02.08.2026 Aufrufe

Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 110

Liebe Leserin, lieber Leser, noch ist der Sommer in Bremen sehr präsent und lockt uns vor die Tür. Mich gerne mal in wohl temperierte Ausstellungen, nicht nur in Bremen, aber hier besonders gerne. Im Magazin gibt es wieder jede Menge Tipps dafür. Aber wie wäre es mit einem Bummel durch Bremens Straßen und vor allem, wenn in der einen oder anderen kleinen Einkaufsstraße auch ein Fest stattfindet? Am 22. August das Wachmannstraßenfest und am 05. September, zeitgleich mit dem ersten Heimspiel von Werder, halten die Anrainer im Fedelhören ihre Geschäfte offen und möchten mit Ihnen ab 16:00 Uhr feiern. Rund um den Ansgarihof sind übrigens auch alle Geschäfte geöffnet, obwohl dort die große Baustelle ist. Die Innenstadt soll schöner werden, ich freue mich dar- auf. Ich vermisse aber auch seit vielen Jahren das Straßenfest am Ostertorsteinweg, auch dort und weiter bis zum Ende des Steintors gibt es so viele schöne Sachen zu entdecken und das große Fest war früher ein Highlight in meinem Kalender. Schade, dass es das nicht mehr geben soll. Ich kann gar nicht oft genug daran erinnern, wie wichtig ich es finde, dass wir nicht aus Bequemlichkeit nur online shoppen, sondern uns die Zeit nehmen in den Geschäften zu stöbern. Wieder wird ein mit Herzblut geführtes Geschäft (an der Verdener Straße) seine Türen schließen, weil wir nicht bereit sind für Qualität etwas mehr Geld auszugeben. Ich halte es mit meiner Großmutter, die schon immer sagte „wer günstig kauft, kauft zweimal“. In diesem Sinne, bleiben Sie nicht nur im Schatten und vor allem zuversichtlich. Herzlichst, Susanne Lolk

Liebe Leserin, lieber Leser,

noch ist der Sommer in Bremen sehr präsent und lockt uns vor die
Tür. Mich gerne mal in wohl temperierte Ausstellungen, nicht nur in
Bremen, aber hier besonders gerne. Im Magazin gibt es wieder jede
Menge Tipps dafür.

Aber wie wäre es mit einem Bummel durch Bremens Straßen und
vor allem, wenn in der einen oder anderen kleinen Einkaufsstraße
auch ein Fest stattfindet? Am 22. August das Wachmannstraßenfest
und am 05. September, zeitgleich mit dem ersten Heimspiel von
Werder, halten die Anrainer im Fedelhören ihre Geschäfte offen und
möchten mit Ihnen ab 16:00 Uhr feiern. Rund um den Ansgarihof
sind übrigens auch alle Geschäfte geöffnet, obwohl dort die große
Baustelle ist. Die Innenstadt soll schöner werden, ich freue mich dar-
auf. Ich vermisse aber auch seit vielen Jahren das Straßenfest am
Ostertorsteinweg, auch dort und weiter bis zum Ende des Steintors
gibt es so viele schöne Sachen zu entdecken und das große Fest
war früher ein Highlight in meinem Kalender. Schade, dass es das
nicht mehr geben soll.

Ich kann gar nicht oft genug daran erinnern, wie wichtig ich es finde,
dass wir nicht aus Bequemlichkeit nur online shoppen, sondern uns
die Zeit nehmen in den Geschäften zu stöbern. Wieder wird ein mit
Herzblut geführtes Geschäft (an der Verdener Straße) seine Türen
schließen, weil wir nicht bereit sind für Qualität etwas mehr Geld
auszugeben. Ich halte es mit meiner Großmutter, die schon immer
sagte „wer günstig kauft, kauft zweimal“.

In diesem Sinne, bleiben Sie nicht nur im Schatten und vor allem
zuversichtlich.

Herzlichst, Susanne Lolk

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KULTUR

Theater

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Film

PLAUDEREI

Katja Pietsch

KUNST

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IN BREMEN

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Editorial

Liebe Leserin,

lieber Leser,

noch ist der Sommer in Bremen sehr präsent und lockt uns vor die

Tür. Mich gerne mal in wohl temperierte Ausstellungen, nicht nur in

Bremen, aber hier besonders gerne. Im Magazin gibt es wieder jede

Menge Tipps dafür.

Aber wie wäre es mit einem Bummel durch Bremens Straßen und

vor allem, wenn in der einen oder anderen kleinen Einkaufsstraße

auch ein Fest stattfindet? Am 22. August das Wachmannstraßenfest

und am 05. September, zeitgleich mit dem ersten Heimspiel von

Werder, halten die Anrainer im Fedelhören ihre Geschäfte offen und

möchten mit Ihnen ab 16:00 Uhr feiern. Rund um den Ansgarihof

sind übrigens auch alle Geschäfte geöffnet, obwohl dort die große

Baustelle ist. Die Innenstadt soll schöner werden, ich freue mich darauf.

Ich vermisse aber auch seit vielen Jahren das Straßenfest am

Ostertorsteinweg, auch dort und weiter bis zum Ende des Steintors

gibt es so viele schöne Sachen zu entdecken und das große Fest

war früher ein Highlight in meinem Kalender. Schade, dass es das

nicht mehr geben soll.

Ich kann gar nicht oft genug daran erinnern, wie wichtig ich es finde,

dass wir nicht aus Bequemlichkeit nur online shoppen, sondern uns

die Zeit nehmen in den Geschäften zu stöbern. Wieder wird ein mit

Herzblut geführtes Geschäft (an der Verdener Straße) seine Türen

schließen, weil wir nicht bereit sind für Qualität etwas mehr Geld

auszugeben. Ich halte es mit meiner Großmutter, die schon immer

sagte „wer günstig kauft, kauft zweimal“.

In diesem Sinne, bleiben Sie nicht nur im Schatten und vor allem

zuversichtlich.

Herzlichst

Susanne Lolk

·

Mit dem QR-Code online lesen

und im Archiv stöbern!

3


Inhalt

110

06

PLAUDEREI

Katja Pietsch

Radio Bremen

12

KUNST

Sabine Straßburger

32

MUSIK

Philharmoniker

Sendesaal

GartenKultur

Seebühne / Metropol

42

BÜHNE

Theater Bremen

Shakespeare Company

Stadttheater BRV

48

AUSSTELLUNGEN

Gerhard-Marcks-Haus

Lilienthaler Kunststiftung

Städtische Galerie

Syker Vorwerk

4


Immobilienverkauf?

Dafür hab ich

jemanden!

22

IN BREMEN

Bindungsenergetik

150 Jahrfeier BSAG

Ansgari-Quartier

28

MUSIKFEST BREMEN

45 Veranstaltungen

34 Spielstätten

64

FILM

Filmkritik

Silent Cinema

Premieren

Filmkunsttheater

75

UNTERHALTUNG

Buchbesprechung

Cartoon

Kreuzworträtsel

Melanie Kritzer,

Haus & Grund-Mitglied seit 2013

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5


Plauderei mit Katja Pietsch

Von Lena Häfermann, Fotos: Konstantin Zigmann

Katja Pietsch auf dem Weg in die Redaktionen von Bremen Eins und Bremen Vier – zwei ihrer früheren Arbeitsplätze bei Radio Bremen.

6


„Ich mag die Nähe in Bremen.“

Für die heutige Plauderei darf ich eine Frau treffen,

die sozusagen beruflich plaudert. Eine, die aber sonst

eher in die Rolle der Fragenstellerin schlüpft: Katja

Pietsch, Chefredakteurin von Radio Bremen. Wollen

wir doch mal schauen, wie sie sich auf der anderen

Seite eines Interviews so macht. Das Erste, was

mir auffällt, als sie mich fröhlich begrüßt: was für ein

wunderbares und farbenfrohes Outfit (knallroter Hosenanzug

mit pinkem T-Shirt). Außerdem: eine meiner

Fragen wäre gewesen, worüber Frau Pietsch das

letzte Mal so richtig herzhaft gelacht hat. Doch schon

nach wenigen Augenblicken ist klar: heute, über

eine Bemerkung, die der Fotograf gemacht hat. Frau

Pietsch lacht gern. Laut. Und oft. Das wird sicher eine

unterhaltsame Plauderei!

Katja Pietsch ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. In der

Nähe des Westfalenstadions und durch ihre Blutbahn

schwirren, wie sie sagt: schwarz-gelbe Blutkörperchen.

Dass die inzwischen auch grün-weiß sind, gibt

sie aber auch gern zu. Bunt geht es also in ihrem Inneren

zu, könnte man sagen. Auch das Büro der Chefin

ist bunt und lädt dazu ein, den Blick schweifen zu

lassen: Hier liegt eine gelbe Stressente, dort hängen

Fotos vergangener Veranstaltungen (und natürlich ein

gelb-schwarzes Stadionbild), viele, viele Bücher zieren

das Regal, eine Kaffeemaschine gibt es auch, der Konferenztisch

ist wirklich und wahrhaftig eine Tischtennisplatte,

sogar mit Netz. Zwei Schläger liegen auch

bereit. Dazu eine große Schale mit Haferkeksen.

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7


Katja Pietsch im Gespräch mit Lena Häfermann

Bank, BWL, Bremen Vier

Los geht’s! Wir starten mit der beruflichen Laufbahn.

Nach einer Banklehre und einem BWL-Studium, um

etwas Solides in der Tasche zu haben, entdeckte Katja

Pietsch während des angehängten Journalistik-Studiums

ihre große Liebe: Das Radio. Diese Liebe führte

sie zunächst zu Stationen in Nordrhein-Westfalen,

bevor eine Freundin anrief und sie nach Bremen und

zu Radio Bremen lockte. „Bei Bremen Vier habe ich

die Vier News mitentwickelt und präsentiert. Dann

fing ich bei Bremen Eins bei der Rundschau an. Später

bei buten un binnen, als Moderatorin. Und so ging

es immer weiter. Ich wurde Nachrichtenchefin, jetzt

bin ich Chefredakteurin.“ Und da hat sie das journalistische

große Ganze im Blick: die journalistische Qualität

im Programm, aber auch große Ereignisse wie die

Organisation der Berichterstattung zum Tag der Deutschen

Einheit für die ARD und Radio Bremen oder

die Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr. So im

Schnelldurchlauf.

„Ich bin neugierig und liebe Menschen und ihre Geschichten“,

erklärt sie ihre Berufswahl. Aus beinahe

jeder Begegnung nimmt sie etwas mit, etwas Neues,

einen Gedanken, eine Geschichte, ein Gefühl, eine

Perspektive – und gleichzeitig hofft sie immer, selbst

auch immer etwas zurückzugeben, sodass aus einem

einfachen Gespräch ein Austausch wird, der in

beide Richtungen wirkt. „Wir sind so nah an unserem

Publikum. Das ist es, was mir an Radio Bremen und

an der Stadt gefällt. Alle Bremerinnen und Bremer

kennen Radio Bremen und wissen damit etwas anzufangen.

Ich mag das.“ Neben den journalistischen

Inhalten kann sich die Chefredakteurin auch für Herzens-Aktionen

begeistern wie zum Beispiel das Weihnachtswunder,

eine gemeinsame Aktion der Hörfunkwellen

Bremen Eins und Bremen Vier. Auf dem

Weihnachtsmarkt stand die letzten beiden Jahre (und

diesen Winter wieder) ein gläsernes Studio, aus dem

rund um die Uhr gesendet wird. Hier dürfen sich Besucherinnen

und Besucher gegen eine Spende Musik

wünschen, es werden Konzerte gespielt, und am

Ende geht das Geld an einen guten Zweck. „Am letzten

Abend haben wir dort alle zusammen gesungen,

mit hausinterner Band, und es war einfach so schön,

das Publikum kennenzulernen und miteinander ins

Gespräch zu kommen.“ Das ist etwas sehr Besonderes,

findet sie.

Für gute Laune ist gesorgt

Ich möchte wissen, wie wir uns den Alltag einer Chefredakteurin

vorstellen können. „Wie ein buntes Mosaikpuzzle“,

antwortet Katja Pietsch auf die Frage

nach ihren täglichen ToDos. Da steht ein Austausch

8


mit dem buten un binnen Regionalchef an, dann die

Führungskräfte-Runde aus Online, TV und Radio. Danach

Meetings mit den Kolleginnen und Kollegen der

ARD. Radio Bremen ist Teil der ARD und damit ist

Frau Pietsch auch eine der Chefredakteurinnen der

ARD. Radio Bremen ist Lieferant und Garant für regionalen

Nachrichten und Unterhaltung. Mit den Radio-

Sendern Bremen Eins, Bremen Zwei, Bremen NEXT

und Bremen Vier verbinden viele Menschen im Land

Bremen eine persönliche Geschichte, erzählt Katja

Pietsch. Auch heute schaltet jeder zweite im Bundesland

Bremen einen Sender von Radio Bremen ein.

“Stolz bin ich darauf, dass buten un binnen das erfolgreichste

TV-Regionalmagazin Deutschlands ist. Es ist

diese Verbundenheit mit den Menschen, die mich so

antreibt. Ich freue mich auch über alle, die uns digital

über die Apps und Streaming nutzen, weil es zeigt,

dass uns die Menschen finden, wo und wann sie es

mögen“.

Die Tür von Pietsch steht grundsätzlich offen. Sie ist

ansprechbar für ihr Team, auch oder gerade dann,

wenn Unvorhergesehenes passiert. „Außerdem sorge

ich für Motivation und gute Laune“, ergänzt sie.

Das glaube ich angesichts des ansteckendes Lachens

sofort. Pietsch beschreibt ihre Arbeit als ein Zusammenspiel

aus unterschiedlichen Tätigkeiten – sprechen,

schreiben, organisieren, entwickeln –, das sich

nicht auf eine einzige Rolle reduzieren lässt, sondern

gerade davon lebt, dass ständig neue Situationen entstehen,

neue Menschen ins Spiel kommen und neue

Lösungen gefragt sind. „Ich fühle mich sehr wohl, in

dem, was ich tue. Und sehr beschenkt“, sagt sie.

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9


Das Hintergrundbild ist ein Ausschnitt eines großen Tafelbildes „Dampfradio“ aus dem Jahr 1983, eine Gemeinschaftsarbeit der beiden deutschen

Künstler Jub Mönster und Jürgen Schmiedekampf

Eine Jalousie runterlassen

In einer Welt, in der die Informationsflut und viel zu

oft auch die schlechten Nachrichten uns zu ersticken

drohen, was ist der Rat einer Frau, die sich täglich damit

umgibt? Wie schafft sie es, sich abzugrenzen und

ihre Heiterkeit zu bewahren? „Ich habe gelernt, mir

eine Jalousie runterzulassen. Mir zu sagen, okay, ich

nehme das jetzt mit, aber mir nicht zu sehr zu Herzen.

Ich kann die Welt nicht retten.“

Als Journalistin und Redakteurin hat sie schon viele

Stationen miterlebt: Radio, Fernsehen, Internet. Obwohl

inzwischen das Digitale im Fokus steht, kann sie

sich aber auch immer noch für die Arbeit beim Radio

oder im Fernsehen begeistern. „Da gibt es Moderatorinnen

und Moderatoren, die Sie ansprechen. Die

lassen Sie in Ihr Wohnzimmer, mit denen fahren Sie

Auto. Denen können Sie vertrauen. Die können Sie auf

der Straße treffen.“ Was sie immer wieder antreibt,

sind selten die großen, spektakulären Momente, sondern

vielmehr die kleinen Begegnungen, die im Alltag

entstehen und oft kaum auffallen, wenn man nicht

genau hinschaut – ein Lächeln auf der Straße, ein kurzer

Austausch, ein Moment, in dem sich etwas verbindet,

ohne dass es geplant war.

Wegen Pistazieneis nach Sizilien

Bei all der Bewegung, all den Begegnungen und all

den Impulsen bleibt eine Sache schwierig: innezuhalten.

„Einfach mal durchatmen, einfach mal stoppen“,

sagt sie. Wenn sie unterwegs ist, dann deshalb am

liebsten auf eine Weise, die möglichst viel Raum für

Spontaneität und Pausen lässt. Beim Motorrad fahren

geht es ihr nie nur um das Ziel, sondern vor allem

um den Weg dorthin, weshalb sie Autobahnen meidet

und stattdessen Landstraßen bevorzugt, auf denen

sich Landschaften, Orte und Stimmungen ganz anders

erschließen. Es war sogar schon mal nur ein spe-

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Sonntagskind

EINE GUTE

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BESSER ALS

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Die wöchentliche Kolumne MORGEN. von

Mark Scheibe

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sonntagskind.

blog

Loriots Spruch: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ trifft

Katja Pietschs Humor auf den Punkt. Der Loriot Mops auf dem Sofa vor

Radio Bremen erinnert daran, das Leben und den täglichen Wahnsinn

mit Humor zu nehmen

ziell empfohlenes Pistazieneis in Sizilien Anlass und

damit Reiseziel. Und wenn es darum geht, anzukommen,

dann bedeutet das für Frau Pietsch auch nicht

zwingend ein fest gebuchtes Hotel, sondern kann

ebenso gut ein kleiner Gasthof sein, eine spontane

Unterkunft oder eben ein Zeltplatz mit Aussicht. Zelten

und Ruhepausen in Hängematten hat sie erst spät

für sich entdeckt, erzählt sie und zeigt damit, dass sie

ihren Radius immer noch erweitert. Einfach mal die

Dinge ausprobieren, die sich irgendwann ergeben.

Mal Action, mal Entspannung

„Ich mag den Trubel, einfach mal so ein bisschen berieseln

lassen, Spaß haben, leben. Und ich mag aber

genauso gerne auch einfach mit Freunden in der

Ruhe zu sein, nicht an der Oberfläche zu bleiben, sondern

sich auch mal in der Tiefe auszutauschen und

das auch gerne mit einem schönen Essen dabei. Ich

kann mich in beidem sehr, sehr wohlfühlen und ich

finde es auch wichtig, dass das ausgeglichen ist.“

Nach Lieblingsorten frage ich noch, und der ist nicht

immer gleich für Katja Pietsch: Samstagvormittags ist

es der Markt auf dem Domshof, plaudern, schlendern,

einkaufen. Den Sonntagmorgen verbringt sie gern mit

einer Tasse Kaffee auf der Stufe zu ihrer Balkontür.

„Ich liebe es auch, auf die Weser zu gucken. Es gibt

hier einen sehr schönen Ort, an der Weser entlang,

hinter der Überseeinsel. Da kann man schön drei Gänge

runterschalten und durchs Gebüsch die Weser glitzern

sehen.“

Gekommen, um zu bleiben

Wie ist es denn, aus dem Ruhrpott nach Bremen zu

kommen? Hat man da Heimweh? Die norddeutsche

Zurückhaltung ist erstmal gewöhnungsbedürftig,

wenn man aus dem Pott kommt, gibt Katja Pietsch zu.

Das Ruhrgebiet beschreibt sie als laut, leidenschaftlich,

direkt – als einen Ort, an dem Emotionen selten

gedämpft werden, sondern sich ihren Weg suchen,

während sie Bremen als zurückhaltender erlebt hat, als

leiser, manchmal auch vorsichtiger im Ausdruck. Eine

Szene ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben und

erheitert sie bis heute: bei einem Spiel im Weserstadion

singen und trommeln die Dortmunder Fans unermüdlich

und treiben ihre Mannschaft pausenlos an.

Trotz Eiseskälte. Irgendwann fragt ein Bremer Fan etwas

genervt, ob das denn nie aufhöre. „Nee, das kannste

knicken“, bekam er zur Antwort. Trotz aller vermeintlichen

Unterschiede in Mentalität, Temperament

und Fußballliebe: „Bremen ist mein Zuhause.“

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11


SABINE STRAßBURGER

Geschichte ist Geschichtetes, 2026, Mixed Media

12


Denken

in Bildern

von Karla Wagner

Sabine Straßburger

„Malerei ist meine Art zu denken!“ - so Sabine Straßburger im Gespräch. Ihr künstlerisches

Schaffen begleitet sie kontinuierlich mit philosophischen Fragestellungen

– was macht das Format aus? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Bild und Objekt?

Wie erfolgt die Wahrnehmung von präsentierten Arbeiten, was ist wahrnehmbar?

Die Künstlerin beruft sich hier auch auf den französischen Schriftsteller Jean Giono

(1895 bis 1970), der konstatierte: „Wir haben verlernt, die Augen auf etwas ruhen zu

lassen, deshalb erkennen wir so wenig.“

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13


Wie groß ist eine Lücke - mind.-höchst., 2019, 21x210cm, 3-tlg., Öl auf Leinwand, Öl auf Holz, Holzelemente variabel

In ihrer Arbeit konzentriert sich die Künstlerin auf zwei,

für sie gleichwertige, Ebenen der Malerei: einerseits

die analytisch-konzeptionelle Dimension, in der die

konstruktiven wie auch konstitutiven Elemente des

Bildes wie Bildraum, Fläche und Binnenformat in den

Fokus gestellt und beleuchtet werden, andererseits

die Frage, wie sich Malerei in der Struktur und Textur

oder der verschiedenen Wirkungen der Farbe äußert.

Bilder sind für die Künstlerin Wahrnehmungsfelder,

sind Schritt für Schritt zu erschließen, dabei verbindet

sich Gesehenes mit Erinnertem, wobei auch die Betrachter

und Betrachterinnen der eigenen Geschwindigkeit

folgen und das persönliche Zeitarchiv, das

persönliche Gedächtnis aktiviert wird.

Im Gespräch sagt Sabine Straßburger, dass die Malerei

durch ihre persönliche Zeitstruktur – und hier die

Ölmalerei im Besonderen – ein geeignetes Medium

sei, die für sie wichtigen Zusammenhänge sichtbar zu

machen: ein eher von Langsamkeit gekennzeichneter

Entstehungsprozess, der dem Sehen und Wahrnehmen,

dem Erkennen und Verstehen Zeit lasse und der

von den Betrachtern und Betrachterinnen nachvollzogen

werden könne.

Sabine Straßburger ist 1956 in Osterholz-Scharmbeck

geboren, absolviert von 1976 bis 1981 das Studium

der Kommunikation (Kunst und Germanistik) an der

Universität Bremen. Von 1992 bis 2015 ist die Künstlerin

Mitglied der Galerie Gruppe Grün e. V. Anlass der

Gründung dieser Produzentengalerie im Jahr 1971

war nicht ein gemeinsames ästhetisches oder stilistisches

Programm – einfach und fundamental zugleich

wollten die Künstlerinnen und Künstler ihr kreatives

Schaffen präsentieren. Ziel war, die Öffentlichkeit an

den jeweils neuesten Arbeiten teilhaben zu lassen,

zur Diskussion zu stellen und auf diese Weise einen

künstlerischen Freiraum zu schaffen, der unabhängig

von den Bedingungen einer kommerziell arbeitenden

Galerie und der damit implementierten Verkäuflichkeit

agiert. 1993 nimmt Sabine Straßburger mit der Gruppe

KEB an einem Wettbewerb der Platzgestaltung in

Findorff teil; die Gruppe gehört zu den Preisträgern.

Ebenfalls im Jahr 1993 erhält die Künstlerin einen

Lehrauftrag für Malerei an der Universität Bremen.

Als eine weitere wichtige Station in ihrer künstlerischen

Laufbahn ist das im Jahr 2002 erhaltene

Stipendium Casa Baldi zu werten. Die Casa Baldi,

eine Künstlerresidenz in dem mittelalterlichen Berg-

O.T. - Nr.2, 2021 18x215cm, 4-tlg. Öl, Metall, Holz auf Leinwand

14


SUMMER TIME

städtchen Olevano Romano, etwa eine Stunde östlich

von Rom gelegen, gehört seit 1960 der Deutschen

Akademie Rom Villa Massimo an. Jährlich vergibt eine

Fachjury acht Stipendien an Künstlerinnen und Künstler

aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst,

Literatur und Musik (Komposition).

Sabine Straßburger arbeitet vorwiegend mit Ölfarbe,

mischt sie in der Vergangenheit selbst aus Pigmenten,

Bindemitteln und Beimischungen. Auf diese Weise

entsteht ein haptisches Malmaterial; die früheren

Bilder bieten keine glatte, viele jedoch häufig eine reliefartige

Oberfläche oder changierende Farbflächen

an. Einzelne Farbschichten überlagern sich, Pigmente

verschmelzen und schichten sich im malerischen

Prozess, durchdringen sich aber gleichzeitig und verleihen

dem Bild Räumlichkeit, Plastizität und Tiefe. Es

entstehen komplexe Gebilde, Bildsprachen, abstrakte

Systeme, spannungsvolle Bildzeichen und Farbflächen.

Die Arbeiten gehen vom Seriellen aus; sie sind

Versuchsanordnungen. Sie gehen der Frage nach,

was ein Bild ausmacht, wie ein ästhetisches Anschauungsmodell

entwickelt werden kann und die den

Betrachtenden gegebenenfalls vor Augen führt, dass

diese Fragen final nicht zu beantworten sind.

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15


Von Ungefährem + Exaktem - Studien, 2023, jeweils 40x40cm

Öl auf Leinwand

So sind die Bilder der Künstlerin mehr Objekte als dass

sie Bildcharakter im herkömmlichen Verständnis haben.

Farben sind für Sabine Straßburger vielmehr als visuelle

Reize, sind gleichermaßen Zeichen und Inhaltsträger.

Die Rezeption der Farbe stellt sich als komplexer

Prozess mit vielen Komponenten wie Licht, Farben

der Umgebung, Sättigung wie auch Größe und Format

der Farbfläche dar. Farbe ist so nicht unter einem

Oberbegriff zu fassen; zudem trägt die Farbe für die

Künstlerin auch persönliche Erfahrungen und emotionale

Erfahrungsräume in sich. Bedeutungen lassen

sich so transportieren, Emotionen werden freigesetzt

und die eigene Wahrnehmung erfährt Lebendigkeit

und Dynamik. Durch das Zusammenspiel von Farbe,

Form und Erinnerung entstehen so innovative

Momente. Die Bildzeichen und Farbflächen, die die

Künstlerin in ihren Arbeiten präsentiert, lassen sich

in den Bereich der Konzeptkunst einordnen, jedoch

greift Sabine Straßburger auch Elemente der konkreten

Kunst auf.

Bei der Konzeptkunst ist die Idee bzw. das Konzept

das eigentliche Kunstwerk. Material und fertiges Objekt

erscheinen zweitrangig. Nicht was die Betrachtenden

sehen, ist entscheidend, sondern was sie denken.

US-Künstler Sol LeWitt beschreibt es so: „Wenn

ein Künstler eine konzeptuelle Kunstform wählt, bedeutet

das, dass alle Planungen und Entscheidungen

16


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1717


O.T., 2025 Öl, Tape a. Leinwand 70x210 cm

im Vorhinein getroffen werden und die Ausführung

eine rein mechanische Angelegenheit ist. Die Idee

wird zu der Maschine, die die Kunst macht.“

Unter Konkreter Kunst subsummiert sich eine Kunstrichtung,

die im Gegensatz zum Kunstbegriff der

Abstraktion zu verstehen ist. Während die abstrakte

Kunst den Versuch unternimmt, sichtbare Realität wie

eine Landschaft oder auch ein Gesicht zu verfremden,

zu vereinfachen oder zu reduzieren, greift die Konkrete

Kunst in keiner Weise auf die Natur zurück. Sie

hat nicht den Anspruch etwas abzubilden, zu symbo-

lisieren oder Realitäten hinter den Dingen zu erklären.

Grundsatz der Konkreten Kunst ist: Das Werk steht

für sich selbst – eine Fläche ist eine Fläche, eine Linie

eine Linie, ein gelbes Quadrat ein gelbes Quadrat.

Der Entstehungsprozess von Bildern soll nachvollziehbar

und ablesbar sein; Sabine Straßburger ermöglicht

in ihren Arbeiten, zwar durchdacht und rational,

trotzdem, dass Zufall, spontanes Finden von Formen

und die Eigendynamik der Farbe ihren Platz haben.

Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Planung und

Prozess.

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Vorträge rund um die Gesundheit

im St. Joseph-Stift

Demenzinformationsabend

19. August 2026 um 16 Uhr

A. Viergutz, Neuropsychologin

A. Heinermann, Oberärztin Geriatrie

Arthrose – Therapien der Naturheilkunde

02. September 2026 um 17 Uhr

Dr. med. S. Dörffel, Leitung Klinik für Naturheilverfahren

Grauer Star im Fokus – von der Diagnose

bis zur Behandlung

16. September 2026 um 16:30 Uhr

Dr. med. B. Paun, Oberärztin Augenklinik

Endometriose

30. September 2026 um 17 Uhr

Dr. med. K. Dennis, Ltd. Oberärztin Frauenklinik

Dr. med. L. Zech, Oberärztin Frauenklinik

Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1930 von dem niederländischen

Künstler und Kunsthistoriker Theo van

Doesburg in einem Manifest geprägt, in dem er konstatiert:

„Das Bild muss ausschließlich aus plastischen

Elementen konstruiert sein, d. h. aus Flächen und

Farben. Ein Bildelement hat keine andere Bedeutung

als ‚sich selbst‘, folglich hat das Bild keine andere Bedeutung

als ‚sich selbst‘.“

Der Eintritt ist frei.

Anmeldung unter (0421) 347 347 (Anrufbeantworter)

oder an mam@sjs-bremen.de

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Es gelingt Sabine Straßburger bei den Betrachtenden

einen inneren Umgang mit ihren Arbeiten in der

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durch unsere professionelle Beratung können wir dazu beitragen, dass

die Polymedikation wirksam und sicher verläuft.

Das Team der Horner Apotheke steht Ihnen zur Seite und hilft,

Ihre Gesundheit optimal im Blick zu behalten. Und das Beste daran:

Sie haben gesetzlichen Anspruch darauf! Sprechen Sie uns gerne an!

Terminvereinbarung:

Hotline 0800 – 20 366 10 | mail@hornerapotheke.de

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circeling thoughts, 2025, 110x110cm

Öl, Kreiden auf Leinwand

19


O.T. 2, 2022, 38x80 cm, Öl auf Leinwand

einfach Bilder, ihre Arbeiten suggerieren

Lesbarkeit. Ihre Arbeiten

„beherbergen“ Geschichte, die – so

die Künstlerin – sich auch als „Geschichtetes“

darstellt.

seit 1888

Wir liefern Ihnen Wärme auf Vorrat

Die Wahrnehmung der präsentierten Arbeiten ist selbstredend individuell,

jedes Bild fungiert als erster Impuls und birgt die Möglichkeit, einen

dynamischen Prozess zu durchlaufen- das, was mit zeitlichem Abstand

erkannt wird, muss nicht mit dem ersten Eindruck übereinstimmen.

Durchgängig konzentriert sich Sabine Straßburger auf komplexe Thematisierungen

und unterschiedliche Aspekte von Bildlichkeit, widmet sich

der Frage, wie Konventionen und Normen sich zur Bildfläche verhalten,

Wahrnehmungen prägen. Der Aufbau ihrer Arbeiten ist vergleichbar mit

dem sprachlicher Konstrukte. Dabei kristallisiert sich auch häufig eine ironische

und spielerische Haltung zu den Entstehungsprozessen heraus.

Die Betrachtenden erleben hier eine Fülle an unterschiedlichen Assoziationsfeldern.

Koopmann-Jindelt

Energiehandel GmbH

www.koopmann-jindelt.de

info@koopmann-jindelt.de

Barlachweg 19 · 28355 Bremen

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Service-Ruf 0800 5667626 / 0-24 Uhr

Versuch mit Flüssigkeit und Lichtquelle, Polaroid 1, 2021

20


Während der Pandemie erhält die Künstlerin 2021 für

den Zeitraum von drei Monaten ein Stipendium. In

diesem Kontext entschließt sich Sabine Straßburger

„anders (zu) malen“, entscheidet sich für das Medium

Fotografie - als Werkzeug dient eine Polaroidkamera.

Die Polaroidfotografie wertet die Künstlerin als Fortführung

ihrer Malerei, die ihr die Möglichkeit offeriert,

unmittelbar und sofort Resultate zu überprüfen,

Gedanken und Ideen direkt visualisieren zu können –

über 1000 Polaroids entstehen, bei Weitem nicht alle

finden einen Platz in der Dokumentation ihres künstlerischen

Schaffens.

Für die ausgewählten Polaroids sind, so die Künstlerin,

nicht deren fotografische Qualität oder „Originalität“

entscheidend, Datum und Unterschiedlichkeit

der Inhalte spielen für Sabine Straßburger ebenso wie

deren persönliche Bedeutung eine Rolle. Gedanken

und Ideen aus dieser Zeit werden in der Auswahl der

entstandenen Polaroids berücksichtigt.

Ihre Erfahrungen und Erinnerungen hält Sabine

Straßburger über einen Zeitraum von 151 Tagen fest,

reflektiert den Prozess und bezeichnet ihn als „ALL(E)

-TAG(E)“. Die Pandemie nimmt sie als „chaotisch und

zugleich strukturlos“ wahr. Sie hält ihre „Erkenntnisse“

in einer Art Tagebuch fest - Corona ist das omnipräsente

Thema in dieser herausfordernden Zeit,

in deren Kontext entwickelt die Künstlerin „Struktur“,

stellt am Ende des Projekts, bei der Durchsicht und

Auswahl der Fotos, mehrfach verzerrte Perspektiven

fest, immer wieder präsentieren sich Kreisformen und

-formationen, wenig Farbe, Licht und Schatten und

immer wieder der Blick in den Himmel.

ANGEBOT:

Sonnenbrillen-

Gläser pro Paar*

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*Gläser aus Kunststoff in Ihrer Sehstärke: 75% oder 85%

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Tel. (04 21) 21 73 82 + 21 68 25

Sabine Straßburger macht die Erfahrung, dass die

Arbeit mit der Polaroidkamera Auswirkungen auf ihre

Malerei hat. Sie entwickelt und findet neue Ideen, so

dass das Werkzeug „Polaroidkamera“ ihr kreatives

Schaffen auch weiterhin begleitet.

In der Zeit vom 09. August bis 13. September 2026

präsentiert die Künstlerin in der Gruppenausstellung

„Zwischen Druck und Dehnung“ mit Anja Höppner

und Thilini Zach Arbeiten in der Villa Sponte, Osterdeich

59B.

sabine-strassburger.de

21


Von Michael Munzel

Load

Ein Problem unserer Zeit

Mental Load wird häufig als Thema berufstätiger

Mütter beschrieben. Tatsächlich betrifft die dauerhafte

mentale Belastung jedoch Menschen aller

Altersgruppen und Lebenssituationen: Lehrkräfte,

Berufstätige, Selbstständige, pflegende Angehörige,

Studierende und viele andere. Ständige Erreichbarkeit,

hohe Erwartungen und die Vielzahl alltäglicher

Entscheidungen können dazu führen, dass das Gefühl

von innerer Sicherheit verloren geht.

In unserem Zentrum für Bindungsenergetik in Bremen

widmen wir eine im August beginnende Vortragsreihe

dem Thema „Mentale Sicherheit statt Mental Overload“.

Im Mittelpunkt der Vortragsreihe stehen Fragen, die

viele Menschen unmittelbar betreffen: Schlafstörungen,

„Herz in Sicherheit“, Lernstörungen sowie Psychische

Gesundheit. Ziel ist es, wissenschaftliche

Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und

konkrete Anregungen für mehr Wohlbefinden

im Alltag zu geben.

Zusammen mit meiner Kollegin Uta Goebel wird am

27.08 2026, um 18:00 eine Veranstaltung mit zwei

Vorträgen zum Thema Störungen der Nachtruhe –

und wieso wir (k)ein Auge zu tun können den Auftakt

dieser Reihe machen. Im September wird ein Vortrag

zum Thema Herz in Sicherheit gehalten werden.

Darüber hinaus ist am 14.10.26 ein kleiner Fachtag im

Bereich Lernen und Lernstörungen geplant. Allen genannten

Themen ist gemein, dass sie Auswirkungen

eines gesellschaftlich um sich greifenden Phänomens

sind. Mental Load wird verständlich im Zusammenhang

mit einer Zeit, in der die Informationsbelastungen

und die Ansprüche des Lebens dazu führen, dass

immer mehr Menschen nicht mehr alles „unter einen

Hut“ bekommen. Dies führt zu unterschiedlichen Formen

der Erschöpfung und Überlastung, die wiederum

unterschiedliche Lösungsansätze benötigen.

Mental Load greift in einer zunehmend unsicheren

Welt immer mehr um sich, weshalb das Thema auch

bei Wohlwurzeln ganz oben auf der Agenda steht.

In unterschiedlichen Gesprächsformaten und Kursen

geht es um die Frage, wie Sicherheitszuwachs zu

mehr Wohlgefühl beitragen kann – und wie ein stabiles

Wohlgefühl hilft, Mental Overload vorzubeugen.

Im Mittelpunkt stehen Austausch, gegenseitige

Unterstützung und alltagstaugliche Impulse für

mehr Resilienz und mentale Gesundheit.

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Aktuell entsteht außerdem ein lokales Austauschforum

mit LehrerInnen aus Bremen. Sie dienen dem

Erfahrungsaustausch und bilden gleichzeitig die

Grundlage für einen speziell auf den Schulalltag zugeschnittenen

Kurs zum Thema Mental Load, Resilienz

und psychische Gesundheit.

Für den Ausbau unserer Social-Media-Aktivitäten

suchen wir außerdem interessierte PartnerInnen aus

Bremen, die das Thema Mental Load und mentale

Gesundheit mitgestalten möchten.

Wer sich für die Vortragsreihe, für den Austausch für

Lehrende oder weitere geplante Kurse auf unserer

Lernplattform Wohlwurzeln interessiert, kann sich

gerne per E-Mail an kontakt@bindungsenergetik.de

oder info@wohlwurzeln.de wenden.

Resilienz, mentale Gesundheit und Mental Load sind

keine Randthemen – sie sind Themen für Bremen.

Vielleicht sehen wir uns bereits beim Straßenfest im

Fedelhören, vor dem Zentrum für Bindungsenergetik

am 05.09.2026

Michael Munzel

Dipl. Psych.

Begründer der Bindungsenergetik

und Gründer von Wohlwurzeln

Fedelhören 106

28203 Bremen

T 0421 2446393

bindungsenergetik.de

Michael Munzel

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Eindrücke des großen Umzugs durch die Innenstadt, Foto: BSAG

Jubiläumskorso durch die Innenstadt

Am Samstag, dem 6. Juni, verwandelte sich die Obernstraße zwischen 16 und 18

Uhr in eine lebendige Bühne für 150 Jahre BSAG-Geschichte und die Mobilitätsentwicklung

in Bremen. Es war der glanzvolle Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

24


Rund 50 historische und moderne Fahrzeuge präsentierten

sich den zahlreichen Zuschauerinnen und

Zuschauern in einem großen Schaufahren. Die beeindruckende

Spannbreite reichte von der Pferdebahn

von 1876 bis zum modernen „Nordlicht“. So konnten

die Gäste die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs

aus nächster Nähe miterleben. Ergänzt wurde

das Spektakel durch liebevoll restaurierte Oldtimer, die

ebenfalls durch die Obernstraße rollten. Alle Fahrzeuge

– sorgfältig gepflegt und beeindruckend erhalten

– zeigten eindrucksvoll, wie sich Mobilität in Bremen

über eineinhalb Jahrhunderte verändert hat.

Dass das historische Erbe der BSAG so umfassend

erhalten ist und live präsentiert werden konnte, ist

vor allem dem großartigen Engagement des Vereins

Freunde der Bremer Straßenbahn zu verdanken. Für

den Korso hatten die Mitglieder in den vergangenen

Monaten die Fahrzeuge intensiv für ihren großen

Auftritt vorbereitet – inklusive aller vorgeschriebenen

Hauptuntersuchungen.

Insgesamt elf Straßenbahnen aus 150 Jahren konnten

beim Jubiläumskorso bestaunt werden. Angeführt

wurde die Parade von einer Pferdebahn – einem echten

Stück Bremer Verkehrsgeschichte. Das Fahrzeug

wurde 1888 in der Werkstatt in Walle gebaut und

bot damals Platz für 16 Fahrgäste, die auf einfachen

Lattensitzen in Längsrichtung saßen. Für die Pferdebahner

war der Dienst einst hart: bis zu 14 Stunden

Schicht, stehend und ohne Heizung. Die Zugpferde

hingegen wurden regelmäßig ausgetauscht und als

wertvolle Investition der Gesellschaft stets gut versorgt.

Ebenfalls mit dabei war Triebwagen 49, liebevoll

„Molly“ genannt. Er war der 17. Wagen einer Großserie

und zählt zu den ersten elektrisch betriebenen

Straßenbahntriebwagen in Bremen. Zwischen 1899

und 1907 entstanden im Stadtteil Walle insgesamt

147 dieser Fahrzeuge. Der Längssitzer bot 20 Sitzplätze

und wurde anfangs von nur einem Motor angetrieben.

Die Fahrer standen damals zwar unter dem

Fahrzeugdach, jedoch völlig ungeschützt im Freien.

Erst ab 1921 erhielten die Bahnen Verglasungen, die

einen verlässlichen Wetterschutz boten. Ein historischer

Borgward-Bus der BSAG, ein Neoplan aus der

Reihe der ersten barrierefreien Busse in Bremen sowie

zahlreiche Oldtimer aus verschiedenen Jahrzehnten

begleiteten den Korso – von Fahrrädern aus dem

Jahr 1902 über Motorräder und Mopeds bis hin zu

Automobilen aus den 1920er- bis 1990er-Jahren. Die

Oldtimer stammten aus unterschiedlichen Regionen

sowie Ländern und waren eigens für diese besondere

Fahrzeugschau in Bremen zu Gast.

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Advertorial, Foto: © S-Com/Westend61

Neues Sparen, neue Chancen

Viele sparen noch wie früher. Dabei lohnt es sich, genauer

auf seine Sparziele zu schauen. Die einen legen

monatlich einen festen Betrag zur Seite – für ein neues

Auto, eine Reise oder einfach als Sicherheitspolster.

Andere denken weiter: Wohneigentum, Altersvorsorge,

Vermögensaufbau. Und manche wissen zwar, dass

sie handeln sollten, wissen aber nicht, wo sie anfangen

sollen. Doch grundsätzlich gilt: Das klassische Sparbuch

reicht nicht mehr. Die Inflation frisst die Kaufkraft

schneller auf, als Zinsen sie ausgleichen können.

Das Problem hat einen Namen: Renditelücke

Deutschlands Sparerinnen und Sparer verschenken

jährlich Milliarden, weil ihr Geld nicht arbeitet, sondern

nur liegt. Doch wie geht das neue Sparen – und welches

Werkzeug passt zu welchem Ziel?

Wer für konkrete, überschaubare Wünsche spart –

einen Urlaub, ein neues Haushaltsgerät, eine Notfallreserve

–, profitiert von den digitalen Spartöpfen der

Sparkasse Bremen. Jeder Topf hat einen Namen, ein

Ziel und einen individuellen Betrag. Das Geld ist klar

zugeordnet, jederzeit einsehbar und nicht vermischt mit

dem Alltagskonto. Einfach, transparent, wirkungsvoll.

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, braucht

mehr als ein Sparkonto. Das S-Neo Depot der Sparkasse

Bremen bietet von der Sparkassen-App aus

Zugang zu Fonds und Aktien – investieren ist bereits

ab einem Euro möglich. Mit Sparplänen lässt sich der

Einstieg niedrigschwellig gestalten: Regelmäßige Einzahlungen

gleichen Marktschwankungen aus, ohne

dass ständig Entscheidungen getroffen werden müssen.

Geldanlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken

verbunden. Wer aber früh beginnt und konsequent

bleibt, kann so über Jahre ein solides Kapitalpolster

aufbauen.

Wer hingegen für das Eigenheim oder die Altersvorsorge

plant, steht vor komplexeren Fragen: Wie viel

Förderung gibt es für mich? Welche Kombination aus

Bausparen, Eigenkapital und staatlicher Unterstützung

ergibt Sinn? Was reicht im Alter wirklich aus? Auf diese

Fragen gibt es keine pauschale Antwort – sie brauchen

eine persönliche Einschätzung. Genau hier sind

die Beraterinnen und Berater der Sparkasse Bremen

gefragt: Sie hören zu, analysieren die individuelle Lage

und entwickeln gemeinsam mit ihren Kundinnen und

Kunden einen Plan, der weiterhilft.

Damit dieser Plan auch verständlich bleibt, gibt es in

der Sparkassen-App eine Finanzakademie. Sie erklärt

unterhaltsam, wie Fonds funktionieren, was staatliche

Förderung leistet oder wie sich ein realistischer Sparplan

aufbaut – einfach und direkt anwendbar.

Sparen ist heute kein Selbstläufer mehr. Aber wer das

richtige Werkzeug für das richtige Ziel wählt, macht

aus der Renditelücke eine Renditechance.

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Modernisierung des

Ansgari Quartiers

Alle anliegenden Geschäfte sind weiterhin erreichbar

Die Modernisierung des Ansgari Quartiers

in Bremen beginnt nach jahrelanger

Vorbereitung. Bis Ende September

2026 soll der historisch gewachsene

Platz saniert und nachhaltig aufgewertet

werden. Die Arbeiten erfolgen

abschnittsweise, sodass alle

Geschäfte im Quartier während

der mehr als viermonatigen

Bauzeit durchgehend

erreichbar bleiben. Die Fertigstellung

ist rechtzeitig vor

den Feierlichkeiten zum Tag

der Deutschen Einheit am 3. Oktober

2026 vorgesehen.

Geplant sind ein neuer Bodenbelag,

eine optimierte Beleuchtung sowie eine

modernisierte technische Infrastruktur und Stromversorgung.

Damit sollen bessere Voraussetzungen für

Gastronomie, Veranstaltungen und Nutzungen entstehen.

Zugleich soll der Ansgarikirchhof attraktiver, sicherer,

barrierefreier und angenehmer für Besucherinnen

und Besucher werden. Eigentümer und Anlieger

erwarten dadurch eine höhere Aufenthaltsqualität und

längere Verweildauer im Quartier.

Die Eigentümergemeinschaft des BID

Ansgari Quartier hatte sich seit Jahren

für die Sanierung eingesetzt. Unterstützt

wird das Projekt vom Bund, der

Senatorin für Wirtschaft, Häfen und

Transformation, der Senatorin für

Bau, Mobilität und Stadtentwicklung,

der Wirtschaftsförderung

Bremen und weiteren Behörden

und Akteuren. Ende Februar 2026

bewilligte der Bremer Senat rund eine

Million Euro für die Revitalisierung des

Platzes. Die Mittel stammen aus dem

LuKIFG-Infrastrukturprogramm und

werden durch Beiträge von Eigentümern

und Anliegern ergänzt.

Umgesetzt wird das Maßnahmenpaket von der WFB

Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Begleitet wird

das Projekt von der CS City-Service GmbH, dem Aufgabenträger

des BID Ansgari Quartier. Die Gesellschaft

ist im City-Marketing tätig und unterstützt unter anderem

Veranstaltungen, Werbung, Zwischennutzungen,

Facility Management und Bürgerbeteiligung. Ein Business

Improvement District ist ein Zusammenschluss

von Eigentümerinnen und Eigentümern, die ein Quartier

gemeinsam stärken und weiterentwickeln.

Ansgaritorstraße 22 · 28195 Bremen · Tel.: 0421 131 75 · Öffnungszeiten: Mo–Sa: 10–18 Uhr · www.ristedt.de

27


VORHANG AUF

für das 37. Musikfest Bremen

Festival startet am 15. August rund um den Marktplatz

Musikfest-Eröffnung auf dem Marktplatz, Foto: fotoetage

Der Spätsommer ist traditionell für eines der Großereignisse

im jährlichen kulturellen Kalender der Hansestadt

reserviert: das Musikfest Bremen. Bereits zum

37. Mal hebt sich am 15. August der Vorhang für das

Festival, das mit populären Meisterwerken genauso

wie der Vergessenheit entrissenen Raritäten quer

durch die Jahrhunderte und einer erlesenen Auswahl

renommierter Künstlerinnen und Künstler lockt.

Über 45 Veranstaltungen in 34 Spielstätten in Bremen,

Bremerhaven sowie ausgewählten Spielorten im gesamten

Nordwesten versprechen bis zum 4. September

einmal mehr drei prall gefüllte Wochen mit mitreißenden

Konzerterlebnissen erlesener Qualität, die

inspirieren, aufrütteln, stärken oder trösten. Gewohnt

stimmungsvoll beschert gleich der Eröffnungsabend

„Eine große Nachtmusik“ am 15. August mit seinen

18 Konzerten in drei Zeitschienen in neun Spielstätten

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Ensemble Matheus, Foto: Jean Enders

rund um den illuminierten Marktplatz ein aufregendes

Mit- und Nebeneinander von Epochen, Stilrichtungen

und Genres. Der Bogen spannt sich von schwelgerischen

Orchesterklängen über sakrale barocke Schätze

oder exquisite kammermusikalische Perlen bis zu

avantgardistischem Jazz und fetzigen Latin-Rhythmen.

Dafür kündigen sich Künstlerinnen und Künstler

an wie z. B. das hr-Sinfonieorchester und Alain Altinoglu

mit Solist Fazıl Say (Klavier), das Ensemble Matheus

und Jean-Christophe Spinosi, die Boston Early

Music Festival Vocal & Chamber Ensembles, die klassische

Band SPARK oder das Robinson Khoury Trio.

Dazu komplettieren die Illuminationen der Spielstätten

rund um den Marktplatz von Lichtdesigner Christian

Weißkircher auch visuell das festliche Geschehen zum

25-jährigen Jubiläum dieses Eröffnungsformats.

Nicht weniger hochkarätig ist das Angebot in den

folgenden drei Festivalwochen. Das Quatuor Ebène

bietet mit seinem Beethoven-Zyklus die seltene Gelegenheit,

an sechs Abenden in der Glocke alle 16

Streichquartette des Komponisten zu erleben. Weitere

Höhepunkte versprechen der Auftritt von Tenor

Rolando Villazón mit Christina Pluhar und ihrem

Ensemble L’Arpeggiata auf den Spuren des Orpheus-

Mythos. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

wiederum kombiniert mit Dirigentin Giedrė Šlekytė

Brahms‘ zweite Sinfonie mit dem ersten Violinkonzert

von Max Bruch, Solistin ist María Dueñas. Mit

dem jungen chinesisch-kanadischen Pianisten Bruce

Liu gibt der Gewinner des prestigeträchtigen Warschauer

Chopin-Klavierwettbewerbs von 2021 mit

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TICKETS

Erhältlich beim Ticket-Service in der Glocke

sowie bei nordwest-ticket.de und im Webshop

unter

musikfest-bremen.de

MUSIKFEST FÜR JUNGE MENSCHEN

(unterstützt von der swb Bildungsinitiative)

BIS 18-TICKET (nach Verfügbarkeit):

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18

Jahre zahlen für jede Veranstaltung 6 Euro.

LAST MINUTE(nach Verfügbarkeit):

Schüler*innen, Studierende usw. bis 30

Jahre erhalten ab 30 Minuten vor Konzertbeginn

an der Abendkasse Tickets zum

Preis von 12 Euro.

Bruce Liu, Foto: Christoph Koestlin

einem Klavierabend in der Glocke sein Bremen-Debüt.

Vokalkunst in Vollendung versprechen daneben die

eingeladenen Gesangsstars: Die Sopranistin Nicole

Chevalier präsentiert mit den Bremer Philharmonikern

eine Verdi-Gala und die Sopranistin Julia Lezhneva

zündet mit dem Ensemble Il Giardino Armonico ein

barockes Feuerwerk mit Vivaldi-Arien. Während der

polnische Countertenor Jakub Józef Orliński mit dem

Ensemble Il Pomo d’Oro Arien, Kantaten und Madrigale

aus dem italienischen Frühbarock verwebt, schlägt

der französische Star-Tenor Benjamin Bernheim bei

seinem Bremen-Debüt den Bogen von französischen

Kunstliedern zu weltberühmten Chansons wie „Les

feuilles mortes“, Jazz-Sänger Kurt Elling wiederum

setzt mit der hr-Bigband auf Klassiker aus dem Great

American Songbook. Das Orchestra of the Eighteenth

Century und vier Sängerinnen und Sänger erwecken

Josephs Haydns Oper „L’isola disabitata“ zu neuem

Leben, wohingegen Vox Luminis und Lionel Meunier

eines der kühnsten Meisterwerke der sakralen Musik

aufführen: die Marienvesper von Claudio Monteverdi.

Das Schlusskonzert in der Glocke gestalten das Freiburger

Barockorchester und Violinistin Isabelle Faust

mit Sir Simon Rattle am Pult.

Beim Arp-Schnitger-Festival im Orgelparadies rund

um Bremen bildet Johann Sebastian Bach den Drehund

Angelpunkt für die ausgewählten Repertoires,

dessen Abschluss das Musikfest-Atelier „Wege zu

Bach“ mit einer Auswahl seiner Motetten bildet. „Katharinas

Hofmusik“, das zweite mehrtägige Musikfest-

Atelier für junge Musikerinnen und Musiker aus aller

Welt, findet unter der Leitung von Alfredo Bernardini

und Alessandro Quarta in Jever ebenfalls eine Fortsetzung,

wo die Ergebnisse in der dortigen Stadtkirche

präsentiert werden. Daneben gastiert das Musikfest

mit weiteren Konzerten im Nordwesten, so etwa in

Cloppenburg, Cuxhaven, Lilienthal, Lindern, Meppen,

Oldenburg, Papenburg, Verden und Worpswede.

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BAROCKES

FEUERWERK

2026 | www.kleinerundbold.com | Bilder: Julia Lezhneva © Emil Matveev, iStock

Do 27. Aug 2026 / 19.30 Uhr

Die Glocke, Bremen

Il Giardino Armonico Instrumentalensemble

Julia Lezhneva Sopran

Giovanni Antonini Dirigent

Werke von Antonio Vivaldi und Joseph Haydn

Tickets: www.musikfest-bremen.de und www.nordwest-ticket.de

0421.33 66 99 und 36 36 36, in der Glocke und im Pressehaus

27

08

präsentiert von

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Die Bremer

Philharmoniker

AUGUST / SEPTEMBER 2026

Frank Peter Zimmermann, Foto: Harald Hoffmann

Also sprach Zarathustra – ein Urknall!

1. Philharmonisches Konzert

Die Glocke

So 20.9.2026

11 Uhr

Mo 21.9.2026 19:30 Uhr

Es ist eine Art musikalischer Urknall: Aus einem winzigen

Motiv entwickelt Richard Strauss in seiner Symphonischen

Dichtung Also sprach Zarathustra einen

der ikonischsten Anfänge der Musikgeschichte. Hier

werden die ganz großen Dinge des Lebens verhandelt:

Es geht um Gut und Böse, um den Sinn des Lebens,

den Anfang allen Seins. Doch zuvor steht mit Anton

Weberns Passacaglia op. 1 noch ein ganz anderer

(Neu)Anfang im Mittelpunkt. Sein erstes veröffentlichtes

Werk sprengt die Grenzen der Spätromantik, es ist

ein Aufbruch zu neuen Ufern. Noch in reinsten hochromantischen

Gefilden bewegt sich dagegen William

Waltons Violinkonzert, bei dem es zu einem Wiedersehen

mit einem weltbekannten Violinisten der Extraklasse

kommt: Frank Peter Zimmermann.

Anton Webern (1883-1945)

Passacaglia op. 1

William Walton (1902-1983)

Violinkonzert

Richard Strauss (1864-1949)

Also sprach Zarathustra op.30

Frank Peter Zimmermann, Violine

Marko Letonja, Dirigat

Symphonic Mob

Weserpark / Lichthof

Sa 12.9.2026. 12 Uhr

Der beliebte Symphonic Mob ist zurück! Die Bremer

Philharmoniker laden erneut Musikbegeisterte dazu

ein, den Bremer Weserpark in einen Konzertsaal

zu verwandeln. Beim Symphonic Mob finden sich

unter dem Dirigat von Kiril Stankow Profis und

Hobbymusiker:innen, Senior:innen und Kinder, Studierende

und Lehrende, Anfänger:innen und Fortgeschrittene

zu einem großen Orchester zusammen.

Symphonic Mob, Foto: Lutz Riechardt

Musizierende und Publikum dürfen sich auf ein beschwingtes

Programm freuen u.a. mit Auszügen aus

der Carmen-Suite von Georges Bizet, Slawische und

Ungarische Tänze von Antonín Dvořák und Johannes

Brahms sowie der mitreißende Juba Dance aus der

ersten Symphonie von Florence Price.

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Musikalischer Spaziergang

Bürgerpark Bremen

So 23.8.2026 14-16 Uhr

Kammerensembles spielen in unterschiedlichen Besetzungen

an idyllischen Plätzen Werke aus fünf

Jahrhunderten – von Barock über Klassik und Romantik

bis Heute - und laden zum Spazieren, Entdecken

und Verweilen ein. Wer selbst einmal Violine,

Fagott & Co ausprobieren möchte, ist beim Stand

der Musikwerkstatt richtig. An allen Stationen spielen

die Musiker:innen mit kleinen Pausen zwischen den

Werken durchgängig. Die Route durch den Park kann

somit individuell zusammengestellt werden.

Verdi-Gala

Die Glocke

Mi 26.8.2026 19:30 Uhr

Generalmusikdirektor Marko Letonja und die Bremer

Philharmoniker sind beim diesjährigen Musikfest Bremen

mit einer Verdi-Gala dabei. An ihrer Seite haben

sie mit Nicole Chevalier eine Ausnahmesopranistin –

eine Idealbesetzung für Verdis Frauenfiguren aus »I

lombardi«, »La traviata«, »Il trovatore«, »Don Carlos«,

»Otello« u. a., denen sie dramatische Intensität und

bewegende Gefühlstiefe einhauchen wird.

Nicole Chevalier, Foto: Maurice Korbel

Familienkonzerte

Klassik für Kinder? Na klar! Die Familienkonzerte der Bremer Philharmoniker bieten mit kindgerechter Dramaturgie

einen vergnüglichen Zugang zur klassischen Musik. „Konzertinchen“, bietet zauberhafte Klanggeschichten

und eingängige Melodien für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren; „Konzertini“ präsentiert Kindern ab Grundschulalter

das fetzig-freche Konzert „Tierisch gut“ mit großem Orchester und der Kinderrockband Die Blindfische sowie

eine musikalischen Lesung mit lustigen Gedichten von Anke Bär und Musik vom Ensemble Arcano.

Konzertinchen

Musikwerkstatt im Tabakquartier

So 30.8.2026 10 und 11 Uhr

„Vogelgezwitscher“ mit David Gutfleisch

So 13.9.2026 10 und 11 Uhr

„Guten Morgen, Cello“ mit Lynda Cortis

ABO oder PhilBenefitCard

Konzertini

Wallsaal

Fr 4.9.2026 15:30 Uhr

„In Giraffen stecken Affen…“ mit Anke Bär und dem

Ensemble Arcano

Halle 1 im Tabakquartier

So 27.9.2026 11 Uhr

„Tierisch gut“ mit den Blindfischen und gr. Orchester

Zusätzlich zu den attraktiven Abonnements mit Preisvorteilen von bis zu 35%, Stammplatz und vielen weiteren

Extras bieten die Bremer Philharmoniker mit der PhilBenefitCard ein neues Angebot mit exklusiven Ticketrabatten

an: Der Kauf einer PhilBenefitCard für 40 Euro gewährt einen Rabatt von 25% auf alle Tickets für Philharmonische

Konzerte und Afterwork-Konzerte 5nachsechs in der Glocke sowie für Meine Playlist, Next Level, Familienkonzerte

und Kammermusiken im Tabakquartier. So lassen sich persönliche Highlights zu einer individuellen Konzertsaison

zusammenstellen!

Nähere Details und Karten unter:

bremerphilharmoniker.de // Hotline T 0421 62673-20

33


sendesaal

bremen

SEPTEMBER / OKTOBER 2026

Boulanger Trio, Foto: Mathias Bothor

September 2026

PREOPENING: BOULANGER TRIO

„Beethoven III“

Das Boulanger Trio hat sich in den vergangenen Jahren

als eines der führenden Klavier-Trios etabliert. Die

drei Musikerinnen nehmen derzeit im Sendesaal Bremen

alle Werke Ludwig van Beethovens für ihre Besetzung

auf. In vier Konzerten lassen sie das Publikum

an dieser zyklischen Einspielung teilhaben und geben

so einen Vorgeschmack auf das Beethoven-Jahr 2027.

Auch am dritten Abend der Reihe werden sie, wie in

den Konzerten der vergangenen Saison, durch ihr geradezu

symbiotisches Zusammenspiel und ihr tiefes

Verständnis für Beethovens Musik faszinieren.

Fr, 11.09.26, 19.30 Uhr

Martin Stadtfeld, Foto: Uwe Arens

TÜREN AUF! MARTIN STADTFELD

„Meer müsste er heißen“

Er gehört seit Jahren zu den bekanntesten und profiliertesten

Pianisten seiner Generation und konzertiert

weltweit in den bekanntesten Sälen mit vielen prominenten

Klangkörpern. Seine atemberaubende Karriere

nahm ihren Ausgangspunkt mit dem Gewinn des

Bach-Wettbewerbes Leipzig 2002 und der Einspielung

der Goldberg-Variationen 2004. Mit diesem Werk debütiert

Martin Stadtfeld, der seit einigen Jahren an der

HfK Bremen lehrt, nun im Sendesaal und eröffnet die

Konzertsaison 2026/2027.

Sa, 12.09.26, 19.30 Uhr

Duo Pertar, Foto: Jörg Carstensen

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DUO PERTAR

„Echoes of the World“

Lin Chen (Percussion) und Kristian Sievers (Gitarre)

verschmelzen asiatische und westliche Kultur mit der

gemeinsamen Passion für genreübergreifende Musik.

Chinesische Großtrommel wechselt auf südamerikanische

Tänze und Tangos, temperamentvolle Marimbaklänge

mischen sich mit warmem Jazzgitarrensounds

zu einem harmonischen Ganzen und zeichnen

exotische Collagen von balinesischen Landschaften

bis zu cineastischen Eigenkompositionen.

Fr, 25.09.2026, 19.30 Uhr

„New York, New York“, neben unbekannteren Titeln

wie „Harlem“ auf die Bühne.

Sa, 26.09.2026, 19.30 Uhr

HERCULES GOMES

„Bremen Solo“

Hercules Gomes hat seit seinem Deutschland-Debüt

im Sendesaal Bremen im März 2025 ein beeindruckendes

Jahr hinter sich: Als Solist konzertierte er mit

den größten Orchestern Brasiliens und gab Konzerte

in der Elbphilharmonie und beim Klavierfestival Ruhr.

Er bringt dieses Mal seine CD „Bremen solo“ mit, auf

der ausschließlich eigene Kompositionen zu hören

sind, erweitert das Programm jedoch um prägende

Kompositionen Brasiliens zwischen Ernesto Nazareth,

Chiquinha Gonzaga und Hermeto Pascoal in eigenen

komplexen Arrangements.

So, 27.09.2026, 18.00 Uhr

Ausblick auf die Highlights im Oktober

Tim Garland’s Lighthouse Trio

02.10.2026, 19.30 Uhr

Seit über 20 Jahren eine feste Größe in der Spitzenklasse

des Jazz: Grammy-Gewinner Tim Garland und

sein Trio.

Svavar Knútur „Autumn String Tour“

11.10.2026, 18.00 Uhr

Der launige isländische Singer/Songwriter mit der melancholischen

Stimme kehrt zurück nach Bremen.

Hercules Gomes, Foto: Rolf Schöllkopf

JEFF CASCARO

„Broadway and Beyond“

Er ist eine der bekanntesten deutschen Jazz-Stimmen:

Jeff Cascaro hat mit seinem ganz besonderen

Timbre zwischen Jazz und Soul eine eigene, erfolgreiche

Klangsprache entwickelt, die weltweit Fans

findet. Sein neues Bühnenprogramm lässt den Blick

nach New York schweifen und erweckt die großen

Melodien des Broadways zum Leben. Das Flair und

der besondere Puls dieser Weltstadt formen das neue

Programm und bringen Klassiker wie „On Broadway“,

Norma Winstone & Kit Downes

23.10.2026, 19:30 Uhr

Die grande dame des britische Vocal-Jazz trifft auf den

jungen Überflieger unter den Jazz-Pianisten.

Iiro Rantala „Trinity“

24.10.2026, 19.30 Uhr

Iiros feiner finnischer Humor, seine Inspiration und Virtuosität

treffen auf die bekanntesten Jazz-Standards.

Thabilé „Read my Lips“

31.10.2026, 19.30 Uhr

Die aus Südafrika stammende Sängerin ist eine der

aufregendsten Stimmen jenseits aller Genregrenzen.

Sendesaal Bremen

Bürgermeister-Spitta-Allee 45

28329 Bremen

info@sendesaal-bremen.de

Ticket Vorverkauf und Infos

sendesaal-bremen.de

oder an den Sendesaal-Abendkassen

ab 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn

35


Eröffnungskonzert 2025

Fotos: Kerstin Rolfes

23.

Von Freitag, 31. Juli, bis einschließlich Sonntag, 30.

August, veranstaltet der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen

e.V. das 23. GartenKultur-Musikfestival.

Von Großenkneten im Westen bis Grasberg im

Osten und von Hagen im Bremischen im Norden bis

Asendorf im Süden finden in 22 Städten und Gemeinden

insgesamt 35 Konzerte in privaten sowie öffentlichen

Gärten und Parks statt, darunter 4 Konzerte in

Bremen.

Auch in diesem Jahr bietet das GartenKultur-Musikfestival

wieder eine große Bandbreite an Musikrichtungen

für jeden Geschmack: Neben Pop, Swing, Reggae,

Blues, Soul, Kammermusik und Musical-Melodien

stehen u. a. auch plattdeutscher Indiepop, sphärischer

Welten-Folk und Klezmermusik auf dem Programm.

Parks, Burgen, Mühlen, Museen, Höfe, Privatgärten,

Schlösser und Stadtgärten öffnen ihre Pforten und

bieten dem Publikum vielfältige Musik regionaler und

überregionaler Kunstschaffender im Grünen.

Das Eröffnungskonzert findet am Freitag, 31. Juli,

um 19 Uhr in der Villa Marienhude in Hude statt. Die

ortsansässige Sängerin Sabine Santjer läutet dort das

GartenKultur-Musikfestival 2026 ein. Mutig und eigenständig

verbindet sie Lyrik in ostfriesischem Platt

mit elektronischem Indie-Pop.

Eröffnung 2025

Zur Einstimmung auf das Eröffnungskonzert wird

auch in diesem Jahr ein Kulturspaziergang angeboten,

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Ein Großteil der Konzerte ist kostenlos, Karten für

kostenpflichtige Konzerte können bei den jeweiligen

Veranstaltenden und teilweise bei Nordwest Ticket

erworben werden.

Konzerte in insgesamt 22 Gärten, ein jeder ist ein Unikat

für den Tickets bei Nordwest Ticket erworben werden

können. Er führt vom historischen Klosterbereich zur

Villa Marienhude.

Alle Veranstaltungen hat der Kommunalverbund

wieder in einem übersichtlichen Programmheft zusammengefasst,

in dem die teilnehmenden Kunstschaffenden

und Gärten sowie das Begleitprogramm

vorgestellt werden. Das Programmheft liegt ab sofort

in den Rathäusern der Mitgliedskommunen des Kommunalverbunds

sowie an vielen weiteren öffentlichen

Stellen aus und ist auch digital auf www.gartenkulturmusikfestival.de

verfügbar.

Das GartenKultur-Musikfestival ist ein Gemeinschaftsprojekt

verschiedener Kulturschaffender

aus Städten und Gemeinden unter dem Dach des

Kommunalverbunds. Zudem wirken auch private

Gartenbesitzende und Vereine sowie Fördernde

und Sponsernde am Festival mit. Bereits seit 2003

organisiert der Kommunalverbund das GartenKultur-

Musikfestival. Dank der Kombination aus vielfältigen

Musikrichtungen sowie unterschiedlichen Parks und

Gärten ist das vierwöchige Event immer wieder ein

großer Erfolg.

TERMIN

23. GartenKultur-Musikfestival

35 Konzerte

31. Juli bis 30. August 2026

22 Städten und Gemeinden

in der Region Bremen und umzu

gartenkultur-musikfestival.de

LINSSEN CLASSIC

STURDY 28 SEDAN

Diese klassische Linssen Yacht wurde 2015 als

eines der ersten Modelle der neuen “New Classic

Sturdy“ von Linssen Yachts präsentiert. Es

war eine neue Stahlyacht-Serie, die sich an den

klassischen Vorbildern orientierte. Und die Serie

schlug im Markt ein, die kompakte TNCS 28 Sedan,

das kleinste Modell der neuen Palette, überzeugte

in den Tests mit sehr guten Fahreigenschaften und

einem gemütlichen Ambiente.

Die Ausstattung ist für ein Boot dieser Größe sehr komfortabel

und vielseitig. Die Bugkabine mit Doppelkoje

verfügt über zwei große Kleiderschränke, eine Toilette

und eine separate Dusche.

Überzeugend verhält sich die 28er Sedan auch

unterwegs. Erwähnenswert sind insbesondere

die gute Schallisolierung und die problemlose

Geradeausfahrt.

Das Schiff ist in perfektem Pflegezustand, hat etwas

über 1.000 Betriebsstunden absolviert und

war immer in Privatbesitz. Der jetzige Eigner hat in 2024

einiges investiert, so ist ein zweiter Plotter (Axiom9), aktives

AIS, Suchscheinwerfer, Funkgerät und sogar eine

Waschmaschine an Bord. Zwei zusätzliche Batterien

sorgen für Autonomie, Unterwasserschiff, Anoden, Inspektion,

etc. sind frisch gemacht – die 28 Sedan ist

bereit mit Ihnen Europa zu entdecken…

Alle Informationen: siemer-yachthandel.de/linssen-classic-sturdy-28-sedan

Kontakt: Christhard Wendt, Tel.: 0 44 97 - 85 82 80


SEEBÜHNE BREMEN

SAISON 2026

Die Seebühne Bremen startet 2026 bereits in ihre

sechste Saison – und das größer denn je: Vom 17. Juli

bis 23. August 2026 erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches

Programm mit mehr Shows, mehr

Stars und insgesamt fünfeinhalb Wochen voller Musik

und Entertainment. Unter freiem Himmel, direkt an der

Weser, entsteht so erneut eine spektakuläre Open-

Air-Kulisse für unvergessliche Abende. Das Programm

vereint beliebte Publikumslieblinge, die nach ihren

gefeierten Auftritten erneut auf die Seebühne zurückkehren

– darunter SCHILLER, Alphaville, Ben Zucker,

Philharmonic Rock und Highland Saga – ebenso wie

starke Neuzugänge, die 2026 erstmals auf dieser

Bühne zu erleben sind, etwa NENA und Madsen. Und

das ist längst nicht alles. Ein Sommer voller einzigartiger

Erlebnisse – jetzt Tickets sichern und Sommernächte

unter freiem Himmel genießen!

David Garrett

11.08.2026, 20:00 Uhr

David Garrett setzt seine „Millennium Symphony“-Tour im Sommer

2026 mit Open-Air-Konzerten in Deutschland und Österreich

fort. Er präsentiert die größten Pop-Hits der letzten 25 Jahre im

einzigartigen Klassik-Crossover-Stil. Mit über 5 Millionen verkauften

Alben und 5,6 Milliarden Streams zählt er zu den erfolgreichsten

Solokünstlern weltweit.

Philharmonic Rock

18.08.2026, 19:00 Uhr

PHILHARMONIC ROCK verbindet seit 2017 die Energie einer

Rockband mit der Klangvielfalt eines Sinfonieorchesters. Gemeinsam

mit der Klassischen Philharmonie Nordwest präsentiert das

Ensemble die größten deutschen und internationalen Rockklassiker.

Unter der Leitung von Ulrich Semrau und mit Sänger Jens

Wördemann entsteht ein einzigartiges Live-Erlebnis für Rockund

Klassikfans.

Engelbert Humperdinck

22.08.2026, 20:00 Uhr

Fotos: Seebühne

Engelbert Humperdinck kommt mit „The 90th Birthday Celebration“

erstmals nach Bremen und feiert dort seine über 60-jährige

Weltkarriere. Das Konzert am 22. August ist eine von nur zwei

Deutschland-Shows und zählt zu seinen letzten Auftritten hierzulande.

Seebühne Bremen

AG-Weser-Straße

28237 Bremen

Das komplette Programm und

Tickets versandkostenfrei unter:

seebuehne-bremen.de

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METROPOL THEATER

AUGUST BIS OKTOBER 2026

12.08.2026

12.09.2026 20.09.2026 02.10.2026

10.10.2026 14.10.2026 15. und 16.10.2026 28.10.2026

Montags

Metropol Jazz Lounge

03.10.2026

Till Reiners

09.10.2026

GameChanger Celebration

21.10.2026

Biyon Kattilathu

27.10.2026

Bjarne Mädel, Sven Stricker

& Jan-Peter Pflug Band

Service, Vielfalt & Gute Unterhaltung

26.09.2026

Traumkonzert

04.10.2026

Lars Eidinger

Vorschau

11.10.2026

Kosmos & Orchester

23.10.2026

Addams Family

29.10.2026

Der Nussknacker

01.10.2026

Tutty Tran

06.10.2026

Berlin, du coole Sau

18.10.2026

MICHAEL

24. und 25.10.2026

Evil Dead

31.10.2026

Joe Jackson & Band

Metropol Theater Bremen

Richtweg 7

28195 Bremen

Das komplette Programm und

Tickets versandkostenfrei unter:

metropol-theater-bremen.de

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BERLIN, DU COOLE SAU

Die Jahrhundertshow

Berlin, Du coole Sau führt durch die letzten 100 Jahre bewegter Geschichte

dieser Stadt. „Und Berlin war Sodom und Gomorrha“, schrieb

Bertolt Brecht 1928 über die damals drittgrößte Metropole der Welt. Das

ist Berlin bis heute geblieben – schlafloser Zufluchtsort zahlloser Getriebener

auf der Suche nach Abenteuern.

Eine einmalige Zeitreise...

Die Zeitreise beginnt im Luna Park der 1920er-Jahre

und endet im heutigen Berliner Club Berghain. Von

Swing bis Loveparade, von Marlene Dietrich bis Seeed:

Berlin, Du coole Sau schlägt eine musikalische Brücke

von der goldenen Ära bis in die funkelnde Gegenwart

dieser einzigartigen Stadt.

...mit charmanter Reisebegleitung

Erlebt wird die Geschichte durch die Augen einer

Berliner Toilettendame: Adele – gespielt vom Berliner

Original Ades Zabel – erzählt, in den 1920ern startend

bis in die 2020er-Jahre hinein, vom legendären

Nachtleben Berlins. Sie berichtet – immer am Puls der

Zeit und mit Berliner Schnauze – von Höhepunkten

und Niederlagen der Metropole, vom Mauerbau bis

Mauerfall und vom Trash und Glamour dieser besonderen

Verbindung, die Berlin so einzigartig macht.

Endlich auf Tournee

Nach mehr als 60 umjubelten Shows in Berlin und

Gastspielen auf diversen Festivals geht Berlin, Du

coole Sau nun endlich auf große Deutschlandtour.

The Capital Dance Orchestra präsentiert gemeinsam

mit seinen wunderbaren Sängerinnen Sharon Brauner

(Buch & Regie) und Meta Hüper (Musikalische

Leitung) einen fulminanten Abend mit Musik, Esprit,

Burlesque-Tanz – und Ades Zabel. Die längst überfällige

musikalische Hommage an eine einzigartige Stadt.

06.10.2026

Metropol Theater Bremen

Tickets:

coolesau.berlin/tickets/bremen

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INNOCENCE, Foto: Jörg Landsberg

August / September 2026

MUSIKTHEATER

INNOCENCE

Oper in fünf Akten von Kaija Saariaho

Musikalische Leitung: Stefan Klingele

Regie: Marco Štorman

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden: Stela heiratet ihren Bräutigam Tuomas im kleinen Kreis. Sie

fragt nicht, wieso nur wenige Gäste da sind, zu groß ist das unbeschwerte Glück. Doch dunkle Wolken der Vergangenheit

verdichten sich über der Hochzeitsgesellschaft und ein Sturm aus Erinnerung, Schuld und vertaner

Verantwortung braut sich zusammen. Mit archaischer Wucht erzählt die finnische Komponistin Kaija Saariaho

von einem Trauma: Zehn Jahre zuvor gab es an einer Schule einen Amoklauf. Die unterschiedlichen darin verwickelten

Biografien verknüpfen sich tragisch und unbeabsichtigt zu einem Schicksal. Was bleibt vom Leben nach

dem Überleben? Schicht für Schicht offenbart sich die Schuldverstrickung aller Beteiligten.

Premiere: So 13. September um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Weitere Termine: Mi 16. September und Fr 25. September jeweils um 19 Uhr

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SCHAUSPIEL

HAMLET

von William Shakespeare // Regie: Alize Zandwijk

Ein Prinz ohne Krone, ein Däne ohne Mark. Sein Vater, der König, ist gestorben, und Hamlet ist untröstlich.

Er kann und will nicht akzeptieren, dass alle einfach weitermachen. Auch, weil er glaubt zu wissen, wer die

Schuld an seines Vaters Tod trägt. Seine Trauer vertieft sich zur existenziellen Krise. Hamlet sucht nach Wahrheit,

ringt mit sich selbst und misstraut den eigenen Wahrnehmungen. Er zögert und zaudert, will Gewissheit,

wo es keine gibt, will nicht auch zum Mörder werden. Und doch nimmt das Rachedrama seinen Lauf.

Wiederaufnahme: So 30. August um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Weiterer Termin: Sa 12. September um 19 Uhr

SCHAUSPIEL

SOLANGE WIR LEBEN

nach dem Roman von David Safier // Regie: Alize Zandwijk

Foto: Jörg Landsberg

Die Geschichte von David Safiers Eltern Waltraut und Joschi führt vom

Wien der 1930er Jahre durch die Gefängnisse der Gestapo nach Tel Aviv,

in den Palästinakrieg und später auf die Weltmeere. Der Jude Joschi, der

niemals wieder deutschen Boden betreten wollte, wird Seemann – und

verliebt sich ausgerechnet beim Landgang in einer Eisdiele in Bremen.

Waltraut ist zwanzig Jahre jünger, Tochter eines Werftarbeiters in Walle,

bei ihrer ersten Begegnung bereits alleinerziehende Witwe. Gemeinsam

bekommen sie einen Sohn, David. Ihre Leben sind voller Höhenflüge

und Schicksalsschläge.

Wiederaufnahme: Sa 19. September um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

SCHAUSPIEL

CABARET

Musical von Joe Masteroff, John Kander und Fred Ebb // Regie: Andreas Kriegenburg

Foto: Jörg Landsberg

Berlin, zu Beginn der 1930er Jahre. In dem legendären Kit Kat Club leuchtet

der Star Sally Bowles. Ihr Charme blendet auch den amerikanischen

Schriftsteller Clifford Bradshaw – sie lernen sich kennen, er verliebt sich

in sie. Als Sally ihren Job verliert und bei ihm einzieht, werden sie ein

Paar. Die Vermieterin der Pension, Fräulein Schneider, möchte den jüdischen

Obsthändler Schulz heiraten, aber die Pläne werden von der

Realität überholt: Die Machtergreifung der Nationalsozialisten bestimmt

fortan ihr Leben. Clifford möchte mit der schwangeren Sally Deutschland

verlassen, doch sie hat andere Pläne …

Wiederaufnahme: So 23. August um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Weitere Termine: So 6. September um 18 Uhr und Sa 26. September um 19 Uhr

Theater Bremen

Goetheplatz 1-3

28203 Bremen

Theaterkasse

Goetheplatz 1-3

Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Termine und Karten unter

theaterbremen.de

T 0421 3653333

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DAS WINTERMÄRCHEN

Von William Shakespeare

Sizilien erstrahlt im Sonnenschein. Doch der plötzliche

Eifersuchtswahn König Leontes bringt wütende Raserei

und Kälte auf die Insel. So düster das Stück beginnt,

so heiter und komödiantisch entwickelt es sich im weiteren

Verlauf – und am Ende überwinden Liebe, Reue

und Verzeihung sogar den Tod.

TERMIN: Freitag, 21. August um 18.30 Uhr

DAS WINTERMÄRCHEN, Foto: Mariann Menke

ORLANDO

Nach Virginia Woolf

Virginia Woolf schickt ihre Titelfigur Orlando auf eine

300-jährige, bewegte und abenteuerliche Reise – eine

Lebensreise, die Geschlechtererwartungen, gesellschaftliche

Konventionen und die Dimensionen von

Zeit in Frage stellt.

TERMIN: Mittwoch, 26. August um 19.30 Uhr

ORLANDO, Foto: Mariann Menke

LOVE LOVE LOVE

Von Mike Bartlett

Im Summer of Love 1967 kribbelt, schwelt und brennt

die Luft – und Kenneth und Sandra sind mitten drin!

30 Jahre später ist ihre Liebe jedoch im Egoismus,

die Utopie der 68er im Neoliberalismus angekommen.

Ein Stück über die Komplexität gesellschaftlicher Bewegungen,

das Spannungsfeld zwischen Idealen und

Realität, Privatem und Politischem – eine amüsante,

satirische und schräg-pointierte Bestandsaufnahme.

TERMIN: Samstag, 29. August um 19.30 Uhr

LOVE LOVE LOVE, Foto: Mariann Menke

…noch mehr Open-Air-Theater

gefällig?

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

im Park von Gut Hodenberg

So 13.9. um 17.00 Uhr

SHAKESBIERGARTEN im September

Do 17.9. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA

Fr 18.9. um 19.30 Uhr ALLEIN AN DER BAR

So 20.9. um 19.30 Uhr DAS WINTERMÄRCHEN

im ShakesBierGarten am Falstaff (Theaterkneipe).

Jeweils Kurzfassungen à 40 Minuten.

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SHAKESPEARE IM PARK, Foto: Wolfgang Kunckel

SHAKESPEARE IM PARK

Die bremer shakespeare company lädt zu Shakespeare

im Park ein: bereits zum 31. Mal findet das

große Open-Air-Ereignis vom 19. bis 30. August auf

der Wiese an der Melchersbrücke im Bremer Bürgerpark

statt!

Berührende Tragödien und amüsante Komödien,

Liebesgeschichten und Elfenzauber, Musik und Puppenspiel:

Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches

Programm mit Picknick, netter Gesellschaft und in

perfekter Naturkulisse – ein wunderschönes Theatererlebnis

für alle!

PROGRAMM

19.8. um 19.30 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM

20.8. um 19.30 Uhr MARIA STUART

21.8. um 18.30 Uhr DAS WINTERMÄRCHEN

21.8. um 22.00 Uhr MACBETH (auf Englisch)

22.8. um 19.30 Uhr VIEL LÄRM UM NICHTS

23.8. um 19.30 Uhr MEDEA

24.8. um 19.30 Uhr BÜHNE CIPOLLA Gastspiel

25.8. um 19.30 Uhr JULIUS CÄSAR

Die ArtVerwandten & Ukulelenorchester

26.8. um 19.30 Uhr ORLANDO

27.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA

28.8. um 19.30 Uhr ROMEO UND JULIA

29.8. um 19.30 Uhr LOVE LOVE LOVE

30.8. um 18.00 Uhr EIN SOMMERNACHTSTRAUM

VIEL LÄRM UM NICHTS, Foto: Mariann Menke

Infos und Tickets:

shakespeare-company.com/Shakespeare-im-park

bremer shakespeare company

Theater am Leibnizplatz

Schulstr. 26

28199 Bremen

Tickets

Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall

Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr

T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr

Spielplan

und Online-Kartenverkauf

shakespeare-company.com

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LUISA MILLER, Foto: Anni Strauss

SPIELPLAN AUGUST bis OKTOBER 2026

LUISA MILLER

Oper von Giuseppe Verdi

Libretto von Salvadore Cammarano

kritische Ausgabe von Jeffrey Kallberg

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sa, 19.09., 19:30 Uhr, Großes Haus (Premiere)

So, 27.09., 18:00 Uhr, Großes Haus

So, 11.10., 18:00 Uhr, Großes Haus

weitere Termine: stadttheaterbremerhaven.de

Luisa und Rodolfo haben keine Chance. Ihre Liebe steht von Beginn an unter Beobachtung und Misstrauen. Sie ist

die Tochter eines einfachen Soldaten, er der Sohn eines einflussreichen Mannes. Was sie verbindet, bedroht eine

Ordnung, die Gefühle nach sozialer Herkunft bewertet und Nähe nur zulässt, wenn sie kontrollierbar ist. Verdis

Musik treibt diesen Zusammenstoß unerbittlich voran und verdichtet Schillers Kabale und Liebe zu einem Drama

ohne Ausweg. Luisa Miller erzählt von einer Liebe, die zerstört wird, weil sie sich nicht fügen will – und von einer

Macht, die erst siegt, als alles verloren ist.

Musikalische Leitung: Marco Comin // Regie & Bühne: Philipp Westerbarkei // Kostüme: Tassilo Tesche

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TRUE CRIME:

DIE THOMASKATASTROPHE

Ein Live-Hörspiel von Coco Plümer // Uraufführung

Fr, 18.09., 19:30 Uhr, Kleines Haus (Premiere)

Fr, 25.09., 19:30 Uhr, Kleines Haus

Do, 08.10., 19:30 Uhr, Kleines Haus

weitere Termine: stadttheaterbremerhaven.de

Am 15. Dezember 1875 ging in Bremerhaven eine Bombe hoch, die große Nachwirkungen hatte. Die schlimmsten

Folgen waren über hundert Tote und massive Schäden am Hafen und in der Stadt. Psychologisch und

wirtschaftlich verursachte die mit einem Zeitzünder versehene Bombe, die auf einem Passagierschiff versteckt

werden sollte, enorme Angst. Und kurios war, dass der Attentäter William King Thomas ein notorischer Betrüger

und krimineller Hochstapler war.

Das Stadttheater zeigt diese haarsträubende Geschichte als True-Crime-Hörspiel – mit live produzierten Sounds

und Geräuschen. Das Stück lässt eines der prägendsten und zugleich fast vergessenen Ereignisse aus der Stadtgeschichte

wieder lebendig werden.

Regie: Luzie Kurth // Bühne & Kostüme: Sven Hansen

1. SINFONIEKONZERT «AUFBRUCH»

Antrittskonzert des neuen Generalmusikdirektors Marco Comin

GIOACHINO ROSSINI Ouvertüre zu Guillaume Tell

JEAN SIBELIUS Violinkonzert d-Moll op.47

ANTONÍN DVOŘÁK Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Rossinis Ouvertüre zu Guillaume Tell ist ein komponierter

Aufbruch: Naturklang, Bewegung, Energie, gespannte

Erwartung und ein entschiedener Wille nach

vorn. Freiheit erscheint hier als Geste des Anfangs,

unmittelbar und körperlich. Bei Sibelius richtet sich der

Aufbruch nach innen. Das Violinkonzert d-Moll wird

Mo, 31.08., 20:00 Uhr, Großes Haus

Di, 01.09., 19:30 Uhr, Großes Haus

weitere Infos: stadttheaterbremerhaven.de

zum konzentrierten Monolog der Solovioline – virtuos,

kantig, von nordischer Klarheit und innerer Spannung

geprägt. Dvořáks Sinfonie Nr. 8 führt ins Offene: Melodie,

Rhythmus und Lebenslust verbinden sich zu einer

Musik, die atmet, erzählt und den Raum mit menschlicher

Wärme füllt.

Dirigent: Marco Comin // Violine: Lea Birringer // Philharmonisches Orchester Bremerhaven

DIE MAUSEFALLE

Krimi von Agatha Christie

Deutsch von Horst Willems

Sa, 26.09., 19:30 Uhr, Großes Haus (Premiere)

So, 04.10., 15:00 Uhr, Großes Haus

Sa, 17.10., 19:30 Uhr, Großes Haus

weitere Termine: stadttheaterbremerhaven.de

Die abgelegene Pension des Ehepaars Ralston ist durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten.

Über das Radio erfahren sie von einem Mord, der sich in London ereignet. Nach und nach tauchen unterschiedliche

Gäste in der Pension auf, und über das Telefon kündigt sich ein Polizist an, der in der Pension ermitteln will.

Trotz Alibis stehen alle Gäste unter Verdacht. Das Misstrauen wächst. Ist der Mörder in der Pension zu finden oder

wird das Publikum hier auf die falsche Fährte geführt? Agatha Christies Detektivgeschichte enthält alle Elemente,

die man von einem spannenden Krimi erwartet, und ist mit 70.000 Vorstellungen in über 73 Jahren das am längsten

laufende Theaterstück der Welt.

Regie: Jan Steinbach // Bühne & Kostüme: Frank Albert

Stadttheater Bremerhaven

Theodor-Heuss-Platz

27568 Bremerhaven

Öffnungszeiten Theaterkasse

Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr

T 0471 49001

Spielplan

und Online-Kartenverkauf

stadttheaterbremerhaven.de

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Caroline Kryzecki, KSZ 270/190–05, 2019, Kugelschreiber auf Papier,

Privatsammlung Bielefeld, © Caroline Kryzecki & Sexauer Gallery,

Foto: Marcus Schneider

Christiane Baumgartner, Sunken Treasure – Pearls IV, 2024

Holzschnitt auf Kozo-Papier, Courtesy the artist & Cristea Roberts Gallery,

London, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Sam Roberts

Pauli-Preis 2026

50. Verleihung in der Kunsthalle Bremen

Im Jahr 2026 wird in der Kunsthalle Bremen der Pauli-

Preis zum 50. Mal verliehen. Der Kunstpreis zeichnet

im deutschen Sprachraum lebende Künstler*innen für

einen hervorragenden Beitrag zur jüngsten Kunst der

Gegenwart aus und gilt als einer der bedeutendsten

Preise für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Sein

Name erinnert an den ersten wissenschaftlichen

Direktor der Kunsthalle Bremen, Gustav Pauli (1866–

1938). Bis heute verdankt das Museum seine berühmtesten

Werke Paulis progressiven Ankäufen moderner

Kunst. Seinem fortschrittlichen Geist sieht sich auch der

Pauli-Preis verpflichtet. Die Wettbewerbsausstellung,

in der alle acht nominierten Künstler*innen ihre Werke

präsentieren, findet vom 8. August bis 4. Oktober

2026 in der Kunsthalle Bremen statt. Die künstlerischen

Positionen wurden von sechs internationalen

Kurator*innen, dem Direktor der Kunsthalle Bremen,

Christoph Grunenberg, sowie dem Stifterkreis für

den Pauli-Preis nominiert. Im Laufe der Ausstellung

verkündet eine renommierte fünfköpfige Jury von

Fachleuten den bzw. die Preisträger*in. Am 15. September

2026 wird der mit 30.000 Euro dotierte Preis

um 18 Uhr in der Kunsthalle an den*die Preisträger*in

verliehen.

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Jan Albers, smOulderbOulder, 2019

Sprühfarbe und Epoxy auf Polymergips und Polystyrol

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 K21, Düsseldorf, © Jan Albers


Harry Hachmeister, Installationsansicht Im Haus der Gefühle, 2024, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026,

Foto: MEWO Kunsthalle, Memmingen / Carsten Eisfeld

Die acht nominierten Künstler*innen für den Pauli-Preis 2026:

Jan Albers (lebt und arbeitet in Düsseldorf)

vorgeschlagen von Felix Krämer, Generaldirektor und künstlerischer Leiter

des Kunstpalastes in Düsseldorf

Christiane Baumgartner (lebt und arbeitet in Leipzig)

vorgeschlagen von Anna Wesle, Kuratorin am Museum Franz Gertsch,

Burgdorf, Schweiz

Harry Hachmeister (lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig)

vorgeschlagen von Mathilda Legemah, wissenschaftliche Mitarbeiterin

für Institutional Development am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie

der Gegenwart, Berlin

Annette Kelm (lebt und arbeitet in Berlin)

vorgeschlagen vom Stifterkreis für den Pauli-Preis

Caroline Kryzecki (lebt und arbeitet in Berlin)

vorgeschlagen von Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen

Phung-Tien Phan (lebt und arbeitet in Essen)

vorgeschlagen von Michelle Cotton, Direktorin der Kunsthalle Wien

Liesl Raff (lebt und arbeitet in Wien)

vorgeschlagen von Stefanie Böttcher, Direktorin der Kunsthalle Mainz

Anike Joyce Sadiq (lebt und arbeitet in Berlin und Nürnberg)

vorgeschlagen von Yvette Mutumba, Mitbegründerin und Leiterin von

Contemporary And (C&)

TERMIN

Pauli-Preis 2026

50. Verleihung und Ausstellung

8. August bis 4. Oktober 2026

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207 | 28195 Bremen

T 0421 32 908 0

kunsthalle-bremen.de

Phung-Tien Phan, Volkswagen (Romeo and Juliet), 2025, Mixed Media

Courtesy of the artist & Project Native Informant, London, Foto:

Phung-Tien Phan & Project Native Informant

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Daphne Wright

Daphne Wright, Blick in die Ausstellung „Memory and Presence“ mit der Künstlerin

Daphne Wright im Gerhard-Marcks-Haus, 2026, © Daphne Wright, Foto: Sandra Beckefeldt

Memory and Presence

12. Juli bis 18. Oktober 2026

Das Gerhard-Marcks-Haus präsentiert die erste Einzelausstellung

der irischen Bildhauerin Daphne Wright

(geb. 1963) auf dem europäischen Festland. Zu den

Motiven der Künstlerin gehören ihre beiden Söhne, die

sie mehrfach in verschiedenen Altersphasen abformte.

Auf der Schwelle zum Erwachsensein zeigt ihre neuste

imposante Arbeit „Sons and Couch“ (2025) einen

lebensgroßen Abguss ihrer Kinder auf dem häuslichen

Sofa. Die „Jungs“ erscheinen wie herausgenommen

aus dem Leben, eine intime Momentaufnahme, um

eine flüchtige Erinnerung aus dem Alltagsleben zu

konservieren. Die sichtbaren Spuren des langwierigen

Herstellungsprozesses des Doppelporträts aus Jesmonite

drängt den Eindruck eines potenziellen Hyperrealismus

eindeutig zurück.

Wrights Werke kreisen um Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit

sowie Lebensphasen zwischen Kindheit,

Erwachsensein, Leben und Tod. Ziel ist es, ihr Publikum

emotional tief zu berühren. Die vorherrschenden

Weißtöne verleihen den Arbeiten zusätzlich eine stille,

melancholische Präsenz. Die Ausstellung zeigt Werke

aus allen Phasen ihres Œuvres (mit Leihgaben aus

England und Irland), angefangen bei den frühen In-

50


stallationen aus Gips und Alufolie bis hin zu neusten

Arbeiten wie zum Beispiel „Dogs“ aus ungebranntem

Ton. Wright nutzt scheinbar gegensätzliche Methoden

wie Modellierung und Abgüsse nach lebenden und

toten Wesen nebeneinander und schafft dadurch in

jedem einzelnen Werk einen unterschiedlichen Wirkungsgrad.

Buchpräsentation am Mittwoch, 09. September,

18 Uhr „Daphne Wright. Memory and Presence”

Mit Dr. Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-

Hauses, Penelope Curtis, ehemalige Direktorin der

Tate Britain und der Künstlerin Daphne Wright.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Christian Schilling

Christian Schilling, Blick in die Ausstellung „Wunderkammer“ im Gerhard-Marcks-Haus

2026, Foto: Sandra Beckefeldt

Wunderkammer

12. Juli bis 18. Oktober 2026

Christian Schilling (geb. 1960) dürfte einer der wenigen

Künstler*innen aus Bremen sein, die im Leslie-Lohman

Museum of Art in New York ausgestellt haben, das

erste Museum weltweit, das explizit nur LGBTQIA+

Perspektiven zeigt. Schillings Figuren und Ensembles

sind auf eine besondere Art übertrieben figürlich und

bewegen sich zwischen Comic und kunsthistorischen

Anspielungen, etwa auf die ägyptische Amarna-Zeit.

und Büsten in die Hand nehmen kann (und das nicht

tut!), spielt für ihren Reiz eine große Rolle.

Gerhard Marcks

Seine Musiker und Dichter

12. Juli bis 20. September 2026

Der Künstler lebt mit seinen Objekten, die hier zum

ersten Mal in größerem Umfang gezeigt werden. Die

Idee, dass eine Person diese oft mehrteiligen Figuren

Gerhard-Marcks-Haus

marcks.de

Am Wall 208

28195 Bremen

51


„Du wurdest mit Flügeln geboren“

Ausstellung von Ulrich Schwecke vom 16.08. bis

25.09.2026 in der Kirche „Unser Lieben Frauen“

Ernst Bischoff-Culm, Der Friedof in Nidden

52

„Du wurdest mit Flügeln geboren…“

Entwurf für eine Fotoinstallation, Ulrich Schwecke


eröffnen Interessierten vielfältige Deutungsräume.

Ein zweites zentrales Element der Ausstellung ist

eine groß angelegte Foto-Installation im Altarraum:

Rund 200 Schwarz-Weiß-Fotografien im Format

20 x 30 Zentimeter zeigen zwei- bis vierjährige Kinder

– Freunde des Künstlers, Menschen aus der Kirchengemeinde

sowie bekannte Persönlichkeiten aus

Geschichte und Gegenwart, darunter Greta Thunberg,

Donald Trump, Andreas Bovenschulte und Herbert

Grönemeyer.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine künstlerische

Meditation über menschliche Entwicklung. Sie

lädt dazu ein, über persönliche und gesellschaftliche

Fragen nachzudenken und über die Kunst miteinander

ins Gespräch zu kommen. Die Arbeiten eröffnen

Perspektiven auf das eigene Leben, familiäre Prägungen

und gesellschaftliche Zusammenhänge. Welche

„Käfige“ bestimmen unser Denken und Handeln?

„Love and peace“ Objekt und Foto: Ulrich Schwecke

Was machen Menschen aus dem, was ihnen mitgegeben

wurde? Dieser Frage geht der Bremer Objektund

Fotokünstler Ulrich Schwecke in seiner neuen

Ausstellung „Du wurdest mit Flügeln geboren“ nach.

Der Titel greift ein Zitat des persischen Mystikers

Rumi aus dem 13. Jahrhundert auf und bildet den

Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung

mit Freiheit und Begrenzung, Berufung und

Scheitern sowie den inneren und äußeren Kräften,

die menschliches Handeln prägen.

Ulrich Schwecke präsentiert in der Bremer Stadtkirche

Unser Lieben Frauen großformatige Objekte aus

einem vielschichtigen Materialmix aus Federn, Holz,

Stoff, Metall, Fotografien, Fundstücken, Verbandsmaterialien

und Farbe. Entlang der Fensterwände

entfalten die schwebenden Arbeiten ihre Wirkung und

Die Objekte von Ulrich Schwecke arbeiten mit symbolstarken

Elementen. Federn und Flügel können für

Aufbruch, Bewegung und Freiheit stehen, Käfige für

Begrenzung und Kontrolle. Ergänzt durch Materialien

wie Verbände und Mullbinden können die Arbeiten

auch auf Verletzlichkeit und Heilung verweisen und

damit auf die Chance zur Persönlichkeitsentwicklung.

Auch die gegenwärtigen globalen Krisen und Konflikte

fließen in die Ausstellung ein. Die Kriege in der

Ukraine und im Nahen Osten sowie gesellschaftliche

Polarisierung bilden einen Hintergrund für einige der

Arbeiten. Einzelne Objekte setzen sich mit Macht,

Ideologien und der Inszenierung politischer Führung

auseinander.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Die Kirche ist

täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet; sonntags ist der

Besuch im Rahmen der Gottesdienste möglich. Mehr

Informationen zur Ausstellung: ulrichschwecke.art

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53


Eine Landschaft

von Licht und Farbe

Ernst Bischoff-Culm, Der Friedof in Nidden

25. April bis 18. Oktober 2026

54


Die Kurische Nehrung mit ihrem künstlerischen Mittelpunkt

Nidden war vor 1900 ein Anziehungspunkt

für Künstler und wurde eine beachtenswerte Künstlerkolonie.

Exkursionen der nahen Kunsthochschule

in Königsberg und der im Ort ansässige Gastwirt Hermann

Blode beförderten das Interesse an der eigenartigen

Dünenlandschaft. Als die Zug- wie Schiffsverbindungen

ausgebaut wurden, besuchten auch Berliner

und Düsseldorfer Künstler die Kurische Nehrung.

Bedeutende Künstler des Expressionismus wie Max

Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff suchten den Ort

immer wieder auf, und als sich ab 1929 Thomas Mann

hier ein Sommerhaus baute, bekam Nidden eine überragene

Bedeutung.

Bis 1945 arbeiteten über 200 Künstler und Künstlerinnen

aus ganz Deutschland in Nidden. Sie waren

fasziniert von der Natur und der Architektur auf der

Kurischen Nehrung, aber auch vom Handwerk, der Lebensweise

und dem Lebensrhythmus der Fischer. Mit

dem Zweiten Weltkrieg brach die Geschichte der Niddener

Künstlerkolonie abrupt ab.

Mollenhauer, Fischergehöfte in Nidden

Die Künstlerkolonie Nidden

auf der Kurischen Nehrung

Das künstlerische Erbe haben nach 1945 das Ostpreußische

Landesmuseum in Lüneburg und viel später zwei

private Sammlungen intensiv gepflegt. Es gehört zum

Glücksfall, dass der Sammler Dr. Bernd Schimpke der Lilienthaler

Kunststiftung eine Auswahl seiner über 400

Gemälde umfassenden Sammlung zur Verfügung stellt.

In ihr sind alle Niddener Künstler und Künstlerinnen vertreten,

und sie dokumentiert damit die ganze Breite der

100-jährigen Geschichte dieser Künstlerkolonie.

Seit es ab 1990 wieder einfacher ist, die Kurische Nehrung

– die heute zu Litauen gehört – zu besuchen, ist

auch das ehemalige deutsche Kulturerbe wieder in den

engeren Fokus des kunsthistorischen Interesses gerückt.

Unbekannte Fotografien des

Niddener Fotografen Fritz

Krauskopf über den Aufenthalt

von Thomas Mann

in Nidden ergänzen diese

Ausstellung.

Max Pechstein, Am Strand

Bei ihrer Nähe zur Künstlerkolonie

Worpswede ist es der

Lilienthaler Kunststiftung wichtig, immer mal wieder

auf die weiteren europäischen Künstlerkolonien hinzuweisen,

damit der internationale Zusammenhang

dieser kurzen, aber intensiven Bewegung der Künstlerkolonien

deutlich und nicht vergessen wird.

Vorträge und Filme über einzelne Künstler, den Ort

Nidden, die Kurische Nehrung und Ostpreußen begleiten

die Ausstellung.

Lilienthaler Kunststiftung

Trupe 6 I 28865 Lilienthal

Öffnungszeiten:

Do-So 14-18 Uhr

kunststiftung-lilienthal.de

Karl Schmidt-Rottluff, Nidden 1913

55


Museumsleitung Laura Schuppe und Ute Garbrecht beim Lager im Güterbahnhof, Foto: kek

Das kek Kindermuseum

Das kek Kindermuseum für Bremen e.V. ist ein gemeinnütziger

Verein, der seit über 20 Jahren Mitmachausstellungen

und Schulprojekte ausrichtet.

„kek“ steht für Kinder erleben Kunst und Kultur

Die Museumsleitung übernahmen im Oktober letzten

Jahres Laura Schuppe und Ute Garbrecht mit

Unterstützung von Gudrun Gessert, die sich um den

Bereich Finanzen kümmert. Gemeinsam führen sie

das von den Gründerinnen Silke Rosenthal und Eva

Vonrüti Moeller entwickelte Bildungskonzept fort und

entwickeln das Kindermuseum mit neuen Ideen und

Impulsen weiter.

Ziel des Vereins ist es, Kindern einen aktiven und

kindgerechten Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen

mit Themen, die jeder kennt und erlebt.

Die Ausstellungen bestehen aus Mitmachstationen,

Werkstätten, partizipativen Bereichen und Ruhezonen.

Ausprobieren, Verändern und Gestalten sind hier

ausdrücklich erwünscht. Der Ansatz ermöglicht es,

Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen

niedrigschwellige Zugänge zu künstlerischen Themen

zu eröffnen.

Jährlich realisiert das kek von September bis Februar

eine große temporäre Mitmachausstellung, die sich

einem Thema widmet. Unter der Woche kommen

Schulklassen, Kindergärten und Gruppen im Rahmen

gebuchter Führungen, während an Wochenenden

und in den Ferien offene Besuchszeiten für Familien

angeboten werden.

Ergänzend finden im restlichen

Jahr Kunstprojekt-

Tage, Schulprojekt-

Wochen sowie Kooperationen

im Rahmen der

Bremer Schuloffensive

statt. Um eine nachhaltige

Nutzung zu ermöglichen,

verleiht

das Kindermuseum

die Kunststationen

oder ganze

Ausstellungen

an Schulen, Kitas,

Einrichtungen und

andere Museen.

Foto: Magnific

56


Wo?

Im Hafenmuseum Bremen

Am Speicher XI 1, erste Etage

28217 Bremen - Überseestadt

Öffnungszeiten

Gebuchte Führungen:

Montag - Donnerstag: 9 -18 Uhr, Freitag: 9 -14 Uhr

Offen für alle:

Freitag: 15 - 18 Uhr, Samstag - Sonntag: 11-18 Uhr

An Feiertagen und Ferien gibt es gesonderte Öffnungszeiten.

Siehe Website

Zwei Senioren in der letzten Ausstellung „Kapier Papier“, Foto: kek

Unsere neue Mitmachausstellung „Auf den Punkt!“

Im Hafenmuseum Bremen entsteht vom 13. September

2026 bis 14. Februar 2027 unsere ganz neue Mitmachausstellung

„Auf den Punkt“.

Ein Punkt gehört zu den Dingen im Leben, die einem

so lange selbstverständlich sind, bis man anfängt,

über sie nachzudenken. Wir wollen neue Zugänge zu

einem scheinbar alltäglichen Element öffnen und gewohnte

Sichtweisen hinterfragen:

- Was ist eigentlich ein Punkt?

- Ist er immer rund?

- Welche Bedeutung hat er in Bild und Sprache?

Eintritt

6 € für alle ab 18 Jahren

95 € Führungen, Kindergeburtstage

(inkl. Eintritt und Buchung der Ausstellung)

Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 18

ermöglicht durch die Sparkasse Bremen

Anmeldung oder Fragen

Telefon: 0421 - 380 476 82

info@hafenmuseum-bremen.de

Mehr Infos

kek-kindermuseum.de

mail@kek-kindermuseum.de

Insgesamt laden 15 Mitmachstationen dazu ein, das

Thema „Auf den Punkt“ auf vielfältige Weise zu entdecken

und selbst kreativ zu werden. Für die Umsetzung

der Stationen arbeiten wir mit Künstler*innen

aus Bremen zusammen. Die Mitmachangebote widmen

sich unterschiedlichen Themenbereichen: Der

Punkt in der Kommunikation, der Perspektive, in verschiedenen

Kulturen, im Handwerk, in der Kunst, der

Natur, der Musik, der digitalen Welt…

Neben unserem bewährten Begleitprogramm mit verschiedenen

Workshops, haben wir uns zum Ziel gesetzt,

unsere Angebote für die kommende Ausstellung

noch inklusiver zu gestalten:

- Kostenlose Führungen für Senior*innengruppen

- Kostenlose Familienführungen am Wochenende in

verschiedenen Sprachen

- Neue Öffnungszeit am Freitagnachmittag von 15-18

Uhr für alle Besucher ohne Anmeldung

Punktkinder, Foto: kek

57


GUNTHER GERLACH

PASSING SNOW

Ateliersituation © Hervé Maillet

Eröffnung: Samstag, 15.08.2026, 19 Uhr

Draußen am Deich der kleinen Weser, hinter der Städtischen

Galerie Bremen genießen die Badegäste den

Sommer. Wer würde bei den warmen Temperaturen

schon wieder an den Schnee denken, der Bremen vor

einigen Monaten überzogen hat?

turen und übermalten Grafiken in den letztlich vergänglichen

Materialien Holz und Papier gerne als Erfahrung

für das Publikum erzeugen möchte.

Gunther Gerlach jedoch bezieht sich mitten

im Sommer auf diesen Schnee, dessen

Momenthaftigkeit und auf die vorübergehenden

Spuren darin. Mit dem poetischen

Titel seiner Einzelausstellung in der Städtischen

Galerie möchte der Künstler „Momente

der Intuition“ beschreiben, wie er selbst

sagt. Momente, die kurz sind und dennoch

lange nachhallen – was er mit seinen Skulp-

58

Passing Snow, 2026, Handkamera Collage Kurzfilm

© Gunther Gerlach, Hervé Maillet


Aus der Reihe Falsches Tarot, 2024, übermalte Radierungen

© Hervé Maillet

Dazu setzt er seine Kunstwerke, vor allem einzelne bearbeitete

Holzstelen, in Bezug zum spezifischen Raum

der Städtischen Galerie. Aufrechtstehende Gruppen

solcher Stelen bilden Beziehungen untereinander und

zu den besonderen architektonischen Charakteristika

des großen Galerieraums, der zentral von einer Reihe

von Säulen getragen wird. Mit der Assoziation an

unsere eigene aufrechte menschliche Figur erschließen

auch wir uns mittels der Kunstwerke den Raum,

in dem außerdem eine Spur liegender Holzelemente

den Ort in Schwingung bringt. Als weitere Werkgruppe

füllt Gunther Gerlach die Wände, vor allem des kleinen

Galerieraums, mit aktuell übermalten frühen Stahlschnittgrafiken,

die einst riesig, gestisch und abstrakt

ausgeführt wurden, nun aber geteilt und mit figurativen

Andeutungen versehen sind. Ein starker Kontrast

dunkler gedruckter Hintergründe und weißer bewegter

Zeichen davor öffnet die sonst vermeintlich neutralen

weißen Ausstellungswände in psychisch empfundene,

physisch zu erahnende Räume.

Ausschnitt Konstellage Going Fishing, 2026, 10 Hölzer

© Gunther Gerlach

Diese sinnlichen Erfahrungen können intuitiv erfahrene

Momente erzeugen, die vorübergehen, uns aber

vielleicht wie der kurze Schnee und die Spuren darin im

Gedächtnis bleiben, weil wir die Kunstwerke als haptisch

reizvolle, visuell beeindruckende und körperlich

verifizierte Erlebnisse verinnerlichen. Raum wird zum

Ort, Zeit zum Moment, Skulpturen und Übermalungen

zu Zeichen der Existenz, zu einer Versicherung, hier

und jetzt zu sein.

Gunther Gerlach

Passing Snow

16.08. bis

18.10.2026

Städtische Galerie Bremen

Buntentorsteinweg 112

28201 Bremen

Öffnungszeiten

Di-So, 12-18 Uhr, Eintritt frei

staedtischegaleriebremen.de

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59


Minh Duc Pham: Präsente. Für die Ewigkeit, Textil, Kunststoff und Metall, 2024. Foto: Minh Duc Pham © Minh Duc Pham

Die Kids sind nicht

60


In der Ausstellung Die Kids sind nicht alright! setzen

sich elf Künstler:innen in den Medien Malerei, Zeichnung,

Grafik, Fotografie, Film, Skulptur und Rauminstallation

mit den gesellschaftlichen Auswirkungen

der deutschen Wiedervereinigung auseinander. Die

gezeigten Arbeiten verhandeln Fragen von Herkunft,

Erinnerung, Identität und sozialer Prägung und werfen

zugleich einen kritischen Blick auf politische Systeme,

gesellschaftliche Werte und ökonomische Umbrüche.

Die Ausstellenden eint, dass sie entweder noch Kinder

waren, als 1989 die Mauer fiel, oder kurz nach der

Wiedervereinigung geboren wurden. Aufgewachsen

in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation,

spiegeln ihre Arbeiten Erfahrungen von Umbruch,

Unsicherheit und Neuorientierung wider, die

viele Familien in Ostdeutschland prägten. Dabei werden

persönliche Familiengeschichten ebenso sichtbar

wie kollektive Erinnerungen und gesellschaftliche

Spannungen, die bis heute nachwirken.

Nadja Buttendorf: rosie - the next generation, Web Serie, 2026

© Nadja Buttendorf

Im Zentrum der Ausstellung stehen sowohl individuelle

Identitätssuchen als auch die strukturellen Bedingungen

der Nachwendejahre im Osten Deutschlands.

Die künstlerischen Positionen eröffnen dabei unterschiedliche

Perspektiven auf ostdeutsche Sozialisation,

Erinnerungspolitik und gegenwärtige Debatten um

Zugehörigkeit, Klasse und gesellschaftliche Teilhabe.

Präsentiert werden Werke von Nadja Buttendorf, Susan

Donath, Sophia Hirsch, Florian Kunert, Eric Meier,

Norman Neumann, Minh Duc Pham, David Polzin,

Oskar Schmidt, Manuel Sékou und Anna Zett.

Die Ausstellung ist konzipiert und kuratiert von Dr.

Meta Marina Beeck. Die Ausstellung steht unter der

Schirmherrschaft von Elisabeth Kaiser, Staatsministerin

und Beauftragte der Bundesregierung für

Ostdeutschland. Begleitend findet ein vielfältiges Rahmenprogramm

statt: syker-vorwerk.de

Eric Meier: Zur Einheit, Glasskulptur (fusionierte Schnapsflaschen), 2022

Foto: Julie Becquart © der Künstler & Mountains Berlin

alright!

TERMIN

Die Kids sind nicht alright!

04. Oktober bis 17. Januar

SYKER VORWERK

Waldstraße 76 I 28857 Syke

syker-vorwerk.de

David Polzin: Mauerfall 1989 (aus der Serie „Die Geschichte der der der

er“), Aquarell auf Papier, 2018 © VG Bild-Kunst Bonn 2026

61


Reisen zur Kunst

Foto: Katian Aidenko, pexels.com

Lust auf spannende Ausstellungen? Doch wofür lohnt sich die Anreise?

Die Bremer Kunstexpertin Annette Schneider hat für Sie eine Auswahl

sehenswerter Kultur-Highlights zusammengestellt – perfekt für einen

inspirierenden Tagestrip oder einen Wochenendausflug.

LUXEMBURG: William Turner – Grand Tour

Joseph Mallord William Turner

The Rham Plateau and the Bock, Luxembourg, from the

North-East, 1839, © Tate Britain

William Turner war seiner Zeit weit voraus. Seine Landschaften

wirken oft so lichtdurchflutet und atmosphärisch, dass sie

erstaunlich modern erscheinen – obwohl sie vor mehr als 200

Jahren entstanden sind. Die Ausstellung in der Villa Vauban zeigt,

wie aus dem jungen Maler, der sich zunächst an den Künstlern

der Grand Tour orientierte, einer der großen Erneuerer der Malerei

wurde. Im direkten Vergleich mit seinen Zeitgenossen lässt sich

dieser Weg besonders gut nachvollziehen. Zu sehen sind beeindruckende

Gemälde und Zeichnungen aus der Sammlung der

Tate Britain, darunter auch Arbeiten, die Turner während seiner

Reisen durch Luxemburg schuf. Eine Ausstellung, die Lust macht,

genauer hinzusehen – und einen Künstler neu zu entdecken, dessen

Bilder bis heute faszinieren.

Bis 11. Oktober 2026

Villa Vauban, Luxemburg-Stadt

LONDON: Frida – The Making of an Icon

Frida Kahlo

Untitled Self-portrait with thorn necklace and hummingbird

© Tate London

Frida Kahlo ist längst mehr als eine Künstlerin – sie ist ein Bild, ein

Mythos, eine Projektionsfläche. Die Tate Modern interessiert sich

deshalb weniger für die Legende als für ihre Entstehung. Zwischen

Gemälden, Fotografien, persönlichen Objekten und Dokumenten

entfaltet sich das Porträt einer Frau, die Identität immer wieder neu

inszenierte: als Malerin, politische Aktivistin, Intellektuelle und Ikone.

Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie stark ihr Werk bis heute

Künstlerinnen und Künstler weltweit beeinflusst. Dabei rückt weniger

die Biografie als die anhaltende Kraft ihrer Bilder in den Mittelpunkt

– Werke, die Schmerz, Selbstbehauptung und politische Haltung

auf unverwechselbare Weise verbinden. So entsteht weniger

eine klassische Retrospektive als eine vielschichtige Erzählung darüber,

wie Kunst Geschichte schreibt – und selbst Geschichte wird.

Bis 3. Januar 2027

Tate Modern, London

62


BERLIN: Lina Lapelytė – We Make Years Out of Hours

Lina Lapelytė, We Make Years Out of Hours, Foto:

Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / art/beats,

Florian Mag © Lina Lapelytė. VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Unbekannter Künstler

Rhododendron – Rote Blüte mit Zweig. Aus dem Bestand

der Ständischen Zeichnungsakademie, © UMJ/N. Lackner

Auch Erwachsene können hier nach Herzenslust mit Bauklötzen

spielen. Also nicht nur schauen, sondern gestalten. 400.000

Holzwürfel verwandeln die historische Halle des Hamburger

Bahnhofs in eine Landschaft, die sich ständig verändert. Besucherinnen

und Besucher errichten gemeinsam mit Performerinnen

und Performern temporäre Architekturen, während Stimmen

den Raum mit Poesie und Gesang füllen. Zwischen Skulptur,

Performance und sozialem Experiment entsteht ein Werk,

das Gemeinschaft nicht nur zeigt, sondern unmittelbar erfahrbar

macht. Jeder Eingriff verändert den Raum – und macht sichtbar,

dass jede Form von Gemeinschaft immer wieder neu ausgehandelt

werden muss. Kunst entsteht hier nicht als fertiges Objekt,

sondern im gemeinsamen Handeln. Eine Einladung, Kunst nicht

nur zu betrachten, sondern Teil von ihr zu werden.

Bis 10. Januar 2027

Hamburger Bahnhof, Berlin

GRAZ: Blumen – Analytische Schönheit

Blumen sind hier weit mehr als dekorative Motive. Die Ausstellung

spannt den Bogen von detailgenauen Pflanzenstudien

des Biedermeier über fernöstliche Farbholzschnitte bis hin zu

zeitgenössischen Positionen und zeigt, wie eng Wissenschaft

und Kunst seit jeher miteinander verbunden sind. Präzision

trifft auf Poesie, botanische Dokumentation auf ästhetische

Inszenierung. Was zunächst wie eine klassische Blumenschau

erscheint, entfaltet sich als vielschichtige Erzählung über Natur,

Wahrnehmung und die Faszination des genauen Blicks. Gerade

im Wechsel zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und

künstlerischer Freiheit wird sichtbar, warum Blumen seit Jahrhunderten

zu den beliebtesten Motiven der Kunstgeschichte

gehören. Eine ruhige Ausstellung, die den Blick für das scheinbar

Alltägliche schärft.

Bis 04. Oktober 2026

BRUSEUM (Neue Galerie), Graz

FRANKFURT: Elmgreen & Dragset – Stillleben mit Gemüse

Ausstellungsansicht „Elmgreen & Dragset

Stillleben mit Gemüse“

© Städel Museum – Norbert Miguletz

Ich gebe zu: Für einen kurzen Moment dachte ich tatsächlich, jemand

hätte einen Säugling in einem Babykorb vor einem altmeisterlichen

Gemälde vergessen. Erst auf den zweiten Blick wurde

mir klar, dass genau diese Irritation Teil der Ausstellung ist.

Elmgreen & Dragset verteilen ihre Interventionen im gesamten

Städel Museum und verändern mit großer Leichtigkeit und Augenzwinkern

den Blick auf die Sammlung. Zwischen alten Meistern

und zeitgenössischen Eingriffen entstehen überraschende

Dialoge, die Gewohntes ins Wanken bringen. Was zunächst wie

ein Fremdkörper wirkt, eröffnet plötzlich neue Perspektiven auf

unsere Sehgewohnheiten. Genau darin liegt die Stärke dieser

klugen Interventionen: Sie erzählen keine neue Kunstgeschichte,

sondern lassen uns die bestehende mit frischen Augen sehen.

Bis 17. Januar 2027

Städel Museum, Frankfurt am Main

63


Sabine Wewer

NEUE BILDER in der SCHWACHHAUSER GALERIE

Vieques I, 2010, Acryl auf Leinwand, 140 x 300 (Ausschnitt) Sabine Wewer mit Samurai Frau, 2025

Vernissage, Freitag, 04.09.2026, 18 Uhr

In Wewers Bildern werden mystische Welten erschaffen,

in denen sich Reales und Fiktives wechselseitig

durchdringen und gegenseitig in Frage stellen.

Durch die Verwendung entsättigter Farben entstehen

surreale Momente, in denen sich scheinbar Bekanntes

einer absoluten Lesbarkeit entzieht. Transzendenz,

Transmutation und die Konzentration vor dem Kampf

oder einer magischen Situation werden künstlerisch

untersucht. So ist z. B.: eine Serie mit Boxern und Boxerinnen

entstanden, die im Kreismuseum Syke noch

bis Oktober 2026 zu sehen ist.

Themen ihrer künstlerischen Forschung sind die Alchemie

von Wetter, Wasser, Wolken- und Kristallbildung;

leerstehende Häuser und Dinge, die eine Erinnerung

herzustellen scheinen; Kinder und Jugendliche

und ihre Codizes. In anderen Bildern scheint man

sich in einem Rätsel zu befinden. Zeichnerische Architektur,

Figuren, Dinge oder Landschaften auf monumentalen

abstrakten Hintergründen führen den Betrachter

durch die vordergründigen Erzählungen auf

tiefere Sinn- und Zusammenhänge. Transformation

in geologischer und chemischer Form, Orte und Himmelsphänomene

sind ihre Themen, die sich in Titeln

widerspiegeln wie BROOKLYN METEOR oder den Namen

von Winden: TORNADO, SCIROCCO oder RUS-

SISCHE PEITSCHE. Das alles mischt sich mit autobiografischen

und literarischen Anregungen. Daher auch

der Titel des großen Unterwasserbildes VIEQUES I,

welches einer Serie von Bildern entstammt – inspiriert

von Tauchgängen vor der Insel Vieques in Puerto Rico.

Sabine Wewer arbeitet in ihren Ateliers im Zentrum für

Kunst, Tabakquartier Bremen und in Groß Ippener.

Am 04. September um 18 Uhr ist die Vernissage in

der Kunstgalerie des Schwachhauser Magazins in

der Schwachhauser Heerstraße 47. Die Ausstellung

geht bis zum 04. Oktober 2026. Sie können neue

Werke von Sabine Wewer sehen und die Künstlerin

persönlich kennenlernen. Wir freuen uns auf Sie.

64


Wenn man mal bedenkt, dass sich das Budget des gesamten

Films mit 650.000 Euro nur auf die Hälfte einer

durchschnittlichen Tatort-Folge beläuft, fällt einem beim

Anblick von Staatsschutz die Kinnlade runter.

Auch nutzt der Film eine sehr realitätsnahe, dem Alltag

anmutende Erzählweise, indem immer wieder fast

schon episodisch Ereignisse aus Seyos Leben und ihrer

Ermittlung aufgegriffen und gezeigt werden, anstatt

einem klassischen dramaturgischen Aufbau zu folgen.

Zudem unterhalten sich die Figuren in sehr realitätsnahen

Dialogen, die zwar authentisch wirken, dafür aber

nicht so unterhaltsam und charakterisierend sind. Das ist

zwar spätestens seit der Nouvelle Vague nichts Neues

mehr, liefert aber gerade dem „Mainstream“-Kinogänger

ein neues Filmerlebnis.

Das Ganze fällt sich dann leider im Pacing etwas auf die

Füße: Denn ein Thriller, wie es Staatsschutz laut Regisseur

Faraz Shariat sein soll, braucht ein gewisses Maß

an Suspense und Geschwindigkeit, welches durch die

Erzählstruktur leider immer wieder aufgebrochen wird.

Filmplakat, Quelle: Verleih

REZENSION

von Justus Schlichtherle

Das packende Gerichtsdrama Staatsschutz zeigt mit

ausgestrecktem Finger auf den deutschen Rechtsstaat,

übernimmt sich dabei aber stellenweise.

In Staatsschutz wird die junge Staatsanwältin Seyo Kim

Opfer eines rechtsextrem motivierten Brandanschlags.

Infolgedessen nimmt sie die Ermittlungsarbeiten selbst

in die Hand und muss dabei jedoch realisieren, wie sie

von ihrer eigenen Institution im Stich gelassen wird.

Der Film fällt mit einer unglaublich starken visuellen

Inszenierung und beeindruckender Bildsprache schon

früh auf: Gerade wie das Innere der Staatsanwaltschaft,

des massiven Betonbaus, so kalt, eng und erdrückend

in Szene gesetzt wird, prägt sich ein.

Dann ist da noch die Thematik des Films, die nach der

Berlinale-Premiere am 15.02.26 auf den eingängigen

Filmplattformen wie Letterboxd u. Ä. diskutiert wurde:

Denn auch wenn Shariats Werk mit der Kritik am

Selbstschutz, den sich Extremisten und Straftäter im

deutschen Rechtssystem selbst geben können, wenn

sie auf institutionelle oder persönliche Verbindungen

zurückgreifen können, ein überaus wichtiges und reales

Problem anspricht, so tut es das mit einer solchen

Eindeutigkeit, dass die Botschaft am Ende kaum weiterentwickelt

wird. Statt neue Perspektiven zu öffnen,

wiederholt der Film die zentrale Aussage mehrfach.

So wirkt es gegen Ende doch etwas arg dick aufgetragen

und selbstbestätigend, wo ein Film mit solch schwerwiegender

Gesellschaftskritik doch eigentlich Raum für

Diskurs schaffen sollte. Hier bekommt man an manchen

Stellen leider das Gefühl, dass etwas zu wenig Vertrauen

in den Zuschauer gesteckt wird, die Geschichte selbst

zu entschlüsseln und sich seine eigene Meinung bilden

zu können.

Staatsschutz bleibt allerdings allein wegen seiner packenden

Geschichte und einer für das deutsche Kino

herausragenden Inszenierung eine klare Empfehlung

für den geneigten Zuschauer und gibt einen hoffnungsvollen

Ausblick auf die Zukunft der Filmproduktion in

unserem Land.

Weitere Filmrezensionen im Film-Blog: cinephile.one

65


SILENT CINEMA

#STADTNEUDENKEN 2026

PROGRAMM

Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war, Foto: Verleih

Auch 2026 lädt die Initiative stadtneudenken wieder dazu ein, Stadträume neu zu erleben: An

fünf Sommerabenden verwandelt sich der Hillmannplatz in ein temporäres Open-Air-Kino.

Im Mittelpunkt stehen Filme, die sich mit Urbanität, Demokratie und Empowerment auseinandersetzen

– Themen, die unsere Städte prägen und unser Zusammenleben gestalten.

Ausgestattet mit Kopfhörern genießen die Zuschauer:innen in entspannter Atmosphäre fünf

sorgfältig kuratierte Filme.

Open Screen-Abend

Moderiert von Ilona Rieke (Filmbüro Bremen)

D 2025, Hobbyfilmer bis Profi

(jew. maximal 10 Minuten), 90 min

Der Open Screen-Abend gibt ausdrücklich jedem

- Hobbyfilmer bis Profi - die Möglichkeit,

einen eigenen Film vorzuführen und im Anschluss

mit Publikum und anderen Filmschaffenden

in den Austausch zu gehen. Fiction,

Doku, Animation, Experimentelles und Musikvideos

sind willkommen, Premieren und lokale

Produktionen werden bevorzugt. Es gibt

keine Auswahljury beim Open Screen, d.h. es

wird grundsätzlich alles gezeigt, was eingereicht

wird - unter der Voraussetzung, dass die

Filmemacher:innen am Abend anwesend sind.

Es wird zwischen den Filmen kurze Gespräche

geben und auch das Publikum darf hier ausdrücklich

Lob und Kritik verteilen und Fragen

stellen. Kurzfilmfans können sich auf eine kreative

Mischung aus frischen Werken, Bremer

Geschichten, schrägem Humor, Kunstfilmen,

Preisgekröntem und Skurrilem freuen.

Mi. 12.08., 20:30 Uhr, Hillmannplatz

Ingeborg Bachmann –

Jemand, der einmal ich war

Doku/Biografie, OV, Deutschland 2026

Regie: Regina Schilling, 96min

Ein Porträt zum 100. Geburtstag von Schriftstellerin

Ingeborg Bachmann, eine der bedeutendsten

deutschsprachigen Autorinnen des

20. Jahrhunderts, dass die Zerbrechlichkeit

und Kraft einer Künstlerin zwischen öffentlichem

Ruhm und existentiellen Krisenfeiert. Mit

einer kunstvollen Verbindung aus Archivaufnahmen,

Dialoge basierend auf Briefen, Tagebüchern

und anderen Werken Bachmanns

und der schauspielerischen Interpretation von

Sandra Hüller inszeniert der Film die zentralen

Lebensphasen der Autorin, die sich mit

radikaler Sprache jeder Vereinnahmung entzog,

und deren Werk bis heute eine visionäre

Wucht besitzt.

Do. 13.08., 20:30 Uhr, Hillmannplatz

Film Siri Hustvedt – Dance Around the Self

Biografie, OmU/DV, Deutschland/Schweiz

2026, Regie: Sabine Lidl, 110min

Mit 13 beschloss sie, Schriftstellerin zu werden!

Jung, neugierig und voller Tatendrang zieht es

Siri Hustvedt auf der Suche nach einem Helden

für ihren ersten Roman nach New York,

das weite, ruhige Minnesota im Rücken. Eine

Zeit voller Möglichkeiten, auszubrechen, mutig

zu sein und sich selbst zu verwirklichen.

Vier Jahre lang begleitet Regisseurin Sabine

Lidl eine der wichtigsten, intellektuellen Stimmen

der amerikanischen Literatur – Autorin,

Feministin, Tochter, Mutter & Ehefrau von

Paul Auster, und porträtiert ihre ganz eigene

Art zu leben und zu denken, mit den großen

Themen des Lebens: Liebe und Abschied.

Do. 14.08., 20:30 Uhr, Hillmannplatz

Film: Die leisen und die großen Töne

Tragikomödie, DV, Frankreich 2024

Regie: Emmanuel Courcol, 104min

Nachdem der renommierte Dirigent Thibaut

erfährt, dass er an Leukämie erkrankt ist und

eine Knochenmarkspende benötigt, findet er

zu allem Übel heraus, dass er adoptiert wurde

und einen älteren Bruder namens Jimmy hat.

Mit der Hoffnung, dass dieser ihm helfen kann,

macht er sich auf dem Weg und stellt schnell

fest: auf den ersten Blick könnten die beiden

nicht unterschiedlicher sein. Schnell denkt Thibaut

über die Ungerechtigkeit des Schicksals

nach, über Chancen, die ihm gegeben wurden

und Jimmy verwehrt blieben. So beginnt mit

ihrem Wiedersehen eine brüderliche, musikalische

Reise zwischen Gegensätzen und Gemeinsamkeiten,

und nimmt einen mit durch

Krisen, um dort erneut das verblüffend Schöne

zu entdecken.

Sa. 15.08., 20:30 Uhr, Hillmannplatz

dokumentART Kurzfilmrolle, 91 Min

moderiert von Ilona Rieke (Filmbüro Bremen)

Seit über 30 Jahren ist dokumentART ein Ort

für starke filmische Stimmen & sorgfältig kuratiertem

Programm, das sich mit unserer Gegenwart

und möglichen Zukünften beschäftigt–

neugierig, aufmerksam und nah am Leben.

So. 16.08., 20:30 Uhr, Hillmannplatz

Gezeigt werden folgende Filme:

Project Dad

Doku/Kurzfilm, OmU, Norwegen/Estland 2024

Regie: Camilla Stefanie Jämting, 28min

Camilla hat keinen typischen Vater; er ist sogennanter

„Pickup-Artist“, der anderen Männern

beibringt, wie man erfolgreich auf Dating-Apps

ist. Außerdem verfolgt er seine „spirituelle

Entwicklung“, unter anderem durch eisige

Oben-ohne-Spaziergänge, inspiriert von

Wim Hof. Camilla ist Künstlerin und Feministin,

und es gibt nicht viel, worüber sie und ihr Vater

sich einig sind, trotzdem haben die beiden eine

starke Verbindung zueinander. Ein Film an der

Schnittstelle von Liebe, Humor und Frustration,

der eine Tochter zeigt, die versucht zu verstehen,

wie sie und ihr Vater zu Gegensätzen

werden konnten und was es braucht, damit

diese Beziehung zueinander funktioniert.

Obey, obey

Kurzfilm, OmeU, Deutschland 2024

Regie: Akira Kawasaki, 4min

Die meisten Mittel- und Oberschulen in Japan

schreiben vor, wie die Jugendlichen ihr Haar

oder ihre Kleidung tragen dürfen. Der Film ist

ein visueller Guide dafür, wie diese Regeln

aussehen könnten.

Zuhause ist dort

wo die Sternfrüchte sauer sind

Doku/Kurzfilm,OV,Vietnam/Deutschland

2023, Regie: Huy Nguyen, 24min

Huy Nguyen dokumentiert seine ganz persönliche

Reise nach Vietnam. Um seinen Eltern

näher zu kommen, sucht Huy Antworten

66


bei seinen Großeltern in Hanoi. Liebevoll behandelt

der Film die emotionalen Konflikte und

das oft schwierige transkontinentale Schweigen

zwischen den Generationen seiner Familie

und begleitet die emotionale Annäherung

des Enkels.

Trains Passing

Drama/Kurzfilm, OV, Deutschland 2023

Regie: Ani Mrelashvili, 10min

Einmal die Woche treffen sie sich in einer

Wohnung, um der Großstadt zu entfliehen

und für ein paar Stunden Poeten zu sein –

bis zu dem Tag, als ein unerwarteter Gast zu

Besuch kommt.

Al Basateen | The Orchards

Doku/Kurzfilm, OV arabisch, Frankreich 2023

Regie: Antoine Chapon, 25min

Im Jahr 2015 wurde in Damaskus das Viertel

Basateen al-Razi als Strafe für den Aufstand

der Bevölkerung gegen das Regime von Baschar

al-Assad dem Erdboden gleichgemacht.

An seiner Stelle soll Marota City entstehen, ein

moderner, vernetzter Stadtteil mit 80 Wolkenkratzern.

Zehn Jahre später erinnern sich zwei

Bewohner*innen, die alles verloren haben, an

ihr Viertel, in dem einst ihre Häuser und die

ältesten Obstgärten von Damaskus standen.

Der Film verbindet ihre Erzählungen und nutzt

vom Regime produzierte 3D-Animationen, um

Erinnerungen wach zu rufen und sich dem

Vergessen und der gezielten Auslöschung

entgegenzustellen.

RAHMEN-PROGRAMM

Ausstellung: ENOUGH! GENUG!

DO. 13.08. bis 04.10.2026, 17:00 Uhr, Hillmannplatz

Am 9. März wurde der Bremer Marktplatz laut. Beim ersten Frauenstreik in Bremen im Rahmen

des internationalen Streiks der ENOUGH!-Bündnisse versammelten sich rund 1.000

Frauen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Mitten im Geschehen standen zwei Frauen,

ein Bügelbrett, 30 Meter Wäscheleine, 250 Postkarten und eine einfache Frage: Wovon

hast du GENUG!? Hunderte Frauen – und auch einige Männer – im Alter von 7 bis 87 Jahren

schrieben ihre Antworten auf Karten und hängten sie an die Leine.

Diese Ausstellung macht diese Stimmen sichtbar. Sie erzählt von Wut, Erschöpfung, Solidarität,

Hoffnung und Widerstand. Von all dem, was Frauen täglich tragen – und nicht länger allein

tragen wollen. Doch die Ausstellung ist kein Rückblick. Sie wächst weiter. Denn wir haben

noch nicht genug. Solange es Gründe gibt, laut zu werden, sammeln wir Stimmen.

GENUG! ist kein Ende. GENUG! ist ein Anfang.

Workshop: BIST DU WÜTEND GENUG von Susanna Janke

Do. 13.08., 18:00 Uhr, Hillmannplatz

Wir wollen uns eine Stunde lang mit unserer Stimme und unserer Haltung befassen. Erst im

Innen für uns, dann miteinander und dann nach draußen. Wie kann ich meine Stimme und

meinen Körper nutzen, um Grenzen zu setzen? Möchtest du deutlich werden und auf dich

aufmerksam machen? Sichtbar, hörbar und ganz und gar bei dem, was du sagen möchtest?

Gemeinsam mit der Stimmbildnerin Susanna Janke entwickeln wir einen Klang, eine Wucht

und eine Deutlichkeit.

One Day Chor: mit Line Papandieck

Sa. 15.08, 18:00 Uhr, Ballsaal Dorint Hotel (Hillmannplatz)

Gemeinsam einfach singen! Der One Day Chor soll ein paar Stunden voller Neugier werden:

auf das Stück, die eigene Stimme und auf die Gemeinschaft hinter dem Singen. Anderen zuhören

und gehört werden. In 2,5 Stunden üben wir gemeinsam ein Stück ein und freuen uns

drüber. Das wird super!

Beim One-Day-Chor kommen jedes Mal ganz unterschiedliche Menschen zusammen, die alle

Lust haben, gemeinsam zu singen. Wir lernen ein 4-7 stimmiges Stück und freuen uns dann

drüber, es gemeinsam zu singen. linepapendieck.de/chor/

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67


Steckerlfischfiasko, Foto: Verleih

Im Spiegel meiner Mutter, Foto: Verleih

BREMER

FILMKUNST

FILMSTARTS IM AUGUST

SCHAUBURG // GONDEL

ATLANTIS // CINEMA OSTERTOR

THEATER

Der Klang der Stradivari

Regie Grégory Magne

Astrid steht kurz davor, Musikgeschichte zu

schreiben und den Traum ihres verstorbenen

Vaters zu erfüllen: vier weltberühmte Stradivari

zum ersten Mal für ein Konzert zu vereinen.

Doch die Harmonie endet bei den kostbaren

Streichinstrumenten. Die für das Projekt

engagierten Solisten Lise, George, Peter und

Apolline beherrschen zwar virtuos ihre Saiten,

aber nicht ihre Emotionen. Während der Proben

auf dem abgeschiedenen Château prallen

Eitelkeiten, alte Rivalitäten und künstlerische

Differenzen aufeinander. Um das Jahrhundertprojekt

vor dem Scheitern zu retten, bittet

Astrid den exzentrischen Komponisten Charlie

Beaumont um Hilfe. Nun liegt es an ihm, aus

vier Einzelkämpfern ein Quartett zu formen

und den unvergleichlichen Klang der Stradivari

zum Leben zu erwecken.

Ab Do. 06.08.

fangen nimmt. Was da lauert rund um eine

alte Hütte, in die ein junges Ehepaar vor dem

Stress der Großstadt flieht, ist der Schrecken

alter Märchen und Sagen.

Ab Do. 06.08.

Steckerlfischfiasko

Regie Ed Herzog

Für den beliebten Dorfgendarm Franz Eberhofer

geht es auf bisher unberührtes Terrain,

als der örtliche Steckerlfischkönig auf dem hiesigen

Golfplatz mausetot aufgefunden wird.

Klar, dass sich der Franz da nicht länger mit

Nichtigkeiten wie dem Umzug in den Neubau

oder dem Wahlkampf von der Susi zur Bürgermeisterin

aufhalten kann. Gemeinsam mit

Kumpel Rudi Birkenberger und dem richtigen

Riecher ermittelt das wiedervereinte Dreamteam

im zehnten filmischen Abenteuer inmitten

zweier verfeindeter Volksfestclans – Fiasko

vorprogrammiert.

Ab Do. 13.08. Preview am Mittwoch, 12.08.,

um 20:00 Uhr in der Schauburg.

Sunny Dancer

Regie George Jaques

Nach ihrem Sieg gegen den Krebs will die

17-jährige Ivy einfach nur ein normales Leben

führen – fernab von Mitleid oder dem Stempel

des „Make-A-Wish-Kindes“. Doch als sie

gegen ihren Willen in ein Sommercamp für

krebsbetroffene Jugendliche geschickt wird,

Nightborn

Regie Hanna Bergholm

Wenn man bei Sonnenuntergang aufbricht

und immer geradeaus geht, immer weiter hinein

in den finnischen Wald, über Stock und

Stein, wird man da, wo die Nacht am tiefsten

und das Gehölz am finstersten ist, auf NIGHT-

BORN stoßen. Ein blutiger Body-Horror so

weiblich und körperlich und knarzend, dass

uns seine kraftvolle Atmosphäre sofort geprallt

ihr Freiheitsdrang auf starre Regeln. Was

widerwillig beginnt, entwickelt sich jedoch zu

einer Reise echter Verbundenheit, als sie in

einer Gruppe von Außenseitern unerwartete

Freundschaften schließt.

Ab Do. 13.08.

Der Spiegel meiner Mutter

Regie Jutta Brückner

Die erfolgreiche Archäologin und Universitätsprofessorin

Ursula Scheuner macht bei

Ausgrabungen im Moor einen sensationellen

Leichenfund, der ihr finanziell angeschlagenes

Institut retten könnte. Gleichzeitig muss sie

den kürzlichen Tod ihrer Mutter verarbeiten.

Beim Aufräumen des Elternhauses beginnen

für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart

und Vergangenheit zu verschwimmen. Gefangen

in einem Labyrinth aus Verlust und Trauer

muss Ursula schnell einen Weg hinausfinden.

Doch als ihre neue Assistentin Mel andeutet,

sehr viel mehr über Ursulas Lebensgeschichte

zu wissen, droht ein lange verborgenes Familiengeheimnis

an die Oberfläche zu gelangen.

Ab Do. 13.08.

The Bombay Blood

Regie Gaurav Thakur

Als Keshav, ein bescheidener Pothraj-Künstler

aus Indien mit der seltenen Bombay-

Blutgruppe, für einen kulturellen Austausch

nach Europa reist, werden er und sein Blut

68


Nightborn, Foto: Verleih

Oh La La 2, Foto: Verleih

unwissentlich zum Schlüssel im Überlebenskampf

gegen die tödliche Pandemie „Phantom

Death“. Gejagt vom verzweifelten Dr.

Gerhard Kaiser und seiner Expertenkoalition

– die vor nichts zurückschrecken, um Keshav

zu fassen –, muss dieser ein gefährliches Katzund-Maus-Spiel

durch die Straßen Bremens

überleben. Kann ein Künstler die Wissenschaft

überlisten – in einem Wettlauf, bei dem Blut

der Preis des Lebens ist?

Ab Do. 20.08.

Der Spaziergang nach Syrakus

Regie Lars Jessen

Einmal nach Syrakus und zurück – davon

träumt Paul Gompitz (Charly Hübner). Mit einer

Reise nach Sizilien will er auf den Spuren

des Dichters Johann Gottfried Seume wandeln.

Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben

das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR.

Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für

seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine

Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft

in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine

Studienreise? Alles wird abgelehnt! Was bleibt

ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht

planen. Was die Sache nicht einfacher macht:

Er will danach auch wieder nach Hause zurück.

Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner

Frau Anne (Lina Beckmann). Paul ersinnt

einen verwegenen Plan…

Ab Do. 20.08.

A sad and beautiful world

Regie Cyril Aris

Nino und Yasmina werden am selben Tag im

selben Krankenhaus geboren, doch sie begegnen

sich erst in der Schule. Beide spüren sofort

eine unmittelbare, tiefgehende Verbindung,

die sie sich nicht erklären können. Gemeinsam

schmieden sie einen Plan: Sie wollen Beirut mit

einem »magischen« Zug verlassen. Doch als

der Moment der Flucht gekommen ist, taucht

Yasmina nie auf. Erst 25 Jahre später führt

das Schicksal die beiden wieder zusammen

und sie beschließen, eine Familie zu gründen

– allen Widerständen und Krisen zum Trotz.

Ab Do. 20.08.

Salz und Wasser

In „Salz und Wasser“ führt Regisseurin Ines

Reinisch das Publikum auf eine Expedition

in die Ostantarktis, wo ein Team von

Forscher*innen und Seefahrer*innen die Geheimnisse

der Region erkundet. Unter den

Teilnehmern befindet sich auch Marcus Gutjahr

vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für

Ozeanforschung in Kiel.

Ab Do. 20.08.

Das Ende der Sterne

Regie Ridley Scott

Big Hig hat fast alles verloren – seine Frau,

seine Freunde und die vertraute Welt. Inmitten

der Stille nach einer verheerenden Pandemie

harrt er mit seinem Hund Jasper auf einem

Flugplatz aus. Sein einziger Verbündeter ist

der schroffe Bangley. Doch ein mysteriöser

Funkspruch weckt in Hig die Sehnsucht nach

mehr als nur dem bloßen Überleben. Mit seiner

Cessna bricht er auf in ein Ungewisses, das

Hoffnung auf Zivilisation verspricht.

Ab Do. 27.08.

Staatsschutz

Regie Faraz Shariat

Als die frisch examinierte Staatsanwältin Seyo

Kim ihre erste Stelle antritt, ahnt sie nicht, welchen

maroden Strukturen sie schon bald die

Stirn bieten muss. Sie überlebt nur knapp einen

rassistischen Brandanschlag und entscheidet

sich, selbst zu ermitteln. Doch statt

auf Aufklärung stößt sie in den „eigenen Reihen“

auf eine Mauer des Schweigens. Gegen

die ausdrückliche Weisung und erbitterten

Widerstand der eigenen Behörde nimmt Seyo

den Kampf gegen den scheinbar übermächtigen

Justizapparat auf. In einem Klima des

Misstrauens findet sie in der Anwältin Alexandra

Tiedemann und ihrer Freundin Ayten

Alican, einer Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft,

zwei Verbündete. Unter ständiger Bedrohung

kämpft Seyo mit ihnen für die Integrität

des Rechts – mit allen Mitteln und nicht

nur vor Gericht.

Ab Do. 27.08.

Oh La La 2 – Neue Tests, neues Chaos

Regie Julien Hervé

Damit haben die beiden Sturköpfe nicht gerechnet:

Ihre DNA-Tests waren fehlerhaft!

Jetzt wird nicht nur die deutsche Abstammung

des französischen Autohändlers Gerard

in Frage gestellt, sondern auch der cholerische

Weingutbesitzer Frederic, der sich gerade erst

mit seinen indigenen Wurzeln angefreundet

hat, verliert seinen kompletten französischen

Stammbaum und ist ein waschechter Türke.

Ab Do. 27.08.

HIGHLIGHTS IN DEN KINOS

Preview – Vaterland

Sonntag 23. August um 15:00 Uhr

Gondel

Preview – Steckerlfischfiasko

Mittwoch 12. August um 20:00 Uhr

Schauburg

Premiere – Aufstand in Auschwitz?

Dienstag 18. August um 20:00 Uhr

Schauburg

Premiere –

Wer weiß schon, was Leben ist

Mittwoch 26. August um 20:00 Uhr

Schauburg

Kult-Klassiker:

Reservoir Dogs (OmU)

30. August um 20:00 Uhr

Schauburg

bremerfilmkunsttheater.de

69


ÜBER

VIER

Buchempfehlung von Sabrina Weisser

Buchhandlung Melchers

LEBEN

Foto: Suzy Hazelwood von pexels.com

„Drei Frauen, die immer funktionieren mussten. Und

eine, die den Mut findet, den Kreislauf zu durchbrechen.“

Zitat Eichborn Verlag. Der Debütroman „Über

vier Leben“ von der 1998 geborenen Autorin Pauline

Hatscher erzählt von vier Frauen einer Familie. Wie

beeinflusst das Erlebte dieser Frauen auch spätere

Generationen, welche Erfahrungen bleiben festgeschrieben

in der Familiengeschichte? Ein feinfühliger

Roman über Verbundenheit und Verständnis für vorangegangene

Generationen.

So erzählt uns der Roman in kurzen Abschnitten abwechselnd

bruchstückhaft von den Lebensgeschichten

vier verschiedener Frauen. Wir begleiten Mirabell

im Jahr 2023, Sabine 1994, Lisa 1968 und Hannchen

1930. Mirabell ist dabei die treibende Kraft dieser Erzählung,

sie hadert mit dem Gefühl, in ihrem Leben

nirgends wirklich ankommen zu können und fragt sich,

welche Parallelen sie im Leben ihrer weiblichen Ahnen

finden kann.

Die Urgroßmutter Hannchen erlebt 1930 etwas

Schreckliches, das ihre Jugend schlagartig beendet

und ihr Leben und das ihrer Familie zerreißt. Lisa wird

als uneheliches Kind geboren, ihre Tante Erna nimmt

das Neugeborene auf und zieht es als ihr eigenes Kind

groß. Sie selbst wird spät Mutter und sieht sich mit der

Frage konfrontiert, ob eine Familie zu gründen wirklich

ihr sehnlichster Wunsch war. Sabine muss früh

den Tod ihrer Mutter erleben, ein Verlust, der ihr Leben

prägen wird.

Am Ende dieser Ahnenlinie steht nun Mirabell mit vielen

offenen Fragen. Haben sich in ihrer Familie transgenerationale

Traumata festgeschrieben? Welche

Rückschlüsse kann sie für ihr eigenes Leben aus dem

der vorangegangenen Generationen ziehen?

Mit einer beeindruckenden eindringlichen Sprache

erzählt Pauline Hatscher in ihrem Roman von vier

Frauen, die unter den Umständen ihrer Zeit, dem Patriarchat

und vielen unausgesprochenen Erlebnissen

leben, leiden und lieben mussten. Es gelingt ihr dabei,

die Familienkonstellation so aufzubrechen, dass die

Lesenden hautnah am Leben der Frauen teilnehmen

können. Allerdings sorgt die Erzählerin Mirabell durch

einige Auslassungen für die ein oder andere unerwartete

Wendungen.

Trotz der Schwere der Thematik liest sich „Über vier

Leben“ als überraschender Pageturner, die klare Sprache,

detailliert gezeichnete Frauenfiguren, die viel

Identifikationsfläche bieten, und ein rauschender Erzählfluss

machen diesen Familienroman

zu einem absoluten Sommerhighlight.

Pauline Hatscher

Über vier Leben

Eichborn Verlag

Hardcover 24 €

70

Jasmin Zwick/ Eichborn Verlag


Cartoon von Til Mette

71


Ortsamt Schwachhausen/Vahr

Wilhelm-Leuschner-Str. 27 A, Block D, 28329 Bremen

(Straßenbahn Linie 1 Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Str.)

T 0421 361-3063 oder -3064 oder -18039

office@oaschwachhausen.bremen.de

ORTSAMTSLEITER: Ralf Möller

ÖFFNUNGSZEITEN:

Mo-Do von 09:00 – 15:00 Uhr, Fr. von 09:00 - 13:30 Uhr

nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 361-3063

Für Pass-, Ausweis-, Meldeangelegenheiten u. ä. wenden Sie sich bitte an das Bürger-

ServiceCenter, Stresemannstr. 48, oder an das BürgerServiceCenter Mitte, Pelzerstr. 40

MITGLIEDER DES BEIRATES SCHWACHHAUSEN:

Beiratssprecherin: Gudrun Eickelberg, GRÜNE

Stellv. Beiratssprecher: Jörn H. Linnertz (CDU)

Dr. Christine Börner, CDU

Lukas Dietzel, CDU

Jörg Findeisen, CDU

Yvonne Funke, CDU

Jörn H. Linnertz; Fraktionssprecher, CDU

Robert Lippardt, CDU

Gudrun Eickelberg, Grüne

York Golinski; Fraktionssprecher, Grüne

Waltraut Bergmann, Grüne

Antje Hoffmann-Land, Grüne

Klaus-Peter Land, Grüne

Jan Brockmann, SPD

Dr. Dagmar Burgdorf, SPD

Jörg Henschen; Fraktionssprecher, SPD

Ingeborg Mehser, SPD

Malte Lier; Fraktionssprecher, DIE LINKE

Jan Hannemann; Fraktionssprecher, FDP

Frank Köhler; Fraktionssprecher, fraktionslos

Beirat Schwachhausen - öffentliche Hybrid-Sitzung (Zoom)

Wann: 27.08.2026 und am 24.09.2026, 19.30 Uhr

Wo: Focke Museum, Schwachhauser Heerstraße 240, Vortragssaal

Impressum 110

Herausgeberin und Chefredakteurin

Verlag Susanne Lolk I T 0421 257 57 47

Schwachhauser Heerstraße 47

28211 Bremen

Online

schwachhauser.de

facebook.com/schwachhauser.de/

instagram.com/schwachhauser/

Redaktionelle Mitarbeiter

Lena Häfermann

Susanne Lolk

Mark Scheibe

Justus Schlichtherle

Karla Wagner

Layout /Art Direction

Konstantin Zigmann

PR- und Anzeigenberatung

Susanne Lolk I T 0421 2575747

lolk@schwachhauser.de

Erscheinungsweise

Zweimonatlich

Ausgabe 111

Oktober / November 2026

Anzeigenschluss: 15. September 2026

Erhältlich und zu lesen

Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie

bei Anzeigenkunden und zu lesen an

über 1000 Auslegestellen in Arztpraxen,

bei Friseuren, in der Gastronomie und

in Vereinen und Institutionen.

Vertrieb

Lesezirkel Leserkreis Daheim,

Haferwende 29/a1, 28357 Bremen

Titelbild

Frida Kahlo - Untitled Self-portrait with

thorn necklace and hummingbird

Pressebild der Ausstellung „Frida – The

Making of an Icon” © Tate London

72


ital.

Komponist

(Luigi)

† 1990

Org. der

Erdöl export.

Länder

(Abk.)

abschließende

Behandlung

Lastendes

Bestandteil

der

Milch

ostgot.

Königsgeschlecht

ägyptischer

Sonnengott

engl.:

Besitzer

Glättung

von

Papier

(frz.)

weit

weg gelegene

Gegend

Papagei

Süd- und

Mittelamerikas

alban.

Währungseinheit

Pferdelaufleine

Insel Dänemarks

Sohn

Jakobs

Südseeinselstaat

Gegner

Luthers

† 1543

Beinabschnitt

Patientenverzeichnis

erster

Großfürst

der

Magyaren

Gingellikraut,

Nigersaat

erdachtes

Land

Musik:

schnell

einer

der

Apostel

plötzlich

auftretend

Vorname

der

„La

Douce“

russ.

Pfannkuchen

(Mz.)

franz.

Revolutionär

† 1793

14

Gebirgsstock

in Griechenland

9

12

veraltet:

Lebemann

(franz.)

17

moralischer

Begriff in

der Poesie

16

zum

Munde

gehörig

(Med.)

19

österr.:

Streupulver

König

von

Israel

und Juda

15

veraltet:

Straftat

Erbfaktor

Sippenverband

Etsch-Zufluss

(ital. Name)

11

Fluss in

Oberösterreich

engl. Krimiautorin

† 1957

japanischer

Porzellanstil

Blutader

weibl.

Vorname

8

Rachenorgan

22

Name

vieler

engl.

Flüsse

18

20

Gemahlin

des

Zeus

konserv.

Verband

bei

Frakturen

13

österr.

Stadt

an der

Donau

Bergstämme

in Nordostindien

ja, zu

Befehl

(seem.,

engl.)

zu d. Ohren

gehörend

frz. Poet

(Victor) †

Genitiv

4

7

früher:

türk.

Feldmarschall

Spannholz

Stadt

im Südlibanon

(Tyros)

2

veraltet:

Einigung

niedersächs.

Stadt

am Harz

dänische

Insel südlich

von

Fünen

Trinkbares

Kf.: Elektrokardiogramm

niederl.

Freiheitskämpfer

schweiz.

Alpenmassiv

festgesetzter

Zeitpunkt

Gleichgewicht

südspan.

Stadt

Gewürz,

Heilpflanze

Lichtbündler

ugs.:

scharf

10

lat.:

Würfel

Kern

von

Paris

engl.:

Kleidergröße

keltischer

Name

Irlands

21

franz.

Politiker

(Léon)

† 1950

lat.:

Tag

1

3

Vorname

Trenkers

† 1990

6

24

Titel

von

Beamtinnen

Felsenpython

Entspannung

zw. Staaten

(frz.)

Milz

(Med.)

engl.

Limerick-

Dichter

(Edward) †

Stadt

an der

Garonne

®

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svd1719-0424

Musik und Licht am Hollersee, Foto: Konstantin Zigmann

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Vahr Phillip-Scheidemann-Str. 11-13 I T 0421 / 8 78 25 88

73


KOLUMNE

Nicht alle top im Flow

Sind wir eine Nörgelnation?

74

Immer was zu jammern. Sind wir eine Nörgelnation, ein

Stöhn- und Stänkerstaat? Macht wer was gut, ist das

Quengelkommando nicht weit. Die meckernde Mehrheit

motzt mit – manchmal fruchtet das Gemäkel: Dann

führt Schimpfen zum Scheitern, wie der Rasen, der die

Welt bedeutet, uns Deutschen schmerzhaft eingeblüht

hat.

„Da sind jetzt nicht alle top im Flow.“ Mit dieser Analyse

der sportlichen Form seiner Mannschaft schrieb

der Kummercoach der ausgeschiedenen Nationalelf

Trainergeschichte. Vielleicht hat der Mäkelminister des

DFB mehr Glück als Sachbuchautor: „Wie ich einen

vierfachen Weltmeister auf Bezirksliganiveau runtercoachte“

– bestsellerverdächtig. Bestimmt länger, als

die WM-Vorrunde dauerte.

Gegen diese Antimotivation wirkt das Bonmot „Wir

müssen alle mehr arbeiten!“ aus dem Kanzleramt wie

ein flottes „Packen wir’s, Freunde!“

Aber wer an Nörglern herumnörgelt, ist selbst ein

Nörgler, so will ich nicht sein – neulich auf dem Domshof:

Ich sitze am Klavier, fordere die Leute auf, Dank,

Lob oder Komplimente auszusprechen. Stelle ein paar

Fragen auf der Bühne, dann singen wir gemeinsam mit

allen – so die Idee. Ob das klappt? Ob Menschen nicht

doch anfangen zu jammern, zu klagen, zu motzen, haben

sie erstmal ein Forum? Vom legendären Speaker’s

Corner in London, der historischen Bühne für alle, heißt

es, sie sei ein analoges Abbild der zorndurchfluteten

Kommentarspalten auf Facebook geworden: Jeder gegen

jeden.

Das Publikum auf dem Domshof wirkt freundlich: offenbar

keine wutgesichtigen Hassprediger, keine pöbelwilligen

Extremisten. Den ersten Schritt macht Elisabeth.

Sie kommt ans Mikro: Ihre Schwiegermutter

war für sie da in den letzten Jahren. Und dass das nicht

selbstverständlich ist, sagt sie. Am Klavier phantasiere

ich eine Melodie: „Fehlt’s mir an Sinn oder Humor,

hast du das richtige Gespür. Du schenkst mir stets ein

off’nes Ohr und eine immer off’ne Tür.“ Die Melodie

perlt schlagerleicht daher und der ganze Domshof singt

es nach ein paar Wiederholungen mit.

Einige Minuten später kommt Lenni. Mit zittrigen Händen

spricht er von seiner Freundin. Die Menge spürt

seinen Schmerz und klebt an seinen Lippen. „Sie blieb

… ich hatte eine echte Scheißzeit, meinen Job verloren

und Probleme mit dem Alkohol. Jetzt bin ich trocken,

das verdank ich ihr.“ Ich schlage Lenni eine Melodie

und ein paar Zeilen vor, wir singen. Und spüren, wie gut

es tut, Menschlichkeit zu zelebrieren. Nach einer Stunde

und zwölf Leuten, die den Mut hatten, öffentlich zu

danken und zu verehren, lautet meine Gesellschaftsanalyse:

Wir sind alle top im Flow.

Guten Tag, ich bin Mark Scheibe. Als Kind war der Bremer

Freimarkt mein Himmel auf Erden: Rotor, Krake,

Achterbahn – je schneller, desto besser. Und das Riesenrad

schenkte Weitblick im Trubel. So soll auch diese

Kolumne sein: In jeder Ausgabe nehme ich Sie mit auf

eine Runde Riesenrad: Einsteigen, hochfahren, anders

schauen – und am Ende vielleicht ein wenig reicher

wieder landen.

Wer mag, schreibt mir: mark@sonntagskind.blog


DER EINFACHSTE WEG

ZUM NEUEN BAD

DIE BADAUSSTELLUNG IN IHRER NÄHE.

TENEVERSTR. 3

28325 BREMEN

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