Jahresbericht 2009, Exportkreditgarantien der Bundesrepublik ...

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Jahresbericht 2009, Exportkreditgarantien der Bundesrepublik ...

jahresbericht 2009


exportkreditgarantien der bundesrepublik deutschland

auf einen blick in mio. eur

2008

Ermächtigungsrahmen

Neuanträge (Volumen) *

Mittelständisch geprägte Unternehmen

(Anteil der unterstützten Exporteure in %) **

Neugeschäft

Gedeckte Exporte

davon entfallen auf

Schwellen- und Entwicklungsländer ***

Industrieländer ***

Gedeckte Exporte in % des deutschen Gesamtexports

Gedeckte Exporte in EU-Länder

Ergebnis

Einnahmen aus

Prämien und Gebühren

Rückflüssen

auf politische Schäden

auf wirtschaftliche Schäden

Sondereinnahmen

Ausgaben für

Entschädigungen

für politische Schäden

für wirtschaftliche Schäden

für Wechselkursschäden

Bearbeitung der Exportkreditgarantien

* Darstellung inkl. gebundener Finanzkredite

** Mitarbeiteranzahl < 500

*** Länderaufteilung s. S. 92

Jahresergebnis

Kumuliertes Ergebnis (seit 1951)

auf den Bund übergegangene Forderungen

117.000

42.797

68,6

20.683,0

17.331,6

3.351,4

2,1

795,9

440,2

216,8

95,4

121,4

0,2

177,1

73,0

103,4

0,7

67,5

412,6

1.021,2

4.603,4

2009

117.000

48.002

70,2

22.379,6

16.100,2

6.279,4

2,8

1.991,5

502,9

226,4

98,5

127,9

0,2

203,6

29,2

174,4

0,0

71,4

454,4

1.475,7

4.369,9


Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

Hermesdeckungen

jahresbericht 2009


Sehr geehrte Damen und Herren,

die globale Finanzmarktkrise stellt uns vor große Herausforderungen. Die

Bundesregierung leistet ihren Beitrag, damit unsere exportorientierte

Wirtschaft gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen kann. Mit diesem

Ziel haben wir eine Außenwirtschaftsoffensive angestoßen, die die

Außenwirtschaftspolitik des Bundeswirtschaftsministeriums bündelt. Von

entscheidender Bedeutung für die deutsche Wirtschaft sind offene Märkte

für Exporte und Investitionen. Zum Erfolg der Exportwirtschaft gehört aber auch, dass eine

solide Finanzierung der Exporte ge sichert ist. Genau hier setzen die Exportkreditgarantien des

Bundes an: Dort wo eine private Absicherung der Exportfinanzierung nicht greift, kommen die

staatlichen Exportkreditgarantien zum Zuge. 70 % der Anträge für Hermesdeckungen werden

von mittelständisch geprägten Unternehmen gestellt. Im Rahmen der Außenwirtschaftsoffen -

sive richten wir daher die Exportkreditgarantien verstärkt auf die Bedürfnisse des Mittelstandes

aus, um kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu diesem Instrument zu erleichtern.

Mit der Außenwirtschaftsoffensive verstärken wir des Weiteren unseren Einsatz für faire und

marktgerechte Wettbewerbsbedingungen auf internationaler Ebene. Das gilt vor allem auch

mit Blick auf die wachsende Bedeutung der Schwellenländer im Welthandel, die wir ausdrücklich

begrüßen. Es darf jedoch nicht sein, dass deutsche Exporteure allein deshalb nicht zum

Zuge kommen, weil sie strengeren Regelungen unterliegen als ihre Wettbewerber aus Ländern

außerhalb der OECD. Deshalb sehe ich in der Einbindung der Schwellenländer in gemeinsame

Rahmenbedingungen für Exportkreditgarantien und staatliche Exportfinanzierungen eine unserer

zentralen Herausforderungen. Das gilt nicht zuletzt auch für die Prüfung von umwelt be zo ge -

nen und sozialen Aspekten.

2009 war ein historisches Jahr für die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland.

Sie sind – wie die Bundesrepublik selbst – 60 Jahre alt geworden. Im Dezember 2009 wurde

dieses beachtliche Jubiläum mit zahlreichen Exporteuren, Banken und Vertretern der Bundesregierung

wie auch der Mandatargesellschaften gebührend gefeiert. Die herausragende Be -

deutung des Instruments belegen schon die Zahlen aus dem letzten Jahr. Die Bundesregierung

übernahm Exportkreditgarantien in Höhe von 22,4 Milliarden Euro. In der Geschichte der

Hermesdeckungen ist das der höchste erreichte Wert. Die Hermesdeckungen wiesen im Jubi -

läumsjahr 2009 mit 454 Millionen Euro erneut ein positives Ergebnis zugunsten des Bundeshaushalts

aus. Das Neugeschäft steigerte sich im Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise um

rund 8% gegenüber 2008. Wie in den Vorjahren lag der Schwerpunkt bei den neuen Deckungen

auf Schwellen- und Entwicklungsländern, aber auch der Bedarf an Deckungen für die Industrieländer

hat im Jahr 2009 deutlich zugenommen. Wegen größerer gedeckter Einzelgeschäfte mit

Südkorea und den USA stand im Jahr 2009 ausnahmsweise Russland nicht an erster Stelle,

sondern folgte auf Rang drei.

Wir haben auf den gestiegenen Bedarf an Absicherungs- und Refinanzierungsmöglichkeiten in

der Finanzmarktkrise zeitnah reagiert. Auch im Jahr 2009 haben wir ausreichende Kapazitäten

für die Hermesdeckungen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus haben sich die Anpassungen

der Hermesprodukte, die zu Beginn 2009 zur Unterstützung der Exportwirtschaft eingeführt

wurden, in der Krise bewährt. Bei der Lieferantenkreditdeckung haben wir den Selbstbehalt


gesenkt und das maximale Garantievolumen für Avalgarantien pro Exporteur erhöht. Diese

Möglichkeiten werden von den Exporteuren rege genutzt. Außerdem haben wir es ermöglicht,

auch die Risiken von Akkreditivbestätigungen in die Deckung einzubeziehen. Diese Maßnahmen

sind bis zum Jahresende 2010 befristet. Wir werden deren Wirkung in diesem Jahr auswerten

und dann mit Blick auf die Lage der Exportwirtschaft entscheiden, ob sie über das Jahr 2010

hinaus fort gelten.

Leider mussten wir ab dem letzten Quartal des Jahres 2008 beobachten, dass es insbesondere

für mittelständische Exporteure schwierig war, eine ausreichende Absicherung kurzfristiger

Geschäfte durch die privaten Kreditversicherer sicherzustellen. Das galt auch für Exporte in die

EU- und OECD-Staaten, für die nach den Regularien der EU-Kommission staatliche Deckungen

im Kurzfristbereich ausgeschlossen waren. Die EU-Kommission hat auf unser Bestreben und das

vieler europäischer Partner diese Regeln gelockert und der aktuellen Situation angepasst. Im

August 2009 hat sie der Bundesregierung ermöglicht, bis Ende 2010 kurzfristige Export -

geschäfte in EU- und alle OECD-Staaten in Deckung zu nehmen. Die Nachfrage der Ex porteure

ist sehr groß. Entscheidend ist für mich aber, dass die Exportkreditgarantien nur subsidiär

genutzt werden dürfen: Allein wo eine privatwirtschaftliche Absicherung nicht zur Ver fügung

steht, darf der Staat tätig werden.

Seit September 2009 steht der von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders betroffenen

Exportwirtschaft die Möglichkeit der Refinanzierung von Exportkrediten über ein Programm der

KfW offen. Die EU-Kommission hatte das Programm zunächst nur bis zum 15. März 2010 ge -

nehmigt. Wir konnten eine Verlängerung dieses Programms bis Ende 2010 erreichen. Damit

eröffnen wir zusätzliche Spielräume für die Exportfinanzierung, die wir gerade jetzt im Zuge der

wieder ansteigenden Nachfrage nach deutschen Exporten benötigen.

Wie zuletzt 2008 werden wir wieder Vertreter der deutschen Exportwirtschaft zu einer Dialogveranstaltung

am 24. Juni 2010 in das Bundeswirtschaftsministerium einladen. Die Veranstaltung

wird ganz im Zeichen der Außenwirtschaftsoffensive stehen und mit diversen Workshops

dem intensiven Austausch über die zentralen Instrumente der Außenwirtschaftsförderung

dienen. Ich bin sicher, dass uns diese Veranstaltung wieder viele Anregungen für die Weiter -

entwicklung der Instrumente geben wird. Darüber hinaus werden wir den engen Austausch mit

den Wirtschaftsverbänden, Exporteuren und Banken weiter ausbauen. Ich freue mich auf diese

Zusammenarbeit!

Ihr

Rainer Brüderle, MdB

Bundesminister für Wirtschaft und Technologie


9 Das Geschäftsjahr 2009

10 Das Geschäftsjahr 2009

60stes Jubiläum

12 der Exportkreditgarantien

Der Interministerielle

17 Ausschuss 2009

Schwerpunkte der Arbeit

des Interministeriellen

18 Ausschusses

Exportkreditgarantien

20 bewähren sich in der Krise

Die Maßnahmen des

Konjunkturpakets II

23 im Einzelnen

Absicherung kurzfristiger

Exportkredite in

24 EU- und OECD-Länder

KfW-Refinanzierungs-

25 programm

Entwicklung der

27 Exportkreditgarantien

Kontinuierliche

Weiterentwicklung der

28 Exportkreditgarantien

28 Abtretung vereinfacht

Möglichkeiten der

100 %-Deckung für

28 Finanzkredite erweitert

Einführung der

29 Leistungsdeckung

29 Nachhaltigkeit

Exportkreditgarantien

29 und Nachhaltigkeit

Erneuerbare Energien

29 und Umwelttechnologien

Outreach – Einbindung

von Nicht-Mitgliedsstaaten

30 in OECD-Vereinbarungen

31 Staudammprojekt Ilisu

31 Korruptionsprävention

Exportkreditgarantien im

32 Dialog mit der Wirtschaft

Auszeichnung zur „Best

33 Export Credit Agency 2009

Besondere

34 Deckungsformen

Projektfinanzierungen und

34 Strukturierte Finanzierungen

36 Flugzeuggeschäfte

37 Schiffsgeschäfte

Länder und Länder-

39 deckungspolitik des IMA

Länderdeckungspolitik

40 des IMA

42 GUS-Staaten

Mittel- und osteuropäische

Staaten, Staaten

44 Südosteuropas, Türkei

46 Afrika

48 Lateinamerika und Karibik

50 Asien

52 Naher und Mittlerer Osten


Internationale

55 Zusammenarbeit

56 OECD

57 Europäische Union

57 Berner Union

Kooperation

mit Kreditversicherern

58 anderer Länder

61 Geschäftsverlauf

63 Neugeschäft

Aufgliederung

65 nach Ländergruppen

Aufgliederung nach Kredit-

67 laufzeiten und Deckungsarten

Antragszahlen

69 und Antragsvolumen

69 Deckungen nach Sektoren

Umweltrelevanz

71 bei geförderten Projekten

Schäden und Rückflüsse,

71 Umschuldungen

71 Schäden

73 Rückflüsse

75 Umschuldungen

77 Ergebnis

77 Einnahmen

77 Ausgaben

77 Jahresergebnis

79 Bestandsentwicklung

Ermächtigungsrahmen

81 und Höchsthaftung

81 Entschädigungsrisiko

83 Grundsatzzusagen

Außenstände aus

83 geleisteten Entschädigungen

84 Anhang

84 Tabellarischer Anhang

88 Produkte

Definitionen

89 und Erläuterungen

92 Zuordnung der Länder

93 Bildnachweise


das geschäftsjahr 2009

die bundesregierung übernahm exportkredit-

garantien in höhe von 22,4 milliarden euro. diese

erreichten damit den höchsten wert in ihrer

60-jährigen geschichte. zum elften mal in folge

wurde ein positives ergebnis zugunsten des

bundeshaushalts erzielt. angesichts der

weltweiten finanz- und wirtschaftskrise hat die

bundesregierung wesentliche maßnahmen

zur unterstützung der deutschen exportwirtschaft

umgesetzt. die staatliche exportkreditversicherung

hat sich als zentrales instrument für die

exportwirtschaft erwiesen, um die folgen der

finanz- und wirtschaftskrise abzufedern.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

9


10

Exportkreditgarantien der

Bundesrepublik Deutschland

Exportkreditgarantien schützen

Unter nehmen vor dem Risiko des

Forderungs ausfalls bei Ausfuhr ge -

schäften und stärken die deutschen

Exporteure im internationalen

Wettbewerb. Insbesondere bei

Exporten in schwierige und

risikoreiche Märkte, für die der

private Versicherungs markt keine

Absicherungsmöglichkeiten anbietet,

sind sie von großer Bedeutung.

Zudem erleichtern Hermesdeckungen

die Finanzierung eines Exportgeschäfts.

Gerade in Krisenzeiten wirken

Exportkreditgarantien stabilisierend

und leisten so einen wichtigen

Beitrag zum Erfolg der deutschen

Export wirtschaft.

Die Bundesregierung steht im intensiven

Dialog mit den Exporteuren und Banken.

Dieser enge Austausch gewährleistet

ein flexibles, marktnahes und wett -

bewerbs fähiges Deckungsangebot. Um

die Aus wirkungen der Finanz- und

Wirtschaftskrise zu begrenzen, wurden

Anpassungen vorgenommen, die

die Expor teure und Banken in der

schwierigen Lage auf den Exportmärkten

unterstützen.

Die Exportkreditgarantien haben

sich in den 60 Jahren ihres Bestehens

als ein wichtiges Instrument der

Außenwirtschaftsförderung und

Exportfinanzierung bewährt. In diesem

Zeitraum förderte die Bundesregierung

Ausfuhrgeschäfte mit einem Gesamt -

volumen von 651 Milliarden Euro.

das geschäftsjahr 2009

Die Bundesregierung sicherte in einem von der Finanzund

Wirtschaftskrise geprägten Jahr Exportgeschäfte

mit einem Volumen von 22,4 Milliarden Euro mit Ex -

portkreditgarantien (Hermesdeckungen) ab. Durch eine

Steigerung um 8,2 % gegenüber dem Vorjahr wurde

damit der bisher höchste Wert in der 60-jährigen Ge -

schichte des Förderinstruments erreicht. Da gleichzeitig

der Gesamtexport Deutschlands infolge des weltweiten

Konjunktureinbruchs um 17,9 % auf 808,2 Milliarden

Euro abnahm, erhöhte sich der Anteil der mit Exportkre -

dit garantien abgesicherten Exporte von 2,1% auf 2,8%.

Neue Deckungen wurden für Exportgeschäfte in 178

Länder übernommen. Der Schwerpunkt lag erneut bei

den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 71,9% des

Deckungsvolumens bzw. 16,1 Milliarden Euro. Auf die

Industrieländer entfielen 28,1 % der abgesicherten Ex -

porte. 2009 war kein typisches Jahr für die Exportkreditgarantien:

Zwar brach das Standardgeschäft wegen

des Nachfragerückgangs aus dem Ausland stark ein,

dies wurde aber durch mehrere Deckungen für Groß -

geschäfte, z. B. für Airbus-Flugzeuge und im Schiffbau,

kompensiert.

Mehr als die Hälfte (55,3 %) des insgesamt abgesicherten

Exportvolumens entfiel allein auf zehn Länder. Das

höchste Deckungsvolumen wurde für Südkorea mit

2,1 Milliarden Euro übernommen, gefolgt von den Vereinigten

Staaten, Russland, der Türkei und China.

Deckungen für das mittel- und langfristige Geschäft

stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 11,9% auf 9,4 Milliarden

Euro. Der Anteil am Gesamtvolumen erhöhte

sich dadurch leicht von 41 % auf 42 %. Staatliche Absi-


cherungen für kurzfristige Geschäfte nahmen, bedingt

durch ein einzelnes Großgeschäft, um 5,7% auf 12,9 Milliarden

Euro zu; dies sind 58% der neu übernommenen

Deckungen.

Die Exportkreditgarantien erreichten mit 454 Millionen

Euro zum elften Mal in Folge ein positives Ergebnis

zugunsten des Bundeshaushalts. Der kumulierte Überschuss

erhöhte sich damit auf 1.476 Millionen Euro.

Die Bundesregierung stellte auch für die im Jahr 2009

deutlich gestiegene Nachfrage nach staatlichem Schutz

vor Zahlungsausfällen ausreichende Mittel für die Übernahme

von Exportkreditgarantien zur Verfügung. Sie

hat zudem in engem Dialog mit der Exportwirtschaft

frühzeitig gezielte Möglichkeiten zur Unterstützung der

Unternehmen in einem Umfeld sich verschärfender

Finanzierungskonditionen entwickelt. Die Anpassun -

gen der Hermesprodukte wurden bereits im Januar im

Rahmen des Konjunkturpakets II als konkrete, bis Ende

2010 befristete Maßnahmen umgesetzt. Die Möglichkeit

zur Reduzierung der Selbstbeteiligung bei Lieferantenkreditdeckungen,

die Erhöhung des maximalen

Garantievolumens für Avalgarantien sowie die Einführung

der Deckung für Akkreditivbestätigungsrisiken

unterstützen die Exporteure bei der Bewältigung der

schwierigen Rahmenbedingungen. Neben diesen be -

fristeten Maßnahmen dient die Erleichterung der Ab -

tretung dem gleichen Ziel. Insbesondere mittelstän -

dischen Unternehmen kommen die beschriebenen

Maßnahmen bei der Finanzierung ihrer Exportgeschäfte

zugute.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Nach einer Entscheidung der EU-Kommission können

seit August 2009 Exporte mit kurzfristigen Kreditlauf -

zeiten auch wieder in EU-Länder und in die Kernländer

der OECD staatlich abgesichert werden. Dem Subsidiaritätsgrundsatz

folgend war dies bis dahin den privaten

Kreditversicherungen vorbehalten. Als Folge der Finanzkrise

erkannte die EU-Kommission jedoch ein nicht ausreichendes

privatwirtschaftliches Absicherungsangebot

und ließ auf Antrag der Bundesregierung kurzfristige

Hermesdeckungen für diesen Länderkreis befristet bis

Ende 2010 zu.

Seit dem 15. September 2009 können Banken, die

Finanzkredite mit einer Verbriefungsgarantie abgesichert

haben, am Refinanzierungsprogramm der KfW

zur Unterstützung der Exportwirtschaft während der Fi -

nanzkrise teilnehmen. Dieses Absicherungs- und Li qui -

ditätsmodell erleichtert insbesondere die langfristige

Refinanzierung bundesgedeckter Exportkredite.

Im November erweiterte der IMA die Deckungsmöglichkeiten

für gebundene Finanzkredite. Bei einer Laufzeit

von mindestens zwei Jahren können diese im Einzelfall

mit einer 100 %-Deckung abgesichert werden, wenn

es sich um Geschäfte mit einer Einbindung des Finanz -

ministeriums oder der Zentralbank als Darlehens neh -

mer oder Garant handelt.

Die zum 1. Januar 2010 eingeführte Leistungsdeckung

ermöglicht die isolierte Absicherung von Dienstleistungen

ohne damit verbundenen Warenexport und sichert

Leistungen der freien Berufe, wie z. B. Architekten-,

Ingenieurs- und Beratungsleistungen, ab.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

11


12

60stes jubiläum

der exportkreditgarantien

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Export kre -

ditgarantien lud Bundeswirtschaftsminister Rainer

Brüderle am 15. Dezember 2009 zu einem Festakt in

das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

nach Berlin. Rund 300 Vertreter der Export- und Finanzwirtschaft,

von Wirtschaftsverbänden, der Bundes mi -

nisterien und der Mandatargesellschaften folgten der

Einladung, um neben der Würdigung der vergangenen

sechs Jahrzehnte auch einen Ausblick auf künftige He -

rausforderungen zu wagen.

Bundesminister Brüderle hob in seiner Ansprache die

Be deutung der Exportkreditgarantien für den Export

und dessen zentrale Rolle für die Sicherung von Arbeits -

plätzen hervor: „Exportkreditgarantien sind für unsere

Unternehmen ein Sicherheitsanker. Das gilt besonders

in der Finanzkrise. Oft werden durch diese Garantien

Aus landsgeschäfte überhaupt erst möglich. Damit wer -

den Hunderttausende von Arbeitsplätzen gesichert.

Das Instrument der Exportkreditgarantien haben wir im

Dialog mit der Wirtschaft immer wieder angepasst und

erneuert. Das macht die Exportkreditgarantien so er -

folgreich.“

Mit der ersten Sitzung des Interministeriellen Ausschusses

(IMA) in Frankfurt-Hoechst begann am 9. November

1949 die Geschichte der Hermesdeckungen. Die

1.349ste IMA-Sitzung fand nahezu taggenau 60 Jahre

später am 12. November 2009 in Berlin statt. Seit 1949

wurden Exportgeschäfte im Wert von mehr als 651 Mil-


das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Anlässlich der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Exportkreditgarantien am 15. Dezember 2009 in Berlin hielt der Bundesminister

für Wirtschaft und Technologie Rainer Brüderle (linke Seite: Foto links) die Festansprache. Der Vorsitzende des Interministeriellen

Ausschusses Dr. Hans-Joachim Henckel (linke Seite: Foto rechts) lobte die intensive Zusammenarbeit zwischen den Bundes ministerien

und den Mandataren. Dr. Hans Janus (rechte Seite: Foto Mitte), Vorstandsmitglied der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG,

ging in seiner Rede auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Export- und Finanzwirtschaft ein.

liarden Euro abgesichert. Das vorrangige Ziel der staatlichen

Exportförderung ist seit nunmehr sechs Jahrzehnten

die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland

durch die Unterstützung überwiegend kleiner und

mittelständischer Unternehmen beim Export in schwierige

oder risikoreiche Märkte. „Die Wechsellagen der

Weltwirtschaft haben uns gerade jüngst gelehrt, wie

wichtig es ist, Prinzipien über die Zeit zu beachten und

Instrumente funktionsfähig zu erhalten“, so Prof. Dr.

Hermut Kormann.

Dr. Hans Janus, Vorstandsmitglied der Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG, betonte, dass Hermesdeckungen

sich in der Finanzkrise erneut als unverzichtbar für

die Exportwirtschaft erwiesen haben, um Handelsbezie-

hungen in wirtschaftlich oder politisch weniger stabilen

Zeiten aufrechtzuerhalten. Dabei habe sich die Zusammenarbeit

zwischen den Bundesministerien und den

Mandataren in Form einer erfolgreichen Public Private

Partnership außerordentlich bewährt. Die Verbindung

von staatlicher Förderung und privatwirtschaftlichem

Management sei auch ein wesentlicher Grund dafür,

dass Hermesdeckungen heute zu Recht als dienstleis -

tungsorientiert und praxisnah gelten. Das hohe internationale

Renommee der Exportkreditgarantien sei schon

mehrfach durch die Auszeichnung „Best Export Credit

Agency“ belegt worden.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

13


14

Chronik der Exportkreditgarantien

1949 Gesetz über die Übernahme von Sicherheitsleistungen und Gewährleistungen im

Ausfuhrgeschäft; die Bundesregierung überträgt dieses Mandat einem privaten Konsortium;

9. November: erste IMA-Sitzung in Frankfurt-Hoechst

1952 Einführung der Ausfuhr-Pauschal-Garantie

1956 Erstmalige Zusammenkunft des Pariser Clubs anlässlich einer Umschuldung Argentiniens

1963 Erste umfassende Senkung der Selbstbeteiligungssätze

1973 Schaffung von Deckungsmöglichkeiten für Leasing-Geschäfte

1975 Erste Deckung eines Airbus-Geschäfts

1977 Der Ermächtigungsrahmen überschreitet die 100-Milliarden-DM-Grenze

1978 Abschluss des Übereinkommens über Leitlinien für staatlich unterstützte Exportkredite

(OECD-Konsensus)

1979 Schaffung der so genannten Deckblattbürgschaft, heute „Verbriefungsgarantie“

1980 Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen (APG)

1981 Beginn der Schuldenkrise mit der Umschuldung Polens und

den Umschuldungen Mexikos und Brasiliens (1983) sowie

afrikanischer Länder im Pariser Club

1985 Erste Deckungszusagen für Projektfinanzierungen

1987 Die Entscheidungen des IMA werden im AGA-Report veröffentlicht

1990 Übernahme von Bundesdeckungen zugunsten von Unternehmen der DDR

1993 Erste Umschuldung sowjetischer Altschulden im Pariser Club

1994 Neufassung des OECD-Konsensus; Umstellung des deutschen

Entgeltsystems vom Einheitsentgelt auf nach fünf Länderkategorien

gestaffelte Entgeltsätze

1996 Senkung der Selbstbeteiligung für den protracted default;

Abschluss der größten im Pariser Club geschlossenen

Umschuldung mit Russland

1997 Rückzug des Bundes aus den „marktfähigen Risiken“

bei kurzfristigen Geschäften mit privaten Bestellern;

die Exportkreditgarantien gehen ins Internet

1998 Einführung des OECD-einheitlichen Prämiensystems für politische

Risiken; erste Rückversicherungsabkommen mit ECGD, OeKB und COFACE

1999 Euler Hermes und PwC werden zur „Best Export Credit Agency“ weltweit gekürt;

nach 13 Jahren wird erstmals wieder ein positives Jahresergebnis erzielt

2001 Einführung der Umweltleitlinien innerhalb der OECD (Common Approaches);

APG-Online-Service ermöglicht Umsatzmeldung über das Internet

2003 Einführung der APG-light

2004 Erste EU-Erweiterung ergänzt den Länderkreis der markfähigen Risiken;

neuer Internetauftritt (www.agaportal.de); AGA-Report erscheint als E-Mail-Newsletter

und im Internet; Beginn der Veranstaltungsreihe „Exportkreditgarantien des Bundes

im Dialog mit der Wirtschaft“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

2005 Zum zweiten Mal Auszeichnung als „Best Export Credit Agency“;

Senkung des Selbstbehalts bei der APG-light

2006 Einführung der Avalgarantie; Einführung eines risikobasierten Entgeltsystems;

vorzeitige Rückzahlungen aus dem Umschuldungsabkommen aus Russland führen

zum vollständigen Abbau des kumulierten Defizits der Exportkreditgarantien

2007 Dritte Auszeichnung als „Best Export Credit Agency“;

Abschluss eines OECD-Sektoren abkommens für zivile Flugzeuge (ASU)

2008 Einführung einer revolvierenden Finanzkreditdeckung; Flexibilisierung der

deckungsfähigen ausländischen Zulieferungen und lokalen Kosten;

zum vierten Mal als „Best Export Credit Agency“ ausgezeichnet

2009 Maßnahmen zur Stärkung der Exportkreditgarantien im Rahmen des Konjunkturpakets II;

fünfte Auszeichnung zur „Best Export Credit Agency (Europe 2009)“ in der neu geschaffenen

Kategorie „Staatliche Exportkreditversicherungsagenturen und Entwicklungsbanken“;

Absicherung von Lieferungen mit kurzfristigen Zahlungsbedingungen in alle EU- und

OECD-Länder befristet bis Ende 2010 wieder möglich


In ihrer 60-jährigen Geschichte haben die Exportkreditgarantien

den Aufstieg der Bundesrepublik zur führenden

Exportnation begleitet. Krisensituationen haben

das Instrument immer wieder auf Praxistauglichkeit

getestet. Die Bundesregierung achtet auch in schwierigen

Zeiten darauf, das Deckungsangebot soweit als

möglich aufrechtzuerhalten. „Eine bessere Ausgangslage

können wir uns nicht wünschen, denn vor uns liegen

große Herausforderungen, die nur durch ein rechtzei -

tiges und abgestimmtes Vorgehen von Politik, Mandataren

und Wirtschaft gemeistert werden können“, so

Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel,

Außenhandel, Dienstleistungen e.V.

Cathrina Claas-Mühlhäuser, stellvertretende Vorsitzende

des Gesellschafterausschusses der Claas KGaA mbH,

be schrieb die Geschichte und Praxis der Hermesde -

ckungen aus der Sicht eines Exporteurs. Sie veran -

Linkes Bild: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (links)

im Gespräch mit Cathrina Claas-Mühlhäuser, der stell -

vertretenden Vorsitzenden des Gesellschafterausschusses der

Claas KGaA mbH, und dem Vorsitzenden des Inter mi nisteriellen

Ausschusses, Dr. Hans-Joachim Henckel.

Rechtes Bild: Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel,

Außenhandel und Dienstleistungen e.V. (BGA),

Anton F. Börner, betonte in seiner Rede die besondere

Bedeutung der Exportkreditgarantien für die Exportwirtschaft.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

schau lich te, dass die Exportkreditgarantien insbesondere

deshalb unverzichtbar seien, da sie unabhängig

von kurzfristigen wirtschaftlichen oder politischen Entwicklungen

verfügbar seien. Eine an den Belangen der

Exportwirtschaft ausgerichtete Risikosteuerung mit

Augenmaß und die Einbindung in internationale Regelungen

prägen heute die Exportkreditgarantien als flexiblen

Baustein moderner Exportfinanzierung. Andreas

Schmitz, Präsident des Bundesverbandes deutscher

Banken, betonte, dass die deutsche Wirtschaft ihre

Wettbewerbskraft nur unter Beweis stellen könne, wenn

alle am Welthandel beteiligten Länder gleichwertige

Anforderungen an ihre eigene Deckungspolitik formulierten.

Insgesamt waren die anwesenden Vertreter der

Exportwirtschaft zuversichtlich, dass das System an -

gesichts zukünftiger Herausforderungen ausreichend

flexibel sei, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen

Exportwirtschaft weiterhin entscheidend zu un -

terstützen.

Weitere Informationen zu Zahlen, Geschichte und Projekten

der Hermesdeckungen illustriert die Internetseite

www.60jahrehermesdeckungen.de.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

15


der interministerielle

ausschuss 2009

der interministerielle ausschuss legt die deckungspolitik für

die einzelnen länder fest. er entscheidet über grundsatzfragen

sowie alle größeren deckungsanträge. im rahmen des konjunktur -

pakets ii nahm der interministerielle ausschuss umfangreiche

anpassungen der produkte zur unterstützung der exportwirtschaft

in der krise vor. bis ende 2010 können kurzfristige export-

geschäfte in die eu- und die oecd-länder abgesichert werden.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

17


18

schwerpunkte der arbeit

des interministeriellen ausschusses

Ein Interministerieller Ausschuss (IMA) unter dem Vorsitz

des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

prüft und entscheidet alle größeren Deckungsanträge

und Grundsatzfragen. Er gestaltet die Weiterentwicklung

der Exportkreditgarantien und legt mit der

Deckungspolitik die Absicherungsmöglichkeiten für die

einzelnen Länder fest. Die Bundesregierung trägt die

haushaltsrechtliche Verantwortung für die Exportkreditgarantien,

mit denen sie in den vergangenen 60 Jahren

Ausfuhrgeschäfte mit einem Gesamtvolumen von 651

Mil liarden Euro gefördert hat.

Die Bundesregierung hat ein Mandatarkonsortium,

bestehend aus der Euler Hermes Kreditversicherungs-

Im Rahmen seiner jährlichen

Auswärtssitzung tagte der

IMA im Jahr 2009 in

Donauwörth und besichtigte

das Werk der Eurocopter

Deutschland GmbH.

AG (Federführer) und der PricewaterhouseCoopers AG

WPG, mit der Geschäftsführung der Exportkreditgarantien

beauftragt. Die Mitarbeiter der Mandatare sind

Ansprechpartner für Exporteure und Banken und be -

reiten die Deckungsanträge für die Sitzungen des IMA

auf. Darüber hinaus beraten sie die Bundesregierung

bei ihren Entscheidungen. Vom Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie ernannte Sachverständige

aus der Export- und Kreditwirtschaft unterstützen die

Arbeit des IMA, um aktuelle Erkenntnisse aus der Praxis

in die Entscheidungsfindung einzubringen. Stimmberechtigt

sind in diesem Gremium nur die teilnehmenden

vier Ministerien. Die Vertreter des federführenden

Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie,


des Bundesministeriums der Finanzen, des Auswärtigen

Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung treffen ihre Entscheidungen

einvernehmlich.

Bei der Festlegung der Länderdeckungspolitik berücksichtigt

der IMA die wirtschaftliche und politische Si -

tuation des Importlandes und legt Umfang und Bedin -

gungen der Deckungsmöglichkeiten fest. Generelle Kri -

terien für die Übernahme einer Exportkreditgarantie

sind die Förderungswürdigkeit und die risikomäßige

Vertretbarkeit des Exportgeschäfts. Im Rahmen der Entscheidungsfindung

wird somit auch die Bonität des

ausländischen Bestellers beurteilt. Weiter zu beachten

interministerieller ausschuss – ima

Ministerien

@ BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – federführend

@ BMF Bundesministerium der Finanzen

@ AA Auswärtiges Amt

@ BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Mandatare

@ Euler Hermes Kredit versicherungs-AG

@ PricewaterhouseCoopers AG WPG

Sachverständige

@ Vertreter der Exportwirtschaft und

des Bankgewerbes

@ KfW IPEX-Bank

@ AKA Ausfuhrkreditgesellschaft mbH

@ Bundesrechnungshof

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

sind das Haushaltsrecht mit dem Rahmen für Gewährleistungen

zur Förderung und Unterstützung von Ausfuhren

sowie internationale Regelungen, insbesondere

der OECD-Konsensus für staatlich unterstützte Export -

finanzierungen und Exportkreditversicherungen.

19


20

exportkreditgarantien

bewähren sich in der krise

Die Exportkreditgarantien rückten im Jahr ihres 60-jährigen

Bestehens in besonderem Maße ins Zentrum wirtschaftspolitischer

Diskussionen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise

stellte die Exportunternehmen vor große

Herausforderungen und führte zu einem deutlichen

Nachfrageanstieg nach staatlicher Absicherung. Mit

einem stabilen Deckungsangebot und zielgerichteten

Anpassungen an die aktuellen Anforderungen bei der

Auftragsfinanzierung boten die Exportkreditgarantien

zu verlässige Unterstützung. Diese antizyklische Wirkung

trägt dazu bei, Außenhandelsbeziehungen zu

stabili sieren, die Wettbewerbsposition deutscher Un -

ternehmen zu stärken und dadurch Arbeitsplätze am

Standort Deutschland zu sichern.

Seit Beginn der Krise im Herbst 2008 sind die deutschen

Exporte in historischem Ausmaß eingebrochen.

Global gestiegene kommerzielle und politische Risiken,

der Anstieg von Unternehmensinsolvenzen und ein an -

dauernder Vertrauensverlust unter Finanzinstitutionen

waren prägende Entwicklungen des Jahres 2009. Sie

führten zu einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken

sowie zu verteuerten Finanzierungskonditionen

und erschwerten in der Folge die Auftragsfinanzierung.

Mangels ausreichender Refinanzierungskapazitäten der

Banken traten insbesondere bei langfristigen Geschäften

und bei der Durchführung von Großprojekten Li -

Etwa 20 Millionen Altreifen lagern in Dubai Industrial

City. Die Bundesregierung unterstützt eine umwelt -

verträgliche Entsorgung der Reifenbestände durch

Übernahme einer Fabrikationsrisikogarantie

für den Export einer Recycling-Anlage. Die von der

Amandus Kahl GmbH & Co. KG nach Dubai gelieferte,

im Bau befindliche Anlage zerkleinert Altreifen

und befreit sie von Stahl- und Textilanteilen. Das

gewonnene Gummigranulat wird für die Herstellung

einer breit gefächerten Produkt palette verwendet,

wie beispielsweise für Bodenbeläge, Schuhsohlen,

gummi modifizierten Asphalt oder für die Reifen -

herstellung. Das Geschäft gilt als besonders

förderungsfähig, da die Anlage eine sehr umwelt -

verträgliche Entsorgung von Altreifen ermöglicht.

Auf den Bildern sind vergleichbare Anlagen zu sehen.


quiditätsengpässe auf. Die veränderte Risikosituation

führte auch dazu, dass die privatwirtschaftliche Ab -

sicherung von Exportrisiken eingeschränkt wurde und

infolgedessen die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen

sich nochmals verschlechterten.

Diese Entwicklungen zeichneten sich bereits im Herbst

2008 ab und gaben der Bundesregierung Anlass, das

Instrumentarium der Exportförderung durch flexible

und bedarfsorientierte Maßnahmen auch als effizientes

Instrument zur Krisenbewältigung einzusetzen. Mit dem

Konjunkturpaket II wurden im Januar 2009 wichtige

Anpassungen der Exportkreditgarantien wirksam.

Die Krise hat die Rahmenbedingungen für die Inanspruchnahme

der Exportkreditgarantien drastisch verändert.

Trotz historisch niedriger Zinsen

waren Auftragsfinanzierungen häufig nur

durch die Un terstützung staatlicher Ex -

port kre ditgarantien möglich. Viele Unternehmen

nutzten die Hermesdeckungen im

Jahr 2009 erstmalig, nachdem eine Absi-

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

cherung ihrer Exportforderungen in der Vergangenheit

nicht notwendig schien. Wurden vor der Krise oftmals

Barzahlungsbedingungen vereinbart oder Projekte auf

dem Kapitalmarkt refinanziert, sind nun häufig Zahlungsziele

und Lieferanten kredite einzuräumen, um

Aufträge zu gewinnen. Auch die Zielmärkte, für die

Exportkreditgarantien beantragt werden, haben sich

verändert. Finanzierungskonditionen und Ausfuhrrisiken

haben sich nicht nur in Schwellen- und Entwicklungsländern

verändert, sondern auch für Geschäfte mit

Abnehmern in Industriestaaten. Demzufolge hat die

Bedeutung der Hermesdeckungen auch für diesen

Länderkreis erheblich zugenommen.

Die mittelständische BIOWORKS

Verfahrenstechnik GmbH aus dem

bayerischen Putzbrunn ist maßgeblich

am Bau der ersten Kläranlage

im chinesischen Wulashan Town

(340.000 Einwohner) beteiligt:

Sie übernimmt die Montage und die

Montageaufsicht und lieferte den

Großteil der technischen Einrichtungen.

Die Kläranlage wird das Abwasser

der Stadtbevölkerung reinigen

und damit die Umweltsituation und

die Lebensverhältnisse der

Menschen in der Region signifikant

verbessern. Die Bundesregierung

unterstützt das Vorhaben durch

Übernahme einer Ausfuhrgarantie für

die technischen Ausrüstungen.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

21


22 Nach der Entscheidung der Europäischen Kommission

vom 5. August 2009 sind befristet bis Ende 2010 staatliche

Absicherungen für kurzfristige Exportgeschäfte

auch wieder für Ausfuhren in Länder der Europäischen

Union und der OECD zulässig. Geschäfte dieser Art

wurden in den vergangenen zwölf Jahren allein auf dem

privaten Markt abgesichert. Eine erkennbare Zurück -

haltung der privaten Kreditversicherer hat die EU-Kommission

zu dieser Entscheidung veranlasst. Die Anträge

auf kurzfristige Exportkreditgarantien, z.B. auf Ausfuhr-

Pauschal-Gewährleistungen, haben sich seit August

2009 infolgedessen nahezu verdreifacht.

Die von der Bundesregierung im Rahmen des Kon junk -

turpakets II befristet angebotenen erweiterten De ckungs -

möglichkeiten sind von Exporteuren und Banken um -

fänglich genutzt worden, um in der Krise zu bestehen.

Die Erhöhung des maximalen Avalvolumens von 80 Millionen

Euro auf 300 Millionen Euro je Unternehmen, die

Absenkungsmöglichkeit der Selbstbeteiligung von 15%

auf 5 % bei Lieferantenkreditdeckungen und die neue

Absicherungsform für Risiken aus Akkreditivbestätigungen

stießen auf rege Nachfrage. Auch das im September

2009 eingeführte Refinanzierungsprogramm für

hermesgedeckte Kredite bei der KfW mit dem Ziel der

Be reitstellung zusätzlicher Mittel für die Exportfinanzierung

trägt zur Erweiterung der Refinanzierungsmöglichkeiten

bei.

Neben den zeitnah umgesetzten Anpassungen zur Un -

terstützung der Exportwirtschaft in der gegenwärtigen

Situation hat vor allem die Konstanz und Stabilität des

Absicherungsangebotes der Exportkreditgarantien be -

legt, wie das Instrument gerade auch in Krisenzeiten

zum langfristigen Erfolg der deutschen Exportwirtschaft

beiträgt. Der selektiven Deckungsübernahme privater

Kreditversicherungen sowie Liquiditätsengpässen und

verschärften Finanzierungskonditionen können die

Exportunternehmen so durch die Nutzung von Exportkreditgarantien

begegnen.

Das Jahr 2009 hat bewiesen, dass die Verfügbarkeit

einer staatlichen Exportkreditversicherung in einer Fi -

nanz- und Wirtschaftskrise ein zentrales Element ist, um

die Folgen der Krise abzufedern.

Die SAXONIA EuroCoin GmbH ist auf die Herstellung von

Rohlingen für Münzen und Medaillen aus Buntmetall,

galvanisiertem Metall und Edelmetall spezialisiert. Das in

Sachsen ansässige Unternehmen beliefert die Zentralbanken

in aller Welt mit Münzrohlingen und sichert die Export -

geschäfte mit der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung ab.


die maßnahmen

des konjunkturpakets ii im einzelnen

Im Rahmen des Konjunkturpakets II hat die Bundesregierung

bereits im Januar 2009 bis Ende 2010 befristete

Deckungsanpassungen eingeführt. Diese Maßnahmen

zielen darauf ab, die Finanzierung von Export ge schäf -

ten unter den schwierigen Bedingungen zu er leichtern

oder überhaupt erst zu ermöglichen. Die Unterstützung

des Mittelstandes steht im Fokus dieser Maßnahmen.

Lieferantenkreditdeckung –

Senkung der Selbstbeteiligung möglich

Um den Exporteuren die Refinanzierung einer gedeckten

Forderung zu erleichtern, kann gegen einen Prämienaufschlag

die Absenkung der Selbstbeteiligung für

die wirtschaftlichen Risiken bei Lieferantenkredit de -

ckungen von 15 % auf 5 % beantragt werden (im Rahmen

der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung von 10 %

auf 5%). Diese Möglichkeit wurde von den Exporteuren

sehr häufig genutzt.

In Vietnam entsteht momentan der erste Windpark. Die

Fuhrländer AG aus dem Westerwald liefert hierfür 20 Wind -

energieanlagen mit einer Leistung von jeweils

1,5 Megawatt in die Provinz Binh Thuan an der Küste des

südchinesischen Meeres. Durch die Substitution

konventioneller Energie können jährlich etwa 58.000 t CO2

eingespart werden. In zwei weiteren Schritten ist die

Erweiterung auf 80 Windkraftanlagen geplant, was zu

einer Gesamtleistung von 120 Megawatt führen wird.

Die ersten fünf Anlagen sind bereits am Netz.

Aufgrund der weltweiten Finanzkrise konnte das

Projekt bislang noch nicht vollständig durchgeführt

werden. Nunmehr soll der komplette Windpark

zu Kreditbedingungen abgewickelt werden.

Darlehensgeber des Finanzkredites ist die Landes -

bank Baden-Württemberg in Leipzig. Die Bundes -

regierung stellt für das Projekt Ausfuhrdeckungen

und eine Finanzkreditdeckung bereit.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

23


24

Avalgarantie –

maximales Garantievolumen erhöht

Die Avalgarantie verbessert die Liquidität mittelständisch

geprägter Unternehmen, indem sie deren Kreditlinie

bei Banken in Höhe des garantierten Betrags entlastet.

Die im Auslandsgeschäft üblichen Vertragsga -

rantien können mit einer geringeren Einschränkung der

Liquidität bereitgestellt werden. Die Bundesregierung

hob das maximale Volumen für Avalgarantien von 80 Mil -

lionen Euro auf 300 Millionen Euro je Unternehmen an.

Die Avalgarantie kann auch ohne „Hauptdeckung“,

d.h. ohne Deckung der sonstigen Risiken des Exportgeschäfts,

übernommen werden, wenn die Absicherung

der übrigen Risiken nicht möglich, nicht zumutbar oder

vom Exporteur nicht gewollt ist.

Akkreditivbestätigungen –

Risiken jetzt absicherbar

Die Deckung des Akkreditivbestätigungsrisikos erleichtert

es den Banken, Akkreditive ausländischer Kredit -

institute zu bestätigen, da die Bundesregierung die

damit verbundenen Risiken übernimmt. Sie sichert in

Form einer kurzfristigen Finanzkreditdeckung das Risiko

der bestätigenden Bank ab, den verauslagten Betrag

aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht

von dem Akkreditiv ausstellenden Institut erstattet zu

bekommen.

Die rommelag Kunststoff-Maschinen Vertriebsgesellschaft mbH nahm für die

Lieferung von Blow-Fill-Seal bottelpack Verpackungs- und Kappenschweißanlagen

nach Peru und Uruguay Ausfuhr- und Fabrikationsrisikogarantien in Anspruch.

Pharmazeutische Unternehmen in den beiden südamerikanischen Ländern setzen

die bottelpack Anlagen zur Herstellung von sterilen Infusionslösungen ein.

Dank der von rommelag entwickelten innovativen Blow-Fill-Seal Technology können

die Anlagen in einem Arbeits zyklus sterile Kunststoffbehälter herstellen,

Infusionslösungen aseptisch füllen und die Behälter hermetisch verschließen.

absicherung

kurzfristiger exportkredite

in eu- und oecd-länder

Die Absicherung sogenannter marktfähiger Risiken,

d. h. kurzfristiger Exportkredite mit Risikolaufzeiten von

bis zu zwei Jahren in die EU- und die meisten OECD-Länder,

war gemäß einer Mitteilung der EU-Kommission

von 1997 bislang der privaten Versicherungswirtschaft

vorbehalten. Nach einer Entscheidung der Kommission

vom 5. August 2009 können marktfähige Risiken be -

fristet bis Ende 2010 wieder mit Exportkreditgarantien

abgesichert werden. Die EU-Kommission entsprach da -

mit einem Antrag der Bundesregierung. Als Folge der

Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die EU-Kommission

ein vorübergehend nicht mehr ausreichendes privates

Absicherungsangebot für kurzfristige Geschäfte in dem

genannten Länderkreis erkannt.


Die Exporteure fragen diese erweiterten Absicherungsmöglichkeiten

sehr stark nach. Durchschnittlich gingen

seit dem 6. August täglich rund 100 Limitanträge für

die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung ein, wobei viele

Exporteure erstmals Exportkreditgarantien nachfragten.

Es erfolgen in jedem Einzelfall eine Bonitätsprüfung

und eine Deckungsentscheidung nach den üblichen Kriterien

der risikomäßigen Vertretbarkeit und Förderungswürdigkeit.

Die Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug

GmbH (WAS) hat einen Großauftrag zur Lieferung

von Rettungswagen erhalten: Das mittelständische

Unternehmen liefert 600 Ambulanzen

mit ver stärkten Fahrwerken, einer besonders

leistungsfähigen Klimaanlage und einer kompletten

medizinischen Ausstattung nach Ägypten.

Als Basisfahrzeug dient der Mercedes Sprinter.

Das ägyptische Gesundheitsministerium wird die

Rettungswagen sowohl in großen Städten als

auch in ländlichen Bereichen einsetzen.

Der Auftrag hat einen Wert von über 30 Millionen Euro

und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung

der Arbeitsplätze bei WAS. Die Bundesregierung

unterstützt das Geschäft durch Übernahme einer

Avalgarantie für eine Anzahlungs-,

Vertrags erfüllungs- und Gewährleistungsgarantie.

kfw-refinanzierungsprogramm

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Seit dem 15. September 2009 steht Banken ein Programm

der KfW zur Verfügung, das die Refinanzierung

bundesgedeckter Exportkredite erleichtern und die Ka -

pazitäten für die Exportkreditvergabe insgesamt erhöhen

soll. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des

Refinanzierungsprogramms ist ein Exportkredit, der mit

einer Finanzkreditdeckung und einer Verbriefungs -

garantie abgesichert ist. Die durch die Veräußerung dieses

Exportkredites an die KfW verfügbaren Mittel stehen

für die Finanzierung neuer, hermesgedeckter Ge -

schäfte zur Verfügung. Nähere Informationen sind im

Internet (www.kfw.de) unter dem Stichwort „KfW-Programm

– Re finanzierung bundesgedeckter Exportkre -

dite“ erhältlich.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

25


entwicklung der

exportkreditgarantien 27

im zuge der kontinuierlichen weiterentwicklung der

exportkreditgarantien passte die bundesregierung das

deckungs system den sich verändernden rahmen bedingungen

an. erweiterte absicherungsmöglichkeiten wurden mit

exporteuren und banken im

intensiven dialog erörtert.

die bundesregierung und

die mandatare setzen sich

für eine einheitliche

umwelt prüfung auch in

nicht oecd-ländern ein.

aspekte der nachhaltigkeit

stehen bei der unterstützung klimafreundlicher exporte

im vordergrund. die deutschen exportkredit garantien

wurden erneut als beste staatliche exportkredit versicherung

ausgezeichnet.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang


28

Die DTEC Engineering & Consulting GmbH sorgte als

Generallieferant für die Errichtung einer Anlage

zur Herstellung von Flachglas in Weißrussland. Zum

Lieferumfang gehörten eine Abgasreinigung und

eine Kraftwärmekopplungsanlage. Zahlreiche mittel -

ständische deutsche Unternehmen fungierten

bei dem Projekt als Unterlieferanten. Die eingesetzte

Technologie ermöglicht die Herstellung von hoch -

qualitativem und nahezu fehlerfreiem Flachglas, das für

den steigenden Bedarf des einheimischen Marktes

sowie für den Export – insbesondere nach Russland –

bestimmt ist. Die Bundesregierung stellte für das Projekt

eine Fabrikationsrisikogarantie, eine Ausfuhrgarantie

sowie eine Finanzkreditdeckung zur Verfügung.

kontinuierliche weiterentwicklung

der exportkreditgarantien

Neben den befristeten Maßnahmen zur Unterstützung

der Exportwirtschaft in der aktuellen Krise entwickelt

die Bundesregierung das Deckungssystem kontinuierlich

weiter und passt es den sich ändernden Rahmenbedingungen

an. Wesentliche Grundlage dieser marktgerechten

Weiterentwicklung der Hermesdeckungen ist

ein intensiver Dialog mit Exporteuren, Kreditinstituten

und Wirtschaftsverbänden.

abtretung vereinfacht

Um die Refinanzierungsmöglichkeiten der Exporteure

weiter zu verbessern, hat der IMA die Abtretung hermes -

gedeckter Forderungen (einschließlich der Abtretung

der Entschädigungsansprüche) vereinfacht. So gilt die

Zustimmung des Bundes bei der Übertragung einer

gedeckten Forderung an einen Kreis von anerkann -

ten Abtretungsempfängern als generell erteilt. Aus der

Abtretung begünstigte Finanzierungsinstitute können

zudem das Entschädigungsverfahren mit dem Bund

selbst abwickeln. Diese Erleichterungen im Verfahren

wurden im Rahmen des zweiten Konjunkturpaketes

beschlossen, gelten jedoch unbefristet.

möglichkeiten der 100 %-deckung

für finanzkredite erweitert

Gebundene Finanzkredite mit einer Laufzeit von mehr

als zwei Jahren können seit November 2009 im Einzelfall

mit einer 100%-Deckung abgesichert werden, wenn

ein Finanzministerium oder eine Zentralbank als Dar -

lehensnehmer oder Garant eingebunden ist und das


etreffende Länderrisiko die erhöhte Deckungsquote

zulässt. Damit erweitert der IMA die seit 1999 bestehenden

Regelungen für 100 %-Deckungen, die bisher im

Wesentlichen nur bei Airbus-Geschäften, Rückversicherungstransaktionen

oder in Matchingfällen Anwen dung

fanden.

einführung der leistungsdeckung

Dienstleistungsexporte konnten schon in der Vergangenheit

mit einer Forderungsdeckung begleitet werden,

allerdings war diese Deckungsform eher auf Waren -

lieferungen zugeschnitten. Die zum 1. Januar 2010 eingeführte

Leistungsdeckung berücksichtigt sowohl die

Besonderheiten von Dienstleistungsgeschäften als auch

die gebräuchliche Terminologie. Mit der Leistungs de -

ckung können isolierte Dienstleistungsgeschäfte deutscher

Unternehmen – z. B. Architektur- und Ingenieursbüros

sowie Beratungsfirmen – abgesichert werden. Für

die Deckungsfähigkeit ist entscheidend, dass es sich

bei dem Leistungsgeschäft um ein Ausfuhrgeschäft

handelt. Deckungsfähig sind demnach Geschäfte, bei

denen die abzusichernde Leistung ihren überwiegenden

Ursprung in Deutschland hat oder deren Wertschöpfung

bei überwiegender Erbringung im Ausland

dem deutschen Exporteur zuzurechnen ist.

nachhaltigkeit

exportkreditgarantien und

nachhaltigkeit

Bei der Prüfung der Förderungswürdigkeit zur Deckung

beantragter Geschäfte berücksichtigt der IMA regel -

mäßig auch ökologische und soziale Aspekte. Richtschnur

dafür sind die Empfehlungen der OECD zur

Umwelt prüfung im Rahmen staatlicher Exportfinan -

zierung (Common Approaches). Diese Umweltleitlinien

finden in allen OECD-Mitgliedsstaaten gleichermaßen

Anwendung. Der hohe technologische Standard der aus

Deutschland gelieferten Produkte und Anlagen entspricht

wesentlichen Umweltanforderungen. Darüber

hinaus sind je doch insbesondere bei großen Projekten

auch weitergehende ökologische und soziale Auswirkungen

des Gesamtprojekts sowie gegebenenfalls das

Projektumfeld zu berücksichtigen.

erneuerbare energien und

umwelttechnologien

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Einen Schwerpunkt bei der Unterstützung deutscher

Exporteure sieht die Bundesregierung weiterhin in der

Förderung erneuerbarer Energien und Umwelttech -

nologien. Eine neu erschienene Ausgabe der Reihe

„Hermesdeckungen Spezial“ zu diesem Thema ergänzt

das Informationsangebot. Auf OECD-Ebene unterstützte

Deutschland die Verbesserung der zulässigen Finanzierungsbedingungen,

die mit dem Sektorabkommen für

erneuerbare Energien (Annex IV des OECD-Konsensus)

international vereinbart wurden. Solche Transaktionen

mit Kreditlaufzeiten zwischen 12 und 15 Jahren können

seit Februar 2009 mit flexibleren Rückzahlungsbedingungen

abgesichert werden. Mitte des Jahres wurde

zudem eine Verlängerung der maximal zulässigen Kreditlaufzeiten

auf 18 Jahre vereinbart und beschlossen,

die Befristung des Sektorabkommens aufzuheben. Dar-

29


30

Equator Principles

Die Equator Principles sind ein

frei williges Regelwerk von Banken

zur Einhaltung von Umweltund

Sozial standards im Bereich

der Projekt finanzierungen. Die

teilnehmenden Banken verpflichten

sich, nur solche Projekte zu

finanzieren, bei denen die Kredit -

nehmer die vereinbarten Umweltund

Sozialkriterien erfüllen.

Das Regelwerk basiert auf den

Sozial- und Umweltstandards der

Weltbank und den Sozialstandards

der International Finance

Corporation (IFC), einer Tochter -

gesellschaft der Weltbank,

und gilt für Projekte ab einem

Finanzierungs volumen von

10 Millionen US-Dollar. Zwar sind

die Equator Principles eigentlich

auf Projekt finanzie run gen

beschränkt, doch haben sie auch

die Entwicklung und Prüfung

von Nachhaltig keitsaspekten

in anderen Bereichen des Finanzund

Bankensektors beeinflusst.

Die STRABAG Umweltanlagen GmbH, Dresden, errichtete eine

Anlage zur mechanisch-biologischen Behandlung von

Klärschlamm für die Kläranlage der Stadt Brest (Weißrussland).

Das durch Klärschlammfaulung freigesetzte Biogas wird

in einem integrierten Blockheizkraftwerk genutzt. Rund 67 %

des Auftragswertes stammen von kleinen und mittelständischen

deutschen Unternehmen, die überwiegend in den neuen

Bundesländern ansässig sind. Die Bundesregierung unterstützt

das aus Umweltgesichts punkten besonders förderungswürdige

Projekt und stellte der finanzierenden Bank eine isolierte

Finanzkreditgarantie zur Verfügung.

über hinaus setzten die Mitgliedsstaaten ihre Gespräche

über eine Erweiterung des Anwendungsbereichs

des Abkommens auf Sektoren aus dem Umfeld klimafreundlicher

Technologien und dessen Weiterentwicklung

zu einem umfassenderen Klimaschutz-Sektor -

abkommen fort. Diese Diskussionen werden voraussichtlich

im Jahr 2010 ihren Abschluss finden. Deutsche

Exporteure sollten von dem neuen Sektorabkommen

aufgrund ihrer hohen Kompetenz in diesem Bereich

besonders profitieren.

outreach –

einbindung von nicht-mitgliedsstaaten

in oecd-vereinbarungen

Der Informationsaustausch mit Vertretern staatlicher

Exportkreditversicherungen aus Nicht-OECD-Ländern

wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel fortgesetzt, eine einheitlichere

Herangehensweise bei der Prüfung von

Nachhaltigkeitsaspekten im weltweiten Handel zu erreichen.

Auch im Rahmen der im Jahr 2010 anstehenden

Überarbeitung der OECD-Common Approaches setzt

sich die Bundesregierung für eine konstruktive Beteiligung

und Einbindung wichtiger Nicht-OECD-Mitgliedsstaaten

ein.

Die Mandatare beteiligten sich darüber hinaus an Initiativen

des World Wide Fund For Nature (WWF) und einer

Gruppe der sogenannten Equator Principles-Banken

zur Umsetzung von Umweltstandards in Nicht-OECD-

Ländern. Im Vordergrund stand der Dialog mit Mitarbei-


tern chinesischer Finanzierungsinstitutionen wie der

Außenhandelsbank (China Ex-Im) oder der Exportkreditagentur

Sinosure in Fragen der Umweltprüfung und

Risikobewertung.

staudammprojekt ilisu

Die Deckungszusage für das Ilisu Staudammprojekt in

der Türkei war an eine Reihe von Auflagen gebunden,

um eine Projektrealisierung nach internationalen Standards

sicherzustellen. Anfang Juli 2009 erklärten die

drei beteiligten staatlichen Exportkreditversicherer aus

Deutschland (Euler Hermes), Österreich (OeKB) und der

Schweiz (SERV) ihren Rückzug aus der Unterstützung

des Projektes, nachdem die an die Absicherungen ge -

knüpften Auflagen in den Bereichen der Umwelt, Kulturgüter

und Umsiedlung nicht innerhalb der vertraglich

festgelegten Frist erfüllt werden konnten.

korruptionsprävention

Ein weiterer Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsbestrebungen

der Bundesregierung ist die Bekämpfung der

Korruption auch bei Exportgeschäften. Die Exportkreditgarantien

unterstützen deshalb nur Exportgeschäfte,

die ohne Bestechung zustande gekommen sind. Das

Verfahren zur Übernahme von Hermesdeckungen und

die erforderliche Erklärung der Antragsteller orientieren

sich an der für alle OECD-Mitgliedsstaaten verbindlichen

Empfehlung zur Korruptionsprävention im Rahmen

der Exportförderung. Das Bundeswirtschaftminis -

terium und die Mandatare setzten im Jahr 2009 den

regelmäßigen Informationsaustausch mit der Nichtregierungsorganisation

Transparency International fort.

das geschäftsjahr 2009

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bestandsentwicklung

anhang

Umweltprüfung

als Wettbewerbsnachteil?

Das Centre for Sustainability

Management (CSM) der Leuphana

Universität Lüneburg hat im Auftrag

der Mandatare untersucht, inwieweit

die Umweltprüfung entsprechend

der OECD-Umweltleitlinien bei der

Über nahme von Exportkreditgarantien

einen Wettbewerbsnachteil für deutsche

Exporteure gegenüber Konkurrenten

aus Nicht-OECD-Ländern begründet.

Das wichtigste Ergebnis der Studie *

„Nachhaltigkeit als Herausforderung

für die Exportwirtschaft“ im

Allgemeinen ist, dass die Umweltprüfung

nur einen minderen Einfluss auf die

Wettbewerbsfähigkeit deutscher

Exportunternehmen habe. Wesentlich

entscheidender seien laut Studie

die Kostenvorteile der Anbieter aus

Nicht-OECD-Ländern sowie deren

attraktivere Finanzierungsangebote.

Diese Forschungsergebnisse wurden im

Rahmen einer Konferenz mit Experten

aus Export- und Kreditwirtschaft, Politik,

Verbänden, Nichtregierungsorganisationen

und Euler Hermes am 9. März 2009

in Lüneburg präsentiert. Sie wurden in

mehreren Workshops diskutiert und kritisch

hinterfragt, insbesondere hinsichtlich

des häufig nur geringen Einflusses

der Exporteure auf das Gesamtprojekt.

31

* http://www.agaportal.de/pages/aga/nachhaltigkeit/umwelt.html


32

exportkreditgarantien

im dialog mit der wirtschaft

Angesichts der durch die Finanzkrise veränderten Rahmenbedingungen

intensivierte die Bundesregierung

den Dialog mit den Exporteuren und der Kreditwirtschaft.

Bedingt durch den erhöhten Beratungsbedarf

stieg die Zahl der Informationsveranstaltungen zu den

Exportkreditgarantien auf 234. Während im ersten Halbjahr

die erweiterten Deckungsmöglichkeiten des Konjunkturpakets

II im Mittelpunkt der Beratung standen,

lag der Schwerpunkt im zweiten Halbjahr bei den Absicherungsmöglichkeiten

im kurzfristigen Geschäft. Viele

Exporteure kamen dabei das erste Mal mit den Exportkreditgarantien

in Kontakt. Vertreter des Bundesminis -

teriums für Wirtschaft und Technologie informierten

zusammen mit den Mandataren sowohl Exporteure als

auch Banken und waren als Ansprechpartner zum Er -

Ob auf dem Exporttag Bayern (Foto links) oder auf einer Informations -

veranstaltung des VDMA (Foto rechts) – Exporteure und Kreditinstitute

konnten sich 2009 auf insgesamt 234 Veranstaltungen über die

Exportkreditgarantien der Bundesregierung informieren.

fahrungs- und Informationsaustausch persönlich vor

Ort. Ein Großteil der Veranstaltungen fand in Koopera -

tion mit Handelskammern, Verbänden und Kreditinstituten

statt. Aktuelle Veranstaltungstermine können im

Internet auf der Website www.agaportal.de eingesehen

werden.

Am 24. Juni 2010 findet im Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie zum vierten Mal eine Dialog -

veranstaltung zu den Exportkredit- und Investitions -

garantien der Bundesrepublik Deutschland mit einem

großen Kreis von Teilnehmern der deutschen Exportwirtschaft

statt.


„Deals of the Year 2008“

Zum dritten Mal in Folge wählten die

Leser des britischen Fachmagazins

„Trade Finance“ die staatliche deutsche

Exportkreditversicherung zur besten

Exportkreditagentur des Jahres.

Zudem erhielten zehn mit Hermes -

deckungen abgesicherte Projekte die

Auszeichnung „Deal of the Year 2008“:

Jordanien:

Aufbau einer Zementfabrik

Nigeria:

Zwischenfinanzierung für ein

Airbus-Flugzeug

USA:

Bau von Aida-Kreuzfahrtschiffen

Südkorea:

Großprojekt mit acht

Stahlproduktionsanlagen

Weißrussland:

Export einer Anlage zur

Herstellung von Flachglas

Brasilien:

Revolvierende

Finanzkreditdeckung zum

Düngemittelexport

Russland:

Lieferung eines Kaltwalzwerks

Vietnam:

Finanzierung für die Lieferung

eines Kombikraftwerks

Russland:

Bau von Containerschiffen der

Eisbrecher-Klasse

Jemen:

Ausbau des Mobilfunknetzes

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

auszeichnung zur

„best export credit agency 2009

Die staatliche Exportkreditversicherung der Bundes -

republik Deutschland erhielt nach 1999, 2005, 2007

und 2008 zum fünften Mal die Auszeichnung als Best

Export Credit Agency/Development Financing Institu -

tion Europe 2009. Die Leser des britischen Trade Finance

Magazine bewerteten im Rahmen der jährlichen

Umfrage die Leistungen auf den Gebieten Exportfinanzierung,

Exportkreditversicherung, Strukturierung von

Projekten sowie Finanz- und Rechtsberatung.

56 Projekte in 25 verschiedenen Ländern, die dem Trade

Finance Magazine vorgestellt wurden, erhielten die

Auszeichnung „Deal of the Year 2008“. Unter ihnen be -

fanden sich zehn Projekte, die mit Hermesdeckungen

gefördert wurden. Sie alle stellten in besonderer Weise

eine Herausforderung für die Finanzierung und Absicherung

dar.

Dr. Hans Janus

(Euler Hermes, r.) und

Manfred Bruer (PwC)

nahmen den Preis in

der neu geschaffenen

Kategorie „Best ECA/DFI

(Europe) 2009“ sowie

zehn weitere Auszeichnungen für Projekte

(„Deals of the Year 2008“) stellvertretend

für das Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie in London entgegen.

33


34

besondere deckungsformen

projektfinanzierungen

und strukturierte finanzierungen

Die Nachfrage nach Exportkreditgarantien für projekt -

finanzierungen hielt 2009 unvermindert an. Neben

zahlreichen Voranfragen und Neuanträgen wurden je -

doch auch einige Projekte aufgrund der veränderten

Wirtschaftslage zurückgestellt. Die eingeschränkte Verfügbarkeit

von Fremdfinanzierungsmitteln beeinträchtigte

insbesondere die Realisierung großer Projekte. Es

besteht aber auch ein starkes Interesse an neuen Transaktionen,

wie die über 100 Beratungstermine der Mandatare

mit Exporteuren, Banken und Projektsponsoren

deutlich zeigen.

2009 wurde ein Windpark in Taiwan mit einem Gesamtvolumen

von 51 Millionen Euro abgesichert. Grundsätzliche

Zusagen wurden für drei Projektfinanzierungen mit

einem deutschen Auftragsvolumen von 2,1 Milliarden

Euro gegeben. Darin enthalten ist auch der deutsche

Exportanteil an der Ostsee-Pipeline, der durch eine

hermesgedeckte Projektfinanzierung unterstützt wird.

Weitere 14 Anträge für Projektfinanzierungen mit einem

Volumen von 3,2 Milliarden Euro wurden nach erster

Prüfung positiv beurteilt, so dass die weitere Strukturierung

der Finanzierungen sowie die gutachtlichen Stellungnahmen

für die Grundsatzentscheidungen durch

den IMA eingeleitet werden konnten.

Aus den 2009 gestellten Anträgen sowie den zahl -

reichen Voranfragen und Projektpräsentationen zeichnet

sich eine verstärkte Nachfrage nach Deckungen für

größere und langfristige Projekte ab. Der OECD-Konsensus

für staatlich unterstützte Exportkredite bietet aufgrund

der Auswirkungen der Finanzkrise eine bis zum

31. Dezember 2010 befristete Ausnahmeregelung für

Projektfinanzierungen in OECD-Hocheinkommensländern.

Diese ermöglicht die staatliche Absicherung von

bis zu 50% Fremdmitteln statt bisher maximal 35% mit

einer Laufzeit von bis zu 14 Jahren. Zunehmend werden

auch Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Ener-

Die MFT Membran Filtrationstechnik GmbH

lieferte acht Ultrafiltrationsanlagen für die

Trinkwasser aufbereitung aus Flusswasser nach

Madagaskar. Das Projekt ist Bestandteil eines

Gesamtvorhabens zum Ausbau des Trink wasser -

versorgungsnetzes der Hauptstadt Antananarivo

und dient der Trinkwasserversorgung der

Vororte. Die Ultra filtrations anlagen bereiten das

Wasser so auf, dass es mikrobiologisch

einwandfrei ist. Viren, Bakterien, Sporen, Parasiten,

Legionellen und Trübungen werden mit Hilfe

von Filtermembranen aus dem Wasser entfernt.

Die Bundesregierung stellt für das Exportgeschäft

eine Fabrikationsrisikogarantie und eine Ausfuhr -

garantie zur Verfügung. Das Projekt wird zu 50%

von der Europäischen Investitionsbank finanziert.


gien, wie z. B. On- und Offshore-Windenergieanlagen,

solarthermische Kraftwerke und Photovoltaik-Anlagen,

als Projektfinanzierung mit hermesgedeckten Finanzierungsanteilen

strukturiert.

Im Bereich der vergleichbaren strukturierten finanzierungen

hat der Interministerielle Ausschuss insgesamt

vier Geschäfte mit einem Volumen von 793 Millionen

Euro grundsätzlich in Deckung genommen. Mehrere

Projekte, deren Umsetzung sich durch die veränderte

Wirtschaftslage verzögert, befinden sich zudem in der

Vorbereitung. Strukturierte Finanzierungen ermöglichen

die Durchführung von Sprunginvestitionen sowie von

Exportgeschäften, wenn bei einer für das Projekt nicht

ausreichenden Bonität des Bestellers und nicht zur Verfügung

stehenden konventionellen Sicherheiten zusätzliche

Elemente, wie Erlöse aus Abnahmeverträgen, in

das Besicherungskonzept integriert werden.

Im Rahmen eines Investitionsprogramms erweitert ein

indischer Hersteller von Kunstfasern seine Produktions -

kapazitäten und Fertigungstiefe. Oerlikon Barmag

liefert hierfür mehrere Anlagen zur Herstellung

von verschiedenen Chemiefasergarnen und errichtet

eine Polykondensationsanlage, die den Ausgangsstoff

für die Herstellung der Garne liefert. Nach Realisierung

des Projekts wird das Unternehmen als einziges

auf dem indischen Markt die komplette Produktionskette

von der Rohstofferzeugung bis zur Herstellung von

speziellen Kunstfasern abdecken.

Die von Oerlikon Barmag aus Remscheid gelieferten

innovativen und technologisch führenden Anlagen

werden in das bestehende Werk in Indien integriert. Die

Bundesregierung unterstützt das Geschäft durch

Übernahme einer Ausfuhr- und einer Finanzkreditgarantie.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

35


36

flugzeuggeschäfte

Die Finanz- und Wirtschaftskrise stellte die gesamte

Luftfahrtindustrie vor große Herausforderungen. Insbesondere

die Luftfahrtgesellschaften hatten unter deutlichen

Ertragseinbußen zu leiden. Bei Airbus sowie auch

bei den anderen Flugzeugherstellern führte die Krise zu

einem spürbaren Rückgang der Neubestellungen. Aufgrund

des weiterhin sehr soliden Auftragsbestandes

konnte Airbus dennoch die Gesamtzahl der Ausliefe -

rungen auf 498 steigern, so dass das bisherige Rekordergebnis

von 2008 noch um 15 Flugzeuge übertroffen

wurde.

Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit kommerzieller

Finanzierungen führte zu einem deutlichen An -

stieg der mit staatlicher Absicherung finanzierten Flugzeuge.

Insgesamt wurden 157 Airbus-Flugzeuge durch

die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens

abgesichert (2008: 75). Der mit Exportkreditgarantien

gedeckte deutsche Produktionsanteil hatte

ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro (2008: 1,0 Milliarden

Euro).

Die internationale Kooperation zwischen den drei beteiligten

Exportkreditversicherern wurde 2009 weiter vertieft.

Die Mehrzahl der Geschäfte wurde im Rahmen be -

stehender Rückversicherungsabkommen abgewickelt.

Neben den oben genannten Airbus-Transaktionen

sicherte die Bundesregierung weitere Flugzeugge -

schäfte, insbesondere den Export von Hubschraubern,

in Höhe von 415 Millionen Euro ab.

Im Jahr 2009 lieferte Airbus 498 Flugzeuge aus,

von denen 157 mit einer Exportkreditgarantie

abgesichert wurden. Die Finanzmarktkrise führte

zu einem deutlichen Anstieg der mit staatlicher

Absicherung ausgelieferten Flugzeuge.


schiffsgeschäfte

Mit 2,9 Milliarden Euro lag das Deckungsvolumen für

zivile und militärische Schiffsgeschäfte noch über dem

bereits außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres

(2,7 Milliarden Euro). Neben einem Großgeschäft im

Marineschiffbau mit einem Volumen von 1,7 Milliarden

Euro hat die Bundesregierung u. a. mehrere Spezialschiffe

mit vergleichsweise hohen Investitionskosten in

Deckung genommen. Das Volumen der gedeckten Ge -

schäfte im zivilen Schiffbau lag mit rund 1,2 Milliarden

Euro wieder im langjährigen Durchschnitt. Abgesichert

wurden z. B. Offshore-Versorgungsschiffe in Höhe von

428 Millionen Euro sowie moderne RoRo-Fähren im

Wert von 531 Millionen Euro, deren Finanzierung nur

unter Einbindung von Hermesdeckungen möglich war.

Zahlreiche weitere, auch kleinere Schiffbauaufträge

wurden in Deckung genommen, die ohne staatliche

Absicherung aufgrund drohender Rückgabe der Bestellung

seitens der Reeder bzw. zurückgezogener Finanzierungszusagen

der Banken nicht zur Ablieferung gekommen

wären. Nachdem die Nachfrage nach Containerund

Frachtschiffen schon Ende 2008 stark rückläufig

war, versuchten viele Reeder im Jahr 2009 Bestellungen

zu stornieren oder bis auf Weiteres zu verschieben. Dies

führte bei den entsprechenden Werften zu erheblichen

Schwierigkeiten, da in Anspruch genommene Bauzeitfinanzierungen

für bereits begonnene oder fertig gebaute,

aber noch nicht abgelieferte Schiffe nicht oder nicht

rechtzeitig durch die

Zahlung der Besteller

abgelöst wurden.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

In enger Kooperation mit Werften und Banken konnte

die Bundesregierung in vier Fällen die Finanzierung

durch die Vergabe von Exportkreditgarantien kurzfristig

sichern und damit schwerwiegende Folgen für die Ar -

beitsplätze auf den Werften verhindern.

Die Aker-Werften in Wismar und Rostock-

Warnemünde lieferten vier Containerschiffe

im Wert von 328 Millionen Euro an

die russische Bergbaugesellschaft Norilsk

Nickel. Die hoch spezialisierten Schiffe

können ganzjährig auf Routen im

Nordpolarmeer navigieren und bis zu

650 Standardcontainer transportieren.

Beim Befahren von Gewässern mit

schweren Eisbedingungen bahnen sie sich

rückwärts einen Weg durch bis zu 1,50

Meter dickes Eis. Sie ersetzen überalterte

und stark abgenutzte Handelsschiffe, die

auf die Hilfe nuklear betriebener Eisbrecher

der russischen Flotte angewiesen waren.

Die Bundesregierung stellte dem

finanzierenden Bankenkonsortium unter

Führung der ING Bank eine isolierte

Finanzkreditdeckung zur Verfügung.

Das Projekt erhielt von den Lesern des

britischen Magazins Trade Finance den

Preis „Deal of the Year 2008“.

37


länder und länderdeckungspolitik

des ima 39

von den folgen der finanz- und wirtschaftskrise

waren die ziel märkte deutscher exporteure

unterschiedlich stark betroffen. rohstoff expor tierende

staaten konnten die nachteiligen aus wirkungen der

krise mit in den vor jahren aufgebauten devisen reserven

abmildern. andere volkswirtschaften erlebten eine

tiefgreifende rezession. die bundes regierung behielt die

deckungs möglichkeiten trotz der finanzkrise nahezu

unverändert bei.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang


40

länderdeckungspolitik des ima

Der Interministerielle Ausschuss legt eine risikoadä -

quate, länderspezifische Deckungspolitik für die Exportmärkte

fest, die als Basis für eine Vielzahl von Einzel -

entscheidungen dient. Die langfristige Kooperation und

stabile Handelsbeziehungen mit den Zielländern unter

Beachtung der risikomäßigen Vertretbarkeit stehen da -

bei im Vordergrund.

Deckungsmöglichkeiten für kurzfristige geschäfte

mit Kreditlaufzeiten bis zu einem Jahr bestehen in den

meisten Ländern ohne formelle Einschränkungen. Während

bis August 2009 kurzfristige Geschäfte nur außerhalb

der EU-Länder und OECD-Kernländer absicherbar

waren, können nach dem Beschluss der EU-Kommission

bis Ende 2010 weltweit wieder für alle Länder kurzfristige

Exportkreditgarantien übernommen werden. Im

Einzelfall können dabei Sicherheiten erforderlich sein.

Ab gesehen von sehr wenigen Ländern, die sich durch

ein besonders hohes Risiko abheben, bestehen De -

ckungsmöglichkeiten für kurzfristige Exportkredite für

alle re levanten Exportmärkte.

Wenn für das mittel- und langfristige geschäft

we gen spezifischer Länderrisiken keine offene Deckungspolitik

vertretbar ist, kann der IMA das Risiko durch die

Einforderung von Sicherheiten steuern. Auch die Ein -

richtung von Länderplafonds mit einem ma ximalen Kreditrahmen

und die Festlegung einer Orientierungsgröße

pro Einzelgeschäft sind Instrumente der Risikosteuerung.

2009 bestand für 11 Länder ein Plafond. Wenn ein

Plafond erschöpft ist, prüft der IMA, ob eine Neuauflage

oder andere deckungspolitische Maßnahmen möglich

bzw. notwendig sind.

Projektfinanzierungen und Strukturierte Finanzierungen

sind regelmäßig nicht von den Beschränkungen durch

Plafonds betroffen. Bei Projekten dieser Art liegen die

Kreditrisiken außerhalb des Abnehmerlandes und hängen

stärker von der Wirtschaftlichkeit des Projekts oder

der Stabilität des Besicherungskonzepts ab als von dem

Länderrisiko.

Obwohl weltweit alle Länder von den Auswirkungen

der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen sind, konnte

der IMA die Deckungsmöglichkeiten im Laufe des Jahres

2009 nahezu unverändert aufrecht erhalten.

Da sich jedoch die Risikosituation in vielen Ländern veränderte,

stuften die OECD-Länderrisikoexperten mehrere

Länder in eine andere Risikokategorie ein.


länderrisikokategorie

Botswana

neu

3

Bulgarien 4

Estland 3

Island * 3

Kasachstan 5

Kroatien 5

Lettland 4

Litauen 3

Malediven 7

Mexiko 3

Pakistan 7

Rumänien 4

Russland 4

Slowakische Republik 0

Syrien 6

Ukraine 7

Ungarn * 3

Venezuela 7

Vietnam 5

bisher

2

3

2

0

4

4

3

2

6

2

6

3

3

1

7

6

4

6

4

* von der OECD-Einstufung abweichende

Länderrisikokategorien aufgrund der

Risikoentwicklung vom IMA festgelegt

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

In Südamerika ist die Nachfrage

nach Malz höher als die pro -

duzierte Menge. Cargill ist einer

der weltweiten Marktführer in

der Malz produktion und ließ im

argen tinischen Rosario eine

neue Mälzerei mit einer Kapazität

von 163.000 Megatonnen pro

Jahr errichten. Dabei handelt es

sich um die Erweiterung einer am

gleichen Standort bestehenden

Mälzerei. Die Schmidt-Seeger AG

lieferte im Rahmen des Projekts

einen Mälzerei-Turm und

Ausrüstungen für einen Röstofen.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

41


42

gus-staaten

Die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

(GUS) waren von der Wirtschafts- und Finanzkrise im

Jahr 2009 sehr unterschiedlich betroffen. Energie ex -

portierende Staaten wie Russland, Aserbaidschan oder

Turkmenistan konnten die nachteiligen Auswirkungen

der Krise durch in den Vorjahren aufgebaute Devisen -

reserven abmildern. Von Energieimporten abhängige

Länder wie die Ukraine oder Armenien verzeichneten

hingegen drastische Einbrüche ihrer Wirtschaftsleis -

tung. In vielen GUS-Staaten sind die Finanzsektoren

stark beeinträchtigt, in der Ukraine und in Kasachstan

führte die Zahlungsunfähigkeit von Kreditinstituten zu

Schadenfällen bei hermesgedeckten Exportgeschäften.

Besondere Auswirkungen auf die Exportgeschäfte mit

kasachstan hatte die dortige Bankenkrise. Nachdem

die BTA Bank, Astana Finance und die Alliance Bank

ihre Zahlungen eingestellt hatten, schränkte der IMA

die Deckungsmöglichkeiten für Kasachstan stark ein.

Seit Juli 2009 können Kreditgeschäfte nur noch mit

Sicherheiten einer mehrheitlich in Auslandsbesitz be -

findlichen Bank oder mit einer Staatsgarantie akzeptiert

werden.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Region

hielt der IMA das Deckungsangebot für die übrigen Länder

der GUS aufrecht. Für weißrussland wurden im

Jahresverlauf zwei Plafonds über jeweils 100 Millionen

Euro aufgelegt. Bei aserbaidschan konnte aufgrund

der positiven Wirtschaftsentwicklung die Risikobegrenzung

durch einen Plafond sogar aufgehoben werden.

Infolge schwacher Exporterlöse brach die Nachfrage

der GUS-Länder nach deutschen Exporten erheblich

ein. Die ausbleibenden Einnahmen der Öl- und Gas -

exporteure sowie der Metallurgieunternehmen fehlten

für die Anschaffung von Maschinen und Anlagen aus

dem Ausland. In der Folge ging das Volumen der

Hermesdeckungen im Vergleich zum Vorjahr um 24 %

auf 3,1 Milliarden Euro zurück. Der Anteil dieser Region

an den neu übernommenen Deckungen verringerte sich

dementsprechend auf 14 % nach 20 % im Vorjahr.

Wie schon in den letzten Jahren war russland in der

Region erneut Spitzenreiter hinsichtlich des neu ge -

deckten Geschäfts. Allerdings nahm das Deckungsvolumen

im Vergleich zum Vorjahr um 31 % ab. Neben dem

konjunkturbedingten Nachfragerückgang wirkte sich

auch der stark abgewertete Rubel aus, der Importe

erheblich verteuerte. Das größte abgesicherte Projekt

war die Lieferung und Montage einer Grobblechstraße

mit einem Auftragswert von 330 Millionen Euro.

Mit einem Anstieg des Deckungsvolumens um 28 %

gegenüber dem Vorjahr verzeichnete weißrussland

einen Rekordwert bei Neudeckungen. Die Nachfrage

nach Exportkreditgarantien hatte bereits in den Vor -

jahren stark zugenommen. Rang drei innerhalb der GUS

belegte trotz eines Rückgangs um 14 % die ukraine.

Hier sicherte die Bundesregierung unter anderem den

Export einer Produktionsanlage für MDF-Platten mit

einem Auftragswert von 44,7 Millionen Euro ab.

In aserbaidschan wurde die Lieferung eines Windparks

mit einem Auftragswert von 104 Millionen Euro

abgesichert. Für kasachstan brach das Deckungsvolumen

infolge der Bankenkrise um mehr als zwei Drittel

ein (-68 %).


plafonds in mio. eur

Aserbaidschan

Ukraine

Usbekistan

Weißrussland

neu übernommene deckungen für

gus-länder 2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Russland

Weißrussland

Ukraine

Aserbaidschan

Kasachstan

424,4

331,4

414,3

481,3

144,9

36,4

118,7

374,6

200

250

150

100

1.991,2

2.878,1

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Die SMS Siemag AG errichtet in

der russischen Stadt Magnitogorsk

im Südural einen Kaltwalzwerks -

komplex, der in Bezug auf seine

Größe und Technologie in Russland

einzigartig ist. Der Komplex wird

sukzessive ab Mitte 2011 in Betrieb

gehen und bei voller Auslastung

etwa zwei Millionen Tonnen Stahl-

Coils im Jahr verarbeiten.

Für die Lieferungen und Leis tun -

gen nimmt die SMS Siemag AG

eine Fabrikationsrisikodeckung in

Anspruch. Die finanzierenden

Banken sichern ihr Risiko über

eine Finanzkreditdeckung und eine

Verbriefungsgarantie ab. Über

eine Rückversicherung mit der

belgischen Exportkreditagentur

ONDD werden die Zulieferungen

aus Belgien abgesichert. Das

Projekt wurde vom britischen

Magazin Trade Finance mit dem

Preis „Deal of the Year 2008“

ausgezeichnet.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

43


44

mittel- und osteuropäische staaten,

staaten südosteuropas, türkei

Auch die Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie

die Türkei wurden von den Auswirkungen der Finanz -

krise, zum Teil ganz erheblich, getroffen. Einige Volkswirtschaften

erlebten eine tiefgreifende Rezession mit

Rückgängen der Wirtschaftsleistung um bis zu 18 %.

Besonders betroffen waren die drei baltischen Staaten,

während polen als einziges Land der Region ein leichtes

Wirtschaftswachstum verzeichnete.

Das Deckungsvolumen der Region nahm mit einer Stei -

gerung um 22 % auf insgesamt 2,4 Milliarden Euro in

diesem Umfeld eine positive Entwicklung. Der Anteil am

gesamten Deckungsvolumen erhöhte sich damit leicht

auf 10,5 % (2008: 9,5 %). Dieser Zuwachs ist auf den

deutlichen Anstieg der Absicherungen für ru mä ni en

zurückzuführen. Das größte abgesicherte Ge schäft be -

traf die Lieferung von 139 Windkraftturbinen mit ei nem

Auftragswert von 232 Millionen Euro.

Die Exportkreditgarantien für die türkei waren leicht

rückläufig (-8 %), dennoch bleibt die Türkei mit Ab -

stand der wichtigste Markt in dieser Region. Die höchs -

te Deckung wurde für die Lieferung von drei RoRo-

Fähren über insgesamt 180,6 Millionen Euro gegeben.

Außerdem wurde der Export mehrerer Windkraftpro -

jekte mit Hermesdeckungen unterstützt.

Im übrigen Südosteuropa gingen mit den Exporten

auch die neu übernommenen Deckungen zurück. Üb -

licherweise schwankt das Deckungsvolumen in einzelnen

Ländern aufgrund von Großgeschäften relativ stark.

In bulgarien wurde mit 24,9 Millionen Euro das niedrigste

Deckungsvolumen der letzten Jahre verzeichnet.

In kroatien lagen die neu übernommenen Deckun -

gen um 25 % niedriger als 2008 und fielen damit auf

den niedrigsten Wert seit 2002. In serbien war nur ein

leichter Rückgang um 4 % zu verzeichnen.

Die wieder eröffneten Deckungsmöglichkeiten für

Ex portgeschäfte in EU-Länder und in Kernländer der

OECD mit einer Risikolaufzeit von unter zwei Jahren

hatten in der Region noch keinen signifikanten Einfluss

auf das Deckungsvolumen des Jahres 2009. Hier ist

für 2010 mit einer Steigerung zu rechnen, wenn die

zahl reichen Limite im Rahmen der Ausfuhr-Pauschal-

Ge währleis tungen (APG) mit konkreten Umsätzen ausgenutzt

werden. Spitzenreiter bezüglich der Zahl der

Limitanträge in der Region war rumänien vor polen

und der tschechischen republik.


plafond in mio. eur

Serbien 200

neu übernommene deckungen für

die staaten mittel-, ost- und südosteuropas

sowie die türkei 2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Türkei

Rumänien

Kroatien

Serbien

Zypern

12,4

85,4

114,0

76,6

79,5

35,1

0,0

678,1

1.362,8

1.479,4

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

In Rumänien wurde südlich der

Stadt Fantanele auf einem 150 ha

großen Areal ein Windpark errichtet.

120 Windkraft anlagen mit einer

Leistung von je 2,5 Megawatt speisen

seit März 2010 Strom ins rumänische

Netz ein. Hergestellt wurden

die Wind turbinen von der GE Wind

Energy GmbH in Salzbergen.

Betreiber des Windparks sind zwei

rumänische Tochterunternehmen

der in Prag ansässigen CEZ Group.

Unter Federführung der Bayeri schen

Landesbank finanzierte ein aus vier

Banken bestehendes Kon sortium

das Projekt. Die Bundes regierung

stellt hierfür einen isolierten Finanz -

kredit mit einer Lauf zeit von 14

Jahren zur Ver fü gung. Das Pro jekt

gilt als besonders förderungs -

würdig, zumal jährlich rund 1,1

Millionen Tonnen CO2-Emissionen

vermieden werden.

anhang

45


46

afrika

Die verhältnismäßig geringe Integration in die internationalen

Kapitalmärkte bewahrte die afrikanischen Länder

2009 weitgehend vor den direkten Auswirkungen

der Finanzkrise. Der konjunkturell bedingte Nachfragerückgang

nach Rohstoffen traf die Produzenten jedoch

hart. Die dynamische Entwicklung der letzten Jahre

setzte sich nicht fort, so dass die Region nur noch ein

Wachstum von 1,7 % verzeichnete.

Insgesamt konnten die Staaten Afrikas auf den wirtschaftlichen

Abschwung besser reagieren als in der Vergangenheit.

Die in den Jahren hoher Rohstoffpreise aufgebauten

Devisenreserven wurden zur Stabilisierung

der Wechselkurse und Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit

eingesetzt. Dennoch hat die veränderte Risikowahrnehmung

Handelsfinanzierungen für Afrika teilweise

erheblich verteuert.

Dem rückläufigen Export entsprechend ging auch die

Nachfrage nach Exportkreditgarantien für Ausfuhren

nach Afrika erheblich zurück. Das Deckungsvolumen

hal bierte sich im Vergleich zum Vorjahr, da anders als

im Rekordjahr 2008 nur wenige Großprojekte gedeckt

wurden. In die Länder Nordafrikas wurden 60% weniger

Waren unter Bundesdeckungen geliefert, für algerien

war der Rückgang mit 80% am stärksten. Ähnlich hoch

fiel der Rückgang mit 70 % für südafrika aus. Entgegen

diesem Trend stieg das Deckungsvolumen in die

übrigen Länder der Subsahara-Region ausgehend von

einem niedrigen Niveau deutlich um 35 %.

Das höchste Deckungsvolumen hat die Bundesre -

gierung mit rund 330 Millionen Euro wieder für Südaf -

rika übernommen, auch wenn die Bestellungen von

Kraftwerkstechnik nicht mehr das außerordentliche

Niveau des Vorjahres erreichten. Größere Lieferungen

in die nordafrikanischen Länder betrafen Maschinen

für die Kunststoff- und Elektroindustrie in ägypten,

Bewässerungs- und Abwasseraufbereitungsanlagen für

marokko und Transportfahrzeuge für libyen. Aufgrund

hoher regelmäßiger Lieferungen, die unter Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

(APG) abgesichert

wur den, gehörte Algerien erneut zu den drei wichtigsten

afrikanischen Märkten. Die Zuwächse in der Subsahara-

Region waren vor allem auf Deckungen für nigeria und

gabun zurückzuführen. Absicherungen für Nigeria be -

trafen vor al lem Baumaschinen und Passagierflugzeuge.

In Gabun wurde die Errichtung eines Krankenhauses

und eines Laufwasserkraftwerks mit Hermesdeckungen

über 43 Millionen Euro abgesichert.

Der IMA passte die Deckungspolitik für angola vor

dem Hintergrund der fortgesetzten politischen und wirtschaftlichen

Stabilität an und richtete einen Plafond

in Höhe von 300 Millionen Euro ein. Für gambia und

liberia konnten die Deckungsmöglichkeiten ebenfalls

erweitert werden; für kleinere Geschäfte mit kurzfristigen

Zahlungszielen sind nicht mehr zwangsläufig Banksicherheiten

zu stellen.


plafonds in mio. eur

Angola

Nigeria

300

200

neu übernommene deckungen für

afrikanische länder 2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Südafrika

Ägypten

Algerien

Nigeria

Marokko

191,2

207,9

190,3

164,2

35,4

101,8

153,4

332,4

993,5

1.120,5

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

In Südafrika kommt es aufgrund

mangelnder Stromreserven

immer wieder zu Stromausfällen.

Diesem Energie-Notstand soll nun

Abhilfe geschaffen werden:

Die in Duisburg ansässige Hitachi

Power Europe GmbH baut –

gemeinsam mit ihrer südafrika -

nischen Tochtergesellschaft

Hitachi Power Africa (pty) Ltd. –

an zwei Standorten zwölf kohle -

gefeuerte Großdampferzeuger

mit einer Kapazität von jeweils

800 Megawatt. Zum Einsatz

kommt dabei modernste Technik.

Die Kraftwerke werden ab 2012

innerhalb von vier Jahren

sukzessive in Betrieb gehen.

Die Bundesregierung stellt für

dieses Vorhaben Fabrikations -

risiko-, Ausfuhr- und Finanz -

kreditdeckungen zur Verfügung.

Für den Wirtschaftsstandort

Deutschland sind die milliardenschweren

Projekte von erheb -

licher betriebswirtschaftlicher

Bedeutung. Mehr als 15% des

hermesgedeckten Auftragswertes

stammen von kleinen und mittelständischen

Unternehmen,

die bei den Geschäften als Unter -

lieferanten fungieren.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

47


48

lateinamerika und karibik

Der überwiegende Teil der Volkswirtschaften Lateinamerikas

und der Karibik konnte die Auswirkungen

der Finanzkrise dank einer stabilitätsorientierten Wirtschaftspolitik

in den Vorjahren gut abfedern. Die während

des Booms der Rohstoffpreise gebildeten Reserven

wurden zumeist erfolgreich zur Konjunkturstützung

eingesetzt und eine starke regionale Binnennachfrage

konnte den Rückgang der Exportnachfrage weitgehend

kompensieren. Die in den letzten Jahren erheblich verringerte

Bedeutung der Vereinigten Staaten als Haupthandelspartner

erwies sich in dieser Situation als Vorteil.

Nach mehreren Jahren rückläufiger Entwicklung wuchs

das Volumen der Exportkreditgarantien für Lateinameri -

ka und die Karibik 2009 deutlich um 26 % auf fast drei

Milliarden Euro an. Der Anteil dieser Region am welt -

weiten Deckungsvolumen erhöhte sich damit von 11 %

auf 13 %.

Ein stabiler Bankensektor, eine ungebrochene Inlandsnachfrage

und deutlich zunehmende Investitionstätigkeit

zeigen an, dass brasilien die Finanzkrise bereits

weitgehend überwunden zu haben scheint und zumindest

regional als Konjunkturlokomotive fungiert. Das

abgesicherte Volumen deutscher Exporte nach Brasilien

stieg um 15% gegenüber dem Vorjahreswert. So belegte

Brasilien mit Rang 6 (2008: Rang 8) erneut einen Platz

unter den zehn Ländern mit dem höchsten Deckungsaufkommen

weltweit. Die offene Länderbeschlusslage

ohne formelle Einschränkungen behielt der IMA auch

im Jahr 2009 bei.

Zweitwichtigster Markt dieser Region für die Export -

kreditgarantien war kolumbien. Der starke Anstieg des

Deckungsvolumens war hauptsächlich auf Airbusgeschäfte

zurückzuführen. Auch diese Länderbeschluss -

lage enthält keine formellen Einschränkungen für die

Deckungsübernahmen.

mexiko rutschte aufgrund seiner starken wirtschaft -

lichen Verflechtung mit den Vereinigten Staaten über

Ex porte, Lohnveredlung und private Überweisungen in

ei ne tiefe Rezession. Es bestehen trotz der Herab stu -

fung in die Entgeltkategorie 3 formell uneingeschränkte

Deckungsmöglichkeiten und das Neudeckungsvolumen

stieg um 7% gegenüber 2008. Für bermuda wurde der

Bau einer Fracht- und Personenfähre abgesichert. Weitere

wichtige Märkte in der Region waren argentinien

(135,3 Millionen Euro) und venezuela (132,5 Millionen

Euro).


plafonds in mio. eur

Argentinien

Dominikanische

Republik

Kuba

Kuba (kurzfristig)

neu übernommene deckungen für

lateinamerikanische länder 2009/2008

in mio. eur

2009

2008

Brasilien

Kolumbien

Mexiko

Bermuda

Argentinien

422,7

99,9

407,9

381,3

200,7

0,0

135,3

138,4

100

100

40

20

970,5

844,8

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Für die Lieferung von zwei Hafen -

mobilkranen nach Brasilien nahm

die Gottwald Port Technology

GmbH Ausfuhrgarantien in

Anspruch. Die Krane werden in

zwei brasilianischen Häfen für

den Umschlag von Containern

und Stückgut eingesetzt.

Aufgrund der gummibereiften

Unterwagen können sie schnell

zum gewünschten Einsatzort

gebracht werden. Sie verfügen

über einen diesel-elektrischen

Antrieb und weisen damit niedrige

Betriebs- und Wartungskosten

auf. Auf dem Bild sind baugleiche

Hafenmobilkrane zu sehen.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

49


50

asien

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf

die Volkswirtschaften der Region Asien und Pazifik

waren aufgrund der engen internationalen Verflechtung

erheblich. Die Nachteile einer hohen Exportabhängigkeit

und eines relativ schwachen privaten Konsums traten

in vielen Ländern zutage. Zwar registrierten die asiatischen

Schwellenländer unter konjunktureller Führung

chinas und indiens positive Wachstumsraten, diese

fielen jedoch deutlich niedriger aus als in den Vorjahren.

Im Vergleich zu China mit einer hohen Exportquote

von ca. 40 % des BIP war Indien aufgrund seiner deutlich

geringeren Exportquote (ca.15%) und einer we sent -

lich stärkeren Binnennachfrage weniger von den Folgen

der globalen Krise betroffen. Konjunkturprogramme in

dreistelliger Milliardenhöhe trugen dazu bei, die Wachstumseinbrüche

zu begrenzen.

Insgesamt erhöhte sich das Volumen der Exportkreditgarantien

für Exporte in die asiatischen Länder um 5 %

auf 6,6 Milliarden Euro. Diese Zunahme entfiel vor allem

auf die Länder des Nahen und Mittleren Ostens, der

um satzstärksten Teilregion in Asien. Süd- und Zentralasien

(-45%) sowie Ostasien (-10%) verzeichneten hingegen

deutlich rückläufige Deckungsvolumina. Mit 2,6

Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr liegt

Ostasien nicht mehr an erster Stelle der asiatischen Teil -

regionen.

südkorea, china und indien zählten wie im Vorjahr

zu den zehn wichtigsten Ländern der Exportkredit -

garantien. Die Entwicklung des Deckungsvolumens in

der Region Asien-Pazifik verlief jedoch uneinheitlich

und war in vielen Fällen von einzelnen Großgeschäften

bestimmt. Während etwa bei südkorea, singapur

und taiwan ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen

war, blieben die Deckungsvolumina für china, indo -

nesien und malaysia nahezu konstant. Der deutliche

Anstieg bei den erstgenannten Ländern ist auf Groß -

projekte des Marineschiffbaus für Südkorea, den Um -

bau einer RoRo-Fähre für Singapur und die Errichtung

zweier Windparks in Taiwan zurückzuführen.

Die mit Hermesdeckungen abgesicherten Exporte nach

thailand, pakistan, indien, hongkong und vietnam

nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 44% bis 58% ab.

Substanzielle Anpassungen der Länderdeckungspolitik

nahm der Interministerielle Ausschuss trotz der glo -

balen Finanz- und Wirtschaftskrise bei den Ländern

der Region Südostasien nicht vor. Für zahlreiche Märkte

hat eine offene Deckungspolitik weiter Bestand, so für

China, Indien, Malaysia, Südkorea, Taiwan, Thailand

und Vietnam.


plafond in mio. eur

Pakistan 50

neu übernommene deckungen für

asiatische länder 2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Südkorea

China VR

Indien

Malaysia

Singapur

2.087,2

648,8

1.353,3

1.357,4

715,9

1.552,4

307,5

304,1

304,1

140,4

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Die vietnamesische Baubranche

boomt. Die Umsetzung zahlreicher

Infrastrukturprojekte führt zu einer

steigenden Zementnachfrage, die

sich nicht durch die bestehenden

Zementanlagen decken lässt.

Vietnam investiert deshalb in den

Bau neuer und den Ausbau be -

stehender Zementwerke.

Die Düsseldorfer Loesche GmbH

lieferte für mehrere Zementwerke

in Vietnam komplette Klinker -

mahl anlagen, die einen niedrigen

Energieverbrauch aufweisen und

hinsichtlich der Emissionen die

Weltbankstandards erfüllen. Das

Unternehmen Haver & Boecker

war ebenfalls in die Projekte involviert

und lieferte Siloausrüstungen

sowie die Verpackungs- und

LKW-Beladeanlagen nach Vietnam.

Die Bundesregierung unterstützt

die Exportgeschäfte durch Über -

nahme von Ausfuhrbürgschaften.

Auf den Bildern sind baugleiche

Mühlen von Loesche zu sehen.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

51


52

naher und mittlerer osten

Für die meisten Länder des Mittleren Ostens war das

Jahr 2009 geprägt durch den drastischen Rückgang des

Ölpreises. Das reale Wachstum der Region ging um

mehr als die Hälfte auf 2% zurück. Gestützt durch staatliche

Wirtschaftsförderungsprogramme wurden die be -

reits begonnenen Infrastrukturprogramme meist wie

geplant fortgeführt. Da die Staaten mit ähnlich orientierten

Entwicklungsstrategien als Handelsdrehscheiben,

Finanzzentren und Reiseziele verstärkt in Konkurrenz

zueinander treten, zeichnet sich jedoch eine zurück -

haltendere Beurteilung der zukünftigen Wachstumschancen

ab.

Nicht zuletzt infolge staatlicher Konjunkturprogramme

hat sich das Volumen der Exportkreditgarantien für die

in dieser Region überwiegend öffentlichen Besteller im

vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die fünf umsatzstärksten

Länder waren die vereinigten arabischen

emirate (vae), israel, saudi arabien, irak und

kuwait. Während regelmäßige Lieferungen unter Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

sich auf hohem Niveau

stabilisierten, sorgten einige Großprojekte auf der arabischen

Halbinsel für hohe Zuwächse bei den Einzeldeckungen.

Der Ausbau der Infrastruktur in den vae

(Elektrizität, Nahverkehr, Häfen, Brücken, Abwasser)

führte zu einer Verdreifachung des Deckungsvolumens.

Für katar verdoppelten sich die Hermesdeckungen

durch die Absicherung mehrerer Passagierflugzeuge.

Auch das Deckungsvolumen für israel verdreifachte

sich nahezu durch die Förderung eines Kraftwerksprojekts.

Die Lieferung einer Fertigungsanlage für Pipelinerohre

führte dazu, dass sich die Exportkreditgarantien

für saudi arabien, bereits umsatzstärkstes Land der

Region im Jahr 2008, noch einmal um 26 % erhöhten.

Eine Einschränkung der Deckungspolitik war im ver -

gangenen Jahr aufgrund der vergleichsweise stabilen

wirtschaftlichen Entwicklung im Mittleren Osten nicht

notwendig. Für syrien erweiterte der IMA vielmehr die

Deckungsmöglichkeiten besonders für kleinere Projekte

und Handelsgeschäfte. Vor dem Hintergrund des hohen

Importbedarfs zum Aufbau der zerstörten Infrastruktur

öffnete der IMA vorsichtig die Deckungspolitik für Ex -

porte in den irak. Im Einzelfall sind nun auch Lieferungen,

die über Akkreditive irakischer Banken abgewickelt

werden, mit Exportkreditgarantien absicherbar.

Das Deckungsvolumen für den iran ist seit 2004 mit

2,3 Milliarden Euro kontinuierlich erheblich zurück -

gegangen. Nach 133 Millionen Euro im Jahr 2008 wurden

2009 Deckungen über 68 Millionen Euro für kurzfristige

Geschäfte übernommen.


neu übernommene deckungen für

länder des nahen und mittleren ostens

2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Dubai VAE 210,5

703,3

Israel 164,6

446,6

Saudi Arabien

419,6

333,6

Irak 1,7

360,8

Abu Dhabi VAE

178,4

54,6

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Im Kalksteingürtel in der Nähe

des jordanischen Al-Katrana

errichtet die in Köln ansässige

KHD Humboldt Wedag GmbH ein

Zementwerk mit einer Kapazität

von 5.000 Tonnen pro Tag. Zahl -

reiche deutsche mittelständische

Unternehmen sind als Unter -

lieferanten an dem Projekt beteiligt.

Realisiert wird der Bau des

Zementwerks mit Hilfe einer Aus -

fuhrgarantie der Bundesregierung,

die ebenfalls Zulieferungen der

indischen Tochtergesellschaft

Humboldt Wedag India in Höhe

von 49% mit einbezieht. Weitere

Zulieferungen aus der Schweiz

werden über eine Rück versiche -

rung mit der Schweizer Export -

kreditagentur SERV gedeckt. Das

Exportgeschäft basiert auf einer

islamischen Finanzierung, der

sog. Murabaha-Finanzierung und

berücksichtigt alle Regeln der

Scharia, wie beispielsweise das

nach islamischem Recht geltende

Zinsverbot. Die Murabaha wird

wie ein Bestellerkredit mit einer

Finanzkreditdeckung des Bundes

abgesichert.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

53


internationale

zusammenarbeit 55

die bundesregierung setzt sich zugunsten der deutschen exportwirtschaft

auf internationaler ebene für einheitliche wettbewerbsbedingungen ein.

angesichts der auswirkungen der finanzkrise verlängerte die oecd die

erweiterten absicherungsmöglichkeiten

für projektfinanzierungen bis ende 2010.

auch für projekte im bereich der

erneuerbaren energien wurden

die deckungsmöglichkeiten erweitert.

ausserdem sind seit august 2009

befristet bis ende 2010 wieder

hermesdeckungen zur absicherung

von exportgeschäften zu kurzfristigen zahlungsbedingungen in

alle eu- und oecd-länder möglich.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang


56

oecd

Die OECD hat im Rahmen der oecd-konsensus -

gruppe und der oecd-exportkreditgruppe die

Möglichkeiten der staatlichen Exportkreditversicherer

bei der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise diskutiert.

In enger Abstimmung mit den G20-Staaten und

anderen internationalen Organisationen haben die Mitgliedsstaaten

der OECD sowie Brasilien, China, Estland,

Indonesien, Israel, Rumänien und Slowenien bekräftigt,

auch künftig die notwendigen Kapazitäten für die Un -

terstützung von Exportkrediten zur Verfügung zu stellen.

Die G20-Staaten hatten sich zuvor verpflichtet, über ihre

staatlichen Exportkreditversicherer einen Betrag von

mindestens 250 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung

der Handelsfinanzierung über die nächsten zwei Jahre

vorzuhalten.

Angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise hatten die

Mitgliedsstaaten beschlossen, den zulässigen prozentualen

Anteil staatlich abgesicherter Fremdmittel bei

Projektfinanzierungen in OECD-Hocheinkommensländern

von 35 % auf 50 % zu erhöhen. Diese Maßnahme,

die ursprünglich bis zum 31. Januar 2010 befristet war,

wurde bis zum 31. Dezember 2010 verlängert.

Die OECD hat eine neue Zuordnung der Länderkategorien

I und II nach Artikel 11 des Konsensus und damit

der maximal zulässigen Kreditlaufzeiten beschlossen.

Da nach sind für viele Länder nun längere Kreditlaufzeiten

möglich. Der Länderkategorie I (maximale Kre dit -

lauf zeit von 5 Jahren; nach vorheriger Notifikation, also

Mit teilung an die übrigen staatlichen Kreditversicherer,

8,5 Jahre) werden nur noch die OECD-Hocheinkommensländer

zugeordnet. Alle anderen Länder fallen in

die Länderkategorie II. Für sie gilt eine maximale Kreditlaufzeit

von 10 Jahren.

Turnusmäßige

Ländereinstufungen durch die

OECD-Länderrisikoexperten

Januar:

Europa, GUS, Nordafrika

Frühjahr:

Asien, Naher und Mittlerer Osten

Sommer:

Lateinamerika, Karibik

Oktober:

Subsahara-Afrika

Weiterhin hat die OECD beschlossen, die zulässigen

Kreditbedingungen für Projekte im Bereich der erneuerbaren

Energien und für Wasserprojekte attraktiver zu

gestalten. Für diese Projekte können jetzt Kreditlaufzeiten

bis zu 18 Jahren abgesichert werden. Außerdem

wurde eine Flexibilisierung des Rückzahlungsprofils

ermöglicht. Auch für Kernkraftwerke wurde die maximal

zulässige Kreditlaufzeit von 15 auf 18 Jahre erhöht.

Die globale Finanzkrise wirkte sich auch auf die Einstufung

der Länder durch die oecd-länderrisikoexperten

in die acht prämienrelevanten Risikokategorien

aus. So kam es u. a. bei den wichtigen Märkten Russland,

Kasachstan und Mexiko zu Herabstufungen um

jeweils eine Kategorie. Die Länderkategorien anderer

großer Märkte wie China, Brasilien und Indien blieben

hingegen unverändert. Grundlage für die Einstufung ist

ein ökonometrisches Länderrisikomodell, dessen empirische

Datenbasis regelmäßig aktualisiert wird.


europäische union

In der eu-ratsarbeitsgruppe exportkredite stimmen

sich die EU-Länder über die gemeinsame Handelspolitik

auf dem Gebiet der Exportkredite ab und legen

die ge mein same Verhandlungsposition der EU in der

OECD fest. Auch 2009 ging es in diesen Verhandlungen

insbesondere um die Weiterentwicklung des OECD-Konsensus

und seiner Sektorenabkommen. Ziel der Beratungen

in Brüssel ist es vor allem, der Kommission ein

Mandat für diese Verhandlungen zu geben.

Zudem war die EU-Ratsarbeitsgruppe wieder eine wich -

tige Plattform für den Meinungsaustausch der Mitglieds -

staaten. Eine zentrale Rolle spielten deren Maßnahmen

zur Abfederung der Folgen der Finanzkrise.

Da es im Jahr 2009 für die Exporteure zunehmend

schwieriger wurde, adäquaten Versicherungsschutz auf

dem privaten Markt zu erhalten, hat die Generaldirek -

tion Wettbewerb der EU-Kommission den Anträgen

einer Reihe von Mitgliedsstaaten stattgegeben, die Ausweichklausel

(Escape Clause) der Kommissionsmitteilung

für das kurzfristige Geschäft zu nutzen. Aufgrund

einer positiven Entscheidung der Kommission ist es seit

dem 5. August 2009 auch für Deutschland möglich,

kurzfristige Forderungen deutscher Exporteure mit Zahlungszielen

bis zu 24 Monaten gegenüber ihren Kunden

in allen EU- und OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien

abzusichern. Auch nach dieser Kommissionsentscheidung

behält die private Exportkredit -

versicherung Vorrang vor staatlichem Deckungsschutz.

Daher sollen staatliche Deckungen nur für solche

Geschäfte übernommen werden, für die der Exporteur

privaten Versicherungsschutz nicht in erforderlichem

Umfang erhält. Diese Ausnahmeregelung ist bis Ende

2010 befristet.

berner union

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Angesichts der internationalen Produktionsprozesse

wird die weltweite Vernetzung der Exportkreditagen -

turen immer wichtiger. Hierzu bietet die seit 75 Jahren

bestehende Berner Union (BU), die weltweit größte

Vereinigung staatlicher und privater Exportkredit- und

Investitionsversicherer aus über 40 Ländern, eine einzigartige

Plattform. Hauptziel der BU ist die weltweite

Angleichung der Exportabsicherungskonditionen, auch

unter Berücksichtigung umweltrelevanter und ethischer

Aspekte. Dazu dienen neben dem kontinuierlichen länder-

und themenspezifischen Informationsaustausch

diverse Arbeitstreffen.

Zu den regelmäßig abgehaltenen Sitzungen der BU zählen

die Committee Meetings im Frühjahr und das Annual

General Meeting (AGM) im Herbst. Die Committee

Meetings wurden im Mai 2009 von der TURK EXIMBANK

in Istanbul ausgerichtet, das AGM fand Mitte Oktober in

Seoul mit der koreanischen KEIC als Gastgeber statt.

Schwerpunktthemen waren die anhaltende Finanzkrise

und deren Auswirkungen auf den Welthandel, die antizyklische

Rolle der Exportkreditagenturen (ECAs) sowie

die von den BU-Mitgliedern ergriffenen Unterstützungsmaßnahmen.

Dabei nahmen Fragen nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten

sowie zum Risikotransfer großen

Raum ein.

57


58 Zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Schadenund

Regressbereich fand Ende Juni ein mehrtägiger

Workshop in Hamburg statt, der auf großes Interesse

bei mehr als 70 Teilnehmern aus 30 Ländern stieß. Auf

einem Workshop im Juli in Rom tauschten sich Vertreter

von 18 ECAs mit Banken über Direktfinanzierungen

durch Exportkreditagenturen und Refinanzierungsmöglichkeiten

für Kreditinstitute aus.

Zum neuen BU-Präsidenten wurde anlässlich des AGM

Angus Armour von EFIC (Australien) gewählt. Er löste

nach zweijähriger Amtszeit Hidehiro Konno von NEXI

(Japan) ab. Johan Schrijver von Atradius (Niederlande)

wurde zum neuen Vize-Präsidenten gewählt. Die Islamic

Corporation for the Insurance of Investment and

Export Credit (ICIEC) mit Sitz in Jeddah, Saudi-Arabien,

wurde nach zweijährigem Beobachterstatus als Voll -

mitglied aufgenommen. Sie vertritt 37 Länder von Nordafrika

bis Südostasien.

kooperation mit

kreditversicherern anderer länder

Neben den multilateralen Kontakten auf EU- und OECD-

Ebene sowie innerhalb der Berner Union wurde auch

die bilaterale Kooperation mit anderen Exportkredit -

versicherungsagenturen der OECD- und Nicht-OECD-

Länder weiter ausgebaut. Außerdem fanden zwei Treffen

der G7-Exportkreditversicherer in Florenz und Paris

statt. Bei allen Zusammenkünften standen die Auswirkungen

der Finanzkrise auf die nationalen Exportkre -

ditversicherungssysteme und die damit verbundenen

He rausforderungen im Vordergrund.

Daneben gab es aufgrund der bisher mit 22 überwiegend

europäischen ECAs abgeschlossenen Rückversicherungsrahmenabkommen

kontinuierliche Gespräche

zu gemeinsamen Projekten. Die bereits im Oktober 1999

abgeschlossene Rückversicherungsvereinbarung mit

FINNVERA (Finnland) erfuhr im Berichtsjahr eine deutliche

Belebung durch mehrere Großprojekte im Bereich

der Telekommunikation. Dies war Anlass für ein zwei -

tägiges Arbeitstreffen in Hamburg. Dieser Workshop ist

nur ein Beispiel für die Intensivierung der internationalen

Zusammenarbeit.

Ende Juni 2009 fand das

Claims & Recoveries Meeting

der Berner Union statt.

70 Vertreter privater und

staatlicher Kreditversicherer

aus der ganzen Welt

folgten der Einladung von

Euler Hermes und PwC

nach Hamburg.


Während eines bilateralen

Arbeitstreffens zum

Thema Rückversicherung

konnten Euler Hermes

und der finnische

Exportkredit versicherer

FINNVERA ihre Zusammen -

arbeit intensivieren.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

kooperationsabkommen

Lettland

Litauen

Luxemburg

internationale zusammenarbeit

Australien R

Belgien Z M R

Brasilien

K

Bulgarien Z M

Dänemark Z M R

Estland Z M

Finnland Z M R

Frankreich Z M R

Griechenland Z M

Israel R

Italien Z M R

Japan Z* R K

Kanada R

Korea

K

Malta

Niederlande

Norwegen

Österreich

Polen

Portugal

Rumänien

Russland

Schweden

Schweiz

Slowakische Republik

Slowenien

Spanien

Tschechische Republik

Türkei

Ungarn

Vereinigtes Königreich

Vereinigte Staaten

Zypern

Z M

Z M

Z M R

Z M

Z M R

Z* M* R

Z M R

Z M R

Z M R

Z M

Z M R

Z* M* R

Z M

Z M R

Z M R

Z M

M*

R

Z M

Z M R

R

Z M

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

K

K

Z Zulieferungen in Höhe von 30 % - 40 %

(40 % bis max. 7 Mio. Euro) können

gemäß EU-Ratsentscheidung

einbezogen werden

Z* Zulieferungen bis 30 % können gemäß

bilateraler Vereinbarung einbezogen

werden

M Mitversicherungsabkommen gemäß

EU-Richtlinie

M* Mitversicherung gemäß bilateraler

Vereinbarung

R bilaterales

Rückversicherungsrahmenabkommen

K bilaterales Kooperationsabkommen

anhang

59


geschäftsverlauf 61

2009 übernahm die bundesregierung deckungen für

exportgeschäfte in 178 länder. zu den top-ten-ländern gehörten

südkorea und die vereinigten staaten – gefolgt von russland,

der türkei und china. etwa 72 % des abgesicherten

exportvolumens ging in die entwicklungs- und schwellen-

länder. infolge der finanz- und wirtschaftskrise stiegen die

staatlich abgesicherten exporte in die industrieländer.

während die entschädigungen für politische schäden

rückläufig waren, stiegen sie für wirtschaftliche schäden

um mehr als zwei drittel. der überschuss in höhe von

454 millionen euro ließ den kumulierten saldo im berichtsjahr

auf 1,5 milliarden euro ansteigen.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang


62

länder mit den höchsten

neu übernommenen deckungen 2009/2008

in mrd. eur

2,09

Südkorea

2009

2008

neu gedeckte exporte

in mrd. eur

gedeckte Exporte

Vereinigte Staaten

Russland R.F.

Türkei

China VR

Brasilien

Indien

Dubai VAE

Rumänien

Israel

19,8

20,6

0,65

1,36

1,48

1,35

1,36

0,97

0,84

0,72

1,55

0,70

0,21

0,68

0,01

0,45

0,16

17,0

2,07

2,04

1,99

20,7

2,88

Gesamt 2009: 22,38 (100 %) Summe 2009: 12,38 (55,3 %)

22,4

'05 '06 '07 '08 '09


neugeschäft

Die neu übernommenen Deckungen lagen mit 22,4 Milliarden

Euro um 8,2 % über dem Vorjahreswert und

er reichten das höchste Volumen in der Geschichte der

Exportkreditgarantien. Damit sicherten die Hermes -

deckungen im Jahr 2009 einen Anteil von 2,8 % am

Ge samt export ab, der in der Folge der Weltwirtschaftskrise

um 18,4% von 994,9 Milliarden Euro auf 803,2 Milliarden

Euro fiel. Die Zahl der Länder, in welche die

Bundesrepublik Deutschland Exportgeschäfte absicherte,

erhöhte sich von 152 auf 178. Die zehn Länder mit

dem höchsten Deckungsvolumen hatten insgesamt

einen Anteil von 55,3% an den abgesicherten Auftragswerten.

Das höchste Volumen der neu übernommenen Hermesdeckungen

ergab sich für südkorea u. a. aufgrund

eines Großgeschäfts im Marineschiffbau mit einem ab -

gesicherten Auftragswert von 1,7 Milliarden Euro zu

kurz fristigen Zahlungsbedingungen sowie einer Anlage

zur Herstellung von Koks (132 Millionen Euro).

Exportkreditgarantien für die Errichtung eines Stahlwerks

über 772 Millionen Euro sowie diverse Airbus -

deckungen erhöhten das Deckungsvolumen für die

vereinigten staaten.

russland steht trotz eines Rückgangs um 31% gegenüber

dem Vorjahr an dritter Stelle der Länder mit den

höchsten Volumina neu übernommener Exportkredit -

garantien. Größere Deckungen übernahm die Bundesregierung

für Ausrüstungen für Stahlwerke, für Kraftwerke

und im sonstigen Maschinen- und Anlagenbau.

Deckungen für Geschäfte mit Abnehmern in der türkei

gingen demgegenüber verhältnismäßig leicht um 8 %

zurück. Dabei sicherte die Bundesregierung kurzfristi -

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

ge Handelsgeschäfte, überwiegend jedoch mittel- und

langfristige Exportkredite für Maschinen und Ausrüstungen

ab. Größere Volumina entfielen auf die Lieferun gen

von Fähren und Containerschiffen sowie Airbus-Flugzeugen.

Die übernommenen Exportkreditgarantien für Geschäfte

mit china blieben auf dem Niveau des Vorjahres. Er -

neut wurden Investitionsgütergeschäfte ausschließlich

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen durchgeführt.

Größere Geschäfte betrafen Eisenbahnkräne, den Ausbau

und die Modernisierung von Stahlwerken sowie

den Maschinen- und Anlagenbau.

Das Deckungsvolumen für brasilien stieg um 15 %.

Die gedeckten Exporte wurden zum größten Teil (77 %)

zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen unter Ausfuhr-

Pauschal-Gewährleistungen geliefert. Mit mittel- und

langfristigen Exportkreditgarantien wurden Airbus-Flugzeuge

und Lieferungen aus dem Bereich Maschinenbau

abgesichert.

Das gedeckte Volumen für Exporte nach indien nahm

erheblich ab (-54%). Neben einigen größeren Projekten

im Stahlbereich wurden hauptsächlich Exporte mit kurzfristigen

Zahlungszielen (88%) abgesichert.

Exportkreditgarantien für Großprojekte wie Kraftwerke

und Stromverteilungsnetze, Stadtbusse sowie eine

Meerwasserentsalzungsanlage ließen das Deckungs -

volumen für dubai stark ansteigen.

Eine Deckung für den Export von Windkraftturbinen

über rund 450 Millionen Euro erhöhte das Deckungs -

volumen für rumänien. Für israel wurden Gasturbinensätze

und Container-Verladebrücken abgesichert.

63


64

anteil der gedeckten exporte an der

gesamtausfuhr nach ländergruppen in %

2009

2008

2007

deckungsvolumen nach ländergruppen

in mrd. eur

Schwellen- und

Entwicklungsländer

Industrieländer

Amerika

Afrika

Asien

Europa

Industrieländer

1,1

0,5

0,2

20,6

17,9

17,0

15,7

2,7 1,3

15,5

9,6

11,4

8,3

7,5

6,5

6,2

6,0

4,5

4,1

14,9

11,5

20,7

17,2

3,5

22,4

'06 '07 '08 '09

deckungsvolumen nach ländergruppen

Länder

Schwellen- und

Entwicklungsländer

Amerika

Afrika

Asien

Naher/Mittlerer Osten

Süd-/Zentralasien

Ostasien

Ozeanien

Europa

Industrieländer

Gesamt

davon EU-Länder

2008

in Mio. EUR

17.191,2

2.324,9

2.928,5

6.310,4

1.224,7

2.164,4

2.921,3

2,7

5.624,7

3.491,8

20.683,0

795,9

* siehe Länderzuordnung im Anhang S. 92

Anteil

in %

83,1

11,2

14,2

30,5

5,9

10,5

14,1

0,0

27,2

16,9

100,0

3,8

2009

in Mio. EUR

16.100,2

2.923,2

1.422,7

6.601,2

2.800,3

1.183,4

2.617,5

0,7

5.152,4

6.279,4

22.379,6

1.991,5

16,1

6,3

Anteil

in %

71,9

13,1

6,4

29,5

12,5

5,3

11,7

0,0

23,0

28,1

100,0

8,9

deckungen für

schwellen- und entwicklungsländer 2009

in mio. eur

amerika

afrika

europa

Brasilien

Kolumbien

Mexiko

Bermuda

Argentinien

Gesamt: 2.923,2 (100 %) Summe: 2.137,1 (73,1 %)

Südafrika

Ägypten

Algerien

Nigeria

Marokko

Gesamt: 1.422,7 (100 %) Summe: 979,9 (68,9 %)

asien

China VR

Indien

Dubai VAE

Israel

Saudi Arabien

Russland R.F.

Türkei

Rumänien

Weißrussland

Ukraine

Gesamt: 5.152,4 (100 %) Summe: 4.870,8 (94,5 %)

deckungen für industrieländer 2009

in mio. eur

Südkorea

Vereinigte Staaten

Dänemark

Singapur

Niederlande

200,7

135,3

424,4

414,3

403,4

304,1

291,3

101,8

446,6

419,6

422,7

407,9

678,1

191,2

190,3

164,2

715,9

703,3

1.362,8

970,5

332,4

1.353,3

Gesamt: 6.601,2 (100 %) Summe: 3.638,7 (55,1 %)

2.087,2

2.065,5

1.991,2

Gesamt: 6.279,4 (100 %) Summe: 5.151,5 (82,0%)


aufgliederung

nach ländergruppen

Die Aufgliederung der Ländergruppen folgt gegenüber

den Vorjahren geringfügig veränderten Kriterien. Die

Gruppe der industrieländer umfasst die Länder der

OECD-Entgeltkategorie 0 und somit die OECD-Hoch -

einkommensländer (gemäß Weltbankdefinition Länder

mit einem Bruttoeinkommen pro Kopf größer als 11.906

US-Dollar im Jahr 2009), Länder der Europä ischen

Wäh rungs union einschließlich deren verbundene Ge -

biete sowie Singapur. Die Gruppe der schwellen- und

entwicklungsländer besteht aus allen übrigen Ländern

und wird regional unterteilt (vgl. Länderliste S. 92).

Im Berichtsjahr entfielen 71,9 % der abgesicherten Ex -

porte auf schwellen- und entwicklungsländer.

Der Ge samtexport der Bundesrepublik Deutschland in

diese Länder fiel um 22,1 % auf 210,2 Milliarden Euro

nach 269,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Exporte im Wert

von 16,1 Milliarden Euro wurden hierbei durch Bundesdeckungen

abgesichert – dies entspricht einem Anteil

von 7,7 %. Im Jahr 2009 lag der Schwerpunkt der De -

ckungen bei Exporten in die asiatischen und europäischen

Schwellen- und Entwicklungsländer.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Wie in den Vorjahren war der Anteil staatlich abgesicherter

Exporte in industrieländer im Vergleich zum

Gesamtexport in diese Länder auch im Jahr 2009 sehr

gering. Schwierige Rahmenbedingungen, eine erhöhte

Risikowahrnehmung und Liquiditätsengpässe in Indus -

trieländern führten jedoch zu einem Anstieg der Exportkreditgarantien

für diese Länder, vor allem für Großprojekte,

Schiffe und Flugzeuge.

Infolge dieser Effekte der globalen Finanzkrise erhöhte

sich der Anteil der Industrieländer am Gesamtdeckungs -

volumen von 16,9% im Vorjahr auf 28,1%. Die befristete

Möglichkeit der Übernahme von Hermesdeckungen

für marktfähige Risiken wird das Deckungsvolumen für

die Industrieländer hingegen erst im Jahr 2010 beeinflussen.

Im Berichtsjahr wurden Waren im Wert von 596,6 Milliarden

Euro (Vorjahr: 725,0 Milliarden Euro) in Industrieländer

exportiert, das entspricht 73,8 % des deutschen

Gesamtexports. Davon wurden im Rahmen von Bundesdeckungen

6,3 Milliarden Euro abgesichert (Vorjahr:

3,5 Milliarden Euro). Bezogen auf den Gesamtexport in

diese Länder ergab sich eine De ckungsquote von 1,1%.

65


66

neu gedeckte ausfuhrgeschäfte

nach kreditlaufzeiten in mrd. eur

Einzeldeckungen

über 5 Jahre

Einzeldeckungen

1 - 5 Jahre

Einzeldeckungen

bis 1 Jahr

Ausfuhr-Pauschal-

Gewährleistungen und

revolvierende Deckungen

19,8

apg-umsätze 2009/2008

in mio. eur

2009

2008

8,3

1,3

2,6

7,6

20,6

7,8

2,6

2,7

7,5

17,0

4,8

1,3

4,2

6,7

20,7

6,9

1,5

4,8

7,5

22,4

'05 '06 '07 '08 '09

Brasilien

Russland R.F.

China VR

Türkei

Saudi Arabien

Gesamt 2009: 6.978,4 (100 %) Summe 2009: 2.475,1 (35,5 %)

8,1

1,4

5,7

7,2

693,8

610,3

557,6

742,2

480,7

498,1

457,8

559,9

285,2

271,9

kurzfristige einzeldeckungen 2009/2008

in mio. eur

Südkorea 96,3

1.901,6

China VR

860,7

837,5

Vereinigte Staaten 4,2

772,4

2009

2008

Indien

Irak 1,7

370,4

360,8

988,1

Gesamt 2009: 5.710,5 (100 %) Summe 2009: 4.265,9 (74,7 %)

mittel- und langfristige deckungen 2009/2008

in mio. eur

2009

2008

Vereinigte Staaten

Russland R.F.

Türkei

Rumänien

Dubai VAE

1.269,2

2.037,7

1.266,1

1.706,6

807,5

867,9

664,5

10,9

428,4

6,2

Gesamt 2009: 9.445,1 (100 %) Summe 2009: 4.435,7 (47,0 %)

deckungen nach kreditlaufzeiten 2009

in mrd. eur

Ausfuhr-Pauschal-

Gewährleistungen:

revolvierende

Deckungen:

Einzeldeckungen

bis 1 Jahr:

Einzeldeckungen

1 - 5 Jahre:

Einzeldeckungen

über 5 Jahre:

7,0

0,2

5,7

1,4

8,1

Gesamt: 22,4

36,2 %

6,0 %

25,5 %

31,2 %

1,1 %


aufgliederung nach

kreditlaufzeiten und deckungsarten

Das Deckungsvolumen für kurzfristige geschäfte

mit Kreditlaufzeiten bis zu einem Jahr stieg leicht um

5,7 % auf 12,9 Milliarden Euro und machte damit 58 %

des Gesamtvolumens aus (Vorjahr: 59 %). Dieser Zu -

wachs ist auf einen Anstieg bei den kurzfristigen Einzeldeckungen

zurückzuführen.

Nach 60% im Vorjahr wurden im Jahr 2009 knapp 54%

der neu gedeckten kurzfristigen Geschäfte auf Basis der

ausfuhr-pauschal-gewährleistungen (APG) ab -

ge wickelt. Damit verringerte sich das abgesicherte Volumen

der APG um 4% von 7,3 Milliarden Euro auf 7,0 Milliarden

Euro. Hier spiegelt sich der teilweise dramatische

Exportrückgang in bestehenden APG-Verträgen

wider, der auch durch Neuverträge und Umsätze mit

zuvor marktfähigen Ländern in der zweiten Jahreshälfte

nicht kompensiert werden konnte. Die erhöhte Nach -

frage nach Absicherung dieser Risiken hat sich auf das

APG-Jahresergebnis 2009 noch nicht aus gewirkt.

Starke Umsatzrückgänge waren bei Russland (-25%) und

der Türkei (-19%) zu verzeichnen. Umsatzzuwächse gab

es dagegen bei Brasilien, das damit seit 2004 erstmals

wieder umsatzstärkstes Land im Segment der APG war.

Die Zahl der APG-Verträge stieg von 800 im Vorjahr auf

1100. Von den insgesamt 17.000 Limitanträgen wurden

für Abnehmer in den bisher marktfähigen Ländern ab

August 2009 bis zum Jahresende rund 10.500 Limitanträge

aus 455 APG-Verträgen gestellt. Schwerpunkt der

Nachfrage waren Absicherungen für Italien, das Vereinigte

Königreich, die Vereinigten Staaten und Spanien.

Zwei Drittel der Limitentscheidungen fielen positiv aus.

Im Rahmen dieser Limite wurden bis zum Jahresende

Um sätze in Höhe von 264 Millionen Euro gemeldet.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Die Entgelteinnahmen der APG lagen mit 32,9 Millionen

Euro um 3 Millionen Euro unter denen des Vorjahres. Die

Auszahlungen für Schäden sind bereits deutlich angestiegen.

Die revolvierenden einzeldeckungen erreichten

mit einem Anstieg um 11% ein Volumen von 246 Millionen

Euro. Der Anteil an den Gesamtdeckungen lag wie

im Vorjahr bei 1,1%.

kurzfristige einzeldeckungen mit einer Kreditlaufzeit

von bis zu einem Jahr erhöhten sich um 21 % auf

5,7 Milliarden Euro. In diesem Betrag sind auch die

kurzfristigen, liefer- und leistungsnah zu bezahlenden

Forderungen aus Bauleistungsgeschäften enthalten.

Be rücksichtigt sind ebenfalls Absicherungen für Handels-

sowie für Investitionsgüter, die zu kurzfristigen

Zahlungsbedingungen geliefert wurden. Maßgeblich für

den starken Anstieg der kurzfristigen Einzeldeckungen

war neben dem Einzelgeschäft in Südkorea vor allem

die Nachfrage für Lieferungen nach China, in die Vereinigten

Staaten und nach Indien.

Das Deckungsvolumen für mittel- und langfristige

geschäfte nahm aufgrund mehrer größerer Projekte

um 12 % zu. Die gedeckten Auftragswerte stiegen auf

9,4 Milliarden Euro nach 8,4 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Anteil der mittel- und langfristigen Geschäfte am

Gesamtgeschäft erhöhte sich dadurch auf 42 %. Die

Länder mit dem höchsten Deckungsvolumen waren die

Vereinigten Staaten, Russland und die Türkei. Der An -

teil der Exportgeschäfte, die mit einem finanzkredit

finanziert wurden, stieg von 81% im Vorjahr auf 85%.

67


68

anträge

Neuanträge Anzahl

davon Einzeldeckungen

APG

Neuanträge in Mio. EUR

2008

13.519

2.176

11.343

42.797

neu übernommene deckungen

Einzeldeckungen Anzahl

davon private Besteller

öffentliche Besteller/Garanten

Deckungsvolumen

Gesamt in Mio. EUR

davon Einzeldeckungen

Volumen in Mio. EUR

davon private Besteller

öffentliche Besteller/Garanten

Infrastruktur: 1.496

Flugzeuge: 3.244

Schiffe:

Verarbeitende

2.919

Industrie:

3.046

Energie:

Papier-, Holz, Leder-

1.852

und Textilindustrie: 943

Dienstleistungen: 611

Bergbau:

Agrarsektor und

Nahrungsmittel-

503

industrie:

338

Sonstige:

204

2008

1.009

894

115

20.683

13.181

11.093

2.088

Veränderung

2009 in %

28.489

2.422

26.067

48.002

110,7

11,3

129,8

12,2

Veränderung

2009 in %

1.109

989

120

22.380

15.156

11.085

4.071

einzeldeckungen nach sektoren 2009

in mio. eur

Gesamt: 15.156

1,4 %

2,2 %

3,3 %

4,0 %

6,2 %

12,2 %

20,1 %

9,9 %

19,3 %

9,9

10,6

4,3

8,2

15,0

-0,1

95,0

21,4 %


antragszahlen und antragsvolumen

Die Anzahl der neu gestellten deckungsanträge

für alle Deckungsarten insgesamt hat sich im Berichtsjahr

mehr als verdoppelt. Dies ist im Wesentlichen auf

die erhöhte Nachfrage nach Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

seit August 2009 zurückzuführen. Parallel

dazu stieg das Antragsvolumen um 12,2% an.

Auch die Anzahl der neu übernommenen einzel -

deckungen erhöhte sich um mehr als 10 %. Dabei

stieg das abgesicherte Volumen der diesen Deckungen

zugrunde liegenden Auftragswerte um 15 %. Die Zahl

der Groß geschäfte mit Auftragswerten über 50 Millionen

Euro nahm nur leicht zu. Nach 44 Projekten im Vorjahr

wurden 47 Projekte abgesichert, die damit 57,3 %

des Volumens der abgesicherten Einzeldeckungen ausmachten

(Vorjahr 56,5 %).

Weiter gestiegen ist die Zahl privater Besteller bei den

neu übernommenen Deckungen. Dadurch verschiebt

sich das Verhältnis der übernommenen Deckungen zur

Absicherung des Risikos öffentlicher bzw. privater

besteller weiter zugunsten der privaten Abnehmer:

89 % der Einzeldeckungen entfielen auf private und

11% auf öffentliche Besteller. Mit Blick auf das gedeckte

Volumen änderte sich das Verhältnis zwischen privaten

(73%) und öffentlichen Bestellern (27%) zugunsten

der letzteren (Vorjahr: 84 % private Besteller und 16 %

öffentliche Besteller).

deckungen nach sektoren

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Die Aufteilung der Einzeldeckungen erfolgt nach sektoren.

Im Bereich Infrastruktur war im Jahr 2009 ein

Rückgang um 7,1% zu verzeichnen.

Mit Exportkreditgarantien abgesicherte Auftragswerte

für Flugzeuggeschäfte haben sich mehr als verdreifacht

und stiegen von einer Milliarde Euro auf 3,2 Milliarden

Euro. Damit entfielen 21,4 % der Einzeldeckungen oder

14,5 % der insgesamt neu übernommenen Deckungen

auf Flugzeuge.

Absicherungen für Schiffsgeschäfte er höhten sich um 7%

auf 2,9 Milliarden Euro, ihr Anteil am Gesamtvolumen

blieb mit 13,0% auf dem Vorjahresniveau (13,2%).

Deckungen im Energiesektor – z. B. erneuerbare Energien

und Kraftwerke mit fossilen Energieträgern – er -

höh ten sich ebenso wie Absicherungen in den Sektoren

Dienstleistungen und Umwelttechnik (s. S. 86). Während

militärische Güter üblicherweise nur einen geringen

Anteil der mit Exportkreditgarantien abgesicherten

Geschäfte ausmachen, erhöhte sich dieser Anteil

vor allem aufgrund eines einzelnen Schiffgeschäfts von

0,1% im Vorjahr auf 10,3%.

69


70

endgültig angenommene

projekte mit umweltrelevanz 2009

nach kategorien und sektoren

Umweltkategorie A

Energieerzeugung

Stahl

Summe Kategorie A

Umweltkategorie B

Energieerzeugung,

davon erneuerbare Energien:

6 Projekte – 606 Mio. EUR

Stahl

Holzverarbeitung, Papier und Druck

sonstige Industrie

Summe Kategorie B

auszahlungen für schäden

in mio. eur

politische Schäden

wirtschaftliche Schäden

Wechselkursschäden

Gesamt

2005

258,3

432,9

3,9

695,1

2006

141,0

149,5

2,4

292,9

Anzahl

4

2

6

11

4

8

8

31

2007

90,3

147,9

2,0

240,2

auszahlungen für schäden 2009

in mio. eur

wirtschaftliche

Schäden: 174,4

politische

Schäden: 29,2

Gesamt: 203,6

14,3 %

Volumen

in Mio. EUR

2008

73,0

103,4

0,7

177,1

1.170,6

303,6

1.474,2

966,5

829,1

417,2

306,7

2.519,6

2009

29,2

174,4

0,0

203,6

85,7 %


umweltrelevanz

bei geförderten projekten

Die Empfehlungen der OECD zur Umweltprüfung (Common

Approaches) gelten für Anträge mit mittel- und

langfristigen Zahlungsbedingungen und einem Auftrags -

wert über 15 Millionen Euro. Im Jahr 2009 wurden insgesamt

211 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 25,1

Milliarden Euro einer Vorprüfung unterzogen (Vorjahr:

156 Anträge über 13,8 Milliarden Euro). Hieraus er gaben

sich vertiefte Prüfungen für 79 Geschäfte mit ei nem

Volumen von 11,8 Milliarden Euro, die den Um welt ka te -

gorien A und B zuzuordnen waren (2008: 59 Ge schäfte

über 4,6 Milliarden Euro). Die im Jahr 2009 end gültig

angenommenen Projekte der Umweltkategorien A und

B wurden der OECD gemeldet und auf den Internet -

seiten der Hermesdeckungen (www.agaportal.de) mit

Kurzinformationen veröffentlicht. Es handelt sich dabei

um 6 Projekte der Kategorie A mit einem gedeckten Auftragsvolumen

von insgesamt 1,47 Milliarden Euro und

31 Projekte der Kategorie B über insgesamt 2,52 Milliarden

Euro. Lieferungen für bestehende An lagen, bei

denen es nicht zu einer wesentlichen Veränderung hinsichtlich

Funktion oder Kapazität kommt, bedürfen nach

den Regelungen der seit Juli 2007 geltenden Common

Approaches keiner detaillierten Um weltprüfung, sondern

nur einer Risikobeurteilung. Das Auftragsvolumen

dieser Geschäfte betrug im Berichtsjahr 160 Millionen

Euro.

schäden und rückflüsse,

umschuldungen

schäden

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

Die Auszahlungen für Schäden erhöhten sich um 15 %

auf 203,6 Millionen Euro (Vorjahr: 177,1 Millionen Euro).

Ausschlaggebend für diese Steigerung war infolge der

Finanz- und Wirtschaftskrise ein erheblicher Anstieg

der wirtschaftlichen Schäden um mehr als zwei Drittel.

Trotzdem waren die Auszahlungen für Schäden noch

moderat, viele überfällige Forderungen konnten prolongiert

oder umstrukturiert werden. Die Auszahlungen für

politische Schäden waren erneut rückläufig (-60%).

An den Entschädigungen für politische schäden in

Höhe von insgesamt 29,2 Millionen Euro hatte Argen -

tinien mit 24,3 Millionen Euro weiterhin den größten

Anteil, wenngleich die Auszahlungen für dieses Land

um 56 % gegenüber dem Vorjahr (55,2 Millionen Euro)

zurückgegangen sind.

Die Auszahlungen für wirtschaftliche schäden

stiegen um 69 % auf 174,4 Millionen Euro. Die Anzahl

der Schadenanträge erhöhte sich ebenfalls wesentlich.

Eine Steigerung um 65 % in dem Segment der

Sammelde ckungen bestätigt die Auswirkungen der Krise

eindeutig.

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

71


72

rückflüsse auf frühere schäden (ohne zinsen)

in mio. eur

auf politische Schäden

davon Umschuldungstilgungen

auf wirtschaftliche Schäden

auszahlungen für wirtschaftliche schäden

2009/2008 in mio. eur

2009

2008

Gesamt

2005

4.623,5

4.604,0

251,2

4.874,7

2006

5.761,0

5.751,4

209,8

5.970,8

Türkei

Russland R.F.

Brasilien

Indonesien

Kanada

Ukraine

Kasachstan

Spanien

Mexiko

Malaysia

rückflüsse auf wirtschaftliche schadenfälle

2009 in mio. eur

China VR

Südkorea

Kanada

Indonesien

Brasilien

Singapur

Belgien

Indien

Vereinigte Staaten

Thailand

31,7

12,2

28,8

0,1

21,7

7,8

17,5

19,2

15,0

8,2

12,6

0,0

9,3

0,0

4,9

0,5

4,9

7,1

4,8

0,2

Gesamt 2009: 174,4 (100 %) Summe 2009: 151,2 (86,7 %)

2007

117,0

99,3

183,8

300,8

12,5

11,6

Gesamt: 127,9 (100 %) Summe: 114,3 (89,4 %)

7,2

5,9

5,3

4,6

2,7

2,1

1,9

2008

95,4

89,9

121,4

216,8

60,5

2009

98,5

90,4

127,9

226,4


Die höchsten Zahlungen entfielen auf die türkei mit

31,7 Millionen Euro. Hauptursächlich für diesen kräftigen

Zuwachs waren Schäden in der Textil- sowie in der

Papierindustrie. russland folgt an zweiter Stelle mit

Auszahlungen in Höhe von 28,8 Millionen Euro, bedingt

durch die Regulierung eines größeren Schadenfalls.

Ebenfalls einen erheblichen Anstieg verzeichneten die

Auszahlungen für brasilien mit 21,7 Millionen Euro.

Die Schadenfälle traten insbesondere in den Bereichen

der Agrochemie und der Nahrungsmittelindustrie auf.

Während für die ukraine und kasachstan im Vorjahr

keine Schäden zu verzeichnen waren, fielen im Be -

richtsjahr 12,6 Millionen Euro bzw. 9,3 Millionen Euro

an. In der Ukraine ist dies auf die Insolvenz zweier Kreditinstitute

und in Kasachstan auf die Zahlungseinstellung

dreier Banken zurückzuführen. Für beide Länder

ging die größte Anzahl an Entschädigungsanträgen ein.

In Anbetracht der mittelfristigen Folgen der Finanz- und

Wirtschaftskrise ist damit zu rechnen, dass die Auszahlungen

2010 weiterhin auf einem hohen Niveau blei -

ben werden. So sind insbesondere Folgeanträge wegen

Forderungen gegen die kasachischen und ukrainischen

Banken zu erwarten.

rückflüsse

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Die rückflüsse auf wirtschaftliche schäden stiegen

gegenüber dem Vorjahr leicht an. Insgesamt konnten

für den Bund mit 127,9 Millionen Euro 5 % mehr als

im Vorjahr verbucht werden. Neben Erträgen aus langfristigen

Restrukturierungen führten auch Einmaleffekte

zu dem vor dem Hintergrund der weltweiten Krise sehr

guten Ergebnis.

Rückflüsse aus china in Höhe von 60,5 Millionen Euro

erklären sich durch den Abschluss neuer Vereinbarungen

in einem Großschadenfall in der Papierindustrie.

Hieraus werden für die nächsten Jahre weitere Zahlungen

auf Kapital und Zinsen erwartet. Bezüglich eines

Parallelvorganges in Indonesien werden derzeit noch

Restrukturierungsverhandlungen mit dem Ziel einer

Wiederaufnahme der Zahlungen geführt.

Der zweitgrößte Anteil der Rückflüsse aus südkorea

entfiel mit 12,5 Millionen Euro auf Zahlungen aus einer

Restrukturierung in der Automobilindustrie.

Zahlungen aus kanada mit 11,6 Millionen Euro kamen

aus dem Erlös aus einer Restrukturierung in der Druckindustrie.

Hier ist neben der Einmalzahlung auch die

Ausgabe von Aktien vorgesehen, deren Verwertung

noch aussteht.

Die Rückflüsse fielen in allen übrigen Ländern im Vergleich

zum Vorjahr erheblich niedriger aus. Am stärksten

war der Rückgang (-70 %) bei Zahlungen aus

indonesien mit lediglich 7,2 Millionen Euro. Vor dem

Hintergrund der globalen Krise ist diese Abnahme je -

doch nicht überraschend und es ist zu erwarten, dass

die Erzielung von Zahlungseingängen auf offene wirtschaftliche

Schäden weiterhin schwierig sein wird.

73


74

volumen multilateraler umschuldungsvereinbarungen

2009 in mio. us-dollar

Côte d’Ivoire

Seychellen

Haiti

Burundi

Zentralafrikanische Republik

Togo

Komoren

163

161

134

49

Gesamt: 5.232

22

13

4.690


umschuldungen

Das Jahr 2009 stand im Zeichen der Entschuldungsmaßnahmen

für die ärmsten Länder, die so genannten

Heavily Indebted Poor Countries (HIPC). Dabei stellte

der Pariser Club seine Bereitschaft unter Beweis, den

Ländern seine Unterstützung auch dann nicht zu ent -

ziehen, wenn diese die Zielvorgaben der mit IWF und

Weltbank erarbeiteten Armutsbekämpfungsprogramme

nicht erfüllen können. Voraussetzung ist jedoch, dass

das betroffene Land über entsprechende neue Vereinbarungen

mit IWF und Weltbank wieder in den HIPC-

Prozess zurück gebracht worden ist.

Im Rahmen seiner Outreach-Politik verfolgt der Pariser

Club das Ziel, die Zusammenarbeit aller externen Gläubiger

eines Schuldnerlandes zu verbessern. Es wird

angestrebt, neben den privaten Gläubigern auch die

nicht im Pariser Club vertretenen Gläubigerländer in

Schuldenregelungen einzubinden.

argentinien kommt nunmehr seit neun Jahren seinen

Zahlungsverpflichtungen gegenüber den im Pariser

Club vertretenen Gläubigerländern nicht nach. Ende

2009 betrugen die Rückstände Argentiniens gegenüber

dem Pariser Club ca. 8 Milliarden US-Dollar, deutsche

Handelsforderungen waren hiervon mit rund 1,9 Milliarden

Euro betroffen. Zum Jahreswechsel 2009/2010 hat

Argentinien eine Re gelung mit den Bondgläubigern

initiiert, die eine Teilnahme am Bondtausch des Jahres

2005 mit einem über 75 %igen Forderungsverzicht verweigert

hatten.

Im Berichtsjahr wurden im Pariser Club Schuldenre -

gelungen mit sieben Ländern vereinbart und Zahlungsverpflichtungen

über insgesamt rund 5,2 Milliarden

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

US-Dollar geregelt. Deutschland war als Gläubiger mit

Handelsforderungen in Höhe von 46,5 Millionen Euro

beteiligt.

Die volumenmäßig bedeutendste Schuldenregelung

wurde im Berichtsjahr mit côte d’ivoire getroffen. Das

Land hatte sich schon 1998 für die Teilnahme an der

ersten HIPC-Initiative qualifiziert. Schon kurze Zeit da -

rauf war das Land aufgrund politischer Destabilisierung

und bürgerkriegsähnlicher Zustände nicht mehr in HIPC-

Programme eingebunden. Im Mai 2009 konnte der Pariser

Club auf der Grundlage eines neuen IWF-gestützten

Programms zur Armutsbekämpfung erneut seine Unterstützung

im HIPC-Prozess leisten und eine Schulden -

regelung für Forderungen in Höhe von 4,7 Milliarden

US-Dollar vereinbaren. Der deutsche Anteil hieran be -

trug 44,1 Millionen Euro.

Im Jahr 2009 vereinbarte Deutschland bilaterale Erlassund

Schuldenregelungen mit drei HIPC-Ländern (re -

publik kongo, zentralafrikanische republik und

togo) über ein Volumen von insgesamt 54 Millionen

Euro, von denen 44 Millionen Euro erlassen werden.

Wenn auch die Entschuldungsmaßnahmen für HIPC-

Länder oft im Fokus stehen, so verdienen die Abkommen,

die von den Schuldnerländern regelmäßig bedient

werden, ebenfalls Beachtung. Als größte Zahler im

Berichtsjahr sind Ägypten, die Ukraine, Serbien und

Gabun zu nennen, die sich bis heute in ihrem Zahlungsverhalten

als zuverlässig erwiesen haben. Diese und

eine Vielzahl anderer Länder haben mit ihren substanziellen

Zahlungen zum positiven finanziellen Ergebnis

der Exportkreditgarantien beigetragen.

75


76

ergebnisse in mio. eur

Zinseinnahmen

Jahresergebnis ohne Zinsen

einnahmen 2009 in mio. eur

Tilgungen und

Rückflüsse:

Prämien/

Gebühren:

Zinseinnahmen:

Kursgewinne:

226,4

502,9

99,2

0,2

Gesamt: 828,7

12,0 %

60,7 %

27,3 %

länder mit den höchsten zinszahlungen 2009

in mio. eur

Ägypten

Gabun

Serbien

Pakistan

Ukraine

12,1

18,4

18,1

Gesamt: 99,4 (100 %) Summe: 80,9 (81,4 %)

1.981

1.284 1.120 1.173 1.203

388 402

669 878

4.624

2.432

6.592

7,6

428 413

125 110

24,7

454

99

'01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09

jahresergebnis und kumuliertes ergebnis (ohne zinsen) 1980-2009

in mio. eur

Jahresergebnis

kumuliertes Ergebnis

'80 '82 '84 '86 '88 '90 '92 '94 '96 '98 '00 '02 '04 '06 '08

'09

+ 5.000

0

- 5.000

- 10.000

- 15.000


ergebnis

einnahmen

Die einnahmen für den Bundeshaushalt aus den Ex -

port kreditgarantien stiegen im Berichtsjahr um 8 % auf

828,8 Millionen Euro.

Dabei erhöhten sich die Einnahmen aus prämien und

gebühren um 14 % auf 502,9 Millionen Euro nach

440,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Den Prämieneinnahmen sind die rückflüsse auf früher

entschädigte Beträge sowie tilgungen auf um -

schuldungen im Gesamtbetrag von 226,4 Millionen

Euro hinzuzurechnen. Die höchsten Rückflüsse kamen

aus China (60,5 Millionen Euro), der Ukraine (29,2 Millionen

Euro), Gabun (21,5 Millionen Euro), Ägypten (20,7

Millionen Euro) und Korea (12,5 Millionen Euro).

Hinzu kamen zinseinnahmen in Höhe von 99,2 Mil -

lionen Euro (Vorjahr: 110,0 Millionen Euro), die nahe -

zu ausschließlich aus Umschuldungsvereinbarungen

stam men. Ägypten trug mit einem Viertel den größten

Anteil bei.

Außerdem wurden wie im Vorjahr Kursgewinne in Höhe

von 0,2 Millionen Euro verbucht.

ausgaben

Die Ausgaben stiegen im Berichtsjahr um 13 % auf

275,1 Millionen Euro. Sie setzen sich zusammen aus den

entschädigungsleistungen mit insgesamt 203,6

Mil lionen Euro und den kosten für die Bearbeitung der

Exportkreditgarantien in Höhe von 71,4 Millionen Euro.

jahresergebnis

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

erreichten mit einem überschuss von 454 Millionen

Euro zum elften Mal in Folge ein positives Jahres -

ergebnis zugunsten des Bundeshaushalts. Nachdem

das kumulierte Defizit der Exportkreditgarantien in

Höhe von ehemals bis zu 13,5 Milliarden Euro im Jahr

2006 vollständig abgebaut worden war, wiesen die

Exportkreditgarantien Ende 2009 einen auf knapp

1.476 Millionen Euro angestiegenen kumulierten Ge -

samtsaldo auf.

Zudem wurden die überwiegend aus Umschuldungs -

abkommen eingenommenen zinsen in Höhe von

99,2 Millionen Euro (Vorjahr: 110 Millionen Euro) direkt

an den Bundeshaushalt weitergeleitet. Sie sind aus

methodischen Gründen bei der Ergebnisrechnung nicht

berücksichtigt, da auch die Kosten für die Refinanzierung

des Bundes für ausgezahlte Schäden nicht in die

Ergebnisrechnung einfließen.

77


estandsentwicklung 79

der von der bundesregierung für das haushaltsjahr

2009 festgelegte ermächtigungsrahmen betrug

117 milliarden euro. er war zum jahresende zu 92,2 %

ausgeschöpft. das tatsächliche entschädigungsrisiko

des bundes stieg um 5,9 % auf 66 milliarden euro.

die hälfte des gesamten risikos entfiel dabei auf acht

länder. die aussenstände des bundes aus entschädigungen

verringerten sich erneut. 2009 wurden schuldenerlass-

massnahmen auf kapitalforderungen der bundesregierung

in höhe von 9,8 millionen euro wirksam. seit bestehen

des instumentariums hat

die bundesregierung

den ärmsten ländern aus

umschuldungsabkommen

4,2 milliarden euro

schulden erlassen.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang


80

höchsthaftungsbeträge des bundes (obligo)

aufgliederung nach ländergruppen

und ermächtigungsrahmen in mrd. eur

Ermächtigungsrahmen

nicht aufgegliedert*

Schwellen- und

Entwicklungsländer

Industrieländer

117,0

96,7

9,2

77,3

10,2

117,0

101,3

9,2

79,9

12,2

117,0

107,8

'07 '08 '09

11,7

79,9

16,2

* das „nicht aufgegliederte” Obligo stammt aus Höchsthaftungs-

anschreibungen aus Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen

entschädigungsrisiko nach fälligkeitsjahren

in mrd. eur

Fälligkeit

bis zu 1 Jahr:

Fälligkeit

1-5 Jahre:

Fälligkeit

über 5 Jahre:

ohne feste

Fälligkeit:

12,1

28,1

18,9

6,9

Gesamt: 66,0

28,6 %

10,5 % 18,3 %

42,6 %

entschädigungsrisiko des bundes 2009/2008

in mrd. eur

2009

2008

Russland R.F.

Vereinigte Staaten

Türkei

Iran

Südafrika

China VR

Südkorea

Indien

Vereinigtes Königreich

Indonesien

8,6

8,0

6,8

6,3

4,4

4,0

4,0

4,6

3,0

2,9

2,6

3,1

2,3

2,1

2,3

2,4

2,2

1,7

2,1

2,4

Gesamt 2009: 66,0 (100 %) Summe 2009: 38,3 (58,0 %)

entschädigungsrisiko nach ländergruppen

Länder

2008

in Mio. EUR

Schwellen- und

Entwicklungsländer

49.513,2

Amerika 5.816,5

Afrika 4,788,6

Asien 23.608,2

Europa 15.294,5

Industrieländer

Gesamt

12.807,1

62.320,3

Anteil

in %

79,4

9,3

7,7

37,9

24,5

20,6

100,0

2009

in Mio. EUR

50.457,8

5.846,0

4.917,8

22.661,6

17.032,4

15.533,3

Anteil

in %

76,5

8,9

7,5

34,3

25,8

23,5

65.991,1 100,0


ermächtigungsrahmen

und höchsthaftung

Exportkreditgarantien werden auf der Grundlage fest -

gesetzter haushaltsrechtlicher ermächtigungen

übernommen. Dieser Ermächtigungsrahmen ist im jährlichen

Haushaltsgesetz festgelegt und gibt den Höchstbetrag

für die zu übernehmenden Deckungen vor (Ga -

rantien und Bürgschaften für Ausfuhrgeschäfte sowie

gebundene Finanzkredite an ausländische Schuldner).

Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Ver -

mögensfragen (BADV) führt das Register zur Höhe der

übernommenen Gewährleistungen und überwacht die

Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens.

Die Mandatare melden die monatlichen Neuzugänge

und Enthaftungen nach erloschenen Risiken. Deckungen

auf Zinsen werden nicht auf den Ermächtigungsrahmen

angeschrieben. Dieser Rahmen betrug im Haushaltsjahr

2009 wie in den Vorjahren 117 Milliarden Euro

und war zum Jahresende zu 92,2% ausgenutzt.

Die höchsthaftung des bundes (obligo) aus den

übernommenen Gewährleistungen (ohne Zinsen) stieg

um knapp 7% auf 107,8 Milliarden Euro. Das Obligo be -

zeichnet den am Jahresende bei dem BADV tatsächlich

angeschriebenen Deckungsbestand. Es lässt jedoch

keine Aussage über das tatsächliche Entschädigungs -

risiko zu, da die Geschäfte unabhängig von ihrem jeweiligen

Abwicklungsstand in voller Höhe auf den Ermächtigungsrahmen

angeschrieben bleiben, bis sie enthaftet

sind. Im Berichtsjahr standen den Anschreibungen für

Neudeckungen in Höhe von 18,3 Milliarden Euro Enthaftungen

im Wert von 11,8 Milliarden Euro gegenüber.

Außerdem bestanden zum Jahresende noch zusätzliche

Deckungen für Zinsen in Höhe von 41,3 Milliarden Euro

(Vorjahr: 39,4 Milliarden Euro). Zusammen mit diesen

summierte sich die Höchsthaftung des Bundes auf

149,2 Milliarden Euro.

entschädigungsrisiko

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Das entschädigungsrisiko des bundes einschliess -

lich zinsen nahm um 6 % zu und betrug am Jahres -

ende 66,0 Milliarden Euro.

Das Entschädigungsrisiko des Bundes errechnet sich

aus den künftigen Fälligkeiten der gedeckten Beträge

einschließlich der Zinsen abzüglich der Selbstbeteiligung

der Exporteure und Banken. Dieser Wert bildet

das maximale Entschädigungsrisiko aus laufenden De -

ckungen des Bundes ab. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit

des Risikos und damit der Inanspruchnahme des

Bundes lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Die Hälfte des gesamten Risikos entfiel auf acht Länder

(s. S. 86). Rund ein Viertel des Entschädigungsrisikos

entfällt auf die Industrieländer, drei Viertel entfallen auf

die Schwellen- und Entwicklungsländer.

81


82

grundsatzzusagen

Länder

Schwellen- und

Entwicklungsländer

Industrieländer

Gesamt

2008

in Mio. EUR

13.983,3

1.240,9

15.224,2

Anteil

in %

91,8

8,2

100,0

2009

in Mio. EUR

22.845,6

5.970,5

28.816,1

außenstände des bundes

aus umschuldungsabkommen und

politischen schäden 2009 in mio. eur

Argentinien

Irak

Ägypten

Pakistan

Myanmar

Ukraine

Korea DVR

Serbien

Kongo DR

Simbabwe

287

257

218

Gesamt: 2.799 (100 %) Summe: 2.506 (89,5 %)

155

117

109

106

94

72

Anteil

in %

79,3

20,7

100,0

1.091


grundsatzzusagen

Zum Jahresende hatte der Interministerielle Ausschuss

seine grundsätzliche Deckungsbereitschaft (grundsätzliche

Deckungszusagen) für noch im Verhandlungs -

stadium befindliche Geschäfte im Gesamtwert von

28,8 Mil liarden Euro erklärt. Gegenüber dem Vorjahr hat

sich das Volumen mit einem Anstieg um 13,6 Milliarden

Euro nahezu verdoppelt (90 %). Erfahrungsgemäß realisiert

sich jedoch nur rund ein Drittel dieser vorge -

merkten Geschäfte, da bei der Erteilung dieser Stellungnahme

noch nicht entschieden ist, ob die entsprechenden

Aufträge tatsächlich an deutsche Exporteure ver -

geben werden.

außenstände aus

geleisteten entschädigungen

Die Höhe der gesamten Außenstände des Bundes aus

geleisteten Zahlungen für wirtschaftliche und politische

Schäden – einschließlich umgeschuldeter Handelsforderungen

– betrug zum Jahresende 4,4 Milliarden Euro

(Vorjahr: 4,6 Milliarden Euro). Die Grafik zeigt die Län -

der mit den höchsten Außenständen des Bundes aus

Umschuldungsabkommen (1,7 Milliarden Euro) und

politischen Schäden (1,1 Milliarden Euro).

Außenstände in Höhe von 1,7 Milliarden Euro wur -

den unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der

Schuld nerländer neu strukturiert und sind in bilateralen

Umschuldungsabkommen geregelt.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

Aus den in Umschuldungsabkommen geregelten politischen

Schäden werden auch weiterhin Rückflüsse er -

wartet. Sie können jedoch nicht durchweg als gesichert

angesehen werden, da bereits erfolgte und zukünftig

noch folgende Schuldenerlassmaßnahmen als Wertberichtigungskomponente

in die Außenstände einfließen.

So werden für Anschlussumschuldungen im Rahmen

der HIPC-Initiative weitere Schuldenerlassmaßnahmen

folgen. Für das Jahr 2010 sind rund 250 Millionen Euro

als Erlass vorgesehen.

2009 wurden Schuldenerlasse auf Kapitalforderungen

des Bundes im Rahmen von Umschuldungen in Höhe

von 9,8 Millionen Euro (Vorjahr: 292,7 Millionen Euro)

wirksam. Der Kongo hatte daran mit 5,1 Millionen Euro

den größten Anteil, gefolgt von Togo (4,3 Millionen

Euro), Kirgisistan (0,3 Millionen Euro) und der Zentralafrikanischen

Republik (0,1 Millionen Euro). Insgesamt

hat die Bundesrepublik Deutschland seit Bestehen des

Instruments der Exportkreditgarantien den ärmsten

Ländern bereits 4,2 Milliarden Euro Schulden aus früheren

Abkommen erlassen.

83


84

anhang

neu gedeckte auftragswerte bezogen auf den gesamtexport; antragseingang

Neu gedeckte Auftragswerte

Gesamtexport Auftragswerte in % Antragseingang

Jahr in Mrd. EUR in Mrd. EUR des Exports in Mrd. EUR

1950 4,3 1,0

1955 13,1 5,1

1960 24,5 2,4 9,6 8,3

1965 36,7 2,8 7,5 10,0

1970 64,1 4,9 7,7 12,0

1975 113,3 10,1 8,9 55,8

1980 179,2 14,6 8,1 64,8

1981 202,9 18,6 9,2 91,5

1982 218,7 20,0 9,2 75,6

1983 221,0 17,0 7,7 58,8

1984 249,6 16,4 6,6 49,0

1985 274,6 15,9 5,8 54,0

1986 269,1 12,9 4,8 27,5

1987 269,5 12,5 4,6 25,9

1988 290,3 13,3 4,6 21,5

1989* 348,8 14,1 4,0 23,0

1990 348,0 13,7 3,9 29,9

1991 340,4 19,3 5,7 60,2

1992 342,8 20,0 5,8 50,4

1993 321,3 ** 17,2 5,4 43,2

1994 353,1 17,1 4,8 31,6

1995 383,2 17,1 4,5 29,8

1996 403,4 18,1 4,5 26,7

1997 453,8 18,8 4,1 30,2

1998 488,4 15,4 3,2 23,0

1999 507,2 13,6 2,7 22,5

2000 596,9 19,5 3,3 21,0

2001 640,6 16,6 2,6 21,4

2002 647,0 16,4 2,5 22,8

2003 661,6 16,0 2,4 22,7

2004 733,5 21,1 2,9 23,6

2005 786,2 19,8 2,5 24,8

2006 893,6 20,6 2,3 33,9 ***

2007 969,1 17,0 1,8 38,1

2008 994,9 20,7 2,1 42,8

2009 808,2 22,4 2,8 48,0

* Werte ab 1989 nach neuem Gebietsstand

** ab 1993 in der Europäischen Union veränderte statistische Erfassung des Gesamtexports

*** Antragsvolumen der Neuanträge, bis 2005 Entscheidungsvolumen


ausnutzung des ermächtigungsrahmens und zusagen in mrd. eur

Ausnutzung des Bestand an

Ermächtigungs- Ermächtigungs- grundsätzlichen Entschädigungs-

Jahr rahmen rahmens* Zusagen risiko*

1950 0,3 0,3

1955 3,8 2,5 0,8

1960 6,1 5,2 3,0

1965 8,7 8,1 4,4

1970 13,8 12,9 5,2

1975 30,7 25,0 29,6

1980 76,7 59,6 42,3

1981 76,7 69,4 41,5

1982 81,8 77,0 39,2

1983 94,6 80,1 40,3

1984 99,7 79,9 35,7

1985 99,7 80,9 33,3

1986 99,7 75,3 23,8

1987 99,7 71,4 24,7

1988 99,7 67,8 23,0

1989 99,7 66,3 19,0

1990 81,8 68,3 20,9

1991 84,4 77,6 33,6

1992 92,0 82,3 29,4

1993 92,0 85,2 28,6

1994 97,1 92,1 19,0

1995 99,7 91,9 15,4

1996 99,7 97,1 14,8

1997 102,3 99,1 17,1 58,0

1998 109,9 100,9 13,6 56,6

1999 112,5 101,1 15,7 54,2

2000 112,5 106,1 18,6 56,5

2001 117,6 102,7 16,2 55,2

2002 117,6 103,0 18,5 52,4

2003 117,0 102,9 16,3 51,6

2004 117,0 103,2 12,5 54,0

2005 117,0 104,9 11,3 56,7

2006 117,0 98,4 9,8 58,5

2007 117,0 96,7 17,2 58,1

2008 117,0 101,3 15,2 62,3

2009 117,0 107,8 28,8 66,0

* Die Spalte „Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens“ stellt nur den jeweiligen Stand der Belegung des Ermächtigungsrahmens mit

Haftungsbeträgen dar. Für die Beurteilung der Entschädigungsrisiken des Bundes aus den übernommenen Gewährleistungen

sind diese Beträge jedoch nicht aussagekräftig, da sie auch geleistete Entschädigungen und Zahlungen für Umschuldungen enthalten,

bei denen noch mit einem Rückfluss gerechnet wird.

Seit Ende 1997 wird daher das aktuelle Entschädigungsrisiko des Bundes separat ermittelt.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

85


86

aufgliederung der einzeldeckungen nach sektoren in mio. eur

2008 2009

Infrastruktur 1.611 1.496

Flugzeuge 1.029 3.244

Schiffe 2.730 2.919

Verarbeitende Industrie 3.026 3.046

Energie 1.623 1.852

Papier-, Holz-, Leder- und Textilindustrie 634 943

Dienstleistungen 270 611

Bergbau 834 503

Agrarsektor und Nahrungsmittelindustrie 343 338

Umwelttechnik 10 149

Erdöl- und Erdgasförderung 90 33

Chemie 981 22

Summe 13.181 15.156

länderaufstellung nach entschädigungsrisiko des bundes

2008 Anteil 2009 Anteil

in Mrd. EUR in % in Mrd. EUR in %

Russland R.F. 8,0 12,8 8,6 13,1

Vereinigte Staaten 6,3 10,1 6,8 10,3

Türkei 4,0 6,4 4,4 6,6

Iran 4,6 7,4 4,0 6,1

Südafrika 2,9 4,6 3,0 4,6

China VR 3,1 4,9 2,6 3,9

Südkorea 2,1 3,4 2,3 3,5

Indien 2,4 3,8 2,3 3,5

Vereinigtes Königreich 1,7 2,8 2,2 3,3

Indonesien 2,4 3,9 2,1 3,2

sonstige Länder 24,8 39,8 27,7 42,0

Gesamt 62,3 100,0 66,0 100,0


ergebnis in mio. eur

Rückflüsse Auszahlungen Ausgaben für Jahresvereinnahmte

auf Schäden für Schäden Bearbeitung ergebnis

Prämien und Umschul- und Um- der Export- ohne

Zeitraum und Gebühren dungen** schuldungen kreditgarantien Zinsen Zinsen*

1950-1954 27,6 16,8 25,6 5,3 13,5

1955-1959 85,6 83,2 168,0 10,8 -10,0

1960-1964 141,3 144,7 370,1 14,4 -98,5

1965-1969 247,0 381,4 587,7 22,8 18,0

1970-1974 346,1 421,9 808,1 37,9 -77,9

1975-1979 897,5 468,5 580,6 82,6 702,8

Zwischensumme 1.745,1 1.516,6 2.540,1 173,7 547,9 482,1

1980-1984 1.437,3 860,9 3.034,5 149,9 -886,1 238,2

1985-1989 1.343,3 1.034,6 5.512,6 183,9 -3.318,5 760,1

1990-1994 2.022,9 2.028,3 12.121,9 244,3 -8.315,0 1.725,6

1995 591,9 593,2 1.909,9 51,1 -775,9 803,7

1996 559,7 451,4 1.405,8 48,4 -443,1 909,1

1997 616,8 604,3 1.469,6 49,7 -298,2 1.087,3

1998 565,3 488,8 1.031,1 51,5 -28,5 800,3

1999 393,6 584,5 798,0 70,0 110,1 543,2

2000 570,0 501,9 972,9 64,5 34,4 498,6

2001 574,5 755,4 880,8 61,0 388,1 1.284,2

2002 332,3 821,4 688,9 63,2 401,6 1.119,6

2003 449,6 797,1 514,0 63,3 669,4 1.172,9

2004 472,9 1.029,3 558,5 65,6 878,1 1.203,3

2005 511,2 4.874,7 695,1 66,5 4.624,3 1.981,0

2006 556,0 6.394,4 292,9 65,6 6.591,9 2.431,8

2007 431,8 301,4 240,2 65,1 427,9 124,7

2008 440,2 217,0 177,1 67,5 412,6 110,0

2009 502,9 226,6 203,6 71,4 454,4 99,2

Summe 14.117,4 24.081,8 35.047,4 1.676,1 1.475,7 17.375,0

Einnahmen ges. 38.199,2

Ausgaben ges. 36.723,5

kumuliertes Ergebnis ohne Zinsen 1.475,7

Finanzielle Außenstände des Bundes 4.369,9

davon in Umschuldungsabkommen geregelt 1.746,9

* im Bundeshaushalt vereinnahmte Zinsen werden aus methodischen Gründen in der Ergebnisrechnung nicht berücksichtigt, da auch die

Kosten für die Refinanzierung des Bundes für ausgezahlte Schäden nicht in die Ergebnisrechnung einfließen

** Rückflüsse aus Schäden und Umschuldungen beinhalten Sondereinnahmen und Wechselkursgewinne

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

87


88

produkte

Akkreditivbestätigungsrisikodeckung:

Die Akkreditivbestätigungsrisikodeckung schützt die Akkre -

ditiv bestätigende Bank vor dem Risiko, den von ihr ausgezahlten

Betrag nicht von der ausländischen Bank erstattet zu

bekommen.

Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG):

Für Exportgeschäfte mit einer Vielzahl von ausländischen

Kunden mit kurzfristigen Forderungen von Kreditlaufzeiten bis

zu 12 Monaten bietet die APG umfassenden Deckungsschutz

zu günstigen Ent gelten für nicht marktfähige Risiken. Im Rahmen

eines Pauschalvertrags mit einer komfortablen elektro -

nischen Abwicklung können die einbezogenen Länder aus -

gewählt werden.

APG-light:

Die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung-light ist eine kos ten -

günstige und einfach handhabbare Sammeldeckung, insbesondere

für kleinere mittelständische Unternehmen, deren

deckungs fähi ger Exportumsatz 1 Million EUR nicht übersteigt.

Abgesichert werden Exportgeschäfte mit ei nem oder mehreren

ausländischen Bestellern mit einem Zahlungsziel von bis

zu 4 Monaten. Die APG-light schützt vor der Nichtzahlung

der Forderung innerhalb von 6 Monaten nach Fälligkeit

(protracted default).

Avalgarantie:

Ergänzend zu einer „Vertragsgarantiedeckung“ des Ex por -

teurs kann eine Avalgarantie zu Guns ten des Garantiestellers

übernommen werden. Damit erhält der Garantiesteller einen

ga rantiegleichen Anspruch gegen den Bund auf Erstattung

von max. 80 % des gezogenen Ga rantie be trages. Dies ent -

lastet die Kreditlinie des Exporteurs in Höhe der Erstattungsquote

und be deutet eine wesentliche Liquiditätsverbes se -

rung.

Bauleistungsdeckung:

Diese schützt den Exporteur vor typischen Risiken aus Baugeschäften

im Ausland und deckt neben den Forderungsrisiken

noch andere Ri sikotatbestände, die sich aufgrund politischer

Ereignisse im Auslandsbau ergeben können (z.B. Risiko einer

Beschlagnahme oder Vernichtung von Baugeräten).

Fabrikationsrisikodeckung:

Mit einer Fabrikationsrisikodeckung sichert der Exporteur

seine Produktionskosten für die im Ausfuhrvertrag mit dem

ausländischen Schuldner vereinbarten Lieferungen und Leis -

tungen im Falle der Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der

Durchführung des Ausfuhrgeschäfts ab.

Finanzkreditdeckung:

Sie wird Kreditinstituten zur Absicherung des Forderungs -

risikos aus Darlehen mit ausländischen Bestellern oder Kredit -

nehmern zur Ver fügung gestellt.

KfW-Refinanzierungsprogramm

Seit dem 15. September 2009 steht Banken ein Programm

der KfW zur Verfügung, das die Refinanzierung bundesgedeckter

Exportkredite erleichtern und die Kapazitäten für die

Exportkreditvergabe insgesamt erhöhen soll. Voraussetzung

für die Inanspruchnahme des Refinanzierungsprogramms ist

ein Exportkredit, der mit einer Finanzkreditdeckung und einer

Verbriefungsgarantie abgesichert ist. Die durch die Veräußerung

dieses Exportkredites an die KfW verfügbaren Mittel

stehen für die Finanzierung neuer, hermesgedeckter Ge -

schäfte zur Verfügung. Nähere Informationen sind im Internet

(www.Kfw.de) unter dem Stichwort „KfW-Programm – Refinanzierung

bundesgedeckter Exportkredite“ erhältlich.

Leasingdeckung:

Gedeckt werden die politischen und wirtschaft lichen Risiken

bei Leasinggeschäften deutscher Leasinggeber (Hersteller

oder Leasingfirmen) mit Leasingnehmern im Ausland.

Leistungsdeckung:

Mit einer Leistungsdeckung sichert der Exporteur/Auftrag -

nehmer eine Forderung aus einem Exportgeschäft ab, das

die Erbringung von Leistungen zum Gegenstand hat, die nicht

im Zusammenhang mit der Ausfuhr von Waren stehen. Die

Leis tungsdeckung ermöglicht die isolierte Absicherung von

Dienstleistungen der freien Berufe, wie z. B. Architektur- und

Ingenieurbüros sowie Beratungsfirmen.

Lieferantenkreditdeckung:

Der Exporteur kann sich für ein einzelnes Exportgeschäft durch

eine Lieferantenkreditdeckung in Form einer Ausfuhrbürgschaft

oder -garantie vor dem Forderungsausfall absichern.


Rahmenkreditdeckung:

Die Rahmenkreditdeckung ist eine Sammeldeckung für kleinere

gebundene Finanzkredite, die unter einer Rahmenkreditvereinbarung

herausgelegt werden. Der Bund stellt vorab ei -

nen Höchstbetrag zur Verfügung, der später durch schlichte

Meldung der Einzelkreditverträge ausgenutzt werden kann,

sofern diese die vom Bund festgelegten Konditionen einhalten.

Deckungsberechtigt sind alle deutschen Kreditinstitute

einschließlich der in Deutschland angesiedelten Zweigniederlassungen

ausländischer Banken.

Revolvierende Einzeldeckungen:

Sie empfehlen sich wegen der vereinfachten Abwicklung bei

laufenden Lieferungen an den selben ausländischen Besteller

anstatt eines Einzelantrags. Die maximale Kreditlaufzeit be -

trägt 24 Monate.

Revolvierende Finanzkreditdeckung:

Die revolvierende Finanzkreditdeckung ist eine Sammel -

deckung für finanzierende Banken und sichert kurzfristige

Finanzkreditforderungen, deren Kreditlaufzeit in der Regel 12

Monate nicht übersteigt. Abgesichert wird die Finanzierung

von laufenden Leistungen eines deutschen Exporteurs an

einen bestimmten ausländischen Ge schäftspartner. Für die

Bank gelten die Konditionen der Finanzkreditdeckung (5%ige

Selbstbeteiligung sowie kürzere Karenz- und Schadenbearbeitungsfristen).

Verbriefungsgarantie:

Eine Verbriefungsgarantie kann als ergänzende Vereinbarung

zur Finanzkreditdeckung die üb lichen Konditionen einer

Finanzkreditdeckung verbessern, wenn die deckungsnehmende

Bank einen gebundenen Finanzkredit an ei nen ausländischen

Schuldner herauslegt und sich ihrerseits über den

Kapitalmarkt refinanzieren möchte. Die durch die Verbriefungsgarantie

verbesserte Fi nanz kre dit de ckung erhält nach

Abtretung der gedeckten Forderung und der Ansprüche aus

der Deckung an einen Refinanzier (Bank oder Fi nanz unter -

nehmen) zu dessen Gunsten die Quali tät einer unkonditionierten

Zahlungsgarantie des Bundes (keine Wartefristen, keine

Selbstbeteiligung, An spruch auf unbedingte [garantie -

gleiche] Entschädigung).

Vertragsgarantiedeckung:

Durch eine Vertragsgarantiedeckung kann sich der Ex por teur,

der zur Absicherung seiner ei genen vertraglichen Verpflichtungen

eine Garantie gegenüber dem Besteller he rauslegen

muss (Ausstellungs-, Bietungs-, Liefer- oder Gewährleistungsgarantie),

vor Verlusten aus einer politisch bedingten oder

widerrechtlichen Ziehung dieser Garantie schützen („Aval -

garantie“).

definitionen und erläuterungen

Bürgschaft:

Eine Ausfuhrgewährleistung wird als Bürgschaft (im Ge gen -

satz zur „Garantie“) übernommen, wenn der ausländische

Vertragspartner oder ein für das Forderungsrisiko voll haftender

Garant ein Staat, eine Gebietskörperschaft oder eine ver -

gleich bare Institution ist (öffentlicher Besteller/Garant).

ECA:

Export Credit Agency. Exportkreditagentur, die Exporte durch

staatliche Kreditversicherung, direk te Finanzierung, Refinanzierung

oder Zins vergünstigung unterstützt.

Entschädigungsrisiko des Bundes:

Die Länderrisikostatistik bildet die Zahlungsverpflichtungen

der einzelnen Länder (einschließlich Zinsen) ge genüber der

Bundesrepublik Deutschland und das tatsächliche Entschädigungsrisiko

des Bundes aus den übernommenen Gewähr -

leistungen ab.

Ermächtigungsrahmen:

Höchstbetrag, bis zu dem im Bundeshaushalt eine Haftungsübernahme

für alle übernommenen Ausfuhrgewährleistungen

des Bundes haushaltsrechtlich zulässig ist. Das Bundesamt

für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV)

führt das Register zur Höhe der übernommenen Gewährleis -

tungen und überwacht die Ausnutzung des Ermächtigungsrahmens.

Garantie:

Die Ausfuhrgarantie wird als Garantie (im Ge gensatz zur

„Bürgschaft“) übernommen, wenn der ausländische Ver -

tragspartner als privater Besteller einzustufen ist.

Grundsätzliche Stellungnahme:

Erklärung der grundsätzlichen Deckungsbereitschaft; posi tive

Stellungnahme unter dem Vor behalt, dass keine Änderung

der Sach- und Rechtslage eintritt (Vormerkung).

Interministerieller Ausschuss (IMA):

Zuständig für Grundsatzentscheidungen und De ckungs zusa -

gen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

trifft die Entscheidungen über Anträge auf Übernahme von

Exportkreditgarantien mit Einwilligung des Bundesmi nis te -

riums der Finanzen sowie im Einvernehmen mit dem Auswärtigen

Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenar beit und Entwicklung. Dem IMA gehören außerdem

Vertreter der Mandatare sowie Sachverständige an.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

89


90 Londoner Club:

Die ungedeckten Kredite der Geschäftsbanken werden von

den Banken in eigener Verantwortung umgeschuldet (s. a.

Pariser Club).

Marktfähige Risiken:

Seit dem 1.Januar 2002 werden wirtschaftliche und politische

Risiken bei Exportgeschäften mit Kreditlaufzeiten von bis zu

zwei Jahren in Ländern der EU sowie den Kernländern der

OECD als marktfähig angesehen. In diesem Be reich hat sich

ge zeigt, dass private Kreditversicherer ausreichende und dauerhafte

Absicherungs mög lichkeiten anbieten können. Gemäß

dem Sub sidiaritätsprinzip werden deshalb keine staat lichen

Deckungen mehr angeboten. Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise

hatte die EU-Kommission ein vorüber gehend

nicht mehr ausreichendes privates Absicherungs angebot für

kurzfristige Geschäfte in dem genannten Länderkreis erkannt.

Nach einer Entscheidung der Kommission vom 5. August

2009 können marktfähige Risiken befristet bis Ende 2010

wieder mit Exportkreditgarantien abgesichert werden.

Mitversicherung:

Wenn der Hauptlieferant seine Auslandsrisiken auf den Un -

terlieferanten überträgt, d. h. wenn die ser nur Zahlung erhält,

wenn der ausländische Besteller den Hauptlieferanten be -

zahlt hat, kann eine sogenannte Mitversicherung beantragt

werden. Diese ist unter EU-Mitgliedsländern durch eine Richtlinie

des Rates geregelt. Mit anderen Kreditversicherern be -

stehen bilaterale Abkommen. Daneben besteht die Möglichkeit,

mit an deren staat lichen Kreditversicherern bei Bedarf

für ein Einzelgeschäft eine Mitversicherungsvereinbarung zu

schließen.

Multi-sourcing-Projekte:

Projekte mit Beteiligung von Exporteuren aus verschiedenen

Ländern und ggf. mit multinationaler Finanzierung.

Obligo:

Summe aller auf den Ermächtigungsrahmen an ge schrie benen

Haftungsverpflichtungen des Bun des oder die einzelne Haftungsanschreibung

un ter einem Gewähr leistungsvertrag.

OECD-Konsensus:

Übereinkommen unter OECD-Mitgliedsstaaten, das be stimm -

te Minimal- und Maximalkonditionen bei öffentlich unterstützten

Exportkrediten mit einer Laufzeit von mehr als zwei

Jahren regelt. Ziel des OECD-Konsensus ist es, Wettbewerbsverzerrungen

im Verhältnis der Ex porteure untereinander und

einen Finanzierungswettbewerb zu Lasten staatlicher Haushalte

zu verhindern.

Parallelversicherung:

Haben die verschiedenen Lieferanten bei einem Multi-sourc -

ing-Projekt eigene Zahlungsansprüche gegen ei nen auslän -

dischen Kunden, versichert sich jeder Lieferant selbst bei seinem

nationalen Exportkreditversicherer gegen Forderungsausfälle.

Pariser Club:

Internationaler Zusammenschluss öffentlicher Gläubiger, in

dessen Rahmen der Schuldendienst von in Zahlungsschwierigkeiten

geratenen Schuldnerländern neu geregelt wird.

Um geschuldet werden fast ausschließlich öffentliche, d. h.

insbe son dere von den Regierungen der Gläubigerländer ga -

rantierte Handelskredite (Deutschland: Exportkredite mit Aus -

fuhr gewährleistungen des Bundes) und Entwick lungs hilfe -

darlehen. Der Pariser Club hat keine Organisationsstruktur

mit schriftlich festgelegten Statuten. Seine Verfahrens regeln

haben sich im Laufe der Zeit herausgebildet und werden bei

Bedarf fortentwickelt (s. a. Londoner Club).

Plafond:

Für Länder, für die unter Risikogesichtspunkten be schränkte

Deckungsmöglichkeiten bestehen, wird ein Deckungsrahmen

mit einem Höchstbetrag der insgesamt zu übernehmenden

Deckungen festgesetzt, d. h. ein Plafond eingerichtet; in der

Regel für Kreditgeschäfte mit Laufzeiten über 12 Monate.

Politische Risiken:

Politische Risiken sind in ihrem Ursprung als Maßnahmen

oder Ereignisse der staatlichen Sphäre zuzurechnen. Bei den

Forderungsde ckungen sind dies die zur Uneinbringlichkeit

der gedeckten Forderung führenden politischen Um stände,

insbesondere der allgemeine politische Gewährleistungsfall,

der gesetzgeberische oder behördliche Maßnahmen und

sogenannte Chaos ereignisse wie Krieg, Aufruhr oder Revo -

lution im Ausland umfasst. Der Bund deckt ferner den so

genannten KT-Fall, d.h.die Nichtkonvertierung und Nichttransferierung

der vom Schuldner in Landeswährung eingezahlten

Beträge infolge von Beschränkungen des zwischenstaatlichen

Zahlungsverkehrs. Abgesichert werden auch die Risiken des

Verlustes von Ansprüchen infolge der auf politische Ursachen

zurückzuführenden Unmöglichkeit der Ver trags erfüllung so -

wie des Verlustes der Ware vor Gefahrübergang infolge politischer

Umstände. Ist ein solcher Schadenfall – ebenso wie der

Eintritt des allgemeinen politischen Schadenfalls – zu be -

fürchten und wird die Ware anderweitig verwertet, ist auch der

Mindererlös gedeckt. Bei der Fabri kationsrisikodeckung sind

die gedeckten politischen Risiken die zum Fer tigungs abbruch

bzw. zum Versendungsstopp führenden poli tischen Umstände

im Ausland so wie Embargo maß nahmen nach dem Außenwirtschaftsgesetz

und von be teiligten Drittländern.


Projektfinanzierungen:

Projektfinanzierungen sind komplexe Export geschäfte, bei

denen die Betriebskosten und der Schuldendienst für aufgenommene

Fremdmittel aus dem Projekt selbst erwirtschaftet

werden.

protracted default:

Länger anhaltender Zahlungsverzug. Dieser liegt vor, wenn

die Forderung gegen den ausländischen Schuldner in einem

Zeitraum von normalerweise sechs Monaten nach Fälligkeit

nicht bezahlt wird. Diese Karenzfrist wird bei Finanzkredit -

deckungen auf einen Monat verkürzt.

Rückversicherung:

Über das Modell der Rückversicherung können Projekte mit

Beteiligung von Exporteuren aus ver schiedenen Ländern (so

genannte Multi-sourcing-Projekte) von einem Exportkredit -

versicherer ge deckt werden, der gegenüber dem Haupt lie -

feranten bzw. der finanzierenden Bank die ge samte Abwicklung

übernimmt. Die Risikoteilung er folgt zwischen den Rückversicherungspartnern

entsprechend der nationalen Liefer -

anteile.

Selbstbehalt, Selbstbeteiligung:

Anteil des Deckungsnehmers am jeweiligen Aus fall der ge -

deckten Forderung, regelmäßig 5 % für politische und 15 %

für wirtschaftliche Risiken sowie den Nichtzahlungsfall (protracted

default). Bei der APG und der APG-light beträgt die

Selbstbeteiligung 10 % für wirtschaft liche Risiken. Bei Finanzkrediten

beträgt die Selbst beteiligung 5 % für alle Risiken,

bei Fabrikations risiken ebenfalls 5 %. Die Selbstbeteiligung

für wirtschaftliche Risiken kann befristet bis Ende 2010 gegen

Prämienaufschlag auf 5 % reduziert werden.

Sonderziehungsrecht:

Sonderziehungsrecht (SZR), (Special Drawing Right, SDR), ist

die Verrechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds

(IWF). Der Wechselkurs ist durch einen Währungskorb aus

US-Dollar, Euro, Pfund-Sterling und Yen definiert.

Strukturierte Finanzierung:

Finanzierung eines Exportgeschäfts, bei der ne ben der nicht

ausreichenden oder nicht bewertbaren Bonität des auslän -

dischen Schuldners und aufgrund nicht zur Verfügung ste -

hender konventioneller Sicherheiten (Zahlungsgarantie, Ak -

kre ditiv) zusätzliche Elemente zur Si cherstellung des Schuldendienstes,

wie Erlöse aus Ab nahmeverträgen, in das Be -

sicherungskonzept integriert werden.

Umweltprüfung:

Die Prüfung von Umweltaspekten bei der Über nahme von

Exportkreditgarantien erfolgt nach den im Jahr 2004 be -

schlossenen OECD-Umweltleitlinien, den so genannten Common

Approaches (Recommendation on Common Approaches

on Environment and Officially Supported Export Credits), bei

denen es sich um auf OECD-Ebene ver einbarte Prüfungsgrundsätze

der OECD-Staaten handelt. Im April 2007 einigten

sich die OECD-Mitgliedsstaaten auf eine den Erfahrungen der

letzten Jahre angepasste Leit linie. Die Umweltprüfung bei der

Übernahme von Exportkreditgarantien erfolgt auf der Basis

dieser neuen Common Approaches.

@ Screening:

Im Rahmen der Vorprüfung, des Screenings, werden

Pro jekte mit potenziell negativen Um weltaus wir kun gen he -

rausgefiltert. Dazu werden alle Projekte ab ei nem Auf trags -

wert von 15 Millionen EUR vorgeprüft, für die mittel- und

langfristige Zahlungsbedingungen zulässig sind. Projekte,

deren Standort in oder in der Nähe eines Schutzgebietes

liegt, werden ebenfalls in die Vorprüfung mit einbezogen.

Die Projekte werden in drei Kategorien – A, B und C –

klassi fiziert. Dabei enthält die Kategorie C Projekte ohne

oder nur mit minimalen Umweltauswirkungen, Kategorie B

solche mit begrenzten und Kategorie A solche mit schwer -

wiegenden Umweltauswirkungen.

@ Review:

In der zweiten Stufe des Verfahrens findet für die Pro jekte,

für die das Screening einen weiteren Prüfungsbedarf er -

geben hat, eine Tiefenprüfung, genannt Review, statt. Projekte

der Kategorie C werden in der Regel keiner weiteren

Prüfung unterzogen. Für Pro jekte der Ka tegorien A und B

werden – soweit er forderlich – ergänzende In formationen

zur Beurteilung ihrer Umwelt aus wirkungen eingeholt. Für

Projekte der Kategorie A ist grundsätzlich ein Environmental

Impact Assessment (spezielles Umweltgutachten) ein -

zuholen. Im Rahmen der vertieften Prüfung wird u.a. sicher -

gestellt, dass das Projekt internatio nale Standards einhält.

Wirtschaftliche Risiken:

Wirtschaftliche Risiken werden in erster Linie bei den For -

derungs- und Fabrikationsrisikodeckungen in Bezug auf private

Käufer abgesichert. Bei den Forderungs deckungen sind sie

die zur Un einbringlichkeit der ge deckten Forderung führen -

de Insolvenz des ausländischen Schuldners so wie des sen

schlichte Nichtzahlung innerhalb einer bestimmten Frist (protracted

default). Bei der Fabrikationsrisikogarantie zählen die

bereits während der Fabrikationsphase eintretende Insol venz

des Bestellers, dessen widerrechtliche Lossagung vom Vertrag

sowie die Nichtzahlung von Stornierungskosten bei rechtmäßiger

Vertragskündigung zu den wirtschaft lichen Risiken.

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

91


zuordnung der länder

92 Aufgliederung der Länder nach Industrieländern Afrikanische Schwellen- und Entwicklungsländer:

sowie Schwellen- und Entwicklungsländern

Ägypten, Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien,

Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi, Côte d’Ivoire,

Industrieländer*:

Dschibuti, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea,

Andorra Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren,

Kongo, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Liberia,

Libyen, Madagaskar, Malawi, Mali, Marokko, Mauretanien,

Mauritius, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria,

Ruanda, Sambia, Sâo Tomé und Principe, Senegal, Seychellen,

Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, St. Helena,

Sudan, Südafrika, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad,

Tunesien, Uganda, Zentralafrikanische Republik.

Asiatische Schwellen- und Entwicklungsländer:

@ Naher und Mittlerer Osten:

Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jemen, Jordanien, Katar,

Kuwait, Libanon, Oman, Palästina (Autonome Ge -

biete), Saudi-Arabien, Syrien, Vereinigte Arabische

Emirate.

@ Ostasien:

Brunei, China VR, Hongkong, Indonesien, Kambod -

scha, Korea DVR, Laos, Macau, Malaysia, Mongolei,

Philippinen, Taiwan, Thailand, Timor-Leste, Vietnam.

@ Süd- u. Zentralasien:

Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch,

Bhutan, Georgien, Indien, Kasachstan, Kirgisistan,

Malediven, Myanmar, Nepal, Pakistan, Sri Lanka,

Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan.

@ Ozeanien:

Cookinseln, Fidschi, Franz.-Polynesien, Guam, Kiri -

bati, Marianen, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru,

Neukaledonien, Niue, Palau, Papua-Neuguinea,

Pitcairn-Inseln, Salomonen, Samoa (amerikanisch),

Samoa (West), Tokelau, Tonga, Tuvalu, Vanuatu,

Wallis und Futuna.

Europäische Länder (ohne Industrieländer):

Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland,

Kosovo, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien,

Moldau Republik, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland

R.F., Serbien, Türkei, Ukraine, Weißrussland.

*, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland,

Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island,

Italien, Japan, Kanada, Liechtenstein *, Luxemburg,

Malta *, Monaco *, Neuseeland, Niederlande, Norwegen,

Österreich, Portugal, San Marino *, Schweden, Schweiz,

Singapur *, Slowakische Republik, Slowenien *, Spanien,

Südkorea, Tschechische Republik, Ungarn, Vatikanstadt

*, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich,

Zypern *,

sowie deren verbundene Gebiete:

Ceuta und Melilla *, Gibraltar *, Grönland *, Guadeloupe *,

Guayana (französisch) *, Martinique *, Mayotte *, Réun -

ion *, St. Pierre u. Miquelon *

Amerikanische Schwellen- und Entwicklungsländer:

Anguilla, Antigua und Barbuda, Argentinien, Aruba,

Bahamas, Barbados, Belize, Bermuda, Bolivien, Brasilien,

Brit. Jungferninseln, Chile, Costa Rica, Dominica,

Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Falklandinseln,

Grenada, Guatemala, Guyana (brit.), Haiti,

Honduras, Jamaika, Jungferninseln (britisch u. ameri -

kanisch), Kaimaninseln, Kolumbien, Kuba, Mexiko,

Montserrat, Nicaragua, Niederländ Antillen, Panama,

Paraguay, Peru, Puerto Rico, St. Kitts/Nevis, St. Lucia,

St. Vincent und die Grenadinen, Surinam, Trinidad und

Tobago, Turks- u. Caicosinseln, Uruguay, Venezuela.

* neue Länderaufteilung ab 2009, gekennzeichnete Länder

wurden der Ländergruppe neu zugeordnet. Zur Gruppe

der Industrieländer zählen die Länder der OECD-Entgelt -

kategorie 0; darunter fallen OECD-Hocheinkommens -

länder (gemäß Weltbankdefinition Länder mit einem

Bruttoeinkommen pro Kopf größer als 11.906 US-Dollar

im Jahr 2009), Länder der Europäischen Währungsunion

einschließlich deren verbundene Gebiete sowie Singapur


ildnachweise

Titelbild Hitachi Power Europe GmbH,

Duisburg

4, 9, 12, Bundesministerium

13, 14, für Wirtschaft und Technologie,

15, 18 Berlin

6, 8, 49 Gottwald Port Technology GmbH,

Düsseldorf

6, 16, DTEC Engineering & Consulting GmbH,

17, 28 Gelsenkirchen

6, 26, 45 CEZ Group,

Prag

6, 38 Getty Images Deutschland GmbH,

München

7, 54 Clearviewstock,

Dreamstime

7, 47, Hitachi Power Europe GmbH,

60, 61 Duisburg

7, 35, Oerlikon Barmag,

78, 79 Zweigniederlassung der

Oerlikon Textile GmbH & Co. KG,

Remscheid

8 Voith AG,

Heidenheim

8, 37 Norilsk Nickel,

Moskau

16, 20 Amandus Kahl GmbH & Co. KG,

Reinbek

16, 17 ThyssenKrupp AG,

Düsseldorf

21 BIOWORKS Verfahrenstechnik GmbH,

Putzbrunn

22 SAXONIA EuroCoin GmbH,

Halsbrücke

23, 26 Fuhrländer AG,

Waigandshain

24 rommelag Kunststoff-Maschinen

Vertriebsgesellschaft mbH,

Waiblingen

25, 38 Wietmarscher Ambulanz-

und Sonderfahrzeug GmbH,

Wietmarschen

26, 36 Airbus

27, 33 Trade Finance Magazine,

London

30 STRABAG Umweltanlagen GmbH,

Dresden

32 Carolin Hölscher,

Hamburg

32 Christoph Vohler,

München

34 MFT Membran Filtrationstechnik GmbH,

Köln

38, 39, 53 KHD Humboldt Wedag GmbH,

Köln

39, 51 Loesche GmbH,

Düsseldorf

41 Cargill Inc.,

Minneapolis

43 SMS Siemag AG,

Düsseldorf

54, 55 N.N.

54 Daniela Lindner,

Hamburg

58, 59 Dirk Bartschat,

Hamburg

das geschäftsjahr 2009

der interministerielle ausschuss 2009

entwicklung der exportkreditgarantien

länder und länderdeckungspolitik des ima

internationale zusammenarbeit

geschäftsverlauf

bestandsentwicklung

anhang

93


94 Die Federführung für die Übernahme der Exportkredit- Kreditversicherungs-AG oder eine der Au ß en stellen in

garantien der Bundesrepublik Deutschland liegt beim

bundesministerium für wirtschaft und technologie:

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Referat VC2

Scharnhorststraße 34-37

10115 Berlin

www.bmwi.bund.de

Die Bundesregierung hat die Geschäftsführung für die

Exportkreditgarantien einem Konsortium übertragen, das

aus der euler hermes kreditversiche rungs-ag,

Hamburg, als Federführer und der pricewaterhousecoopers

ak tien ge sell schaft wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Hamburg, be steht. Nähere In -

forma tionen und Un ter lagen sowie Be ratung über

die Mög lich kei ten und Abwicklung der Exportkredit -

garantien der Bun desrepublik Deutschland erhalten

Sie durch die Haupt ver waltung der Euler Hermes

Ihrer Nähe. Auch per Internet können Sie umfangreiche

Informationen über die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik

Deutschland abrufen: z. B. den aktuellen

AGA-Re port, die Allge mei nen Bedingun gen, Anträge

und Broschüren, den Jahresbericht in englischer und

deutscher Sprache. Sie können In for mations ma terial

anfordern und Ihre Fragen direkt per E-Mail stellen.

Dieser Bericht über die Exportkreditgarantien der Bundesrepublik

Deutschland erscheint in deutscher und

englischer Sprache.

Redaktionsschluss: 31. Dezember 2009

Erscheinungsdatum: Mai 2010


hauptverwaltung

Euler Hermes

Kreditversicherungs-AG

Friedensallee 254

22763 Hamburg

Telefon: +49 (0)40/88 34-90 00

Telefax: +49 (0)40/88 34-91 75

info@exportkreditgarantien.de

www.agaportal.de

außendienst

10117 Berlin

Friedrichstraße 69

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Große Gallusstraße 1-7

22761 Hamburg

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Hohenzollernring 31-35

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Radlkoferstraße 2

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Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

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Auslandsgeschäftsabsicherung der Bundesrepublik Deutschland

Die Bundesregierung unterstützt mit den Förderinstrumenten Exportkredit- und

Investitionsgarantien sowie Garantien für Ungebundene Finanzkredite die Auslandsaktivitäten

der deutschen Wirtschaft und sichert dadurch Wachstum und Arbeitsplätze.

Hierfür übernimmt die Bundesrepublik Deutschland wirtschaftliche und politische

Risiken aus Exportgeschäften sowie politische Risiken bei Auslandsinvestitionen.

Darüber hinaus können wirtschaftliche und politische Risiken von ungebundenen

Finanzkrediten bei Projekten mit besonderem staatlichen Interesse abgesichert werden.

Mit der Geschäftsführung dieser Fördermaßnahmen hat die Bundesregierung ein

Mandatarkonsortium, bestehend aus der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG und der

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, beauftragt.

Euler Hermes

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