LE-3-2026-Journal-I&E
LOGISTIK express Journal 3-2026 Intralogistik & E-Commerce
LOGISTIK express Journal 3-2026 Intralogistik & E-Commerce
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LOGISTIK EXPRESS JOURNAL 3/2026
INTRALOGISTIK & ECOMMERCE
Effizienz neu definiert: KI &
Robotik in der Intralogistik
LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S2
Journal I&E 3/26
04 Infineon eröffnet größte Fabrik für Leistungshalbleiter
06 Infineon stärkt Sicherheit für Physical AI
08 LogiNext Germany: Die Zukunft der digitalen Logistik
10 Die Zukunft der Automatisierung ist smart
12 China: Vom Importeur zum Marktführer in Europa
18 Arvato übernimmt für Mister Spex
20 Zoll auf Billigimporte: Längst überfälliger erster Schritt
22 Dachser Expresslogistik für Pakete & Dokumente
24 euShipments.com startet in Österreich
26 dm investiert in zweites Verteilzentrum in Oberösterreich
30 KNAPP setzt Wachstumskurs fort
34 Report: Deutsche Firmen verschwinden
38 ILS Main Event: Logistik-Know-how erreicht neues Level
40 Locus Robotics erweitert seine Europazentrale
42 Außerordentliche Flexibilität der AutoStore-Technologie
44 Kardex realisiert Logistikzentrum für Haberkorn
46 expert setzt beim Onlinegeschäft auf REMIRA
50 Produktionslogistik neu denken
54 Produktivität muss als Gesamtsystem gedacht werden
58 Transformationsprojekte nicht unterschätzen
60 Herba Ricemills / Ebro Foods automatisiert sein Lager
62 Amazon kooperiert mit myflexbox
64 Übergabestationen werden zur Wettbewerbsinfrastruktur
68 So geht Versand: Schlank, smart und nachhaltig
70 Warum die Branche das Retourenproblem am falschen Ende löst
72 Ontime Logistics 25. Gründungstag
74 PROPAK zeigt deutliche Standortnachteile auf
76 Dunapack Packaging Hochregallager in Strasswalchen
78 Null Prozent Transportschäden sind kein Erfolgsmaßstab
82 Vakuum statt Muskelkraft
84 Statt Folie: Neue Hülle spart Müll
86 Exotec automatisiert DSV in Venlo mit rund 100 Robotern
88 Warum Interoperabilität die neue Währung ist
90 Complex Pharmaceuticals erweitert Standort
92 Mecalux unterstützt Gerresheimer in den USA
94 Descartes: Robotics im Lager
96 Libiao Robotics gewinnt IFOY Award 2026
98 Einigung zu Horizon Europe stärkt Europas FTI-Standort
100 Anwenderforum mobile Robotik – FTS-Fachtagung
102 Zukunft Österreich- Fonds setzt auf Ökosystemaufbau
LE 3/2026
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S4
Infineon eröffnet weltweit
größte Fabrik für
Leistungshalbleiter
Investition im Umfang von 5 Milliarden Euro
zur Stärkung der Fertigungsbasis für hochmoderne
Leistungshalbleiter.
Die Infineon Technologies AG hat
Monate vor dem Zeitplan die Smart
Power Fab in Dresden eröffnet. Das
neue Werk ist mit einem Investitionsvolumen
von fünf Milliarden Euro die
größte Einzelinvestition in der Geschichte von
Infineon und eines der größten Investitionsprojekte
in Deutschland. Es schafft 1.000 neue,
direkte Arbeitsplätze. Mit der Fabrik verdoppelt
Infineon seine Produktionskapazitäten
am Standort Dresden und schafft die weltweit
größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter
und Analog / Mixed-Signal-Technologien.
„Wir eröffnen unser Werk genau zur richtigen
Zeit“, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender
der Infineon Technologies AG. „Mit der
Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte
Kapazitäten für Schlüsseltechnologien
der Zukunft – von der Energieversorgung von
KI-Rechenzentren über software-definierte
Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien.
Infineon setzt damit einen wichtigen Impuls,
um die globale KI-Revolution zu ermöglichen
und Lieferketten in kritischen Industrien abzusichern.
Wir festigen mit diesem Schritt unsere
globale Spitzenposition als führender Hersteller
von Leistungshalbleitern und Analog/ Mixed-
Signal-Technologien.“
„Die neue Smart Power Fab von Infineon ist
ein starkes Signal für den Industriestandort
Deutschland und Europa“, sagt Bundeskanzler
Friedrich Merz. „Die Investition zeigt, dass eine
hochmoderne und wettbewerbsfähige Halbleiterfertigung
hierzulande möglich ist. Leistungshalbleiter
sind eine Schlüsseltechnologie für
die Energiewende, die Zukunft der Mobilität und
unsere KI-Infrastruktur – und damit von zentraler
Bedeutung für unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.
Der Ausbau der Fertigungskapazitäten
von Infineon in Dresden stärkt zugleich
unsere technologische Souveränität und die
Resilienz wichtiger Lieferketten in Europa.“
„Die Mikroelektronik ist die Schlüsseltechnologie
des 21. Jahrhunderts. Sie ist die Grundlage
für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen
Fortschritt“, sagt Michael Kretschmer,
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen.
„Dass Dresden den größten Mikroelektronikcluster
Europas beherbergt, ist ein entscheidender
Standortvorteil. Die neue Smart Power
Fab von Infineon stärkt dieses einzigartige Ökosystem
und zeigt, dass industrielle Großprojekte
mit den richtigen Rahmenbedingungen sicher
und zügig umgesetzt werden können. Das ist
ein starkes Signal für den Industriestandort und
die Zukunft der Mikroelektronik in Europa.“
Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales
und Staatsmodernisierung, sagt: „Was hier
in Dresden produziert wird, sichert Arbeitsplätze
und Wertschöpfung in Deutschland,
denn die hochmodernen Chips stecken in den
Schlüsseltechnologien wie Elektroautos, Windkraftanlagen
oder der Stromversorgung von
KI-Rechenzentren. Die Smart Power Fab ist ein
Meilenstein auf dem Weg zu einem digital souveränen
Deutschland und zeigt: Deutschland
kann Tempo, Deutschland kann Hightech und
Deutschland kann Zukunft.“
Abhängig von der Nachfrage kann die Produktion
in der neuen Smart Power Fab doppelt so
schnell wie bisher gesteigert werden. Ermöglicht
wird dies durch eine konsequente Digitalisierung.
So etwa wurden das Gebäude sowie
die optimale Belegung mit Maschinen mithilfe
eines digitalen Zwillings vorgeplant und optimiert.
Die Anlagen- und Prozessfreigabe wird
durch den Einsatz von KI-Algorithmen unterstützt.
Darüber hinaus können durch die Verbindung
mit dem Infineon-Werk in Villach im Sinne
einer „One Virtual Fab“ Prozesse und Produkte
deutlich schneller qualifiziert werden als in der
Vergangenheit. Das gesteigerte Hochlauftempo
erlaubt es Infineon, aktuelle Marktchancen –
unter anderem im Bereich der KI – effektiv und
flexibel zu nutzen.
Chips aus Dresden werden künftig unter anderem
zur effizienten Stromversorgung von KI-
Rechenzentren beitragen. Die Chips kommen
auch in weiteren Industrie- sowie Automotive-Anwendungen
zum Einsatz, darunter etwa
Wind- und Solaranlagen sowie software-definierte
Fahrzeuge. Ein Beispiel sind intelligente
Schalter, die nicht nur Lasten steuern, sondern
auch den Stromfluss überwachen. Das Zusammenspiel
von Leistungshalbleitern und Analog/
Mixed-Signal-Bausteinen macht besonders
energieeffiziente und intelligente Systemlösungen
möglich – daher auch der Name Smart
Power Fab.
Mit der Smart Power Fab setzt Infineon auch
neue Maßstäbe in der nachhaltigen Fertigung.
Moderne Fertigungstechnologien und optimierte
Energie- und Ressourcenprozesse tragen
dazu bei, den Energieverbrauch zu senken
und die Umweltbilanz der Chipproduktion
weiter zu verbessern. Die neue Fertigung verzichtet
etwa auf Erdgas und reduziert durch
Aufbereitung und den Einsatz geschlossener
Systeme den Wasserverbrauch. Rund 90 Prozent
des verwendeten Wassers sollen zudem
wieder dem Kreislauf zugeführt werden und bis
zu 45 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewonnen
werden. (RED)
Dr. Karsten Wildberger,
Bundesminister für
Digitales und Staatsmodernisierung;
Jochen
Hanebeck, CEO Infineon
Technologies AG;
Michael Kretschmer,
Ministerpräsident des
Freistaates Sachsen
Fotocredit: Infineon
Technologies AG
Infineon Dresden stärkt mit der Erweiterung
die bestehende Position als weltweit führender
Standort für Leistungshalbleiter und Analog/
Mixed-Signal-Technologien und baut darüber
hinaus die europäische Führungsrolle des
gesamten Halbleiterclusters „Silicon Saxony“
rund um Dresden aus. Infineon schafft mit
der Smart Power Fab insgesamt 1.000 neue
Arbeitsplätze in Dresden. Zusätzlich entstehen
positive Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung
der Region sowie Arbeitsplätze im Zulieferer-Umfeld
und Ökosystem: Studien zufolge
schafft ein Arbeitsplatz im Reinraum sechs weitere
Arbeitsplätze im Umfeld. Aktuell arbeiten
bereits mehr als 80.000 Personen im Cluster
„Silicon Saxony“.
Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit
führender Anbieter von Halbleiterlösungen
für Power Systems und das Internet
der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und
Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung
und Digitalisierung voran. Das Unternehmen
hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte
(Ende September 2025) und erzielte
im Geschäftsjahr 2025 (Ende September)
einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.
Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol
„IFX“ und in den USA im Freiverkehrsmarkt
OTCQX International unter dem Symbol
„IFNNY“ notiert.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S6
Infineon stärkt Sicherheit
für Physical AI
Die Infineon Technologies AG integriert sein
Hardware-Sicherheitsmodul OPTIGA TPM
SLB 9672 in die Rechenplattformen für Robotik
und autonome Systeme Jetson Thor von
NVIDIA. Das Modul sichert kryptografische
Schlüssel direkt auf Chip-Ebene und schützt
so die Systemintegrität gegen Manipulation
und unbefugten Zugriff.
Das Ergebnis ist eine zertifizierte,
quantenresistente Vertrauensbasis,
die sogenannte Root of
Trust, auf der künftige Physical-
AI-Systeme aufgebaut werden können. Da
Roboter und autonome Maschinen zunehmend
abgeschirmte Industrieumgebungen
verlassen und in Fabriken, Logistikzentren
und öffentlichen Räumen operieren, steigen
nicht nur die Sicherheitsanforderungen, sondern
auch die wirtschaftlichen Risiken. Ein
KNAPP-Vorstandsteam (v.l.n.r.): KNAPP-COO
Franz Mathi, KNAPP-CFO Christian Grabner,
KNAPP-CEO Gerald Hofer
Cyberangriff kann Betriebsunterbrechungen
und Haftungsansprüche nach sich ziehen,
die weit über einen klassischen Datenverlust
hinausgehen. Für Hersteller und Betreiber von
Robotersystemen ist die Wahl der Sicherheitsarchitektur
deshalb keine rein technische
Entscheidung. Sie beeinflusst die langfristige
Wettbewerbsfähigkeit, die Zulassungsfähigkeit
in regulierten Märkten sowie die Gesamtbetriebskosten
über den vollständigen Produktlebenszyklus.
„Roboter, die die reale Welt wahrnehmen,
analysieren und auf sie reagieren, sind nur so
vertrauenswürdig wie die Sicherheitsbasis,
auf der sie aufgebaut sind", sagt Dr. Stephan
Zizala, Divisionspräsident Connected Secure
Systems bei Infineon. „Das OPTIGA TPM von
Infineon verankert eine hardwarebasierte
Vertrauensbasis in der NVIDIA Jetson-Thor-
Plattform, die sich bereits in Hunderten Millionen
von Geräten weltweit bewährt hat. Damit
erfüllt die Integration die besonderen Anforderungen
industrieller Robotik: lange Lebenszyklen,
Echtzeitfähigkeit und einen zuverlässigen
Betrieb im großen Maßstab. Die darin
Foto: KNAPP / Kanizaj und Niederwieser
integrierte Post-Quantum-Kryptografie stellt
sicher, dass diese Grundlage nicht nur gegen
aktuelle Bedrohungen gewappnet ist, sondern
über die gesamte Lebensdauer jedes Roboters
hinweg Schutz bietet.“
„Physical-AI-Systeme agieren in der realen
Welt, in der Sicherheit eine grundlegende
Voraussetzung ist“, sagt Deepu Talla, Vice
President Robotics and Edge AI bei NVIDIA.
„Das zertifizierte OPTIGA TPM von Infineon
für NVIDIA Jetson Thor unterstützt Entwickler
dabei, kryptografische Schlüssel zu schützen,
die Integrität der Software zu verifizieren und
Roboterflotten im großen Maßstab gesichert
bereitzustellen. Dadurch entsteht eine hardwarebasierte
Vertrauensbasis – die Grundlage
für gesicherte und resiliente autonome
Systeme.“
Der EU Cyber Resilience Act, der EU AI Act,
die Norm IEC 62443 für industrielle Systeme
sowie branchenspezifische Standards im
Gesundheitswesen und in der Automotive-
Industrie führen zu neuen Anforderungen an
nachweisbare und auditierbare Sicherheit auf
Hardwareebene. Dadurch entsteht eine durch
regulatorische Vorgaben und Compliance-
Anforderungen getriebene Nachfrage, die
Infineon und NVIDIA gezielt adressieren können.
Die OPTIGA TPM-Technologie bietet eine
physisch isolierte, nach FIPS und Common
Criteria zertifizierte Lösung, die vom Anwendungsprozessor
getrennt ist. Sie ermöglicht
einen gemessenen Systemstart (Measured
Boot) sowie eine Fernbeglaubigung (Remote
Attestation), sodass Betreiber und Aufsichtsbehörden
zu jedem Zeitpunkt des Betriebs
eines Systems kryptografisch verifizieren
können, ob der Software-Stack authentisch
und unverändert ist. Darüber hinaus stellt sie
hardwaregeschützten Speicher für proprietäre
KI-Modellschlüssel, verschlüsselte Kommunikation
sowie kryptografisch signierte
Over-the-Air-Updates bereit.
Das OPTIGA TPM, das branchenweit erste TPM
mit einem postquanten-gesicherten Firmware-Update-Mechanismus,
wurde als Root
of Trust konzipiert, die auch bei sich wandelnden
kryptografischen Bedrohungslagen nicht
kompromittierbar ist. Entwickler, die Physical-AI-Anwendungen
auf der Jetson-Thor-
Plattform von NVIDIA entwickeln, können sich
auf die bereits in der Architekturphase verankerte
hardwarebasierte Sicherheitsgrundlage
verlassen und bleiben so gegen aktuelle wie
zukünftige kryptografische Bedrohungen in
Robotersystemen geschützt.
Die Roadmap zur vollständigen Post-Quanten-Sicherheit
wird durch das OPTIGA TPM
der nächsten Generation von Infineon abgerundet.
Das TPM integriert Algorithmen wie
ML-KEM und ML-DSA, die 2024 vom US-amerikanischen
National Institute of Standards
and Technology (NIST) standardisiert wurden.
Unternehmen, die heute auf dem aktuellen
OPTIGA TPM aufbauen, können künftig einen
reibungslosen Übergang vollziehen. Für die
Robotik-Branche ist dies über die technische
Bereitschaft hinaus von Bedeutung. Die regulatorischen
Rahmenbedingungen für Physical
AI entwickeln sich bereits in Richtung einer
verpflichtenden PQC-Konformität. Die zu
Beginn getroffene Architekturentscheidung
bestimmt daher, ob eine eingesetzte Roboterflotte
diese Anforderungen über ihre gesamte
Einsatzdauer hinweg erfüllen kann oder bei
Inkrafttreten entsprechender Vorschriften mit
kostspieligen Hardware-Eingriffen konfrontiert
wird.
Humanoide Roboter sind auf eine Kette von
Halbleiterfunktionen angewiesen, um gesichert
und zuverlässig wahrzunehmen, zu denken
und zu handeln – von der Sensorik über
die Aktorik und das Energiemanagement bis
hin zu Konnektivität und Sicherheit. Infineon
adressiert all diese Funktionsbereiche mit
einem breiten Portfolio spezieller Lösungen,
wobei der geschätzte Halbleiteranteil pro
humanoidem Roboter bei rund 500 US-Dollar
liegt. Sicherheit ist kein optionales Merkmal,
sondern die Grundlage moderner Robotik.
Infineon baut den Schutzschild gegen die
Bedrohungen von morgen. Sicherheitskomponenten,
darunter TPMs, nehmen dabei einen
immer größeren Anteil dieses Bestands ein,
da die regulatorischen Anforderungen zunehmend
an Bedeutung gewinnen. In Zusammenarbeit
mit Ökosystempartnern wie NVIDIA
unterstützt Infineon Roboterentwickler und
-hersteller beim Übergang von Laboranwendungen
zur Flottenbereitstellung in Industrie-,
Gesundheits- und Logistikumgebungen.
www.infineon.com
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S8
LogiNext Germany:
Die Zukunft der
digitalen Logistik - jetzt
Ticket sichern!
LogiNext Germany mit hochkarätigem Konferenzprogramm
und Ausstellung rund um die
Zukunft der digitalen Logistik.
Jennifer Beuth, Abteilungsleitung Intralogistik
und IT-Planung, Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML, zeigt aktuelle Forschungsergebnisse
und Anwendungen rund
um Automatisierung, KI und innovative Logistiksysteme
– mit besonderem Fokus auf die
Übertragung in die betriebliche Praxis. Dr. Melanie
Leonhard, Senatorin und Präses der Behörde
für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien
und Hansestadt Hamburg, wird die Rolle Hamburgs
als internationaler Logistikstandort sowie
die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen
für die Transformation der Branche
in den Mittelpunkt stellen. Michael Lütjann,
CIO, Nagel Group, spricht darüber, wie digitale
Architekturen die Logistiknetzwerke von 2030
prägen.
Zwei Tage lang erwartet die Teilnehmenden
ein hochkarätiges Konferenzprogramm
mit führenden Köpfen
aus Wirtschaft, Forschung und Politik
sowie eine begleitende Ausstellung, die innovative
Lösungen und Technologien praxisnah
erlebbar macht. Die Veranstaltung findet in
Co-Location zur ALL ABOUT PORTS statt und
schafft damit einen einzigartigen Treffpunkt an
der Schnittstelle von Logistik, Handel und maritimer
Wirtschaft.
Praxisnahes Konferenzprogramm zu den zentralen
Branchenthemen
Das Konferenzprogramm umfasst Keynotes,
Praxisberichte und Diskussionsformate zu Themen
wie digitaler Resilienz, nachhaltigen Lieferketten,
generativer KI, Automatisierung und
Robotik sowie digitalen Infrastrukturen, offenen
Logistik-Ökosystemen und Innovationsförderung.
Zu den geplanten Speakerinnen und Speakern
zählen unter anderem Wolfgang Lehmacher,
ehem. Director, Head of Supply Chain
and Transport Industries beim World Economic
Forum, der die Zukunft globaler Lieferketten
zwischen Resilienz, Nachhaltigkeit und geopolitischen
Entwicklungen beleuchtet. Anna
Lehmkuhl und Thomas Walter von der Otto
Group geben praxisnahe Einblicke in datengetriebene
Logistik, Plattformstrategien und
die Transformation komplexer Handelslogistik.
Prompt-a-thon®: Generative KI
praxisnah erleben
Mit dem interaktiven Workshop „Prompt-athon®“
bietet die LogiNext Germany ein weiteres
Highlight für alle, die den Einsatz generativer
KI praxisnah vertiefen möchten. Der
Workshop wird von Constantin von Brackel und
Emir Kučević, Gründer der Promptathon GmbH
– einer Ausgründung der Universität Hamburg
– durchgeführt und zeigt, wie moderne KI-Tools
effektiv genutzt werden können. Die Teilnehmenden
erhalten konkrete Anwendungstipps,
entwickeln eigene Use Cases und tauschen sich
direkt mit den Expertinnen und Experten aus.
Hinweis: Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt,
eine vorherige Registrierung ist erforderlich und
kann hier vorgenommen werden: LogiNext Germany
2026 Prompt-a-thon® / Anmeldung für
Teilnehmende
Masterclass: Automatisierung strategisch
erfolgreich umsetzen
In der exklusiven Masterclass „Automation
Journey – From Strategy to Success“ zeigt
Frank Mester, CEO von MvR Digital Workforce,
wie Unternehmen Automatisierungsprojekte
strategisch planen, passende Technologien
auswählen und messbare Erfolge erzielen. Die
Masterclass richtet sich an Fach- und Führungskräfte
aus Logistik, Transport, IT und Informationsmanagement
und vermittelt konkrete
Handlungsempfehlungen für die Praxis. Im
Anschluss besteht die Möglichkeit zum persönlichen
Austausch mit dem Referenten.
Hinweis: Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt,
eine vorherige Registrierung ist erforderlich
und kann hier vorgenommen werden: Konferenzagenda
- LogiNext Germany Anmeldung
https://bit.ly/3SIsanj
Panels: Aktuelle Herausforderungen und
Impulse für die Branche
Ergänzt wird das Programm durch hochkarätige
Panels: So plant die Logistik-Initiative Hamburg
eine Diskussionsrunde zu Resilienz und kritischer
Infrastruktur, bei der aktuelle Herausforderungen
und Lösungsansätze für widerstandsfähige
Logistiksysteme im Fokus stehen.
Im Panel „Sustainable and Digital: Shape the
Next-Generation Logistics Operation Model
Now!“ diskutieren Moritz Petersen (KLU Kühne
Logistics University) und Tim Oliver Frische
(DVV Media Group), wie sich nachhaltige und
digitale Transformationsstrategien erfolgreich
verbinden lassen. Weitere Panels – unter anderem
mit dem Bundesverband Logistik (BVL)
– sind aktuell in Planung und werden zusätzliche
Impulse zu zentralen Zukunftsthemen der
Branche setzen.
Ausstellung: Innovationstreiber
der Logistikbranche vor Ort
Begleitend zur Konferenz präsentiert die Logi-
Next Germany eine hochkarätig besetzte Ausstellung,
in der führende Unternehmen ihre
Lösungen für die Logistik von morgen vorstellen.
Im Fokus stehen Innovationen aus den Bereichen
Künstliche Intelligenz, Plattformlösungen,
Hafenlogistik, Softwareintegration und digitale
Supply Chains. Zu den bislang bestätigten Ausstellenden
zählen: Lufthansa Industry Solutions,
die mit datengetriebenen Lösungen und Digitalisierungskompetenz
Maßstäbe in der Branche
setzt, Dakosy und akquinet port solutions, die
als zentrale Akteure der Hafen- und Plattformlogistik
die digitale Vernetzung entlang maritimer
Lieferketten vorantreiben, sowie octonomy
AI und Stack & Track, die mit innovativen KI- und
Tracking-Technologien neue Impulse für Transparenz
und Effizienz in der Supply Chain liefern.
Ergänzt wird das Ausstellerfeld durch Unternehmen
wie Conlio Technologies und JUMiNGO,
die mit spezialisierten Softwarelösungen und
Plattformansätzen die operative Logistik weiter
digitalisieren. Auch die Logistik-Initiative Hamburg
sowie das Logistik Centrum Hamburg Hinderer
bringen ihre Netzwerk- und Innovationsexpertise
in die Veranstaltung ein. (RED)
Die LogiNext Germany findet am 2. und 3.
September 2026 im Congress Center Hamburg
(CCH) in Co-Location zur ALL ABOUT
PORTS statt und richtet sich an Entscheider
aus Transport, Logistik, IT und Supply Chain
sowie an Fachverantwortliche aus Operations,
Digitalisierung und Data & Analytics.
Konferenzprogramm: https://bit.ly/4go3YAl
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S10
Die Zukunft der
Automatisierung
ist smart
Volatile Märkte und fragile Lieferketten setzten
Unternehmen unter Druck. Klassische
Automatisierungssysteme, die auf statischen
Prozessen basieren, stoßen immer häufiger
an ihre Grenzen, da sie nur eingeschränkt auf
unerwartete Ereignisse reagieren können.
Mithilfe smarter Automatisierung
können Unternehmen ihre
Prozesse adaptiv und autonom
steuern und eröffnen sich damit
neue strategische Spielräume. Christian Reinwald,
Head of Product Management and Marketing
bei reichelt elektronik, erklärt, wie
smarte Automatisierung funktioniert,
welche Technologien dahinterstehen
und welches strategische Potenzial sie
anhand konkreter Praxisbeispiele für
Unternehmen bietet.
Was Automatisierung „smart“ macht
Der entscheidende Unterschied zwischen
klassischer und smarter Automatisierung
liegt in der Anpassungsfähigkeit. Während
die klassische Variante einem Wenn-Dann-
Schema folgt, erkennt eine smarte Umgebung
Muster, erstellt auf Basis von Daten präzise
Prognosen und optimiert Prozesse eigenständig.
Möglich wird dies durch das synergetische
Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz (KI),
dem Internet der Dinge (IoT) und datengetriebener
Analytik. Sensoren erfassen in Echtzeit
riesige Datenmengen direkt an der Maschine,
während KI-Algorithmen diese Informationen
interpretieren. Das Ergebnis ist eine proaktive
Steuerung, die reagiert, bevor ein Problem
überhaupt entsteht.
Status Quo: Zwischen Etablierung & Aufbruch
In Branchen wie der Fertigungs-, Logistik- und
Automobilindustrie ist dieser Wandel bereits
in vollem Gange. Während Technologien wie
Cloud-Anbindungen und grundlegende IoT-
Strukturen heute fast schon zum Standard
gehören, befinden wir uns bei autonomen Entscheidungssystemen
und „Edge-KI“, also der
Datenverarbeitung direkt an der Quelle, noch im
Ausbau. Besonders spannend sind die Trends:
Generative KI hält Einzug in die Produktionsplanung,
und digitale Zwillinge werden immer
leistungsfähiger. Sie erlauben es, komplexe
Szenarien virtuell durchzuspielen, bevor sie in
der physischen Welt umgesetzt werden. Das
reduziert Risiken und beschleunigt Innovationen
massiv.
Hürden bei der Einführung: Kein Selbstläufer
Trotz der klaren Vorteile ist der Weg zur smarten
Fabrik kein Spaziergang. Eine Umfrage von
reichelt elektronik zu Automatisierungstechnologien
verdeutlicht die Barrieren: Hohe Investitionskosten
und die Herausforderung, moderne
Technik in oft jahrzehntealte Bestandssysteme
zu integrieren, bremsen viele Betriebe aus.
Hinzu kommen Sorgen um die Datensicherheit
und der Fachkräftemangel. Es fehlt schlichtweg
an Experten, die diese komplexen Welten
beherrschen.
Messbarer Mehrwert in der Praxis
Dass sich diese Hürden lohnen, belegen die
Zahlen. Eine Studie von Deloitte zeigt, dass
smarte Automatisierung die Produktionsleistung
und die Mitarbeiterproduktivität um bis
zu 20 Prozent steigern kann. Doch es geht um
mehr als reine Ausstoßmengen:
• Resilienz durch Predictive Maintenance:
Systeme erkennen Ausfälle, bevor sie passieren.
Das verhindert teure Stillstände.
• Nachhaltigkeit: Durch Echtzeit-Überwachung
von Energie- & Materialflüssen lassen
sich Ressourcen effizienter einsetzen.
• Flexibilität: Ob Losgröße 1 oder kurzfristige
Planänderungen – smarte Systeme passen
Produktionsmengen & Routen an.
• Qualitätssicherung: KI-basierte Inline-
Prüfungen erkennen Fehler im laufenden
Prozess, nicht erst bei der Endkontrolle.
Viele Unternehmen schrecken vor dem „Kahlschlag“
zurück. Doch smarte Automatisierung
erfordert nicht zwingend den kompletten Neubau
einer Halle. Retrofit-Projekte bieten eine
kosteneffizientere Alternative. Durch das Aufrüsten
bestehender Anlagen mit Sensoren und
modernen Kommunikationsschnittstellen können
Unternehmen schrittweise die Vorteile der
Digitalisierung nutzen, ohne ihr gesamtes Kapital
in neue Hardware zu binden.
Fazit: Smarte Automatisierung ist kein Hype,
sondern ein Entwicklungsschritt für die Wettbewerbsfähigkeit.
Der Trend zu stärker vernetzten,
transparenteren und autonomen Prozessen
wird sich weiter verstärken.
Die Erwartungen sind hoch: Laut einer aktuellen
Umfrage von reichelt elektronik glauben fast
60 Prozent der Befragten, dass die Fertigung in
fünf Jahren vollständig automatisiert sein wird.
Unternehmen, die jetzt die Weichen stellen und
die technologische Transformation als strategische
Chance begreifen, werden nicht nur effizienter
arbeiten, sondern die nötige Flexibilität
besitzen, um in einem volatilen Weltmarkt zu
bestehen.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S12
China: Vom Importeur
zum Marktführer in
Europa
China: Wie Temu, JD.com & Co. die EU-Logistik
herausfordern – und was das für Österreich
bedeutet. Die Zollreform als Brandbeschleuniger?
Am 1. Juli 2026 tritt die größte EU-Zollreform
für den E-Commerce in Kraft.
Die 150-Euro-Zollfreigrenze fällt –
stattdessen erhebt die EU 3 Euro Zoll
pro Kleinsendung. Ab November 2026 kommt
voraussichtlich eine Handling Fee von ca. 2 Euro
pro Bestellung hinzu. Die Zahlen verdeutlichen
die Dimension: 2025 erreichten rund 5,8 Milliarden
Pakete die EU. neun von zehn Sendungen
stammten aus China. Die EU-Kommission verfolgt
mit der Reform mehrere Ziele: ehrlicherweise
geht es nicht zuletzt um mehr Einnahmen
(Zoll). Aber zentraler Anlass war eine bessere
Kontrolle in Bezug auf Falschdeklarationen,
Produktfläschunen und Sicherheitsprobleme –
und vor allem die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
des europäischen Handels gegenüber
den Direktimporteuren. Das erklärte Ziel der
Kommission ist die Förderung eines B2B2C-
Modells: Waren sollen statt direkt als Paket aus
China zu kommen in europäischen Lagern zwischengelagert
und erst bei Bestellung versandfertig
gemacht werden. Jedoch sollte bedacht
werden: China ist längst nicht mehr nur ein Biligimporteur,
der Pakete in die EU schickt. Schon
längst sind diese Player innerhalb der EU tätig.
Vorbild: Amazon – Lehrbuch-Player in Europa
Bevor wir die chinesische Strategie analysieren,
lohnt ein Blick auf das Original. Amazon hat sich
in Europa über zwei Jahrzehnte als der integrierte
Player positioniert – mit drei untrennbar
verbundenen Komponenten: dem Marktplatz
als zentrale Handelsplattform für Drittanbieter,
dem Fulfillment (FBA) für Lagerung, Kommissionierung
und Versand sowie der eigenen Zustellung
(Amazon Logistics) für die letzte Meile. Die
Magie dieses Modells: Wer FBA nutzt, wird Teil
des Amazon-Universums – und gibt Kontrolle
über Daten, Prozesse, Kundenbeziehungen ab.
Es gibt keinen Grund zu glauben, dass die Chinesen
dieses Handbuch nicht gelesen haben.
Die chinesischen Player haben die Mengen, die
Technologie (in vielen Bereichen der von Amazon
überlegen), hinreichende Kapitalmittel und
strategische Rückendeckung des chinesischen
Staates – der E-Commerce-Export ist ein strategischer
Wirtschaftssektor.
Chinesische Akteure setzten dabei – mit Ausnahmen
wie JD – in der Regel zunächst auf
Partnermodelle – aber nur solange diese Partner
die notwendigen Kosten und Effizienzen
liefern. Genau dieses Modell hat Amazon selbst
vorgemacht: Die eigene Zustellung (Amazon
Logistics) wurde nur dort aufgebaut, wo die etablierten
Paket- und Postdienste die Preise von
Amazon nicht mehr halten konnten – und die
eigenen Mengen und die Rahmenbedingungen
(städtischer Berich) den Aufbau rechtfertigten.
Den Paket- und Postdiensten bleibt die Restmenge.
Der Unterschied: Amazon hat dieses Modell
„erfunden“ und mehr als 15 Jahre gebraucht um
die aktuelle Entwicklungsstufe zu erreichen.
Die Strategie der chinesischen Player möchte
das in 3-5 Jahren erreichen.
Die drei Komponenten der Strategie
1. Marktplatz: Die Jagd nach lokalen Händlern
Die chinesischen Plattformen treten nicht mehr
nur als Importeure auf, sondern als europäische
Marktplatzbetreiber – und werben aggressiv
um lokale Händler.
Temu hat sein Local Seller Program Anfang
2024 gestartet – inzwischen in 37 Märkten
aktiv mit über 500.000 registrierten Verkäufern
weltweit. Das erklärte Ziel: 80 Prozent der
europäischen Bestellungen aus lokalen Lagerbeständen.
Das Onboarding ist kostenlos, die
Genehmigung erfolgt oft innerhalb eines Werktages
– die Hälfte der neuen Verkäufer erzielt
den ersten Verkauf innerhalb von 20 Tagen.
Dazu liegen die Kosten für Händler weit unter
denen von Amazon – Amazon hat beriets
begonnen Tarife zu verändern, nach unten.
JD.com geht mit Joybuy noch einen Schritt weiter.
Die europäische Plattform startete am 16.
März 2026 in sechs Märkten (Belgien, Deutschland,
Frankreich, Luxemburg, Niederlande,
LOGISTIK express
informiert
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
Three brands synced
for your success:
› Intralogistik & E-Commerce
› Handel & Distanzhandel
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S14
Shein eröffnete im Dezember 2025 bei Breslau
(Polen) ein 740.000 m2 großes Logistikzentrum
– eines der größten E-Commerce-Lager Europas.
Das Zentrum ist mit vollautomatisierten
Picksystemen und Sortierlinien ausgestattet
und soll über 100 Millionen europäische Kunden
beliefern.
AliExpress hat zehn Warehouses in Spanien,
Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland
akquiriert. Temu setzt auf Partnerschaften
mit bestehenden Lagerdienstleistern in
Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und
den Niederlanden.
Großbritannien). Mit über 100.000 Produkten
von Marken wie Apple, Bosch, Sony und Same-
Day Delivery als kostenlosem Standard positioniert
sich Joybuy als ernsthafte Alternative
zu Amazon. Bereits in der zweiten Hälfte 2026
wird die Plattform für externe Verkäufer geöffnet
– der Wandel vom Retailer zum vollwertigen
Marktplatz.
AliExpress betreibt seinen Marktplatz seit
Jahren und hat mit "Local+" Mitte 2025 einen
eigenen Logistikservice für europäische Seller
gelauncht – mit zehn Lagerhäusern in Spanien,
Großbritannien, Frankreich, Polen und
Deutschland.
Shein – ursprünglich reiner Direktimporteur
– eröffnete seinen Marktplatz für europäische
Händler und treibt die Lokalisierung ebenfalls
massiv voran.
2. Fulfillment: Die Logistik-Offensive
Das zweite Standbein: der Aufbau eigener Fulfillment-Kapazitäten
in Europa.
JD.com verfügt über mehr als 100 Übersee-
Lager weltweit, davon signifikant in Europa, mit
über 1 Million m2 Fläche. Das Logistikzentrum
in Oberhausen umfasst 90.000 m2, hinzu kommen
30 Fulfillment-Center über die wichtigsten
europäischen Märkte verteilt. JD.com hat von
Anfang an auf eigene Infrastruktur gesetzt –
das Full-Stack-Modell.
Cainiao (Alibaba-Logistikarm) betreibt über 40
Übersee-Lager in 18 Ländern und betreibt für
AliExpress zehn Warehouses in Spanien, Großbritannien,
Frankreich, Polen und Deutschland
Übrigens - 2025 gab Cainiao jedoch Pläne zur
Expansion am zentralen Importflughafen Lüttich
auf (mehr als 1 Mrd. Sendungen/Jahr 2025),
ein Indiz dafür, dass der reine Cross-Border-Hub
nicht mehr das Zukunftsmodell ist und Kapazitäten
nun stärker in inner-europäische Strukturen
verlagert werden.
3. Zustellung: Die Eroberung der letzten Meile
– Das dritte Standbein: die Kontrolle über die
letzte Meile.
JD.com hat mit JoyExpress im Februar 2026
seinen eigenen europäischen Express-Lieferdienst
gelauncht. Über 60 Lager und Depots in
ganz Europa, eine eigene Flotte aus Lkw, Transportern
und E-Lastenrädern, Zustellung durch
eigene Mitarbeiter in einheitlicher Kleidung.
In Deutschland aktiv in Berlin, Köln, Düsseldorf,
Großraum Frankfurt und Teilen Baden-
Württembergs – mit über 20.000 Abholstationen
und 100 Paketautomaten.
AliExpress betreibt ein dichtes Netz von Paketautomaten
in ganz Europa – in Deutschland
allein über 15.000 Standorte in Kooperation
mit DHL, Hermes und anderen Partnern. In
Polen arbeitet AliExpress mit InPost zusammen,
das über 22.000 Paketautomaten landesweit
betreibt. In Spanien und Frankreich sind es tausende
weitere Standorte.
Temu verfolgt das Partnerschaftsmodell: keine
eigene Flotte, sondern Nutzung bestehender
Netze – in Deutschland mit der Mail Alliance
(einem Verbund etablierter Zustelldienste), in
Frankreich mit La Poste (über 17.000 Abholstationen),
in Spanien mit Correos, in Benelux mit
bpostgroup (Zugang zu deren Paketautomatenund
Abholnetz), in Österreich mit der Österreichischen
Post.
Die kollaborative Logik chinesischer Player
Ein zentraler Punkt, der häufig übersehen wird:
Chinesische Player kooperieren am Ende immer
miteinander, sobald Skaleneffekte erreichbar
sind. In China betreiben Cainiao, JD Logistics
und SF Express gemeinsam genutzte Hub-
Strukturen – nicht aus Idealismus, sondern
aus Effizienz. Die großen Volumina machen
getrennte Infrastrukturen unwirtschaftlich.
Deutschland als Blaupause:
Das JD.com-Ökosystem
In Deutschland zeigt JD.com, wie die Vollintegration
aussieht: Joybuy als Marktplatz, JoyExpress
als eigene Last Mile, eigene Lager (u.a.
90.000 m2 in Oberhausen) und die spektakuläre
Übernahme der Ceconomy AG (Media-
Markt/Saturn) für 2,2 Milliarden Euro. Die Vision:
Online-Bestellung am gleichen Tag geliefert
oder in der Filiale abgeholt – alles aus einer
Hand.
Sollte die EU-Kommission die Übernahme
genehmigen (Entscheidung bis 2. Oktober
2026), entsteht ein vollwertiger Konkurrent zu
Amazon – mit Innenstadt-Präsenz, die Amazon
so nicht hat.
Fokus Österreich: Temu
Österreich ist für Temu ein strategischer Markt
– aber einer, der aufgrund seiner Größe (9 Mio.
Einwohner) stufenweise erschlossen wird. Die
Strategie folgt exakt dem Amazon-Playbook,
aber mit einem ressourcenschonenden Einstieg.
Die erste Phase – Marktplatz plus
Zustellung – ist aktiv
Seit September 2025 ist das Local Seller Program
in Österreich aktiv. Österreichische Händler
können ihre Produkte auf Temu listen und an
Kunden mit österreichischer Lieferadresse verkaufen.
Die Österreichische Post ist der strategische
Partner für die Zustellung – eine Kooperation
seit 2023, ausgebaut im November 2025.
Die Post übernimmt die letzte Meile, Temu liefert
den Marktplatz und die Bestellabwicklung.
Die Händler müssen jedoch selbst lagern und
kommissionieren. Die Marktposition ist beachtlich:
Temu hat in Österreich bereits Platz 2 unter
den E-Commerce-Plattformen erreicht – noch
vor Zalando (5,5 %), eBay (4,5 %) und Otto (3 %).
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S16
Die zweite Phase – partnerbasiertes Fulfillment
Sobald das Händler-Ökosystem in Österreich
wächst, wird Temu partnerbasierte Fulfillment-
Lösungen anbieten – ähnlich wie in anderen
europäischen Märkten.
Die dritte Phase – eigene Infrastruktur
Wenn die Mengen in Österreich groß genug
sind wird Temu wohl den Schritt zur eigenen
Fulfillment- und Zustellinfrastruktur gehen.
Der Zeitpunkt für diese Phase ist offen, aber
die strategische Logik ist unausweichlich.
Das klare Ziel: 80 Prozent lokales Fulfillment.
Temu hat das Ziel, 80 Prozent der
europäischen Bestellungen aus lokalen
Lagerbeständen zu bedienen. Das Local
Seller Program ist das zentrale Instrument,
um dieses Ziel zu erreichen. Die
gesamte Strategie – von der Händlerakquise
über die Post-Partnerschaft bis zum geplanten
Fulfillment – ist auf dieses Ziel ausgerichtet.
Ausblick: Eine neue Ära für
die europäische Logistik
Die Zollreform sollte den europäischen Handel
schützen – doch sie könnte das Gegenteil
bewirken. Die Chinesen haben die Zeichen der
Zeit erkannt und bauen mit atemberaubender
Geschwindigkeit eine innereuropäische Infrastruktur
auf. Die Implikationen für die europäische
Logistikbranche könnten weitrechend
sein: Preisdruck durch massive Skaleneffekte,
Same-Day als neuer Standard, Infrastruktur-
Engpässe durch die chinesische Belegung von
Lagerkapazitäten und die Kontrolle über Kundendaten
durch die Logistik-Player. Die europäische
Logistikbranche ist auf die Kostenstrukturen,
Effizienzen und Kapazitäten der
chinesischen Systeme nur unzureichend vorbereitet.
Die Öffnung der Plattformen für lokale
Händler ist verlockend – aber sie schafft neue
Abhängigkeiten, die nicht ohne Risiko sind. Die
Zollreform schafft einen zusätzlichen Grund, in
Europa noch stärker als bisher in Lager, Fulfillment
und Last Mile zu investieren.
Die nächsten zwölf Monate werden zeigen ob
die chinesische Logistik-Offensive zu einer
dauerhaften Disruption führt. Mitrarbeit bei
dem logistic-natives e.V. ist erwünscht und der
Verband ist das internationale Netzwerk für
Logistik und Infrastruktur im modernen Handel.
Herzlich gerne laden wir Sie ein, sich aktiv bei
den logistic-natives einzubringen. Für weitere
Informationen steht Ihnen Florian Seikel (florian.
seikel@logistic-natives.de) als Geschäftsführer
oder Martin Füll direkt aus Wien zur Verfügung.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S18
THOMAS LEITNER
Arvato übernimmt
zentrale Logistik- und
Fulfillment-Prozesse für
Mister Spex in fünf
europäischen Märkten
Die Arvato-Lösung unterstützt komplexe
Omnichannel-Services wie Anprobeservice
„Zu Hause anprobieren“, Kontaktlinsen-Abonnements
und das Abo-Modell „Mister Spex
Switch“.
Arvato übernimmt ab dem 1. September
2026 zentrale Logistik- und
Fulfillment-Prozesse für Mister Spex
in Deutschland, Österreich, den Niederlanden,
Schweden und der Schweiz. Ziel der
Partnerschaft ist eine zukunftsfähige und skalierbare
Supply-Chain-Plattform, die das weitere
Wachstum des Omnichannel-Geschäfts
von Mister Spex unterstützt und gleichzeitig
steigende Anforderungen an Geschwindigkeit,
Transparenz, Servicequalität und operative
Exzellenz erfüllt.
Vom Arvato-Standort in Poznań aus verantwortet
Arvato künftig Warehousing, Transport
Management, Retourenmanagement und Value
Added Services. Ergänzt wird das operative
Setup durch digitale End-to-End-Lösungen, die
Transparenz, Steuerbarkeit und Prozessqualität
entlang der Customer Journey erhöhen. Darüber
hinaus organisiert Arvato die B2C-Transporte in
die fünf europäischen Märkte.
Die gemeinsam entwickelte Supply-Chain-
Lösung ist speziell auf das Geschäftsmodell
von Mister Spex zugeschnitten. Mit jährlich
mehreren Millionen Bestellungen, einem breiten
Sortiment und spezialisierten Services
stellt das Unternehmen hohe Anforderungen
an Flexibilität, Prozessqualität und operative
Skalierbarkeit. Gleichzeitig sorgen Services wie
der Anprobeservice „Zu Hause anprobieren“,
das Kontaktlinsen-Abonnement und das Abo-
Modell "Mister Spex Switch“ für zusätzliche
Komplexität in der Auftrags- und Retourenabwicklung.
Um diese Anforderungen effizient abzubilden,
setzt Arvato unter anderem auf ein hochautomatisiertes
Fulfillment-Setup, das hohe Durchsatzleistung
mit konstanter Prozessqualität
verbindet. Vollautomatisierte Kommissionierund
Verpackungsprozesse sorgen für kurze
Bearbeitungszeiten, eine gleichbleibend hohe
Auftragsgenauigkeit und die nötige Skalierbarkeit,
um saisonale Spitzen und weiteres Wachstum
zuverlässig abzufedern. In Kombination mit
Arvatos digitalen End-to-End-Lösungen entstehen
transparente und steuerbare Prozesse
entlang der gesamten Customer Journey – von
der Auftragsbearbeitung über die Sendungsverfolgung
bis hin zur Retourenabwicklung.
„Wir entwickeln Mister Spex konsequent zu
einer schlanken und skalierbaren Organisation
weiter. Dazu gehört auch, dass wir unsere
Kernkompetenzen auf die Bedürfnisse unserer
Kunden fokussieren und dort mit spezialisierten
Partnern zusammenarbeiten, wo sie aufgrund
ihrer Größe, Infrastruktur und Expertise
bestimmte Leistungen effizienter und in größerem
Maßstab erbringen können.
Für Kunden bleibt durch diese Partnerschaft
eines entscheidend: Sie können online und in
unseren Stores ein Einkaufserlebnis erwarten,
das einfach, schnell und zuverlässig funktioniert.
Dafür brauchen wir eine Supply Chain,
die europaweit höchste Servicequalität und
Verlässlichkeit ermöglicht, sowie gleichzeitig
die Komplexität unseres Omnichannel-Modells
zuverlässig abbildet. Mit Arvato haben wir uns
für einen Partner entschieden, der die notwendige
Kompetenz und Infrastruktur mitbringt,
um mit uns gemeinsam die Weichen für erfolgreiches
Wachstum in den kommenden Jahren
stellt,“ erklärt Christopher Douglas, EVP Operations
bei Mister Spex.
„Das Omnichannel-Modell von Mister Spex
stellt hohe Anforderungen an Geschwindigkeit,
Präzision und Transparenz. Genau dafür
haben wir ein Fulfillment-Setup entwickelt, das
automatisierte Prozesse, digitale Services und
internationale Transportsteuerung verbindet.
So schaffen wir die operative Basis für weiteres
Wachstum und dafür, eine verlässliche Customer
Experience in fünf europäischen Märkten
zu stellen“, ergänzt Thomas Leitner, Director
Healthcare E-Commerce bei Arvato. Die
schrittweise Aufnahme der Logistikprozesse
erfolgt im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2026.
Die vollständige Übernahme der vereinbarten
Leistungen ist bis Ende 2026 vorgesehen.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S20
Zoll auf Billigimporte:
Längst überfälliger erster
Schritt gegen Paketflut
Ab 1. Juli gilt die neue Zollabgabe auf Kleinsendungen
aus Drittstaaten. Langjährige Forderung
des Handels für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit
wird umgesetzt.
Mehr als jeder dritte Wiener kauft
mittlerweile bei Temu, jeder
Vierte bestellt bei Shein. Die
anhaltende Paketflut, insbesondere
aus China, setzt den heimischen Handel
massiv unter Druck. Ab 1. Juli werden diese
Bestellungen teurer, denn die bisherige Zollfreigrenze
für Kleinsendungen unter 150 Euro
entfällt, stattdessen wird von der Europäischen
Union eine pauschale Zollabgabe von drei Euro
pro Artikelkategorie eingehoben. Damit wird
eine langjährige Forderung des Wiener Handels
umgesetzt.
Für Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte
Handel in der Wirtschaftskammer Wien ist das
ein längst überfälliger erster Schritt zu faireren
Wettbewerbsbedingungen im Online-Handel:
„Für unsere Wiener Händler ist das ein wichtiger
Erfolg. Bisher konnten Anbieter aus Drittstaaten
von der Zollbefreiung für Kleinsendungen bis
150 Euro profitieren. Gleichzeitig war es bei Milliarden
Paketen kaum möglich, alle Sendungen
ausreichend zu kontrollieren. Das verschaffte
ihnen Vorteile gegenüber heimischen Händlern,
die sämtliche europäischen Vorschriften
einhalten müssen. Mit der neuen 3-Euro-Zollgebühr
wird dieses Ungleichgewicht erstmals
korrigiert. Das stärkt den heimischen Handel
und macht den Wettbewerb wieder ein Stück
fairer. Wer in Europa verkauft, muss sich auch
an die europäischen Spielregeln halten.“
Die neue 3-Euro-Zollgebühr gilt für Kleinsendungen
aus Drittstaaten – etwa aus China, den
USA oder der Schweiz – mit einem Warenwert
unter 150 Euro. Für solche Pakete werden künftig
drei Euro je Warenkategorie eingehoben.
Wer mehrere Produkte derselben Kategorie
bestellt - etwa mehrere T-Shirts -, zahlt die
Gebühr nur einmal. Werden unterschiedliche
Produktgruppen bestellt, fällt die Gebühr für
jede Warenkategorie an.
Allein 2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete
mit einem Warenwert unter 150 Euro in die
Europäische Union importiert - mehr als 90
Prozent davon aus China. Die 3-Euro-Zollgebühr
ist eine Übergangslösung bis zur Reform
des EU-Zollsystems im Jahr 2028. Dann wird die
bisherige Ausnahme für Sendungen unter 150
Euro abgeschafft und auch diese Waren werden
regulär verzollt.
„Dieser erste Schritt gegen die Paketflut aus
China muss weitere Maßnahmen nach sich ziehen.
Plattformen aus Drittstaaten müssen dieselben
Vorgaben zu Verpackung, Entsorgung,
Produktsicherheit und Konsumentenschutz
einhalten wie heimische Betriebe. Fairer Wettbewerb
heißt: gleiche Regeln für alle - auch für
jene, die von außerhalb der EU nach Europa liefern“,
so Gumprecht.
Ab 1. November 2026 soll zusätzlich eine EU-
Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Drittstaaten
eingeführt werden. Damit sollen die Kosten
für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen und
Marktüberwachung mitfinanziert werden.
Aus Sicht der WK Wien sollte dieser nächste
Reformschritt nun rasch umgesetzt werden:
„Wer Milliarden Pakete in die Europäische Union
liefert, muss sich auch angemessen an den
Kosten für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen
und Marktüberwachung beteiligen.“
Wiener Handel klar gegen
nationale 2-Euro-Paketsteuer
Mit dem EU-Pauschalzoll ab 1. Juli und der ab
November geplanten EU-Bearbeitungsgebühr
ab 1. November setzt die Europäische Union
erste wichtige Schritte, um Billigimporte aus
Drittstaaten gezielt stärker in die Pflicht nehmen.
Das begrüßt der Wiener Handel ausdrücklich,
anders verhält es sich mit der österreichischen
Paketsteuer. Diese ist ab 1. Oktober
geplant und soll pro Paket bzw. Bestellung zwei
Euro betragen. Bei der Paketsteuer handelt
es sich um eine rein innerösterreichische
Lösung, die auch für Bestellungen
aus Österreich und anderen
EU-Staaten gilt.
„Wer glaubt, mit einer nationalen
Paketabgabe internationale
Online-Giganten zu besteuern,
ist auf dem Holzweg. Die geplante
Regelung trifft nicht nur große
Versandunternehmen, sondern auch
zahlreiche kleine Wiener Händler, die
über größere Online-Plattformen verkaufen.
Die Zeche zahlen die österreichischen Händler
und Konsumenten. Neue Hürden, Hindernisse
und Gebühren für unsere heimischen Händler
sind genau das Gegenteil von dem, was die
Branche braucht“, so Gumprecht abschließend.
(RED)
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Dachser Expresslogistik
für Pakete & Dokumente
Global Sky Express ist eine internationale
Versandlösung von Dachser für weltweiten
Versand von Paketen und Dokumenten.
Der Service ermöglicht Unternehmen eine
schnelle, transparente und planbare Organisation
ihrer internationalen Expresslogistik.
In einer zunehmend global vernetzten Wirtschaft
entscheidet oft die Geschwindigkeit
der Logistik über den Geschäftserfolg.
Ersatzteile müssen kurzfristig verfügbar
sein, Vertragsdokumente termingerecht eintreffen
und Produktmuster rasch beim Kunden
ankommen. Vor diesem Hintergrund gewinnt
der internationale Expressversand zunehmend
an Bedeutung. Mit Global Sky Express (GSE)
bietet der Logistikdienstleister Dachser eine
Lösung, die den weltweiten Versand von Paketen
und Dokumenten effizient, transparent und
zuverlässig organisiert.
Global Sky Express richtet sich insbesondere
an Unternehmen, die Wert auf kurze Laufzeiten,
eine einfache Abwicklung und hohe Transparenz
entlang der Lieferkette legen.
Der Service bietet eine Lösung für den internationalen
Versand von Paketen und Dokumenten
mit klar definierten Laufzeiten und durchgängiger
Transparenz. Sendungen können in nahezu
200 Länder weltweit verschickt werden. Je nach
Dringlichkeit und Budget stehen Express- und
Economy-Optionen zur Auswahl. Kunden profitieren
zudem von planbaren Preisen auf Basis
klar definierter Door-to-Door-Tarife, die bereits
Treibstoffzuschläge berücksichtigen.
„Gerade bei zeitkritischen Sendungen ist eine
schnelle und zugleich transparente Abwicklung
entscheidend“, erklärt Cedrik Schmoll, Air
Freight Import Manager bei Dachser Austria.
„Mit Global Sky Express bieten wir Unternehmen
eine Lösung, die internationale Expresslogistik
mit persönlicher Betreuung und digitaler
Transparenz verbindet.“
Expresslogistik mit Transparenz
und Flexibilität
Ein zentrales Merkmal des Services ist die
Kombination verschiedener Kurier-, Expressund
Paketnetzwerke mit der Transportmanagement-Expertise
von Dachser. In einer
integrierten Versandlösung bündelt Dachser
unterschiedliche KEP-Dienstleister (Kurier-,
Express- und Paketdienste) und ermöglicht so
stets die passende Versandoption. Preisberechnung
und Reihung der Anbieter erfolgen
automatisch und können mit wenigen Klicks
durchgeführt werden. Versandlabels werden
entweder direkt über Dachser oder über bestehende
Kundennummern der jeweiligen Dienstleister
erstellt.
Eine lückenlose Sendungsverfolgung in Echtzeit
sorgt für Transparenz über den gesamten
Transportverlauf. Bei Verzögerungen oder
unerwarteten Ereignissen informiert Dachser
seine Kunden proaktiv. Die Abrechnung erfolgt
gesammelt und übersichtlich bis zum 15. des
Folgemonats, wodurch sich der administrative
Aufwand für Unternehmen deutlich reduziert.
Digitale Steuerung und persönlicher Service
im internationalen Versand
„Viele Unternehmen nutzen heute mehrere
Expressdienstleister parallel. Mit Global Sky
Express bündeln wir diese Möglichkeiten in
einer integrierten Lösung und schaffen so mehr
Übersicht und Effizienz im Versandprozess“,
sagt Cedrik Schmoll. „Unsere Kunden profitieren
nicht nur von einem schnellen internationalen
Versand, sondern auch von einer deutlich
vereinfachten Organisation ihrer Expresssendungen.“
Neben der digitalen Unterstützung der
Prozesse setzt Dachser bewusst auf persönliche
Betreuung. Die operative Abwicklung
erfolgt derzeit durch erfahrene
Ansprechpartner, die Unternehmen
von der Buchung bis zur Abrechnung
begleiten und auch bei komplexeren
Versandanforderungen
beratend zur Seite stehen.
Das Service unterstützt Unternehmen,
Supply Chains schneller und
transparenter zu gestalten. Gerade
im internationalen Geschäft, in dem Zollanforderungen,
Laufzeiten und Serviceoptionen
zu berücksichtigen sind, kann persönliche
Betreuung einen entscheidenden
Mehrwert bieten. Mit Erfahrung in der internationalen
Logistik, einer globalen Infrastruktur
und integrierten Transportmanagementsystemen
erweitert Dachser sein Leistungsportfolio
mit Global Sky Express um eine flexible Lösung
für den weltweiten Versand von Paketen und
Dokumenten. (RED)
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Logistik in Bewegung.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S24
euShipments.com
startet mit Fulfillment-Standort
in
Österreich
Post AG: Effiziente Versandlösung für
KMU: euShipments.com vereinfacht europaweite
Logistik mit zentralem Fulfillment
in Österreich.
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter
und
Vorstand für Paket & Logistik
der Österreichischen Post AG,
betont die Bedeutung dieses
Schritts: „In Rekordzeit haben
wir den ersten österreichischen
Fulfillment-Standort von euShipments.com
ans Netz gebracht. Damit
ermöglichen wir heimischen KMU ab sofort,
mit einem Vertrag und über eine Schnittstelle
ihre Produkte schnell und einfach in mehr
als 27 europäische Länder zu verkaufen. Wir
unterstützen die österreichischen Online-
Händler*innen dadurch nicht nur in einer
gerade sehr herausfordernden Zeit, sondern
ermöglichen ihnen auch weiteres Wachstum.“
Nach der mehrheitlichen Übernahme
von euShipments.com durch die
Österreichische Post AG startet das
Tochterunternehmen mit einem
neuen Fulfillment-Standort in Enzersdorf an
der Fischa, Österreich. Ab dem 1. Juli können
insbesondere österreichische Klein- und Mittelunternehmen
(KMU) von den umfassenden
Fulfillment- und Cross-Border-Services
von euShipments.com profitieren. Die rasche
Umsetzung dieses Standorts wurde durch die
enge Zusammenarbeit mit der Post Systemlogistik
ermöglicht.
Über euShipments.com
Als 70-prozentige Tochter der Österreichischen
Post AG ist euShipments.com ein führender
Anbieter von Fulfillment- und grenzüberschreitenden
Lieferlösungen für Online-Händlerinnen
in Europa. Das Unternehmen zeichnet
sich durch Flexibilität, Schnelligkeit und Skalierbarkeit
aus und bietet Zugang zu über 60
Zustelldiensten und 800 Versandarten, um das
Kundenerlebnis und die Logistikprozesse zu
optimieren. Mit einem Netzwerk in 27 Ländern
und 10 eigenen Fulfillment-Zentren ermöglicht
euShipments.com Online-Händlerinnen eine
reibungslose internationale Expansion.
Von 2023 - 2026 wurde das Unternehmen vier
Jahre in Folge in das „FT1000: Europe’s Fastest-
Growing Companies“-Ranking aufgenommen.
Dieser Schritt unterstreicht die Ambitionen der
Österreichischen Post AG, den E-Commerce-
Markt nachhaltig zu stärken und insbesondere
KMU eine einfache, effiziente und skalierbare
Lösung für den europaweiten Versand zu bieten.
Der neue Standort in Österreich öffnet den
Zugang zum europäischen E-Commerce-Markt.
Online-Händler profitieren von einer zuverlässigen
Next Day Delivery innerhalb Österreichs
durch lokale Partner sowie von der Fulfillment-
Kompetenz und der grenzüberschreitenden
Infrastruktur von euShipments.com, die
eine Expansion in ganz Europa erleichtert.
Mit einer einheitlichen technischen Integration,
einem einzigen Vertrag und spezialisierter
Kundinnenbetreuung bietet euShipments.com
eine skalierbare Logistiklösung, die
besonders für Händlerinnen auf Plattformen
wie Shopify, WooCommerce, Magento oder
Marktplätzen wie Amazon attraktiv ist. Vertriebskanäle
lassen sich nahtlos mit der zentralen
Auftragsabwicklung verbinden, was den
Zugang zu internationalen Märkten vereinfacht.
Die Expansion erfolgt in einer starken Wachstumsphase:
Im Jahr 2025 wurden über 16 Millionen
Pakete abgewickelt, mit einem monatlichen
Durchschnitt von mehr als zwei Millionen
Sendungen. (RED)
Fakten auf einen Blick (Stand: Juni 2026)
• Anlass / Thema: Mit 1. Juli 2026 nimmt der
neue Fulfillment-Standort von euShipments.com
in Enzersdorf an der Fischa
seinen Betrieb auf.
• Kontext: Nach der mehrheitlichen Übernahme
treibt die Österreichische Post
AG die weitere Expansion ihres neuen
Tochterunternehmens euShipments.com
voran.
• Produkt / Service / Objekt: Fulfillmentund
grenzüberschreitende Logistiklösung
für KMU mit einem Vertrag und
einer Schnittstelle für Versand in mehr
als 27 europäische Länder.
• Maßnahme / Aktivität: Zusammenarbeit
mit der Post Systemlogistik sowie Zustellung
durch österreichische Partner und
der Logistikinfrastruktur von euShipments.com.
• Kennzahlen: über 16 Millionen abgewickelte
Pakete im Jahr 2025; aktuell durchschnittlich
mehr als zwei Millionen Sendungen
pro Monat.
• Kapazität / Leistung: Zugang zu mehr als
60 lokalen Zustelldiensten und über 800
Versandarten.
• Quelle: Österreichische Post AG
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S26
dm investiert in zweites
Verteilzentrum in Oberösterreich
dm investiert 230 Millionen Euro und setzt
bei allen maßgeblichen Gewerken und Leistungen
auf Partner aus der Region und aus
Österreich.
Mit einem Investitionsvolumen von
230 Millionen Euro realisiert dm
drogerie markt die bisher größte
Einzelinvestition in der 50-jährigen
Geschichte der dm Gruppe Österreich und
Verbundene Länder: Mit dem neuen Verteilzentrum
im oberösterreichischen Kronstorf, das
den bestehenden Standort im benachbarten
Enns ergänzt, verdoppelt dm seine Logistikkapazitäten
in Österreich. „Wir schaffen damit
Ressourcen, um dem anhaltend steigenden
Zuspruch durch unsere Kundinnen und Kunden
nachkommen zu können“, so Harald Bauer, Vorsitzender
der dm Geschäftsführung. 375 Millionen
Produkte wurden im vergangenen Jahr von
den dm Kundinnen und Kunden in Österreich
gekauft – das sind über 20 Millionen Stück
(plus 5,7 Prozent) mehr als im Jahr zuvor.
Hintergrund des Erfolgs sei nicht zuletzt
auch, dass es gelungen ist, die Inflation im dm
Warenkorb 2025 mit 0,3 Prozent fast bei null
zu halten und damit viele zusätzliche Kunden
für dm zu begeistern, berichtet Bauer: „Investitionen
in unsere Logistik sind auch Investitionen
in unsere Effizienz. Wir tun nicht einfach
nur mehr-vom-Selben, sondern nutzen
unser Wachstum für Weiterentwicklung. Damit
schaffen wir Ressourcen, um wiederum in die
Preiswürdigkeit zu investieren. Gleichzeitig
reduzieren wir den ökologischen Fußabdruck
unserer Logistik und schaffen optimale Arbeitsbedingungen
für unsere Mitarbeitenden. Wir
automatisieren Tätigkeiten, für die sich immer
schwieriger Menschen finden lassen und für die
es nicht die Qualitäten menschlicher Arbeitskraft
braucht. Wir achten auf Ergonomie und
Gesundheit und setzen vielfältige Maßnahmen,
um auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen
einen Arbeitsplatz bieten zu können“, sagt
Harald Bauer.
Das Projekt hätte in einem der Nachbarländer
deutlich schneller und günstiger verwirklicht
werden können, stellt Harald Bauer fest: „Wir
haben uns trotzdem so und nicht anders entschieden
– als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort
Österreich.“ Dementsprechend
sei es auch gelungen, alle namhaften Gewerke
und Leistungen an Partner aus der Region und
an österreichische Unternehmen zu vergeben
– von der Planung und Projektkoordination über
Holzbau und Betonfertigteile bis zu Innenausbau,
Elektrik und Intralogistik.
Foto: dm/Wolfgang Lienbacher
Holzbau, erneuerbare Energie und
Flächen für Biodiversität
„Überall, wo das technisch möglich und sinnvoll
ist, setzen wir Holz als Baustoff ein, um den
CO2-Fußabdruck gegenüber konventioneller
Bauweise zu reduzieren“, konkretisiert dm
Österreich Geschäftsführer Thomas Köck. So
werden sämtliche Außenwände und die meisten
Dachflächen im Holzbau ausgeführt. Die
hochwertige Holzriegelfassade spart rund 360
Tonnen (38 Prozent) CO2 im Vergleich zum
üblichen Standard einer Paneelbauweise ein.
Außerdem sorgt der hohe Dämmwert beim Heizen
und Kühlen für eine Energieeinsparung von
22.000 kWh pro Jahr.
So wie für die dm Märkte, die Zentralstandorte
und die bestehenden Verteilzentren gilt auch
am neuen dm Standort Kronstorf der Grundsatz
„raus aus Öl und Gas“: „Wir setzen auf PV-
Anlagen auf Dachflächen, Freiflächen und dem
Parkdeck: Mehr als 4.600 Module produzieren
eine Jahresleistung von 2,3 GWh. Für Heizung
und Kühlung kommen Wärmepumpen zum Einsatz,
die durch eine Betonkernaktivierung im
Hallenbereich ergänzt werden“, berichtet Thomas
Köck.
Das planerische Gesamtkonzept zielt darauf
ab, möglichst wenig Bodenfläche zu versiegeln.
Mehr als 26.000 Quadratmeter und damit
30 Prozent der Flächen bleiben unversiegelt.
Mit Rasengitter und Blumenschotterrasen sind
weitere knapp 10.000 Quadratmeter oder 11
Prozent der Fläche nur teilversiegelt.
Das Dach des Verteilzentrums mit einer Fläche
von 31.000 Quadratmetern (35 Prozent) wird
vollflächig als Gründach ausgeführt. Am südlichen
Ende des Grundstücks entsteht ein ca.
6.000 Quadratmeter großer Öko-Grünpark mit
Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter
nach den Prinzipien des „Nationalpark
Garten“. „Durch die Schaffung verschiedener
Vegetationsbereiche wird eine hohe Biodiversität
gefördert. Wir wollen hier Lebensräume
schaffen, die in der freien Landschaft selten
werden“, so Köck. Passende Lebensräume wie
beispielsweise Magerwiesen für Insekten fördern
auch die Ansiedelung diverser Vogelarten.
Rund um das Gebäude werden mehr als
100 Bäume und eine Vielzahl von Sträuchern
gepflanzt.
Mehr Effizienz, weniger Fußabdruck
Das neue Verteilzentrum macht es möglich,
die Logistikprozesse weiter zu optimieren
und so effizienter und damit auch ökologischer
zu gestalten. „Durch die Bündelung
von Transporten identer Quellverkehre nutzen
wir Lkw und Touren noch effizienter. So
können wir Transporte besser auslasten und
erreichen, dass die Steigerung der Transportkilometer
deutlich unter dem Mengenwachstum
liegen wird“, berichtet Prokurist Patrick
Aichinger, der den Bereich Logistik über die
12 Länder der dm Teilgruppe verantwortet.
„Darüber hinaus versuchen wir, lange Distanzen,
wo möglich, via Intermodalverkehr auf die
Bahn zu bringen, um so zusätzliche CO2-Tonnen
einzusparen.“
Freuen sich gemeinsam
über die erfolgreiche
Firstfeier des dm Verteilzentrums
Kronstorf (von
links): Thomas Köck (dm
Österreich Geschäftsführer),
Patrick Aichinger
(Prokurist und Leiter des
internationalen Fachbereichs
Logistik), Harald
Bauer (Vorsitzender der
dm Geschäftsführung),
Thomas Stelzer (Oberösterreichischer
Landeshauptmann),
Markus
Achleitner (Oberösterreichischer
Wirtschafts-
Landesrat), Christian
Kolarik (Bürgermeister
Kronstorf) und Christoph
Lichtenauer (Bürgermeister
Hargelsberg).
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S28
Ausgelegt ist das neue Verteilzentrum Kronstorf
auf eine Kapazität von rund 2.000 Warenausgangspaletten
täglich und 385 Millionen Stück
Produkte jährlich. Nach einer ersten Anlaufphase
soll im ersten Betriebsjahr die Marke
von 300 FTE (= Full Time Equivalent, Vollzeitmitarbeitende)
erreicht werden. Menschliche
Arbeitskraft und hochautomatisierte Systeme
spielen eng ineinander. Auf 13 Wareneingangsbahnen
werden die Anlieferungen direkt an die
automatische Anlage übergeben. Als verbindende
Fördertechnik kommen rund 80 AGVs (=
Automated Guided Vehicles) zum Einsatz: Diese
Fahrzeuge bewegen sich autonom durch das
Lager und versorgen so alle Funktionsbereiche
mit Paletten. „Die Mitarbeitenden können sich
auf wertschöpfende, effiziente Prozesse konzentrieren
und werden von reinen Transportprozessen
entlastet“, berichtet Patrick Aichinger.
Am neuen Standort in Kronstorf liegt ein wichtiger
Fokus auf der Lagerung und Kommissionierung
von Kleinteilen sowie einem Normalteile-Hochregallager.
Das Herzstück der Anlage
ist das Kleinteile-Shuttle-Lager. Es besteht
aus rund 260.000 Stellplätzen, die über eine
umfangreiche Fördertechnik an 16 Kommissionier-Stationen
im 1. Obergeschoss angebunden
sind. Angrenzend stehen fünf Hochregallagergassen
mit rund 15.500 Palettenstellplätzen
zur Verfügung. Die Fertigstellung des Gebäudes
inklusive Innenausbau und Außenanlagen ist
für Sommer 2027 geplant. Die technische Ausstattung
(Intralogistik und IT) soll bis Ende 2027
abgeschlossen sein und die Inbetriebnahme des
Verteilzentrums im Sommer 2028 stattfinden.
Landeshauptmann Thomas Stelzer: Starkes
Signal für Wirtschaftsstandort OÖ
„Die Entscheidung von dm drogerie markt, rund
230 Millionen Euro in ein neues Verteilzentrum
in Kronstorf zu investieren, ist ein starkes Signal
für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich
– weit über die Region hinaus. Diese größte
Einzelinvestition von dm in Österreich zeigt,
dass sich unser Bundesland im nationalen und
internationalen Wettbewerb um Investitionen
erfolgreich behauptet und als verlässlicher, leistungsfähiger
Standort wahrgenommen wird.
Gerade in einem Umfeld zunehmender globaler
Konkurrenz ist jede derartige Standortentscheidung
ein Beleg für unsere Stärken: eine
hohe industrielle Kompetenz, gut ausgebildete
Fachkräfte, eine funktionierende Infrastruktur
und ein partnerschaftliches Miteinander
zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand.
Gleichzeitig sorgt die Investition für nachhaltige
Wertschöpfung in der Region, stärkt heimische
Betriebe und schafft zukunftssichere
Arbeitsplätze. Kronstorf ist damit nicht nur ein
wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung
von dm, sondern auch ein klares Bekenntnis
zu Oberösterreich als wettbewerbsfähigem,
zukunftsorientiertem Wirtschaftsstandort im
Herzen Europas.“
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner:
Leitbetrieb am Leitstandort Kronstorf
„Mit der Errichtung des neuen Logistik-Standorts
von dm Österreich siedelt sich ein Leitbetrieb
auf dem Leitstandort Kronstorf an. Durch
dieses Projekt der renommierten Drogeriemarkt-Kette
sollen rund 300 Arbeitsplätze entstehen.
Das ist eine klare Bestätigung für die
vorausschauende Standortpolitik in Oberösterreich:
Durch die Entwicklung und Bereitstellung
geeigneter Flächen werden Betriebsansiedlungen
und -erweiterungen ermöglicht. Das
schafft Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung.
Die Ansiedlung des neuen Verteilzentrums
von dm in Kronstorf ist damit ein weiterer
Baustein in der erfolgreichen Umsetzung
der oberösterreichischen Leitstandort-Strategie.
Das gewidmete Gewerbegebiet weist eine
direkte Anbindung an das hochrangige Verkehrsnetz
durch die B309 auf. Mit der Definition
von Leitstandorten wurden Wirtschaftsräume
mit überregionaler Bedeutung identifiziert, die
strategische wichtige Betriebsansiedlungen
und -erweiterungen ermöglichen – gerade
Foto: dm/Wolfgang Lienbacher
auch für Betriebe, die bereits in Oberösterreich
beheimatet sind. Logistik ist der Blutkreislauf
der Wirtschaft, das unterstreicht die Bedeutung
des neuen Logistik-Standorts von dm, das
zudem als eigentümergeführtes Unternehmen
für eine langfristige, nachhaltige Unternehmensführung
steht.“
Bgm. Dr. Christian Kolarik, Kronstorf: Wertvolle
Arbeitsplätze in der Region gesichert
„dm hat als internationales Unternehmen einen
ausgezeichneten Ruf als Arbeitgeber. Nicht
zuletzt wurde dm mehrfach als bester Arbeitgeber
Österreichs ausgezeichnet. Das Unternehmen
sichert mit dieser Investition wertvolle
Arbeitsplätze in der Region. Durch eine Baurechtsvergabe
mit speziellen Bedingungen,
anstelle eines bloßen Verkaufes, ist ein wichtiges
Anliegen – nämlich der langfristige Einfluss
der öffentlichen Hand – mit dm als Partner
erfüllt worden. Gemeinsam wurde an einer verantwortungsvollen
Gestaltung des Standortes
gearbeitet: Von der Nutzung der Abwärme von
Nachbarbetrieben, über die Umsetzung einer
Holz-Hybrid Bauweise, Nutzung erneuerbarer
Energie u. a. mit Photovoltaik und Gründach
bis hin zum Parkdeck im Hang, als nur einige
Beispiele. Aus diesem Grund sind auch alle
Beschlüsse zur Ansiedlung seitens Kronstorf
und Hargelsberg einstimmig getroffen worden.“
Bgm. Christoph Lichtenauer, BSc, Hargelsberg:
Strahlkraft über Gemeindegrenzen
„Wenn man heute im Betriebsbaugebiet Kronstorf/Hargelsberg
steht, spürt man: Da entsteht
etwas Großes – nicht nur ein Gebäude, sondern
ein Stück Zukunft für unsere Region. Mit dem
neuen Verteilzentrum von dm drogerie markt
entsteht hier in Kronstorf und Hargelsberg ein
Ort, der für Verlässlichkeit, Innovation und Verantwortung
steht.
Viele regionale Arbeitsplätze bedeuten für
Familien Sicherheit, Perspektive und Chancen
direkt vor der Haustür. Was mich besonders
freut: Dieses Projekt zeigt, dass wirtschaftlicher
Erfolg und Nachhaltigkeit kein Widerspruch
sind. Moderne Energiekonzepte, Photovoltaik,
Holz-Hybrid-Bauweise – hier wird nicht nur für
heute gebaut, sondern ganz bewusst auch für
die nächsten Generationen. Und genau das ist
es, was unsere Region und die INKOBA Kronstorf/Hargelsberg
ausmacht: Wir entwickeln
uns weiter, aber wir tun das mit Hausverstand,
mit Verantwortung und mit Blick auf die Menschen.
Für unsere Gemeinden ist das ein starkes
Signal: Unsere Region ist attraktiv, zukunftsfit –
und ein Platz, an dem große Ideen Wirklichkeit
werden können. Ich bin überzeugt: Dieses Projekt
wird weit über unsere Gemeindegrenzen
hinausstrahlen.“ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S30
KNAPP-Vorstandsteam (v.l.n.r.): KNAPP-COO
Franz Mathi, KNAPP-CFO Christian Grabner,
KNAPP-CEO Gerald Hofer
KNAPP setzt
Wachstumskurs fort
KNAPP AG stärkt Marktposition mit innovativen
Lösungen und nachhaltigem Erfolg im
Geschäftsjahr 2025/2026.
Die KNAPP AG entwickelt sich auch im
Geschäftsjahr 2025/26 erfolgreich
weiter und bleibt auf Wachstumskurs.
In einem zunehmend komplexen
Marktumfeld behauptet sich das steirische
Technologieunternehmen mit Stabilität, Innovationskraft
und einem breiten Lösungsportfolio.
Mit einem Umsatz von 2,135 Milliarden Euro
(+7,6 %) sowie einem Auftragseingang von 2,51
Milliarden Euro unterstreicht KNAPP die nachhaltige
Entwicklung des Unternehmens. Europa
und Nordamerika zählen dabei zu den wichtigsten
Umsatzmärkten und bilden die stabile
Basis für die internationale Geschäftsentwicklung.
Maßgeblich für den Erfolg sind die technologische
Kompetenz – insbesondere in Bereich
Robotik und KI – sowie der konsequente Fokus
auf langfristige Partnerschaften.
Diversifikation und Innovation
als stabile Wachstumsbasis
KNAPP profitiert von seiner starken Position in
den Kernbranchen Healthcare, Retail, Fashion,
Food, Wholesale und Industry. Schwächere Entwicklungen
in einzelnen Märkten können durch
Dynamik in anderen gezielt ausgeglichen werden
und schaffen so eine verlässliche Basis für
nachhaltiges Wachstum. Diese breite Aufstellung
bildet zugleich die Grundlage für kontinuierliche
Investitionen in die Weiterentwicklung
des Technologie- und Softwareportfolios. Im
Geschäftsjahr 2025/26 investierte das Unternehmen
106 Millionen Euro – rund 5 Prozent
des Umsatzes – in Forschung, Entwicklung und
Digitalisierung, um steigenden Anforderungen
an Effizienz, Flexibilität und Skalierbarkeit
gerecht zu werden.
Foto: KNAPP / Kanizaj und Niederwieser
Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung des
jüngsten bot-basierten Lagersystems AeroBot,
das KNAPP in ersten Kundenprojekten – unter
anderem bei Nord Electronic Drivesystems
und Siemens – implementiert. Als kombinierte
Lager- und Kommissionierlösung ist das System
vor allem für kleinere bis mittlere Anwendungen
geeignet und zeichnet sich durch hohe Anpassungsfähigkeit
und Erweiterbarkeit aus. Gleichzeitig
werden seit jeher Lösungen für sehr hohe
Durchsatzleistungen entwickelt. Dies zeigt sich
in der Realisierung entsprechender Anlagen –
wie etwa dem bislang größten Shuttle-Lagersystem,
das derzeit in Südkorea geplant wird.
Damit deckt KNAPP ein breites Leistungsspektrum
ab – von kompakten, standardisierbaren
Lösungen bis hin zu großskaligen, hochautomatisierten
Anlagen. Grundlage dafür ist ein
vielfältiges Portfolio, das Technologien vom
Palettenhandling bis zur Einzelstück-Kommissionierung
umfasst und auf unterschiedlichste
logistische Einsatzbereiche zugeschnitten ist.
„Gerade in der Vielfalt unserer Anwendungen
liegt unsere Stärke. Sie ermöglicht es uns, flexibel
auf unterschiedliche Anforderungen zu
reagieren und unseren Wachstumskurs stabil
fortzusetzen“, betont KNAPP-CEO Gerald Hofer.
Partnerschaft als langfristiges Prinzip
Mit steigenden Anforderungen an Logistiklösungen
rückt für KNAPP die enge Zusammenarbeit
mit den Kunden noch stärker in den
Fokus. „Wir beschäftigen uns intensiv mit den
Geschäftsmodellen unserer Kunden. Es geht
nicht darum, ein einzelnes System zu bauen,
sondern darum, langfristig zu verstehen, worauf
es im jeweiligen Marktumfeld ankommt“, so
Gerald Hofer.
Das dreidimensionale
Lagersystem
AeroBot befindet
sich nach seinem
Launch im vergangenen
Jahr nun in
der Umsetzungsphase
erster Kundenprojekte.
Künstliche Intelligenz als integraler Bestandteil
Auch treibt KNAPP die Integration von Künstlicher
Intelligenz konsequent voran und bündelt
entsprechende Anwendungen unter der
neuesten Plattform, dem KNAPP Brain. Ziel ist
es, datenbasierte Entscheidungen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen
– von Planung und Maschinensteuerung
bis hin zur letzten Meile. „Künstliche Intelligenz
ist für uns kein isoliertes Feature, sondern Teil
eines Gesamtsystems. Ihr Mehrwert entsteht
dort, wo Prozesse ganzheitlich gedacht werden
und auf einer fundierten Datenbasis aufbauen.
Richtig eingesetzt hilft KI dabei, Systeme stabiler,
effizienter und gleichzeitig anpassungsfähiger
zu machen“, erklärt COO Franz Mathi.
So werden Technologien, Daten und Prozesse
gezielt verzahnt, um Lösungen kontinuierlich
weiterzuentwickeln und auf zukünftige Anforderungen
vorzubereiten. Software kommt
dabei eine zentrale Rolle zu: Sie verbindet einzelne
Systeme und Prozessschritte, stellt Daten
kontextbezogen bereit und schafft die Voraussetzung
dafür, dass KI-Anwendungen ihre Wirkung
im operativen Betrieb entfalten können.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S32
KNAPP vereint internationales
Wachstum
mit starker regionaler
Verankerung, getragen
von engagierten Mitarbeiter
und qualifiziertem
Nachwuchs.
Dabei rücken Aspekte wie Datenqualität
zunehmend in den Fokus, um Lösungen gezielt
auf die Anforderungen der Kunden und deren
Endkunden auszurichten und Komplexität
beherrschbar zu machen.
KNAPP begleitet Projekte von der ersten Idee
über die Umsetzung bis hin zum laufenden
Betrieb und entwickelt Systeme gemeinsam
mit den Kunden kontinuierlich weiter. Der Ausbau
des globalen Customer Service stellt sicher,
dass Anlagen langfristig betreut und an veränderte
Anforderungen angepasst werden können.
So entsteht eine Partnerschaft, die nicht
auf Einzelprojekte beschränkt ist, sondern auf
langfristige Stabilität und Weiterentwicklung
ausgerichtet ist.
Kennzahlen Geschäftsjahr 2025/26
• Umsatz: 2,135 Milliarden Euro
(+7,6 % ggü. Vorjahr)
• Auftragseingang: 2,51 Milliarden Euro
• Mitarbeiter: 9.000 weltweit,
davon 4.600 in Österreich
• Investitionen in Forschung &
Entwicklung: 106 Millionen Euro
(5 % des Umsatzes)
Starkes Team und Nachwuchsförderung
Weltweit beschäftigt KNAPP rund 9.000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, davon 4.600 in
Österreich. Damit ist das Unternehmen nicht nur
international erfolgreich, sondern auch fest in
der Steiermark verwurzelt und ein bedeutender
Arbeitgeber in der Region. Ein besonderer Fokus
liegt auf der Ausbildung und Förderung junger
Talente. Die Lehrlingsausbildung bei KNAPP gilt
seit Jahren als wichtiger Baustein für die langfristige
Entwicklung des Unternehmens. Erfolge
bei nationalen und internationalen Wettbewerben
– wie zuletzt die Qualifizierung für die
WorldSkills 2026 in Shanghai – unterstreichen
das hohe Ausbildungsniveau und die Qualität
des Nachwuchses.
„Unsere Lehrlinge zählen zur Weltspitze, und
ihre Teilnahme an Wettbewerben wie den
AustrianSkills oder den WorldSkills zeigt eindrucksvoll
ihr außergewöhnliches Können.
Durch die internationale Vernetzung gewinnen
sie wertvolle Einblicke in neue Technologien,
Arbeitsweisen und Kulturen. Dabei lernen
wir alle voneinander, stärken unsere Innovationskraft
und entwickeln uns als Unternehmen
gemeinsam weiter“, betont CFO Christian
Grabner. Gezielte Investitionen in Organisation,
Infrastruktur und Know-how sichern die
Basis für weiteres Wachstum und stärken die
Nähe zu Kunden und Märkten weltweit. (RED)
Foto: KNAPP / Kanizaj
Shops, Stores
& Spaces
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S34
Report: Deutsche Firmen
verschwinden nach Osteuropa
und Asien
United Interim Wirtschaftsreport 2026: Produktion
wandert zunehmend ins Ausland –
führende Interim Manager erklären die Hintergründe
und Herausforderungen.
Eine anhaltende Abwanderungswelle
der deutschen Industrie stellt der
Wirtschaftsreport 2026 fest, den die
Management-Community United Interim
(www.unitedinterim.com) herausgegeben
hat. „Osteuropa oder Asien ist die primäre
Frage bei vielen Industrieunternehmen, wenn
es um Produktionsverlagerungen geht“, sagen
die beiden Interim Manager Dr. Sven Mues und
Friedhelm Best.
Die beiden haben den Report gemeinsam mit
ihren Kollegen Ulvi Aydin, Jan Beutnagel, Ulf
Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock,
Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen,
Ulrich Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland
Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg
verfasst. „Dem Report liegt eine Umfrage unter
550 Interim Managern zugrunde“, erläutert
Studienleiter Dr. Harald Schönfeld.
Starker Trend zur Verlagerung nach Osteuropa
Beinahe die Hälfte der Befragten (48 Prozent)
spricht von einem starken Trend zur Verlagerung
von Fertigungsstätten nach Osteuropa.
„Am beliebtesten sind Polen, Ungarn, Rumänien
und Tschechien“, weiß Dr. Sven Mues zu
berichten, der regelmäßig mit derartigen Projekten
befasst ist. Diese Einschätzung teilen
auch viele seiner 550 Kollegen. Deutlich mehr
als ein Drittel (37 Prozent) erwartet eine weitere
Umsiedlungsbewegung von Deutschland
nach Rumänien. Beinahe ein Drittel (32 Prozent;
Mehrfachnennungen waren erwünscht)
sagt Werksverlagerungen nach Polen voraus.
29 Prozent sehen Ungarn in einer bevorzugten
Position. Ein Viertel stuft Tschechien als beliebtes
Zielland ein.
Dr. Sven Mues nennt die Gründe: „Die Unternehmen
profitieren dort von deutlich geringeren
Lohnkosten, niedrigeren regulatorischen
Belastungen und einer insgesamt investitionsfreundlicheren
Industriepolitik. Gleichzeitig
bieten Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn und
Tschechien gut ausgebaute industrielle Infrastrukturen,
qualifizierte Arbeitskräfte und eine
enge Anbindung an die europäischen Absatzmärkte.“
Er spricht von einer Kombination aus
Kostenvorteilen, höherer Flexibilität und stabileren
Produktionsbedingungen.
Verlagerung nach Asien:
China, Indien, Vietnam
Viele Unternehmen zieht es allerdings in die
weitere Ferne. An erster Stelle steht dabei
Asien, wissen 40 Prozent der kontaktierten
Interim Manager. Als die wichtigsten Länder für
Produktionsverlagerungen stufen sie China (44
Prozent), Indien (43 Prozent) und Vietnam (35
Prozent) ein. Weniger gefragt sind Singapur (7
Prozent) und Japan (6 Prozent).
„Die Verlagerung von Produktionskapazitäten
nach Asien bietet deutschen Unternehmen
handfeste Vorteile“, erklärt Friedhelm Best, der
seit Jahrzehnten westliche Firmen in Asien aufbaut
und betreut. Er zählt auf: deutlich niedrigere
Lohnkosten, je nach Land bis zu 70 Prozent
unter deutschem Niveau, geringere Produktions-
und Energiekosten sowie häufig staatliche
Förderprogramme und Steueranreize. Als
weiteren Vorteil nennt er die Nähe zu schnell
wachsenden Absatzmärkten – Asien steht
für über die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums
– was Transportkosten reduziert
und Markteintrittsbarrieren senkt.
Friedhelm Best weiter: „Gleichzeitig profitieren
die Unternehmen von hochentwickelten industriellen
Clustern, etwa in China, Vietnam oder
Südkorea, die eingespielte Lieferketten, spezialisierte
Zulieferer und kürzere Innovationszyklen
ermöglichen. Auch Skaleneffekte lassen
sich durch große Produktionsvolumina leichter
realisieren. In Summe verbessert die Verlagerung
die Wettbewerbsfähigkeit, erhöht Margen
und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit auf
globale Nachfrageverschiebungen.“
USA: eines der innovativsten Länder
Neben Osteuropa und Asien spielen auch die
USA durchaus eine Rolle beim Thema Werksverlagerungen.
22 Prozent der Interim Manager
halten die Vereinigten Staaten von Amerika
für ein lohnendes Zielland für Produktionsstätten.
Ulvi Aydin erläutert: „Völlig losgelöst
von der aktuellen US-Politik sind und bleiben
die USA eines der innovativsten Länder der
Welt, insbesondere bei der Digitalisierung und
modernen Ausprägungen davon, wie Künstlicher
Intelligenz. Wer dorthin geht, profitiert von
diesem Umfeld. Zudem bietet das Land einen
weitgehend einheitlichen Absatzmarkt und
nicht zuletzt gibt es interessante steuerliche
Anreize.“
„In einer digital getriebenen Welt lohnt sich
der Blick in die USA immer, um technologische
Entwicklungen frühzeitig zu entdecken“, meint
Klaus-Peter Stöppler. Er verweist exemplarisch
auf den Bau- und Immobiliensektor mit Innovationen
wie 3D-Druck von Gebäuden, Drohnen
zur Baustellenüberwachung, automatisiertem
Bricklaying, Modular/Prefabricated Construction,
Augmented und Virtual Reality für Planung
und Training, Digital Twins und Building Information
Modeling (BIM). „Alle diese Technologien
lassen sich auch in Deutschland nutzen“,
sagt Klaus-Peter Stöppler.
Abhängigkeiten reduzieren ist am wichtigsten
Unabhängig von konkreten Standorten rät Jane
Enny van Lambalgen zum verstärkten Local
Sourcing. Sie sagt: „Unternehmen sollten interkontinentale
Dependenzen so weit wie möglich
abbauen, um sich vor Lieferengpässen durch
Geopolitik, Zöllen oder ähnlichen kaum vorhersehbaren
Entwicklungen zu schützen.“ Sie
empfiehlt daher allen Industrieunternehmen,
ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.
Re-Regionalisierungen erfordern enorme strategische
Investitionen, stellt Christian Jung fest.
Schätzungen gehen von über zwei Prozent des
Jahresumsatzes aus, die Firmen mit globalen
Lieferketten mobilisieren müssen, um interkontinentale
Abhängigkeiten abzubauen oder
substanziell zu verringern. „Aber der Schritt
lohnt sich“, stellt Jan Beutnagel klar, „denn nur
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S36
dadurch können sich Unternehmen einigermaßen
von geopolitischen Unwägbarkeiten
abkoppeln, egal ob es sich um Zollkonflikte,
Sanktionen, Behinderungen der See- oder Luftwege
durch Terroranschläge oder plötzlich
ausbrechende kriegerische Auseinandersetzungen
irgendwo auf der Welt handelt.“ Sein
Kollege Ulrich Schmidt weist auf den schwelenden
Konflikt zwischen den USA und China
um die Insel Taiwan hin: „Die nächste oder
übernächste kriegerische Auseinandersetzung
mit gravierenden Folgen für den Weltmarkt ist
absehbar.“ Jane Enny van Lambalgen stellt klar:
„Eine Werksverlagerung sollte auf jeden Fall
nur dann erfolgen, wenn dadurch die interkontinentalen
Abhängigkeiten verringert und nicht
etwa vergrößert werden.“
Externer Support bei
Produktionsverlagerungen
Unternehmen, die Produktionsverlagerungen
ins Ausland vornehmen, greifen dabei regelmäßig
auf externe Hilfe durch Interim Manager
zurück. Im Unterschied zu Beratern liefern sie
nicht nur Konzepte ab, sondern steigen als Führungskräfte
auf Zeit selbst ins Tagesgeschäft
ein und übernehmen unmittelbare Verantwortung
für den „Umzug“ nach Osteuropa, Asien,
die USA und wohin es auch immer geht.
Die wichtigsten Aufgaben sind in diesem
Zusammenhang laut Studie die Prozessoptimierung
und Implementierung neuer Prozesse,
sagen 88 Prozent der befragten Interim Manager.
87 Prozent (Mehrfachnennungen waren
erwünscht) stufen zudem Restrukturierungsund
Turnaround-Maßnahmen als besonders
wichtig ein. „Bei einer Betriebsverlagerung
geht es nicht darum, die Produktionslinie 1:1
an einem neuen Standort wieder aufzubauen",
sagt Christian Jung, „sondern um Wertschöpfung
zum Absatzmarkt zu verlagern – strukturell
optimiert, mit lokaler Kostenstruktur und
maximaler Wettbewerbsfähigkeit.“ Tatsächlich
stufen 72 Prozent seiner Kollegen Effizienzsteigerungen
und Kostensenkungen als typische
Aufgabe externer Hilfe ein.
Das Change Management stufen 77 Prozent
der Befragten als kritischen Faktor bei Produktions¬verlagerungen
ein. Paul Stricker ordnet
ein: „Eine Werksschließung in Deutschland hat
nicht nur gravierende Auswirkungen auf die
unmittelbar betroffene Belegschaft, sondern
sendet in der Regel Schockwellen durch das
gesamte Unternehmen. Die Gefahr von Lähmung
und passivem Widerstand liegt auf der
Hand. Dieser Aspekt muss frühzeitig berücksichtigt
und adressiert werden, damit sich die
Verlagerung ins Ausland nicht als Bumerang
erweist.“ So messen zwei Drittel der Interim
Manager dem Stakeholder-Management eine
Schlüsselrolle bei einer Produktionsverlegung
zu. Dazu gehören über die Belegschaft hinausgehend
Betriebsrat und Gewerkschaften,
Lieferanten und Zulieferer, Logistik- und Distributionspartner,
Investoren und Banken, Behörden,
die lokale Politik und Kommunen sowie die
Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Kunden. „Es
wird häufig unterschätzt, wie umfassend und
tiefgehend die Auswirkungen einer Werksschließung
tatsächlich sind“, weiß Dr. Sven
Mues aus Erfahrung. Für 67 Prozent seiner Kollegen
ist daher Krisenmanagement ein fester
Bestandteil jeder Produktionsverlagerung.
Einen anderen Aspekt betont Friedhelm Best:
„Die Mentalität an dem Standort, der geschlossen
wird, lässt sich nicht unverändert auf den
neuen Standort übertragen. Wird beispielsweise
ein Werk in Asien aufgebaut, treffen
Unternehmen auf andere Arbeitskulturen, Hierarchieverständnisse,
Kommunikationsstile und
Erwartungshaltungen, die tief in gesellschaftlichen
Strukturen verankert sind. Was am bisherigen
Standort als selbstverständlich gilt – etwa
Eigenverantwortung, direkte Kritik oder flexible
Problemlösung – kann in Asien zu Unverständnis,
Zurückhaltung oder Orientierungslosigkeit
führen. Erfolgreiche Produktionsverlagerungen
in andere Regionen erfordern daher interkulturelles
Verständnis, angepasste Führungsmodelle
und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen,
um Produktivität und Qualität nachhaltig
sicherzustellen.“
Deutschland bleibt weiterhin attraktiv
Deutschland bleibt weiterhin ein attraktiver
Standort, ist nicht einmal ein Viertel (23 Prozent)
der 550 befragten Interim Manager fest
überzeugt. „Es kommt auf die Branche und die
Umstände an“, meinen 45 Prozent. „Der Weg
ins Ausland ist kein Allheilmittel“, erklärt Dr.
Andreas Vieweg. Häufig werde das Potenzial
unterschätzt, das sich durch Prozessoptimierungen
am heimischen Standort erzielen ließe.
Ulf Camehn ergänzt: „Produktionsverlagerungen
können im Einzelfall richtig sein. Sie dürfen
aber nicht zur Flucht vor hausgemachten Problemen
werden. Wer Strategie, Führung, Prozesse,
Kundenfokus und finanzielle Steuerung
im Griff hat, kann auch am Standort Deutschland
wettbewerbsfähig bleiben – gerade, weil
Deutschland trotz aller Schwächen stabile politische
Verhältnisse, starke industrielle Netzwerke
und hohe Umsetzungskompetenz bietet.“
Eckhart Hilgenstock ordnet ein: „Unternehmen
sind viel mehr als Produktionsstätten. Sie sind
auch Think Tanks, Ingenieurbüros und Softwareschmieden,
greifen innovative Technologien auf,
entwickeln frische Geschäftsmodelle, finden
neue Absatzmärkte, begeistern ihre Kunden mit
Dienstleistungen, sehen Chancen und ergreifen
sie. Der Weg ins Ausland ist also eine neue von
sehr vielen Möglichkeiten, die Unternehmen
haben, um sich fit für die Zukunft zu machen.“
Sein Kollege Roland Streibich stimmt zu: „Bei
einem Restrukturierungs- oder Turnaround-
Projekt gibt es viele Aspekte, die zunächst
wichtiger sind als eine Produktionsverlagerung.
Das Spektrum reicht von der Prozess¬optimierung
über Smart Production
bis hin zur vollautomatisierten Fertigung.“
Christian Florschütz ist wichtig: „In den meisten
Fällen lohnt es sich, die Kundenfokussierung
konsequent zu verbessern, bevor über
Werksverlagerungen nachgedacht wird. Denn
viele Unternehmen sind zu einseitig im Kosten¬senkungsdenken
verfangen statt den
Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen.“
Eckhart Hilgenstock hat festgestellt: „Der Weg
ins Ausland führt am besten über das Business
Development. Wenn es gelingt, in anderen
Regionen neue Kundengruppen aufzubauen,
kann dies die Vorstufe zu einer späteren Produktionsaufnahme
in diesen Regionen sein.“
Studienleiter Dr. Harald Schönfeld resümiert:
„Produktionsverlagerungen sind zwar in Mode
gekommen, aber keineswegs in allen Fällen
sinnvoll.“ Er verweist darauf, dass sich mit Tesla
ein namhafter Autohersteller für Deutschland
als Europa-Standort entschieden hat. „Das sagt
einiges über die Zukunftsfähigkeit von made in
Germany aus“, meint Dr. Harald Schönfeld.
United Interim ist die führende digitale Plattform
und das einzige Ökosystem für Interim Management
in Deutschland, Österreich und der
Schweiz. Sie macht qualitätsgeprüfte Interim
Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle
Selbstvermarktung und bietet Unternehmen
sowie Providern einen kostenfreien, direkten
Zugang zu passenden Interim-Lösungen.
Als offene Online-Community und kuratierter
Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000
Führungskräfte auf Zeit in der DACH-Region.
Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten
und renommiertesten Interim Manager gemeinsam
mit UNITEDINTERIM eine Studie über den
Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft
durchgeführt – darunter Ulvi Aydin, Friedhelm
Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz,
Eckhart Hilgenstock, Christian Jung,
Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich
Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich,
Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg. Die Studienleitung
liegt bei Dr. Harald Schönfeld und
Jürgen Becker, den Gründern und Geschäftsführern
von UNITEDINTERIM. An der Befragung
haben über 550 ausgewählte Interim Manager
teilgenommen - Vertreter der „Königsklasse“ im
Management, die in mehr Unternehmen mehr
Herausforderungen meistern als klassische
angestellte Führungskräfte und deshalb über
einen besonders breiten Überblick verfügen.
Anders als Berater entwickeln Interim Manager
nicht nur Konzepte, sondern verantworten
in einer definierten Zeit im Unternehmen auch
deren Umsetzung. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S38
ILS Main Event zeigt:
Logistik-Know-how
erreicht neues Level
Megatrends und Spitzenwirtschaft vereint:
Das ILS Main Event als jährlicher Treffpunkt
des Who-is-Who der österreichischen und
internationalen Wirtschaft.
Als tragende Säule der Wirtschaft
boomt die Logistikbranche unaufhaltsam.
Das enorme Interesse am
ILS Main Event (14.–15. Oktober
2026, Helmut List Halle, Graz) unterstreicht
die Aktualität des Themas, das ganze Weltmärkte
beeinflusst. Unter dem Motto „Digital
Confirmation“ rückt die Independent Logistics
Society beim ILS Main Event 2026 konkrete
Lösungsmodelle für Unternehmen in den Fokus,
die sich nahtlos in den täglichen Arbeitsablauf
integrieren lassen.
ILS2025: Birgit Edlinger (ILS-Managing-
Partner Strategy), Bernhard Schmaldienst
(Associate Vice President Transporeon
Products bei Transporeon), Philipp Trummer
(IT-Security-Experte, iTanic, CEO), Mag.
Kristina Edlinger-Ploder (Rektorin der Grazer
Fachhochschule Campus 02), Wolfgang
Eder (EQ4.AI, CEO)
Sechs Kernfragen für die Zukunft der Logistik
Das Programm bietet Interessierten und ExpertInnen
tiefe Einblicke in sechs wegweisende
Hauptthemen: Während Infrastruktur & Mobility
sowie Smart Logistics & Technology die physische
Effizienz beleuchten, widmen sich eigene
Blöcke den Megatrends KI, Data & Cybersecurity
sowie Sustainability & Circular Economy.
Wie sich der Faktor Mensch und globale Märkte
verändern, diskutieren die Teilnehmenden in
den Panels zu Mindset, Leadership & Transformation
sowie Geopolitics.
Führende Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Politik auf der Bühne
Für dieses hochkarätige Line-up bringen die
Initiatoren lokale und internationale Branchengrößen
nach Graz. Impulse aus der vorder-
Fotocredi: tILS
sten Reihe der Wirtschaft liefern Gerald Hofer
(KNAPP AG, CEO), Walter Bostelmann (Kellner &
Kunz AG, CEO) sowie Günter Altenburger (Kellner
& Kunz AG, Vorstand), Markus Tomaschitz
(AVL List GmbH, CHRO & Group Spokesman), DI
(FH) Christoph Prattes (Pankl Racing Systems
AG, Vorstand) und Julia Hoffmann (Biogena-
Group, COO).
Viele spannende Out-of-the-Box-Perspektiven
garantieren zudem Zukunftsforscher Nils Müller
(TrendOne GmbH, CEO) und der Künstler Tom
Lohner. Die entscheidende Brücke zwischen
Politik, Wissenschaft und realer Praxis schlagen
Landesrätin Mag. Dr. Claudia Holzer, LL.M. (Landesrätin
Verkehr, Landeshochbau, ländlicher
Wegebau und Technik), Elisabeth Meixner, BEd
(Direktorin der Bildungsdirektion Steiermark)
und Sebastian Kummer (Vorstand Institut für
Transportwirtschaft & Logistik, WU Wien). Globales
Insider-Wissen steuern Buhmit Shoken
(Hiring Head, Co-founder) und Andrew Midgley
(TXM Group, Group Managing Director) bei.
Darüber hinaus diskutieren weitere Top-EntscheiderInnen
und InnovatorInnen auf Augenhöhe:
Andreas Grad (Transdanubia Holding,
CEO), Dr. Martin Riester (Fraunhofer Austria
Research, Director Center for Sustainable Production
and Logistics), Karl Hartleb (IC-Steiermark,
GF), Veronika Wolf (CINT, CEO), Martin
Pauscher (nuova GmbH, CEO), Ibolya Cseke
(KNAPP AG, SSM Global Customer Service), Markus
Sturm (Schwingshandl GmbH, CEO), Paul
Fuchs (Headwall, MD & Head of Sales EMEA),
Viktoria Zinner (Golden Mind, CEO), KommR.
Norbert Adler (WK Stmk, Obmann FG Spedition
& Logistik), Mario Korditsch (Senior Relationship
Manager Large Corporates, Steiermärkische
Sparkasse) und Wolfgang Eder (EQ4.AI, CEO).
Mit Christian Clerici holt die ILS einen der profiliertesten
Moderatoren für Wirtschaft, Mobilität
und Zukunft auf die Bühne. Einen besonderen
Akzent setzt außerdem Smudo, Mitglied der
Fantastischen Vier, als Transformation Special
Guest. Er bringt eine zusätzliche Perspektive
auf Wandel, Relevanz und Anpassungsfähigkeit
in Zeiten technologischer und gesellschaftlicher
Umbrüche auf die Bühne – und erweitert
das Programm um einen starken kulturellen
und emotionalen Impuls.
Wer sich die hochkarätigen Speaker nicht entgehen
lassen möchte , sichert sich zeitnah eine
Ticket. Mehr daz unter: https://ils365.at/ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S40
Locus Robotics erweitert
seine Europazentrale
Auf 6.000 Quadratmetern präsentiert Locus
Robotics am Logistics Campus Aalsmeer sein
Physical-AI-Portfolio unter realen Lagerbedingungen
und unterstützt damit die wachsende
Automatisierungsnachfrage in Europa.
Locus Robotics, führend im Bereich flexibel
skalierbarer Lagerautomatisierung,
kündigt heute die nächste Wachstumsphase
in Europa an und verlagert die
operativen Aktivitäten seiner Europazentrale
an den Logistics Campus Aalsmeer. Die deutlich
größere Fläche bietet den europäischen Teams
von Locus Robotics erweiterten Raum für Lagerbetrieb,
Kundendemonstrationen, Lösungstrainings,
Partneraktivitäten sowie den regionalen
Robotik-Lifecycle-Support.
Wachsende Nachfrage nach Automatisierung
Dieser Schritt baut auf einem mehrjährigen
regionalen Wachstum auf. Heute betreut Locus
Robotics über 150 Kunden in mehr als 20 Ländern
und unterstützt mehr als 17.000 Roboter
im Feld. In Spitzenzeiten kommen kurzfristig
mehrere Hundert weitere Roboter hinzu. „Europa
ist für Locus Robotics ein zentraler Wachstumsmarkt,
und unsere Erweiterung spiegelt die
Größenordnung der Chance wider, die vor uns
liegt“, unterstreicht Denis Niezgoda, Chief Commercial
Officer International bei Locus Robotics.
„Mit der wachsenden Nachfrage investieren wir
gezielt in Infrastruktur, Talente und Kundenerlebnis,
um den vollständigen Automatisierungs-
Lifecycle abzudecken, von der Inbetriebnahme
über den Service bis hin zur saisonalen Skalierung
und langfristigen Leistungsoptimierung.
Kunden und Interessenten erleben am neuen
Standort die volle Bandbreite unserer Lösung,
darunter Locus Origin, Locus Vector, Locus Array
und LocusONE, und können sehen, wie flexible
Automatisierung im großen Maßstab unter
realen Betriebsbedingungen funktioniert.“
Flexible Automatisierung über das gesamte
Fulfillment-Spektrum
Locus Robotics unterstützt Lagerbetreiber, sich
auf veränderte Nachfrage, schwankende Personalverfügbarkeit,
neue Auftragsprofile und
zunehmende SKU-Komplexität einzustellen.
Gleichzeitig verbessert das Unternehmen Produktivität,
Pickgenauigkeit, Personaleffizienz
und ergonomische Arbeitsbedingungen. Angetrieben
durch die Orchestrierungsplattform
LocusONE koordiniert Locus Robotics Fulfillment-Prozesse
in einheitlichem System aus
Robotik, operativen Daten und angewandter KI.
Zum Portfolio zählen Locus Origin für zentrale
Workflows wie Kommissionierung, Nachschub,
Retouren und Sortierung, Locus Vector
für höhere Traglasten, höhere Volumina und
Materialflüsse sowie Locus Array, ein vollständig
autonomes Robots-to-Goods-System für
hochverdichtete Lager- und Kommissionierumgebungen.
Neubau am Logistics Campus Aalsmeer
Der neue Standort entsteht auf einem Grundstück
zwischen Japanlaan und Thailandlaan
in Aalsmeer und wird durch das in Eindhoven
ansässige Unternehmen Next Level Development
realisiert. Die Fertigstellung ist für April
2027 vorgesehen, anschließend bezieht Locus
Robotics die Fläche.
„Locus Robotics ist eine starke Bereicherung für
den Logistics Campus Aalsmeer“, betont René
Geujen, Director Acquisitions & Leasing bei
Next Level Development. „Wir sind stolz darauf,
dass dieser Standort zu einer wichtigen Basis
für die erweiterten europäischen Aktivitäten
von Locus Robotics wird. Die Entscheidung für
diesen Standort unterstreicht die Qualität und
Attraktivität sowohl des Gebäudes als auch der
gesamten Logistikregion.“
Das Gewerbeimmobilien-Beratungsunternehmen
Cushman & Wakefield begleitete Locus
Robotics während des gesamten Such- und
Anmietungsprozesses für die neue Liegenschaft
und unterstützte das Unternehmen
dabei, einen Standort zu identifizieren, der den
wachsenden Anforderungen an Betrieb, Lager,
Demo-Fläche und Kundenaktivitäten im weiteren
europäischen Wachstum gerecht wird.
„Locus Robotics hatte eine klare Anforderung
an eine zukunftsfähige Liegenschaft, die die
expandierenden europäischen Aktivitäten, die
wachsende installierte Basis und das breitere
Automatisierungsportfolio trägt“, so Aron van
den Hoogen, Senior Consultant bei Cushman
& Wakefield. „Der neue Standort in Aalsmeer
bietet die richtige Kombination aus Erreichbarkeit,
Logistikinfrastruktur und betrieblicher
Flexibilität, um die nächste Wachstumsphase
des Unternehmens zu unterstützen. Wir freuen
uns, Locus Robotics in diesem Prozess begleitet
zu haben.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S42
Außerordentliche
Flexibilität der Auto-
Store-Technologie
In der Logistikhalle am Produktionsstandort
der Mercedes-AMG GmbH in Affalterbach
sorgen eine passgenaue AutoStore-Anlage
von Element Logic nebst intelligentem Materiaflusskonzept
für optimal automatisierte
Lagerprozesse.
Mercedes-AMG mit Sitz in Affalterbach
ist die Performanceund
Sportwagen-Marke von
Mercedes-Benz. Das 1967 von
Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher
als „Ingenieurbüro, Konstruktion und Versuch
zur Entwicklung von Rennmotoren“ gegründete
Unternehmen etablierte sich schon bald
im Rennsport: 1971 fährt der AMG Mercedes
300 SEL 6.8 beim 24-Stunden-Rennen in Spa
den Klassensieg sowie den zweiten Platz der
Gesamtwertung ein. In den Folgejahren wächst
das junge Unternehmen und rüstet weitere
Mercedes-Modelle mit Performance-Technik
aus und führt eigene Modelle ein. Seit 2005 ist
Mercedes-AMG eine hundertprozentige Tochter
der Mercedes-Benz AG und hat sich aus der
Leidenschaft für den Motorsport und innovativer
Ingenieurskunst zur treibenden Kraft in Performance
Engineering des Konzerns entwickelt.
Am Standort Affalterbach ist neben Operations,
Marketing und Vertrieb, Entwicklung, Erprobung
und Design von AMG Fahrzeugen auch die
Motorenmanufaktur ansässig.
Zur Effizienzsteigerung bei der Produktionsversorgung
für die V8-Produktion hat die Mercedes-AMG
GmbH die Materiallagerung und
Kommissionierung mit einer AutoStore-Anlage
in Affalterbach automatisiert. Den Auftrag zur
Konzeption und Projektrealisierung erhielt
Systemintegrator Element Logic. „Unter Einbindung
vorhandener baulicher Gegebenheiten
haben wir mit dem AutoStore für AMG ein
intelligentes und zukunftsweisendes Materialflusskonzept
erstellt, das die Entscheider der
Mercedes-AMG GmbH überzeugte“, erläutert
Joachim Kieninger, Director Strategic Business
Development bei Element Logic Germany,
die Hintergründe der Auftragsvergabe.
„Wir konnten belegen, dass die entwickelte
AutoStore-Lösung mit konsequent getrennten
Materialflüssen die geforderten Aufgaben der
Konfektionierung und Lagerung von Montagesätzen
optimal bewältigen kann.“
Bauseitig vorhandene Stahlbühne
intelligent eingebunden
Für den Premium-Hersteller realisierte Element
Logic eine AutoStore-Anlage für 8.200 Behälter,
die sechzehnfach übereinandergestapelt sind.
Auf der Oberfläche des Anlagenrasters übernehmen
48 R5 Pro-Roboter die Ein-, Um- und
Auslagerungen der Behälter. Die Einlagerung
der Bauteile, die für die Motorenproduktion vorgehalten
werden, erfolgt an drei sogenannten
ConveyorPorts im Erdgeschoss der Logistikhalle
mit einem Durchsatz von bis zu 390 Behältern
pro Stunde. Ebenfalls im Erdgeschoss sind weitere
sechs ConveyorPorts für die Produktionsversorgung
mit bis zu 1.300 Montagekits pro
Stunde installiert. Um den Raum des Bestandsgebäudes
bestmöglich zu nutzen, hat Element
Logic eine bereits vorhandenen Stahlbaubühne
in das Materialflusskonzept integriert. Dort
werden die Montagkits entsprechend der Produktionsplanung
an vier Kombi-Arbeitsplätzen
jeweils bestehend aus einem CarouselPort
und vier ConveyorPorts zusammengestellt.
Zur Qualitätssicherung sind darüberhinaus auf
der Stahlbühne drei weitere ConveyorPorts
für regelmäßige Sichtprüfungen installiert. Für
koordinierte Lagerprozesse sorgt die von Element
Logic realisierte Anbindung von Auto-
Store an die AMG-eigene Lagersoftware.
Zuverlässige Materialversorgung
mit Komponentenkits
Seit dem Frühjahr 2025 übernimmt die Auto-
Store-Anlage in der Logistikhalle der Mercedes-AMG
GmbH zuverlässig die intelligente
Materialversorgung der Montageplätze mit den
benötigten Komponentenkits. Für durchgängige
Systemverfügbarkeit und kontinuierliche
Wartung haben Mercedes-AMG und Element
Logic überdies für die kommenden fünf Jahre
ein Service Level Agreement unterzeichnet.
„Wir, bei Element Logic, sind tatsächlich auch
ein wenig Stolz über die intelligente Lösung, die
wir für Mercedes-AMG entwickelt und umgesetzt
haben“, resümiert Kieninger. „Insgesamt
ein Projekt, das einmal mehr die Flexibilität der
AutoStore-Technologie belegt.“ (RED)
Die benötigten Artikel werden aus dem Auto-
Store zur Entnahme bereitgestellt und an den
ConveyorPorts, unterstützt durch ein Pick-to-
Light-System, in bis zu vier Zielbehälter kommissioniert.
Nach Zusammenstellung der Kits
werden die Behälter im AutoStore zwischenund
bei Produktionsabruf im Erdgeschoss ausgelagert.
Dort werden sie an einen Routenzug
übergebender sie an die Bedarfsstellen transportiert.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S44
Kardex realisiert
automatisiertes Logistikzentrum
für Haberkorn
Das österreichische Handelsunternehmen
Haberkorn hat Kardex als Generalunternehmer
mit der Erweiterung seines bestehenden
Logistikzentrums im Nordrhein-Westfälischen
Recklinghausen beauftragt.
Ziel ist das hochautomatisierte Handling
von Kleinteilen und Paletten. Haberkorn
ist technischer Händler mit
Focus auf DACH und CEE-Märkte. Das
Sortiment umfasst vornehmlich Arbeitsschutz
und technische Produkte. Beauftragt wurde
ein 4-gassiges automatisches Paletten-Hochregallager
mit 5.388 Stellplätzen, eine Auto-
Store-Anlage auf zwei miteinander verbundenen
Ebenen mit bis zu 178.800 Behältern sowie
rund 600 m automatische Behälterfördertechnik.
Gesteuert werden soll das Logistikzentrum
durch das Warehouse-Management-System
SAP EWM, das durch den Kardex-Partner prismat
implementiert wird. Insgesamt neun Kommissionierplätze
für Paletten und Kleinteile
sowie 21 Pack-Arbeitsplätze runden das einzigartige
Projekt ab, das in Zusammenarbeit
mit der Supply-Chain-Unternehmensberatung
Miebach Consulting entwickelt wurde. Der
erste von zwei Bauabschnitten startet im April
und soll im Dezember an den Kunden übergeben
werden.
Die neuen Lagerbereiche entstehen in einem
vierstöckigen Erweiterungsbau, der von Haberkorn
auf einer Fläche von 13.000 qm errichtet
wird. Neben der Logistik werden dort auch
Werkstätten, Büros und eine Kantine untergebracht.
Der Neu- und Ausbau des Logistikzentrums
wird langfristig das gruppenweite
Netzwerk von Logistikstandorten der Haberkorn
Gruppe stärken und als Zentrallager für
den Arbeitsschutz in Deutschland fungieren.
In das Projekt werden insgesamt 55 Millionen
Euro investiert – hierbei handelt es sich um die
größte Einzelinvestition der Haberkorn Gruppe
seit Bestehen.
„Spannendes Kombi-Projekt“
Kardex überzeugte Haberkorn vor allem durch
die gute Zusammenarbeit während der gemeinsamen
Konzept-Entwicklung und die dabei
gezeigten innovativen Ansätze. Hinzu kam der
Pragmatismus des Projekt-Teams und das von
Kardex gezeigte große Interesse an diesem Projekt.
Auch der partnerschaftliche Auftritt von
Kardex und prismat spielten bei der Entscheidung
eine wichtige Rolle. „Wir freuen uns sehr,
dass wir gemeinsam dieses spannende Kombi-
Projekt aus mehreren Bereichen der Kardex-
Gruppe gewinnen konnten“, bestätigt Kardex-
Hauptprojektleiter Jan Schimmelpfennig.
Die bereits laufende erste Baustufe umfasst
das von Kardex AutoStore Solutions realisierte
Kleinteilelager. Hier entstehen auf zwei Ebenen
Grids mit einem Fassungsvermögen für bis zu
178.800 Behältern. Bewegt werden sie durch 97
AutoStore-Roboter der neuen Generation vom
Typ Redline R5.1, für die 77 Ladestationen bereit
stehen werden. Der Ein- und Ausgang läuft über
sieben Carousel-Ports und 20 Conveyor-Ports.
588 m Fördertechnik
Die Auftragskommissionierung wird durch sieben
Intuitiv Picking Assistants (IPA) von Kardex
gesteuert und unterstützt. Im Hinblick auf eine
spätere Erweiterung werden zudem vier Bin
Lifte und sechs Frames installiert. Die an das
Kleinteilelager anschließende Fördertechnik
für die AutoStore Behälter erstreckt sich über
eine Länge von 588 m. Darin enthalten sind drei
Behälter-Vertikalumsetzer sowie zwei Pufferund
Sequenzstrecken. Im Bereich der Packerei
errichtet Kardex zudem 14 Arbeitsplätze für
das Konsolidieren der Pakete. Hinzu kommen 7
Arbeitsplätze für das Packen von Gemischtwaren
(Palette und Kleinteile).
Die zweite Baustufe umfasst das automatische
Paletten-Hochregallager mit 5.388 Stellplätzen
und startet im April 2027. Das Herzstück bilden
die vier Regalbediengeräte vom Typ Kardex
MSingle A-800/18-ZT. Daran angeschlossen
werden drei Kommissionier-Arbeitsplätze
mit ergonomischer Andienung. Der An- und
Abtransport läuft über eine automatische
Paletten-Förderanlage mit rund 200 Antrieben,
einem Paletten-Vertikalumsetzer und zehn
Auf- und Abnahmestellen. Im November 2027
soll auch der zweite Bauabschnitt an den Kunden
übergeben werden.
„Die bisherige Zusammenarbeit mit Kardex
während der Planungsphase und der jetzt
begonnenen Umsetzung läuft absolut reibungslos.
Wir sind deshalb sehr zuversichtlich,
dass die Zeitpläne für die verschiedenen Baustufen
eingehalten und wir mit der Erweiterung
unsere Effizienz-Ziele erreichen werden“,
so Bernd Neßler, Leiter Logistik der Haberkorn
Gruppe.
Bereits ab der ersten Baustufe ist Kardex-
Partner prismat mit der Implementierung des
Warehouse Management Systems SAP EWM
aktiv. Das Systemhaus mit Sitz in Dortmund
verantwortet unter anderem die Schnittstelle
zum Kardex AutoStore Controller und zur SPS-
Steuerung der gesamten Fördertechnik und
Regalbediengeräte.
Das Handelsunternehmen Haberkorn mit
Hauptsitz in Wolfurt (Österreich) bietet ein breites
Sortiment an Arbeitsschutz und technischen
Produkten. Dazu zählen unter anderem
Schläuche, Armaturen, Werkzeuge, Maschinen,
Verbindungselemente, Schrauben, Dichtungstechnik,
Kunststofftechnik, Schweißtechnik,
Werkstatt- und Betriebseinrichtungen sowie
Schmierstoffe und KFZ-Bedarf.
Mit acht Standorten und 835 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern ist Haberkorn auch in
Deutschland stark aufgestellt. Zudem betreibt
Haberkorn Standorte in Österreich, der Schweiz,
Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Slowenien,
Kroatien und Serbien. Rund 2.400 Mitarbeitende
haben in der Haberkorn Gruppe 2025
einen Umsatz von 783 Mio. Euro erwirtschaftet.
Weitere Infos unter www.haberkorn.com.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S46
expert setzt beim
Onlinegeschäft auf
REMIRA
Seit 2012 setzt expert im Onlinehandel auf
die REMIRA Order Management Software und
profitiert von einer stabilen, hochgradig individualisierten
Lösung, die die komplexen Strukturen
des Unternehmens optimal abbildet.
Die expert Warenvertrieb GmbH zählt
zu den größten Handelskooperationen
für Consumer Electronics in
Deutschland. Mit rund 400 Märkten,
knapp 200 Gesellschaftern und einem Innenumsatz
von über zwei Milliarden Euro spielt
das Unternehmen eine zentrale Rolle im deutschen
Elektronikhandel. Ein entscheidender
Differenzierungsfaktor, der expert von seinen
Mitstreitern unterscheidet, ist der außergewöhnliche
Anspruch an Service und Beratung.
Neben rund 400 stationären Märkten betreibt
expert die zentrale Plattform expert.de, die an
große Marktplätze wie OTTO, eBay und Kaufland
angebunden ist, sowie über 250 individuelle
Fachmarktseiten. Damit ist expert der
zweitgrößte Elektronikhändler in Deutschland.
Jede Bestellung wird automatisch dem passenden
Fachgeschäft oder Fachmarkt zugeordnet
und dort nach dem Ship-from-Store-Prinzip
kommissioniert. Genau hier machen sich die
Stärken der Order Management Software von
REMIRA bemerkbar: Das Tool bildet sämtliche
Prozesse von der Auftragsannahme über die
Payment-Schnittstellen, Kommissionierung,
Versand und Tracking bis hin zum Retourenmanagement
zentral ab.
„Ohne die REMIRA-Software wären unsere
komplexen Prozesse gar nicht handelbar. Wir
brauchen einen Single Point of Truth, an dem
alle Informationen zusammenlaufen“, erklärt
Marcus Willbold, der seit 14 Jahren Geschäftsbereichsleiter
der Bereiche Marketing und
E-Commerce bei expert ist. Die Kommissionierungen
variieren je nach Versandmenge in
den 250 verschiedenen Kommissionierstellen
stark, also arbeiten die Mitarbeitenden unterschiedlich
häufig mit dem System. Für Willbold
bedeutet das, dass eine intuitive Bedienbarkeit
der Order Management Software unverzichtbar
ist. „Das System muss performant und einfach
zu bedienen sein. Für den Mitarbeiter darf es
nicht zu komplex sein“, so Willbold.
Stabile Prozesse – auch bei hoher
Individualisierung
expert nutzt die REMIRA Order Management
Software nicht als Standardlösung, sondern
in einer stark individualisierten Ausprägung.
Besonders bemerkbar macht sich das bei der
Anbindung großer Marktplätze wie OTTO, eBay
oder Kaufland. Die komplexen Anforderungen
der einzelnen Plattformen erfordern dabei
maßgeschneiderte Prozesse und eine hohe
Flexibilität in der technischen Umsetzung.
Susanne Gerbas, Project Manager bei REMIRA,
betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit:
„Wir freuen uns, expert mit sehr individuellen
Prozessen in der Marktplatzanbindung
unterstützen zu können und diese künftig auch
noch weiter auszubauen. Die langjährige und
enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ist ein
wichtiger Faktor und gemeinsam arbeiten wir
stetig daran, weitere Optimierungspotenziale
aufzudecken und zu erschließen.“
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S48
Für expert sind diese Anpassungen von großer
Bedeutung. Wirft man zum Beispiel einen
Blick auf die Anbindung von OTTO.de, erfolgt
der Listungsprozess dort automatisiert unter
Berücksichtigung der relevanten Provisionen.
So ermöglicht das System, die Gesellschafter so
wenig wie möglich mit operativen Themen zu
belasten. Auch das Labeling erfolgt über einen
externen Dienstleister, der über REMIRA koordiniert
wird.
Die Schnittstellenkommunikation funktioniert
laut Willbold reibungslos – ein wichtiger Faktor,
denn Störungen würden sofort den gesamten
Versandprozess beeinflussen. Gerade weil
expert großen Wert auf persönliche Beratung
und verlässlichen Service legt, ist eine stabile
Prozesskette essenziell. Genau hier schafft
REMIRA die Grundlage dafür, dass Kundenservice
auch im Onlinegeschäft spürbar bleibt,
etwa indem Kunden Informationen, Bestätigungen
und Sendungsverfolgungen zuverlässig
erhalten.
Automatisierung, Transparenz und Effizienz
Der Mehrwert, den expert durch die REMIRA
Order Management Software erzielt, liegt klar
auf der Hand: Die Software ermöglicht eine
zentrale Steuerung aller Onlineprozesse trotz
der dezentralen Händlerstruktur und eine
hohe Prozesssicherheit durch automatisierte
Bestell-, Versand- und Retourenabläufe. Durch
die zuverlässige Prozessabwicklung schafft
REMIRA zudem die Basis dafür, dass expert seinen
Serviceanspruch auch im digitalen Umfeld
einlösen kann. Außerdem entlastet die Software
die Gesellschafter durch automatisierte
Marktplatzlistungen und bietet stabile Schnittstellen
zu Payment, Carriern und Dienstleistern.
Mit rund 60.000 gelisteten Produkten und
einer hybriden Customer Journey, in der Kunden
online recherchieren und bestellen oder sich im
Fachgeschäft bzw. Fachmarkt beraten lassen
und dort kaufen können, ist ein zuverlässiges
Order Management für expert geschäftskritisch,
sagt Willbold: „Ein Arbeiten ohne ein solches
Order Management Tool wäre auch für uns
als Mittelständler absolut nicht denkbar, weil
wir den Service und die Verfügbarkeiten nicht
garantieren könnten.“
Partnerschaft seit über einem Jahrzehnt
Seit 2012 arbeiten expert und REMIRA eng
zusammen; so eine langjährige Partnerschaft
ist in der Branche alles andere als selbstverständlich.
Laut Willbold ist das ein wichtiges
Qualitätsmerkmal, basierend auf hoher Zufriedenheit.
Durch die Zusammenarbeit mit REMIRA
konnte expert seine Prozesse maßgeblich vereinfachen.
Das Unternehmen setzt bereits seit
dem Start des eigenen Onlinehandels auf das
REMIRA Order Management System. Seit 2017
nutzt expert zudem die Stichprobeninventur-
Software des Anbieters, um auch die Inventurprozesse
digital und effizient zu gestalten.
expert verfolgt weiterhin das Ziel, Prozesse
kontinuierlich zu optimieren und das nicht nur
im Backoffice, sondern auch auf der Fläche. Um
dies zu erreichen, bleiben Marktplatzanbindungen,
Automatisierungen und die fortlaufende
Digitalisierung aller relevanten Abläufe
unverzichtbar. Die Order Management Software
von REMIRA bildet dafür eine stabile Basis und
wird expert auch in Zukunft bei der Umsetzung
unterstützen.
(RED)
Technologien,
Trends und Tools
für den Handel
retail-techday.at
19.NOV
RETAIL
TECH-DAY
2026
TECH GATE
VIENNA
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S50
Weichenstellungen für
Industrieunternehmen:
Produktionslogistik neu
denken
Wie heutige Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit
von morgen sichern und den
Weg für nachhaltigen Erfolg ebnen.
Die Produktionslogistik wird zunehmend
zum strategischen Wettbewerbsfaktor.
Steigende Variantenvielfalt,
volatile Märkte,
geopolitische Unsicherheiten sowie der anhaltende
Fachkräftemangel zwingen Industrieunternehmen
dazu, ihre Produktions- und Logistikstrukturen
grundlegend neu zu denken.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz,
Resilienz und Flexibilität.
Viele der dafür notwendigen Investitionsentscheidungen
wirken jedoch über Jahre oder
sogar Jahrzehnte hinweg. Unternehmen müssen
daher heute die richtigen Weichen stellen,
um ihre Produktionslogistik langfristig anpassungsfähig
und wirtschaftlich auszurichten.
Die Produktionslogistik befindet sich in einem
tiefgreifenden Wandel. Während früher vor
allem stabile Produktionsprogramme, klar planbare
Volumina und klassische Lean-Konzepte
im Mittelpunkt standen, dominieren heute
Dynamik, Unsicherheit und Anpassungsfähigkeit
die Diskussion. Produktions- und Logistiksysteme
müssen immer mehr dazu in der Lage
sein, kurzfristige Veränderungen in Nachfrage,
Variantenvielfalt oder Lieferkettenbedingungen
flexibel aufzufangen.
Hinzu kommen technologische Entwicklungen,
die die Produktionslogistik nachhaltig verändern.
Automatisierung, Digitalisierung und
künstliche Intelligenz entwickeln sich immer
stärker vom Innovationsprojekt zum industriellen
Standard. Gleichzeitig verändern neue
Technologien auch die eigentlichen Bereitstellungskonzepte
in der Produktion.
Moderne Lager- und Kommissioniersysteme
ermöglichen heute deutlich intelligentere
Bereitstellungskonzepte als noch vor wenigen
Jahren. Unternehmen versuchen zunehmend,
Bestände in der Produktion zu reduzieren und
Material trotzdem hochverfügbar bereitzustellen.
Dadurch entstehen neue Anforderungen
an Materialfluss, Steuerungslogik und Produktionsplanung.
Automatisierung allein reicht jedoch nicht aus.
Vielmehr müssen Unternehmen ihre Produktionslogistik
gesamtheitlich betrachten – von
Layout und Materialfluss über IT-Systeme bis
hin zur technischen Gebäudeausrüstung.
MICHAEL FLAIG
Frühe Entscheidungen bestimmen
die Flexibilität von morgen
Viele Investitionsentscheidungen in Produktion
und Logistik lassen sich später nur noch mit
erheblichem Aufwand korrigieren. Das betrifft
insbesondere hochspezialisierte Automatisierungslösungen,
neue Produktionsstandorte
oder bauliche Infrastruktur. Je spezifischer
und individueller Systeme ausgelegt werden,
desto schwieriger wird später eine Anpassung.
Investitionen in Gebäude, Automatisierung
oder Materialflusssysteme prägen Produktionsstrukturen
allerdings oft über Jahrzehnte
hinweg. Deshalb gewinnt vor allem die frühe
Konzeptphase erheblich an Bedeutung. Bereits
hier werden grundlegende Entscheidungen
getroffen, die später über Effizienz, Skalierbarkeit
und Anpassungsfähigkeit entscheiden.
Insbesondere die zunehmenden Lieferzeiten für
Automatisierungstechnik und Infrastrukturprojekte
erhöhen den Druck, frühzeitig belastbare
Zielbilder zu entwickeln. Gleichzeitig müssen
Unternehmen bereits in dieser Phase unterschiedliche
Zukunftsszenarien berücksichtigen
– ohne sich jedoch in endlosen Variantenbetrachtungen
zu verlieren.
Wichtig ist, die Komplexität bewusst zu
begrenzen. Zukunftsszenarien sollten sich
direkt aus der Unternehmensstrategie ableiten.
Statt unzählige Varianten durchzuplanen,
muss es darum gehen, Systeme so flexibel aufzubauen,
dass sie sich später mit vertretbarem
Aufwand anpassen lassen.
MICHAEL RIHA
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S52
Produktionslogistik darf nicht
isoliert betrachtet werden
Eine der größten Herausforderungen besteht
darin, Produktion und Logistik nicht länger
getrennt voneinander zu betrachten. In vielen
Unternehmen wird Produktionslogistik noch
immer primär als unterstützende Funktion
verstanden. Tatsächlich bestimmt sie jedoch
maßgeblich darüber, ob Maschinen, Mitarbeitende
und Prozesse überhaupt effizient arbeiten
können. Wenn z.B. Material nicht rechtzeitig
am Arbeitsplatz ankommt, kann auch die
beste Maschine nicht produzieren. Trotzdem
wird Produktionslogistik in vielen Projekten
noch immer stiefmütterlich behandelt – sowohl
organisatorisch als auch bei Flächen- und Investitionsentscheidungen.
Genau hier entstehen häufig langfristige
Probleme. Werden Layout, Materialfluss,
IT, Infrastruktur und Produktion nicht integriert
geplant, entstehen später kostspielige
Nachrüstungen oder Einschränkungen bei
der Automatisierung. Praxisbeispiele zeigen,
dass bereits vergleichsweise kleine Fehlentscheidungen
erhebliche Auswirkungen
haben können, etwa zu klein dimensionierte
Hallenflächen, ungeeignete Bodenplatten für
spätere Automatisierungssysteme oder fehlende
Flexibilität in der Medienversorgung.
Layout, Materialfluss und Automatisierungsgrad
bilden daher stets ein Gesamtsystem.
Diese Bausteine müssen konsequent gemeinsam
entwickelt und aufeinander abgestimmt
werden. Nur dann entsteht ein belastbares
End-to-End-System.
Flexible Systeme statt starre Lösungen
Hier zeigt sich die Bedeutung modularer und
flexibel erweiterbarer Produktions- und Logistiksysteme.
Unternehmen sollten vermeiden,
sich durch starre Systeme langfristig einzuschränken.
Viele Unternehmen verabschieden
sich daher zunehmend von starren Fördertechniken
und setzen stattdessen verstärkt auf
mobile und skalierbare Lösungen. So ersetzen
etwa AGV- und AMR-Systeme dabei immer
häufiger klassische Fördertechnik. Zusätzlich
gewinnen sogenannte „atmende Fabriken“ an
Bedeutung – also Produktionskonzepte, bei
denen sich Flächen und Ressourcen flexibel an
veränderte Anforderungen ausrichten lassen.
Der Trend geht deshalb klar in Richtung modularer
Konzepte, flexibler Infrastruktur und standardisierter
Prozesse. Modularisierung reduziert
dabei nicht nur die Komplexität, sondern
erleichtert auch zukünftige Anpassungen.
Einzelne Module lassen sich ergänzen, modernisieren
oder austauschen, ohne komplette
Systeme neu aufbauen zu müssen, was angesichts
volatiler Märkte vorteilhaft ist.
Kurzfristige Effizienz reicht nicht mehr aus
In der gelebten Praxis optimieren viele Unternehmen
ihre Produktionslogistik jedoch noch
immer stark aus der Perspektive kurzfristiger
Effizienz. Genau darin liegt aber ein erhebliches
Risiko: Wer ausschließlich auf maximale Effizienz
im Hier und Jetzt optimiert, verliert häufig
die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen
zu reagieren. Produktionslogistik muss heute
gleichzeitig effizient, resilient und anpassungsfähig
sein.
Diese Balance erfordert bewusstes Abwägen.
Maximale Effizienz und maximale Flexibilität
lassen sich selten gleichzeitig erreichen. Unternehmen
müssen deshalb bereit sein, strategische
Kompromisse einzugehen. Manchmal ist
ein System nicht sofort maximal effizient, dafür
aber langfristig deutlich robuster und flexibler.
Häufig fehlt diese langfristige Perspektive in
vielen Projekten noch. Hinzu kommen externe
Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten,
volatile Lieferketten oder der Fachkräftemangel.
Besonders in Mitteleuropa wird die Produktionslogistik
dadurch zunehmend zu einem
kritischen Faktor für die Zukunftsfähigkeit industrieller
Standorte.
Einbindung von Partnern in Projektphasen
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Wichtigkeit
der strategischen Begleitung von Produktions-
und Logistikprojekten. PROTEMA etwa
begleitet Unternehmen bereits ab frühen Projektphasen
und unterstützt mit Analysen und
Szenarienbewertungen bis hin zur Konzeptentwicklung
und Umsetzung. Dabei betrachtet ein
externer Partner wie PROTEMA Produktionslogistik
konsequent als integrierten Kernprozess
innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.
Ziel ist es, nicht nur einzelne Teilbereiche
zu optimieren, sondern langfristig tragfähige
Gesamtstrukturen zu entwickeln. So lassen
sich, gestärkt durch einen neutralen Blick von
außen, bestehende Annahmen kritisch hinterfragen,
um den Variantenraum sinnvoll einzugrenzen.
Bereits in frühen Projektphasen lassen
sich dadurch Fehlentscheidungen vermeiden,
die später enorme Kosten verursachen würden.
Neben klassischen Methoden wie SWOT-Analysen,
Risikoanalysen oder FMEA-Betrachtungen
setzen Partner wie PROTEMA dabei auch
auf integrierte End-to-End-Betrachtungen,
modulare Planungskonzepte und eine frühzeitige
Einbindung aller relevanten Fachbereiche.
Praxisprojekte zeigen, dass sich durch frühzeitige
Harmonisierung von Prozessen, modulare
Konzepte und flexible Produktionsstrukturen
nicht nur Flächen einsparen, sondern gleichzeitig
auch Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit
deutlich verbessern lassen.
Fazit: Die Produktionslogistik entwickelt sich
zunehmend zu einem strategischen Kernprozess
industrieller Wertschöpfung. Automatisierung,
Digitalisierung, volatile Märkte
und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf
Unternehmen, ihre Produktions- und Logistikstrukturen
langfristig neu auszurichten. Entscheidend
ist dabei, bereits heute die richtigen
Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.
Frühzeitige Konzeptentwicklung, integrierte
Planung, flexible Systeme und modulare Strukturen
werden künftig darüber entscheiden, wie
anpassungsfähig und wettbewerbsfähig Produktionsstandorte
bleiben. Unternehmen, die
ihre Produktionslogistik weiterhin primär aus
kurzfristiger Effizienzperspektive betrachten,
riskieren langfristig steigende Komplexität,
hohe Anpassungskosten und sinkende Reaktionsfähigkeit.
Gefragt sind stattdessen robuste,
flexible und skalierbare Gesamtsysteme, die
sich an zukünftige Markt- und Technologieentwicklungen
anpassen lassen.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S54
Produktivität muss
heutzutage als Gesamtsystem
gedacht werden
Steigende Kosten, volatile Märkte, Fachkräftemangel
und wachsende Komplexität setzen
Industrieunternehmen zunehmend unter
Druck. Klassische Effizienzprogramme stoßen
dabei immer häufiger an ihre Grenzen.
Produktivität galt lange Zeit als klassisches
Optimierungsthema der operativen Ebene. Prozesse
wurden analysiert, Verschwendungen
reduziert und Kennzahlen verbessert. Doch die
Rahmenbedingungen industrieller Wertschöpfung
haben sich in den vergangenen Jahren
grundlegend verändert.
Volatile Märkte, instabile Lieferketten, steigende
Energie- und Materialkosten sowie der
Fachkräftemangel führen dazu, dass Produktions-
und Logistiksysteme zunehmend unter
Druck geraten. Gleichzeitig wächst die Komplexität
der Unternehmen durch Digitalisierung,
Nachhaltigkeitsanforderungen und neue regulatorische
Vorgaben.
Nachhaltige Produktivitätssteigerungen
entstehen heute nicht mehr
nur durch isolierte Maßnahmen,
sondern durch ein ganzheitliches
Verständnis von Produktions- und Logistiksystemen,
klare strategische Zielbilder sowie
integrierte Transformationsprogramme.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Produktivität
lässt sich heute nicht mehr nur isoliert
in einzelnen Bereichen steigern. Sie wird zu
einer strategischen Führungsaufgabe, die das
gesamte industrielle Wertschöpfungssystem
betrifft.
Zwischen Volatilität und Kostensteigerungen
Mehrere Faktoren wirken derzeit gleichzeitig
auf die Produktivität von Industrieunternehmen
ein. Ein zentraler Treiber ist die zunehmende
Volatilität der Nachfrage. In vielen Branchen
schwankt der Auftragseingang deutlich stärker
als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig bleiben
Fixkostenstrukturen bestehen, wodurch
Unternehmen weniger flexibel auf Marktschwankungen
reagieren können.
Hinzu kommen anhaltende Störungen in globalen
Lieferketten. Fehlteile, Verzögerungen im
internationalen Transport oder eingeschränkte
Verfügbarkeiten einzelner Komponenten können
dazu führen, dass selbst gut geplante Produktionsabläufe
ins Stocken geraten.
THOMAS JURGELEIT
Parallel dazu verschärfen strukturelle Kostenfaktoren
die Situation. Steigende Energie- und
Materialpreise wirken sich unmittelbar auf die
Produktionskosten aus. Gleichzeitig erschwert
der Fachkräftemangel in vielen Industriebereichen
die Aufrechterhaltung stabiler Produktionsprozesse.
Zusätzlich stehen Unternehmen
vor umfangreichen Transformationsaufgaben.
Digitalisierung, der Einsatz von Datenplattformen
und künstlicher Intelligenz sowie neue
Nachhaltigkeitsanforderungen erfordern Investitionen
und organisatorische Veränderungen.
Diese Entwicklungen binden Ressourcen und
erhöhen die Komplexität in den Unternehmen
weiter.
Warum klassische Effizienzprogramme
häufig scheitern
Viele Unternehmen haben in den vergangenen
Jahren zwar umfangreiche Effizienzprogramme
umgesetzt, doch bleiben die Ergebnisse häufig
hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher
Grund liegt darin, dass Maßnahmen oft
nur lokal wirken. Verbesserungen werden beispielsweise
in einzelnen Abteilungen oder Prozessen
umgesetzt, ohne den gesamten Wertschöpfungsprozess
zu betrachten. Dadurch
entstehen lokale Optimierungen, die an anderer
Stelle im System wieder verloren gehen.
Ein typisches Beispiel ist die Reduzierung von
Lagerbeständen. Kurzfristig lassen sich dadurch
Kosten senken. Gleichzeitig kann jedoch die
Lieferfähigkeit sinken, wenn benötigte Teile
nicht rechtzeitig verfügbar sind. Das Gesamtsystem
wird dadurch unter Umständen sogar
weniger leistungsfähig.
DR. JÖRG PIRRON
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S56
Hinzu kommt, dass viele Effizienzprogramme
sehr starr aufgebaut sind. Sie berücksichtigen
nicht ausreichend, dass sich Rahmenbedingungen
wie Nachfrage, Lieferketten oder
Marktanforderungen dynamisch verändern
können. Nachhaltige Produktivitätssteigerungen
erfordern daher einen anderen Ansatz:
Unternehmen müssen ihre Prozesse End-to-
End betrachten – vom Auftragseingang über
Produktion und Logistik bis zur Auslieferung
beim Kunden.
Produktivität als strategische
Führungsaufgabe
Die Bedeutung von Produktivität reicht heute
weit über operative Prozessoptimierungen
hinaus. Entscheidungen über Automatisierungsgrade,
Make-or-Buy-Strategien oder die
Struktur globaler Produktions- und Logistiknetzwerke
haben direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit
eines Unternehmens.
Solche Entscheidungen betreffen langfristige
Investitionen und grundlegende Strukturen der
Wertschöpfung. Entsprechend müssen sie auf
Management- und Geschäftsführungsebene
getroffen werden. Zugleich ist Produktivität
keine Kennzahl, die nur periodisch überprüft
werden sollte. Führungskräfte müssen kontinuierlich
beobachten, wie sich Produktivität, Lieferfähigkeit,
Flexibilität und Kosten entwickeln
– und frühzeitig reagieren, wenn sich Rahmenbedingungen
verändern.
End-to-End denken: Produktion
und Logistik integrieren
Eine nachhaltige Verbesserung der Produktivität
ist somit nur möglich, wenn Produktion
und Logistik als zusammenhängendes System
betrachtet werden. In vielen Unternehmen werden
diese Bereiche jedoch weiterhin getrennt
optimiert.
Ein integrierter End-to-End-Ansatz ermöglicht
es dagegen, Entscheidungen entlang des
gesamten Auftragsabwicklungsprozesses zu
treffen. Bestände, Produktionskapazitäten und
Transportstrukturen werden dabei so aufeinander
abgestimmt, dass der Gesamtprozess stabil
und leistungsfähig funktioniert.
In einzelnen Bereichen können dabei scheinbar
weniger effiziente Lösungen entstehen – etwa
höhere Lagerbestände oder zusätzliche Kapazitätsreserven.
Wenn diese jedoch dazu beitragen,
den Gesamtprozess zu stabilisieren und
Lieferfähigkeit zu sichern, verbessert sich die
Produktivität des gesamten Systems.
Produktivität richtig messen
Auch bei der Messung von Produktivität entstehen
häufig Fehlinterpretationen. Eine einzelne
Kennzahl reicht nicht aus, um die Leistungsfähigkeit
eines Unternehmens realistisch zu
bewerten. Produktivitätskennzahlen müssen
daher entlang der Organisation kaskadiert und
mit weiteren Leistungsindikatoren kombiniert
werden. Dazu gehören beispielsweise Durchlaufzeiten,
Lagerbestände, Liefertermintreue
oder Reaktionsfähigkeit gegenüber Kundenanforderungen.
Ein Beispiel ist die Durchlaufzeit eines Produkts.
Entscheidend ist dabei die Gesamtzeit
vom Auftragseingang bis zur Auslieferung beim
Kunden. Gleichzeitig muss analysiert werden,
welche Prozessschritte zu dieser Durchlaufzeit
beitragen, um gezielte Verbesserungen ableiten
zu können.
Komplexität beherrschbar gestalten
Ein weiteres zentrales Thema ist die zunehmende
Variantenvielfalt vieler Produkte. Komplexität
lässt sich in modernen Märkten kaum
vermeiden – entscheidend ist jedoch, sie
beherrschbar zu gestalten. Ein wichtiger Ansatz
besteht darin, Varianten möglichst spät im Produktionsprozess
entstehen zu lassen. Wenn
Produkte bereits in frühen Produktionsstufen
stark differenziert werden, steigt der organisatorische
und logistische Aufwand erheblich.
Plattformstrategien und modulare Produktarchitekturen
helfen dabei, Standardisierung
und Variantenvielfalt miteinander zu verbinden.
Standardisierte Komponenten können in
unterschiedlichen Produkten eingesetzt werden,
während sichtbare Unterschiede erst in
späteren Prozessschritten entstehen. Auch
Produktionsstrukturen müssen an unterschiedliche
Varianten angepasst werden. Varianten
mit großen Stückzahlen lassen sich effizient
in Serienprozessen fertigen, während seltene
Varianten eher in flexibleren Produktionssegmenten
bearbeitet werden sollten.
Produktivitätsprogramme statt
Einzelmaßnahmen
In der Praxis zeigt sich, dass nachhaltige
Produktivitätssteigerungen selten durch
einzelne Maßnahmen entstehen. Erfolgreiche
Projekte basieren meist auf einer
ganzheitlichen Analyse des gesamten
Wertschöpfungssystems.
Hier setzt die PROTEMA Unternehmensberatung
an, indem in Projekten
zunächst Produktions- und Logistikprozesse,
organisatorische Strukturen sowie
Planungs- und IT-Systeme der Unternehmen
analysiert werden. Auf dieser
Grundlage entwickelt PROTEMA gemeinsam
mit den Kunden ein strukturiertes
Produktivitätsprogramm. Dieses umfasst
mehrere miteinander verzahnte Maßnahmenpakete
– etwa zur Optimierung
von Produktionsnetzwerken, zur Digitalisierung
von Planungs- und Steuerungsprozessen
oder zur Anpassung
organisatorischer Strukturen. Durch ein
zentrales Programmmanagement wird
sichergestellt, dass Maßnahmen nicht
isoliert umgesetzt werden, sondern als
Teil eines integrierten Transformationsprogramms
wirken. Je nach Ausgangssituation
der Unternehmen lassen sich
auf diese Weise häufig signifikante Verbesserungen
erzielen. In vielen Projekten
sind Produktivitätssteigerungen im
Bereich von 20 bis 30 Prozent erreichbar.
neu denken und digitale Möglichkeiten
konsequent in ihre Entscheidungsstrukturen
integrieren. Produktivität entsteht
künftig aus dem Zusammenspiel von
Strategie, Organisation, Technologie und
Entscheidungsfähigkeit.
Fazit: Die Herausforderungen für Industrieunternehmen
werden in den kommenden
Jahren weiter zunehmen.
Volatile Märkte, steigende Kosten und
wachsende Komplexität machen deutlich,
dass klassische Effizienzprogramme
allein nicht mehr ausreichen.
Gestalten
Sie mit für mehr
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Produktivität muss heute als ganzheitliche
Führungsaufgabe verstanden
werden. Nachhaltige Verbesserungen
entstehen nur dann, wenn Unternehmen
ihre Produktions- und Logistiksysteme
End-to-End betrachten, klare
strategische Zielbilder entwickeln und
integrierte Transformationsprogramme
umsetzen. Erst wer Produktivität nicht
isoliert als Kennzahl, sondern als Ergebnis
eines funktionierenden Gesamtsystems
versteht, schafft die Grundlage für
langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
(RED)
Produktivität der Zukunft
In den kommenden Jahren wird sich das
Thema Produktivität weiter verändern.
Neben klassischen Effizienzmaßnahmen
gewinnen insbesondere organisatorische
und digitale Fähigkeiten an Bedeutung.
Flexible Organisationsstrukturen,
leistungsfähige Datenplattformen und
der Einsatz künstlicher Intelligenz eröffnen
neue Möglichkeiten zur Steuerung
komplexer Produktions- und Logistiksysteme.
Entscheidend ist jedoch, dass digitale
Technologien nicht bloß bestehende Prozesse
automatisieren. Vielmehr müssen
Unternehmen ihre Prozesse grundlegend
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S58
Transformationsprojekte
nicht unterschätzen
Die Abkündigung von SAP WM stellt viele
Unternehmen aktuell vor die Frage, wie die
eigene Lagerlogistik künftig aufgestellt werden
soll. Gleichzeitig steigen die Anforderungen
an Automatisierung, Performance und
Integration – insbesondere in produzierenden
Unternehmen mit komplexer Produktionsversorgung.
Die Rösler Oberflächentechnik GmbH
hat sich im Zuge ihrer S/4HANA-
Planungen frühzeitig dazu entschieden,
ihre Logistiklandschaft
grundlegend weiterzuentwickeln. Gemeinsam
mit FIS Informationssysteme und Consulting
GmbH führte das Unternehmen SAP Extended
Warehouse Management ein, integrierte ein
AutoStore-System und ersetzte den bisherigen
Materialflussrechner durch SAP MFS.
Im Interview spricht Markus Henkel, Bereichsleitung
Central IT-Services bei Rösler über die
Gründe für die Umstellung, die Rolle von Simulationen,
Herausforderungen in der Produktionsversorgung
und darüber, warum große
Transformationsprojekte vor allem realistische
Planung und intensive Tests benötigen.
Herr Henkel, was war für Rösler der Auslöser,
sich mit SAP EWM zu beschäftigen?
Der zentrale Auslöser war tatsächlich die
Abkündigung von SAP WM. Im Zuge unserer
S/4HANA-Planungen mussten wir uns zwangsläufig
damit auseinandersetzen, wie wir unsere
Lagerprozesse künftig abbilden wollen. Gleichzeitig
haben wir darin aber auch eine Chance
gesehen, unsere bestehende Logistikarchitektur
weiterzuentwickeln. Unser bisheriges WM-
System hat viele Jahre zuverlässig funktioniert
– auch im Zusammenspiel mit unseren automatisierten
Lagerbereichen. Trotzdem war relativ
schnell klar, dass wir künftig auf SAP EWM
setzen wollen. Was uns dabei zusätzlich in die
Karten gespielt hat: Wir konnten unseren bisherigen
externen Materialflussrechner ablösen
und stattdessen SAP MFS einsetzen. Dadurch
haben wir insbesondere bei bestimmten Palettenbewegungen
und Lagerplatzberechnungen
deutliche Performance-Vorteile erzielt.
Welche Rolle spielte die Produktionsversorgung
im Projekt?
Eine sehr große Rolle. Bei uns hängen viele
Prozesse direkt an der Produktionsversorgung.
Deshalb war klar, dass wir mindestens unseren
Status quo wieder erreichen müssen. Gerade
in der Produktionsversorgung ist die Integrationstiefe
zwischen ERP und Lagerprozessen
enorm hoch. Das unterscheidet sich deutlich
vom klassischen Versandprozess. Dort hatten
wir relativ schnell gute Ergebnisse. In der Produktionsversorgung
mussten wir sehr genau
testen und Prozesse teilweise nachschärfen.
Man darf nicht vergessen: Unser WM-System
wurde über viele Jahre kontinuierlich weiterentwickelt.
Diese Erfahrungswerte müssen in
einer neuen Architektur erst aufgebaut werden.
Wie sind Sie das Projekt angegangen?
Wir haben zunächst gemeinsam mit FIS Business
Blueprints für die unterschiedlichen Logistikbereiche
erstellt – also beispielsweise für
Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung
und Produktionsbereitstellung. Wichtig
war uns dabei, die Fachbereiche von Anfang
an mitzunehmen. Das Projekt war nicht nur ein
IT-Projekt, sondern ganz klar auch ein Change
Management. Parallel dazu haben wir die Organisation
regelmäßig informiert und intern entsprechende
Kommunikationsmaßnahmen aufgebaut.
Solche Projekte funktionieren nur, wenn
man die Mitarbeiter kontinuierlich einbindet.
Im Projektverlauf kam die Entscheidung für
AutoStore. Welche Auswirkungen hatte das?
Das war definitiv eine wesentliche Änderung
des Projekt Scopes. Ursprünglich war ein anderes
automatisiertes Lagersystem vorgesehen.
Im laufenden Projekt haben wir uns dann aber
bewusst für die Implementierung eines Auto-
Store-Systems entschieden. Das hatte natürlich
Auswirkungen auf Planung, Zeitrahmen
und Prozesse. Gemeinsam mit FIS haben wir den
Scope deshalb neu definiert und den Projektplan
angepasst. Aus unserer Sicht wurde mit
dieser Änderung sehr professionell umgegangen.
Wir waren immer im offenen Austausch
und haben gemeinsam Lösungen gefunden.
Warum fiel die Entscheidung auf AutoStore?
Ein wichtiger Punkt war die Pick-Performance.
Für uns wird es zunehmend schwieriger, ausreichend
Personal in der Logistik zu finden. Deshalb
wollten wir Prozesse effizienter gestalten.
Mit AutoStore können wir in derselben Zeit
ungefähr dreimal mehr Picks leisten als zuvor.
Gleichzeitig nutzt das System die vorhandene
Fläche deutlich besser. Darüber hinaus spielt
auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle.
AutoStore benötigt deutlich weniger Energie als
unser bisheriges automatisches Kleinteilelager.
Sie haben im Projekt sehr intensiv mit Simulationen
gearbeitet. Warum war das so wichtig?
Das Thema Simulation beziehungsweise Emulation
war für uns elementar. Anfangs haben wir
diskutiert, ob dieser Aufwand wirklich notwendig
ist. Im Projektverlauf hat sich aber gezeigt,
dass das absolut die richtige Entscheidung war.
Durch die Simulation konnten wir prüfen, ob
Materialflüsse, Telegramme und Dialoge korrekt
funktionieren. Das hat enorm geholfen, bevor wir
später die reale Hardware angebunden haben.
Gerade bei automatisierten Lagerprozessen
und der Integration von SAP MFS würde ich
heute sagen, dass man sich diese Möglichkeit
sehr genau anschauen sollte. Unsere späteren
Integrationstests mit der realen Hardware liefen
dadurch deutlich stabiler und erfolgreicher.
Wie aufwendig waren die Testphasen?
Sehr aufwendig, aber auch absolut notwendig.
Wir haben mehrere Integrationswellen
durchgeführt, jeweils kombiniert aus
Simulationen, fachlichen Tests und später
physikalischen Tests direkt im Lager.
Teilweise liefen diese Tests an kompletten
Wochenenden. Gerade wenn
bestehende Prozesse tief integriert sind,
muss man sich ausreichend Zeit für Tests
nehmen. Das wird aus meiner Sicht häufig
unterschätzt.
Neben SAP EWM wurde auch die Benutzeroberfläche
modernisiert. Welche Erfahrungen
haben Sie damit gemacht?
Wir wollten die Usability für unsere Mitarbeiter
deutlich verbessern. Die bisherigen GUI-
Transaktionen waren über die Jahre einfach
sehr technisch geworden. Gemeinsam mit FIS
haben wir neue UI5-Dialoge für Kommissionierung
und Verpackung entwickelt. Die neuen
Oberflächen werden von unseren Mitarbeitern
sehr gut angenommen, weil sie deutlich intuitiver
zu bedienen sind. Das war uns wichtig, denn
gerade im Lagerumfeld spielt Benutzerfreundlichkeit
eine große Rolle.
Welche Erkenntnisse würden Sie mitgeben,
die vor ähnlichen Projekten stehen?
Man sollte solche Projekte realistisch planen
und nicht versuchen, alles gleichzeitig
umzusetzen. Wir haben uns bewusst dafür
entschieden, die Transformation schrittweise
anzugehen. Zuerst die Logistik, danach weitere
Themen. Außerdem sollte man den Aufwand
für Tests und Change Management nicht
unterschätzen. Solche Projekte brauchen Zeit
– sowohl technisch als auch organisatorisch.
Ich würde jedem Unternehmen empfehlen, sich
ausreichend Zeit für Simulationen, Integrationstests
und die Einbindung der Fachbereiche
zu nehmen – und man sollte akzeptieren, dass
eine neue Systemwelt nicht vom ersten Tag an
perfekt ist. Wichtig ist, eine stabile Grundlage
zu schaffen, auf der man Prozesse anschließend
kontinuierlich weiterentwickeln kann.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S60
Herba Ricemills / Ebro
Foods automatisiert sein
Lager mit Mecalux
Der Hersteller von Marken wie Minute, Lassie,
Cigala, Brillante oder Sabroz steigert seine
Produktivität um 25%.
die Warenbewegungen zu beschleunigen und
die Lagerdichte zu erhöhen. Bei dieser 18,5 m
hohen Lösung unter Einsatz eines Shuttles mit
Elektromotor zum autonomen Be- und Entladen
der Paletten aus den Regalen werden die Lagerkapazität
und der Warenumschlag erheblich
gesteigert. Dank einer besseren Lagerraumnutzung
kann Herba Ricemills 5.400 Paletten
einlagern. „Aufgrund der internationalen Ausrichtung
des Multimarken-Unternehmens Ebro
Foods existiert eine beträchtliche Anzahl von
Artikeln mit jeweils hohem Volumen, die den
Einsatz eines automatisierten Lagers erfordern“,
erklärt Juan Pedro Álvarez, Leiter der Abteilung
Ready to serve von Ebro Foods in Andalusien.
Christian Reinwald
Vor dem Hintergrund einer kontinuierlich
steigenden Nachfrage nach
Fertiggerichten bereitet sich der
Reisproduzent Herba Ricemills auf
seine Expansion nach Afrika und in den Nahen
Osten vor. Gleichzeitig beabsichtigt er, seinen
Absatz in den bereits etablierten Märkten zu
steigern. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen
in Zusammenarbeit mit Mecalux ein automatisches
Lager in seinem Werk in San José de
la Rinconada (Sevilla) eröffnet, wo gekochter
Reis der Marke Ready to serve hergestellt und
Marken wie Minute nach Nordamerika, Lassie
in die Niederlande, Cigala nach Portugal und
die spanischen Marken Brillante und Sabroz
exportiert werden. Das Unternehmen wurde mit
dem automatischen Pallet Shuttle mit Regalbediengerät
von Mecalux ausgestattet, um
Im Lager von Herba Ricemills werden ebenfalls
Regale verwendet, die mit dem halbautomatischen
Pallet Shuttle ausgestattet sind und sich
ideal für die Arbeit mit sehr hohen Mengen an
Paletten desselben Artikels eignen. Die Mitarbeiter
steuern diese Lösungen über das Lagerverwaltungssystem
von Mecalux.
„Wir wollten einen technologischen Sprung
machen, mit dem die Effizienz und Zuverlässigkeit
unserer Abläufe gesteigert werden kann.
„Wir sind inzwischen fehlerfrei, haben die Kommissionierzeiten
verkürzt, die Raumnutzung
optimiert und einen konstanten Materialfluss
aufrechterhalten“, freut sich Manuel Matías
Martínez, Lager- und Logistikmanagementleiter
bei Herba Ricemills im Werk San José de la Rinconada.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S62
Amazon kooperiert mit
myflexbox: Mehr Flexibilität
bei der Zustellung
Amazon und myflexbox gehen gemeinsame
Wege in der urbanen Paketlogistik. Im Zuge
der strategischen Kooperation werden alle
myflexbox Paketstationen in Deutschland in
die Lieferinfrastruktur von Amazon integriert.
Durch die nahtlose Einbindung in
bestehende Prozesse werden
myflexbox Standorte gezielt in den
E-Commerce-Flow integriert und
als Zustelloption im Amazon Checkout sichtbar.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Abholprozessen
und Nutzerführung. Diese Integration
bringt Empfänger:innen mehr Effizienz und Flexibilität
in Form von erhöhter Wahlfreiheit, da
Amazon Sendungen direkt an zentral gelegene,
rund um die Uhr zugängliche Paketstationen
geliefert werden können.
V. l. n. r.: Peter Klima (CTO & Founder myflexbox),
Claudio Leone (Principal Program Manager
– Strategic Projects bei Amazon), Jonathan
Grothaus (CEO & Founder myflexbox),
Yannick van Heers (DACH & BNL PARP Country
Manager & Open Network Solutions Lead
bei Amazon), Laura Cachon Rodriguez (Sr.
Strategy Lead – Open Network Solutions bei
Amazon), Julian Jany (Head of Product myflexbox)
an der myflexbox in der Beta-Straße 10a,
85774 Unterföhring.
Offene Infrastruktur für die Letzte Meile
Mit der Zusammenarbeit erreicht der anbieteroffene
Ansatz von myflexbox eine neue
Dimension. Das Paketstationen-Netzwerk steht
vielen Logistik- und Handelsunternehmen
gleichzeitig zur Verfügung und wird nun um ein
weiteres E-Commerce-Unternehmen ergänzt.
Der Smart-City-Spezialist unterstreicht damit
seinen Anspruch, die neutrale Infrastruktur für
die Letzte Meile in Europa entscheidend mitzugestalten.
Jonathan Grothaus, CEO & Founder von myflexbox,
sagt dazu: „Dass Amazon myflexbox nutzt,
spricht für die Qualität und die Reichweite
unseres myflexbox-Netzwerks. Das ist ein starkes
Signal für die Zukunft der Paketlogistik.
Wer die Letzte Meile effizienter machen will,
braucht offene, geteilte Infrastruktur. Genau
dafür steht myflexbox. Dass Amazon unser
Netzwerk in Deutschland integriert, bestätigt
den Weg, den wir seit unserer Gründung verfolgen:
Paketlogistik einfacher, flexibler und ressourcenschonender
zu machen.“
Auch für Standortpartner schafft die Integration
zusätzlichen Mehrwert. myflexbox Standorte
werden zu relevanten Servicepunkten im Alltag
der Menschen. Ob im Handel, an Tankstellen,
bei Wohnquartieren, Mobilitätsknotenpunkten
oder Unternehmensstandorten: Offene Paketstationen
erhöhen die Standortqualität, bündeln
Paketströme und machen Flächen zu intelligenten
Knotenpunkten der urbanen Logistik.
Mehr Effizienz durch gebündelte Zustellung
Die Zustellung an zentrale Paketstationen
kann Lieferprozesse planbarer und effizienter
machen. Sendungen werden an gut erreichbaren
Standorten gebündelt, Mehrfachzustellversuche
können reduziert und Wege auf der
letzten Meile besser strukturiert werden. Damit
zahlt die Kooperation auch auf das gemeinsame
Ziel ein, Paketlogistik komfortabler, effizienter
und nachhaltiger zu gestalten.
Viraj Chatterjee, Vice President Delivery Networks
& Technology bei Amazon, ergänzt: „Wir
arbeiten kontinuierlich daran, das Einkaufserlebnis
für Kunden noch bequemer, flexibler
und verlässlicher zu machen – vom Klick bis
zur Zustellung. Die Einbindung von myflexbox
erweitert unsere Abholoptionen um ein wachsendes
Netzwerk. So schaffen wir zusätzliche,
rund um die Uhr zugängliche Abholorte direkt
in der Nachbarschaft und gestalten die Letzte
Meile gemeinsam noch effizienter.“
Mit der Kooperation setzt myflexbox den Ausbau
seiner offenen Infrastruktur konsequent
fort. Das Ziel: Paketstationen dort verfügbar
machen, wo Menschen wohnen, arbeiten, einkaufen
und unterwegs sind. Neutral, effizient
und für unterschiedliche Anbieter nutzbar.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S64
Übergabestationen
werden zur Wettbewerbsinfrastruktur
der
letzten Meile
Paketstationen und Schließfachsysteme entwickeln
sich zur strategischen Infrastruktur
für Handel und Kommunen. Bleiben sie Wettbewerbsvorteil
großer Anbieter oder werden
sie offen für alle?
Paketstationen, Paketshops, lokale
Übergabepunkte und automatisierte
Schließfachsysteme gelten oft noch
als reine Zusatzangebote der Paketbranche.
Tatsächlich entwickeln sie sich zu
einer strategischen Infrastruktur für Handel,
Dienstleister, Kommunen und mittelständische
Unternehmen. Damit stellt sich eine grundsätzliche
Frage: Bleibt diese Infrastruktur vor allem
ein Wettbewerbsvorteil einzelner großer Anbieter
– oder wird sie künftig Teil einer offenen und
allgemein zugänlichen Zustellinfrastuktur auf
der letzen Meile (Dieser Artikel fokussiert auf
die Situation in der „D-A-CH“ Region).
Die letzte Meile verändert sich. Lange wurde sie
fast ausschließlich aus Sicht der klassischen
Paketdienste betrachtet: Zustellung an die
Haustür, alternative Ablageorte, Filialen, Paketshops
und zunehmend Automaten. Inzwischen
wird aber sichtbar, dass Übergabeinfrastruktur
nicht nur ein operatives Zustellproblem löst.
Sie beeinflusst Kundenzugang, Servicequalität,
Retourenprozesse, lokale Handelsmodelle
und die Wettbewerbsfähigkeit aller Anbieter.
Und somit konkret erheblichen Einluss auf den
Umsatz-seitens Logistik und Handel.
Der Ausbau läuft auf Hochtouren. DHL hat
angekündigt, die Zahl der Pack- und Poststationen
in Deutschland bis 2030 auf 30.000
nahezu zu verdoppeln; im Oktober 2025 nannte
DHL bereits 16.500 Pack- und Poststationen als
Ausgangsbasis. Auch DPD und GLS bauen ihr
gemeinsames Out-of-Home-Netzwerk aus: Ziel
ist ein anbieteroffenes Netzwerk mit 20.000
Standorten und 6.000 Automaten in 2027.
Amazon baut das eigene Netzerk an Lockern
aus. Hinzu kommen unabhängige Anbieter wie
Myflexbox, deren Netz in Österreich und auch
Deutschland und Östereich dynamisch ausgebaut
wird. Die Österreiche Post baut ihr Netzwerk
ebenfals aus und setzt auf Kooperationen.
Die Schweizer Regierung und Regulierung setzt
verstärkt auf At-Home-Paketkästen. Weitere
gewerbliche Betreiber setzen auf (Paket)stationen,
da sie entweder die eigenen Umsätze
(Click und Collect) oder für die Immobilienwirtschaft
den Wohnwert steigern (Home Station).
Diese Entwicklung ziegt, dass hier eine neue
Schicht der lokalen Logistikinfrastruktur entsteht.
Übergabestationen als
Wettbewerbsinstrument
Für große Paketdienste liegt der Nutzen auf der
Hand: Out-of-Home-Zustellung reduziert Fehlzustellungen,
bündelt Sendungen und kann die
Zustellkosten senken. Auch aus Kundensicht
steigt die Flexibilität, weil Abholung und Aufgabe
zeitlich unabhängiger werden. Studien
und Marktanalysen beschreiben Out-of-Home-
Zustellung als wichtigen Hebel gegen Kosten,
fehlgeschlagene Zustellungen und ineffiziente
letzte-Meile-Prozesse; Studien zeigen, dass
hier erhebliche Kostenvorteile gegenüber reiner
Haustürzustellung möglich sind. Für Unternehmen
außerhalb der klassischen Paketbranche
kann ebenfalls ein wirtschaftlich relevanter
Nutzen entstehen: Click & Collect außerhalb
der Öffnungszeiten, Annahme und Rückgabe
von Reparaturen, generell längere Servicezeiten
und mehr Service-Orte zu ohne eigene
Filialnetze oder dauerhafte Personalpräsenz.
Wenn Kundinnen und Kunden zudem aus
dem E-Commerce 24/7-Abholung, einfache
Retouren und transparente Benachrichtigung
gewohnt sind, entsteht ein Erwartungsstandard,
den lokale Unternehmen oft nciht wirtschaftlich
abbilden können.
Öffentliche Relevanz: Infrastruktur
oder proprietärer Vorteil?
Damit stellt sich eine ordnungspolitische Frage:
Ist Übergabeinfrastruktur auf der letzten Meile
ausschließlich private Betriebsinfrastruktur
einzelner Unternehmen? Oder hat sie zumindest
teilweise den Charakter einer öffentlich
relevanten Infrastruktur, weil sie Zugang zu
Märkten, Versorgung und lokaler Wertschöpfung
beeinflusst?
Das neue deutsche Postgesetz (Postrechtsmodernisierungsgesetz
— PostModG
weist bereits in diese Richtung, ohne diese
Frage vollständig zu beantworten. Die deutsche
Bundesnetzagentur führt nach § 11 PostG einen
digitalen Atlas zur Postversorgung.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S66
Dieser soll Transparenz über Annahme- und
Zustellstrukturen einschließlich Produktangeboten
schaffen und Postinfrastrukturdaten
erfassen, aufbereiten und veröffentlichen.
Unter anderem werden Zahl und Verteilung von
Filialen, Automaten und Briefkästen sowie Qualitätsmerkmale
der postalischen Grundversorgung
geregelt.
Bei propritären Infrastrukturen erfolgen die
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen intern – der
massive Ausbauch durch die großen Postgesllschaften
zeigt, was das Ergebnis der Kalkulation
war.
Bei geteilter Infrastruktur müssen alle Beteiligte
eine wirtschaftliche Perspektive haben: Betreiber
investieren in Hardware, Standorte, Software,
Wartung, Sicherheit, Kundenservice und
Haftungsprozesse. Diese Investitionen müssen
sich rechnen. Die Nutzung der Infrastuktur
muss daher angemessen vergütet werden, um
den Ausbau zu fördern. In der Immobilienwirtschaft
werden z.B. Zustellanlagen für Pakete
vorwiegend im höherpreisigen Segment angeboten-
aus gesamtwirtschaftlicher Betrachtung
bleiben hier Potenziale ungenutzt.
Übergabeinfrastruktur braucht Standards
Technisch ist die Öffnung anspruchsvoll. Eine
Station ist nicht nur ein Schrank mit Fächern. Sie
ist Teil eines Prozesses: Buchung, Kapazitätsprüfung,
Identifikation, Benachrichtigung, Einlage,
Entnahme, Fristen, Störungen, Räumung,
Haftung, Datenschutz und Abrechnung. Wer
Übergabeinfrastruktur breiter nutzbar machen
will, muss deshalb nicht nur über Standortanzahl
sprechen, sondern über Interoperabilität.
Dazu gehören standardisierte Schnittstellen,
Rollen- und Berechtigungskonzepte, Mindestinformationen
zu Standort, Fachgrößen
und Verfügbarkeit, Regeln für Statusmeldungen
sowie verlässliche Daten für Abrechnung
und Qualitätssicherung, rechliche Klärungen.
Die interoperabe Vernetzung der vielen unterschiedlichen
Beteiligten ist eine anspruchsvolle
und herausfordernde Aufgabe.
Fazit: Die letzte Meile
Der Ausbau von Paketstationen und Outof-Home-Netzen
ist ein deutliches Signal: Die
letzte Meile wird stärker stationär, digital und
infrastrukturbasiert. Für Paketdienste ist das
ein Effizienz und Wettbewerbsthema. Für Handel
und KMU ist es ein Wettbewerbsthema. Für
Kommunen und Regulierung kann es zu einem
Versorgungs- und damit Regulierungs- und
Gestaldtungsthema werden.
Im Juni wurde innerhalb von ISO/TC344,
Innovative Logistics: das Thema „Parcel
locker – Interoperability“ als seperates Projekt
gestartet. Der Beitrag ist als fachliche
Einordnung zur Entwicklung offener Übergabepunkte
auf der letzten Meile verfasst.
Mitrarbeit ist ausdrücklich erwünscht und
der Der logistic-natives e.V. ist das internationale
Netzwerk für Logistik und Infrastruktur
im modernen Handel. Herzlich
gerne laden wir Sie ein, sich aktiv bei den
logistic-natives einzubringen.
Für weitere Informationen steht Ihnen der
Geschäftsführer Florian Seikel (florian.
seikel@logistic-natives.de) oder Monika
Kochanek-Rath direkt zur Verfügung.
CHRIS HALL
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie
viele Stationen gebaut werden. Entscheidend
ist, wer sie nutzen kann, zu welchen Bedingungen,
für welche Anwendungsfälle und mit welcher
Transparenz. Wenn Übergabeinfrastruktur
ausschließlich proprietär gedacht wird, stärkt
sie vor allem die Marktposition derjenigen, die
bereits über Kapital, Standorte und Volumen
verfügen. Wenn sie dagegen intelligent geöffnet
wird, kann sie lokale Wirtschaft, regionale
Liefermodelle, neue Services und faire Wettbewerbsbedingungen
unterstützen.
Die Antwort auf diese Fragen wird mitentscheiden,
ob Paketstationen nur ein weiterer Effizienzbaustein
großer Logistiknetze werden –
oder ob daraus 1) eine offene Infrastruktur für
unterschiedliche Paketdienste und Logistiker
und 2) neue Geschäftmodelle und Bernetzung
der lokalen Wirtschaft entsteht. (RED)
Gestalten
Sie mit für mehr
Sichtbarkeit –
Frequenz –
Reichweite
Gemeinsam bringen wir Ihr
Business ins Blickfeld.
LOGISTIK express – Ihr
Marktplatz für News,
Innovationen und Trends.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S68
So geht Versand:
Schlank, smart und
nachhaltig
Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und
Logistik IML und die IGEPA group, eine Fachgroßhandelsgruppe
für Papier, Verpackung
und Werbetechnik, starten eine strategische
Partnerschaft, um die Prozesse im Versandhandel
zu verbessern.
Im Mittelpunkt steht die KI-gestützte Software
CASTN (Carton Set Optimization), die
die IGEPA group als erster Drittanbieter
ihren Kunden in Deutschland und Europa
als Service anbietet. Der Versandhandel steht
vor wachsenden Herausforderungen: Überdimensionierte
Kartons, unnötiges Füllmaterial
und steigende Versandkosten belasten Umwelt
und Budgets gleichermaßen. Gleichzeitig macht
die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR)
ab 2030 eine maximale Leerraumquote von 50
Prozent im Karton zur Pflicht. CASTN liefert die
Antwort: Die Software hilft Unternehmen, ein
geeignetes Standardkartonset zu finden, um
mit möglichst wenigen verschiedenen Kartongrößen
eine maximale Volumenauslastung zu
erreichen. So werden Überverpackung, Materialeinsatz
und Kosten spürbar reduziert – und
Unternehmen erhalten eine transparente Basis
für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Mit CASTN stellen wir unseren Kunden erstmals
eine intelligente Lösung zur Verfügung, mit der
sie ihre Verpackungsstrategie gezielt auf Effizienz
und Nachhaltigkeit ausrichten können,
so Bernd Loschelder, Geschäftsbereichsleiter
PACKAGING bei der IGEPA group. Das Ziel ist es,
unseren Kunden eine fundierte Entscheidungsgrundlage
für die Auswahl von Verpackungen
zu bieten und sie bei der Anpassung an neue
regulatorische Anforderungen zu unterstützen.
Dabei verbinden wir datenbasierte Analysen
mit unserer langjährigen Verpackungsexpertise
und begleiten Unternehmen von der Strategie
bis zur praktischen Umsetzung.
Das Fraunhofer IML hat CASTN über vier Jahre
hinweg entwickelt – mit dem Ziel, den Einsatz
überdimensionierter Kartons zu beenden, den
Wandel hin zu nachhaltigen Versandprozessen
aktiv zu gestalten und einen Beitrag zur
Reduzierung von Ressourcenverbrauch und
Emissionen zu leisten. Mit der IGEPA group
gewinnen wir einen starken Partner mit umfassender
Marktkenntnis und direktem Zugang
zu Unternehmen«, sagt Lukas Lehmann, Projektleiter
am Fraunhofer IML. Die Kooperation
ist ein wichtiger Schritt, um CASTN einer breiteren
Anwendergruppe ohne großen Aufwand
zugänglich zu machen.
Die IGEPA group übernimmt eine Pionierrolle,
indem sie die Software als Service in ihr Leistungsportfolio
integriert und ihre Kunden
vom ersten Analysegespräch bis zur Lieferung
passgenauer Verpackungen begleitet.
Die Kooperation markiert einen Paradigmenwechsel:
Statt willkürlich Kartons einzukaufen,
analysieren die IGEPA group und Fraunhofer
IML gemeinsam für ihre Kunden, welche Verpackungen
wirklich gebraucht werden – und
schaffen so Transparenz und Planbarkeit im
Versandprozess. Nach dem Produkt-Launch
im Februar 2026 ist CASTN dabei, sich im Markt
zu etablieren, und stößt auf Interesse in der
Logistik- und Handelsbranche. Die Software
überzeugt Logistikdienstleister, Onlinehändler
sowie Anbieter von Förder-/Lagertechnik
und Verpackungsmaschinen gleichermaßen.
Durch die frühzeitige Analyse des tatsächlichen
Bedarfs an Kartongrößen können Unternehmen
ihre Förderanlagen und Verpackungsmaschinen
gezielt auf das optimale Standardkartonset
ausrichten und Investitionen effizient planen.
Das ermöglicht direkte Kosteneinsparungen,
eine verbesserte Nachhaltigkeitsbilanz und
schafft eine solide Grundlage für die Einhaltung
zukünftiger regulatorischer Anforderungen.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S70
parcelLab Gründerteam: Tobias Buxhoidt (CEO)
Julian Krenge (CTO) und Anton Eder (COO)
Warum die Branche das
Retourenproblem am
falschen Ende löst
Retouren sind kein Logistikproblem; sie
sind das Ergebnis psychologischer Muster,
die lange vor der Rücksendung entstehen.
parcelLab zeigt, warum operative Maßnahmen
allein nicht ausreichen und was Händler
stattdessen tun müssen.
Fast 850 Milliarden US-Dollar: Auf dieses
Volumen summieren sich Retouren
im globalen E-Commerce im Jahr 2025
– Tendenz steigend, so der National
Retail Federation (NRF). Die Reaktion der Branche
ist bekannt: strengere Rückgabebedingungen,
Rücksendegebühren, Prozessoptimierung
im Lager. Doch diese Maßnahmen bekämpfen
Symptome. Die eigentliche Ursache liegt woanders
und früher. Sie entsteht im Kopf der Verbraucherinnen
und Verbraucher, lange bevor
das Paket überhaupt die Haustür erreicht.
Der Post-Purchase-Experience-Spezialist parcelLab
macht auf einen blinden Fleck aufmerksam,
der die gesamte Branche betrifft: Retouren
sind keine isolierten Spontanentscheidungen,
sondern das Ergebnis langfristig geprägter psychologischer
und emotionaler Muster und sie
lassen sich dort beeinflussen, wo sie entstehen.
Das Verhalten kommt vor der Entscheidung
Konsumpsychologische Studien zum Rücksendeverhalten
belegen: Kunden entwickeln im
Laufe der Zeit spezifische Routinen, die maßgeblich
durch frühere Kauferlebnisse geprägt
werden. Studien belegen, dass der Zeitpunkt
von Rabatten, die Qualität von Lieferinformationen,
vergangene Erfahrungen mit Rückgaben,
der wahrgenommene Aufwand einer Retoure –
all diese Faktoren beeinflussen unmittelbar, ob
ein Produkt behalten wird oder nicht.
Besonders aufschlussreich: Konsumenten
geben häufig an, Produkte zurückgesendet
zu haben, weil Informationen während des
Bestell- oder Lieferprozesses ungenau, irreführend
oder unvollständig waren. Eine einzige
schlechte Erfahrung hinterlässt damit nicht nur
einen unzufriedenen Kunden, sondern ein Verhaltensmuster.
Die unterschätzte Phase: Post-Purchase
Kaum ein Moment der Customer Journey ist
emotional so aufgeladen – und gleichzeitig so
vernachlässigt – wie die Phase nach dem Kauf.
Sobald ein Produkt unterwegs ist, steigt die
Erwartungshaltung der Kundschaft deutlich.
Unpräzise Tracking-Informationen, unplausible
Statusmeldungen oder ausbleibende Updates
erzeugen in dieser Phase Unsicherheit. Wiederholt
sich dieses Erleben, verfestigt sich ein
Eindruck: Diese Marke ist unzuverlässig.
Aus dieser emotionalen Distanz entsteht ein
Verhaltensmuster, das Rücksendungen systematisch
wahrscheinlicher macht. Die Zahlen
belegen die Tragweite: Eine gemeinsame Studie
von UPS und der NRF zeigt, dass 90 Prozent
der Kundinnen und Kunden nach einer positiven
Liefer- oder Rückgabeerfahrung erneut bei
derselben Marke kaufen würden. Kein anderer
Touchpoint bietet eine vergleichbar direkte
Wirkung auf wirtschaftliche Ergebnisse – und
auf zukünftiges Verhalten.
Ein Paradigmenwechsel ist überfällig
Trotz dieser Erkenntnisse konzentrieren
sich Unternehmen weiterhin fast ausschließlich
auf operative Effizienz. parcelLab
plädiert für einen grundlegenden
Perspektivwechsel: weg von rückwärtsgewandten
Prozesskorrekturen, hin zu einem
verhaltensbasierten Verständnis von Retouren.
Konkret bedeutet das:
• Unsicherheit während des Bestell- und
Lieferprozesses führt zu impulsiven Kaufentscheidungen,
die später bereut werden.
• Mangelnde Transparenz erzeugt
Misstrauen: ein zentraler psychologischer
Auslöser für Rücksendungen.
• Klare, verlässliche und kontextbezogene
Kommunikation stärkt das Sicherheitsempfinden
und reduziert die Rücksendeneigung
nachweislich.
• Je konsistenter Erwartungen gesetzt und
eingehalten werden, desto geringer fällt die
Retourenquote aus.
Großangelegte Analysen bestätigen zudem: Die
emotionale Bindung zur Marke wirkt als zentraler
Schutzfaktor gegen Retouren. Je mehr positive
Erfahrungen Kundinnen und Kunden zuvor
gesammelt haben, desto niedriger ihre Rücksendequote.
Proaktiv statt reaktiv: Die Post-Purchase-
Phase neu denken
parcelLab empfiehlt Händlern, die Phase nach
dem Kauf nicht länger als logistisches Anhängsel
zu behandeln, sondern als kritischen
Moment der Verhaltensbildung. Besonders
wirksam sind Maßnahmen, die nicht reaktiv
greifen, sondern präventiv ansetzen:
• Präzise Lieferzusagen, die realistisch und
verlässlich sind
• Situationsbasierte Kommunikation, die
Kundinnen und Kunden genau dann informiert,
wenn sie es brauchen
• Eine verständliche, reibungslose Rückgabeabwicklung,
die Vertrauen aufbaut statt
abbaut
• Frühzeitiges Erkennen kritischer Momente
in der Journey, bevor Unsicherheit entsteht
Anton Eder, COO und Co-Founder, parcelLab,
fasst zusammen: „Retouren werden nicht im
Lager ausgelöst. Sie entstehen bereits beim
Kauf im Kopf der Kundinnen und Kunden. Wer
Verhalten versteht, reduziert nicht nur Kosten,
sondern baut nachhaltiges Vertrauen auf."
Mehr als 1000 Marken, darunter IKEA, Chico's,
H&M, Yeti, vertrauen auf parcelLab. parcelLab
gestaltet aktiv das Post-Purchase-Erlebnis in
175 Ländern und verfolgt Versanddaten von mehr
als 500 Transportunternehmen weltweit. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S72
Kurt & Tassilo Posch und
Moritz & Roland Schäffner
Ontime Logistics
25. Gründungstag
Ontime Logistics feierte 25 Jahre Bekenntnis
zu Termintreue, verlässliche lokale Partnerschaften
und ein motiviertes Team.
Speziallogistiker aus Salzburg hat sich
im globalen "Logistik-Haifischbecken"
durchgesetzt. „Antreten, um es
besser zu machen“, war die Motivation
der beiden Logistik-Experten Kurt Posch
und Roland Schäffner, ein Spezial-Logistikunternehmen
zu gründen, das verlässlich wichtige
Speditionsdienstleistungen z.B. für die Automobil-,
Luftfahrt- oder Pharma-Industrie weltweit
abwickeln kann: Von einem Großkonzern
kommend, gingen die beiden 2001 an den Start,
um mit ihrer Ontime Logistics Speditions GmbH
„punktgenaue Lieferungen als Ergänzung zum
Geschäft großer System-Logistiker“ abzuwickeln.
Heute, 25 Jahre später, sind bereits ihre
Söhne, Tassilo Posch und Moritz Schäffner, die
alleinigen Geschäftsführer. Sie wickeln mit
einem rund 100-köpfigen Team Expressgut
sowie Luft- und Seefracht von und nach Europa,
Asien, Nord- und Südamerika, Australien sowie
Afrika ab.
„Ich bin stolz, dass wir uns in diesem Logistik-
Haifischbecken durchsetzen konnten“, sagte
Kurt Posch anlässlich der 25-Jahr-Feier am
Firmenhauptsitz in Bergheim bei Salzburg und
dankte den vielen Menschen, die am Erfolg von
Ontime mitgewirkt haben: Treue Kunden, gut
ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an den fünf Standorten in Österreich sowie
die unzähligen verlässlichen Geschäftspartner
in aller Welt. „Eines unserer Erfolgsrezepte war
und ist, dass wir überall die richtigen lokalen
Partner und Mitarbeiter haben.“
Roland Schäffner verwies darauf, wie wichtig
es sei, den Kunden aufmerksam zuzuhören:
„Diesen extra Meter gehen wir sehr gerne!“ –
Neben dem bedingungslosen Bekenntnis zur
Termintreue, legen beide Ontime-Gründerväter
großen Wert auf gute zwischenmenschliche
Beziehungen: „Wir fühlen uns als coole Familie
und freuen uns sehr, dass unsere jeweils
ältesten Söhne vor zwei Jahren die Geschäftsführung
von Ontime Logistics übernommen
haben!“
Strategie 2045 – eigene Ontime-Akademie
Den zwei jungen Geschäftsführern geht es
darum, gutes Altes zu bewahren, aber auch den
Mut zu haben, Neues auszuprobieren. Und so
haben sie gleich in ihrem ersten Geschäftsjahr
das Erscheinungsbild des Unternehmens auf
neue Beine gestellt und ein neues Corporate
Design inklusive neuem Logo realisiert!
Im Zuge der gemeinsam erarbeiteten „Strategie
2045“ liegt Moritz Schäffner eine Digitalisierungs-Offensive
am Herzen. Auch Tassilo Posch
will KI- und Automatisierungs-Lösungen zur
Unterstützung der Mitarbeiter verstärkt nützen.
Beide betonen, dass der Mensch nach wie
vor das Wichtigste im Unternehmen bleiben
müsse. Und so wird viel in Mitarbeiter-Weiterbildung
investiert. Es gibt unter anderem eine
Ontime-Akademie und diverse Teambuilding-
Aktivitäten. (RED)
Foto: Ines Wurm
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S74
PROPAK zeigt deutliche
Standortnachteile auf
Industrielle Papierverarbeiter in Österreich
2025 mit drei Prozent Umsatzminus – Analyse
verdeutlich Handlungsbedarf bei Kosten und
Produktivität.
Die österreichische papierverarbeitende
Industrie (PROPAK) blickt
2025 auf ein weiteres schwieriges
Jahr zurück. Der Produktionswert
sank um drei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro,
mengenmäßig blieb der Rückgang mit einem
Minus von 1,2 Prozent vergleichsweise moderat.
Besonders betroffen waren Non-Packaging-
Produkte mit einem Wertminus von 4,4 Prozent,
während der Verpackungssektor um 1,9 Prozent
zurückging. Rund 80 Prozent der Produkte
werden exportiert; auch hier gab es ein leichtes
Minus von 0,4 Prozent. Die Beschäftigung blieb
trotz des angespannten Umfelds relativ stabil,
die Zahl der Lehrlinge legte sogar um 2,6 Prozent
zu.
„Die scheinbar stabile Lage darf nicht darüber
hinwegtäuschen, dass unsere Unternehmen
wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten“,
sagt Marko Bill Schuster, Obmann des
Fachverbandes PROPAK in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ).
„Sinkende Umsätze, hohe Arbeitskosten und
ein härter werdender internationaler Wettbewerb
schmälern die Spielräume für Investitionen
am Standort Österreich. Damit die Betriebe
Beschäftigung sichern und weiter exportstark
bleiben, braucht es deutlich wettbewerbsfähigere
Rahmenbedingungen.“
EcoAustria-Studie: Österreich verliert bei
Kosten und Produktivität an Boden
Wie deutlich die Standortnachteile mittlerweile
geworden sind, zeigt eine neue Studie von Eco-
Austria im Auftrag von PROPAK. Untersucht
wurden die zentralen Herausforderungen und
die internationale Wettbewerbssituation der
Branche. Ein Ergebnis betrifft die Lohnstückkosten:
Zwischen 2017 und 2025 stiegen sie in
Österreich um rund 37 Prozent. Im Euroraum lag
der Anstieg bei rund 27 Prozent, in der Schweiz
waren es sechs Prozent – ein Unterschied in der
Entwicklung von nahezu 31 Prozentpunkten.
Auch bei der Produktivität fällt Österreich
zurück: Die reale Arbeitsproduktivität stieg seit
2017 hierzulande nur um rund vier Prozent.
Polen kam im selben Zeitraum auf ein Plus von
25 Prozent, die Slowakei auf 20 Prozent und
Ungarn auf 17 Prozent. In der PROPAK Industrie
sinkt sie seit 2021 kontinuierlich.
„Die Studie zeigt, dass die österreichischen
Unternehmen nicht nur mit schwächerer
Nachfrage, sondern auch mit einer deutlich
ungünstigeren Kosten- und Produktivitätsentwicklung
konfrontiert sind“, sagt Monika Köppl-
Turyna, Direktorin von EcoAustria. „Gerade für
eine stark exportorientierte Industrie ist das ein
gravierender Standortnachteil.“
Credit: comunit / Ludwig Schedl
Exportmärkte deutlich unter Druck
Betrachtet man die für PROPAK relevanten Produktgruppen,
bleibt Deutschland der wichtigste
Absatzmarkt: Exporte dahin machen rund
445,9 Millionen Euro aus (2024), gefolgt von
der Schweiz mit 219,4 Mio. Euro, Polen mit 128,9
Millionen Euro, Ungarn mit 115,2 Mio. Euro und
Tschechien mit 113,2 Millionen Euro. Gleichzeitig
verschiebt sich die Wettbewerbssituation in
diesen Kernmärkten zulasten Österreichs. Zwar
konnten heimische Unternehmen in einzelnen
Ländern zulegen, vielfach verloren sie jedoch
Marktanteile an schneller wachsende Wettbewerber.
In Deutschland etwa sank der österreichische
Marktanteil zwischen 2017 und 2024
von 10,3 auf 8,0 Prozent. Gleichzeitig gewannen
Anbieter aus Polen, China, Italien und Spanien
an Bedeutung. „Die PROPAK-Branche zeigt ein
hohes Maß an Stabilität, steht aber unter Druck
durch Länder mit günstigeren Kostenstrukturen“,
sagt Köppl-Turyna. „Österreich muss bei
den Standortbedingungen gegensteuern, damit
die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf den
Exportmärkten nicht schrittweise erodiert.“
Innovationen und Digitalisierung
Trotz der schwierigen Ausgangslage setzen die
PROPAK-Unternehmen weiter auf Innovationen.
Dazu zählen recyclingfähige Verpackungen
aus Papier und Karton, die Kunststoff in
vielen Bereichen ersetzen können, vorausgesetzt
die Kosten bleiben wettbewerbsfähig. Die
steigenden Kunststoffpreise – stärker als bei
Papier/Karton – verbessern die Ausgangslage
für die Produkte der PROPAK-Branche. Auch
die Digitalisierung treibt Innovationen voran:
Digital Informationen via QR-Code ergänzen
Aufdrucke auf Verpackungen, Hologramme
machen Etiketten fälschungssicher und digitale
Prozesse vereinfachen Bestell- und Freigabeabläufe.
„Gedruckte Informationen bleiben
wichtig, wo Rechtssicherheit, Verständlichkeit
und barrierefreier Zugang zählen. Eine rein digitale
Lösung würde viele Menschen ausschließen“,
so Arnold Tautermann-Bichler, stellvertretender
PROPAK-Fachverbandsobmann.
Auch im Schulbereich bieten gedruckte Lernmaterialien
Vorteile beim Lernen und Verstehen.
Kreislaufwirtschaft - Regularien bremsen
„Unsere Branche unterstützt die Ziele der Kreislaufwirtschaft.
Papier, Karton und Wellpappe
sind erneuerbare und hoch recyclingfähige
Materialien, die einen wesentlichen Beitrag
zur Ressourcenschonung leisten“, sagt Martin
Widermann, Geschäftsführer PROPAK. „Aber
die gestiegene Regulierungsdichte belastet
die Betriebe zunehmend, bremst Innovationen
und bindet Investitionen“, so Widermann.
So bringt etwa die Packaging and Packaging
Waste Regulation (PPWR) zahlreiche neue
Aufzeichnungs- und Berichtspflichten sowie
höhere administrative Kosten. Gleichzeitig sind
rund zwanzig Rechtsakte noch immer offen. Für
2026 bleibt der Ausblick der Branche zurückhaltend.
Wachstum wird nicht erwartet. Diese
Entwicklung und die EcoAustria-Studie machen
den wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf
deutlich. Insbesondere die Arbeitskosten müssen
sich am internationalen Umfeld orientieren.
„Die PROPAK-Industrie steht für nachhaltige
Produkte, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale
Wettbewerbsfähigkeit“, sagt PRO-
PAK-Obmann Schuster. „Diese Stärke darf nicht
durch Standortnachteile verspielt werden. Hier
sind auch die Sozialpartner gefordert.“ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S76
DI Horst Santner, Cluster Managing
Director, Max Hölbl, Managing Director
und Chairman von Dunapack Packaging,
Tanja Kreer, Bürgermeisterin der Marktgemeinde
Strasswalchen, Gerald Prinzhorn,
CEO der Prinzhorn Gruppe.
Dunapack
Packaging eröffnet
neues Hochregallager
in Strasswalchen
Dunapack Packaging hat in Strasswalchen
ein neues Hochregallager für Halbfertigware
samt vollautomatisiertem Materialtransport
eröffnet.
In das Zukunftsprojekt investierte das
Unternehmen 12,1 Millionen Euro. Die
Anlage soll die Automatisierung und Effizienz
am Standort deutlich steigern. Eröffnet
wurde die Anlage gemeinsam mit Bürgermeisterin
Tanja Kreer, Prinzhorn-CEO Gerald Prinzhorn,
Chairman von Dunapack Packaging Max
Hölbl und den beteiligten Projektpartnern. Für
unsere Kunden bedeutet das Zwischenlager
vor allem mehr Versorgungssicherheit, kürzere
Reaktionszeiten und eine konstant hohe Produktqualität.
Durch die automatisierten Abläufe
können Aufträge verlässlicher abgewickelt,
Produktionsspitzen besser bewältigt und individuelle
Anforderungen noch flexibler umgesetzt
werden.
Gerald Prinzhorn, CEO der Prinzhorn Gruppe,
betonte die strategische Bedeutung des Projekts:
„Mit dem WIP-Lager in Strasswalchen
stärken wir unsere Leistungsfähigkeit und investieren
gezielt in Zukunftssicherheit. Moderne
Technologien helfen uns, Qualität zu sichern,
Prozesse nachhaltiger zu gestalten und den
Nutzen für unsere Kunden weiter zu erhöhen.“
Im Mittelpunkt stehen mehr Flexibilität in der
Produktion, bessere Serviceleistungen, hohe
Qualität durch weniger Ausschuss sowie ein
weiterer Schritt in Richtung Sustainability:
Durch effizientere Abläufe, einen ressourcenschonenden
Materialeinsatz und einen energiesparenden
Betrieb trägt die neue Anlage zu
nachhaltigeren Prozessen am Standort bei.
DI Horst Santner, Geschäftsführer von Dunapack
Packaging Strasswalchen, verwies auf
die technischen Eckdaten: „Das Zwischenlager
arbeitet vollautomatisch, misst 55 mal 20 Meter
und verfügt über neun Ebenen. Moderne Regalbediengeräte
und intelligente Software ermöglichen
einen energiesparenden Betrieb sowie
schnelle Ein- und Auslagerungen. Zudem wurden
Brandschutz und Arbeitssicherheit besonders
berücksichtigt.“ Zugleich verringert die
Anlage manuelle Eingriffe, erhöht die Arbeitssicherheit
und entlastet die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im laufenden Betrieb.
In 33 Monaten entstand eine automatisierte
Lagerkapazität von rund 1,2 Millionen Quadratmetern
Wellpappe – das entspricht etwa 170
Fußballfeldern. Damit zählt das Projekt zu den
größten Automatisierungsschritten in Logistik
und Produktion am Standort.
Betriebsleiter Christoph Ludorff hob die Zusammenarbeit
mit den Projektpartnern hervor: „Zum
Erfolg beigetragen haben vor allem die enge
Kooperation mit Hörmann Logistics für Hochregallager
und Fördertechnik sowie mit Van den
Bos für Logistik- und Förderlösungen. Ihr Knowhow
war über die gesamte Projektlaufzeit hinweg
entscheidend.“ (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S78
Null Prozent
Transportschäden sind
kein Erfolgsmaßstab
Warum maximale Verpackungssicherheit
Unternehmen Geld kosten kann und die wirtschaftlich
beste Lösung selten die mit der
niedrigsten Schadensquote ist.
Die entscheidende Frage lautet deshalb
nicht, wie sich jeder einzelne
Schaden verhindern lässt. Die entscheidende
Frage lautet, welche
Verpackung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
die beste Lösung darstellt.
Sicherheit ist kein Selbstzweck
Ein Blick in die Automobilindustrie verdeutlicht
diesen Zusammenhang. Moderne Fahrzeuge
verfügen über hochentwickelte Sicherheitskonzepte
und schützen ihre Insassen bei den
Belastungen, die im realen Straßenverkehr zu
erwarten sind. Niemand würde jedoch fordern,
ein Fahrzeug müsse selbst einen Frontalaufprall
mit 100 km/h gegen eine Betonwand ohne
Schaden überstehen. Sicherheit wird auf realistische
Beanspruchungen ausgelegt und nicht
auf jeden theoretisch denkbaren Extremfall.
Bei Verpackungen wird dieser Grundsatz häufig
anders bewertet. Produkte werden geworfen,
unsachgemäß gestapelt oder unter ungünstigen
Bedingungen transportiert. Treten Schäden
auf, lautet die Reaktion oft: mehr Material,
mehr Polsterung, mehr Sicherheitsreserven.
Dabei wird selten hinterfragt, ob der zusätzliche
Schutz tatsächlich einen wirtschaftlichen
Mehrwert schafft.
Buhl-paperform GmbH geht hier einen anderen
Ansatz zusammen mit den Kunden, denn
hier wird die Sinnhaftigkeit jeder Schutzmaßnahme
hinterfragt, denn schließlich verursacht
diese Kosten. Kosten, die nicht nur beim Verpackungsmaterial
selbst entstehen, sondern entlang
der gesamten Lieferkette.
„Verpackungen müssen den tatsächlichen
Anforderungen der Lieferkette standhalten. Sie
müssen jedoch nicht jeden theoretisch möglichen
Ausnahmefall absichern“, sagt Christoph
Buhl, Geschäftsführer der buhl-paperform
GmbH. „Entscheidend ist nicht die maximal
mögliche Sicherheit, sondern die wirtschaftlich
optimale Balance zwischen Produktschutz und
Ressourceneinsatz.“
Wenn Schadensquoten zur
falschen Kennzahl werden
Grundsätzlich lassen sich Transportschäden
nahezu beliebig weiter reduzieren. Kartonagen
können verstärkt, Polsterungen erweitert und
Sicherheitsreserven erhöht werden. Mit jeder
zusätzlichen Schutzmaßnahme steigen jedoch
auch Materialverbrauch, Verpackungsgewicht,
Handlingkosten, CO2 Belastung und Volumen.
Die Folgen sind unmittelbar spürbar: höhere
Materialkosten, mehr Lagerfläche, geringere
Palettenauslastung, höhere Transportkosten
und komplexere Verpackungsprozesse. Gleichzeitig
nimmt der wirtschaftliche Nutzen der
zusätzlichen Schutzmaßnahmen kontinuierlich
ab. Anders formuliert: Die letzten Zehntelprozent
einer Schadensquote sind häufig die teuersten.
Die Fragestellung verschiebt sich damit signifikant
von der maximalen Sicherheit hin zur optimalen
und kosteneffizientesten Gesamtlösung.
Ein einfaches Beispiel ist Amazon. Der Konzern
nutzt künstliche Intelligenz, um Verpackungen
anhand historischer Schadensdaten, Produkteigenschaften
und logistischer Rahmenbedingungen
gezielt zu optimieren. Ziel ist ausdrücklich
nicht die größtmögliche Verpackung,
sondern die wirtschaftlich sinnvollste. Dadurch
konnten Millionen Tonnen Verpackungsmaterial
eingespart und unnötige Versandverpackungen
erheblich reduziert werden. Manche
Artikel werden sogar komplett ohne zusätzliche
Schutzverpackung versandt. Die Erkenntnis
dahinter ist ebenso einfach wie relevant: Mehr
Verpackung bedeutet nicht automatisch mehr
Wirtschaftlichkeit.
„Viele Unternehmen investieren erhebliche Mittel,
um Transportschäden weiter zu reduzieren“,
erklärt Buhl. „Dabei wird oft übersehen, dass die
dadurch entstehenden Mehrkosten höher sein
können als die Kosten der Schäden, die vermieden
werden sollen.“
Genau an diesem Punkt wird deutlich, warum
die isolierte Betrachtung von Schadensquoten
zu kurz greift. Eine Verpackung kann technisch
hervorragend funktionieren und gleichzeitig
wirtschaftlich ineffizient sein.
Die Branche verändert ihre Perspektive
Diese Entwicklung wird inzwischen von Institutionen
und Marktteilnehmern aufgegriffen. So
formuliert der Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) bewusst, dass
Verpackungen den „zu erwartenden Beanspruchungen“
standhalten müssen. Auch das
Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) betrachtet
Verpackungen nicht mehr ausschließlich als
Schutzfunktion, sondern als wichtigen Bestandteil
effizienter nachhaltiger Lieferketten.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S80
Verpackung als Gesamtsystem betrachten
Auch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik (IML) verweist auf die Potenziale
einer systematischen Verpackungsoptimierung.
Denn jede unnötige Verpackungsreserve
beeinflusst Transporteffizienz, Lagerkapazitäten,
CO2-Ausstoß und Prozesskosten. Aus diesem
Grund betrachtet buhl-paperform Verpackungen
nicht isoliert, sondern als Bestandteil
eines Gesamtsystems. Und dies macht besonders
in Zeiten der PPWR-Regulierungen noch
mehr Sinn.
„Wir analysieren mit Kunden Produkte, Transportwege,
Lagerbedingungen, Handhabungsprozesse
und Schadenskosten“, erläutert
Christoph Buhl. „Erst wenn alle Einflussfaktoren
betrachtet werden, lässt sich beurteilen, welche
Verpackung wirtschaftlich die beste Lösung
darstellt.“ Dabei gehe es nicht, Schäden zu
akzeptieren oder Qualitätsstandards zu senken.
„Eine beanspruchungsgerechte Verpackung
wird in der Praxis niemals dauerhaft bei null
Prozent Transportschäden liegen“, so Buhl.
„Außergewöhnliche Belastungen und Fehlhandhabungen
lassen sich nie vollständig ausschließen.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob
einzelne Schäden auftreten können, sondern ob
die Gesamtlösung wirtschaftlich sinnvoll ist.“
Die wirtschaftlich beste Verpackung
ist selten die massivste
Steigende Kosten, zunehmender Wettbewerbsdruck
und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen
sowie PPWR zwingen Unternehmen
heute dazu, Verpackungen neu zu bewerten.
Gefragt sind Lösungen, die Produktschutz,
Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz
miteinander verbinden. Die Zukunft gehört deshalb
nicht den Verpackungen mit den größten
Sicherheitsreserven, sondern den Verpackungen
mit der höchsten Effizienz.
„Wer Verpackungen ausschließlich über die
Schadensquote bewertet, greift zu kurz“, sagt
Buhl. „Erfolgreiche Verpackungskonzepte entstehen
dort, wo Produktschutz, Logistik, Nachhaltigkeit
und Wirtschaftlichkeit gemeinsam
optimiert werden.“
Null Prozent Transportschäden mögen auf den
ersten Blick nach einem Idealzustand klingen.
Für Unternehmen sind sie jedoch kein Erfolgsmaßstab.
Erfolgreich ist eine Verpackung dann,
wenn sie den erforderlichen Schutz mit dem
geringstmöglichen Ressourceneinsatz erreicht.
Nur so wird entlang der gesamten Lieferkette
der größte wirtschaftliche Nutzen geschaffen.
(RED)
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für Retail &
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HANDELS
TOSCANA
CONGRESS,
2026
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S82
Vakuum statt
Muskelkraft
Sunrise Medical fertigt nicht nur Medizinprodukte,
sondern sorgt auch in seinen Arbeitsprozessen
für ein gesundes Arbeitsumfeld:
Heute hebt hier niemand mehr verbissen
schwere Kartons. Ein Griff, ein kurzer Zug und
schon schwebt der Rollstuhl.
Die neue Hebehilfe JumboFlex nimmt
den Druck aus Rücken und Schicht.
Die Folge: mehr Ergonomie, mehr
Flexibilität und mehr Effizienz. In
der Versandhalle von Sunrise Medical packen
Beschäftigte mühelos Rollstühle sowie Batterien
in Kartons und stapeln die Schachteln auf
Paletten. Was sich anhört wie eine Selbstverständlichkeit,
war bis vor Kurzem harte körperliche
Arbeit. Julian Wiegand, Teamleiter in
der Fertigung, erinnert sich: „Früher mussten
unsere Kommissionierer die Produkte mühsam
von Hand in die Kartons heben. Das war für sie
körperlich sehr belastend.“
Die Sunrise Medical GmbH entwickelt, produziert
und vertreibt seit über 40 Jahren Mobilitätslösungen.
Dazu zählen manuelle und elektrische
Rollstühle, elektrische Hilfsantriebe,
Elektromobile sowie Sitz- und Positionierungssysteme.
Mit über 3.000 Mitarbeitenden weltweit
und Vertrieb in mehr als 130 Ländern zählt
das Unternehmen mit Hauptsitz in Malsch in der
Nähe von Heidelberg zu den Weltmarktführern.
Die Herausforderung: schwere Lasten
In der Kommissionierung handhabt jede Fachkraft
30 bis 50 Artikel pro Schicht. Die Spanne
reicht von kompakten Batterien mit Abmessungen
von 31 × 22 × 29 Zentimetern bis zu kompletten
Rollstühlen mit 95 × 35 × 80 Zentimetern.
Das Gewicht variiert zwischen zehn und 40
Kilogramm. Ein bis zwei Personen verpackten
bislang die Produkte. „Wir wollten unsere Mitarbeiter
körperlich entlasten, ihre Gesundheit
erhalten und ihre Erfahrung dort einsetzen, wo
sie den größten Mehrwert schafft“, fasst Julian
Wiegand zusammen. Denn die Konsequenzen
wiederholter Hebearbeit sind bekannt: Muskelund
Skeletterkrankungen führen die Statistiken
der Arbeitsunfähigkeit an. Besonders der
Rücken leidet unter der Belastung. „Das System
sollte sich einfach bedienen lassen und eine
körperschonende Arbeitsweise ermöglichen“,
bringt es Julian Wiegand auf den Punkt.
Ergonomie durch Einhandbedienung
Die Wahl fiel auf den Vakuum-Schlauchheber
JumboFlex Generation 2 von Schmalz.
Das System aus dem Schwarzwald kombiniert
Vakuumtechnik mit cleverem Design. Der
Grundgedanke ist simpel: Unterdruck fixiert die
Last am Sauggreifer, ein flexibler Schlauch hebt
und senkt die Werkstücke. Ganz besonders
überzeugt der neue JumboFlex durch seinen
ergonomischen Bediengriff, der zu jeder Hand
passt und langes, ermüdungsfreies Arbeiten
ermöglicht. Soft-Touch-Elemente verhindern
Druckstellen. Dank zweier Taster steuern
Anwender intuitiv alle Funktionen: Heben,
Senken, Ansaugen, Lösen. „Die Bedieneinheit
ist selbsterklärend und sehr einfach zu handhaben,
auch neue Beschäftigte können damit
schnell produktiv kommissionieren“, freut sich
Julian Wiegand.
Das Herzstück des JumboFlex ist der Vakuum-
Erzeuger. Er schafft den notwendigen Unterdruck,
um Lasten bis 50 Kilogramm sicher zu
greifen. Dank Eco-Funktion ist der Energiebedarf
minimal: Der Schlauchheber schaltet sich
automatisch ab, wenn er nicht benötigt wird.
Die kurzen Evakuierungszeiten sorgen für eine
hohe Taktung, der flexible Hubschlauch ermöglicht
Bewegungen, die sich natürlich anfühlen.
Anders als starre Krangreifer folgt der
Schlauchheber den Bewegungen des Anwenders.
Vielseitigkeit durch Schnellwechseladapter
Ein entscheidender Vorteil des JumboFlex ist
sein Schnellwechselsystem. Verschiedene
Greifer lassen sich sekundenschnell und werkzeuglos
austauschen. Für Kartons nutzen die
Beschäftigten den JumboFlex High-Stack mit
einem Flächengreifer, Batterien und Rollstühle
nimmt der JumboFlex Generation 2 mit einem
Haken problemlos auf. Die Sauger des Flächengreifers
passen sich unterschiedlichen
Geometrien an, die Haltekraft wird gleichmäßig
über die Kontaktfläche verteilt. Der speziell
entwickelte Bediengriff nutzt den Raum von
Lagerplätzen und Transportmitteln optimal aus,
dank konfigurierbarer Bügellänge und stufenlos
einstellbarem Führungsbügel erreicht der
Schlauchheber maximale Ergonomie. „Sehr
positiv ist auch, dass wir das System ohne großen
Aufwand nach- und umrüsten können,
wenn Bedarf entsteht“, lobt der Teamleiter.
Von der Anfrage bis zur Installation
Über Fachmessen und eine gezielte Internetrecherche
wurde Sunrise Medical auf die ergonomischen
Hebehilfen aus dem Schwarzwald
aufmerksam. „Wir haben uns für Schmalz entschieden,
weil die Beratung von Anfang an sehr
kompetent und stets klar auf unser Ziel ausgerichtet
war“, so Julian Wiegand. Die Umsetzung
des Projekts erfolgte schnell und reibungslos.
Neben dem JumboFlex installierte Schmalz
auch einen leichtgängigen Aluminiumkran, der
einen großen Arbeitsradius ermöglicht.
Die Zusammenarbeit mit den Vakuum-Experten
bewertet der Teamleiter durchweg positiv:
„Unsere Ansprechpartner waren sehr engagiert
und ausgesprochen kompetent. Wir würden
uns jederzeit wieder für ein gemeinsames Projekt
entscheiden.“ Auch der Service nach der
Installation stimmt: „Wir sind mit den Dienstleistungen
von Schmalz höchst zufrieden und
schätzen die schnelle Lösungsfindung sowie
die zügige Umsetzung bei Anfragen.“
Zufriedene Belegschaft, schnellere Prozesse
Die Vorteile der neuen Hebehilfe zeigen sich im
täglichen Betrieb: Die Mitarbeitenden gehen
entspannter an ihre Aufgaben, Krankheitsausfälle
sind zurückgegangen. Auch die Kommissionierung
läuft deutlich flotter. „Besonders
gefällt uns, dass wir die Tätigkeiten jetzt
unabhängig von körperlichen Voraussetzungen
gleichmäßig auf alle Beschäftigten verteilen
können“, sagt Julian Wiegand. „Das erweitert
unseren Spielraum bei der Personaleinsatzplanung
erheblich.“
Dabei zahlt sich die Investition in Vakuumtechnik
für Sunrise Medical mehrfach aus: Die
Gesundheit der Beschäftigten wird geschont,
die Produktivität steigt, die Flexibilität nimmt zu.
Angesichts des demografischen Wandels und
alternder Belegschaften gewinnen ergonomische
Arbeitsplätze zunehmend an Bedeutung.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S84
Die Sets sind aus gewobenem Kunststoff
(Polypropylen). Der Hersteller hat
die 14001 Zertifizierung der DEKRA.
Statt Folie:
Neue Hülle spart Müll
Mit „Pacture“, den patentierten Mehrweghüllen
der Kupek GmbH, ersetzen Lebensmittelund
Nonfood-Märkte die Stretchfolie in der
Logistik.
Pacture macht Schluss mit Stretchfolie
und Wickelstress im Handel: Statt
Wegwerfplastik schützen Mehrweghüllen
aus recyceltem, gewobenem
Kunststoff (Polypropylen) der Kupek GmbH die
Ware auf Rollwagen im Lebensmittel- und Nonfoodsektor
– schneller, günstiger und ohne Plastikmüll
am Zielort. Das Unternehmen aus dem
bayerischen Schneckenlohe testete das frisch
patentierte System drei Jahre lang an 12.000
Einheiten bei der größten Bio-Fachmarktkette
Europas. Das Ergebnis: Der Händler sparte etwa
100 Tonnen Plastikmüll pro Jahr, 50 Prozent der
Arbeitszeit und damit 125.000 Euro Personalkosten.
UDO KERBSTIES
„Es ist phänomenal: Mit Pacture haben wir
ein System entwickelt, das Stretchfolie beim
Transport von Waren komplett ersetzt und
dadurch mindestens drei Probleme auf einmal
löst. Unsere Mehrweghüllen sind praktischer,
günstiger und umweltfreundlicher als andere
Systeme“, sagt Udo Kerbsties, Geschäftsführer
der Kupek GmbH, der über fünf Jahre an der
Neuentwicklung tüftelte. Jetzt ist seine Erfindung
serienreif und in drei Größen erhältlich.
Jedes Set besteht aus zwei Teilen und ist in der
Praxis ganz einfach anzuwenden: Mitarbeitende
stülpen die Schutzhüllen an Einschüben
über die Seitengitter der Rollwagen, klappen sie
auf und schließen sie an den Seiten mit dicken
Klettverschlüssen – fertig.
Stretchfolie kostet Zeit und Nerven
„Normalerweise umwickeln Mitarbeitende die
Rollwagen mehrfach mit Stretchfolie, um die
Ware beim Transport zu schützen – automatisch
oder von Hand“, sagt Kerbsties. Laut §22
der Straßenverkehrsordung (StVO) haben der
Absender und der Fahrzeugführer die Pflicht,
Fotos: Kupek GmbH
die Ladung so zu sichern, dass sie bei Vollbremsungen
nicht verrutscht oder umfällt. Das Problem:
Stretchfolie lässt sich einmal angebracht
nicht mehr öffnen und wird beim Abwickeln zu
Plastikmüll. Beim Einfahren in den Lkw haftet
sie beim Kontakt mit anderen gewickelten Rollwagen,
was Zeit und Nerven kostet. Die Pacture
Sets aus recyceltem, gewobenem Kunststoff
(Polypropylen) gleiten besser beim Einfahren in
enge Laderäume und lassen sich auch gepackt
mit einem Handgriff innerhalb von Sekunden
öffnen und schließen, sodass Ware entnommen
oder hinzugefügt werden kann – ohne Abfall.
12.000-mal nachgewiesen in der Praxis
Das Mehrwegsystem funktioniert nachgewiesen
in der Praxis: Der Lebensmittelhändler
Dennree benutzt seit drei Jahren 12.000 Sets in
Teilen seiner logistischen Prozesse und liefert
damit wertvolle Erkenntnisse: „Mitarbeitende
sind beim Anbringen des Systems fast doppelt
so schnell beim herkömmlichen Verpacken.
Rechnet man das hoch, spart die Bio-Fachmarktkette
rund 125.000 Euro Personalkosten
pro Jahr.“
Für den Händler dazu vor allem der abfallfreie
Einsatz und die geringeren Strom- und Wartungskosten
Argumente, die für die Anschaffung
sprechen. Hochgerechnet auf die Anzahl
der Rollwagen, die mit Pacture für Europas
größtes Bio-Fachhandelshaus unterwegs sind,
reduziert das Unternehmen seinen Plastikmüll
um etwa 100 Tonnen pro Jahr.
„Die Hüllen bleiben entweder sauber zusammengefaltet
am Wagen oder Mitarbeitende
können sie gefaltet abnehmen und gestapelt
für den nächsten Einsatz lagern“, sagt Udo
Kerbsties. Auch das spart wieder Zeit.
Kostenlos ab der 130. Anwendung
Dazu kommen Materialkosten, die wegfallen:
„Wer seinen Rollwagen bisher vor jedem Transport
mit rund 200 Gramm Folie mittlerer Qualität
umwickelt hat, hat mit dem neuen System
für 60 Euro nach knapp 130 Einsätzen den Preis
für die Anschaffung wieder drin“, rechnet Udo
Kerbsties vor, der seit wenigen Wochen das
Patent seiner Entwicklung auf dem Schreibtisch
liegen hat. Von Dennree weiß er, dass Pacture-
Sets weit mehr als 300 Einsätze aushalten.
„Hier sind die Hüllen immer noch intakt im
Umlauf – eine Materialermüdung ist noch nicht
in Sicht.“ Sollten die Pacture Sets eines Tages
beschädigt sein, können sie repariert, recycelt
oder upcycelt werden – zu schicken Taschen.
Mit diesem schlüssigen System hat sich der
Erfinder jetzt für den Deutschen Verpackungspreis
beworben. „Damit möglichst viele Märkte
in Zukunft viele Tonnen Plastikmüll einsparen.“
(RED)
Die Kupek GmbH ist ein mittelständisches
Unternehmen, das an drei Standorten
Dienstleistungen für Beschaffungs-, Logistik-
und Verpackungsprozesse anbietet.
Die Kupek GmbH beschäftigt 30 Mitarbeitende
für über 200 Partner weltweit,
darunter Kunden wie Knorr-Bremse, Brose
und Dennree. Kupek optimiert Prozesse
und berät in Sachen Logistik, Beschaffung,
Verpackung und sichert die Qualität.
Kupek ist ISO 9001 und 14001 zertifiziert
– was bedeutet, dass das Unternehmen
ein geprüftes Umweltmanagementsystem
nach internationalen anerkannten Standards
betreibt. www.kupek.de
Ruckzuck verpackt:
Mit Pacture sparen
Unternehmen bis zu 50
Prozent Personalkosten.
Die Mehrweghülle
reduziert nicht nur den
Plastikmüll – sie ersetzt
ihn vollständig. Bleiben
die Pacture Sets am
Wagen, geht das Verpacken
noch schneller.
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S86
Exotec automatisiert
DSV-Standort in Venlo
mit rund 100 Robotern
Rund 100 autonome Roboter erhöhen Durchsatz,
Flexibilität und Skalierbarkeit im Fulfillment.
Exotec bringt Skypod-System zu niederländischem
Logistikanbieter DSV.
DSV, ein weltweit führendes Transport-
und Logistikunternehmen, ist
eine Partnerschaft mit Exotec eingegangen,
einem Spezialisten für
Lagerrobotik. Exotec hat das Logistikzentrum
von DSV im niederländischen Venlo mit dem
Skypod-System ausgestattet. Mit der Implementierung
unterstützt Exotec DSV dabei,
Fulfillment-Prozesse für verschiedene Retail-
Marken zu optimieren und die Lieferketten
weiter auszubauen. Zum Einsatz kommen rund
100 autonome Skypod-Roboter. Das System
verwaltet etwa 90.000 Behälter und Trays und
lässt sich bei Bedarf schnell erweitern – etwa
wenn die Nachfrage steigt oder sich das Produktsortiment
verändert. Dafür sind keine größeren
Umbauten nötig.
Mehr Leistung, Flexibilität und Skalierbarkeit
Als Goods-to-Person-Lösung bringt das Skypod-System
Waren automatisch zu den Mitarbeitenden
und unterstützt so auch bei hohem
Bestellaufkommen schnelle und zuverlässige
Abläufe. Die Anlage umfasst zudem eine
Zwischenebene für Retouren sowie zusätzliche
Funktionen wie das automatische Öffnen,
Schließen und Etikettieren von Kartons.
„Wir freuen uns, DSV bei der Weiterentwicklung
des Standorts in Venlo zu unterstützen“, sagt
Jan Heijblom, Senior Sales Executive bei Exotec
Benelux. „Unser Skypod-System ist für Umgebungen
konzipiert, in denen Geschwindigkeit,
Genauigkeit und Skalierbarkeit entscheidend
sind. Gerade für führende 3PL-Anbieter ist es
wichtig, flexibel auf wechselnde Anforderungen
zu reagieren und gleichzeitig konstant
hohe Leistung zu liefern.“
Barbara Klep, Managing Director der Contract-
Logistics-Division bei DSV, ergänzt: „In unserem
Lager setzen wir auf modernste Lagersysteme
und innovative Automatisierung, um optimal
auf die Anforderungen und Wachstumsziele
unserer Kunden zu reagieren. Das Skypod-
System gibt uns die Agilität, uns an veränderte
Bedürfnisse anzupassen – und gleichzeitig
unsere Servicelevels sowie eine nachhaltige
Performance abzusichern.“
So unterstützt Exotec eine effizientere und
zuverlässigere Distribution aus den Niederlanden.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S88
Warum Interoperabilität
die neue Währung der
Intralogistik ist
Unterschiedliche Robotiksysteme, proprietäre
Schnittstellen und gewachsene IT-Strukturen
machen den Materialfluss zum kritischen
Engpass. Mit interoperablen Architekturen
schaffen Unternehmen die Basis für robuste,
flexible und sichere Automatisierungsstrategien.
Heterogene Flottenlandschaften brauchen
eine gemeinsame Intelligenz
Ohne konsistente Kommunikationsstrukturen
werden heterogene Flotten schnell zum
betrieblichen Engpass. Wenn autonome und
manuelle Ressourcen ihre Informationen nicht
teilen, agieren sie wie voneinander isolierte
Teilwelten. Autonome Fahrzeuge treffen lokale
Entscheidungen, berücksichtigen jedoch nur
ihren unmittelbaren Kontext. Was ihnen fehlt,
ist die systemweite Perspektive: Ein Fahrzeug
bremst, ein anderes wartet, ein Stapler weicht
aus – und schon entstehen Verzögerungsketten.
Auf gemeinsam genutzten Fahrwegen verstärkt
sich dieser Effekt: Unklare Vorfahrtsregeln,
spontane Bremsmanöver, Gegenverkehr
oder ein blockierter Kreuzungsbereich erzeugen
Verzögerungen und können sicherheitskritische
Situationen auslösen.
Immer mehr produzierende Unternehmen
betreiben heute gewachsene, oft heterogene
Transportlandschaften – bestehend
aus autonomen mobilen Robotern (AMR),
FTS, Routenzügen, Gabelstaplern und manuellen
Transportmitteln. Diese Vielfalt entsteht
nicht nur durch unterschiedliche Modernisierungsphasen,
sondern auch durch spezialisierte
Hardware für klar abgegrenzte Aufgaben.
Doch oft fehlt diesen Systemen die gemeinsame
Sprache: Ohne interoperable Steuerung
entstehen Parallelwelten aus getrennten Verkehrswegen,
uneinheitlichen Prioritäten und
fragmentierten Prozesslogiken. Die Auswirkungen
sind unmittelbar sichtbar – von unnötigen
Fahrzeiten bis hin zu mangelnder Transparenz
in Engpasssituationen. Und sie blockieren häufig
den nächsten Schritt im Automatisierungskonzept.
Je dynamischer der Shopfloor wird, desto stärker
zeigen sich diese Auswirkungen. Schichtwechsel,
taktgebundene Prozesse und kurzfristige
Materialabrufe verschieben Prioritäten
in Sekunden. In Kombination mit den variablen
Geschwindigkeiten und unregelmäßigen
Wegen manuell geführter Gabelstapler steigt
die Komplexität weiter. Deshalb müssen Materialflüsse
als ganzheitliches System statt als
Summe einzelner, voneinander unabhängiger
Entscheidungen orchestriert werden. Erst durch
einen übergeordneten Blick entsteht ein robuster,
sicherer und stabiler Transportfluss.
Standardisierte Schnittstellen wie die VDA 5050
schaffen dafür die technologische Grundlage.
Sie definieren ein einheitliches Kommunikationsschema
zwischen Robotern und Leitstand
und ermöglichen damit echte Interoperabilität.
Unternehmen profitieren nicht nur von stabileren
Betriebsabläufen, sondern vor allem von
strategischer Flexibilität: Sie können Hardware
frei kombinieren und je nach Use Case das ideale
Setup zusammenstellen – ohne Integrationsbarrieren
oder Abhängigkeiten von einzelnen
Herstellern.
Flottenmanagement als operative Klammer
Auf dieser interoperablen Basis entfaltet ein
zentrales Flotten- und Auftragsmanagement
sein volles Potenzial. Moderne Leitstände erfassen
alle Ressourcen in Echtzeit und orchestrieren
Transportaufträge anhand von Fähigkeiten,
Verfügbarkeit, Position und Prozesskontext
– unabhängig davon, ob es sich um AMR, FTS,
Stapler oder manuelle Transportmittel handelt.
Damit entsteht der Übergang von statischen
Prozesslogiken hin zu einem flexibel skalierbaren,
datengetriebenen Gesamtsystem.
Die zentrale Intelligenz gleicht Zielkonflikte aus,
optimiert Fahrwege und priorisiert Aufträge
systemweit. Da autonome Fahrzeuge zwangsläufig
nur einen lokalen Informationsausschnitt
sehen, schließen Leitstandsysteme diese Lücken:
Sie erkennen konkurrierende Routen früh,
vermeiden Engpässe und stabilisieren den
Gesamtdurchsatz. Aus vielen Einzelressourcen
wird so eine harmonisierte, dynamisch optimierte
Flotte. Bevor diese Mechanismen im
realen Betrieb greifen, setzen Unternehmen
verstärkt auf Simulation und virtuelle Inbetriebnahme.
Damit lassen sich Szenarien risikofrei
testen, Engpässe identifizieren und Betriebsstrategien
realitätsnah optimieren. Rollouts
werden deutlich beschleunigt, und Fehleinstellungen
im laufenden Betrieb werden vermieden.
Software als Voraussetzung
Die Zukunft der Intralogistik ist softwaredefiniert.
Erst wenn alle Transportressourcen –
autonome wie manuelle – in einer zentralen
Plattform zusammengeführt werden, entsteht
ein wirklich interoperables Gesamtsystem.
Moderne Leitstände fungieren dabei als „operatives
Nervensystem“: Sie vereinen Auftragsvergabe,
Verkehrssteuerung, Statusüberwachung,
Ereignismanagement und Echtzeitoptimierung
in einem einzigen Steuerpunkt. An dieser
Stelle kommen Anbieter wie SYNAOS ins Spiel.
Mit ihrer herstellerübergreifenden Orchestrierungslösung
ermöglichen sie diese Gesamtsicht.
„Interoperabilität ist für uns ein wichtiger,
logischer Schritt in Richtung Fabrik der Zukunft.
Gerade dort, wo Menschen und Maschinen
gemeinsam unterwegs sind, muss das Zusammenspiel
aller Ressourcen funktionieren“, sagt
Dr. Lennart Bochmann, CPO und Gründer von
SYNAOS. Die Intralogistics Plattform des Softwareanbieters
berücksichtigt die Fähigkeiten,
Einschränkungen und Echtzeitkontexte jeder
Ressource und sorgt so auch in hochkomplexen
Produktionsnetzwerken für effiziente und
sichere Prozesse. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S90
Complex
Pharmaceuticals
erweitert Standort in
Niederösterreich
Ein halbes Jahr vor Produktionsstart erweitert
Complex Pharmaceuticals seinen Standort in
Traiskirchen deutlich: Die Werksfläche wächst
von 7.800 auf 15.200 Quadratmeter.
Das Startup Complex Pharmaceuticals
baut derzeit in Traiskirchen bei
Wien ein modernes Produktionsund
Verpackungszentrum für die
pharmazeutische Sekundärherstellung. Nun
verkündet das Unternehmen einen weiteren
bedeutenden Wachstumsschritt: Ein halbes
Jahr vor Produktionsstart wird die Werksfläche
in Niederösterreich verdoppelt. Damit reagiert
Complex Pharmaceuticals auf den steigenden
Bedarf an flexiblen Produktions-, Lager- und
Logistikkapazitäten in Europa.
Südlich von Wien entsteht derzeit ein Ort, an
dem die Zukunft der europäischen Arzneimittelproduktion
mitgestaltet werden soll. Das
Pharma-Startup Complex Pharmaceuticals
baut im Logistik Park Tribus in Traiskirchen ein
modernes Produktions- und Verpackungszentrum
auf – ein Schritt, mit dem das Unternehmen
die Versorgungssicherheit stärken will.
Das Areal wurde von Propel Industries errichtet.
Complex Pharmaceuticals hat hier 50 Prozent
der Fläche langfristig angemietet.
Starke Nachfrage nach regionaler
Verfügbarkeit
Dass die Nachfrage nach regionaler Produktion
und Verfügbarkeiten stark steigt, zeigt
nicht zuletzt die aktuelle Expansion des Unternehmens:
Mehr als ein halbes Jahr vor dem
geplanten Produktionsstart erweitert Complex
Pharmaceuticals seinen Standort in Niederösterreich
und verdoppelt die aktuelle Werksfläche
von rund 7.800 auf insgesamt 15.200 Quadratmeter.
„Obwohl wir erst ab 2027 in den operativen
Vollbetrieb gehen, verzeichnen wir bereits eine
starke Nachfrage nach zusätzlichen Lagerkapazitäten“,
berichtet Christoph Reinwald, General
Manager von Complex Pharmaceuticals.
„Aus diesem Grund setzen wir den nächsten
Schritt früher als geplant und starten bereits
jetzt mit der strategischen Erweiterung unseres
Standorts.“
Investition in die Zukunft
Angemietet wurde ein weiteres Objekt mit circa
7.400 Quadratmetern auf derselben Gewerbefläche.
Das bestehende Werk mit Fokus
auf der Herstellung von Sekundärverpackung
wird damit um ein Zentrallager mit insgesamt
10.000 Palettenplätzen für Lohnkunden im
Ambient-Bereich – also der Lagerung von Arzneimitteln
in einem kontrollierten Raumtemperaturfenster
von 15 bis 25 Grad Celsius – sowie
weitere Büroräumlichkeiten reicher. Darüber
hinaus soll die Standorterweiterung laut dem
Unternehmen Platz für die Umsetzung weiterer
Projekte und Services für internationale Lohnkunden
schaffen. Der Zeitplan ist straff: Der
Umbau des neuen Objekts beginnt im August,
die Fertigstellung ist für Jänner 2027 geplant.
Produktion, Verpackung, Logistik am Standort
Währenddessen schreitet der Umbau des
ersten Objekts planmäßig voran: Die Inbetriebnahme
der ersten Verpackungslinie ist für Ende
des Jahres vorgesehen, die volle Auslastung
wird ab Jänner 2027 erwartet. Dann werden
am Standort sowohl pharmazeutische Sekundärverpackungen
hergestellt als auch Teile der
Arzneimittelproduktion umgesetzt.
Mit der Flächenerweiterung wird nun auch die
Lager- und Logistikfunktion stärker ausgebaut.
„Unsere Expansion bietet insbesondere unseren
Lohnkund:innen den Vorteil, Produkte direkt
vor Ort zu lagern und weiterzuverarbeiten. Das
reduziert Transportwege und erhöht die Flexibilität
in der Lieferkette enorm“, so Reinwald.
Damit nennt der General Manager Aspekte, die
im Sinne einer modernen, agilen und stärker
regional verankerten pharmazeutischen Produktion
feste Bestandteile seiner Vision sind.
Expansion geht weiter
Mit der aktuellen Flächenerweiterung ist die
Entwicklung des Standorts jedoch nicht abgeschlossen.
Vielmehr schafft Complex Pharmaceuticals
damit die Grundlage für weiteres
Wachstum in den kommenden Jahren. Ziel ist
es, einen integrierten Pharmastandort aufzubauen,
der flexibel auf Marktanforderungen
reagieren kann: „Traiskirchen soll Schritt für
Schritt zu einem leistungsfähigen Zentrum für
pharmazeutische Dienstleistungen im Herzen
Europas werden“, so Reinwald abschließend.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S92
Mecalux unterstützt
Gerresheimer in den USA
Das multinationale Unternehmen modernisiert
seine Anlagen in Peachtree City und
festigt seine Führungsposition auf dem nordamerikanischen
Markt für Medizinprodukte.
Die pünktliche Lieferung von Medizinprodukten
an Gesundheitseinrichtungen
ist für die Gesundheit
und das Wohlbefinden der Patienten
von entscheidender Bedeutung. Vor kurzem
hat Mecalux Gerresheimer, einen innovativen
Anbieter von Systemen und Lösungen sowie
globalen Partner für die Pharma-, Biotech- und
Kosmetikindustrie, dabei unterstützt, seine
Logistik für Medizinprodukte in den Vereinigten
Staaten zu optimieren. Im Rahmen der Erweiterung
der Produktions- und Logistikkapazitäten
seines Werks in Peachtree City (Georgia) beauftragte
Gerresheimer Mecalux mit der Lieferung
von zwei automatischen Palettenlagern. Diese
doppelte Investition ist eine Reaktion auf den
starken Anstieg der Nachfrage nach Medizinprodukten
und untermauert die auf Automatisierung
basierende Wachstumsstrategie des
Unternehmens.
„Die Erweiterung unseres Werks in Peachtree
City ist ein entscheidender Meilenstein für die
Festigung unserer Präsenz in den USA und
bringt uns unseren Kunden aus dem Gesundheitswesen
noch näher“, erklärt Tobias Gebhard,
globaler Leiter für die Automatisierung
intelligenter Fabriken bei Gerresheimer. Das
Projekt umfasst die Schaffung von mehr als
400 neuen Arbeitsplätzen, die Einrichtung von
Reinräumen auf dem neuesten Stand der Technik,
die Inbetriebnahme hochautomatisierter
Produktionslinien sowie die Modernisierung
der gesamten internen Logistik.
Nachdem Gerresheimer jahrelang mit manuellen
Prozessen gearbeitet hatte, hat das Unternehmen
auf die Automatisierung seiner Materialflüsse
gesetzt. Ziel war es, eine höhere
Präzision, Sicherheit und Effizienz zu erreichen
– alles entscheidende Faktoren in der Medizinbranche.
„In einem Umfeld, in dem jede Komponente
mit größter Sorgfalt behandelt werden
muss, eröffnet die Automatisierung ein neues
Maß an Kontrolle und Zuverlässigkeit“, erklärt
Gebhard.
Die Lagerverwaltungssoftware Easy WMS von
Mecalux überwacht die Bewegung von mehr
als 30 Artikelarten medizinischer Geräte aus
den Produktionslinien. Das System weist jedem
Produkt unter Berücksichtigung seiner Nachfrage
einen Stellplatz zu und sendet spezifische
Anweisungen an die Regalbediengeräte für den
Transport. Dadurch gewährleistet das Unternehmen
die sofortige Verfügbarkeit aller Geräte
zum gewünschten Zeitpunkt und behält eine
umfassende Kontrolle in Echtzeit über jedes
einzelne gelagerte Gerät.
Dieses Projekt ist das Ergebnis einer engen
Zusammenarbeit zwischen Gerresheimer und
Mecalux und legt den Grundstein für eine innovativere
und effizientere Logistik. Damit ist das
Unternehmen für ein nachhaltiges Wachstum
in einem so anspruchsvollen Umfeld wie der
Medizinbranche bestens gerüstet.
Über Gerresheimer
Gerresheimer ist ein innovativer Anbieter von
Systemen und Lösungen sowie ein globaler
Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche.
Das Unternehmen bietet ein breites
Portfolio an Primärverpackungslösungen, Arzneimittelverabreichungssystemen,
Medizinprodukten
sowie digitalen Lösungen zur therapeutischen
Unterstützung. Gerresheimer sorgt
für die sichere Abgabe und zuverlässige Verabreichung
von Medikamenten an die Patienten.
Mit mehr als 13.000 Mitarbeitern und 39 Produktionsstätten
in Europa, Amerika und Asien
ist Gerresheimer lokal präsent und produziert
vor Ort für regionale Märkte.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S94
Flexible WMS-Architekturen ermöglichen es
Händlern und Fulfillment-Dienstleistern, bestehende
Prozesse kontinuierlich zu optimieren,
ohne ganze Lagerstrukturen von Grund auf neu
aufbauen zu müssen, wodurch Unternehmen
besser für zukünftiges Wachstum gerüstet sind.
„Unternehmen in der E-Commerce-Branche
suchen heute keine isolierten Automatisierungslösungen
mehr, sondern integrierte Plattformen,
die eine ganzheitliche Prozessoptimierung
ermöglichen. Dabei werden Warehouse
Management Systeme zunehmend zum Fundament
für erfolgreiche Lagerautomatisierung
und Robotics-Strategien. Wenn das WMS
unterschiedliche Technologien flexibel orchestrieren
und steuern kann, entstehen effiziente
und skalierbare Gesamtprozesse“, sagt Dirk
Haschke, VP & General Manager E-Commerce
Solutions bei Descartes.
Robotics im Lager
Descartes präsentiert auf der K5 die strategische
Relevanz von Warehouse Management
Systemen für ganzheitliche Automatisierung.
Auf der K5 zeigt Descartes, wie pixi WMS offene
Schnittstellen und schnelle Integrationsmöglichkeiten
nutzt und als zentrales Steuerungssystem
fungiert, das Automatisierungssysteme
wie Pick-by-Light und AMR nahtlos miteinander
verbindet. Im Zusammenspiel steigern
diese Technologien die Kommissioniergeschwindigkeit,
die Prozesssicherheit und die
Effizienz im Lager. Gleichzeitig erleichtern sie
die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und senken
die Fehlerquote im gesamten Auftragsabwicklungsprozess.
Am Stand können Besucher
hautnah erleben, wie die Pick-by-Light-Technologie
die Auftragsabwicklung optimiert und
wie autonome Roboter die Lagermitarbeiter bei
der Kommissionierung unterstützen.
Die Descartes Systems Group, weltweit
führend in der Vernetzung
logistisch anspruchsvoller Unternehmen
im Handel, zeigt auf der K5
Future Retail Conference am 23. und 24. Juni
2026 im ESTREL Berlin, wie offene und Robotics-fähige
Warehouse Management Systeme
(WMS) zum strategischen Erfolgsfaktor im
modernen E-Commerce-Fulfillment werden.
Besucherinnen und Besucher erhalten am Descartes
Messestand 73 in Halle 2 Einblicke in das
Zusammenspiel des WMS Descartes pixi mit
Assistenzsystemen wie Autonomen Mobilen
Robotern (AMR) und Pick-by-Light-Technologien.
„Robotikprojekte müssen nicht unbedingt als
groß angelegte ‚Big-Bang‘-Transformation
gestartet werden. Viele Unternehmen automatisieren
heute schrittweise und bedarfsorientiert,
je nach Wachstum, Prozessreife und
betrieblichen Anforderungen“, sagt Haschke.
„Ein modularer Automatisierungsansatz ist
besonders nützlich für den E-Commerce, wo
Peaks wie Black Friday oder die Weihnachtssaison
eine flexible Skalierung erfordern. So
können Unternehmen zusätzliche Automatisierung
gezielt dort einsetzen, wo kurzfristig
höhere Volumina anfallen. Das schafft Investitionssicherheit
und betriebliche Agilität“, fügt
Haschke hinzu.
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S96
Libiao Robotics gewinnt
IFOY Award 2026 für
Robotik-Lagersystem
AirRob PRO
Libiao setzt neue Maßstäbe in der flexiblen
und effizienten Lagerautomation – Auszeichnung
bei der renommierten internationalen
Intralogistik-Preisverleihung in Stuttgart.
Libiao Robotics wurde als Gewinner
in der Kategorie „Robot Warehouse
System“ beim International Intralogistics
and Forklift Truck of the Year (IFOY)
Award 2026 ausgezeichnet – einem der angesehensten
Preise der globalen Materialflussund
Lagerautomatisierungsbranche. Die feierliche
Verleihung fand bei der IFOY AWARD Night
im beeindruckenden Hauptsitz des Software-
Spezialisten AEB in Stuttgart statt und zog über
150 internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft
und Medien an.
Die Jury ehrte Libiao für das revolutionäre
automatisierte Lager- und Goods-to-Person-
System AirRob PRO, das mit seinem innovativen
Ansatz zur Handhabung von Kartons und
Mehrwegbehältern in einer einzigen, hochflexiblen
Lagerlösung überzeugte. Der IFOY
Award gilt als Benchmark für Innovation und
wirtschaftliche Relevanz in der Intralogistik und
durchläuft einen strengen dreistufigen Bewertungsprozess:
den IFOY Test, eine wissenschaftliche
Innovationsprüfung und eine umfassende
Begutachtung durch eine internationale Jury
aus Fachjournalisten.
Pionierleistung in der Lagerrobotik
AirRob PRO basiert auf Libiaos bahnbrechender
Kletterroboter-Technologie und ermöglicht es
Lagerbetreibern, die Lagerdichte zu maximieren
und die Kommissionier-Effizienz zu steigern
– und das ohne umfangreiche Umbauten
der bestehenden Infrastruktur. Im Gegensatz
zu herkömmlichen Systemen kann AirRob PRO
sowohl Kartons als auch wiederverwendbare
Behälter auf einer einzigen Plattform handhaben,
wodurch zeitaufwändige Umladevorgänge
entfallen.
Eine der markantesten Innovationen ist der
schwenkbare Greifarm, der Lasten auf beiden
Seiten eines Lagergangs aufnehmen und ablegen
kann. Dies reduziert die Anzahl der benötigten
Arbeitsstationen erheblich oder macht
sie in manchen Anwendungen sogar überflüssig.
Intelligente Kamerasysteme, anpassbare
Saugertechnologie und integrierte Fördermechanismen
sorgen für eine sichere Handhabung
unterschiedlichster Produktgrößen und
Verpackungsarten.
AirRob PRO ist für Hochdurchsatz-Anwendungen
in Branchen wie E-Commerce, Lebensmittel,
Mode, Gesundheit & Schönheit, Pharma
sowie Third-Party-Logistik konzipiert. Es bietet
eine skalierbare Automatisierungslösung, die
Flexibilität mit außergewöhnlicher Raumeffizienz
verbindet.
Eine außergewöhnliche Auszeichnung
Ronan Shen, Leiter Global Sales bei Libiao
Robotics, kommentierte: „Der Gewinn des IFOY
Awards ist eine außergewöhnliche Ehre für das
gesamte Team von Libiao Robotics. Der IFOY-
Prozess ist in unserer Branche für seine Unabhängigkeit,
technische Strenge und den Fokus
auf den Kundennutzen bekannt – daher bedeutet
uns diese Auszeichnung sehr viel.
Bei Libiao hinterfragen wir stets die konventionellen
Ansätze der Lagerautomation. Wir sind
überzeugt, dass Unternehmen wie unseres die
nächste Generation der Intralogistik-Innovation
anführen – mit Lösungen, die nicht nur effizienter
und skalierbarer, sondern auch anpassungsfähiger
an die sich schnell wandelnden
Anforderungen moderner Lieferketten sind.
AirRob PRO wurde direkt als Antwort auf Kundenfeedback
und die wachsenden Herausforderungen
für Lagerbetreiber weltweit entwickelt,
darunter Fachkräftemangel, steigende
Kosten und begrenzter Platz. Es ist unglaublich
erfüllend, diese Innovation mit einem so
renommierten internationalen Preis gewürdigt
zu sehen. Mein Dank gilt unseren Kunden, Partnern
und dem gesamten Libiao-Team für ihre
Leidenschaft und ihr Engagement, die diesen
Erfolg möglich gemacht haben.“
Die Jury lobte insbesondere die praktische
Anwendbarkeit, Skalierbarkeit und den klaren
Kundennutzen von AirRob PRO. Hervorgehoben
wurden die intelligente Kombination von
Transport- und Kommissionierfunktionen, die
innovative Greifertechnologie sowie die Fähigkeit,
bestehende Lagerinfrastrukturen effizient
zu automatisieren. AirRob PRO setze neue
Maßstäbe für flexible Lagerautomation und
zähle zu den innovativsten Robotiklösungen
im diesjährigen Wettbewerb. Libiaos AirRob-
Technologie ist bereits weltweit in Logistikzentren
im Einsatz und unterstützt Einzelhändler,
Logistikdienstleister und Paketbetreiber bei der
Steigerung von Flexibilität und Effizienz in ihren
Fulfillment-Prozessen.
Der IFOY Award wird von einer unabhängigen
internationalen Jury vergeben, die führende
Logistikmedien aus 19 Ländern repräsentiert.
In diesem Jahr traten 49 Produkte und
Lösungen an, von denen 17 die anspruchsvolle
mehrstufige IFOY-Prüfung bestanden und
anschließend von der Jury bewertet wurden.
Mit dem Gewinn dieses renommierten Preises
unterstreicht Libiao Robotics seine Rolle
als Vorreiter in der Lagerautomatisierung und
zeigt, ANDREAS wie innovative AUER Technologien die Zukunft
der Intralogistik gestalten können. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S98
Vorläufige Einigung zu
Horizon Europe stärkt
Europas FTI-Standort
Industriellenvereinigung fordert 220 Mrd.
Euro, starke kollaborative Forschung und
klare Einbindung der Industrie in die EU-FTI-
Programmierung.
Die kürzlich im Rat der EU erfolgte
Annahme einer „partiellen allgemeinen
Ausrichtung“ zum Horizon
Europe-Paket ist ein starkes politisches
Signal und wichtige Weichenstellung auf
dem Weg zum neuen EU-Forschungsrahmenprogramm
„Horizon Europe 2028-34“.
Forschung, Technologie und Innovation sind
wesentliche Pfeiler einer echten Wettbewerbsfähigkeit
Europas. Angesichts des rasanten
globalen Wettrennens und hohen Wettbewerbs
um Technologievorsprünge forderte die Industriellenvereinigung
(IV) konsequent ein ambitioniertes,
eigenständiges Horizon Europe mit
einem abgegrenzten Budget. Daher ist es sehr
erfreulich, dass sich Wissenschafts- und Forschungsministerin
Eva-Maria Holzleitner, der
seitens Österreich die Federführung für das
EU-Forschungsrahmenprogramm obliegt, dafür
stark eingesetzt hat.
Ambitioniertes abgegrenztes Budget und
Stärkung der kollaborativen Forschung &
Innovation gefordert
Der zypriotische Ratsvorsitz hat vor Kurzem
im Rahmen der Veröffentlichung einer ersten
„Verhandlungsbox“ zum nächsten Mehrjährigen
Finanzrahmen (MFR 2028-2034) rund 168
Milliarden Euro für das nächste Horizon Europe
vorgeschlagen und liegt damit unter dem Vorschlag
der EU-Kommission von 175 Milliarden
Euro. „Ziel sollte weiterhin, insbesondere
in Anlehnung an die Empfehlungen von Mario
Draghi, der Expertengruppe rund um Manuel
Heitor und dem EU-Parlament, ein klar abgegrenztes
Budget in der Höhe von 220 Milliarden
Euro für das neue Horizon Europe 2028-34 bleiben,
um den FTI-Standort Europa entscheidend
nach vorne zu bringen“, so IV-Generalsekretär
Christoph Neumayer.
Die österreichische Bundesregierung müsse
sich bei den Verhandlungen zum Mehrjährigen
Finanzrahmen klar für jene Programme, die
Europas Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit
stärken, einsetzen. Dabei ist insbesondere
ein noch ambitionierteres Budget für Horizon
Europe und eine Stärkung der kollaborativen
Forschung in Säule 2 essenziell. Österreich ist
im EU-Forschungsrahmenprogramm Nettoempfänger
und mit bisher 1,7 Milliarden Euro an
Rückflüssen im seit 2021 laufenden Programm
insgesamt sehr erfolgreich. Dabei fallen rund
60 Prozent der zurückgeholten Forschungsmittel
auf die kollaborative Forschung in der 2.
Programmsäule.
Europa braucht solche kollaborativen Innovationsökosysteme
– bestehend aus einer
exzellenten wissenschaftlichen Basis, hochinnovativen
Start-ups und Scale-ups, angewandter
Forschung durch RTOs und durch eine
starke und zukunftsfitte Industrie, die weiterhin
maßgeblich in FTI investiert, F&E-Ergebnisse
umsetzt und auf den Markt bringt.
„Für das nächste Horizon Europe ist es insbesondere
erforderlich, den budgetären Anteil
für die kollaborative Forschung von den vorgeschlagenen
43 Prozent auf zumindest das
bisherige Niveau von 56 Prozent zu erhöhen“,
betont Neumayer.
Zentrale Rolle von Forschung, Technologie und
Innovation bei Verbindung zum EU Competitiveness
Fonds (ECF) notwendig
Künftig ist eine starke Verbindung insbesondere
der kollaborativen Forschung in Säule
2 von Horizon Europe mit dem EU Competitiveness
Fonds (ECF) vorgesehen, um FTI und
industrielle Umsetzung effektiver entlang eines
durchgängigen Investitionsweges zu gestalten.
Wesentlich ist jedoch dabei, dass Horizon
Europe als Forschungsprogramm eine mittelbis
langfristige Perspektive verfolgt und daher
die Erkenntnisse aus der Forschung zentrale
Impulsgeber der inhaltlichen Programmierung
für den ECF sein müssen.
Vor diesem Hintergrund ist es ein wichtiger
erster Schritt, dass nach intensiven Diskussionen
im Rat und darüber hinaus, nun immerhin
eine gemeinsame Adressierung kollaborativer
Forschungs- und Innovationsprioritäten nicht
nur durch den ECF, sondern auch durch Horizon
Europe vorgesehen ist. „Wichtig ist, im Programmierungsprozess
auch die forschungsaktive
Industrie miteinzubeziehen, um sowohl
die Einschätzung des Potenzials von Forschung
und Innovation zu neuen Technologien als
auch die Beurteilung der Märkte und Faktoren
zur Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen“, so
der IV-Generalsekretär. Ebenso müssten EU-
FTI-Partnerschaften mit ihrer umfassenden
Expertise in den Prozess integriert werden und
sowohl finanzielle als auch Sachleistungen
als Beteiligungsform in diesen Partnerschaften
anerkannt werden, um Unternehmen eine
aktive und direkte Teilnahme und damit direkten
Know-how Transfer zu ermöglichen. (RED)
LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S100
Anwenderforum
mobile Robotik – FTS-
Fachtagung 2026
FTS-Fachtagung wird zum »Anwenderforum
mobile Robotik« – und greift damit auch im
Namen den Wandel von klassischen Fahrerlosen
Transportsystemen (FTS) hin zu vernetzten
Robotik-Ökosystemen auf.
Die FTS-Fachtagung
wurde vom VDI-Fachausschuss
FTS ins Leben
gerufen, der gemeinsam
mit dem Forum-FTS der
fachliche Träger der Veranstaltung
ist. Von 1991
bis 2000 fand die Tagung
an der Universität Duisburg
statt, von 2002 bis
2010 war die Universität
Hannover Austragungsort.
2012 übernahm das
Fraunhofer IML die Organisation
und führt seitdem
die Tradition fort.
Das diesjährige Branchentreffen
steht unter dem Motto »FTS-Einsatz
lohnt sich: Hoher Durchsatz durch
optimierte Transportprozesse« und
bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater
und Forschende der Intralogistik zusammen.
Am 23. September 2026 geben Expertinnen
und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML spannende Einblicke
in aktuelle Anwendungen und Entwicklungen
im Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme
und Mobilrobotik.
Die traditionsreiche FTS-Fachtagung wird zum
»Anwenderforum mobile Robotik« – und greift
damit auch im Namen den Wandel von klassischen
Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) hin
zu vernetzten Robotik-Ökosystemen auf. Das
diesjährige Branchentreffen steht unter dem
Motto »FTS-Einsatz lohnt sich: Hoher Durchsatz
durch optimierte Transportprozesse« und
bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater
und Forschende der Intralogistik zusammen.
Am 23. September 2026 geben Expertinnen
und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML spannende Einblicke in
aktuelle Anwendungen und Entwicklungen im
Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme und
Mobilrobotik.
Mit einem Impulsvortrag von Prof. Alice Kirchheim,
Institutsleiterin am Fraunhofer IML, über
»Innovationen in der Intralogistik« wird die
diesjährige Fachtagung eröffnet. »Neben klassischen
FTS stehen heute autonome mobile
Roboter, Leitsysteme für gemischte Fahrzeugflotten,
offene Schnittstellen, Safety-Konzepte,
Cyber-Security-Fragen, KI-gestützte Navigation,
neue Betreiberrollen, zunehmend komplexe
Integrationsaufgaben und nicht zuletzt
die Potenziale humanoider Roboter im Fokus der
Branche. Aus einem klar umrissenen Spezialgebiet
ist ein breites technologisches Ökosystem
geworden«, so Kirchheim über die namentliche
Neuausrichtung des Traditionsformats.
Insgesamt sieben Vorträge und die Podiumsdiskussion
»Neue Möglichkeiten durch standardisierte
Kommunikation und Anbietervielfalt
– aber wie beherrscht der Kunde die komplexen
Projektstrukturen?« bieten vielfältige Einblicke
in die FTS-Praxis. Unternehmen aus verschiedenen
Branchen, darunter der Automobilindustrie,
der Hautpflegeindustrie und der Brauereibranche,
geben umfassende Einblicke in ihre
Erfahrungen. Traditionell wird die Fachtagung
wieder von einer Ausstellung begleitet, auf der
sich rund 25 Firmen aus der FTS-Branche präsentieren.
Die traditionsreiche FTS-Fachtagung wird zum
»Anwenderforum mobile Robotik« – und greift
damit auch im Namen den Wandel von klassischen
Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) hin
zu vernetzten Robotik-Ökosystemen auf. Das
diesjährige Branchentreffen steht unter dem
Motto »FTS-Einsatz lohnt sich: Hoher Durchsatz
durch optimierte Transportprozesse« und
bringt potenzielle Betreiber, Hersteller, Berater
und Forschende der Intralogistik zusammen.
Am 23. September 2026 geben Expertinnen
und Experten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML spannende Einblicke
in aktuelle Anwendungen und Entwicklungen
im Bereich der Fahrerlosen Transportsysteme
und Mobilrobotik.
Mit einem Impulsvortrag von Prof. Alice Kirchheim,
Institutsleiterin am Fraunhofer IML, über
»Innovationen in der Intralogistik« wird die
diesjährige Fachtagung eröffnet. »Neben klassischen
FTS stehen heute autonome mobile
Roboter, Leitsysteme für gemischte Fahrzeugflotten,
offene Schnittstellen, Safety-Konzepte,
Cyber-Security-Fragen, KI-gestützte Navigation,
neue Betreiberrollen, zunehmend komplexe
Integrationsaufgaben und nicht zuletzt
natürlich die Potenziale humanoider Roboter im
Fokus der Branche. Aus einem klar umrissenen
Spezialgebiet ist ein breites technologisches
Ökosystem geworden«, so Kirchheim über die
namentliche Neuausrichtung des Traditionsformats.
Insgesamt sieben Vorträge und die Podiumsdiskussion
»Neue Möglichkeiten durch standardisierte
Kommunikation und Anbietervielfalt
– aber wie beherrscht der Kunde die komplexen
Projektstrukturen?« bieten vielfältige Einblicke
in die FTS-Praxis. Unternehmen aus verschiedenen
Branchen, darunter der Automobilindustrie,
der Hautpflegeindustrie und der Brauereibranche,
geben umfassende Einblicke in ihre
Erfahrungen. Traditionell wird die Fachtagung
wieder von einer Ausstellung begleitet, auf der
sich rund 25 Firmen aus der FTS-Branche präsentieren.
(RED)
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LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S102
„Mit dem heutigen Beschluss zum „Fonds
Zukunft Österreich“ für 2026 setzt die Bundesregierung
eine wichtige systemische Initiative
zu Schwerpunkten wie Quantentechnologie,
Cybersecurity und klinischer Forschung,“ zeigt
sich IV-Generalsekretär Christoph Neumayer
erfreut. „Wichtig ist aber auch, dass der Fonds
gemäß Regierungsübereinkommen bis 2030
nachhaltig gesichert und auf 200 Millionen
Euro ausgebaut wird.“
Zukunft Österreich-
Fonds setzt 2026 auf
Ökosystemaufbau in
Schlüsseltechnologien
2026 wichtige Schwerpunkte und systemische
Initiativen adressiert – 2026 nur 75
Millionen Euro vorgesehen – „Fonds Zukunft
Österreich“ rasch für Zeit danach sichern und
aufstocken.
Kürzlich erfolgte für das laufende Jahr
2026 die Entscheidung über die Mittelvergabe
des „Fonds Zukunft Österreich
(FZÖ)“, der für die ergänzende
und insbesondere systemische Finanzierung
von Spitzenforschung im Grundlagen- und
anwendungsorientierten Bereich zentral ist.
Grundlage dafür war die Schwerpunktsetzung
der Bundesregierung und die davon abgeleiteten
Ausschreibungslinien: EU-Partnerschaften,
Seals of Excellence sowie Schlüsseltechnologieinfrastrukturen
und Ökosystemaufbau.
Die gesicherte Finanzierung des Fonds mit 140
Millionen Euro pro Jahr ist bereits letztes Jahr
ausgelaufen. Für 2026 stehen nur 75 Millionen
Euro aus Erträgen des ERP-Fonds und der
Österreichischen Nationalbank zur Verfügung.
Quantenökosystem, EU-Partnerschaften und
-Projekte, klinische Forschung
Mit dem FZÖ wird dieses Jahr, wie auch mit
zahlreichen Maßnahmen der Industriestrategie
und dem FTI-Pakt, ein Fokus auf strategische
Schlüsseltechnologien und Zukunftsthemen
gelegt. Im Zentrum des FZÖ steht mit 30
Millionen Euro der Aufbau eines Quantenclusters
zur Bündelung österreichischer Stärkefelder
in Quantentechnologien und Photonik,
in dem Spitzenforschung, Industrie, Start-ups
und Talente langfristig strategisch vernetzt
und international sichtbar gemacht werden
sollen. „Der agenturübergreifende Aufbau des
Austrian Quantum Clusters zeigt deutlich die
systemische Relevanz des ergänzenden Forschungsförderungsinstruments
Fonds Zukunft
Österreich“, ist Neumayer überzeugt. Des Weiteren
werden über den FZÖ 2026 Beteiligungen
an EU-Partnerschaften über Ko-Finanzierungen,
etwa in den Bereichen Quanten, Cybersecurity,
Umwelt/Klimaschutz und Rohstoffe
und der Aufbau eines Ökosystems für klinische
Forschung gefördert. Ebenso werden Mittel für
exzellent evaluierte, aber aus Budgetmangel im
EIC und ERC abgelehnte EU-Schlüsseltechnologie-Projekte
eingesetzt.
Themenoffene Formate sichern
„Wichtig ist, ergänzend zur wichtigen Fokussierung
auf Schlüsseltechnologien, in der FTI-Politik
auch themenoffene Ansätze und Formate,
wie die FFG-Basisprogramme, klar weiterzuführen
und für alle Unternehmen zugänglich zu
halten,“ betont Neumayer. Diese ermöglichen
forschungsaktiven Unternehmen Flexibilität
für das frühzeitige Aufgreifen neuer Entwicklungen
und Technologietrends und bieten die
Möglichkeit des raschen und umsetzungsnahen
Reagierens auf sich verändernde Märkte.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS
STRATEGIE
wikifolio-Indexzertifikat
Der Markt zur privaten
Kapitalanlage befindet
sich in einem Umbruch.
FinTech-Unternehmen fordern
die klassischen Anbieter heraus.
Mit der LOGISTIK express
Strategie wollen wir in die
Branche investieren und mit
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E-Mail: info@logistik-express.at
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