100 Jahre Lindenthaler Tierpark

lindenthaler.tierpark.de

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Schutzgebühr 2,00€

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Natur und Ruhe erleben

Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierpark e.V.


Inhalt

Grußwort Fritz Schramma, Oberbürgermeister der Stadt Köln

Grußwort Helga Blömer-Frerker, Bezirksbürgermeisterin

Grußwort Dr. Theo Pagel, Direktor des Kölner Zoos

Grußwort Heribert Resch, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierpark e.V.

Lageplan Tierpark Lindenthal

Der aktuelle Tierbestand

Der Tierpark heute und morgen

Tierpate werden über Hirsch, Ziege und Co.

Vom Wildpark zum Tierpark – das Tiergehege im Kölner Stadtwald

Zoologische Gärten und Tierparks – Notausgänge zur Natur

Ohne Freunde geht es nicht! Der Förderverein stellt sich vor und sucht weitere Mitglieder

100 Jahre

Impressum:

Herausgeber: Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierpark e.V.,

Kempfelder Straße 30, 50935 Köln, Telefon 02 21-43 34 96, Telefax 02 21-4 30 38 19,

E-Mail info@lindenthaler-tierpark.de, www.lindenthaler-tierpark.de; Texte: Dr. Bauer, Dr. Pagel, Resch;

Fotos: A. Gerke, U. Knott, Lützerath, H. Resch, A. Sander, Schneider, U. Schmitz;

Gestaltung und Produktion: id3 Werkstatt für digitale Gestaltung, Köln


Lindenthaler Tierpark

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Unsere Spendenkonten:

Lindenthaler Tierpark e.V.

Sparkasse KölnBonn

Konto 16 002 404, BLZ 370 501 98

oder

Kölner Bank eG

Konto 661 410 000, BLZ 371 600 87

BRUNCH AM SEE

Von 12.00 Uhr-15.00 Uhr:

Klassisches Brunchbuffet mit Frühstücksanteil, Tee/Kaffee, 1 Glas Sekt

zur Begrüßung sowie Orangensaft und Apfelsaft zum Büffet.

Frühstück: Marmelade, Cerialienecke mit Milch, gekochter und roher

Schinken, Käseaufschnitt.

Brunchbuffet warm: 4 hochwertige Hauptgänge mit Fisch,

2 verschiedene Fleischsorten und ein vegetarischer Hauptgang,

3 verschiedene Beilagen, mindestens 4 verschiedene frische

Gemüsesorten, 1 Suppe.

Brunchbuffet kalt: 4 hochwertige Vorspeisen (Fisch, Fleisch, Melone und Anti Pasti), Salatbar.

Dessert: Obstsalat und rote Grütze, Tiramisu und 3-4 verschiedene Mousse und Crèmes, hochwertige

Käseauswahl mit Trauben.

Preise: Kinder bis 6 Jahre: kostenlos, Kinder bis 12 Jahre: halber Preis, Erwachsene: 27,–€

TREFFPUNKT

BIERGARTEN

Täglich bei schönem Wetter von April bis Oktober geöffnet!

Mit frischem Sion Kölsch und Paulaner vom Fass.

Bei schönem Wetter: Grillbüffet „All you can eat”: 17,90 €

Dürener Straße 287 · 50935 Köln

Tel. 0221/46760 · Fax 0221/433765

E-Mail: info.HI-cologne-AmStadtwald@Queensgruppe.de

www.koeln-am-stadtwald-holiday-inn.de


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Liebe Freunde des

Lindenthaler Tierparks,

der Lindenthaler Tierpark feiert in diesem Jahr

sein 100-jähriges Bestehen – wenn das kein

Grund zur Freude ist. Integriert in den Stadtwald,

eine Oase der Ruhe, die naturnahe Erholung

bietet, ist der Tierpark ein beliebter Treffpunkt

und für viele ein schönes Ausflugsziel.

Der Lindenthaler Tierpark ist das kostenfreie

Tiergehege mit den höchsten Besucherzahlen

in Köln. Wer hier je mit seinen Kindern zu

Besuch war, der weiß, wie wichtig diese Anlage

gerade auch für die Familienfreundlichkeit

der Stadt ist.

Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben im

November 2000 den Förderverein für diesen

beliebten Tierpark gegründet und kümmern

sich seit dem darum, dass der Zustand des

Parks und vor allem die Unterbringung der Tiere

verbessert werden. Es ist vor allem dem

Förderverein und seinen vielen Unterstützern

zu verdanken, das die Schließung der Anlage,

wie sie im Jahr 2002 aufgrund der finanziellen

Nöte der Stadt diskutiert wurde, abgewendet

werden konnte.

Der Förderverein mit seinem Vorsitzenden

Heribert Resch hat bereits mit einer Fülle von

Maßnahmen zur Sanierung und Entwicklung

dieser schönen Anlage beigetragen. Er hat

den Park ideell und mit Spendengeldern in

beträchtlicher Höhe auch finanziell unterstützt.

Als Beispiel möchte ich hier nur die Errichtung

des Stallgebäudes im neuen Ziegengehege,

die Sanierung der Geflügelställe und die

Umgestaltung des Geflügelgeheges nennen.

Der Förderverein hat sich aber auch bemüht,

den Tierpark noch attraktiver zu machen,

indem er zum Beispiel Soay-Schafe – eine

vom Aussterben bedrohte Schafart – in den

Park holte.

Durch seine Arbeit zugunsten des Tierparks

engagiert sich der Förderverein für Natur- und

Tierschutz in unserer Stadt. Er trägt gleichzeitig

dazu bei, dass die Kölnerinnen und Kölner

– und hier vor allem auch die Kinder – einzigartige

Naturerfahrungen mitten in der Stadt

machen können. Damit unterstützt er zugleich

mein Anliegen, Köln immer attraktiver zu

machen und die Lebensqualität in unserer

Stadt weiter zu erhöhen.

Der Förderverein ist darum ein hervorragendes

Beispiel für Bürgersinn und für die Bereitschaft,

Initiativen zu entwickeln und Verantwortung

zu übernehmen. Hierfür danke ich dem

Förderverein auf das Herzlichste.

Möge der Tierpark uns weiterhin viel Freude

bereiten und möge der Förderverein weiterhin

so erfolgreich zu seiner Weiterentwicklung beitragen.

Ihr

Fritz Schramma

Oberbürgermeister der Stadt Köln

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Liebe Freunde des

Lindenthaler Tierparks,

Generationen aus Lindenthal und der gesamten

Stadt kennen und lieben den Tierpark im

Stadtwald und freuen sich über das 100-jährige

Bestehen!

1895 erwarb die Stadt das Areal zwischen

Dürener- und Aachener Straße, zwischen der

Kitschburger Straße und dem Militärring, um

dem Stadtteil den Charakter eines „grünen

Vororts“ zu geben. Innerhalb von 3 Jahren legte

man nach Entwürfen von Adolf Kowallek

den Stadtwald als Park an mit unregelmäßiger

Grundrissgliederung, mit Weiher und Wildgehege.

Den Stadtvätern von damals gebührt Dank für

die Einsicht, dass die mit großem Tempo

wachsende Stadt Grüninseln brauchte, weil

die Stadtentwicklung natürlich gewachsene

Lebensräume zerstörte und vor allem in der

Innenstadt nur technisch betonte Monotonie

übrigließ.

Heute wissen wir mehr über die Bedeutung

des Grüns in unseren Städten, nicht nur für

Erwachsene, sondern vor allem für Kinder.

Eine Kindheit in der Stadt ist für Pänz mit vielen

Verboten verbunden; Kinder brauchen aber

Auslauf. Erde, Wasser, Bäume, Gras und Tiere

müssen von ihnen entdeckt werden können,

nicht nur wegen der daraus entstehenden

positiven Beziehung zu ihrer Umwelt, sondern

um glücklich zu werden. Die schlechte Finanzlage

der Stadt stellte auch den Tierpark vor

einigen Jahren in Frage.

In einem beispiellosen Gemeinschaftswerk von

Förderern und Politikern im Stadtbezirk gelang

es, denTierpark zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Jeder Besucher kann heute die Erfolge

dieses bürgerschaftlichen Engagements

sehen und genießen und deshalb gebührt an

dieser Stelle dem Motor des Fördervereins,

Heribert Resch, ein großes Kompliment und

Dankeschön für seinen Einsatz. Köln braucht

dringender denn je – Stichwort Umweltzone –

die Grüngürtel und den Stadtwald und daher

der Appell, diese einmaligen Anlagen zu erhalten,

damit Generationen nach uns ebenfalls

runde Geburtstage feiern können.

Mit den besten Grüßen und Glückwünschen,

Ihre

Helga Blömer-Frerker

Bezirksbürgermeisterin


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Der Lindenthaler Tierpark

wird 100 Jahre!

Anfang des letzten Jahrhunderts, genauer

gesagt 1908, wurde im östlichen Teil des

Stadtwaldes, der ca. 200 ha umfasst, ein

etwa 8 ha großes Wald- und Wiesenareal zu

einer Tierfreianlage umgestaltet. Umgeben

von Natur, dem Kahnweiher mit seiner Vogelschutzinsel

nebst Kanal, zahlreichen Laubbäumen

und vielen verschiedenen Gehölzen stellt

der Lindenthaler Tierpark ein Kleinod in Köln

dar.

Jedes Jahr nutzen viele Menschen diesen Ort

als Ziel für Entspannung und den Kontakt mit

Fauna und Flora. So wie bei uns im Zoologischen

Garten Köln, so sind es auch hier die

Pflanzen und Tiere, die die Menschen in ihren

Bann ziehen.

Es ist überaus wichtig, gerade im städtischen

Bereich, dass die Menschen den Bezug zur

Natur nicht verlieren und Orte der Ruhe und

Erbauung finden. Ein Rudel Damwild, Ziegen,

Schafe sowie zahlreiche Hühnervögel werden

im Lindenthaler Tierpark gezüchtet, und man

ist stets bemüht, diesen Pfleglingen bestmögliche

Haltungsbedingungen zu bieten.

Im Oktober 2000 gründete sich der Verein der

Freunde und Förderer des Lindenthaler Tier-

parks. Wiederum eine Parallele zum großen Kölner

Zoo, auch hier waren es Bürger, die Engagement

zeigten und die Initiative ergriffen.

Beide Institutionen stehen seit Jahren in Kontakt,

und es würde mich freuen, wenn sich dieser

noch intensivieren ließe. Wir vom Zoologischen

Garten Köln, der übrigens in ein paar

Jahren sein 150-jähriges Bestehen feiert, sind

immer zu einer Kooperation und Hilfestellung

bereit. Es ist schön, dass es auch noch andere

Menschen gibt, die sich für Tiere und zum

Wohl der Menschen dieser Stadt und der Region

einsetzen.

Ich möchte dem Lindenthaler Tierpark und seinem

Förderverein auf diesem Weg alles Gute

wünschen. Machen Sie weiter so, Sie sind auf

dem richtigen Weg.

Mit den besten Wünschen

Dr. Theo Pagel

Direktor des Kölner Zoos

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


100 Jahre Lindenthaler Tierpark

100 Jahre Lindenthaler Tierpark,

das muss gefeiert werden.

Köln kann stolz sein auf seinen Wald. Nicht viele

Städte im dichtbesiedelten NRW verfügen

über rund 4500 Hektar eigene Waldfläche.

Eine geradezu lebenswichtige grüne Lunge in

Zeiten zunehmender Umweltbelastungen

durch unterschiedliche Verursacher. Neben

dem ökologischen Wert spielt der Erholungsaspekt

für die Bevölkerung eine ganz wichtige

Rolle. Hierbei sind in erster Linie die in dieser

Waldfläche angelegten Kölner Tierparks

zu nennen, die außer dem Naturerlebnis an

sich auch einen pädagogischen Auftrag erfüllen.

Vornehmlich den Kindern wird neben der

Flora auch die Fauna in urbanen Waldlandschaften

näher gebracht.

Eine Sonderstellung nimmt der Lindenthaler

Tierpark ein. Bedingt durch seine Lage nahe

den Wohngebieten ist er ein gelungenes Beispiel

stadtplanerischen Weitblicks der verantwortlichen

Personen in Politik und Verwaltung

früherer Generationen. Aber auch in der Jetztzeit

wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung

des Tierparks, trotz zwischenzeitlicher

Turbulenzen, nicht zuletzt durch die Hilfe des

Fördervereins, erreicht.

Fördern kann man nur, wenn die finanzielle

Grundlage dazu vorhanden ist oder geschaffen

wird. Die Hilfestellung, die der Förderverein

der Stadt als Träger des Tierparks gibt,

fokussiert sich überwiegend auf die Kostenübernahme

bei investiven Maßnahmen. Voraussetzung

ist immer wieder, dass es gelingt,

eine Vielzahl von Möglichkeiten der Refinanzierung

zu erschließen und konsequent zu nutzen.

Kein leichtes Unterfangen in Zeiten knapper

Kassen.

Um so dankbarer sind wir den vielen Firmen,

der Bezirksvertretung Lindenthal und den Privatpersonen,

die ein offenes Ohr haben, wenn

wir (wieder) um Unterstützung bei der Umsetzung

von Einzelprojekten bitten.

Weit über Hundert Mitglieder im Förderverein

leisten mit Rat und Tat einen wesentlichen Beitrag

bei der Realisierung von meist kostenintensiven

Ideen zur Optimierung der Tieranlage.

Die gute Zusammenarbeit mit der

Stadtverwaltung motiviert uns, Motor zu sein

bei der Fortführung unserer Arbeit zum Wohle

von Mensch und Tier.

Den Inserenten in dieser Jubiläumsbroschüre

danken wir für die Unterstützung bei der

Erstellung der Dokumentation. Ein spannendes

Spiegelbild der letzten 100 Jahre. Es veranschaulicht,

dass die Menschen früherer

Generationen genau so fasziniert waren vom

Lindenthaler Tierpark wie die vielen Tausend

Besucher heute.

Wir sagen dem Tierpark eine gute Zukunft voraus

und sind stolz darauf, dazu beitragen zu

können.

Köln, im März 2008

Verein der Freunde und Förderer

des Lindenthaler Tierpark e.V.

Heribert Resch

Vorsitzender


Vom Wildpark zum T

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das Tiergehege im

Die Geschichte des heutigen Tierparks ist eng verbunden mit der Entsteh

Insofern wird einleitend zunächst auf die Anlage des Stadtwalds und

auf die Hintergründe sowie die Rahmenbedingungen eingegangen,

die 1908 zur Anlage eines Wildparks in dem schon bestehenden

Stadtwald führten.

Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die im 13. Jahrhundert

errichtete mittelalterliche Stadtmauer der Stadt Köln niedergelegt

und die Stadt konnte die dringend erforderlich gewordene Stadterweiterung

nach Plänen des Stadtbaumeisters Stübben umsetzen.

Die wehrtechnische Funktion der Stadtmauer war schon lange

nicht mehr gegeben und so entstanden auf den Gräben und vorgelagerten

Wällen Grünflächen und Promenaden, die von der Bevölkerung

rege genutzt wurden. Mit der Schleifung der Mauer und der Anlage

der Stadterweiterung wurden diese Grünflächen ebenfalls zerstört.

Die im Bereich der Wälle errichtete Ringstrasse mit Promenaden und

kleineren Grünflächen, sowie die Anlage des Volksgartens und die

Umgestaltung des Stadtgartens im Zuge der Stadterweiterung konnte

den Verlust an Grünflächen jedoch nur bedingt ausgleichen. Der

Rat der Stadt beschloss daraufhin die Anlage eines größeren Parks

als Erholungsort für breite Bevölkerungsschichten.

Von Seiten der städtischen Verwaltung wurde ein etwa 105 ha

großes Gelände im Bereich der ehemaligen Kitschburg hierfür ausgesucht,

das vom Mittelpunkt der Altstadt ebenso weit wie der Zoologische

Garten und die Flora entfernt lag. Über zwei Pferdebahnlini-

Kronenkraniche unter Rotbuchen

ca. 1928/29, Vater und Tochter,

(Frau Ursula Knott)

en auf der Aachener und der Dürener Strasse würde die geplante

Grünanlage leicht zu erreichen sein.

Das vorgesehene Gelände bot ausreichend Gegebenheiten zur

Anlage einer großen Grünfläche. So konnte das Gebäude und die ehemalige

Gartenanlage der Kitschburg mit in die neue Planung integriert

werden. Eine ehemalige Rheinrinne, in die der Frechener Bach mündete,

sowie die von Süd nach Nord das westliche Gelände durchziehende

Hangkante im Übergang von Nieder- zu Mittelterrasse waren naturräumliche

Gegebenheiten, die in die künftige Ausgestaltung

einbezogen wurden. Ende 1895 konnte mit den Ausführungsarbeiten

begonnen werden.

Der damalige Gartendirektor Adolf Kowallek arbeitete den Entwurf

für die künftige Grünanlage aus, die sich aufgrund der entfernten

Lage zum Stadtgebiet ganz bewusst von der Gestaltung des innerstädtischen

Volks- und Stadtgartens unterscheiden sollte. Dem

gartenarchitektonischen Zeitgeist entsprechend sollte ein ausgedehnter

und der natürlichen Landschaft nachempfundener Stadtwald angelegt

werden. Kowallek schuf eine Anlage, deren stadteinwärts gelegener

Teil um einen großen See parkartig mit einer Vielzahl

ausländischer Baumarten bepflanzt wurde. Der stadtauswärts gelegene

Teil dagegen wurde als Eichen-, Buchen-, Tannen, Kiefern- und

Mischwald angelegt, um einen einheimischen Waldcharakter zu erzielen.

Die von Baum- und Waldbeständen umschlossenen Wiesen waren

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


1938, Foto Schneider

ung und Entwicklung des Stadtwalds in Köln-Lindenthal

zunächst als Nutzwiesen zur Heugewinnung angelegt. Lediglich die

große zentrale Volkswiese im Bereich der Waldschenke stand der

Bevölkerung zur Betretung und Nutzung zur Verfügung.

Unmittelbar an das Gebäude der ehemaligen Kitschburg angrenzend

wurde im Bereich der ehemaligen Rheinrinne ein großer Weiher

angelegt, der zunächst durch Einleitung des Frechener Baches

gespeist wurde. Da hierdurch jedoch zu viele Abwässer und Sinkstoffe

eingeleitet wurden und das Wasser an warmen Tagen einen üblen

Geruch verbreitete, stellte man die Einleitung ein und errichtete 1899

eine Pumpstation. „Diese wurde zugleich in solchem Umfange

geplant, dass sie einen kräftigen Springstrahl im großen Teiche von

etwa 150 cbm stündlichem Wasserverbrauch betreiben kann. Zur

Belebung des landschaftlichen Bildes wird diese Anlage jedenfalls

wesentlich beitragen.” Neben dem großen Weiher wurde ein kleinerer

See in der Nähe der Waldschänke angelegt. Auf beiden Teichen

war ein Kahnbetrieb eingerichtet. Die beiden Teiche waren durch ein

System von Gräben und kleinen teichartigen Aufweitungen miteinander

verbunden.

Feste Einrichtungen zur Ausübung von Sport waren von Anfang

an in dem Konzept von Kowallek vorgesehen. Im nördlichen Bereich

zur Friedrich-Schmidt-Straße lagen eine Reitbahn sowie ein Sportplatz

mit einer Radreigenbahn, einer Radfahrbahn von 400 m Länge sowie

11 Tennisplätze mit den dazugehörigen Umkleidehäuschen.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Hauptbesuchszeit

im Wildpark

ierpark –

Kölner Stadtwald

1940

Rehpark 1930

In der ehemaligen Villa der Kitschburg wurde eine sehr gut besuchte

Restauration mit einer Terrasse eingerichtet. Darüber hinaus eröffnete

man am 1. Mai 1898 „tief im Wald, auf dem tiefer liegenden Teil der

Volkswiese, ... eine gegen nördliche und westliche Winde geschützte

Waldschänke”.

Die Anlage des Stadtwaldes weit außerhalb der bebauten Stadt

war für Köln ein bedeutendes Ereignis. Erstmals wurde ein großes

und zusammenhängendes Waldareal geschaffen, das gleichzeitig ein

umfangreiches Angebot an Erholungseinrichtungen für alle Schichten

der Bevölkerung beinhaltete. Der damalige Obergärtner Jung drückt

die Bedeutung des neuen Stadtwaldes wie folgt aus: „Wenn nach Jahren

einmal der Wald herangewachsen und Tausenden nach des Tages

Last und Mühe Waldesschatten, Erholung und Erquickung bietet, dann

tragen jene 2 1 /2 Millionen, welche heute die Gesamtanlage kostet,

in ästhetischer, hygienischer und sozialer Beziehung der Stadt unzahlbare

Zinsen, dann wird die Großstadt mit ihren Hunderttausenden,

sich aus Zimmerdunst und staubigem Straßengewirre nach frischer,

freier Luft sehnenden Lungen erst des Waldes Wert ermessen.”

„Die glänzende Entwicklung, welche der Stadtwald während der

kurzen Zeit seines Bestehens genommen hat und die ihn zu einem

beliebten Aufenthalts- und Erholungsort breiter Schichten der Bevölkerung

macht, hat auch die ursprünglichen Gegner mit dieser immer

prächtiger sich gestaltenden Anlage versöhnt.“ >


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Foto von August Sander

Wenige Jahre nach Anlage des Stadtwalds wird im Jahre 1903 Fritz

Encke Nachfolger von Gartendirektor Kowallek. Encke ist zunächst noch

in der gartenarchitektonischen Ausgestaltung von Parkanlagen dem Stil

des ausgehenden 19. Jahrhunderts verbunden. Seine erste Parkanlage in

Köln, der Klettenbergpark, zeugt davon. 1907 im Bereich einer ehemaligen

Kiesgrube angelegt, werden im Klettenbergpark Anpflanzungen

und Baulichkeiten errichtet, die der rheinischen Landschaft nachempfunden

waren. Diese Gestaltung

war vornehmlich auf Belehrung und

Bildung ausgerichtet, eine Nutzung

dieser Parkanlage im heutigen Sinne

war weder hier noch im Stadtwald

vorgesehen.

Zum Anfang des 20. Jahrhunderts

änderte sich jedoch diese

Auffassung allgemein. Zunächst in

Berlin und später in allen großen

Städten Deutschlands entstanden

die ersten Volksparke, die so angelegt

wurden, dass breiten Bevölkerungsschichten

ausreichend Möglichkeiten

für Spiel und Sport

geboten wurde. 1911–14 schuf

Fritz Encke mit dem Vorgebirgspark

den ersten Volkspark in Köln.

Vor dem Hintergrund der wachsenden

sozialen Bedeutung von

Grünflächen wurde deutlich, dass

die Gestaltung und vor allem das

Nutzungskonzept des Stadtwalds

nicht mehr zeitgemäß waren und

weiterentwickelt werden mussten.

Wurden zunächst weitere Wiesenflächen

für die Nutzung der Bevöl-

kerung freigegeben, so wurde 1909 auf der Rasenfläche hinter der

Waldschänke ein Planschweiher gebaut. Dieser erste Kölner Wasserspielplatz

erfreute sich, wie der damalige Gartendirektor Encke feststellte,

von Anfang an „einer großen, ja leider zu großen Beliebtheit”

und galt, da er im Gegensatz zu Amerika in Deutschland eine noch

höchst seltene Einrichtung war, als „Sehenswürdigkeit.”

In diese Phase der Weiterentwicklung des Nutzungsangebotes fällt

1908 die Einrichtung eines 8 ha großen Wildgeheges im Stadtwald.

Hierdurch wurde der waldartige Charakter der Grünanlage unterstrichen

und ein attraktiver Anziehungspunkt für die Kölner Bevölkerung

geschaffen.

Da in der ursprünglichen Planung von Kowallek kein Wildgehege

vorgesehen war, konnte sich die Auswahl des Geländes nur an dem

schon Bestehenden orientieren. Eine Einzäunung der großen Volkswiese

an der Waldschänke war aufgrund der intensiven Nutzung nicht möglich.

Ebenso war der östliche Teil des Stadtwaldes aufgrund seiner eher

parkartigen Gestaltung hierfür nicht geeignet. Die Wiesenfläche zwischen

Bahntrasse und Kitschburger Strasse hingegen bot die besten

Voraussetzungen.

Schon bei der Anlage des Stadtwaldes war dieser Bereich so ausgestaltet

worden, dass „auf dem Wiesengrund ... verschiedentlich vereinzelt

stehende, durch Blattfarbe oder besonderen Wuchs auffallende

Baumgruppen, vereinzelte Bäume und Koniferen wirkungsvolle Kontraste

zu den umgebenden Waldpartien“ bildeten. Darüber hinaus war von

Anfang an neben den beiden größeren Teichen ein System von Gräben

angelegt worden, das sich in natürlichen Windungen durch das Gelände

schlängelte und an drei Stellen teichartig aufgeweitet wurde. Der

noch heute durch den Tierpark verlaufende Bach und auch der kleine

Weiher entsprechen diesem Grabensystem der ursprünglichen Planung

von Kowallek.

War das projektierte Gelände aufgrund seiner gartenarchitektonischen

Gestaltung und des Vorhandenseins von frischem Wasser für die

Haltung von Tieren besonders geeignet, so war mit Sicherheit auch die

unmittelbare Lage zu dem Wohngebäude des Waldhüters am Fahrweg

nächst der Morsdorferstraße ausschlaggebend für die Anlage des Wildgeheges

in diesem Bereich des Stadtwalds.

Über den genauen Verlauf des Außenzaunes liegen leider keine

Angaben vor. Weiter auf Seite 12 >

Foto von A. Gerke, 7.8.1931

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Jeden Tag stehen die Kölner

Grünflächen im Mittelpunkt

des Geschehens von vielen

tausend Kölner Bürgern.

Kinder spielen, es wird

gejoggt, auf den Weihern

gerudert, spazieren gegangen,

Boule gespielt oder nur

auf den Bänken die Stille

genossen.

Mit seinen rund 2.800 ha Fläche ist

das Kölner Grünsystem in seiner Anlage

einzigartig in Deutschland und

besitzt eine kulturhistorische Bedeutung,

die ihresgleichen sucht.

DAS GRÜN BENÖTIGT HILFE

Fakt ist aber auch, dass die Grünflächen

in den vergangenen Jahren

mehr und mehr verwilderten. So finden

wir heute vom Sturm herunter

gerissene Äste, die Monate lang an

den Wegesrändern liegen, und wucherndes Gestrüpp, das keinen Parkcharakter

mehr erkennen lässt. Wegebeläge sind mit den Jahren verkommen

und nahezu unbrauchbar geworden. Wichtige Herzstücke wie

die Weiher in den Anlagen weisen zum Teil einen katastrophalen

Zustand auf – sei es aufgrund der Wasserqualität oder ihrer verrotteten

Uferbefestigungen. Zerstörte Parkbänke und fehlende Papierkörbe

runden das Bild zu einem insgesamt schauerlichen Eindruck ab.

Der Grund all dieser Missstände ist die Finanzmisere der Stadt Köln

über nunmehr viele Jahre hinweg. In Folge dessen kann sich die Stadt

nur noch auf die Pflege von kleinen Teilbereichen konzentrieren. Ein

Beispiel ist der Innere Grüngürtel mit dem Aachener Weiher. Hier kann

man nach der erfolgten Sanierung wieder Strukturen erkennen, die die

ursprüngliche historische Planung sichtbar werden lassen. Genau hier

setzt die Kölner Grün Stiftung an und wird aktiv. Es gilt, die Bemühungen

der Instandsetzung und -haltung zu unterstützen, aber auch auf

Missstände hinzuweisen und städtisches sowie bürgerliches Engagement

einzufordern.

Um dem rapiden Qualitätsverlust der Grüngürtel entgegen zu wirken,

gründeten Paul Bauwens-Adenauer und Dr. Patrick Adenauer die

Kölner Grün Stiftung. Gemeinsam mit Beatrice Bülter bilden sie die

Geschäftsführung der Stiftung.

Mit Hilfe der Kölner Wirtschaft

und der gesamten Bürgerschaft will

die Stiftung wachrütteln und die Wichtigkeit

der Anlagen für die Stadt Köln

wieder in den Fokus rücken. Sie will

die Politik nicht aus der Verantwortung

lassen, dieses Kulturgut entsprechend

zu würdigen und für die zukünftige

Generation zu erhalten.

ERSTE PROJEKTE UMGESETZT

In kurzer Zeit ist es der Kölner Grün

Stiftung gelungen, zahlreiche Projekte

auf den Weg zu bringen. Als

Arbeitsgrundlage dient eine Studie,

die die Kölner Grün Stiftung hat

erstellen lassen. Zurzeit liegt der

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Erstes Großprojekt der

Kölner Grün Stiftung: Sanierung

der Uferbefestigung

des Stadtwaldweihers

Es grünt so grün!

Schwerpunkt der Stiftung bei der Instandsetzung des Stadtwaldes.

So wurde ein Großprojekt in Angriff genommen: Die Sanierung der

Uferbefestigung des Stadtwaldweihers in enger Zusammenarbeit mit

dem Grünflächenamt. Investition der Stiftung: 500 000 Euro. Fertigstellung:

Frühjahr 2009.

Zusammen mit der Kölner Sportstätten GmbH wurde im Geometrischen

Garten im Stadtwald ein Bouleplatz angelegt. Die RWE AG

setzt auf Initiative der Kölner Grün Stiftung das Arboretum zwischen

Dürener Straße, Militärring und Frechener Bahn wieder instand. Fertigstellung:

Frühjahr 2008.

Bänke und Abfallbehälter fehlen im ganzen Grünsystem. Die Kölner

Grün Stiftung wirbt derzeit aktiv bei der Bevölkerung, Bänke und

Abfallbehälter zu spenden. Die Bänke bekommen auf Wunsch eine

Messingplakette mit den Namen der Spender. Die Spender können

ihren Bankplatz selber bestimmen. Spendenquittungen werden ausgestellt.

Innerhalb weniger Monate ist es der Kölner Grün Stiftung

gelungen, 150 Bänke und 15 Abfallbehälter für rund 120 000 Euro

in Müngersdorf, Rodenkirchen und Lindenthal aufstellen zu lassen.

Infos unter www.koelner-gruen.de, b.buelter@koelner-gruen.de

Tel. 02 21 40 08 43 21

Die „Kölner Grün Stiftung“ ist eine gemeinnützige Stiftung für die Erhaltung und Verbesserung der historischen

Kölner Grünanlagen.

• Die „Kölner Grün Stiftung“ sieht sich als Koordinator zwischen Sponsoren aus der Wirtschaft, Bürgern

und privaten Initiativen. Somit will die Stiftung mit Hilfe der Politik und der Verwaltung aus

vernachlässigten Einzelflächen wieder Kölns großen Garten für die ganze Familie entstehen lassen.

• Die „Kölner Grün Stiftung“ fordert mehr Bewusstsein und unterstützt den bürgerschaftlichen Einsatz

zugunsten dieses einmaligen Kulturgutes, das Erholung und Lebensqualität sichert. Für die hohe

Qualität der Förderprojekte garantieren die Gründungsstifter, die Geschäftsführung sowie das

Kuratorium.

• Die „Kölner Grün Stiftung“ wirbt um finanzielle Mittel. Die Stiftung arbeitet eng mit der Stadt zusammen.

• Die „Kölner Grün Stiftung“ will die Anlagenqualität verbessern, indem die Stiftung einzelne Projekte

mit eigener Planung und Finanzierung übernimmt. Die Ausführung übernehmen

Fachfirmen oder Beschäftigungsgesellschaften unter Bauaufsicht des Grünflächenamtes.

• Die „Kölner Grün Stiftung“ strebt weiterhin fortlaufende Pflegepatenschaften an, um die vorhandenen

Qualitäten wieder sichtbar zu machen und sanierte Bereiche dauerhaft zu erhalten.


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Plan Stadtwald um 1900

Nach Osten wurde das Gehege wahrscheinlich ebenso wie heute durch

die Kitschburger Straße begrenzt. Im Süden und Westen bildete der

Bachlauf mit der teichartigen Aufweitung vermutlich die äußere Grenze.

Im Norden dagegen wurde das Gehege wahrscheinlich durch die

Flächen der über 17 ha großen städtischen Baumschule begrenzt, die

nach Schließung der Baumschule im Bereich des Stadtgartens um

1900 hierher angelegt wurde (vgl. Plan). Den heutigen Verbindungskanal

gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Das Wildgehege wurde zunächst nur mit Dam- und Rehwild besetzt,

um den natürlichen und waldartigen Charakter des Stadtwaldes zu

unterstreichen. Dieses Ziel hatte man schon seit einigen Jahren verfolgt

und 1906 eine Fasanenzucht angelegt. Die dort gezüchteten Tiere

wurden anschließend zur Belebung der Anlage im Stadtwald ausgesetzt.

Auf den Gewässern wurden darüber hinaus gezielt Schwäne,

Enten und Wasserhühner angesiedelt.

Eingebettet in die waldartige mit großen Wiesenflächen aufgelokkerte

Landschaft des Stadtwaldes behielt der Wildpark die kommenden

Jahrzehnte seinen naturnahen Charakter. Einige wenige fotografische

Aufnahmen, wie z.B. von August Sander aus den 1930er Jahren,

zeigt die malerische Wiesenlandschaft, auf der das Damwild friedlich

grast, mit vorgelagerter Kieferngruppe und im Hintergrund die geschlossene

Waldkulisse.

Während und auch nach dem Ersten Weltkrieg sind keine grundlegenden

Veränderungen im Wildpark belegt, so dass davon ausgegangen

werden kann, dass weiterhin vor allem Damwild und ggf. auch Rehwild

dort gehalten wurde.

1917 wird Konrad Adenauer Oberbürgermeister von Köln, und

damit beginnt für die Kölner Grünentwicklung eine Phase, in der die

Grundlagen für unser heutiges Grünsystem gelegt wurden. Im Vordergrund

der Grünverwaltung steht der Ausbau des Inneren und des Äußeren

Grüngürtels, der vor allem auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen

forciert wurde. Eine Vielzahl von Menschen, die aufgrund der

Weltwirtschaftskrise ihre Arbeit verloren hatten, wurden vor allem in

arbeitsintensiven Bereichen wie den Ausbau von Grün- und Wasserflächen

eingesetzt. Da jedoch mit dem Ausbau des Inneren Grüngürtels

aufgrund der notwendigen Planungsphase erst 1921 und mit dem des

Äußeren Grüngürtels erst 1928 begonnen werden konnte, wurden vorab

Maßnahmen in bestehenden Grünflächen umgesetzt.

Schon vor dem Krieg hatte Fritz Encke damit begonnen, den Stadtwald

im Sinne der neuen Volksparkbewegung mit weiteren Nutzungsangeboten

auszustatten. Dieses Konzept wurde nun aufgegriffen und eine

weitere Attraktion hinzugefügt. So entstand ab Juli 1920 eine 750 m

lange Kanalanlage ausgehend vom Stadtwaldweiher bis in den nordöstlichen

Teil des Stadtwaldes zur Waldschänke, die im Sommer für

Kahnfahrten und im Winter zum Schlittschuhsport genutzt wurde. Mit

dem Bau des Kanals wurde nicht nur die Baumschule aufgegeben, sondern

auch das weit verzweigte Grabensystem mit den teichartigen Aufweitungen

zum größten Teil zugeschüttet. Lediglich im Wildgehege blieb

Winter im Wildpark

dieses erhalten. Der neue breite Kanal bildete nun die nördliche Begrenzung

des Wildgeheges. „Wohl ist er in seinen ältesten Teilen ein Park,

wie er den Anschauungen des vorigen Jahrhunderts entsprach, aber

der große Weiher, im Sommer für Kahnfahrten, im Winter zum Schlittschuhsport,

zeigte schon den Weg zum Volkspark. Und ein solcher ist

der Stadtwald in den letzten Jahren geworden. Spielwiesen, Planschweiher,

Tennis- und Radsportplätze sind entstanden und ein Wildgatter, in

dem ein großes Rudel Damwild sich zur Freude von jung und alt tummelt.“

Der eingefriedete Wildpark mit dem dort vorhandenen Damwild und

den ausgewilderten Fasanen muss noch um 1930 große Anziehungskraft

auf die Besucher des Stadtwaldes ausgeübt haben, wie in der

Rhein Zeitung vom Mai 1930 nachzulesen ist. In Hölschers Führer durch

Köln aus dem Jahre 1936 ist ein Übersichtsplan des Stadtwaldes dargestellt,

in dem die Lage des Wildparks deutlich gekennzeichnet ist.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Wildpark ca. Mitte 1920

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Charakter des Wildgeheges

mit dem Besatz an Dam- und Rehwild bis zum Ausbruch des II.

Weltkriegs bestanden hat. Vermutlich während des Krieges wurde der

Wildpark geschlossen und der darin gehaltene Tierbestand aufgelöst,

ein genaues Datum ist jedoch nicht belegt.

Nach dem Krieg war zunächst an eine Wiedereröffnung des Wildgeheges

nicht zu denken. Das städtische Grünflächenamt war vielmehr

damit befasst, die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln

und vor allem auch Brennholz sicherzustellen. Die Vorgabe der Besatzungsmacht,

hierfür die Waldbestände des Äußeren Grüngürtels und

des Stadtwaldes zu fällen, konnte durch Konrad Adenauer verhindert

werden. Lediglich geringe Bestände des Äußeren Grüngürtels, des

Stadtwaldes und der städtischen Waldungen auf der rechten Rheinseite

wurden gefällt. >

Luftbild Wildpark 1962

Früher als GEW Köln,

heute als Ihre RheinEnergie.


14

15

Der Haupteinschlag wurde im Königsforst und in Gummersbach durchgeführt.

Schon 1949/50 wurde die durch Bombenabwürfe zerstörte

Tondichtung des Stadtwaldweihers wiederhergestellt und der Weiher

wieder gefüllt. Wenige Jahre später wurden nachzuholende Auslichtungen

und andere Pflegearbeiten im Stadtwald durchgeführt, so dass

zum Anfang der 1950er Jahre der Stadtwald wohl wieder in seinen

alten Zustand versetzt war.

Ob von Seiten des Gartenamtes zu diesem Zeitpunkt schon eine

Wiedereröffnung des Wildparks geplant war, ist nicht belegt, von Seiten

der Bevölkerung kam jedoch die Anregung hierzu. Und so wurde

1951 der Wildpark im Stadtwald wiedereröffnet. Bevor jedoch ein Spießer

und drei Muttertiere Damwild eingesetzt werden konnten, musste

das Gehege mit einer 2.000 m langen Zaunanlage eingefriedet werden.

In Folge der Wiedereinrichtung des Wildparks im Stadtwald wurden

in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitere Wildgehege

auf Kölner Stadtgebiet, so 1956 der Wildpark in Dünnwald, 1964 das

Wildgehege in Leidenhausen, 1967 das Wildgehege in Brück und 1972

die Greifvogelstation auf Gut Leidenhausen, eröffnet.

Schon ein Jahr nach der Neueinrichtung des Lindenthaler Wildparks

hat sich der Bestand auf 10 Stück Damwild und 3 Rehe erhöht.

Zur Belebung der Wasserflächen wurden 9 Schwäne und 30 Enten

ausgesetzt. Wildlebendes Wassergeflügel war so kurze Zeit nach dem

II. Weltkrieg in den Kölner Parkanlagen wohl eine Seltenheit, denn 1953

wurden über den Tierpark Hagenbeck ein paar Schwäne und Enten

beschafft.

Der Wildpark muss in den ersten Jahren nach Wiedereröffnung

regen Zulauf gefunden haben, denn ein privater Unternehmer bot

schon ab 1961 „stark in Anspruch genommene“ Ponyrundfahrten für

Kinder am Eingang des Wildgeheges an. Trotz dieser zusätzlichen

Attraktion behielt der Wildpark zunächst seinen ursprünglichen Charakter,

der vor allem durch Wildtiere wie Dam- und Rehwild geprägt

war. Ab Mitte der 1960er Jahre entwickelt sich das Gehege jedoch

immer mehr zu einem Tierpark, wie wir ihn auch heute noch kennen.

Mit insgesamt 69 Tieren war im Jahre 1966 das Damwild noch

zahlenmäßig am stärksten vertreten. Rehwild gab es nicht mehr, dafür

aber 10 Stück Mufflon. Darüber hinaus zählt die Bestandserhebung

erstmals eine große Anzahl von Haustieren (10 Ziegen, 5 Esel, 2 Ponys

(Hella und Otto) sowie eine Vielzahl an Vögeln (6 Kraniche, 5 Puten,

14 Pfaue, 18 Gänse, 19 Schwäne, 71 Enten, 7 Fasane) und sogar 15

Sittiche und 15 Meerschweinchen auf. In welchem Jahr die Volieren

mit den charakteristischen und heute noch vorhandenen Spitzlauben

sowie die Gehege für die Haustiere angelegt wurden, ist in den Akten

des Grünflächenamtes nicht belegt. Im Verwaltungsbericht von 1969

wird jedoch erwähnt, dass der nun um eine Vielzahl von Tierarten bereicherte

Wildpark vor allem für Kinder eine hohe Attraktivität darstellt.

„Die Hauptanziehungspunkte in dieser Hinsicht bildeten zu den Blüte-

v.l.n.r. Volker Oden, Marion Hammes, Heribert Resch

zeiten jeweils der Rheinpark und der Botanische Garten, während für

die Kinder der Wildpark im Stadtwald mit der Möglichkeit einer Kahnfahrt

auf dem Weiher oder einer Ponyfahrt in der Nähe einer der

wesentlichen Attraktionen darstellte.“

In den nächsten Jahren stieg der Bestand an Tieren und auch Tierarten

kontinuierlich an, die artgerechte Tierhaltung wurde immer mehr

zu einem Problem. Vor allem der Bestand an Damwild blieb mit ca.

68 Tieren bezogen auf die verfügbaren Freiflächen auf einem hohen

Niveau.

Mitte der 1970er Jahre wurde deshalb ein Gutachten verfasst, um

Zielvorgaben für die zukünftige Entwicklung des Bestands zu erhalten.

Festgestellt wurde, dass sich das Damwild aufgrund der intensiven

Pflege in einem gesunden Zustand befand. Der Bestand zeigte jedoch

aufgrund der ungesteuerten Züchtung erste Degenerationserscheinungen

und in Folge der zu hohen Bestandsdichte erste Tendenzen

einer Bastardierung, die in der abnehmenden natürlichen Fleckfärbung

der Jungtiere sichtbar wurde. Diese Anzeichen wurden auf den unnatürlichen

Altersaufbau des Damwildbestandes und den hohen Anteil

älterer Tiere im Gehege zurückgeführt. Empfohlen wurde deshalb ein

gleichmäßiger nach oben hin stetig abnehmender Altersaufbau. Darüber

hinaus sollte das vorhandene Verhältnis männlicher zu weiblichen

Tieren von 1:3 in ein Verhältnis von ca. 1:5 umgewandelt werden. Insgesamt

sollte der Damwildbestand auf 35 – 40 Tiere beschränkt werden.

Mit Rücksicht auf die Besucher wurde empfohlen, diese Reduzierung

über einen Zeitraum von 5 Jahren durchzuführen.

Wenige Jahre später wird dieses Ziel auch tatsächlich erreicht, und

der Bestand an Damwild wird in dem Rechenschaftsbericht von 1979

mit 40 Tieren angegeben. Die Vielfalt an sonstigen Tierarten blieb

jedoch erhalten, und der Wildpark verlor immer mehr seinen ehemals

wildgehegeähnlichen Charakter, „... ein Überbleibsel davon ist nur noch

ein Mischmasch von Tierarten ohne jede Zusammengehörigkeit.“

Wildpark 1964

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Von Seiten der Verwaltung wurde deshalb die Forderung aufgestellt, eine

neue Konzeption für das Wildgehege zu erarbeiten, die sich an dem vorhandenen

Tierbestand orientieren sollte. Da mittlerweile drei weitere reine

Wildgehege im Stadtgebiet vorhanden waren und der Zoologische Garten

einen Streichelzoo eingerichtet hatte, schlug die Verwaltung vor, den Tierpark

in einen Anschauungsbauernhof umzuwandeln, um damit dem Städter

und insbesondere seinen Kindern die ländliche Tierwelt eines kleinen,

noch nicht spezialisierten Hofes wieder näher zu bringen.

Hierfür sollte der Tierbestand umgewandelt werden. Der Bestand an

Damwild und Zwergziegen sollte stark reduziert werden und dafür zusätzlich

2 Kaltblutpferde, 4 Kühe (schwarzbunt und rotbunt), 5 Schafe,

3 Ziegen und 1 Schwein angeschafft werden.

Eine gänzliche Abschaffung des Damwildes war nicht vorgesehen,

da „... sich das Publikum in Jahrzehnten an diese Tiere gewöhnt hat

und sie im Stadtwald nicht missen möchte.“ Jedoch sollte der dezimierte

Bestand lediglich im vorderen Teil des Geländes an der Kitschburger

Straße untergebracht und dieses Gelände aus Sicherheitsgründen

eingezäunt werden.

Für die ordnungsgemäße und tiergerechte Versorgung des erweiterten

Tierbestandes wurde nun die Errichtung von zusätzlichen Stallgebäuden

und einer Scheune notwendig. Um den Charakter des Stadtwaldes

nicht zu zerstören, sollten keine Provisorien und auch keine modernen

Gebäude errichtet werden. Die Verwaltung war vielmehr bemüht, einen

historischen Fachwerkbauernhof zu erwerben und im Gelände aufzustellen,

um der neuen Zielsetzung „Bauernhof“ gerecht zu werden. Diese

Hofanlage sollte aus einem Stall- und einem Scheunengebäude,

einem Wohnhaus für das Betreuungspersonal und einem angrenzenden

Bauerngarten bestehen und im Bereich des Eingangs Kanalbrücke errichtet

werden. Die Gesamtkosten für den Erwerb und die Errichtung der

Hofanlage wurden auf ca. 800.000,- DM geschätzt, die in den Haushaltsjahren

1981 bis 1983 verteilt angesetzt wurden. Da man aufgrund

der landschaftlichen Situation nur einen historischen Bauernhof errichten

wollte, richtete die Verwaltung eine Anfrage beim Landschaftsverband

Rheinland, in dessen Zuständigkeit das Rheinische Freilichtmuseum

Kommern lag. Diese Anfrage erbrachte jedoch 1980 und in den

Folgejahren keine Hinweise auf eine verfügbare Hofanlage, so dass das

Vorhaben letztendlich nicht weiterverfolgt wurde.

Schon ein Jahr nach dieser erfolglosen Anfrage wurde jedoch der

in dem Konzept aufgeführte Vorschlag zur Einzäunung des Damwildgeheges

intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert. Hintergrund war ein

Urteil des Bundesgerichtshofs von 1981, das auf einem Vorfall im Kölner

Tierpark beruhte, der jedoch schon zehn Jahre zurücklag.

Am 16. September 1971 besuchte eine Kölner Bürgerin zusammen

mit ihren 3 Kindern den Tierpark. Eines der Kinder, ein kleiner Junge,

fütterte mit aus einem der Automaten entnommenen Futter das

Damwild. Daraufhin folgte ein Damhirsch dem Jungen und seiner Mutter

und stieß plötzlich, ohne

erkennbaren äußeren Anlass,

Soayschafe

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Kardinal Meisner mit Schleiereule

mit einem Schlag seines Geweihes die Mutter zu Boden.

Diese verlor dabei einen Zahn und wurde an der Oberlippe verletzt.

Der Bundesgerichtshof sah eine Haftung der Stadt, die als Halterin

der im Tierpark befindlichen Tiere anzusehen ist, für gegeben. Das Gericht

begründete seine Auffassung insbesondere damit, „... dass es sich um

ein der tierischen Natur entsprechendes, selbsttätiges und auf der Unvernunft

des Tiers beruhendes und damit willkürliches Verhalten gehandelt

habe.“ Ein Mitverschulden der Klägerin wurde zur Hälfte berücksichtigt.

Auf der Grundlage dieses Urteils erarbeitete die städtische Grünverwaltung

eine Ratsvorlage, da die Stadt nun gehalten war, geeignete

Sicherheitsmaßnahmen für die Damwildhaltung zu treffen. Ein unmittelbarer

Kontakt des Damwilds zu den Besuchern sollte unbedingt

vermieden werden, so dass die Fütterung durch die Besucher untersagt

und das Damwildgehege von den Besuchern getrennt werden

sollte. Um diese Trennung so unauffällig wie möglich zu gestalten war

zunächst angedacht, im Bereich der Wiesenflächen Gitterrostgräben

anzulegen, die das Damwild nicht überschreiten kann. Aus Kostengründen

wurde diese Lösung jedoch verworfen, und so schlug die Verwaltung

vor, dass das Damwild im vorderen (Eingang Kitschburger

Str.) nördlichen Bereich des Parks auf einer Fläche von ca. 3 ha vom

übrigen Park und dem Hauptweg abgetrennt werden sollte. Die Einzäunung

des Geheges sollte mit einem Maschendrahtzaun von ca.

2 m Höhe, in Verbindung mit einem Holzgatter (ähnlich dem bereits

vorhandenen Außenzaun) vorgenommen werden. Da die Tiere nun von

dem Bachlauf getrennt waren, musste auch noch eine neue Tränke

errichtet werden. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme wurden auf

24.000 DM geschätzt. Mit der Einzäunung des Wildes und der Reduzierung

der Fläche musste der Bestand von 30 auf 15 Tiere

beschränkt werden.

„Ein Sturm der Entrüstung brauste in der Bevölkerung auf“, als dieser

Vorschlag öffentlich wurde. Auch in der politischen Beratung zeigten sich

die Ratspolitiker entrüstet über den Vorschlag der Verwaltung, der sich

einseitig auf das vorliegende Urteil bezog. Für die Politik sei „der Stadtwald

... eine Erholungsanlage, die bereits seit Jahrzehnten in ihrer jetzigen

Art und Struktur existiere. Trotz der vorliegenden Rechtsprechung

sollte auf die vorgeschlagene Einzäunung verzichtet und nach anderen

Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.“

Am Ende der intensiv geführten politischen Diskussion wurde der

Streit um den Bau eines Zauns im Wildpark mit den Argumenten der Tierkenner

unter den Politikern wie folgt entschieden: „ ... die „freundlichen

Hirsche von der schäl Sick“ sollen aus dem Stadtwald in Brück auch nach

Lindenthal umgesiedelt werden. Das dortige, oft recht aggressive Damwild

muss weichen. Ein Zaun oder ein Graben sind nach Ansicht der Politiker

dann nicht mehr nötig.“ Nach Prüfung dieses Vorschlags durch die

Verwaltung wurde dem Rat vorgeschlagen, das Damwild nicht gegen

Dybowski-Hirsche auszutauschen, da von diesen, nach Auskunft aller

Fachleute, wegen ihrer Schreckhaftigkeit und >


16

17

1961

den spitzen Geweihenden eine noch größere Gefährdung zu erwarten

sei. Das Damwild sollte weiterhin im gesamten Gehege verbleiben.

Lediglich aus Sicherheitsgründen wurde das Geweih tragende Damwild

umgesetzt.

„... und gelangen schließlich in einen für Köln einzigartigen Tierpark

(auch Rehpark), einzigartig wegen des frei von Zäunen und Gittern möglichen

hautnahen Kontaktes zu den Tieren.“

Ob Damwild, Esel, Pfauen oder Wasservögel – alle kann man aus

der Hand fressen lassen, alle kann man streicheln.

Die Diskussion nach dem Urteil des Bundesgerichthofs hatte dazu

geführt, dass in den folgenden Jahren der Bestand an Damwild, vor

allem männlicher Geweihträger, reduziert wurde.

Ziel war es, die Tiere auf etwa 20 bis 25

Stück zu reduzieren. Schon 1982 verzeichnet

der Verwaltungsbericht, dass dieses Ziel

umgesetzt werden konnte. Der Bestand an

Tieren wurde wie folgt angegeben: 24 Damwild,

3 Shetlandponys, 1 Esel, 40 Ziegen,

30 Gänse, 62 Hühner, 8 Pfaue, 2 Schwäne,

1 Kranich.

Neben dem Damwild sollte aber auch der

gesamte Haustierbestand, vor allem die Anzahl

der Zwergziegen, deutlich reduziert werden.

Zum Ende des Jahres verstarb der Esel, der Rotbuchen im Winter

nicht mehr ersetzt wurde. Dagegen wurde

aber ein zusätzliches Shetland-Pony angeschafft,

um zwei Gruppen zu bilden. Im Wechsel

sollte je eine Gruppe Weidezeit bzw. Auslaufzeit

mit Publikum erhalten, da die Tiere

ansonsten überfüttert wurden. Um den Tierpark

langfristig seine Attraktivität zu erhalten,

wurde festgelegt, dass ein Grundbestand an

Tieren, die sich jährlich jeweils um die Nachzucht

vermehren, von 4 Ponys, 20 – 25 Damwild

und 30 Ziegen angestrebt werden sollte.

Dieses Ziel wurde jedoch wiederum nicht

erreicht, und schon 1985 gab es 63 Damwild,

27 Ziegen, 5 Ponys und sogar noch zusätz-

lich 2 Pferdefohlen neben dem sonstigen Geflügel. Der Bestand an

Damwild steigerte sich 1986 auf 86 und 1987 sogar auf 113 Tiere.

Erst in der Mitte der 1990er Jahre konnte der angestrebte Bestand

wieder erreicht werden.

Der Bestand an Zwergziegen stieg zum Ende der 1980er Jahre

ebenfalls stark an, so dass Anfang 1991 insgesamt 50 Ziegen im

Gehege gehalten wurden. Die Folge waren auftretende Krankheiten

und vermehrte tierärztliche Behandlungen. Der Ausbaustandard des

Geheges war auf eine so hohe Anzahl an Tieren nicht angepasst worden.

Der stark verdichtete und somit über längere Zeiträume feuchte

bis sumpfige Untergrund führte zu einem verstärkten Auftreten der

Moderhinke. Im Frühjahr 1991 war die Krankheit

so weit verbreitet, dass 30 Ziegen, von

diesen etwa 20 mit z.T. hochgradiger Lahmheit,

über einen längeren Zeitraum in den Stallungen

gehalten werden mussten. Um eine

erfolgreiche und andauernde Heilung von

Moderhinke zu erzielen, mussten bauliche

Maßnahmen zur Schaffung eines befestigten,

trockenen und harten Platzes und der Bau von

Klettermöglichkeiten im Gehege durchgeführt

werden. Eine Erweiterung der Stallungen

schied aus finanziellen Gründen aus, und so

entschied man sich, die Anzahl an Tieren

erheblich zu reduzieren, um eine artgerechte

Haltung unter den vorgefundenen Umständen

zu gewährleisten.

Durch Verkauf der überschüssigen Tiere

konnte der Zwergziegenbestand schon zum

Ende desselben Jahres auf 11 Ziegen reduziert

werden. Von Dauer war dies jedoch nicht,

denn schon 1996 war der Bestand wieder auf

23 Tiere angestiegen.

Von den Problemen der Steuerung des

Tierbestands blieben die Besucher des Tierparks

weitgehend verschont. Immer noch fand

1961

das Gehege vor allem bei Kindern aufgrund

der vielen Tierarten große Beliebtheit.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Der damalige Generalmusikdirektor James Conlon hob dies in einem

Zeitungsinterview hervor:

„Nicht nur Tochter Luisa, auch allen anderen Kindern, denen man

hier begegnet, steht die Freude ins Gesicht geschrieben, wenn sie im

Park herumtoben und die Verhaltensweisen der Tiere beobachten oder

diese herausfordern. ... Den Stadtherren von damals bin ich heute noch

dankbar für deren Entscheidung – Köln ohne seinen Stadtwald und vor

allem ohne seinen Wildpark wäre wie Sir John Falstaff ohne Bauch.“

Obwohl der Tierpark im Stadtwald bei der Kölner Bevölkerung

äußerst beliebt war und bis heute geblieben ist, spiegelte sich dies

nicht in der Ressourcenausstattung des zuständigen Amtes für Landschaftspflege

und Grünflächen wider. Die prekäre Finanzlage der Städte

um die Jahrtausendwende hatte zur Folge, dass lange Zeit notwendige

Investitionen für eine artgerechte Haltung und Weiterentwicklung

des Tierparks aufgrund fehlender Haushaltsmittel nicht durchgeführt

werden konnten. Die Grünverwaltung sah sich sogar gezwungen, aufgrund

der restriktiven Einsparvorgaben den Bestand aller Kölner Wildparke

in Frage zu stellen. Schon die Ankündigung dieses Vorhabens

stieß bei der Bevölkerung aber auch bei den Kölner Ratspolitikern auf

erhebliches Unverständnis und Protest, mit der Folge, dass dieses Vorhaben

nicht weiterverfolgt wurde.

Die Diskussion in der Öffentlichkeit hatte aber zur Folge, dass sich

eine Gruppe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammengefunden

hatte und im Jahr 2000 den Verein der Freunde und Förderer

des Lindenthaler Tierpark e.V. gründete. Dieser Verein verfolgt ausschließlich

und unmittelbar gemeinnützige Zwecke zur Unterstützung

der Arbeit und der Instandhaltung im Lindenthaler Tierpark. Besonderes

Augenmerk wird auf das Wohlergehen der Tiere gelegt. Die Unterstützung

wird verwirklicht durch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel,

mit denen pflegerische, unterhaltungs- und ausstattungsbezogene

sowie forstwirtschaftliche Maßnahmen unterstützt werden.

Die Gründung dieses Vereins ist vom Rat der Stadt Köln ausdrücklich

begrüßt und mit dem Auftrag an die Grünverwaltung verbunden

worden, ein Sanierungskonzept für den Tierpark zu erarbeiten. 2002

wurde das Konzept beschlossen und in den Folgejahren mit Unterstützung

des Vereins in einzelnen Bauabschnitten umgesetzt.

Ziel des Konzeptes war, den Tierpark in seinem Charakter als Wildund

Tierpark zu erhalten und zunächst keine weiteren Tierarten hinzuzufügen.

Im Vordergrund stand, den vorgefundenen Bestand zu halten

und für die Tiere eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Da

die Zustände im Bereich des Ziegengeheges seit Anfang der 1990er

Jahre nicht grundlegend verbessert werden konnten, stand die Sanierung

dieses Geheges an erster Stelle. Sämtliche Holzzäune wurden

entfernt und durch transparentere Stabgitterzäune ersetzt. Der verdichtete

Untergrund in den Gehegen wurde gegen ein verdichtungsstabiles

und gut durchlüftetes Bodensubstrat ausgetauscht. Einhergehend

mit dieser Maßnahme wurde der Bachlauf im Gehegebereich

vollständig saniert und nach unten hin neu abgedichtet. Eine weitere

Maßnahme bestand in der Erneuerung des maroden Holzzaunes, der

den Tierpark nach außen abgrenzt. Die Errichtung des 2.300 m langen

und 1,80 m hohen stabilen Stabgitterzauns erfolgte ebenfalls in mehreren

Abschnitten.

Nachdem die für eine artgerechte Haltung der vorhandenen Tiere

unbedingt erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt waren,

wurde die Planung für ein neues 2.100 m 2 großes Geflügelgehege in

Angriff genommen. 2006/2007 konnte dieses Gehege, wiederum

mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins, errichtet werden.

Die drei bestehenden Vogelhäuser in Nurdachkonstruktion aus

Holz wurden renoviert und in die neuen Gehege integriert. Darüber hinaus

konnte ein neues Vogelhaus mit einer Grundfläche von 22 m 2 in

dem nicht für Besucher zugänglichen Teil der Voliere errichtet werden.

Es dient im Bedarfsfall zur Quarantäne und ist entsprechend eingerichtet.

Bei der Gestaltung des Geheges sind moderne Gesichtspunkte

der Tierhaltung und des Tierschutzes berücksichtigt worden. Frisch-

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Sanierungsplan 2005

wasser liefert der mit Grundwasser gespeiste Wasserlauf. Zum Schutz

vor Füchsen ist die Anlage mit einem stabilen bodenbündig gesicherten

Stabgitterzaun eingezäunt. Rückzugsräume und Deckung bieten

den Vögeln Rückzugsmöglichkeiten bei zu großem Besucherdruck

oder Angriffen von Beutegreifern, wie dem Habicht. Besucher können

Teile der Voliere betreten und so in einen weitgehend der Natur entsprechenden

Kontakt zu den Tieren treten. Durch eine entsprechend

konstruierte Toranlage ist ausgeschlossen, dass Tiere das Gehege

verlassen können. Der Verein der Freunde und Förderer des Tierparks

unterstützte diese Sanierungsmaßnahmen durch Finanzierung von Teilmaßnahmen.

Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgte der Besatz mit

Brahma- und Perlhühnern, Puten, Pfauen, Laufenten, Streifengänsen

und einem Paar schwarzer Schwäne. Im Rahmen einer kleinen Feier

wurde die neue Voliere am 27.4.2007 in Anwesenheit von Bürgermeister

Josef Müller für die Besucher eröffnet.

Mit dem Neubau des Geflügelgeheges und der Sanierung des Ziegengeheges

sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Tierpark

entsprechend des Gesamtkonzeptes abgeschlossen. Der Tierbestand

in dem heute 11 ha großen Tierpark ist in seiner Artenzusammensetzung

vielfältig und kann artgerecht gehalten werden.

Am 1.1.2008 setzte sich der Tierbestand wie folgt zusammen:

23 Stück Damwild, 16 Stück Soay Schafe, 2 Stück Landschafe,

26 Stück Zwergziegen, 6 Stück Gänse (4 Hausgänse, 2 Streifengänse),

1 Stück Pute, 4 Stück Pfaue, 7 Stück Hühner (davon 5 Brahmahühner),

10 Stück Perlhühner. 8 Stück Laufenten und 2 Stück schwarze

Schwäne.

Der Lindenthaler Tierpark ist heute, nach genau 100 Jahren, in

einem sehr guten Zustand. Die Attraktivität dieser Anlage, insbesondere

für Kinder, ist immer noch so hoch, wie sie über die vielen Jahrzehnte

gewesen ist. Trotz seines kurzen Bestehens hat der Verein der

Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierpark e.V. einen wesentlichen

Beitrag hierzu geleistet.

Dr. Joachim Bauer


18

19

Eingang

Eingang

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Eingang

S


pielplatz

Tierpark Lindenthal

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Haydnstraße

Haupteingang

Kitschburger Straße


20

21

Der Tierpark – heute

Zwanzig Finger schnellen in die Höhe, nur wenige bleiben unten bei der

Frage: „Wer war denn schon einmal im Tierpark?“ Wer nicht gerade neu

hierher gezogen ist oder weit entfernt wohnt, kennt den Tierpark. Die

Zweitklässler einer Grundschule stehen vor dem Pumpenhaus an der

Ecke Haydnstraße und Kitschburgerstraße und sind gespannt, wie das

kleine Fachwerkhaus von innen aussieht.

Alle reden durcheinander, als wir das Haus betreten. Dann kommen

viele Fragen gleichzeitig: „Wie tief ist das?“ – „Dürfen wir da hinunter?“

Die Fragen sind leicht zu beantworten: 16 Meter tief und gut 4 Meter

im Durchmesser ist der Pumpenschacht. Das sieht von oben abgrundtief

aus, erzeugt Schwindelgefühle. Die Kinder sind fasziniert, wollen

gleich die eiserne Wendeltreppe hinunter, um die riesigen Pumpen, die

das Grundwasser ans Tageslicht befördern, aus der Nähe zu sehen.

1.000 Kubikmeter Wasser fördern die zwei Pumpen täglich zu Tage,

um den Bachlauf im Tierpark und die Fontaine im Stadtwaldweiher mit

Wasser zu versorgen. Wasser ist wichtig für den Tierpark, genauso

wichtig wie natürliches, nachwachsendes Futter. „Jetzt bleibt mal zusammen“

ruft die Lehrerin der Klasse, als die Kinder den Tierpark erreichen,

denn alle rennen gleich los. „Dürfen wir die Rehe füttern?“ Auch

hier gibt es manches zu erklären: Nicht alles, was „rehartig“ aussieht

ist Rehwild. Es gibt keine Rehe im Tierpark. Das Rehwild gehört zwar

zur gleichen Tierfamilie (Cerviden) wie das hier lebende Damwild, ist

aber für die Parkhaltung eher ungeeignet. Besonders die Rehböcke

werden mit zunehmendem Alter aggressiv und würden zur Gefahr für die

Besucher, wenn kein trennender Zaun dazwischen wäre.

Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch

Damwild ist die klassische Wildart für Wildparks. Weitgehend aggressionsfrei,

attraktiv durch ihre Größe und Farbzeichnung – von schwarz

über braun gepunktet bis hin zu rein weiß sind alle Farbmutationen möglich

– werden sie in den meisten Tierparks gehalten. Gleichwohl wird

ein Abweichen von der braunen Urform mit weißen Flecken durch Auslese

und Vermeidung von Inzucht vorgebeugt.

Selbst während der Brunftzeit geben sich die Hirsche friedlich. Um

Kämpfe untereinander zu vermeiden gibt es im Lindenthaler Tierpark

immer nur einen älteren Hirsch, der dadurch ohne ernstzunehmende

Rivalen ist. Somit hält sich die Kampfeslust in Grenzen. Besucher müssen

nicht fürchten, in tierische Auseinandersetzungen einbezogen zu

werden.

Es gab einmal einen Ratsbeschluss, kein männliches Damwild mehr

zu halten. Auslöser zu diesem Entscheid war ein Vorfall, bei dem eine

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


und morgen

Frau zu Schaden gekommen war. Um an Futter zu kommen, war ein

Hirsch zu engagiert zur Sache gegangen und hatte die Frau verletzt.

Ob aus Aggressivität bleibt dahin gestellt, allenfalls kann Unartsamkeit

auf beiden Seiten unterstellt werden.

Aber so ist es in der Natur: Ohne Hirsch gibt es beim Damwild keinen

Nachwuchs. Doch ein Tierbestand, der sich nicht selbst regeneriert,

ist bald überaltert, nicht mehr gesund und verliert an Attraktivität.

Gerade die Jungtiere sind es, die die Besucher erfreuen. Es sieht

eben schön aus, wenn die Hirschkuh ihr Kälbchen säugt oder die Kälber

miteinander spielen. Also darf er bleiben, der stolze Hirschvater

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

des Nachwuchses, der jedes Jahr in der ersten Junihälfte geboren

wird.

Die Schulklasse steht jetzt versammelt vor einer Schautafel, auf

der die einheimischen Singvögel dargestellt sind. „Gibt es hier auch

Adler?“ Einige kichern bei der Frage, andere mischen sich lautstark

ein: „Die gibt es doch nur im Gebirge!“ Es entsteht eine Diskussion

unter den Kindern, die erstaunlichen Sachverstand beweist. Immer wieder

kann man feststellen: In jeder Klasse gibt es ein paar Naturfreaks,

die große Kenntnisse in Sachen Natur haben und von allem, was darin

kreucht und fleucht. Kinder, die gerne im Wald sind, ganz sicher

Eltern haben, denen daran liegt, dass ihre Kinder nicht nur vor dem

Fernseher sitzen.

In der Tat ist die Vogelvielfalt im stadtnahen

Tierpark erfreulich hoch. Rund 30 verschiedene

Vogelarten, wenn man die

Durchzügler mitzählt, kann der aufmerksame

Besucher beobachten. Neben den

bekannten Singvogelarten, die auch in den

Hausgärten vorkommen, sind Rabenvögel

(Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher), Taubenarten

(Ringeltaube, Türkentaube, Haustaube),


22

23

und Greifvögel (Mäusebussard, Habicht, Sperber) anzutreffen. An Nachtgreifen

ist die Waldohreule und der Waldkauz da und mit ihren schauerlichen

Rufen gelegentlich zu hören. Alle Vögel sind natürlich überall im

Stadtwald und im Grüngürtel zu finden.

Die fließenden und stehenden Wasserflächen bieten zahlreichen Tieren

Lebensraum. Regelmäßig kommen so genannte „Freiflieger“, Flugwild,

das sich seinen Lebensraum selbst sucht,

in den Tierpark. So haben sich Nilgänse eingefunden,

die das Biotop so passend finden, dass

sie 2007 sogar im Tierpark brüteten und Nachwuchs

großzogen, der sich nun immer wieder

einfindet. Zwar gibt es schon mal Gerangel zwischen

den Gantern und dem übrigen Wasserwild

im Geflügelgehege, doch bleiben diese Streitereien,

bei denen es meist um Territorien oder Futter

geht, im hinnehmbaren Bereich.

Mehrere Fledermausarten sind am oder im

Tierpark zu beobachten. Die häufig vorkommende

Zwergfledermaus (Pipistellus - pipistrellus) hat

als Höhlenbewohner die Hilfe der Menschen

nötig. Aufgehängte Kunsthöhlen helfen den kleinen

Säugern bei der Quartiersuche. An den Kanälen

und am Stadtwaldweiher lässt sich an

warmen Sommerabenden auch die Wasserfledermaus

(Myotis daubentonii) bei ihrem Jagdflug

nach Insekten beobachten. Gleichfalls ist der Große

Abendsegler (Nyctalus noctula) anzutreffen.

Eine schöne Bereicherung der nachtaktiven Fauna

in und am Tierpark.

Jetzt sind die Schulkinder im Geflügelgehege angekommen. Wieder

stellen sie Fragen: „Warum ist der Schwan schwarz?“ Der Hinweis, dass

es sich um einen Trauerschwan handelt, ist zweideutig und muss erklärt

werden: In Trauer ist er sicher auch, weil sein Lebenspartner vom Fuchs

„gestohlen“ wurde. Trotz neuer Zaunanlage hatte es ein Fuchs geschafft,

eine kleine Lücke zu finden, durch die er in der Nacht in das Gehege eindringen

konnte. Am nächsten Tag zeugten nur noch ein paar Federn von

dem Drama, das sich nächtens abgespielt haben muss. Natürlich wurde

die Lücke im Zaun geschlossen und der Verlust des Schwanenpartners

schnell wieder ausgeglichen. Über eine Federanalyse, die im Kölner Zoo

gemacht wurde, musste erst das Geschlecht des getöteten Schwans

Das ganze Jahr über

eine Augenweide - der

Tierpark in Lindenthal

festgestellt werden. Der Fuchs hatte den Schwanenmann erwischt. Nun

gibt es einen neuen Partner, und die beiden Trauerschwäne sind offensichtlich

glücklich und zufrieden miteinander.

Nicht unproblematisch ist die ständige Anwesenheit des Habichts,

der seit Jahren in einer hohen Buche seinen Horst hat, dort brütet und

seine Jungen aufzieht.

Neben den Wildkaninchen, die es im Frühjahr

und Sommer zahlreich im Tierpark gibt, versorgt

er seinen Nachwuchs gerne mit greifbarem Geflügel

aus dem Gehege. Alles, was kleiner als ein

Huhn ist, passt in sein Beuteschema. Kleine Entenarten,

wie etwa die Brautente, lassen sich deshalb

kaum im Tierpark halten. Aber auch der Nachwuchs

der vorhandenen Geflügelarten ist hoch

gefährdet. Die aufgestellten Fluchtburgen, auf Steinen

liegende Metallgitter, erfüllen nur bedingt den

Schutzbedarf. Ein wirksamer Schutz in Form von

Netzen, zumindest über Teilbereiche der Anlage,

ist geplant und erforderlich.

Die Soay-Schafe wecken das Interesse der

Schulklasse. „Sind die süß“, gemeint sind zuerst

die kleinen Lämmer, die von ihren Müttern gesäugt

werden und energisch ihre Mahlzeiten einfordern.

Die Soay-Schafe gehören wie alle schaf- und ziegenartigen

Tiere zu den Hornträgern (Boviden) und

werfen ihren Kopfschmuck nicht wie die hirschartigen

Tiere im Herbst oder Winter ab. Die Hörner

wachsen in der Regel jedes Jahr ein Stück weiter.

Es bilden sich Jahresringe, an denen man das

ungefähre Alter der Tiere abzählen kann. Soay-Schafe sind Wildschafe,

ähnlich wie das Mufflon, die nicht geschoren werden müssen.

Sie stammen von der Schottischen Insel Soay, die im Nordwesten von

Schottland liegt. Es ist eine sehr alte Schafrasse, die als vom Aussterben

bedroht gilt.

Nach einer guten Stunde ist die Führung der Schulklasse durch den

Tierpark und das Pumpenhaus beendet. Die Kinder streben dem nahen

Spielplatz außerhalb des Tierparks entgegen. Ihre Butterbrote haben

sie längst vorher gegessen. Jetzt ist Spielen angesagt.

Die meisten Besucher zeigen ein hohes Maß an Disziplin und Verständnis

für die Belange des Tierparks und die Bedürfnisse der Tiere.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Einweihung Ziegenstall 2003

Sie gehen mit offenen Augen durch den Park und bemühen sich um

Abhilfe, wenn ihnen etwas auffällt, das ihnen suspekt und meldenswert

vorkommt. Sei es, dass sich eine Ziege verletzt hat, eine Ente einen

Fuß nicht aufsetzten kann oder ein Stück Damwild einen kranken Eindruck

macht. Sie bemühen sich, das Aufsichtspersonal vor Ort darauf

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

anzusprechen oder rufen

die Telefonnummer des Fördervereins

an. Meist sind

die Auffälligkeiten bereits

bekannt und werden, wenn

erforderlich, ärztlich behandelt.

So kommt es zwangsläufig

auch zu besorgten

Anrufen, wenn vermeintliche

Verletzungen keine

sind. Jedes Jahr gibt es

Meldungen: „Der Damhirsch

blutet am Kopf, denn

der hat sich sein Geweih

abgestoßen.“ Hier ist

schnell erklärt: Im Februar-

März werfen die Hirsche ihr

Geweih ab. Zwischen Stirnzapfen

und Geweihansatz

bildet sich eine Trennhaut,

die die Geweihstangen lokker

werden lässt, bis sie

dann von alleine abfallen.

Nach dem Abwurf des

Geweihs kommt es kurzfristig

zu einer leichten Blutung, die von den Besuchern im Park als Verletzung

wahrgenommen wird.

Leider gibt es aber auch jene Spezies von Besuchern, deren Unvernunft

auch mit Hinweisschildern nur schwer beizukommen ist. Dies

bezieht sich besonders auf das Verfüttern von mitgebrachten Küchen-


24

25

abfällen oder anderen verdorbenen oder ungeeigneten Lebensmitteln.

Dramatisch wird es, wenn dadurch Tiere erkranken oder gar zu Tode

kommen, wie 2007 geschehen. Hier kann nur ein absolutes Fütterungsverbot

von mitgebrachtem Futter helfen. Immer wieder kommt

es zu Diskussionen zwischen den Besuchern untereinander, wenn die

Vernünftigen die Unvernünftigen zur Rede stellen und auf das Fütterungsverbot

hinweisen. Man kann den Besuchern nur danken, die sich

einmischen, oft zum eigenen Ärgernis. Ausdrücklich gewollt hingegen

ist das Füttern von Futter aus den Automaten. Nicht nur, dass man

hiermit nichts falsch machen kann, man unterstützt auch direkt den

Förderverein und somit den Tierpark.

Eher zum Schmunzeln regen kleinere Vorfälle im Tierpark an, wie

sie immer wieder mal vorkommen. Da klingelte im Sommer an einem

Samstagabend spät das Telefon. Eine besorgte Anruferin meldete sich

WDR „Aktuelle Stunde“ im Tierpark

mit ausländischem Akzent, es würde bald dunkel und sie kämen nicht

mehr aus dem Tierpark heraus, weil alle Tore verschlossen wären, niemand

sei mehr da, um zu öffnen. Ein herbeigerufener städtischer Förster

mit Schlüsselgewalt befreite sodann fünf Chinesen, die bei ihrem

Deutschlandbesuch auch im Tierpark waren und beim Schließen der

Tore vom Personal wohl übersehen worden waren. Dass der Lindenthaler

Tierpark stadtbekannt ist, weiß man. Aber weltbekannt? Das war

neu!

Oder, da gab es den Anruf einer Frau aus der Haydnstraße, die

bei einem Blick aus dem Fenster drei Stück Damwild in ihrem Vorgarten

stehen sah, die genüsslich ihre Blumen fraßen. Die herbeieilenden

Tierpfleger konnten die drei Ausreißer mittels einer Schüssel Futter

problemlos zurück in den Tierpark locken. Die drei hatten den „Lieferanteneingang“

zu einer Exkursion ins Umland benutzt, der kurzfristig

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


offen gestanden hatte. Nun ist dieser

immer geschlossen.

Es ist schön im Lindenthaler Tierpark.

Gerade die Nähe zu den Wohngebieten

im Kölner Westen macht den

Wert der Anlage für die Bürger aus.

Ungezählte Kinder, ob mit ihren Eltern,

in Schulklassen oder Kindergärten, nutzen

die Gelegenheit, kostenlos in Kontakt

mit der Natur und den Tieren zu

kommen. Eine gute Anbindung an

öffentliche Verkehrsmittel hilft mit, das

beliebte Ziel zu erreichen. Besonders

für die Stadtkinder ist es wichtig, einen

Bezug zur Natur zu finden. Tiere aus

der Nähe zu sehen und anfassen zu

können ist ein Erlebnis, an dem auch

die Erwachsenen ihre Freude haben.

Ganz sicher werden im Laufe der Zeit

noch weitere Tierarten, die von ihrer

Art her in den Tierpark passen, hinzukommen.

Es gibt immer wieder Anregungen

von Besuchern, die gerne diese

oder jene Tierart im Tierpark sehen

würden. Bei allen Überlegungen in dieser

Richtung muss darauf geachtet

werde, dass eventuelle Neuankömmlinge

von Natur aus pflegeleicht, nicht

aggressiv und genügsam sind.

Der Lindenthaler Tierpark hat auch

nach 100 Jahren nichts an seiner

Attraktivität verloren. Im Gegenteil,

heute ist die Anlage (wieder) in einem

Zustand, der für die nächsten Jahrzehnte

hoffen lässt und in die Zukunft

ausgerichtet ist. Es lohnt sich, für ihn

zu arbeiten und sich zu engagieren.

Heribert Resch,

Förderverein

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


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Zoologische Gärten

und Tierparks –

Notausgänge zur Natur!

- dem Lindenthaler Tierpark zum 100-jährigen Bestehen gewidmet -

Die Geschichte der Zoologischen Gärten ist eine lange. Die frühesten

überlieferten zooähnlichen Tierhaltungen stammen aus China. Dort

wurden bereits um 2000 v. Chr. am Hof eines Kaisers der XIA-Dynastie

Tiere gehalten. Einen anderen Park ließ der Kaiser Wu-Wang um 1150

v. Chr. anlegen, dieser beherbergte bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts

Fische, Schildkröten, Vögel und Säugetiere. Er wurde auch als „Park

der Intelligenz“ bezeichnet, was schon darauf hindeutet, dass man

auch in gewisser Weise ein wissenschaftliches bzw. intellektuelles Verhältnis

zu den gehaltenen Tieren hatte.

Der Begriff Zoo ist die Kurzform von Zoologischer Garten. Er leitet

sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „Lebewesen, Tier“.

Für diese Anlagen wird synonym gerne der Begriff Tierpark oder Tiergarten

benutzt. In der Regel handelt es sich aber bei Zoologischen

Gärten um größere Einrichtungen unter wissenschaftlicher Leitung.

Sie dienen allgemein der Heranführung des Menschen an die Natur,

ganz gleich ob Tiergarten, Tierpark oder Zoologischer Garten, und

dürfen in Zeiten zunehmender Naturentfremdung – vorwiegend der

Stadtbevölkerung – als Notausgänge zur Natur angesehen werden.

Denn wo sonst soll er sie heute noch finden, die Begegnung mit dem

Tier. Auge in Auge, mit entsprechenden Geräuschen und Gerüchen

unterlegt, können unsere Tiere, gleich ob Haus- oder Wildtiere, als Botschafter

fungieren.

Im Mittelalter wurden Wildtiere vor allem auch für Jagdzwecke

gehalten, z.B. der Hirschgraben zu Frankfurt a. Main. Daneben begann

man dann an den Höfen der Adligen so genannte Menagerien zu errichten.

Eine der bekanntesten Menagerien war die königliche Menagerie

im Tower of London, die 1235 unter Heinrich III. von England (1207 –

1272) ihren Anfang nahm. Die Blütezeit der Menagerien war sicher

die, zu der Ludwig XIV. (1638 – 1715) den Jagdpavillon im Schlosspark

von Versailles 1662 zu einem Komplex aus Gehegen für exotische

Tiere hatte ausbauen lassen. Menagerien waren in der Regel ausschließlich

den Adeligen vorbehalten, das „niedere Volk“ musste vor

den Mauern warten.

Erst später, im ausgehenden

18. Jahrhundert, entwickelte

sich der Ansatz, die

Tiere nicht nur zur Schau zu

stellen, sondern die Beobachtung

und Erforschung rückte

in den Vordergrund.

Man geht davon aus,

dass der Tiergarten Schönbrunn

in Wien, zu dem der Kölner

Zoo eine gute Verbindung

hat, die älteste noch bestehende

zoologische Einrichtung

ihrer Art darstellt. Doch auch

hier darf die breite Öffentlichkeit

den Park erst 1779 besuchen.

In diesem Zoo gibt es

noch eine Vielzahl alter Gebäude,

die – natürlich entsprechend

umgebaut und angepasst

– auch heute noch für

die Tierhaltung genutzt werden.

Aber es gibt auch moderne

neue Bauten und Gehege.

Beides hat der Kölner Zoo mit

dem Schönbrunner Tiergarten

gemein.

ca. 1910, Mutter und Sohn,

Frau Helene Johlen und RA Dr. Heinrich Johlen

Als ältester wissenschaftlich

geführter Zoo gilt

hingegen die Menagerie du

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Jardin des Plantes in Paris, die 1794 nach der endgültigen Auflösung

der Versailler Menagerie entstand. Die Bezeichnung „Zoologischer

Garten“ fand anscheinend erstmals 1828 beim Londoner Zoo

Verwendung.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Welle bürgerlicher Zoogründungen

in fast allen großen Städten, so auch in Köln um 1860.

Damit ist der Kölner Zoo der drittälteste Zoologische Garten Deutschlands,

nach Berlin (1844) und Frankfurt (1858). Aber es folgte auch

die Gründung zahlreicher kleinerer Vogel-, Wild- und Tierparks. Einer

davon ist der Lindenthaler Tierpark, der nun auch schon auf eine

100jährige Tradition zurückblicken kann.

Für Zoologische Gärten gibt es selbst gestellte Ziele. Diese

wurden erstmals in der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie Anfang der

90er Jahre des letzten Jahrhunderts formuliert. 1999 fanden sie

dann Einzug in eine EU-Zoorichtlinie, dort werden sie auch entsprechend

für eine benötigte Genehmigung gefordert. Die Ziele sind

neben der Erholung vor allem die Bildung, die Forschung sowie der

Arten- und Naturschutz. Man rückte also von der ursprünglichen reinen

Ausstellung ab. Heute fühlen sich Zoologische Gärten als Kompetenzzentren

für Naturschutz. So betreuen und finanzieren viele

Zoos eigene Schutzprojekte in situ, also im Lebensraum der Wildtiere.

Der Zoo Köln engagiert sich in ausgewählten Natur- und Artenschutzprojekten.

Er beteiligt sich an der Erforschung der Tier- und

Pflanzenwelt, vermittelt Knowhow und stellt Geldmittel für Personal

und Material bereit. Für Wiederausbürgerungsprojekte, wie das Przewalskipferd-Projekt

in der Mongolei, werden auch Tiere zur Verfügung

gestellt. Sein Naturschutzprojekt in Vietnam wurde sogar vom

Europäischen Zooverband ausgezeichnet.

Den Schutz durch Zucht, also ex situ bzw. Erhaltungszuchtprogramme,

laufen schon seit Jahren. Einige Tierarten wären ohne unsere

Hilfe bereits ausgestorben, z.B. Bison, Wisent, Przewalskipferde,

Mhorrgazellen, Kalifornischer Kondore, Davidshirsche und Oryxantilopen.

Ja, Zoos beherbergen zum Teil sogar im Freiland ausgestorbene

Arten – für den Kölner Zoo sei hier die Socorrotaube erwähnt.

Mit dem Wertewandel hat sich auch das Erscheinungsbild der

Zoos verändert.

Zum einen hatte

man früher nur

spärliche Kenntnisse

über die

Ansprüche der

gehaltenen Tiere,

und zum anderen

war die Einstellung

zum Tier

eine ganz andere.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

1971

Sie finden uns

an über

30 Standorten

im Kölner

Stadtgebiet –

auch in Ihrer Nähe!

www.koelnerbank.de

Hohenzollernring 31–35

50672 Köln

info@koelnerbank.de

Tel. 0221/2003-2004


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Basierend auf der Architektur der höfischen Menagerien waren in den

frühen Zoos die Tiere zum Teil Dekorationsobjekt für exotische Bauten.

Viele dieser heute noch immer architektonisch interessanten Bauten

sind für die moderne und wissenschaftlich fundierte Zootierhaltung aber

ein Problem, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz stehen. Man

muss sich etwas einfallen lassen (Nutzungsänderung, Umbauten, …).

Davon kann der Kölner Zoo ausführlich berichten, stammt doch unser

ältestes Tierhaus aus dem Jahr 1863 und diente noch vor wenigen

Jahren der Unterbringung von Elefanten. Vergegenwärtigt man sich

das im Vergleich zum neuen Elefantenpark, so kann man hier gewissermaßen

Quantensprünge in der Entwicklung der Zoologischen Gärten

ablesen.

Auf der Internetseite des Lindenthaler Tierparks kann man lesen,

dass die Stadt Köln im Jahre 1895

mit den Ausführungsarbeiten

zur Anlage des Stadtwalds

begann. Der 105 Hektar

große Stadtwald ist heute

eine Oase der Ruhe und naturnahen

Erholung. Besonders

der Tierpark, der 1908

errichtet wurde, entwikkelte

sich innerhalb

des Geländes für

Jung und Alt zu

einem besonderen

Anziehungspunkt.

Nahe dem Kahnweiher

ist dieses 11 Hektar große

Wald- und Wiesenareal an

Wochenenden und Feiertagen stark frequentiert. Ganz besonders

Familien mit Kindern schätzen die Möglichkeit, Tiere aus der Nähe

beobachten zu können, im Park zu spielen und zu verweilen.

Aber auch diese Einrichtungen haben oft Probleme mit alten

Gebäuden und Tieranlagen. Fast immer ist es nicht Unkenntnis oder

mangelnder Wille, die die Verbesserungen der Tierhaltung behindern,

sondern fast immer sind es fehlende Geldmittel. Im Oktober 2000

wurde daher ein Förderverein gegründet, der sich nachhaltig für eine

Verbesserung der Gesamtsituation im Tierpark einsetzt. Die Kollegen

Umsiedlungsaktion

vom großen Bruder, dem Kölner Zoo, haben sich auch schon mit Beratung

und Sachverstand einbringen dürfen. Die Gründung des Fördervereins

ist eine weitere Parallele zum Kölner Zoo. Auch wir haben

einen eigenen Förderverein, der uns tatkräftig unterstützt. Man kann

nur allen, die sich in solchen Vereinen engagieren, großen Dank und

Respekt zollen.

Bleibt mir nur, dem Lindenthaler Tierpark sowie allen, die dort

arbeiten oder die sich ehrenamtlich

für ihn engagieren,

weiterhin viel Erfolg zu wünschen.

Machen Sie weiter so,

Sie sind auf dem richtigen

Weg.

Dr. Theo Pagel,

Direktor des Kölner Zoos

Bauarbeiten im Tierpark

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Alois und Leo Völler

Holzprodukte GmbH

Kalkgasse 19

53925 Kall-Sistig

Unser soziales Engagement:

Gut für die Menschen.

Gut für Köln und Bonn.

Tel.: 0 24 45 / 53 23

Fax: 0 24 45 / 56 12

info@voeller-holzbau.de

www.voeller-holzbau.de

www.sparkasse-koelnbonn.de

S-Sparkasse

KölnBonn

Unternehmen werden nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg gemessen, sondern auch an ihrem Einsatz für das Gemeinwohl. Die Sparkasse

KölnBonn versteht sich seit jeher als Partner der Menschen und Unternehmen, nicht nur in Geld- und Finanzfragen. Wir initiieren und unterstützen

zahlreiche soziale Projekte in Köln und Bonn – über Spenden oder Sponsoring, aber auch mit unserem Know-how und unseren

Mitarbeitern. So werden beispielsweise mit Geldern des PS-Zweckertrags vor allem Vereine, Institutionen und Gruppen gefördert, die sich um

Kinder und Jugendliche, Senioren und Behinderte kümmern. Und durch die eigene „Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse in Bonn“ unterstützen

wir Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Mit unseren jährlichen Zuwendungen zählen wir zu den größten nichtstaatlichen

Förderern des Gemeinwohls in unserer Region. Sparkasse. Gut für Köln und Bonn.


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31

Aktueller Tierbestand

Auf dem wunderbaren Luftbild des Tierparks sind sie leider nicht

zu erkennen, aber sie sind wirklich da. Nicht nur Hirsche, Schafe

und Ziegen sondern auch verschiedenes Federvieh kann man im

Lindenthaler Tierpark antreffen.

Gerade die Vielfalt dieser Tiere ist ein wahrer Publikumsmagnet,

nicht nur für die kleinen Besucher. Die Tiere in ihrer natürlichen

Umgebung zu erleben macht jeden Aufenthalt im schön angelegten

und weitläufigen Park zu einem angenehmen Erlebnis.

Besonders stolz sind wir auf unsere Soayschafe. Das Soayschaf

stammt übrigens von der Insel Soay vor der Westküste

Schottlands und stellt eine entwicklungsgeschichtlich sehr frühe

Form des Hausschafes dar. Es ist ein kleinwüchsiges, kurzschwänziges,

kurzwolliges und schurfreies Schaf mit saisonaler Brunst.

Das Soayschaf kommt in einer dunkelbraunen und in einer hellen

Farbvariante vor. Letztere hat ein hellcremefarbenes Fell und zeigt

an Kopf und Beinen eine blass fuchsrote Farbe. Beide Geschlechter

sind behornt. Die Wolle wird bei guten Konditionen im Mai und

Juni abgeworfen bzw. an Baum und Zaun abgestreift.

Außerdem leben noch zwei sehenswerte Trauerschwäne im

Tierpark. Der Trauerschwan (Cygnus atratus) oder Schwarzschwan

ist eine Vogelart aus der Gattung der Schwäne (Cygnus) und der

Familie der Entenvögel (Anatidae). Er ist der einzige fast völlig

schwarze Schwan und hat außerdem den längsten Hals aller

Schwäne. Also nichts wie auf in den Lindenthaler Tierpark.

Es lohnt sich. Immer!

Damwild: 25 Hirschkühe 3 Hirsche

Soayschafe: 15 Schafe 1 Widder

Hausschafe: 2 Schafe

Ziegen: 35 Ziegen 2 Böcke

Stand: 1. April 2008

Geflügel: 2 Trauerschwäne 1 Pute 10 Perlhühner

1 Stockente 4 Pfaue 2 Streifengänse

7 Laufenten 3 Gänse 6 Brahmahühner

als Freiflieger temporär: Nilgänse, Stockenten, Mandarinenten

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Wir sind aktiv,

wenn es um Natur geht

Die Kölner Jägerschaft e.V. bietet als anerkannter Naturschutzverband attraktive Services

zur Vermittlung von Kenntnissen zu Natur und Naturschutz:

• Als kompetenter Partner im Projekt „Lernort Natur“ vermittelt

die „Rollende Waldschule“ der Kölner Jägerschaft schon

Kindergarten- und Schulkindern die Vielfalt der heimischen

Natur.

• Wir führen im Rahmen unserer Hundeschule Grundlehrgänge

auch für Nichtjäger mit Jagdhunden durch und vermittelt

damit ein langfristiges, natürliches Zusammenleben von

Halter und Hund.

• Wir bilden Sie aus für die Erlangung des Motorsägenführerscheins.

Ein Muss, wenn Sie im Wald selbst Brennholz

machen wollen.

• Letztendlich steht jedem Interessierten der Besuch der

jährlich von der Kölner Jägerschaft durchgeführten

Vorbereitungslehrgänge zur staatlichen Jägerprüfung offen.

Infos unter Telefon 0 22 03-1 02 34 37 | www.koelner-jaegerschaft.de | E-Mail: koelner-jaegerschaft@netcologne.de


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Tierpate werden

über Hirsch,

Ziege und Co.

Immer wieder kamen Anfragen nach

Patenschaften über Tiere im Tierpark.

Es lag also nahe, diesem Wunsche

nachzukommen. So hat der

Förderverein seit dem Herbst 2007

die Möglichkeit geschaffen, Patenschaften

zu erwerben, seinem

Patentier einen Namen zu geben

und sich an „seinem“ Patentier zu

erfreuen. Es gibt Urkunden über die

Patenschaften, auf denen die

Namen der Paten und der Tiere eingetragen

sind. Die Laufzeit ist in der

Regel 1 Jahr, kann aber auch länger

gewählt werden. Ein nettes

Geschenk zu allen Anlässen und

eine prima Möglichkeit, Gutes für

den Tierpark zu tun und ihn zu unterstützen.

Die hohe Resonanz aus der

Bevölkerung beweist das große

Interesse an Patenschaften.

Weitere Informationen unter:

Verein der Freunde und Förderer

des Lindenthaler Tierpark e. V.

Kempfelder Straße 30

50935 Köln

Telefon 02 21-43 34 96

Telefax 02 21-4 30 38 19

E-Mail info@lindenthaler-tierpark.de

www.lindenthaler-tierpark.de

Unsere Konten:

Sparkasse KölnBonn

Konto 16 002 404

BLZ 370 501 98

oder

Kölner Bank eG

Konto 661 410 000

BLZ 371 600 87

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


Zum

100. Geburtstag

gratulieren

wir dem

Lindenthaler

Tierpark

ganz herzlich!

Jürgen Koch MdR Dr. Martin Schoser MdR

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Wir gratulieren ganz herzlich zum Jubiläum!

Heribert Resch MdBV Claudia Heithorst MdBV

Richard Blömer

Vorsitzender

CDU-Stadtbezirk Lindenthal

> Bedachung

> Bauklempnerei

> Fassaden

> Isolierungen

Bonner Wall 120

50677 Köln

Telefon 0221/38 25 86 oder 0221/38 63 12

Telefax 0221/34 38 68

E-Mail info@hansmann-dach.de

Internet www.hansmann-dach.de

Helga Blömer-Frerker

Bezirksbürgermeisterin

Stadtbezirk Lindenthal

CDU Stadtbezirk Lindenthal - Zülpicher Str. 381

50935 Köln - Telefon 0221-430 11 17

eMail: cdu_stadtbezirk3@web.de


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35

Kardinal Meisner während der Waldmesse 2007 Oberbürgermeister Fritz Schramma besucht den Tierpark

Ohne Freunde geht es nicht!

Der Förderverein stellt sich vor und sucht weitere Mitglieder

Es sah nicht gut aus im Tierpark um die Jahrtausendwende. Verrottete

Zäune, marode Stallungen und schlecht untergebrachte Tiere ließen

erkennen, dass ein enormer Investitionsstau entstanden war. Aus Geldmangel

war über lange Zeit nur das Nötigste gemacht worden. Der

Tierpark war aus dem Fokus der Verwaltung geraten.

Grund genug für zehn engagierte Bürger, am 2. November 2000

einen Förderverein zu gründen. Der konnte bewirken, dass der Park

wieder den Stellenwert bekam, der ihm auf Grund seiner exponierten

Lage angemessen ist. Schnell wuchs die Zahl der Mitglieder auf nunmehr

weit über 100 Personen. Zudem konnte die Kölner Jägerschaft

e.V. als anerkannten Naturschutzverband mit rund 1.000 Mitgliedern

als kooperatives Mitglied gewonnen werden.

Zahlreiche Sponsoren, viele Spender von Geld- oder Sachleistungen

und natürlich die Mitglieder im Förderverein schafften schnell die

finanzielle Grundlage, um zunächst die nötigsten investiven Maßnahmen

anzugehen. Gleichwohl stand 2002 die Schließung der Anlage

auf der Tagesordnung der politischen Gremien. Auf der Suche nach Einsparpotenzial

gerieten alle Kölner Tierparks in die Schusslinie der Ratspolitiker.

Jetzt zeigte sich die Richtigkeit der Entscheidung, einen Förderverein

für den Lindenthaler Tierpark zu

gründen. Durch massiven Druck und Überzeugungsarbeit,

aber auch mit der Ankündigung

hoher Fördermittel aus der Vereinskasse

konnte die Diskussion über die Schließung

schnell beendet werden.

Ein zwischenzeitlich vom Grünflächenamt

erstellter Sanierungsplan, der die gesamte

Anlage erfasste, galt es nun schrittweise

umzusetzen. Mit Hilfe des Fördervereins konnten

so mehrere Stallgebäude und Zaunanlagen

gebaut, Tierzukäufe getätigt und eine Reihe

von kleineren Projekten umgesetzt werden.

In zunehmendem Maße flossen nun auch wie-

der städtische Gelder in die Sanierung der Anlage. Mit der Fertigstellung

des neuen Geflügelgeheges, das im Mai 2006 seiner Bestimmung

übergeben wurde, ist der Sanierungsplan umgesetzt und abgeschlossen.

Doch es gibt noch immer viel zu tun. Aktuell ist der Bau einer dringend

erforderlichen Toilettenanlage in Planung. Es kann nicht angehen,

dass es im Tierpark für die Besucher keine Toiletten gibt. Den größten Teil

der Kosten übernimmt auch hier der Förderverein. Mit Hilfe der Bezirksvertretung

und einer größeren Einzelspende kann diese Investition

gestemmt werden. Als nächste Maßnahme ist der Bau einer Schutzhütte

geplant, die nicht nur den Besuchern Schutz vor Regen bieten soll,

sondern auch als Informationsstand genutzt werden kann.

Wenn man den Zustand des Tierpark vor acht Jahren und heute vergleicht,

stellt man unschwer fest: Es hat sich gelohnt, viel Geld zu investieren.

Die Anlage ist wieder attraktiv, die Tiere sind gut und vor allem

artgerecht untergebracht. Dies wird durch eine ständig steigende Besucherzahl

honoriert. Gradmesser für die Besucherströme sind die verkauften

Futterschachteln aus den Automaten. Mehr als 50.000 Packungen

werden im Jahr meist durch Kinderhände an die Tiere im Park

verfüttert. Der Erlös aus dem Verkauf des Futters

wird vollständig wieder in die Anlage investiert.

Der Förderverein als Betreiber der Automaten

wird somit in die Lage versetzt, den

Gewinn auf direktem Wege zu verwenden.

Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser

sein könnte! So sucht der Förderverein

weiter neue Mitglieder, die sich für eine gute

Sache einbringen wollen. Es macht Freude zu

sehen, wie sich der Lindenthaler Tierpark zum

Wohle von Mensch und Tier weiterentwickelt

Insoweit lohnt sich eine Mitgliedschaft. Jedes

Engagement gibt Zuversicht für die weitere

Entwicklung des Tierparks.

100 Jahre Lindenthaler Tierpark


AXA Vertretung

Diefenbach, Stubbe & Kollegen

Krankenhausstr. 80 · 50354 Hürth

Tel.: 0 22 33/97 87 40

Fax: 0 22 33/70 85 88

E-Mail: diefenbach-stubbe-gmbh@axa.de

100 Jahre Lindenthaler Tierpark

Herzlichen

Glückwunsch!

Wir gratulieren zum

100-jährigen Bestehen des

Lindenthaler Tierparks

Ihr zuverlässiger Partner.

Für Ihre Sicherheit. Für Ihr Vermögen.

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41334 Nettetal

Tel.: 0 2153/1217 70

Fax: 0 2153/1217 77-7


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