Campus - Reutlingen - University - Magazine - Hochschule ...

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Campus - Reutlingen - University - Magazine - Hochschule ...

Interview mit

Baldur Veit

Spielregeln in

der Forschung

Schöne Fehler

>> Schwäbische Splitter: Die Achalm

>> Fundstück: Das Mensa-Märkchen

Sprachverwirrung

A rose is a rose is a rose…

Freunde fürs Leben

Valparaiso University

1-2007

Campus - Reutlingen - University - Magazine

University Library, 10 Books…

Wissen Sie, was die Alumni sind??

Do you know, what Alumni are??

Hochschule Reutlingen

Reutlingen University


2

Deutsch 4 – 31

Inhalt

01 Freunde fürs Leben

02 Rückblick

03 Eine Rose ist eine Rose…

04 Wissen Sie, was die Alumni sind?

05 Was heißt Alumni?

06 AlumniPlus Seminare

07 International von Anfang an

08 Sprachverwirrung

09 Wie sind die Deutschen im Ausland?

10 Schweiß, Herzblut und langer Atem

Seite

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Inhalt

11 „Erst mal reinkommen“

12 „Erst mal wegkommen“

13 Schöne Fehler

14 Verbindend

15 Partner: Valparaiso

16 Steckbrief

17 Fundstück

18 Schwäbische Splitter

19 Die Hochschulbibliothek

37 Impressum & Vorschau

Seite

16

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21 - 22

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26 - 31

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English 26 – 53

Contents

19 The university library

20 Friends for life

21 Review

22 A Rose is a Rose…

23 Do you know what Alumni are?

24 What does Alumni mean?

25 AlumniPlus Seminares

26 International from the start

27 …all Greek to me…

28 How are Germans perceived?

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Contents

29 Sweat, lifeblood and staying power

30 First of all: Get kindling

31 First of all: Get a grip

32 Fascinating mistakes

33 Connecting

34 Partner: Valparaiso

35 In brief

36 Treasure trove

37 Swabian fragments

38 Imprint & Preview

1-2007

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01 Freunde fürs Leben

01 Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben

Ein Vorwort

Auf der einen Seite sind die Fakten

ernüchternd, denn bisher wurde die

Alumniarbeit nicht als zentrale Aufgabe

der Hochschule angesehen. Von daher

entstanden unkoordiniert rein dezentrale

Alumniorganisationen innerhalb der

Fakultäten mit unterschiedlichsten

Reifegraden. Unter den Alumni existiert

primär eine rein fakultätsbezogene, wenn

nicht gar studiengangsbezogene,

Identifikation, kaum aber eine

Identifikation mit der Hochschule als

Ganzes.

Auf der anderen Seite sind wir uns alle

bewusst, dass eine solide Alumniarbeit

einen wichtigen Schlüssel zum

„Friendraising >> Brainraising >>

Fundraising“ darstellt. Die zunächst

emotionale und dann irgendwann auch

monetäre Unterstützung seitens unserer

Ehemaligen werden wir dringend

benötigen, um auch in Zukunft auf einem

globalisierten Bildungsmarkt bei

gleichzeitig sinkender staatlicher Hilfe

eine Spitzenposition einnehmen zu

können. Starke dezentrale fakultätsbezogene

Alumnivereine stellen die Basis

dar. Aufgabe einer übergreifenden

hochschulweiten „Alumni-Holding“

müssen Synergien sein, um dadurch die

Attraktivität und die Angebotspalette der

dezentralen Organisationen zu erhöhen.

Auf diesen Überlegungen basiert das

mittel- bis langfristige Alumnikonzept

der Hochschule Reutlingen:

- Es bedarf einer zentralen

Alumniorganisation, die als quantitativer

und qualitativer Mehrwert für die

dezentralen Organisationen wahrgenommen

wird.

- Hierzu gründet sich ein zentraler

Alumniverein, der als Holding fungiert.

Sämtliche Mitglieder der dezentralen

Alumnivereine werden gleichzeitig auch

Mitglied in der zentralen Holding. Geleitet

wird dieser Verein durch ehrenamtliche

Alumni-Mitglieder.

- Es wird hochschulweit eine

professionelle Alumnisoftware bereitgestellt,

die durch ihr integriertes

Mandantensystem ein fakultätsspezifisches

Arbeiten ermöglicht, aber

trotzdem die aufwändige Datenverwaltung

und –verarbeitung bündelt.

Gleichzeitig wird durch eine Verbindung

dieser Software mit den zentralen

Datenbanken der Hochschule

sichergestellt, dass unter Einhaltung des

Datenschutzes der Übertrag und die

Aktualisierung der Alumnidaten mit

geringst möglichem Aufwand geschieht.

- Die Leistungen der zentralen

Alumniorganisation wird das Angebotsportfolio

der dezentralen Organisationen

erweitern und komfortabler gestalten,

nicht ersetzen.

- Um die technische und administrative

Kontinuität sicherzustellen, wurde eine

Mitarbeiterin an der Hochschule

eingestellt, die als Schnittstelle zwischen

Holding, Hochschule und dezentralen

Alumniorganisationen fungiert und

gleichzeitig zentrale Alumniangebote

bereitstellt.

Der Vorstand des Campus e.V, Andreas Kurtz , Dr. Stephan Höfer und einer der erfahrenen „alten“ und „neuen“

Alumni-Motoren an der Hochschule Reutlingen, Kristof Trenka, bei einer schöpferischen Pause auf dem Campus,

Zur Umsetzung dieser Idee wurden

bereits im WS 2006/2007 wesentliche

Bausteine gelegt:

- Im Rahmen eines DAAD Projektes zur

Förderung der internationalen

Alumniarbeit wurden mehrtägige

Seminare angeboten, zweisprachige

Publikationen und Websites erstellt.

- Zur Anschubfinanzierung der Alumnistelle,

zur Vereinsgründung,

Rechtsberatung sowie dem Bereitstellen

professioneller Software stellt der

Förderverein der Hochschule, Campus

e.V., Finanzmittel zur Verfügung.

- Darüber hinaus unterstützt uns Herr

Andreas Kurtz, Vorsitzender des Campus

e.V. , durch sein persönliches Engagement

nachhaltig in der Umsetzung dieser Ideen.

- Eine sehr engagierte studentische

Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof.

Dr. Dietmar Bönke, Fakultät Informatik,

erarbeitete in Zusammenarbeit mit allen

Fakultäten eine Marktanalyse bezüglich

einer optimalen Software für unser Haus.

Auf Basis dieser Empfehlung wird eine

all-in-one Datenbanklösung für zentrale

und dezentrale Aufgabenlösungen

angeschafft.

- Seit Januar beschäftigt die Hochschule

Frau Annika Wilmers als Projektleiterin

für die zentrale Alumniarbeit. Frau Wilmers

hat zuvor an der Universität Tübingen

promoviert und einen binationalen

Doppelstudiengang in Tübingen und Aixen-Provence

absolviert.

- Darüber hinaus konnten wir Herrn Kristof

Trenka, ehemaliges Senatsmitglied und

Absolvent der Hochschule, gewinnen, die

Initiative für die Gründung des zentralen

Alumni-Vereins zu ergreifen. Als

Ehemaliger zweier Fakultäten, der

Angewandten Chemie (Diplom) sowie der

Fakultät European School of Business

(MBA), erfüllt er sämtliche

Voraussetzungen für eine engagierte und

kompetente Mitarbeit einer

hochschulübergreifenden Alumnikonzeption.

Sein Arbeitgeber, die Bayer

AG in Leverkusen, wird dieses Engagement

an unserer Hochschule nachhaltig

unterstützen. (sth)


02 Rückblick

02 Rückblick

Rückblick auf die

vergangenen zwei Jahre

an der Hochschule

Mit einem feierlichen Festakt und vielen bunten Aktionen auf dem Campus und auf dem Reutlinger Marktplatz

feierte die Hochschule im Sommer 2005 ihr 150jähriges Bestehen. (mtb)

Genauso feierlich und mit vielen

Prominenten aus Politik, Wirtschaft und

Wissenschaft wurde Prof. Dr. Dr. h.c. Georg

Obieglo nach 25 Jahren im Rektoramt

am 17. März 2006 in den Ruhestand

verabschiedet. Baden-Württembergs

Ministerpräsident Günter Oettinger

überbrachte persönlich seine

Glückwünsche

(von rechts nach links:

Prof. Dr. Obieglo, Günter Oettinger,

Obieglos Nachfolger

Prof. Dr. Wolfgang Hiller). (mtb)

Zunächst nur kommissarisch übernahm Prof. Dr. Peter Nieß (ESB) zusammen mit Prof. Dr. Bernard Maciejewski (PM) und

Prof. Manuchehr Parvizinia (Technik) und Verwaltungsdirektorin Paula Mattes die Leitung der Hochschule. Gleichwohl bewarb

er sich für die im März 2007 ausgeschriebene Rektorenstelle an der Hochschule und setzte sich gegen mehr als 20 weitere

Bewerber durch.

Am 22. Juni 2007 wurde Prof. Nieß vom Hochschulrat zum neuen Präsidenten der Hochschule Reutlingen gewählt und

anschließend im Senat bestätigt. Seine neuen Vize-Präsidenten werden mit Amtseintritt im Oktober Prof. Hendrik Brumme (PM)

und Prof. Harald Dallmann (Textil & Design) sein. Hier im Bild: Prof. Nieß (rechts) und der Vorsitzende des Hochschulrates

Andreas Rentschler. (mtb)

Der neu gewählte Hochschulpräsident,

Prof. Wolfgang Hiller (oben Mitte), stellte

sein Team im April 06 der Öffentlichkeit

vor: die Vizepräsidenten Prof. Dr. Stephan

Höfer (Produktionsmanagement, links),

Prof. Daniel Simonovich (European School

of Business) und Verwaltungsdirektorin

Paula Mattes.

Die Zusammenarbeit dauerte nur knapp

ein Jahr, im Februar 2007 verließ Prof.

Hiller nach unüberbrückbaren

Spannungen zwischen ihm und dem Senat

die Hochschule. (mtb)

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6

03 „eine Rose ist eine Rose…

03 „…eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…“

Der aufmerksame Leser wird bei der

Lektüre der nachfolgenden Seiten rätseln,

welcher Text zuerst war, der englische

oder der deutsche. Wir hoffen es Ihnen

so schwer wie möglich gemacht zu haben.

Grundlage fürs Anfertigen der

Übersetzung war nämlich nicht Werktreue

sondern Lesbarkeit. Das stellte

andersartige Anforderungen an die jeweils

andere Seite.

In diesen Tagen erschien auch gleich

unsere Rechtfertigung für dieses

Vorgehen. Umberto Eco, einer der

stimmgewaltigsten Literaten - und

ebenfalls Übersetzer - der Neuzeit,

meldete sich da zu Wort. Sein Buch über

das Übersetzen liegt nun ins Deutsche

übersetzt vor und wurde nicht nur, aber

auch wegen des 75ten Geburtstags des

Semiotikprofessors besprochen. Unter

dem Titel „Daneben ist nicht vorbei“

preist ZEIT-Autor Hinrich Schmidt-Henkel

mehr die deutsche Übersetzung des

Buches von Burkhart Kroeber aus dem

Italienischen als das Buch selber. Soweit

zur korrekten Quellenangabe für diesen

Bericht.

Schon der Titel „Quasi dasselbe mit

anderen Worten“ ist Programm und lässt

uns über die Unübersetzbarkeit

spekulieren und vermuten, dass „quasi“

und „dasselbe“ Synonyme für die

interkulturelle, linguistische Lücke

zwischen Original und Übersetzung sind.

„Das ist eine entzückende Puppe in der

Puppe: ein Buch über das Übersetzen,

das bei seinem Erscheinen in Italien von

einem deutschen Kulturkorrespondenten

als unübersetzbar bezeichnet wurde. Er

irrte sich. » Verhandeln « ....ist einer der

zentralen Begriffe in Ecos Buch. Damit

stärkt der Autor die Position des

Übersetzers als autonomes Subjekt, als

einer, der dem Original dienend, aber

nicht sklavisch gegenübersteht, sich von

ihm leiten, aber nicht gängeln lässt. “

Der Übersetzer, wie ein Fährmann auf

einem träge fließenden Grenzstrom, setzt

quasi über, um diese linguistische Lücke

zu schließen, verbindet so zwei Ufer eines

Stromes, wird aber, auch wegen der

Strömung, nicht genau an derselben

Stelle, gegenüber also, ankommen.

Für die Passagiere, hier also Leser, ist

das auch unerheblich, denn sie werden

von der geeigneten Stelle ablegen und

an der dafür vorgesehen Stelle entlassen,

der Bequemlichkeit wegen oder wegen

der Topographie oder wegen beidem. Es

bleibt dem Mut des Übersetzers

überlassen an geeigneter Stelle

anzulegen.

„Überhaupt fühlt der Literaturübersetzer

sich durch dieses Buch aufs Schönste

erkannt, ja, erkennt sich selbst besser,

da Eco viele Prozesse aufdröselt und

nachvollziehbar macht, die im

Übersetzergehirn unbewusst und im

Sekundenbruchteil vonstatten gehen.“

„So zeigt „Quasi dasselbe mit anderen

Worten“ auch durch sich selbst, dass

»richtiges« Übersetzen eine notwendige,

legitime, ja fruchtbare Umformung des

Originals ist. Dicht daneben also, aber

gerade darum nicht vorbei.“

In diesem Sinne wünschen die Autoren

und Übersetzer, denen wir hiermit herzlich

danken, gute Unterhaltung und ein

angenehmes Lesevergnügen. (ust)

UNTERSCHIED:......der Übersetzer übersetzt

und der Fährmann setzt über


04 Wissen Sie, was die Alumni

04 Wissen Sie, was die Alumni sind ???

Gehört oder gelesen haben den Begriff

die meisten schon, aber etwas richtig

damit anzufangen wissen nur wenige.

Insbesondere dann, wenn sie am Anfang

ihres Studiums stehen, wie eine kurze

– und keineswegs repräsentative –

Umfrage auf dem Reutlinger Hochschul-

Campus gezeigt hat.

Amelie Petters

6. Semester, Textil-Design

„Das sind die Ehemaligen“.

Können Sie sich vorstellen, in einem

Alumni-Neztwerk mitzuarbeiten ?

„Ne, ehrlich gesagt nicht, weil mich nichts

in dieser Region hält“.

Evelyn Enzinger

6. Semester, Textil-Design

„Das ist eine Studenten-Einrichtung“.

Mitmachen ?

„Nein, weil ich keine große Verbindung

zur FH verspüre“.

Björn Betz

5. Semester Maschinenbau

„Das ist der Verband der Ehemaligen. Ein

Netzwerk, das beim Einstieg in die

Berufswelt oder bei Praktika ganz hilfreich

ist“.

Beitritt ?

„Irgendwann schon.“

Würden Sie Alumni-Hilfe in Anspruch

nehmen ?

„Wenn ich’s brauchen würde schon, im

Moment nicht“.

Christian Kubat

3. Semester Informatik

„Nein, nicht wirklich“.

Tobias Burger

3. Semester Informatik

„Ehemalige, oder ?“

Christin Vogt

3. Semester MKI

„Habe ich irgendwo schon einmal

gelesen…“

Rainer Wagner

3. Semester MKI

“Ach ja, natürlich, Ehemalige”.

Galina Sandoulova

6. Semester SIB

„Alumni kommen nicht immer zu den

Partys, weil unsere Alumni international

sind. Aber sie kommen, um zum Beispiel

Gastvorträge zu halten oder stellen

Verbindungen zu Unternehmen her“.

Werden Sie später auch eine Alumna ?

„Ja bestimmt“.

Jakob Fichtner

8. Semester ESB

„Ja, wir haben natürlich Kontakt mit

unseren Ehemaligen. Wir haben

gemeinsame Veranstaltungen. Bei uns

wird der Austausch mit Alumni sehr stark

gepflegt“.

(mtb)

7


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05 Was heißt Alumni?

05 Was heißt Alumni?

Alumnus, n., Plural Alumni, kommt aus

dem Lateinischen und bedeutet

"Zögling", wörtlich "der Genährte"

von alere, "ernähren". Ein Alumnus ist

auch der Schüler eines sog. Alumnats

(Internatsschule).

In heutiger Zeit ist der Alumnus Absolvent

einer Hochschule oder ähnlichen

Bildungseinrichtung oder der Stipendiat

einer Förderorganisation. Da es heute

ebenso Absolventinnen gibt, wird für sie

die weibliche Form Alumna, f., Plural

Alumnae gebildet.

Vereinigungen ehemaliger Studierender

(Alumni-Vereinigungen) gibt es schon

seit Jahrzehnten (in Einzelfällen bis zu

200 Jahre) an Hochschulen der USA und

einiger europäischer Länder, insbesondere

England und Frankreich, und sie sind dort

entsprechend etabliert. In Deutschland

wird deren Bedeutung erst seit ca. Ende

der 1980er Jahre erkannt.

Alumni haben durch diese Vereinigungen

die Möglichkeit, soziale Kontakte zu

"ihrer" Hochschule und ihren früheren

Kommilitonen zu pflegen und auszubauen,

sowie zur beruflichen und

wissenschaftlichen Weiterbildung.

Hochschulen, die ihre Alumni auch nach

dem Studium in wissenschaftliche

Forschung und Weiterbildung sowie in

kulturelle und soziale Aktivitäten

einbeziehen, können so deren

Erfahrungspotential nutzen, um neue

Impulse hinsichtlich der Verbesserung

von Forschung, Lehre und

Universitätskultur zu geben.

In der Verwendung umfasst der Begriff

"Alumni" manchmal nur die

Absolvent(inn)en mit Studienabschluss,

manchmal alle, die ehemals an einer

Hochschule studiert haben; dies ist aber

eher eine Frage der persönlichen

Sichtweise oder des jeweils diskutierten

Themas. Aus: alumni-clubs.net: Verband

der Alumni-Organisationen im

deutschsprachigen Raum e.V.

Alumnus ist der Zögling eines Alumnats,

das wiederum ein meist kostenfreies

Schülerheim mit Lehranstalt war. Auch

kirchliche Erziehungsanstalten wurden

und werden als Alumnat bezeichnet.

Aus: Duden Fremdwörterlexikon

Alumnus (von lat. alere 'ernähren', im

übertragenen Sinne auch der Erleuchtete

= 'der mit Wissen Genährte') ist ein

Zögling eines Alumnates. Alumni sind im

englischen und zunehmend im deutschen

Sprachraum (ehemalige) Auszubildende,

Studierende/Absolventen, aktive und

pensionierte Mitarbeiter, eventuell in

ihren Alumni-Netzwerken. Der

englischsprachige Hochschulbereich

verwendet den Begriff seit dem 19.

Jahrhundert. An den Eliteuniversitäten

Oxford und Cambridge ist hingegen "old

boys"/"old girls" für Absolventen und

"old member" für ehemalige Mitarbeiter

üblich.

Die sogenannten ALUMNI e.V. sind die

Fördervereine der einzelnen Fakultäten

einer Hochschule. Mitglied kann jeder

werden, der dort arbeitet oder studiert

(hat).

Ursprünglich waren Alumni verletzte und

ausgediente Soldaten, die das alte

Römische Reich kostenlos ernährte.

Später hiessen Pflegekinder und

Kostgänger so. Auch Chorschüler in

bischöflichen Seminaren, für deren

Unterhaltskosten die Pfarrer aufkamen,

wurden ursprünglich "Alumni" genannt.

Ein "Alumneum" (Alumnat) war eine

kirchliche Lehranstalt, die die Schüler

verpflegte. In späteren Zeiten waren

diejenigen Studenten an Universitäten

"Alumni", die einen sogenannten Freitisch

erhielten, also nichts für ihr Essen zahlen

mussten.

Aus: Wikipedia

Webschüler mit Direktor Johannsen in einer Shedhalle des Technikums um 1900


06 AlumniPlus Seminare

06 AlumniPlus Seminare

AlumniPlus Seminare auf dem Reutlinger

Campus

Im Frühjahr 2006 konnte die Hochschule

Reutlingen ihren internationalen Alumni

zwei mehrtägige Alumniseminare auf dem

Campus der Hochschule anbieten. Beide

Seminare waren gut besucht und aufgrund

der Vielzahl der vertretenen

Herkunftsländer bunt gemischt.

Das erste Seminar beschäftigte sich mit

dem Thema „Location Factor Knowledge“,

das zweite stand unter dem Motto „Baden-

Württemberg and its medium-sized global

players“. Neben der Auseinandersetzung

mit inhaltlichen Fragen boten beide

Veranstaltungen aber auch genügend

Raum zum „Netzwerken“ und zum

persönlichen Austausch ebenso wie für

Exkursionen und den Genuss

schwäbischer Lebenskultur. Im Folgenden

findet sich ein Überblick über das erste

der beiden Seminare, das Ende März 2007

stattfand.

Sonntag, 26. März:

„Coming home – coming together“ – unter

diesem Zeichen stand der

Begrüßungsabend am Sonntag. Bei

mexikanischem Fingerfood konnten sich

die Seminarteilnehmer miteinander

bekannt machen – soweit dies noch nötig

war, denn einige hatten während ihres

Auslandssemesters in Reutlingen

zusammen studiert und zumindest den

Mitarbeitern des Auslandsamtes waren

ohnehin noch alle Gesichter der

ehemaligen Studierenden vertraut.

Montag, 27. März:

Nach dem eher inoffiziellen Auftakt am

Vorabend fand Montag Vormittag die

Begrüßung durch die Hochschule statt.

Danach führte der Schweizer Peter Haller,

Gastdozent an der Exportakademie Baden-

Württemberg, in das Seminarthema ein.

Anhand verschiedener Beispiele erklärte

er Funktion und Wirkung internationaler

Kommunikation, wobei die Vorzüge

internationaler Kommunikation ebenso

zur Sprache kamen wie die Hindernisse

und Fallen, die sich ihr gerade in der

Wirtschaftswelt nicht selten in den Weg

stellen. Mittels Teamarbeit konnten

schließlich alle Seminarteilnehmer selbst

testen, wie sich ihr interkulturelles

Verständnis zusammensetzt und wann es

wie Anwendung findet.

Dienstag, 28. März:

Durch diesen Seminartag führte uns der

Reutlinger Alumnus Francisco Aguilera,

Mitarbeiter der Consultant TMG Stuttgart,

der am Beispiel der amerikanischen

Kleidermarke GAP verschiedene

Managementstrategien eines international

tätigen Unternehmens vorstellte und

später im Rollenspiel diskutieren ließ.

Hierzu bildete sich ein GAP-Manager-

Kreis, der sich der derzeitigen Probleme

der Marke annahm – u.a. rückläufige

Umsätze, Profilschwäche, Aufsplitterung

der Marke, gealterter Kundenstamm. Und

auch wenn das fiktive Reutlinger

Management an einem einzigen Tag

natürlich keine Patentlösung anbieten

konnte, so eignete sich die Fallstudie

doch bestens, um die Verknüpfung von

verschiedenen Managementstrategien

aufzuzeigen.

Mittwoch, 29. März:

Am Mittwoch fand sich das Seminar im

nah gelegenen Herrenberg wieder, wo der

Polstermöbelhersteller Walter Knoll

besichtigt wurde. Die Erfolgsgeschichte

von Walter Knoll erscheint auf den ersten

Eindruck ebenso beeindruckend wie

ungewöhnlich. Nachdem die Familie Benz

Anfang der 1990er Jahre das Unternehmen

übernahm konnte die zuvor rote Zahlen

schreibende Firma ihren Umsatz auf 50

Millionen Euro steigern und den

Mitarbeiterstab auf 200 Personen

ausbauen. Dies geschah indes nicht unter

dem bekannten Firmennamen Rolf Benz,

sondern die Familie Benz hielt am Namen

Walter Knoll fest, um künftig unter dieser

‚fremden’ Marke die eigene

Familienunternehmensgeschichte

fortzuschreiben. Die Seminarteilnehmer

zeigten sich auch von den Produkten

selbst begeistert, die sich während der

Führung ausgiebig testen ließen.

Donnerstag, 30. März:

Der letzte Seminartag eignete sich dazu,

noch einmal zu reflektieren, was

internationale Netzwerkarbeit für die

Hochschule Reutlingen bedeutet. Die

Schwierigkeiten, allen voran die breite

geographische Streuung der

internationalen Alumni, ebenso wie die

Chancen, die internationale Alumni

aufgrund ihrer in der Regel positiv

verlebten Auslandsstudienzeit und ihrer

Weltoffenheit bieten, wurden schnell

deutlich. Einig waren sich dabei alle, dass

ein erfolgreiches Alumninetzwerk mit

dem Studium anfängt. Nur wer sich im

Studium mit seiner Hochschule

identifiziert, der hat später auch ein

Interesse daran, die Beziehung zu seiner

Alma Mater weiter zu pflegen. Hier wurde

Reutlingen noch ein Handlungsbedarf

attestiert, auch wenn es bereits

verschiedene sportliche und kulturelle

Aktivitäten gibt, die das Leben auf dem

Campus bereichern.

Nachmittags stand die Schwäbische Alb

auf dem Programm. Nachdem zunächst

die Wimsener Höhle per Boot erkundet

wurde, erholten sich die Teilnehmer von

diesem Abenteuer bei der anschließenden

Brauereiführung und Bierprobe in der

Klosterbrauerei Zwiefalten. Der Tag – und

damit auch das Seminar insgesamt –

endete dann genau so, wie ein

schwäbischer Tag enden sollte: mit einem

zünftigen schwäbischen Essen im

Reutlinger Maximilian. (awi)

„Netzwerken“ mit Vorträgen, Ausflügen, Diskussionen:

Alumniseminar an der Hochschule Reutlingen im Frühjahr 2007.

9


10

07 International von Anfang an

07 International von Anfang an

Ein Interview mit Baldur Veit - dem

Leiter des Akademischen Auslandsamts

Den interessierten Schülern am Reutlinger

Studientag wird der Leitspruch der

Hochschule schon auf die

Werbegeschenke geschrieben:

„International von Anfang an“ ist auf den

grauen Schlüsselbändern zu lesen. Schnell

wird klar: wer in Reutlingen studieren

möchte, darf keine Berührungsängste mit

ausländischen Hochschulen und

Kommilitonen haben und muss bereit

sein, einen Teil des Studiums im Ausland

zu verbringen.

Aber was prägt eigentlich das

internationale Selbstverständnis einer

Hochschule?

Welche Leistungen muss eine

Hochschule erfüllen, um international

zu sein?

Sie braucht internationale Lehrende,

Lehrende und Hochschuladministratoren

mit internationaler Erfahrung,

internationale Curricula, internationale

Studierende, kurzum echte internationale

Erfahrung. Es muss auch eine „gelebte

Internationalität“ existieren.

Wann begann die internationale

Ausrichtung der Hochschule Reutlingen?

Und warum wird darauf so viel Wert

gelegt?

Die internationale Ausrichtung begann

bereits in den Gründerjahren. Schon in

den ersten Jahren nach der Gründung

der Webschule in den sechziger Jahren

des 19. Jahrhunderts gab es etliche

internationale Studierende. Diese

Tradition hat man konsequent in den

neuen Studiengängen weiterverfolgt.

Und wie wird dieses deutlich ?

Über Anfänge und Weiterentwicklung der

Internationalität in Reutlingen sprachen

wir mit einem Mann, der es wissen muss.

Seit 1989 eine Stabstelle für die

internationalen Aktivitäten an der

Hochschule eingerichtet wurde, war er

mit der Koordination dieser betraut.

Mittlerweile ist Baldur Veit gewähltes

Mitglied im DAAD-Vorstand (Deutscher

Akademischer Austauschdienst) und

natürlich Leiter des Akademischen

Auslandsamtes an der Hochschule. Oder

besser gesagt: des International Office

der Reutlingen University.

Welche Aufgaben hat das International

Office an der Reutlinger Hochschule?

Import und Export von Studierenden und

Lehrenden.

Wie viele Studenten kommen jährlich

aus dem Ausland nach Reutlingen zum

Studium ? Rund 400.

Woher kommen die meisten?

Aus Frankreich, Russland, USA,

Großbritannien, Spanien, Mexiko, VR China,

Malaysia

Und: darf jeder kommen?

Nein, in der Regel nur Studierende von

Partnerhochschulen für ein bis zwei

Semester, ein halbes oder ein

vollständiges Studium. Natürlich auch

alle internationalen Bewerber, die sich

in den regulären Auswahlverfahren

qualifiziert haben und eine Zulassung

erhalten.

Welchen Anspruch haben Sie und die

Hochschule Reutlingen bei der

Betreuung der ausländischen

Studenten?

Einen sehr hohen Anspruch, da wir auch

anderswo für unsere deutschen

Studierenden erwarten, dass sie

willkommen sind und wertvolle

sprachliche, kulturelle, fachliche und

persönlichkeitsbildende Erfahrungen

machen. Deshalb müssen wir für eine

exzellente fachliche und außerfachliche

Betreuung unserer internationalen

Studierenden sorgen.

Und wie viele Studenten aus Reutlingen

gehen pro Semester ins Ausland?

Rund 500, von denen wir wissen.

Wahrscheinlich waren es bisher sogar

mehr, wenn diese im Urlaubssemester

oder im praktischen Studiensemester

eigenständig einen Auslandsaufenthalt

organisiert haben.

Wo sind die beliebtesten Ziele?

Die beliebtesten Ziele sind Frankreich,

Irland, USA, Spanien, Großbritannien,

Finnland, VR China, Ungarn, Kanada,

Mexiko und Australien. Eigentlich gehen

Reutlinger Studierende in alle Länder

dieser Welt.

Sind alle Auslandsaufenthalte

gleichermaßen erfolgreich?

Jein, in der Regel gibt es durchweg

positive Erfahrungen.

Wie viele Kooperationen hat die

Hochschule derzeit? 118

Sind diese an einen bestimmten

Fachbereich gebunden, oder betreffen

die Partnerschaften die Hochschule als

Ganzes?

Es gibt bilaterale Hochschulverträge mit

so genannten Umbrella-Verträgen und

Vereinbarungen auf Fakultätsebene.

Wie kann eine Kooperation zwischen

Hochschulen konkret aussehen?

Studierenden- und Dozentenaustausch.

Gemeinsame Degree Programs im

Bachelor- und Masterbereich,

gemeinsame Projekte in angewandter

Forschung.


07 International von Anfang an

07 International von Anfang an

Welche Voraussetzungen müssen für

eine Partnerschaft erfüllt werden?

Aktivitäten in beide Richtungen - Import

und Export, sonst ist die Kooperation bald

am Ende.

Kann mit jeder Hochschule im Ausland

eine Kooperation eingegangen werden

oder gibt es da politische/gesetzliche

Einschränkungen ?

Nein, aber die finanziellen

Förderungsoptionen von Land, Bund und

EU spielen schon eine große Rolle.

Wie findet man eigentlich geeignete

Partner, und müssen die

Partnerschaften von einer Institution

oder einem Gremium geprüft und/oder

genehmigt werden?

Papier ist geduldig. Für gelebte

Partnerschaften braucht man aktive

Menschen auf beiden Seiten. De iure

müssen alle Partnerschaften via

Präsidium und Senat genehmigt werden.

Wie werden Partnerschaften finanziert?

Durch Hochschulmittel,

Landessonderprogramme, DAAD-Mittel,

Stiftungsmittel, Spenden, Matching Funds,

EU-Mittel.

Werden Partnerschaften auch wieder

gelöst?

Ja, wenn die Kooperation nur in eine

Richtung geht.

Wenn ja, warum ?

Weil die gemeinsamen Ziele nicht mehr

existieren oder weil sich die Schwerpunkte

im Studium geändert haben und es keine

gemeinsame Basis mehr gibt. Oftmals ist

auch die Pensionierung von wichtigen

Kooperationsakteuren entweder bei uns

oder an der Partnerhochschule der Grund

für ein „Ruhen“ der

Partnerschaftsaktivitäten.

Was sind die größten Fehler, die man

in der internationalen Zusammenarbeit

mit Hochschulen, Professoren und

Studenten machen kann?

Keine Flexibilität, interkulturelle Defizite,

mangelnde Zuverlässigkeit, keine

Kontinuität. Eine internationale

Kooperation muss mittel- und langfristig

angelegt sein.

Internationalität XXL

Als relativ kleine Hochschule vor den

Toren einer kleinen Großstadt in dem sehr

kompetitiven Umfeld der dichten

Hochschullandschaft Baden-Württembergs

mit über 25 % ausländischen Studierenden

kein Fremdkörper in der Stadt zu sein,

sondern gelebte Internationalität in vielen

Bereichen Tag für Tag aufs Neue zu

beweisen, ist das eigentliche Geheimnis

hinter dieser Erfolgsgeschichte.

Welches Entwicklungspotenzial hat

Internationalität an der Reutlinger

Hochschule? Sind 118 Partnerschaften

nicht erst mal genug ? Müsste sich

qualitativ etwas ändern? Und wäre diese

mögliche Änderung/Vertiefung von den

zuständigen Mitarbeitern überhaupt

noch leistbar?

Masse ist nicht Qualität. Nach Jahren der

quantitativen Arbeit muss nun die

qualitative folgen. Weniger kann auch

mehr sein, allerdings sollte man vorsichtig

sein, lang bestehende Kooperationen

leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Was in

Jahrzehnten aufgebaut wurde, kann durch

mangelnden Sachverstand in wenigen

Wochen zerstört werden.

Natürlich ist es notwendig Sinn und Zweck

von bestehenden Kooperationen zu

hinterfragen. In meinem Berufsleben habe

ich gelernt, dass es besser ist, die Nr. 1

als Partner mit einer „mittelmäßigen

Hochschule“ zu sein als die Nr. 123 mit

einer Top-Partneruniversität. Als

international erfahrener Schwabe bleibe

ich in meinem Verantwortungsbereich

bodenständig und realistisch. Das ist

meine Art von Qualitätssicherung, die ich

auch von meinen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern erwarte.

Bewährtes fortführen und neue

Herausforderungen annehmen, das

richtige Maß, die richtige Balance ist der

Schlüssel zum andauernden Erfolg auch

in der Zukunft.

Seit über 150 Jahren wurde an der

Reutlinger Hochschule in puncto

Internationalität Hervorragendes

geleistet. Das Erbe zu bewahren und

trotzdem neue Herausforderungen

annehmen ist die Devise für die Zukunft.

Das Team des International Office der

Reutlinger Hochschule steht hinter dieser

Devise und wird sich auch in Zukunft mit

Sachverstand, Engagement,

interkultureller Kompetenz und Flexibilität

dieser Aufgabe stellen.

Vielen Dank für Ihre Antworten. (mtb)

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08 Sprachverwirrung

08 Sprachverwirrung

Oui, Je meine Ja. Oh man! Yes!”

-Sprachverwirrung-

Man hört es auf der Strasse, in Bars und

Cafes, am Bahnhof und im Bus, im Beruf

und im Klassenzimmer. Dieses Gemurmel,

diese Mischung von Geräuschen, es

beginnt fast ununterscheidbar, es wird

dann markanter im diffusen

Zusammenklang von Buchstaben und

Worten. Ein Geräuschebrei, der nach

ausländischen Freunden und Nachbarn

aus Europa und darüber hinaus klingt,

alles Leute die zwischen Sprachen - ihren

und fremden -wechseln, sich

bemerkenswert zu verständigen wissen,

egal wen sie treffen, egal in welchem

Land quer zur offiziellen Landessprache.

Während man an der Straßenecke wartet,

um auf die andere Seite zu gelangen,

ertönt eine weitere Tonlage aus dem Lärm

vorbeieilender Autos, Lkws und Bussen.

“Que tengas un buen día.”

Unser Hörer schmunzelt, ob der

Bemerkung auf Spanisch, in einem nicht

spanisch-sprechenden Land.

Im Lebensmittelladen, ich stöbere gerade,

hallt ein Je déteste champignons!” durch

Obst und Gemüse, die französische

Bemerkung, lässt die anderen Käufer

nicht einmal neugierig die Augenbrauen

zucken .

Neulich im Park, es war ein

bemerkenswert klarer Tag, ich las gerade

ein Buch, als eine Stimme herüber schallte

“And these grounds were once walked

by famous German writers such as

Hölderlin, Hesse and Goethe!”

Nach einigen Sätzen bereits ist klar, dass

keiner der anwesenden Gesprächspartner

Englisch als Muttersprache spricht, es

aber eine solide Basis für die Beteiligten

bildet, ihre jeweilige Botschaft zu

überbringen.

Alles Geräusche, die einen Gutteil der

westlichen Welt zum Klingen bringen,

trifft man hier, in einer ansonsten „sehr

deutschen“ Ecke Deutschlands. Einen

internationalen Mix von Kultur und

Sprache, eingebettet ins schläfrig

wirkende Neckartal. Aber was passiert,

wenn dieser internationale Mix von überall

auf der Welt an einem einzigen Ort

zusammentrifft, in diesem Fall am aller

ersten Vorlesungstag in der

Sprachabteilung der European School of

Business.

Die Studenten kommen einer nach der

anderen herein und nahmen gemächlich

ihre Plätze ein. Heute ist Englisch Kurs,

aber welche Sprache würde diesmal dieser

internationalen Besetzung vorsitzen?

Sind sie heute gewissenhaft und würden

sie versuchen, Englisch zu sprechen.

Werden sie mit Fragen auf Deutsch,

Französisch, Spanisch oder gar Italienisch

auf mich einstürmen. Das Klassenzimmer

ist still, es ist diese unbehagliche Stille.

Keiner weiß, was nun passiert und ich

glaube, keiner traut sich zu fragen;

wahrscheinlich wissen sie gar nicht in

welcher Sprache sie fragen sollen und

viel wichtiger - welche einfach auf der

Zunge liegt.

Also fange ich an: “Let’s start with roll

to see who’s here,”

“Giovanni.”

“Here.” Gut so weit, Englisch, immerhin.

Bis jetzt ohne peinlichen Sprach- fauxpas.

“Jens.”

“Here.” Jaaaa, der angenehme

englische Tonfall; dann nehme ich mal

an, wir können uns jetzt ein wenig

lockern.


08 Sprachverwirrung

08 Sprachverwirrung

“Claire.”

Oui, Je meine Ja. Oh man! Yes!”

In diesem Augenblick linguistischer

Konfusion wird deutlich- unterbrochen

durch das Grinsen, Kichern, und wissendes

Kopfnicken, dass die Frage nach der

lingua franca bereits beantwortet ist.

Nachdem wieder Ruhe eingetreten ist,

scheint es fast als bestünde - genauso

wie die Zusammensetzung der Studenten

- die universelle Klassenzimmersprache

aus spanischen Fetzen, einer Prise

Deutsch, ein paar Brocken Französisch

und sogar dem Hauch von Italienisch.

Während wir in unseren Köpfen noch

Wortschätze sichten, Aussprache und

Betonung regeln, sind wir -Studenten und

Lehrer gleichermaßen - doch bestrebt

das Englische zu praktizieren, sei es auch

nur für 90 Minuten am Tag und nur an

einem Tag pro Woche.

Außerhalb des Klassenzimmers wird das

Ringen um Verständigung immer aufs

Neue ausgetragen, das Niederringen der

Sprache beim Einkaufen, in Geschäften

der Umgebung, auf Partys mit Freunden

aus Spanien und Lateinamerika durchs

Spanische stolpernd, beim Versuch unser

Französisch beim Weinhändler zu testen

und dann natürlich immer wieder Englisch;

ohne über den Augenblick und die

Sprachsituation nachzudenken.

Immer wieder erstaunlich wie mein Kopf

bereits beim Anblick der Person zur

jeweiligen Sprache springt, immer in der

Hoffnung, dass meine Zunge folgen kann.

Es gibt immer ein paar Stellen, wo es mit

dem Vokabular oder dem Satzbau hapert,

aber nach ein paar Sätzen geht es so gut

es eben gehen kann in der zuerkannten

Sprache.

Wenn ich jedoch auf dem Campus bin

heißt es streng zu bleiben und im

Klassenzimmer nur Englisch zu erlauben.

Zum Besten der Studenten

selbstverständlich.

“Ich habe eine Frage.”

“I’m sorry, what did you say?”

“Oh, Entschuldigung.

I have a question. ”

“Of course, what’s your question?’

Oder…

“C’est possible, parler en français ? ”

“Of course; just not in this class.”

Sogar…

“Tengo que tomar una siesta.”

“Me too, but in this class it’s called a

nap and now is not the time to nap.”

Studenten ächzen und stöhnen und

beschweren sich frustriert über eine

weitere Sprache, die sie ihrem

Bildungsschatz hinzufügen müssen, oder

über dem Sprachmischmasch, der

erklingt, wenn sie zu sprechen beginnen.

Wenn der Unterricht vorbei ist, kann ich

die Freude erkennen, wenn sie es wieder

einmal erfolgreich durch Höhen und

Tiefen der Englischen Sprache geschafft

haben.

Schscht....., erzählt es bloß nicht den

Studenten, nicht denen aus Palermo und

Paris, auch nicht aus Madrid oder

München, dass ich nichts lieber tue, als

deren mehrsprachige Buchstabensuppe

zu verschlingen.

In meiner Klasse regiert das Englische!

Nur in den dringenden Fällen eines

Sprachaussetzers, wenn z. B. ein

zerstreuter Student, dessen Hirn voller

Fakten, Zahlen und Sprachen verzweifelt

fragt “Sprechen Usted Franglais? ,

höre ich mich antworten:

“Bien sûr, puedo muy bien auf Deutsch

sprechen!“ (nim)

Auch der Blick zum Rezept an der Wand

scheint die Verständigung nicht voranzubringen

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09 Wie sind die Deutschen…

09 Wie sind die Deutschen im Ausland?

Wie sind die Deutschen im Ausland ?

Erfahrungen zur interkulturellen

Kompetenz gesucht

„Interkulturell kompetent ist eine Person,

deren Bewusstsein der eigenen

kulturellen Vorannahmen und deren

Lernerfahrungen bei der Erschließung

fremder Kulturen so ausgeprägt sind,

dass sie auch in bis dato unbekannte

Gesellschaften kommunikativ kompetent

auftritt. Dabei geben sie ihre Authentizität

nicht auf und halten sich an eine

gelungene Synthese von Natürlichkeit

und Beachtung der Spielregeln.“

So ist es zum Beispiel im Internet zu

lesen. Damit man sich in anderen Ländern

auch interkulturell kompetent verhält,

gibt es dazu zahlreiche Literatur.

„Auslands-Knigge“ oder „Global Business

Behavior“, „Business-Spielregeln rund

um den Globus“, Weltweit sicher

auftreten“ lauten die Titel, aber auch das

Bücher wie „Business-Etikette in

Deutschland“ oder „Mind your Manners“

sind in den Verlagsprogrammen zu finden,

die nützliche Tipps für das Auftreten und

Verhalten in Deutschland geben.

Doch trotz dieser zahlreichen Tipps und

Ratschläge, scheint sich das Bild der

Deutschen im Ausland gefestigt zu haben,

wie folgende Power-Point-Präsentation

zeigt. (mtb)

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht:

als Deutscher im Ausland oder mit

Deutschen im Ausland oder auch als

Ausländer in Deutschland. Schreiben Sie

uns an:

udo.stelzer@reutlingen-university.de

Vergessen Sie dabei Ihren Namen und

Ihre Adresse nicht, denn Ihr Engagement

entlohnen wir mit einer kleinen

Erinnerung an die Hochschule Reutlingen.

Aus einer PowerPoint-Präsentation von Julia Kemmler, SIB-Studentin für das Seminar

„Wirtschaftsethik und soziale Kompetenz“, Wintersemester 2006/07.

Quelle: Klein, Hans-Michael: Cross-Culture – Benimm im Ausland. Cornelsen-Verlag 2004.


10 Schweiß, Herzblut…

10 Schweiß, Herzblut und langer Atem

Schweiß, Herzblut und langer Atem

Spielregeln in der Forschung an

Fachhochschulen

„Forschung ist zu einem Prozent

Inspiration und zu 99 Prozent

Transpiration“. Das Zitat des großen

amerikanischen Erfinders Thomas Alvar

Edison ist für Martin Tubach fast zu einem

Leitsatz des Instituts für Angewandte

Forschung (IAF) in Reutlingen geworden.

Ergänzen könnte der Geschäftsführer

noch den langen Atem, den Forscher und

Forschung an Fachhochschulen unbedingt

benötigen.

Geforscht wurde in Reutlingen schon vor

fast 100 Jahren. Spätestens 1910 mit

Entstehen des Staatlichen Prüfungsamtes

für Textilstoffe wurde die Faserforschung

in Reutlingen offiziell institutionalisiert.

Textilchemie und Textiltechnik waren von

Beginn an der Grundstock der

forscherischen Tätigkeit, mit der

Neugründung weiterer Fachbereiche wie

Maschinenbau (1967) und

Betriebswirtschaft (1971) konnte die

Forschung auch auf diese Gebiete

ausgeweitet werden. So unterschiedlich

die Forschungszweige inhaltlich auch sein

mögen, sollten sie doch den Grundsätzen

„praxisnah und anwendungsorientiert“

folgen. „Angewandte Forschung an

Fachhochschulen muss problemorientiert

und zielgerichtet sein. Vorrangig sind

umfassende Antworten auf die Frage

„wie“. Da sie reale Produkte untersucht,

muss sie in der Lage sein, komplexe

Systeme zu bearbeiten“, definierte Tubach

in einem Bericht das

Forschungsgeschehen an den

Fachhochschulen.

Seit der Gründung des IAF im Jahr 1991

wurden mehr als 120 Forschungsprojekte

- mit einer Dauer zwischen zwei Wochen

und drei Jahren - realisiert: Keine

schlechte Bilanz. „Aber es könnte mehr

sein“, sagt Tubach und hat dabei

besonders strukturelle Hindernisse im

Blick. Zum Beispiel die „Sandwich-

Position“ der angewandten Forschungen

der Fachhochschulen zwischen der

langfristig geplanten

Grundlagenforschung, wie sie den

Universitäten vorbehalten bleibt, und

dem kurzfristigen, produktorientierten

und kundenspezifischen

Technologietransfer wie den Steinbeis-

Transferzentren. „Die einen bekommen

die Ressourcen für ihre Forschung

finanziert, die anderen ihre Ergebnisse

bezahlt“, beschreibt Tubach salopp das

Dilemma. Die eher mittelfristig angelegte

angewandte Forschung an

Fachhochschulen hätte es da schwerer.

„Die starke Orientierung der Deutschen

Forschungsgemeinschaft (DFG) und

anderer Förderungsorganisationen der

Wissenschaft an den

Forschungsbedürfnissen der Universitäten

erschwert den Fachhochschulen den

Zugang zu den großen, öffentlich

finanzierten Forschungsförderungsfonds“,

hat Tubach schon in einem Rückblick

2005 geschrieben.

Ein Schicksal, dass die Reutlinger mit

etwa 19 anderen Forschungsinstituten an

Fachhochschulen teilen. Dennoch steht

Reutlingen im Vergleich mit ihnen nicht

schlecht da: Durchschnittlich 1 Million

Euro jährlich konnten an Drittmittel

eingeworben werden. Beim jüngsten

Ranking der Forschungsleistung, das ein

Beratungsgremium des

Wissenschaftsministeriums Stuttgart

ermittelt, liegt die Hochschule Reutlingen

mit ihren Kennzahlen deutlich in der

oberen Hälfte.

Trotz aller Gräben im nationalen

Bildungssystem, im europäischen Umfeld

spielen die Kennzahlen keine Rolle. Und

so wurden Forschungsvorhaben der

Hochschule Reutlingen bei der Förderung

mit EU-Mitteln gleich dreimal (im dritten,

vierten und fünften Rahmenprogramm

der EU) bedacht. „Eine große Ehre, aber

mit unkalkulierbarem Risiko“, wie der

IAF-Geschäftsführer beschreibt. Denn die

EU-Projekte sind riesig. Etwa 40 bis 50

Wissenschaftler verschiedener

Nationalitäten sollen und müssen

zusammenarbeiten. „Das ist kaum

handelbar, Missverständnisse sind

vorprogrammiert“, sagt Martin Tubach.

Das hätten mittlerweile auch die

Verantwortlichen auf europäischer Ebene

erkannt und seien beim siebten

Rahmenprogramm zu kleineren, aber

finanziell gut ausgestatteten Projekten

zurückgekehrt. Die Outputs der

Forschungs- und Entwicklungsarbeit in

Reutlingen können sich indes sehen

lassen, zum Beispiel die Autosocks (siehe

dazu neben stehender Bericht), die seit

zwei Jahren auf dem Markt sind.

Nicht alle Erfindungen oder

Forschungsergebnisse sind

gleichermaßen öffentlichkeitswirksam

oder öffentlich präsent. Dass in der

Mercedes-E-Klasse 50 Bauteile aus

ökologischen Naturfasern, also

nachwachsenden Rohstoffen, bestehen –

erforscht in den Laboren der Hochschule

- , wissen nur die wenigsten Verbraucher.

Und wenn ganze Produktionsprozesse mit

Hilfe von Reutlinger Messmethoden

schrittweise analysiert und überprüft

werden, um bessere Produkte mit

geringeren Fehlern zu ermöglichen und

das Herstellungsverfahren zu optimieren,

sind die betroffenen Unternehmen

meistens nicht unbedingt erpicht darauf,

dass dieses bekannt wird.

Wie so oft sind es Inspiration und Zufälle,

die eine Initialzündung für ein

Forschungsvorhaben auslösen, aber nicht

generell auch tatsächlich zum Erfolg

führen. Manchen gehe die Luft, manchen

das Geld aus, und manchmal lohne es

sich einfach nicht, weiterzuforschen,

berichtet Tubach. „Es gibt Modethemen,

aber auch Themen, die ein Verfallsdatum

haben“. Oder Themen, die einfach nicht

beforscht werden, weil kaum einer daran

Interesse habe, zum Beispiel Gas aus

Gülle. Und dies, obwohl Bio-Energie

durchaus zeitgemäß ist.

Einen nicht zu vernachlässigenden Punkt

in diesem Zusammenhang sieht Tubach

auch im Verhältnis von Lehre und

Forschung, wobei der Lehre im Gesetz

eindeutig Vorrang eingeräumt wird. „Die

Professoren haben mit 18 Wochenstunden

(Universitäten 9 Stunden) ein sehr hohes

Lehrdeputat. Die für die

Forschungsaufgaben verbleibende

Restzeit ist eng begrenzt“, heißt es im

Rückblick von 2005 weiter. Umso höher

seien Eigenmotivation und

wissenschaftliches Interesse der

forschungswilligen Professoren zu

bewerten. Wenn die Professoren mit ihrem

Wissen und Kontakt aus der Wirtschaft

an die Hochschule kämen, seien sie erst

mal so mit der Lehre beschäftigt, dass

sie sich frühestens nach zwei, drei Jahren

ihren Forschungsgebieten widmen

könnten.

Martin Tubach ist sozusagen ein

Eigengewächs der Hochschule: der

Chemie-Ingenieur hat dort 1985 sein

Studium abgeschlossen, war Assistent,

dann drei Jahre lang bei der Steinbeis-

Stiftung für Wirtschaftsförderung tätig,

schließlich übernahm er die

Projektkoordination am IAF und wurde

vor sechseinhalb Jahren Nachfolger von

IAF-Gründungsdirektor Professor Rudolf

Kessler, als Geschäftsführer des Instituts.

Tubach kennt den Schweiß, das Herzblut

der Forscher und auch das mitunter enge

Korsett einer öffentlich-rechtlichen

Haushaltsführung, die flexibles Vorgehen

erschweren kann. Die derzeitige

Forschungstätigkeit beschreibt der

Geschäftsführer eher als stagnierend.

Etwa zehn Professoren - aus den

Fachrichtungen Maschinenbau, Chemie,

Textil - seien aktiv in den beiden

Forschungsinstituten (1) auf dem Campus

tätig. Zudem fände ein

Generationswechsel im IAF statt. Viele

ließen ihre Aufträge auslaufen. „Neue

Leute, neue Themen müssen nun

aufgebaut werden“, stellt Tubach fest.

„Es ist ein Jammer, wie viel Potenzial

hier brach liegt“, bedauert er und sieht

seine Aufgabe auch darin, die

Forschungsbedingungen zu erleichtern

und zu verbessern, kurzum Anreize für

forschungswillige Professoren und auch

Studenten (siehe dazu neben stehender

Bericht) zu schaffen. Sein Wunschdenken

für die Zukunft: ein „Brainpool“ von 127

Hochschul- Professoren - mit

Schaltstellen zur Industrie. (mtb)

(1) Neben dem IAF gibt es eine weitere

Forschungseinrichtung der Hochschule

Reutlingen. Das weitgehend regional

ausgerichtete Institut für angewandte

Forschung in der Automatisierung (IFA)

wurde am 1. Juni 1996 gegründet.

www.iaf.hochschule-reutlingen.de

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11 „Erst mal reinkommen“

11 „Erst mal reinkommen“

„Erst mal reinkommen“

Maschinenbaustudent erfindet

Anzündholzautomaten

Christian Beckereit ist Schwabe.

Und Christian Beckereit ist ein Tüftler.

Die besten Voraussetzungen also, um

große Dinge in Gang setzen zu können.

Der Maschinenbaustudent hat schon

einiges in Bewegung gebracht, und

erfunden hat er auch schon etwas: eine

„Spächele-Maschine“, wie man im

Schwäbischen sagt, oder den

Anzündholzautomaten KHS 210, wie es

offiziell heißt: 1,3 Meter breit, zweieinhalb

Meter hoch und lang und 720 Kilogramm

schwer.

Ein solcher macht aus Rundhölzern

unterschiedlicher Dicke, mit

Stammstücken verschiedener Längen oder

Balkenresten sozusagen kurzen Prozess:

die Hölzer werden in einem speziellen

Verfahren gespalten und heraus kommen

Holzstücke in Rauten- oder

Parallelogrammform. Jede Holzart kann

dabei verarbeitet werden. Je besser das

Holz ist, umso kleiner können die

Holzrauten werden: bis zu einem halben

Quadratzentimeter im Querschnitt. Das

ist noch kleiner wie der kleine

Die Maschine zur Herstellung der „Spächele“ hat Martin Beckereit ausgetüftelt.

Fingernagel. Weil die Anzündhölzer eine

aufgerauhte und dadurch vergrößerte

Oberfläche haben, brennen sie besonders

schnell, gut und lange. „Nachfeuern mit

chemischen Anzündern oder Papier

braucht man dann nicht mehr“, beschreibt

Beckereit die umweltfreundlichen Vorteile

der Endprodukte seiner Maschine.

Dass er sich gerade mit Holz beschäftigt,

kommt nicht von ungefähr. Seit seinem

16. Lebensjahr hat Christian Beckereit im

Wald gearbeitet, hat Holz gerückt, so sein

Taschengeld aufgebessert und viel

gelernt. Mit den heimischen Holzarten

und dessen Eigenschaften kennt er sich

aus. Eigentlich wollte er die Maschine

erst nach seinem Studium bauen, doch

dann hat ihn bekannter Brennholzlieferant

mit auf eine Messe genommen.

Was die beiden dort an

Anzündholzmaschinen gesehen haben,

hat keinem gefallen. So eine baue ich dir

besser, soll Beckereit im „jugendlichen

Übermut“ seinem Bekannten gesagt

haben. Der Bekannte nahm ihm beim Wort

und der jugendliche Übermütige baute,

gerade im vierten Semester, die Maschine.

Vorausgegangen war die Entwicklung von

Funktionsmuster, Prototyp, Vorserie und

ein Langzeittest bei einem Schweizer

Brennholzhändler. Viel besser als alle

anderen ist die Maschine auch wirklich

geworden, wie ihm viele Holzspezialisten

schon gesagt haben. Auch die

Produktbeschreibung auf der eigens

eingerichteten Homepage liest sich

vielversprechend: geräusch- und

vibrationsarmer Arbeitsablauf, einfache

Handhabung, für einen Ein-Mann-Betrieb

machbar, lose oder gerade Schichtung –

je nach Bedarf, Berücksichtigung

individueller Kundenwünsche. Christian

Beckereit verwendet für seine Maschine

hauptsächlich Standardkomponenten.

Liegen alle Einzelteile bereit, baut sie der

gelernte Mechaniker in vier Tagen

zusammen.

Brennen länger und besser: angerauhte Anzündhölzer.

Die Maschine kann sich sehen lassen -

auch optisch. Tadellos steht sie in der

Scheune auf dem St. Johanner Gestütshof,

die der Nachwuchs-Tüftler gemietet hat:

sauber und sicher, ordentlich verschraubt

und verarbeitet. Mehrere

Anzündholzautomaten hat der junge

Erfinder seit dem Start der

Standardproduktion Anfang 2006 verkauft

– auch nach Frankreich und in die Schweiz.

Für ihn ist es wichtig, Referenzen zu

sammeln. Zusammen mit der

Mittelstandsbegleitung GMBR arbeitet der

Newcomer an einer professionellen

Marketing- und Vertriebsstrategie. „Ich

muss erst mal reinkommen in den Markt“,

so Beckereit.

Vor allem Brennstofflieferanten und

Brennholzhändler sollen an seiner

Erfindung Gefallen finden und vor allem

ihre umweltfreundlichen Produkte

vermarkten, wünscht er sich. Vorstellen

könnte er sich aber auch, Patent und

Maschine zu verkaufen – „zu einem

angemessenen Preis“. Anfang 2009 will

der 27jährige mit seinem Studium fertig

sein, aber neue Tüftel-Ideen hat er längst

-und auch die haben wieder mit Holz zu

tun. (mtb)

Weitere Informationen unter

http://www.mb-beckereit.de


12 „Erst mal wegkommen“

12 „Erst mal wegkommen“

„Erst mal wegkommen“

Reutlinger Textilingenieure entwickeln

Autosocke weiter

Warum hat Henry Ford nicht auf seine

Frau Clara gehört ? Diese soll ihm schon

zu Beginn des 20. Jahrhunderts

vorgeschlagen haben, Stoffmatten zu

verwenden, um damit bei

Schneeuntergrund anfahren zu können.

Doch offenbar konnte sie ihren Mann von

diesem Vorschlag nicht überzeugen. Der

Besitzer einer kleinen Reifenwerkstatt

nördlich von Oslo, Bård Løtveit, hielt aber

sehr viel von der Idee und experimentierte

rund 90 Jahre später an einer textilen

Anfahrhilfe für das Auto, um die Reibung

zwischen Schnee und Reifen zu erhöhen.

Er montierte unterschiedliche

Gewebearten unter einen Holzblock, die

sich mit unterschiedlicher Kraft über das

Eis ziehen ließen. Und so wurde auf der

Eisbahn seiner Heimatstadt die Idee für

die „Socke für das Auto geboren“. Mit

Fred Olson fand Løtveit zudem einen

renommierten Geldgeber, und brachte die

Marke Autosocks auf den Markt.

„Winternotfahrhilfe“

so die offizielle Bezeichnung

der textilen Schneekette.

Das Prinzip von Autosocks ist denkbar

einfach. Die Basis für die Socke ist ein

spezielles und leichtes

Chemiefasergewebe, das schnell und ohne

große Montage über die Autoreifen

gezogen wird. Die quer zur Fahrtrichtung

liegenden Fasern verzahnen sich mit dem

Untergrund, wodurch Haftung, Grip,

entsteht. Durch elektrostatische

Aufladung ziehen sich zudem Textil und

Boden an. So ist es möglich, auf Schnee

und Eis sicher anzufahren. „Damit kann

man erst mal wegkommen“, sagt Harald

Dallmann, Professor für Textiltechnologie

an der Reutlinger Hochschule.

Er und sein Entwicklungsteam arbeiten

seit Herbst 2003 mit dem norwegischen

Unternehmen zusammen. Zu diesem

Zeitpunkt war das Produkt schon

weitgehend fertig, allerdings hatten sich

in der Praxis einige Probleme ergeben,

die es zu lösen galt: zum Beispiel das

Verhalten einiger Bauteile unter

Klimawechselbedingungen. Ein Thema,

das sich bis heute wie ein roter Faden

durch die Entwicklungs-anstrengungen

zieht.

Zunächst aber kümmerte sich ein

Absolvent der Textil-Technologie um die

Qualitätssicherung des Produktes: das

verwendete Material und seine

Eigenschaften, die gesamte Fertigung,

wurden spezifiziert. Jede Faser, jeder

Faden, jede Naht wurde genau festgelegt.

Ein Manual mit allen Normvorschriften

entstand, als Vorgabe für die Lieferanten

und als Nachweis für die Erfüllung der

strengen Auflagen der Automobilindustrie.

Seit zwei Jahren tüfteln die Reutlinger

im Auftrag der norwegischen Firma an

der technischen Weiterentwicklung des

Produktes. „Wir bewegen uns dabei in

einem Dreieck: Grip-Lebensdauer-Preis,

die alle irgendwie berücksichtigt werden

müssen“, beschreibt Dallmann die

Ausgangsbedingungen seines Forschungsprojektes.

In den Hochschullaboren wurden in

Simulationsprüfungen die Reibungseigenschaften

verschiedener Faseroberflächen

unter unterschiedlichen

Bedingungen getestet. „Wir haben viel

dabei gelernt. Es gibt eine große Anzahl

von Schneetypen, die sich alle ein wenig

anders verhalten“, sagt Dallmann. Wissen,

das durchaus künftigen Projekten zu Gute

kommen wird. Derzeit wird aber an den

Anfahrtshilfen für LKWs gearbeitet, die

aus den gleichen Materialien bestehen,

nur größer sind. Auch hier gilt das

Ziel„Erst mal wegkommen“, was

Größer, aber aus dem gleichen Material: die Autosocke für den LKW.

möglicherweise die Fahrer im Winter

überzeugen könnte. Weitere

Anwendungsmöglichkeiten sollen zudem

folgen.

Die Arbeit scheint den Reutlingern

Forschern nicht auszugehen. Neben

Produktverbesserung und

–weiterentwicklung sind sie zunehmend

auch mit Plagiaten beschäftigt, die

ebenfalls geprüft und für

Gerichtsverfahren bewertet werden

müssen.

Längst sind die Autosocks für PKWs auch

auf dem deutschen Markt zu haben: vom

TÜV geprüft, wie Schneeketten bis 50

km/h zugelassen, mit guten

Testergebnissen. Von verschiedenen

Automarken wurden die Anfahrtshilfen

ebenfalls schon freigegeben. Toyota,

Honda, Subaru und Mazda bieten sie auf

dem japanischen Markt an. Und bei Fiat

oder Mercedes Benz zum Beispiel zählen

die Autosocks mittlerweile als Original-

Zubehör.

Wenn das Henry Ford gewusst hätte.....

(mtb)

http://www.autosock.com

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13 Schöne Fehler

13 Schöne Fehler

Schöne Fehler

Diese Fotos entstanden im Fachbereich

Textil und Design im Fach Fotografie.

Zusammen mit dem Dozenten und

Fotografen Karl Scheuring gingen die

Studierende des zweiten Semesters

der Frage nach, wie räumliche Bewegung

im Foto dargestellt werden kann, denn

normalerweise lassen sich Zeitverläufe

durch die Fotografie nicht wiedergeben.

Mit der bewussten Anwendung der

Bewegungsunschärfe, eigentlich eines

typischen Fehlers beim Umgang mit der

Kamera, entstehen plötzlich dynamische

Effekte: der eilige Student, der durch die

Gänge der Hochschule läuft, verwischte

Sprünge und Drehungen, verschwommene

Gesichter. Was sonst als technisch

misslungen gilt, wird hier zur ästhetischen

Aussage. (mtb)


13 Schöne Fehler

13 Schöne Fehler

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14 Verbindend

Verbindend

Reutlinger Hochschulsport öffnet sich

nach außen

Sport verbindet. Das wissen

Spitzensportler genauso wie

Breitensportler, Fußballer wie

Leichtathleten. Und diese Erkenntnis

scheint sich allmählich auch an deutschen

Hochschulen und Universitäten

durchzusetzen. Zum einen, weil laut

Hochschulrahmengesetz auch die

Förderung des Sports zu den

Dienstaufgaben der Hochschule gehört.

Konkret bedeutet dieses, ein eigenes

Sportangebot oder die Teilnahme der

Studierenden an einem Sportangebot

einer anderen Hochschule zu ermöglichen.

Zum anderen, weil der Identifikationswert

mit einer Hochschule durch ein Sportund

Kulturangebot wesentlich gesteigert

werden kann. „Das Sport- und

Kulturangebot an deutschen Hochschulen

und Universitäten außerhalb des

Curriculums gewinnt nach

amerikanischem Vorbild immer mehr an

Bedeutung, wenn es bei nachkommenden

Studenten darum geht, den Studienort

und die dort befindliche Hochschule

auszuwählen“, schrieb Professor Gunter

Grüninger, seit März 2006

Sportbeauftragter der Hochschule

Reutlingen, im hochschulinternen Magazin

„RUN“

In einem CHE-Ranking Ende 2006 wurde

das Sportangebot deutscher Hochschulen

als Indikator untersucht und bewertet.

Auch die Hochschule Reutlingen stand

auf dem Prüfstand und schnitt –

gemeinsam mit der Universität Tübingen

– nicht schlecht ab. Beim Gesamtangebot

sowie bei der Breite und der Qualität des

Angebots erreichten die beiden

Hochschulen Werte im Spitzenbereich,

bei der Kursanzahl je 1000 Studenten

lagen sie im Mittelfeld. Im Vergleich zur

Uni Tübingen, zudem mit einem bekannten

Sportinstitut, kommt der Hochschulsport

in Reutlingen mit rund 20 Kursen eher

bescheiden daher, aber nicht minder

attraktiv. Badminton, Basketball,

Capoeirea, Karate, Volleyball, Hand- und

Fußball, Yoga, Tanzkurse oder Step-

Aerobic und Bodyforming stehen hier auf

Tanzendes Aushängeschild der Hochschule: die Riverdance-Gruppe (hier auf Schloss Lichtenstein).

auf dem Programm und werden gerne in

Anspruch genommen.

Eine Besonderheit ist dabei die

Riverdance-Gruppe „Celtic and Modern

Dance Team Georg Obieglo 2004“, wie sie

offiziell heißt. Gegründet einige Monate

vor der 150 Jahr-Feier der Hochschule,

ist die Gruppe seither durch zahlreiche

öffentliche Auftritte das sportliche

Aushängeschild der Reutlinger

Hochschule.

Gunter Grüninger, mehrfach lizenzierter

Übungsleiter und Trainier für die Bereiche

Aerodance, Step Aerobic und Choreografie,

trainiert die Gruppe selbst und rekrutiert

die Tänzerinnen nicht nur aus der

Studentenschaft, auch Schülerinnen und

interessierte Frauen außerhalb der

Hochschule sind mit dabei.

Die Öffnung des Hochschulsports nach

außen, die Teilnahme am öffentlichen

Sportgeschehen ist ein besonderes

Anliegen des Sportbeauftragten, um den

Hochschulsport für Studierende noch

attraktiver zu machen. Aus diesem Grund

ist Gunter Grüninger, seit 8. März 2006

Vorsitzender des neu gegründeten

Academic Sports und Cultural Club

Reutlingen e.V., kurz ASC. Hauptziel des

Vereins ist es, den Studenten und

Mitgliedern der Hochschule neue

Möglichkeiten für sportliche Betätigung

zu eröffnen.

Dazu gehört, dass Studierende gemeinsam

mit anderen Vereinen bei Wettkämpfen

und Turnieren starten können. Dazu

gehört weiterhin die Möglichkeit, auch

an Fortbildungs- oder

Ausbildungslehrgängen (zum Beispiel

zum Trainer, Kurs- und Übungsleiter)

teilzunehmen, da der ASC als Mitglied im

Württembergischen Landesssportbund

(WLSB) und dessen Fachverband STB

(Schwäbischer Turnerbund) aufgenommen

wurde.

„Auch für die umgekehrte Richtung bietet

sich der Verein als Brücke an“, beschreibt

Grüninger die Vorteile des Vereins. Schüler

und Erwachsene von außerhalb können

Mitglied im ASC werden und am

Hochschulsport teilnehmen, wenn dafür

freie Plätze zur Verfügung stehen. „Wir

wollen keineswegs eine Konkurrenz zu

den örtlichen Vereinen darstellen, sondern

vielmehr die Kooperation suchen“. (mtb)

Großer Beliebtheit erfreuen sich die Step-Aerobic-Gruppen des Hochschulsports,

die beim 150jährigen Jubiläum der Hochschule auf dem Reutlinger Marktplatz auftraten.


15 Valparaiso

15 Valparaiso University Study Center Reutlingen

Valparaiso University Study Center

Reutlingen

Interview anlässlich des 40 jährigen

Jubiläums des Internationalen

Programmes

Das Interview mit Resident Director

Eric Johnson führte Richard Humeniak,

Valparaiso Student, Praktikant im

Akademischen Auslandsamt der

Hochschule Reutlingen

Q: Zunächst als Eingangsfrage, könnten

Sie sich kurz vorstellen und sagen, was

ihre Aufgabe hier ist?

A: Meine Name ist Eric Johnson, ich haben

meinen Abschluss an der Valparaiso

University (VU) gemacht und bin nach

Valparaiso zurückgekehrt und lehre dort

Ingenieurswissenschaften. Dieses Jahr

wird mein zehntes Jahr in Valpo sein, will

sagen, dass ich nun vor 10 Jahren dorthin

zurück gekommen bin. 2007 ist mein

drittes Jahr hier in Reutlingen in der

Funktion des Direktors des

Internationalen Programms,

verantwortlich für den reibungslosen

Ablauf. Ich lehre zwei Kurse, einen zum

Thema „Deutscher Alltag und Kultur“ und

einen über die Rolle der Technologie in

der Gesellschaft. Jedes Semester plane

ich eine Reise nach Berlin und eine nach

Budapest, zwei der großen Exkursionen,

neben den vielen kleineren, die wir hier

in der Region und auch sonst in

Deutschland unternehmen. Ich möchte

den Studenten einen möglichst

abwechslungsreichen Aufenthalt bieten.

Q: Nach was für einer Person sucht VU

wenn die Stelle eines Resident Directors

(RD) für das Programm ausgeschrieben

wird?

A: Der Direktor kommt jeweils für zwei

Jahre herüber. Ein Jahr vor der

Neubesetzung ergehen Einladungen an

alle, die eine Bewerbung einreichen

wollen. Im Einladungsschreiben will man

wissen, welche Kurse man hier

unterrichten will, ob man gut mit

Studenten klarkommt, ob man Erfahrung

mit Budgets hat..... eine Menge

organisatorische Sachen eben, mit denen

Transatlantisches Fest via Videokonferenzschaltung. Dank der Technik feierte die amerikanische Universität Valparaiso ihr 40. Jubiläum mit ihren Partnerhochschulen.

Neben Reutlingen waren auch Cambridge und Puebla (Mexiko) zugeschaltet.

ein RD zu tun hat. Ich glaube das

Wichtigste ist eine gute Beziehung zu

den Studenten zu haben, weil man in der

Zeit hier eine andere Beziehung zu den

Studenten entwickelt, als die, die man

normalerweise zwischen Professoren und

Studenten pflegt. Darüber hinaus

kommen immer wieder Probleme auf den

RD zu, egal ob es ein verlorener Pass

oder Probleme unterwegs sind, ständig

muss man Entscheidungen treffen, ob

zum Beispiel jemand in ein Krankenhaus

eingewiesen werden muss. Was man also

dafür braucht, sind gute

„Problemlösungsstrategien“.

Q.: Ist es üblich, dass der RD seine

Familie mitbringt?

A: Ja, jeder RD bringt seine Familie mit,

immerhin ist es ein Aufenthalt von zwei

Jahren. Mein Vorgänger kam mit fünf

Kindern, wir mit drei. Es ist eine

ausgezeichnete Gelegenheit für die

Familien, eine ganz neue Kultur kennen

zu lernen. Bei uns hat das prima geklappt,

unsere Kinder sind noch klein, sie haben

sich sehr gut in das deutsche Schulsystem

eingelebt und haben sehr schnell Deutsch

gelernt. Auch für den Ehepartner ist es

eine wundervolle Gelegenheit in

verschiedenste Aktivitäten in der

Gemeinde eingebunden zu sein. Meine

Frau belegt Kurse an der Volkshochschule

und lernt eine Menge Leute hier in der

Umgebung kennen, eine tolle Chance also

für meine ganze Familie.

Q: Wie viele Studenten nehmen

normalerweise am Programm teil?

A: Bis zu 20 Studenten dürfen pro

Semester teilnehmen, normalerweise,

zumindest in meinen drei Jahren hier

waren es 15 – 20, aber im Schnitt sind es

eher 19 oder 20 Studenten. Wir liegen

also jedes Semester am oberen Limit.

Q: Was genau studieren sie dann hier?

A: Die Studenten müssen mindestens vier

Kurse belegen. Insgesamt bieten wir fünf

Kurse an. Der Sprachkurs Deutsch ist

Pflicht, entweder im Anfängerkurs oder

in dem für Fortgeschrittene. Sie müssen

einen Kurs über „Deutsches Alltagsleben

Partner 1

und Kultur“ belegen und dann haben sie

drei Kurse zur Wahl, einmal „Europäische

Architektur“, ein weiterer über

„Europäische Wirtschaftsstudien“ der

dritte Kurs hängt ein wenig von der

Expertise des RDs ab. Als Professor der

Ingenieurswissenschaften habe ich mich

entschieden einen weiteren Kurs über

„Unterschiede der Ursachen und

Auswirkungen von Technologie auf die

europäische und die amerikanische

Gesellschaft“ zu geben.

Q: Was hat das Programm hier mit dem

Valparaiso Programm an der Universität

Tübingen zu tun?

A: Eigentlich nicht viel, das Programm in

Tübingen ist eigentlich für Studenten die

Deutsch als Haupt- oder Nebenfach belegt

haben. Es ist eher ein sogenanntes

„immersion program“. Die Studenten

belegen ihre Kurse auf Deutsch innerhalb

des regulären Universitätsangebots; es

gibt keine extra Kurse oder Professoren,

die nur Valparaiso Studenten unterrichten.

Ich versuche die Studenten von

hier aus so gut es geht zu unterstützen.

21


22

15 Valparaiso University Study Center Reutlingen

Sie sind zu allen Exkursionen eingeladen.

Es gibt `ne Menge Anknüpfungspunkte

zwischen beiden Programmen vor allem

natürlich im sozialen Miteinander, alles

um zu gewährleisten, dass die Studenten

auch in Tübingen eine möglichst gute

Erfahrung haben werden.

Q: Und wenn die Studenten aus

Reutlingen oder Tübingen dann wieder

nach Valparaiso zurückkehren, wie sieht

es mit der Verbundenheit zur Institution

aus, an der sie studiert haben?

A: Ich denke, dass alle Studenten, die ich

kenne, Reutlingen immer positiv in

Erinnerung haben werden, der ehemalige

Rektor der Hochschule sagte einmal:

„ wenn sie (die Studierenden der VU)

gehen, sind sie zu 95 % Amerikaner und

Deutsche zu 5%“ und ich denke das

stimmt.

Sie haben etwas, was die meisten in den

USA niemals haben werden, eine andere

Sichtweise auf die USA, die Welt ganz

allgemein, ihr Leben und ich denke, das

ist es, was sie mit nach Hause nehmen

und sie werden daraus lernen und daran

wachsen. Es kommen viele Studenten aus

den vergangenen Jahren her – in der Zeit

in der ich hier bin, kamen viele Ehemalige

aus den 80iger und 90iger Jahren – die

nur vorbeikamen, um Reutlingen wieder

zu sehen. Die erzählen Geschichten voller

Erinnerungen über die Zeit, in der sie hier

waren, darüber wie sehr sie die Zeit hier

genossen haben, nicht nur des Reisens

wegen, einfach nur um das Alltagsleben

kennen zu lernen und hier zu leben.

Q: Können Sie uns noch etwas über das

Verhältnis der Valparaiso Studenten zu

den Reutlinger Studenten erzählen?

A: Sie wohnen im Studentenwohnheim,

was ihnen die Möglichkeit bietet

Beziehungen zu vielen anderen Studenten

aufzubauen. Wenn ich mit ihnen spreche,

habe ich den Eindruck, sie denken, dass

deutsche Studenten viel mehr über

Amerika wissen, als Valparaiso Studenten

über Deutschland. Sie seien sehr

wissbegierig, wollen wissen was in

Amerika passiert und was dort in der

Politik passiert. Die amerikanischen

Valparaiso University

Hochschul Typ: Koedukativ, vierjährig, privat. Selektiv, gegründet 1859

Religiöse Ausrichtung: Lutherisch, unabhängig

Studentenzahl: Zirka 4.000 aus allen Staaten der US und aus 40 anderen Ländern

Vermittlungsquote: 92% (drei Monate nach Abschluss im Job)

Akademische Programme: Über 70 Programme in 5 colleges: Arts & Sciences,

Business Administration, Engineering, Nursing, Christ College (honors college)

Finanzhilfen: 91% der Studenten erhalten finanzielle Unterstützung;

Über $52 Millionen jährlich werden ausgeschüttet

Vollzeit Lehrkräfte: über 220, zirka 90% mit Ph.D. bzw höchstmögl. Abschluss

Lage: Valparaiso, Indiana (Bevölkerung 26.000)

Naheliegend: 90 km bis Chicago; 250 km bis Indianapolis;

25 km zum Indiana Dunes National Lakeshore am Lake Michigan

Alumni: 45.000

Sport: NCAA Division I.

Frauen: Basketball, Cross Country, Fußball, Softball, Schwimmen Tennis,

Track, Volleyball.

Männer: Baseball, Basketball, Cross Country, Football, Fußball, Schwimmen,

Tennis, Track.

Farben: Braun & Gold

Schlachtruf: Crusaders

Studenten erfahren dabei, dass sie das

aus Interesse tun und nicht weil sie ihnen

feindselig gesinnt sind.

Ich habe mit Studenten gesprochen, die

Freunde gefunden haben oder ganz

normale Menschen aus Reutlingen kennen

gelernt haben und wenn ich sie später

danach frage, sind es genau diese

Verbindungen, an die sie sich eher

erinnern, als an einen Museumsbesuch

in Trier oder München. Sie erinnern sich

an dauerhaften Freundschaften, die sie

in Reutlingen oder an der Hochschule

direkt geschlossen haben.

Q.: Möchten Sie am Schluss noch etwas

hinzufügen ?

A: Valparaiso University ist der

Hochschule Reutlingen sehr dankbar für

diese Möglichkeit, die wir bisher unseren

Studenten mitgeben konnten. Seit 1967

haben wir insgesamt 80 Gruppen betreut,

haben 80 verschiedene

Überlebensstrategien entwickelt und über

1300 Studenten haben hier studiert, was

einen starken Einfluss auf deren Leben

hatte, ich würde sagen, für die

allermeisten dieser Studenten. So vielen

diese Chance geben zu können, ist

großartig und das kann dem

Zusammenleben in den USA dienen und

den Menschen in Reutlingen kann es

darüber hinaus helfen, besser zu

begreifen, wie die Amerikaner wirklich

sind. (rhu)


16 Fragen

16 Fragen

12 Fragen an

Lothar Hinderer

Lothar Hinderer

1957 geboren in Stuttgart, verheiratet,

seit 1991 hauptamtlich als Pfarrer im

Hochschulbereich tätig

(evangelisch-katholische

Hochschulgemeinde Reutlingen

„ekhg“).

Schwerpunkte: Beratung,

Hochschulgemeindemarketing,

Workshops, & Internet

(www.ekhg.de).

Studium der Ev. Theologie, Philosophie,

Pädagogik, Psychologie und Soziologie

in Tübingen, Oslo und Schwäbisch

Gmünd.

Abschlüsse: Dipl.-Theol. & Dipl.-Päd.

Weiterbildung in klientenzentrierter

Beratung, psychoanalytischer

Gestalttherapie und NLP. Seit 1996

nebenberuflich tätig in eigener

psychotherapeutischer Praxis

(www.praxis.de.vu).

Was gefällt Ihnen an Reutlingen ?

Reutlingen zählt über 100 000 Einwohner,

verfügt entsprechend über alle nur

denkbaren Angebote und Einrichtungen

einer Stadt und bleibt dennoch gut

überschaubar: Innenstadt und

Hochschulcampus sind leicht zu Fuß zu

erkunden und die Lage der Stadt am

Rande der landschaftlich wunderschönen

Schwäbischen Alb ist einfach traumhaft.

Andere Städte wie Tübingen, Metzingen

oder Stuttgart liegen quasi vor der

Haustüre.

Ihr Traumberuf ?

Hochschulpfarrer.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine

Insel mitnehmen ?

Meine Schnorchelausrüstung, ein großes

Messer zum Öffnen von Kokosnüssen,

ausreichend Sonnenmilch.

Wohin würden Sie nie wieder

reisen ?

Ich reise sehr gerne, wenn immer ich die

Gelegenheit dazu habe. Bislang habe ich

noch keine einzige Reise bereut.

Was ist für Sie Erholung pur ?

Schnorcheln in tropischen Gewässern.

Ihr persönlicher Albtraum ?

In (Bürger-) Kriegshandlungen verwickelt

zu werden.

Welches Buch fesselte Sie in Ihrer

Kindheit ?

Erlebnisberichte von Kindern oder über

Kinder aus anderen, mir fremden Ländern

und Kulturen.

Was lesen Sie heute am liebsten ?

Immer noch - persönliche, gerne auch

Was…

historische - Reiseberichte.

STECKBRIEF 1

Was würden Sie gerne können ?

Klavierspielen.

Was möchten Sie irgendwann noch

einmal lernen ?

Die eine oder andere Fremdsprache, die

ich noch nicht kann, wie z. B. Chinesisch.

Was wünschen Sie sich für die

Zukunft ?

Dass möglichst viele Menschen

achtungsvoll mit sich selbst, mit anderen

Menschen und mit den noch so zahlreich

vorhandenen natürlichen Ressourcen

umgehen, dass ich selbst zu diesen

Menschen gehöre und einen Beitrag

leisten kann, dass diese Erde ein

freundliches Gesicht hat und behält.

Ihr Lebensmotto ?

?

Welches…

Wie…

Wohin…

Wachsam, lebendig und mit allen Sinnen

präsent zu sein im Hier und Jetzt und

das mir geschenkte Leben genießen.

(mtb)

23


24

17 Mensa-Märkchen

17 Mensa-Märkchen

Das Mensa-Märkchen

Hast Du mal ein Mensa-Märkchen für

mich ? Dieser Satz –gerichtet an einen

Kommilitonen – konnte der schnellste

Weg zum Mittagesessen zwischen zwei

Vorlesungen werden- vorbei an den

Warteschlangen vor dem Märkchen-

Automaten oder dem Verkaufshäuschen,

in dem noch bis 2002 zu den

Essensausgabe-Zeiten zwischen 11.30 und

13.30 Uhr eine Mitarbeiterin des Tübinger

Studentenwerks die Märkchen verkaufte.

Der schnellste Weg zu einem der 1500

Essen, die täglich in der Reutlinger

Hochschul-Mensa gekocht werden.

Hast Du mal ein Mensa-Märkchen für

mich ? Dieser Satz konnte aber auch der

Beginn einer wunderbaren Freundschaft

sein, der Anfang einer verheißungsvollen

Liaison oder nur der ärmliche Versuch

eines plumpen Anbaggerns. Egal wie, mit

dem Zusatz „Ich geb’s Dir morgen wieder

zurück“ standen zunächst alle

Möglichkeiten offen.

Gar unscheinbar kam es daher: dreißig

Millimeter breit und einundfünfzig

Millimeter lang, weniger als ein Gramm

schwer. Aber es gehörte zu jedem

Starterkit eines Erstsemesters.

FUNDSTÜCK 1

Seit 25. September 2006 hat das

Märkchen ausgedient – nach fast 30

Jahren. Seit dem Bau und der Inbetriebnahme

der Mensa auf dem

Hochschul-Campus 1975 gehörte das

Märkchen dazu. Heute erledigt der Chip

auf der Ausweiskarte der Studierenden

die Bezahlung. Das geht zwar schneller,

bietet aber nur wenig Spielraum für eine

romantische Kontaktaufnahme.

Schon vor dem Märkchen verschwand der

Inhalt des Wortes, das darauf zu lesen

ist: das „Stammessen“. Eine frühe Variante

des recht beliebten All-Inclusive-Angebots

sozusagen. Hauptgericht, Suppe, Salat

und Dessert und das alles für einen Tag

für Tag gleichbleibenden Preis. Und bei

großem Hunger konnte schon das Wort

auf dem Märkchen allein Vorfreude

verbreiten und das Märkchen in der Hand

die Sicherheit vermitteln, auch wirklich

satt zu werden.

Stattdessen wurde in der Mensa im

September 2004 auf Komponenten

umgestellt: Beilagen, Salat, Fisch oder

Fleisch, Käsespätzle oder Linsen mit

Spätzle, Dessert – alles einzeln wählbar

und zu bezahlen. Viel zu viel, um auf dem

Märkchen lesbar Platz finden zu können.

Doch deswegen wurde das Märkchen nicht

abgeschafft. Auch in einem modernen

Großgastronomiebetrieb müssen

Zahlungsabläufe optimiert werden und

ein Angebot geschaffen werden, das auf

breite Resonanz stößt und einfach

flexibler ist: Salatbuffet, Suppenstation,

Aktionstheke. Da will das Papierchen in

rot/orange irgendwie nicht mehr passen.

Apropos Linsen mit Spätzle. Das durch

und durch schwäbische Gericht ist

übrigens einer der Renner in der Mensa

der internationalen Hochschule

Reutlingen. Und auch die Linsensuppe

wird per Computer verwaltet. Im

Warenwirtschafts-system ist die Rezeptur

für 100 Portionen hinterlegt. Werden mehr

gekocht (und das ist meistens der Fall),

zeigt das System an, wie viele Säcke

Linsen und andere Zutaten gebraucht

werden: zuverlässig, flink, virtuell.

Das Schnitzel auf dem Teller ist real.

Gott sei Dank!

Und die Kommilitonin gegenüber auch.

(mtb)

Die Mensa auf dem Campus bleibt

der zentraler Treffpunkt für Studierende

- auch ohne Mensa-Märkchen.


18 Die Achalm

18 Die Achalm

Die Achalm: ein Grashang zum

„Nauflaufen“ und „Hinunterwargeln“

Eine Wanderung auf die Achalm gehört

eigentlich zum Pflichtprogramm eines

jeden Besuchers, zumal der Kegelkopf

aus weißem Jura schon von weitem den

Neuankömmling in Reutlingen begrüßt.

Aber es soll ja auch immer noch

Reutlinger geben, die noch nie, nie, nie

auf dem Hausberg der Stadt gewesen

sind. Dabei sollen doch die Schwaben das

Wandern erfunden haben, und dabei ist

die mit 707 Höhenmeter recht stattliche

und vor allem geschichtsträchtige Anhöhe

einen kleinen Ausflug wert.

Immerhin war dort 1030 von Graf Egino

eine Burg errichtet worden, die 1235 zur

Reichsburg erhoben wurde und im

dreißigjährigen Krieg zerstört und später

geschleift wurde. Von der ganzen Anlage

sind nur wenige Mauern übrig geblieben.

1838 wurde ein Aussichtsturm errichtet.

Von dort hat man einen guten Ausblick

– nach Eningen, Pfullingen, Richtung

Metzingen, aber vor allem auf die

Marienkirche mitten in der Stadt und –

auf die Hochschule.

Vom Höhenrestaurant schlängelt sich

gemächlich der Weg nach oben. Wer es

sportlich und auch etwas anstrengender

mag, nimmt den steilen direkten Aufstieg

über den Grashang und schlägt sich später

noch steiler querfeldein über Steine und

durch Geäst. Wer Natur entdecken und

genießen will, lässt spätestens auf dem

Rückweg die Augen offen und sieht

Wiesenblumen, Disteln und nicht selten

und fast traditionell Schafe. Schon 1822

hatte der württembergische König eine

Schafszucht angesiedelt.

Am schönsten ist der Rückweg aber, wenn

man sich den Abhang hinunterrollen –

oder auf gut schwäbisch -

„hinunterwargeln“ lässt.

(mtb)

Über den Dächern Reutlingens: Blick zur geschichtsträchtigen Achalm.

Nicht nur ein Paradies für Wanderer: seit 1822 sind auf Reutlingens Hausberg Schafe angesiedelt.

Schwäbische 1

Splitter

25


26

19 Die Hochschulbibliothek

19 Die Hochschulbibliothek: Geschichte(n) in zehn Büchern

1.

Die Geschichte der Textilindustrie

Etwas unscheinbar steht dieser Band im

Regal des Bibliotheksmagazins. Aber das

Buch von Otto Johannsen ist nicht nur

fachgeschichtlich interessant, sondern

auch ein Dokument der Geschichte der

Hochschule. Schließlich war es Otto

Johannsen, der von 1892 bis 1932 das

Geschick der einstigen Webschule

bestimmte, daraus das „Staatliche

Technikum für Textilindustrie“ machte,

aus dem später eine Staatliche

Ingenieurschule für Textilwesen entstand,

die 1971 schließlich zur Fachhochschule

wurde. Bis Mitte der achtziger Jahre des

20. Jahrhunderts waren die technischen

Fachbereiche in der Kaiserstraße 99

untergebracht. Dann zogen sie auf den

Campus im Hohbuch und mit ihnen rund

5000 Bücher aus der dortigen

Präsenzbibliothek.

2.

Siegeszug der Technik

Wer sich in den Magazinen der Bibliothek

umsehen darf, wird auf antiquarische

Kleinode stoßen: kunstvoll verzierte

Einbände mit Jugendstil-Ornamenten,

Goldschnitt, Drucken und Holzschnitten

- eine Fundgrube für bibliophile und

industriegeschichtlich interessierte

Menschen. Werke aus der Textiltechnik

aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20.

Jahrhunderts bilden den Altbestand der

Hochschulbibliothek. Dabei handelt es

sich um Titel, die kaum noch in anderen

deutschen Bibliotheken zu finden sind.

Hinzu kommen Kompendien wie das

„Chemische Repertorium“ oder

Festschriften von Textil-Unternehmen,

die es längst nicht mehr gibt.

Die Beschreibung der modernen

Bibliothek sieht hingegen ganz anders

aus: 200.000 Bücher und 350 laufende

Zeitschriften umfassen den derzeitigen

Bestand der Bibliothek. Etwa ein Fünftel

1

davon ist vor 1970 erschienen und in den

Magazinen untergebracht. Die Sammlung

zum Thema Textil wird weiterhin gepflegt,

wenngleich sich der Schwerpunkt von

der Textiltechnik zu Modedesign und

Textilmanagement verschoben hat. Zu

weiteren thematischen Schwerpunkten

gehören heute die Fächer

Sonderpädagogik, Wirtschaft, Informatik,

Deutsch, Mathematik und Maschinenbau.

2

1.

The history of the textile industry

This volume stands rather

inconspicuously on the shelf of the library

storeroom. But the book by Otto

Johannsen is interesting not simply as

a history of the textile industry, but also

as a document about the history of the

University itself. Otto Johannsen was

after all the man who determined the

fate of the then Weaving College between

1892 and 1932, and developed it into the

State Technical College for the Textile

Industry, out of which there later

developed a State Engineering College

for the Textile Industry, which in turn

finally became a University of Applied

Sciences (Fachhochschule) in 1971. Until

the middle of the 1980s the technical

Schools were located at number 99,

Kaiserstrasse. They then moved on to the

Hohbuch campus together with around

5000 books from their reference library.

2.

The triumph of technology

Anyone lucky enough to be allowed to

look around the library storerooms will

come across all sorts of gems: artistically

decorated book-covers with art-nouveau

ornamentation, gilt edging, prints and

woodcuts – a treasure trove for

bibliophiles and anyone interested in

industrial history. Works on textile

technology from the 19 th century and the

first half of the 20 th century constitute

the bulk of the historical holdings. There

are few other libraries in Germany which

still hold titles such as these. In addition

there are compendia such as the Chemical

Repertoire, or commemorative

publications from companies which long

ago ceased to exist.

The modern library, in contrast, presents

a quite different picture: the present

stock of the library comprises 200,000

books and 350 regular periodicals.

Roughly a fifth of these were published

before 1970 and are held in a separate

storage area. The textile collection is still

maintained to this day, although the focus

has shifted from textile technology to

fashion design and textile management.

Further acquisitions are made in the

subjects Special Education, Business and

Economics, Computer Science, German,

Mathematics and Mechanical Engineering.


19 The University Library

19 The University Library: (Hi)stories in ten books

3.

Kater Mikesch

Ein besonderes Bonbon hatten sich die

Bibliotheksmitarbeiter im Advent für die

Besucher der Internetseite ausgedacht.

Jeden Tag wurde ein anderes Kinderbuch

aus dem Bestand zur Lektüre

vorgeschlagen: Kater Mikesch, die kleine

Hexe, Doktor Doolittle oder Karlsson vom

Dach. „Die Kinderbücher sind Überbleibsel

aus der Zeit, als in Reutlingen noch

Grundschullehrer ausgebildet wurden“,

erzählt Bibliotheksleiterin Katharina

Ebrecht. Das war bis 1987 der Fall. Dann

wurde die Pädagogische Hochschule

Reutlingen aufgelöst. Zurück blieb die

Sonderpädagogische Fakultät als

Außenstelle der PH Ludwigsburg. So

erklärt es sich, dass die

Hochschulbibliothek Reutlingen seither

die gemeinsame Bibliothek der

Hochschule Reutlingen, der PH

Ludwigsburg, des Fachseminars für

Sonderpädagogik und des Staatlichen

Seminars für Didaktik und Lehrerbildung

(Realschulen) – ebenfalls auf dem

Reutlinger Campus beheimatet –

geworden ist. Die Bibliothek wird derzeit

von 5000 Studierenden und 400

Mitarbeitern sowie 1000 externen

Besuchern genutzt, da sie zudem auch

für interessierte Bürger aus der Region

zugänglich ist. Interessant ist die

Nutzungshäufigkeit der einzelnen

Hochschulen: „Obwohl nur 13 Prozent der

aktiven Nutzer Mitglieder der

Pädagogischen Hochschule sind, werden

32 Prozent der Ausleihen von ihnen

getätigt. Demgegenüber machen die

Mitglieder der Hochschule Reutlingen 62

Prozent der aktiven Nutzer aus, von denen

lediglich 43 Prozent der Ausleihen getätigt

werden“, heißt es im Jahresbericht 2005.

3.

Tomcat Mikesch

3

During the Advent period Library staff

came up with a special titbit for visitors

to the website. Each day a different

children`s book held in the library`s

stock was suggested as reading matter:

Tomcat Mikesch, The Little Witch, Doctor

Doolittle or Karlsson-on-the-Roof. The

children`s books are left over from the

time when primary school teachers were

trained in Reutlingen, relates Katharina

Ebrecht, the Head Librarian. That was the

case until 1987, when the Reutlingen

Teacher Training College was dissolved.

What remained was the School for Special

Education as a branch of the University

of Education Ludwigsburg. This explains

why, since then, Reutlingen University

Library has become the joint library of

Reutlingen University, the University of

Education Ludwigsburg, the Department

of Special Education and the State College

for Didactics and Teacher Training

(Realschulen) which are also located on

the Reutlingen campus.

At present the Library is used by 5000

students and 400 employees. In addition,

the University Library is also open to the

region`s residents; around 1000 external

users take advantage of the library`s

services. It is interesting to compare the

frequency with which the various

institutions use the Library. The 2005

Annual Report contains the following

statement: Although only 13% of the

active users are members of the

University of Education, they account for

32% of items issued. In contrast, 62%

of the active users are members of

Reutlingen University, but they account

for only 43% of the items issued.

4.

Verwaltungsprozessrecht

„Die Geschichte der Hochschulbibliothek

mit ihrer Schwerpunktverlagerung von

der PH- zur FH-Bibliothek bringt es mit

sich , dass der Bestand in vielen Fächern

veraltet ist, und ein großer Teil der

Bücher nicht mehr genutzt wird (ältere

Forschungsliteratur der frühen PH-Fächer,

Mehrfachexemplare veralteter

Lehrbücher, gedruckte Bände von

Bibliografien, die inzwischen online

vorliegen) etc.“

beschreibt Katharina Ebrecht im

Jahresbericht 2004 das Dilemma, das die

promovierte Historikerin bei Dienstantritt

im Oktober 2003 vorfindet: das

Erscheinungsbild der Bibliothek leidet

durch den toten Bestand, die Regalfächer

sind überfüllt, Neuerscheinungen haben

keinen Platz. Da gab’s nur eins:

aufräumen– aber gründlich. 20.000

veraltete und wenig genutzte Bücher

wurden 2004 ausrangiert, rund 14.000

foltgen 2005. Vor allem die Sachgruppen

Pädagogik, Wirtschaft, Deutsch,

Fremdsprachen, Informatik, Kunst,

Geschichte, Theologie, Philosophie und

Psychologie wurden komplett

umgearbeitet. 2006 die Fächer Politik,

Deutsch und Fremdsprachen.

Ein Teil der ausgemusterten Bücher – wie

das altehrwürdige, aber total veraltete

Verwaltungsprozessrecht in der 6. Auflage

– werden auf Basaren feilgeboten. Nicht

immer mit dem Einverständnis aller

Professoren, aber mit gutem Ergebnis.

Rund 6000 Euro konnten auf den

Bücherflohmärkten bislang eingenommen

werden. Das Geld kann die

Bibliotheksleiterin gut gebrauchen, doch

es geht ihr um mehr: „ Wir wollen mit

solchen Aktionen auch zeigen, dass wir

umtriebig und aktiv sind.“ Und mit

Vorurteilen und negativen Erwartungen

von Professoren und Studenten

aufräumen, die Katharina Ebrecht schon

einmal in einem Zeitungsinterview lesen

musste, nämlich, dass die Bibliothek „eine

teuer geführte Altpapiersammlung“ sei.

4

27


28

19 Die Hochschulbibliothek

19 Die Hochschulbibliothek: Geschichte(n) in zehn Büchern

4.

Law of Administrative Procedure

The history of the University Library, with

the shift of emphasis from a Teacher-

Training College to a University of Applied

Sciences, inevitably means that in many

subject areas library resources are out

of date, with large numbers of books no

longer being used (older research

literature from the subject areas of the

former Teacher Training College, multiple

copies of old textbooks, printed volumes

of bibliographies which are available

nowadays online) etc. So writes Katharina

Ebrecht in the 2004 Annual Report, as

she describes the dilemma in which she

found herself when she took up her post

in October 2003 after completing her

doctorate in History. The library was

suffering under the dead weight of the

old stock, the shelves were overloaded,

there was no space for new acquisitions.

There was only one thing to do: have a

thorough clear-out. In 2004, 20,000

outdated and little-used books were

disposed of, to be followed by 14,000

more in 2005. The main subject areas to

be overhauled were Education, Economics,

German, Foreign Languages, Computer

Science, Art, History, Theology, Philosophy

and Psychology. In 2006 it was the turn

of Politics, German and Foreign

Languages. Some of the obsolete books

such as the venerable but totally outdated

sixth edition of Administrative Procedures

Law were taken to second-hand sales.

Not always with the agreement of all the

professors, but with good results. So far

around 6,000 Euros has been earned at

second-hand book sales. The Head

Librarian can put this money to good use,

but cash is not her sole motivation. Our

reason for doing this sort of thing is to

show that we are go-getting and

proactive, she declares. Another motive

is to put paid to the sort of prejudices

and negative expectations on the part of

professors and students which Katharina

Ebrecht was forced to read about once

in a newspaper interview, namely that

the Library was an expensively-run

collection of scrap paper.

5.

Physik für Ingenieure

Dieser Titel ist der Spitzenreiter der

Hochschulbibliothek und darf in der

vorliegenden Auflistung nicht fehlen: Gut

100 Exemplare existieren davon in den

Regalen, in unterschiedlichen Auflagen

aber gleichermaßen beliebt: vor den

Prüfungen zum Semesterende sind ihre

Standorte wie leergefegt.

5.

Physics for engineers

5

This title is the absolute front-runner in

the University Library and simply has to

be included in the present list: there are

a good 100 copies of it on the shelves,

various editions but all equally popular.

In the period before the exams and at

the end of the semester their spaces on

the shelves are swept clean.

6

Großes Schulwörterbuch Russisch

Mehrere Bibliotheks-Regale nehmen die

Fremdwörterbücher und Wörterbücher

zu den verschiedenen Sprachen ein und

zeigen auch hier die internationale

Ausrichtung der Hochschule. „Viele der

ausländischen Studenten haben ein

anderes Bibliotheksverhalten“, berichtet

Katharina Ebrecht von ihren Erfahrungen.

„Die meisten kennen nur eine

Präsenzbibliothek und wissen gar nicht,

dass und wie sie ein Buch ausleihen

können“.

Nicht nur für diese Fragen bietet die

Bibliothek - gemeinsam mit der

Hochschulgemeinde, auf Nachfrage

einzelner Professoren oder in Eigenregie

- Schulungsveranstaltungen an. Zum einen

Bibliotheksführungen, die

Basisinformationen wie zum Beispiel die

Einführung in den Online-Katalog

vermitteln, zum anderen

Datenbankschulungen. Dort lernen die

Teilnehmer, wie sie gezielt in den

elektronischen Zeitschriften suchen

können. 5000 elektronische

Zeitschriftentitel stehen den

Hochschulnutzern zur Verfügung, 3000

davon im Volltext – ein riesiges

Informationspotential. „Aber das ist

etwas, was viele Studenten und

Professoren gar nicht wissen“, bedauert

Ebrecht. Ohnehin scheine das Wort

Datenbank für manche etwas fremd zu

sein und würde mitunter schlicht mit

Computer-Software verwechselt.

6

Big Russian School Dictionary

6

Bilingual dictionaries and dictionaries of

foreign words and phrases take up several

shelves in the Library and reflect again

the University`s international dimension.

A lot of the foreign students have quite

different experiences of libraries from

those of German students reports

Katharina Ebrecht. Most of them are only

acquainted with reference libraries and

aren`t aware that they can borrow books

here; they have no idea how to go about

it.

In order to answer these and others

questions the Library offers a range of

training courses, either in response to

requests from individual professors or

on its own initiative. On the one hand

these are simply tours of the Library

which convey basic information such as

an introduction to the on-line catalogue,

and on the other hand courses in how to

use databases. In these courses the

participants learn how to conduct specific

searches in the electronic journals.

University users have 5,000 electronic

journals at their disposal, 3,000 of them

in full-text versions – this is a huge

potential source of information. But that

is something that many students and

professors do not know, says Ebrecht

regretfully. For many people the very

word database appears to be something

foreign, she continues, and has been

confused on occasion with computersoftware.


19 The University Library

19 The University Library: (Hi)stories in ten books

7.

Datenbanken

Neben 350 laufenden Zeitschriftentiteln

im Bibliotheksbestand, sind es die

Datenbanken, die eine gezielte Suche

nach Aufsätzen zu einem bestimmten

Thema ermöglichen. In der

Hochschulbibliothek sind derzeit zum

Beispiel Business Source Premier und

Wiso oder LexisNexis und FAZ-BiblioNet

zugänglich, die besonders von den

Wirtschaftsstudenten genutzt werden.

Für Naturwissenschaftler schaut es nicht

ganz so gut aus. Ihre Datenbanken sind

naturgemäß recht teuer. „Manche können

wir uns nicht leisten“, bedauert Katharina

Ebrecht. „Die sind im Budget einfach nicht

drin“. Gerade amerikanische oder

englische Verlage bieten ihre

Datensammlungen zu solch hohen Preisen

an, dass auch den Universitäten langsam

die Luft ausgehe, obwohl diese ein ganz

anderes finanzielles Volumen hätten.

„Aber auch deutsche Verlage verlangen,

was sie können“, berichtet die

Bibliotheksleiterin von den

Marktbedingungen. Das DIN-Normen-

Abonnement, für jedes Technikstudium

eigentlich unerlässlich, kostete bis 2006

noch 50.000 Euro pro Hochschule und

Jahr – für den Etat von FH-Bibliotheken

kaum machbar. Jetzt scheint Bewegung

in die Preisgestaltung gekommen zu sein,

so dass sich eine Campuslizenz für

Fachhochschulen für 13.000 Euro

abzeichnet. „Das ist zwar immer noch

viel Geld“, meint Ebrecht, „aber wenn wir

im Zusammenhang mit den

Studiengebühren mehr Geld bekommen,

würde ich die 13.000 Euro für die DIN-

Normen ausgeben“.

7

7.

Databases

Besides the 350 current periodicals

stocked by the library, it is the databases

which make it possible to conduct a

specific search for material on a particular

topic. At present Business Source Premier,

Wiso, LexisNexis and FAZ-BiblioNet can

be accessed in the University Library,

and are used mainly by business students.

For scientists the situation is far less

rosy. Their databases are by their very

nature extremely expensive. There are

some which we just cannot afford, says

Katharina Ebrecht regretfully. Our budget

just won`t cover them. She says that

above all American or British publishers

ask such high prices for their datacollections

that even traditional

universities are starting to feel the pinch,

although these have much greater

financial resources than Reutlingen

University. But German publishers also

charge very high prices she continues as

she discusses market conditions. Until

2006 the subscription to DIN-Standards,

which really ought to be essential for all

technical degree courses, cost 50,000

Euros per institution per year almost

impossible for libraries at Universities

of Applied Sciences. Now there seems to

be some movement in the prices, so that

Universities of Applied Sciences will be

able to pay 13,000 Euros for a campus

licence. That is still a lot of money, says

Dr. Ebrecht, but if we receive more money,

for example from student fees, I would

be prepared to pay the 13,000 Euros for

the DIN-Standards.

8.

E-Book

Wie viele andere wissenschaftliche

Bibliotheken ist auch die

Hochschulbibliothek in Reutlingen in der

Erprobungsphase elektronischer Bücher,

sogenannter E-Books, die zunehmend von

den Verlagen angeboten werden. Die

Vorteile liegen auf der Hand: die E-Books

lassen sich von jedem Internet-Rechner

auf dem Reutlinger Campus aufrufen. Und

wer nicht am Bildschirm lesen möchte,

kann die gewünschten Kapitel ausdrucken.

Dabei kostet solche Flexibilität nicht viel

mehr als die Neuerwerbung eines Buchs

fürs Bibliotheksregal. Immer mehr

elektronische Titel kommen auf den

Markt, zum Teil in PDF-Format, zum Teil

als virtuelle Parallelausgabe zur gedruckt

vorliegenden Monografie.

Mit dem Angebot an E-Books macht die

Hochschulbibliothek einen weiteren

Schritt in Richtung elektronischer

Serviceleistungen. Bereits zu Beginn des

Jahres 2005 wurde das elektronische

Erwerbungssystem eingeführt, mit dem

Professoren und Dozenten ihren

Bestellwunsch direkt vom Arbeitsplatz

über Internet an die Bibliothek abschicken

können. Dadurch werden Bestellung und

Katalogisierung beschleunigt und

transparenter gemacht sowie

Mehrfachbestellung vermieden. Im

Oktober 2005 ging der neue

Internetauftritt ans und ins Netz: Die

Webseiten sind durchgängig zweisprachig,

und der gedruckte Bestand der

Hochschulbibliothek ist vollständig im

Online-Katalog nachgewiesen und rund

um die Uhr verfügbar. Recherche,

Information zum Ausleihstatus, Links zur

systematischen Suche können von jedem

Ort der Welt zu jeder Zeit abgerufen

werden.

29


30

19 Die Hochschulbibliothek

19 Die Hochschulbibliothek: Geschichte(n) in zehn Büchern

8.

E-book: Encyclopaedia of textile

finishing

Reutlingen University Library, like many

other academic libraries, is testing

electronic books, known as e-books, which

are increasingly being offered by

publishers. The advantages are obvious:

the e-books can be called up from any

computer with internet access on the

Reutlingen campus. And those who don`t

want to read from a screen can print out

the chapters required. Such flexibility

doesn`t cost much more than the

acquisition of a new conventional book

for the library shelves. An increasing

number of electronic titles are coming

on to the market, some of them in PDFformat,

others as virtual parallel editions

to the printed version.

With its range of e-books the University

Library is taking a further step in the

direction of electronic services. The start

of 2005 saw the introduction of the

electronic acquisition system, by means

of which professors and lecturers can

send their requests for book orders online

direct from their workplace to the library

via the internet. This means that ordering

and cataloguing are speeded up and made

more transparent, and multiple orders

are avoided. In October 2005 the new

library website went live: The website is

completely bilingual, and the printed

resources of the university library are

listed in full in the online-catalogue and

are available round the clock. Catalogue

searches, information on whether books

are available for loan, or links for a

systematic search are available at any

time from anywhere in the world.

9.

Handbuch schriftliche Bewerbung

„Hier haben wir fast alles gekauft, was

wichtig ist“, meint die Bibliotheksleiterin

mit Blick auf die Bewerbungsratgeber,

die normalerweise drei Meter Regal füllen,

doch fast immer zu dreiviertel

ausgeliehen sind und für die es viele

Vormerkungen gibt. Ein generelles

Problem, wie Katharina Ebrecht nicht

zuletzt aus einer Umfrage vor zwei Jahren

weiß. Festgestellt wurden damals die

Zufriedenheit der Benutzer mit den

bestehenden Angeboten der Bibliothek,

beklagt wurden darin vor allem die

mangelnde Verfügbarkeit der Bücher. Bei

den Neuerwerbungen orientiert sich die

Hochschulbibliothek an der Ausleihe.

Häufig ausgeliehene und vorgemerkte

Titel werden nachbestellt, um die

Nachfrage besser und schneller

befriedigen zu können. Die Zahlen geben

ihr recht. Durch gezielte Nachbestellungen

konnten die Ausleihquoten in den

vergangenen Jahren deutlich erhöht

werden.

9

9.

Manual for writing job applications

In this area we have bought almost

everything that is worth buying, says

Katharina Ebrecht, looking at the

application guides which normally occupy

three metres of shelf-space. However,

three-quarters of them are nearly always

out on loan or reserved. This is a general

problem of which the Head Librarian is

well aware, and which was confirmed in

a survey conducted two years ago. This

survey established that, whilst users

were, on the whole, satisfied with the

resources offered by the Library, they

nonetheless complained that books were

often out on loan and thus unavailable

for other users. The University Library

now takes frequency of issue as a guide

when purchasing new resources. In order

to satisfy demand better and more

quickly, additional copies are ordered of

titles which are frequently borrowed or

reserved. The figures show that this

approach is effective. In the last few

years the policy of ordering extra copies

of specific titles has led to a marked

increase in the number of books issued.

10.

Erfolgreich studieren

Erfolgreich studieren

Auf der Liste der Neuerwerbungen findet

sich auch die Anleitung zum erfolgreichen

Studieren, gedacht – so der Titel- für

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler

gleichermaßen. Etwa 3.500 Monografien

für 120.000 Euro wurden 2006 allein für

die Hochschule Reutlingen gekauft.

Seit 2002 dürfen die einzelnen Fakultäten

selbst entscheiden, wie viel Geld sie für

die Neuanschaffung von Büchern

ausgeben möchten. Doch in welcher Höhe

sich die Zuwendungen für die Bibliothek

bewegen oder wann diese darüber

verfügen kann, ist jedes Jahr völlig offen.

Für Katharina Ebrecht ein

unbefriedigender Zustand: „Ich finde es

absurd, wenn die Bibliothek mit

Lehraufträgen und Dienstreisen für

Professoren konkurrieren muss. Im

schlechtesten Fall steht für den Neukauf

von Büchern gar kein Geld mehr zur

Verfügung“. Außerdem seien mit dieser

Vergabeart Grabenkämpfe zwischen den

Fakultäten vorprogrammiert, denn jede

Fakultät möchte, dass „ihre“ neu

gekauften Bücher nur von ihren Studenten

genutzt werden. Die Bibliotheksleiterin

hält von diesem Verursacherprinzip wenig,

zumal es eine Reihe fachübergreifender

Werke wie Wörterbücher, Lehrbücher für

Deutsch als Fremdsprache oder

allgemeine Handbücher gibt. „Hauptsache,

das Buch ist vorhanden, egal,wer es

bestellt hat“.

Mit Blick auf die Studiengebühren hat die

Bibliotheksleiterin im September

vergangenen Jahres einen Antrag auf

Erhöhung des Zentraletats der Bibliothek

von 300.000 Euro gestellt. Schließlich

sollen die Studiengebühren für die

Verbesserung der Studienbedingungen

ausgegeben werden und dazu gehöre

auch eine gute Bibliothek. Würde diesem

stattgegeben, hätte Katharina Ebrecht

die notwendige Planungssicherheit und

dann könnte sie die Hochschulbibliothek

mit einer zeitgemäßen und

bedürfnisorientierten Konzeption

weiterentwickeln.

10.

How to study effectively

10

Among the list of titles of new

acquisitions there are guides to effective

studying, intended as the title says for

students of both Business and Social

Science. In 2006 alone roughly 3,500

books were purchased for Reutlingen

University at a cost of 120,000 Euros.

Since 2002 the individual Schools have

been able to decide for themselves how

much money they wish to spend on the

acquisition of new books. But every year

the level of the funds available for the

Library, and the date on which they

become available, are left completely

open. Katharina Ebrecht finds this


19 The University Library

19 The University Library: (Hi)stories in ten books

situation unsatisfactory. She says, I find

it absurd that the Library has to compete

with part-time lecturers contracts and

professors official trips. If the worst

comes to the worst, there will be no

money left over for buying new books.

Moreover, this method of allocating

resources guarantees that there will be

trench warfare between the Schools, as

each School wants newly-acquired books

to be used only by its own students. The

Head Librarian is not in favour of this

originator principle, especially as there

is a series of interdisciplinary works such

as dictionaries, textbooks for German as

a Foreign Language or general manuals.

The important thing is that the book is

there, irrespective of who ordered it, she

says.

With student fees in mind, the Head

Librarian put in an application in

September last year for an increase in

the Library`s central budget which would

bring it up to 300,000 Euros per annum.

After all, student fees are supposed to

be used to improve conditions for

students, and the provision of a good

library is an essential part of this process,

says the Librarian. If her application were

approved, Katharina Ebrecht would be

able to make definite plans for the future,

and then she would be able to develop

the University Library in accordance with

modern, needs-based principles. (mtb)

bibliothek@hochschule-reutlingen.de

Regionale, überregionalen und internationale

Zeitungen warten im gut sortierten

Zeitungsregal der Bibliothek auf ihre Leser.

Regional, national and international

newspapers await their readers on the

Library’s well-stocked shelves.

31


32

20 Friends for Life

20 Friends for life

Alumni-work has a long tradition in the

Anglo-Saxon educational world; in

Germany the concept is still in its infancy.

On the one hand the facts – as far as

Reutlingen University is concerned - are

sobering, because in the past it was not

seen as necessary to organise Alumni

affairs at Reutlingen on a centralised

basis. As a result a number of separate,

decentralised Alumni organisations have

grown up, reaching various stages of

development in various Schools, but not

coordinated with each other in any way.

The Alumni concerned identify primarily

with their former School, in some cases

even with their particular programme of

studies, rather than with the institution

as a whole.

On the other hand, we are becoming

increasingly aware that solid Alumniwork

is a key element of “Friend-raising,

brain-raising and fund-raising”. In the

future we are going to be in urgent need

firstly of the emotional and later of the

financial support of our graduates, if we

wish to continue to occupy a top position

in a global education market at a time

when state funding is falling. Whilst strong

decentralised School-based Alumni

organisations form the foundation, the

aim of a comprehensive campus-wide

Alumni Association must be to create

synergies in order to increase the

attractiveness and the scope of the

decentralised organisations.

The medium- to long-term vision for

an Alumni Association for Reutlingen

University is based on the following

premises:

- There is a need for a central Alumni

Association which will be perceived as a

quantitative and qualitative enhancement

of the decentralised organisations.

- To this end a central Alumni Office will

be established which will function as a

sort of holding company. All members of

the decentralised Alumni organisations

will automatically also become members

of the central “holding company”. This

Office will be run by Alumni-members on

a voluntary basis.

- Professional Alumni-software will be

made available campus-wide. This will

include an integrated client-system which

will make it possible to work at the level

of the individual School, but will bundle

together the complex management and

processing of all data. At the same time

this software will be linked to the

university’s central databases to ensure

that Alumni data can be transferred and

updated as economically as possible

whilst maintaining the highest standards

of data-protection.

- The activities of the central Alumni

Association will expand the portfolios of

the decentralised organisations and make

them easier to administer, but will by no

means replace them.

- In order to ensure technical and

administrative continuity, a person will

be employed to function as an interface

between the “holding company”, the

University and the decentralised Alumni

organisations, whilst at the same time

providing central Alumni services.

From left to right: Three of the prime movers in the game called “Friend-raising, brain-raising and then sometime

also fund-raising”: Andreas Kurtz, President of “Campus Reutlingen e.V”); Professor Stephan Höfer; and

Kristof Trenka, one of the experienced “old” and “new” driving forces in Alumni matters at Reutlingen University,

- all taking a creative break on the campus.

Important groundwork towards the

realisation of these ideas has been

carried out during the winter-semester

2006-2007:

- In 2006-2007 a series of four-day

seminars has been organised, and

bilingual publications and websites have

been produced, all funded by a special

grant from the German Academic

Exchange Service for international Alumni

projects.

- “Campus Reutlingen e.V” is making

funds available for the initial financing

of the administrative post, setting up a

registered society, legal advice and the

provision of the aforementioned

professional software.

- Above and beyond this, the Chairman

of “Campus”, Mr. Andreas Kurtz, is

providing sustained support and personal

commitment as we put these ideas into

practice.

- An extremely committed group of

students working under the guidance of

Prof. Dr. Dietmar Bönke from the School

of Informatics, in cooperation with all

Schools, carried out a market research

project to determine the most suitable

software for our needs. On the basis of

this recommendation an all-in-one

database package for dealing with

centralised and decentralised tasks is to

be purchased.

Moreover, we have been able to engage

Mr. Christof Trenka, a former member of

the Senate and a graduate of the

University, to take the lead in the

founding of the central Alumni

association. As a graduate of two Schools,

Applied Chemistry (Diplom) and European

School of Business (MBA) he fulfils all

the requirements for playing a committed

and competent role in the development

of campus-wide Alumni services. (sth)


21 Review

21 Review

Review of the past

two years at

the University

Summer 2005: The University celebrated its 150th anniversary with a formal ceremony and

a lot of colourful events on the campus and on the Market Square in Reutlingen.

Just as formally and with many prominent

figures from politics, industry and the

academic world, a retirement ceremony

was held for Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Obieglo

on March 17 th 2006 after his 25 years as

President of the University. Baden-

Württemberg’s Minister President Günter

Oettinger offered his congratulations in

person.

Prof. Dr. Obieglo (right), Günter Oettinger,

Obieglo’s successor Prof. Dr. Wolfgang

Hiller (left)

Prof. Dr. Peter Niess (European School of Business) took over the running of the University, together with

Prof. Dr. Bernard Maciejewski (PM), Prof. Manuchehr Parvizinia (Technology) and Administrative Director Paula Mattes,

initially only on a temporary basis. Nonetheless he applied for the post of President of the University when it was advertised

in March 2007 and competed successfully against 20 other applicants: on June 22 nd 2007 Prof. Niess was elected as the new

President of Reutlingen University by the University Council and subsequently confirmed in the post by the Senate.

When he takes office in October his new Vice-Presidents will be Prof. Hendrik Brumme (PM) and Prof. Harald Dallmann

(Textiles & Design). Prof. Niess (right), chairman of the board Andreas Rentschler (left).

The newly-elected President of the

University, Professor Wolfgang Hiller (top),

introduced his team: Vice-Presidents Prof.

Dr. Stephan Höfer (Production

Management, left) and Prof. Daniel

Simonovich (European School of

Business), and Administrative Director

Paula Mattes.

Their collaboration lasted for barely a

year, and in February 2007 Prof. Hiller

left the University following irreconcilable

differences between him and the Senate.

33


34

22 „A rose is a rose…

22 „A rose is a rose is a rose…“

A rose is a rose is a rose…“, Gertrude

Stein, „Sacred Emily“, 1913

When reading the following pages the

attentive reader will wonder which text

came first, the English or the German.

We hope we have made it as difficult as

possible for you to decide, as the most

important consideration when producing

the translations was not faithfulness to

the original pieces, but rather readability.

This made different demands on each of

the two sides involved in the process.

A vindication for this approach appeared

very recently. Umberto Eco, one of the

most powerful literary figures of recent

times – a professor of semiotics and

himself also a translator – has spoken

out. His book about translation is now

available in German and has been under

discussion for a variety of reasons, Eco’s

recent 75 th birthday, among others. In his

review entitled “Daneben ist nicht vorbei”

– a near miss, still close enough - which

appeared in January 2007, Zeit-journalist

Hinrich Schmidt-Henkel praises Burkhard

Kroeber’s translation of the book from

the Italian more than he does the book

itself. And therewith we have established

impeccable credentials for this piece.

The sub-title of Schmidt-Henkel’s review

“Quasi dasselbe mit anderen Worten” –

virtually six of one and half a dozen of

the other - brings us directly to the core

of his argument, and leads us to speculate

about untranslatability and to suspect

that “quasi” – virtually - and “dasselbe”

- the same thing - are functioning as

synonyms for the linguistic and cultural

gap between the original and the

translation.

TSchmidt-Henkel writes, “This is a

delightful doll within a doll: a book about

translating which, when it first appeared

in Italian, was itself described by a German

cultural commentator as untranslatable.

That commentator was wrong.

‘Negotiation’ is one of the central

concepts in Eco’s book. In using this term

the author strengthens the position of

the translator as an independent agent,

as someone who faces the original as a

servant but not as a slave, who allows

the original to lead him, but not to keep

him on too tight a rein.”

The translator, like a ferryman on a river

flowing sluggishly along the border

between two different countries, crosses,

as it were, from one river-bank to the

other in order to close this linguistic gap;

however, because of the current and the

pull of cultural considerations, he will

not arrive at exactly the same place on

the other side, he cannot dock directly

opposite.

For the passengers, or, in this case, the

readers, this is irrelevant, as they simply

cast off from wherever is suitable and

disembark at their destination, because

that is the easiest thing to do, or because

that is what the topography demands, or

for both reasons. It is left to the courage

and initiative of the ferryman-translator

to find a suitable place to land.

Schmidt-Henkel continues, “…Through

this book the literary translator feels

appreciated in the most pleasant way

imaginable, indeed he will appreciate

himself more, as Eco unravels and makes

comprehensible a large number of

processes which take place

subconsciously and in fractions of a

second in the translator’s brain.”

“And so ‘Quasi dasselbe mit anderen

Worten’ demonstrates, by its very

existence, that ‘correct’ translation is

necessarily, and perfectly legitimately,

always a paraphrase, a fruitful reshaping

of the original piece. Very close to the

target, but precisely for that reason not

a near miss.”

On this note the authors and translators,

to whom we would like at this point to

express our grateful thanks, wish you the

readers a great deal of pleasure from the

following pages.

CRUISING:………the ferryman translator wishes a pleasant trip


23 Do you know, what Alumni…

23 Do you know, what Alumni are???

Do You Know What Alumni Are???

As a small, but by no means

representative poll on the Reutlingen

University Campus demonstrates, the

Latin term often isn’t known or

understood by the student population;

especially, by those at the beginning

of their studies.

Mai Ho

2 nd Semester, ESB

“It is an association between former and

current students where you get together

and help each other at the same time.

I can imagine joining one of these

networks later.”

Pierre Damidot

2 nd Semester, ESB

“Not exactly. We are foreign students

and we’ve only been here a couple of

months. We still haven’t heard a lot about

alumni.”

Alexandre Pujebet

2 nd Semester, ESB

“Isn’t it a club?”

Tinka Caveer

4 th Semester, Chemistry

“I’ve heard the term once but I have no

idea what it is?”

Benjamin Ellinger

5 th Semester Mechatronics

“They are former students, right?”

Simeon Widner

5 th Semester, Mechatronics

“Alumni? I heard it once somewhere.”

Katharina Fuchs

2 nd Semester, SIB

“We work, in some respects, together

with the alumni. For example, the student

counsel party planning committee,

sponsoring, etc.”

SimeJulia Hecht

2 nd Semester, SIB

“I can imagine becoming an alumni.”

Guido Mieskes

5 th Semester, Mechatronics

“Alumni? No Idea.”

Markus Steinhilber

5 th Semester Mechatronics

Do you know what they do?

“No.”

35


36

24 What does Alumni mean?

24 What does Alumni mean?

What does Alumni mean?

Alumnus, n., Plural Alumni, comes from

Latin and means “pupil”, literally “the

nurtured” or “nourished”. An Alumnus

is also the student of a so-called public

school.

In contemporary times, the Alumnus is a

graduate of a university or a similar

educational institution or the holder of

a scholarship at a sponsoring

organization. Since today, there are

female graduates as well, the female form

Alumna, f., Plural Alumnae has been

established.

Associations of former students (Alumni-

Associations) have been around for

decades (in some cases up to 200 years)

at universities in the USA and in some

European countries, in particular England

and France, and they are accordingly

established there. In Germany, their

relevancy has been realized since the

end of the 1980s.

Through these associations, Alumni have

the possibility to foster and expand social

contact to “their” university and their

previous fellow students, as well as

further professional and scholarly

educational possibilities. Universities,

which try to incorporate their Alumni,

even after graduation, into scientific

research and further education, as well

as in cultural and social activities, can

use their potential experience in order

to give a new impulse regarding the

improvement of research, lessons and

the university’s culture.

In usage, the concept of “Alumni”

sometimes only includes graduates with

a degree, and sometimes all of the

students that previously studied at a

university; but this is a question of

personal perception or of themes

discussed at one time.

Taken from: alumni-clubs.net: Union of

the Alumni Organizations in the Germanspeaking

area of incorporated society.

Alumnus is the pupil of a public school,

which in turn had a student dorm, mostly

exempt from cost, with an academy.

Ecclesiastical reformatories were and

will also be designated as public schools.

Taken from: Duden Fremdwörterlexikon

An alumnus (pl. alumni) according to the

is "a male graduate or former student of

a school, college, or university." In

addition, an alumna (pl. alumnae) is "a

woman graduate or former student of a

school, college, or university."

In Latin grammar, nouns are constructed

according to case, gender (masculine,

feminine, or neuter), and number (singular

or plural). The latin word, "alumnus" thus

has four forms in the : “alumnus”

(masculine, singular), “alumna” (feminine,

singular), “alumni” (masculine, plural),

and “alumnae” (feminine, plural).

Taken from: wikipedia, the free

encyclopedia

The “Spendhaus”, one of the oldest buildings in Reutlingen, housed the weaving school between 1858 - 1891, providing enough space for living, teaching and working.


25 AlumniPlus seminars

25 AlumniPlus seminars

AlumniPlus seminars on the Reutlingen

campus

In the spring of 2007 Reutlingen

University organised two five-day

International Alumni Seminars on the

University campus. Both seminars were

well-attended by diverse groups of

delegates representing a large number

of countries. The topic of the first seminar

was “ Location Factor Knowledge”; the

second one took as its theme “Baden-

Württemberg and its medium-sized global

players”. In addition to getting to grips

with the stated themes of the seminars,

there was enough time during both events

for networking and personal interaction,

as well as excursions and getting to know

and enjoy the Swabian way of life. This

article offers an overview of the first of

the two seminars, which took place at

the end of March 2007.

Sunday, 26 th March:

“Coming home - coming together“ this

was the theme of the Welcome Evening

on Sunday. The seminar participants were

able to get to know each other over a

finger-buffet of Mexican food - in as far

as this was necessary, since some of

them had studied together during their

semester abroad in Reutlingen, and the

faces of all the former students were

certainly still familiar to the staff of the

International Office.

Monday, 27 th March:

After the rather informal start on Sunday

evening, the formal welcome by the

University took place on Monday morning.

Afterwards Peter Haller, a Swiss visiting

lecturer at the Baden-Württemberg Export

Academy, introduced the main topic of

the Seminar. He explained the function

and the effects of international

communication, illustrating his talk with

a variety of concrete examples; he

touched not only on the advantages of

international communication, but also

on the obstacles and traps which often

get in its way, particularly in the business

world. Finally, a series of team-based

activities enabled all the delegates to

put their own intercultural competence

and understanding to the test, and to

ascertain what they consist of, and when

and how they are brought to bear.

Tuesday, 28 th March:

Francisco Aguilera, a former Reutlingen

student now working with the consulting

company TMG Stuttgart, led the

discussions on this day. Taking the

American clothing manufacturer GAP as

an example, he introduced various

management strategies as employed by

international companies; these were later

discussed by means of role-plays. In order

to do this, a group of GAP-managers was

formed to talk about the brand`s current

problems - these include falling revenue,

a weak image, splitting up of the brand

and an ageing customer base. And even

though the fictional Reutlingen

management team naturally could not

come up with a patent remedy in just one

day, the case study was an excellent way

of demonstrating how various

management strategies can be combined.

Wednesday, 29 th March:

On Wednesday the seminar participants

travelled to the nearby town of

Herrenberg to visit the Walter Knoll

company, which manufactures

upholstered furniture. The success story

of Walter Knoll is as impressive as it is

unusual. After the company was taken

over in the early 1990s by the Benz family,

it was able to move out of deficit, increase

its turnover to 50 million euros, and

expand its workforce to 200. All this was

done not under the well-known company

name of Rolf Benz, but under the original

name of Walter Knoll the Benz family kept

the old name in order to continue the

story of its own family firm under this

“foreign” brand-name. The seminar

participants were very impressed by the

products themselves, which they were

able to subject to extensive testing during

the tour.

Thursday, 30 th March:

The last day of the seminar gave the

delegates an opportunity to reflect again

about what international networking

means for Reutlingen University. The

difficulties, in particular the wide

geographical distribution of the

international alumni, soon became clear,

as did also the opportunities offered by

this particular group of alumni as a result

of their generally positive experiences

gained during their period spent studying

abroad and their cosmopolitan attitudes.

All the participants agreed that the

creation of a successful alumni network

must begin before graduation. Only people

who identify strongly with their University

whilst they are studying there are likely

to be interested in continuing the

relationship with their alma mater in later

years. It was agreed that Reutlingen still

has some work to do in this area, even

though there is already a range of

sporting and cultural activities which go

some way towards enriching life on

campus.

In the afternoon the Swabian Alb was on

the programme. After exploring the

Wimsen Cave by boat, the delegates

recovered from their adventures during

the ensuing brewery tour and beer-tasting

in the Klosterbrauerei in Zwiefalten. The

day -and with it the seminar as a whole

- ended exactly as a Swabian day should

end: with a hearty Swabian meal in

Maximilian`s restaurant in Reutlingen.

“Networking” with lectures, trips and discussions:

Alumni Seminar at Reutlingen University, Spring 2007

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26 International from the start

26 International from the start

International from the start

An interview with Baldur Veit -

the director of the International Office

The interested students at the open house

in Reutlingen would know the maxim of

the university, which is written on all of

the free advertising items: “International

from the start” can be read on the grey

lanyards. Quickly it becomes clear: those

who want to study in Reutlingen may not

have any fear of contact with foreign

universities and fellow students and must

be ready to spend a portion of their

studies in a foreign country. But what

actually shapes the international selfimage

of a university? And how is it

noticeable? Regarding the

commencements and the advancements

of internationality in Reutlingen, we spoke

What services must a university

implement in order to be international?

It needs international lessons, lecturers

and university administrators with

international experience, international

curricula, international students, in short

real international expertise. A “living

internationality” must exist.

When did the international orientation

of Reutlingen University begin? And

why was so much value placed on it?

The international orientation already

began in the founding years. Already in

the first years after the founding of the

school of weaving in the 1860s there were

already several international students.

This tradition was consequently followed

up in the new degree programs.

What functions does the International

Office of Reutlingen University have?

The import and export of students and

teachers.

with a man that must know. In 1989 a

department for the international activities

at the university was esthablishe and he

was entrusted with the coordination.

Baldur Veit is an elected member of the

DAAD (German Academic Exchange

Service) executive committee and

naturally, the director of the

Akademischen Auslandsamt at the

university. Or better put: the International

Office of Reutlingen University.

How many students come each year

from a foreign country to study at

Reutlingen? Around 400.

Where do most of the students come

from?

From France, Russia, USA, Great Britain,

Spain, Mexico, China, Malaysia.

And: may everyone come?

No, according to the rules, only students

from partner universities may come for

1-2 semesters, half of or their entire

course of study. As well as, naturally, all

international applicants, who were

qualified in the regular selection process

and obtained the authorization.

Which demands do you and Reutlingen

University have regarding the care of

the foreign students?

A very high demand, that we expect

elsewhere for our German students, that

they are welcome and have linguistic,

cultural, professional and personality

forming experiences. We must, therefore,

provide an excellent professional and

extra-professional care for our

international students.

And how many students from Reutlingen

go abroad?

Around 500 per semester, that we know

about. So far it has probably been even

more, whenever they independently

organize a stay abroad during a leave of

absence or a practical study semester.

Where are the favourite destinations?

The favourite destinations are France,

Ireland, USA, Spain, Great Britain, Finland,

China, Hungary, Canada, Mexico and

Australia. Actually, students from

Reutlingen go to every country in the

world.

Are the stays abroad similarly

successful?

Well, yes and no, but a positive experience

is consistently the norm.

How many co-operations does the

university currently have? 118

Are they bound to a particular faculty

or does the partnership pertain to the

university as a whole?

There are bilateral university contracts

with so-called umbrella policies and ones

with agreements regarding single schools.

How can cooperation between

universities appear concrete?

Student and instructor exchange.

Common degree programs at the

Bachelors and Masters level, common

projects in applied research.


26 International from the start

26 International from the start

What premises must be fulfilled for a

partnership?

Activities in both directions – import and

export, otherwise the cooperation is soon

finished.

Can cooperation be entered into with

any foreign university or are there

political/legal restrictions?

No, but the financial aid options from the

federal state, country and the EU definitely

play a large role.

How does one actually find suitable

partners and must the partnership with

an institution or committee be proven

and/or approved?

Paper is patient. For living partnerships,

one needs people to be active on each

side. According to the law, all partnerships

must be approved by the chair and the

senate.

How are partnerships financed?

University resources, special country

programs, DAAD-resources, endowments,

donations, matching funds, EU-resources.

Are partnerships later dissolved as

well?

Yes, whenever the cooperation becomes

one sided.

If yes, then why?

Because the common goals no longer

exist or because the main focus of studies

has changed and there is no longer a

common basis. Oftentimes, the retirement

of key players in the cooperation, either

by us or at the partner university, is the

reason for partnership activities to be

“put to rest”.

What is the largest mistake that one

who works in international cooperation

with universities, professors and

students can make?

No flexibility, intercultural shortfalls, a

lack of reliability, no continuity. An

international cooperation must be

invested in the medium and long term.

Internationality XXL

As a relatively small university, on the

outskirts of a small city, within the very

competitive environment of the dense

academic landscape of Baden-Württemberg,

consisting of over 25% foreign students,

and yet avoiding being seen as a foreign

body in the city, but instead proving itself

day after day, demonstrating living

internationalism in many areas, is

actually the secret behind this success

story.

What kind of development potential

does internationality at Reutlingen

University have? Are 118 partnerships

really not enough? Must something be

qualitatively changed? And can the

possible changes/deepening even be

accomplished with the proper worker

staff?

Quantity is not quality. After years, the

quantity work must follow in quality.

Less can also be more, however one

should be careful so as not to carelessly

compromise a long standing cooperation.

That which took decades to build up, can

be destroyed in weeks through a mere

lack of expertise. Naturally is it necessary

to scrutinise the reason and intention of

an established cooperation. In my

professional life, I’ve learned that it’s

better to be the Nr. 1 partner of a “middlegrade

university“ than to be Nr. 123 with

a top partner university. As an

internationally experienced Swabian, I

remain down-to-earth and realistic in my

area of responsibility. This is my means

of quality assurance, which I also expect

from my co-workers.

Reliable pursuit of, and taking on new

challenges, in the right amount and the

right balance is the key to lasting success,

in the future as well.

For over 150 years, Reutlingen University

has been successful in being

internationally superb. To preserve the

legacy and, in spite of it, take on new

challenges is the motto of the future.

The team of the International Office of

Reutlingen University stands behind this

motto and will meet this assignment in

the future with expertise, dedication,

intercultural competence and flexibility.

Thank you very much for your answers.

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27 …all Greek to me…

27 …all Greek to me…

Oui, Je meine Ja. Oh man! Yes!”

-…all Greek to me….-

You hear it on the streets, in bars and

coffee shops, at the train station and on

the bus, on the job and in classes. It’s

that murmur, that collection of sounds

that starts off indistinguishable, finally

growing sharper in its unclear jumble of

letters and words. That mélange of sounds

representing foreign friends and foreign

neighbours from around Europe and

beyond; people switching between

languages, native and foreign; remarkably

communicating with whomever they meet,

despite the country of residence and its

established official tongue.

While standing at a corner waiting to

cross the street, another frequency rises

above the noise of passing cars, trucks

and buses, “Que tengas un buen día.”

The listener grins at hearing this Spanish

exchange in a non-Spanish speaking

country.

Browsing in the grocery store, “Je déteste

champignons!” echoes through the

produce section, the French revelation

not even raising an inquisitive eyebrow

from fellow shoppers.

Sitting in the park, enjoying a clear day,

reading a book I hear, “And these grounds

were once walked by famous German

writers such as Hölderlin, Hesse and

Goethe!” What becomes obvious after a

couple of sentences, is that English is

not the native language for either party

involved in the conversation but instead

a common ground allowing both parties

to get their respective messages across.

Sounds representing much of the Western

World found in this otherwise “very

German” section of Germany. An

international mix of culture and language

nestled in the sleepy Neckar Valley. But

what happens when this international

mix from around the globe collides in

one place; the first day of classes in the

language department of the European

School of Business?

The students filed in and slowly took a

seat. This was English class but in reality,

which language would dominate this

international setting? Would students be

diligent and try to speak English? Would

they fire questions at me in German,

French, Spanish, even Italian? The room

is silent with that uncomfortable stillness.

No one knows what’s coming next and

frankly, no one wants to ask; probably

because they don’t know which language

to ask in and most importantly, which

one will escape their lips.

“Let’s start with roll to see who’s here,”

I begin. “Giovanni.”

“Here.” So far, so good; English. No

embarrassing language faux pas yet.

“Jens.”

“Here.” Ahhh, the sweet ring of English;

I think we’re all starting to relax.

“Claire.”

Oui, Je meine Ja. Oh man! Yes!”


27 …all Greek to me…

27 …all Greek to me…

In this brief moment of linguistic

confusion, through the smiles, giggles

and knowing nods, the answer to the

classroom lingua franca question

becomes clear. Calming down after the

brief moment of levity, it appears that

like the student landscape, the common

classroom tongue might include snippets

of Spanish, dashes of Deutsch, fragments

of Français, even inklings of Italiano.

Sorting through the collections of

vocabularies, accents and intonations in

our heads, students and instructor alike

will strive to practice English, if but only

for 90 minutes a day, one day a week.

Each day outside the classroom, the

communication struggle is renewed; while

shopping, grappling with German with

the local merchants, at parties, stumbling

through Spanish with friends from Spain

and Latin America; buying wine,

attempting French with the wine

distributor; and English of course, without

thinking the when or with whom.

Amazingly, my brain switches to the

appropriate language at the sight of a

particular person with hopefully, my

tongue not too far behind. There are a

few stumbles through vocabulary and

sentence structure but within a few

phrases I’m going as good as it’s going

to get in that particular language.

Back on campus, it’s important to remain

strict regarding the use of only English

in the classroom. It’s for the students’

own good.

Obviously, the solution of communication problems in a classroom seems to be coming from up front

“Ich habe eine Frage.”

“I’m sorry, what did you say?”

“Oh, Entschuldigung.

I have a question. ”

“Of course, what’s your question?’

Or…

“C’est possible, parler en français ? ”

“Of course; just not in this class.”

Even…

“Tengo que tomar una siesta.”

“Me too, but in this class it’s called a

nap and now is not the time to nap.”

Students moan, groan and complain in

frustration at having to add yet another

language to their educational repertoire

or at the mixture of that repertoire that

comes out when they speak. But by the

end of a class I can see their pleasure at

having once again, successfully navigated

the flexible peaks and valleys of the

English language.

Shhhh, don’t tell the students hailing

from places such as Palermo and Paris

or Madrid and Munich, that their complex,

multi-lingual soup is a dish I love to

devour. In my class, English reigns

supreme. But in those dire moments of

language emergencies, when a frazzled

student with a brain packed with facts,

figures and languages in desperation

asks, “Sprechen Usted Franglais?“

I hear myself answering:

“Bien sûr, puedo muy bien auf Deutsch

sprechen!“

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28 How are Germans…

28 How are Germans perceived abraod?

How Are Germans Perceived Abroad?

Experiences in Intercultural Expertise

Sought

“An intercultural expert is someone whose

awareness of their own cultural

presumptions and whose developmental

learning experiences formed by foreign

cultures are so developed that the expert

appears communicatively competent to

unknown parties. In the process, the

expert instinctively does not abandon

their own identity while successfully

observing the rules of the game,” reads

an example of an “intercultural expert”

on the web.

Countless books have been written about

how to be an intercultural expert while

traveling abroad. Some titles include,

“Foreign Etiquette” or “Global Business

Behavior, “The Rules of Business Around

the Globe,” and “Appear Confident

Worldwide”. For those traveling to

Germany, publishers also offer books

such as “Business Etiquette in Germany”

or “Mind Your Manners”, which provide

advantageous tips on how to conduct

oneself while in Germany.

Yet despite the numerous tips and advice,

the following Power Point presentation

reflects a consolidated perception of

Germans by people from around the world.

Are you a German who has traveled

aboard? Have you had experiences with

Germans while they are traveling abroad

or as a foreigner in Germany?

Share your stories and write to us at

udo.stelzer@reutlingen-university.de

Don’t forget to include your name and

address so that we can compensate your

participation with a small Reutlingen

University souvenir.

The View of Germans Abroad

Impatient:

A trait that is negatively construed as in most cultures,

composure is a highly esteemed virtue.

Argumentative:

Germans are inclined to say exactly what they think and

are quite proud of this trait.

Perfectionism:

Generally well esteemed, and with good reason, as

“Made in Germany” is considered a high accolade worldwide.

Punctuality:

Viewed in most countries as a positive attribute but it is also

considered annoying and impolite.

West East

materialistic spiritual

extroverted introverted

analytic synthetic

objective subjective

intellectual emotional

abstract thinking concrete thinking

logical experimental

East-West Contrasts

West East

scientific artistic

individual group

orientation orientation

self-realisation self-control

competitive collaborative

active, quiet,

energetic reserved

From a Power Point Presentation by SIB student, Julia Kemmler, for the seminar, “Business Ethics and Social Expertise,”

Winter Semester 2006/2007. Source: Klein, Hans-Michael: Cross Culture – Conduct Abroad. Cornelsen, Publisher.


29 Sweat, lifeblood…

29 Sweat, lifeblood and staying power

Sweat, lifeblood and staying power

Rules of the game in research at

Universities of Applied Sciences

“Research is one percent inspiration and

ninety-nine percent perspiration”. For

Martin Tubach this adaptation of the

famous quotation from Thomas Alva

Edison has almost become the unofficial

motto of the Institute for Applied Research

(IAF) in Reutlingen, of which he is the

Director. He could well mention in addition

the staying power which researchers and

their research need to have at Universities

of Applied Sciences.

The history of research in Reutlingen

goes back almost 100 years. The

establishment in 1910 of the State Testing

Office for Textile Materials marked the

official birth of institutional fibers

research in Reutlingen. From the earliest

days textile chemistry and textile

technology formed the basis of all

research activities; the founding in 1967

of the School of Mechanical Engineering,

followed in 1971 by the School of Business,

meant that research could also be

extended into these fields. Whilst the

content of the various research fields is

naturally very different, they all subscribe

to the basic principles of being practically

relevant and application-orientated. This

is how Tubach defined research activities

at Universities of Applied Sciences in a

recent report: “Applied research at

Universities of Applied Sciences needs

to be problem-orientated and goaldirected.

Detailed answers to the question

“how” have to have priority. Since real

products are being examined, the research

must be capable of dealing with complex

systems.”

Since the IAF was founded in 1991 more

than 120 research projects lasting

between two weeks and three years have

been carried out: not a bad record. “But

it could be better,” says Tubach, referring

particularly to structural obstacles. Such

as the “sandwich position” of applied

research at Universities of Applied

Sciences between, on the one hand, longterm

pure research which is carried out

only at traditional universities and, on

the other hand, short-term, productorientated

and client-specific technology

transfer such as is carried out in the

Steinbeis transfer-centre. “The former

receive financial resources in advance

for their research, the latter are paid for

their results,” is Tubach’s casual

description of the dilemma. Applied

research at Universities of Applied

Sciences, which is organised on a more

medium-term basis, has a more difficult

time, he continues. In a review produced

in 2005 Tubach wrote as follows: “The

German Research Foundation (DFG) and

other research funding bodies are heavily

geared towards the research needs of

traditional universities, and this makes

it more difficult for Universities of Applied

Sciences to get access to the major

publicly financed research funds.”

This is a fate which Reutlingen shares

with around 19 other research institutes

based at Universities of Applied Sciences.

However, compared with some of these

Reutlingen is not badly off: it has been

able to attract an average of one million

Euros per year in external funding. In the

most recent ranking of research

performance drawn up by an advisory

committee of the Ministry of Higher

Education in Stuttgart, Reutlingen

University of Applied Sciences and its

statistics are placed clearly in the upper

half.

Despite all the rifts in the national

education system, these are irrelevant

at the European level. Research projects

from Reutlingen University of Applied

Sciences have received EU-funding on

three occasions (from the third, fourth

and fifth Framework Programmes of the

EU). “A great honour, but with incalculable

risks,” is how the Director of the IAF

describes this. Because the EU-projects

are huge. Around 40 to 50 researchers

of different nationalities should and must

work together. “That is barely

manageable, misunderstandings are

inevitable,” says Martin Tubach. He adds

that the people responsible at the

European level have now also realised

this, and have returned in the seventh

Framework Programme to smaller but

financially well-endowed projects.

However, the results of the research and

development work carried out in

Reutlingen are very respectable, such as

for example the auto-socks (see article),

which have been on the market for two

years.

Not all inventions or research results

bring such effective publicity or catch

the public’s imagination in the same way.

Very few consumers know, for example,

that there are 50 components in the

Mercedes E-class which are made of

natural fibers, that is to say: renewable

resources, and that the research behind

these was carried out in the laboratories

of Reutlingen University. And when entire

production processes are analysed and

tested step by step with the help of

Reutlingen’s measuring methods, in order

to make better products with fewer faults

and to optimise the manufacturing

process, then the companies in question

are usually not particularly keen to make

this generally known.

As so often it is inspiration and chance

which provide the initial impetus for a

research project, but generally these do

not also lead to actual success. Some run

out of steam, others run out of money,

and sometimes it is simply not worth

doing any further research, reports

Tubach. “There are some fashionable

topics, but also some topics which have

a limited shelf-life,” he says. Some topics

are not researched simply because hardly

anybody is interested in them, such as

how to produce gas from liquid manure:

and this despite the fact that green energy

is definitely a hot topic at the moment.

One point which must not be overlooked

in this regard is the relationship between

teaching and research, says Tubach,

whereby the law gives clear precedence

to teaching. “The Professors have a very

heavy teaching load of 18 hours per week,

compared with 9 hours at traditional

universities. The time left over for

research activities is strictly limited,” he

wrote in the 2005 review. All the more

reason to praise the self-motivation and

thirst for scientific knowledge of those

Professors who are willing to undertake

research, he continues. And further: when

the Professors, with all their knowledge

and all their contacts, first arrive at the

university from industry, they are so busy

with teaching that, for the first two or

three years, they are barely able to apply

themselves to their research at all.

Martin Tubach is a chemical engineer and

so to speak a home-grown product of the

university: he completed his degree in

1985, worked as an assistant, and spent

three years with the Steinbeis Foundation

for Business Development. Finally he took

over as Project Coordinator at the IAF

and then six and a half years ago

succeeded the founding Director of the

IAF, Professor Rudolf Kessler, as Director

of the Institute. Tubach is well-acquainted

with the sweat, the lifeblood of the

researchers and also the sometimes tight

corset imposed by public-sector

budgeting, which can make it difficult to

react flexibly. The Director describes the

present state of research activity as one

of stagnation. Approximately ten

Professors – from the fields of Mechanical

Engineering, Chemistry and Textiles –

play an active role in the two research

institutes on the campus (1*). In addition,

a generational change is taking place in

the IAF. A lot of people are allowing their

projects to run down. “We need new

people, and we need to develop some

new topics,” says Tubach. “It is a terrible

shame to see so much potential just lying

fallow here,” he says with regret, and

sees also part of his role as being to

create easier and better conditions for

research, in short: to create incentives

for Professors and also students who are

willing to undertake research. And for

the future he is dreaming of a kind of

“brain-pool” of 127 Professors – with close

links to industry.

(1*) In addition to the IAF there is

another research institute at Reutlingen

University. The Institute for Applied

Research (Automation) (IFA) was

founded on June 1, 1996, and focuses

largely on regional projects.

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30 First of all: Get kindling

30 First of all: Get kindling

„First, Just Get a Foot in the Door“

Mechanical Engineering Student Invents

Firewood Manufacturing Machine

Christian Beckereit is a Swabian. Christian

Beckereit is also an inventor, the best

conditions for great things yet to come.

The Mechanical Engineering student has

already been inspired and invented a

“Spächele Maschine”, a 1.3 meter wide,

2.5 meter device weighing 720 kilograms,

the “ Firewood Manufacturing Machine -

KHS 210 “ as it is officially called.

Through a specialized procedure, the

machine takes logs of varying thicknesses

and lengths, even leftover timber, splits

them and produces diamond or

parallelogram shaped wood pieces. Every

type of wood can be processed. The better

the quality of the wood is, the smaller

the wooden diamond pieces can be cut:

as small as half a square centimeter

across. That is smaller than the nail of

the pinky finger. Because the firewood

has a large and textured surface, it ignites

faster, burning better and longer.

“Starting fires with chemical lighter fluids

or paper is no longer necessary,” says

Beckereit explaining the environmentally

friendly advantages of his machine’s end

product.

Martin Beckereit invented and built the machine for making the kindling sticks.

His pre-occupation with wood is not

surprising. Christian Beckereit has worked

in the forest forwarding wood since he

was 16 years-old; learning a lot while

supplementing his allowance. He knows

the different properties of the trees native

to his region.

Originally, Beckereit wanted to build his

machine after completing his studies.

Then an acquaintance of his, a firewood

vendor, took Beckereit with him to a trade

show. It was there that the two saw many

firewood manufacturing machines but

they didn’t like any of them. “I will build

you a better one,” said the high-spirited

youth, Beckereit to his acquaintance.

The vendor accepted Beckereit’s offer

and the eager youth, now in his fourth

semester, built the machine. Working

models, prototypes and pilot series of

the design were tested for endurance by

a Swiss Firewood Dealer before building

the actual machine.

Many wood specialists have told Beckereit

that his machine truly is better than all

the others. The product description on

his specially arranged homepage seems

promising: a noise and vibration free

work cycle, simple to operate, feasible

for a one-person company to use, loose

or precision texture layering and every

demand, every individual client wish

considered.

Beckereit used mainly standard

components for his machine. When all

the components are available, it takes

the skilled mechanic four days to build

the machine. Not only does the machine

work well, it looks good, too. In a barn

tucked away in the Gestütshof St. Johann,

the inventor’s offspring stands impeccably

clean and reliable, screwed and put

together just as the inventor intended.

Burn longer and better: roughened wooden kindling sticks.

The young inventor has sold Firewood

Manufacturing Machines to France and

Switzerland since starting regular

production at the beginning of 2006. It’s

important to him to collect references.

The newcomer worked with GMBR, a

business consultant for middle-sized

companies, to develop a professional

marketing and distribution plan. “First,

I have to just get into the marketplace,”

says Beckereit.

He hopes that all fuel vendors and

firewood dealers will appreciate his

invention and bring his environmentally

friendly product onto the market. He

would also consider selling the patent

and his machine “for a reasonable price.”

The 27-year-old wants to finish his studies

by the beginning of 2009 and he already

has more inventive ideas and of course,

they have something to do with wood.

For more information, go to

http://www.mb-beckereit.de


31 First of all: Get a grip

31 First of all: Get a grip

„First, Just Drive Away“

Reutlingen Textile Engineer Advances

the Auto Sock

Why didn’t Henry Ford listen to his wife,

Clara? At the beginning of the 20 th century,

Clara suggested to her husband that he

applies a material to the tires of his cars

so that drivers could drive off on snow

covered surfaces. Evidently, she couldn’t

persuade her husband of this proposal.

Approximately 90 years later, the owner

of a small tire shop north of Oslo, Bård

Løtveit, intrigued by the idea, began

experimenting with a material that

provides friction between snow and the

tires allowing the car to drive off. By

attaching different types of fabric to a

woodblock, then applying various

amounts of power to the block he found

that the fabric pulls the device across

the ice. From this experiment at his

hometown Ice Rink, was the idea for the

“Auto Sock” born. Backed by Fred Olson,

a renowned investor, Løtveit brought the

“Auto Socks” brand onto the market.

Winter traction aid:

the official designation for

the high-tech fibre snow-chain

The basic principle of the Auto Sock is

simple. The basis for the Auto Sock is a

special, light, synthetic material that can

quickly be pulled over the tires. The

underlying fibers cross the tires

horizontally, interlocking with the

ground’s surface, thereby creating a bond

between the tire and the road. An

electrostatic charge attracts the material

to the ground, making it safer to drive

off on snow and ice.

“With the Auto Socks, you can at least

drive away” says Harald Dallman,

Professor of Textile Technology at

Reutlingen University.

He and his development team have been

working together with Løtveit’s Norwegian

company since fall 2003. Until now, the

product was largely completed. However,

some problems arose during the product

trials. For example, some units broke

down under changing climate conditions;

a theme that even today, the team

endeavors to improve.

Initially, the Textile Technology graduates

wanted to maintain the quality of the

product; careful that every feature of the

material be specified throughout the

entire manufacturing process. Every fiber,

every thread, every seam would be

precisely determined. They created a

manual containing all the Auto Sock

specifications as a set of standards for

the suppliers as well as verification of

compliance with automobile industry

specifications. Commissioned by the

Norwegian company, the Reutlingen team

has been working for the last two years

on the technical advancement of the

product.

“We operate within the range of grip,

durability and price. All three areas must

be considered,” Dallmann describes the

base conditions of his research projects.

In the university laboratory, a road

simulation tested the friction properties

of various fiber surfaces under different

conditions.

“We learned a lot in the process. There

are many types of snow and they all

behave differently,” says Dallmann,

knowing that this observation will aid in

future projects.

Presently, a driving aid made from the

same material, only in larger pieces, is

being developed for semi-trailer trucks.

Essentially, the goal here is to be “first

to drive away,” and then to convince the

winter driver that driving off on snow

Bigger, but made of the same material: “AutoSock” for lorries.

and ice is possible. It is expected that

further applications of this product will

follow.

The work for the Reutlingen researchers

doesn’t seem to end. In addition to

product improvement and enhancements,

they are increasingly busy inspecting and

reviewing illegal reproductions for legal

proceedings.

The Auto Socks for passenger vehicles

have been available on the German market

for some time. They have been tested,

with positive results by TÜV, and as with

snow chains, the Auto Socks have been

approved for use with speeds up to 50

km/h. Different car makers have already

released similar driving aids with Toyota,

Honda, Subaru and Mazda offering them

on the Japanese market. Fiat and

Mercedes Benz cars already come

equipped with Auto Socks.

If Henry Ford had only known…

http://www.autosock.com

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46

32 Fascinating mistakes

32 Fascinating mistakes

Fascinating mistakes

These photographs were taken as part

of the photography course in the School

of Textiles & Design. Students from the

second semester, in the company of the

lecturer and photographer Karl Scheuring,

wanted to investigate how movement

through space can be represented in a

photograph, as the elapsing of time

cannot normally be reproduced by

photographic means.

By deliberately employing the blurring

caused by movement, which is actually

a typical mistake made when handling a

camera inexpertly, dynamic effects can

suddenly be created: the student in a

hurry, running through the corridors of

the university; smudged jumps and turns;

blurred faces. Features which are usually

considered to be technical shortcomings

are here transformed into aesthetic

statements.


32 Fascinating mistakes

32 Fascinating mistakes

47


48

33 Connecting

Connecting

Reutlingen University Sports

Department Opens to the Public

Sports connects. Top athletes know this

as well as everyday athletes, soccer

players to track and field competitors.

This recognition seems to be gradually

prevailing at German colleges and

universities.

According to the university system rules

and guidelines, the task of promoting

and advancing sports belongs to the

individual university campus. This open

guideline allows students to participate

in sports at another university from where

they study and students from other

campuses can in turn, play for a university

other than their own. It also means that

identification with a university can

considerably increase through sports and

culture programs.

“As with the American university model,

sports and cultural programs offered at

the German colleges and universities are

becoming more important to future

students. Therefore, the students are

selecting a campus of study based on

the type of program offered,” wrote

Professor Gunter Grüninger, Reutlingen

University Sports Delegate since March

2006, in the Internal University Newa

Letter, “Run.”

A CHE Ranking conducted at the end of

2006, evaluated the different sports

programs offered at various German

college campuses. Reutlingen University,

as well as the University of Tübingen,

both ranked well. In regard to total

programs offered and the quality of those

programs, Reutlingen and Tübingen

Universities ranked at the top. The

universities fell in the middle evaluating

number of courses offered per every 1000

students. In comparison with the

renowned Sports Institute at the

University of Tübingen, Reutlingen

University offers a modest but no less

attractive selection of 20 courses.

Included on the program are badminton,

basketball, capoeirea, karate, volleyball,

handball and soccer, yoga, dance courses,

or step aerobics and bodyforming, all

enjoying active registration. A special

feature is the Riverdance group, officially

called "The Celtic and Modern Dance

Team, Georg Obieglo 2004". Founded a

few months before the university’s 150

year anniversary celebration, the group

has since drawn crowds to numerous

public performances, improving the

reputation of the Reutlingen University

Sports Department.

Gunter Grüninger, a licensed instructor

and sports coach in the areas of

aerodance, step aerobics and

choreography, personally coaches the

group. Grüninger not only recruits his

students from the ranks of the local

student body, but also invites local high

school students and interested women

from outside of the university community.

Dancing ambassadors for the University: the Riverdance group (here at Lichtenstein Castle).

Opening the Campus to Opportunity

In opening the university sports

department to the public and by

participating in public sporting events,

Grüninger is attempting to make the

university more attractive to potential

students. Due to this public sports

exchange, he was named, in March 2006,

as chairperson of the newly established

Academic Sports and Cultural Club

Reutlingen e. V., also known as ASC. The

main goal of the organization is to open

up new possibilites to be active in sports

to the students and university members.

This includes the possibility of joining

other clubs and groups in contests and

tournaments as well as taking advanced

education courses or vocational training

courses, for example, to become a course

instructor or coach due to the ASCs

affiliation with the Württemberg State

Sports League (WLSB) and its sister

association, the Swabian Gymnastic

Alliance (STB).

"The club also serves as a bridge between

the university and the community", says

Grüninger, describing one of the

organization’s advantages.

Students and adults from outside the

university campus can become members

of the ASC and participate in university

sports when places on teams are available.

"We, in no way, want to compete with the

local clubs and teams, but instead, seek

their cooperation".


34 Valparaiso University Study Center Reutlingen

Valparaiso University Study Center

Reutlingen

Celebrating its 40 th anniversary 2007

Resident Director Eric Johnson, was

asked by Richard Humeniak, Valparaiso

University graduate and intern at the

International office at Reutlingen

University

Q: Basically, I’d like to start off with,

could you tell me who you are and what

you do here?

A: My name is Eric Johnson, and I’m a

Valparaiso University graduate from 1987

and I’ve been back at Valparaiso teaching

engineering. This is finishing up my 10 th

year, so I’ve been back at Valpo for 10

years. This is my third year here in

Reutlingen, serving as director of the

overseas study program here in

Reutlingen. My main responsibilities are

to oversee the entire program, make sure

it runs smoothly. I also teach two classes,

one class on German life and culture and

another on technology in society. I plan

several excursions each semester: one

to Berlin, one to Budapest, among other

small trips in the area, and overall I try

to make it an enjoyable experience as

possible for the students.

Q: What does Valparaiso University look

for when they’re trying to find a director

for the foreign exchange program?

A: The director comes over for every two

years. A year before they need a new

director then they put out invitations for

anyone that would like to submit an

application. On the application it talks

about what courses you would teach over

here, how you interact with students,

have you handled budgets before… a lot

of logistical things involved with being

a director. I think the biggest thing is

having a good rapport with students

because you develop a different

relationship here than you would a normal

faculty/student relationship. Then also,

problems always come up as a director

whether it’s lost passports or problems

Transatlantic celebration via video link. With the aid of modern technology America’s Valparaiso University was able to celebrate the 40 th anniversary of its

international programmes jointly with its partners on both sides of the Atlantic. In addition to Reutlingen University, there were also links to Cambridge (UK) and Puebla (Mexico).

on trips; you’ll have to make decisions

whether people go to the hospital for

whatever reason. And so you need to also

have some good problem solving skills.

Q: Is it normal for a director to bring his

or her family over?

A: Yes, actually every director brings his

family over since it’s a two year terms.

The last director has 5 kids, I have 3

children. It’s a wonderful opportunity for

the families to learn a new culture. It

worked out very well for us because our

children were young so they integrate

into the German school system quite early

and learn German very fast. It’s a

wonderful opportunity for your spouse

too, to get involved in different community

activities. My wife is taking classes at

the Volkshochschule along with getting

to know different people in the area, so

it’s a wonderful opportunity for my family.

Q: How many students are normally

involved in the program?

A: every semester the maximum amount

of students that can come is 20 and

typically at least with my three years

here, it’s been anywhere from 15-20, but

most of the time it’s either 19 or 20

students. So every semester, almost the

maximum amount comes.

Q: What kind of things do they study

here?

A: they’re required to take at least 4

classes. We offer 5 different classes. They

have to take a German language class,

either the first class in the German

language or an advanced class. Then they

have to take a class in German life and

culture and then they have 3 optional

classes one being European architecture,

another being European industry and the

last one is kind of a director’s choice and

it depends on something that might be

in the director’s area of expertise and

Partners 1

since I’m and engineering professor I

decided to do a course on technology in

society and look at how technology

impacts European society and US society

and maybe the differences between the

two.

Q: What’s the relationship between this

program here and the program Valpo has

with the University of Tuebingen?

A: Not too much, the program in

Tuebingen is mainly for German majors

or minors. That is a total immersion in

the program there, where they’re taking

all their courses in German there as part

of the Tuebingen University system, so

there’s no separate courses or separate

professors teaching their courses. I do

try to support the students in Tuebingen

as much as possible. I invite them on all

of our trips. So there is some camaraderie

between the programs at least from a

social aspect to try to make sure that

they have a good experience in Tuebingen

also.

49


50

34 Valparaiso University Study Center Reutlingen

Q: When the students finally go back to

Valpo from either Reutlingen or

Tuebingen, what is their relationship like

with the college that they’ve studied at

here?

A: I think, almost all of the students that

I have had will remember Reutlingen very

fondly, the former Rektor here, once said

that, “when they leave they may be 95%

American and 5% German and I think

that is very true. What they have, that

most people in the US will never have, is

a different perspective on the US, the

world, their life, and I think they take

that back and they learn and they grow

from that. A lot of students from past

year, while I’ve been here there have been

students from the 80s and 90s, who have

come back to visit Reutlingen and they

tell me stories of all the memories that

they had while they were here and how

much they enjoyed their time, not only

traveling around, but just learning about

day to day life in German culture and

living here.

Q: Could you talk about the interaction

between the Valpo students and the other

Reutlingen students?

A: You know they live in the

Studentenwohnheim with at lot of the

students and they get a chance to interact

with them there. I find in talking to the

students, they feel that the Germans know

a lot more about America than the Valpo

students know about Germany and they’re

very inquisitive and they want to know

what’s happening in America, what’s

happening in politics, and the American

students find out that they’re not really

confrontational about it.

I talk to students that had a chance to

interact or have gotten to know ordinary

citizens of Reutlingen, and when I talk to

them later it’s those types of relationships

that they remember more than visiting

some museum in Trier or Munich. They

remember the solid relationships they

built, whether it’s in the community of

Reutlingen or in the University itself.

Valparaiso University

University type: Coed, four-year, private. selective, founded in 1859

Religious affiliation: Independent Lutheran

Enrollment: Nearly 4,000 from most states and more than 40 other countries

Placement: 92% (greater than 90% for 12 consecutive years)

Academic Programs: More than 70 programs in five colleges:

Arts & Sciences, Business Administration, Engineering, Nursing,

Christ College (the honors college)

Financial Aid: 91% of students receive financial aid; more than $52 million awarded annually

Full time Faculty: More than 220, approximately 90% of whom hold the Ph.D.

or terminal degree in their field

Location: Valparaiso, Indiana (population 26,000)

Nearby: 1 hour southeast of Chicago; 2 1/2 hours north of Indianapolis;

15 minutes south of the Indiana Dunes National Lakeshore on Lake Michigan

Alumni: 45,000

Athletics: NCAA Division I. Women: basketball, cross country, soccer, softball,

swimming, tennis, track, volleyball. Men: baseball, basketball, cross country,

football, soccer, swimming, tennis, track.

School Colors: Brown & Gold

Athletics Nickname: Crusaders

Q: Was there anything else you wanted

to add?

A: Valpo University is very very grateful

to Reutlingen University for the

opportunity that we’ve been able to share

with our students. I think since 1968, we

hosted 8o groups, created 80 different

survival strategies, it’s over 1300 students

that have come to study here in

Reutlingen and it’s had a powerful effect

on the lives of, I would say, a majority of

on the lives of, I would say, a majority of

those students. To give that many

students that opportunity is a wonderful

and it can only help our society in the

US and hopefully here in Reutlingen, can

help them too a little bit, to see what

Americans are also really like.

Q: Cool, thank you very much for your

time?

A: Alright, thank you (rhu)


35 Questions

35 Questions

12 Questions to

Lothar Hinderer

Lothar Hinderer,

born 1957 in Stuttgart. Married.

Full-time University Minister since 1991

(Reutlingen Protestant-Catholic

University Ministry- ekhg).

Main activities: counselling, marketing

of the University Ministry, workshops,

internet (www.ekhg.de).

Lothar Hinderer studied Protestant

Theology, Philosophy, Education,

Psychology and Sociology in Tübingen,

Oslo and Schwäbisch Gmünd. Degrees

obtained: Dipl.-Theol. and Dipl.-Päd.

Postgraduate work in Client-centred

Counselling, Psychoanalytical Gestalt

Therapy and NLP. Since 1996 he has

also worked part-time as

psychotherapist in his own practice

(www.praxis.de.vu).

What do you like about Reutlingen?

Reutlingen has over 100 000 residents,

and accordingly comes with all

conceivable opportunities and facilities

that a city has to offer and it remains

nevertheless well manageable: the city

centre and the university campus are

easy to explore on foot and the location

of the city on the brim of the gorgeous

landscape of the Swabian Alb is simply

fantastic. Other cities such as Tübingen,

Metzingen or Stuttgart are virtually just

outside the front door.

The job of your dreams?

University Minister.

Which three things would you take with

you on an island?

My snorkelling equipment, a large knife

to open coconuts, an adequate supply of

tanning lotion.

Where would you never go again?

I really enjoy travelling; whenever I have

the opportunity. So far I don’t regret a

single trip.

What would you consider pure

recreation?

Snorkelling in tropical waters.

Your personal nightmare?

Becoming entangled in acts of war.

Which book ties you to your childhood?

Adventure stories from kids, or about

kids from countries and cultures that are

foreign to me.

What is currently your favourite thing

to read?

It’s still (personal, as well as historical)

travelogues.

What…

In brief 1

What would you like to be able to do?

Play piano.

What would you like to relearn

sometime?

One or another foreign language, which

I can’t speak yet, Chinese for example.

What are your hopes for in the future?

That as many people as possible, treat

themselves, other people and the

remaining numerous natural resources

respectfully, so that I myself can belong

and contribute to these people, so that

this earth can have and maintain a

friendly face.

The motto of your life?

To be wary, alive and present with all

senses in the here and now and enjoy

the life I received.

?

Which…

How…

Where…

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52

36 The refectory ticket

36 The refectory ticket

The refectory ticket

“Have you got a spare refectory ticket?”

This sentence, if addressed to a fellowstudent,

could, in the past, be the fastest

route to a lunch between two lectures,

by-passing the queues in front of the

ticket machines or the booth where, until

2002, a woman from the Tübingen

Association for Student Services sold the

tickets during serving-times between

11.30 am and 1.30 pm. The fastest route

to one of the 1500 meals cooked daily in

the Reutlingen University Refectory.

“Have you got a spare refectory ticket?”

This sentence could also be the start of

a wonderful friendship, the beginning of

a promising liaison or just a pathetic

attempt at a chat-up line. Whichever of

these was the case, the added promise

“I’ll give it back to you tomorrow” meant

that anything was possible – at least for

the moment.

It wasn’t anything special to look at:

thirty millimetres wide and fifty-one

millimetres long, and weighing less than

a gram. But it was an indispensable part

of every new student’s starter kit. The

tickets disappeared from the scene on

September 25 th 2006 – after nearly 30

years. They had been part of things since

the campus refectory was built and

opened in 1975. Nowadays the microchip

on the students’ ID cards takes care of

treasure trove 1

payment. That may be faster, but it

doesn’t leave much scope for establishing

romantic relations.

Even before the ticket itself disappeared,

the sense of the word printed on it,

“Stammessen – set meal” had already

been lost. This was, so to speak, an early

version of the popular “all-in-one

package”. Main dish, soup, salad and

dessert – and all of this at a price that

remained unchanged, day after day. If

students were very hungry, just the word

on the ticket alone was able to evoke a

feeling of anticipation, and a ticket

clutched in the hand could also convey

the certainty of being able to eat one’s

fill. In September 2004 the switch was

made from an entire meal to a series of

individual components: accompaniments,

salad, fish or meat, cheese spätzle

(Swabian noodles) or lentils with spätzle,

dessert – these could all be selected and

paid for separately. Far too much to find

space on the ticket and still be legible.

But that was not the reason why the

tickets were done away with. Modern

large-scale catering operations need not

only to optimize their payments systems

but also to offer a range of dishes which

will be broadly welcomed and which is

simply more flexible: salad buffet, soup

counter, special promotions. The little

old red and orange ticket would simply

be out of place here.

While we’re on the topic of lentils with

spätzle: this thoroughly Swabian dish is

one of the absolute front-runners in the

refectory of Reutlingen’s international

university. And the lentil soup is also

managed by computer. The recipe for 100

portions is stored in the inventory control

system. If more is made (and that is

usually the case) then the system shows

how many sacks of lentils and other

ingredients are used: reliably, quickly

and virtually.

The escalope on the plate is real. Thank

God. And the attractive girl on the other

side of the table is real too.

The refectory on campus remains the central

meeting point for students

– even without a ticket to hand.


37 The Achalm

37 The Achalm

The Achalm – a grassy slope to stroll

up and roll down

A hike up the Achalm hill ought actually

to be compulsory for every visitor to

Reutlingen, especially as this outcrop of

white Jurassic limestone can already be

seen from afar, as if welcoming the

newcomer. But it is said that there are

still some Reutlingen residents who have

never, ever set foot on the town’s local

mountain. And that is despite the fact

that the Swabians are said to have

invented hiking as a popular sport, and

although the hill is well worth a short

trip: the summit is a respectable 707

metres above sea-level, and it is steeped

in history. After all, a castle was built

there in 1030 by Earl Egino; this was

elevated to imperial status in 1235,

destroyed in the Thirty Year’s War and

later razed to the ground. Only a few walls

remain of the complex. In 1838 an

observation tower was constructed. From

up there one has a spectacular view –

over Eningen and Pfullingen, towards

Metzingen, but above all of the Church

of the Virgin Mary in the middle of the

town and – of the University.

Starting from the hill-side restaurant, the

path winds gently upwards. Sportier types

who prefer things somewhat more

strenuous take the steep direct route

uphill across the grassy meadow, and

later fight their way even more steeply

over rocks and through thickets. Those

who wish to discover and enjoy Mother

Nature keep their eyes open at the latest

on the way back down, and can see

meadow flowers, thistles and - not seldom

and almost traditionally – sheep. As early

as 1822 the King of Württemberg

established a sheep-breeding centre here.

But the best way down is if one simply

rolls down the slope – known in the local

Swabian dialect as “hinunterwargeln”.

Swabian 1

fragments

Across Reutlingen’s rooftops: a view towards the historic Achalm

A paradise not only for hikers: sheep have been grazing on Reutlingen’s local mountain since 1822.

53


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Impressum/Imprint

Herausgeber/Publisher: Hochschule Reutlingen / Kommunikation

Verantwortlicher Redakteur/Editor in Chief: Udo Stelzer

Textbeiträge/Contributors to this Issue: Dr. Monika Toman-Banke (mtb), Nicole Martinson (nim), Dr. Stephan Höfer (sth),

Annika Wilmers (awi), Richard Humeniak (rhu), Udo Stelzer (ust)

Übersetzungen/Translations: Angela Beverley-Gilbertson, Nicole Martinson, Monika Böning, Udo Stelzer

Satz und Gestaltung/Art Direction & Layout: Ralf Schmidt, diedrei Werbeagentur, Reutlingen

Bildmaterial/Photos: Atelier Karl Scheuring (7,12,13,16,17,18,19,26,28, 31,35,41,44,45,46,47,)

Archiv der Hochschule (4,5,8,9,10,11,20,24,32, 33,36,37,38,39,48,52)

Kristina Wiechert (49), Horst Haas (21) Monika Böning (9,12,37,40) diedrei (6,34,)

Auflagenhöhe/Number of Copies: 1000

Druck/Printing services: Fink Druck Pfullingen

Datum/Date: Sommersemester 2007/summer semester 2007

Website: www.http://alumnipm.hochschule-reutlingen.de/alumni/

Dank/Thanks: an die Mitarbeiter des AAA der Hochschule, den DAAD und den vielen Ideengebern auf dem Weg

go to staff members of the IO, Reutlingen University, the German academic Exchange service

and all the other contributors along the way

Urheberrecht/Copyright: Hochschule Reutlingen / Reutlingen University

All rights reserved


Vorschau

Gott und die Hochschule

Religion auf dem Campus

Kant meets Ackermann

Wie Wirtschaftsethiken weiter helfen können

Schwäbische Splitter: die Kehrwoche

Wer hat das schönste Hemd ?

InTexMa ermöglicht virtuelle Anprobe

Be proud of

Merchandising-Artikel für alle

Schöne Antworten

Modenschau als ästhetische Auseinandersetzung

Nicht persönlich nehmen

Studenten präsentieren Businesspläne im NewBizCup

next

Preview

God and the University

Religion on campus

Kant meets Ackermann

How (Business) Ethics can help

Swabian fragments: the Kehrwoche

Who has the fairest shirt of all?

InTexMa makes a virtual fitting possible.

Campus pride

Merchandise for all

Attractive answers

Fashion show as aesthetic discussion

“Don’t take it personally”

Students present their business plans in the NewBizCup

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1-2007

Hochschule Reutlingen

Reutlingen University

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