lykische küste

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lykische küste

daran. Diese Stadt mit all ihren wildromantischen

Ein- und Ausblicken ist ein

Fest für jeden Fotografen.

Auf zum Feuer der Chimäre.

Glaubt man den griechischen Mythen,

dann trieb sich in den Wäldern von Cirali

ein dreiköpfiges, feuerspeiendes Unwesen

herum, das dann vom Held Bellrophon

auf seinem Pferd Pegasus erlegt wurde.

Zum Lohn bekam er die schöne Königstochter.

Am heutigen Tage sollte nun das Abenteuer

beginnen, tat es auch. Die Planung

sah vor, wir wollten als Erstes Forelle essen.

Im glasklaren, eiskalten Wasser, das

vom Taurus heruntertost, gedeihen die Forellen

sehr gut und an jeder Ecke gibt es

Fischlokale, in denen man frische Forellen

essen kann.

Danach wollten wir die erste Wanderung

zum Feuer der Chimäre starten. Adnan

aus Berlin, ein guter Freund und Ratgeber,

schlug aber vor, erst nach Kumluca in

die nächste Kreisstadt zu fahren, denn

dort wurden die türkischen Meisterschaften

im Ölringen ausgetragen, und zwar alle

Klassen. Na, das ließen wir uns nicht

zweimal sagen. Wir saßen dann auf der

Ehrentribüne im Stadion von Kumluca

und konnten diese Ringkämpfe gut verfolgen.

Die Kämpfer begießen sich von oben bis

unten mit Olivenöl, auch die Lederhosen

sind ölig. Der Kämpfer, der es fertigbringt,

seinen Gegner mit der Schulter auf den

Boden zu drücken, hat die Partie gewonnen.

Die Schulter des Gegners muss den

Boden berühren. Die Schiedsrichter sind

sehr streng und genau, jeder noch so kleine

falsche Griff wird geahndet. Das Zusehen

war ganz schön aufregend, für uns

aber auch total ungewöhnlich. Wir konnten

solange auch nicht bleiben, wir wollten

ja noch wandern und fuhren weiter zum

Forellenessen, sehr schmackhaft. Und dann

ging’s los auf unsere erste Wanderung.

„Auf zum Feuer der Chimäre“ – dazu

muss ich sagen, nicht immer ist der Lykische

Wanderweg gut ausgezeichnet, man

muss sich schon umsehen und gucken, im

Großen und Ganzen hatten wir aber sehr

Reste von prächtigen Steinsarkophagen Ölringer in Kumluca

viel Glück mit unseren Wanderabschnitten,

die rot-weiße Markierung war immer

gut zu erkennen.

Eine Flussüberquerung stand an, ein kleines

Flüsschen, rauschend aus dem Taurus

kommend, mit eiskaltem Wasser, galt es

zu überqueren. Normalerweise lag da immer

ein Baumstamm zum Überqueren, er

war nicht mehr da. Die Markierung ging

auf der anderen Seite weiter – und nun?

Schuhe und Strümpfe aus und es versuchen,

es ging aber nicht, das Wasser war

zu tief und zu reißend, die Felsen im Wasser

zu rutschig, also Schuhe wieder an und

umkehren? Ein einsamer Waldarbeiter

machte mich dann vollends konfus, er rief

uns zu, es ginge sowieso nichts mehr und

wir müssten umkehren! Umkehren?

Margitta und Lore, beide sehr flink und

findig, waren in der Zwischenzeit, in der

wir noch mit Schuhe aus- und anziehen

beschäftigt waren, die steile Böschung

rauf und an anderer Stelle wieder runter

geklettert.

Und siehe da, sie fanden eine Furt, durch

die wir dann alle nacheinander waten

konnten. Also die ganze Prozedur noch

mal von vorn, Schuhe aus und dann wieder

an.

Weiter ging’s durch einen wunderbar duftenden

Pinienwald, an lichten Stellen

wuchs eine Art Wolfsmilch, wilde Gladiolen,

wunderschön, wir konnten tiefe

schroffe Felseinschnitte, Schluchten erahnen

und stiegen durch den Wald immer

weiter nach oben.

Auf einem Sattel, wir konnten schon das

Meer sehen, stießen wir dann auf das erste

Feuerfeld. Erdgas steigt aus 300 bis 400 m

Tiefe auf und entzündet sich selbst an der

Oberfläche. Mir wurde auch erzählt, dass

das Gas nicht immer die gleiche Zusammensetzung

hat, dass es auch nicht immer

mit gleicher Intensität brennt. Diese Gas-

Feuerstellen sind von Steinringen begrenzt,

natürlich alles schwarz verrußt und

die Flammen blaken so vor sich hin. Dann

stiegen wir zum zweiten Feuerfeld ab. Ein

steiler, gerölliger Pfad, sehr rutschig, führte

uns zum zweiten, tiefer gelegenen Feuerfeld.

Dort angekommen, dachte ich bei

mir, Gott sei Dank, die Rutscherei und

LYKISCHE KÜSTE

Mit vereinten Kräften haben wir an dieser

Stelle den Fluss überquert

Blick vom Sattel in Richtung Meer

Das Feuer der Chimäre

Beginn der Wanderung – 19 km bis Cirali

Der Wanderweg mit einer tollen Aussicht

Mit einem Ruderboot wurden einige zum

Schiff verfrachtet

HESSISCHER GEBIRGSBOTE 1-2012 – 3

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