Messerschmitt T-109 von Pichler Zum Vorbild

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Messerschmitt T-109 von Pichler Zum Vorbild

50 PARK- & E-FLYER FMT 06 | 11 WolFgang Traxler

Einfach mal zwei

Messerschmitt T-109 von Pichler

Bei der Triebwerksanordnung zweimotoriger Flug-

zeuge gibt es bekannter Weise mehrere Möglichkeiten.

Die häufigste Variante ist die Unterbringung links

und rechts an den Tragflächen oder aber an Rumpfspitze

und -ende, so wie wir es z.B. vom „Ameisenbär“

kennen. Oder man nimmt zwei einmotorige Flugzeuge,

sägt bei dem einen den linken Flügel und beim

anderen den rechten Flügel ab und fügt über ein

Flügel-Mittelteil die übrig gebliebenen Teile

wieder zusammen. Wahnsinn, oder? Und das Tollste

daran: so etwas wurde einmal ernsthaft geplant!

Zum Vorbild

Etwa in der ersten Jahreshälfte 1944 wurde aus dem Reichsluftfahrtministerium

der Ruf nach einem Zerstörer und Schnellbomber

laut mit der Forderung eines möglichst geringen Entwicklungsaufwandes.

Daraufhin entwickelte Messerschmitt das Projekt eines

Bf-109-Zwillings. Der Vorteil lag in der schnellen Verfügbarkeit

der Serien-Bauteile der Bf 109, wie die beiden Rümpfe sowie

einer rechten und linken Tragfläche. Neu waren das Tragflächenmittelstück

und Höhenleitwerk zwischen beiden Rümpfen. Der

Pilot saß im linken Rumpf, ein vergrößerter Treibstofftank war im

rechten Rumpf untergebracht. Zwei Versionen waren vorgesehen:

die Bf 109 Z1 (Zerstörer) und Z2 (Schnellbomber). Die Z1-Version

war mit fünf 30-mm-Maschinenkanonen sehr feuerstark ausgestattet,

die Z2-Version konnte eine Bombenlast von bis zu 2.000

kg tragen. Rein rechnerisch sollte die 13,2 m spannende Maschine

eine Höchstgeschwindigkeit von 762 km/h in 8.500 m Höhe

erreichen. Letztendlich aber scheiterte das Projekt der Bf 109 Z,

da der Jägerentwicklung ab Mitte 1944 Priorität gegenüber allen

anderen Projekten eingeräumt wurde. Die offizielle Bezeichnung

dieses Flugzeugmusters lautet aber Bf 109 Z ist und nicht T-109,

Me 109 Twin oder sonst irgendwie.


Das Modell

Bei der Entwicklung dieses Modells ging der

Hersteller einen ähnlichen Weg wie damals

Messerschmitt beim Original, denn Grundlage

des „Z-Modells“ war das bereits vorhandene

Modell der Messerschmitt Bf 109 desselben

Herstellers. Das Modell wird in RTF-Ausführung

geliefert und ist bis auf Sender, Empfänger

und Akku komplett ausgestattet. Die Bauteile

für die beiden Rümpfe, Tragfläche und

Leitwerke bestehen aus sehr feinporigem

Schaum mit einer glatten Oberfläche und sind

in einem dekorativen Tarnmuster lackiert. Die

Ruderklappen sind mittels Stiftscharnieren(!)

angeschlagen und die Ruderhörner montiert.

Fertig eingeklebt sind sämtliche Befestigungsbrettchen

für RC-Anlage und Antrieb. So sind

zur Fertigstellung der Zelle lediglich die beiden

Seiten- und das Höhenleitwerk mit beiden

Rümpfen zu verbinden und die Tragflächenhälften

miteinander zu verkleben. Leider

sind deren Verzapfungen in der Länge stark

untermaßig, so dass sich auf der Oberseite der

Tragfläche unschöne Spalten ergeben. Alle

Klebungen wurden mit dem Schaumkleber

Beli-Zell ausgeführt, nur die Kabinenhauben

wurden mit UHU-Por verklebt. Die beiden beiliegenden

Piloten-Männchen – es handelt sich

um moderne Jet-Piloten – passen nun wirklich

nicht zu diesem Modell. Das Verschrauben der

Fahrwerke und Aufbringen der Klebebilder

beendet diesen Bauabschnitt.

Das Antriebskonzept

Ursprünglich waren offenbar als Antrieb zwei

Bürstenmotoren der 370er Größe mit Getriebe

vorgesehen, welche von einem Regler gesteuert

und aus einem 8,4-V-NiMH-Akku mit

650 mAh versorgt werden sollten. So zeigt es

zumindest die Betriebsanleitung. Im Zuge der

Modernisierung wurden herstellerseitig die

Bürstenmotoren aber durch Brushlessmotoren

ohne Getriebe ersetzt. Jeder von ihnen

erhielt dazu seinen eigenen Regler, welche

mittels eines V-Kabels zusammengefasst am

Empfänger angesteckt werden sollen. Auch

die Stromversorgung wurde modernisiert, ein

3S-LiPo mit 1.000 mAh ist nun vorgesehen.

Er wird in einem der beiden Rümpfe untergebracht.

Der wesentliche Nachteil dieser

Ein-Akku-Lösung liegt in der damit notwendigen

„Strom-Fernleitung“ zwischen beiden

Rümpfen mit einer Länge von ca. 35 cm. Die

Kabel sollen in einem offenen Schacht an der

Tragflächenoberseite von einem zum anderen

Rumpf geführt werden.

Das RC-Konzept

Im rechten Rumpf befindet sich neben dem

Empfänger das Servo für das Höhenruder

und der Regler 1, beide direkt am Empfänger

angeschlossen. Unter dem rechten Rumpf in

So sind die Servos für das Seiten- bzw. Höhenruder

vom Hersteller eingebaut. Das

Führungsrohr des Bowdenzuges kann nach

jeder Richtung ausweichen.

Das Verkleben der Seitenleitwerke und des

Höhenleitwerks mit dem Rumpf ist sehr

einfach, da zur Führung entsprechende Zapfen/

Ausnehmungen vorhanden sind.

Praktisch: Die Kabinenhauben werden

durch Magneten gehalten und lassen sich leicht

abnehmen und wieder aufsetzen.

www.fmt-rc.de FMT-TEST 51

So funktioniert es. Das Servo wurde einfach

auf die andere Rumpfseite versetzt.

Dadurch konnte das Führungsrohr an der

Seitenwand festgeklebt werden.

Die Anlenkdrähte der Querruder werden in ein

gemeinsames Loch am Servohebel eingehängt.

Die Bowdenzüge mussten dazu ein Stück

nach oben verlegt werden.

Das Transporthilfsmittel. Die Holzleiste ersetzt

beim Transport die Tragfläche. So werden

Beschädigungen am Höhenleitwerk vermieden.

Transporthilfe

Hat man beide Rümpfe von der Tragfläche getrennt, so sind die Rümpfe nur noch durch

das Höhenleitwerk verbunden. Durch die Hebelwirkung der Rümpfe können auf das Höhenleitwerk

starke Torsionskräfte ausgeübt werden, was bei ungeschickter Handhabung

beim Transport zum Bruch des Höhenleitwerks führen kann. Abhilfe schafft hier eine

Verbindungsleiste, quasi als Tragflächenersatz. Dazu werden in eine ca. 410 mm lange

Hartholzleiste zwei Bohrungen im Abstand der Tragflächenverschraubung (= 305 mm)

gebohrt. Diese Leiste wird nun mit den Rümpfen verschraubt und man erhält dadurch

eine kompakte Einheit. Und außerdem kann man die Befestigungsschrauben für die

Tragfläche so nicht verlieren oder vergessen.


52 PARK- & E-FLYER FMT 06 | 11

der Tragfläche verbaut ist das Servo für beide

Querruder. Im linken Rumpf ist das Seitenruderservo

und Regler 2 installiert. Für beide

letzteren müssen die jeweiligen Anschlusskabel

ebenfalls in dem vorhandenen Kabelkanal

zum anderen Rumpf geführt werden.

Alltagstauglich?

Um es vorweg zu nehmen: Beide Konzepte

(Antrieb und RC-Einbau) funktionieren in der

Praxis und das Fliegen ist damit möglich, aber

das Stromkabel zwischen beiden Rümpfen ist

an den Reglern fest verlötet und besitzt keine

Trennstellen. Bei der Demontage von Rümpfen

und Tragfläche muss deshalb der Kabelstrang

aus Stromkabel und Servoleitungen immer

aus dem Schacht herausgenommen werden

und baumelt dann lose herum. Und das Quer-

Die Verkabelung zwischen

den Rümpfen.

Beim Zerlegen des

Modells muss diese

aus dem Kabelkanal

an der Tragflächenoberseite

entfernt

werden und baumelt

dann lose herum.

Hier eine Alternative.

Der Kabelbaum

wird fest im Kabelkanal

verlegt und mit

steckbaren Trennstellen

ausgestattet.

Anschließend wird

der Kanal mit

Klebeband verschlossen

und mit

malerisch kühnem

Schwung mit

einem Tarnmuster

versehen.

ruderservo möchte beim Zerlegen auch noch

abgestöpselt werden. Ist das praxistauglich?

Wer ein genügend großes Auto besitzt, wird

das Modell unzerlegt transportieren. Wer

aber nur über geringere Transportkapazitäten

verfügt, wird um eine Demontage des

Modells nicht herum kommen und optisch

ist der oben offene Kabelkanal auch nicht die

beste Lösung. Daher wurde das Testmodell

„getunt“ (siehe Kasten).

Ruderanlenkungen

Hat man den Empfänger installiert und alle

Servo-Zuleitungen angeschlossen, verpufft

die Servobewegung für Seiten- und Höhenruder

bei einer Funktionskontrolle zunächst im

Nichts. Schuld sind die Bowdenzug-Außenrohre,

welche bei ihrer Wand-Durchführung am

Rumpfheck in einem derart scharfen Bogen

verlegt sind, dass den Innendrähten keine

andere Wahl bleibt, als massiv zu klemmen.

Zudem sind die Außenrohre servoseitig nicht

festgelegt, so dass diese unter Belastung in

jede Richtung ausweichen können. So wäre

ein Flugbetrieb nicht möglich. Abhilfe ist aber

leicht möglich. Dazu wird das jeweilige Servo

einfach an die andere Rumpfseite versetzt.

Eine entsprechende Aufnahme ist bereits

vorhanden, so dass dies in wenigen Minuten

erledigt ist. Damit verläuft der Bowdenzug in

einer wesentlich sanfteren Kurve und das Außenrohr

kann beim Servo direkt an der Rumpfwand

verklebt werden. Die Bowdenzüge für

die Querruder liegen servoseitig gegenüber

dem Servohebel um ca. 10 mm zu tief. Hier

muss die Tragfläche auf Länge der Rumpfbreite

vorsichtig aufgeschnitten werden, um

den Bowdenzug etwas anheben zu können.

Beide Stahldrähte werden dann zusammen

in ein gemeinsames Loch am Servohebel

eingehängt. Unkonventionell, aber es geht!

Genügend Leistung

Zum Einsatz kommen Brushless-Außenläufer.

Die Motoren sind ordentlich verarbeitet, laufen

zuverlässig und stellen genügend Leistung

zur Verfügung. Die Motoren sind bereits fertig

eingebaut. Als Motorträger dient je eine

10×10-mm-Hartholzleiste, an welcher mittels

eines Montageadapters die Motoren aufgehängt

sind. Ein Ausbau der Motoren ist nicht

ohne weiteres möglich, da die Hartholzleisten

mit bereits montierten Motoren durch den

Hersteller im Rumpf verklebt wurden. Dadurch

sind die Befestigungsschrauben nicht mehr

erreichbar und es müsste erst ein Loch von

oben in den Rumpf an entsprechender Stelle

gebohrt werden. In der Baukastenausstattung

sind je zwei Stück links- und rechtsdrehende

Propeller dabei. Da die Anleitung sich über

deren Verwendung ausschweigt, wurden die

„normalen“ rechtsdrehenden verwendet, da

die Motoren mit einem deutlichen Seitenzug

im Rumpf eingebaut sind.

Gleichlauf

Die Regler werden über ein V-Kabel am Empfänger

angeschlossen und müssen dann nur

noch mit den Motoren verbunden werden, die

Steckkontakte sind bereits verlötet. Mit einer

Belastbarkeit von je 20 A haben diese genügend

Reserven. Probleme kann es mit dem

Gleichlauf der Regler geben. Beim Testmodell

hatten diese unterschiedliche Einschaltpunkte

und Regelverhalten. Nach Mitteilung der Firma

Pichler werden in einem solchen Fall die Regler

kostenfrei getauscht. Eine andere Möglichkeit

besteht darin, die Regler am Empfänger getrennt

anzuschließen und über einen Mixer

im Sender zu koppeln. Mit den senderseiti-


Das verwendete Schaummaterial weist eine sehr feinporige Oberfläche auf.

Tuning Stufe 1

Um die Stromfernleitung zwischen beiden Rümpfen zu umgehen,

wurde auf eine Zwei-Akku-Lösung umgerüstet. Dies ist insofern problemlos,

da beide Rümpfe eine abnehmbare Kabinenhaube besitzen

und eine Akkuhalterung ebenfalls schon vorgesehen ist. Es muss

lediglich das Verbindungskabel an einem Regler abgezwickt und die

Enden mit Schrumpfschlauch isoliert werden. Am anderen Regler

ist das Kabel soweit zu kürzen, dass noch ein ausreichendes Stück

als Anschlusskabel übrig bleibt. Dieses Anschlusskabel muss jetzt

nur noch mit dem passenden Anschlussstecker versehen werden.

Als Akkus werden jetzt zwei 3S-LiPos mit 600 mAh eingesetzt.

Der Gewichtsunterschied zur Ein-Akku-Lösung ist marginal. Ein 3S

1.000er wiegt 89 g, beide 600-mAh-Akkus zusammen 108 g. Die

Gewichtszunahme von 19 g wird durch den Wegfall der Stromfernleitung

kompensiert.

Die Ladetechnik

„Da muss ich ja immer zwei Akkus laden, um fliegen zu können, dann

dauert das Laden ja doppelt solange“, lautet ein Argument gegen

die Zwei-Akku-Lösung. Stimmt, besonders wenn ein Ladegerät mit

nur einem Ladeausgang zur Verfügung steht. Aber kein Problem,

selbst die preiswerten Ladegeräte sind in der Regel zum Laden von

6S-LiPos geeignet. Und das machen wir uns zu Nutze, indem beide

Akkupacks mittels eines Adapters in Serie geschaltet werden. Einen

solchen Adapter kann man selbst löten, er wird aber auch fertig

im Fachhandel angeboten. Auch einen Adapter für die Balancer-

Anschlüsse gibt es z.B. von robbe, mit dem die Balancer-Anschlüsse

beider Akkus zu einem zusammengefasst werden können. Und so

lassen sich beide Akkus gleichzeitig laden. Fertig! Man sollte nur

www.fmt-rc.de FMT-TEST 53

darauf achten, dass die beiden Akkus ziemlich genau den gleichen

Ladestand haben, sonst kann der Balancer die Spannungsunterschiede

zwischen den Packs eventuell nicht ausgleichen.

Tuning Stufe 2

Diese Ausbaustufe zielt auf eine optische Verbesserung durch

Verschließen des unschönen Kabelkanals ab. Gleichzeitig werden

die verschiedenen Kabellängen optimiert und dadurch eine

übersichtlichere Kabelführung erreicht. Das Verschließen des

Kabelkanals macht Trennstellen an den Servoleitungen notwendig,

da die Kabel dann in der Tragfläche verbleiben müssen. Als

Steckkontakte wurden beim Testmodell die grünen Multiplex-

Stecker verwendet. Im linken Rumpf werden die Kabel für das

Seitenruderservo und Regler 2 direkt an den Zentralstecker des

linken Rumpfes angeschlossen. Am Zentralstecker des rechten

Rumpfes werden dann die über die Tragfläche zulaufenden Kabel

für Seitenruder und Regler 2 sowie die des Querruderservos

angeschlossen. Höhenruderservo und Regler 1 bleiben direkt am

Empfänger angeschlossen. Und da wir schon mitten in einer Löt-

Orgie sind, werden die überlangen Anschlussleitungen zwischen

Motoren und Reglern auf ein nur notwendiges Maß gekürzt. Der

Kabelkanal in der Tragfläche kann nun verschlossen werden. Hierzu

eignet sich ein Klebeband mit rauer Oberfläche, man kann hierfür

durchaus Tesa-Krepp (20 mm) verwenden. Aus styroverträglichen

Farben (z.B. Maler-Abtönfarbe) mischt man sich jetzt einen passenden

Farbton und streicht mit ein paar kühnen Pinselstrichen

ein schickes Tarnmuster auf und um das Abdeckband. Neben einer

verbesserten Optik erhalten wir durch die Tuning-Stufen 1 und 2

eine Gewichtersparnis von immerhin 37 g.


54 PARK- & E-FLYER FMT 06 | 11

Die Antriebsakkus werden im Bereich des Kabinenausschnitts

untergebracht. Die 30C Lemon RC-Akkus bieten auch bei hoher Belastung

eine gute Spannungslage.

gen Einstellungen von Servowegverstellung

und „Verbiegen“ der Gaskurve kann so ein

befriedigender Gleichlauf eingestellt werden.

Leistung & Gewicht

Beim Gewicht sollen es 650 g laut Herstellerangabe

sein, tatsächlich sind es 762 g. Zudem

sind auch noch 110 g Trimmblei in den Motorverkleidungen

notwendig, um den Schwerpunkt

an die richtige Stelle zu bekommen.

Größere und damit schwerere Akkus bieten

da keinen Ausgleich, da diese sehr nah am

Schwerpunkt gelagert sind und so nur wenig

zur Gewichtsverschiebung nach vorne beitragen

können. Das Fluggewicht von 872 g stellt

aber kein sonderliches Problem dar, da jeder

Motor bis zu 11,5 A zieht und somit ca. 115 W

Eingangsleistung aufnimmt. Die Gesamtleistung

von etwa 230 W reicht selbst für einen

Bodenstart von einer holprigen Graspiste

aus. Allerdings werden die 600-mAh-Akkus

schon gefordert, 25C sind Pflicht. Die Lemon

RC-Akkus von Pichler mit 30C haben da kein

Problem, allerdings ist die nutzbare Motorlaufzeit

von 5 Minuten nicht gerade üppig, so

dass aus diesem Grund durchaus Akkus mit

je 850 mAh verwendet werden könnten.

Angaben zu Ruderausschlägen gibt es keine,

die in der Tabelle aufgeführten Werte sind

erflogen. Ursprünglich waren zum Erstflug

doppelt so große Ausschläge gewählt worden,

das Modell ist damit aber fast nicht zu bändigen.

Die Ausschlagsgrößen können durch

Umhängen der Anlenkungen in den Ruderhörnern

erreicht werden, außer beim Querruder,

da hat der Hersteller die Ruderhörner einfach

gekappt, so dass hier die Anlenkdrähte nicht

weiter außen eingehängt werden können.

Über einen Adapter werden beide 3S-Akkus in Serie geschaltet

und als 6S geladen. Für die Balanceranschlüsse gibt es ebenfalls fertig

konfektionierte Adapter.

Im linken Rumpf be-

finden sich

das Seitenruderservo

und ein Regler…

… im rechten

Rumpf sind das

Höhenruderservo,

ein Regler und

der Empfänger untergebracht.

Im Grünen

Um beim Bodenstart einen Kopfstand zu vermeiden,

sollten die Fahrwerksdrähte um ca.

30-40 mm weiter nach vorn gebogen werden.

Das ist leicht möglich, da sich die 2-mm-Federstahldrähte

ohnehin leicht verbiegen. Die

Fahrwerksbeinchen sind mit dem Modellgewicht

überfordert, was nicht wundert, da diese

ja ursprünglich nur das „Ein-Rumpf-Modell“ zu

tragen hatten. Zum Starten wird in der Rollphase

das Höhenruder voll gezogen, um einen

Kopfstand zu vermeiden. Durch die kräftige

Motorisierung reichen 6 bis 7 Meter Rollstrecke

aus, um das Modell abzuheben. Stimmen

Ruderausschläge und Schwerpunktlage, sind

keine Überraschungen zu erwarten. Das Modell

will Jäger-typisch flott und weiträumig

geflogen werden, so macht die Maschine

am meisten Spaß. „Spazieren-Fliegen“ geht

auch, man darf es nur mit der Reduzierung

der Geschwindigkeit nicht übertreiben, um

nicht in den Bereich eines Strömungsabrisses

zu kommen. Die Wendigkeit ist gut genug,

um auch eine „Victory-Rolle“ über dem Platz

hinzulegen, Power für schön groß geflogene

Loopings ist ebenfalls genügend vorhanden.

Die Landung ist im Prinzip einfach, es muss nur

versucht werden, mit möglichst geringer Fahrt

in Dreipunktlage aufzusetzen, sonst droht

durch das weiche Fahrwerk und die kleinen

Räder ein Kopfstand.

Fazit

Wer ein preisgünstiges Model mit einem einzigartigen

Flugbild sucht, ist mit der „Zwillings-

Me“ gut bedient, denn die Aufmerksamkeit am

Boden und in der Luft ist einem damit gewiss.

Die Qualität ist in Bezug auf den Preis gut, die

Mängel bei der Ruderanlenkung sind leicht

zu beheben. Die aufgeführten Modifikationen

sind nicht unbedingt notwendig, führen

jedoch zu einer deutlichen technischen und

optischen Verbesserung. Die Bauanleitung

sollte an die aktuelle, aufgewertete Ausstattung

noch angepasst werden.


Die Spornräder sind an

die Seitenruder gekoppelt

und werden so

vom Seitenruderservo

mit angesteuert.

Die Doppelrumpf-Me bietet

ein einmaliges, beeindruckendes Flugbild.

Ruderausschläge

Querruder: ±5 mm

Höhenruder: ±8 mm

Seitenruder: ± 15 mm

Werte gemessen bei größter Rudertiefe, ca. 30% Expo auf

allen Rudern

www.fmt-rc.de FMT-TEST 55

Datenblatt PaRK- & e-FlyeR

Modellname: Messerschmitt T-109

Verwendungszweck: Vorbildähnliches Elektro-Motormodell

Hersteller / Vertrieb: Pichler

Preis: 139,- €

Modelltyp: ARF-Modell aus Hartschaum

Lieferumfang: Rumpf (2×), einteilige Fläche mit anscharnierten

Querrudern, Höhen- und Seitenleitwerk, Kabinenhauben, BL-Motoren

mit Reglern, Servos, Fahrwerksdrähte, Räder, Anlenkungsdraht,

Schrauben, Klettband, Dekorbogen, Bauanleitung

Bau- u. Betriebsanleitung: Englischsprachig, 2 Seiten

im DIN-A2-Format mit zahlreichen Bildern, Einstellwert zu Schwerpunkt

vorhanden

Aufbau:

Rumpf: Hartschaum in Form geschäumt, mehrfarbig lackiert

Tragfläche: Hartschaum in Form geschäumt, mehrfarbig lackiert

Leitwerk: fest, Hartschaum in Form geschäumt, mehrfarbig lackiert

Motorhaube: in Rumpf integriert

Kabinenhaube: transparent, abnehmbar

Motoreinbau: Rückwandmontage, Motorträger aus Holz

Einbau Flugakku: Akkuplatte, Klettverschluss, Akku verschiebbar,

für empfohlenen Akkutyp 3S/1.000 mAh vorbereitet

Technische Daten:

Spannweite: 1.200 mm

Länge: 760 mm

Spannweite HLW: 320 mm

Flächentiefe an der Wurzel: 190 mm

Flächentiefe am Randbogen: 100 mm

Tragflächeninhalt: 19,4 dm²

Flächenbelastung: 43,9 g/dm²

Tragflächenprofil Wurzel: halbsymmetrisch

Tragflächenprofil Rand: halbsymmetrisch

Profil des HLW: symmetrisch

Gewicht / Herstellerangabe: 650 g

Fluggewicht Testmodell ohne Flugakku: 762 g

mit 2× 3S/600 mAh: 872 g (inkl. 110 g Blei)

mit 2× 3S/850 mAh: 912 g (inkl. 110 g Blei)

Antrieb:

Motor: 2× Pichler BL-Außenläufer (eingebaut)

Akku: 3S/1.000 mAh, geändert auf 2× 3S/600 mAh

Regler: 2× BL 20 A (enthalten)

Propeller: 2× GWS 8×3,8 Zoll (enthalten)

RC-Funktionen und Komponenten:

Höhe: Pichler 12-mm-Servo (eingebaut)

Seite: Pichler 12-mm-Servo (enthalten)

Querruder : Pichler 12-mm-Servo (eingebaut)

verwendete Mischer: Gaskurven für die Regler

Fernsteueranlage: Futaba FX 30

Empfänger: Futaba R6106

Empf.-Akku: BEC

Geeignet für: Fortgeschrittene, Experten

Bezug: Fachhandel oder direkt (www.pichler-modellbau.de)

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