Evolis – neue Optimierungsmöglichkeiten ... - Reize Optik AG
Evolis – neue Optimierungsmöglichkeiten ... - Reize Optik AG
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upp und hubrach brillenglas<br />
<strong>Evolis</strong> <strong>–</strong> <strong>neue</strong> <strong>Optimierungsmöglichkeiten</strong><br />
universeller Gleitsichtgläser<br />
Warum noch Gleitsichtgläser<br />
optimieren?<br />
Seit vor ca. 100 Jahren das erste Gleitsichtglas<br />
patentiert wurde, haben Forscher<br />
und Entwickler alle Bemühungen<br />
unternommen, Gleitsichtgläser zu dem<br />
Mehrstärkenglas zu entwickeln, das<br />
dem natürlichen Sehen junger Menschen<br />
am Nächsten kommt.<br />
Mittlerweile sind Gleitsichtgläser schon<br />
seit längerer Zeit die erste Wahl zur Korrektur<br />
der Presbyopie, deren Erfolg allein<br />
in Deutschland Millionen von Gleitsichtglasträgern<br />
tagtäglich belegen.<br />
Und manch einer mag vielleicht denken:<br />
"Was ist an einem solch bewährten Produkt<br />
noch zu verbessern?"<br />
Doch: "Wer aufhört besser zu werden,<br />
wird bald nicht mehr gut sein". Deshalb<br />
ist es unumgänglich, auch Gleitsichtgläser<br />
immer wieder der Prüfung zu unterziehen<br />
und bewährte Konzepte mit Hilfe<br />
<strong>neue</strong>r Erkenntnisse und Entwicklungen<br />
zu optimieren.<br />
Eine solche Optimierung hat immer eine<br />
gesteigerte Verträglichkeit und spontane<br />
Akzeptanz durch den Brillenträger<br />
zum Ziel.<br />
Diese wird durch Verbesserung des Designs<br />
nach optischen und physiologischen<br />
Gesichtspunkten erreicht. Eine stetig<br />
komplexere Feinabstimmung des Konzeptes<br />
und allen zur Gesamtwirkung<br />
eines Gleitsichtglases beitragenden Faktoren<br />
ist nötig.<br />
Lassen Sie uns gemeinsam im Folgenden<br />
eine Optimierung und damit die Kreation<br />
eines <strong>neue</strong>n universellen Gleitsichtglases<br />
vornehmen. Geben wir ihm der<br />
Einfachheit halber schon einen Namen.<br />
Nennen wir es EVOLIS.<br />
Harmonisierung der Peripherie<br />
Die Optimierung der Flächenastigmatismen<br />
bzw. die Verbesserung des peripheren<br />
Sehens bei der Gestaltung eines<br />
<strong>neue</strong>n Gleitsichtglases ist eigentlich<br />
schon selbstverständlich.<br />
Nachdem lange Zeit die Verringerung<br />
der Flächenastigmatismen im Vordergrund<br />
stand, wird mittlerweile zuneh-<br />
mend Wert auf die verträgliche Umverteilung<br />
nach ergonomischen Gesichtspunkten<br />
gelegt.<br />
Betrachten wir ein bereits existierendes,<br />
ausgezeichnetes Flächendesign (Abbil-<br />
Abbildung 1<br />
Flächenastigmatismen, Gleitsichtglas<br />
dung 1). Große fehlerfreie Bereiche in<br />
Ferne, Progression und Nähe garantieren<br />
auch sensiblen Kunden ein angenehmes,<br />
naturgetreues Sehen.<br />
Gemäßigte Verzeichnungen in der Peripherie<br />
erlauben die Nutzung eines<br />
größeren Gesichtsfeldes und stärkere<br />
Blickbewegungen.<br />
Hier liegen die <strong>Optimierungsmöglichkeiten</strong><br />
im Detail (Abbildung 2).<br />
Abbildung 2<br />
Flächenastigmatismen, EVOLIS<br />
Nehmen wir zum Beispiel definierte<br />
Sehaufgaben wie den Blick in den Seitenspiegel<br />
beim Autofahren, benötigen<br />
wir im Fernbereich gerade bei solch<br />
extremen Augenbewegungen seitlich<br />
gezielt fehlerfreie Zonen.<br />
Fachartikel EVOLIS<br />
Bei genauer Betrachtung ist auch die<br />
Verteilung der existierenden Flächenastigmatismen<br />
zu verbessern. Wir nehmen<br />
die Bereiche größter Verzeichnung<br />
(hellgrün bis gelb dargestellt) und legen<br />
Sie an den äußersten Rand des Brillenglases.<br />
Dabei achten wir darauf, dass<br />
der Anstieg der Verzeichnungen von den<br />
fehlerfreien Bereichen bis zum Maximum<br />
sehr gleichmäßig und damit ruhig<br />
verläuft.<br />
Wir können die Verträglichkeit der<br />
Randbereiche außerdem weiterhin<br />
erhöhen, indem wir die Komponenten<br />
Sphäre, Zylinder und Achse eines beliebigen<br />
Punktes in der Peripherie aufeinander<br />
abstimmen. Dazu dient die<br />
Betrachtung der dioptrischen Stärke.<br />
Normalerweise wird die optische Wirkung<br />
eines Brillenglases als Sphäre,<br />
Zylinder und Achse angegeben. Manchmal<br />
ist es aber nützlich, die optische<br />
Wirkung mit nur einer Zahl zu beschreiben.<br />
Das sphärische Äquivalent ist hierzu<br />
meist ungeeignet, da unterschiedlichste<br />
Wirkungen das gleiche sphärische<br />
Äquivalent haben können. Nach<br />
den Matrixmethoden der <strong>Optik</strong> können<br />
Sphäre, Zylinder und Achse auch als<br />
Brechwertmatrix dargestellt werden.<br />
Die Norm <strong>–</strong> der "Betrag" <strong>–</strong> der P-Matrix<br />
ist eine Zahl, die als Maß für die optische<br />
Wirkung gilt. Sie wird deshalb auch<br />
als dioptrische Stärke bezeichnet.<br />
Generell steigt die dioptrische Stärke<br />
wie das sphärische Äquivalent eines<br />
Gleitsichtglases zum Nahbereich an. Je<br />
nach Verteilung und Abstimmung der<br />
Flächenastigmatismen werden in der<br />
Peripherie mehr oder weiniger leichte<br />
Schwankungen der dioptrischen Stärke<br />
sichtbar. Je gleichmäßiger die dioptrische<br />
Stärke ansteigt, desto ruhiger ist<br />
das Sehen in der Peripherie des Glases<br />
und die vorhandenen Flächenverzeichnungen<br />
werden vom Brillenträger<br />
schwächer wahrgenommen.<br />
So zeigt das am Markt existierende<br />
Gleitsichtglas (Abbildung 3) bereits<br />
einen sehr gleichmäßigen und damit<br />
sehr verträglichen Verlauf. Leichte
upp und hubrach brillenglas<br />
Schwankungen in der Peripherie lassen<br />
noch den stärkeren Einfluss des Flächenastigmatismus<br />
erahnen.<br />
Hier greift unsere Optimierung ein<br />
Abbildung 3<br />
Dioptrische Stärke, Gleitsichtglas<br />
(Abbildung 4): Bei <strong>Evolis</strong> sorgen wir<br />
dafür, dass in jedem Punkt der Fläche<br />
die dioptrische Stärke eines Punktes<br />
kaum bis gar nicht von den Werten der<br />
Abbildung 4<br />
Dioptrische Stärke, EVOLIS<br />
benachbarten Punkte abweicht. Insgesamt<br />
betrachtet achten wir auf einen<br />
äußerst gleichmäßigen Anstieg der<br />
dioptrischen Stärke ohne jegliche<br />
Schwankungen.<br />
Auf diese Weise erlaubt <strong>Evolis</strong> die<br />
großflächige Nutzung aller einzelnen<br />
Sehbereiche und des Gesamtglases. Die<br />
wenigen vorhandenen Verzeichnungen<br />
steigen so gleichmäßig an, dass der Brillenträger<br />
diesen Anstieg kaum spürt. Die<br />
Bereiche mit maximalen Flächenastigmatismen<br />
liegen in der absoluten Peripherie<br />
des Glases, wo sie den Brillenträger<br />
in seiner Sicht nicht beeinträchtigen.<br />
<strong>Evolis</strong> besitzt ein ausgewogenes, mittelweiches<br />
Flächenkonzept mit sanften<br />
Übergängen zur Peripherie bei angenehmen<br />
und großen fehlerfreien Sehbereichen,<br />
ein innovatives Design der <strong>neue</strong>sten<br />
Generation.<br />
Die Wirkung prismatischer<br />
Nebenwirkungen<br />
Gleitsichtgläser werden allgemein hin<br />
zur Ferne zentriert. Wir können also<br />
davon ausgehen, dass der Fernbezugspunkt<br />
nach korrekter Anpassung immer<br />
direkt vor dem Auge des Betrachters<br />
beim Blick in die Ferne liegt.<br />
Die Lage des Nahbezugspunktes zu definieren,<br />
ist dagegen deutlich schwieriger.<br />
So ist die Konvergenz jedes Menschen<br />
unterschiedlich. Damit kann nur ein<br />
Mittelwert als Richtwert zur Lage des<br />
Nahdurchblickpunktes verwendet werden.<br />
Weitere physiologische Faktoren kommen<br />
hinzu. So hält zum Beispiel ein<br />
Jung-Presbyoper ein Schriftstück erwiesener<br />
Maßen nicht so nah an seine<br />
Augen wie ein Kunde, der eine hohe<br />
Addition benötigt.<br />
Zum anderen erschweren die optischen<br />
Gegebenheiten des Glases selbst die<br />
Festlegung des<br />
Nahbezugspunktes,<br />
zum Beispiel prismatischeNebenwirkungen.<br />
Diese<br />
treten immer -<br />
auch bei Einstärkengläsern<br />
- dann<br />
auf, wenn das Auge<br />
nicht durch den<br />
optischen Mittelpunkt<br />
des Brillenglases<br />
schaut. Dabei stehen der<br />
Scheitelbrechwert des Glases S‘, der<br />
Abstand zum optischen Mittelpunkt,<br />
also die Dezentration d, und das entstehende<br />
Prisma p in einem direkten Verhältnis<br />
zueinander.<br />
Wir kennen diese Beziehung, wie sie in<br />
vereinfachter Form in der sogenannten<br />
"einfachen Prentice-Regel" beschrieben<br />
wird.<br />
Nach Umstellung der Formel wird deutlich:<br />
Je größer die Entfernung vom<br />
Bezugspunkt aufgrund von Blickbewegungen<br />
ist, desto größer werden die<br />
prismatischen Nebenwirkungen und mit<br />
ihnen die aus den prismatischen Nebenwirkungen<br />
resultierende Abweichung<br />
Fachartikel EVOLIS -Seite 2<br />
d [mm] =<br />
10 x p [cm/m]<br />
S’ (dpt)<br />
Umstellung:<br />
d[mm] x S’ [dpt]<br />
p [cm/m] =<br />
10<br />
Abbildung 5<br />
Einfache Prentice-Regel<br />
der Blickrichtung.<br />
Bei einem Gleitsichtglas gelten folgende<br />
Gegebenheiten:<br />
Der vertikale Abstand zwischen Nahbezugspunkt<br />
und Prismenbezugspunkt<br />
liegt im Mittel zwischen 10 und 14mm.<br />
Hinzu kommt der Inset des Glases von<br />
im Mittel 2,5mm. Die prismatischen<br />
Nebenwirkungen können also in der<br />
Summe erheblich sein.<br />
Horizontale prismatische<br />
Nebenwirkungen<br />
Betrachten wir einmal die einzelnen<br />
Komponenten genauer, sind da zum<br />
einen die horizontalen prismatischen<br />
Abbildung 6<br />
Horizontale prismatische Nebenwirkungen<br />
Nebenwirkungen (Abbildung 6).<br />
Die vorliegende Grafik zeigt je ein<br />
hyperopes bzw. myopes Augenpaar beim<br />
Blick durch das korrigierende Brillenglas<br />
auf ein in der Nähe liegendes Objekt.<br />
Beide Brillengläser sind Einstärkengläser<br />
mit betragsmäßig gleichem dioptrischen<br />
Wert. Die blau gestrichelte Linie kennzeichnet<br />
den Blickwinkel des Auges<br />
ohne Brillenglas.<br />
Sowohl das hyperope als auch das myope<br />
Augenpaar weichen aufgrund der<br />
prismatischen Wirkungen von dieser<br />
Linie ab. Ein Lichtstrahl wird bekannter<br />
Weise immer zur Basis, also zur dickeren
upp und hubrach brillenglas<br />
Stelle des Brillenglases gebrochen. Deshalb<br />
muss das hyperope Augenpaar<br />
deutlich weiter nach innen schauen,<br />
also konvergieren. Der Myope dagegen<br />
benötigt mit Brillenglas nur eine geringere<br />
Konvergenz, um das Objekt fixieren<br />
zu können. Die mit Pfeilen bezeichneten<br />
Strecken machen den Unterschied der<br />
Konvergenz deutlich.<br />
Wäre der Inset eines Gleitsichtglases<br />
immer gleich, müßte der Hyperope das<br />
Buch weiter weg halten, um den Nahpunkt<br />
optimal nutzen zu können,<br />
während der Myope das Glas deutlich<br />
näher halten müßte. Beide könnten das<br />
Glas gerade in der für die Refraktion<br />
berück-sichtigten Nahentfernung nicht<br />
nutzen. Um jetzt den Nahbezugspunkt<br />
für die gewünschte Arbeitsentfernung<br />
optimal zu positionieren, ist der Inset je<br />
nach Fehlsichtigkeit zu variieren.<br />
Auch die Addition verändert die prismatischen<br />
Nebenwirkungen und führt zu<br />
einer weiteren Differenzierung des<br />
Insets (Abbildung 7). Bei dieser<br />
Gelegenheit können wir außerdem die<br />
bereits geschilderten physiologischen<br />
Komponenten wie die additionsabhän-<br />
EVOLIS<br />
Addition 1,0 Addition 2,0<br />
Addition 2,0<br />
Abbildung 7<br />
Additionsabhängigkeit Inset<br />
gige Nutzung unterschiedlicher Leseentfernungen<br />
berücksichtigen.<br />
Vertikale prismatische<br />
Nebenwirkungen<br />
Die zweite Komponente sind die vertikalen<br />
prismatischen Nebenwirkungen.<br />
Abbildung 8 zeigt wieder je ein hyperopes<br />
und ein myopes Auge bei Blick auf<br />
ein nahegelegenes Objekt durch das<br />
korrigierende Brillenglas. Dieses Mal<br />
betrachten wir die Blicksenkung bei der<br />
Fixation.<br />
Auch hier weichen die Blickbewegungen<br />
durch das korrigierende Brillenglas von<br />
Abbildung 8<br />
Vertikale prismatische Nebenwirkungen<br />
der blau gestrichelten Linie, also der<br />
Blickrichtung ohne Brillenglas, ab. Das<br />
hyperope Auge hinter dem Brillenglas<br />
muß aufgrund der prismatischen<br />
Nebenwirkungen eine vergleichsweise<br />
stärkere Blicksenkung machen, um das<br />
Objekt in Augenschein zu nehmen.<br />
Anders das myope Auge, hier reicht eine<br />
geringe Blicksenkung aus. Die mit Pfeilen<br />
gekennzeichnete Strecke verdeutlicht<br />
den Unterschied der vorgenommenen<br />
Blicksenkung.<br />
Läge nun der Nahbezugspunkt eines<br />
Gleitsichtglases für beide Fehlsichtigen<br />
in gleicher Höhe, wäre der Hyperope<br />
gezwungen, seine Zeitung vergleichsweise<br />
hoch zu halten. Der Myope<br />
dagegen müsste ungewohnt starke<br />
Blickbewegungen nach unten machen<br />
und seine Zeitung extrem tief halten.<br />
Möchten wir jedoch möglichst natürliche<br />
Blickbewegungen und Lesehaltungen<br />
für alle Fehlsichtigen erreichen,<br />
müssen wir die Höhe des Nahbezugspunktes<br />
variieren. Berücksichtigen wir<br />
nun sowohl die horizontalen als auch<br />
die vertikalen prismatischen Nebenwirkungen,<br />
statten wir <strong>Evolis</strong> mit einem in<br />
Abhängigkeit von Scheitelbrechwert der<br />
Ferne und Addition in Höhe und Innenversatz<br />
variierenden Nahbereich aus.<br />
Wir legen den Nahbezugspunkt jeden<br />
Glases innerhalb eines Areals, das der<br />
Form einer schief liegenden Ellipse entspricht.<br />
Deren Mittelpunkt liegt 13mm<br />
unterhalb des Prismenbezugspunktes<br />
mit einem Innenversatz von 3,3mm. So<br />
verfügt <strong>Evolis</strong> erstmalig über einen horizontal-<br />
und vertikalvariablen Inset, der<br />
die natürlichen Blickgewohnheiten unterschiedlicher<br />
Fehlsichtigkeiten berücksichtigt<br />
und den Nahbezugspunkt dort<br />
positioniert, wo er bei gewohnter Kopfund<br />
Körperhaltung benötigt wird. So ist<br />
die Gewöhnung kurz und der Nahbe-<br />
Fachartikel EVOLIS -Seite 3<br />
reich erscheint dem<br />
Kunden vergrößert,<br />
da dessen optimale<br />
Lage die Nutzung in<br />
vollem Umfang gestattet.<br />
<strong>Evolis</strong> besitzt<br />
einen integrierten<br />
Zuschnitt, der typgerechte<br />
Anpassungen<br />
impliziert.<br />
Eine Progression variiert<br />
Ametropieabhängig<br />
Aus der unterschiedlichen Lage der verschiedenen<br />
Nahbezugspunkte ergibt<br />
sich, dass wir in gleicher Weise auch<br />
Stärkenanstieg und Verlauf der Progression<br />
variieren müssen.<br />
Genau wie bei der Festlegung des Nahbereiches<br />
unterscheiden wir zunächst<br />
nach der Fehlsichtigkeit und berücksichtigen<br />
des Weiteren die Addition des<br />
Glases. Schauen wir uns also zunächst<br />
die verschiedenen Progressionsverläufe<br />
bei unterschiedlichen Fehlsichtigkeiten<br />
an (Abbildung 9, links). Auch hier ist die<br />
rote Kurve für die Myopie, die grüne für<br />
die Hyperopie und die blaue Kurve für<br />
die Emmetropie.<br />
Alle drei Linien starten gemeinsam an<br />
einem Punkt unterhalb des Fernzentrierkreuzes.<br />
Im weiteren Verlauf trennen<br />
sich die Linien und schlagen bezogen<br />
auf die Gleitsichtglasfläche verschiedene<br />
Wege ein. Sie enden in den jeweiligen<br />
Nahbezugspunkten, die deutlich<br />
voneinander räumlich getrennt liegen.<br />
Die Progression ist bei Myopie am kürzesten<br />
und weist außerdem den geringsten<br />
Innenversatz auf. Die Progression<br />
bei Hyperopie entspricht längenmäßig<br />
bisherigen Progressionszonen<br />
und verläuft weiter nasal. Zwischen diesen<br />
beiden Kurven liegt die Progression<br />
für emmetrope Presbyope.<br />
Diese Abbildung bezieht sich auf eine<br />
mittlere Addition von 2,0dpt. Wenn wir<br />
zusätzlich die Additionsabhängigkeit<br />
berücksichtigen wollen (wie in Abbildung<br />
7), variieren die dargestellten Progressionen<br />
bei geringeren Additionen<br />
temporal und bei höheren nasal.<br />
Der größte Unterschied in Länge und<br />
Versatz liegt zwischen einem Glas für<br />
einen myopen Presbyopen mit geringer<br />
Nahzusatz und einem starken Plusglas<br />
mit hoher Addition.
upp und hubrach brillenglas<br />
Physiologisch<br />
Um den Sehbedürfnissen und Sehgewohnheiten<br />
des Brillenträgers bei beliebiger<br />
Blicksenkung entsprechen zu können,<br />
gestalten wir den Verlauf der Progression<br />
des <strong>Evolis</strong> generell physiologisch<br />
(Abbildung 9, rechts).<br />
Dazu nimmt die Addition unterhalb des<br />
Fernzentrierkreuzes zunächst allmählich<br />
zu.<br />
EVOLIS<br />
17 mm<br />
Abbildung 9<br />
Ammetropieabhängigkeit Progression/Inset<br />
Dies ermöglicht dem Brillenträger auch<br />
bei leichten Blicksenkungen noch eine<br />
gute Orientierung in der Ferne und gibt<br />
ihm mehr Sicherheit. Seine Umgebung<br />
erscheint natürlich, frei von Verzeichnung<br />
und Wölbung.<br />
Im weiteren Verlauf steigt die Wirkung<br />
dann sehr zügig an, um bereits bei einer<br />
angenehm geringen Blicksenkung dem<br />
Brillenträger die Möglichkeit zu geben,<br />
größere Bereiche des Progressionskanales<br />
für die Nähe nutzen zu können. Die<br />
Lesefähigkeit, also die 85%ige Addition,<br />
wird für Myope bereits nach 10,4mm,<br />
für Emmetrope nach 11,5mm und für<br />
hyperope Presbyope nach 12,2mm<br />
erreicht.<br />
Daraus ergibt sich zum einen für den<br />
Brillenträger ein größeres nutzbares<br />
Nahblickfeld und zum anderen die Nutzungsmöglichkeit<br />
des Glases auch zur<br />
Einarbeitung in schmale Fassungen.<br />
Anders als bei Gleitsichtgläsern mit verkürzter<br />
Progression bleiben aufgrund<br />
der höheren Gesamtlänge die Flächenastigmatismen<br />
gering. Die Peripherie<br />
bleibt deshalb besser nutzbar.<br />
Wir haben für <strong>Evolis</strong> eine Progression<br />
geschaffen, die dank optimaler Lage und<br />
Gestaltung jedem Brillenträger eine<br />
komfortable Breite für die Nutzung der<br />
[mm]<br />
10<br />
Zwischenentfernung schafft und ihn<br />
dabei seine natürlichen Blickbewegungen<br />
und Kopf- und Körperhaltungen<br />
beibehalten läßt.<br />
<strong>Evolis</strong> besitzt ein intelligentes Konzept<br />
mit physiologischer Progression, um den<br />
natürlichen Augenbewegungen des Brillenträgers<br />
zu entsprechen. Seine Optimierung<br />
auf Basis optischer Gegebenheiten<br />
erlaubt die Verkürzung der Pro-<br />
0<br />
-20<br />
-25<br />
85%<br />
Add [dpt]<br />
1 2 3<br />
10,4 mm<br />
11,5 mm 12,2 mm<br />
gression ohne Verschlechterung der<br />
peripheren Abbildung.<br />
Ästhetisch flache Grundkurven<br />
Bei einer Gestaltung von Progression<br />
und Nähe in Abhängigkeit der Fehlsichtigkeit,<br />
ist es nur entsprechend konsequent,<br />
diese Unterscheidung auch im<br />
Bereich der Ferne anzuwenden und die<br />
Gestaltung der Fläche in diesem Bereich<br />
entsprechend zu optimieren.<br />
Zur Verbesserung der Ästhetik nutzt<br />
man im Bereich der Einstärkengläser bei<br />
planen und Minusgläsern flache, sphärische<br />
Vorderflächen, während bei Plusgläsern<br />
zur zusätzlichen Dickenreduktion<br />
asphärische Flächen verwendet werden.<br />
Lassen Sie uns entsprechende Vorgaben<br />
für <strong>Evolis</strong> machen. In diesem Fall werden<br />
für Plusgläser asphärische Grundkurven<br />
als Basis der Berechnung und<br />
Fertigung der Gleitsichtglasfläche verwendet.<br />
Dabei ist die hier verwendete Asphäre<br />
im Umkreis des Fernbezugspunktes noch<br />
einmal speziell optimiert. Wir sprechen<br />
von einer sogenannten optimierten<br />
Asphäre.<br />
Wir erreichen eine optimale Dickenreduktion,<br />
ohne den Komfort beim Sehen<br />
in der Ferne zu beeinträchtigen oder<br />
eine längere Gewöhnungszeit in Kauf<br />
Fachartikel EVOLIS -Seite 4<br />
nehmen zu müssen.<br />
Bei der Gestaltung der Flächen für<br />
emmetrope und myope Presbyope verwenden<br />
wir weiterhin eine sphärische,<br />
jedoch möglichst angenehm flache Kurve.<br />
<strong>Evolis</strong> bedeutet also nicht nur vollendetes<br />
Sehen, sondern in einer Zeit, in der<br />
wir die Brille gern auch als modisches<br />
Accessoire und Spiegel unseres Ichs<br />
betrachten, formschöne Ästhetik.<br />
Zusammenfassung<br />
Unsere Optimierungen haben zu folgendem<br />
Ergebnis geführt:<br />
1. Eine günstige Flächengestaltung mit<br />
großen fehlerfreien Bereichen erlaubt<br />
die komfortable Nutzung des Glases in<br />
allen Sehentfernungen.<br />
2. Eine harmonische Gestaltung vor<br />
allem der Peripherie verringert subjektiv<br />
die Verzeichnungen und Schaukeleffekte<br />
zur besseren Nutzung des gesamten<br />
Glases.<br />
3. Eine optimale Lage und Gestaltung<br />
des Nahbereiches und des Progressionskanales<br />
in Abhängigkeit von Fehlsichtigkeit<br />
und Addition erlauben die volle<br />
Nutzung der einzelnen Sehbereiche für<br />
jeden Brillenträger.<br />
4. Eine physiologische Gestaltung der<br />
Progression bietet dem Brillenträger<br />
optimales Sehen in jeder Entfernung bei<br />
gewohnter Kopf- und Körperhaltung<br />
und natürlichen Blickbewegungen.<br />
5. Eine verkürzte Progression ermöglicht<br />
auf Wunsch die Einarbeitung in schmale<br />
Fassungen.<br />
6. Flache Basiskurven und optimierte<br />
Asphäre schaffen pure Ästhetik bei perfektem<br />
Sehen.<br />
<strong>Evolis</strong> hat ein innovatives Design, ein<br />
intelligentes Konzept und einen integrierten<br />
Zuschnitt.<br />
<strong>Evolis</strong>, das maßgeschneiderte Gleitsichtglas.<br />
Autorin:<br />
Dipl.-Ing. Stefanie Schuldt<br />
Rupp + Hubrach <strong>Optik</strong> GmbH<br />
Bamberg<br />
www.rh-brillenglas.de