Davert Depesche Nr. 4 - NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.

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Davert Depesche Nr. 4 - NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.

Das Interview: Dr. Heidi Lorey, Redakteurin bei der Landlust

Wer findet unsere wilde Davert-Sau?

Die lanDlust – eine Erfolgsgeschichte am Rande der Davert

Dr. Heidi Lorey im Gespräch mit Dr. Thomas

Hövelmann von der Davert Depesche

Dr. Heidi Lorey, Jahrgang 1961, ist bei der Landlust

als Redakteurin für das Ressort „Garten“ zuständig.

Nach einer Gartenbaulehre studierte sie an

der Universität Hannover das Fach Gartenbau, in dem

sie auch promovierte. Heidi Lorey wohnt mit ihrer

Familie in Steinhagen bei Bielefeld.

Die Landlust ist mit aktuell mehr als 700.000 verkauften

Exemplaren pro Ausgabe die erfolgreichste Magazin-

Neuerscheinung der letzten Jahre. Redaktion und Vertrieb der

Landlust gehören zum Landwirtschaftsverlag in Hiltrup. Mit Dr.

Heidi Lorey von der Gartenredaktion der Landlust sprach Dr.

Thomas Hövelmann von der Davert Depesche.

Frau Dr. Lorey, wie erklären Sie sich den enormen Erfolg der Landlust?

Ich denke, da gibt es viele Gründe. Wir bieten ein breites, attraktives Spektrum aus Themen des täglichen Lebens,

des ländlichen Wohnens und aus der Natur, das die ganze Familie anspricht. Außerdem legen wir großen Wert

darauf, dass unsere Themen authentisch und zeitlos sind. Bei uns finden Sie keine Fotomodelle und auch keinen

Rasierschaum, der Schlagsahne vortäuschen soll. Viele Beiträge haben zudem einen regionalen Bezug, was bei

den Lesern sehr gut ankommt. Die Mehrheit unserer Leser kommt übrigens aus ländlichen Gegenden und weiß

unsere praxisnahen Tipps sehr zu schätzen. Und für Viele bedeutet die Landlust einfach einen kleinen Urlaub

vom Alltag.

Ein bisschen haben wir von der Davert Depesche uns ja auch abgeschaut.

Kennen Sie denn die Davert?

Nein, bis jetzt noch gar nicht, da ich aus Steinhagen komme. Ich bin durch die Davert Depesche aber neugierig

geworden und habe große Lust, die Davert in nächster Zeit ein wenig zu erkunden.

Wie werden Sie die Davert denn angehen?

Ich denke, dass ich dort erst einmal wandern gehen werde. Ich finde, dass man eine Landschaft am besten zu Fuß

entdecken kann. Das ist für mich genau das richtige Tempo, um mit Muße die Eindrücke zu erfassen. Das Fahrrad

ist für meinen Geschmack für diesen Zweck nicht so gut geeignet, und für mich muss es auch nicht überall

Radwege im Wald geben.

Könnten Sie sich vorstellen, dass die Landlust auch einmal die Davert vorstellt?

Ja, warum nicht. Es ist ein schönes, interessantes Gebiet mit klarem Profil. Wir würden dann in erster Linie auf

die Schönheit der Natur dort eingehen, aber das Thema Naturgenuss käme sicher auch nicht zu kurz.

FOtOWettBeWerB „HerBst in Der DaVert“: Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit in der Davert. Schicken

Sie uns bis zum 15.11. Ihre schönsten Fotos zu diesem Thema! Auf die fünf Siegerfotografen wartet je ein NABU-Naturgenusspaket.

teilnaHMeBeDingungen: Teilnehmer schicken bis zu drei Bilder an info@NABU-Station.de oder an die NABU-Naturschutzstation

Münsterland, Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490, 48165 Münster. Bitte teilen Sie uns Ihren Namen, Adresse und E-Mail-Adresse mit.

Einsendeschluss ist der 15.11 2010. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Jury wählt die fünf schönsten Bilder aus, die in der nächsten

Davert Depesche abgedruckt werden. Die Gewinner des Fotowettbewerbs werden benachrichtigt und erhalten einen Sachpreis.Durch

die Teilnahme am Fotowettbewerb stellen Sie dem NABU die Bilder zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Die Rechte der Bilder

verbleiben beim Fotografen. Der NABU verwendet die Bilder ausschließlich für Naturschutzzwecke und schließt die Weitergabe von

Einsendungen an Dritte aus. Der/die Teilnehmer/in sichert zu, dass er oder sie über alle Rechte am eingereichten Foto verfügt.

Die nächste Davert Depesche erscheint im Januar 2011. Auch im Netz unter www.NABU-Station.de.

Veranstaltungen Veranstaltungen: Oktober Juli 2010 - Dezember – September 2010 2010

Zweiter samstag im Monat, 9.10., 13.11., 11.12, 9.00-13.00 uhr

Lagerverkauf bei der Davert GmbH, Ascheberger Str. 2, Ottmarsbocholt

sonntag, 3.10. 11.00 – 18.00 uhr

Brockmann-Tag auf dem Biolandhof Deventer in Rinkerode

Am 3. Oktober wird auf dem Biolandhof Deventer in der Bauerschaft Altendorf ein Brockmann-Tag veranstaltet.

Familie Deventer lädt zur Erkundung ihres Hofes und Bio-Hofladens ein. Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt.

Die mobile Saftpresse presst aus mitgebrachten Äpfeln frischen Apfelsaft. Dorfbewohner und Interessierte

aus der Region sind herzlich willkommen.

samstag, 9.10., ganztägig

Apfelpressen und Werkverkauf bei Davert

Die Mobile Saftpresse presst aus ihren eigenen Äpfeln frischen Apfelsaft haltbar zum Mitnehmen! Heute, wie an

jedem 2. Samstag im Monat, öffnen sich auch die Türen der Davert GmbH und Sie können im Werkverkauf biologische

Spezialitäten bekommen. Treffpunkt: Senden-Ottmarsbocholt, Davert GmbH;

Ausrichter: Davert GmbH, NABU-Naturschutzstation Münsterland; Leitung: Andreas Beulting, Martina Celik

Weitere Informationen bei der Naturschutzstation Münsterland, 02501-9719433 oder unter www.Davert.de

sonntag, 10.10., 10.00–12.00 uhr

Faszinierende Jäger auf acht Beinen - Spinnen im Venner Moor

Spinnen sind wahre Meister im Jagen, Fallen stellen und Giftmischen. Neben den bodenbewohnenden Spinnen

stehen im Herbst die netzbauenden Spinnen im Vordergrund. Aber nicht nur die biologischen Aspekte werden auf

dem Spaziergang durchs Venner Moor angesprochen, auch die künstlerische Seite der Netze kann begeistern.

Treffpunt: Senden, Venner Moor (Parkplatz nähe Kanalbrücke); Ausrichter: Biologisches Zentrum Kreis Coesfeld

(BZ), Leitung: Dr. Martin Kreuels; Teilnahme kostenfrei, Spende erwünscht! Anmeldung beim BZ, Tel. 02591-412

Montag - Freitag, 11.-15.10., jeweils 9.00–14.00 uhr

Einwöchige Ferienfreizeit in Haus Heidhorn für Kinder und Jugendliche von 6-14 Jahren

Haus Heidhorn mit seinem Park, Teich, Bauerngarten und Wald ist der perfekte Ort für spannende Ferien! In den

fünf Tagen filzt und spinnt Ihr, formt aus Ton Bienenhotels, erntet Gemüse im alten Bauerngarten und bereitet eine

leckere Mahlzeit daraus, streift durch den bunten Herbstwald und lernt, euch mit Karte, Kompass und GPS zu

orientieren. Zum Schafe streicheln, selbstständigen Entdecken der Natur, für die Tobescheune oder einfach zum

Träumen bleibt dann noch reichlich Zeit! Ein Lunchpaket und Getränke sollten mitgebracht werden!

Treffpunkt: Münster-Hiltrup, Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490. Ausrichter: NABU-Naturschutzstation Münsterland;

Leitung: Sabine Kotzan. Kosten: 65,00 €, Anmeldung bis zum 8.10.2010 bei Sabine Kotzan, (0251-762238, AB)

samstag, 16.10., 14.30–16.30 uhr

Herbststimmung im Moor – eine naturkundliche Wanderung

Mit bunten Blättern zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite und erzeugt stimmungsvolle Bilder im Venner

Moor. Die naturkundliche Wanderung gibt Einblicke in die einmalige Tier- und Pflanzenwelt, Geschichte und heutige

Situation des ehemaligen Hochmoores. Treffpunkt: wird bei Anmeldung bekannt gegeben. Ausrichter: Naturschutzzentrum

Kreis Coesfeld (NZ), Leitung: Kerstin Wittjen. Teilnahme kostenfrei, Spende erwünscht! Anmeldung

und weitere Infos beim NZ, T..: 02541-952530

Freitag 12.11. – sonntag 14.11.

Vorweihnachtlicher Kunst- und Hobbymarkt

Ort: Bürgersaal u. Foyer, Rathaus Senden. Mit etwas Glück kann auch das ein oder andere Geschenk bei der

Verlosung gewonnen werden, denn von Freitag, 12.11. bis zum Sonntag, 14.11. können Lose zu Gunsten eines

karitativen Zweckes erstanden werden. Die Verlosung erfolgt am Sonntag, 14.11. gegen 16.30 Uhr.

samstag, 13.11, 13.00 – 18.00 uhr

24. Davensberger Künstler- und Hobbymarkt in der Schule in Davensberg

Veranstalter: Heimatverein Davensberg; Ort: Ascheberg-Davensberg

Sponsoren gesucht! Die Davert Depesche sucht Freunde und Förderer.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die NABU-Naturschutzstation Münsterland, Dr. Thomas Hövelmann persönlich.

Unsere Freunde und Förderer: Hof Grothues-Potthoff, Aktivstall Hofgut Ashege, Alexianer Münster GmbH, Biohof Angenendt,

Saatgut, Erzeugung & Handel, Gasthaus zur Davert Haverkamp, Bioland-Hof Deventer, Davert GmbH, Perdun – Landtechnisches

Lohnunternehmen, Bertels Bio-Baumschulen, Zweiradhaus Hölscher, Raiffeisen Ascheberg eG

a k t i v s t a l l

h o f g u t a s h e g e

www.aktivstall-ashege.de | www.hofgut-ashege.de

IMPRESSUM Herausgeber: NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V., Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490, 48165 Münster, Tel. 0 25 01-9 71 94-33, Fax -38, Info@NABU-Station.de, www.NABU-Station.de ·

Redaktion: Dr. Thomas Hövelmann (verantwortl.), Beate Look · Erscheinungsweise: 4x jährl. ·Auflage: 5.000 Druck: Printzipia · Papier: FSC Mix · Fotos: Beate Look, Landesbetrieb Wald und Holz/Jan Preller,

Landesbetrieb Wald und Holz/Joachim Fricke, Principal Studios, Archiv Heimatverein Rinkerode · Gestaltung und Satz: Blauensteiner . Groß-Weege, T. 02 51-3 62 68

ausgabe nr. 4 · Kostenloses exemplar

Davert Depesche

Wir in der Davert!

liebe leserin, lieber leser,

der Herbst ist die vielleicht schönste Jahreszeit in der

Davert. Das bunte Laub, der würzige Geruch und

die warme Herbstsonne laden zu ausgedehnten Spaziergängen

ein. Vielleicht entdecken Sie ja den einen

oder anderen Pilz am Wegesrand. Die Natur in der

Davert zeigt sich noch einmal in ihrem schönsten

Kleid, bevor der lange Winter kommt.

In dieser Ausgabe der Davert-Depesche finden Sie

wieder einen bunten Strauß von Geschichten rund

um unsere Heimat, von Fördermöglichkeiten für

Waldbesitzer bis zu lauter Rockmusik in aller Stille.

Von wegen „Tote Hose“ in der Davert

Beachten Sie bitte auch unseren Fotowettbewerb,

über zahlreiche Einsendungen würden wir uns freuen.

Und zu den zahlreichen Veranstaltungen auf der

Rückseite des Heftes laden wir Sie herzlich ein!

Ihr Dr. Thomas Hövelmann,

NABU-Naturschutzstation Münsterland

Herbst

2010

Mit FOtO-

WettBeWerB

Herbst in der

Davert

NATURSCHUTz kANN SICH LoHNEN – Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer

PRINCIPAL STUDIoS IN oTTMARSBoCHoLT – Kreative Umgebung für Künstler

BRoCkMANN-TAG AUF DEM BIoLAND-HoF DEVENTER – „Wer schreibt, der bleibt“

DAS INTERVIEW – Dr. Heidi Lorey, Redakteurin bei der Landlust

VERANSTALTUNGEN »


NATURSCHUTz kANN SICH LoHNEN – Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer in der Davert PRINCIPAL STUDIoS IN oTTMARSBoCHoLT: Kreative Umgebung für Künstler BRoCkMANN-TAG AUF DEM BIoLAND-HoF DEVENTER: „Wer schreibt, der bleibt“

Die naturschutzgerechte Bewirtschaftung der schönen

Wälder in der Davert ist für die privaten Waldbesitzer

oft mit wirtschaftlichen Einbußen verbunden, für

die eine Entschädigung erforderlich ist. Zur Unterstützung

einer nachhaltigen Entwicklung der Forstwirtschaft werden

daher Maßnahmen gefördert, die einer Sicherung der

Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes dienen.

Der nachfolgende Beitrag informiert über Fördermöglichkeiten

im Wald, die das Ziel verfolgen, die Naturnähe des

FFH- und Naturschutzgebietes „Davert“ weiter zu verbessern.

Dabei ist die Förderung folgender Maßnahmen einer naturnahen

Waldbewirtschaftung möglich:

• Vorbereitung der Umstellung auf naturnahe Waldwirt-

schaft(z.B. Untersuchungen, Analysen, Standortgutachten)

• der Umbau von standortfremden Beständen in stabile,

standortheimische Laub- und Mischholzbestände

• eine Bodenschutzkalkung, wenn damit eine Verbesserung

der Widerstandskraft der Wälder zu erwarten ist

• die Anlage, Gestaltung und Pflege naturnaher Waldränder

und Wallhecken

• eine Abwehr und Überwachung von Schadorganismen im Wald

• das Holzrücken mit Pferden

Dazu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

• Die Förderung schließt eine Anerkennung als Kompensations

maßnahme bei Eingriffen in Natur und Landschaft aus

• Nur standortheimische, herkunftsgesicherte Gehölzarten sind

förderfähig; ortsnahe Herkünfte sollen bevorzugt werden

• Kahlschläge über 0,3 ha Größe bedürfen einer besonderen

Genehmigung; Vor einer Bodenschutzkalkung muss das

Regio nalforstamt Münsterland die Unbedenklichkeit der

Maßnahme prüfen und anerkennen.

Die Höhe der Zuwendung von Maßnahmen der naturnahen

Waldbewirtschaftung richtet sich in erster Linie nach der Art

der Pflanzen oder des verwendeten Saatgutes:

• Der Förderhöchstbetrag für Laubholzpflanzungen und Wald-

randgestaltung liegt bei 5.800 €/ha.

• Eine Eichensaat kann mit max. 2.810 €/ha und eine Buchen

saat mit max. 1.640 €/ha gefördert werden.

• Für die Bodenvorbereitung können 180 €/ha gewährt werden

• Die Pflege einer geförderten Kultur ist zweimal zu jeweils

410 €/ha förderfähig.

• Beim Einzelschutz gegen Wild werden max. 400 €/ha gezahlt

Als Naturschutzmaßnahmen im Wald werden in der Davert

zusätzlich zu den zuvor beschriebenen Fördermöglichkeiten

weitere Zuwendungen gewährt, um dem besonderen

Status als FFH-Gebiet Rechnung zu tragen. In diesem

Zusammenhang fördert das Land NRW z.B. die Anlage,

Gestaltung und Pflege von Sonderbiotopen im Wald, den

dauerhaften Erhalt von Altholzanteilen, eine Hiebsunreifentschädigung

sowie den Schutz der Aufforstungen und

Naturverjüngungen gegen Wild:

Die zuvor aufgeführten Zuwendungen für Laubholzpflanzungen

können um 25 % aufgestockt werden.

Eine weitere Erhöhung des Förderbetrages für Laubholzpflanzungen

im Privatwald richtet sich nach der Baumart

und der zu erwartenden Ertragsklasse (Ekl.) und liegt

• bei Buche / Eiche je nach Ekl. zwischen 720 und 1.020 €/ha

• bei sonstigen Laubbäumen pauschal bei 410,00 €/ha

Der Ausgleichsbetrag zum dauerhaften Erhalt von Altholz

(bis zu 10 festgelegte Bäume/ha in über 120-jährigem

Laubholz) beträgt max. 1.800 €/ha. Zum Schutz der

Aufforstungen und Naturverjüngungen gegen Wild können

im Privatwald bis zu 1.020 €/ha gewährt werden. Alle

natürlichen und juristischen Personen des Privatrechts

sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts als Eigentümer

land- und forstwirtschaftlicher Flächen, aber

auch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse können die

Fördergelder beantragen beim:

Landesbetrieb Wald und Holz NRW,

Regionalforstamt Münsterland

Albrecht-Thaer-Straße 22, 48147 Münster,

Tel.: 0251 91797-440, Fax -470

- Manfred Stemmer, Regionalforstamt Münsterland -

Kontakt:

Forstbetriebsbezirk Sendenhorst: Frau Nordhues-Heese,

Tel.:02381-308186 o. 0171-5873063

Forstbetriebsbezirk Lüdinghausen: Herr Meyer,

Tel.:02593-950262 o. 0171-5872861

Forstbetriebsbezirk Senden: Herr Schulz:

Tel.: 02538-95083 oder 0171-5872862

Forstbetriebsbezirk Münster: Herr Wolf-Beckhoff,

Tel.: 02536-342760 o. 0171-5872863

Wir in der Davert

Vincent Sorg mit Campino (li.) und Kuddel (re.) von den

Toten Hosen bei der Arbeit für das Album „In aller Stille“.

Die Hofanlage bei Ottmarsbocholt direkt an der

Davert gelegen gleicht mit der Veranda eher einer

Ranch im Wilden Westen als einem typisch westfälischen

Bauernhof. Rund um Wald, Felder und Wiesen, so weit

das Auge reicht - Idylle und Natur pur. Nebst Kiebitz und

Käuzchen sind dort aber noch ganz andere Töne zu hören:

Mitten in der Pampa befinden sich im ehemaligen,

alten Bauernhof die Principal Studios, in denen erfolgreiche

Songs entstehen. „In aller Stille“ - so der Titel eines

hier im Jahr 2008 produzierten Albums einer populären

Düsseldorfer Punkrockband - wird es aber gelegentlich

ganz schön laut...

Die Toten Hosen in der Davert? Tatsächlich! Und wie Campino

und Kuddel von der Band wissen auch die Donots, H-

Blockx, Söhne Mannheims und etliche namhafte Musiker

mehr die besondere Lage zu schätzen. „Künstler brauchen

eine gute Platte, um eine Konzertkarte zu verkaufen“, sagt

Vincent Sorg (35), Toningenieur und Musikproduzent, der

zusammen mit Jörg Umbreit (47), ebenfalls Toningenieur,

als Mitbegründer der Principal Studios im Jahre 1990, leitet.

Beide haben Erfahrung als Bandmitglied, Sorg als Keyboarder

und Umbreit als Schlagzeuger. „Es gibt zwei Arten von

Musikern“, erklärt Sorg. „Die einen sind rastlos, für die ist

ein Tonstudio in einer Großstadt wie Berlin ratsam. Der andere

Typus will sich ein bisschen isolieren in der Abgeschiedenheit.

Das sind unsere Künstler, die gehen zum Beispiel

auch gerne in der Davert oder im Venner Moor spazieren.“

Die Principal Studios bieten professionelles Know-How und

modernste Top-Technik in sechs Tonstudios und sechs weiteren

Recording Rooms. Ein gemütlicher Aufenthaltsraum

mit Kino, ein Billardtisch, eine Küche und Gästezimmer für

die Künstler runden das Equipment ab. Zum Relaxen bieten

sich eine geräumige Veranda und ein weitläufiger Garten an.

Das gesamte Principal Studios-Team arbeitet und lebt mit

der Familie auf dem Hof, ist umweltbewusst und fühlt sich

mit der Natur verbunden. Ein neuer Garten wurde angelegt

und Bäume kultiviert. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach

sorgt für Solarstrom. Mit den Nachbarn wird der Kontakt

gepflegt. Dabei gab es damals bei der Unternehmensgrün-

dung eine Menge Stolpersteine aus dem Weg zu räumen:

von der Beantragung für die Nutzungsänderung des ehemaligen

Bauernhofs bis zur fehlenden Akzeptanz bei Behörden

und Unterstützung durch Banken („Da kommt

doch keiner hin…“). Die beiden Existenzgründer ließen

sich nicht entmutigen und glaubten an ihr Konzept. Der

Hof wurde in Eigenleistung und mit viel Herzblut umgebaut.

Der Erfolg gibt ihnen heute Recht. Lukrative Aufträge

und Anfragen aus europäischen Ländern landen

meist über Mundpropaganda quasi auf dem Mischpult.

Vincent Sorg bleibt bescheiden und bodenständig: „Wir

hatten persönliche Kontakte und eine gute Vernetzung,

die durch die Jahre entstehen. Jede große Band war auch

mal klein“, so die Firmenphilosophie. „Allein über Referenzen

kommt aber keiner weiter. Was wirklich zählt ist

Qualität, das sagen wir auch jungen Musikern, die oft zu

illusorisch sind.“

Welches Projekt als Nächstes ansteht, darf Sorg noch nicht

sagen, nur: „Wir haben interessante Sachen in der Pipeline“.

Warten wir es ab – in aller Stille…

- Beate Look, Münster -

Die Donots beim Heimspiel auf dem

Oberen Marktplatz in Ibbenbüren zu

ihrem 10-jährigen Bestehen

Eine gute Adresse für

Musikkünstler

Idylle pur – Die Principal Studios im ehemaligen Bauern hof.

Infos unter www.principal-studios.de

Vincent Sorg kennt sich

mit Höhen und Tiefen

aus. Zig Knöpfe und

Regler am Mischpult

sind für den Musikproduzenten

ein Handwerkszeug,

das er perfekt

beherrscht

Johannes Brockmann beim Staatsbesuch

des Schah von Persien 1957

Das „Brockmannhaus“, Hans Rikus

(unten li.), Renate Heitmann,

Johannes Deventer (oben re.)

und Ulrich Morick freuen sich

über die Biografie und auf den

Brockmann-Tag

Damals in der Nachkriegszeit gehört er zum Kreis

der bundesweit bekannten Landespolitiker. Als

Mitglied des Parlamentarischen Rats ist er einer der Väter

des Grundgesetzes. Als Gemeindevorsteher in Rinkerode

leistet er beispielhafte kommunale Aufbauarbeit

und leitet die Volksschule im Dorf. 1945 gründet er die

wiederbelebte Zentrumspartei mit. Von 1946 bis 1958 ist

er Fraktionsvorsitzender seiner Partei im NRW–Landtag.

Hohe Auszeichnungen - wie der ihm 1953 verliehene

päpstliche St. Gregorius-Orden und das 1958 verliehene

Große Bundesverdienstkreuz mit Stern - zeugen von den

Verdiensten. Seit 1957 ist er Ehrenbürger von Rinkerode:

Johannes Brockmann, der sein Leben der Politik und

dem Gemeinwohl widmete.

Am 3. Oktober wird ihm zu Ehren auf dem Biolandhof

Deventer in der Bauerschaft Altendorf von 11 bis

18 Uhr ein Brockmann-Tag veranstaltet. Nebst original

aufgezeichneten Tonbandreden werden Urkunden, geschichtliche

Dokumente und Bilder des Ehrenbürgers

präsentiert. Familie Deventer lädt zur Erkundung ihres

Hofes und Biohofladens ein. Für das leibliche Wohl wird

gesorgt. Die mobile Saftpresse presst aus mitgebrachten

Äpfeln frischen Apfelsaft. Dorfbewohner und Interessierte

aus der Region sind herzlich willkommen. Warum

der Brockmann-Tag hier veranstaltet wird, ist nicht

zufällig: Die teilweise als Wohnung ausgebaute Scheune

auf dem Hof von August Deventer, einem Sohn seines

alten Freundes Anton Deventer, dient Brockmann seit

1949 als Rückzug und später als idealer Ruhesitz bis zu

seinem Tod am 14. Dezember 1975. Heute befindet sich

am „Brockmannhaus“ der Biohofladen von Johannes

Deventer, ein Patenkind des Politikers.

Der Heimatverein Rinkerode nimmt den besonderen

Werdegang des damaligen Bewohners zum Anlass, erstmalig

die Biografie „Johannes Brockmann – Leben und

Wirken des Rinkeroder Ehrenbürgers“ herauszugeben,

welche nach Manuskripten von Walter Ontrup mit Hilfe

von Renate Heitmann, erste Vorsitzende des Heimatvereins,

Hans Rikus und Ulrich Morick druckfrisch entstanden

ist. Im Jahre 1913 kommt der gebürtige Paderborner

als Junglehrer nach Rinkerode. Als Brockmann aus dem

Ersten Weltkrieg zurückkehrt, engagiert er sich in örtlichen

Vereinen, im Kirchenvorstand und im Verband

der katholischen Lehrer auf Landes- und Reichsebene.

Bereits 1924 ist er Mitglied des Gemeinderats, der Amtsvertretung

Wolbeck und des Kreistages Münster. Im Jahr

1926 zieht er in den preußischen Landtag, 1931 wird er

zum Gemeindevorsteher gewählt. Mit der Machtübernahme

durch die Nationalsozialisten 1933, verliert der

Junggeselle seinen Beruf und alle Ämter. Die Rinkeroder,

überwiegend Zentrumsanhänger, sind bis zu den Reichstagswahlen

im März 1933 resistent gegen den Nationalsozialismus.

Während der Nazi-Diktatur, in der auch Zentrumspolitiker

verfolgt werden, kann Brockmann bis 1944

in Rinkerode im Schutz seiner Freunde und wohl gesinnter

Dorfbewohner unauffällig leben. Nach dem Attentat

vom 20. Juli wird auch er verhaftet, aber nach zwei Monaten

frei gelassen. Nach dem Einmarsch der Amerikaner

1945 übernimmt Brockmann erneut die Amtsgeschäfte

als Bürgermeister und Schulleiter. In Rinkerode trifft

sich ein Gesprächskreis alter Zentrumspolitiker, der im

Sommer 1945 eines der Hauptzentren der wiederbelebten

Partei wird. Von September 1945 bis zur Gründung von

NRW im April 1946 ist Brockmann Generalreferent für

Kultus in der provisorischen Provinzialregierung. Nach

Wiederbegründung des Zentrums ist er stets im Vorstand

der Partei, 1952 bis 1969 alleiniger Vorsitzender der Gesamtpartei

und von 1953 bis 1957 Mitglied im Deutschen

Bundestag. Seine Mitgliedschaft im Gemeinderat und

der Amtsvertretung Wolbeck gibt er erst 1973 auf.

- Beate Look, Münster -

Wahl-aus Gleiwitz, Oberschle

Druckfrisch erschienen – die Brockmann-Biografie

Die Biografie „Johannes

Brockmann – Leben und Wirken

des Rinkeroder Ehrenbürgers“

vermittelt ein umfassendes

Bild der Person Brockmann

als Mensch und Politiker.

Das Buch ist mit erläuternden

Anmerkungen, einem Personenund

Sachregister sowie tabellarischer

Übersicht versehen.

Zusammen mit dem umfangreichen

Dokumenten- und Fotoanhang,

umfasst das Schriftstück 130 Seiten. Es ist beim

Heimatverein Rinkerode e.V., 48317 Drensteinfurt,

Telefon 02538-478 zu erwerben.

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