant und soll pro Paket bzw. Bestellung zwei

Euro betragen. Bei der Paketsteuer handelt

es sich um eine rein innerösterreichische

Lösung, die auch für Bestellungen

aus Österreich und anderen

EU-Staaten gilt.

„Wer glaubt, mit einer nationalen

Paketabgabe internationale

Online-Giganten zu besteuern,

ist auf dem Holzweg. Die geplante

Regelung trifft nicht nur große

Versandunternehmen, sondern auch

zahlreiche kleine Wiener Händler, die

über größere Online-Plattformen verkaufen.

Die Zeche zahlen die österreichischen Händler

und Konsumenten. Neue Hürden, Hindernisse

und Gebühren für unsere heimischen Händler

sind genau das Gegenteil von dem, was die

Branche braucht“, so Gumprecht abschließend.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S22

Dachser Expresslogistik

für Pakete & Dokumente

Global Sky Express ist eine internationale

Versandlösung von Dachser für weltweiten

Versand von Paketen und Dokumenten.

Der Service ermöglicht Unternehmen eine

schnelle, transparente und planbare Organisation

ihrer internationalen Expresslogistik.

In einer zunehmend global vernetzten Wirtschaft

entscheidet oft die Geschwindigkeit

der Logistik über den Geschäftserfolg.

Ersatzteile müssen kurzfristig verfügbar

sein, Vertragsdokumente termingerecht eintreffen

und Produktmuster rasch beim Kunden

ankommen. Vor diesem Hintergrund gewinnt

der internationale Expressversand zunehmend

an Bedeutung. Mit Global Sky Express (GSE)

bietet der Logistikdienstleister Dachser eine

Lösung, die den weltweiten Versand von Paketen

und Dokumenten effizient, transparent und

zuverlässig organisiert.

Global Sky Express richtet sich insbesondere

an Unternehmen, die Wert auf kurze Laufzeiten,

eine einfache Abwicklung und hohe Transparenz

entlang der Lieferkette legen.

Der Service bietet eine Lösung für den internationalen

Versand von Paketen und Dokumenten

mit klar definierten Laufzeiten und durchgängiger

Transparenz. Sendungen können in nahezu

200 Länder weltweit verschickt werden. Je nach

Dringlichkeit und Budget stehen Express- und

Economy-Optionen zur Auswahl. Kunden profitieren

zudem von planbaren Preisen auf Basis

klar definierter Door-to-Door-Tarife, die bereits

Treibstoffzuschläge berücksichtigen.

„Gerade bei zeitkritischen Sendungen ist eine

schnelle und zugleich transparente Abwicklung

entscheidend“, erklärt Cedrik Schmoll, Air

Freight Import Manager bei Dachser Austria.

„Mit Global Sky Express bieten wir Unternehmen

eine Lösung, die internationale Expresslogistik

mit persönlicher Betreuung und digitaler

Transparenz verbindet.“

Expresslogistik mit Transparenz

und Flexibilität

Ein zentrales Merkmal des Services ist die

Kombination verschiedener Kurier-, Expressund

Paketnetzwerke mit der Transportmanagement-Expertise

von Dachser. In einer

integrierten Versandlösung bündelt Dachser

unterschiedliche KEP-Dienstleister (Kurier-,

Express- und Paketdienste) und ermöglicht so

stets die passende Versandoption. Preisberechnung

und Reihung der Anbieter erfolgen

automatisch und können mit wenigen Klicks

durchgeführt werden. Versandlabels werden

entweder direkt über Dachser oder über bestehende

Kundennummern der jeweiligen Dienstleister

erstellt.


Eine lückenlose Sendungsverfolgung in Echtzeit

sorgt für Transparenz über den gesamten

Transportverlauf. Bei Verzögerungen oder

unerwarteten Ereignissen informiert Dachser

seine Kunden proaktiv. Die Abrechnung erfolgt

gesammelt und übersichtlich bis zum 15. des

Folgemonats, wodurch sich der administrative

Aufwand für Unternehmen deutlich reduziert.

Digitale Steuerung und persönlicher Service

im internationalen Versand

„Viele Unternehmen nutzen heute mehrere

Expressdienstleister parallel. Mit Global Sky

Express bündeln wir diese Möglichkeiten in

einer integrierten Lösung und schaffen so mehr

Übersicht und Effizienz im Versandprozess“,

sagt Cedrik Schmoll. „Unsere Kunden profitieren

nicht nur von einem schnellen internationalen

Versand, sondern auch von einer deutlich

vereinfachten Organisation ihrer Expresssendungen.“

Neben der digitalen Unterstützung der

Prozesse setzt Dachser bewusst auf persönliche

Betreuung. Die operative Abwicklung

erfolgt derzeit durch erfahrene

Ansprechpartner, die Unternehmen

von der Buchung bis zur Abrechnung

begleiten und auch bei komplexeren

Versandanforderungen

beratend zur Seite stehen.

Das Service unterstützt Unternehmen,

Supply Chains schneller und

transparenter zu gestalten. Gerade

im internationalen Geschäft, in dem Zollanforderungen,

Laufzeiten und Serviceoptionen

zu berücksichtigen sind, kann persönliche

Betreuung einen entscheidenden

Mehrwert bieten. Mit Erfahrung in der internationalen

Logistik, einer globalen Infrastruktur

und integrierten Transportmanagementsystemen

erweitert Dachser sein Leistungsportfolio

mit Global Sky Express um eine flexible Lösung

für den weltweiten Versand von Paketen und

Dokumenten. (RED)

KONZENTRIEREN SIE SICH AUF DAS WESENTLICHE.

MIT LOGISTIK-OUTSOURCING VON LOGSERV.

Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche

Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger

denn je. Als Full-Service-Spezialist für industrielle Logistik

sind Ihre Herausforderungen bei uns bestens aufgehoben.

Kontrakt- und Projektlogistik

Zolldienstleistungen

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Tel: +43-732-6598-2000, E-Mail: office@logserv.at

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Logistik in Bewegung.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S24

euShipments.com

startet mit Fulfillment-Standort

in

Österreich

Post AG: Effiziente Versandlösung für

KMU: euShipments.com vereinfacht europaweite

Logistik mit zentralem Fulfillment

in Österreich.

Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter

und

Vorstand für Paket & Logistik

der Österreichischen Post AG,

betont die Bedeutung dieses

Schritts: „In Rekordzeit haben

wir den ersten österreichischen

Fulfillment-Standort von euShipments.com

ans Netz gebracht. Damit

ermöglichen wir heimischen KMU ab sofort,

mit einem Vertrag und über eine Schnittstelle

ihre Produkte schnell und einfach in mehr

als 27 europäische Länder zu verkaufen. Wir

unterstützen die österreichischen Online-

Händler*innen dadurch nicht nur in einer

gerade sehr herausfordernden Zeit, sondern

ermöglichen ihnen auch weiteres Wachstum.“

Nach der mehrheitlichen Übernahme

von euShipments.com durch die

Österreichische Post AG startet das

Tochterunternehmen mit einem

neuen Fulfillment-Standort in Enzersdorf an

der Fischa, Österreich. Ab dem 1. Juli können

insbesondere österreichische Klein- und Mittelunternehmen

(KMU) von den umfassenden

Fulfillment- und Cross-Border-Services

von euShipments.com profitieren. Die rasche

Umsetzung dieses Standorts wurde durch die

enge Zusammenarbeit mit der Post Systemlogistik

ermöglicht.

Über euShipments.com

Als 70-prozentige Tochter der Österreichischen

Post AG ist euShipments.com ein führender

Anbieter von Fulfillment- und grenzüberschreitenden

Lieferlösungen für Online-Händlerinnen

in Europa. Das Unternehmen zeichnet

sich durch Flexibilität, Schnelligkeit und Skalierbarkeit

aus und bietet Zugang zu über 60

Zustelldiensten und 800 Versandarten, um das

Kundenerlebnis und die Logistikprozesse zu

optimieren. Mit einem Netzwerk in 27 Ländern

und 10 eigenen Fulfillment-Zentren ermöglicht

euShipments.com Online-Händlerinnen eine

reibungslose internationale Expansion.


Von 2023 - 2026 wurde das Unternehmen vier

Jahre in Folge in das „FT1000: Europe’s Fastest-

Growing Companies“-Ranking aufgenommen.

Dieser Schritt unterstreicht die Ambitionen der

Österreichischen Post AG, den E-Commerce-

Markt nachhaltig zu stärken und insbesondere

KMU eine einfache, effiziente und skalierbare

Lösung für den europaweiten Versand zu bieten.

Der neue Standort in Österreich öffnet den

Zugang zum europäischen E-Commerce-Markt.

Online-Händler profitieren von einer zuverlässigen

Next Day Delivery innerhalb Österreichs

durch lokale Partner sowie von der Fulfillment-

Kompetenz und der grenzüberschreitenden

Infrastruktur von euShipments.com, die

eine Expansion in ganz Europa erleichtert.

Mit einer einheitlichen technischen Integration,

einem einzigen Vertrag und spezialisierter

Kundinnenbetreuung bietet euShipments.com

eine skalierbare Logistiklösung, die

besonders für Händlerinnen auf Plattformen

wie Shopify, WooCommerce, Magento oder

Marktplätzen wie Amazon attraktiv ist. Vertriebskanäle

lassen sich nahtlos mit der zentralen

Auftragsabwicklung verbinden, was den

Zugang zu internationalen Märkten vereinfacht.

Die Expansion erfolgt in einer starken Wachstumsphase:

Im Jahr 2025 wurden über 16 Millionen

Pakete abgewickelt, mit einem monatlichen

Durchschnitt von mehr als zwei Millionen

Sendungen. (RED)

Fakten auf einen Blick (Stand: Juni 2026)

• Anlass / Thema: Mit 1. Juli 2026 nimmt der

neue Fulfillment-Standort von euShipments.com

in Enzersdorf an der Fischa

seinen Betrieb auf.

• Kontext: Nach der mehrheitlichen Übernahme

treibt die Österreichische Post

AG die weitere Expansion ihres neuen

Tochterunternehmens euShipments.com

voran.

• Produkt / Service / Objekt: Fulfillmentund

grenzüberschreitende Logistiklösung

für KMU mit einem Vertrag und

einer Schnittstelle für Versand in mehr

als 27 europäische Länder.

• Maßnahme / Aktivität: Zusammenarbeit

mit der Post Systemlogistik sowie Zustellung

durch österreichische Partner und

der Logistikinfrastruktur von euShipments.com.

• Kennzahlen: über 16 Millionen abgewickelte

Pakete im Jahr 2025; aktuell durchschnittlich

mehr als zwei Millionen Sendungen

pro Monat.

• Kapazität / Leistung: Zugang zu mehr als

60 lokalen Zustelldiensten und über 800

Versandarten.

• Quelle: Österreichische Post AG


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S26

dm investiert in zweites

Verteilzentrum in Oberösterreich

dm investiert 230 Millionen Euro und setzt

bei allen maßgeblichen Gewerken und Leistungen

auf Partner aus der Region und aus

Österreich.

Mit einem Investitionsvolumen von

230 Millionen Euro realisiert dm

drogerie markt die bisher größte

Einzelinvestition in der 50-jährigen

Geschichte der dm Gruppe Österreich und

Verbundene Länder: Mit dem neuen Verteilzentrum

im oberösterreichischen Kronstorf, das

den bestehenden Standort im benachbarten

Enns ergänzt, verdoppelt dm seine Logistikkapazitäten

in Österreich. „Wir schaffen damit

Ressourcen, um dem anhaltend steigenden

Zuspruch durch unsere Kundinnen und Kunden

nachkommen zu können“, so Harald Bauer, Vorsitzender

der dm Geschäftsführung. 375 Millionen

Produkte wurden im vergangenen Jahr von

den dm Kundinnen und Kunden in Österreich

gekauft – das sind über 20 Millionen Stück

(plus 5,7 Prozent) mehr als im Jahr zuvor.

Hintergrund des Erfolgs sei nicht zuletzt

auch, dass es gelungen ist, die Inflation im dm

Warenkorb 2025 mit 0,3 Prozent fast bei null

zu halten und damit viele zusätzliche Kunden

für dm zu begeistern, berichtet Bauer: „Investitionen

in unsere Logistik sind auch Investitionen

in unsere Effizienz. Wir tun nicht einfach

nur mehr-vom-Selben, sondern nutzen

unser Wachstum für Weiterentwicklung. Damit

schaffen wir Ressourcen, um wiederum in die

Preiswürdigkeit zu investieren. Gleichzeitig

reduzieren wir den ökologischen Fußabdruck

unserer Logistik und schaffen optimale Arbeitsbedingungen

für unsere Mitarbeitenden. Wir

automatisieren Tätigkeiten, für die sich immer

schwieriger Menschen finden lassen und für die

es nicht die Qualitäten menschlicher Arbeitskraft

braucht. Wir achten auf Ergonomie und

Gesundheit und setzen vielfältige Maßnahmen,

um auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen

einen Arbeitsplatz bieten zu können“, sagt

Harald Bauer.

Das Projekt hätte in einem der Nachbarländer

deutlich schneller und günstiger verwirklicht

werden können, stellt Harald Bauer fest: „Wir

haben uns trotzdem so und nicht anders entschieden

– als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort

Österreich.“ Dementsprechend

sei es auch gelungen, alle namhaften Gewerke

und Leistungen an Partner aus der Region und

an österreichische Unternehmen zu vergeben

– von der Planung und Projektkoordination über

Holzbau und Betonfertigteile bis zu Innenausbau,

Elektrik und Intralogistik.

Foto: dm/Wolfgang Lienbacher


Holzbau, erneuerbare Energie und

Flächen für Biodiversität

„Überall, wo das technisch möglich und sinnvoll

ist, setzen wir Holz als Baustoff ein, um den

CO2-Fußabdruck gegenüber konventioneller

Bauweise zu reduzieren“, konkretisiert dm

Österreich Geschäftsführer Thomas Köck. So

werden sämtliche Außenwände und die meisten

Dachflächen im Holzbau ausgeführt. Die

hochwertige Holzriegelfassade spart rund 360

Tonnen (38 Prozent) CO2 im Vergleich zum

üblichen Standard einer Paneelbauweise ein.

Außerdem sorgt der hohe Dämmwert beim Heizen

und Kühlen für eine Energieeinsparung von

22.000 kWh pro Jahr.

So wie für die dm Märkte, die Zentralstandorte

und die bestehenden Verteilzentren gilt auch

am neuen dm Standort Kronstorf der Grundsatz

„raus aus Öl und Gas“: „Wir setzen auf PV-

Anlagen auf Dachflächen, Freiflächen und dem

Parkdeck: Mehr als 4.600 Module produzieren

eine Jahresleistung von 2,3 GWh. Für Heizung

und Kühlung kommen Wärmepumpen zum Einsatz,

die durch eine Betonkernaktivierung im

Hallenbereich ergänzt werden“, berichtet Thomas

Köck.

Das planerische Gesamtkonzept zielt darauf

ab, möglichst wenig Bodenfläche zu versiegeln.

Mehr als 26.000 Quadratmeter und damit

30 Prozent der Flächen bleiben unversiegelt.

Mit Rasengitter und Blumenschotterrasen sind

weitere knapp 10.000 Quadratmeter oder 11

Prozent der Fläche nur teilversiegelt.

Das Dach des Verteilzentrums mit einer Fläche

von 31.000 Quadratmetern (35 Prozent) wird

vollflächig als Gründach ausgeführt. Am südlichen

Ende des Grundstücks entsteht ein ca.

6.000 Quadratmeter großer Öko-Grünpark mit

Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter

nach den Prinzipien des „Nationalpark

Garten“. „Durch die Schaffung verschiedener

Vegetationsbereiche wird eine hohe Biodiversität

gefördert. Wir wollen hier Lebensräume

schaffen, die in der freien Landschaft selten

werden“, so Köck. Passende Lebensräume wie

beispielsweise Magerwiesen für Insekten fördern

auch die Ansiedelung diverser Vogelarten.

Rund um das Gebäude werden mehr als

100 Bäume und eine Vielzahl von Sträuchern

gepflanzt.

Mehr Effizienz, weniger Fußabdruck

Das neue Verteilzentrum macht es möglich,

die Logistikprozesse weiter zu optimieren

und so effizienter und damit auch ökologischer

zu gestalten. „Durch die Bündelung

von Transporten identer Quellverkehre nutzen

wir Lkw und Touren noch effizienter. So

können wir Transporte besser auslasten und

erreichen, dass die Steigerung der Transportkilometer

deutlich unter dem Mengenwachstum

liegen wird“, berichtet Prokurist Patrick

Aichinger, der den Bereich Logistik über die

12 Länder der dm Teilgruppe verantwortet.

„Darüber hinaus versuchen wir, lange Distanzen,

wo möglich, via Intermodalverkehr auf die

Bahn zu bringen, um so zusätzliche CO2-Tonnen

einzusparen.“

Freuen sich gemeinsam

über die erfolgreiche

Firstfeier des dm Verteilzentrums

Kronstorf (von

links): Thomas Köck (dm

Österreich Geschäftsführer),

Patrick Aichinger

(Prokurist und Leiter des

internationalen Fachbereichs

Logistik), Harald

Bauer (Vorsitzender der

dm Geschäftsführung),

Thomas Stelzer (Oberösterreichischer

Landeshauptmann),

Markus

Achleitner (Oberösterreichischer

Wirtschafts-

Landesrat), Christian

Kolarik (Bürgermeister

Kronstorf) und Christoph

Lichtenauer (Bürgermeister

Hargelsberg).


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S28

Ausgelegt ist das neue Verteilzentrum Kronstorf

auf eine Kapazität von rund 2.000 Warenausgangspaletten

täglich und 385 Millionen Stück

Produkte jährlich. Nach einer ersten Anlaufphase

soll im ersten Betriebsjahr die Marke

von 300 FTE (= Full Time Equivalent, Vollzeitmitarbeitende)

erreicht werden. Menschliche

Arbeitskraft und hochautomatisierte Systeme

spielen eng ineinander. Auf 13 Wareneingangsbahnen

werden die Anlieferungen direkt an die

automatische Anlage übergeben. Als verbindende

Fördertechnik kommen rund 80 AGVs (=

Automated Guided Vehicles) zum Einsatz: Diese

Fahrzeuge bewegen sich autonom durch das

Lager und versorgen so alle Funktionsbereiche

mit Paletten. „Die Mitarbeitenden können sich

auf wertschöpfende, effiziente Prozesse konzentrieren

und werden von reinen Transportprozessen

entlastet“, berichtet Patrick Aichinger.

Am neuen Standort in Kronstorf liegt ein wichtiger

Fokus auf der Lagerung und Kommissionierung

von Kleinteilen sowie einem Normalteile-Hochregallager.

Das Herzstück der Anlage

ist das Kleinteile-Shuttle-Lager. Es besteht

aus rund 260.000 Stellplätzen, die über eine

umfangreiche Fördertechnik an 16 Kommissionier-Stationen

im 1. Obergeschoss angebunden

sind. Angrenzend stehen fünf Hochregallagergassen

mit rund 15.500 Palettenstellplätzen

zur Verfügung. Die Fertigstellung des Gebäudes

inklusive Innenausbau und Außenanlagen ist

für Sommer 2027 geplant. Die technische Ausstattung

(Intralogistik und IT) soll bis Ende 2027

abgeschlossen sein und die Inbetriebnahme des

Verteilzentrums im Sommer 2028 stattfinden.

Landeshauptmann Thomas Stelzer: Starkes

Signal für Wirtschaftsstandort OÖ

„Die Entscheidung von dm drogerie markt, rund

230 Millionen Euro in ein neues Verteilzentrum

in Kronstorf zu investieren, ist ein starkes Signal

für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich

– weit über die Region hinaus. Diese größte

Einzelinvestition von dm in Österreich zeigt,

dass sich unser Bundesland im nationalen und

internationalen Wettbewerb um Investitionen

erfolgreich behauptet und als verlässlicher, leistungsfähiger

Standort wahrgenommen wird.

Gerade in einem Umfeld zunehmender globaler

Konkurrenz ist jede derartige Standortentscheidung

ein Beleg für unsere Stärken: eine

hohe industrielle Kompetenz, gut ausgebildete

Fachkräfte, eine funktionierende Infrastruktur

und ein partnerschaftliches Miteinander

zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Gleichzeitig sorgt die Investition für nachhaltige

Wertschöpfung in der Region, stärkt heimische

Betriebe und schafft zukunftssichere

Arbeitsplätze. Kronstorf ist damit nicht nur ein

wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung

von dm, sondern auch ein klares Bekenntnis

zu Oberösterreich als wettbewerbsfähigem,

zukunftsorientiertem Wirtschaftsstandort im

Herzen Europas.“

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner:

Leitbetrieb am Leitstandort Kronstorf

„Mit der Errichtung des neuen Logistik-Standorts

von dm Österreich siedelt sich ein Leitbetrieb

auf dem Leitstandort Kronstorf an. Durch

dieses Projekt der renommierten Drogeriemarkt-Kette

sollen rund 300 Arbeitsplätze entstehen.

Das ist eine klare Bestätigung für die

vorausschauende Standortpolitik in Oberösterreich:

Durch die Entwicklung und Bereitstellung

geeigneter Flächen werden Betriebsansiedlungen

und -erweiterungen ermöglicht. Das

schafft Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung.

Die Ansiedlung des neuen Verteilzentrums

von dm in Kronstorf ist damit ein weiterer

Baustein in der erfolgreichen Umsetzung

der oberösterreichischen Leitstandort-Strategie.

Das gewidmete Gewerbegebiet weist eine

direkte Anbindung an das hochrangige Verkehrsnetz

durch die B309 auf. Mit der Definition

von Leitstandorten wurden Wirtschaftsräume

mit überregionaler Bedeutung identifiziert, die

strategische wichtige Betriebsansiedlungen

und -erweiterungen ermöglichen – gerade

Foto: dm/Wolfgang Lienbacher


auch für Betriebe, die bereits in Oberösterreich

beheimatet sind. Logistik ist der Blutkreislauf

der Wirtschaft, das unterstreicht die Bedeutung

des neuen Logistik-Standorts von dm, das

zudem als eigentümergeführtes Unternehmen

für eine langfristige, nachhaltige Unternehmensführung

steht.“

Bgm. Dr. Christian Kolarik, Kronstorf: Wertvolle

Arbeitsplätze in der Region gesichert

„dm hat als internationales Unternehmen einen

ausgezeichneten Ruf als Arbeitgeber. Nicht

zuletzt wurde dm mehrfach als bester Arbeitgeber

Österreichs ausgezeichnet. Das Unternehmen

sichert mit dieser Investition wertvolle

Arbeitsplätze in der Region. Durch eine Baurechtsvergabe

mit speziellen Bedingungen,

anstelle eines bloßen Verkaufes, ist ein wichtiges

Anliegen – nämlich der langfristige Einfluss

der öffentlichen Hand – mit dm als Partner

erfüllt worden. Gemeinsam wurde an einer verantwortungsvollen

Gestaltung des Standortes

gearbeitet: Von der Nutzung der Abwärme von

Nachbarbetrieben, über die Umsetzung einer

Holz-Hybrid Bauweise, Nutzung erneuerbarer

Energie u. a. mit Photovoltaik und Gründach

bis hin zum Parkdeck im Hang, als nur einige

Beispiele. Aus diesem Grund sind auch alle

Beschlüsse zur Ansiedlung seitens Kronstorf

und Hargelsberg einstimmig getroffen worden.“

Bgm. Christoph Lichtenauer, BSc, Hargelsberg:

Strahlkraft über Gemeindegrenzen

„Wenn man heute im Betriebsbaugebiet Kronstorf/Hargelsberg

steht, spürt man: Da entsteht

etwas Großes – nicht nur ein Gebäude, sondern

ein Stück Zukunft für unsere Region. Mit dem

neuen Verteilzentrum von dm drogerie markt

entsteht hier in Kronstorf und Hargelsberg ein

Ort, der für Verlässlichkeit, Innovation und Verantwortung

steht.

Viele regionale Arbeitsplätze bedeuten für

Familien Sicherheit, Perspektive und Chancen

direkt vor der Haustür. Was mich besonders

freut: Dieses Projekt zeigt, dass wirtschaftlicher

Erfolg und Nachhaltigkeit kein Widerspruch

sind. Moderne Energiekonzepte, Photovoltaik,

Holz-Hybrid-Bauweise – hier wird nicht nur für

heute gebaut, sondern ganz bewusst auch für

die nächsten Generationen. Und genau das ist

es, was unsere Region und die INKOBA Kronstorf/Hargelsberg

ausmacht: Wir entwickeln

uns weiter, aber wir tun das mit Hausverstand,

mit Verantwortung und mit Blick auf die Menschen.

Für unsere Gemeinden ist das ein starkes

Signal: Unsere Region ist attraktiv, zukunftsfit –

und ein Platz, an dem große Ideen Wirklichkeit

werden können. Ich bin überzeugt: Dieses Projekt

wird weit über unsere Gemeindegrenzen

hinausstrahlen.“ (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S30

KNAPP-Vorstandsteam (v.l.n.r.): KNAPP-COO

Franz Mathi, KNAPP-CFO Christian Grabner,

KNAPP-CEO Gerald Hofer

KNAPP setzt

Wachstumskurs fort

KNAPP AG stärkt Marktposition mit innovativen

Lösungen und nachhaltigem Erfolg im

Geschäftsjahr 2025/2026.

Die KNAPP AG entwickelt sich auch im

Geschäftsjahr 2025/26 erfolgreich

weiter und bleibt auf Wachstumskurs.

In einem zunehmend komplexen

Marktumfeld behauptet sich das steirische

Technologieunternehmen mit Stabilität, Innovationskraft

und einem breiten Lösungsportfolio.

Mit einem Umsatz von 2,135 Milliarden Euro

(+7,6 %) sowie einem Auftragseingang von 2,51

Milliarden Euro unterstreicht KNAPP die nachhaltige

Entwicklung des Unternehmens. Europa

und Nordamerika zählen dabei zu den wichtigsten

Umsatzmärkten und bilden die stabile

Basis für die internationale Geschäftsentwicklung.

Maßgeblich für den Erfolg sind die technologische

Kompetenz – insbesondere in Bereich

Robotik und KI – sowie der konsequente Fokus

auf langfristige Partnerschaften.

Diversifikation und Innovation

als stabile Wachstumsbasis

KNAPP profitiert von seiner starken Position in

den Kernbranchen Healthcare, Retail, Fashion,

Food, Wholesale und Industry. Schwächere Entwicklungen

in einzelnen Märkten können durch

Dynamik in anderen gezielt ausgeglichen werden

und schaffen so eine verlässliche Basis für

nachhaltiges Wachstum. Diese breite Aufstellung

bildet zugleich die Grundlage für kontinuierliche

Investitionen in die Weiterentwicklung

des Technologie- und Softwareportfolios. Im

Geschäftsjahr 2025/26 investierte das Unternehmen

106 Millionen Euro – rund 5 Prozent

des Umsatzes – in Forschung, Entwicklung und

Digitalisierung, um steigenden Anforderungen

an Effizienz, Flexibilität und Skalierbarkeit

gerecht zu werden.

Foto: KNAPP / Kanizaj und Niederwieser


Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung des

jüngsten bot-basierten Lagersystems AeroBot,

das KNAPP in ersten Kundenprojekten – unter

anderem bei Nord Electronic Drivesystems

und Siemens – implementiert. Als kombinierte

Lager- und Kommissionierlösung ist das System

vor allem für kleinere bis mittlere Anwendungen

geeignet und zeichnet sich durch hohe Anpassungsfähigkeit

und Erweiterbarkeit aus. Gleichzeitig

werden seit jeher Lösungen für sehr hohe

Durchsatzleistungen entwickelt. Dies zeigt sich

in der Realisierung entsprechender Anlagen –

wie etwa dem bislang größten Shuttle-Lagersystem,

das derzeit in Südkorea geplant wird.

Damit deckt KNAPP ein breites Leistungsspektrum

ab – von kompakten, standardisierbaren

Lösungen bis hin zu großskaligen, hochautomatisierten

Anlagen. Grundlage dafür ist ein

vielfältiges Portfolio, das Technologien vom

Palettenhandling bis zur Einzelstück-Kommissionierung

umfasst und auf unterschiedlichste

logistische Einsatzbereiche zugeschnitten ist.

„Gerade in der Vielfalt unserer Anwendungen

liegt unsere Stärke. Sie ermöglicht es uns, flexibel

auf unterschiedliche Anforderungen zu

reagieren und unseren Wachstumskurs stabil

fortzusetzen“, betont KNAPP-CEO Gerald Hofer.

Partnerschaft als langfristiges Prinzip

Mit steigenden Anforderungen an Logistiklösungen

rückt für KNAPP die enge Zusammenarbeit

mit den Kunden noch stärker in den

Fokus. „Wir beschäftigen uns intensiv mit den

Geschäftsmodellen unserer Kunden. Es geht

nicht darum, ein einzelnes System zu bauen,

sondern darum, langfristig zu verstehen, worauf

es im jeweiligen Marktumfeld ankommt“, so

Gerald Hofer.

Das dreidimensionale

Lagersystem

AeroBot befindet

sich nach seinem

Launch im vergangenen

Jahr nun in

der Umsetzungsphase

erster Kundenprojekte.

Künstliche Intelligenz als integraler Bestandteil

Auch treibt KNAPP die Integration von Künstlicher

Intelligenz konsequent voran und bündelt

entsprechende Anwendungen unter der

neuesten Plattform, dem KNAPP Brain. Ziel ist

es, datenbasierte Entscheidungen entlang der

gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen

– von Planung und Maschinensteuerung

bis hin zur letzten Meile. „Künstliche Intelligenz

ist für uns kein isoliertes Feature, sondern Teil

eines Gesamtsystems. Ihr Mehrwert entsteht

dort, wo Prozesse ganzheitlich gedacht werden

und auf einer fundierten Datenbasis aufbauen.

Richtig eingesetzt hilft KI dabei, Systeme stabiler,

effizienter und gleichzeitig anpassungsfähiger

zu machen“, erklärt COO Franz Mathi.

So werden Technologien, Daten und Prozesse

gezielt verzahnt, um Lösungen kontinuierlich

weiterzuentwickeln und auf zukünftige Anforderungen

vorzubereiten. Software kommt

dabei eine zentrale Rolle zu: Sie verbindet einzelne

Systeme und Prozessschritte, stellt Daten

kontextbezogen bereit und schafft die Voraussetzung

dafür, dass KI-Anwendungen ihre Wirkung

im operativen Betrieb entfalten können.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S32

KNAPP vereint internationales

Wachstum

mit starker regionaler

Verankerung, getragen

von engagierten Mitarbeiter

und qualifiziertem

Nachwuchs.

Dabei rücken Aspekte wie Datenqualität

zunehmend in den Fokus, um Lösungen gezielt

auf die Anforderungen der Kunden und deren

Endkunden auszurichten und Komplexität

beherrschbar zu machen.

KNAPP begleitet Projekte von der ersten Idee

über die Umsetzung bis hin zum laufenden

Betrieb und entwickelt Systeme gemeinsam

mit den Kunden kontinuierlich weiter. Der Ausbau

des globalen Customer Service stellt sicher,

dass Anlagen langfristig betreut und an veränderte

Anforderungen angepasst werden können.

So entsteht eine Partnerschaft, die nicht

auf Einzelprojekte beschränkt ist, sondern auf

langfristige Stabilität und Weiterentwicklung

ausgerichtet ist.

Kennzahlen Geschäftsjahr 2025/26

• Umsatz: 2,135 Milliarden Euro

(+7,6 % ggü. Vorjahr)

• Auftragseingang: 2,51 Milliarden Euro

• Mitarbeiter: 9.000 weltweit,

davon 4.600 in Österreich

• Investitionen in Forschung &

Entwicklung: 106 Millionen Euro

(5 % des Umsatzes)

Starkes Team und Nachwuchsförderung

Weltweit beschäftigt KNAPP rund 9.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, davon 4.600 in

Österreich. Damit ist das Unternehmen nicht nur

international erfolgreich, sondern auch fest in

der Steiermark verwurzelt und ein bedeutender

Arbeitgeber in der Region. Ein besonderer Fokus

liegt auf der Ausbildung und Förderung junger

Talente. Die Lehrlingsausbildung bei KNAPP gilt

seit Jahren als wichtiger Baustein für die langfristige

Entwicklung des Unternehmens. Erfolge

bei nationalen und internationalen Wettbewerben

– wie zuletzt die Qualifizierung für die

WorldSkills 2026 in Shanghai – unterstreichen

das hohe Ausbildungsniveau und die Qualität

des Nachwuchses.

„Unsere Lehrlinge zählen zur Weltspitze, und

ihre Teilnahme an Wettbewerben wie den

AustrianSkills oder den WorldSkills zeigt eindrucksvoll

ihr außergewöhnliches Können.

Durch die internationale Vernetzung gewinnen

sie wertvolle Einblicke in neue Technologien,

Arbeitsweisen und Kulturen. Dabei lernen

wir alle voneinander, stärken unsere Innovationskraft

und entwickeln uns als Unternehmen

gemeinsam weiter“, betont CFO Christian

Grabner. Gezielte Investitionen in Organisation,

Infrastruktur und Know-how sichern die

Basis für weiteres Wachstum und stärken die

Nähe zu Kunden und Märkten weltweit. (RED)

Foto: KNAPP / Kanizaj


Shops, Stores

& Spaces


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S34

Report: Deutsche Firmen

verschwinden nach Osteuropa

und Asien

United Interim Wirtschaftsreport 2026: Produktion

wandert zunehmend ins Ausland –

führende Interim Manager erklären die Hintergründe

und Herausforderungen.

Eine anhaltende Abwanderungswelle

der deutschen Industrie stellt der

Wirtschaftsreport 2026 fest, den die

Management-Community United Interim

(www.unitedinterim.com) herausgegeben

hat. „Osteuropa oder Asien ist die primäre

Frage bei vielen Industrieunternehmen, wenn

es um Produktionsverlagerungen geht“, sagen

die beiden Interim Manager Dr. Sven Mues und

Friedhelm Best.

Die beiden haben den Report gemeinsam mit

ihren Kollegen Ulvi Aydin, Jan Beutnagel, Ulf

Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock,

Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen,

Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland

Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg

verfasst. „Dem Report liegt eine Umfrage unter

550 Interim Managern zugrunde“, erläutert

Studienleiter Dr. Harald Schönfeld.

Starker Trend zur Verlagerung nach Osteuropa

Beinahe die Hälfte der Befragten (48 Prozent)

spricht von einem starken Trend zur Verlagerung

von Fertigungsstätten nach Osteuropa.

„Am beliebtesten sind Polen, Ungarn, Rumänien

und Tschechien“, weiß Dr. Sven Mues zu

berichten, der regelmäßig mit derartigen Projekten

befasst ist. Diese Einschätzung teilen

auch viele seiner 550 Kollegen. Deutlich mehr

als ein Drittel (37 Prozent) erwartet eine weitere

Umsiedlungsbewegung von Deutschland

nach Rumänien. Beinahe ein Drittel (32 Prozent;

Mehrfachnennungen waren erwünscht)

sagt Werksverlagerungen nach Polen voraus.

29 Prozent sehen Ungarn in einer bevorzugten

Position. Ein Viertel stuft Tschechien als beliebtes

Zielland ein.

Dr. Sven Mues nennt die Gründe: „Die Unternehmen

profitieren dort von deutlich geringeren

Lohnkosten, niedrigeren regulatorischen

Belastungen und einer insgesamt investitionsfreundlicheren

Industriepolitik. Gleichzeitig

bieten Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn und

Tschechien gut ausgebaute industrielle Infrastrukturen,

qualifizierte Arbeitskräfte und eine

enge Anbindung an die europäischen Absatzmärkte.“

Er spricht von einer Kombination aus

Kostenvorteilen, höherer Flexibilität und stabileren

Produktionsbedingungen.


Verlagerung nach Asien:

China, Indien, Vietnam

Viele Unternehmen zieht es allerdings in die

weitere Ferne. An erster Stelle steht dabei

Asien, wissen 40 Prozent der kontaktierten

Interim Manager. Als die wichtigsten Länder für

Produktionsverlagerungen stufen sie China (44

Prozent), Indien (43 Prozent) und Vietnam (35

Prozent) ein. Weniger gefragt sind Singapur (7

Prozent) und Japan (6 Prozent).

„Die Verlagerung von Produktionskapazitäten

nach Asien bietet deutschen Unternehmen

handfeste Vorteile“, erklärt Friedhelm Best, der

seit Jahrzehnten westliche Firmen in Asien aufbaut

und betreut. Er zählt auf: deutlich niedrigere

Lohnkosten, je nach Land bis zu 70 Prozent

unter deutschem Niveau, geringere Produktions-

und Energiekosten sowie häufig staatliche

Förderprogramme und Steueranreize. Als

weiteren Vorteil nennt er die Nähe zu schnell

wachsenden Absatzmärkten – Asien steht

für über die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums

– was Transportkosten reduziert

und Markteintrittsbarrieren senkt.

Friedhelm Best weiter: „Gleichzeitig profitieren

die Unternehmen von hochentwickelten industriellen

Clustern, etwa in China, Vietnam oder

Südkorea, die eingespielte Lieferketten, spezialisierte

Zulieferer und kürzere Innovationszyklen

ermöglichen. Auch Skaleneffekte lassen

sich durch große Produktionsvolumina leichter

realisieren. In Summe verbessert die Verlagerung

die Wettbewerbsfähigkeit, erhöht Margen

und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit auf

globale Nachfrageverschiebungen.“

USA: eines der innovativsten Länder

Neben Osteuropa und Asien spielen auch die

USA durchaus eine Rolle beim Thema Werksverlagerungen.

22 Prozent der Interim Manager

halten die Vereinigten Staaten von Amerika

für ein lohnendes Zielland für Produktionsstätten.

Ulvi Aydin erläutert: „Völlig losgelöst

von der aktuellen US-Politik sind und bleiben

die USA eines der innovativsten Länder der

Welt, insbesondere bei der Digitalisierung und

modernen Ausprägungen davon, wie Künstlicher

Intelligenz. Wer dorthin geht, profitiert von

diesem Umfeld. Zudem bietet das Land einen

weitgehend einheitlichen Absatzmarkt und

nicht zuletzt gibt es interessante steuerliche

Anreize.“

„In einer digital getriebenen Welt lohnt sich

der Blick in die USA immer, um technologische

Entwicklungen frühzeitig zu entdecken“, meint

Klaus-Peter Stöppler. Er verweist exemplarisch

auf den Bau- und Immobiliensektor mit Innovationen

wie 3D-Druck von Gebäuden, Drohnen

zur Baustellenüberwachung, automatisiertem

Bricklaying, Modular/Prefabricated Construction,

Augmented und Virtual Reality für Planung

und Training, Digital Twins und Building Information

Modeling (BIM). „Alle diese Technologien

lassen sich auch in Deutschland nutzen“,

sagt Klaus-Peter Stöppler.

Abhängigkeiten reduzieren ist am wichtigsten

Unabhängig von konkreten Standorten rät Jane

Enny van Lambalgen zum verstärkten Local

Sourcing. Sie sagt: „Unternehmen sollten interkontinentale

Dependenzen so weit wie möglich

abbauen, um sich vor Lieferengpässen durch

Geopolitik, Zöllen oder ähnlichen kaum vorhersehbaren

Entwicklungen zu schützen.“ Sie

empfiehlt daher allen Industrieunternehmen,

ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.

Re-Regionalisierungen erfordern enorme strategische

Investitionen, stellt Christian Jung fest.

Schätzungen gehen von über zwei Prozent des

Jahresumsatzes aus, die Firmen mit globalen

Lieferketten mobilisieren müssen, um interkontinentale

Abhängigkeiten abzubauen oder

substanziell zu verringern. „Aber der Schritt

lohnt sich“, stellt Jan Beutnagel klar, „denn nur


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S36

dadurch können sich Unternehmen einigermaßen

von geopolitischen Unwägbarkeiten

abkoppeln, egal ob es sich um Zollkonflikte,

Sanktionen, Behinderungen der See- oder Luftwege

durch Terroranschläge oder plötzlich

ausbrechende kriegerische Auseinandersetzungen

irgendwo auf der Welt handelt.“ Sein

Kollege Ulrich Schmidt weist auf den schwelenden

Konflikt zwischen den USA und China

um die Insel Taiwan hin: „Die nächste oder

übernächste kriegerische Auseinandersetzung

mit gravierenden Folgen für den Weltmarkt ist

absehbar.“ Jane Enny van Lambalgen stellt klar:

„Eine Werksverlagerung sollte auf jeden Fall

nur dann erfolgen, wenn dadurch die interkontinentalen

Abhängigkeiten verringert und nicht

etwa vergrößert werden.“

Externer Support bei

Produktionsverlagerungen

Unternehmen, die Produktionsverlagerungen

ins Ausland vornehmen, greifen dabei regelmäßig

auf externe Hilfe durch Interim Manager

zurück. Im Unterschied zu Beratern liefern sie

nicht nur Konzepte ab, sondern steigen als Führungskräfte

auf Zeit selbst ins Tagesgeschäft

ein und übernehmen unmittelbare Verantwortung

für den „Umzug“ nach Osteuropa, Asien,

die USA und wohin es auch immer geht.

Die wichtigsten Aufgaben sind in diesem

Zusammenhang laut Studie die Prozessoptimierung

und Implementierung neuer Prozesse,

sagen 88 Prozent der befragten Interim Manager.

87 Prozent (Mehrfachnennungen waren

erwünscht) stufen zudem Restrukturierungsund

Turnaround-Maßnahmen als besonders

wichtig ein. „Bei einer Betriebsverlagerung

geht es nicht darum, die Produktionslinie 1:1

an einem neuen Standort wieder aufzubauen",

sagt Christian Jung, „sondern um Wertschöpfung

zum Absatzmarkt zu verlagern – strukturell

optimiert, mit lokaler Kostenstruktur und

maximaler Wettbewerbsfähigkeit.“ Tatsächlich

stufen 72 Prozent seiner Kollegen Effizienzsteigerungen

und Kostensenkungen als typische

Aufgabe externer Hilfe ein.

Das Change Management stufen 77 Prozent

der Befragten als kritischen Faktor bei Produktions¬verlagerungen

ein. Paul Stricker ordnet

ein: „Eine Werksschließung in Deutschland hat

nicht nur gravierende Auswirkungen auf die

unmittelbar betroffene Belegschaft, sondern

sendet in der Regel Schockwellen durch das

gesamte Unternehmen. Die Gefahr von Lähmung

und passivem Widerstand liegt auf der

Hand. Dieser Aspekt muss frühzeitig berücksichtigt

und adressiert werden, damit sich die

Verlagerung ins Ausland nicht als Bumerang

erweist.“ So messen zwei Drittel der Interim

Manager dem Stakeholder-Management eine

Schlüsselrolle bei einer Produktionsverlegung

zu. Dazu gehören über die Belegschaft hinausgehend

Betriebsrat und Gewerkschaften,

Lieferanten und Zulieferer, Logistik- und Distributionspartner,

Investoren und Banken, Behörden,

die lokale Politik und Kommunen sowie die

Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Kunden. „Es

wird häufig unterschätzt, wie umfassend und

tiefgehend die Auswirkungen einer Werksschließung

tatsächlich sind“, weiß Dr. Sven

Mues aus Erfahrung. Für 67 Prozent seiner Kollegen

ist daher Krisenmanagement ein fester

Bestandteil jeder Produktionsverlagerung.

Einen anderen Aspekt betont Friedhelm Best:

„Die Mentalität an dem Standort, der geschlossen

wird, lässt sich nicht unverändert auf den

neuen Standort übertragen. Wird beispielsweise

ein Werk in Asien aufgebaut, treffen

Unternehmen auf andere Arbeitskulturen, Hierarchieverständnisse,

Kommunikationsstile und

Erwartungshaltungen, die tief in gesellschaftlichen

Strukturen verankert sind. Was am bisherigen

Standort als selbstverständlich gilt – etwa

Eigenverantwortung, direkte Kritik oder flexible

Problemlösung – kann in Asien zu Unverständnis,

Zurückhaltung oder Orientierungslosigkeit

führen. Erfolgreiche Produktionsverlagerungen

in andere Regionen erfordern daher interkulturelles

Verständnis, angepasste Führungsmodelle

und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen,

um Produktivität und Qualität nachhaltig

sicherzustellen.“

Deutschland bleibt weiterhin attraktiv

Deutschland bleibt weiterhin ein attraktiver

Standort, ist nicht einmal ein Viertel (23 Prozent)

der 550 befragten Interim Manager fest

überzeugt. „Es kommt auf die Branche und die

Umstände an“, meinen 45 Prozent. „Der Weg

ins Ausland ist kein Allheilmittel“, erklärt Dr.

Andreas Vieweg. Häufig werde das Potenzial

unterschätzt, das sich durch Prozessoptimierungen

am heimischen Standort erzielen ließe.


Ulf Camehn ergänzt: „Produktionsverlagerungen

können im Einzelfall richtig sein. Sie dürfen

aber nicht zur Flucht vor hausgemachten Problemen

werden. Wer Strategie, Führung, Prozesse,

Kundenfokus und finanzielle Steuerung

im Griff hat, kann auch am Standort Deutschland

wettbewerbsfähig bleiben – gerade, weil

Deutschland trotz aller Schwächen stabile politische

Verhältnisse, starke industrielle Netzwerke

und hohe Umsetzungskompetenz bietet.“

Eckhart Hilgenstock ordnet ein: „Unternehmen

sind viel mehr als Produktionsstätten. Sie sind

auch Think Tanks, Ingenieurbüros und Softwareschmieden,

greifen innovative Technologien auf,

entwickeln frische Geschäftsmodelle, finden

neue Absatzmärkte, begeistern ihre Kunden mit

Dienstleistungen, sehen Chancen und ergreifen

sie. Der Weg ins Ausland ist also eine neue von

sehr vielen Möglichkeiten, die Unternehmen

haben, um sich fit für die Zukunft zu machen.“

Sein Kollege Roland Streibich stimmt zu: „Bei

einem Restrukturierungs- oder Turnaround-

Projekt gibt es viele Aspekte, die zunächst

wichtiger sind als eine Produktionsverlagerung.

Das Spektrum reicht von der Prozess¬optimierung

über Smart Production

bis hin zur vollautomatisierten Fertigung.“

Christian Florschütz ist wichtig: „In den meisten

Fällen lohnt es sich, die Kundenfokussierung

konsequent zu verbessern, bevor über

Werksverlagerungen nachgedacht wird. Denn

viele Unternehmen sind zu einseitig im Kosten¬senkungsdenken

verfangen statt den

Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen.“

Eckhart Hilgenstock hat festgestellt: „Der Weg

ins Ausland führt am besten über das Business

Development. Wenn es gelingt, in anderen

Regionen neue Kundengruppen aufzubauen,

kann dies die Vorstufe zu einer späteren Produktionsaufnahme

in diesen Regionen sein.“

Studienleiter Dr. Harald Schönfeld resümiert:

„Produktionsverlagerungen sind zwar in Mode

gekommen, aber keineswegs in allen Fällen

sinnvoll.“ Er verweist darauf, dass sich mit Tesla

ein namhafter Autohersteller für Deutschland

als Europa-Standort entschieden hat. „Das sagt

einiges über die Zukunftsfähigkeit von made in

Germany aus“, meint Dr. Harald Schönfeld.

United Interim ist die führende digitale Plattform

und das einzige Ökosystem für Interim Management

in Deutschland, Österreich und der

Schweiz. Sie macht qualitätsgeprüfte Interim

Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle

Selbstvermarktung und bietet Unternehmen

sowie Providern einen kostenfreien, direkten

Zugang zu passenden Interim-Lösungen.

Als offene Online-Community und kuratierter

Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000

Führungskräfte auf Zeit in der DACH-Region.

Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten

und renommiertesten Interim Manager gemeinsam

mit UNITEDINTERIM eine Studie über den

Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft

durchgeführt – darunter Ulvi Aydin, Friedhelm

Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz,

Eckhart Hilgenstock, Christian Jung,

Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich

Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich,

Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg. Die Studienleitung

liegt bei Dr. Harald Schönfeld und

Jürgen Becker, den Gründern und Geschäftsführern

von UNITEDINTERIM. An der Befragung

haben über 550 ausgewählte Interim Manager

teilgenommen - Vertreter der „Königsklasse“ im

Management, die in mehr Unternehmen mehr

Herausforderungen meistern als klassische

angestellte Führungskräfte und deshalb über

einen besonders breiten Überblick verfügen.

Anders als Berater entwickeln Interim Manager

nicht nur Konzepte, sondern verantworten

in einer definierten Zeit im Unternehmen auch

deren Umsetzung. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S38

ILS Main Event zeigt:

Logistik-Know-how

erreicht neues Level

Megatrends und Spitzenwirtschaft vereint:

Das ILS Main Event als jährlicher Treffpunkt

des Who-is-Who der österreichischen und

internationalen Wirtschaft.

Als tragende Säule der Wirtschaft

boomt die Logistikbranche unaufhaltsam.

Das enorme Interesse am

ILS Main Event (14.–15. Oktober

2026, Helmut List Halle, Graz) unterstreicht

die Aktualität des Themas, das ganze Weltmärkte

beeinflusst. Unter dem Motto „Digital

Confirmation“ rückt die Independent Logistics

Society beim ILS Main Event 2026 konkrete

Lösungsmodelle für Unternehmen in den Fokus,

die sich nahtlos in den täglichen Arbeitsablauf

integrieren lassen.

ILS2025: Birgit Edlinger (ILS-Managing-

Partner Strategy), Bernhard Schmaldienst

(Associate Vice President Transporeon

Products bei Transporeon), Philipp Trummer

(IT-Security-Experte, iTanic, CEO), Mag.

Kristina Edlinger-Ploder (Rektorin der Grazer

Fachhochschule Campus 02), Wolfgang

Eder (EQ4.AI, CEO)

Sechs Kernfragen für die Zukunft der Logistik

Das Programm bietet Interessierten und ExpertInnen

tiefe Einblicke in sechs wegweisende

Hauptthemen: Während Infrastruktur & Mobility

sowie Smart Logistics & Technology die physische

Effizienz beleuchten, widmen sich eigene

Blöcke den Megatrends KI, Data & Cybersecurity

sowie Sustainability & Circular Economy.

Wie sich der Faktor Mensch und globale Märkte

verändern, diskutieren die Teilnehmenden in

den Panels zu Mindset, Leadership & Transformation

sowie Geopolitics.

Führende Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik auf der Bühne

Für dieses hochkarätige Line-up bringen die

Initiatoren lokale und internationale Branchengrößen

nach Graz. Impulse aus der vorder-

Fotocredi: tILS


sten Reihe der Wirtschaft liefern Gerald Hofer

(KNAPP AG, CEO), Walter Bostelmann (Kellner &

Kunz AG, CEO) sowie Günter Altenburger (Kellner

& Kunz AG, Vorstand), Markus Tomaschitz

(AVL List GmbH, CHRO & Group Spokesman), DI

(FH) Christoph Prattes (Pankl Racing Systems

AG, Vorstand) und Julia Hoffmann (Biogena-

Group, COO).

Viele spannende Out-of-the-Box-Perspektiven

garantieren zudem Zukunftsforscher Nils Müller

(TrendOne GmbH, CEO) und der Künstler Tom

Lohner. Die entscheidende Brücke zwischen

Politik, Wissenschaft und realer Praxis schlagen

Landesrätin Mag. Dr. Claudia Holzer, LL.M. (Landesrätin

Verkehr, Landeshochbau, ländlicher

Wegebau und Technik), Elisabeth Meixner, BEd

(Direktorin der Bildungsdirektion Steiermark)

und Sebastian Kummer (Vorstand Institut für

Transportwirtschaft & Logistik, WU Wien). Globales

Insider-Wissen steuern Buhmit Shoken

(Hiring Head, Co-founder) und Andrew Midgley

(TXM Group, Group Managing Director) bei.

Darüber hinaus diskutieren weitere Top-EntscheiderInnen

und InnovatorInnen auf Augenhöhe:

Andreas Grad (Transdanubia Holding,

CEO), Dr. Martin Riester (Fraunhofer Austria

Research, Director Center for Sustainable Production

and Logistics), Karl Hartleb (IC-Steiermark,

GF), Veronika Wolf (CINT, CEO), Martin

Pauscher (nuova GmbH, CEO), Ibolya Cseke

(KNAPP AG, SSM Global Customer Service), Markus

Sturm (Schwingshandl GmbH, CEO), Paul

Fuchs (Headwall, MD & Head of Sales EMEA),

Viktoria Zinner (Golden Mind, CEO), KommR.

Norbert Adler (WK Stmk, Obmann FG Spedition

& Logistik), Mario Korditsch (Senior Relationship

Manager Large Corporates, Steiermärkische

Sparkasse) und Wolfgang Eder (EQ4.AI, CEO).

Mit Christian Clerici holt die ILS einen der profiliertesten

Moderatoren für Wirtschaft, Mobilität

und Zukunft auf die Bühne. Einen besonderen

Akzent setzt außerdem Smudo, Mitglied der

Fantastischen Vier, als Transformation Special

Guest. Er bringt eine zusätzliche Perspektive

auf Wandel, Relevanz und Anpassungsfähigkeit

in Zeiten technologischer und gesellschaftlicher

Umbrüche auf die Bühne – und erweitert

das Programm um einen starken kulturellen

und emotionalen Impuls.

Wer sich die hochkarätigen Speaker nicht entgehen

lassen möchte , sichert sich zeitnah eine

Ticket. Mehr daz unter: https://ils365.at/ (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S40

Locus Robotics erweitert

seine Europazentrale

Auf 6.000 Quadratmetern präsentiert Locus

Robotics am Logistics Campus Aalsmeer sein

Physical-AI-Portfolio unter realen Lagerbedingungen

und unterstützt damit die wachsende

Automatisierungsnachfrage in Europa.

Locus Robotics, führend im Bereich flexibel

skalierbarer Lagerautomatisierung,

kündigt heute die nächste Wachstumsphase

in Europa an und verlagert die

operativen Aktivitäten seiner Europazentrale

an den Logistics Campus Aalsmeer. Die deutlich

größere Fläche bietet den europäischen Teams

von Locus Robotics erweiterten Raum für Lagerbetrieb,

Kundendemonstrationen, Lösungstrainings,

Partneraktivitäten sowie den regionalen

Robotik-Lifecycle-Support.

Wachsende Nachfrage nach Automatisierung

Dieser Schritt baut auf einem mehrjährigen

regionalen Wachstum auf. Heute betreut Locus

Robotics über 150 Kunden in mehr als 20 Ländern

und unterstützt mehr als 17.000 Roboter

im Feld. In Spitzenzeiten kommen kurzfristig

mehrere Hundert weitere Roboter hinzu. „Europa

ist für Locus Robotics ein zentraler Wachstumsmarkt,

und unsere Erweiterung spiegelt die

Größenordnung der Chance wider, die vor uns

liegt“, unterstreicht Denis Niezgoda, Chief Commercial

Officer International bei Locus Robotics.

„Mit der wachsenden Nachfrage investieren wir

gezielt in Infrastruktur, Talente und Kundenerlebnis,

um den vollständigen Automatisierungs-

Lifecycle abzudecken, von der Inbetriebnahme

über den Service bis hin zur saisonalen Skalierung

und langfristigen Leistungsoptimierung.

Kunden und Interessenten erleben am neuen

Standort die volle Bandbreite unserer Lösung,

darunter Locus Origin, Locus Vector, Locus Array

und LocusONE, und können sehen, wie flexible

Automatisierung im großen Maßstab unter

realen Betriebsbedingungen funktioniert.“

Flexible Automatisierung über das gesamte

Fulfillment-Spektrum

Locus Robotics unterstützt Lagerbetreiber, sich

auf veränderte Nachfrage, schwankende Personalverfügbarkeit,

neue Auftragsprofile und

zunehmende SKU-Komplexität einzustellen.

Gleichzeitig verbessert das Unternehmen Produktivität,

Pickgenauigkeit, Personaleffizienz

und ergonomische Arbeitsbedingungen. Angetrieben

durch die Orchestrierungsplattform

LocusONE koordiniert Locus Robotics Fulfillment-Prozesse

in einheitlichem System aus

Robotik, operativen Daten und angewandter KI.

Zum Portfolio zählen Locus Origin für zentrale

Workflows wie Kommissionierung, Nachschub,

Retouren und Sortierung, Locus Vector

für höhere Traglasten, höhere Volumina und

Materialflüsse sowie Locus Array, ein vollständig

autonomes Robots-to-Goods-System für

hochverdichtete Lager- und Kommissionierumgebungen.

Neubau am Logistics Campus Aalsmeer

Der neue Standort entsteht auf einem Grundstück

zwischen Japanlaan und Thailandlaan

in Aalsmeer und wird durch das in Eindhoven


ansässige Unternehmen Next Level Development

realisiert. Die Fertigstellung ist für April

2027 vorgesehen, anschließend bezieht Locus

Robotics die Fläche.

„Locus Robotics ist eine starke Bereicherung für

den Logistics Campus Aalsmeer“, betont René

Geujen, Director Acquisitions & Leasing bei

Next Level Development. „Wir sind stolz darauf,

dass dieser Standort zu einer wichtigen Basis

für die erweiterten europäischen Aktivitäten

von Locus Robotics wird. Die Entscheidung für

diesen Standort unterstreicht die Qualität und

Attraktivität sowohl des Gebäudes als auch der

gesamten Logistikregion.“

Das Gewerbeimmobilien-Beratungsunternehmen

Cushman & Wakefield begleitete Locus

Robotics während des gesamten Such- und

Anmietungsprozesses für die neue Liegenschaft

und unterstützte das Unternehmen

dabei, einen Standort zu identifizieren, der den

wachsenden Anforderungen an Betrieb, Lager,

Demo-Fläche und Kundenaktivitäten im weiteren

europäischen Wachstum gerecht wird.

„Locus Robotics hatte eine klare Anforderung

an eine zukunftsfähige Liegenschaft, die die

expandierenden europäischen Aktivitäten, die

wachsende installierte Basis und das breitere

Automatisierungsportfolio trägt“, so Aron van

den Hoogen, Senior Consultant bei Cushman

& Wakefield. „Der neue Standort in Aalsmeer

bietet die richtige Kombination aus Erreichbarkeit,

Logistikinfrastruktur und betrieblicher

Flexibilität, um die nächste Wachstumsphase

des Unternehmens zu unterstützen. Wir freuen

uns, Locus Robotics in diesem Prozess begleitet

zu haben.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S42

Außerordentliche

Flexibilität der Auto-

Store-Technologie

In der Logistikhalle am Produktionsstandort

der Mercedes-AMG GmbH in Affalterbach

sorgen eine passgenaue AutoStore-Anlage

von Element Logic nebst intelligentem Materiaflusskonzept

für optimal automatisierte

Lagerprozesse.

Mercedes-AMG mit Sitz in Affalterbach

ist die Performanceund

Sportwagen-Marke von

Mercedes-Benz. Das 1967 von

Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher

als „Ingenieurbüro, Konstruktion und Versuch

zur Entwicklung von Rennmotoren“ gegründete

Unternehmen etablierte sich schon bald

im Rennsport: 1971 fährt der AMG Mercedes

300 SEL 6.8 beim 24-Stunden-Rennen in Spa

den Klassensieg sowie den zweiten Platz der

Gesamtwertung ein. In den Folgejahren wächst

das junge Unternehmen und rüstet weitere

Mercedes-Modelle mit Performance-Technik

aus und führt eigene Modelle ein. Seit 2005 ist

Mercedes-AMG eine hundertprozentige Tochter

der Mercedes-Benz AG und hat sich aus der

Leidenschaft für den Motorsport und innovativer

Ingenieurskunst zur treibenden Kraft in Performance

Engineering des Konzerns entwickelt.

Am Standort Affalterbach ist neben Operations,

Marketing und Vertrieb, Entwicklung, Erprobung

und Design von AMG Fahrzeugen auch die

Motorenmanufaktur ansässig.

Zur Effizienzsteigerung bei der Produktionsversorgung

für die V8-Produktion hat die Mercedes-AMG

GmbH die Materiallagerung und

Kommissionierung mit einer AutoStore-Anlage

in Affalterbach automatisiert. Den Auftrag zur

Konzeption und Projektrealisierung erhielt

Systemintegrator Element Logic. „Unter Einbindung

vorhandener baulicher Gegebenheiten

haben wir mit dem AutoStore für AMG ein

intelligentes und zukunftsweisendes Materialflusskonzept

erstellt, das die Entscheider der

Mercedes-AMG GmbH überzeugte“, erläutert

Joachim Kieninger, Director Strategic Business

Development bei Element Logic Germany,

die Hintergründe der Auftragsvergabe.


„Wir konnten belegen, dass die entwickelte

AutoStore-Lösung mit konsequent getrennten

Materialflüssen die geforderten Aufgaben der

Konfektionierung und Lagerung von Montagesätzen

optimal bewältigen kann.“

Bauseitig vorhandene Stahlbühne

intelligent eingebunden

Für den Premium-Hersteller realisierte Element

Logic eine AutoStore-Anlage für 8.200 Behälter,

die sechzehnfach übereinandergestapelt sind.

Auf der Oberfläche des Anlagenrasters übernehmen

48 R5 Pro-Roboter die Ein-, Um- und

Auslagerungen der Behälter. Die Einlagerung

der Bauteile, die für die Motorenproduktion vorgehalten

werden, erfolgt an drei sogenannten

ConveyorPorts im Erdgeschoss der Logistikhalle

mit einem Durchsatz von bis zu 390 Behältern

pro Stunde. Ebenfalls im Erdgeschoss sind weitere

sechs ConveyorPorts für die Produktionsversorgung

mit bis zu 1.300 Montagekits pro

Stunde installiert. Um den Raum des Bestandsgebäudes

bestmöglich zu nutzen, hat Element

Logic eine bereits vorhandenen Stahlbaubühne

in das Materialflusskonzept integriert. Dort

werden die Montagkits entsprechend der Produktionsplanung

an vier Kombi-Arbeitsplätzen

jeweils bestehend aus einem CarouselPort

und vier ConveyorPorts zusammengestellt.

Zur Qualitätssicherung sind darüberhinaus auf

der Stahlbühne drei weitere ConveyorPorts

für regelmäßige Sichtprüfungen installiert. Für

koordinierte Lagerprozesse sorgt die von Element

Logic realisierte Anbindung von Auto-

Store an die AMG-eigene Lagersoftware.

Zuverlässige Materialversorgung

mit Komponentenkits

Seit dem Frühjahr 2025 übernimmt die Auto-

Store-Anlage in der Logistikhalle der Mercedes-AMG

GmbH zuverlässig die intelligente

Materialversorgung der Montageplätze mit den

benötigten Komponentenkits. Für durchgängige

Systemverfügbarkeit und kontinuierliche

Wartung haben Mercedes-AMG und Element

Logic überdies für die kommenden fünf Jahre

ein Service Level Agreement unterzeichnet.

„Wir, bei Element Logic, sind tatsächlich auch

ein wenig Stolz über die intelligente Lösung, die

wir für Mercedes-AMG entwickelt und umgesetzt

haben“, resümiert Kieninger. „Insgesamt

ein Projekt, das einmal mehr die Flexibilität der

AutoStore-Technologie belegt.“ (RED)

Die benötigten Artikel werden aus dem Auto-

Store zur Entnahme bereitgestellt und an den

ConveyorPorts, unterstützt durch ein Pick-to-

Light-System, in bis zu vier Zielbehälter kommissioniert.

Nach Zusammenstellung der Kits

werden die Behälter im AutoStore zwischenund

bei Produktionsabruf im Erdgeschoss ausgelagert.

Dort werden sie an einen Routenzug

übergebender sie an die Bedarfsstellen transportiert.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S44

Kardex realisiert

automatisiertes Logistikzentrum

für Haberkorn

Das österreichische Handelsunternehmen

Haberkorn hat Kardex als Generalunternehmer

mit der Erweiterung seines bestehenden

Logistikzentrums im Nordrhein-Westfälischen

Recklinghausen beauftragt.

Ziel ist das hochautomatisierte Handling

von Kleinteilen und Paletten. Haberkorn

ist technischer Händler mit

Focus auf DACH und CEE-Märkte. Das

Sortiment umfasst vornehmlich Arbeitsschutz

und technische Produkte. Beauftragt wurde

ein 4-gassiges automatisches Paletten-Hochregallager

mit 5.388 Stellplätzen, eine Auto-

Store-Anlage auf zwei miteinander verbundenen

Ebenen mit bis zu 178.800 Behältern sowie

rund 600 m automatische Behälterfördertechnik.

Gesteuert werden soll das Logistikzentrum

durch das Warehouse-Management-System

SAP EWM, das durch den Kardex-Partner prismat

implementiert wird. Insgesamt neun Kommissionierplätze

für Paletten und Kleinteile

sowie 21 Pack-Arbeitsplätze runden das einzigartige

Projekt ab, das in Zusammenarbeit

mit der Supply-Chain-Unternehmensberatung

Miebach Consulting entwickelt wurde. Der

erste von zwei Bauabschnitten startet im April

und soll im Dezember an den Kunden übergeben

werden.

Die neuen Lagerbereiche entstehen in einem

vierstöckigen Erweiterungsbau, der von Haberkorn

auf einer Fläche von 13.000 qm errichtet

wird. Neben der Logistik werden dort auch

Werkstätten, Büros und eine Kantine untergebracht.

Der Neu- und Ausbau des Logistikzentrums

wird langfristig das gruppenweite

Netzwerk von Logistikstandorten der Haberkorn

Gruppe stärken und als Zentrallager für

den Arbeitsschutz in Deutschland fungieren.

In das Projekt werden insgesamt 55 Millionen

Euro investiert – hierbei handelt es sich um die

größte Einzelinvestition der Haberkorn Gruppe

seit Bestehen.

„Spannendes Kombi-Projekt“

Kardex überzeugte Haberkorn vor allem durch

die gute Zusammenarbeit während der gemeinsamen

Konzept-Entwicklung und die dabei

gezeigten innovativen Ansätze. Hinzu kam der

Pragmatismus des Projekt-Teams und das von

Kardex gezeigte große Interesse an diesem Projekt.

Auch der partnerschaftliche Auftritt von

Kardex und prismat spielten bei der Entscheidung

eine wichtige Rolle. „Wir freuen uns sehr,

dass wir gemeinsam dieses spannende Kombi-

Projekt aus mehreren Bereichen der Kardex-

Gruppe gewinnen konnten“, bestätigt Kardex-

Hauptprojektleiter Jan Schimmelpfennig.


Die bereits laufende erste Baustufe umfasst

das von Kardex AutoStore Solutions realisierte

Kleinteilelager. Hier entstehen auf zwei Ebenen

Grids mit einem Fassungsvermögen für bis zu

178.800 Behältern. Bewegt werden sie durch 97

AutoStore-Roboter der neuen Generation vom

Typ Redline R5.1, für die 77 Ladestationen bereit

stehen werden. Der Ein- und Ausgang läuft über

sieben Carousel-Ports und 20 Conveyor-Ports.

588 m Fördertechnik

Die Auftragskommissionierung wird durch sieben

Intuitiv Picking Assistants (IPA) von Kardex

gesteuert und unterstützt. Im Hinblick auf eine

spätere Erweiterung werden zudem vier Bin

Lifte und sechs Frames installiert. Die an das

Kleinteilelager anschließende Fördertechnik

für die AutoStore Behälter erstreckt sich über

eine Länge von 588 m. Darin enthalten sind drei

Behälter-Vertikalumsetzer sowie zwei Pufferund

Sequenzstrecken. Im Bereich der Packerei

errichtet Kardex zudem 14 Arbeitsplätze für

das Konsolidieren der Pakete. Hinzu kommen 7

Arbeitsplätze für das Packen von Gemischtwaren

(Palette und Kleinteile).

Die zweite Baustufe umfasst das automatische

Paletten-Hochregallager mit 5.388 Stellplätzen

und startet im April 2027. Das Herzstück bilden

die vier Regalbediengeräte vom Typ Kardex

MSingle A-800/18-ZT. Daran angeschlossen

werden drei Kommissionier-Arbeitsplätze

mit ergonomischer Andienung. Der An- und

Abtransport läuft über eine automatische

Paletten-Förderanlage mit rund 200 Antrieben,

einem Paletten-Vertikalumsetzer und zehn

Auf- und Abnahmestellen. Im November 2027

soll auch der zweite Bauabschnitt an den Kunden

übergeben werden.

„Die bisherige Zusammenarbeit mit Kardex

während der Planungsphase und der jetzt

begonnenen Umsetzung läuft absolut reibungslos.

Wir sind deshalb sehr zuversichtlich,

dass die Zeitpläne für die verschiedenen Baustufen

eingehalten und wir mit der Erweiterung

unsere Effizienz-Ziele erreichen werden“,

so Bernd Neßler, Leiter Logistik der Haberkorn

Gruppe.

Bereits ab der ersten Baustufe ist Kardex-

Partner prismat mit der Implementierung des

Warehouse Management Systems SAP EWM

aktiv. Das Systemhaus mit Sitz in Dortmund

verantwortet unter anderem die Schnittstelle

zum Kardex AutoStore Controller und zur SPS-

Steuerung der gesamten Fördertechnik und

Regalbediengeräte.

Das Handelsunternehmen Haberkorn mit

Hauptsitz in Wolfurt (Österreich) bietet ein breites

Sortiment an Arbeitsschutz und technischen

Produkten. Dazu zählen unter anderem

Schläuche, Armaturen, Werkzeuge, Maschinen,

Verbindungselemente, Schrauben, Dichtungstechnik,

Kunststofftechnik, Schweißtechnik,

Werkstatt- und Betriebseinrichtungen sowie

Schmierstoffe und KFZ-Bedarf.

Mit acht Standorten und 835 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ist Haberkorn auch in

Deutschland stark aufgestellt. Zudem betreibt

Haberkorn Standorte in Österreich, der Schweiz,

Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Slowenien,

Kroatien und Serbien. Rund 2.400 Mitarbeitende

haben in der Haberkorn Gruppe 2025

einen Umsatz von 783 Mio. Euro erwirtschaftet.

Weitere Infos unter www.haberkorn.com.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S46

expert setzt beim

Onlinegeschäft auf

REMIRA

Seit 2012 setzt expert im Onlinehandel auf

die REMIRA Order Management Software und

profitiert von einer stabilen, hochgradig individualisierten

Lösung, die die komplexen Strukturen

des Unternehmens optimal abbildet.

Die expert Warenvertrieb GmbH zählt

zu den größten Handelskooperationen

für Consumer Electronics in

Deutschland. Mit rund 400 Märkten,

knapp 200 Gesellschaftern und einem Innenumsatz

von über zwei Milliarden Euro spielt

das Unternehmen eine zentrale Rolle im deutschen

Elektronikhandel. Ein entscheidender

Differenzierungsfaktor, der expert von seinen

Mitstreitern unterscheidet, ist der außergewöhnliche

Anspruch an Service und Beratung.

Neben rund 400 stationären Märkten betreibt

expert die zentrale Plattform expert.de, die an

große Marktplätze wie OTTO, eBay und Kaufland

angebunden ist, sowie über 250 individuelle

Fachmarktseiten. Damit ist expert der

zweitgrößte Elektronikhändler in Deutschland.

Jede Bestellung wird automatisch dem passenden

Fachgeschäft oder Fachmarkt zugeordnet

und dort nach dem Ship-from-Store-Prinzip

kommissioniert. Genau hier machen sich die

Stärken der Order Management Software von

REMIRA bemerkbar: Das Tool bildet sämtliche

Prozesse von der Auftragsannahme über die

Payment-Schnittstellen, Kommissionierung,

Versand und Tracking bis hin zum Retourenmanagement

zentral ab.

„Ohne die REMIRA-Software wären unsere

komplexen Prozesse gar nicht handelbar. Wir

brauchen einen Single Point of Truth, an dem

alle Informationen zusammenlaufen“, erklärt

Marcus Willbold, der seit 14 Jahren Geschäftsbereichsleiter

der Bereiche Marketing und

E-Commerce bei expert ist. Die Kommissionierungen

variieren je nach Versandmenge in

den 250 verschiedenen Kommissionierstellen


stark, also arbeiten die Mitarbeitenden unterschiedlich

häufig mit dem System. Für Willbold

bedeutet das, dass eine intuitive Bedienbarkeit

der Order Management Software unverzichtbar

ist. „Das System muss performant und einfach

zu bedienen sein. Für den Mitarbeiter darf es

nicht zu komplex sein“, so Willbold.

Stabile Prozesse – auch bei hoher

Individualisierung

expert nutzt die REMIRA Order Management

Software nicht als Standardlösung, sondern

in einer stark individualisierten Ausprägung.

Besonders bemerkbar macht sich das bei der

Anbindung großer Marktplätze wie OTTO, eBay

oder Kaufland. Die komplexen Anforderungen

der einzelnen Plattformen erfordern dabei

maßgeschneiderte Prozesse und eine hohe

Flexibilität in der technischen Umsetzung.

Susanne Gerbas, Project Manager bei REMIRA,

betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit:

„Wir freuen uns, expert mit sehr individuellen

Prozessen in der Marktplatzanbindung

unterstützen zu können und diese künftig auch

noch weiter auszubauen. Die langjährige und

enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ist ein

wichtiger Faktor und gemeinsam arbeiten wir

stetig daran, weitere Optimierungspotenziale

aufzudecken und zu erschließen.“


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S48

Für expert sind diese Anpassungen von großer

Bedeutung. Wirft man zum Beispiel einen

Blick auf die Anbindung von OTTO.de, erfolgt

der Listungsprozess dort automatisiert unter

Berücksichtigung der relevanten Provisionen.

So ermöglicht das System, die Gesellschafter so

wenig wie möglich mit operativen Themen zu

belasten. Auch das Labeling erfolgt über einen

externen Dienstleister, der über REMIRA koordiniert

wird.

Die Schnittstellenkommunikation funktioniert

laut Willbold reibungslos – ein wichtiger Faktor,

denn Störungen würden sofort den gesamten

Versandprozess beeinflussen. Gerade weil

expert großen Wert auf persönliche Beratung

und verlässlichen Service legt, ist eine stabile

Prozesskette essenziell. Genau hier schafft

REMIRA die Grundlage dafür, dass Kundenservice

auch im Onlinegeschäft spürbar bleibt,

etwa indem Kunden Informationen, Bestätigungen

und Sendungsverfolgungen zuverlässig

erhalten.

Automatisierung, Transparenz und Effizienz

Der Mehrwert, den expert durch die REMIRA

Order Management Software erzielt, liegt klar

auf der Hand: Die Software ermöglicht eine

zentrale Steuerung aller Onlineprozesse trotz

der dezentralen Händlerstruktur und eine

hohe Prozesssicherheit durch automatisierte

Bestell-, Versand- und Retourenabläufe. Durch

die zuverlässige Prozessabwicklung schafft

REMIRA zudem die Basis dafür, dass expert seinen

Serviceanspruch auch im digitalen Umfeld

einlösen kann. Außerdem entlastet die Software

die Gesellschafter durch automatisierte

Marktplatzlistungen und bietet stabile Schnittstellen

zu Payment, Carriern und Dienstleistern.

Mit rund 60.000 gelisteten Produkten und

einer hybriden Customer Journey, in der Kunden

online recherchieren und bestellen oder sich im

Fachgeschäft bzw. Fachmarkt beraten lassen

und dort kaufen können, ist ein zuverlässiges

Order Management für expert geschäftskritisch,

sagt Willbold: „Ein Arbeiten ohne ein solches

Order Management Tool wäre auch für uns

als Mittelständler absolut nicht denkbar, weil

wir den Service und die Verfügbarkeiten nicht

garantieren könnten.“

Partnerschaft seit über einem Jahrzehnt

Seit 2012 arbeiten expert und REMIRA eng

zusammen; so eine langjährige Partnerschaft

ist in der Branche alles andere als selbstverständlich.

Laut Willbold ist das ein wichtiges

Qualitätsmerkmal, basierend auf hoher Zufriedenheit.

Durch die Zusammenarbeit mit REMIRA

konnte expert seine Prozesse maßgeblich vereinfachen.

Das Unternehmen setzt bereits seit

dem Start des eigenen Onlinehandels auf das

REMIRA Order Management System. Seit 2017

nutzt expert zudem die Stichprobeninventur-

Software des Anbieters, um auch die Inventurprozesse

digital und effizient zu gestalten.

expert verfolgt weiterhin das Ziel, Prozesse

kontinuierlich zu optimieren und das nicht nur

im Backoffice, sondern auch auf der Fläche. Um

dies zu erreichen, bleiben Marktplatzanbindungen,

Automatisierungen und die fortlaufende

Digitalisierung aller relevanten Abläufe

unverzichtbar. Die Order Management Software

von REMIRA bildet dafür eine stabile Basis und

wird expert auch in Zukunft bei der Umsetzung

unterstützen.

(RED)


Technologien,

Trends und Tools

für den Handel

retail-techday.at

19.NOV

RETAIL

TECH-DAY

2026

TECH GATE

VIENNA


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S50

Weichenstellungen für

Industrieunternehmen:

Produktionslogistik neu

denken

Wie heutige Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit

von morgen sichern und den

Weg für nachhaltigen Erfolg ebnen.

Die Produktionslogistik wird zunehmend

zum strategischen Wettbewerbsfaktor.

Steigende Variantenvielfalt,

volatile Märkte,

geopolitische Unsicherheiten sowie der anhaltende

Fachkräftemangel zwingen Industrieunternehmen

dazu, ihre Produktions- und Logistikstrukturen

grundlegend neu zu denken.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz,

Resilienz und Flexibilität.

Viele der dafür notwendigen Investitionsentscheidungen

wirken jedoch über Jahre oder

sogar Jahrzehnte hinweg. Unternehmen müssen

daher heute die richtigen Weichen stellen,

um ihre Produktionslogistik langfristig anpassungsfähig

und wirtschaftlich auszurichten.

Die Produktionslogistik befindet sich in einem

tiefgreifenden Wandel. Während früher vor

allem stabile Produktionsprogramme, klar planbare

Volumina und klassische Lean-Konzepte

im Mittelpunkt standen, dominieren heute

Dynamik, Unsicherheit und Anpassungsfähigkeit

die Diskussion. Produktions- und Logistiksysteme

müssen immer mehr dazu in der Lage

sein, kurzfristige Veränderungen in Nachfrage,

Variantenvielfalt oder Lieferkettenbedingungen

flexibel aufzufangen.

Hinzu kommen technologische Entwicklungen,

die die Produktionslogistik nachhaltig verändern.

Automatisierung, Digitalisierung und

künstliche Intelligenz entwickeln sich immer

stärker vom Innovationsprojekt zum industriellen

Standard. Gleichzeitig verändern neue

Technologien auch die eigentlichen Bereitstellungskonzepte

in der Produktion.

Moderne Lager- und Kommissioniersysteme

ermöglichen heute deutlich intelligentere

Bereitstellungskonzepte als noch vor wenigen

Jahren. Unternehmen versuchen zunehmend,

Bestände in der Produktion zu reduzieren und

Material trotzdem hochverfügbar bereitzustellen.

Dadurch entstehen neue Anforderungen

an Materialfluss, Steuerungslogik und Produktionsplanung.

Automatisierung allein reicht jedoch nicht aus.

Vielmehr müssen Unternehmen ihre Produktionslogistik

gesamtheitlich betrachten – von

Layout und Materialfluss über IT-Systeme bis

hin zur technischen Gebäudeausrüstung.

MICHAEL FLAIG

Frühe Entscheidungen bestimmen

die Flexibilität von morgen

Viele Investitionsentscheidungen in Produktion

und Logistik lassen sich später nur noch mit

erheblichem Aufwand korrigieren. Das betrifft

insbesondere hochspezialisierte Automatisierungslösungen,

neue Produktionsstandorte

oder bauliche Infrastruktur. Je spezifischer


und individueller Systeme ausgelegt werden,

desto schwieriger wird später eine Anpassung.

Investitionen in Gebäude, Automatisierung

oder Materialflusssysteme prägen Produktionsstrukturen

allerdings oft über Jahrzehnte

hinweg. Deshalb gewinnt vor allem die frühe

Konzeptphase erheblich an Bedeutung. Bereits

hier werden grundlegende Entscheidungen

getroffen, die später über Effizienz, Skalierbarkeit

und Anpassungsfähigkeit entscheiden.

Insbesondere die zunehmenden Lieferzeiten für

Automatisierungstechnik und Infrastrukturprojekte

erhöhen den Druck, frühzeitig belastbare

Zielbilder zu entwickeln. Gleichzeitig müssen

Unternehmen bereits in dieser Phase unterschiedliche

Zukunftsszenarien berücksichtigen

– ohne sich jedoch in endlosen Variantenbetrachtungen

zu verlieren.

Wichtig ist, die Komplexität bewusst zu

begrenzen. Zukunftsszenarien sollten sich

direkt aus der Unternehmensstrategie ableiten.

Statt unzählige Varianten durchzuplanen,

muss es darum gehen, Systeme so flexibel aufzubauen,

dass sie sich später mit vertretbarem

Aufwand anpassen lassen.

MICHAEL RIHA


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S52

Produktionslogistik darf nicht

isoliert betrachtet werden

Eine der größten Herausforderungen besteht

darin, Produktion und Logistik nicht länger

getrennt voneinander zu betrachten. In vielen

Unternehmen wird Produktionslogistik noch

immer primär als unterstützende Funktion

verstanden. Tatsächlich bestimmt sie jedoch

maßgeblich darüber, ob Maschinen, Mitarbeitende

und Prozesse überhaupt effizient arbeiten

können. Wenn z.B. Material nicht rechtzeitig

am Arbeitsplatz ankommt, kann auch die

beste Maschine nicht produzieren. Trotzdem

wird Produktionslogistik in vielen Projekten

noch immer stiefmütterlich behandelt – sowohl

organisatorisch als auch bei Flächen- und Investitionsentscheidungen.

Genau hier entstehen häufig langfristige

Probleme. Werden Layout, Materialfluss,

IT, Infrastruktur und Produktion nicht integriert

geplant, entstehen später kostspielige

Nachrüstungen oder Einschränkungen bei

der Automatisierung. Praxisbeispiele zeigen,

dass bereits vergleichsweise kleine Fehlentscheidungen

erhebliche Auswirkungen

haben können, etwa zu klein dimensionierte

Hallenflächen, ungeeignete Bodenplatten für

spätere Automatisierungssysteme oder fehlende

Flexibilität in der Medienversorgung.

Layout, Materialfluss und Automatisierungsgrad

bilden daher stets ein Gesamtsystem.

Diese Bausteine müssen konsequent gemeinsam

entwickelt und aufeinander abgestimmt

werden. Nur dann entsteht ein belastbares

End-to-End-System.

Flexible Systeme statt starre Lösungen

Hier zeigt sich die Bedeutung modularer und

flexibel erweiterbarer Produktions- und Logistiksysteme.

Unternehmen sollten vermeiden,

sich durch starre Systeme langfristig einzuschränken.

Viele Unternehmen verabschieden

sich daher zunehmend von starren Fördertechniken

und setzen stattdessen verstärkt auf

mobile und skalierbare Lösungen. So ersetzen

etwa AGV- und AMR-Systeme dabei immer

häufiger klassische Fördertechnik. Zusätzlich

gewinnen sogenannte „atmende Fabriken“ an

Bedeutung – also Produktionskonzepte, bei

denen sich Flächen und Ressourcen flexibel an

veränderte Anforderungen ausrichten lassen.

Der Trend geht deshalb klar in Richtung modularer

Konzepte, flexibler Infrastruktur und standardisierter

Prozesse. Modularisierung reduziert

dabei nicht nur die Komplexität, sondern

erleichtert auch zukünftige Anpassungen.

Einzelne Module lassen sich ergänzen, modernisieren

oder austauschen, ohne komplette

Systeme neu aufbauen zu müssen, was angesichts

volatiler Märkte vorteilhaft ist.

Kurzfristige Effizienz reicht nicht mehr aus

In der gelebten Praxis optimieren viele Unternehmen

ihre Produktionslogistik jedoch noch

immer stark aus der Perspektive kurzfristiger

Effizienz. Genau darin liegt aber ein erhebliches

Risiko: Wer ausschließlich auf maximale Effizienz

im Hier und Jetzt optimiert, verliert häufig

die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen

zu reagieren. Produktionslogistik muss heute

gleichzeitig effizient, resilient und anpassungsfähig

sein.


Diese Balance erfordert bewusstes Abwägen.

Maximale Effizienz und maximale Flexibilität

lassen sich selten gleichzeitig erreichen. Unternehmen

müssen deshalb bereit sein, strategische

Kompromisse einzugehen. Manchmal ist

ein System nicht sofort maximal effizient, dafür

aber langfristig deutlich robuster und flexibler.

Häufig fehlt diese langfristige Perspektive in

vielen Projekten noch. Hinzu kommen externe

Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten,

volatile Lieferketten oder der Fachkräftemangel.

Besonders in Mitteleuropa wird die Produktionslogistik

dadurch zunehmend zu einem

kritischen Faktor für die Zukunftsfähigkeit industrieller

Standorte.

Einbindung von Partnern in Projektphasen

Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Wichtigkeit

der strategischen Begleitung von Produktions-

und Logistikprojekten. PROTEMA etwa

begleitet Unternehmen bereits ab frühen Projektphasen

und unterstützt mit Analysen und

Szenarienbewertungen bis hin zur Konzeptentwicklung

und Umsetzung. Dabei betrachtet ein

externer Partner wie PROTEMA Produktionslogistik

konsequent als integrierten Kernprozess

innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.

Ziel ist es, nicht nur einzelne Teilbereiche

zu optimieren, sondern langfristig tragfähige

Gesamtstrukturen zu entwickeln. So lassen

sich, gestärkt durch einen neutralen Blick von

außen, bestehende Annahmen kritisch hinterfragen,

um den Variantenraum sinnvoll einzugrenzen.

Bereits in frühen Projektphasen lassen

sich dadurch Fehlentscheidungen vermeiden,

die später enorme Kosten verursachen würden.

Neben klassischen Methoden wie SWOT-Analysen,

Risikoanalysen oder FMEA-Betrachtungen

setzen Partner wie PROTEMA dabei auch

auf integrierte End-to-End-Betrachtungen,

modulare Planungskonzepte und eine frühzeitige

Einbindung aller relevanten Fachbereiche.

Praxisprojekte zeigen, dass sich durch frühzeitige

Harmonisierung von Prozessen, modulare

Konzepte und flexible Produktionsstrukturen

nicht nur Flächen einsparen, sondern gleichzeitig

auch Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit

deutlich verbessern lassen.

Fazit: Die Produktionslogistik entwickelt sich

zunehmend zu einem strategischen Kernprozess

industrieller Wertschöpfung. Automatisierung,

Digitalisierung, volatile Märkte

und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf

Unternehmen, ihre Produktions- und Logistikstrukturen

langfristig neu auszurichten. Entscheidend

ist dabei, bereits heute die richtigen

Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Frühzeitige Konzeptentwicklung, integrierte

Planung, flexible Systeme und modulare Strukturen

werden künftig darüber entscheiden, wie

anpassungsfähig und wettbewerbsfähig Produktionsstandorte

bleiben. Unternehmen, die

ihre Produktionslogistik weiterhin primär aus

kurzfristiger Effizienzperspektive betrachten,

riskieren langfristig steigende Komplexität,

hohe Anpassungskosten und sinkende Reaktionsfähigkeit.

Gefragt sind stattdessen robuste,

flexible und skalierbare Gesamtsysteme, die

sich an zukünftige Markt- und Technologieentwicklungen

anpassen lassen.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S54

Produktivität muss

heutzutage als Gesamtsystem

gedacht werden

Steigende Kosten, volatile Märkte, Fachkräftemangel

und wachsende Komplexität setzen

Industrieunternehmen zunehmend unter

Druck. Klassische Effizienzprogramme stoßen

dabei immer häufiger an ihre Grenzen.

Produktivität galt lange Zeit als klassisches

Optimierungsthema der operativen Ebene. Prozesse

wurden analysiert, Verschwendungen

reduziert und Kennzahlen verbessert. Doch die

Rahmenbedingungen industrieller Wertschöpfung

haben sich in den vergangenen Jahren

grundlegend verändert.

Volatile Märkte, instabile Lieferketten, steigende

Energie- und Materialkosten sowie der

Fachkräftemangel führen dazu, dass Produktions-

und Logistiksysteme zunehmend unter

Druck geraten. Gleichzeitig wächst die Komplexität

der Unternehmen durch Digitalisierung,

Nachhaltigkeitsanforderungen und neue regulatorische

Vorgaben.

Nachhaltige Produktivitätssteigerungen

entstehen heute nicht mehr

nur durch isolierte Maßnahmen,

sondern durch ein ganzheitliches

Verständnis von Produktions- und Logistiksystemen,

klare strategische Zielbilder sowie

integrierte Transformationsprogramme.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Produktivität

lässt sich heute nicht mehr nur isoliert

in einzelnen Bereichen steigern. Sie wird zu

einer strategischen Führungsaufgabe, die das

gesamte industrielle Wertschöpfungssystem

betrifft.

Zwischen Volatilität und Kostensteigerungen

Mehrere Faktoren wirken derzeit gleichzeitig

auf die Produktivität von Industrieunternehmen

ein. Ein zentraler Treiber ist die zunehmende

Volatilität der Nachfrage. In vielen Branchen

schwankt der Auftragseingang deutlich stärker

als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig bleiben

Fixkostenstrukturen bestehen, wodurch

Unternehmen weniger flexibel auf Marktschwankungen

reagieren können.

Hinzu kommen anhaltende Störungen in globalen

Lieferketten. Fehlteile, Verzögerungen im

internationalen Transport oder eingeschränkte

Verfügbarkeiten einzelner Komponenten können

dazu führen, dass selbst gut geplante Produktionsabläufe

ins Stocken geraten.

THOMAS JURGELEIT

Parallel dazu verschärfen strukturelle Kostenfaktoren

die Situation. Steigende Energie- und

Materialpreise wirken sich unmittelbar auf die

Produktionskosten aus. Gleichzeitig erschwert

der Fachkräftemangel in vielen Industriebereichen

die Aufrechterhaltung stabiler Produktionsprozesse.

Zusätzlich stehen Unternehmen

vor umfangreichen Transformationsaufgaben.

Digitalisierung, der Einsatz von Datenplattformen

und künstlicher Intelligenz sowie neue


Nachhaltigkeitsanforderungen erfordern Investitionen

und organisatorische Veränderungen.

Diese Entwicklungen binden Ressourcen und

erhöhen die Komplexität in den Unternehmen

weiter.

Warum klassische Effizienzprogramme

häufig scheitern

Viele Unternehmen haben in den vergangenen

Jahren zwar umfangreiche Effizienzprogramme

umgesetzt, doch bleiben die Ergebnisse häufig

hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher

Grund liegt darin, dass Maßnahmen oft

nur lokal wirken. Verbesserungen werden beispielsweise

in einzelnen Abteilungen oder Prozessen

umgesetzt, ohne den gesamten Wertschöpfungsprozess

zu betrachten. Dadurch

entstehen lokale Optimierungen, die an anderer

Stelle im System wieder verloren gehen.

Ein typisches Beispiel ist die Reduzierung von

Lagerbeständen. Kurzfristig lassen sich dadurch

Kosten senken. Gleichzeitig kann jedoch die

Lieferfähigkeit sinken, wenn benötigte Teile

nicht rechtzeitig verfügbar sind. Das Gesamtsystem

wird dadurch unter Umständen sogar

weniger leistungsfähig.

DR. JÖRG PIRRON


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S56

Hinzu kommt, dass viele Effizienzprogramme

sehr starr aufgebaut sind. Sie berücksichtigen

nicht ausreichend, dass sich Rahmenbedingungen

wie Nachfrage, Lieferketten oder

Marktanforderungen dynamisch verändern

können. Nachhaltige Produktivitätssteigerungen

erfordern daher einen anderen Ansatz:

Unternehmen müssen ihre Prozesse End-to-

End betrachten – vom Auftragseingang über

Produktion und Logistik bis zur Auslieferung

beim Kunden.

Produktivität als strategische

Führungsaufgabe

Die Bedeutung von Produktivität reicht heute

weit über operative Prozessoptimierungen

hinaus. Entscheidungen über Automatisierungsgrade,

Make-or-Buy-Strategien oder die

Struktur globaler Produktions- und Logistiknetzwerke

haben direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit

eines Unternehmens.

Solche Entscheidungen betreffen langfristige

Investitionen und grundlegende Strukturen der

Wertschöpfung. Entsprechend müssen sie auf

Management- und Geschäftsführungsebene

getroffen werden. Zugleich ist Produktivität

keine Kennzahl, die nur periodisch überprüft

werden sollte. Führungskräfte müssen kontinuierlich

beobachten, wie sich Produktivität, Lieferfähigkeit,

Flexibilität und Kosten entwickeln

– und frühzeitig reagieren, wenn sich Rahmenbedingungen

verändern.

End-to-End denken: Produktion

und Logistik integrieren

Eine nachhaltige Verbesserung der Produktivität

ist somit nur möglich, wenn Produktion

und Logistik als zusammenhängendes System

betrachtet werden. In vielen Unternehmen werden

diese Bereiche jedoch weiterhin getrennt

optimiert.

Ein integrierter End-to-End-Ansatz ermöglicht

es dagegen, Entscheidungen entlang des

gesamten Auftragsabwicklungsprozesses zu

treffen. Bestände, Produktionskapazitäten und

Transportstrukturen werden dabei so aufeinander

abgestimmt, dass der Gesamtprozess stabil

und leistungsfähig funktioniert.

In einzelnen Bereichen können dabei scheinbar

weniger effiziente Lösungen entstehen – etwa

höhere Lagerbestände oder zusätzliche Kapazitätsreserven.

Wenn diese jedoch dazu beitragen,

den Gesamtprozess zu stabilisieren und

Lieferfähigkeit zu sichern, verbessert sich die

Produktivität des gesamten Systems.

Produktivität richtig messen

Auch bei der Messung von Produktivität entstehen

häufig Fehlinterpretationen. Eine einzelne

Kennzahl reicht nicht aus, um die Leistungsfähigkeit

eines Unternehmens realistisch zu

bewerten. Produktivitätskennzahlen müssen

daher entlang der Organisation kaskadiert und

mit weiteren Leistungsindikatoren kombiniert

werden. Dazu gehören beispielsweise Durchlaufzeiten,

Lagerbestände, Liefertermintreue

oder Reaktionsfähigkeit gegenüber Kundenanforderungen.

Ein Beispiel ist die Durchlaufzeit eines Produkts.

Entscheidend ist dabei die Gesamtzeit

vom Auftragseingang bis zur Auslieferung beim

Kunden. Gleichzeitig muss analysiert werden,

welche Prozessschritte zu dieser Durchlaufzeit

beitragen, um gezielte Verbesserungen ableiten

zu können.

Komplexität beherrschbar gestalten

Ein weiteres zentrales Thema ist die zunehmende

Variantenvielfalt vieler Produkte. Komplexität

lässt sich in modernen Märkten kaum

vermeiden – entscheidend ist jedoch, sie

beherrschbar zu gestalten. Ein wichtiger Ansatz

besteht darin, Varianten möglichst spät im Produktionsprozess

entstehen zu lassen. Wenn

Produkte bereits in frühen Produktionsstufen

stark differenziert werden, steigt der organisatorische

und logistische Aufwand erheblich.

Plattformstrategien und modulare Produktarchitekturen

helfen dabei, Standardisierung

und Variantenvielfalt miteinander zu verbinden.

Standardisierte Komponenten können in

unterschiedlichen Produkten eingesetzt werden,

während sichtbare Unterschiede erst in

späteren Prozessschritten entstehen. Auch

Produktionsstrukturen müssen an unterschiedliche

Varianten angepasst werden. Varianten

mit großen Stückzahlen lassen sich effizient

in Serienprozessen fertigen, während seltene

Varianten eher in flexibleren Produktionssegmenten

bearbeitet werden sollten.


Produktivitätsprogramme statt

Einzelmaßnahmen

In der Praxis zeigt sich, dass nachhaltige

Produktivitätssteigerungen selten durch

einzelne Maßnahmen entstehen. Erfolgreiche

Projekte basieren meist auf einer

ganzheitlichen Analyse des gesamten

Wertschöpfungssystems.

Hier setzt die PROTEMA Unternehmensberatung

an, indem in Projekten

zunächst Produktions- und Logistikprozesse,

organisatorische Strukturen sowie

Planungs- und IT-Systeme der Unternehmen

analysiert werden. Auf dieser

Grundlage entwickelt PROTEMA gemeinsam

mit den Kunden ein strukturiertes

Produktivitätsprogramm. Dieses umfasst

mehrere miteinander verzahnte Maßnahmenpakete

– etwa zur Optimierung

von Produktionsnetzwerken, zur Digitalisierung

von Planungs- und Steuerungsprozessen

oder zur Anpassung

organisatorischer Strukturen. Durch ein

zentrales Programmmanagement wird

sichergestellt, dass Maßnahmen nicht

isoliert umgesetzt werden, sondern als

Teil eines integrierten Transformationsprogramms

wirken. Je nach Ausgangssituation

der Unternehmen lassen sich

auf diese Weise häufig signifikante Verbesserungen

erzielen. In vielen Projekten

sind Produktivitätssteigerungen im

Bereich von 20 bis 30 Prozent erreichbar.

neu denken und digitale Möglichkeiten

konsequent in ihre Entscheidungsstrukturen

integrieren. Produktivität entsteht

künftig aus dem Zusammenspiel von

Strategie, Organisation, Technologie und

Entscheidungsfähigkeit.

Fazit: Die Herausforderungen für Industrieunternehmen

werden in den kommenden

Jahren weiter zunehmen.

Volatile Märkte, steigende Kosten und

wachsende Komplexität machen deutlich,

dass klassische Effizienzprogramme

allein nicht mehr ausreichen.

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Sie mit für mehr

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Produktivität muss heute als ganzheitliche

Führungsaufgabe verstanden

werden. Nachhaltige Verbesserungen

entstehen nur dann, wenn Unternehmen

ihre Produktions- und Logistiksysteme

End-to-End betrachten, klare

strategische Zielbilder entwickeln und

integrierte Transformationsprogramme

umsetzen. Erst wer Produktivität nicht

isoliert als Kennzahl, sondern als Ergebnis

eines funktionierenden Gesamtsystems

versteht, schafft die Grundlage für

langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

(RED)

Produktivität der Zukunft

In den kommenden Jahren wird sich das

Thema Produktivität weiter verändern.

Neben klassischen Effizienzmaßnahmen

gewinnen insbesondere organisatorische

und digitale Fähigkeiten an Bedeutung.

Flexible Organisationsstrukturen,

leistungsfähige Datenplattformen und

der Einsatz künstlicher Intelligenz eröffnen

neue Möglichkeiten zur Steuerung

komplexer Produktions- und Logistiksysteme.

Entscheidend ist jedoch, dass digitale

Technologien nicht bloß bestehende Prozesse

automatisieren. Vielmehr müssen

Unternehmen ihre Prozesse grundlegend


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S58

Transformationsprojekte

nicht unterschätzen

Die Abkündigung von SAP WM stellt viele

Unternehmen aktuell vor die Frage, wie die

eigene Lagerlogistik künftig aufgestellt werden

soll. Gleichzeitig steigen die Anforderungen

an Automatisierung, Performance und

Integration – insbesondere in produzierenden

Unternehmen mit komplexer Produktionsversorgung.

Die Rösler Oberflächentechnik GmbH

hat sich im Zuge ihrer S/4HANA-

Planungen frühzeitig dazu entschieden,

ihre Logistiklandschaft

grundlegend weiterzuentwickeln. Gemeinsam

mit FIS Informationssysteme und Consulting

GmbH führte das Unternehmen SAP Extended

Warehouse Management ein, integrierte ein

AutoStore-System und ersetzte den bisherigen

Materialflussrechner durch SAP MFS.

Im Interview spricht Markus Henkel, Bereichsleitung

Central IT-Services bei Rösler über die

Gründe für die Umstellung, die Rolle von Simulationen,

Herausforderungen in der Produktionsversorgung

und darüber, warum große

Transformationsprojekte vor allem realistische

Planung und intensive Tests benötigen.

Herr Henkel, was war für Rösler der Auslöser,

sich mit SAP EWM zu beschäftigen?

Der zentrale Auslöser war tatsächlich die

Abkündigung von SAP WM. Im Zuge unserer

S/4HANA-Planungen mussten wir uns zwangsläufig

damit auseinandersetzen, wie wir unsere

Lagerprozesse künftig abbilden wollen. Gleichzeitig

haben wir darin aber auch eine Chance

gesehen, unsere bestehende Logistikarchitektur

weiterzuentwickeln. Unser bisheriges WM-

System hat viele Jahre zuverlässig funktioniert

– auch im Zusammenspiel mit unseren automatisierten

Lagerbereichen. Trotzdem war relativ

schnell klar, dass wir künftig auf SAP EWM

setzen wollen. Was uns dabei zusätzlich in die

Karten gespielt hat: Wir konnten unseren bisherigen

externen Materialflussrechner ablösen

und stattdessen SAP MFS einsetzen. Dadurch

haben wir insbesondere bei bestimmten Palettenbewegungen

und Lagerplatzberechnungen

deutliche Performance-Vorteile erzielt.

Welche Rolle spielte die Produktionsversorgung

im Projekt?

Eine sehr große Rolle. Bei uns hängen viele

Prozesse direkt an der Produktionsversorgung.

Deshalb war klar, dass wir mindestens unseren

Status quo wieder erreichen müssen. Gerade

in der Produktionsversorgung ist die Integrationstiefe

zwischen ERP und Lagerprozessen

enorm hoch. Das unterscheidet sich deutlich

vom klassischen Versandprozess. Dort hatten

wir relativ schnell gute Ergebnisse. In der Produktionsversorgung

mussten wir sehr genau

testen und Prozesse teilweise nachschärfen.

Man darf nicht vergessen: Unser WM-System

wurde über viele Jahre kontinuierlich weiterentwickelt.

Diese Erfahrungswerte müssen in

einer neuen Architektur erst aufgebaut werden.


Wie sind Sie das Projekt angegangen?

Wir haben zunächst gemeinsam mit FIS Business

Blueprints für die unterschiedlichen Logistikbereiche

erstellt – also beispielsweise für

Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung

und Produktionsbereitstellung. Wichtig

war uns dabei, die Fachbereiche von Anfang

an mitzunehmen. Das Projekt war nicht nur ein

IT-Projekt, sondern ganz klar auch ein Change

Management. Parallel dazu haben wir die Organisation

regelmäßig informiert und intern entsprechende

Kommunikationsmaßnahmen aufgebaut.

Solche Projekte funktionieren nur, wenn

man die Mitarbeiter kontinuierlich einbindet.

Im Projektverlauf kam die Entscheidung für

AutoStore. Welche Auswirkungen hatte das?

Das war definitiv eine wesentliche Änderung

des Projekt Scopes. Ursprünglich war ein anderes

automatisiertes Lagersystem vorgesehen.

Im laufenden Projekt haben wir uns dann aber

bewusst für die Implementierung eines Auto-

Store-Systems entschieden. Das hatte natürlich

Auswirkungen auf Planung, Zeitrahmen

und Prozesse. Gemeinsam mit FIS haben wir den

Scope deshalb neu definiert und den Projektplan

angepasst. Aus unserer Sicht wurde mit

dieser Änderung sehr professionell umgegangen.

Wir waren immer im offenen Austausch

und haben gemeinsam Lösungen gefunden.

Warum fiel die Entscheidung auf AutoStore?

Ein wichtiger Punkt war die Pick-Performance.

Für uns wird es zunehmend schwieriger, ausreichend

Personal in der Logistik zu finden. Deshalb

wollten wir Prozesse effizienter gestalten.

Mit AutoStore können wir in derselben Zeit

ungefähr dreimal mehr Picks leisten als zuvor.

Gleichzeitig nutzt das System die vorhandene

Fläche deutlich besser. Darüber hinaus spielt

auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle.

AutoStore benötigt deutlich weniger Energie als

unser bisheriges automatisches Kleinteilelager.

Sie haben im Projekt sehr intensiv mit Simulationen

gearbeitet. Warum war das so wichtig?

Das Thema Simulation beziehungsweise Emulation

war für uns elementar. Anfangs haben wir

diskutiert, ob dieser Aufwand wirklich notwendig

ist. Im Projektverlauf hat sich aber gezeigt,

dass das absolut die richtige Entscheidung war.

Durch die Simulation konnten wir prüfen, ob

Materialflüsse, Telegramme und Dialoge korrekt

funktionieren. Das hat enorm geholfen, bevor wir

später die reale Hardware angebunden haben.

Gerade bei automatisierten Lagerprozessen

und der Integration von SAP MFS würde ich

heute sagen, dass man sich diese Möglichkeit

sehr genau anschauen sollte. Unsere späteren

Integrationstests mit der realen Hardware liefen

dadurch deutlich stabiler und erfolgreicher.

Wie aufwendig waren die Testphasen?

Sehr aufwendig, aber auch absolut notwendig.

Wir haben mehrere Integrationswellen

durchgeführt, jeweils kombiniert aus

Simulationen, fachlichen Tests und später

physikalischen Tests direkt im Lager.

Teilweise liefen diese Tests an kompletten

Wochenenden. Gerade wenn

bestehende Prozesse tief integriert sind,

muss man sich ausreichend Zeit für Tests

nehmen. Das wird aus meiner Sicht häufig

unterschätzt.

Neben SAP EWM wurde auch die Benutzeroberfläche

modernisiert. Welche Erfahrungen

haben Sie damit gemacht?

Wir wollten die Usability für unsere Mitarbeiter

deutlich verbessern. Die bisherigen GUI-

Transaktionen waren über die Jahre einfach

sehr technisch geworden. Gemeinsam mit FIS

haben wir neue UI5-Dialoge für Kommissionierung

und Verpackung entwickelt. Die neuen

Oberflächen werden von unseren Mitarbeitern

sehr gut angenommen, weil sie deutlich intuitiver

zu bedienen sind. Das war uns wichtig, denn

gerade im Lagerumfeld spielt Benutzerfreundlichkeit

eine große Rolle.

Welche Erkenntnisse würden Sie mitgeben,

die vor ähnlichen Projekten stehen?

Man sollte solche Projekte realistisch planen

und nicht versuchen, alles gleichzeitig

umzusetzen. Wir haben uns bewusst dafür

entschieden, die Transformation schrittweise

anzugehen. Zuerst die Logistik, danach weitere

Themen. Außerdem sollte man den Aufwand

für Tests und Change Management nicht

unterschätzen. Solche Projekte brauchen Zeit

– sowohl technisch als auch organisatorisch.

Ich würde jedem Unternehmen empfehlen, sich

ausreichend Zeit für Simulationen, Integrationstests

und die Einbindung der Fachbereiche

zu nehmen – und man sollte akzeptieren, dass

eine neue Systemwelt nicht vom ersten Tag an

perfekt ist. Wichtig ist, eine stabile Grundlage

zu schaffen, auf der man Prozesse anschließend

kontinuierlich weiterentwickeln kann.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S60

Herba Ricemills / Ebro

Foods automatisiert sein

Lager mit Mecalux

Der Hersteller von Marken wie Minute, Lassie,

Cigala, Brillante oder Sabroz steigert seine

Produktivität um 25%.

die Warenbewegungen zu beschleunigen und

die Lagerdichte zu erhöhen. Bei dieser 18,5 m

hohen Lösung unter Einsatz eines Shuttles mit

Elektromotor zum autonomen Be- und Entladen

der Paletten aus den Regalen werden die Lagerkapazität

und der Warenumschlag erheblich

gesteigert. Dank einer besseren Lagerraumnutzung

kann Herba Ricemills 5.400 Paletten

einlagern. „Aufgrund der internationalen Ausrichtung

des Multimarken-Unternehmens Ebro

Foods existiert eine beträchtliche Anzahl von

Artikeln mit jeweils hohem Volumen, die den

Einsatz eines automatisierten Lagers erfordern“,

erklärt Juan Pedro Álvarez, Leiter der Abteilung

Ready to serve von Ebro Foods in Andalusien.

Christian Reinwald

Vor dem Hintergrund einer kontinuierlich

steigenden Nachfrage nach

Fertiggerichten bereitet sich der

Reisproduzent Herba Ricemills auf

seine Expansion nach Afrika und in den Nahen

Osten vor. Gleichzeitig beabsichtigt er, seinen

Absatz in den bereits etablierten Märkten zu

steigern. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen

in Zusammenarbeit mit Mecalux ein automatisches

Lager in seinem Werk in San José de

la Rinconada (Sevilla) eröffnet, wo gekochter

Reis der Marke Ready to serve hergestellt und

Marken wie Minute nach Nordamerika, Lassie

in die Niederlande, Cigala nach Portugal und

die spanischen Marken Brillante und Sabroz

exportiert werden. Das Unternehmen wurde mit

dem automatischen Pallet Shuttle mit Regalbediengerät

von Mecalux ausgestattet, um

Im Lager von Herba Ricemills werden ebenfalls

Regale verwendet, die mit dem halbautomatischen

Pallet Shuttle ausgestattet sind und sich

ideal für die Arbeit mit sehr hohen Mengen an

Paletten desselben Artikels eignen. Die Mitarbeiter

steuern diese Lösungen über das Lagerverwaltungssystem

von Mecalux.

„Wir wollten einen technologischen Sprung

machen, mit dem die Effizienz und Zuverlässigkeit

unserer Abläufe gesteigert werden kann.

„Wir sind inzwischen fehlerfrei, haben die Kommissionierzeiten

verkürzt, die Raumnutzung

optimiert und einen konstanten Materialfluss

aufrechterhalten“, freut sich Manuel Matías

Martínez, Lager- und Logistikmanagementleiter

bei Herba Ricemills im Werk San José de la Rinconada.

(RED)



LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S62

Amazon kooperiert mit

myflexbox: Mehr Flexibilität

bei der Zustellung

Amazon und myflexbox gehen gemeinsame

Wege in der urbanen Paketlogistik. Im Zuge

der strategischen Kooperation werden alle

myflexbox Paketstationen in Deutschland in

die Lieferinfrastruktur von Amazon integriert.

Durch die nahtlose Einbindung in

bestehende Prozesse werden

myflexbox Standorte gezielt in den

E-Commerce-Flow integriert und

als Zustelloption im Amazon Checkout sichtbar.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Abholprozessen

und Nutzerführung. Diese Integration

bringt Empfänger:innen mehr Effizienz und Flexibilität

in Form von erhöhter Wahlfreiheit, da

Amazon Sendungen direkt an zentral gelegene,

rund um die Uhr zugängliche Paketstationen

geliefert werden können.

V. l. n. r.: Peter Klima (CTO & Founder myflexbox),

Claudio Leone (Principal Program Manager

– Strategic Projects bei Amazon), Jonathan

Grothaus (CEO & Founder myflexbox),

Yannick van Heers (DACH & BNL PARP Country

Manager & Open Network Solutions Lead

bei Amazon), Laura Cachon Rodriguez (Sr.

Strategy Lead – Open Network Solutions bei

Amazon), Julian Jany (Head of Product myflexbox)

an der myflexbox in der Beta-Straße 10a,

85774 Unterföhring.

Offene Infrastruktur für die Letzte Meile

Mit der Zusammenarbeit erreicht der anbieteroffene

Ansatz von myflexbox eine neue

Dimension. Das Paketstationen-Netzwerk steht

vielen Logistik- und Handelsunternehmen

gleichzeitig zur Verfügung und wird nun um ein

weiteres E-Commerce-Unternehmen ergänzt.

Der Smart-City-Spezialist unterstreicht damit

seinen Anspruch, die neutrale Infrastruktur für

die Letzte Meile in Europa entscheidend mitzugestalten.

Jonathan Grothaus, CEO & Founder von myflexbox,

sagt dazu: „Dass Amazon myflexbox nutzt,

spricht für die Qualität und die Reichweite

unseres myflexbox-Netzwerks. Das ist ein starkes

Signal für die Zukunft der Paketlogistik.


Wer die Letzte Meile effizienter machen will,

braucht offene, geteilte Infrastruktur. Genau

dafür steht myflexbox. Dass Amazon unser

Netzwerk in Deutschland integriert, bestätigt

den Weg, den wir seit unserer Gründung verfolgen:

Paketlogistik einfacher, flexibler und ressourcenschonender

zu machen.“

Auch für Standortpartner schafft die Integration

zusätzlichen Mehrwert. myflexbox Standorte

werden zu relevanten Servicepunkten im Alltag

der Menschen. Ob im Handel, an Tankstellen,

bei Wohnquartieren, Mobilitätsknotenpunkten

oder Unternehmensstandorten: Offene Paketstationen

erhöhen die Standortqualität, bündeln

Paketströme und machen Flächen zu intelligenten

Knotenpunkten der urbanen Logistik.

Mehr Effizienz durch gebündelte Zustellung

Die Zustellung an zentrale Paketstationen

kann Lieferprozesse planbarer und effizienter

machen. Sendungen werden an gut erreichbaren

Standorten gebündelt, Mehrfachzustellversuche

können reduziert und Wege auf der

letzten Meile besser strukturiert werden. Damit

zahlt die Kooperation auch auf das gemeinsame

Ziel ein, Paketlogistik komfortabler, effizienter

und nachhaltiger zu gestalten.

Viraj Chatterjee, Vice President Delivery Networks

& Technology bei Amazon, ergänzt: „Wir

arbeiten kontinuierlich daran, das Einkaufserlebnis

für Kunden noch bequemer, flexibler

und verlässlicher zu machen – vom Klick bis

zur Zustellung. Die Einbindung von myflexbox

erweitert unsere Abholoptionen um ein wachsendes

Netzwerk. So schaffen wir zusätzliche,

rund um die Uhr zugängliche Abholorte direkt

in der Nachbarschaft und gestalten die Letzte

Meile gemeinsam noch effizienter.“

Mit der Kooperation setzt myflexbox den Ausbau

seiner offenen Infrastruktur konsequent

fort. Das Ziel: Paketstationen dort verfügbar

machen, wo Menschen wohnen, arbeiten, einkaufen

und unterwegs sind. Neutral, effizient

und für unterschiedliche Anbieter nutzbar.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S64

Übergabestationen

werden zur Wettbewerbsinfrastruktur

der

letzten Meile

Paketstationen und Schließfachsysteme entwickeln

sich zur strategischen Infrastruktur

für Handel und Kommunen. Bleiben sie Wettbewerbsvorteil

großer Anbieter oder werden

sie offen für alle?

Paketstationen, Paketshops, lokale

Übergabepunkte und automatisierte

Schließfachsysteme gelten oft noch

als reine Zusatzangebote der Paketbranche.

Tatsächlich entwickeln sie sich zu

einer strategischen Infrastruktur für Handel,

Dienstleister, Kommunen und mittelständische

Unternehmen. Damit stellt sich eine grundsätzliche

Frage: Bleibt diese Infrastruktur vor allem

ein Wettbewerbsvorteil einzelner großer Anbieter

– oder wird sie künftig Teil einer offenen und

allgemein zugänlichen Zustellinfrastuktur auf

der letzen Meile (Dieser Artikel fokussiert auf

die Situation in der „D-A-CH“ Region).

Die letzte Meile verändert sich. Lange wurde sie

fast ausschließlich aus Sicht der klassischen

Paketdienste betrachtet: Zustellung an die

Haustür, alternative Ablageorte, Filialen, Paketshops

und zunehmend Automaten. Inzwischen

wird aber sichtbar, dass Übergabeinfrastruktur

nicht nur ein operatives Zustellproblem löst.

Sie beeinflusst Kundenzugang, Servicequalität,

Retourenprozesse, lokale Handelsmodelle

und die Wettbewerbsfähigkeit aller Anbieter.

Und somit konkret erheblichen Einluss auf den

Umsatz-seitens Logistik und Handel.

Der Ausbau läuft auf Hochtouren. DHL hat

angekündigt, die Zahl der Pack- und Poststationen

in Deutschland bis 2030 auf 30.000

nahezu zu verdoppeln; im Oktober 2025 nannte

DHL bereits 16.500 Pack- und Poststationen als


Ausgangsbasis. Auch DPD und GLS bauen ihr

gemeinsames Out-of-Home-Netzwerk aus: Ziel

ist ein anbieteroffenes Netzwerk mit 20.000

Standorten und 6.000 Automaten in 2027.

Amazon baut das eigene Netzerk an Lockern

aus. Hinzu kommen unabhängige Anbieter wie

Myflexbox, deren Netz in Österreich und auch

Deutschland und Östereich dynamisch ausgebaut

wird. Die Österreiche Post baut ihr Netzwerk

ebenfals aus und setzt auf Kooperationen.

Die Schweizer Regierung und Regulierung setzt

verstärkt auf At-Home-Paketkästen. Weitere

gewerbliche Betreiber setzen auf (Paket)stationen,

da sie entweder die eigenen Umsätze

(Click und Collect) oder für die Immobilienwirtschaft

den Wohnwert steigern (Home Station).

Diese Entwicklung ziegt, dass hier eine neue

Schicht der lokalen Logistikinfrastruktur entsteht.

Übergabestationen als

Wettbewerbsinstrument

Für große Paketdienste liegt der Nutzen auf der

Hand: Out-of-Home-Zustellung reduziert Fehlzustellungen,

bündelt Sendungen und kann die

Zustellkosten senken. Auch aus Kundensicht

steigt die Flexibilität, weil Abholung und Aufgabe

zeitlich unabhängiger werden. Studien

und Marktanalysen beschreiben Out-of-Home-

Zustellung als wichtigen Hebel gegen Kosten,

fehlgeschlagene Zustellungen und ineffiziente

letzte-Meile-Prozesse; Studien zeigen, dass

hier erhebliche Kostenvorteile gegenüber reiner

Haustürzustellung möglich sind. Für Unternehmen

außerhalb der klassischen Paketbranche

kann ebenfalls ein wirtschaftlich relevanter

Nutzen entstehen: Click & Collect außerhalb

der Öffnungszeiten, Annahme und Rückgabe

von Reparaturen, generell längere Servicezeiten

und mehr Service-Orte zu ohne eigene

Filialnetze oder dauerhafte Personalpräsenz.

Wenn Kundinnen und Kunden zudem aus

dem E-Commerce 24/7-Abholung, einfache

Retouren und transparente Benachrichtigung

gewohnt sind, entsteht ein Erwartungsstandard,

den lokale Unternehmen oft nciht wirtschaftlich

abbilden können.

Öffentliche Relevanz: Infrastruktur

oder proprietärer Vorteil?

Damit stellt sich eine ordnungspolitische Frage:

Ist Übergabeinfrastruktur auf der letzten Meile

ausschließlich private Betriebsinfrastruktur

einzelner Unternehmen? Oder hat sie zumindest

teilweise den Charakter einer öffentlich

relevanten Infrastruktur, weil sie Zugang zu

Märkten, Versorgung und lokaler Wertschöpfung

beeinflusst?

Das neue deutsche Postgesetz (Postrechtsmodernisierungsgesetz

— PostModG

weist bereits in diese Richtung, ohne diese

Frage vollständig zu beantworten. Die deutsche

Bundesnetzagentur führt nach § 11 PostG einen

digitalen Atlas zur Postversorgung.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S66

Dieser soll Transparenz über Annahme- und

Zustellstrukturen einschließlich Produktangeboten

schaffen und Postinfrastrukturdaten

erfassen, aufbereiten und veröffentlichen.

Unter anderem werden Zahl und Verteilung von

Filialen, Automaten und Briefkästen sowie Qualitätsmerkmale

der postalischen Grundversorgung

geregelt.

Bei propritären Infrastrukturen erfolgen die

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen intern – der

massive Ausbauch durch die großen Postgesllschaften

zeigt, was das Ergebnis der Kalkulation

war.

Bei geteilter Infrastruktur müssen alle Beteiligte

eine wirtschaftliche Perspektive haben: Betreiber

investieren in Hardware, Standorte, Software,

Wartung, Sicherheit, Kundenservice und

Haftungsprozesse. Diese Investitionen müssen

sich rechnen. Die Nutzung der Infrastuktur

muss daher angemessen vergütet werden, um

den Ausbau zu fördern. In der Immobilienwirtschaft

werden z.B. Zustellanlagen für Pakete

vorwiegend im höherpreisigen Segment angeboten-

aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtung

bleiben hier Potenziale ungenutzt.

Übergabeinfrastruktur braucht Standards

Technisch ist die Öffnung anspruchsvoll. Eine

Station ist nicht nur ein Schrank mit Fächern. Sie

ist Teil eines Prozesses: Buchung, Kapazitätsprüfung,

Identifikation, Benachrichtigung, Einlage,

Entnahme, Fristen, Störungen, Räumung,

Haftung, Datenschutz und Abrechnung. Wer

Übergabeinfrastruktur breiter nutzbar machen

will, muss deshalb nicht nur über Standortanzahl

sprechen, sondern über Interoperabilität.

Dazu gehören standardisierte Schnittstellen,

Rollen- und Berechtigungskonzepte, Mindestinformationen

zu Standort, Fachgrößen

und Verfügbarkeit, Regeln für Statusmeldungen

sowie verlässliche Daten für Abrechnung

und Qualitätssicherung, rechliche Klärungen.

Die interoperabe Vernetzung der vielen unterschiedlichen

Beteiligten ist eine anspruchsvolle

und herausfordernde Aufgabe.

Fazit: Die letzte Meile

Der Ausbau von Paketstationen und Outof-Home-Netzen

ist ein deutliches Signal: Die

letzte Meile wird stärker stationär, digital und

infrastrukturbasiert. Für Paketdienste ist das

ein Effizienz und Wettbewerbsthema. Für Handel

und KMU ist es ein Wettbewerbsthema. Für

Kommunen und Regulierung kann es zu einem

Versorgungs- und damit Regulierungs- und

Gestaldtungsthema werden.

Im Juni wurde innerhalb von ISO/TC344,

Innovative Logistics: das Thema „Parcel

locker – Interoperability“ als seperates Projekt

gestartet. Der Beitrag ist als fachliche

Einordnung zur Entwicklung offener Übergabepunkte

auf der letzten Meile verfasst.

Mitrarbeit ist ausdrücklich erwünscht und

der Der logistic-natives e.V. ist das internationale

Netzwerk für Logistik und Infrastruktur

im modernen Handel. Herzlich

gerne laden wir Sie ein, sich aktiv bei den

logistic-natives einzubringen.

Für weitere Informationen steht Ihnen der

Geschäftsführer Florian Seikel (florian.

seikel@logistic-natives.de) oder Monika

Kochanek-Rath direkt zur Verfügung.

CHRIS HALL

Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie

viele Stationen gebaut werden. Entscheidend

ist, wer sie nutzen kann, zu welchen Bedingungen,

für welche Anwendungsfälle und mit welcher

Transparenz. Wenn Übergabeinfrastruktur

ausschließlich proprietär gedacht wird, stärkt

sie vor allem die Marktposition derjenigen, die

bereits über Kapital, Standorte und Volumen

verfügen. Wenn sie dagegen intelligent geöffnet

wird, kann sie lokale Wirtschaft, regionale

Liefermodelle, neue Services und faire Wettbewerbsbedingungen

unterstützen.

Die Antwort auf diese Fragen wird mitentscheiden,

ob Paketstationen nur ein weiterer Effizienzbaustein

großer Logistiknetze werden –

oder ob daraus 1) eine offene Infrastruktur für

unterschiedliche Paketdienste und Logistiker

und 2) neue Geschäftmodelle und Bernetzung

der lokalen Wirtschaft entsteht. (RED)


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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S68

So geht Versand:

Schlank, smart und

nachhaltig

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und

Logistik IML und die IGEPA group, eine Fachgroßhandelsgruppe

für Papier, Verpackung

und Werbetechnik, starten eine strategische

Partnerschaft, um die Prozesse im Versandhandel

zu verbessern.

Im Mittelpunkt steht die KI-gestützte Software

CASTN (Carton Set Optimization), die

die IGEPA group als erster Drittanbieter

ihren Kunden in Deutschland und Europa

als Service anbietet. Der Versandhandel steht

vor wachsenden Herausforderungen: Überdimensionierte

Kartons, unnötiges Füllmaterial

und steigende Versandkosten belasten Umwelt

und Budgets gleichermaßen. Gleichzeitig macht

die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

ab 2030 eine maximale Leerraumquote von 50

Prozent im Karton zur Pflicht. CASTN liefert die

Antwort: Die Software hilft Unternehmen, ein

geeignetes Standardkartonset zu finden, um

mit möglichst wenigen verschiedenen Kartongrößen

eine maximale Volumenauslastung zu

erreichen. So werden Überverpackung, Materialeinsatz

und Kosten spürbar reduziert – und

Unternehmen erhalten eine transparente Basis

für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Mit CASTN stellen wir unseren Kunden erstmals

eine intelligente Lösung zur Verfügung, mit der

sie ihre Verpackungsstrategie gezielt auf Effizienz

und Nachhaltigkeit ausrichten können,

so Bernd Loschelder, Geschäftsbereichsleiter

PACKAGING bei der IGEPA group. Das Ziel ist es,

unseren Kunden eine fundierte Entscheidungsgrundlage

für die Auswahl von Verpackungen

zu bieten und sie bei der Anpassung an neue

regulatorische Anforderungen zu unterstützen.

Dabei verbinden wir datenbasierte Analysen

mit unserer langjährigen Verpackungsexpertise

und begleiten Unternehmen von der Strategie

bis zur praktischen Umsetzung.

Das Fraunhofer IML hat CASTN über vier Jahre

hinweg entwickelt – mit dem Ziel, den Einsatz

überdimensionierter Kartons zu beenden, den

Wandel hin zu nachhaltigen Versandprozessen

aktiv zu gestalten und einen Beitrag zur

Reduzierung von Ressourcenverbrauch und

Emissionen zu leisten. Mit der IGEPA group

gewinnen wir einen starken Partner mit umfassender

Marktkenntnis und direktem Zugang

zu Unternehmen«, sagt Lukas Lehmann, Projektleiter

am Fraunhofer IML. Die Kooperation

ist ein wichtiger Schritt, um CASTN einer breiteren

Anwendergruppe ohne großen Aufwand

zugänglich zu machen.


Die IGEPA group übernimmt eine Pionierrolle,

indem sie die Software als Service in ihr Leistungsportfolio

integriert und ihre Kunden

vom ersten Analysegespräch bis zur Lieferung

passgenauer Verpackungen begleitet.

Die Kooperation markiert einen Paradigmenwechsel:

Statt willkürlich Kartons einzukaufen,

analysieren die IGEPA group und Fraunhofer

IML gemeinsam für ihre Kunden, welche Verpackungen

wirklich gebraucht werden – und

schaffen so Transparenz und Planbarkeit im

Versandprozess. Nach dem Produkt-Launch

im Februar 2026 ist CASTN dabei, sich im Markt

zu etablieren, und stößt auf Interesse in der

Logistik- und Handelsbranche. Die Software

überzeugt Logistikdienstleister, Onlinehändler

sowie Anbieter von Förder-/Lagertechnik

und Verpackungsmaschinen gleichermaßen.

Durch die frühzeitige Analyse des tatsächlichen

Bedarfs an Kartongrößen können Unternehmen

ihre Förderanlagen und Verpackungsmaschinen

gezielt auf das optimale Standardkartonset

ausrichten und Investitionen effizient planen.

Das ermöglicht direkte Kosteneinsparungen,

eine verbesserte Nachhaltigkeitsbilanz und

schafft eine solide Grundlage für die Einhaltung

zukünftiger regulatorischer Anforderungen.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S70

parcelLab Gründerteam: Tobias Buxhoidt (CEO)

Julian Krenge (CTO) und Anton Eder (COO)

Warum die Branche das

Retourenproblem am

falschen Ende löst

Retouren sind kein Logistikproblem; sie

sind das Ergebnis psychologischer Muster,

die lange vor der Rücksendung entstehen.

parcelLab zeigt, warum operative Maßnahmen

allein nicht ausreichen und was Händler

stattdessen tun müssen.

Fast 850 Milliarden US-Dollar: Auf dieses

Volumen summieren sich Retouren

im globalen E-Commerce im Jahr 2025

– Tendenz steigend, so der National

Retail Federation (NRF). Die Reaktion der Branche

ist bekannt: strengere Rückgabebedingungen,

Rücksendegebühren, Prozessoptimierung

im Lager. Doch diese Maßnahmen bekämpfen

Symptome. Die eigentliche Ursache liegt woanders

und früher. Sie entsteht im Kopf der Verbraucherinnen

und Verbraucher, lange bevor

das Paket überhaupt die Haustür erreicht.

Der Post-Purchase-Experience-Spezialist parcelLab

macht auf einen blinden Fleck aufmerksam,

der die gesamte Branche betrifft: Retouren

sind keine isolierten Spontanentscheidungen,

sondern das Ergebnis langfristig geprägter psychologischer

und emotionaler Muster und sie

lassen sich dort beeinflussen, wo sie entstehen.


Das Verhalten kommt vor der Entscheidung

Konsumpsychologische Studien zum Rücksendeverhalten

belegen: Kunden entwickeln im

Laufe der Zeit spezifische Routinen, die maßgeblich

durch frühere Kauferlebnisse geprägt

werden. Studien belegen, dass der Zeitpunkt

von Rabatten, die Qualität von Lieferinformationen,

vergangene Erfahrungen mit Rückgaben,

der wahrgenommene Aufwand einer Retoure –

all diese Faktoren beeinflussen unmittelbar, ob

ein Produkt behalten wird oder nicht.

Besonders aufschlussreich: Konsumenten

geben häufig an, Produkte zurückgesendet

zu haben, weil Informationen während des

Bestell- oder Lieferprozesses ungenau, irreführend

oder unvollständig waren. Eine einzige

schlechte Erfahrung hinterlässt damit nicht nur

einen unzufriedenen Kunden, sondern ein Verhaltensmuster.

Die unterschätzte Phase: Post-Purchase

Kaum ein Moment der Customer Journey ist

emotional so aufgeladen – und gleichzeitig so

vernachlässigt – wie die Phase nach dem Kauf.

Sobald ein Produkt unterwegs ist, steigt die

Erwartungshaltung der Kundschaft deutlich.

Unpräzise Tracking-Informationen, unplausible

Statusmeldungen oder ausbleibende Updates

erzeugen in dieser Phase Unsicherheit. Wiederholt

sich dieses Erleben, verfestigt sich ein

Eindruck: Diese Marke ist unzuverlässig.

Aus dieser emotionalen Distanz entsteht ein

Verhaltensmuster, das Rücksendungen systematisch

wahrscheinlicher macht. Die Zahlen

belegen die Tragweite: Eine gemeinsame Studie

von UPS und der NRF zeigt, dass 90 Prozent

der Kundinnen und Kunden nach einer positiven

Liefer- oder Rückgabeerfahrung erneut bei

derselben Marke kaufen würden. Kein anderer

Touchpoint bietet eine vergleichbar direkte

Wirkung auf wirtschaftliche Ergebnisse – und

auf zukünftiges Verhalten.

Ein Paradigmenwechsel ist überfällig

Trotz dieser Erkenntnisse konzentrieren

sich Unternehmen weiterhin fast ausschließlich

auf operative Effizienz. parcelLab

plädiert für einen grundlegenden

Perspektivwechsel: weg von rückwärtsgewandten

Prozesskorrekturen, hin zu einem

verhaltensbasierten Verständnis von Retouren.

Konkret bedeutet das:

• Unsicherheit während des Bestell- und

Lieferprozesses führt zu impulsiven Kaufentscheidungen,

die später bereut werden.

• Mangelnde Transparenz erzeugt

Misstrauen: ein zentraler psychologischer

Auslöser für Rücksendungen.

• Klare, verlässliche und kontextbezogene

Kommunikation stärkt das Sicherheitsempfinden

und reduziert die Rücksendeneigung

nachweislich.

• Je konsistenter Erwartungen gesetzt und

eingehalten werden, desto geringer fällt die

Retourenquote aus.

Großangelegte Analysen bestätigen zudem: Die

emotionale Bindung zur Marke wirkt als zentraler

Schutzfaktor gegen Retouren. Je mehr positive

Erfahrungen Kundinnen und Kunden zuvor

gesammelt haben, desto niedriger ihre Rücksendequote.

Proaktiv statt reaktiv: Die Post-Purchase-

Phase neu denken

parcelLab empfiehlt Händlern, die Phase nach

dem Kauf nicht länger als logistisches Anhängsel

zu behandeln, sondern als kritischen

Moment der Verhaltensbildung. Besonders

wirksam sind Maßnahmen, die nicht reaktiv

greifen, sondern präventiv ansetzen:

• Präzise Lieferzusagen, die realistisch und

verlässlich sind

• Situationsbasierte Kommunikation, die

Kundinnen und Kunden genau dann informiert,

wenn sie es brauchen

• Eine verständliche, reibungslose Rückgabeabwicklung,

die Vertrauen aufbaut statt

abbaut

• Frühzeitiges Erkennen kritischer Momente

in der Journey, bevor Unsicherheit entsteht

Anton Eder, COO und Co-Founder, parcelLab,

fasst zusammen: „Retouren werden nicht im

Lager ausgelöst. Sie entstehen bereits beim

Kauf im Kopf der Kundinnen und Kunden. Wer

Verhalten versteht, reduziert nicht nur Kosten,

sondern baut nachhaltiges Vertrauen auf."

Mehr als 1000 Marken, darunter IKEA, Chico's,

H&M, Yeti, vertrauen auf parcelLab. parcelLab

gestaltet aktiv das Post-Purchase-Erlebnis in

175 Ländern und verfolgt Versanddaten von mehr

als 500 Transportunternehmen weltweit. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S72

Kurt & Tassilo Posch und

Moritz & Roland Schäffner

Ontime Logistics

25. Gründungstag

Ontime Logistics feierte 25 Jahre Bekenntnis

zu Termintreue, verlässliche lokale Partnerschaften

und ein motiviertes Team.

Speziallogistiker aus Salzburg hat sich

im globalen "Logistik-Haifischbecken"

durchgesetzt. „Antreten, um es

besser zu machen“, war die Motivation

der beiden Logistik-Experten Kurt Posch

und Roland Schäffner, ein Spezial-Logistikunternehmen

zu gründen, das verlässlich wichtige

Speditionsdienstleistungen z.B. für die Automobil-,

Luftfahrt- oder Pharma-Industrie weltweit

abwickeln kann: Von einem Großkonzern

kommend, gingen die beiden 2001 an den Start,

um mit ihrer Ontime Logistics Speditions GmbH

„punktgenaue Lieferungen als Ergänzung zum

Geschäft großer System-Logistiker“ abzuwickeln.

Heute, 25 Jahre später, sind bereits ihre

Söhne, Tassilo Posch und Moritz Schäffner, die

alleinigen Geschäftsführer. Sie wickeln mit

einem rund 100-köpfigen Team Expressgut

sowie Luft- und Seefracht von und nach Europa,

Asien, Nord- und Südamerika, Australien sowie

Afrika ab.

„Ich bin stolz, dass wir uns in diesem Logistik-

Haifischbecken durchsetzen konnten“, sagte

Kurt Posch anlässlich der 25-Jahr-Feier am

Firmenhauptsitz in Bergheim bei Salzburg und

dankte den vielen Menschen, die am Erfolg von

Ontime mitgewirkt haben: Treue Kunden, gut

ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

an den fünf Standorten in Österreich sowie

die unzähligen verlässlichen Geschäftspartner

in aller Welt. „Eines unserer Erfolgsrezepte war

und ist, dass wir überall die richtigen lokalen

Partner und Mitarbeiter haben.“

Roland Schäffner verwies darauf, wie wichtig

es sei, den Kunden aufmerksam zuzuhören:

„Diesen extra Meter gehen wir sehr gerne!“ –

Neben dem bedingungslosen Bekenntnis zur

Termintreue, legen beide Ontime-Gründerväter

großen Wert auf gute zwischenmenschliche

Beziehungen: „Wir fühlen uns als coole Familie

und freuen uns sehr, dass unsere jeweils

ältesten Söhne vor zwei Jahren die Geschäftsführung

von Ontime Logistics übernommen

haben!“

Strategie 2045 – eigene Ontime-Akademie

Den zwei jungen Geschäftsführern geht es

darum, gutes Altes zu bewahren, aber auch den

Mut zu haben, Neues auszuprobieren. Und so

haben sie gleich in ihrem ersten Geschäftsjahr

das Erscheinungsbild des Unternehmens auf

neue Beine gestellt und ein neues Corporate

Design inklusive neuem Logo realisiert!

Im Zuge der gemeinsam erarbeiteten „Strategie

2045“ liegt Moritz Schäffner eine Digitalisierungs-Offensive

am Herzen. Auch Tassilo Posch

will KI- und Automatisierungs-Lösungen zur

Unterstützung der Mitarbeiter verstärkt nützen.

Beide betonen, dass der Mensch nach wie

vor das Wichtigste im Unternehmen bleiben

müsse. Und so wird viel in Mitarbeiter-Weiterbildung

investiert. Es gibt unter anderem eine

Ontime-Akademie und diverse Teambuilding-

Aktivitäten. (RED)

Foto: Ines Wurm


Gestalten

Sie mit für mehr

Sichtbarkeit –

Frequenz –

Reichweite

Gemeinsam bringen wir Ihr

Business ins Blickfeld.

LOGISTIK express – Ihr

Marktplatz für News,

Innovationen und Trends.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S74

PROPAK zeigt deutliche

Standortnachteile auf

Industrielle Papierverarbeiter in Österreich

2025 mit drei Prozent Umsatzminus – Analyse

verdeutlich Handlungsbedarf bei Kosten und

Produktivität.

Die österreichische papierverarbeitende

Industrie (PROPAK) blickt

2025 auf ein weiteres schwieriges

Jahr zurück. Der Produktionswert

sank um drei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro,

mengenmäßig blieb der Rückgang mit einem

Minus von 1,2 Prozent vergleichsweise moderat.

Besonders betroffen waren Non-Packaging-

Produkte mit einem Wertminus von 4,4 Prozent,

während der Verpackungssektor um 1,9 Prozent

zurückging. Rund 80 Prozent der Produkte

werden exportiert; auch hier gab es ein leichtes

Minus von 0,4 Prozent. Die Beschäftigung blieb

trotz des angespannten Umfelds relativ stabil,

die Zahl der Lehrlinge legte sogar um 2,6 Prozent

zu.

„Die scheinbar stabile Lage darf nicht darüber

hinwegtäuschen, dass unsere Unternehmen

wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten“,

sagt Marko Bill Schuster, Obmann des

Fachverbandes PROPAK in der Wirtschaftskammer

Österreich (WKÖ).

„Sinkende Umsätze, hohe Arbeitskosten und

ein härter werdender internationaler Wettbewerb

schmälern die Spielräume für Investitionen

am Standort Österreich. Damit die Betriebe

Beschäftigung sichern und weiter exportstark

bleiben, braucht es deutlich wettbewerbsfähigere

Rahmenbedingungen.“

EcoAustria-Studie: Österreich verliert bei

Kosten und Produktivität an Boden

Wie deutlich die Standortnachteile mittlerweile

geworden sind, zeigt eine neue Studie von Eco-

Austria im Auftrag von PROPAK. Untersucht

wurden die zentralen Herausforderungen und

die internationale Wettbewerbssituation der

Branche. Ein Ergebnis betrifft die Lohnstückkosten:

Zwischen 2017 und 2025 stiegen sie in

Österreich um rund 37 Prozent. Im Euroraum lag

der Anstieg bei rund 27 Prozent, in der Schweiz

waren es sechs Prozent – ein Unterschied in der

Entwicklung von nahezu 31 Prozentpunkten.

Auch bei der Produktivität fällt Österreich

zurück: Die reale Arbeitsproduktivität stieg seit

2017 hierzulande nur um rund vier Prozent.

Polen kam im selben Zeitraum auf ein Plus von

25 Prozent, die Slowakei auf 20 Prozent und

Ungarn auf 17 Prozent. In der PROPAK Industrie

sinkt sie seit 2021 kontinuierlich.

„Die Studie zeigt, dass die österreichischen

Unternehmen nicht nur mit schwächerer

Nachfrage, sondern auch mit einer deutlich

ungünstigeren Kosten- und Produktivitätsentwicklung

konfrontiert sind“, sagt Monika Köppl-

Turyna, Direktorin von EcoAustria. „Gerade für

eine stark exportorientierte Industrie ist das ein

gravierender Standortnachteil.“

Credit: comunit / Ludwig Schedl


Exportmärkte deutlich unter Druck

Betrachtet man die für PROPAK relevanten Produktgruppen,

bleibt Deutschland der wichtigste

Absatzmarkt: Exporte dahin machen rund

445,9 Millionen Euro aus (2024), gefolgt von

der Schweiz mit 219,4 Mio. Euro, Polen mit 128,9

Millionen Euro, Ungarn mit 115,2 Mio. Euro und

Tschechien mit 113,2 Millionen Euro. Gleichzeitig

verschiebt sich die Wettbewerbssituation in

diesen Kernmärkten zulasten Österreichs. Zwar

konnten heimische Unternehmen in einzelnen

Ländern zulegen, vielfach verloren sie jedoch

Marktanteile an schneller wachsende Wettbewerber.

In Deutschland etwa sank der österreichische

Marktanteil zwischen 2017 und 2024

von 10,3 auf 8,0 Prozent. Gleichzeitig gewannen

Anbieter aus Polen, China, Italien und Spanien

an Bedeutung. „Die PROPAK-Branche zeigt ein

hohes Maß an Stabilität, steht aber unter Druck

durch Länder mit günstigeren Kostenstrukturen“,

sagt Köppl-Turyna. „Österreich muss bei

den Standortbedingungen gegensteuern, damit

die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf den

Exportmärkten nicht schrittweise erodiert.“

Innovationen und Digitalisierung

Trotz der schwierigen Ausgangslage setzen die

PROPAK-Unternehmen weiter auf Innovationen.

Dazu zählen recyclingfähige Verpackungen

aus Papier und Karton, die Kunststoff in

vielen Bereichen ersetzen können, vorausgesetzt

die Kosten bleiben wettbewerbsfähig. Die

steigenden Kunststoffpreise – stärker als bei

Papier/Karton – verbessern die Ausgangslage

für die Produkte der PROPAK-Branche. Auch

die Digitalisierung treibt Innovationen voran:

Digital Informationen via QR-Code ergänzen

Aufdrucke auf Verpackungen, Hologramme

machen Etiketten fälschungssicher und digitale

Prozesse vereinfachen Bestell- und Freigabeabläufe.

„Gedruckte Informationen bleiben

wichtig, wo Rechtssicherheit, Verständlichkeit

und barrierefreier Zugang zählen. Eine rein digitale

Lösung würde viele Menschen ausschließen“,

so Arnold Tautermann-Bichler, stellvertretender

PROPAK-Fachverbandsobmann.

Auch im Schulbereich bieten gedruckte Lernmaterialien

Vorteile beim Lernen und Verstehen.

Kreislaufwirtschaft - Regularien bremsen

„Unsere Branche unterstützt die Ziele der Kreislaufwirtschaft.

Papier, Karton und Wellpappe

sind erneuerbare und hoch recyclingfähige

Materialien, die einen wesentlichen Beitrag

zur Ressourcenschonung leisten“, sagt Martin

Widermann, Geschäftsführer PROPAK. „Aber

die gestiegene Regulierungsdichte belastet

die Betriebe zunehmend, bremst Innovationen

und bindet Investitionen“, so Widermann.

So bringt etwa die Packaging and Packaging

Waste Regulation (PPWR) zahlreiche neue

Aufzeichnungs- und Berichtspflichten sowie

höhere administrative Kosten. Gleichzeitig sind

rund zwanzig Rechtsakte noch immer offen. Für

2026 bleibt der Ausblick der Branche zurückhaltend.

Wachstum wird nicht erwartet. Diese

Entwicklung und die EcoAustria-Studie machen

den wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf

deutlich. Insbesondere die Arbeitskosten müssen

sich am internationalen Umfeld orientieren.

„Die PROPAK-Industrie steht für nachhaltige

Produkte, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale

Wettbewerbsfähigkeit“, sagt PRO-

PAK-Obmann Schuster. „Diese Stärke darf nicht

durch Standortnachteile verspielt werden. Hier

sind auch die Sozialpartner gefordert.“ (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S76

DI Horst Santner, Cluster Managing

Director, Max Hölbl, Managing Director

und Chairman von Dunapack Packaging,

Tanja Kreer, Bürgermeisterin der Marktgemeinde

Strasswalchen, Gerald Prinzhorn,

CEO der Prinzhorn Gruppe.

Dunapack

Packaging eröffnet

neues Hochregallager

in Strasswalchen

Dunapack Packaging hat in Strasswalchen

ein neues Hochregallager für Halbfertigware

samt vollautomatisiertem Materialtransport

eröffnet.

In das Zukunftsprojekt investierte das

Unternehmen 12,1 Millionen Euro. Die

Anlage soll die Automatisierung und Effizienz

am Standort deutlich steigern. Eröffnet

wurde die Anlage gemeinsam mit Bürgermeisterin

Tanja Kreer, Prinzhorn-CEO Gerald Prinzhorn,

Chairman von Dunapack Packaging Max

Hölbl und den beteiligten Projektpartnern. Für

unsere Kunden bedeutet das Zwischenlager

vor allem mehr Versorgungssicherheit, kürzere

Reaktionszeiten und eine konstant hohe Produktqualität.

Durch die automatisierten Abläufe

können Aufträge verlässlicher abgewickelt,

Produktionsspitzen besser bewältigt und individuelle

Anforderungen noch flexibler umgesetzt

werden.

Gerald Prinzhorn, CEO der Prinzhorn Gruppe,

betonte die strategische Bedeutung des Projekts:

„Mit dem WIP-Lager in Strasswalchen

stärken wir unsere Leistungsfähigkeit und investieren

gezielt in Zukunftssicherheit. Moderne


Technologien helfen uns, Qualität zu sichern,

Prozesse nachhaltiger zu gestalten und den

Nutzen für unsere Kunden weiter zu erhöhen.“

Im Mittelpunkt stehen mehr Flexibilität in der

Produktion, bessere Serviceleistungen, hohe

Qualität durch weniger Ausschuss sowie ein

weiterer Schritt in Richtung Sustainability:

Durch effizientere Abläufe, einen ressourcenschonenden

Materialeinsatz und einen energiesparenden

Betrieb trägt die neue Anlage zu

nachhaltigeren Prozessen am Standort bei.

DI Horst Santner, Geschäftsführer von Dunapack

Packaging Strasswalchen, verwies auf

die technischen Eckdaten: „Das Zwischenlager

arbeitet vollautomatisch, misst 55 mal 20 Meter

und verfügt über neun Ebenen. Moderne Regalbediengeräte

und intelligente Software ermöglichen

einen energiesparenden Betrieb sowie

schnelle Ein- und Auslagerungen. Zudem wurden

Brandschutz und Arbeitssicherheit besonders

berücksichtigt.“ Zugleich verringert die

Anlage manuelle Eingriffe, erhöht die Arbeitssicherheit

und entlastet die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter im laufenden Betrieb.

In 33 Monaten entstand eine automatisierte

Lagerkapazität von rund 1,2 Millionen Quadratmetern

Wellpappe – das entspricht etwa 170

Fußballfeldern. Damit zählt das Projekt zu den

größten Automatisierungsschritten in Logistik

und Produktion am Standort.

Betriebsleiter Christoph Ludorff hob die Zusammenarbeit

mit den Projektpartnern hervor: „Zum

Erfolg beigetragen haben vor allem die enge

Kooperation mit Hörmann Logistics für Hochregallager

und Fördertechnik sowie mit Van den

Bos für Logistik- und Förderlösungen. Ihr Knowhow

war über die gesamte Projektlaufzeit hinweg

entscheidend.“ (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S78

Null Prozent

Transportschäden sind

kein Erfolgsmaßstab

Warum maximale Verpackungssicherheit

Unternehmen Geld kosten kann und die wirtschaftlich

beste Lösung selten die mit der

niedrigsten Schadensquote ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb

nicht, wie sich jeder einzelne

Schaden verhindern lässt. Die entscheidende

Frage lautet, welche

Verpackung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten

die beste Lösung darstellt.

Sicherheit ist kein Selbstzweck

Ein Blick in die Automobilindustrie verdeutlicht

diesen Zusammenhang. Moderne Fahrzeuge

verfügen über hochentwickelte Sicherheitskonzepte

und schützen ihre Insassen bei den

Belastungen, die im realen Straßenverkehr zu

erwarten sind. Niemand würde jedoch fordern,

ein Fahrzeug müsse selbst einen Frontalaufprall

mit 100 km/h gegen eine Betonwand ohne

Schaden überstehen. Sicherheit wird auf realistische

Beanspruchungen ausgelegt und nicht

auf jeden theoretisch denkbaren Extremfall.

Bei Verpackungen wird dieser Grundsatz häufig

anders bewertet. Produkte werden geworfen,

unsachgemäß gestapelt oder unter ungünstigen

Bedingungen transportiert. Treten Schäden

auf, lautet die Reaktion oft: mehr Material,

mehr Polsterung, mehr Sicherheitsreserven.

Dabei wird selten hinterfragt, ob der zusätzliche

Schutz tatsächlich einen wirtschaftlichen

Mehrwert schafft.

Buhl-paperform GmbH geht hier einen anderen

Ansatz zusammen mit den Kunden, denn

hier wird die Sinnhaftigkeit jeder Schutzmaßnahme

hinterfragt, denn schließlich verursacht

diese Kosten. Kosten, die nicht nur beim Verpackungsmaterial

selbst entstehen, sondern entlang

der gesamten Lieferkette.


„Verpackungen müssen den tatsächlichen

Anforderungen der Lieferkette standhalten. Sie

müssen jedoch nicht jeden theoretisch möglichen

Ausnahmefall absichern“, sagt Christoph

Buhl, Geschäftsführer der buhl-paperform

GmbH. „Entscheidend ist nicht die maximal

mögliche Sicherheit, sondern die wirtschaftlich

optimale Balance zwischen Produktschutz und

Ressourceneinsatz.“

Wenn Schadensquoten zur

falschen Kennzahl werden

Grundsätzlich lassen sich Transportschäden

nahezu beliebig weiter reduzieren. Kartonagen

können verstärkt, Polsterungen erweitert und

Sicherheitsreserven erhöht werden. Mit jeder

zusätzlichen Schutzmaßnahme steigen jedoch

auch Materialverbrauch, Verpackungsgewicht,

Handlingkosten, CO2 Belastung und Volumen.

Die Folgen sind unmittelbar spürbar: höhere

Materialkosten, mehr Lagerfläche, geringere

Palettenauslastung, höhere Transportkosten

und komplexere Verpackungsprozesse. Gleichzeitig

nimmt der wirtschaftliche Nutzen der

zusätzlichen Schutzmaßnahmen kontinuierlich

ab. Anders formuliert: Die letzten Zehntelprozent

einer Schadensquote sind häufig die teuersten.

Die Fragestellung verschiebt sich damit signifikant

von der maximalen Sicherheit hin zur optimalen

und kosteneffizientesten Gesamtlösung.

Ein einfaches Beispiel ist Amazon. Der Konzern

nutzt künstliche Intelligenz, um Verpackungen

anhand historischer Schadensdaten, Produkteigenschaften

und logistischer Rahmenbedingungen

gezielt zu optimieren. Ziel ist ausdrücklich

nicht die größtmögliche Verpackung,

sondern die wirtschaftlich sinnvollste. Dadurch

konnten Millionen Tonnen Verpackungsmaterial

eingespart und unnötige Versandverpackungen

erheblich reduziert werden. Manche

Artikel werden sogar komplett ohne zusätzliche

Schutzverpackung versandt. Die Erkenntnis

dahinter ist ebenso einfach wie relevant: Mehr

Verpackung bedeutet nicht automatisch mehr

Wirtschaftlichkeit.

„Viele Unternehmen investieren erhebliche Mittel,

um Transportschäden weiter zu reduzieren“,

erklärt Buhl. „Dabei wird oft übersehen, dass die

dadurch entstehenden Mehrkosten höher sein

können als die Kosten der Schäden, die vermieden

werden sollen.“

Genau an diesem Punkt wird deutlich, warum

die isolierte Betrachtung von Schadensquoten

zu kurz greift. Eine Verpackung kann technisch

hervorragend funktionieren und gleichzeitig

wirtschaftlich ineffizient sein.

Die Branche verändert ihre Perspektive

Diese Entwicklung wird inzwischen von Institutionen

und Marktteilnehmern aufgegriffen. So

formuliert der Gesamtverband der Deutschen

Versicherungswirtschaft (GDV) bewusst, dass

Verpackungen den „zu erwartenden Beanspruchungen“

standhalten müssen. Auch das

Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) betrachtet

Verpackungen nicht mehr ausschließlich als

Schutzfunktion, sondern als wichtigen Bestandteil

effizienter nachhaltiger Lieferketten.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S80

Verpackung als Gesamtsystem betrachten

Auch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss

und Logistik (IML) verweist auf die Potenziale

einer systematischen Verpackungsoptimierung.

Denn jede unnötige Verpackungsreserve

beeinflusst Transporteffizienz, Lagerkapazitäten,

CO2-Ausstoß und Prozesskosten. Aus diesem

Grund betrachtet buhl-paperform Verpackungen

nicht isoliert, sondern als Bestandteil

eines Gesamtsystems. Und dies macht besonders

in Zeiten der PPWR-Regulierungen noch

mehr Sinn.

„Wir analysieren mit Kunden Produkte, Transportwege,

Lagerbedingungen, Handhabungsprozesse

und Schadenskosten“, erläutert

Christoph Buhl. „Erst wenn alle Einflussfaktoren

betrachtet werden, lässt sich beurteilen, welche

Verpackung wirtschaftlich die beste Lösung

darstellt.“ Dabei gehe es nicht, Schäden zu

akzeptieren oder Qualitätsstandards zu senken.

„Eine beanspruchungsgerechte Verpackung

wird in der Praxis niemals dauerhaft bei null

Prozent Transportschäden liegen“, so Buhl.

„Außergewöhnliche Belastungen und Fehlhandhabungen

lassen sich nie vollständig ausschließen.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob

einzelne Schäden auftreten können, sondern ob

die Gesamtlösung wirtschaftlich sinnvoll ist.“

Die wirtschaftlich beste Verpackung

ist selten die massivste

Steigende Kosten, zunehmender Wettbewerbsdruck

und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen

sowie PPWR zwingen Unternehmen

heute dazu, Verpackungen neu zu bewerten.

Gefragt sind Lösungen, die Produktschutz,

Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz

miteinander verbinden. Die Zukunft gehört deshalb

nicht den Verpackungen mit den größten

Sicherheitsreserven, sondern den Verpackungen

mit der höchsten Effizienz.

„Wer Verpackungen ausschließlich über die

Schadensquote bewertet, greift zu kurz“, sagt

Buhl. „Erfolgreiche Verpackungskonzepte entstehen

dort, wo Produktschutz, Logistik, Nachhaltigkeit

und Wirtschaftlichkeit gemeinsam

optimiert werden.“

Null Prozent Transportschäden mögen auf den

ersten Blick nach einem Idealzustand klingen.

Für Unternehmen sind sie jedoch kein Erfolgsmaßstab.

Erfolgreich ist eine Verpackung dann,

wenn sie den erforderlichen Schutz mit dem

geringstmöglichen Ressourceneinsatz erreicht.

Nur so wird entlang der gesamten Lieferkette

der größte wirtschaftliche Nutzen geschaffen.

(RED)


Austrian Summit

für Retail &

Branded Goods

tagdeshandels.at

8.-9.OKT

TAG DESGMUNDEN (OÖ)

HANDELS

TOSCANA

CONGRESS,

2026


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S82

Vakuum statt

Muskelkraft

Sunrise Medical fertigt nicht nur Medizinprodukte,

sondern sorgt auch in seinen Arbeitsprozessen

für ein gesundes Arbeitsumfeld:

Heute hebt hier niemand mehr verbissen

schwere Kartons. Ein Griff, ein kurzer Zug und

schon schwebt der Rollstuhl.

Die neue Hebehilfe JumboFlex nimmt

den Druck aus Rücken und Schicht.

Die Folge: mehr Ergonomie, mehr

Flexibilität und mehr Effizienz. In

der Versandhalle von Sunrise Medical packen

Beschäftigte mühelos Rollstühle sowie Batterien

in Kartons und stapeln die Schachteln auf

Paletten. Was sich anhört wie eine Selbstverständlichkeit,

war bis vor Kurzem harte körperliche

Arbeit. Julian Wiegand, Teamleiter in

der Fertigung, erinnert sich: „Früher mussten

unsere Kommissionierer die Produkte mühsam

von Hand in die Kartons heben. Das war für sie

körperlich sehr belastend.“

Die Sunrise Medical GmbH entwickelt, produziert

und vertreibt seit über 40 Jahren Mobilitätslösungen.

Dazu zählen manuelle und elektrische

Rollstühle, elektrische Hilfsantriebe,

Elektromobile sowie Sitz- und Positionierungssysteme.

Mit über 3.000 Mitarbeitenden weltweit

und Vertrieb in mehr als 130 Ländern zählt

das Unternehmen mit Hauptsitz in Malsch in der

Nähe von Heidelberg zu den Weltmarktführern.

Die Herausforderung: schwere Lasten

In der Kommissionierung handhabt jede Fachkraft

30 bis 50 Artikel pro Schicht. Die Spanne

reicht von kompakten Batterien mit Abmessungen

von 31 × 22 × 29 Zentimetern bis zu kompletten

Rollstühlen mit 95 × 35 × 80 Zentimetern.

Das Gewicht variiert zwischen zehn und 40

Kilogramm. Ein bis zwei Personen verpackten

bislang die Produkte. „Wir wollten unsere Mitarbeiter

körperlich entlasten, ihre Gesundheit

erhalten und ihre Erfahrung dort einsetzen, wo

sie den größten Mehrwert schafft“, fasst Julian

Wiegand zusammen. Denn die Konsequenzen

wiederholter Hebearbeit sind bekannt: Muskelund

Skeletterkrankungen führen die Statistiken

der Arbeitsunfähigkeit an. Besonders der

Rücken leidet unter der Belastung. „Das System

sollte sich einfach bedienen lassen und eine

körperschonende Arbeitsweise ermöglichen“,

bringt es Julian Wiegand auf den Punkt.

Ergonomie durch Einhandbedienung

Die Wahl fiel auf den Vakuum-Schlauchheber

JumboFlex Generation 2 von Schmalz.

Das System aus dem Schwarzwald kombiniert

Vakuumtechnik mit cleverem Design. Der

Grundgedanke ist simpel: Unterdruck fixiert die

Last am Sauggreifer, ein flexibler Schlauch hebt

und senkt die Werkstücke. Ganz besonders

überzeugt der neue JumboFlex durch seinen

ergonomischen Bediengriff, der zu jeder Hand

passt und langes, ermüdungsfreies Arbeiten

ermöglicht. Soft-Touch-Elemente verhindern

Druckstellen. Dank zweier Taster steuern

Anwender intuitiv alle Funktionen: Heben,

Senken, Ansaugen, Lösen. „Die Bedieneinheit

ist selbsterklärend und sehr einfach zu handhaben,

auch neue Beschäftigte können damit

schnell produktiv kommissionieren“, freut sich

Julian Wiegand.


Das Herzstück des JumboFlex ist der Vakuum-

Erzeuger. Er schafft den notwendigen Unterdruck,

um Lasten bis 50 Kilogramm sicher zu

greifen. Dank Eco-Funktion ist der Energiebedarf

minimal: Der Schlauchheber schaltet sich

automatisch ab, wenn er nicht benötigt wird.

Die kurzen Evakuierungszeiten sorgen für eine

hohe Taktung, der flexible Hubschlauch ermöglicht

Bewegungen, die sich natürlich anfühlen.

Anders als starre Krangreifer folgt der

Schlauchheber den Bewegungen des Anwenders.

Vielseitigkeit durch Schnellwechseladapter

Ein entscheidender Vorteil des JumboFlex ist

sein Schnellwechselsystem. Verschiedene

Greifer lassen sich sekundenschnell und werkzeuglos

austauschen. Für Kartons nutzen die

Beschäftigten den JumboFlex High-Stack mit

einem Flächengreifer, Batterien und Rollstühle

nimmt der JumboFlex Generation 2 mit einem

Haken problemlos auf. Die Sauger des Flächengreifers

passen sich unterschiedlichen

Geometrien an, die Haltekraft wird gleichmäßig

über die Kontaktfläche verteilt. Der speziell

entwickelte Bediengriff nutzt den Raum von

Lagerplätzen und Transportmitteln optimal aus,

dank konfigurierbarer Bügellänge und stufenlos

einstellbarem Führungsbügel erreicht der

Schlauchheber maximale Ergonomie. „Sehr

positiv ist auch, dass wir das System ohne großen

Aufwand nach- und umrüsten können,

wenn Bedarf entsteht“, lobt der Teamleiter.

Von der Anfrage bis zur Installation

Über Fachmessen und eine gezielte Internetrecherche

wurde Sunrise Medical auf die ergonomischen

Hebehilfen aus dem Schwarzwald

aufmerksam. „Wir haben uns für Schmalz entschieden,

weil die Beratung von Anfang an sehr

kompetent und stets klar auf unser Ziel ausgerichtet

war“, so Julian Wiegand. Die Umsetzung

des Projekts erfolgte schnell und reibungslos.

Neben dem JumboFlex installierte Schmalz

auch einen leichtgängigen Aluminiumkran, der

einen großen Arbeitsradius ermöglicht.

Die Zusammenarbeit mit den Vakuum-Experten

bewertet der Teamleiter durchweg positiv:

„Unsere Ansprechpartner waren sehr engagiert

und ausgesprochen kompetent. Wir würden

uns jederzeit wieder für ein gemeinsames Projekt

entscheiden.“ Auch der Service nach der

Installation stimmt: „Wir sind mit den Dienstleistungen

von Schmalz höchst zufrieden und

schätzen die schnelle Lösungsfindung sowie

die zügige Umsetzung bei Anfragen.“

Zufriedene Belegschaft, schnellere Prozesse

Die Vorteile der neuen Hebehilfe zeigen sich im

täglichen Betrieb: Die Mitarbeitenden gehen

entspannter an ihre Aufgaben, Krankheitsausfälle

sind zurückgegangen. Auch die Kommissionierung

läuft deutlich flotter. „Besonders

gefällt uns, dass wir die Tätigkeiten jetzt

unabhängig von körperlichen Voraussetzungen

gleichmäßig auf alle Beschäftigten verteilen

können“, sagt Julian Wiegand. „Das erweitert

unseren Spielraum bei der Personaleinsatzplanung

erheblich.“

Dabei zahlt sich die Investition in Vakuumtechnik

für Sunrise Medical mehrfach aus: Die

Gesundheit der Beschäftigten wird geschont,

die Produktivität steigt, die Flexibilität nimmt zu.

Angesichts des demografischen Wandels und

alternder Belegschaften gewinnen ergonomische

Arbeitsplätze zunehmend an Bedeutung.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S84

Die Sets sind aus gewobenem Kunststoff

(Polypropylen). Der Hersteller hat

die 14001 Zertifizierung der DEKRA.

Statt Folie:

Neue Hülle spart Müll

Mit „Pacture“, den patentierten Mehrweghüllen

der Kupek GmbH, ersetzen Lebensmittelund

Nonfood-Märkte die Stretchfolie in der

Logistik.

Pacture macht Schluss mit Stretchfolie

und Wickelstress im Handel: Statt

Wegwerfplastik schützen Mehrweghüllen

aus recyceltem, gewobenem

Kunststoff (Polypropylen) der Kupek GmbH die

Ware auf Rollwagen im Lebensmittel- und Nonfoodsektor

– schneller, günstiger und ohne Plastikmüll

am Zielort. Das Unternehmen aus dem

bayerischen Schneckenlohe testete das frisch

patentierte System drei Jahre lang an 12.000

Einheiten bei der größten Bio-Fachmarktkette

Europas. Das Ergebnis: Der Händler sparte etwa

100 Tonnen Plastikmüll pro Jahr, 50 Prozent der

Arbeitszeit und damit 125.000 Euro Personalkosten.

UDO KERBSTIES

„Es ist phänomenal: Mit Pacture haben wir

ein System entwickelt, das Stretchfolie beim

Transport von Waren komplett ersetzt und

dadurch mindestens drei Probleme auf einmal

löst. Unsere Mehrweghüllen sind praktischer,

günstiger und umweltfreundlicher als andere

Systeme“, sagt Udo Kerbsties, Geschäftsführer

der Kupek GmbH, der über fünf Jahre an der

Neuentwicklung tüftelte. Jetzt ist seine Erfindung

serienreif und in drei Größen erhältlich.

Jedes Set besteht aus zwei Teilen und ist in der

Praxis ganz einfach anzuwenden: Mitarbeitende

stülpen die Schutzhüllen an Einschüben

über die Seitengitter der Rollwagen, klappen sie

auf und schließen sie an den Seiten mit dicken

Klettverschlüssen – fertig.

Stretchfolie kostet Zeit und Nerven

„Normalerweise umwickeln Mitarbeitende die

Rollwagen mehrfach mit Stretchfolie, um die

Ware beim Transport zu schützen – automatisch

oder von Hand“, sagt Kerbsties. Laut §22

der Straßenverkehrsordung (StVO) haben der

Absender und der Fahrzeugführer die Pflicht,

Fotos: Kupek GmbH


die Ladung so zu sichern, dass sie bei Vollbremsungen

nicht verrutscht oder umfällt. Das Problem:

Stretchfolie lässt sich einmal angebracht

nicht mehr öffnen und wird beim Abwickeln zu

Plastikmüll. Beim Einfahren in den Lkw haftet

sie beim Kontakt mit anderen gewickelten Rollwagen,

was Zeit und Nerven kostet. Die Pacture

Sets aus recyceltem, gewobenem Kunststoff

(Polypropylen) gleiten besser beim Einfahren in

enge Laderäume und lassen sich auch gepackt

mit einem Handgriff innerhalb von Sekunden

öffnen und schließen, sodass Ware entnommen

oder hinzugefügt werden kann – ohne Abfall.

12.000-mal nachgewiesen in der Praxis

Das Mehrwegsystem funktioniert nachgewiesen

in der Praxis: Der Lebensmittelhändler

Dennree benutzt seit drei Jahren 12.000 Sets in

Teilen seiner logistischen Prozesse und liefert

damit wertvolle Erkenntnisse: „Mitarbeitende

sind beim Anbringen des Systems fast doppelt

so schnell beim herkömmlichen Verpacken.

Rechnet man das hoch, spart die Bio-Fachmarktkette

rund 125.000 Euro Personalkosten

pro Jahr.“

Für den Händler dazu vor allem der abfallfreie

Einsatz und die geringeren Strom- und Wartungskosten

Argumente, die für die Anschaffung

sprechen. Hochgerechnet auf die Anzahl

der Rollwagen, die mit Pacture für Europas

größtes Bio-Fachhandelshaus unterwegs sind,

reduziert das Unternehmen seinen Plastikmüll

um etwa 100 Tonnen pro Jahr.

„Die Hüllen bleiben entweder sauber zusammengefaltet

am Wagen oder Mitarbeitende

können sie gefaltet abnehmen und gestapelt

für den nächsten Einsatz lagern“, sagt Udo

Kerbsties. Auch das spart wieder Zeit.

Kostenlos ab der 130. Anwendung

Dazu kommen Materialkosten, die wegfallen:

„Wer seinen Rollwagen bisher vor jedem Transport

mit rund 200 Gramm Folie mittlerer Qualität

umwickelt hat, hat mit dem neuen System

für 60 Euro nach knapp 130 Einsätzen den Preis

für die Anschaffung wieder drin“, rechnet Udo

Kerbsties vor, der seit wenigen Wochen das

Patent seiner Entwicklung auf dem Schreibtisch

liegen hat. Von Dennree weiß er, dass Pacture-

Sets weit mehr als 300 Einsätze aushalten.

„Hier sind die Hüllen immer noch intakt im

Umlauf – eine Materialermüdung ist noch nicht

in Sicht.“ Sollten die Pacture Sets eines Tages

beschädigt sein, können sie repariert, recycelt

oder upcycelt werden – zu schicken Taschen.

Mit diesem schlüssigen System hat sich der

Erfinder jetzt für den Deutschen Verpackungspreis

beworben. „Damit möglichst viele Märkte

in Zukunft viele Tonnen Plastikmüll einsparen.“

(RED)

Die Kupek GmbH ist ein mittelständisches

Unternehmen, das an drei Standorten

Dienstleistungen für Beschaffungs-, Logistik-

und Verpackungsprozesse anbietet.

Die Kupek GmbH beschäftigt 30 Mitarbeitende

für über 200 Partner weltweit,

darunter Kunden wie Knorr-Bremse, Brose

und Dennree. Kupek optimiert Prozesse

und berät in Sachen Logistik, Beschaffung,

Verpackung und sichert die Qualität.

Kupek ist ISO 9001 und 14001 zertifiziert

– was bedeutet, dass das Unternehmen

ein geprüftes Umweltmanagementsystem

nach internationalen anerkannten Standards

betreibt. www.kupek.de

Ruckzuck verpackt:

Mit Pacture sparen

Unternehmen bis zu 50

Prozent Personalkosten.

Die Mehrweghülle

reduziert nicht nur den

Plastikmüll – sie ersetzt

ihn vollständig. Bleiben

die Pacture Sets am

Wagen, geht das Verpacken

noch schneller.


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S86

Exotec automatisiert

DSV-Standort in Venlo

mit rund 100 Robotern

Rund 100 autonome Roboter erhöhen Durchsatz,

Flexibilität und Skalierbarkeit im Fulfillment.

Exotec bringt Skypod-System zu niederländischem

Logistikanbieter DSV.

DSV, ein weltweit führendes Transport-

und Logistikunternehmen, ist

eine Partnerschaft mit Exotec eingegangen,

einem Spezialisten für

Lagerrobotik. Exotec hat das Logistikzentrum

von DSV im niederländischen Venlo mit dem

Skypod-System ausgestattet. Mit der Implementierung

unterstützt Exotec DSV dabei,

Fulfillment-Prozesse für verschiedene Retail-

Marken zu optimieren und die Lieferketten

weiter auszubauen. Zum Einsatz kommen rund

100 autonome Skypod-Roboter. Das System

verwaltet etwa 90.000 Behälter und Trays und

lässt sich bei Bedarf schnell erweitern – etwa

wenn die Nachfrage steigt oder sich das Produktsortiment

verändert. Dafür sind keine größeren

Umbauten nötig.

Mehr Leistung, Flexibilität und Skalierbarkeit

Als Goods-to-Person-Lösung bringt das Skypod-System

Waren automatisch zu den Mitarbeitenden

und unterstützt so auch bei hohem

Bestellaufkommen schnelle und zuverlässige

Abläufe. Die Anlage umfasst zudem eine

Zwischenebene für Retouren sowie zusätzliche

Funktionen wie das automatische Öffnen,

Schließen und Etikettieren von Kartons.

„Wir freuen uns, DSV bei der Weiterentwicklung

des Standorts in Venlo zu unterstützen“, sagt

Jan Heijblom, Senior Sales Executive bei Exotec

Benelux. „Unser Skypod-System ist für Umgebungen

konzipiert, in denen Geschwindigkeit,

Genauigkeit und Skalierbarkeit entscheidend

sind. Gerade für führende 3PL-Anbieter ist es

wichtig, flexibel auf wechselnde Anforderungen

zu reagieren und gleichzeitig konstant

hohe Leistung zu liefern.“

Barbara Klep, Managing Director der Contract-

Logistics-Division bei DSV, ergänzt: „In unserem

Lager setzen wir auf modernste Lagersysteme

und innovative Automatisierung, um optimal

auf die Anforderungen und Wachstumsziele

unserer Kunden zu reagieren. Das Skypod-

System gibt uns die Agilität, uns an veränderte

Bedürfnisse anzupassen – und gleichzeitig

unsere Servicelevels sowie eine nachhaltige

Performance abzusichern.“

So unterstützt Exotec eine effizientere und

zuverlässigere Distribution aus den Niederlanden.

(RED)



LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S88

Warum Interoperabilität

die neue Währung der

Intralogistik ist

Unterschiedliche Robotiksysteme, proprietäre

Schnittstellen und gewachsene IT-Strukturen

machen den Materialfluss zum kritischen

Engpass. Mit interoperablen Architekturen

schaffen Unternehmen die Basis für robuste,

flexible und sichere Automatisierungsstrategien.

Heterogene Flottenlandschaften brauchen

eine gemeinsame Intelligenz

Ohne konsistente Kommunikationsstrukturen

werden heterogene Flotten schnell zum

betrieblichen Engpass. Wenn autonome und

manuelle Ressourcen ihre Informationen nicht

teilen, agieren sie wie voneinander isolierte

Teilwelten. Autonome Fahrzeuge treffen lokale

Entscheidungen, berücksichtigen jedoch nur

ihren unmittelbaren Kontext. Was ihnen fehlt,

ist die systemweite Perspektive: Ein Fahrzeug

bremst, ein anderes wartet, ein Stapler weicht

aus – und schon entstehen Verzögerungsketten.

Auf gemeinsam genutzten Fahrwegen verstärkt

sich dieser Effekt: Unklare Vorfahrtsregeln,

spontane Bremsmanöver, Gegenverkehr

oder ein blockierter Kreuzungsbereich erzeugen

Verzögerungen und können sicherheitskritische

Situationen auslösen.

Immer mehr produzierende Unternehmen

betreiben heute gewachsene, oft heterogene

Transportlandschaften – bestehend

aus autonomen mobilen Robotern (AMR),

FTS, Routenzügen, Gabelstaplern und manuellen

Transportmitteln. Diese Vielfalt entsteht

nicht nur durch unterschiedliche Modernisierungsphasen,

sondern auch durch spezialisierte

Hardware für klar abgegrenzte Aufgaben.

Doch oft fehlt diesen Systemen die gemeinsame

Sprache: Ohne interoperable Steuerung

entstehen Parallelwelten aus getrennten Verkehrswegen,

uneinheitlichen Prioritäten und

fragmentierten Prozesslogiken. Die Auswirkungen

sind unmittelbar sichtbar – von unnötigen

Fahrzeiten bis hin zu mangelnder Transparenz

in Engpasssituationen. Und sie blockieren häufig

den nächsten Schritt im Automatisierungskonzept.

Je dynamischer der Shopfloor wird, desto stärker

zeigen sich diese Auswirkungen. Schichtwechsel,

taktgebundene Prozesse und kurzfristige

Materialabrufe verschieben Prioritäten

in Sekunden. In Kombination mit den variablen

Geschwindigkeiten und unregelmäßigen

Wegen manuell geführter Gabelstapler steigt

die Komplexität weiter. Deshalb müssen Materialflüsse

als ganzheitliches System statt als

Summe einzelner, voneinander unabhängiger

Entscheidungen orchestriert werden. Erst durch

einen übergeordneten Blick entsteht ein robuster,

sicherer und stabiler Transportfluss.

Standardisierte Schnittstellen wie die VDA 5050

schaffen dafür die technologische Grundlage.

Sie definieren ein einheitliches Kommunikationsschema

zwischen Robotern und Leitstand

und ermöglichen damit echte Interoperabilität.


Unternehmen profitieren nicht nur von stabileren

Betriebsabläufen, sondern vor allem von

strategischer Flexibilität: Sie können Hardware

frei kombinieren und je nach Use Case das ideale

Setup zusammenstellen – ohne Integrationsbarrieren

oder Abhängigkeiten von einzelnen

Herstellern.

Flottenmanagement als operative Klammer

Auf dieser interoperablen Basis entfaltet ein

zentrales Flotten- und Auftragsmanagement

sein volles Potenzial. Moderne Leitstände erfassen

alle Ressourcen in Echtzeit und orchestrieren

Transportaufträge anhand von Fähigkeiten,

Verfügbarkeit, Position und Prozesskontext

– unabhängig davon, ob es sich um AMR, FTS,

Stapler oder manuelle Transportmittel handelt.

Damit entsteht der Übergang von statischen

Prozesslogiken hin zu einem flexibel skalierbaren,

datengetriebenen Gesamtsystem.

Die zentrale Intelligenz gleicht Zielkonflikte aus,

optimiert Fahrwege und priorisiert Aufträge

systemweit. Da autonome Fahrzeuge zwangsläufig

nur einen lokalen Informationsausschnitt

sehen, schließen Leitstandsysteme diese Lücken:

Sie erkennen konkurrierende Routen früh,

vermeiden Engpässe und stabilisieren den

Gesamtdurchsatz. Aus vielen Einzelressourcen

wird so eine harmonisierte, dynamisch optimierte

Flotte. Bevor diese Mechanismen im

realen Betrieb greifen, setzen Unternehmen

verstärkt auf Simulation und virtuelle Inbetriebnahme.

Damit lassen sich Szenarien risikofrei

testen, Engpässe identifizieren und Betriebsstrategien

realitätsnah optimieren. Rollouts

werden deutlich beschleunigt, und Fehleinstellungen

im laufenden Betrieb werden vermieden.

Software als Voraussetzung

Die Zukunft der Intralogistik ist softwaredefiniert.

Erst wenn alle Transportressourcen –

autonome wie manuelle – in einer zentralen

Plattform zusammengeführt werden, entsteht

ein wirklich interoperables Gesamtsystem.

Moderne Leitstände fungieren dabei als „operatives

Nervensystem“: Sie vereinen Auftragsvergabe,

Verkehrssteuerung, Statusüberwachung,

Ereignismanagement und Echtzeitoptimierung

in einem einzigen Steuerpunkt. An dieser

Stelle kommen Anbieter wie SYNAOS ins Spiel.

Mit ihrer herstellerübergreifenden Orchestrierungslösung

ermöglichen sie diese Gesamtsicht.

„Interoperabilität ist für uns ein wichtiger,

logischer Schritt in Richtung Fabrik der Zukunft.

Gerade dort, wo Menschen und Maschinen

gemeinsam unterwegs sind, muss das Zusammenspiel

aller Ressourcen funktionieren“, sagt

Dr. Lennart Bochmann, CPO und Gründer von

SYNAOS. Die Intralogistics Plattform des Softwareanbieters

berücksichtigt die Fähigkeiten,

Einschränkungen und Echtzeitkontexte jeder

Ressource und sorgt so auch in hochkomplexen

Produktionsnetzwerken für effiziente und

sichere Prozesse. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S90

Complex

Pharmaceuticals

erweitert Standort in

Niederösterreich

Ein halbes Jahr vor Produktionsstart erweitert

Complex Pharmaceuticals seinen Standort in

Traiskirchen deutlich: Die Werksfläche wächst

von 7.800 auf 15.200 Quadratmeter.

Das Startup Complex Pharmaceuticals

baut derzeit in Traiskirchen bei

Wien ein modernes Produktionsund

Verpackungszentrum für die

pharmazeutische Sekundärherstellung. Nun

verkündet das Unternehmen einen weiteren

bedeutenden Wachstumsschritt: Ein halbes

Jahr vor Produktionsstart wird die Werksfläche

in Niederösterreich verdoppelt. Damit reagiert

Complex Pharmaceuticals auf den steigenden

Bedarf an flexiblen Produktions-, Lager- und

Logistikkapazitäten in Europa.

Südlich von Wien entsteht derzeit ein Ort, an

dem die Zukunft der europäischen Arzneimittelproduktion

mitgestaltet werden soll. Das

Pharma-Startup Complex Pharmaceuticals

baut im Logistik Park Tribus in Traiskirchen ein

modernes Produktions- und Verpackungszentrum

auf – ein Schritt, mit dem das Unternehmen

die Versorgungssicherheit stärken will.

Das Areal wurde von Propel Industries errichtet.

Complex Pharmaceuticals hat hier 50 Prozent

der Fläche langfristig angemietet.

Starke Nachfrage nach regionaler

Verfügbarkeit

Dass die Nachfrage nach regionaler Produktion

und Verfügbarkeiten stark steigt, zeigt

nicht zuletzt die aktuelle Expansion des Unternehmens:

Mehr als ein halbes Jahr vor dem

geplanten Produktionsstart erweitert Complex

Pharmaceuticals seinen Standort in Niederösterreich

und verdoppelt die aktuelle Werksfläche

von rund 7.800 auf insgesamt 15.200 Quadratmeter.


„Obwohl wir erst ab 2027 in den operativen

Vollbetrieb gehen, verzeichnen wir bereits eine

starke Nachfrage nach zusätzlichen Lagerkapazitäten“,

berichtet Christoph Reinwald, General

Manager von Complex Pharmaceuticals.

„Aus diesem Grund setzen wir den nächsten

Schritt früher als geplant und starten bereits

jetzt mit der strategischen Erweiterung unseres

Standorts.“

Investition in die Zukunft

Angemietet wurde ein weiteres Objekt mit circa

7.400 Quadratmetern auf derselben Gewerbefläche.

Das bestehende Werk mit Fokus

auf der Herstellung von Sekundärverpackung

wird damit um ein Zentrallager mit insgesamt

10.000 Palettenplätzen für Lohnkunden im

Ambient-Bereich – also der Lagerung von Arzneimitteln

in einem kontrollierten Raumtemperaturfenster

von 15 bis 25 Grad Celsius – sowie

weitere Büroräumlichkeiten reicher. Darüber

hinaus soll die Standorterweiterung laut dem

Unternehmen Platz für die Umsetzung weiterer

Projekte und Services für internationale Lohnkunden

schaffen. Der Zeitplan ist straff: Der

Umbau des neuen Objekts beginnt im August,

die Fertigstellung ist für Jänner 2027 geplant.

Produktion, Verpackung, Logistik am Standort

Währenddessen schreitet der Umbau des

ersten Objekts planmäßig voran: Die Inbetriebnahme

der ersten Verpackungslinie ist für Ende

des Jahres vorgesehen, die volle Auslastung

wird ab Jänner 2027 erwartet. Dann werden

am Standort sowohl pharmazeutische Sekundärverpackungen

hergestellt als auch Teile der

Arzneimittelproduktion umgesetzt.

Mit der Flächenerweiterung wird nun auch die

Lager- und Logistikfunktion stärker ausgebaut.

„Unsere Expansion bietet insbesondere unseren

Lohnkund:innen den Vorteil, Produkte direkt

vor Ort zu lagern und weiterzuverarbeiten. Das

reduziert Transportwege und erhöht die Flexibilität

in der Lieferkette enorm“, so Reinwald.

Damit nennt der General Manager Aspekte, die

im Sinne einer modernen, agilen und stärker

regional verankerten pharmazeutischen Produktion

feste Bestandteile seiner Vision sind.

Expansion geht weiter

Mit der aktuellen Flächenerweiterung ist die

Entwicklung des Standorts jedoch nicht abgeschlossen.

Vielmehr schafft Complex Pharmaceuticals

damit die Grundlage für weiteres

Wachstum in den kommenden Jahren. Ziel ist

es, einen integrierten Pharmastandort aufzubauen,

der flexibel auf Marktanforderungen

reagieren kann: „Traiskirchen soll Schritt für

Schritt zu einem leistungsfähigen Zentrum für

pharmazeutische Dienstleistungen im Herzen

Europas werden“, so Reinwald abschließend.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S92

Mecalux unterstützt

Gerresheimer in den USA

Das multinationale Unternehmen modernisiert

seine Anlagen in Peachtree City und

festigt seine Führungsposition auf dem nordamerikanischen

Markt für Medizinprodukte.

Die pünktliche Lieferung von Medizinprodukten

an Gesundheitseinrichtungen

ist für die Gesundheit

und das Wohlbefinden der Patienten

von entscheidender Bedeutung. Vor kurzem

hat Mecalux Gerresheimer, einen innovativen

Anbieter von Systemen und Lösungen sowie

globalen Partner für die Pharma-, Biotech- und

Kosmetikindustrie, dabei unterstützt, seine

Logistik für Medizinprodukte in den Vereinigten

Staaten zu optimieren. Im Rahmen der Erweiterung

der Produktions- und Logistikkapazitäten

seines Werks in Peachtree City (Georgia) beauftragte

Gerresheimer Mecalux mit der Lieferung

von zwei automatischen Palettenlagern. Diese

doppelte Investition ist eine Reaktion auf den

starken Anstieg der Nachfrage nach Medizinprodukten

und untermauert die auf Automatisierung

basierende Wachstumsstrategie des

Unternehmens.

„Die Erweiterung unseres Werks in Peachtree

City ist ein entscheidender Meilenstein für die

Festigung unserer Präsenz in den USA und

bringt uns unseren Kunden aus dem Gesundheitswesen

noch näher“, erklärt Tobias Gebhard,

globaler Leiter für die Automatisierung

intelligenter Fabriken bei Gerresheimer. Das

Projekt umfasst die Schaffung von mehr als

400 neuen Arbeitsplätzen, die Einrichtung von

Reinräumen auf dem neuesten Stand der Technik,

die Inbetriebnahme hochautomatisierter

Produktionslinien sowie die Modernisierung

der gesamten internen Logistik.


Nachdem Gerresheimer jahrelang mit manuellen

Prozessen gearbeitet hatte, hat das Unternehmen

auf die Automatisierung seiner Materialflüsse

gesetzt. Ziel war es, eine höhere

Präzision, Sicherheit und Effizienz zu erreichen

– alles entscheidende Faktoren in der Medizinbranche.

„In einem Umfeld, in dem jede Komponente

mit größter Sorgfalt behandelt werden

muss, eröffnet die Automatisierung ein neues

Maß an Kontrolle und Zuverlässigkeit“, erklärt

Gebhard.

Die Lagerverwaltungssoftware Easy WMS von

Mecalux überwacht die Bewegung von mehr

als 30 Artikelarten medizinischer Geräte aus

den Produktionslinien. Das System weist jedem

Produkt unter Berücksichtigung seiner Nachfrage

einen Stellplatz zu und sendet spezifische

Anweisungen an die Regalbediengeräte für den

Transport. Dadurch gewährleistet das Unternehmen

die sofortige Verfügbarkeit aller Geräte

zum gewünschten Zeitpunkt und behält eine

umfassende Kontrolle in Echtzeit über jedes

einzelne gelagerte Gerät.

Dieses Projekt ist das Ergebnis einer engen

Zusammenarbeit zwischen Gerresheimer und

Mecalux und legt den Grundstein für eine innovativere

und effizientere Logistik. Damit ist das

Unternehmen für ein nachhaltiges Wachstum

in einem so anspruchsvollen Umfeld wie der

Medizinbranche bestens gerüstet.

Über Gerresheimer

Gerresheimer ist ein innovativer Anbieter von

Systemen und Lösungen sowie ein globaler

Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche.

Das Unternehmen bietet ein breites

Portfolio an Primärverpackungslösungen, Arzneimittelverabreichungssystemen,

Medizinprodukten

sowie digitalen Lösungen zur therapeutischen

Unterstützung. Gerresheimer sorgt

für die sichere Abgabe und zuverlässige Verabreichung

von Medikamenten an die Patienten.

Mit mehr als 13.000 Mitarbeitern und 39 Produktionsstätten

in Europa, Amerika und Asien

ist Gerresheimer lokal präsent und produziert

vor Ort für regionale Märkte.

(RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S94

Flexible WMS-Architekturen ermöglichen es

Händlern und Fulfillment-Dienstleistern, bestehende

Prozesse kontinuierlich zu optimieren,

ohne ganze Lagerstrukturen von Grund auf neu

aufbauen zu müssen, wodurch Unternehmen

besser für zukünftiges Wachstum gerüstet sind.

„Unternehmen in der E-Commerce-Branche

suchen heute keine isolierten Automatisierungslösungen

mehr, sondern integrierte Plattformen,

die eine ganzheitliche Prozessoptimierung

ermöglichen. Dabei werden Warehouse

Management Systeme zunehmend zum Fundament

für erfolgreiche Lagerautomatisierung

und Robotics-Strategien. Wenn das WMS

unterschiedliche Technologien flexibel orchestrieren

und steuern kann, entstehen effiziente

und skalierbare Gesamtprozesse“, sagt Dirk

Haschke, VP & General Manager E-Commerce

Solutions bei Descartes.

Robotics im Lager

Descartes präsentiert auf der K5 die strategische

Relevanz von Warehouse Management

Systemen für ganzheitliche Automatisierung.

Auf der K5 zeigt Descartes, wie pixi WMS offene

Schnittstellen und schnelle Integrationsmöglichkeiten

nutzt und als zentrales Steuerungssystem

fungiert, das Automatisierungssysteme

wie Pick-by-Light und AMR nahtlos miteinander

verbindet. Im Zusammenspiel steigern

diese Technologien die Kommissioniergeschwindigkeit,

die Prozesssicherheit und die

Effizienz im Lager. Gleichzeitig erleichtern sie

die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und senken

die Fehlerquote im gesamten Auftragsabwicklungsprozess.

Am Stand können Besucher

hautnah erleben, wie die Pick-by-Light-Technologie

die Auftragsabwicklung optimiert und

wie autonome Roboter die Lagermitarbeiter bei

der Kommissionierung unterstützen.

Die Descartes Systems Group, weltweit

führend in der Vernetzung

logistisch anspruchsvoller Unternehmen

im Handel, zeigt auf der K5

Future Retail Conference am 23. und 24. Juni

2026 im ESTREL Berlin, wie offene und Robotics-fähige

Warehouse Management Systeme

(WMS) zum strategischen Erfolgsfaktor im

modernen E-Commerce-Fulfillment werden.

Besucherinnen und Besucher erhalten am Descartes

Messestand 73 in Halle 2 Einblicke in das

Zusammenspiel des WMS Descartes pixi mit

Assistenzsystemen wie Autonomen Mobilen

Robotern (AMR) und Pick-by-Light-Technologien.

„Robotikprojekte müssen nicht unbedingt als

groß angelegte ‚Big-Bang‘-Transformation

gestartet werden. Viele Unternehmen automatisieren

heute schrittweise und bedarfsorientiert,

je nach Wachstum, Prozessreife und

betrieblichen Anforderungen“, sagt Haschke.

„Ein modularer Automatisierungsansatz ist

besonders nützlich für den E-Commerce, wo

Peaks wie Black Friday oder die Weihnachtssaison

eine flexible Skalierung erfordern. So

können Unternehmen zusätzliche Automatisierung

gezielt dort einsetzen, wo kurzfristig

höhere Volumina anfallen. Das schafft Investitionssicherheit

und betriebliche Agilität“, fügt

Haschke hinzu.

(RED)



LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S96

Libiao Robotics gewinnt

IFOY Award 2026 für

Robotik-Lagersystem

AirRob PRO

Libiao setzt neue Maßstäbe in der flexiblen

und effizienten Lagerautomation – Auszeichnung

bei der renommierten internationalen

Intralogistik-Preisverleihung in Stuttgart.

Libiao Robotics wurde als Gewinner

in der Kategorie „Robot Warehouse

System“ beim International Intralogistics

and Forklift Truck of the Year (IFOY)

Award 2026 ausgezeichnet – einem der angesehensten

Preise der globalen Materialflussund

Lagerautomatisierungsbranche. Die feierliche

Verleihung fand bei der IFOY AWARD Night

im beeindruckenden Hauptsitz des Software-

Spezialisten AEB in Stuttgart statt und zog über

150 internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Medien an.

Die Jury ehrte Libiao für das revolutionäre

automatisierte Lager- und Goods-to-Person-

System AirRob PRO, das mit seinem innovativen

Ansatz zur Handhabung von Kartons und

Mehrwegbehältern in einer einzigen, hochflexiblen

Lagerlösung überzeugte. Der IFOY

Award gilt als Benchmark für Innovation und

wirtschaftliche Relevanz in der Intralogistik und

durchläuft einen strengen dreistufigen Bewertungsprozess:

den IFOY Test, eine wissenschaftliche

Innovationsprüfung und eine umfassende

Begutachtung durch eine internationale Jury

aus Fachjournalisten.

Pionierleistung in der Lagerrobotik

AirRob PRO basiert auf Libiaos bahnbrechender

Kletterroboter-Technologie und ermöglicht es

Lagerbetreibern, die Lagerdichte zu maximieren

und die Kommissionier-Effizienz zu steigern

– und das ohne umfangreiche Umbauten

der bestehenden Infrastruktur. Im Gegensatz

zu herkömmlichen Systemen kann AirRob PRO

sowohl Kartons als auch wiederverwendbare

Behälter auf einer einzigen Plattform handhaben,

wodurch zeitaufwändige Umladevorgänge

entfallen.

Eine der markantesten Innovationen ist der

schwenkbare Greifarm, der Lasten auf beiden

Seiten eines Lagergangs aufnehmen und ablegen

kann. Dies reduziert die Anzahl der benötigten

Arbeitsstationen erheblich oder macht

sie in manchen Anwendungen sogar überflüssig.

Intelligente Kamerasysteme, anpassbare

Saugertechnologie und integrierte Fördermechanismen

sorgen für eine sichere Handhabung

unterschiedlichster Produktgrößen und

Verpackungsarten.


AirRob PRO ist für Hochdurchsatz-Anwendungen

in Branchen wie E-Commerce, Lebensmittel,

Mode, Gesundheit & Schönheit, Pharma

sowie Third-Party-Logistik konzipiert. Es bietet

eine skalierbare Automatisierungslösung, die

Flexibilität mit außergewöhnlicher Raumeffizienz

verbindet.

Eine außergewöhnliche Auszeichnung

Ronan Shen, Leiter Global Sales bei Libiao

Robotics, kommentierte: „Der Gewinn des IFOY

Awards ist eine außergewöhnliche Ehre für das

gesamte Team von Libiao Robotics. Der IFOY-

Prozess ist in unserer Branche für seine Unabhängigkeit,

technische Strenge und den Fokus

auf den Kundennutzen bekannt – daher bedeutet

uns diese Auszeichnung sehr viel.

Bei Libiao hinterfragen wir stets die konventionellen

Ansätze der Lagerautomation. Wir sind

überzeugt, dass Unternehmen wie unseres die

nächste Generation der Intralogistik-Innovation

anführen – mit Lösungen, die nicht nur effizienter

und skalierbarer, sondern auch anpassungsfähiger

an die sich schnell wandelnden

Anforderungen moderner Lieferketten sind.

AirRob PRO wurde direkt als Antwort auf Kundenfeedback

und die wachsenden Herausforderungen

für Lagerbetreiber weltweit entwickelt,

darunter Fachkräftemangel, steigende

Kosten und begrenzter Platz. Es ist unglaublich

erfüllend, diese Innovation mit einem so

renommierten internationalen Preis gewürdigt

zu sehen. Mein Dank gilt unseren Kunden, Partnern

und dem gesamten Libiao-Team für ihre

Leidenschaft und ihr Engagement, die diesen

Erfolg möglich gemacht haben.“

Die Jury lobte insbesondere die praktische

Anwendbarkeit, Skalierbarkeit und den klaren

Kundennutzen von AirRob PRO. Hervorgehoben

wurden die intelligente Kombination von

Transport- und Kommissionierfunktionen, die

innovative Greifertechnologie sowie die Fähigkeit,

bestehende Lagerinfrastrukturen effizient

zu automatisieren. AirRob PRO setze neue

Maßstäbe für flexible Lagerautomation und

zähle zu den innovativsten Robotiklösungen

im diesjährigen Wettbewerb. Libiaos AirRob-

Technologie ist bereits weltweit in Logistikzentren

im Einsatz und unterstützt Einzelhändler,

Logistikdienstleister und Paketbetreiber bei der

Steigerung von Flexibilität und Effizienz in ihren

Fulfillment-Prozessen.

Der IFOY Award wird von einer unabhängigen

internationalen Jury vergeben, die führende

Logistikmedien aus 19 Ländern repräsentiert.

In diesem Jahr traten 49 Produkte und

Lösungen an, von denen 17 die anspruchsvolle

mehrstufige IFOY-Prüfung bestanden und

anschließend von der Jury bewertet wurden.

Mit dem Gewinn dieses renommierten Preises

unterstreicht Libiao Robotics seine Rolle

als Vorreiter in der Lagerautomatisierung und

zeigt, ANDREAS wie innovative AUER Technologien die Zukunft

der Intralogistik gestalten können. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S98

Vorläufige Einigung zu

Horizon Europe stärkt

Europas FTI-Standort

Industriellenvereinigung fordert 220 Mrd.

Euro, starke kollaborative Forschung und

klare Einbindung der Industrie in die EU-FTI-

Programmierung.

Die kürzlich im Rat der EU erfolgte

Annahme einer „partiellen allgemeinen

Ausrichtung“ zum Horizon

Europe-Paket ist ein starkes politisches

Signal und wichtige Weichenstellung auf

dem Weg zum neuen EU-Forschungsrahmenprogramm

„Horizon Europe 2028-34“.

Forschung, Technologie und Innovation sind

wesentliche Pfeiler einer echten Wettbewerbsfähigkeit

Europas. Angesichts des rasanten

globalen Wettrennens und hohen Wettbewerbs

um Technologievorsprünge forderte die Industriellenvereinigung

(IV) konsequent ein ambitioniertes,

eigenständiges Horizon Europe mit

einem abgegrenzten Budget. Daher ist es sehr

erfreulich, dass sich Wissenschafts- und Forschungsministerin

Eva-Maria Holzleitner, der

seitens Österreich die Federführung für das

EU-Forschungsrahmenprogramm obliegt, dafür

stark eingesetzt hat.


Ambitioniertes abgegrenztes Budget und

Stärkung der kollaborativen Forschung &

Innovation gefordert

Der zypriotische Ratsvorsitz hat vor Kurzem

im Rahmen der Veröffentlichung einer ersten

„Verhandlungsbox“ zum nächsten Mehrjährigen

Finanzrahmen (MFR 2028-2034) rund 168

Milliarden Euro für das nächste Horizon Europe

vorgeschlagen und liegt damit unter dem Vorschlag

der EU-Kommission von 175 Milliarden

Euro. „Ziel sollte weiterhin, insbesondere

in Anlehnung an die Empfehlungen von Mario

Draghi, der Expertengruppe rund um Manuel

Heitor und dem EU-Parlament, ein klar abgegrenztes

Budget in der Höhe von 220 Milliarden

Euro für das neue Horizon Europe 2028-34 bleiben,

um den FTI-Standort Europa entscheidend

nach vorne zu bringen“, so IV-Generalsekretär

Christoph Neumayer.

Die österreichische Bundesregierung müsse

sich bei den Verhandlungen zum Mehrjährigen

Finanzrahmen klar für jene Programme, die

Europas Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit

stärken, einsetzen. Dabei ist insbesondere

ein noch ambitionierteres Budget für Horizon

Europe und eine Stärkung der kollaborativen

Forschung in Säule 2 essenziell. Österreich ist

im EU-Forschungsrahmenprogramm Nettoempfänger

und mit bisher 1,7 Milliarden Euro an

Rückflüssen im seit 2021 laufenden Programm

insgesamt sehr erfolgreich. Dabei fallen rund

60 Prozent der zurückgeholten Forschungsmittel

auf die kollaborative Forschung in der 2.

Programmsäule.

Europa braucht solche kollaborativen Innovationsökosysteme

– bestehend aus einer

exzellenten wissenschaftlichen Basis, hochinnovativen

Start-ups und Scale-ups, angewandter

Forschung durch RTOs und durch eine

starke und zukunftsfitte Industrie, die weiterhin

maßgeblich in FTI investiert, F&E-Ergebnisse

umsetzt und auf den Markt bringt.

„Für das nächste Horizon Europe ist es insbesondere

erforderlich, den budgetären Anteil

für die kollaborative Forschung von den vorgeschlagenen

43 Prozent auf zumindest das

bisherige Niveau von 56 Prozent zu erhöhen“,

betont Neumayer.

Zentrale Rolle von Forschung, Technologie und

Innovation bei Verbindung zum EU Competitiveness

Fonds (ECF) notwendig

Künftig ist eine starke Verbindung insbesondere

der kollaborativen Forschung in Säule

2 von Horizon Europe mit dem EU Competitiveness

Fonds (ECF) vorgesehen, um FTI und

industrielle Umsetzung effektiver entlang eines

durchgängigen Investitionsweges zu gestalten.

Wesentlich ist jedoch dabei, dass Horizon

Europe als Forschungsprogramm eine mittelbis

langfristige Perspektive verfolgt und daher

die Erkenntnisse aus der Forschung zentrale

Impulsgeber der inhaltlichen Programmierung

für den ECF sein müssen.

Vor diesem Hintergrund ist es ein wichtiger

erster Schritt, dass nach intensiven Diskussionen

im Rat und darüber hinaus, nun immerhin

eine gemeinsame Adressierung kollaborativer

Forschungs- und Innovationsprioritäten nicht

nur durch den ECF, sondern auch durch Horizon

Europe vorgesehen ist. „Wichtig ist, im Programmierungsprozess

auch die forschungsaktive

Industrie miteinzubeziehen, um sowohl

die Einschätzung des Potenzials von Forschung

und Innovation zu neuen Technologien als

auch die Beurteilung der Märkte und Faktoren

zur Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen“, so

der IV-Generalsekretär. Ebenso müssten EU-

FTI-Partnerschaften mit ihrer umfassenden

Expertise in den Prozess integriert werden und

sowohl finanzielle als auch Sachleistungen

als Beteiligungsform in diesen Partnerschaften

anerkannt werden, um Unternehmen eine

aktive und direkte Teilnahme und damit direkten

Know-how Transfer zu ermöglichen. (RED)


LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S100

Anwenderforum

mobile Robotik – FTS-

Fachtagung 2026

FTS-Fachtagung wird zum »Anwenderforum

mobile Robotik« – und greift damit auch im

Namen den Wandel von klassischen Fahrerlosen

Transportsystemen (FTS) hin zu vernetzten

Robotik-Ökosystemen auf.

Die FTS-Fachtagung

wurde vom VDI-Fachausschuss

FTS ins Leben

gerufen, der gemeinsam

mit dem Forum-FTS der

fachliche Träger der Veranstaltung

ist. Von 1991

bis 2000 fand die Tagung

an der Universität Duisburg

statt, von 2002 bis

2010 war die Universität

Hannover Austragungsort.

2012 übernahm das

Fraunhofer IML die Organisation

und führt seitdem

die Tradition fort.

Das diesjährige Branchentreffen

steht unter dem Motto »FTS-Einsatz

lohnt sich: Hoher Durchsatz durch

optimierte Transportprozesse« und

bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater

und Forschende der Intralogistik zusammen.

Am 23. September 2026 geben Expertinnen

und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss

und Logistik IML spannende Einblicke

in aktuelle Anwendungen und Entwicklungen

im Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme

und Mobilrobotik.

Die traditionsreiche FTS-Fachtagung wird zum

»Anwenderforum mobile Robotik« – und greift

damit auch im Namen den Wandel von klassischen

Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) hin

zu vernetzten Robotik-Ökosystemen auf. Das

diesjährige Branchentreffen steht unter dem

Motto »FTS-Einsatz lohnt sich: Hoher Durchsatz

durch optimierte Transportprozesse« und

bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater

und Forschende der Intralogistik zusammen.

Am 23. September 2026 geben Expertinnen

und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss

und Logistik IML spannende Einblicke in

aktuelle Anwendungen und Entwicklungen im

Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme und

Mobilrobotik.

Mit einem Impulsvortrag von Prof. Alice Kirchheim,

Institutsleiterin am Fraunhofer IML, über

»Innovationen in der Intralogistik« wird die

diesjährige Fachtagung eröffnet. »Neben klassischen

FTS stehen heute autonome mobile

Roboter, Leitsysteme für gemischte Fahrzeugflotten,

offene Schnittstellen, Safety-Konzepte,

Cyber-Security-Fragen, KI-gestützte Navigation,

neue Betreiberrollen, zunehmend komplexe

Integrationsaufgaben und nicht zuletzt

die Potenziale humanoider Roboter im Fokus der

Branche. Aus einem klar umrissenen Spezialgebiet

ist ein breites technologisches Ökosystem

geworden«, so Kirchheim über die namentliche

Neuausrichtung des Traditionsformats.

Insgesamt sieben Vorträge und die Podiumsdiskussion

»Neue Möglichkeiten durch standardisierte

Kommunikation und Anbietervielfalt

– aber wie beherrscht der Kunde die komplexen

Projektstrukturen?« bieten vielfältige Einblicke

in die FTS-Praxis. Unternehmen aus verschiedenen

Branchen, darunter der Automobilindustrie,

der Hautpflegeindustrie und der Brauereibranche,

geben umfassende Einblicke in ihre

Erfahrungen. Traditionell wird die Fachtagung

wieder von einer Ausstellung begleitet, auf der

sich rund 25 Firmen aus der FTS-Branche präsentieren.


Die traditionsreiche FTS-Fachtagung wird zum

»Anwenderforum mobile Robotik« – und greift

damit auch im Namen den Wandel von klassischen

Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) hin

zu vernetzten Robotik-Ökosystemen auf. Das

diesjährige Branchentreffen steht unter dem

Motto »FTS-Einsatz lohnt sich: Hoher Durchsatz

durch optimierte Transportprozesse« und

bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater

und Forschende der Intralogistik zusammen.

Am 23. September 2026 geben Expertinnen

und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss

und Logistik IML spannende Einblicke

in aktuelle Anwendungen und Entwicklungen

im Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme

und Mobilrobotik.

Mit einem Impulsvortrag von Prof. Alice Kirchheim,

Institutsleiterin am Fraunhofer IML, über

»Innovationen in der Intralogistik« wird die

diesjährige Fachtagung eröffnet. »Neben klassischen

FTS stehen heute autonome mobile

Roboter, Leitsysteme für gemischte Fahrzeugflotten,

offene Schnittstellen, Safety-Konzepte,

Cyber-Security-Fragen, KI-gestützte Navigation,

neue Betreiberrollen, zunehmend komplexe

Integrationsaufgaben und nicht zuletzt

natürlich die Potenziale humanoider Roboter im

Fokus der Branche. Aus einem klar umrissenen

Spezialgebiet ist ein breites technologisches

Ökosystem geworden«, so Kirchheim über die

namentliche Neuausrichtung des Traditionsformats.

Insgesamt sieben Vorträge und die Podiumsdiskussion

»Neue Möglichkeiten durch standardisierte

Kommunikation und Anbietervielfalt

– aber wie beherrscht der Kunde die komplexen

Projektstrukturen?« bieten vielfältige Einblicke

in die FTS-Praxis. Unternehmen aus verschiedenen

Branchen, darunter der Automobilindustrie,

der Hautpflegeindustrie und der Brauereibranche,

geben umfassende Einblicke in ihre

Erfahrungen. Traditionell wird die Fachtagung

wieder von einer Ausstellung begleitet, auf der

sich rund 25 Firmen aus der FTS-Branche präsentieren.

(RED)

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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S102

„Mit dem heutigen Beschluss zum „Fonds

Zukunft Österreich“ für 2026 setzt die Bundesregierung

eine wichtige systemische Initiative

zu Schwerpunkten wie Quantentechnologie,

Cybersecurity und klinischer Forschung,“ zeigt

sich IV-Generalsekretär Christoph Neumayer

erfreut. „Wichtig ist aber auch, dass der Fonds

gemäß Regierungsübereinkommen bis 2030

nachhaltig gesichert und auf 200 Millionen

Euro ausgebaut wird.“

Zukunft Österreich-

Fonds setzt 2026 auf

Ökosystemaufbau in

Schlüsseltechnologien

2026 wichtige Schwerpunkte und systemische

Initiativen adressiert – 2026 nur 75

Millionen Euro vorgesehen – „Fonds Zukunft

Österreich“ rasch für Zeit danach sichern und

aufstocken.

Kürzlich erfolgte für das laufende Jahr

2026 die Entscheidung über die Mittelvergabe

des „Fonds Zukunft Österreich

(FZÖ)“, der für die ergänzende

und insbesondere systemische Finanzierung

von Spitzenforschung im Grundlagen- und

anwendungsorientierten Bereich zentral ist.

Grundlage dafür war die Schwerpunktsetzung

der Bundesregierung und die davon abgeleiteten

Ausschreibungslinien: EU-Partnerschaften,

Seals of Excellence sowie Schlüsseltechnologieinfrastrukturen

und Ökosystemaufbau.

Die gesicherte Finanzierung des Fonds mit 140

Millionen Euro pro Jahr ist bereits letztes Jahr

ausgelaufen. Für 2026 stehen nur 75 Millionen

Euro aus Erträgen des ERP-Fonds und der

Österreichischen Nationalbank zur Verfügung.

Quantenökosystem, EU-Partnerschaften und

-Projekte, klinische Forschung

Mit dem FZÖ wird dieses Jahr, wie auch mit

zahlreichen Maßnahmen der Industriestrategie

und dem FTI-Pakt, ein Fokus auf strategische

Schlüsseltechnologien und Zukunftsthemen

gelegt. Im Zentrum des FZÖ steht mit 30

Millionen Euro der Aufbau eines Quantenclusters

zur Bündelung österreichischer Stärkefelder

in Quantentechnologien und Photonik,

in dem Spitzenforschung, Industrie, Start-ups

und Talente langfristig strategisch vernetzt

und international sichtbar gemacht werden

sollen. „Der agenturübergreifende Aufbau des

Austrian Quantum Clusters zeigt deutlich die

systemische Relevanz des ergänzenden Forschungsförderungsinstruments

Fonds Zukunft

Österreich“, ist Neumayer überzeugt. Des Weiteren

werden über den FZÖ 2026 Beteiligungen

an EU-Partnerschaften über Ko-Finanzierungen,

etwa in den Bereichen Quanten, Cybersecurity,

Umwelt/Klimaschutz und Rohstoffe

und der Aufbau eines Ökosystems für klinische

Forschung gefördert. Ebenso werden Mittel für

exzellent evaluierte, aber aus Budgetmangel im

EIC und ERC abgelehnte EU-Schlüsseltechnologie-Projekte

eingesetzt.

Themenoffene Formate sichern

„Wichtig ist, ergänzend zur wichtigen Fokussierung

auf Schlüsseltechnologien, in der FTI-Politik

auch themenoffene Ansätze und Formate,

wie die FFG-Basisprogramme, klar weiterzuführen

und für alle Unternehmen zugänglich zu

halten,“ betont Neumayer. Diese ermöglichen

forschungsaktiven Unternehmen Flexibilität

für das frühzeitige Aufgreifen neuer Entwicklungen

und Technologietrends und bieten die

Möglichkeit des raschen und umsetzungsnahen

Reagierens auf sich verändernde Märkte.

(RED)



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