You CARE. - CARE Deutschland e.V.

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You CARE. - CARE Deutschland e.V.

WE CARE-Schulinfopaket für Lehrer

Ernährung in Deutschland und Kambodscha

Eine Schulaktion von


Inhalt

Vorwort .............................................................................. 3

A

WE CARE – Infopaket

Einführung: Wie viele Menschen erträgt die Erde? ... 4

Lebensbasis Ernährung

Was braucht der Mensch? Die Basis unserer Ernährung ............ 6

Gesunde Ernährung – die Mischung machts .......................... 8

Wenn Hungern zur Sucht wird oder Essen zur Besessenheit ....... 10

Essen in Deutschland: Woher kommen unsere Pommes Frites? ... 12

Muss bei uns niemand hungern? Kinderarmut in Deutschland ... 14

2 WE CARE. Schulaktion Ernährung

Welternährung – Herausforderung der Zukunft

Ernährungssicherung – was ist das? ................................. 15

Die Millenniumserklärung – was ist daraus geworden? ......... 16

Warum immer mehr Menschen ihre Heimat verlassen .......... 18

Forschen gegen den Hunger: Internationale Agrarforschung ... 19

Zum Leben zu wenig: Hunger und Fehlernährung ................ 21

Hunger ist gleich Hunger – oder nicht? ............................. 23

Kambodscha, Land der Khmer

Kambodscha: Zahlen, Daten, Fakten .................................... 24

Überblick: Die Geschichte Kambodschas ............................... 25

Kambodscha: Die langen Schatten der Roten Khmer ............... 26

Die Landbevölkerung – wie sie lebt, woran sie leidet ............... 28

Landwirtschaft – warum sie die Menschen nicht ernähren kann .. 30

CARE in Kambodscha

CARE in Kambodscha: Überwindung von Armut .............. 31

Ratanakiri – Armut am „Berg der Edelsteine“ ................. 32

Die Zukunft hat begonnen – Menschen in Kambodscha .... 35

Ernährungssicherung: Der Weg vom Bedarf zum Projekt ... 36

Akute Nahrungshilfe: Wie funktioniert sie? ................... 38

B WE CARE – Ideenpaket C

WE CARE – Aktionspaket

Das CARE-Ernährungsquiz .............. 40

CARE-Ernährungsquiz: Die Lösungen .. 41

Kleines Khmer-Wörterbuch ............. 42

Rezepte aus Kambodscha ............... 42

Bastelanleitung: Kambodschanische

Armbänder ................................ 45

CARE-Blog aus Kambodscha ............ 46

Tipps: Unterrichtsmaterialien,

Filme, Bücher .............................. 47

Aktionsideen zum Thema Ernährung .. 48

Wie organisiere ich eine

Spendenaktion? Kleiner Leitfaden ...... 51

Bestellbogen ................................ 52

WE CARE – Wir machen mit! Infobogen . 53

Formblatt Spendenaufstellung ......... 54

Impressum .................................. 56

MACH MIT!

You CARE.


vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren!

Leider wirkt sich die Weltwirtschaftskrise nun auch verheerend auf die Welternährung aus. Nach

Angaben der Vereinten Nationen stieg die Zahl der Hungernden rund um den Globus auf rund

1.020.000.000 Menschen an!

Droht ein Jahrhundert des Hungers, wie es die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft

(FAO) und viele Hilfsorganisationen befürchten?

Schon von unserer eigenen Geschichte her fühlt sich CARE Deutschland-Luxemburg verpflichtet,

aktiv dagegen anzukämpfen. Für unsere diesjährige Schulaktion haben wir das Thema Welternährung

ausgewählt.

Unser neues Schulinfopaket greift das Thema Ernährung aus ganz verschiedenen Perspektiven auf.

Warum hungern so viele Menschen – gibt unsere Erde womöglich nicht mehr genug Nahrung her? Was

macht die Weltgemeinschaft, um den Hunger zu bekämpfen – und was müsste sie tun? Aber auch:

Was ist überhaupt Hunger? Wie wirkt er sich aus auf den Menschen und die Gesellschaft, in der er

lebt? Was ist gesunde Ernährung? Wir sprechen über Hunger in Krisengebieten und armen Ländern –

und darüber, was Armut, Mangel- und Fehlernährung in unserem eigenen Land bedeuten.

Und auch diesmal steht wieder eine Region im Fokus. An ihrem Beispiel wird nicht zuletzt der

Teufelskreislauf aus fehlender Schulbildung, Armut und Hunger erklärlich: In der entlegenen

Provinz Ratanakiri im Nordosten Kambodschas unterhält CARE ein Projekt zur langfristigen

Ernährungssicherung für die hier lebenden ethnischen Minderheiten. Unsere diesjährigen

Spendenaktionen sollen diesem Projekt zugute kommen. Und Hilfe wird darüber hinaus gebraucht:

Denn von den 1,02 Milliarden Hungernden leben in Asien 642 Millionen Menschen.

Mit herzlichem Dank für Ihr Interesse und freundlichen Grüßen

Ihre

Brigitte Schulte

Stellvertretende Vorsitzende

3 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.


A

WE CARE – Infopaket

wIe vIele Menschen erträgt

dIe erde?

Wir sind viele. Rund 6,8 Milliarden. Und wir werden immer mehr in immer kürzerer Zeit – Krankheiten,

Kriegen und Naturkatastrophen zum Trotz. Jeden Tag zählt die Weltbevölkerungsuhr der

Deutschen Stiftung Weltbevölkerung fast 225.000 Menschen mehr, das sind 2,6 mehr Menschen pro

Sekunde.

Gleichzeitig haben wir 2009 einen weiteren „Rekord“ erreicht: 1,02 Milliarden Menschen hungern

– das ist jeder sechste Erdbewohner. Die Vereinten Nationen warnen: „Der Hunger eines Sechstels

der Menschheit ist eine ernste Gefahr für den Weltfrieden.“ Hunger geht also nicht nur jene an, die

ihn haben, sondern uns alle.

Kann uns die Erde nicht mehr ernähren? 1996 waren die Vorhersagen tatsächlich alarmierend. Wie

ein „Schwerlaster mit kaputten Bremsen“ krache die Menschheit in die Lebenserhaltungssysteme

unseres Planeten ein – vor allem in die, auf denen unsere Ernährung beruhe, sagten Experten der

UN. Und sie meinten: Die natürlichen Ressourcen sind überlastet. Die Getreideproduktion hinkte

dem Bedarf hinterher, und erstmals konnte man bei der Ernährungssicherung nicht mehr ausreichend

auf die Fischerei als Eiweißlieferant rechnen.

Um die Zahl der Hungernden, wie man es sich in den Millenniumszielen vorgenommen hatte, bis

zum Jahr 2015 zu halbieren, so wurde errechnet, würde man die Nahrungsmittelproduktion in den

nächsten dreißig Jahren um mehr als 75 Prozent steigern müssen. Das sei durchaus denkbar, setze

aber eins voraus: intensive Forschung an zukunftsfähigen Anbaumethoden, die unsere Erde als Nahrungsmittellieferanten

schonend behandeln. Und erhalten: Allein in China verschwanden innerhalb

von sechs Jahren fünf Prozent der Ackerflächen durch wuchernde Metropolen und Straßen.

Wie viele Menschen die Erde tatsächlich erträgt, weiß letztlich niemand. Was wir aber wissen, ist:

Hunger wird nicht allein durch zu wenig Nahrung ausgelöst. Auch soziale, politische und wirtschaftliche

Einflüsse sind dafür verantwortlich, dass Nahrung nicht immer zu denen gelangt, die

sie brauchen.

4 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Jeden Tag zählt die

Weltbevölkerungsuhr

der Deutschen Stiftung

Weltbevölkerung fast

225.000 Menschen mehr

– das sind 2,6 mehr

Menschen pro Sekunde.


Versetzen wir uns in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg: Ein Kälteeinbruch legte

im Winter 1946 viele Transportwege lahm, die Ernte erreichte die ohnehin erschöpften Menschen

nicht. Die Behörden konnten zeitweise nur noch Lebensmittelgutscheine im Wert von 700 Kalorien

pro Person und Tag zuteilen. 1948 kam ein weiterer Schlag: Das von den Siegermächten in vier

Sektoren aufgeteilte Berlin wurde von der Versorgung über Land abgeschnitten – der „Kalte Krieg“

zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion hatte begonnen. Mit der Blockade der Hauptstadt

wollte die Sowjetunion den Westen zu Zugeständnissen zwingen. Doch der Versuch, die Stadt

auszuhungern, scheiterte. Über ein Jahr hinweg wurden die Menschen in Berlin über eine Luftbrücke

versorgt. Bis heute erinnern sich Zeitzeugen an die „Rosinenbomber“, die neben Milchpulver,

Corned Beef und anderen Nahrungsmitteln auch Schokolade in die Stadt brachten – für viele Kinder

die erste ihres Lebens. Die CARE-Pakete wurden zum Symbol für Hilfe in Notsituationen – gespendet

von US-Amerikanern für die ehemaligen Kriegsgegner. Margot Sharma etwa, damals zehn Jahre alt,

erinnert sich: „Luftbrücke, Lebensmittelhilfe und Schulspeisungen haben meiner Familie in dieser

schweren Zeit geholfen zu überleben. Freitags gab es immer Kakao in der Schule, das kannten wir ja

gar nicht!“ CARE selbst tat mit der Luftbrücke den ersten Schritt, eine weltweit arbeitende Hilfsorganisation

zu werden.

Hunger in Deutschland ist heute meist „nur“ eine Erinnerung der Älteren. Unsere Bevölkerungszahl

ist seit Jahren rückläufig, mehr scheinen wir nicht mehr zu werden. Und wir leben im Frieden. Doch

wir leben nicht isoliert – nie saß die Menschheit enger in „einem Boot“ als heute. Wenn sich die Bevölkerungszahlen

ganzer Kontinente innerhalb der letzten 50 Jahre verdrei- und vervierfacht haben

– wie in Asien und Afrika –, wenn ein ausgeblutetes Land wie Kambodscha heute mehr als dreimal

so viele Menschen ernähren muss wie 1950, wenn die Suche nach Trinkwasser und Nahrung Kriege

auslöst, dann ist die Weltgemeinschaft aufgerufen, gemeinsam das Überleben der Erde zu sichern.

Doch wie groß darf diese Weltgemeinschaft noch werden, bis nicht mehr genug Nahrung für alle da

ist? Die Antwort hängt entscheidend davon ab, wie wir Menschen auf dieser Erde leben. Eine Welt

von sechs Milliarden Deutschen etwa wäre schon heute nicht mehr lebbar. Allein an Wasser, unserer

vielleicht kostbarsten Ressource, verbraucht jeder Deutsche 130 Liter am Tag – davon 35 für die

Toilettenspülung.

Bevölkerungsentwicklungen weltweit

5 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Hunger wird nicht allein

durch zu wenig Nahrung

ausgelöst. Auch soziale,

politische und wirtschaftliche

Einflüsse sind dafür

verantwortlich, dass

Nahrung nicht immer zu

denen gelangt, die sie

brauchen.

Jahr Nordamerika Südamerika Europa afrika asien australien & Ozeanien Deutschland Kambodscha

1950 172.000.000 167.000.000 547.000.000 227.000.000 1.403.000.000 13.000.000 69.346.000 4.346.000

2000 319.000.000 521.000.000 727.000.000 819.000.000 3.698.000.000 31.000.000 82.260.000 12.760.000

2010 352.000.000 589.000.000 733.000.000 1.033.000.000 4.167.000.000 36.000.000 82.006.400 15.053.000

2025 398.000.000 670.000.000 729.000.000 1.400.000.000 4.773.000.000 43.000.000 78.773.000 18.973.000

2050 448.000.000 729.000.000 691.000.000 1.998.000.000 5.231.000.000 51.000.000 67.046.200 23.795.000

Quellen: Statistisches Jahrbuch 2008


was Braucht der Mensch?

die Basis unserer ernährung

Zweiundvierzig Kilometer laufen in dreieinhalb Stunden. Verschwitzte, erschöpfte Menschen, die

nach einem Marathon ins Ziel laufen, diese Bilder kennt man. Offensichtlich ist: Diese Menschen

haben viel Energie verbraucht. Weniger offensichtlich ist, dass der Körper auch bei ganz alltäglichen

Funktionen Energie verbraucht, selbst, wenn wir es gar nicht merken: beim Gehen, bei der

Aufrechterhaltung der Körperwärme, beim Verdauen, beim Denken, sogar beim Nachwachsen der

Fingernägel. Energie wird für jeden Vorgang im Körper gebraucht – es muss also ständig „Nachschub“

kommen. Wieviel genau, ist von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag unterschiedlich. Der

Energiebedarf hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht, Bewegung,

Stress, Klima und vielem mehr. All das bestimmt, wieviel Energie ein Mensch umsetzt, und also,

wieviel „Nachschub“ er braucht.

Aber woher bekommt der Körper diese Energie? Und was können wir tun, damit er genau die Art und

Menge von Energie bekommt, die er braucht?

Die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen, besteht aus drei Grundbausteinen: Kohlenhydraten

(Zucker), Proteinen (Eiweiß) und Fetten. Jeder dieser Bausteine ist wichtig, damit der Körper ausreichend

versorgt wird und gesund bleibt. Am Ende macht`s die richtige Mischung: Die Deutsche

Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, 55 Prozent des Energiebedarfs durch Kohlenhydrate zu

decken. Fette sollten 30 Prozent und Eiweiße 15 Prozent der Gesamtenergie ausmachen. Dazu nicht

zu vergessen: Vitamine und Mineralstoffe!

nährstoFF/wIrKstoFF auFgaBen IM Körper Mangelzustände

eIweIss Aufbau der Körperzellen;

Erhalt der Körperzellen

Fett Energielieferant;

Lieferant der essenziellen

Fettsäuren 1 ;

Träger der fettlöslichen

Vitamine

Kohlenhydrate Energielieferant;

Aufrechterhaltung der

Körpertemperatur

[1] essenzielle Fettsäuren = Fettsäuren, die lebensnotwendig sind, der Körper aber nicht selbst herstellen kann.

Quelle: http://www.ernaehrung.de/tipps/allgemeine_infos/ernaehr12.php

6 WE CARE. Schulaktion Ernährung

Störungen der körperlichen

u. geistigen

Entwicklung; Störungen

der Leistungsfähigkeit;

Nachlassen der Widerstandsfähigkeit

Untergewicht; Vitaminmangel

der fettlöslichen

Vitamine; ekzematöse

Hautkrankheiten

MACH MIT!

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Die Nahrung, die wir

täglich zu uns nehmen,

besteht aus drei Grundbausteinen:

Kohlen-

hydraten (Zucker),

Proteinen (Eiweiß) und

Fetten. Jeder dieser

Bausteine ist wichtig,

damit der Körper ausreichend

versorgt wird

und gesund bleibt.


Die Nährstoffe liefern dem Körper Energie, die bei der „Verbrennung“ der Stoffe in den Körperzellen

freigesetzt wird. Gemessen wird sie in Kilokalorien (kcal). Ein Gramm Eiweiß liefert dem Körper 4,2

kcal, ein Gramm Kohlenhydrate genausoviel. Ein Gramm Fett liefert mehr als das Doppelte: 9,3 kcal.

Wenn wir die Zusammensetzung unserer Nahrung kennen, können wir errechnen, wieviel Energie uns

die einzelnen Bestandteile geben. Ein Beispiel: Eine Scheibe Vollkorn-Toastbrot liefert drei Gramm

Eiweiß, 16 Gramm Kohlenhydrate und 1,8 Gramm Fett, hat also circa 90 kcal.

Übrigens: Jugendliche in der Wachstumsphase brauchen mehr Kalorien als ältere Menschen. Jungen

von 15 bis 19 Jahren sollten 3.100 kcal täglich zu sich nehmen, Mädchen 2.500. Der Grund für den

Unterschied: Mädchen haben – wichtig zum Beispiel für Schwangerschaft und Stillzeit – einen höheren

Fettanteil im Körper. Jungen haben stattdessen mehr Muskeln. Weil Kalorien hauptsächlich in

der Muskelmasse verbrannt werden, bedeuten mehr Muskeln mehr verbrauchte Kalorien.

richtwerte für die energiezufuhr:

alter MännlIch weIBlIch

15 bis unter 19 Jahre 3.100 kcal 2.500 kcal

19 bis unter 25 Jahre 3.000 kcal 2.400 kcal

25 bis unter 51 Jahre 2.900 kcal 2.300 kcal

51 bis unter 65 Jahre 2.500 kcal 2.000 kcal

über 65 Jahre 2.300 kcal 1.800 kcal

Quelle: D-A-CH: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr

7 WE CARE. Schulaktion Ernährung

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Die Nährstoffe liefern

dem Körper Energie, die

bei der „Verbrennung“

der Stoffe in den

Körperzellen freigesetzt

wird. Gemessen wird sie

in Kilokalorien (kcal).


gesunde ernährung – dIe MIschung

Macht´s!

Klebrige Vollkornnudeln, Brei aus fade schmeckenden Möhren und ein faseriges Stück Sojafleisch

dazu. Das stellen sich viele Menschen unter gesunder Ernährung vor.

Aber bedeutet gesund immer gleich spaßfrei? Nein, denn das Wichtigste für eine gesunde Ernährung

ist, dass sie abwechslungsreich ist. Außerdem gilt die Grundregel „mit Maß genießen und keine

Verbote“. Klingt gar nicht so schlecht, oder?

Vielseitig zu essen ist der beste Weg, den Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen, die er braucht.

Die Auswahl ist groß – man sollte sich nur an ein paar Grundregeln halten. Die betreffen zum Beispiel

den bewussten Umgang mit Zucker, Salz und Fett: Zucker, da er zu Übergewicht und Zahnproblemen

führen kann, Salz, weil es den Blutdruck erhöht und Fett, weil es wiederum Übergewicht und

damit verbundene Krankheiten fördert.

Und hier noch ein paar Tipps:

Flüssigkeit: Ein Erwachsener sollte täglich etwa zwei Liter trinken – im Sommer bei Hitze

sogar deutlich mehr. Die besten Durstlöscher und dazu auch noch am gesündesten: Wasser

und ungezuckerte Getränke.

Vitamine und Mineralstoffe: dreimal täglich Gemüse und zweimal Obst – das sind rund 600

bis 700 Gramm, die den Bedarf optimal decken, insgesamt fünf Handvoll. Dabei kann man

eine der Obstportionen auch durch Saft ersetzen. Aber Achtung: Der süße Geschmack kommt

nicht von ungefähr. Nicht nur Süßigkeiten, auch Säfte und Obst liefern reichlich Zucker. Also

heißt es auch hier auf die Menge achten!

Vollkorn- und Getreideprodukte oder Kartoffeln sollten zu jeder Mahlzeit gehören, weil sie

durch ihre vielen Kohlenhydrate schnell sättigen und die Darmtätigkeit anregen.

8 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Die besten Durstlöscher

und dazu auch noch

am gesündesten:

Wasser und ungesüßte

Getränke.


Fleisch, Fisch, Eier und Käse sind wichtige Eiweißquellen und sollten regelmäßig in den

Speiseplan integriert werden. Die Empfehlung für Fisch etwa heißt: zweimal pro Woche. Auf

diese Weise schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe, denn: Fisch ist einer der wichtigsten

Lieferanten von Jod, das wir für die Schilddrüse brauchen.

Milch und Milchprodukte wie Joghurt stärken die Knochen.

Fette und Öle liefern dem Körper den höchsten Anteil an Energie. Wir brauchen sie, aber in

Maßen. Und Achtung: Pflanzliche Fette sind gesünder als tierische!

Das frischste Gemüse allerdings wird schnell wertlos, wenn es nicht schonend und hygienisch zubereitet

wird. Hygienische Zubereitung meint vor allem: vor dem Kochen Hände waschen, benutzte

Messer und Brettchen sofort säubern, Lappen und Tücher oft wechseln und vor allem Fleisch, Fisch

und Eier möglichst ganz durchbraten. Durch schonende Zubereitung wie Dampfgaren oder kurzes

Kochen spart man Fett und erhält die Nährstoffe.

Günstig ist es, die Nahrung auf drei bis sechs Mahlzeiten zu verteilen – es bleibt also viel

Raum für Abwechslung.

Sonderfall Vegetarier: Sie verzichten auf Fleisch – die „Strengeren“ unter ihnen auch auf Fisch,

Huhn oder gar jegliche tierischen Produkte wie Eier oder Kuhmilch. Damit ist die Nahrungsauswahl

stark eingeschränkt. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, müssen sie die fehlenden Nährstoffe

auf anderem Weg ersetzen, etwa durch Sojaprodukte.

zuviel nahrung macht krank

E E E Jedes fünfte Kind in deutschland hat Übergewicht (ca. drei Mio. Betroffene)

die Folgen: zuckerkrankheit, herz-Kreislauf-störungen, gicht, atemstörungen,

organverfettung und gelenkerkrankungen E E E kürzere lebenserwartung

Nachdem die Fettleibigkeit (Adipositas) in Deutschland dramatisch auf dem

Vormarsch ist, haben die Kinderärzte inzwischen reagiert: Gemeinsam mit den

Krankenkassen und verschiedenen Ernährungsgesellschaften bieten sie vielfach

Adipositas-Programme für Kinder und Jugendliche an. Hier lernen die Teilnehmer

die Grundlagen gesunder Ernährung kennen, entdecken den Spaß an Sport und

setzen sich mit drohenden Folgekrankheiten ihres Übergewichts auseinander. Ziel

der Programme ist ein von Profis – Ärzten, Sporttherapeuten und anderen Experten

– begleitetes „Abspecken“ auf ein gesundes Maß. Für viele Kinder und Jugendliche

geht das einher mit wachsendem Selbstbewusstsein und Spaß am Entdecken

eigener, nicht gekannter Fähigkeiten.

9 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.


wenn hungern zur sucht wIrd oder

essen zur BesessenheIt

von Magersucht, Bulimie und völlerei

Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland haben eine Essstörung. Sie hungern,

erbrechen ihr Essen oder haben regelmäßige Fressattacken. Grundsätzlich gibt es drei Formen

von Essstörungen:

Die häufigste Essstörung ist die Völlerei, oder „neudeutsch“: das „Binge-eating“ (von „binge“ =

Fressgelage). Die Betroffenen haben Essanfälle, bei denen sie bis zu 10.000 kcal zu sich nehmen.

Auch zwischen diesen Attacken neigen viele dazu, sich immer wieder zu „überessen“. Nicht überraschend:

Die meisten „Binge-Eater“ sind übergewichtig. In Deutschland sind es etwa vier Millionen

Menschen, die an der Krankheit leiden. Die Folgen sind hart: Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauf-

Störungen, Atemstörungen, Organverfettung – etwa die Fettleber – und Gelenkerkrankungen.

Die Bulimie (Ess-Brech-Sucht) wird bestimmt von zwei Gefühlen: dem hemmungslosen Essenwollen

und dem Wunsch, schlank zu sein. Bei den Attacken, deren Häufigkeit sehr unterschiedlich ist

(von ein- bis zweimal pro Woche bis zu zwanzigmal am Tag), nehmen die Betroffenen bis zu 50.000

kcal zu sich. Danach fühlen sie sich schuldig und beschämt. Sie erbrechen ihr Essen oder nehmen

Abführmittel, um die Nahrung so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Die meisten Bulimiker

sind Frauen – 600.000 in Deutschland. Mittlerweile leiden aber auch 70.000 Männer an Bulimie.

Durch das häufige Erbrechen zerstörte Zähne, eine Vergrößerung der Speicheldrüsen, die mit dem

Nachschub an Speichel kaum hinterherkommen, Hautkrankheiten, lebensbedrohliche Geschwüre im

Hals und Kreislaufprobleme sind nur einige der Folgen einer Bulimie.

100.000 Menschen in Deutschland schließlich, überwiegend Frauen, leiden an Magersucht, Fünfzehn

Prozent der Erkrankten hungern sich regelrecht zu Tode. Doch was steckt hinter einer solchen

Tragödie? Die Betroffenen empfinden sich als zu dick, selbst wenn sie stark untergewichtig sind.

Sie verleugnen den Appetit, den sie durchaus haben – und essen zu wenig oder überhaupt nichts.

10 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Mehr als fünf Millionen

Menschen in

Deutschland haben eine

Essstörung.


Die Folgen: Nierenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme,

Haarausfall, Hautkrankheiten, Unfruchtbarkeit und im schlimmsten Fall der Tod.

Der Hauptgrund für die häufigen Essstörungen ist so einfach wie dramatisch: ein krankhaftes

Schönheitsideal. Es bestimmt die Gesellschaft, die Mode, die Medien und so das Essverhalten der

Menschen. Manche werden darüber krank. Ein Beispiel für diese verheerende Entwicklung: Normal

ist ein Körperfettanteil von 20 bis 30 Prozent. Forscher fanden heraus: Die Maße weiblicher Schaufensterpuppen

stellen einen Körperfettanteil von unter 17 Prozent dar. Frauen in vergleichbarem

körperlichem Zustand haben schwere gesundheitliche Probleme und können in der Regel keine

Kinder bekommen.

diäterfahrungen

25 %

11 %

95 %

schönheItsIdeal oder schlanKheItswahn?

E 8 % der 6-17-jährigen Jungen und Mädchen wiegen zu wenig.

E 50 % aller Mädchen unter 15 Jahren halten sich für zu dick, bei

Normal- oder Untergewicht.

E 90 % der weiblichen Teenager wollen abnehmen.

E 66 % aller 11-19-jährigen Jungen und Mädchen möchten dünner sein.

E 73 % der Frauen finden ein Gewicht unterhalb des Normalgewichts

am attraktivsten.

11 WE CARE. Schulaktion Ernährung

aller 7-10-jährigen Mädchen

haben schon eine Diät gemacht.

aller 11-15-jährigen Jungen haben

schon eine Diät gemacht.

aller Diäten funktionieren nicht.

adIposItas auF deM vorMarsch

E 15 % der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig

E 6,3 % der Kinder und Jugendlichen haben eine Adipositas

MACH MIT!

Zu viel Nahrung:

You CARE.

Adipositas =

Fettleibigkeit

15 % der Kinder und

Jugendlichen sind

übergewichtig.

6,3 % der Kinder und

Jugendlichen haben

eine Adipositas.


essen In deutschland

woher kommen unsere pommes Frites – und wie

funktioniert unsere landwirtschaft?

Morgens gibt es eine Portion Müsli mit Milch und Weintrauben. Die Weizenflocken stammen aus den

USA, die Hirse aus Mexiko, die Weintrauben aus Südafrika. Die Milch – die kommt aus Deutschland.

Auch sie legt oft weite Wege zurück: Die Hälfte der bei uns produzierten Milch nutzen Menschen

in anderen Ländern, etwa in Frankreich und Italien, für ihre Ernährung. Die Kartoffeln, einer

der beliebtesten Bestandteile unseres Mittagessens, stammen aus Frankreich, dem wichtigsten

Kartoffelzulieferer für Deutschland. Dazu ein Stück Geflügelfleisch, Herkunft: Brasilien. Nachmittags

eine Banane, die eine Atlantiküberquerung von Honduras bis nach Hamburg hinter sich hat.

Zum Abendessen gibt es ein Stück Fisch aus Lettland.

Deutschlands Wirtschaft funktioniert durch einen ständigen Wechsel von Import und Export. Für

knapp 35 Milliarden Euro wurden im Jahre 2008 Nahrungsmittel nach Deutschland importiert. Bis

zu 50 Prozent davon hat die deutsche Ernährungsindustrie weiterverarbeitet. Das kann heißen: Die

Kartoffeln kommen aus Frankreich, zu Pommes gemacht werden sie aber in Deutschland. Der Rest

wird direkt unbearbeitet auf den Markt gebracht und landet so auf unserem Teller.

Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Agrarimporteur nach den USA: Acht Prozent der weltweit

gehandelten landwirtschaftlichen Produkte gehen nach Deutschland.

Aber Deutschland betreibt doch auch selbst Landwirtschaft. Warum also importieren wir in

derart großen Mengen? Hier die wichtigsten Gründe:

E Rohstoffe gibt es in Deutschland kaum.

E Viele Waren werden in Deutschland nicht hergestellt, viele Obst- oder Gemüsesorten wachsen

hier nicht, etwa Bananen.

E Andere Länder bieten bestimmte Waren in besonderer Qualität an: Äpfel zum Beispiel wachsen

auch in Deutschland, die aus Südtirol aber gelten als besonders gut. Darum kommen die meisten

Äpfel in deutschen Supermärkten dorther.

12 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Für knapp 35 Milliarden

Euro wurden im

Jahre 2008 Nahrungsmittel

nach Deutschland

importiert.


E Und vor allem: Viele Waren sind in anderen Ländern wegen der geringeren Produktionskosten

günstiger, wie Krabben oder Fisch. Oft kommen die aus Thailand, weil sie dort wegen der

niedrigeren Arbeitslöhne besonders günstig einzukaufen sind.

Hinzu kommen Veränderungen in Deutschland selbst:

Immer weniger Deutsche arbeiten in der Landwirtschaft: Der Anteil der hier Beschäftigten sank in

den letzten 100 Jahren von 38 auf zwei Prozent. Die damals wie heute größte Rolle spielt dabei

der Getreideanbau: 2003 beherrschte er 58 Prozent der Ackerflächen.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland bewirtschafteten 2003 rund 17 Millionen Hektar

Landfläche, davon 70 Prozent Ackerland (ca. zwölf Millionen Hektar). Schon vier Jahre später wurden

fast 100.000 Hektar weniger landwirtschaftlich genutzt. Der Grund: Auf geringerer Fläche wird

dank weiterentwickelter Anbaumethoden, neuester Technik und Chemie eine höhere Produktivität

erreicht.

So gut und wichtig er ist – der ständige Austausch von Gütern zwischen den Ländern hat Folgen.

Eine Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) fand heraus: Durch den vielen Import hinterlässt

jeder Deutsche täglich einen „Wasser-Fußabdruck“ von 5.288 Litern. Alle „Fußabdrücke“ zusammengenommen

erfassen die Wassermenge, die für den Import der in Deutschland verwendeten Produkte

notwendig ist. Die importierten Güter mit dem größten „Wasser-Fußabdruck“ sind Kaffee, Kakao,

Ölsaaten, Baumwolle, Schweinefleisch, Sojabohnen, Rindfleisch, Milch, Nüsse und Sonnenblumen.

die wichtigsten Import- und exportpartner

deutschlands (2002):

export von deutschland (abnehmerländer):

Frankreich 10,7 %, USA 10,3 %, Großbritannien 8,4 %, Italien 7,3 %,

Niederlande 6,1 %, Österreich 5,1 %, Belgien 4,8 %, Spanien 4,6 %, Schweiz 4,2 %

Import nach deutschland (lieferländer):

Frankreich 9,5 %, Niederlande 8,2 %, USA 7,7 %, Großbritannien 6,5 %,

Italien 6,4 %, Belgien 5,2 %, Österreich 4 %, VR China 4 %

13 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

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IMportIeren bedeutet,

Güter aus anderen

Ländern in ein bestimmtes

Land einzuführen.

Bestimmte Güter aus

dem eigenen Land in ein

anderes auszuführen,

nennt sich exportIeren.


Muss BeI uns nIeMand hungern?

Kinderarmut in deutschland

Tim ist zwölf. Er steht in der Schlange und wartet auf sein Essen. Seit zwei Jahren geht er nun zur

Mittagstafel und bekommt, was ihm seine Mutter nicht geben kann: eine warme Mahlzeit. Damit ist

er in seinem Viertel nicht allein: Viele seiner Freunde bekommen zuhause nur zweimal in der Woche

etwas Warmes zu essen.

Tim ist eins von über 300.000 Kindern in Deutschland, die morgens hungrig zur Schule oder in den

Kindergarten gehen. Nicht, weil ihre Eltern nicht für sie sorgen wollen. Sie können es nicht, denn

sie sind arm, oder sie verfügen nicht über das notwendige Wissen.

Was aber ist Armut? Die Weltbank definiert sie so: Arm ist, wer weniger als einen Euro pro Tag

hat. Gemeint ist damit ein weltweiter Durchschnitt. Ob und wie arm ein Mensch tatsächlich ist,

hängt von seinem Lebensumfeld ab. Arm zu sein in Deutschland meint, über weniger als 60 Prozent

des durchschnittlichen Einkommens zu verfügen. Das bedeutet: Jedes siebte Kind lebt in Armut.

Eine alleinerziehende Mutter und ihr Kind gelten als „armutsgefährdet“, wenn ihnen weniger als

856 Euro monatlich für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung stehen.

Armut hat tiefgreifende Folgen. Studien haben gezeigt: In sozial schwachen Familien wird zuerst am

Essen gespart. Mangelernährung aber zieht eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten und Entwicklungsverzögerungen

nach sich. Sie können ein ganzes Leben prägen.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund fand heraus, dass ein Kind, um sich gesund

ernähren zu können, mindestens 2,68 Euro täglich benötigt. In den staatlichen Zuschussgeldern,

von denen viele Familien leben, sind 2,57 Euro pro Tag für die Ernährung eines Jugendlichen vorgesehen.

Neben dem Geld brauchen Kinder Erwachsene, die dieses in gesunde Ernährung umsetzen.

Seit der Gründung der ersten „Suppenküche“ für Kinder in den neunziger Jahre in Berlin kamen viele

hinzu. Über ganz Deutschland verteilt gibt es heute rund 800 Tafeln. Die Zahl derer, die sie nutzen,

wächst weiter – so, wie die der in Armut lebenden Kinder: Seit 1965 ist sie auf das 16-Fache gestiegen.

Das sind heute drei Millionen Kinder, die in Armut leben. Das sind Tim, Jana, Kevin, Paula, Lisa

und viele andere, die weder ausreichend noch gesund ernährt werden.

das un-Kinderrecht auf nahrung:

• Das Wohlergehen und die uneingeschränkte Entwicklung eines jeden Kindes

muss gewährleistet sein.

• Die Unter- und Fehlernährung der Kinder ist zu bekämpfen.

• Es ist Aufgabe des Staates, den Ausbau von Institutionen, Einrichtungen und

Diensten für die Betreuung von Kindern zu unterstützen, um das Wohlergehen

der Kinder zu sichern.

14 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.


ernährungssIcherung – was Ist das?

Über den hunger entscheiden die Bedingungen auf dem

land

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Es ist nicht verhandelbar. Und das bedeutet: Alle

Staaten dieser Erde sind verpflichtet, alles dafür zu tun, um dieses Recht für jeden einzelnen Menschen

zu verwirklichen.

Woran aber lässt sich erkennen, dass dieses Ziel erreicht ist? Auf der Welternährungskonferenz

1996 definierte man das so: „Nahrungssicherheit gibt es dann, wenn alle Menschen jederzeit Zugang

zu ausreichender, sicherer und nährstoffreicher Nahrung haben und damit die Basis für ein

gesundes und aktives Leben.“ Diese Basis ruht auf drei Säulen:

1. VERFüGBARKEIT VoN NAHRUNG: Nur wenn grundsätzlich genügend Nahrung vorhanden

ist, kann jeder Mensch satt werden.

2. ZUGANG ZU NAHRUNG: Nahrung kann nur die sättigen, für die sie erreichbar ist.

3. UMGANG MIT NAHRUNG: Gesunde Ernährung erfordert sowohl eine Grundkenntnis der

Nahrungskomponenten als auch den Zugang zu Wasser und Hygiene.

Dass über eine Milliarde Menschen hungert, zeigt, dass wir von alldem noch weit entfernt sind.

Der Grund, darin sind sich die meisten Experten einig, liegt nicht darin, dass es heute zu wenig

Nahrung auf der Erde gäbe. Das Problem ist die Verteilung. Während in den Industrieländern

nicht selten zu viel Nahrung produziert wird, fehlt es in den Entwicklungsländern an allen Enden.

Kommen dann noch Naturkatastrophen oder Kriege hinzu, so wird die Situation dramatisch.

15 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Gesunde Ernährung

erfordert sowohl eine

Grundkenntnis der

Nahrungskomponenten

als auch den Zugang zu

Wasser und Hygiene.


Die Zukunft sehen die Fachleute noch kritischer: Die Welternährungsorganisation schätzt,

dass wir in zwanzig Jahren rund 50 Prozent mehr Nahrungsmittel brauchen, um die wachsende

Weltbevölkerung theoretisch satt machen zu können. Wie das funktionieren kann, darüber ist man

sich nicht einig. Eins allerdings fällt auf: Alle Länder, die auf einem guten Weg sind, das erste

Millenniumsziel, nämlich die Halbierung der Zahl der hungernden Menschen bis 2015, zu erreichen,

haben eins gemeinsam: eine Landwirtschaft, die deutlich stärker wächst als in jenen Ländern, die

schlechter dastehen.

Der Weg ist nicht einfach. Dabei geht es nicht darum, High-Tech-Landwirtschaft in die Entwicklungsländer

zu tragen. Gebraucht werden dort viel grundlegendere Dinge: Bewässerungssysteme,

um die Felder zu befeuchten, Straßen und Vorratsspeicher, um die Ernte lagern und auf den Markt

bringen zu können. Das Engagement der reichen Nationen ist gefragter denn je. Wichtigste Partner

sind die Kleinbauern. Ihnen mit Beratung und Werkzeug zur Seite zu stehen, ist die beste Investition

in die Ernährungssicherung. Denn: Über den Hunger entscheiden die Bedingungen auf dem

Land.

dIe MIllennIuMserKlärung

was wollten wir erreichen – und was ist daraus

geworden?

Dass sich Vertreter der Vereinten Nationen treffen, gehört zum Alltag des internationalen Politikgeschäfts.

Das Gipfeltreffen, zu dem im September 2000 gerufen wurde, hatte dennoch eine besondere

Bedeutung: Staats- und Regierungschefs von 189 Ländern trafen sich in New York, um die Herausforderungen

an das Überleben der Menschheit im 21. Jahrhundert zu beschreiben und gemeinsame

Ziele festzulegen. Am Ende des Treffens stand die Millenniums-, die „Jahrtausenderklärung“.

Die Herausforderungen sind groß – entsprechend lang ist die Erklärung. Kurz und knapp dagegen

liest sich der Aktionsplan: Acht Punkte beschreiben die „Millenniumsentwicklungsziele“, die die

internationale Staatengemeinschaft mit vereinten Kräften erreichen will. Nicht irgendwann,

sondern ganz konkret bis zum Jahr 2015:

1. Wir wollen es schaffen, den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und

Hunger leidet, zu halbieren.

2. Wir wollen allen Kindern eine Grundschulbildung ermöglichen.

3. Männer und Frauen sollen gleichberechtigt sein.

Wir wollen Frauen besonders fördern, um dieses Ziel zu

erreichen.

4. Wir wollen die Kindersterblichkeit um zwei Drittel

verringern.

5. Wir wollen die Gesundheit der Mütter verbessern. Ihre

Sterblichkeit soll um drei Viertel verringert werden.

6. Wir wollen HIV / AIDS, Malaria und andere übertragbare

Krankheiten bekämpfen.

7. Wir wollen die Umwelt besser schützen.

8. Wir wollen eine weltweite Entwicklungspartnerschaft

aufbauen.

16 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Während in den

Industrieländern nicht

selten zu viel Nahrung

produziert wird, fehlt

es in den Entwicklungsländern

an allen Enden.


Große Ziele, hinter denen unterschiedlichste Maßnahmen standen. 2007 dann kam die Halbzeitbilanz.

Man wollte sehen, was sich bis dahin getan hatte. Das Ergebnis war alarmierend: Zwar gab

es hoffnungsvolle Teilerfolge: So ging jetzt ein deutlich größerer Anteil der Kinder zur Grundschule

(in Südasien elf Prozent mehr) als zur Jahrtausendwende. Und die Zahl der Kinder, die vor ihrem

fünften Geburtstag gestorben waren, war weltweit von 12,6 Millionen im Jahr 1990 auf neun Millionen

2007 gesunken – nicht zuletzt durch den breiten Einsatz spezieller Mückennetze zum Schutz

vor Malaria. Dabei aber gab es enorme regionale Unterschiede. Südasien etwa hielt einen traurigen

Rekord: 48 Prozent der unter fünfjährigen Kinder waren 2007 unterernährt, die Rate der extrem

armen Menschen hatte um ganze drei Prozent abgenommen. Im Afrika südlich der Sahara war die

Gesamtsituation derart dramatisch, dass man schon jetzt nicht mehr davon ausging, die Millenniumsziele

erreichen zu können.

Warum aber ging es langsamer voran als gehofft? Die Ursachen waren vielfältig. Zögerndes

Engagement war eine davon. Hinzu kamen Punkte, die man damals in New York noch nicht bedacht

hatte. Der Klimawandel etwa, der zunehmend Gesicht zeigt und Ackerflächen in Trockengebiete

verwandelt oder Ernten durch Überschwemmungen vernichtet. Dazu das wachsende Interesse an Biokraftstoffen:

Die machen zwar den Autoverkehr umweltfreundlicher, verbrauchen aber große Mengen

Getreide, das nicht mehr als Nahrung zur Verfügung steht. Mit der großen internationalen Finanzkrise

2008 schließlich explodierten die Nahrungsmittelpreise. Die Folge: Der zwischen 1992 und 2006 von

20 auf 16 Prozent gesunkene Anteil hungernder Menschen begann wieder anzusteigen.

War die Millenniumserklärung also ein Flop? Sicher nicht, denn am Sinn der Ziele kann es keinen

Zweifel geben. Nun muss sich jedes Land an seinem Engagement messen lassen, sie doch noch zu

erreichen.

17 WE CARE. Schulaktion Ernährung

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You CARE.

Südasien hält einen

traurigen Rekord:

48 Prozent der unter

5-jährigen Kinder waren

2007 unterernährt.


waruM IMMer Mehr Menschen Ihre

heIMat verlassen

Folgen der Migration

Noch nie lebten mehr Menschen als heute fern ihrer Heimat. Die Gründe dafür sind vielfältig:

schlechte Lebensbedingungen, Gewalt und Kriege, Umweltprobleme und mangelnde wirtschaftliche

Perspektiven. Viele verlassen ihr Zuhause, weil es dort an fruchtbarem Acker- und Weideland, an

Nahrung, an Wasser, an Arbeit oder anderen Lebensgrundlagen fehlt.

Zwei Drittel aller Menschen leben heute in wirtschaftlich schwachen Staaten, die meisten von ihnen

auf dem Land. Sie sind auf gute Ernten angewiesen. Die aber werden immer wieder durch Dürren

und Überflutungen zerstört, und selbst wenn größere Katastrophen ausbleiben, geben die nicht

sehr fruchtbaren Böden oft nicht genug her, um alle zu ernähren. Gleichzeitig werden immer mehr

Kinder geboren. Die Bevölkerung wächst also, während die Wirtschaft still steht. Das bedeutet, dass

die Grundbedürfnisse der Bevölkerung vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika immer weniger

gedeckt werden können.

18 WE CARE. Schulaktion Ernährung

190 Millionen Menschen sind arbeitslos.

1,02 Milliarden Menschen sind unterernährt.

130 Millionen Kinder bekommen keinen

Schulunterricht.

1 Milliarde Menschen sind Analphabeten (27 %).

1,3 Milliarden Menschen leben in absoluter

Armut.

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Die Folge: Allein in den Ländern Nordafrikas gibt es etwa eine Million Menschen jährlich, die auswandern,

um der Armut zu entfliehen.

Die Nachwirkungen der starken Migration aus den armen Ländern der Welt sind vielfältig:

• Die Abwanderung schwächt die Ursprungsstaaten.

Denn oft sind es junge, qualifizierte Menschen, die ihr Heimatland verlassen, um woanders

einen guten Job zu bekommen. Dies verschlechtert die wirtschaftliche Lage des Heimatlandes

zusätzlich, weil es an gut ausgebildeten Arbeitskräften fehlt.

• Erfolgreiche Auswanderer ermutigen andere, ihnen zu folgen.

Denn wer sich einmal an bessere Verhältnisse gewöhnt hat, ist oft nicht bereit, in die schwierigen

Bedingungen seines Herkunftslandes zurückzukehren. Das Beispiel erfolgreicher Auswanderer

führt zu einer Sogwirkung.

• Auswanderer helfen kurzfristig, die Armut in ihrer Heimat zu lindern.

Denn Migranten überweisen häufig große Teile ihres Einkommens nach Hause. Laut Schätzungen

der UNO sind es jährlich über 20 Milliarden Dollar. Mit diesem Geld helfen Auswanderer, die

Armut in ihren Herkunftsländern zu verringern. Allerdings: Diese Gelder verbessern zwar die

Kaufkraft der Empfängerfamilien, bewirken aber meist keine nachhaltigen Veränderungen.

Forschen gegen den hunger

Internationale agrarforschung

Turbo-Kühe mit Rekord-Milchleistungen, Nutzpflanzen, die mit Hilfe chemischer „Super-Keulen“

zu ungeahnter Größe heranwachsen – beides mag sich als Filmstoff eignen, als Retter aus der

Ernährungskrise sind sie weder realistisch, noch gewollt.

Und doch: Die Forschung gegen den Hunger läuft auf Hochtouren. Die Aufgabe ist gigantisch: Wir

stehen vor der Herausforderung, bei wachsender Weltbevölkerung genügend Nahrung für alle zu

produzieren, ohne dabei die Umwelt und die natürlichen Ressourcen zu zerstören.

Was aber kann die internationale Agrarforschung konkret leisten? Nun, ein zentraler Teil ihrer Arbeit

liegt in der Neuzüchtung, etwa besonders widerstandsfähiger und ertragreicher Getreidesorten. Um

dabei zu verhindern, dass die in den letzten Jahrzehnten immer beliebter gewordenen wenigen

Hochleistungssorten die Jahrtausende alte Artenvielfalt zerstören, wurden „Genbanken“ gegründet:

So sammelt etwa das Internationale Reisforschungsinstitut auf den Philippinen (IRRI) in einer

solchen Bank Samenproben aller weltweit existierenden Reissorten.

19 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Wir stehen vor der

Herausforderung, bei

wachsender Weltbevölkerung

genügend

Nahrung für alle zu

produzieren, ohne dabei

die Umwelt und die

natürlichen Ressourcen

zu zerstören.


Wissenschaftlern gelang es durch die Kreuzung heute verbreiteter Sorten mit bestimmten Ursorten,

einen ganz neuen, besonders nährstoffreichen und zugleich robusten Reis zu entwickeln. Er enthält

große Mengen Eisen, Zink und Provitamin A – und könnte helfen, die Qualität der Ernährung für

viele Menschen deutlich zu verbessern. Das Saatgut aus den Züchtungen bekommen die Bauern

umsonst – als Starthilfe für eine zukunftsfähige Existenz.

Der andere Teil der Arbeit konzentriert sich darauf, neue Methoden der Landnutzung zu entwickeln

– etwa solche, mit denen sich die Ernteerträge in trockenen Anbaugebieten steigern lassen.

Bei allen Forschungsprojekten geht es nicht um die Erfindung einer weltweit einsetzbaren

„eierlegenden Wollmilchsau“, sondern um Lösungen, die den Lebensräumen und den sozialen

Bedürfnissen der Menschen in Entwicklungsländern angepasst sind. Denn was für den kenianischen

Kleinbauern richtig ist, kann in Indonesien zum Scheitern verurteilt sein.

Etwas ganz Wichtiges unterscheidet die internationalen Forschungszentren von vielen privaten

Instituten: Die Ergebnisse ihrer Forschung sind frei zugänglich. Sie bleiben nicht durch den sonst

so oft üblichen Patentschutz nur einer kleinen Gruppe Menschen vorbehalten, sondern können

allgemein verwendet werden – eine Hoffnung gerade für Entwicklungsländer.

20 WE CARE. Schulaktion Ernährung

1971 haben sich einige Regierungen von Industrieländern

Deutschland gehörte zu den Mitgründern – und private

Stiftungen zusammengetan, um als „Consultative Group

on International Agricultural Research“, kurz CGIAR, weltweit

Agrarforschungszentren zu unterstützen, die sich der

Forschung gegen den Hunger verschrieben haben. Zu den

Sponsoren gehört die Welternährungsorganisation FAO.

Die deutsche Sektion der Gruppe ist die „Beratungsgruppe

entwicklungsorientierter Agrarforschung“ (BEAF).

MACH MIT!

You CARE.

Wissenschaftlern gelang

es durch die Kreuzung

heute verbreiteter Sorten

mit bestimmten Ursorten,

einen ganz neuen,

besonders nährstoffreichen

und zugleich

robusten Reis zu entwickeln.

Er enthält große

Mengen an Eisen, Zink

und Provitamin A.


dIe weltgesundheItsorganIsatIon

(world health organIzatIon = who)

…ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (United Nations = UN). 1948

gegründet, hat sie heute 193 Mitgliedsstaaten. Deutschland gehört dazu. Ziel der

WHO ist es, allen Menschen weltweit Gesundheit zu ermöglichen. Zu ihren Aufgaben

gehört es beispielsweise, übertragbare Krankheiten wie HIV / AIDS, Malaria oder

Grippe zu bekämpfen, Impfprogramme aufzulegen und den Zugang zu den wichtigsten

Medikamenten zu eröffnen.

dIe welternährungsorganIsatIon

(Food and agrIculture organIzatIon = Fao)

…ist eine 1945 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN).

Deutschland gehört zu den heute rund 190 Mitgliedsstaaten. Die FAO will die

Produktion und sinnvolle Verteilung von Nahrung weltweit fördern. Ziel ist es, die

Ernährung für alle Menschen zu sichern. In diesem Sinne spielt die FAO eine wichtige

Rolle in der Entwicklungszusammenarbeit, als Berater von Regierungen und als

Informationsstelle für alle Fragen rund um das Thema Welternährung.

zuM leBen zu wenIg, zuM sterBen

noch zu vIel

was hunger und Fehlernährung mit uns machen

AIDS, Malaria und Tuberkulose – jede dieser Krankheiten fordert jährlich Millionen von Menschenleben.

Malaria ist sogar weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Und doch: Hunger ist bis

heute ein größeres Gesundheitsrisiko als alle drei zusammen. Wie aber wirkt sich Hunger konkret

auf den Körper – und den Geist – eines Menschen aus? Welche Symptome sind typisch?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass nicht nur der krank werden kann, der zu wenig isst,

sondern auch der, dessen Nahrung nicht die für einen gesunden Körper wichtigen Bestandteile

enthält, also der „Fehlernährte”.

Die offensichtlichste Form der Mangelernährung ist der Eiweißmangel. Er tritt dort auf, wo ein

Mensch über einen längeren Zeitraum zu wenig Hauptnahrungsbestandteile aufnimmt, nämlich

Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Im Extremfall schwillt der Bauch des Hungernden wegen einer

Verschiebung von Flüssigkeit im Körper ganz massiv an – so absurd das klingt. Der übrige Körper

ist dünn und ausgemergelt. Das Krankheitsbild heißt Kwashiorkor. Derart unterernährte Menschen

prägen die Bilder aus den „klassischen” Hungerregionen der Erde. Viele Länder Afrikas südlich der

Sahara gehören dazu.

21 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.


Weniger sichtbar – und doch oft genauso

tödlich – sind jene Erkrankungen, die aus

dem schleichenden Mangel an bestimmten

Vitaminen oder Mineralien entstehen. An

Platz eins steht hier der Eisenmangel. Eisen

spielt eine zentrale Rolle beim Transport

von Sauerstoff im Blut. Zu wenig Eisen

lässt den Betroffenen chronisch müde, ja

lethargisch werden. Er kann sich schlecht

konzentrieren, seine Leistungsfähigkeit

sinkt. Wenn der Großteil einer Bevölkerung

unter starkem Eisenmangel leidet, kann das

dramatische Folgen für die Leistungskraft

eines ganzen Staates haben. Besonders schlimm wirkt sich Eisenmangel auf schwangere Frauen –

sie können eine Blutung unter der Geburt schlechter ausgleichen – und Kinder aus: Ihre körperliche

und geistige Entwicklung ist gefährdet. Laut UNICEF leiden bis zu 60 Prozent der unter Zweijährigen

in Entwicklungsländern unter Eisenmangel.

Eine weitere Bedrohung für die Gesundheit zahlloser Menschen in den ärmeren Ländern ist der

Vitamin A-Mangel. Während er bei uns kaum eine Rolle spielt, erhöht er dort für Kinder im Alter von

unter fünf Jahren das Risiko um über 20 Prozent, an Durchfall, Masern oder Malaria zu sterben. Der

Grund: Das Immunsystem wird massiv geschwächt. Für ihr Leben gezeichnet sind zudem unzählige

Menschen durch eine andere Auswirkung des Vitamin A-Mangels: Sie werden blind. Was das in

Ländern bedeutet, in denen es keine sozialen Sicherungssysteme gibt, kann man kaum ermessen.

Ein Mangel, den wir auch in unseren Breiten kennen, ist der Jodmangel. Der kann weit mehr

bedeuten als eine verdickte Schilddrüse. Jahr für Jahr kommen über 20 Millionen Kinder mit

Entwicklungsstörungen des Gehirns zu Welt, deren Mütter nicht ausreichend Jod zu sich genommen

haben.

Die Liste der durch den Mangel an Nahrungsbestandteilen entstehenden Krankheiten ist lang. Jede

einzelne kann für den Betroffenen Folgen haben, die sein Leben schwer beeinträchtigen oder sogar

beenden. Wo immer Nahrungshilfe geleistet wird, muss es daher nicht nur darum gehen, Menschen

satt zu machen, sondern auch, die Art der Nahrung sorgsam auszuwählen.

wie viel Jod braucht der Mensch – und woher

bekommt er es?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt:

Die meisten Deutschen konsumieren höchstens

ein Drittel der empfohlenen Tagesdosis von

rund 200 Mikrogramm. Bewusstes Essen

hilft: Milchprodukte, Fleisch und vor allem

Meeresfische sind ergiebige Jodlieferanten. Besonders ergiebig ist etwa der

Seelachs: 100 Gramm Fisch enthalten schon 250 Mikrogramm. Last not least hilft

auch jodhaltiges Speisesalz, das in den meisten Supermärkten zu haben ist.

22 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

was Ist hunger?

Hunger ist definiert als

Zustand, in dem ein

erwachsener Mensch

über einen längeren

Zeitraum weniger als

2.100 Kilokalorien zu

sich nimmt. Der Körper

versucht, den Mangel

an Energiezufuhr zu

kompensieren, indem

er seine physischen und

geistigen Aktivitäten

herunterfährt.


hunger Ist gleIch hunger – oder

nIcht?

Jeden Tag sterben rund 25.000 Menschen an den Folgen von Hunger – über die Hälfte davon sind

Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: Hunger ist weltweit das Gesundheitsrisiko

Nummer ein. An Hunger sterben mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Hinzu kommt: Hunger ist „erblich“: Jedes Jahr kommen 17 Millionen Kinder untergewichtig zur Welt,

weil ihre Mütter unterernährt sind. Ihre Startchancen sind schlecht. Sie bleiben in ihrer Entwicklung

zurück, und ihr Körper ist zu schwach, um sich gegen Infektionen zu wehren.

Das Fernsehen zeigt uns, wie Hunger aussieht: ausgemergelte Menschen, die nach einer Flutkatastrophe

in einer Endlosschlange auf Nahrungshilfepakete warten, fliegenumkreiste Babys mit dicken

Bäuchen und dünnen Armen in Flüchtlingslagern. Aber die akuten Katastrophen sind für höchstens

acht Prozent der Hungeropfer verantwortlich. Längst nicht so sichtbar und doch viel häufiger ist die

alltägliche, chronische Unterernährung – ob in Bolivien, Kambodscha oder Indonesien.

Wer aber sind die, die hungern, ohne Schlagzeilen

zu machen? Laut Welternährungs-

organisation leben drei Viertel von ihnen

auf dem Land, vor allem in den kleinen

Dörfern Asiens und Afrikas. Als Kleinbauern,

Fischer oder besitzlose Landarbeiter kommen

sie schon in „guten“ Zeiten kaum zurecht und

sind Naturkatastrophen wie Überschwemmungen

oder Dürreperioden oft hilflos ausgeliefert.

Die restlichen 25 Prozent der

Hungernden leben in den Slums der

Megastädte, wohin sie sich auf der Suche

nach Arbeit und Nahrung geflüchtet haben.

Eine Zukunft finden sie hier meistens noch

weniger.

23 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

unterernährung

= Zustand, in dem ein Mensch über einen längeren Zeitraum weniger

Kalorien zu sich nimmt, als für einen gesunden Körper und die

Erhaltung der Basisfunktionen nötig sind.

Fehlernährung / Mangelernährung

= Zustand, in dem natürliche Funktionen wie Wachstum,

Schwangerschaft, Stillen, Lernfähigkeit, körperliche Arbeit und die

Widerstandskraft gegen Krankheiten aussetzen. Je nach Art des

Mangels können betroffene Menschen extrem dünn oder zu klein für

ihr Alter sein – oder auch übergewichtig.


KaMBodscha

ein landesprofil in der Übersicht

amtssprache: Khmer

hauptstadt: Phnom Penh

Fläche: 181.035 km²

einwohnerzahl: 14.800.00

deMographIe

Kindersterblichkeit: 70 von 1.000 Geburten

lebenserwartung: 58 Jahre

analphabetInnen: Männer 15,3 %, Frauen 35,9 %

relIgIonen

Buddhisten: 95 %, Muslime: 4 %, sonstige: 1 %

ethnIen

Khmer: 90 %, vietnamesen: 5 %, sonstige: 5 %

aMerIKa

sÜdaMerIKa

24 WE CARE. Schulaktion Ernährung

europa

aFrIKa

Indien

Nepal

asIen

Kambodscha

China

asIen

Myanmar

Laos

Thailand

KambodschaVietnam

Malaysia

MACH MIT!

asIen

Indosien

You CARE.

australIen


dIe geschIchte KaMBodschas

802 König Jayavarman II. vereinigt die Khmer-Reiche zum Einheitsstaat Kambod-

25 WE CARE. Schulaktion Ernährung

scha mit Angkor als Hauptstadt. Angkor wird eine der größten Städte der Welt

14.-15. Jhd. Kambodscha verliert einen Großteil seiner Gebiete an Vietnam und Siam

1452 Angkor wird von den Thai geplündert, niedergebrannt und muss aufgegeben

werden, dies bedeutet den Untergang des Angkor-Reichs

1864 Errichtung des französischen Protektorats

9.11.1953 König Sihanouk erlangt die Unabhängigkeit Kambodschas von Frankreich

Mai 1965 Der Vietnam-Krieg (1946-1975) greift auf Kambodscha über

März 1970 Putsch von Generalstabschef Lon Nol und Absetzung Prinz Sihanouks,

Einmarsch amerikanischer und südvietnamesischer Truppen zur Unterstützung

Lon Nols

1973-1975 Bürgerkrieg

1975-1978 Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot

1979-1989 Besetzung Kambodschas durch Vietnam

Sept. 1989 Abzug der vietnamesischen Truppen, Umbenennung in „Staat Kambodscha“

Juni 1991 Friedensabkommen der Bürgerkriegsparteien

1992-1993 Übergangsverwaltung der UN

Sept. 1993 erste demokratische Wahlen und neue Verfassung: Kambodscha wird eine

konstitutionelle Monarchie mit Norodom Sihanouk als König

1997 Putsch Hun Sens gegen Premierminister Prinz Ranariddh

1998 Hun Sen gewinnt die Wahlen und wird Premierminister

2004 Norodom Sihamoni, der Sohn von Norodom Sihanouk, übernimmt den Thron

und Wiederwahl Hun Sens

Juli 2007 Das Rote-Khmer-Tribunal nimmt seine Arbeit auf, um die Verbrechen der Roten

Khmer zu untersuchen und die Verantwortlichen zu verurteilen

Juli 2008 erneute Wiederwahl Hun Sens

Seit Juli 2008 erneuter Grenzkonflikt mit Thailand

Indien

Nepal

China

Myanmar

MACH MIT!

Laos

Thailand

KambodschaVietnam

Malaysia

You CARE.

Indosien


KaMBodscha: dIe langen schatten

der roten KhMer

chronik eines ausgebluteten landes

Die Geschichte Kambodschas ist eine Geschichte von glanzvollem Aufstieg und tiefem Fall. Wie

aber konnte es dazu kommen, dass ein Reich, das im 12. und 13. Jahrhundert eine fast beispiellose

Hochkultur entwickelte, dessen Hauptstadt Angkor mit einer Million Einwohnern wahrscheinlich

eine der größten Städte der damaligen Welt war, heute ein Land ohne Infrastruktur ist, dessen

Bevölkerung hungert?

Dem Glanz des alten Khmer-Reichs wurde 1430 mit der Eroberung durch die Thai ein Ende gesetzt.

Die Hauptstadt wurde nun an den Mekong verlegt – an die Stelle des heutigen Phnom Penh.

Siebenhundert Jahre blutiger Kriege und wechselnder Fremdherrschaften folgten. Vor allem die

Nachbarländer Thailand und Vietnam setzten immer wieder eigene Machtinteressen durch und

unterwarfen das Land. Im 19. Jahrhundert schließlich wurde Kambodscha französische Kolonie. Als

das Land 1953 nach rund 90-jähriger Kolonialherrschaft seine Unabhängigkeit erklärte, hätte dies,

so der Traum, die Geburt eines neuen, kraftvollen Staates Kambodscha werden sollen.

Doch es kam anders. Kambodscha geriet in die Schusslinie des Kampfes der „freien Welt“ gegen

den Kommunismus. An der Seite Südvietnams führten die USA von 1960 an einen erbitterten Krieg

gegen das kommunistische Nordvietnam. Das aber hatte ebenfalls mächtige Unterstützer: China

und die damalige Sowjetunion. Deren Nachschubweg für Waffen war der durch Laos und Kambodscha

führende Ho-Chi-Minh-Pfad. Die USA begannen, Kambodscha zu bombardieren – der Vietnamkrieg war

nun auch hier angekommen. Als dann auch noch die kambodschanische Regierung die USA offiziell

um Hilfe bat, das Land von den immer stärker werdenden kommunistischen Untergrundkämpfern zu

befreien, gab es kein Zurück mehr: In den folgenden Flächenbombardements starben mindestens

200.000 Menschen, meist unschuldige Zivilisten.

26 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Die Geschichte

Kambodschas ist eine

Geschichte von

glanzvollem Aufstieg

und tiefem Fall.


Der Krieg und seine Folgen bildeten den Nährboden für das vielleicht bitterste, bis heute nicht

verkraftete Kapitel Kambodschas: Am 17. April 1975 nahmen die Roten Khmer unter der Führung des

ehemaligen Untergrundkämpfers Pol Pot die Hauptstadt ein und riefen die demokratische Republik

Kampuchea aus. Die Bevölkerung war erleichtert. Endlich schien es Hoffnung auf Frieden zu geben.

Doch schnell wurde klar: Die Wirklichkeit sollte grausamer werden als alles bis dahin Erlebte.

Innerhalb weniger Tage wurde die Stadtbevölkerung Phnom Penhs fast komplett aufs Land

deportiert. Zurück blieben von den zwei Millionen Menschen nur 20.000 Parteifunktionäre. Pol Pot

wollte Kambodscha in einen kommunistischen Bauernstaat verwandeln. Es gelang ihm in wenigen

Monaten. Erster Schritt war die Ermordung der intellektuellen Elite. Pol Pot hielt sie nicht für

„geeignet“, einen solchen Staat mitzutragen. Ärzte, Lehrer, Krankenschwestern, Händler – alle

wurden umgebracht. Wer eine Brille trug oder im Verdacht stand, lesen und schreiben zu können,

musste um sein Leben fürchten.

Nachdem die Elite getötet war, wurde weiter gemordet. Wer Kontakt mit Ausländern hatte, wer aus

der Stadt kam, wer zu spät bei der Arbeit erschien, ja, am Ende selbst jene Roten Khmer, denen

vorgeworfen wurde, nicht streng genug mit der Bevölkerung zu sein – sie alle standen – samt Familie

- auf der Todesliste. Bis Vietnam am 25.12.1978 in Kambodscha einmarschierte und Pol Pot stürzte,

waren nahezu zwei – nach manchen Quellen drei – Millionen Menschen ums Leben gekommen – ein

Viertel der damaligen Bevölkerung. Wer überlebt hatte, hatte gehungert, denn der größte Teil der

Reisernte war in jenen Jahren exportiert worden, um Waffen zu kaufen.

Pol Pot hinterließ ein Land in Schutt und Asche, ein Land ohne Schulen, ohne Straßen, ohne

Krankenhäuser. Er selbst starb 1998 im Norden Kambodschas unter ungeklärten Umständen.

Die Folgen seiner Schreckensherrschaft zwingen Kambodscha bis heute in die Knie. Der heutige

Staatspräsident Hun Sen, selbst ehemals Roter Khmer-Aktivist, der allerdings schon früh die Seite

gewechselt hatte, hat die schwere Aufgabe, das Land praktisch aus der Steinzeit zu holen und

ganz neu aufzubauen. Die Ingenieure aber, die Ärzte, Architekten und Volkswirte, die er hierfür an

seiner Seite braucht, sie wurden ausgelöscht – und eine neue Generation wächst nur langsam nach.

Kambodscha ist auf die internationale Gemeinschaft angewiesen, um seiner Bevölkerung eines

Tages eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen zu können.

27 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Pol Pot hinterließ ein

Land in Schutt und

Asche, ein Land ohne

Schulen, ohne Straßen,

ohne Krankenhäuser.


dIe landBevölKerung KaMBodschas

wie sie lebt, woran sie leidet

Ein Land, halb so groß wie Deutschland und mit einem riesigen Becken, das drei Viertel der Fläche

ausmacht, im Osten der Ebene der Mekong, einer der zehn größten Flüsse der Erde, der Rest vor

allem Berge. Immergrüne Bergwälder und tropischer Regenwald. Die vielen Felder: Das halbe Jahr

extrem heiße Trockenzeit und Dürren, die andere Hälfte Regenzeit und Überschwemmungen. Über

das Land verteilt: 14,8 Millionen Einwohner, viele ohne festes Dach über dem Kopf. Das ist Kambodscha.

Kambodscha ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Heute leben 34

Prozent der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar am Tag. Und die Situation wird schlimmer:

Durch die internationale Bankenkrise geht die Nachfrage nach kambodschanischen Produkten aus

dem Ausland zurück, weil die Kaufkraft sinkt. Und das bei allen vier Säulen der kambodschanischen

Wirtschaft: in der Textilbranche, im Baugewerbe, im Tourismus und in der ohnehin nicht einfachen

Landwirtschaft. Dabei spielt die Landwirtschaft eine ganz zentrale Rolle: Acht von zehn Kambodschanern

sind hier beschäftigt.

Doch was genau sind die Probleme der Landwirtschaft?

1

2

3

In Kambodscha gibt es kaum eine wirtschaftliche Infrastruktur. Es fehlt vor allem ein funktionierendes

Verkehrsnetz mit Straßen, Häfen und Flughäfen. Das hemmt den internationalen, ja selbst

den regionalen Handel: Die Bauern haben Schwierigkeiten, ihre Ware „an den Mann“ zu bringen.

Die Wasserressourcen können in der Trockenzeit schlecht genutzt werden. Der Grund: Bisher

gibt es wegen fehlender Mittel kaum Möglichkeiten, während der Regenzeit Wasser zu speichern;

stattdessen überschwemmt es das Land.

Die unkontrollierte Abrodung großer Waldflächen führt zur Ausschwemmung der Böden und

schränkt die Nutzbarkeit sehr ein.

28 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Kambodscha ist eines

der ärmsten und am

wenigsten entwickelten

Länder der Welt.


4

5

Die Landwirte sind schlecht organisiert. Ihr Zugang zu den Märkten ist gering, die Preispolitik

gestaltet sich zu ihrem Nachteil.

Schließlich ist der Erfolg der Ernte stark vom sehr wechselhaften Wetter abhängig.

DIE FoLGE: Armut. Die Erträge aus Ackerbau und Tierhaltung bilden auf dem Land in der Regel die

einzige Existenzgrundlage. Es entsteht ein Teufelskreis: Eltern nehmen ihre Kinder aus der Schule,

damit sie Geld für die Familie verdienen können. Sie arbeiten auf den Feldern, hüten die Tiere,

helfen bei der Ernte. 300.000 Kinder in Kambodscha verbringen ihre Kindheit arbeitend – 77 Prozent

von ihnen in der Landwirtschaft. Die fehlende Schulbildung hat fatale Folgen für ihre Zukunft: Auf

eine gut bezahlte Arbeit werden sie auch als Erwachsene so gut wie keine Chance haben.

Zu all dem kommt eine schlechte Gesundheitsversorgung. Durchfallerkrankungen, Malaria,

Mangelernährung und HIV gefährden das Leben der Menschen. Wegen ihrer Armut prostituieren sich

viele Frauen und stecken sich oft mit HIV / AIDS an. Im ganzen Land starben im Jahr 2007 6.900

Kambodschaner an den Folgen von AIDS. 75.000 Menschen waren mit HIV infiziert, fast 5.000 davon

Kinder.

Wo es an Geld fehlt, können selbst schwere Krankheiten oft nicht behandelt werden. Auch

Fachkräfte sind rar: Auf einen Arzt etwa kommen fast 7.000 Bewohner (vgl. Deutschland: 3,73 Ärzte

pro 1.000 Einwohner). Schwierige hygienische Verhältnisse tragen gerade auf dem Land ihren Teil

zur Verbreitung von Krankheiten bei: Die Menschen wohnen hier auf engem Raum zusammen mit

Hühnern, Schweinen und anderen Tieren. Insgesamt liegt die Lebenserwartung der Kambodschaner

bei durchschnittlich 58 Jahren – rund 20 Jahre niedriger als die der Deutschen. Am härtesten

trifft es die Kinder: Jedes Jahr sterben in Kambodscha 40.000 noch vor dem fünften Lebensjahr.

Kambodscha hat die höchste Säuglings- und Kindersterberate in ganz Südostasien.

29 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Insgesamt liegt die

Lebenserwartung der

Kambodschaner bei

durchschnittlich

58 Jahren – rund 20

Jahre niedriger als die

der Deutschen. Am

härtesten trifft es die

Kinder: Jedes Jahr

sterben in Kambodscha

40.000 noch vor dem

fünften Lebensjahr.


landwIrtschaFt In KaMBodscha

warum sie die Menschen nicht ernähren kann

Auch dreißig Jahre nach dem Ende des Pol Pot-Regimes trägt Kambodscha schwer an der Last

dieses Erbes. Rund drei Millionen Landminen und Bomben machen die Ackerböden bis heute zu

Minenfeldern. Allein 2007 wurden 352 Erwachsene und Kinder durch explodierende Minen getötet

oder verletzt. Der stellvertretende Premierminister Sok An sieht die Bedeutung der Verminung für

Kambodscha sehr klar: „Minenräumung hat nicht nur etwas mit Sicherheit zu tun, sondern ist auch

eng mit der sozioökonomischen Entwicklung unseres Landes verbunden.“ Schließlich könne nur auf

minenfreien Ackerflächen Landwirtschaft betrieben werden.

Die Landwirtschaft aber steht ohnehin schon auf unsicheren Beinen. Überschwemmungen und Dürren

machen immer wieder Ernten zunichte und zwingen Kleinbauern, ihr Heimatdorf zu verlassen und

anderswo freies Ackerland zu suchen. Das wiederum wird schnell übernutzt, und die ausgelaugten

Böden geben oft nicht genug her, um alle satt zu machen. Viele Familien sind hochverschuldet: Sie

verkaufen ihr Land, um kurzfristig an Geld für Nahrungsmittel zu kommen – und verlieren damit ihre

Existenzgrundlage. So entsteht ein Teufelskreis, der für viele Kambodschaner im Hunger endet.

Mekong: gefahr für die Mutter des wassers

Geschäftiges Treiben auf kleinen Motorbooten, Händler bieten Reis und Gemüse zum

Verkauf – die schwimmenden Märkte im Mekong-Delta, der Reiskammer Vietnams,

sind Ausdruck der Lebensader, die die „Mutter des Wassers“, wie die Chinesen den

drittlängsten Fluss Asiens nennen, für 90 Millionen Menschen bedeutet. Neben

Gemüse, Früchten, Zuckerrohr und Fisch werden hier 16 Millionen Tonnen Reis im

Jahr geerntet.

Aber die „Mutter des Wassers“ droht, Opfer des Klimawandels zu werden. Die

Extreme nehmen zu: Während der Regenzeit kommt es zu immer ausgedehnteren

Überflutungen, in der Trockenzeit zu immer längeren Dürreperioden. Klimaforscher

haben außergewöhnliche Veränderungen im Wettergeschehen des Mekong-Deltas

ausgemacht, und sie sagen voraus: Der Anstieg des Meeresspiegels mit Versalzung

des Grundwassers, Stürme und Überflutungen, nicht zuletzt durch das Schmelzen

der Gletscher, werden den Wasserstand im Mekong immer weiter erhöhen und die

fruchtbaren Böden bedrohen. Eine der Reaktionen: Riesige Staudämme werden

gebaut. Sie sollen als Energiequelle für die gesamte Region dienen und gleichzeitig

als Wasserreservoir für die Trockenzeit. Was sinnvoll klingt, lässt jedoch teilweise

verheerende Auswirkungen befürchten. Zum Beispiel für die Menschen nördlich von

Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh, die rund um den Tonle Sap See leben, dem

größten Süßwassersee Südostasiens. Weltweit einzigartig ist hier ein geografisches

Phänomen: In der Trockenzeit fließt das Wasser des Sees flussabwärts in den Mekong,

in der Regenzeit dreht sich dank der gewaltigen Wassermassen die Strömung um: Der

See tritt über die Ufer und macht so das Land zu einem der fruchtbarsten Ackerböden

der Region. In den überfluteten Gebieten laichen zudem die Fische. Ein Staudamm

nun würde einen Stopp der Wassermassen bedeuten und mit der Austrocknung der

Böden das Ende der Fischproduktion.

30 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Rund drei Millionen

Landminen und Bomben

machen die Ackerböden

bis heute zu Minenfeldern.

Allein 2007

wurden 352 Erwachsene

und Kinder durch explodierende

Minen getötet

oder verletzt.


care In KaMBodscha

Überwindung von armut

Langfristige Ernährungssicherung in Ratanakiri ist nicht das erste CARE-Projekt in Kambodscha,

und erst recht kein „Zufallsprodukt“. 1956 kam CARE ins Land und ist seitdem geblieben. Auch am

Anfang ging es um Ernährungssicherung. Dann aber folgten Gesundheits-, Ausbildungs- und viele

andere Projekte. In Ratanakiri zum Beispiel engagiert sich das CARE-Team seit acht Jahren auch für

die Schulbildung der ethnischen Minderheiten: Zweisprachige Lehrbücher und ein zuerst in ihrer,

später immer mehr in Khmer-Sprache gehaltener Unterricht sollen den Kindern helfen, sich in der

Schule zurechtzufinden und die Landessprache zu lernen. Erst wenn sie die nämlich können, haben

sie eine echte Chance auf Bildung.

Keins der Projekte stand nur für sich - sie alle haben ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Überwindung

von Armut. Die aber, das ist die feste Überzeugung von CARE, ist erst dann geschafft,

wenn Ernährung und Gesundheitsversorgung gesichert sind und jedes Kind Zugang zu (Aus-)Bildung

hat. Mit seiner über 50-jährigen Erfahrung in Kambodscha will CARE helfen, dieses Ziel zu verwirklichen.

31 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

1956 kam CARE ins

Land und ist seitdem

geblieben. Am Anfang

stand Ernährungssicherung,

dann aber

folgten Gesundheits-,

Ausbildungs- und viele

andere Projekte.


atanaKIrI – arMut aM „Berg der

edelsteIne“

In Khmer trägt sie einen poetischen Namen, die Provinz im äußersten Nordosten Kambodschas:

„Ratana“, der Edelstein, und „Kiri“, der Berg. Der Name verweist auf den geografischen Charakter:

eine Hochlandregion, und auf den Reichtum an Bodenschätzen. Und doch trügt er: Ratanakiri ist

eine der ärmsten Provinzen des Landes. Der offensichtlichste Grund ist genau seine Lage: Im Norden

an Laos, im Osten an Vietnam grenzend, ist die stark bewaldete Region nur schwer zugänglich. Ein

ausgebautes Straßennetz, Schulen oder Krankenhäuser – davon ist, wer hier lebt, weit entfernt.

Und so ist Ratanakiri nur dünn besiedelt: Die knapp 150.000 Einwohner – etwa die Größenordnung

einer Stadt wie Potsdam, Heidelberg oder Neuss – machen eine Bevölkerungsdichte von vierzehn

Menschen pro Quadratkilometer (vgl. Deutschland: 232!) aus. Die Bevölkerung verteilt sich auf

zahlreiche ethnische Minderheiten. Jede von ihnen spricht eine eigene Sprache, Khmer dagegen

beherrschen die Wenigsten. Die Folgen sind schwerwiegend: Da die offizielle Schulsprache Khmer

ist, sind die meisten Menschen Analphabeten.

Armut gab es schon immer in Ratanakiri. Heute ist die Region noch einer zusätzlichen Belastung

ausgesetzt: Nachdem in den 1950er und -60er Jahren zahllose Bewohner der Hochlandregionen ins

Flachland umgesiedelt worden waren, hat sich die Situation inzwischen umgekehrt: In mehreren

Einwanderungswellen kamen viele der damals vertriebenen Familien zurück. Für Spannungen sorgt

zudem die steigende Zuwanderung von Khmern: Die Erinnerung der Menschen hier an die Schrecken

des Pol Pot-Regimes sitzt tief. Die Zuwanderung hatte Folgen: Zwischen 1998 und 2008 stieg die

Bevölkerungszahl in Ratanakiri um fast 60 Prozent. Die ohnehin ausgelaugten Böden konnten diesen

Andrang nicht mehr bewältigen. Die Nahrung wurde knapp. Auf der Suche nach landwirtschaftlicher

Nutzfläche holzte man immer größere Waldgebiete ab, um Felder zu gewinnen. Der Preis ist hoch:

Erosion schwemmt den fruchtbaren Boden weg – Nahrung anzubauen wird immer schwieriger.

Die dramatischen Auswirkungen spiegeln sich in der Statistik: 187 von 1.000 Kindern in Ratanakiri

sterben vor Abschluss ihres fünften Lebensjahres – doppelt so viele wie im übrigen Kambodscha

(vgl. Deutschland: 4 je 1.000). Jedes zweite Kind dieser Altersgruppe ist unterernährt, mehr als

zwei Drittel sind aufgrund chronischer Mangelernährung unterentwickelt. Reis nämlich ist allzu oft

nicht nur Grund-, sondern fast alleiniges Nahrungsmittel.

32 WE CARE. Schulaktion Ernährung

CARE startet nachhaltige Ernährungssicherung

Im Jahre 2007 entschied sich CARE zu einem Projekt,

das besonders armen Familien helfen soll, ihre Ernährung

und ihre Einkommen nachhaltig zu sichern.

Die Entscheidung kam nicht von ungefähr: Schon

sieben Jahre zuvor hatte CARE seine Arbeit in Ratanakiri

mit einem Ausbildungsprojekt begonnen; man

kannte die Region gut und hatte das Vertrauen der

Einwohner. Auch mit Blick auf die Behörden standen

die Zeichen günstig: Die kambodschanische Regierung

hatte ein Strategiepapier zur Ernährungssicherung

herausgegeben und stand einem Engagement in

diesem Bereich positiv gegenüber.

MACH MIT!

You CARE.

Im Norden an Laos,

im Osten an Vietnam

grenzend ist die stark

bewaldete Region nur

schwer zugänglich.

Ein ausgebautes

Straßennetz, Schulen

oder Krankenhäuser –

davon ist, wer hier lebt,

weit entfernt.


Das CARE-Assessment-Team besuchte die Region sehr intensiv, und am Ende fiel die Entscheidung

auf 25 Dörfer, die unmittelbar in das Ernährungssicherungsprojekt einbezogen werden sollten:

2.733 Familien, insgesamt 12.324 Frauen, Männer und Kinder. Sie gehören drei ethnischen Gruppen

an, den Khmern sowie den Minderheiten Kreung und Tampuen. In der Regel leben sie strikt nach

Dörfern getrennt.

1.900 der Familien wurden als besonders bedürftig eingestuft: Kleinstbauern, Besitzlose,

alleinerziehende Mütter, Körperbehinderte und Familien mit Kleinkindern, schwangeren oder stillenden

Frauen. Ihnen sollte die Förderung in erster Linie gelten – allerdings im Sinne eines Schneeballsystems:

Die anderen Dorfbewohner und Interessierte aus Nachbardörfern werden, so der Plan, über die

Aktivitäten informiert und motiviert, sich die neuen Kenntnisse und Techniken ebenfalls anzueignen.

Am Ende sollen alle Bewohner die Chance haben, ihre Zukunft nachhaltig selbst zu gestalten.

Wie aber sieht die konkrete Unterstützung aus? Im Grunde ist es ein „Vier-

Punkte-Plan“:

1

2

Verbesserung der Anbaumethoden und Erweiterung der „Produktpalette“: Reis ist – und

bleibt – das Grundnahrungsmittel der Menschen, die hier leben. Aber die Art des Anbaus

ist oft gar nicht geeignet für die Region: Vor allem Bauern, die aus dem Flachland hierher

umgesiedelt sind, kennen sich mit Hochlandackerbau nicht aus. In Schulungen und praktischer

Begleitung lernen sie, durch den Anbau von Hecken aus Bäumen, Büschen und Gräsern ihre

Felder vor Erosion und Überschwemmungen zu schützen. Neues Saatgut und verbesserte

Anbaumethoden helfen, den Ertrag nachhaltig zu steigern. Zwischen den Reisfeldern wird

jetzt Gemüse wie Mungo- oder Sojabohnen angebaut. Das ist gleich mehrfach nützlich: Es

gleicht den Nährstoffgehalt des Bodens aus, bereichert den Essensplan der Familie und lässt

sich zudem gut verkaufen. Besondere Bedeutung haben auch Cashew-Nüsse: Angebaut werden

sie schon lange, aber Baumpflege, die richtige Düngung und verbesserte Erntetechniken haben

sie jetzt zu einem „Verkaufsschlager“ werden lassen.

Anlage von Hausgärten: Die Familien lernen, Hausgärten anzulegen, in denen sie Gemüse für

den eigenen Bedarf und zum Verkauf anbauen. Auch Geflügel wird hier gehalten – ein idealer

Proteinlieferant gerade für Kinder und Schwangere. Belastende Wege zu entfernten Feldern

fallen weg, da die Hausgärten direkt vor der Tür liegen. In beispielhaft angelegten Modellgärten

können sich die Einwohner in ihren Dörfern ein Bild von den neuen Anbautechniken und ihren

Ergebnissen machen.

33 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

1.900 der Familien

wurden als besonders

bedürftig eingestuft:

Kleinstbauern, Besitzlose,

alleinerziehende

Mütter, Körperbehinderte

und Familien mit

Kleinkindern, schwangeren

oder stillenden

Frauen.

die Menschen brauchen

dringend hilfe:

2,50 euro kostet ein

Huhn.

Mit 3,00 euro

kann CARE Saatgut

zur Bepflanzung

eines Hausgartens

bereitstellen (z.B.

Bohnen, Tomaten,

Spinat, Gurke, Erdnüsse,

grüner Pfeffer)

25,00 euro kostet

die Durchführung einer

Schulung in einem

Projektdorf.

Mit 100,00 euro

kann CARE ein Demonstrationsfeld

anlegen

und mit Reis bepflanzen.


3

4

Vermarktung der Ernte: Schlechte Straßen, weite Entfernungen, mangelnde Transportmittel

und fehlende Lagermöglichkeiten – all das erschwert den Verkauf von Getreide, Obst und

Gemüse schon deutlich. Unkenntnis von Vermarktungsstrategien und Preisgestaltung bringen

die Kleinbauern endgültig ins Abseits. CARE hilft den Dorfbewohnern bei der Einführung

verbesserter Lagerhaltung, schult sie in der Vermarktung ihrer Produkte und ermutigt sie,

sich gemeinsam in Spargruppen und Genossenschaften zu organisieren. Der Vorteil: günstigere

Kredite und wegen der größeren Abnahmemengen bessere Preise. Um möglichst viele Menschen

zu erreichen, werden wichtige Informationen auch über das Radio verbreitet – da viele nicht

lesen oder schreiben können, ist das oft der beste Weg.

Schulungen zu Gesundheit und Ernährung: In speziellen Schulungen lernen Mütter die

Grundlagen einer gesunden Ernährung für ihre Familien kennen sowie ihre Umsetzung mit

den gegebenen Möglichkeiten.

Das Ernährungssicherungsprojekt in Ratanakiri trägt schon jetzt viele sichtbare Früchte. Wenn es

nach 30 Monaten Laufzeit zu Ende geht, wird es – in der Hoffnung, die EU ein weiteres Mal als

finanziellen Unterstützer gewinnen zu können – voraussichtlich noch einmal um denselben Zeitraum

verlängert. Eines Tages aber wird CARE nicht mehr vor Ort sein können. Um sicherzustellen, dass

die Menschen die bis dahin errungenen Erfolge aus eigener Kraft weiter in die Zukunft tragen und

ausbauen können, werden schon heute Dorfkomitees gegründet. Zu ihnen zählen die Dorfältesten

und andere Respektspersonen. Sie schult CARE darin, Bedarf zu erkennen, Projektpläne zu entwickeln

und Aktivitäten strukturiert zu planen. Die Dorfkomitees sollen einmal der Motor und das Herz zur

nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände für die Menschen in Ratanakiri sein.

34 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Die Familien lernen,

Hausgärten anzulegen,

in denen sie Gemüse für

den eigenen Bedarf und

zum Verkauf anbauen.

Auch Geflügel wird hier

gehalten – ein idealer

Proteinlieferant gerade

für Kinder und

Schwangere.


dIe zuKunFt hat Begonnen –

Menschen In KaMBodscha

Die Menschen in den CARE-Projektgebieten sind arm und dennoch voller Energie, ihre Zukunft

selbst anzupacken. Ihr Wissensdurst, ihr Drang, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern,

ist enorm. Alles, was sie brauchen, ist eine „Starthilfe“.

„Ich war so glücklich, als ich sah, dass die Männer aus unserem Dorf

wieder einen neuen Klassenraum für unsere Schule bauen. Endlich

werden auch meine Geschwister die Chance haben, in die Schule

zu gehen!“ sagt Teng in fließendem Khmer. Teng ist dreizehn, ein

Lao-Junge aus einem kleinen Dorf in Ratanakiri. Vor vier Jahren

konnte er weder schreiben noch lesen und erst recht kein Khmer.

Heute steht er kurz vor Abschluss seines vierten Schuljahres und

hat große Pläne: „Ich werde Lehrer. Dann kann ich den Menschen in

meinem Dorf helfen, sich zu bilden und eine Zukunft aufzubauen.“

Tengs Dorf gehört zu einer der sechs Gemeinden Ratanakiris, die gemeinsam mit CARE zweisprachige

Schulen eingerichtet und spezielle Unterrichtsmaterialien entwickelt haben. Kinder der ethnischen

Minderheiten werden hier zunächst in ihrer Muttersprache, dann immer stärker in Khmer unterrichtet

und bekommen so die Chance auf eine Schulausbildung. Wann immer die Schule neuen Platzbedarf

hat, packen alle Dorfbewohner mit an. Teng ist auch schon dabei – es sei denn, er hat gerade Mathe.

„Wir sind Bauern. Aber unsere Nahrung reicht nicht fürs ganze Jahr. Die Leute müssen andere

Wege finden, Geld zu verdienen, zum Beispiel, indem sie Cashew-Nüsse anbauen und auf dem Markt

verkaufen. Kinder mit Schulbildung haben es eines Tages leichter, Geld zu verdienen.“ Chhorvy, eine

18-jährige Krueng aus Ratanakiri, weiß, wovon sie spricht. Das ganze Dorf hatte sich mitgefreut,

als sie ausgewählt wurde, um sich mit Unterstützung durch CARE zur Lehrerin ausbilden zu lassen.

Fünf kleinere Geschwister waren ein gutes Training für die bildungshungrige junge Frau. Zwar steht

Chhorvy noch am Anfang ihrer Ausbildung, aber eines sieht sie schon heute sehr genau: „Ein guter

Lehrer muss viel wissen. Und er muss ein Vorbild sein für seine Schüler. Und er muss auch denen

eine Chance geben, die langsam lernen.“

„Unser Dorf ist arm. Niedrige Cashew-Preise, kaum Wasserreserven in der Trockenzeit, Streitereien

ums Land und unser fehlendes Wissen zu neuen Anbaumethoden machen unser Leben hart. Als ich

von dem Projekt hörte, das uns helfen soll, mehr aus unseren Möglichkeiten hier zu machen und so

unser Einkommen zu verbessern, bin ich sofort Mitglied des Dorfkommittees geworden.“ Boun Sei

lebt in Takap, einem Dorf mit 126 Familien. Als

Lao in einer Kreung-Gemeinde spricht er neben

seiner Muttersprache auch Kreung und Khmer.

Seine Frau und er sind mit ihren fünf Kindern

gut in das Gemeinschaftsleben integriert. Seine

Teilnahme am Ernährungssicherungsprojekt

nimmt Boun Sei sehr ernst: Seit Anfang 2008

hat er mehrere Trainings zum Anbau von Reis,

Cashew und Sojabohnen durchlaufen und

gelernt, einen Hausgarten anzulegen. „Auf

unserem Speiseplan steht jetzt viel mehr Obst

und Gemüse. Und meine Cashew-Ernte hat

sich mit Hilfe der neuen Techniken auch schon

verbessert!“

35 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

„Wir sind Bauern. Aber

unsere Nahrung reicht

nicht fürs ganze Jahr.

Die Leute müssen andere

Wege finden, Geld zu

verdienen, zum Beispiel,

indem sie Cashew-Nüsse

anbauen und auf dem

Markt verkaufen. Kinder

mit Schulbildung haben

es eines Tages leichter,

Geld zu verdienen.“


ernährungssIcherung

der weg vom Bedarf zum projekt

Die Bereitschaft zu helfen ist groß. Doch nicht immer ist, was gut gemeint ist, auch gut gemacht.

Sabine Dier, CARE-Programmreferentin für Asien und immer wieder selbst vor Ort, erklärt, was

nachhaltige Ernährungssicherung ausmacht.

Frau Dier, wie fällt die Entscheidung

für ein Ernährungssicherungsprojekt?

Am Anfang steht eine genaue

Bedarfsanalyse. Hierzu brauchen wir

Mitarbeiter, die zum einen fachliche

Erfahrung mitbringen, zum anderen

die Mentalität der Menschen vor

Ort gut kennen, idealerweise auch

deren Sprache sprechen. Das ist

gar nicht selbstverständlich, denn

die Bedürftigen gehören oft zu

ethnischen Minderheiten, die die

Landessprache nicht sprechen. Die

Teams gehen in die Dörfer, sprechen

mit Dorfvorstehern und Bewohnern

und stellen viele Fragen, etwa:

• Wie viele Monate im Jahr habt ihr genügend Nahrung? Die Antwort lautet beispielsweise:

„Acht Monate haben wir Reis, vier Monate müssen wir Geld leihen, um Nahrung zu kaufen.“

• Woraus besteht eure Nahrung? Wie oft esst ihr Gemüse oder Obst – und welches?

• Wie viel Land habt ihr zur Verfügung, um es zu bebauen? Praktiziert ihr Brandrodung oder

festen Ackerbau?

• Könnt ihr eure Waren auf den Markt bringen und dort verkaufen? Wo ist der nächste Markt?

• Welche Krankheitsfälle gab es in den letzten zwei Wochen in eurer Familie? (besonders häufig:

Durchfall, Malaria)

Die Analyse vor Ort und die Erfahrungen aus anderen Projekten sind die Grundlage für die

Entscheidung, ob und in welcher Form CARE aktiv wird.

Was beinhaltet nachhaltige Ernährungssicherung konkret?

Ernährungssicherung, wie wir sie verstehen, ruht auf drei Säulen:

1. Landwirtschaftliche Produktion: CARE unterstützt die Kleinbauern darin, durch verbesserte

Anbaumethoden, ihre Ernteerträge zu steigern. Ackerbau statt Brandrodung oder die Austestung

der für die Gegend am besten geeigneten Reissorten gehören dazu. Das Vieh wird geimpft, und wir

bilden Dorf-Veterinäre aus, die die wichtigsten Krankheiten und deren Behandlung erlernen.

2. Zugang zu Nahrungsmitteln: Es reicht nicht, Waren zu produzieren. Man muss sie auch verkaufen.

CARE hilft den Bauern, Strategien zur Vermarktung ihrer Produkte zu entwickeln.

3. Verwertung der Nahrung: Bei Durchfall und vielen anderen Erkrankungen kann der Körper die

aufgenommenen Nährstoffe oft nicht nutzen. Sich gegen Krankheiten schützen zu können, ist

auch deshalb besonders wichtig. Wir bilden Gesundheitshelfer aus, die ihr Wissen zu Hygiene,

ausgewogener Ernährung und den wichtigsten Krankheiten anschließend in ihre Dörfer

weitertragen. Viel Zulauf haben auch Kochkurse für alle Dorfbewohner. in denen sie das in

Ernährungsfortbildungen Gelernte ausprobieren können.

36 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

CARE unterstützt die

Kleinbauern darin,

durch verbesserte

Anbaumethoden, ihre

Ernteerträge zu steigern.

Ackerbau statt

Brandrodung oder die

Austestung der für die

Gegend am besten

geeigneten Reissorten

gehören dazu.


Was sind typische Probleme bei der Umsetzung solcher Projekte?

Manchmal hakt es irgendwo, und man kommt einfach nicht darauf, woran es liegt, bis klar wird: Es

gibt kulturelle Eigenarten, die der Umsetzung im Weg stehen. So stoßen wir in Kambodscha immer

wieder auf untergewichtige schwangere Frauen – auch da, wo es genug Nahrung gibt. Der Grund:

Viele Frauen essen während der Schwangerschaft absichtlich wenig, damit das Baby nicht zu groß

wird und somit die Geburt zu gefährlich.

Auch Spiritualität spielt in Kambodscha eine große Rolle. Viele Menschen glauben beispielsweise an

Naturgeister. Da ist viel Sensibilität gefragt. Deshalb ist es extrem wichtig, dass unsere Mitarbeiter

mit der Kultur der Menschen vertraut sind.

Ein weiterer Knackpunkt sind oft die lokalen Behörden. Einerseits sind wir auf gute Zusammenarbeit

angewiesen, um überhaupt in der Region aktiv werden zu können. Andererseits muss man als

Hilfsorganisation sehr aufpassen, nicht für deren Interessen missbraucht zu werden.

Wie findet CARE die geeigneten Mitarbeiter für ein Projekt?

Die Teams sind international besetzt. In Ratanakiri etwa kommt der Projektleiter aus den Niederlanden,

spricht allerdings fließend Khmer. Neben ihm gibt es noch eine australische Mitarbeiterin, die

restlichen vierzig sind Einheimische, einige direkt aus der Projektregion. Die Bewerbungsgespräche

wurden in Khmer-Sprache geführt, gesucht wurden vor allem Leute mit Erfahrung in Sozialarbeit

oder Landwirtschaft. Entscheidend ist später nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch die

„Chemie“ im Team. Sie muss stimmen, denn man ist bei solchen Projekten in der Regel über mehrere

Jahre zusammen und durchlebt so manche Extremsituation.

Brandrodung

Brandrodung zerstört den Boden über einen langen Zeitraum: Das abgebrannte

Holz wird als Asche zum Düngen der Felder verwendet. Diese werden höchstens

zwei Jahre bestellt, danach liegen sie zehn bis zwölf Jahre brach. Wegen der

zunehmenden Bodenknappheit werden die Zyklen inzwischen immer kürzer, der

Boden hat kaum noch Zeit, sich zu erholen. Die Folge: Die Fruchtbarkeit des Bodens

sinkt, der Ernteertrag entsprechend auch.

37 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.


aKute nahrungshIlFe

wie funktioniert sie – und was kann sie leisten?

Wolfgang Tyderle ist Nothilfekoordinator bei CARE Deutschland-Luxemburg. Erdbeben, Überschwemmungen,

Dürren und andere Katastrophen sind sein Job. Bei ihm laufen die Fäden zusammen, wenn

CARE Menschen nach Naturkatastrophen oder Kriegsflüchtlingen schnelle Unterstützung bringt.

Herr Tyderle, wie finden Sie heraus, ob und wie viele Menschen nach einem Erdbeben oder

einer überschwemmung Hilfe brauchen – und welche?

Wir schicken sofort Assessment-Teams ins Katastrophengebiet, die mit den Menschen dort

sprechen und die Lage einschätzen. Zum Team gehören je nach Bedarf Wasseringenieure, Ärzte,

Krankenschwestern und Ernährungsfachleute. Wichtig sind auch Logistiker, die abschätzen, wie viel

Nahrung und Material sich überhaupt beschaffen lassen würden. Der Druck auch durch die Medien

ist groß: Die Nothilfe soll schnellstmöglich beginnen, gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass

die Betroffenen wirklich das bekommen, was sie brauchen. In der Regel wissen wir ungefähr 24 bis

48 Stunden nach der Katastrophe, was das ist.

Welche Art von Nahrung bekommen die Menschen, woher kommt sie und wie transportieren

Sie sie zu den Bedürftigen?

In der akuten Notsituation geht es zuerst darum, das Überleben zu sichern. Ziel ist es jetzt nicht, drei

ausgewogene Mahlzeiten am Tag zu beschaffen, sondern genug Nahrung, dass niemand verhungert.

Meistens richten wir uns dabei nach den lokalen Essgewohnheiten. Die Bedürftigen werden

registriert und bekommen festgelegte Rationen an Grundnahrungsmitteln. Hat die Katastrophe sie

obdachlos gemacht, werden auch Brennmaterial, Decken und andere Utensilien verteilt. Ist die Lage

besonders dramatisch, verteilen wir vor allem an Kinder Proteinkekse. Das sind hochkonzentrierte

„Nährstoffbomben“ mit den wichtigsten Nahrungsbestandteilen.

Die Nahrung selbst besorgen wir auf den regionalen Märkten. In Ausnahmefällen muss sie

jedoch eingeflogen oder gar aus der Luft abgeworfen werden („air drops“). Dann chartert das

Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) Frachtraum in Flugzeugen. Hilfsorganisationen

wie CARE können ihre Nahrungshilfe beiladen. Das ist der schnellste, aber auch teuerste Weg. Später

steigt man oft auf LKW-Kolonnen um, wenn das betroffene Gebiet über Straßen erreichbar ist.

38 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Die Nothilfe soll

schnellstmöglich beginnen,

gleichzeitig müssen

wir sicherstellen, dass

die Betroffenen wirklich

das bekommen, was sie

brauchen. In der Regel

wissen wir ungefähr 24

bis 48 Stunden nach der

Katastrophe, was das ist.


Wie ist die Ernährungssicherung in Flüchtlingslagern organisiert?

Flüchtlingslager wie das im sudanesischen Darfur haben zwei besondere Merkmale: Sie existieren

länger, oft über Jahre, und sie beherbergen oft mehrere hunderttausend Menschen. Deren Versorgung

kann nur funktionieren, wenn sie extrem gut strukturiert ist. In der Regel wird das Lager in

verschiedene Sektoren unterteilt. Für jeden Sektor ist eine andere Hilfsorganisation zuständig, und

zwar jeweils für bestimmte Bereiche – zum Beispiel für die Wasserversorgung, die Ernährung oder

die Gesundheitsversorgung.

So wird etwa jeden Tag ein Abschnitt eines Sektors mit Monatsrationen an Nahrung versorgt.

Wer an der Reihe ist, lässt sich per Daumenabdruck registrieren und bekommt zum Beispiel 50

Kilogramm Mais, fünf Liter Öl, einen Sack Bohnen

sowie Zucker und andere Grundnahrungsmittel.

Nach und nach entstehen im Lager Märkte, auf

denen zusätzliche Waren gehandelt werden.

Wie hilft man den Menschen nach einer Katastrophe,

wieder für sich selbst sorgen zu können?

Ein wichtiger Ansatz in länger dauernden

Notsituationen – auch in Flüchtlingslagern –

sind „Cash für Work“-Programme. Hier haben die

Betroffenen die Chance, eigenes Geld zu verdienen,

etwa durch Arbeit in einer Ziegelbrennerei. Mit

diesem Geld können sie Waren kaufen und sich

nach und nach eine Zukunft aufbauen.

Ein Meilenstein nach Überschwemmungen oder anderen Naturkatastrophen ist die erste neue Aussaat

auf den Feldern. Zu den ersten Maß-nahmen in der Wiederaufbauphase gehört daher die Verteilung

von Saatgut und Pflanzensetzlingen. Denn das oberste Ziel jeder Hilfsaktion muss es sein, Menschen

schnellstmöglich in die Lage zu versetzen, ihr (Über-)Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

39 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

Das oberste Ziel jeder

Hilfsaktion muss es sein,

Menschen schnellstmöglich

in die Lage zu

versetzen, ihr (Über-)

Leben wieder selbst in

die Hand zu nehmen.


B WE CARE – Ideenpaket

das care-ernährungs-QuIz

Wenn du dir den Leitartikel „Hunger mit chronischer Unterernährung“ im CARE affair #4 „Hunger“ aufmerksam

durchgelesen hast, kannst du sicherlich alle Fragen des CARE-Ernährungs-Quiz beantworten.

Es ist immer nur eine Antwort richtig!

1. Wie viele der 6,7 Milliarden

Menschen, die auf unserer Erde leben,

sind chronisch unterernährt?

l 10,2 Millionen Menschen (L)

l 102 Millionen Menschen (E)

l 1,02 Milliarden Menschen (K)

2. Welcher Teil der Bevölkerung

leidet am stärksten unter Hunger?

l Die Stadtbevölkerung (U)

l Die Landbevölkerung (A)

l Stadt- und Landbevölkerung

sind gleichermaßen betroffen (R)

3. Was versteht man unter

„Agrardumping“?

l Produkte aus den Industrieländern

kommen zu Niedrigstpreisen

auf den Weltmarkt, unterbieten

lokale Marktpreise in den Entwicklungsländern

und zerstören so die

Lebensgrundlage der Bauern (M)

l „Dumping“ bedeutet Abladen,

unter „Agrardumping“ versteht man

verbesserte Lagerungsmethoden für

landwirtschaftliche Produkte (N)

l Die Zölle für Agrarprodukte aus

den Entwicklungsländern werden

gesenkt, damit die einheimischen

Bauern ihr Obst und Gemüse auf

dem Weltmarkt verkaufen können

(P)

4. Den Entwicklungsländern muss es

gelingen, den Teufelskreis der Armut

zu durchbrechen. Aber wofür werden

die Länder in den kommenden Jahren

ihr Einkommen ausgeben müssen?

l Für den Bau großer Hotelanlagen

und Freizeitparks, um

Touristen anzulocken (I)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

l Für die Tilgung ihrer Schulden

bei regionalen Entwicklungsbanken,

Industriestaaten, Investmentfonds

und Banken (B)

l Keines von beiden, denn sie

erwirtschaften überhaupt kein

Einkommen (S)

5. Warum spricht man von einem

„neuen Kolonialismus“?

l Weil viele Firmen aus den Industrieländern

ihre neuen technischen

Geräte an die Entwicklungsländer

verschenken, um die Landwirtschaft

dort zu fördern (G)

l Weil viele Bauern in ihren

Heimatländern keine Zukunft mehr

ehen und in andere Länder auswandern

(U)

l Weil viele Entwicklungsländer

ihr Ackerland an wasser- oder

weidearme Staaten verkaufen (O)

6. In Deutschland gibt eine Familie

etwa 12 Prozent ihres gesamten

Einkommens für Lebensmittel aus, wie

groß ist der Anteil hingegen in Afrika,

Asien oder Lateinamerika?

l Unter 10 Prozent (K)

l Etwa 50 Prozent (L)

l Bis zu 80 Prozent (D)

7. Warum hängt auch die tödliche

Krankheit HIV/AIDS eng mit Hunger

zusammen?

l Weil der Virus auch über

Nahrungsmittel übertragbar ist (A)

l Weil die Erkrankten nicht mehr

arbeiten können, kein Einkommen

erwirtschaften können und ihre

Familien hungern müssen (S)

l Weil die Krankheit nur bei

Menschen ausbrechen kann, die

unterernährt sind (E)

8. Inwieweit ist Unterernährung

nicht nur durch den Mangel an

Nahrungsmitteln sondern auch durch

verschmutztes Trinkwasser bedingt?

l Krankheiten wie Durchfall und

Fieber, die durch verschmutztes

Trinkwasser ausgelöst werden,

schwächen den Körper und verhindern

eine ausreichende Nahrungsaufnahme

(C)

l Durch die weiten Wege zur

nächsten Wasserstelle bauen die

Frauen und Kinder mehr Kalorien

ab, als sie durch die Nahrung aufnehmen

können (P)

l Verschmutztes Trinkwasser hat

eigentlich nichts mit Unterernährung

zu tun (T)

9. An welcher Mangelernährung

sterben jährlich eine Million Kinder?

l An Vitamin A-Mangel (H)

l An Jod-Mangel (F)

l An Eisen-Mangel (L)

10. Was beinhaltet der Artikel 25

der Charta der Menschenrechte der

Vereinten Nationen?

l Recht auf Wasser (O)

l Recht auf Bildung (U)

l Recht auf Nahrung (A)

Die Buchstaben aus den Klammern hinter den Antworten in

die entsprechenden Kästchen übertragen ergeben – wenn du

alle Fragen richtig beantwortet hast – das Lösungswort!

40 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


lösungen zuM care-ernährungs-QuIz

Frage lösungsbuchstabe

1. K

2. a

3. M

4. B

5. o

6. d

7. s

8. c

9. h

10. a

antwort vgl.

care affair #4

1,02 Milliarden Menschen

Die Landbevölkerung

Produkte aus den Industrieländern kommen zu

Niedrigstpreisen auf den Weltmarkt, unterbieten

lokale Marktpreise in den Entwicklungsländern

und zerstören so die Lebensgrundlage der Bauern

Für die Tilgung ihrer Schulden bei regionalen

Entwicklungsbanken, Industriestaaten,

Investmentfonds und Banken

Weil viele Entwicklungsländer ihre Ländereien

an wasser- oder weidearme Staaten verkaufen

Bis zu 80 Prozent

Weil die Erkrankten nicht mehr arbeiten können,

kein Einkommen erwirtschaften können und ihre

Familien hungern müssen

Krankheiten wie Durchfall und Fieber, die durch

verschmutztes Trinkwasser ausgelöst werden,

schwächen den Körper und verhindern eine ausreichende

Nahrungsaufnahme

An Vitamin A-Mangel

Recht auf Nahrung

41 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.

s. 6

s. 11

s. 11

s. 11

s. 11

s. 15

s. 15

s. 15

s. 16

s. 16


KleInes KhMer-wörterBuch

chum reap sour Hallo

chum reap lear Tschüss

or kun Danke

suom meh ta Bitte

ter neak sok sobay chea te? Wie geht es dir?

Khnhom sok sabay, choh neak vinh? Mir geht es gut und dir?

ter neak moak pee srok na dae? Woher kommst du?

Khnhom moak pee praw teh kampuchea. Ich komme aus Kambodscha.

ter neak ayu ponman? Wie alt bist du?

Khnhom ayu… Ich bin…Jahre alt.

ter neak chhmouh avei dae? Wie heißt du?

Khnhom chhmouh sok. Ich heiße Sok.

bay Reis, Essen

Bawn lae Gemüse

phlae cher Obst

sach moan Huhn

mhoap Essen

terk Wasser

phsar Markt

sa la Schule

Mhoap nis chhnganh nas! Das Essen ist lecker!

rezepte aus KaMBodscha

was essen Kambodschaner?

moy 1

pee 2

bey 3

bourn 4

bram 5

bram-moy 6

bram-pee 7

bram-bei 8

bram-bourn 9

dorp 10

Das Hauptnahrungsmittel der Kambodschaner ist Reis. Außerdem essen sie viel Fisch und Bananen. Bananen haben generell eine

große Bedeutung und werden auch in die Pagoden als Opfergaben mitgenommen. Die Kambodschaner lieben frittierte Bananen

und süße Nachspeisen. Eins der Lieblingsessen ist außerdem süßer Maispudding. In vielen Gerichten findet man die Einflüsse der

Nachbarländer Thailand, China und Vietnam. Allerdings essen Kambodschaner nicht so scharf wie die Thailänder. Aber auch die

Kolonialherrschaft der Franzosen hat ihre Spuren in der Küche hinterlassen. So kann man noch heute überall Baguette kaufen.

Normalerweise essen Asiaten nur selten Brot.

In der kambodschanischen Küche werden hauptsächlich Gemüse wie Pilze, Pak Choi, Kohl, Babymais, Bambussprossen, Ingwer

und chinesischer Brokkoli verwendet. Kambodschaner essen aber auch für uns ungewöhnliche Dinge, wie Schildkröten,

Froschschenkel und frittierte Grillen und Spinnen.

Es gibt viele leckere Obstsorten, die bei uns zwar nicht wachsen, aber zum Teil trotzdem in unseren Supermärkten zu finden

sind. Habt ihr schon mal die „Stinkfrucht“ Durian gegessen? Oder etwa Ramboutan, Papaya, Drachenfrucht oder Jackfrucht?

Wie in anderen asiatischen Ländern wird auch in Kambodscha die westliche Speisenfolge mit Vor-, Haupt- und Nachspeise

nicht eingehalten. Es kommen alle Gerichte gemeinsam auf den Tisch, auch die Suppe, die bei keinem kambodschanischen

Mahl fehlen darf. Im Restaurant bestellt nicht jeder sein eigenes Gericht, sondern man entscheidet gemeinsam und bestellt

mehrere Gerichte, die in die Mitte des Tisches gestellt werden und von denen sich jeder etwas nehmen darf. Gegessen wird

mit Gabel, Löffel und Essstäbchen.

Wenn möglich kaufen sich die Kinder in der Schule Eiscreme oder Brot mit Schrimps. Wie alle Kinder auf der Welt lieben sie

Bonbons und Lutscher. Schokolade ist etwas ganz Besonderes und für die meisten unerschwinglich.

42 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


ezepte aus KaMBodscha

vegetarIscher pFannKuchen

(Banh chhev)

Zutaten

30-50 g geschälte Mungobohnen (aus dem Asia-Shop)

1 Tasse Reismehl

1 Tasse Speisestärke

1 Tasse Kokosmilch

1 TL Zucker

¼ TL Salz

¼ TL Kurkuma

2 Frühlingszwiebeln

100 g Tofu (zerkleinert)

2 TL Oyster-Sauce (aus dem Asia-Shop)

125 g Mungobohnen-Sprossen (aus dem Asia-Shop)

Pflanzenöl

Zubereitung

Mungobohnen in etwa 300 Milliliter Wasser weich kochen,

absieben und abtropfen lassen. In einer Schüssel aus Reismehl,

Speisestärke, Kokosmilch und 250 Milliliter Wasser

einen Teig herstellen. Die gekochten Mungobohnen mit dem

Tofu und der Oyster-Sauce vermengen. Diese Mischung in

einer Pfanne mit etwas Pflanzenöl erhitzen und nach ein

paar Minuten die Mungobohnen-Sprossen hinzugeben;

anschließend noch ein paar Minuten weiter braten und zur

Seite stellen. In einer weiteren Pfanne Öl erhitzen und Teig

hinein geben. Kurz anbacken lassen. Dann auf die eine Hälfte

die Füllung geben und die andere Hälfte des Pfannkuchens

darüberklappen. Von beiden Seiten goldbraun backen.

reIs MIt Bohnen

(BaI doung s’det sor)

Zutaten

225 g Langkornreis

50 g Augenbohnen

120 ml Wasser

Salz

240 ml Kokosnussmilch

2 Frühlingszwiebeln

Zubereitung

Reis, Bohnen und Wasser in einen Kochtopf geben, ca.

fünf Minuten kochen, regelmäßig umrühren. Kokosnussmilch

hinzugeben, gut umrühren und alles zusammen nochmals

fünf Minuten kochen bis die Kokosnussmilch etwas

reduziert ist. Auf ganz niedriger Hitze zugedeckt noch einmal

zehn bis 15 Minuten kochen, bis der Reis gar ist. Nicht

anbrennen lassen.

43 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


ezepte aus KaMBodscha

sÜsser MaIspuddIng

(BorBo sKor)

Zutaten

400 g Maiskörner

75 g Jasminreis

110 ml Wasser

Prise Salz

½ TL Vanille-Extrakt

225 g Zucker

KleBreIs MIt Mango

Zutaten

1 Dose Kokosmilch

½ Tasse Zucker

¼ TL Salz

2 Tassen Klebreis (sticky rice, aus dem Asia-Shop)

100 g Kokosnuss (am besten frisch, klein geraspelt)

1 Mango

Zubereitung

Kokosmilch erhitzen, bis sie etwas dickflüssig wird. Zucker und Salz

darin auflösen. Den Klebreis mit Wasser weich kochen (Wassermenge

nach Packungsangabe) und abkühlen lassen. Die Hälfte der Kokossoße

und die Kokosraspeln hinzugeben. Die Mango schälen und in

Stücke schneiden. Für das Servieren die Reismasse in eine Schüssel

geben und fest andrücken, anschließend auf eine Platte/einen

großen Teller stürzen. Eine Vertiefung in die Mitte machen und die

Mangostücke hineingeben. Zuletzt mit der restlichen Kokossoße

übergießen.

Zubereitung

Mais und Wasser in einen Topf geben, zum Kochen bringen. Dann bei geringer Hitze

etwa 15 Minuten köcheln lassen. Das Vanille-Extrakt und den Zucker unterrühren

und weitere fünf Minuten kochen. Heiß servieren. Lecker auch mit Kokosnusssoße

darüber.

44 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


BastelanleItung: KaMBodschanIsche arMBänder

In Kambodscha sind diese Armbänder der Hit – und sie sind ganz einfach zu basteln! Auf den Fotos seht ihr

einige Armbänder, die unsere Projektreferentin Sabine Dier für euch aus Kambodscha mitgebracht hat.

Ihr braucht folgende Materialien:

• ein paar alte Zeitschriften, Kataloge oder

buntes Papier (das könnt ihr auch selbst anmalen)

• eine Schere

• Kleber, am besten einen Klebestift,

da er schnell trocknet

• eine Nähnadel und ein Stück Nähgarn oder

noch besser: ein dünnes Gummiband (dann

kann man das Armband auch ausziehen)

Und schon ist das erste Armband fertig!

So wird es gemacht:

• Schneidet lange Dreiecke aus bunten Seiten

der Kataloge aus – die Länge richtet sich

dabei nach der Papierstärke: bei dünnem

Papier längere Dreiecke, bei dickem Papier

kürzere Dreiecke.

• Rollt die Dreiecke von der breiten Seite her

auf und lasst etwas „Luft“ für den Faden.

• Klebt das letzte Stück mit Kleber an.

• Wenn ihr genug Perlen hergestellt habt,

werden diese aufgefädelt und das Armband

zugeknotet.

AKTIoNSTIPP: Trefft euch nach der Schule und bastelt viele Armbänder in verschiedenen Größen

und Farben. Diese könnt ihr dann in der Pause oder beim nächsten Schulfest verkaufen und mit dem

Erlös arme Familien in Kambodscha unterstützen. Mach mit! You CARE.

45 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


care-Blog aus KaMBodscha

Die CARE-Pressestelle betreut jeden Sommer für zwei Monate Studenten des Studiengangs Medienmanagement

der königlichen Universität zu Phnom Penh in Deutschland. Während ihres Praktikums schreiben sie jede

Woche ein „kambodschanisches Tagebuch“, das viele Informationen über ihre Heimat, die kambodschanische

Kultur und Sprache enthält, aber auch über ihre Eindrücke im deutschen Alltag, ihre ersten Erlebnisse und die

Unterschiede zwischen Deutschland und Kambodscha berichtet. Es ist für jeden, der sich für Kambodscha und

interkulturelle Unterschiede interessiert, höchst spannend.

Infos unter: www.care.de

blog.care.de

weItere InForMatIonen

WE CARE. Schulaktion Ernährung

www.care.de/schulaktion-ernaehrung.html

CARE-Dossier zum Welternährungstag

www.care.de/dossier-welternaehrungstag.html

46 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


tIpps: unterrIchtsMaterIalIen, FIlMe, BÜcher

unterrIchtsMaterIalIen

und BroschÜren

5 am tag – Iss bunt und gesund

Kampagne unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des

Bundesministeriums für Gesundheit.

Informationen, Tipps und Unterrichtsmaterialien, Spiele und

Aktionsideen für alle Altersgruppen. www.5amtag-schule.de.

Fit, fair und frisch – was kommt auf den tisch?

Projekt, das schwerpunktmäßig die Themen gesunde und regionale

Ernährung sowie fairer Handel bearbeitet. Ideen, Konzepte und

Materialien unter www.lehrer-online.de/gesunde-ernaehrung.php

?sid=81022010608070272324833753376550.

talking Food – Jugendkampagne zum thema lebensmittel-

sicherheit und gesunde ernährung

Informationen, Spiele, Materialien und Unterrichtsideen online:

www.talkingfood.de/talkingfood/.

aus politik und zeitgeschichte: „welternährung“

(APuZ 6-7/2009), Bundeszentrale für politische Bildung, Bestellnummer

7906, Bonn 2009, kostenloser Download: www.bpb.de.

Kambodscha – ein land erwacht aus bösen träumen

ARD: „Länder, Menschen Abenteuer“. Interessante, gut aufbereitete

Informationen und Filmausschnitte online: web.ard.de/

kambodscha/index.php.

eine welt in der schule: anregungen für die grundschule und

sekundarstufe 1

Zeitschrift mit Ideen und Unterrichtsmaterialien u. a. zu Asien

und Ernährung, online verfügbar unter www.weltinderschule.unibremen.de/index.htm.

themenpark ernährung

Kostenlose CD-Rom, herausgegeben von der Landeszentrale für

Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz. Infos unter www.lehrer-online.

de/themenpark-ernaehrung.php?sid=288451393588572281248432

94329860.

was wir essen. alles über lebensmittel

Das Informationsportal des aid infodienstes bietet praxisorientierte

Informationen rund ums Essen, u. a. zu Erzeugung und Verarbeitung

von Lebensmitteln, Einkauf und Kennzeichnung, Zubereitung und

Lagerung sowie einer gesunden Ernährung. www.was-wir-essen.

de.

FIlMe

we feed the world

Genre: Dokumentarfilm, Regie: Erwin Wagenhofer, Jahr: 2005,

Länge: 95 Minuten, Sprache: Deutsch, erhältlich auf DVD, FSK: ab

6. Inhalt: Ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und

Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse

– ein Film über den Mangel im Überfluss. Infos unter: www.wefeed-the-world.at,

weitere Informationen und Schulmaterialien

unter: www.essen-global.de/schule.html.

super size Me

Genre: Dokumentarfilm, Satire, Regie: Morgan Spurlock, Jahr: 2004,

Länge: 100 Minuten, Sprache: Deutsch, erhältlich auf DVD, FSK: o.

A. Inhalt: Der Regisseur ernährte sich im Selbstversuch 30 Tage lang

nur von den Produkten der größten Fast-Food-Kette der Welt – mit

verheerenden Konsequenzen. Infos und Schulmaterialien unter:

www.super-size-me.de.

Body check: essen & trinken, verdauung, nährstoffe, esskultur

Genre: Didaktischer Film, Jahr: 2007, Länge: 75 Minuten, Sprache:

Deutsch, erhältlich auf DVD über FWU, FWU-Bestellnr. 4602438.

FSK: ab 6, empfohlen für Klasse: 8-11. Inhalt: Vier Filme umreißen

die Themen Essen & Trinken, Verdauung, Nährstoffe, Esskultur.

Infos unter www.fwu.de bzw. im Katalog: typo3.fwu.de/fileadmin/

user_upload/Kataloge/Katalog%20Lernen%203.0.pdf.

the Killing Fields – schreiendes land

Genre: Anti-Kriegsfilm, Regie: Roland Joffe, Jahr: 1984, Länge: 141

Minuten, Sprache: Deutsch, erhältlich auf DVD, FSK: ab 16. Inhalt:

Der amerikanische Reporter Sydney Schanberg berichtet für die

New York Times über die Kämpfe der US-Truppen während der

kambodschanischen Revolution. Der preisgekrönte Film zeigt die

Schrecken der Gewaltherrschaft der Roten Khmer.

das reisfeld

Genre: Spielfilm, Regie: Rithy Pahn, Jahr: 1994, Länge: 128 Minuten,

Sprache: Khmer mit deutschen Untertiteln, erhältlich auf DVD, FSK:

ab 6 Jahre. Inhalt: die Geschichte des Reisbauern Yong Poeuw und

seiner Familie. Infos und Bestellung unter: www.trigon-film.org/de/

shop/DVD/Das_Reisfeld_-_Neak_sre.

cambodia – pol pot`s shadow

Genre: Dokumentation, Regie: Amanda Pike, Jahr: 2002, Länge:

25 Minuten, Sprache: Englisch, online verfügbar. FSK: k. A. Inhalt:

Amanda Pike besucht kambodschanische Dörfer, in denen Opfer

und Täter des Rote-Khmer-Regimes eng beieinander leben und trifft

einen ehemaligen hochrangigen Kommandanten, der noch immer

ungestraft in dem Land lebt, zu dessen Zerstörung er maßgeblich

beigetragen hat. Infos, Film und weitere Materialien unter www.

pbs.org/frontlineworld/stories/cambodia.

BÜcher

Jean ziegler: wie kommt der hunger in die welt? – ein gespräch

mit meinem sohn

cbt, November 2002, ISBN-13: 978-3570300596, Preis: 6,00 Euro.

Inhalt: Warum sterben Menschen an Hunger, während andere

Nahrungsmittel vernichten? Jean Ziegler stellt sich den Fragen

seines Sohnes und erklärt prägnant und anschaulich eine der

größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit.

erich Follath: die Kinder der Killing Fields: Kambodschas weg vom

terrorland zum touristenparadies

Deutsche Verlags-Anstalt, März 2009, ISBN-13: 978-3421043870,

Preis: 19.95 Euro. Inhalt: SPIEGEL-Autor Erich Follath schildert

ein faszinierendes Land mit einer jahrtausendealten Kultur und

Geschichte, das mit den Schatten der grausamen Vergangenheit

kämpft.

loung ung: der weite weg der hoffnung

Fischer Taschenbuch, Mai 2002, ISBN-13: 978-3596152872, Preis: 9.95

Euro. Inhalt: Als die Roten Khmer 1975 nach Phnom Penh vorrücken,

wird aus dem umhegten Kind Loung Ung ein elternloser Flüchtling,

der verzweifelt ums Überleben kämpft. Ein sehr persönlicher,

erschütternder Erlebnisbericht einer jungen Frau.

david J. smith, shelagh armstrong: wenn die welt ein dorf wäre

Jungbrunnen-Verlag, August 2002, ISBN-13: 978-3702657437, Preis:

15,90 Euro. Inhalt: Wenn wir uns die Weltbevölkerung als Bewohner

eines Dorfes vorstellen, in dem hundert Menschen wohnen, wie

würde dieses Dorf aussehen?

philippe godard, alexandre Messager: asien für Kinder erzählt

Knesebeck, voraussichtlich Oktober 2009, ISBN-13: 978-3868731019,

Preis: 14,95 Euro. Inhalt: Keine andere Region der Erde vereint

so Gegensätzliches und ruft gleichermaßen Hoffnungen wie

Befürchtungen in uns wach – weil wir so wenig von ihr wissen. Auf

nach Asien also!

tiziano terzani: asien, mein leben – die großen reportagen

Deutsche Verlags-Anstalt, September 2008, ISBN-13: 978-

3421043498, Preis: 19,95 Euro. Inhalt: Die besten Reportagen

des großen Journalisten Tiziano Terzani, der Jahrzehnte in Asien

verbrachte und von dort für den SPIEGEL berichtete.

47 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


C

WE CARE – Aktionspaket

wIe Können schÜler arMen FaMIlIen

In KaMBodscha helFen?

aktionsideen zum thema ernährung und besondere aktionstage

Um die armen Bauernfamilien in Kambodscha

weiterhin zu unterstützen, benötigen wir

eure Hilfe!

Nach dem Prinzip, Hilfe kann nur gedeihen,

wenn viele helfen, möchten wir euch einladen,

eine Spendenaktion durchzuführen oder euch an

einer Spendenaktion zu beteiligen.

Egal was ihr tut, jedes Zeichen der Solidarität

ist wertvoll. Doch soll es bei eurer Aktion in

erster Linie um den Spaß am gemeinsamen

Helfen gehen. Der Erfolg eurer Aktion wird auf

keinen Fall an der Höhe eurer Spende gemessen.

Auch die kleinste Spende hilft, unser Projekt zu

unterstützen!

Habt ihr schon eine Idee, wie ihr Spenden

sammeln wollt oder seid ihr noch auf der Suche

nach einer fantasievollen und ausgefallenen

Aktion? Lest euch doch einfach unsere Ideen

und Vorschläge durch, sie geben euch vielleicht

einige Anregungen. Eurer Kreativität sind keine

Grenzen gesetzt!

Spendensammeln

WE CARE – darunter verstehen wir, sich einzusetzen

für benachteiligte Menschen und auch andere

zum Mitmachen zu gewinnen. Wir stellen euch WE

CARE-Aufkleber und kleine CARE-Faltpäckchen zur

Verfügung, die ihr den Spendern als Dankeschön

und als Zeichen des gemeinsamen Helfens

schenken könnt. Sie zeigen allen Menschen, dass

ihr euch aktiv für eine gute Sache einsetzt. Für

eure Aktionen und Veranstaltungen könnt ihr bei

uns auch Sammeldosen ausleihen.

Schulfest

Ein Schulfest bietet tausend Möglichkeiten, für

die gute Sache Geld zu sammeln und Aufkleber

und Kambodscha-Flyer an Spender zu verteilen.

Ihr könnt auch eine Tombola veranstalten,

eine Versteigerung von Gegenständen aus dem

Fundbüro organisieren oder ein Trödelmarkt

mit gebrauchtem Spielzeug, Büchern und

Selbstgemachtem, ein Kuchenbuffet aufbauen

oder eine Saftbar organisieren und, und, und…

48 WE CARE. Schulaktion Ernährung

Täglich eine gute Tat

Täglich einen Euro spenden – was sich zunächst

nach einem geringen Beitrag anhört, ist eine

ganz wichtige Unterstützung für arme Familien

in Kambodscha. Was aber, wenn man dieses Geld

nicht hat? Da gibt es doch Eltern, Großeltern,

Verwandte und Bekannte, die sich vielleicht

über eine gute Tat am Tag sehr freuen würden.

Wie ist es mit Fenster oder Schuhe putzen, den

Mülleimer leeren, freiwillig einkaufen gehen oder

zu Hause die Innenreinigung des Autos anbieten

und samstags den Rasen mähen? Weitere Ideen

bleiben der Fantasie jedes Einzelnen überlassen.

Natürlich könnt ihr auch einen gemeinsamen

Arbeitstag mit eurer Klasse oder Schule (z.B. an

einem beweglichen Ferientag) organisieren, bei

dem ihr kleine Arbeiten gemeinsam erledigt.

Sponsored Walks

Wenn ihr einen Sponsored Walk organisieren

wollt, müsst ihr zunächst eine Strecke festlegen

– abhängig von Alter, Können und Kondition der

Teilnehmer – die gelaufen oder geradelt werden

soll. Jeder Teilnehmer sucht sich einen oder

mehrere „Sponsoren“, die einen vorher festgelegten

Betrag pro gelaufenen Kilometer

bzw. pro Runde bezahlen. Sponsor kann jeder

sein: Eltern, Verwandte und Bekannte, der

Lieblingsbäcker oder ein anderes Unternehmen.

Je weiter ein Teilnehmer also läuft, radelt oder

schwimmt, desto mehr Geld bekommt er von

seinem Sponsor. Die vielen kleinen Beträge

ergeben eine große Spende!

CARE-Projektwoche / Projekttag

In einer Projektwoche oder an einem Projekttag

könnt ihr verschiedene Themen bearbeiten oder

Aktionen starten: Ihr könnt in Projektgruppen

zu den Themen CARE-Paket, Kambodscha,

Ernährung, Reisanbau, Ernährungssicherung

oder Asien arbeiten. Ihr könnt auch einen Film-

Workshop, einen Kreativ-Wettbewerb oder eine

Ausstellung organisieren.

MACH MIT!

You CARE.

Allen SchülerInnen, die

eine WE CARE-Aktion

organisieren oder daran

teilnehmen, schenken wir

als kleines Dankeschön

eine CARE-Lunchbox!


Ihr könnt landestypische Kleidung nähen, Armbänder

basteln, nach asia tischen Rezepten kochen oder

Tänze einstudieren. Am Präsentationstag könnt ihr

für die Aufführungen einen kleinen Eintritt nehmen

oder das Selbstgekochte, Genähte und Gemalte

gegen einen kleinen Betrag verkaufen und damit

unser Ernährungssicherungsprojekt in Kambodscha

unterstützen.

CARE-AG

Interessiert sich in eurer Schule nur eine kleine

Gruppe für CARE und Kambodscha, könnt ihr

vielleicht mit einem Lehrer eine CARE-Arbeitsgruppe

gründen, die sich nachmittags trifft,

über das Thema spricht und diskutiert und kleine

Aktionen plant.

Schülerzeitung oder Schülerradio

Gibt es in eurer Schule eine Schülerzeitung oder

gar ein Schülerradio? Berichtet über CARE und das

CARE-Projekt und fordert eure Schule auf, sich zu

engagieren. Dann könnt ihr in Folgebeiträgen

über die Aktionen berichten.

Besondere Aktionen zum Thema

Ernährung:

• Gesundes Buffet

Bei Schulfesten, in der Pause, bei der Weihnachtsfeier

und anderen Schulveranstaltungen könnt ihr ein

gesundes Buffet organisieren. Pro Portion könnten

beispielsweise 0,50 Euro eingenommen werden.

Das kann ein Törtchentag, eine Salatbar, ein

Sandwich-Stand oder auch eine Saftbar mit frisch

gepressten Säften oder ein asiatisches Buffet

sein. Dabei könnt ihr eure „Kunden“ gleichzeitig

auch über die weltweiten Ernährungsprobleme

informieren. Kleine Flyer oder Poster, die die

wichtigsten Fakten zu gesunder Ernährung und

unser Ernährungssicherungsprojekt enthalten,

eignen sich dabei besonders gut, um auch andere

auf das Thema aufmerksam zu machen. Den Erlös

könnt ihr dann an CARE spenden.

• Kochkurs

Sucht euch einfache Gerichte aus, übt sie in eurer

Gruppe und bietet bei den nächsten Projekttagen

einen Kochkurs für eure Mitschüler an. Kocht

kambodschanisch oder ein asiatisches Gericht,

ein Reisgericht, frische Frühlingsrollen oder

einfach das was ihr am liebsten esst.

49 WE CARE. Schulaktion Ernährung

• Kochevent

Ihr könnt auch einen Koch in die Schule einladen,

der mit euch gemeinsam etwas zaubert, euch

tolle Tricks beibringt und eure Mitschüler und

Lehrer einen kleinen Eintritt bezahlen müssen.

• Ernährungsberatung

Ihr könnt natürlich auch einen Ernährungsberater

einladen, der euch viel über Inhaltstoffe und

Allergien erzählen kann.

• Koch- oder Backbuch gestalten

Diese Aktion könnt ihr mit eurer Klasse, der

Stufe oder der ganzen Schule machen. Je

mehr mitmachen, desto schöner – und es ist

ganz einfach: Jeder Schüler (vielleicht dürfen

die Lehrer auch mitmachen?) bringt sein

Lieblingsrezept mit in die Schule. Diese fügt

ihr zu einem Buch zusammen und gestaltet ein

Titelbild. Ihr könnt das buch ganz professionell

am Computer mit lustigen Schriften und Fotos

machen, aber auch ganz einfach das Rezept auf

ein Blatt schreiben und ein Foto dazukleben

oder etwas malen. Zu einem Buch wird es in

einem Schnellhefter oder gelocht und mit

Kordel gebunden. Dieses Buch könnt ihr für fünf

Euro an Eltern, Mitschüler, Verwandte und beim

Schulfest verkaufen.

• Infoveranstaltung

Geht in verschiedene Supermärkte, Bioläden und

auf den Wochenmarkt und vergleicht die Preise.

Aus dem Ergebnis könnt ihr eine Schautafel oder

eine kleine Ausstellung machen.

• Umfrage

Oder ihr entwerft gemeinsam einen Fragebogen

und befragt damit eure Freunde, Eltern,

Mitschüler, Lehrer oder Menschen in der Fußgängerzone

nach ihren Essgewohnheiten und

wertet sie danach aus.

• Skulpturenpark

Ihr könnt zum Thema Ernährung große Skulpturen

gestalten und auf dem Schulhof oder in einem

Klassenraum ausstellen und einen kleinen

Eintritt verlangen.

MACH MIT!

You CARE.


• Buchstabenkuchen

Backt gemeinsam oder jeder zu Hause einen

Kuchen in Form eines einzelnen Buchstaben und

setzt sie zu einem besonderen Wort zusammen

(vorher gut absprechen, welche Buchstaben

oder Bindestriche benötigt werden und wer was

backt). Das kann zum Beispiel Kambodscha sein,

Ratanakiri, CARE-Paket, Zukunft, der Name eurer

Schule oder was euch einfällt. Macht ein Foto

von oben und nehmt am Wettbewerb „Titelfoto“

teil. Weitere Infos dazu findet ihr unserer

Internetseite im Bereich Engagement/Schulen/

Wettbewerb Titelfoto.

• Gemüse anbauen

Hat eure Schule einen Schulgarten in dem auch

Gemüse und Obst angebaut wird? Nein? Dann

versucht das zu ändern und macht ein Schuljahr

lang ein Projekt. Pflanzt Erdbeeren und Tomaten,

Kräuter und Zucchini und was ihr noch alles

gerne esst und schaut, wie sich eure Pflanzen

entwickeln und Früchte tragen.

• Erntehelfer

Eure Großeltern haben ein Grundstück mit

Apfelbäumen oder eure Eltern einen Pflaumen-

oder Wallnussbaum? Ganz egal was es zu ernten

gibt, bietet eure Hilfe als Erntehelfer an. Sicher

werdet ihr einen kleinen Lohn erhalten, den ihr

an CARE spenden könnt.

• Lieblingsrezepte

Ihr könnt eure Lieblingsrezepte schön gestalten

und CARE mailen. Wir können Sie dann auf unsere

Internetseite stellen und ihr könnt so mit anderen

SchülerInnen aus Deutschland Lieblingsrezepte

tauschen und nachkochen.

• Kreativität erlaubt!

Ihr könnt natürlich auch Gedichte zum Thema

Ernährung schreiben und uns schicken oder ein

sogar ein Theaterstück aufführen.

Weitere Ideen

Es gibt unglaublich viele Ideen und Möglichkeiten,

interessante und spannende Aktionen zu planen.

Sicher fallen euch noch viele andere ein.

Ihr könnt in eurer Schule oder an einem anderen

Ort (vielleicht in einer Bibliothek oder im Rathaus)

eine Ausstellung mit euren Skulpturen,

50 WE CARE. Schulaktion Ernährung

Fotos oder Bildern organisieren, ihr könnt eine

große WE CARE-Fahrradtour oder Wanderung

mit eurer Schule machen oder ein Schulkonzert

(Schulorchester, Nachwuchsbands, Chöre)

organisieren und die ganze Stadt einladen. Ihr

könnt auch versuchen, einen asiatischen Autor

zu einer Lesung in eure Schule einzuladen

oder einen Autor, der über Asien schreibt. Ihr

könnt ein Benefizturnier (Fußball, Volleyball,

Basketball, Wasserball, Handball...) organisieren

oder einen Stand auf einem Flohmarkt.

In der Adventszeit könnt ihr Selbstgebasteltes

und -gebackenes auf jedem Weihnachtsmarkt

verkaufen oder eine WE CARE-Weihnachtsfeier in

eurer Schule machen.

Wir freuen uns über eure Ideen. Vergesst

nicht, genug Vorbereitungszeit einzuplanen.

Wann ihr etwas tun könnt?

Ihr könnt eure Idee in eine große Veranstaltung

integrieren oder einen selbständigen Aktionstag

veranstalten: Sei es zu einem bestimmten Zeitpunkt

wie das alljährliche Schulfest oder am Tag

der offenen Tür, innerhalb einer Projektwoche,

beim Stadtfest – es gibt immer einen guten

Anlass. Denkt auch an eure Sportvereine, an

andere Veranstaltungen in eurer Stadt, an die

Musikschule, den Jugendtreff oder wo ihr eure

Freizeit sonst verbringt.

Besonders geeignet sind auch Weltgedenktage.

Findet etwas über sie heraus und nutzt sie für

eure Aktionen und Ideen. So könnt ihr auch die

Presse und Öffentlichkeit besser informieren.

hIer eIne ÜBersIcht:

20.09.2009: Weltkindertag

16.10.2009: Welternährungstag

MACH MIT!

You CARE.

17.10.2009: Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut

10.12.2009: Tag der Menschenrechte

20.02.2010: Welttag der sozialen Gerechtigkeit

20.03.2010: Internationaler Kinder- und Jugendtheatertag

22.03.2010: Weltwassertag

07.04.2010: Weltgesundheitstag

15.05.2010: Internationaler Tag der Familie

20.06.2010: Weltflüchtlingstag

11.07.2010: Weltbevölkerungstag


Kleiner leitfaden zur durchführung einer spendenaktion

Von der Planung über Öffentlichkeitsarbeit bis

zur überweisung und Zuwendungsbestätigung

E Als Erstes müsst ihr euch überlegen, was ihr tun wollt.

Vielleicht haben euch die Vorschläge ja auf eine Idee gebracht,

vielleicht habt ihr aber noch eine ganz andere Aktion im Kopf.

Sammelt alle Ideen und entscheidet euch für das, was ihr mit

euren Mitteln gut umsetzen könnt.

E Überlegt euch auch, wer an dieser Aktion mitarbeiten möchte.

Erstellt gemeinsam einen Plan, wer welche Aufgaben übernimmt.

E Überlegt euch, wo ihr etwas tun möchtet. Wenn ihr etwas an

einem öffentlichen Platz plant und Spenden sammeln möchtet,

braucht ihr eine Erlaubnis dafür. Sprecht mit eurem Lehrer oder

Direktor, wenn ihr in der Schule aktiv sein wollt. Für einen

Infostand in der Stadt zum Beispiel, braucht ihr möglicherweise

die Genehmigung der Stadtverwaltung.

E Ihr könnt eure Aktion mit Informationen über Kambodscha

bereichern. Konkrete Informationen zu der Situation in

Kam bodscha, zu dem Projekt und über CARE findet ihr auf unserer

Internetseite (www.care.de). Ihr könnt natürlich gerne weitere

Informations- und Aktionsmaterialien, Spendendosen und Plakate

bei uns bestellen. Schreibt uns eine E-Mail (maas@care.de) oder

ruft an (0228-97563-54).

E Macht eure Aktion rechtzeitig bekannt – mit Anschreiben,

Plakaten oder Aushängen.

Mundpropaganda ist oft wirkungsvoll. Erzählt allen davon und

bittet sie, es weiter zu sagen.

E Wichtig ist, dass ihr die Medien nutzt. Ruft bei Zeitungen

und Radiosendern an und lasst euch mit der Lokalredaktion

verbinden. Sprecht mit den Journalisten und Redakteuren über

eure Ideen und stimmt mit ihnen das weitere Vorgehen ab.

Wenn sie Informationen zu euren Aktionen haben wollen, dann

schickt ihnen eine kurze Pressemitteilung.

IN GUTER TIPP: Wenn ihr für eure Aktion noch einen Prominenten

gewinnen könnt, werden sich mehr Journalisten dafür

interessieren. Immer sehr beliebt sind Fototermine mit Stars,

bei denen sie einen Scheck für Hilfsprojekte überreichen.

UND, GANZ WICHTIG: Erzählt uns davon, was ihr tut! Und

macht Fotos von den Aktionen!

Schreibt eine E-Mail oder einen Brief oder schickt ein Fax. Alle

Ideen werden ausgewertet und einige davon auf unserer Internetseite

und im WE CARE. Newsletter vorgestellt. Bitte fragt

eure Eltern, ob sie einverstanden sind, dass ihr auf den Fotos

seid, damit wir sie für unsere Internetseite oder für Flyer und

Broschüren verwenden dürfen.

51 WE CARE. Schulaktion Ernährung

MACH MIT!

You CARE.

E E E Bitte nennt uns einen Ansprechpartner, damit wir

wissen, an wen wir uns wenden können, wenn noch Fragen

offen sind.

Spenden-überweisung

Wenn ihr bei eurer Aktion Spenden gesammelt habt, überweist

ihr die Gesamtsumme nach der Aktion auf folgendes Konto:

CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Konto 4 40 40

BLZ 370 501 98

Sparkasse KölnBonn

Stichwort: Schulaktion Ernährung

E E E GANZ WICHTIG: Gebt bitte das Stichwort „Schulaktion

Ernährung“ und den Namen eurer Schule und die Adresse der

Schule im Verwendungszweck an. Nur so wissen wir, dass die

Spende von euch kommt und wofür ihr spenden möchtet. Ihr

könnt aber auch über das Internet spenden unter www.care.de.

Zuwendungsbestätigung

Einige der Spender benötigen für das Finanzamt eine Spendenquittung

(Zuwendungsbestätigung). Diese Spendenquittungen

stellt CARE aus.

Wir brauchen dann unbedingt die vollständige Anschrift des

Spenders und den Teilbetrag, den dieser Spender gegeben hat.

Spendenquittungen ausstellen und verschicken ist allerdings

sehr kosten- und zeitaufwändig. Wir können daher Spendenquittungen

leider erst ab einem Betrag von zehn Euro ausstellen.

Die Spendenquittung wird auf das Datum ausgestellt, an dem

der Gesamtbetrag auf unserem Konto eingegangen ist.

eure/ Ihre ansprechpartnerin bei care

eva Maas

referentin ehrenamt und schulen

e-Mail: maas@care.de

telefon: 0228 97563-54

Fax: 0228 97563-51

care deutschland-luxemburg e.v.

dreizehnmorgenweg 6

53175 Bonn


an

care deutschland-luxemburg e.v.

Frau eva Maas

dreizehnmorgenweg 6

53175 Bonn

MaterIallIste zuM Bestellen

Hiermit möchten wir folgende Materialien kostenlos bestellen:

(Bitte Anzahl angeben)

1. InForMatIonsMaterIalIen ÜBer care deutschland-luxeMBurg e.v.

l Jahresbericht 2008

l Jahresbericht 2007

l CARE-Report 01/2009

l CARE-Report 02/2009

l Flyer „Schicken Sie Zukunft“

l PowerPoint-Präsentation zu CARE auf CD-Rom oder gedruckt

l PowerPoint-Präsentation zu CARE gedruckt

l 2 CARE-TV-Spots auf DVD

l CARE-Imagefilm auf DVD

Fax: 0228 / 97563-51

2. InForMatIons- und hIntergrundMaterIalIen zuM theMa ernährung und zu KaMBodscha

l WE CARE. Projektflyer Kambodscha

l CARE-Spezial Kambodscha/Ratanakiri

l CARE affair Hunger (Broschüre)

l „Ernährungssicherung in Kambodscha”, Foto-CD-Rom

3. MaterIalIen zur durchFÜhrung von aKtIonen und veranstaltungen

l weitere WE CARE-Schulinfopakete

l WE CARE-Aktionsflyer

l WE CARE-Anmeldekarten

l WE CARE-Kampagnenplakat A2

l WE CARE-Aktionsplakat A2 (mit Platz für die eigene Aktion)

l WE CARE-Aufkleber

l Mach mit! You CARE-Aufkleber

l CARE-Lunchbox (Dankeschön für teilnehmende Schüler einer CARE-Aktion)

l CARE-Luftballon

l CARE-Faltpäckchen

l CARE-Lineal für Schüler

l CARE-Spendendosen zum Ausleihen

l Wir möchten gerne eine Spendenurkunde

Bitte schicken sie die Bestellung an:

Schule:

Ansprechpartner / Name:

Straße:

Ort:

E-Mail:

Tel.:

52 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


an

care deutschland-luxemburg e.v.

Frau eva Maas

dreizehnmorgenweg 6

53175 Bonn

InFoBogen

we care – wir machen mit!

Wir planen, an der WE CARE- Schulaktion mit folgenden Aktivitäten mitzumachen:

Unsere Aktion soll am stattfinden.

Schule/ Klasse

Ansprechpartner/ Name

Telefon/ Fax

E-Mail

Datum/ Unterschrift

Fax: 0228 / 97563-51

53 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


an

care deutschland-luxemburg e.v.

Frau eva Maas

dreizehnmorgenweg 6

53175 Bonn

spendenauFstellung

Wir haben an der WE CARE. Schulaktion Ernährung teilgenommen und am den

Betrag von Euro auf das Spendenkonto von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

bei der Sparkasse KölnBonn, Konto 4 40 40, Stichwort „Schulaktion Ernährung“, BLZ 370 50 198 oder per

Internet mit Angabe von Name und Adresse der Schule überwiesen.

Absender des Spenders

Stichwort

Wir erhielten von folgenden Personen Spenden und bitten um Ausstellung einer Spendenbescheinigung.

Bitte immer die vollständige Adresse angeben!

Fax: 0228 / 97563-51

name straße postleitzahl/ ort spendenbetrag

54 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


name straße postleitzahl/ ort spendenbetrag

Bitte immer die vollständige adresse angeben!

Bitte senden Sie die Zuwendungsbescheinigung

l direkt an die angegebenen Personen

l gesammelt an folgende Adresse:

Ansprechpartner/ Name

Adresse

Telefon/ Fax/ E-Mail

55 WE CARE. Schulaktion ErnährungMACH MIT!

You CARE.


spendenKonto 4 40 40

sparkasse KölnBonn

Blz 370 501 98

KontaKt

CARE DEUTSCHLAND-LUXEMBURG e.V.

hauptgeschäFtsstelle

Dreizehnmorgenweg 6, 53175 Bonn

Tel.: (0228) 97563-0, Fax: -51

E-Mail: info@care.de

Internet: www.care.de

BÜro BerlIn

Luisenstraße 41, 10117 Berlin

Tel.: (030) 240 4774-10, Fax: -20

E-Mail: berlin@care.de

care In luxeMBurg a.s.B.l.

43, Bd. Du Prince Henri

L-1724 Luxembourg

Tel.: (+352) 26 2030-60, Fax: -91

E-Mail: info@care.lu

Internet: www.care.lu

56 WE CARE. Schulaktion Ernährung

IMpressuM

WE WE CARE. CARE.

Herausgeber:

CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Verantwortlich: Ursula Kapp-Barutzki

Text und Konzeption: Eva Maas, Angela Franz

Fotos: CARE-Archiv, kava-design

Gestaltung: I. Hofmann, www.kava-design.de

Schulaktion Ernährung

Für die transparente Berichterstattung hat CARE den 1. Platz des Transparenzpreises

2008 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers gewonnen.

Das Deutsche Spendensiegel garantiert den verantwortungsvollen Einsatz Ihrer Spende,

eine sparsame Haushaltsführung und die sorgfältige Prüfung aller Ausgaben.

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