Dezember-Januar 2007/08 - Lutherisch in Nordhorn

lutherisch.in.nordhorn.de

Dezember-Januar 2007/08 - Lutherisch in Nordhorn

Aus dem Inhalt:

Alles hat seine Zeit

- Advent ist im Dezember,

Seite 4

Ohh, je(mine) du

fröhliche

Ali Ramazanoglu

Seite 4

Weihnachtsrummel

für Abi-Ball

Lisa Deters

Seite 5

Die Lebkuchenoffensive

Seite 6

Vom Weihnachtsmann

zum Weihnachtstier

Seite 8

Wichteln, ein pädagogischerWeihnachtsspaß

Seite 9

St. Nikolaus

Seite 11

alle Artikel von

Hartmut Schwartz

Veranstaltungen

ab Seite 12

Gemeindeseiten

ab Seite 15

Günter Vogel

Andacht

Seite 20

Ev.-luth. Martin-Luther-Kirchengemeinde Nordhorn

www.martin-luther-nordhorn.de

Dezember 2007 / Januar 2008

Weihnachtsrummel


Zu diesem Heft

Liebe Brücke-Leserin,

lieber Brücke-Leser!

Obgleich sich zunehmend

mehr Menschen darüber

aufregen, dass Weihnachten

immer früher beginnt, immer

mehr in der Produktwerbung erscheint, auch immer

stärker akustisch auf uns eindringt und immer

stärker vom eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes

ablenkt, ist dieser Trend ungebrochen.

Diese Brücke hat das Schwerpunktthema

„Weihnachtsrummel“, um deutlich zu machen,

was da eigentlich um uns passiert.

Das Heft soll zum Nachdenken verführen, ob wir

vielleicht selber mehr oder weniger gedankenlos

diesem Trend folgen.

Das Heft soll zum Nachdenken verführen, ob wir

uns stärker auf das eigentliche Geschehen, dass

Gott Mensch wird, konzentrieren oder aber die

Rummel- oder Jahrmarkatmosphäre einfach auch

„mitnehmen“.

Das Heft soll zum Nachdenken verführen, ob bei

uns selber vielleicht ein Umdenken und Änderungen

von Verhalten angesagt sein könnte.

Sie werden merken, dass die Autorinnen und Autoren

sehr unterschiedliche Wege finden, sich dem

Thema zu nähern. Da vermischen sich Nachdenk-

Die „Brücke“ ist das Gemeindeblatt der Ev.-luth.

Martin-Luther-Kirchengemeinde

Herausgeber: Kirchenvorstand

Redaktion:

Doris Hüls (dh), Silke Kuck (sk),

Hartmut Schwartz (bl),

Renate Schwertheim (rs), Günter Vogel (gv)

Auflage: 2.000 Stück,

Druck: Gemeindebrief Druckerei

lichkeit mit Ironie, genaue Beschreibung und

Übertreibung, Ernsthaftes mit Lustigem.

Zum ersten Mal hat die Brücke ein Model engagiert,

das nicht nur auf dem Titelbild auftaucht,

sondern auch auf vielen Seiten. Ganz herzlichen

Dank, Hanna Klitzke. Was hat nun Weihnachten

mit dem Abitur zu tun? Diese Frage beantwortet

Lisa Deters, die sich trotz sehr knapper Zeit zu

ihrem Artikel aufraffte. Auch ihr ein herzliches

Dankeschön. Silke Kuck aus der Brücke-

Redaktion stellt einen Text ihres ehemaligen Schülers

Ali Ramazanogl zur Verfügung, dazu noch

eine „Dokumentation“, wie bewegend so ein Lebkuchen

sein kann. Weiterhin mache ich Sie auf die

Jugendbrücke JuB Nr. 8 aufmerksam. In der JuB

taucht auch der einzige Artikel auf, der sich positiv

dem Weihnachtsrummel stellt - wie könnte es

anders sein als durch die Liebe. Annika Hüls ist

die Autorin.

Zuerst aber, liebe Leserin, lieber Leser, Beschäftigen

Sie sich bitte mit dem Text der Evangelischen

Kirche auf Seite 4 - schließlich wird diese

ganze Brücke durch den Aufruf geprägt.

Übrigens finden Sie die Brücke und die JuB auch

im Internet unter www.martin-luther-nordhorn.de.

Dort erscheint sie in besonderer Qualität, da dort

alle Bilder farbig auftauchen. Schauen Sie doch

mal rein.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten, ein

erfülltes Jahr 2008 und viel Freude an dieser Brücke.

Hartmut Schwartz

Ev. luth. Martin-Luther-Kirchengemeinde in Nordhorn

Pfarrsekretärin Doris Hüls, Pastor Günter Vogel

Klarastraße 36 b, 48529 Nordhorn

℡ 809510 - � 809511

Öffnungszeiten des Büros:

Dienstag — Freitag:10.00 — 12.00 Uhr

Mittwoch:17.00 — 19.00 Uhr

E-Mail: KG.Martin-Luther.Nordhorn@evlka.de

Internet: www.martin-luther-nordhorn.de

Konto-Nr.: 7000979, Kreissparkasse Nordhorn


Zum Schwerpunktthema dieser

Brücke

Sowohl in Japan, wo die Christen nicht gerade besonders

zahlreich sind, als auch in einem Kaufhaus

für US-Soldaten in Frankfurt und sicherlich auch

noch woanders gibt es das ganze Jahr über feste

Abteilungen für Weihnachtsartikel - von rotweißer

Kapuzen-Kleidung bis hin zu künstlichen

Weihnachtsbäumen. Und alles begleitet von intensiver

Weihnachtslieder-Beschallung. Da sowohl

Japaner als auch Amerikaner sehr gewinnträchtig

mit ihrem Geld umgehen, ist anzunehmen, dass

diese Weihnachtsabteilungen sich das ganze Jahr

über finanziell lohnen.

Und bei uns in der Grafschaft? Es ist schon ein

merkwürdiges Gefühl, im Sommer nach Neuenhaus

an der Keksfabrik vorbei zu fahren und dann

von einer intensiven Geruchswolke überrascht zu

werden, die ganz eindeutig „genährt“ wird von

Spekulatius und anderem Weihnachtsgebäck. Wenig

später zieren Marzipanstollen, Lebkuchen und

weitere Weihnachtsangebote die Regale unserer

Kaufhäuser.

So werden wir auf Weihnachten eingestimmt. Die

meisten ertragen es, viele aber schimpfen auch ordentlich

darüber. Und wenn dann im Dezember

der frontale Weihnachtsangriff in allen Geschäften

und Einkaufstraßen beginnt - oft sogar recht

unfriedlich, wenn es um die Aufstellung des

„Weihnachtskarussells“ geht, denn das möchte

keiner vor der Ladentür haben, wie man hört -,

dann dämmert es wahrscheinlich jedem: Mit

Weihnachten hat dieser „Rummel“ eigentlich gar

nichts zu tun.

Für den Einzelhandel ist Weihnachten das Geschäft

des Jahres. Aber auch in vielen Familien

stehen Anzahl und Wert der Geschenke viel höher

im Kurs als die inhaltliche Basis dafür: Geburt

Jesu und Frieden in aller Welt. Hier wird unmerklich

etwas verschoben: Aus der Freude über

Christi Geburt wird (im günstigsten Fall) die Freude

über Geschenke, meist aber die Erwartung oder

gar Forderung nach immer mehr Geschenken und

der Gleichwertigkeit der gegenseitigen Geschenke.

Seit Jahren macht auch unsere Landeskirche auf

diese Fehlentwicklung aufmerksam. Mit der For-

derung „Advent beginnt im Dezember“ soll die

bereits ausgeweitete Weihnachtszeit wieder zeitlich

eingegrenzt werden. Ebenfalls wird die Besinnung

auf den Kern dieses Festes verwiesen, von

dem sich zu viele Menschen entfernen. Und das ist

nun mal Jesus Christus.

bl

Lise weiß es ...

Dass Weihnachten das

Fest der Liebe sein soll,

merkt man eigentlich erst

recht spät oder gar nicht.

Sehen Sie doch selber:

Die ganze Geschäftswelt schaltet um auf Weihnachten,

selbst der Fleischer (den Namen sage ich

nicht wegen Schleichwerbung) hat Weihnachtsmänner

auf die Teewurst gemalt.

Ist das Liebe?

Und dann das Kinderbetteln: Halloween - ich

weiß gar nicht, was das ist -, Laterne, Nikolaus.

Da werden die Kinder voll gestopft mit Kalorien,

dabei sind die deutschen Kinder sowieso

viel zu fett.

Ist das Liebe?

Und dann erinnere ich mich noch an letztes Jahr:

laut plärrende Weihnachtslieder in jedem Laden

nach dem Motto: wer schafft die „Stille Nacht“

am lautesten.

Ist das Liebe?

Und dann noch das Weihnachtsessen. Da gehen

wir mit dem ganzen Betrieb in ein Lokal in der

Innenstadt. Total überheizt dort, dass man nach

ein paar Glühwein schwitzt wie verrückt. Folge:

Erkältung. Zahlen darf ich auch selber.

Ist das Liebe?

Ich hab mich darüber auch mit Hilde unterhalten,

Sie kennen die ja, meine Nachbarin. Die ist auch

der Meinung, dass das keine richtige Liebe mehr

ist.

Wir beide haben uns vorgenommen: Nächstes

Jahr nicht mehr soviel Rummel.

Und das schaffen wir.

Wetten ?

3


4

WEIHNACHTSRUMMEL

Alles hat seine Zeit. Advent ist im

Dezember!

Rhythmus gehört zum Leben der Menschen. Dies

weiß nicht nur die Bibel, sondern das haben Menschen

seit Jahrhunderten erfahren: Es tut gut, mit

abgegrenzten Zeiten, mit Rhythmen, die unser Leben

gliedern, zu leben. Sie geben Zeit zum Aufatmen,

sie geben der Seele Raum zum Innehalten

und Entspannen. Es gibt einen Rhythmus des Lebens,

einen Rhythmus des Jahres, einen Rhythmus

des Tages. Seit Jahrhunderten ist dieser Rhythmus

für viele von der christlichen Tradition geprägt.

Gerade die Adventszeit ist eine besondere Zeit des

Jahres. Es ist eine Zeit der Einkehr und der Stille,

der Vorfreude und der Erwartung. Nach dem

Ewigkeitssonntag (Totensonntag) ist für vier Wochen

Raum, sich auf Weihnachten vorzubereiten.

Doch manche wollen aus den vier Wochen fünf,

sechs oder mehr machen. An manchen Orten sind

bereits Mitte November Straßen und Geschäfte

weihnachtlich geschmückt. Worauf sollen wir uns

eigentlich noch freuen, wenn der Lebkuchen schon

ab August auf dem Tisch steht, alles immer gleich

verfügbar und damit beliebig ist?

"Können Sie noch warten?" auf die Zeit der Vorfreude,

darauf, dass die nachdenklich stimmende

Dunkelheit des November vom wärmenden Kerzenschein

im Advent abgelöst wird? Die Adventszeit

mit ihren besonderen Farben und Düften, mit

Lichterglanz und Weihnachtsbäckerei braucht ihren

festen Rahmen, wenn sie ihre Bedeutung und

ihren Sinn nicht verlieren soll. Nur dann können

wir wahrnehmen und erleben: "Kommt Zeit,

kommt Advent", die Ankunft Gottes.

Die evangelischen Kirchen laden ein, über den

Umgang mit der Zeit nachzudenken, die Stille der

Novemberwochen aufzunehmen, die Lieder der

Adventszeit anzustimmen: Gemeinsam können

Menschen das Ende und den Beginn, den Rhythmus

des Kirchenjahres neu entdecken.

Weihnachten offenbart

die Temperatur im Umgang

der Menschen miteinander.

Karl Lehmann

Ihre Evangelische Kirche

„Ohh, je(mine) du fröhliche”

Der Text ist von Ali Ramazanoglu, einem ehemaliger

Schüler - zur Verfügung gestellt von Silke

Kuck

„Weihnachten” ist das Fest der Liebe, der Geborgenheit,

der Familien aller Christen dieser Welt

und das Fest der satten Gewinne, der schönen Geschenke

und der fetten Parties.

Die Frage ist: Wie weit sind die weihnachtlichen

Bräuche von heute mit den religiösen Vorstellungen

unserer Vorfahren verknüpft?

Wenn man sich die Geschichte und den Ursprung

von Weihnachten betrachtet, müsste jedem klar

sein, dass da irgendwas von der Message eines

Juden falsch verstanden worden ist. Veränderungen

in der Zeit, in den Bräuchen und den Religionen

hat es immer gegeben und wird es immer geben.

Diese lassen sich nicht verhindern und das ist

auch gut so! Doch versucht man eine Gemeinsamkeit

zwischen Religionen (d. h. Nächstenliebe,

Gott, Jesus, Tod usw.) und der materialistischen

Zeit von heute zu finden, wird einem schlagartig

klar, dass der Teufel selbst bei den religiösen Feiern

seine Finger im Spiel hat.

Man muss offen zugeben, dass er die Arbeit, die

ihm zuteil geworden ist, sehr gut erledigt hat und


weiter erledigt. Ich bin auch sicher, dass er an einer

Verbesserung seiner Note arbeitet.

Oder glaubst du nicht an die Stories vom Teufel

und den ganzen Untergangsquatsch?

Warum feierst du dann „Weihnachten”, wenn du

nicht an Gott und Teufel glaubst?

Weswegen? Geschenke, Familie, nur so...? Du bist

heute der beste Beweis dafür, dass er gut gearbeitet

hat. Fragst du die Menschen auf der Straße:

„Was fällt dir spontan zu Weihnachten ein?”, so

antworten die meisten Menschen: „Weihnachtsmann,

Weihnachtsbaum, Geschenke!”

Wie viele Christen, die sich „Christen” nennen,

glauben wirklich an Gott? Und wie viele dieser

Christen denken bei Weihnachten an die Worte

Jesu? Und wer glaubt, dass ein Jude, der sein Leben

für alle Menschen

gegeben hat,

wollte, dass ihr bei

„Weihnachten” an

eine rot gekleidete,

fette Witzfigur von

Coca-Cola denkt, die

durch den Kamin

geflutscht kommt

und Barbie-Puppen

und Matchbox-Autos

verteilt?

Wir wurden so erzogen,

unsere Kinder werden durch die Gesellschaft

so erzogen und deren Kinder auch. Ein Lauf, der

schlimme Folgen haben kann!

Das zeigt, dass das Geld die Rolle von Gott und

Jesus gut vertritt. Ich sage bewusst „vertritt”, denn

Gott hat einen Plan, den keiner von uns vorhersehen

kann.

Dennoch gibt es in all den dunklen Schatten der

Boshaftigkeit eine kleine Lichtung der Vernunft.

Vielleicht wirst ja du, der an die wirklichen Werte

vom 24.12. glaubt, der Vorreiter einer neuen Glaubenswelle

sein. Vielleicht?!

Wichtig ist es, dass es in dieser Zeit überhaupt

noch solche Menschen gibt.

Und das ist auch gut so!!

WEIHNACHTSRUMMEL

Weihnachtsrummel

für Abi-Ball

Lisa Deters

Nicht mehr lange und es ist

Weihnachten, bald schon ist

wieder Nikolaus, für mich das

Zeichen in weihnachtliche

Stimmung zu kommen. Immer wenn ich an Nikolaus

denke, muss ich auch sofort an die Nikolausaktion

in meiner (ehemaligen) Schule denken. Da

hat sich irgendwann mal ein schlauer 13. Jahrgang

überlegt, wie man wohl das Nützliche mit dem

Schönen und Lustigen verbinden könnte.

Denn was braucht der 13. Jahrgang immer?

Richtig, Geld für den Abi-Ball.

Und was macht den „Großen“ der Schule am

meisten Spaß?

Ja, richtig, es macht am meisten Spaß die jüngeren

Schülerinnen und Schüler ein bisschen zu ärgern.

Also funktioniert die Nikolausaktion so: Alle

Schülerinnen und Schüler können beim 13. Jahrgang

Nikoläuse kaufen, welche sie (natürlich mit

einem lieben Gruß) an eine gute Freundin, einen

guten Freund verschicken. Zugestellt werden die

Nikoläuse dann in der Schule vom lustig verkleideten

13. Jahrgang (es tummeln sich da Nikoläuse,

Weihnachtsbäume, Engel, Geschenke, Rentiere

und vieles mehr).

Aber es gibt die Nikoläuse natürlich nicht einfach

so, nein, nein, die „Großen“ überlegen sich schon

„nette“ Aufgaben für die Empfänger der Nikoläuse.

Und da sind dem Erfindungsreichtum und der

Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Standards

sind, der Klasse ein Liedchen singen oder an der

Stange tanzen zu lassen oder es wird auch immer

wieder gern der Ententanz gesehen. Schon etwas

ausgefallener ist es, wenn der verkleidete Nikolaus

Eine der Gefahren des

Weihnachtsfestes ist,

dass wir von unserer

Frau Geschenke bekommen,

die wir uns

nicht leisten können.

Robert Lemke

5


6

WEIHNACHTSRUMMEL

und der (eigentliche) Empfänger des Nikolauses

beide auf dem Kopf stehen und ein Glas Cola mit

Strohhalm trinken. Da der Abi-Nikolaus schneller

war mit Trinken (natürlich vorher geübt), hat er

den (Schoko-)Nikolaus allerdings gleich selber

behalten.

Die Aktion kann auch mal größere Auswirkungen

haben, z. B. ist mir mal zu Ohren gekommen, dass

durch die Nikolausaktion eine geheime Beziehung

plötzlich gar nicht mehr geheim war. Ein netter (?)

junger Mann, nennen wir ihn mal Hans, war noch

in einer festen Beziehung, hat allerdings schon

gleichzeitig was Neues angefangen mit einer Klassenkameradin

seiner „festen“ Freundin. Am 6. Dezember

dann kam der Nikolaus mit seiner Truppe

ins Klassenzimmer hinein marschiert und hat Hans

neuer Freundin einen Nikolaus überreicht und sie

gefragt, ob sie denn gute Erfahrungen mit Hans

gemacht hätte, da er ihr „in Liebe“ diesen Nikolaus

schenkt. Da gab es betretene Gesichter und

großes Gelächter in der Klasse. So leicht kann das

Fremdgehen auffliegen. Auch mal durch einen Nikolaus,

der sich in Zukunft fragen sollte, ob er

nicht nur Nikoläuse, sondern auch mal Ruten verteilen

müsste.

Schrecklich dieser

Weihnachtsrummel.

Eine völlig unnötige

Verschwendung von

Zeit, Energie und vor

allem von Geld. Und

jedes Jahr dasselbe

Theater.

Dagobert Duck

Die Lebkuchenoffensive

Quelle und Autor unbekannt -

zur Verfügung gestellt von Silke Kuck

Montag, 13. September

Schönster Altweibersommer - noch einmal Menschen

in T-Shirt und Sandalen in den Straßencafés

und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse

in der Kampstraße. Dann plötzlich um

10:47 Uhr kommt der Befehl vom Aldi-Geschäftsführer

Erich B.: „5 Paletten Lebkuchen und

Spekulatius in den Eingangsbereich!“ Von nun an

überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert

Minimal-Geschäftsführer Martin O. eher

halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment

und Marzipankartoffeln an der Kasse.

15:07 Uhr Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die

Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta

und Tannengrün in der Wurstauslage.

16:02 Uhr Die Filialen von Penny und Plus bekommen

Kenntnis von der Offensive, können aber

aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten

und fordern ein Weihnachtsstillstands-

Abkommen bis zum 10. Oktober. Die Gespräche

bleiben ohne Ergebnis.

Dienstag, 14. September

07:30 Uhr Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht

überraschend ein Esel mit Rentierschlitten

Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom

studentischen Nikolausdienst vorbeihastende

Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören.

Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im

gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die

geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig

zuschauen. Immerhin haben jetzt auch


Kaufhof, REWE und Minimal den Ernst der Lage

erkannt.

Mittwoch, 15. September

09:00 Uhr Edeka setzt Krippenfiguren ins

Gemüse.

09:12 Uhr Minimal kontert mit massivem Einsatz

von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.

10:05 Uhr Bei Kaufhof verirren sich dutzende

Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.

12:00 Uhr Dienstanweisung bei REWE: An der

Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein

„Frohes Fest“ gewünscht. Die Schlemmerabteilung

von Kaufhof kündigt für den Nachmittag

Vergeltungsmaßnahmen an.

Donnerstag, 16. September

07:00 Uhr Karstadt schaufelt Kunstschnee in die

Schaufenster.

08:00 Uhr In einer eilig einberufenen Krisenversammlung

fordert der aufgebrachte Penny-

Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern

lautstark: „Weihnachten bis zum Äußersten“ und

verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz

gefürchteten CD: „Weihnachten mit Mireille

Matthieu“ über Deckenlautsprecher. Der

Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

Freitag, 17. September

08:00 Uhr Anwohner der Kampstraße versuchen

mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung die nun

von Kaufhof angedrohte Musikoffensive

WEIHNACHTSRUMMEL

„Heiligabend mit den Flippers“ zu stoppen.

09:14 Uhr Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen

rammt den Posaunenchor „Adveniat“, der

gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium

ansetzen wollte.

09:30 Uhr Aldi dementiert. Es habe sich bei der

Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern Christbaumkugeln

gehandelt.

18:00 Uhr In der Stadt kommt es kurzfristig

zu ersten Engpässen in der Stromversorgung,

als der von C & A beauftragte

Rentner Erwin Z. mit seinem

Flak-Scheinwerfer Marke „Varta Volkssturm“

den Stern von Bethlehem an den

Himmel zeichnet.

Sonnabend, 18. September

Die Fronten verhärten sich; die Strategien

werden zunehmend aggressiver.

10:37 Uhr Auf einem Polizeirevier meldet

sich die Diabetikerin Anna K. und

gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem

Platz von Walmart zum Verzehr von Glühwein

und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten

sind ratlos.

12:00 Uhr Seit gut einer halben Stunde beschießen

Karstadt, Kaufhof und C & A die Einkaufszone

mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt

die Räum- und Streupflicht an. Umsonst!

14:30 Uhr Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar.

Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes

beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen

- Menschen wie du und ich, die nur

mal in der schönen Herbstsonne bummeln wollten.

Weihnachten - Eine Zeit

der Stille und Besinnung,

bis jemand auf

die Idee kam, dass Geschenke

sein müssen.

Autor unbekannt

7


8

WEIHNACHTSRUMMEL

Vom Weihnachtsmann zum Weihnachtstier

Nicht jedem ist bekannt, dass der Weihnachtsmann

im Laufe seiner Geschichte so manche

Wandlung durchgemacht hat. Diese Entwicklung

ist natürlich noch nicht abgeschlossen, wie man

am Ende meiner Ausführungen feststellen wird.

Zunächst hatte der Weihnachtsmann die Funktion,

gute und schlechte Kinder zu unterscheiden und

die schlechten zu verprügeln. Schlechte Kinder

konnten dann einen gewissen Ablass erhalten,

wenn es ihnen gelang, ein Gedicht auswendig aufzusagen.

Bald aber ist das mit dem Prügeln ins Gerede gekommen,

soll auch vor allem zu Weihnachten

nicht besonders passend, eher schädlich sein, obgleich

es auch Zeugen gab, die behaupteten, ihnen

hätte das auch nicht geschadet. Auch das Auswendiglernen

war dann nicht mehr so gefragt.

Der Weihnachtsmann musste sich um eine neue

Rolle bemühen - und diese Bemühungen verliefen

nicht einheitlich. So gab es Versuche, mit Schlitten

und Elchen durch die Gegend zu ziehen, durch

Kamine zu rutschen - was ja auch noch in einigen

Landstrichen aktiv betrieben wird.

Insgesamt jedoch wurde der Glanz des Weihnachtsmannes

eher geringer. Auf jeden Fall auf

dem sprachlichen Sektor, wo die Reduzierung auf

die beiden Worte „ho, ho“, die der Weihnachtsmann

in der neueren Zeit auszustoßen hat, dies

sehr deutlich zeigt. Auch die farbliche Gestaltung

des Weihnachtsmannes wurde weitgehend auch

auf zwei Farben beschränkt: rot und weiß (vergl.

auch diese Entwicklung bei Pommes).

Der Weihnachtsmann wurde grundsätzlich in Frage

gestellt. Starke gesellschaftlich Kräfte, hier vor

allem die Frauenbewegung, sorgten dafür, dass die

Weihnachtsfrau etabliert wurde. Auch die

„Brücke“ kann sich dieser Entwicklung nicht verschließen,

vor allem, weil das rudimentäre Verlangen

nach Prügel von der Weihnachtsfrau nicht so

stark tradiert wurde wie durch den Weihnachtsmann.

Zudem entdeckte die Werbung die Weihnachtsfrau:

mit den Weihnachtsfarben rot-weiß,

oft im flauschigen Mantel oder gar Bikini, war es

doch schon ein liebliches Bild. Auch das Sprachverhalten

wurde wieder verändert: Die Weihnachtsfrau

brauchte nichts mehr zu sagen.

In neuester Zeit machen die Tierschutzverbände

durch ihre Forderung auf sich aufmerksam, Tiere

nicht mehr so gnadenlos auszugrenzen, schließlich

sind ja Tiere am Weihnachtsgeschehen schon recht

früh beteiligt gewesen. Diesen Argumenten kann

man sich natürlich nicht verschließen - immer häufiger

tauchen Tiere bewusst als Weihnachtstier auf

und zeigen die Richtung in die Zukunft.

bl

Die schwierigste Aufgabe

des Vaters zu Weihnachten:

Den Kindern klar machen,

dass er der Weihnachtsmann

ist, und der

Frau klar machen, dass er

es nicht ist.

Unbekannter Autor


Wichteln, ein pädagogischer Weihnachtsspaß

Kennen Sie Wichteln?

Das ist ein viel verbreiteter Weihnachtsspaß vor

allem in Schulen, wie überhaupt Weihnachten für

Schulen eine Gelegenheit ist, den planmäßigen

Unterricht zu umgehen. Also Wichteln geht so:

Jede Schülerin und jeder Schüler einer Klasse

(progressive Lehrerinnen und Lehrer machen natürlich

auch mit) schreiben ihre Namen auf einen

Zettel, legen den Zettel gefaltet in einen Kasten...

und hier taucht das erste Problem auf.

1. pädagogisches Problem: die Namen müssen ja

so abgegeben werden, dass die Mitschüler und

Mitschülerinnen nicht erkennen können, von

wem der Zettel stammt. Da sieht ein erfahrener

Wichtelmensch schon leicht, ob das zusammengeknüllte

Papier im Kasten von Jeanett und das

säuberlich zusammengefaltete karierte Papier

von Maurice stammt. Und das soll ja nicht.

Lösung des Problems: Alle erhalten genau identische

Papiere, die nur zweimal kantig geknickt

werden dürfen.

Die nunmehr objektivierten Zettel werden in dem

Kasten geschüttelt und vermengt und jede Schülerin

und jeder Schüler nehmen sich einen Zettel

heraus. Und jetzt tauchen wieder einige Probleme

auf, die es zu beachten gilt:

2. pädagogisches Problem: Marcel schreit auf,

wirft den Zettel auf die Erde und brüllt: „Die blöde

Gabriella kriegt von mir doch kein Geschenk.

Alle anderen ja, aber nicht diese Ziege“. Die

Klassensprecherin Nicola ist ja sonst eher ausgleichend,

aber jetzt wird sie zickig: „Dann bekommst

du auch nichts von mir, Marcel“.

Löung des Problems: Die Zettel werden noch mal

gemischt und nach einer ethisch-moralischen

Ein Fest der Freude. Leider

wird dabei zu wenig

gelacht.

Jean Paul Sartre

WEIHNACHTSRUMMEL

Ermahnung, dass alle Menschen gleich viel Wert

sind, wieder ausgeteilt.

3. pädagogisches Problem: Chantal und Irene,

oft beste Freundinnen, tuscheln miteinander, lachen

dann und gucken penetrant auf Monique,

deren Kopf so langsam rot wird.

Lösung des Problems: Die Zettel werden noch

mal gemischt und nach einer ethischmoralischen

Ermahnung, dass man auch nicht

„unauffällig“ verraten soll, wessen Namen auf

dem Zettel steht wieder ausgeteilt.

4. pädagogisches Problem: Einige regen sich auf,

dass Peter und Paul ihre Zettel einfach ausgetauscht

haben. Trotz ihrer biblischen Namen.

Lösung des Problems: die Beiden müssen schwören,

dass sie die Namen vorher nicht gelesen haben.

Um zunächst weiteren Problemen aus dem Weg zu

gehen, ist es ganz gut, jetzt ein aufklärendes Gespräch

zu führen über den Sinn von Geschenken,

dass es darum geht, Freude zu bereiten mit geringen

Mitteln von höchstens einem Euro Geldeinsatz.

Und möglichst keine Süßigkeiten ins Päckchen

packen.

5. pädagogisches Problem: Das mit dem Gespräch

hat nicht so recht geklappt, die Klasse ist

empört. Mindestens 4 Euros sollen es sein. Das

sei demokratisch, mehr als 4 Euros braucht man

ja nicht anzulegen - man darf aber.

Lösung des Problems: Nachgeben. Bei wenig

selbstbewussten Klassen versuchen, auf 3,50 €

runter zu handeln.

9


10

WEIHNACHTSRUMMEL

6. pädagogisches Problem: Kewwi (Kevin will so

genannt werden, wenn nicht, wird er noch

schlimmer) hat im letzten Jahr von Denise nur

Äpfel bekommen. Er wollte aber vor allem Schokolade.

Man müsste Denise streng verbieten, wieder...

Lösung des Problems: Nicht nur eine Sorte Süßigkeiten,

sondern mindestens drei. Und Schokolade

muss dabei sein, damit Kewwi die Schnauze

hält.

Die jetzt folgende Zeit bringt erhebliche Unruhe.

Wichteln-erfahrene Lehrer beschränken diese Zeit

auf höchstens drei Tage, dann kommt es vielleicht

nur zu kleineren Problemen.

7. pädagogisches Problem: Der Vater von Adriana

ruft an, ob es stimmt, dass für 10 Euros gewichtelt

werden soll und wenn das nicht stimmt

und Adriana bei ihm Geld rausleiern will, kriegt

sie den Ar... äää, Hintern voll.

Lösung des Problems: Diplomatisches Geschick:

Adriana will sicherlich die Untergrenze von 4

Euros überbieten, um ihrem Partner eine große

Freude zu machen. Und Verhauen ist auch nicht

der richtige Weg. Auf keinen Fall sagen, dass

Adriana ein frühreifes Flittchen ist, die wahrscheinlich

das Geld für Zigaretten braucht.

Eine riesige Gefahrenquelle ist der Tag, an dem

die Geschenke mitgebracht werden sollen. Auch

hier ist es wichtig, vorzubeugen. Bewährt hat sich,

dass alle die gleichen Einkaufstaschen einer Firma

benutzen und kontrolliert in der Klasse abladen -

so hat jeder eine gleiche Geheimhaltungsstufe. Da

die Geschenkpakete den Namen des Empfängers

tragen, können sie zügig verteilt werden. Weiter

besteht eine gewisse Spannung, was man denn so

geschenkt bekommt (somit hat man auch etwas

Ruhe), daher ist diese Phase einigermaßen problemlos

... halt.

8. pädagogisches Problem: André fängt plötzlich

an zu schluchzen, er hat sein Päckchen vergessen.

Lösung des Problems: Der Lehrer hat ein Reservepaket

für alle Fälle.

9. pädagogisches Problem: Nach dem Austeilen

der Päckchen fängt Liane an, bitterlich zu weinen.

Sie hat kein Paket bekommen.

Lösung des Problems: Der Lehrer hat ein Reservepaket

für alle Fälle.

10. pädagogisches Problem: Die Klasse will, dass

jeder sagt, wem er ein Paket gepackt hat, um den

Verbrecher herauszubekommen, der kein Paket

gepackt hat.

Lösung des Problems: Die Aufklärung des Falles

wird auf nach Weihnachten verschoben. Bis dahin

kann der Täter noch ein Paket packen.

11. pädagogisches Problem: Der Lehrer bemerkt

beim Auspacken, dass er eine Flasche Schnaps

und Zigaretten im Paket hat. Adriana guckt

schon ganz gierig. Dazu sagt Dennis, dass seine

Eltern meinten, so ein Lehrer sollte auch mal

was Gutes haben.

Lösung des Problems: Überhören und Ignorieren.

Auf keinen Fall zurückgehen lassen. Denn

dann tauscht Adriana alles für eine Tafel Nussschokolade

bei Dennis ein.

Bei der Besprechung der Wichtelaktion wird kritisch

angemerkt, dass 4 Euros auf jeden Fall zu

wenig seien. Nur Adriana bestand darauf, dass 4

Euros reichen. Dabei grinst sie frech. Auf jeden

Fall ist das Wichteln in diesem Jahr sehr gut gelaufen

und wir alle freuen uns auf das nächste

Weihnachtsfest. bl

Das Bild mit den verschneiten

Tannen ist ja

schön, aber ich habe

immer Stress und Tränen

erlebt.

Konstantin Wecker


St. Nikolaus

Möglicherweise wissen

nicht alle, dass

der Nikolaus nicht

eine Erfindung von

Coca Cola ist, sondern

jemand, der

wirklich gelebt hat.

Er ist in der Kirchengeschichte

als Nikolaus

von Myra bekannt,

weil er dort

Bischof gewesen ist. Die Überlieferungen sind

zum Teil unklar, zum Teil verblüffend, denn dieser

Nikolaus hatte einen Onkel mit gleichem Namen,

der ebenfalls Bischof von Myra war. Insofern

ist es verständlich, dass die Lebensläufe der

beiden durch verschiedene Überlieferungen öfter

miteinander verschmelzen. Myra liegt übrigens in

Kleinasien in der heutigen Türkei. Geboren jedoch

wurde „unser“ Nikolaus in Patara (ebenfalls Kleinasien)

zwischen 270 und 286. Er starb am 6. Dezember

(Nikolaustag) 326 oder 345 oder 351.

Offenbar ist Nikolauf ursprünglich sehr reich gewesen,

hat jedoch sein Vermögen unter den Armen

aufgeteilt - eine Aktion, die sehr bemerkenswert

ist und natürlich zur Legendenbildung beiträgt

(vergl. auch Elisabeth von Thüringen über

Robin Hood bis Jesse James).

Unschwer kann man auch erkennen, dass die Rolle,

die der Nikolaus in unserer Zeit spielt, auf diese

- sei es nun Legende oder Wirklichkeit - Tat zurückzuführen

ist. Es gibt zahlreiche, zum Teil sehr

spannende Legenden, die im Laufe der Jahrhunderte

Nikolaus zugeschrieben wurden, etwa, dass

er drei Töchtern eines verarmten Mannes, die sich

hätten prostituieren müssen, mit einer Mitgift ausstattete,

durch die sie geheiratet werden konnten.

Für uns Deutsche ist eine andere Legende wichtig,

die besagt, dass Nikolaus als Unbekannter in Seenot

geratene Fischer die Ruder der Schiffe übernimmt,

die Segel richtig setzt und sie dann auch

rettet. In der Kirche danken die Seeleute Gott und

erkennen dann an einem Bildnis, durch wen sie

gerettet wurden. So ist Nikolaus auch zu einem

Heiligen geworden. Zahlreiche Kirchen in Norddeutschland

tragen seinen Namen St. Nicolai und

haben sie trotz der sehr erfolgreichen Reformation

GESTALTEN DER KIRCHENGESCHICHTE

bis heute behalten. Diese und weitere Legenden

sorgten dafür, dass Nikolaus zu einem der wichtigsten

Heiligen und bis heute in vielen Ländern

bekannt wurde. So ist es durchaus spannend, die

verschiedenen Bezeichnungen in verschiedenen

Ländern anzuschauen:

Nikolaus ist auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikolaj (Slowenien),

Sveti Nikola (Kroatien und Serbien), Sinterklaas

(Niederlande), Święty Mikołaj (Polen), Nikolo

(Österreich), Pai Natal (Portugal), Samichlaus/

Santiglaus (Schweiz) oder Zinniklos/Kleeschen

(Luxemburg). Father Christmas (England und Irland),

Saint Nicolas (Frankreich), Noel Baba

(Türkei), Santa Claus (Nordamerika), Papai Noel

(Brasilien).

Noch ein anderer historischer Zusammenhang ist

interessant, vor allem, weil er bis in die Jetztzeit

hineinragt. Der sog. Nikolaustag ist heute kein gesetzlicher

Feiertag mehr - außer in Finnland. Wir

erinnern uns: Nikolaus der Beschützer der Seeleute,

in Finnland gibt es viel davon. Finnland wurde

1917 ein unabhängiger Staat und machte den 6.

Dezember zum Nationalfeiertag.

bl

In überfüllten Geschäften

Weihnachtseinkäufe machen

zu müssen verursacht

Santa Claustrophobie

Robert Owen

11


12

VERANSTALTUNGSHINWEISE

Miteinander unterwegs zur Geburt Jesu

„Adventskalender“ auf der Blanke

Dass es Alternativen zum Weihnachtsrummel geben

kann, will der „Ökumenische Arbeitskreis

Blanke“ aufzeigen. Auf seine Anregung hin haben

sich Privat- und Geschäftsleute, Kindergärten,

Schulen und natürlich die Kirchengemeinden bereit

erklärt, an jedem Tag im Advent ein geschmücktes

Fenster zu öffnen, vor dem eine kurze

Andacht (ca. 15 Minuten) gehalten wird. Dabei

beschränken wir uns um das Gebiet am und um

den Gildehauser Weg. Nachfolgend finden Sie die

Termine und Orte, zu denen Sie herzlich eingeladen

sind:

Samstag, 01.12. Bernd‘s Blumenladen,

Gildehauser Weg 116

Sonntag, 02.12. Textilgeschäft Weber Aktuell,

Gildehauser Weg 65

Montag, 03.12. Bäckerei Heuser,

Dorotheenstr. 16

Dienstag, 04.12. Kindergarten Gänseblümchen,

von-Behring-Str. 5

Mittwoch, 05.12. Martin-Luther-Haus,

Klarastr.

Donnerstag, 06.12. Familie Remberg,

Gildehauser Weg 173

Freitag, 07.12. Fleischerei Eylering,

Mathildenstr. 10

Samstag, 08.12. Schuhhaus Eichstaedt,

Gildehauser Weg 114

Sonntag, 09.12. Die Kirchentüren sind

geöffnet

Montag, 10.12. Kindergarten St. Elisabeth,

Rudolf-Diesel-Str.

Dienstag, 11.12. Gemeindehaus St. Elisabeth,

Gildehauser Weg

Mittwoch, 12.12. Kaffeeladen Hotfilter,

Gildehauser Weg 102

Donnerstag, 13.12. Grundschule Südblanke,

Ursulastr. 21

Freitag, 14.12. Hausrat Glaß,

Gildehauser Weg 63

Samstag, 15.12. Familie Hölscher,

Friedrich-Runge-Str. 43

Sonntag, 16.12. Die Kirchentüren sind

geöffnet

Montag, 17.12. Kindergarten Wirbelwind,

von-Behring-Str. 7

Dienstag, 18.12. Familie Frantzen,

Fennastr. 56

Mittwoch, 19.12. Grundschule St. Elisabeth,

Friedrich-Runge-Str. 28

Donnerstag, 20.12. Kindergarten Martin-Luther,

Klarastr. 25

Freitag, 21.12. Bäckerei Krüger,

Gildehauser Weg 122

Samstag, 22.12. Wo treffen wir uns?

Sonntag, 23.12. Die Kirchentüren sind

geöffnet

Montag, 24.12. Die geöffneten Kirchentüren

in St. Elisabeth (15.00 +

22.00 Uhr), Martin-Luther-

Kirche 16.00 + 18.00 Uhr)

und Neue Kirche (15.30 +

17.30 Uhr)

Mein sehnlichster

Weihnachtswunsch:

Kain und Abel würden

einen Nichtangriffspakt

schließen und alle Mensen

wären Brüder.


Adventsmusik

Sonntag, 09. Dezember 2007 um 17.00 Uhr

in der Christuskirche

Lieder (auch zum Mitsingen), Motetten und

Instrumentalstücke

Mitwirkende:

Lutherische Kantorei, Posaunenchor, Kinderchor

und Orgel

Leitung: Friedrich Erdmann

Sämtliche Bauarbeiten Neubauten

Rohbauarbeiten Reparaturarbeiten

Pflasterarbeiten Ausbau von Dachböden

Ausbau von Innenräumen Reinigung von Dachrinnen

Malerarbeiten und vieles mehr......

Lanzstraße 12, 49716 Meppen

Tel.: 05931/490922 °Fax 05931/490951

VERANSTALTUNGSHINWEISE

Gottesdienst mit Bach-Kantate

BWV 126 „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“

Sonntag, 27.Januar 2008 um 10.00 Uhr

in der Christuskirche

Mitwirkende:

Annette Richter-Westermann, Sopran

Dirk Hauenschild, Tenor

Raimund Hagemann, Bass

Projektchor der Lutherischen Kantorei Nordhorn

und Gäste

Orchester Grafschafter Musiker

Leitung: Friedrich Erdmann

Predigt: Pastor Günter Vogel

ALLIANZ-GEBETSWOCHE

Thema: „Weil ER lebt!“

vom 06. - 11. Januar 2008, jeweils um 19.00 Uhr

So., 06. Januar Ev.-alrtref. Kirche, Paul-Gerhard-Str., „Mit ihm verbunden“,

Pastor Jörg Düselder

Mo., 07. Januar Neue ev.-ref. Kirche, Fr.-Ebert-Str., „In Stürmen gesichert“

Pastor Jan Alberts

Die., 08. Januar Ev.-Freikirchl. Gemeinde, Kl. Gartenstr., „Zum Leben bestimmt“

Pastor Albert Freese

Mi. 09. Januar Jochen-Klepper-Haus, Veldhauser Str., „Zur Nachfolge berufen“

Pastor Norbert Schäfer

Do., 10. Januar Martin-Luther-Kirche, Klarastr. „Um Kinder besorgt“

Pastor Walter Zimmermann

Fr., 11. Januar Freie Christengemeinde, Lange Str. „In Bedürfnissen versorgt“

Pastor Heinrich Frese

DIAKONISCHES WERK

EV.-LUTH. KIRCHENKREIS

EMSLAND-BENTHEIM

Bernh.-Niehues-Str. 5, Nordhorn

Tel. 05921/5428, Mail: DW.Nordhorn@evlka.de

Allgemeine soziale Beratung (Hilfe bei Problemen mit

Ämtern, in der Familie und Lebensberatung)

Schuldnerberatung

Anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung

Kirchliche Suchtkrankenhilfe

Beratung Suchtkranker und Angehöriger

Therapievermittlung / Nachsorge / Prävention

Termine nach Vereinbarung

13


14

VERANSTALTUNGSHINWEISE

Spielenachmittag für die ältere Generation

Jeder erster Sonntag im Monat, 15.00 Uhr

Kindergruppen des CVJM Nordhorn-Blanke

Montags, 17.00 - 18.00 Uhr (6 - 9 Jahre)

18.00 - 19.00 Uhr (10 - 12 Jahre)

JaPoRoGo-Chor

Dienstags um 18.30 Uhr

Leitung: Ilka Hoffmann

Diakoniekreis

Dienstags um 15.00 Uhr

Veranstaltungen im Kloster Frenswegen:

Weiter Info: Stiftung Kloster Frenswegen, Tel.: 05921/82330

Vortrag zum Tag der Menschenrechte

10. Dezember 2007, 20.00 Uhr

Gestaltung: Gottfried Peters in Kooperation

mit BfG

Der andere Advent

Gemeinsam feiern... mit musikalischer Gestaltung

11. Dezember 2007, 18.00 - 22.00 Uhr

Ski-Freizeit in Adelboden (Schweiz)

07. - 15. 03.2008

ab 16 Jahre — 385,00 Euro

Anmeldung bis zum 15.12.2007

Anmeldung und weitere Infos zu dieser Freizeit:

Regionaljugenddiakonin Inga Rohoff, Veldhauser Str. 175,

48527 Nordhorn, Tel.: 05921- 7270979,

Mail: ingarohoff@onlinehome.de

Korsika (Frankreich)

Camp 1 10.07. - 25.07.2008

14 - 15 Jahre — 400,00 Euro

Camp 2 11.07. - 26.07.2008

14 - 16 Jahre — 400,00 Euro

Anmeldung und weitere Info bei Inga Rohoff, s. o.

Camp 3 14.07. - 29.07.2008

15 - 16 Jahre — 400,00 Euro

Kinder- und Jugendfreizeiten 2008

Leuchtender Advent

Kreuzgang im Kerzenschein, adventliche

Lieder und Gesänge, Texte und Erzählungen

zum Advent, kreatives Gestalten, Klosterwaffeln

und Kaffee

16. Dezember 2007, 17.00 - 19.00 Uhr

Kroatien / Adriaküste

(siehe im Internet unter www.jadran-crikvenica.hr)

22.07. - 05.08.2008

14 - 16 Jahre — 375,00 Euro

Sardinien (Italien)

03.08. - 17.08.2008

16 - 19 Jahre — 420,00 Euro

Anmeldung und weitere Infos zu den Freizeiten:

Kirchenkreisjugenddienst Emsland

Kreisjugendwart Waldemar Kerstan, Tel.: 05931/8459-26, E-

Mail: KKJD@ejeb.de

Kinderfreizeit Insel Spiekeroog

11. - 24.07.2008

9 - 13 Jahre — 315,00 Euro

Anmeldung und weiter Information zu dieser Freizeit:

Ev.-luth. Arbeitsstelle „Das Kind“

Ingebort Hermsmeyer, Jansenfeld 13, 49716 Meppen

Tel.: 05931-29969, Mail: ihermsmeyer@web.de

Posaunenchor

Mittwochs um 19.00 Uhr in der Christuskirche

Frauenkreis

Donnerstags um 14.30 Uhr

13.12., 10. und 24.01.

Altenbegegnungsstätte, Elisabethstraße

Freitags um 16.00 Uhr Andacht im Wechsel zwischen

kath., ref. und luth. Gemeinde

Senioren-Adventsfeiern

07. und 14.12., 15.00 Uhr


Gemeinsam kann man viel bewegen

Die indianischen Bauernfamilien vom Volk der

Mixe haben trotz Kaffeekrise und Globalisierung

einen zukunftsweisenden Weg gefunden: Sie setzen

auf ökologischen Landbau.

Jahrzehntelang hatte das bergige

Siedlungsgebiet der Mixe eine

stabile Wirtschaft. Unten im Tal

wurde Mais auf großen Feldern

angebaut, in den mittleren Höhen

wuchs Kaffee. Und weil sich beides

gut verkaufte, gab es immer Handwerksaufträge

für die Männer aus den Dörfern oben in

der kühlen Region, wo die Felder steil sind und

klein und nicht mehr hergeben, als eine Familie

braucht.

Dann kam die weltweite Kaffeekrise und die Preise

stürzten in den Keller. Gleichzeitig kam mit

dem Freihandelsvertrag zwischen Mexiko, Kanada

BROT FÜR DIE WELT / GEBURTSTAGE

Aus Gründen des Datenschutzes können

wir die Geburtstage, die an dieser Stelle

in unserer Brücke stehen,

nicht veröffentlichen!

Wir gratulieren recht herzlich!

und den USA billiger Mais aus dem Norden ins

Land. Seither gibt es in den Dörfern für die Männer

keine Arbeit mehr. Viele ziehen weg oder gehen

illegal in die USA.

Die Mixe ist ein stolzes Volk. Sie wurden nie von

den Spaniern besiegt. Sie wollen

weiter in ihrer Heimat leben, mit

ihrer Sprache und ihrer Kultur.

SERMIXE unterstützt sie dabei.

Das wirtschaftliche Gleichgewicht

im Mixe-Land soll wieder hergestellt

werden - nach Möglichkeit

auf höherem Niveau. Die Bauern stellen auf organische

Landwirtschaft um und pflanzen ihnen bislang

unbekanntes Obst und Gemüse an.

Brot für die Welt unterstützt diese Arbeit. Es ist

ein Beispiel für Projekte der diesjährigen Aktion

Brot für die Welt, für die wir Sie um ihre Spende

bitten. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die

Spenden im vergangenen Jahr.

15


16

GEBURTSTAGE/AMTSHANDLUNGEN

Aus Gründen des Datenschutzes können

wir die Geburtstage, die an dieser Stelle

in unserer Brücke stehen,

nicht veröffentlichen!

Wir gratulieren recht herzlich!

Aus Gründen des Datenschutzes können

wir die Taufen, Hochzeit und Beerdigungen,

die an dieser Stelle

in unserer Brücke stehen,

nicht veröffentlichen!

Die Ware

Weihnacht ist

nicht die

wahre Weihnacht

Kurt Marti


GOTTESDIENSTE

02. Dezember 1. Advent 10.00 Uhr Familiengottesdienst mit Taufen / Pastor Vogel

(EG 954.1) Mitwirkung des Kindergartens

09. Dezember 2. Advent 10.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst / Pastor Wegner

(EG 954.2)

16. Dezember 3. Advent 10.00 Uhr Gottesdienst / Pastor Freese

(EG 954.3)

23. Dezember 4. Advent 10.00 Uhr Gottesdienst /Pastor Vogel

(EG 954.4) Mitwirkung: Tatjana Wagner (Hamburg)

singt Weihnachtschoräle von J. S. Bach

24. Dezember Heiligabend 16.00 Uhr Christvesper / Diakon Iburg

(EG 954.5) Mitwirkung des Kindergottesdienstes

24. Dezember Heiligabend 18.00 Uhr Christvesper / Pastor Vogel

(EG 954.5) Mitwirkung des JaPoRoGo-Chores

25. Dezember 1. Weihnachtstag 10.00 Uhr Taufgottesdienst / Pastor Vogel

(EG 954.7) Mitwirkung des Posaunenchores

26. Dezember 2. Weihnachtstag 10.00 Uhr Gottesdienst / Pastor i. R. Roth

(EG 954.8)

30. Dezember 1. So. n. Weihn. 10.00 Uhr Gottesdienst zum Jahresschluss / Pastor Vogel

(EG 954.10)

06. Januar 1. Sonntag nach 10.00 Uhr Gottesdienst / Pastor Vogel

Epiphanias (EG 954.14)

13. Januar 2. Sonntag nach 10.00 Uhr Gottesdienst / Pastor Wittke

Epiphanias (EG 954.15)

20. Januar 3. Sonntag nach 10.00 Uhr Gottesdienst / Pastor i. R. Kaul

Epiphanias (EG 954.16)

27. Januar Letzter Sonntag 10.00 Uhr Gottesdienst mit Bach-Kantate in

nach Epiphanias (EG 954.17) der Christuskirche / Pastor Vogel

03. Februar Septuagesimae 10.00 Uhr Gottesdienst / Diakon Iburg

(EG 954.20)

Die Ziffern (in Klammern) zeigen an, wo die entsprechenden

Bibeltexte und das entsprechendeWochenlied

im Evangelischen Gesangbuch (EG) zu

finden sind.

Vergesst nicht, Kinder, dass es

auch heute noch Menschen unter

uns gibt, die ihre Weihnachtslieder

selbst singen müssen.

Autor unbekannt

Kindergottesdienst

Sonntags, 11.00 Uhr (nicht in den Ferien)

Leitung: Alexandra Balke, Lisa Gellink, Hermann Iburg, Stephanie

Overkamp, Karin Schröder, Christina Möller, Annika Verwold

17


18

AKTUELLES IN DER GEMEINDE

Basar 2007

Es ist schon bewundernswert, wie der Diakoniekreis

es immer wieder schafft, Jahr für Jahr den

Basar auf die Beine zu stellen. Da wird Gehandarbeitet,

Marmelade gekocht, Spenden werden gesammelt,

zusätzliche Helfer aus der Gemeinde gesucht,

Kuchen gebacken und vieles mehr. Und

dann stehen die Frauen und Männer am Sonntag

mit vielen engagierten Helferinnen und Helfern

etliche Stunden im Martin-Luther-Haus und kochen

Kaffee, verkaufen Lose, decken die Tische,

räumen sie wieder ab und spülen das Geschirr. Alles

ehrenamtlich! Die Gemeinde kann in gemütlicher

Atmosphäre einen schönen Nachmittag bei

Kaffee und Kuchen und (hoffentlich) netten Gesprächen

verbringen. Der Bücherflohmarkt gehört

ebenso dazu wie die obligatorische Tombola und

das Glücksrad. Natürlich geht es auch darum Geld

einzunehmen - diesmal waren es übrigens

3.056,10 Euro -, das allerdings immer für wohltätige

Zwecke gespendet wird. In diesem Jahr gehen

die Spenden u. a. an den Brotkorb, den Kinderschutzbund

und unsere Gemeinde.

dh

50-jähriges Jubiläum CVJM

Der CVJM Nordhorn-Blanke hat am 13. Oktober

2007 sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert.

Der Festtag begann bei strahlendem Sonnenschein

mit einem Kinderfest mit Live-Musik (Gitarren-

Trio „old fashion“ und Ralf Pfestorf am Dudelsack),

Tombola, Spielestationen und Luftballonstart.

Am frühen Abend trafen sich ehemalige und

aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Festgottesdienst,

der musikalisch vom JaPoRoGo-

Chor begleitet wurde. Beim anschließenden Sektempfang

wurde der „Jubilar“ von diversen Rednern

beglückwünscht, es wurden CV-Lieder aus

drei Generationen gesungen und die Jubiläumschronik

vorgestellt. Danach ging es weiter mit einem

gemeinsamen Essen, mit Dias gucken,

Freundschaften auffrischen, neu kennen lernen,

gemeinsam feiern und in Erinnerungen schwelgen.

Alles in allem war der 50. Geburtstag des CVJM

Nordhorn-Blanke eine rundum gelungene Veranstaltung,

bei der dem Geburtstagskind sein Alter

nicht anzumerken war. Alle Gäste freuen sich

schon jetzt auf den nächsten runden Geburtstag.

Es ist sehr fraglich, ob Gänse,

Karpfen und Truthähne das

Weihnachtsfest als Erlösung

betrachten.

Joachim Ringelnatz

Birgit Franke

Die Jubiläums-Chronik „Wer einmal im CV-

Blanke war...“ kann zum Preis von 10 Euro im

Gemeindebüro, Klarastraße 36 b, oder bei der

Firma Glaß, Gildehauser Weg 63, erworben werden.


Momentaufnahmen CV-Jubiläum

AKTUELLES IN DER GEMEINDE

19


Die Jahreslosung ist den so genannten Abschiedsreden Jesu aus dem Johannes-Evangelium entnommen.

In diesen Reden will Jesus seine Jünger auf die Zeit vorbereiten, in der er nicht mehr körperlich unter

ihnen sein wird. Er lebt dann bei Gott. Aber trotz der räumlichen Trennung sagt er ihnen zu, mit ihnen

verbunden zu bleiben. Ein wesentliches Kriterium dieser Verbindung ist die Liebe, die sich im Halten

seiner Worte zeigt - so führt Jesus weiter aus.

Leben bedeutet in diesem Zusammenhang folglich, in der Nachfolge Jesu zu leben, sich an ihm zu orientieren.

Und auch da steht das Leben im Mittelpunkt - das Leben anderer Menschen, um das Jesus sich

immer wieder gekümmert hat, besonders um das der Benachteiligten, der abseits Stehenden, der Verachteten

usw.

Der Anspruch, sich um das Leben anderer zu kümmern und sich dafür einzusetzen, ist auch heute hoch

aktuell.

Da verhungert und verdurstet ein fünfjähriges Kind, weil sich niemand ausreichend um es gekümmert

hat.

Da wird einer jungen Frau von Nazis ein Hakenkreuz in den Körper geschnitten, während andere zuschauen,

ihr aber nicht zu Hilfe eilen.

Da wird eine Diskussion über die Tötung Schwerstkranker und Sterbender geführt - „aktive Sterbehilfe“

genannt -, ohne alle Möglichkeiten der Medizin und der Sterbebegleitung und einen wirklich menschenwürdigen

Tod hinreichend überlegt zu haben...

Alles geschehen in den vergangenen Wochen, wie den Medien zu entnehmen war.

Das sind nur drei Beispiele von (leider) vielen möglichen, die uns traurig stimmen und gleichzeitig herausfordern.

Denn es kann und darf doch nicht sein, dass erst nach solchen Vorfällen die Betroffenheit

groß ist. Sondern es gilt, sie bereits im Vorfeld zu verhindern, indem wir uns kümmern und die Menschen

um uns herum im Auge behalten, uns für sie einsetzen und ihnen helfen, wenn sie in Gefahr und

Nöten sind.

Die Jahreslosung „Ihr sollt leben“, ist Zusage, aber auch Aufforderung für das kommende Jahr 2008.

Nehmen wir sie an und kommen ihr nach!

Günter Vogel

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine