Barakuda Reiseangebote 2012 - Unterwasser

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Barakuda Reiseangebote 2012 - Unterwasser

p REISE

18 · u 3/12

Worauf man beim Höhlentauchen achten muss

c Die exakte Vorgehensweise

mit der Leine wird im »Trockentraining«

vermittelt. Dabei wird

ein Leinenparcours zwischen Bäumen

aufgebaut. Eine Hand an der

Leine, eine Hand über den Kopf

wird der Parcours mit verbundenen

Augen abgelaufen. Dabei

wird einem schnell klar, wie sich

ein Taucher in einer Höhle orientiert,

wenn die Maske verloren

gegangen, das Licht ausgefallen

oder auf Grund von starker Sedimentierung

keine Sicht mehr vorhanden

ist.

Der im Grundtauchkurs erlernte

Standard-Flossenschlag ist in einer

Höhle nur bedingt sinnvoll, da

damit leicht Sediment vom Höhlenboden

aufgewirbelt wird. Aber

auch die Blasen der Ausatemluft

lösen Partikel von der Höhlende-

Stalagmit oder Stalaktit?

Beide Tropfsteinformationen

gibt es hier im See

cke. Schwebstoffe sind der Feind

jedes Höhlentauchers und führen

schnell zu extrem schlechten

Sichtverhältnissen. Daher wird

der Weg zum Ausgang immer

durch eine durchgehende Führungsleine

markiert. Diese sind in

der Höhle entweder bereits verlegt

oder werden vom Höhlentaucher

beim Eintauchen von einer

Rolle (»Reel« oder »Spool«) ausge-

nen gewachsen, hatten sie nicht genug Zeit,

um mit ihren »bodenlebenden Brüdern«, den

Stalagmiten, zusammenzuwachsen.

Es geht tief hinab in ein dunkles Loch.

Bartelbewerte Fische schwimmen um die Taucher.

Einige Meter entfernt ist die Silhouette

eines größeren Fisches zu erkennen: ein Altwelt-Messerfisch

– ein bei Thailändern beliebter

Speisefisch. Bereits wenige Meter nach

dem Eingang herrscht völlige Dunkelheit.

Vorbei an unterschiedlichen Gebilden der Natur

führt ein festverlegtes »Reel« in großem

Bogen um den gewaltigen Stalagnaten herum,

um schließlich zurück zum zweiten Ausgang

zu führen. Das Licht der Lampen entlockt der

Höhle immer neue Gesichter. Zwerge, Riesen,

Elfen und Gnome entspringen den Kalksteinstrukturen.

Nichts für schwache Nerven.

Im Kopf entsteht ein Kinofilm und gaukelt

Dinge vor, die gar nicht sind. Ruhig achtet

Oliver darauf, dass sich keiner in der Gruppe

unbedacht bewegt und Sediment aufwirbelt

oder sich von der Leine entfernt. Nach einer

halben Stunde ist die Gruppe wieder wohlbehalten

zurück am Ausgangspunkt.

Nur nicht den Faden verlieren!

Um nicht nach jedem Tauchgang zurück

an Land fahren zu müssen, hat Oliver für

die Oberflächenpausen Wasser und thailändische

Reisgerichte besorgt. Nach dem

Mittag essen und einer geistigen »Auszeit«

lässt er den Tauchgang Revue passieren. Jeder

Handgriff und jeder Ablauf wird immer

und immer wieder geübt. Leinen verlegen

und sich daran orientieren steht auf der To

do-Liste. Direkt am Longtail-Boot, außerhalb

bracht. Um bei Kontaktverlust zur

permanenten Hauptleine zurück

zu finden, sind sogenannte »Safety-Reels«

wichtig. Sie sollten mindestens

50 Meter lang sein. Ebenso

muss ein »Primary-Reel« mit

zirka 80 bis 100 Meter Leine mitgeführt

werden, um eine temporäre

Verbindung zwischen Eingang

und der »Main-Line« schaffen zu

können. Offen gelassene Übergän-

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