KURZGESCHICHTEN - Geothermie

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KURZGESCHICHTEN - Geothermie

1 Geothermische Energie 55/2007


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Geothermische Energie 55/2007 2


Geothermische Energie Nr. 55, April.- Juni. 2007 2/4

Querschnitt

Querschnitt 04

Tiefe Geothermie Strom

Weltweit wächst die Erdwärmenutzung 06

Australiens Hot Dry Rock Dynamik 06

strom: Kurzgeschichten 08

Tiefe Geothermie Strom und Wärme

2D-seismische Untersuchungen für das

Geothermieprojekt Unterföhring bei München.

Interpretation einer Riffstruktur im Malm als

bevorzugtes Erschließungsziel für Thermalwasser

Franz Böhm, Franz Schwarz, Otto Kraus 14

Stadtwerke München vergeben Bohrauftrag für

Kraftwerk Sauerlach 16

strom und wärme: Kurzgeschichten 16

Thermalwasser und anderes

ASCAIM: Drei bayerische Gemeinden – ein

Projekt. 17

thermalwasser und anderes: Kurzgeschichten 18

Impressum

Geothermische Energie - Mitteilungsblatt der Geothermischen

Vereinigung e.V. - Bundesverband Geothermie / GtV-BV, Sitz

und Geschäftsstelle: Gartenstr. 36, 49744 Geeste, Tel.: 05907-

545, Fax: 05907-7379, e-mail: Geothermische-Vereinigung@tonline.de,

ISSN 0948-6615

REDAKTION:

Werner Bußmann, Gartenstr. 36, 49744 Geeste, Tel.: 05907-

545, Fax: 05907-7379, e-mail: wb@geothermie.de

ANZEIGEN:

Oliver Joswig, GtV-Service GmbH, Gartenstr. 36, 49744

Geeste, Tel.: 05907-545, Fax: 05907-7379, e-mail:

olli@geothermie.de

ABBBILDUNGEN:

Ascaim, Heinz Burkhardt GmbH & Co. KG, Rehau, Stadtwerke

München

SATZ:

Oliver Joswig, Medienbüro Werner Bußmann, Gartenstr. 36,

3 Geothermische Energie 55/2007

Oberflächennahe Geothermie

Erdwärme-Projekt „Co2-Erdsonde-Bensheim“

Privater Bauherr nutzt zur Beheizung seines

EFH geothermisches Potenzial durch die

innovative „CO2-Tiefensonde“ zum Betrieb

einer Wärmepumpe.

Bernhard Wenzel 19

Geothermisch gestütztes Kühl-/Heiz-

Verbundsystem Lagerei und Kühllogistik 23

Mehrzweck-Abwasserrohr mit Wärmekollektor

Michael Henze 25

oberflächennahes: Kurzgeschichten 27

oberflächennahes: Produkte 31

.... und mehr

Unternehmen 31

Leserbrief 33

gefunden 34

Finanzierung und Versicherung von

Geothermieprojekten schreiten voran

Geothermie-Konferenz in Freiburg. 35

3. Biberacher Geothermietag – Klimaschutz

durch Heizen und Kühlen mit oberflächennaher

Geothermie

Roland Koenigsdorff 36

Aktuelle Termine 37

GtVeV INTERN 39

Auszug aus dem Firmenverzeichnis 41

49744 Geeste, Tel.: 05907-545, Fax: 05907-7379, e-mail:

olli@geothermie.de

DRUCK:

Offset Feege, An der Schaftrift 22, 49716 Meppen, Tel.:

05931-18300, Fax: 05931-8276

Auflage dieser Ausgabe: 3.100 Exemplare

Bezugsbedingungen:

Der Bezug der "Geothermischen Energie" ist kostenlos für

- Mitglieder der Geothermischen Vereinigung,

- Fachbehörden, Bibliotheken, Fachhochschul- und

Hochschulinstitute (Nachweis erbeten)

Abo-Preis für vier Ausgaben: EUR 32.50. Das Abonnement

kann jederzeit schriftlich gekündigt werden und läuft nach erfolgter

Kündigung mit Auslieferung des 4. Heftes aus. Ansonsten

verlängert sich das Abo automatisch um weitere 4 Ausgaben.


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Mainz: Der umweltpolitische Sprecher

der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion,

Dr. Thomas Gebhart, hat

die Landesregierung aufgefordert, die

Beschlüsse des Landtages aus dem

Jahr 2005 zum Ausbau der Geothermie

(Erdwärme) konsequent umzusetzen.

Seine Fraktion, auf der Suche nach einer

landeseigenen Antwort auf die Herausforderungen

des Klimawandels, hatte

das Thema seinerzeit als auf die Tagesordnung

gebracht. In ihrer Antwort

auf eine Kleine Anfrage hat die Landesregierung

nun mitgeteilt, dass in der

Pfalz derzeit 26 Bergbauberechtigungen

für Vorhaben der Tiefen Geothermie

vorliegen, auf deren Basis konkrete Projekte

realisiert werden können. „In

Rheinland-Pfalz sind Voraussetzungen

für eine verstärkte Nutzung der

Geothermie zur Energiegewinnung

denkbar günstig,“ betonte Gebhard. In

der Erdwärme läge eine Zukunftschance.

Man müsse nur die richtigen Weichen

stellen. Gebhard verwies in seiner

Stellungnahme auch auf das Potenzial,

das in der Nutzung geothermischer

Wärme stecke. „Wenn wir jetzt handeln,

wird die Erdwärme in ein paar Jahren

einen guten Beitrag zu einem sinnvol-

querschnitt

len Energiemix in Rheinland-Pfalz leisten

können.“

Bozen: Die Gemeinde Bozen genehmigt

nur noch Gebäude, die den Kriterien

des Klimahauses A (entsprechend

einem Heizölverbrauch von 3 Litern pro

Quadratmeter) oder B (5 Liter) entsprechen.

Mehrkosten gebe es keine, da ja

sowieso nicht anders gebaut werden

dürfe, argumentierte Silvano Bassetti,

Stadtrat für Urbanistik, listig. Außerdem

muss jeder Neubau künftig 25% des

Energieverbrauchs und 50% des

Warmwasserverbrauchs aus erneuerbaren

Energien bestreiten.

Rotorua: Seit dem Einsturz eines

Wasserlochs auf dem Gelände der

Grundschule von Rotorua strömt unter

hohem Druck stehendes Heißwasser

an die Oberfläche. Zeugen des ersten

Ausbruchs sprachen von einer fünf Meter

hohen Fontäne. Die örtliche Feuerwehr

musste zur Hilfe gerufen werden,

um die Fluten einzudämmen. Direktor

John Neara freute sich, dass sich der

Querschnitt

Vorfall zu Ostern, also an einem schulfreien

Tag ereignet hätte. Eine wirkliche

Gefahr hätte aber nicht bestanden, da

sich der „Springbrunnen“ in einem eingezäunten

Bereich gezeigt hätte. Auf

jeden Fall würden seine Kollegen und

er die Gelegenheit beim Schopf packen

und Thermalwasser und Geothermie in

den Unterricht einbeziehen.

Tokio: Das japanische Energiegesetz

von 1997 hatte die Geothermie von der

Liste der zu fördernden Energieträger

gestrichen. Haushohe bürokratische

Hürden taten ihr Übriges. Die Entwicklung

von Erdwärme-Kraftwerken, die in

den Siebzigern und Achtzigern hoffnungsvoll

begonnen hatte, kam praktisch

zum Erliegen. Nun regt sich anscheinend

wieder geothermisches Leben

in einem Land mit schnell verfügbaren

Ressourcen, wie nur wenig andere

auf der Welt. Diese zeigen sich

schon allein daran, dass die in der Vergangenheit

gebauten Anlagen noch

heute etwa 10% des japanischen

Stroms bereitstellen. Da viele der interessantesten

Vorkommen jedoch in Nationalparks

liegen, ist an eine Nutzung

Geothermische Energie 55/2007 4


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Querschnitt

nur unter hohen und kostspieligen Auflagen

zu denken. Diese treiben die Preise

für eine Kilowattstunde in unwirtschaftliche

Höhen. Konventionelle geothermische

Kraftwerke scheiden also

aus. Interessant werden, einem Bericht

der Tageszeitung Yomiuri Shimbun

zufolge, daher Thermalwasservorkommen

mit Temperaturbereichen zwischen

100 – 200 °C, relativ kleine Anlagen

also, ausgestattet mit ORC- und

Kalina-Maschinen. Japans erste Anlage

dieser Art mit einer installierten Leistung

von 2 MW arbeitet seit 2004 am

geothermischen Dampfkraftwerk

Hatchobaru in Kokonoemachi in der

Präfektur Oita. Betrieben wird sie von

der Kyushu Electric Power Co. Vorgestellt

wurde nun ein Vorhaben im

Thermengebiet von Kusatsu in der Präfektur

Gunma. Genutzt werden soll dort

mit einer Kalina-Maschine eine

Wärmequellentemperatur von lediglich

96 °C. Aus offiziellen Kreisen des Wirtschaftsministeriums

hieß es außerdem:

„Wir starten die Diskussion mit Wissenschaftlern

und einschlägigen

Wirtschaftskreisen, wie wir die Lage der

Geothermie verbessern können.“ Und

beim Umweltministerium überlegt man,

ob die Geothermie nicht in eine C0 2 -

Minderungsstrategie passen könnte. Klimaänderungen

würden schließlich auch

die Nationalparks böse treffen.

5 Geothermische Energie 55/2007

Bern: Zunächst abgelehnt wurde ein

parlamentarischer Vorstoß des Nationalrats

Georges Theiler (FDP/LU),

zwischen 2008 und 2011 60 Millionen

Schweizer Franken (rund 37 Mio. Euro)

als Forschungskredit für die

Geothermie bereitzustellen. In seiner

Begründung erklärte der Bundesrat

Mitte März, man habe einen Monat zuvor

bereits eine Energiestrategie veröffentlicht,

die auch die Erarbeitung von

Aktionsplänen zur Förderung Erneuerbarer

Energien beinhalte. Auch solche

Maßnahmen wie die vorliegende würden

dabei geprüft. Entscheidungen seien

noch nicht getroffen. Auf Konkretes

könne man sich daher derzeit nicht einlassen,

hatte es geheißen. Erfolglos war

die Initiative dann doch nicht. Sie wurde

von der von der Energiekommission

(UREK) des Ständerates aufgegriffen,

der ihr Ende Mai in einer abgeänderten

Form einstimmig zugestimmt hat. Der

ist es ein wichtiges Anliegen, die

Geothermie-Forschung in Zukunft stärker

zu unterstützen. Die Verwendung

des in der Theilers Vorstoß genannten

Betrags erschien ihr allerdings unklar.

In der abgeänderten Fassung forderte

sie den Bundesrat daher, dem Parlament

einen detaillierten Rahmenkredit

für die Geothermie-Forschung vorzulegen.

Austin, Texas: Das texanische Repräsentantenhaus

beschloss die Einrichtung

eines Renewable Portofolio Standard

(RPS) Programms für erneuerbare

Energien. Einbezogen darin sind keine

Windkraftanlagen, für das bereits ein

eigenes Programm besteht. Das RPS

verpflichtet Stromanbieter, einen festgelegten

Prozentsatz der Lieferungen aus

erneuerbaren Quellen bereitzustellen

bzw. entsprechende Zertifikate zu erwerben.

Ziel der Maßnahme ist es, in

dem Bundesstaat bis 2015 500 neue

MW aus regenerativen Quellen zu initiieren.


Weltweit wächst die Erdwärmenutzung

Der Trend bestätigt sich: Bereits im vergangenen

Jahr lieferte die U.S.

Geothermal Energy Association (GEA)

Zahlen, die auf ein rapides Wachstum

beim Zubau geothermischer Kraftwerke

hinwiesen. Man brauchte nur die seinerzeit

bekannten neuen Vorhaben zu

addieren, um zu diesem Schluss zu

kommen. Die 2005 während des Geothermischen

Weltkongresses in Antalya

vorgelegten Prognosen gingen noch

von einem Anstieg der installierten Kapazitäten

von knapp 9.000 MW auf

10.000 MW aus. GEA-Chef Galwell ging

aber bereits ein Jahr später davon aus,

dass dieser Wert noch deutlich bis an

die 13.000 MW ansteigen werde.

Nun legte die GEA einen neuen Zwischenbericht

zum Stand der Dinge vor.

Der zeigt interessante Zahlen und Entwicklungen.

Auf der Basis der derzeit

vorliegenden weltweiten Daten ergibt

sich bis 2010 eine Steigerung der geo-

thermischen Kraftwerksleistungen um

55% gegenüber 2000 auf mindestens

13.500 MW.

Fast bemerkenswerter ist noch ein anderer

Vergleich. Im Jahr 2000 lieferten

in 21 Ländern Erdwärmekraftwerke

Strom in die Netze, 2010 werden 46

Staaten in die geothermische Stromliga

aufgestiegen sein, ein Zuwachs um

120%. Viele dieser Neulinge verfügen

nicht über die klassischen Heißwasserund

Dampfressourcen. Hier müssen,

wie in Deutschland oder bei den Nachbarn

in Österreich, Niedertemperaturkraftwerke

errichtet werden. Gab es

2005 in 15 Staaten Aktivitäten zum Bau

von Erdwärmekraftwerken, ist deren

Zahl in 2007 bereits auf 40 gestiegen.

Die Geothermie dringt weltweit in Märkte

vor, die ihr vor wenigen Jahren noch

weitgehend verschlossen schienen.

Es könnte auch noch „dicker“ kommen.

Mit knapp 2600 MW halten die USA

derzeit die Tabellenspitze. Es sieht ganz

Australiens Hot Dry Rock Dynamik

John Howard, konservativer Premierminister

von down under, ist kein Freund

erneuerbarer Energien. Er setzt auf Kohle

und Kernkraft. Allerdings mögen seine

Aussies nicht mehr so recht mitspielen.

Nun, in Wahlkampfzeiten, geht es

im jede Stimme. Das brachte ihn auf die

Idee, den Klimawandel mit Energiesparlampen

zu bekämpfen.

Aber natürlich nicht allein damit. 500

Mio. australische Dollar, das sind knapp

300 Mio. EUR, spendiert seine Regierung

für die Forschung und Entwicklung

von Methoden zur Reduktion von klima-

schädlichen Treibhausgasen. Allerdings

sind dafür nur knapp 45 Mio. Euro für

die Erneuerbaren Energieträger vorgesehen.

Der größte Betrag geht in die

Entwicklung von Clean-Coal-Technologien.

Für die Geothermie ist im Gegensatz

zu früheren Jahren nichts mehr

vorgesehen. Zwischen 2000 und 2006

waren insgesamt umgerechnet rund

16.5 Mio. Euro aus Bundesmitteln zur

Verfügung gestellt worden.

Solche Signale aus Canberra sind zwar

lästig, ungeachtet davon gewinnt aber

der australische Geothermie-Markt

Das Foto zeigt den Dampfseparator während des Haupt-Produktionstestes in der

Habanero #2 (Mai 2005).

Tiefe Geothermie Strom

danach aus, dass trotz des permanenten

Gegenwindes der Bush-Administration,

sich die Zubauzahlen binnen weniger

Jahre verdoppeln. 5200 MW entsprechen

4 großen Kernkraftwerken.

Damit sind aber die Möglichkeiten noch

lange nicht ausgereizt und neue Technologien

wie die Enhanced Geothermal

Systems (EGS) noch überhaupt nicht in

Betracht gezogen. Dabei hatte eine

auch mit Unterstützung europäischer

Wissenschaftler erstellte Studie des MIT

solchen Systemen enormen Chancen in

den USA eingeräumt. Die Politik der

westlichen Bundesstaaten, egal von

welcher Partei dominiert, setzt bei ihren

Entscheidungen daher verstärkt auf die

eigenen geothermischen Ressourcen.

In diesem Fall kümmert sie der Mann

im Weißen Haus so wenig wie der Mann

im Mond. Die Bush-Leute gelten als Repräsentanten

der alten Industrie. Das

Herz der neuen schlägt woanders.

mehr und mehr an Dynamik. Mittlerweile

geht man davon aus, dass die Wirtschaft

bis 2012 rund 500 Mio. australische

Dollar (gut 300 Mio. Euro) in die

Exploration von geothermischen Ressourcen

investieren wird. Dahinter steht

eine kontinuierlich wachsende Industrie,

auch mit vielen Beteiligten aus dem

klassischen und einflussreichen Bergbau-

und Energiesektor. Dafür Geld an

den Börsen einzusammeln scheint kein

Problem.

Ob das wiederum dem Kabinettstisch lästig

gewesen oder nicht? Egal. Jedenfalls

rang sich die Regierung zu der Prognose

durch, die Geothermie könne bis

2050 bis zu 10% zur Deckung des Energiebedarfs

des Landes beitragen. Die

Gemengelage Wahlkampf, Klimadiskussion

und beharrliches Lobbying

brachte schließlich Geothermie-Industrie

und Regierung an einen Tisch:

Ende März trafen sich zwei Minister mit

den Hauptakteuren aus der Industrie zu

einem ersten Roundtable. Das wichtigste

Ergebnis war ein Versprechen: Es

wird ein langfristiges Rahmenprogramm

zur Entwicklung der Geothermischen

Industrie aufgestellt, in dessen Zentrum

die HDR-Technologie stehen soll. Adrian

Williams, Chef von Geodynamics,

dem Unternehmen, das im Cooper

Basin das weltweit größte HDR-Vorhaben

entwickelt, wertete das Gespräch

als einen bemerkenswerten Fortschritt.

Umweltminister Turnbull hoffte sogar,

dass geothermische Kraftwerke einen

Geothermische Energie 55/2007 6


Tiefe Geothermie Strom

wichtigen Beitrag zur Reduzierung des

australischen CO 2 -Ausstoßes leisten

können. Im Cooper Basin geht es auf

jeden Fall voran. Geodynamics erwartet

die erste Stromlieferung aus einer 40

MW-Anlage (HotRock40) Ende 2010.

Bis 2015 möchte man am Standort insgesamt

500 MW installiert haben. Bereits

ein Jahr früher könnte das

Paralana-Kraftwerk von Petratherm und

Beach Petroleum in Süd-Australien den

Betrieb aufnehmen. Die 7.5 MW Anlage

wäre dann das erste kommerzielle

HDR-Kraftwerk weltweit.

Vielleicht gelingt der Versuch der Regierung

ja, verlorenes Terrain zurück zu

gewinnen. Die Bundesstaaten gehen inzwischen

längst eigene Wege und fördern

die HDR-Entwicklung auf ihre Weise

– und profitieren davon.

Geographische Lage des HFR-

Projektes im Cooper Basin. Das Foto

zeigt die Bohrung Habanero #1, die

2003 fertig gestellt wurde. Die helle

Fläche auf der anderen Seite der Straße

zeigt die Lage an der sich Habanero #2

heute befindet.

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7 Geothermische Energie 55/2007

In Victoria waren Anfang des Jahres insgesamt

dreizehn Gebiete entlang der

Küstenlinie für die Exploration für HDR-

Kraftwerke ausgeschrieben worden. Insgesamt

zwanzig Unternehmen hatten

sich daraufhin beworben. Sechs von

ihnen waren erfolgreich: Greenearth

Energy Ltd. (2), Granite Power Ltd. (1),

Geogen Victoria Pty Ltd (3), Hot Rock

Ltd. (4), Karoon Gas Australia Ltd (1),

Torrens Energy Ltd. (2). Die

Aufsuchungsgebiete decken Flächen

zwischen 5.000 bis fast 10.0000 km² ab.

Die Einnahmen aus den Lizenzen betrugen

umgerechnet rund 47 Mio. Euro.

West-Australiens Premierminister Alan

Carpenter kündigte an, einen Fonds mit

einem Umfang von umgerechnet rund

22 Mio. Euro zur Förderung von Klima

schonenden Technologien bereitzustellen.

Vor allem die Geothermie, im speziellen

das Hot-Dry-Rock-Verfahren, soll

nach Vorstellung des Premiers dazu

beitragen, die Abhängigkeit des

Bundesstaates von fossilen Ressourcen

zu reduzieren. Die Mittel sollen Unternehmen

aus dem Bereich der erneuerbaren

Energien bei Vorhaben in Forschung

und Entwicklung unterstützen.

Wenn es nach Carpenter ginge, blieben

die Uran-Vorräte in seinem Bundesstaat

dort wo sie sind, im Boden. Kernenergie

ist für ihn keine Option. Eine solche

Haltung stößt in Canberra verständlicherweise

sauer auf. Noch ein weiteres

Problem hofft Carpenter mit Hilfe der

Geothermie entschärfen zu können: Die

Region leidet unter zunehmender Wasserknappheit.

Deswegen sollen Meerwasserentsalzungsanlagen

errichtet

werden. Geothermischer Strom könnte

sie antreiben.

Das australische Geothermie-Fieber hat

selbst den südlichsten Bundesstaat,

Tasmanien, erreicht. Im Werten der Insel

verfügt KUth Energy über ein

Aufsuchungsgebiet von über 12.000

km2. Die Erschließung der Ressourcen

soll in einer Tiefe von über 5000 m erfolgen.

In der gleichen Region auch die

Geothermal Energy Tasmania Pty Ltd

aktiv, eine Tochter des auf Nickel spezialisierten

Bergbauunternehmens

Allegiance Mining NL aktiv.

Nur in den von Canberra aus direkt verwalteten

Northern Territories tut sich

geothermisch nichts.

Der Labour-Opposition liefert eine solch

zurückhaltende Regierung interessante

Steilvorlagen. Oppositionsführer

Kevin Rudd versprach Ende Mai, der

einschlägigen Industrie umgerechnet

rund 31.5 Mio. EUR für die HDR-Exploration

bereitzustellen. Daraufhin schossen

die Aktien der an der Börse notierten

Unternehmen Geodynamics,

Greenrock, Torrens Energy, Geothermal

Resources und Petratherm zwischen 8

und 28% in die Höhe. Auf dem Parkett

scheint also der Wahlsieger schon festzustehen.

Petratherm wird inzwischen von kalifornischen

Global Power Solutions beraten,

die weltweit bei der Entwicklung von

rund 5000 MW geothermischer

Kraftwerksleistung ihre Finger im Spiel

hatte. Dieser Schritt macht deutlich,

worauf es den Aussies auch noch ankommt:

Der riesige heimische Markt ist

nur ein Teil des Geschäfts. Die Welt ist

das Ziel. In China, Spanien, Ungarn und

in Deutschland sind Unternehmen von

down under bereits aktiv.


Santiago d. C.: Italiens Ministerpräsident

Romano Prodi äußerte anlässlich

eines Besuchs Ende März in Chile Interesse

an Investitionen in dem südamerikanischen

Land. Dabei ging es ihm

vor allem um Geothermie und Wasserkraft.

„Auf diesen Gebieten verfügt Italien

über die am weitest entwickelten Erfahrung

weltweit, “ betonte er gegenüber

Staatspräsidentin Michelle Bachelet.

Bruchsal: Das Bruchsaler Geothermie-

Kraftwerk wird eine Kalina-Turbine aus

der Produktion der Siemens AG erhalten.

Feldkirchen: Der Landkreis München

ist längst geothermisch in Bewegung

geraten. Ende April beschloss der Feldkirchener

Gemeinderat eine Vereinbarung

mit den Nachbarn von Aschheim

und Kirchheim, mit der die Vorbereitungen

für Aufsuchungsmaßnahmen im

Erlaubnisfeld der Kommunen aufgenommen

werden können. Die Gründung

einer Projektgesellschaft ist für den

Herbst vorgesehen, wenn sich aus den

anstehenden Voruntersuchungen eine

wirtschaftliche Tragfähigkeit ergeben

sollte.

Landau/Pfalz: Ende Mai wurde der

Grundstein für das Betriebsgebäude des

Kraftwerks in Landau gelegt. Ab Oktober

sollen Strom und Wärme fließen. 16

Millionen Euro investierte geo x, ein

Gemeinschaftsunternehmen von Pfalzwerke

und Energie Südwest in die Anlage.

Ihre rund 3.5 MW installierter Leistung

reichen aus, Strom für umgerechnet

gut 6000 Haushalte zu liefern. Zusätzliche

werden rund 300 Abnehmer

um die Anlage herum mit Wärme aus

der Erde versorgt. Umweltministerin

Margit Conrad (SPD) nahm das Ereignis

zum Anlass, das Kraftwerk als „wegweisend

für ganz Deutschland“ herauszustellen.

Der umweltpolitische Sprecher

der CDU-Landtagsfraktion, Thomas

Gebhart, forderte von der Landesregierung,

die Förderung von Erdwärme

als Ziel in den LEP IV aufzunehmen.

Trebur: Auf dem Gebiet der südhessischen

Kommune plant die Firma

EGE Everlasting Geo Energies den

Bau eines geothermischen Kraftwerks

in einer Größenordnung von rund 3.5

MW. Die Anlage könnte frühestens 2010

ihren Betrieb aufnehmen. EGE verfügt

in der Region über ein rund 70 km 2 großes

Erlaubnisfeld, das auch weitere

strom: KURZGESCHICHTEN

Städte und Gemeinden der Region wie

Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg

oder Rüsselsheim umfasst. Seitens der

Gemeinde zeigte sich bislang insbesondere

Bürgermeister Jürgen Arnold skeptisch.

Da spielen wohl die Nachrichten

von Basler Beben eine Rolle und eine

gewisse Furcht, Bohrarbeiten könnten

die Rheindeiche gefährden. Bei den

zuständigen Hessischen Behörden sieht

man solche Probleme allerdings nicht.

In seiner Sitzung vom 04.05.2007

schloss sich der Rat dann einstimmig

einem Antrag der SPD-Fraktion an, der

u. a. die Nutzung der Geothermie befürwortet

und gab seine Zustimmung,

dass EGE in seinem Erlaubnisfeld nach

Erkundungsmaßnahmen durchführen

darf.

Windischeschenbach: Das mit rund

9000 m tiefste Loch des Landes findet

sich in der Oberpfalz. Die Kontinentale

Tiefbohrung (KTB) hat als Forschungsvorhaben

wichtige Erkenntnisse

für die Geowissenschaften gebracht.

Der markante Bohrturm steht immer

noch, ist Mittelpunkt eines öffentlichen

Informationszentrums und das Gelände

wird immer noch für Forschungsaktivitäten

genutzt. 260 °C heiß ist es

unten und inzwischen gibt es seitens

des Fördervereins und der bayerischen

Staatsregierung Überlegungen, diese

Temperaturen auch energetisch zu nutzen.

Tecuamburro: Der staatliche Energieversorger

Inde lancierte unlängst eine

internationale Ausschreibung zur geophysikalischen

Erkundung des geothermischen

Felds von Tecuamburro. Das

Land verfügt über zwölf bekannte Felder

mit einer Gesamtkapazität von mindestens

480 MW. Schätzungen gehen

dahin, dass aus „klassischen“ Ressourcen

(Dampf und Heißwasser) bis zu

1000 MW erschlossen werden könnten.

Derzeit befinden sich zwei von der usamerikanisch-israelischen

Ormat betriebene

Kraftwerke in Zunil und Amatitlan

mit einer installierten Leistung von 33

MW am Netz. Der wachsende Energiebedarf

des Landes erfordert einen jährlichen

Zubau von ca. 125 MW neuer

Kapazitäten. In den nächsten 4-5 Jahren

sollen davon aus geothermischen

Quellen bis zu 150 MW hinzukommen.

Dafür werden zwei weitere Felder, San

Marcos und Moyuta, in Angriff genommen.

Strom aus Guatemalas geothermischen

Ressourcen ist mit umgerechnet

1.1 Eurocent pro Kilowattstunde

äußerst günstig (Wasserkraft 4.4 – 4.7

Tiefe Geothermie Strom

Cent/kWh, Fossiles von 6.6 – 14.7 Cent/

kWh) zu haben. Kein Wunder also, dass

sich das Land aus der Abhängigkeit von

Brennstoffeinfuhren lösen möchte und

nun verstärkt auf Erdwärmekraftwerke

setzt. Die Entwicklung dieses Marktes

hat neben dem Platzhirsch Ormat und

einheimischen Unternehmen inzwischen

eine ganze Reihe weiterer Interessenten

aus Italien, Spanien, Japan,

der Türkei und Russland mobilisiert.

Indiens National Thermal Power Corp.

(NTPC) plant den Bau eines ersten 30

– 50 MW Kraftwerks als Teil seiner

Diversifizierungsstrategie. Für das Vorhaben

kommen drei Standorte in den

am Himalaja liegenden Bundesstaaten

Uttarakhand, Himachal Pradesh und

Ladakh in Frage. Die geothermischen

Ressourcen des Landes sind weitgehend

identifiziert. Sie verteilen sich über

den gesamten Subkontinent. Für die

Regionen am Himalaja hatte es allerdings

bereits in der Vergangenheit konkrete

Pläne für den Bau von kleineren

Kraftwerksanlagen gegeben.

Sarulla: Mit der Kyushu Electric Power

Co. soll ein weiterer Partner zum

derzeit weltweit größten Geothermie-

Projekt hinzu stoßen. In der Region

Sarulla im Norden Sumatras planen die

indonesische PT Medco Energie

Internasional TbK, die us-amerikanische

Ormat Technologies und die japanische

Itochu Corp. den Bau eines

330 MW umfassenden Kraftwerks mit

einer Investition von umgerechnet rund

445 Mio. Euro. Die Anfrage an Kyushu

Electric Power, sich in das Team einzubinden,

gründet sich auf den Erfahrungen

des Unternehmens im Betrieb derartiger

Anlagen. Das Feld von Sarulla

hat nach Ansicht der Projektgruppe ein

erschließbares Gesamtpotenzial von bis

zu 1000 MW zu bieten.

Hafnarfjordur: Billiger Strom aus Wasserkraft

und Geothermie für die

Aluminiumproduktion? Weltweit schichtet

die Industrie um und möchte ihre

Betriebe auf die Insel am Nordpolarkreis

verlagern. In Hafnarfjordur, südlich der

Hauptstadt Reykjavik und mit 25.000

Einwohnern eine der größten Kommunen

des Landes stimmten am

01.04.2007 50.3% der Wahlberechtigten

gegen Ausbaupläne des kanadischen

Aluminium-Herstellers Alcan Inc.

Geothermische Energie 55/2007 8


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Tiefe Geothermie Strom

und stoppten damit eine Investition von

knapp 900 Mio. Euro. Diese Entscheidung

hat nachhaltige Auswirkungen auf

das Alcan und Island. Die Kanadier,

weltweit Nummer Zwei in der Aluminium-Produktion,

haben jedenfalls durchblicken

lassen, sie könnten die Insel verlassen,

auf der man seit bereits über 40

Jahren mit einer Schmelze vertreten ist.

Es kamen daher auch gleich Fragen auf

nach der Zukunft von Plänen der US-

Unternehmen Alcoa Inc. und Century

Aluminium Co. Deren Vertreter verwiesen

allerdings auf den Rückhalt, den ihre

Projekte in der Bevölkerung der betroffenen

Kommunen hätten. Von Vertretern

aus Politik und Finanzwelt wurden

Befürchtungen laut, das durch den Aluminium-Boom

ausgelöste Wirtschafts-

Wachstum könne nun gebrochen werden.

Reykjavik: Nach der Aluminiumindustrie

nun auch das World Wide

Web? Server Farmen sind Cluster von

vielen Servern, die zu einem logischen

System miteinander vernetzt sind. Sie

ermöglichen eine zentrale Administration,

bewältigen enorme Datenmengen

und sind durch Hinzufügen neuer Server

beliebig erweiterbar. In der IT-Welt

sind sie nicht mehr wegzudenken. Hunderttausend

Server und mehr an einem

Ort konzentriert benötigen aber voller

allem eines, um funktionieren zu kön-

9 Geothermische Energie 55/2007

nen: elektrischen Strom. Und der soll

möglichst preiswert zu haben sein und

muss immer sicher zur Verfügung stehen.

Der weltweit größte Netzwerkausrüster

Cisco und Bill Gates Microsoft

haben deshalb Islands Ressourcen ins

Visier genommen. Beide Unternehmen

führen gegenwärtig Gespräche mit

Orkuveita Reykjavíkur, einem der

größten Energieversorger des Landes.

Mit Wasser und Geothermie bieten die

Insel unerschöpfliche, sichere und

preisstabile Energiequellen, also gerade

das, was ihre Farmen am dringendsten

benötigen. Die Zusammenarbeit

von Erneuerbaren Energien und den

Servern ist eigentlich nichts Neues.

Ciscos englische Farmen werden klimafreundlich

versorgt, nur bei den Einrichtungen

in den USA hinkt man mit einem

Versorgungsgrad von lediglich 20% hinterher.

Auch Yahoo, Microsoft und

Google holen sich schon längst Energie

aus Wind und Wasser. Bei

Eemshaven in den Niederlanden baut

Google massiv zu. 100 000 Server brauchen

30 MW. Einige davon werden

Windkraftwerke liefern. Nun also auch

Island.

Reykjavik/Karlsruhe: In Island gibt es

ehrgeizige Pläne. Ein gemeinsames

Forschungsprojekt der isländischen

Energiebehörde Orkustofnun, der nationalen

Energiegesellschaft Landisvirkjun,

und den regionalen Energieversorgern

Orkuveita Reykjavíkur und

Hitaveita Suðurnesja soll bis in 5000

m Tiefe vordringen, in denen Temperaturen

bis zu 600 °C und weitaus höhere

Drücke erwartet werden als in den derzeitigen

auf Island üblichen Bohrtiefen

um 2000 m. Auf der Insel selbst könnte

all der Strom, der sich damit produzieren

ließe, überhaupt nicht verbraucht

werden. Die Idee, die hinter diesem Unternehmen

steckt, ist, die Energie per

Unterseekabel auf den Europäischen

Markt zu liefern. Wie zu hören war, interessiert

sich auch die Energie Baden-

Württemberg (EnBW) für dieses Vorhaben.

Es hat erste Gespräche gegeben,

die allerdings wohl zunächst ohne

konkrete Ergebnisse geblieben sind.

Reykjavik/Washington: Islands Präsident

Ólafur Ragnar Grímsson war Anfang

April auf geothermischem Staatsbesuch

in den USA. In Washington diskutierte

er die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit

zwischen beiden Ländern

zur Entwicklung der geothermischen

Ressourcen der Vereinigten

Staaten. Die Gespräche sind im Zusammenhang

zu sehen mit den jüngst erklärten

Absichten der isländischen

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Glitnir Bank, verstärkt in den USA in

geothermische Kraftwerke zu investieren.

Zur Sprache kamen dabei aber

auch die Einrichtung eines Internationalen

Universitäts- und Forschungszentrums

für Geothermische Energie auf

ehemaligem amerikanischem Stützpunktgelände

im isländischen Keflavik.

Olkaria: Kenias Energieversorger

KenGen hat mit den Bohrarbeiten für

die 4. Ausbaustufe des Kraftwerkskomplexes

in Olkaria begonnen. Insgesamt

sechs Tiefbohrungen werden von

der chinesischen Great Wall Drilling

Company in den kommenden Monaten

abgeteuft. Das 70 MW Kraftwerk soll

binnen 12 Monaten fertig gestellt werden.

Derzeit befindet sich am Standort

eine Kraftwerksleistung von 130 MW am

Netz. Die kenianische Regierung plant

einen weiteren Ausbau der geothermischen

Kapazitäten im Lande. Alle zwei

Jahre soll eine neue 70 MW Einheit ihren

Betrieb aufnehmen. Bis 2020 sollen

so mindestens 400 MW zusammenkommen.

Canakkale: Die Enda Energie Holding

aus Izmir plant in Canakkale die Errichtung

eines geothermischen Kraftwerks.

Das teilte der Chef der Gruppe, Sinasi

Ertan, Ende April mit. In einem ersten

Schritt sei der Aufbau einer installierten

Leistung von bis zu 15 MW vorgesehen.

Kampala: Die britische Power

Planning Associates Ltd. (PPA) legte

Ende März eine Studie zu den geothermischen

Ressourcen in dem ostafrikanischen

Land vor. Im Ergebnis reduziert

sich die die zu installierende Leistung

auf ungefähr 40 MW. Das steht im Gegensatz

zu früheren Untersuchungen

aus den 1950er und 1970er Jahren, in

denen von einem Potenzial von rund

450 MW ausgegangen wurde. Der einzig

nach PPA übrig gebliebene Standort

liegt in Katwe, im Westen Ugandas.

Außerdem kam man zu dem Ergebnis,

dass die zur Erschließung des Vorkommens

und für den Bau eines Kraftwerkes

umgerechnet rund 100 Mio. Euro

investiert werden müssten. Die Gutachter

plädierten daher eher für den Bau

eines neuen Wasserkraftwerks.

Ortaháza: Erfolgreiche Tests beim ungarisch-australischen-isländischenGemeinschaftsprojekt

in Ortáhaza. In der

3156 m tiefen Erkundungsbohrung

Ortáhaza 5 wurden die erwarteten 146

°C bei Fließraten von 1.100 – 1.200 m 3

angetroffen. Nun geht man davon aus,

am Standort ein geothermisches Kraftwerk

von 2-5 MW errichten zu können.

Das Vorhaben wird durch die Weltbank

finanziell unterstützt. Die Gruppe aus

MOL (Ungarn), Green Rock Energy

(Australien) und ENEX (Island) plant die

Errichtung einer Reihe weiterer vergleichbarer

Anlagen an geeigneten

Standorten im Pannonischen Becken.

Derzeit ist man daher auch mit der Auswahl

einer Lokation für weitere Tests

befasst.

Washington, D. C.: Auf eine neue Facette

im us-amerikanischen

Geothermie-Mobbing verwies Ende

April Karl Galwell, Chef der

Geothermal Energy Association GEA.

2005 verabschiedete der Kongress das

Energy Policy Act (EPAct). Es definiert

Ziele für die heimischen Energieträger

und macht den Weg frei für Steuererleichterungen

und andere Unterstützungsmaßnahmen.

In zwei Jahren

hätten es die Washingtoner Bürokraten

nicht geschafft, die entsprechenden

Ausführungsbestimmungen auf die Reihe

zu bringen, klagte Galwell. Nutzlose

Zeit würde verstreichen und die Absichten

des Gesetzes würden hintertrieben.

Gleichzeitig lobte er das Bureau of Land

Management (BLM) für die Absicht, eine

die Bundesstaaten übergreifende Umweltstudie

für die Nutzung geothermischer

Energie erstellen zu lassen. Dahinter

verbirgt sich das Ziel, verstärkt

öffentliches Land für solche Zwecke

bereitzustellen. Galwells Protest scheint

geholfen zu haben. Das BLM beeilte

sich mitzuteilen, dass die entsprechenden

Regularien mit dem 01. Juni 2007

in kraft gesetzt werden würden.

Im Mai hatten einige Vertreter der geothermischen

Industrie Gelegenheit, in

einer Anhörung des Unterausschusses

für Energie und Umwelt noch einmal ihre

Position zur Streichung sämtlicher

Forschungsmittel vorzutragen. Dabei

machte Ormat-Manager Paul Thomson

klar, dass derzeit rund 3000 MW neuer

geothermischer Kraftwerksleistungen in

verschiedenen Stadien der Planung und

Entwicklung auf der Realisierungs-

Agenda stünden. 10 000 neue Arbeitsplätze

würden entstehen, mehr als 5

Milliarden Euro investiert. Die Position

der Bush-Administration nannte er kurzsichtig

und sinnlos.

Im Senat verfügt die Geothermie über

einige einflussreiche Fürsprecher. Der

demokratische Senator Harry Reid (Ne-

Tiefe Geothermie Strom

vada), forderte Ende Mai, dass ein Teil

der 300 Mio. Dollar, die die Bush-Regierung

für die Forschung in den Bereichen

Erneuerbare Energien und

Energieeffizienz bereitstellen wolle, dafür

einzusetzen, endlich mit dem Ende

der Geothermie-Forschung Schluss zu

machen. Reid verlangte, dass für die

Geothermie Mittel mindestens in gleicher

Höhe wie im Haushaltsjahr 2006

bereitgestellt werden sollten. „Die

Geothermie hat das Potenzial, den

wachsenden Energiebedarf des Westens

(gemeint sind die westlichen amerikanischen

Bundesstaaten) auf saubere

und erneuerbare Weise zu decken,“

so der Senator. Reid und sein Kollege

John Ensign verlangten Anfang Juni in

einem Brief an Energieminister Samuel

Bodman erneut, den Weg zu Steuererleichterungen

für die Geothermie und für

Mittel für die Geothermie-Forschung

freizumachen. Zehn andere demokratische

und republikanische Parlamentsmitglieder

schlossen sich diesem Anliegen

an.

Inzwischen brachten drei weitere demokratische

Abgeordnete (Gerald

McNerney, Kalifornien, Nick Lampson,

Texas und Bart Gordon, Tennessee)

über das Repräsentantenhaus eine Gesetzesinitiative

ein, mit der für die

Geothermie zwischen 2008 und 2012 80

Mio. US$ Forschungsmittel zur Verfügung

gestellt werden sollen.

Akutan Hot Springs Alaska: Die geothermischen

Ressourcen des Akutan

Hot Springs Valley sollen bald für die

Stromproduktion genutzt werden können.

Als einer der ersten Schritte sind

für den Sommer Erkundungsflüge mit

Drohnen geplant.

Anchorage, Alaska: Bislang lagen die

republikanischen Senatsmitglieder Lisa

Minowski und Ted Stevens immer auf

einer Linie mit der Bush-Administration.

Doch nun suchten sie bei der demokratischen

Senatsmehrheit Unterstützung

gegen die Pläne des Präsidenten,

Forschungs- und Fördermittel für den

Ausbau von Geothermie, Wasserkraft

sowie Meereswellen- und Gezeitenenergie

zu streichen. Ausgerechnet in

diesen drei Disziplinen verfügt Alaska

über enorme Ressourcen, deren Erschließung

sie durch die Politik des

Weißen Hauses bedroht sehen. Die

Gelder für die Entwicklung Erneuerbarer

Energieträger fließen vor allem in die

einflussreichen republikanischen Kerngebiete

des „farm belts“ im Mittleren Westen.

Treibstoffe aus Mais und die energetische

Nutzung anderer Biomasse

versprechen hier zufriedene Wähler.

Alaskas Getreideernten halten sich in

Grenzen. Pech gehabt also? Senatorin

Geothermische Energie 55/2007 10


und Senator sehen das anders. Im

nördlichsten Bundesland der USA hat

ein regelrechter Run auf die geothermischen

Ressourcen des Landes eingesetzt.

In April und Mai ging bei der

Energiebehörde eine bis dahin nie da

gewesene Anzahl von Erschließungsanträgen

ein. Dazu gehören u. a. Lokationen

in Sitka, Kotzebue, Elim und

Nelson Island.

Cheena Hot Springs, Alaska: Ein

Feuer beschädigte das im August

2006 in Betrieb genommene Kraftwerk.

Ursache des Brandes war Funkenflug

bei Schweißarbeiten.

Dillingham, Alaska: Der nördlichste

Bundesstaat der USA kämpft mit steigenden

Energiekosten. Energieversorger

Naknek Electric

Association besinnt sich deswegen

auf alte Ideen. Bereits vor zehn Jahren

hatte man sich um die Erschließung

geothermischer Ressourcen gekümmert,

das Vorhaben aber wegen

der niedrigen Dieselpreise aufgegeben.

Inzwischen hat sich die Situation

drastisch geändert. Mittlerweile könnte

in der Region um die Bristol Bay

der Strom um 70% günstiger bereitgestellt

werden, verfügte man denn

über die Energie aus der Tiefe. Das

soll nun schleunigst nachgeholt werden,

denn die wirtschaftliche Entwicklung

ist durch das Strompreisdesaster

mehr oder weniger zum Erliegen gekommen.

Jetzt wird radikal umgestellt.

Im Februar wurde ein Bohrunternehmen

beauftragt, erste Probebohrungen

für ein 25-MW-Kraftwerk

niederzubringen. Die jetzigen Diesel-

Anlagen sollen verschwinden. Die insgesamt

25 Gemeinden, die durch die

Kooperative beliefert werden, werden

durch zwei insgesamt 725 km lange

Stromversorgungsnetze mit dem geothermischen

System verbunden.

Naknek investiert in die komplette Erneuerung

seiner Versorgungsstruktur

umgerechnet mehr als 150 Mio. EUR.

Manley Hot Springs, Alaska: Das

amerikanische Energieministerium

DOE sponserte aus dem Programm

Geo Powering the West eine Studie

zur Entwicklung der geothermischen

Ressourcen in der 100 Einwohner

Kommune 45 Flugminuten nördlich

von Fairbanks.

Mt. Spurr, Alaska: Ormat Technologies

hat einen Antrag für die Pacht von

Staatsland am Mt. Spurr gestellt, um

geothermische Ressourcen erschließen

zu können. Das Gebiet am Cook

Inlet nahe der Kamishak Bay war erst

kürzlich vom Department of Natural ANZEIGE

11 Geothermische Energie 55/2007


Resources dafür freigegeben worden,

genauso wie das benachbarte Augustine

Island.

Nome, Alaska: Das US-Energieministerium

DOE und die Alaska

Energy Agency AEA kofinanzieren eine

Studie mit dem Ziel, Abhilfe für die enormen

Stromkosten in der Stadt in West-

Alaska zu schaffen. Derzeit wird das

Netz mit Dieselaggregaten versorgt.

Rund 95 Kilometer von Nome entfernt

sprudelt heißes Wasser aus den Pilgrim

Hot Springs. AEA lässt derzeit untersuchen,

ob dort ein Kraftwerk installiert

werden könnte, dass Nome mit Strom

beliefert.

South Windsor, Connecticut: Maschinenbauer

UTC Power lieferte im vergangenen

Jahr die kleine Turbine für

das mit knapp 78 °C derzeit „kälteste“

geothermische Kraftwerk in Chena Hot

Springs Resort in der Nähe von

Fairbanks, Alaska. Die Anlage verfügt

über eine installierte Leistung von rund

200 kW. Seitdem wurde die Konzeption

in den USA mit mehreren Preisen bedacht.

Mitte April wurde bekannt, dass

UTC 135 dieser Aggregate an Raser

Technologies, Provo, Utah, liefern

wird. Raser plant den Bau mehrerer

geothermischer Kraftwerke im amerikanischen

Westen.

Los Angeles, Kalifornien: Die Pläne

des Amtes für Wasser und Energie der

Stadt Los Angeles, die geothermischen

Ressourcen am Salton See zu aktivieren,

sind wegen Straßenbauten und vor

allem geplanter Hochspannungsleitungstrassen

durch landschaftlich

sensible Bereiche und Naturparks von

verschiedenen Umwelt- und Bürgergruppen

kritisiert worden.

Sacramento, Kalifornien: Wenn Washington

bremst, muss man sich nicht

unbedingt aufhalten lassen. Der demokratische

Abgeordnete Jerry McNerney

brachte in das Parlament des Bundesstaates

eine Gesetzesvorlage ein, die

es Kalifornien ermöglichen soll, zukünftig

verstärkt Forschung und Entwicklung

geothermischer Vorhaben zu fördern.

Grass Valley, Nevada: Ormat

Technologies gab Ende Mai den

Abschluss eines Stromliefervertrages

mit der Nevada Power Company bekannt.

Die Laufzeit beträgt 20 Jahre.

Produziert werden soll der Strom in dem

bis Ende 2010 fertig zu stellenden Grass

Valley Geothermal Power Plant im

Lander County im Norden Nevadas.

Durch den neuen Vertrag kann die Kapazität

der Anlage von 18 auf 30 MW

aufgestockt werden. Vereinbarung und

Kraftwerksbau sind auch im Zusammenhang

mit Nevadas 2001 verabschiedeten

Renewable Portfolio Standard

(RPS) zu sehen. Dieses Gesetz verlangt,

dass bis Ende 2012 15% allen

Stroms, der in dem Bundesstaat ins

Netz gespeist wird, aus erneuerbaren

Quellen stammen muss.

San Francisco, Kalifornien: Für geothermischen

Strom aus Kalifornien gibt

es offensichtlich keine Absatzprobleme.

Beinahe jeden Monat wird der

Abschluss neuer langfristiger Lieferverträge

gemeldet. Im April teilte der

Energieversorger Southern California

Edison mit, 225 MW Strom vom dem in

Konkurs gegangenen Kraftwerksbetreiber

Calpine Corp. aus dessen Anlagen

in The Geysirs zu beziehen. Die

über zehn Jahre gelieferte Strommenge

entspricht dem Bedarf von 130.000

Haushalten. Im Mai zog Western

GeoPower nach. Das in Vancouver ansässige

Unternehmen hatte Mitte 2006

das Unit 15 Steam Field erworben, auf

dem bereits zwischen 1979 und 1989

ein Kraftwerk betrieben worden war. Die

reaktivierte Anlage soll ab 2010 rund

25.5 MW installierter Leistung bereitstellen.

Den dann erzeugten Strom wird die

Pacific Gas & Electric Company

Der Geothermiekongress 2007 in Bochum

29.-31.10.2007

www.dergeothermiekongress.de

Tiefe Geothermie Strom

(PG&E), San Francisco, abnehmen. Bei

dem im Mai abgeschlossenen Vertrag

ist auch eine mögliche Ausweitung der

Produktion auf 31.5 MW berücksichtigt.

Diese soll über kürzlich gepachtete zusätzliche

Flächen ermöglicht werden.

Auch Calpine war bei der PG&E mit einer

langfristigen Vereinbarung erfolgreich.

Für Calpine bedeutet diese Entwicklung

ein erfolgreiches Wiederauferstehen.

Ende Mai verkündete man ein

auf fünf Jahre geplantes Ausbauprogramm

in die 19 Anlagen in The

Geysirs mit einem Investitionsvolumen

von rund 150 Millionen Euro. Über 90

neue Bohrungen sollen abgeteuft werden,

vorhandene Kraftwerke saniert und

ausgebaut und zusätzliche Kapazitäten

von 80 MW geschaffen werden.

Klamath Falls, Oregon: Oregons Gouverneur

Ted Kulongoski stellte umgerechnet

rund 7.4 Mio. Euro für fünf

Energiedemonstrationsprojekte an

staatlichen Universitäten bereit. Aus diesen

Mitteln wird auch ein kleines geothermisches

Kraftwerk am Oregon Institute

of Technology OIT in Klamath

Falls gefördert. Die Anlage soll eine installierte

Leistung von 1 MW erhalten

und den gesamten Strombedarf des

Campus decken. Binnen sechs Jahren

soll sich das knapp 3 Mio. Euro teure

Vorhaben amortisiert haben. Auf dem

Gelände ist auch das Geo-Heat Center

zu finden, die amerikanische Institution

für Technologien zur Nutzung

geothermischer Wärme. Das GHC

selbst plant weitere Projekte, darunter

ein Ausbildungszentrum für

Oberflächennahe Geothermie für Techniker

und Planer und ein 200 kW Kraftwerk,

mit dem Wasser von relativ niedriger

Temperatur aus bereits bestehenden

Bohrungen für die Stromproduktion

eingesetzt werden soll. Hinzu kommen

u. a. noch zwei mit Erdwärme beheizte

Gewächshäuser sowie zwei Freilandteiche

mit Aquakulturen, ebenfalls mit

Geothermieanschluss.

Geothermische Energie 55/2007 12


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Tiefe Geothermie Strom

13 Geothermische Energie 55/2007

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Tiefe Geothermie Strom und Wärme

2D-seismische Untersuchungen für das Geothermieprojekt Unterföhring

bei München. Interpretation einer Riffstruktur im Malm als bevorzugtes

Erschließungsziel für Thermalwasser

Franz Böhm, Franz Schwarz, Otto Kraus

Vorwort:

Die Nutzung der tiefen hydrothermalen

Geothermie zur Wärmegestehung

bietet für die Gemeinde

Unterföhring die große Chance einer

nachhaltigen und umweltverträglichen

Energieversorgung. Die Investitionen

am Standort Unterföhring führen

in Zukunft zu einer verstärkten

Unabhängigkeit von ausländischen

Energieimporten und tragen gleichzeitig

zur kommunalen Wertschöpfung

bei.

Für die Gemeinde bedeutet dies nicht nur ein hohes Maß

an dauerhafter Versorgungssicherheit, sondern gleichzeitig

die Möglichkeit, durch die hohe Einsparung an CO²-Emissionen

einen wichtigen und notwendigen Beitrag zum Klimaschutz

zu leisten. Erfolgreich abgeschlossene sowie zahlreiche

in der Planung befindliche Geothermieprojekte im

Großraum München belegen, dass sich die Erschließung

von Erdwärme bereits zu einem zukunftsträchtigen Bestandteil

der kommunalen Energiepolitik gefestigt hat. In meinen

Augen und auch in der geschlossenen Meinung des Gemeinderates

ist das Geothermieprojekt als ein wichtiger

Meilenstein auf dem Weg zur Energievision, der sich

Unterföhring genau so wie der Landkreis verschrieben hat,

einzustufen.

Franz Schwarz

1. Bürgermeister Gemeinde Unterföhring

Durchführung von 2D-Seismik:

Im Zuge der geologischen Voruntersuchungen für die Errichtung

einer geothermischen Dublette zur Wärmeversorgung

in Unterföhring im Nordosten von München

wurden im November 2006 im Auftrag der Gemeinde

Unterföhring 2D-vibroseismische Untersuchungen mit insgesamt

ca. 11 km Profillänge durchgeführt. Hinsichtlich der

Vorerkundungen übernahm die Gemeinde Unterföhring mit

diesem Schritt eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von

hydrothermalen Geothermieprojekten im süddeutschen

Molassebecken.

Abb. 1: Seismische Messungen auf der Münchner Straße im

Ortszentrum von Unterföhring. Quelle: Erdwerk GmbH, 2007

Durch die neue 2D-Seismik in unmittelbarer Umgebung des

Bohrstandortes, sollten im Zuge der Voruntersuchungen bevorzugte

Erschließungsziele für die geplante geothermische

Dublette aufzeigt und somit das geologische Fündigkeitsrisiko

minimiert werden.

Vor den neuen 2D-seismischen Messungen lagen im Ortsgebiet

von Unterföhring keine genauen Informationen zum

tiefen Untergrund vor. Im Vorfeld wurde zwar bereits ein

Reprocessing seismischer Profile ca. 3,5 km östlich des projektierten

Standorts durchgeführt, die Ergebnisse des

Reprocessings der Altseismik konnten jedoch lediglich aufgrund

der regionalgeologischen Kenntnisse mit Einschränkungen

auf das Projektgebiet übertragen werden.

Ergebnisse der neuen 2D-Seismik:

Durch die speziell auf den Zielhorizont Malm ausgelegten

Messparameter konnten im Gemeindegebiet von

Unterföhring detaillierte Informationen hinsichtlich der Tiefenlage

und Struktur-geologie des Malmtiefengrundwasserleiters

gewonnen werden. Der Top des Tiefengrundwasserleiters

liegt den Auswertungen zu Folge zwischen ca. 2.000

m unter GOK im Norden und 2.150 m unter GOK im Süden

Die strukturgeologische Interpretation der Störungsindikationen

auf den seismischen Profilen führt zu einer

Grabenstruktur mit graben-internen Brüchen sowie

subparallel verlaufenden Begleitstörungen.

Als Ergebnis der Arbeiten liegt ein konsistentes Strukturmodell

des Messgebiets vor.

Abb. 2: Vereinfachtes 3D-Modell des Messgebiets. Blick

nach Nordosten: Top Chatt (hellbraun), Top

Lithothamnienkalk (gelb), Top Malm (blau) und Top Dogger

(braun). Quelle: Erdwerk GmbH, 2007

Fazielle Ausbildung des Malm:

Die zur Zeit des oberen Jura am Standort Unterföhring herrschenden

Ablagerungsbedingungen führten zu einer

kleinräumigen faziellen Gliederung des Malm in Platten- oder

Bankkalke, massige Riffschuttkalke und karbonatischdolomitische

Riffkörper.

Die neue Seismik ermöglicht eine Interpretation der vorliegenden

faziellen Ausprägung des Malm.

Besonders markant zeichnete sich nach Auswertung der

Daten eine mögliche Riffstruktur innerhalb des Malms ab,

deren Darstellung in den 2D-Seismikprofilen u.a. aufgrund

des hohen nominellen Überdeckungsgrades möglich wurde.

Geothermische Energie 55/2007 14


Tiefe Geothermie Strom und Wärme

Abb. 3 zeigt eine Interpolation der Malmoberfläche (5-fach

überhöht) mit den darauf projizierten CDP´s der seismischen

Profile (Blick nach Norden). Im westlichen Profil wird eine

starke Aufwölbung in der Malmoberfläche deutlich. Quelle:

Erdwerk GmbH, 2007

Einen sehr guten Hinweis auf eine Riffstruktur liefert der

Vergleich der unmigrierten Zeitsektionen mit den migrierten

seismischen Profilen:

Abb. 4: unmigrierte Zeitsektion Linie 1. Quelle:

Interpretationsbericht DMT GmbH, 2007

In der unmigrierten Zeitsektion (Abb.4) treten im Bereich

der Grabenstruktur ausgeprägte (rot umrandet) und um die

mögliche Riffstruktur schwache (blau umrandet) Diffraktionshyperbeln

hervor. Diffraktionen resultieren aus Beugungen

der seismischen Welle an den Endpunkten eines geradlinigen

seismischen Reflektors (z.b. an Störungszonen) oder

an Bereichen starker lateraler Geschwindigkeitsveränderungen,

wie sie in porösen Riffstrukturen zu erwarten sind.

Die Diffraktionshyperbeln im Bereich der Grabenstruktur

verschwinden durch den Bearbeitungsprozess der Migration

(Abb. 5, rot umrandet).

Abb. 5: migrierte Zeitsektion Linie 1. Quelle: Interpretationsbericht

DMT GmbH, 2007

Die Aufwölbung in der Tertiärbasis (ausgeprägter Doppelreflektor

im linken Bildabschnitt der Abb. 4 und 5) kann dagegen

nicht tektonisch erklärt werden. Die gekrümmten

Reflektorenabschnitte (blau umrandet) bleiben auch nach

der Migration bestehen und zeichnen somit höchstwahrscheinlich

eine sedimentäre Struktur nach.

Den deutlichsten Hinweis auf eine Riffstruktur liefert jedoch

ein seismisches Attribut, die sog. „Instantaneous Phase“.

Die Instantaneous Phase bezieht sich auf die Phasenkomponente

zwischen 180° und -180° des seismischen Signals,

unabhängig von der Amplitudenstärke. Bei dieser

Darstellung der seismischen Daten wird besonders das sog.

„onlapping“, die diskordante Schichtauflagerung auf die gekrümmte

Oberfläche am Rand der interpretierten Riffstruktur,

verdeutlicht (vgl. Abb. 6).

15 Geothermische Energie 55/2007

Abb. 6: Instantaneous Phase Sektion Linie 2 (onlapping: rot

umrandet, Top Malm: blau gepunktet, Oberfläche Riffkörper:

schwarze Linie, Top Dogger: rosa gepunktet). Quelle:

Interpretationsbericht DMT GmbH

Das onlaping kann als eine Auflagerung von bankigen

Lagunenkalken an einen Riffkörper interpretiert werden.

Erschließungskonzept:

Das an die neuen Erkenntnisse aus der 2D-Seismikkampagne

angepasste Bohrkonzept sieht eine nach Südwesten

abgelenkte Förderbohrung und eine nach Nordwesten

abgelenkte Reinjektionsbohrung vor.

Riffe in Karbonatabfolgen gelten im Allgemeinen als bevorzugte

Erschließungsziele, da sie sich durch hohe primäre

Porositäten auszeichnen und somit eine gute bis sehr gute

Matrixdurchlässigkeit für Thermalwasser erwarten lassen.

Die Förderbohrung soll daher die aus dem Profil 1 interpretierte

Riffstruktur vom mittleren bis in den tieferen Malm erschließen.

Die Reinjektionsbohrung soll dagegen auf das

nördlich gelegene, ausgeprägte Störungssystem abgeteuft

werden (Abb. 7).

Abb. 7: Erschließungskonzept (Blick nach Westen: Riffkörper:

grün, Störungsflächen: rot) Quelle: Erdwerk GmbH,

2007

Mit den beiden geplanten Bohrungen mit einer Gesamtbohrstrecke

von ca. 6.700 m, einer geplanten Förderleistung

von max. 65 l/s und einer erwarteten Fördertemperatur von

ca. 80°C kann in Zukunft die Wärmeversorgung der Gemeinde

Unterföhring sichergestellt werden. Durch die seismischen

Messungen konnte dabei im Vorfeld das geologische

Erschließungsrisiko durch eine exakte, auf die geologischen

Bedingungen abgestimmte Bohrplanung minimiert werden.

Kontakt:

Franz Schwarz, 1. Bürgermeister Gemeinde Unterföhring

Otto Kraus, Leiter Umweltamt Unterföhring, Münchner Str.

70, 85774 Unterföhring, Tel.: 089-95081-19

Franz Böhm, Erdwerk GmbH hydrogeologie geothermie

Bonner Platz 1, 80803 München, e-mail: info@erdwerk.com

Internet: www.erdwerk.com


Tiefe Geothermie Strom und Wärme

Stadtwerke München vergeben Bohrauftrag für Kraftwerk Sauerlach

In der Gemeinde Sauerlach, südlich der

bayerischen Hauptstadt, errichten die

© ITAG Tiefbohr GmbH & Co. KG

Stadtwerke München (SWM) ein geothermisches

Kraftwerk. Dafür wurde

Ende Mai der Auftrag für die Tiefbohrungen

an die Firma ITAG Tiefbohr

GmbH & Co. KG, Celle vergeben.

Geplant ist, ab September bis zu vier

Bohrungen mit bis zu 4.000 Metern Tiefe

in den Malm abzuteufen. 2009 soll

dann ein Geothermie-Heizkraftwerk mit

8 MW elektrischer Leistung und Wärmeauskopplung

für die Gemeinde Sauerlach

errichtet werden. Die Sauerlacher

Anlage wäre dann das größte bislang

bekannt gewordene geothermische

Kraftwerksprojekt in Deutschland, das

in die Realisierungsphase ginge.

Die SWM verfügen bereits über einige

Erfahrungen mit geothermischen Anlagen.

In der Münchner Messestadt Riem

betreibt man ein Heizwerk mit 10 MW

Tiefe Geothermie Strom und Wärme: Kurzgeschichten

München: In Bayern werden wohl keine

geothermischen Stromerzeugungsanlagen

genehmigt werden, wenn diese

nicht zur Kraft-Wärme-Kopplung

ausgelegt werden. In einem Schreiben

vom 26.04.07 an alle einschlägigen

Erlaubnisfeldinhaber weist das Bayerische

Staatministerium für Wirtschaft

daraufhin. „Für die Erteilung einer Bewilligung

ist bei beabsichtigter Stromproduktion

u. a. die Vorlage eines

Nutzungskonzeptes, das eine Kopplung

von geothermischer Strom- und

Wärmenutzung vorsieht, ein wesentliches

Antragselement.“ (Hervorhebungen:

Staatsministerium). Eine rei-

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ne Stromproduktion ohne Nutzung der

Wärme entspräche nicht den Anforderungen

an den bergrechtlich festgelegten

Lagerstättenschutzes, heißt es weiter.

Auch aus wasserwirtschaftlichen

und gesamtökologischen Gesichtspunkten

wäre eine Kraft-Wärme-Kopplung

erforderlich. Würde diese „Fragestellung“

nicht Projekt begleitend bearbeitet,

wären Verzögerungen im Genehmigungsverfahren

bis hin zur Versagung

der bergrechtlichen Bewilligung möglich,

hieß es abschließend.

Penzberg: Die Kommune im Landkreis

München überlegt, ein Erdwärmeheizkraftwerk

errichten. Ein Aufsuchungs-

Wärmeleistung. In 2006 wurden mit 37

Gigawattstunden ca. 88% des Wärmebedarfs

des angeschlossenen Netzes

aus der Geothermie gedeckt. Gegenüber

einer Erdgasversorgung bedeutet

das eine Einsparung von rund 7000

Tonnen CO 2 pro Jahr. Im Rahmen eines

Betriebsführungsvertrags übernimmt

man auch den Betrieb des

Erdwärme-Heizkraftwerks der Gemeinde

Unterhaching.

Geothermisch haben die SWM noch einiges

vor. Das Unternehmen kündigte

an, in 2008 Bohrarbeiten für eine weitere

Anlage aufnehmen zu wollen. Für

2007 ist geplant, im innerstädtischen

Bereich vibrationsseimische Messungen

zur Erkundung des Untergrunds

durchzuführen. Im Gegensatz zum Umland

liegen für diesen Bereich nämlich

bislang noch keine Daten vor.

gebiet hatte man bereits 2006 erhalten.

Grundsätzlich ist das Gebiet im Münchner

Süden für die Nutzung geothermischer

Energie geeignet. Nun soll eine

Studie Näheres bringen. Als möglicher

Partner der Stadtwerke für ein solches

Vorhaben käme Roche Diagnostics

infrage.

Lausanne: Die Stadt ist auf dem Weg

zur Geothermie. Bis ca. 2020 soll HDR-

Heizkraftwerk entstehen, das in Tiefen

von 5-6 km ca. 200 °C heißes Gestein

erschließt. Man hofft, mit der Anlage

Strom für bis zu 26.000 und Wärme für

rund 10.000 Einwohner bereitstellen zu

können.

Geothermische Energie 55/2007 16


Thermalwasser und anderes

17 Geothermische Energie 55/2007

thermalwasser und anderes

ASCAIM: Drei bayerische Gemeinden – ein Projekt.

Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim setzen gemeinsam auf geothermische Fernwärme

Südbayern steckt voller Thermalwasser. In München und

um München herum boomt die Geothermie. Die begehrtesten

Aufsuchungsgebiete sind vergeben. Nicht immer zur

Zufriedenheit der Akteure. Streit bleibt nicht aus. Dass man

sich auch zusammensetzen kann, um ein Vorhaben gemeinsam

zu entwickeln, zeigen die Verantwortlichen der Gemeinden

Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim. Da gibt es das

Erlaubnisfeld Ascaim, in dem heißes Thermalwasser erschlossen

werden soll, von dem die Bürger aller drei Kommunen

profitieren können.

Kurz hintereinander beschlossen die Mitglieder der drei Räte

(Aschheim am 24.05.2007, Kirchheim am 12.06.2007 und

Feldkirchen am 14.06.2007) einmütig, eine interkommunale

GmbH zur Erschließung der sauberen Energie aus der

Tiefe zu gründen, um die Bürger der Gemeinden mit klimafreundlicher

und langfristig preisstabiler Fernwärme versorgen

zu können.

Am 19. Juni fand in Aschheim die erste gemeinsame Sitzung

aller drei Räte statt, um das erste interkommunale

Geothermieprojekt aus der Taufe zu heben. Quer durch alle

Fraktionen und ohne eine Gegenstimme wurde eine Resolution

verabschiedet und von den drei Bürgermeistern unterschrieben,

der die Beteiligten eine „fast historische“ Dimension

beimessen.

Zum ersten Mal haben sich in Bayern drei Gemeinden für

ein gemeinsames Geothermieprojekt zusammengeschlossen.

Jetzt begrüßte Helmut J. Englmann als Vorsitzender

des interkommunalen Arbeitsausschusses die Bürgermeister

und Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden

Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim zu einer „fast historischen

Sitzung“. So einstimmig wie sich die Ratsgremien aller

Kommunen vor kurzem für die Teilnahme am

Geothermieprojekt Claim Ascaim entschieden haben, so

einstimmig nahmen sie nun die Resolution an und die Bürgermeister

unterschrieben das Dokument. Darin heißt es u.

a.:

„Die Bürgermeister und Gemeinderäte aus Kirchheim,

Aschheim und Feldkirchen begrüßen gemeinsam die erfolgten

Entscheidungen in den Gemeinderatssitzungen…zu dem

1. Interkommunalen Geothermieprojekt in Bayern im

Erlaubnisfeld/Claim Ascaim; wünschen die baldige Gründung

einer gemeinsamen interkommunalen GmbH zur Realisierung

der Aufsuchung/Bohrung und Nutzung/Verteilung

der Geothermie in unseren drei Gemeinden und werden im

Arbeitsausschuss für die zügige Umsetzung der … gefassten

Beschlüsse zur Geothermie sorgen; dies auch als unseren

gemeinsamen Beitrag zur Umwelt und Energievision des

Landkreises München.“

Die Bürgermeister Helmut J. Englmann (Aschheim), Leonhard

Baumann (Feldkirchen) und Heinz Hilger (Kirchheim)

betonten die Einstimmigkeit aller Beschlüsse in den drei

Gemeinderäten. Das Geothermieprojekt sei „eine neue, große

Herausforderung“, die man miteinander meistern wolle,

betonte BM Englmann. Wichtig sei dabei, die Bürger auf

dem Weg der Realisation mitzunehmen. Als nächsten Schritt

kündigte er für Ende Juli die nächste Sitzung des interkommunalen

Arbeitsausschusses an, bei der es unter anderem

v.l.n.r. 1. Bürgermeister Leonhard Baumann (Gmd.Feldkirchen),

1. Bürgermeister Helmut J. Englmann (Gmd. Aschheim)

1. Bürgermeister Heinz Hilger (Gmd. Kirchheim) beim Unterzeichnen

der Resolution

bereits um die Auftragsvergabe für die Detailplanungen zu

den Bohrungen und um eine Fragebogenaktion unter den

Bürgern und Gewerbebetrieben gehe.

Feldkirchens Bürgermeister Leonhard Baumann betonte,

dass es „in der Zukunft keine Alternative zur Geothermie

gibt“. Es gelte deshalb die geologische Chance zu nutzen,

denn „wir haben es in der Hand etwas für die Umwelt und

für die nachfolgenden Generationen zu tun.“ Optimistisch

zeigte sich auch Kirchheims Bürgermeister Heinz Hilger: „Wir

werden’s mit Sicherheit gemeinsam schaffen.“

Vertreter der Fachbüros Erdwerk GmbH (Geologie/Bohrtechnik),

Kess GmbH (Versorgungstechnik) und Augusta Unternehmensberatung

GmbH (Wirtschaftlichkeit) stellten die

Basisdaten des Vorhabens vor: Aus 2000 bis 2200 m Tiefe

soll mit 2 Bohrungen 82 bis 85 Grad heißes Wasser gefördert

werden. Die Fördermenge wird 40 bis 65 Liter pro Sekunde

betragen. Die Gesamtinvestition für das

Geothermieprojekt beläuft sich auf rund 80 Millionen € in 30

Jahren. Je nach Anschlussgrad können bis zu 100 % der

Kunden mit Geothermie-Wärme versorgt werden. Mittellasten

werden mit Biomasse abgedeckt. Die Bürger profitieren:

Ein durchschnittlicher Familiehaushalt muss für die

Geothermieversorgung weniger aufbringen als für eine entsprechende

Belieferung mit Gas. Der Zeitplan sieht vor, die

interkommunalen GmbH im Spätherbst 2007 zu gründen

und mit den Bohrungen ab Mitte 2008 zu beginnen. Bereits

im Herbst 2008 / Frühjahr 2009 sollen die Fernwärmeleitungen

verlegt, im Sommer 2009 die ersten Häuser angeschlossen

werden Und was die Wirtschaftlichkeit angeht:

In 12 bis 15 Jahren will man erstmals schwarze Zahlen

schreiben.


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Thermalwasser und anderes

thermalwasser und anderes: Kurzgeschichten

Unterföhring: Die Gemeinde im Landkreis

München plant ein Fernwärmenetz,

das mit Thermalwasser beheizt

werden soll. Das beschloss der Gemeinderat

einstimmig. Bereits 2005 hatte

man sich die Bergrechte gesichert und

eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Diese lag Ende des Jahres vor.

Im März 2006 wurde dann der Auftrag

über das Reprozessing alter und die

Voruntersuchung neuer Seismikdaten

erteilt. Im Mai 2006 folgte der Beschluss,

ein Wärmekataster und einen Businessplan

zu erstellen und die Angebote einzuholen.

Da die vorhandenen Seismikdaten

keine endgültigen Rückschlüsse

über den geologischen Untergrund der

Gemeinde zuließen, wurden im Oktober

2006 neue Seismikuntersuchungen im

Gewerbegebiet in Auftrag gegeben. Im

Dezember wurden 600 Fragebögen im

künftigen Versorgungsgebiet nördlich

der Bahnhofstraße und westlich der

Münchner Straße verschickt und ausgewertet.

Das Gesamtvorhaben ist mit

30 Mio. Euro veranschlagt. Mit dem

Beginn der Bohrarbeiten wird für 2008

gerechnet.

Kopenhagen: Windkraftanlagen und

Biomasseheizwerke gehören zu Dänemarks

Alltag. Für den Energiekonzern

Dong Energy ist auch der Umgang mit

warmem Thermalwasser für Fernwärmenetze

nicht unbedingt Neuland.

Derzeit gibt es allerdings nur zwei kleinere

geothermische Heizwerke, davon

eines Kopenhagen. Das soll sich ändern.

Schließlich sind landesweit 35

weitere Standorte mit erschließbarem

Thermalwasser lokalisiert. Außerhalb

der Hauptstadt könnten bis zu 30% des

Wärmebedarfs daraus gedeckt werden,

in Kopenhagen selbst rund 20%. Für

Dong spielt die Erdwärme daher eine

wichtige Rolle bei der zukünftigen Energieversorgung.

Derzeit engagiert man

sich in einer Kampagne, um lokale Entscheidungsträger

davon zu überzeugen,

welche Chancen für Dänemark in dem

heißen Wasser aus der Tiefe stecken.

Ankara: Die türkische Regierung setzt

auf die geothermischen Ressourcen des

Landes, um den Tourismus weiter anzukurbeln.

Als hoffnungsvolle Regionen

zählen die zentralanatolische Provinz

Yozgat mit acht Thermalquellen, die

südlichen Küstenbereiche des

Marmarameeres und die Ägäis. Mit

französischer Unterstützung wird ein

Thermalkomplex in Pamukkale errichtet.

Ein weiteres Thermalbadzentrum

entsteht in Denizli. Die Korel Gruppe

möchte in Afyon in westen des Landes

mit einem Fünf-Sterne-Komplex europäische

Touristen anlocken. Gespräche

mit deutschen und skandinavischen

Gesellschaften laufen derzeit. Wie

Tourismusminister Atilla Koc mitteilte,

plant Korel bereits die Entwicklung eines

zweiten Thermalbades. Auch die

zahlungskräftige arabische Kundschaft

hat man in der Türkei in den Fokus genommen

und plant, sich auf den entsprechenden

Messen im arabischen

Raum zu präsentieren.

Geothermische Energie 55/2007 18


Oberflächennahe Geothermie

Erdwärme-Projekt „Co2-Erdsonde-Bensheim“

Privater Bauherr nutzt zur Beheizung seines EFH geothermisches Potenzial durch die innovative „CO2-Tiefensonde“ zum

Betrieb einer Wärmepumpe.

Bernhard Wenzel, Klima-innovativ e.V

Die Aufgabe

Der Wunsch des Bauherren Oliver

Sturm war eine möglichst effiziente und

damit klimaschonende Wärmepumpenheizung.

Wegen es kleinen Grundstücks

kam die eigentlich ideale Lösung, ein

Kollektor nach dem Prinzip der Direktverdampfung,

nicht in Frage. Mangels

Grundwasser blieben nur zwei Wärmequellen

übrig: Eine Sonde oder die Luft.

Gerade der Rheingraben bietet wegen

der milden klimatischen Verhältnisse

ideale Voraussetzungen für den Betrieb

einer Luftwärmepumpe, der Invest in

eine Sonde mit Sole hat hier jedenfalls

geringe Chancen, sich jemals zu amortisieren.

Doch der Bauherr wollte mehr,

deshalb fiel die Entscheidung sehr

schnell zu Gunsten der effizientesten

Technik für Sonden: Der CO2-

Erdsonde.

Aufbau einer CO2-Erdsonde

Auf dem Grundstück wird eine Tiefenbohrung

mit ca. 70 bis 100 Metern und

ca. 15 cm Durchmesser vorgenommen.

In diese wird die CO2-Sonde eingebracht,

in der im geschlossenem Kreislauf

in Kupferrohren CO2 unter einem

Druck von etwa 45 bar zirkuliert. Das

CO2 nimmt in der Tiefe die Temperatur

des Erdreichs auf, verdampft und steigt

dabei im Zentrum der Sonde nach oben,

wo es im Sondenkopf Wärme an einen

Kältemittel-Verdampfer abgibt. Dabei

kondensiert das CO2 wieder, durch die

Schwerkraft läuft das flüssige CO2 an

der Rohrwand hinunter, dabei wird der

Flüssigkeitsfilm immer dünner und dünner

weil immer mehr Kältemittel verdampft

und dadurch den Kreislauf von

Neuem beginnt. Das im Kältemittel-Verdampfer

arbeitende Kältemittel liefert die

Wärme an die Wärmepumpe ab. Diese

bringt die Temperatur auf die gewünschte

Heizwärme und gibt diese Wärme an

den Heizkreislauf ab. Das Erdreich

selbst regeneriert sich durch Anpassung

an umgebendes Gestein.

Im Hause der Familie Sturm werden bei

einer Heizleistung von 15,95 kW (bei E4/

W35) mit einer elektrischen Leistungsaufnahme

von 2,85 kW (das entspricht

einem COP von 5,6) 3 Sonden zu je 75

m zur Wärmegewinnung betrieben. Bei

einer Kälteleistung von etwa 13 kW

werden pro Bohrmeter etwa 58 W dem

Erdreich entzogen.

19 Geothermische Energie 55/2007

Vorteile der CO2-Erdsonde

Die herkömmlichen Sole-Erdsonden

stellen sog. 3-Kreis-Systeme dar, bei

denen die Wärme des Erdreichs durch

den Solekreislauf aufgenommen und

über den Verdampfer an den

Kältemittelkreislauf der Wärmepumpe

übertragen wird. Nach dem Verdichten

wird die Wärme dann an den Wasserkreislauf

der Heizung übergeben.

Die CO2-Erdsonde stellt eine Besonderheit

dar, sie ist einerseits kein reines 2-

Kreis-System wie die Direktverdampfung-Erdreich,

bei dem auf die Sole als

Transportmedium komplett verzichtet

und der Kältemittelkeislauf der Wärmepumpe

sozusagen in den Garten verlängert

wird. Die selbsttätig gewonnene

Wärme wird bei der CO2-Erdsonde

über den Zwischenkreislauf des CO2

wiederum direkt an den Kältemittelkreislauf

abgegeben.

Durch den in der Sonde stattfindenden

Heatpipe-Prozess wird über die Phasenänderung

des CO2 außer der im Erdreich

gespeicherten Wärmeenergie keine

weitere Energie zur Förderung der

Wärme benötigt, im Gegensatz zu Sole-

Sonden, die zum Umlauf der Soleflüssigkeit

eine Pumpe benötigen.

Die Entzugsleistung ist über die Sondenlänge

viel gleichmäßiger, der Prozess

des Verdampfens bringt hier den entscheidenden

Vorteil. Das CO2 verdampft

immer dort am stärksten (und

nimmt dabei die Wärme am besten auf),

wo das Erdreich am wärmsten ist. Kühlt

die Umgebung an dieser Stelle etwas

ab, verlagert sich der Prozess an eine

andere Stelle, die wärmer ist. Bei einer

Sole-Sonde bringt der thermische

Kurzschluss zwischen kaltem Sole-Eintritt

und warmen Sole-Austritt immer

eine leichte Einbuße mit sich.


Der Heatpipe-Prozess in der CO2-

Erdsonde läuft immer während ab, also

auch wenn die Wärmepumpe gar nicht

im Betrieb ist und sorgt damit immer für

weitestgehend ausgeglichene Temperaturverhältnisse

rund um die Sonde.

Über die abgenommene Wärmemenge

wird die Verdampfungstemperatur des

CO2 bestimmt, hier können kurzfristig

auch sehr große Entzugsleistungen realisiert

werden. Die langfristige Entzugsleistung

wird genauso wie bei der Sole-

Sonde vom umgebenden Gestein vorgegeben,

nicht aber von der Technik.

Die Bohrmeter einer CO2-Erdsonde

sind also identisch zu denen einer Sole-

Sonde zu bestimmen, auch hier gilt:

Mehr ist immer besser.

Da keine mechanischen Bauteile wie

Pumpen und keine Verschraubungen

verwendet werden, bietet die CO2-

Erdsonde eine höhere Betriebssicher-

heit, Solekonzentration und -pumpen

einstellen entfällt genauso wie das Entlüften.

Auch das bei Soleleitungen und

Verteilern anfallende Schwitzwasser

kommt bei einer CO2-Erdsonde nicht

vor.

Nachteile der CO2-Erdsonde

Das in der CO2-Erdsonde verwendete

Kupferrohr (es gibt mittlerweile auch

Bauformen mit Edelstahlrohren) ist

durch die Weltmarktpreise sehr teuer

geworden, der Invest in das reine

Sondenmaterial daher deutlich höher als

in die Kunststoffrohre einer Doppel-U-

Sonde für Sole. Leider ist Kunststoff

nicht ausreichend diffusionsdicht und

hält den hohen Drücken, wie sie das

CO2 erfordert, nicht stand.

In einer CO2-Erdsonde kommt Wärme

selbstständig nach oben, es kann daher

keine Wärme zur Kühlung eines

Oberflächennahe Geothermie

Gebäudes ins Erdreich abgeführt werden.

Resultate

Den ersten Winter lief die CO2-

Erdsonde mit der zugehörigen Wärmepumpe

im Haus der Familie Sturm mit

einer Arbeitszahl von 5,5 für Heizung

und Warmwasser zusammen genommen.

Betrachtet man die Feldstudien

von e-on oder FAWA, ergeben sich hier

Durchschnittliche Arbeitszahlen von 3,5.

Die mit Abstand beste Sole-Sonde erreichte

ein Maximum mit 5,59 bei einem

Minimum von 4,31. Berücksichtigt man

allerdings, dass die Baufeuchte im ersten

Winter noch negativ zu Buche

schlägt und auch noch Optimierungspotenzial

vorhanden ist, so ist mit Sicherheit

in den nächsten Wintern mit

einer 6 vor dem Komma zu rechnen. Mit

ca. 450,- Euro für Heizung und Warmwasser

für ein 280 qm grosses Haus ist

die Familie Sturm jetzt schon mehr als

zufrieden.

Entscheidender ist aber im Vergleich zur

Sole-Sonde der Kosten-Nutzen-Faktor.

Um auf Arbeitszahlen von über 5 mit

einer Sole-Sonde zu kommen, muss

diese ohne Glykol im Bereich positiver

Wassertemperaturen gefahren werden.

Dies ist nur bei entsprechender Geologie

und entsprechend vielen Bohrmetern

möglich. Die Mehrkosten der

CO2-Erdsonde überkompensieren die

Mehrkosten für Bohrmeter bei weitem,

der geologische Einfluss für hohe

Arbeitszahlen kann dafür weitestgehend

vernachlässigt werden.

Die bislang installierten etwa 500 CO2-

Erdsonden sprechen eine klare Sprache.

Beinahe alle liefern identische Resultate

und markieren Bestwerte. An

dieser Stelle wollen andere Techniken

aber nicht verschwiegen werden, die

ähnliches erwarten lassen. Eine weitere

Ausprägung sind CO2-Sonden mit

Edelstahl-Wellrohren, die sich bereits

im Stadium der ersten Installationen

befinden. Mit geringeren Drücken arbeiten

nach dem gleichen Prinzip Sonden

mit Propan und Ammoniak, ohne aber

bisher Messergebnisse vorzuweisen.

Begleitet wird das Projekt durch die TU

Darmstadt, die das Entzugsverhalten

der Sonde mit Messfühlern begleitet und

damit auch wissenschafttlich belastbare

Resultate bringen wird.

Weitere Informationen zum Projekt im

Internet unter:

www.co2-erdsonde-bensheim.de

www.klima-innovativ.de

www.zukunft-umweltwaerme.de

Geothermische Energie 55/2007 20


Oberflächennahe Geothermie

21 Geothermische Energie 55/2007

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Tipps für

Häuslebauer

7. Auflage erschienen!

Die Broschüre ist kostenlos

zu beziehen über die

Homepage

www.geothermie.de

oder direkt bei:

Geothermische Vereinigung

- Bundesverband

Geothermie e.V.

Gartenstr. 36

49744 Geeste-Osterbrock

Tel.: 05907-545

Fax: 05907-7379

e-mail: info@geothermie.de

Geothermische Energie 55/2007 22


Oberflächennahe Geothermie

Geothermisch gestütztes Kühl-/Heiz-Verbundsystem Lagerei und Kühllogistik

Zent-Frenger Gesellschaft für Gebäudetechnik mbH

Industriegebäude der Lagerei- und

Logistikwirtschaft für Frischelebensmittel

erfordern in einer großen Bandbreite

unterschiedlich temperierte Gebäudeteile.

Das Warensortiment wird je nach

Sorte bei + 13 °C bis -28 °C gelagert.

Hinzu kommen Büroflächen, die im Winter

und Sommer ebenfalls temperiert

werden müssen. In herkömmlicher Bauweise

werden diese Objekte mit getrennten

Systemen für Wärme- und

Kälteerzeugung ausgeführt. Für die Erzeugung

von Heizwärme werden üblicherweise

fossile Energieträger eingesetzt,

die bei der Verbrennung das

klimaschädliche CO2 emittieren. Die

getrennte Verbundkälteanlage liefert die

erforderliche Kühlenergie.

Die Kühlanlage eines Kühllogistikzentrums

für gekühlte Lebensmittel, wie

Molkereiprodukte, Fleisch-/Wurstwaren

liefert als „Abfallprodukt“ Wärmeenergie,

die gewöhnlich an die Außenluft abgegeben

wird. Zusätzlich stellt ein Öl-/Gaskessel

in der Heizperiode separat erzeugte

Heizwärme zur Verfügung.

Wenn man die jährlich erzeugte

Energiemenge bilanziert, stellt man fest,

dass insgesamt ein erheblicher

Wärmeüberschuss besteht. Mit einem

intelligenten Energiemanagement kann

der gebäudeseitige Heizwärmebedarf

vollständig vermieden werden. Fehlende

Wärmeenergie an Tagen mit niedrigen

Außentemperaturen wird in dem

vorgestellten Anlagenkonzept über

Erdsonden aus ca. 100 m Tiefe zugeführt.

Der entscheidende Lösungsansatz besteht

in einem geothermisch gestützten

Energieverbund, in den sämtliche Wärme-

und Kälteverbraucher eingekoppelt

sind. Mit dem integrierten Energiemanagement

der zentralen Geo-

Verbundanlage wird die Kühlung/ Beheizung

der Lagerflächen für Waren und

Kühlung/Heizung der Büroflächen solange

aus eigenen Ressourcen sichergestellt,

wie diese den Bedarf zu dekken

in der Lage sind. In den Sommermonaten

wird ein Teil der Prozessabwärme

im Untergrund zwischengespeichert

(Saisonaler Thermospeicher)

und für Heizzwecke im Winter bei

niedrigen Außentemperaturen über eine

integrierte Wärmepumpenschaltung

wieder entzogen. Mit Hilfe dieser Technologie

kann auf den Einsatz von Öl

oder Gas völlig verzichtet werden, die

Einsparung an Energiekosten ist sehr

23 Geothermische Energie 55/2007

Abbildung 1: Lebensmittellogistik

Abbildung 2: Geo-Kälte Wärme Verbund

bedeutend. Verglichen mit konventioneller

Kühl- und Heiztechnik können die

Primärenergiekosten um ca. 36 % eingespart

werden. Die geothermische

Koppelung der Verbundanlage sorgtdurch

Kältemittelunterkühlung vor der

Verdampfungsstufe für einen signifikant

verbesserten COP der Kühlanlage bei

gleichzeitiger Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit

bei hohen Außentemperaturen.

Bei dem ausgeführten Logistikzentrum

können auf diese Weise 36 %

CO2 vermieden werden.

Die Nutzung regenerativer Energiequellen

für die Versorgung von Gebäuden

mit hohem Kälte- und Wärmeenergiebedarf

ist ein umweltpolitisch unverzichtbarer

Schritt zu einer klimafreundlichen

und versorgungssicheren Gebäudetechnik.

Sie macht unabhängig von der

Beschaffung fossiler Energieträger und

am Standort wird der Ausstoß von CO2

vermieden.

Technische Daten

Geo Kälte- Wärmeverbund

Heizung Lager+Bürogebäude 147 kW

Trinkwarmwassererzeugung 20 kW

Kühlung Bürogebäude 50 kW

Pluskühlung Lager 279 kW

Tiefkühlung Lager 28 kW

Nach überschlägiger Berechnung werden

durch Wegfall einer Gasheizung am

Standort pro Jahr mehr als 60 Tonnen

CO2 vermieden. Die zusätzlichen

Investitionskosten werden in weniger als

10 Jahren durch Einsparung von Energiekosten

amortisiert.

Ausblick

Der Anteil gekühlter Lebensmittel nimmt

einen immer höheren Anteil am täglichen

Bedarf der Menschen ein. Dabei

ist die Logistik ein wichtiges Bindeglied

zwischen Erzeugung – Einzelhandel

und Endkunden. Auf dieser Strecke darf

die Kühlkette nicht unterbrochen wer-


den, wenn die Qualität der Produkte

nicht gefährdet werden soll. Andererseits

steigt mit wachsendem Warenstrom

auch der Energiebedarf. Es

braucht daher neue technische Lösungen.

Solche, die natürliche Energieressourcen

nutzen und fossile Energieträger

überflüssig machen.

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Mit der Anlage bei Bodan, die im Dezember

2006 in Betrieb gegangen ist,

gelang die technische Umsetzung einer

Idee, die wir hiermit zum Wettbewerb

Bundesumweltpreis 2007 vorstellen

möchten.

Oberflächennahe Geothermie

Kontakt:

Zent-Frenger Gesellschaft für

Gebäudetechnik mbH, Schwarzwaldstr.

2, 64646 Heppenheim, Tel.: 06252-

7907-644, Fax: 06252-7907-744, email:

stephan.oehlert@zent-frenger.de, web:

http://www.zent-frenger.de

Geothermische Energie 55/2007 24


Oberflächennahe Geothermie

Mehrzweck-Abwasserrohr mit Wärmekollektor

Michael Henze

Zusammenfassung

Neues Abwasserrohr mit auf der Außenseite

in die Kanalwandung formschlüssig

eingelassenem Rohr-Wärmekollektor

zur Nutzung von Erdwärme und

Abwasserabwärme im Bereich von

Kanaltrassen.

Grundlage

Die weitest gehende Nutzung von

regenerativen und schon vorhandenen

Umweltabwärme-quellen in sinnvoller

Kombination mit konventioneller Wärmeerzeugung

wird die künftige Entwicklung

auf dem Wärmemarkt prägen. Hierzu

gilt es neben geeigneten Langzeit-

Wärmespeichertechniken auch weitere

nachhaltige Wärmequellen für den individuellen

Energiemix zu finden.

Für die alternative Temperierung von

energetisch optimierten Gebäuden stellt

neben der Sonnenenergie, der Erdwärme,

und der Gebäudeabwärme die Abwasserabwärme

ein erhebliches, bislang

ungenutztes Wärmepotenzial dar.

Da aber auch diese Wärmequelle jahreszeitlichen,

und betriebstechnischen

wie tagesgangabhängigen Schwankungen

unterliegt, und die künftige Abwassermenge

und Temperatur aufgrund

der demographischen Entwicklung und

der Dezentralisierung in der Ver- und

Entsorgung eher ab- als zunimmt, kann

hier nicht von einer unbedingt nachhaltigen

Wärmequelle gesprochen werden.

Jedoch das Potenzial ist beträchtlich.

Allein die öffentliche Abwasserkanalisation

in Deutschland transportiert

ca. 11 Mrd. m3 Abwasser mit einer

durchschnittlichen Temperatur von 15°

C. Würde man diese Abwasserwärme

nur um 5° C durch eine Wärmerückgewinnung

reduzieren, könnte theoretisch

eine Wärmemenge von ca. 65

Mio. MWh pro Jahr zurückgewonnen

und zusätzlich genutzt, bzw. eingespart

werden. Dies entspricht einer Heizölmenge

von 5,6 Mio. to. Mit dieser Menge

könnten 12% der Gebäude in

Deutschland beheizt werden. Gleichzeitig

würde man den derzeitigen CO2-

Ausstoß um 11 Mrd. to reduzieren.

Es muss demnach eine technische Lösung

gefunden werden, die einerseits

dieses große Abwärmepotenzial weitestgehend

nutzt, jedoch den Wärmeabnehmer

vom Monopol der Netzbetreiber

unabhängig macht, und die

genannten technischen wie saisonalen

Schwankungen ausgleicht. Was liegt

also näher, als vorrangig den um die

25 Geothermische Energie 55/2007

Abwasserkanäle herum befindlichen

Erdraum als Wärmequelle bzw. als

Erdwärmespeicher zu nutzen. In diesem

Fall wird nicht vorrangig dem Abwasser

im Kanal wie bisher direkt, d.h. aktiv,

sondern dem um-gebenden Erdreich

passiv die dort eingelagerte Wärme entzogen,

die einerseits grundsätzlich in

dieser Bodentiefe unbegrenzt und nahezu

konstant, d.h. regenerativ vorhanden

ist, andererseits aber auch zusätzlich

über die Abwasserwärme kostenlos

zusätzlich gespeist wird.

Dieser Erdraum ist in der Regel vom

Straßenbau überdeckt und dementsprechend

wärme-gedämmt, sodass dieser

neben der reinen Erdwärmenutzung

auch sehr gut für die Langzeit-Erdwärmespeicherung

in Verbindung mit

der Wärmepumpe verwendet werden

kann, wenn eine entsprechend geeignete

Kanal-/ Erdwärmetauschertechnik

zur Verfügung steht. Auf diese Weise

können künftig ganze Straßenzüge zusätzlich

als Wärmespeicher ausgebaut

werden, und bleiben im Winter schneeund

eisfrei. Ein weiterer Vorteil ist, dass

das öffentli-chen Kanalnetz an jeder

Haustür vorbei führt, und die Wärmenutzung

für theoretisch jeden Straßenanlieger

in einer Stadt auf kürzestem

Wege möglich macht. Da diese Konzeption

vorrangig auf die Erdwärmenutzung

ausgerichtet ist, können hierfür nicht nur

wie bisher größere Kanäle, sondern

auch kleinere Kanäle herangezogen

werden. Dies kommt insbesondere bei

Variante A

Variante B

der Erschließungen von neuen Baugebieten

zum Tragen, wenn dort eine Energie-sparhauskonzeption

geplant ist.

Technische Lösung

Die technische Lösung sieht ein konventionelles

Kanalrohr vor, das von Außen,

vorzugswei-se im Bereich des gesamten

Rohrumfangs mit einer Wärmetauschereinrichtung

umgeben ist. Diese

Wärmetauschereinrichtung kann, siehe

Skizzen unten, als wendelförmiger

Einrohrkollektor (A), oder als paralleler

Mehrrohrkollektor in Form einer Kapillarrohrmatte

(B) ausgebildet sein. Um den

Wärmekollektor für die Wärmetausch

leistungsfähiger zu machen, sollte er an

den Rohrkörper des Abwasserohres,

der mit seiner relativ schweren Masse

zusätzlich als Zwischenspeicher dient,

formschlüssig angebunden sein. Dies

geschieht, indem der Kollektor werkseitig

von Außen noch mal z.B. in eine

Betonmasse eingegossen wird. Das hat

auch den Vorteil, dass der Kollektor

gegen Beschädigung geschützt ist, was

insbesondere die weiterhin konventionelle

Verlegung diese Kanalrohres ermöglicht.

Beide Wär-mekollektorformen

sind schon aus anderen Anwendungen

(Betonkerntemperierung in der Gebäudetechnik

etc.) als sehr leistungsfähige

und effektive Systeme bekannt. Betonrohr

und Wärmetauschereinrichtung bilden

somit eine Mehrzweck-Kollektor-


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einheit, die einerseits als Kollektor für

die Abwassersammlung und Entsorgung

dient, andererseits aber auch

gleichzeitig als Kollektor für die Nutzung

der Abwasserabwärme und Erdwärme

fungiert. Ein damit ausgerüstetes Kanalnetz

macht dieses gleichzeitig zu einem

riesigen horizontalen Erdwärmekollektornetz.

Dort, wo in einer neu zu verlegenden

Kanaltrasse abwasserseitig Hausanschlüsse

erforderlich sind, kann ein normales

Abwasserrohr-Passstück (ohne

Wärmekollektor) verlegt werden, dass

ggf. sogar schon mit einem verschlossenen

Anschluss für die spätere Einbindung

ausgerüstet ist. Unabhängig davon

geht der Trend dahin, dass Abwasser-Hausanschlüsse

künftig für eine

bessere Zugänglichkeit nur noch in die

Kanalschächte einbinden sollen.

Die mit einem solchen Wärmekollektor

ausgerüsteten Kanalrohre sind von außen

mit der Farbe Orange angelegt, und

auf diese Weise als solches eindeutig

gekennzeichnet. Wie gesagt, jedes einzelne

Kanalrohr stellt mit seinem

Wärmekollektor eine Systemeinheit dar,

und ist parallel an eine außerhalb des

Kanalrohres geführte Vor- und

Rücklaufsammelleitung angeschlossen,

sodass jeder Anlieger sich zu gegebener

Zeit an diese Wärmetrasse anschließen

kann. Dies sollte rationeller

Weise gleichzeitig mit dem Einbinden

des Abwasser-Hausanschlusses erfol-

gen. Sollte es trotz aller Vorkehrungen

mal zur einer Beschädigung des Kanalrohres

und/oder des Wärmekollektors

kommen, kann die komplette Systemeinheit

konventionell ausgewechselt

werden. Die Vor- und Rücklaufsammelleitung

kann entweder huckepack

auf dem Kanalrohr, oder seitlich parallel

in der Kanaltrasse verlegt werden.

Die erstgenannte Ausführung hat den

Vorteil, dass die Sammelleitungen solide

gelagert sind, dagegen ermöglicht

die zweite Ausführung ein einfacheres

Auswechseln von einzelnen Kanalrohren

oder Abschnitten.

Die Variante A kommt zum Einsatz,

wenn, wie das grundsätzliche Konzept

es vorsieht, in erster Linie die Erdwärme

vorzugsweise über den vollen Umfang

des Kanalrohres genutzt werden soll.

Die Variante B ist ggf. sinnvoll, wenn viel

Abwasser fließt und vorrangig diesem

über die untere Kanalrohrhälfte die

Wärme entzogen werden soll. Zur Berechnung

und Auslegung dieses Systems

können die für Energiepfähle angewandten

Rechenverfahren in Anlehnung

verwendet bzw. entsprechend

modifiziert werden.

Da hierfür vorzugsweise Wärme-

Kollektorrohe aus Kunststoff eingesetzt

werden, ist das gesamte System wartungsfrei,

und kann auch kanalseitig

weiterhin bestimmungsgemäß unterhalten

werden. Die Lebensdauer des

kompletten Systems entspricht der des

Oberflächennahe Geothermie

Kanalrohres als am meisten abnutzungsgefährdeten

Bauteil.

Besonders gut können hiermit Betonrohre

ausgerüstet werden, aber auch andere

Abwasserrohrarten kommen hierfür

in Frage. Zum Beispiel werden

Gussrohre heute schon aus Korrosionsschutzgründen

werkseitig mit einer

Betonummantelung ausgestattet.

Vorteile

€ Äußerst kostengünstige Herstellung

€ Bau & Betrieb - nachhaltig, leistungsstark

und sehr kostengünstig

€ Bau & Betrieb - weitestgehend unabhängig

vom Kanalbetrieb

€ Mehrzwecknutzung - Abwasserentsorgung,

und Wärmerückgewinnung

aus der Erd- und Abwasserwärme

€ Gleichzeitige Nutzung zum Aufbau

und Betrieb eines Erdwärmespeicher

(Wärme + Kälte)

€ Einsetzbar bei kleinen und großen

Kanälen

€ Wartungsfrei mit unbegrenzter Haltbarkeit

€ Kurzer Weg zum Wärmeabnehmer

Kontakt:

TEC MANAGEMENT

Dipl.-Ing. Michael Henze

Mainring 10, D-63500 Seligenstadt

Tel : 06182 – 897967

email: tec-management@t-online.de

Geothermische Energie 55/2007 26


Oberflächennahe Geothermie

Peking: Die Stadtverwaltung beauftragte

den Geologischen Dienst Chinas mit

der Erfassung der oberflächennahen

geothermischen Ressourcen.

Loßburg: Das neue Kundenzentrum der

ARBURG GmbH + Co KG, einer der

weltweit führenden Hersteller von Kunststoff-Spritzgießmaschinen,

erhält eine

Erdwärmeanlage. 24 Bohrungen, jede

knapp 200 m tief sollen fünf Stockwerke

mit 60 000 m2 klima- und preisgerecht

versorgen.

Neuweiler: Beim diesjährigen

Erdwärmetag konnte die Heinz

Burkhardt GmbH & Co. KG interessante

Gäste begrüßen. Der Leiter der

EnBW-Steuerungsgruppe regenerative

Energien, Andreas Renner, setzte sich

dafür ein, die Nutzung der Erdwärme mit

Verve voranzutreiben. CDU-Landtagsabgeordneter

Thomas Blenke informierte

zum geplanten Wärmegesetz

des Landes, das den Einsatz der Erneuerbaren

im privaten Wohnungsbereich

kräftig ausweiten soll. Nicht zuletzt

auf Initiative des mittelständischen

Bohrunternehmens entsteht in der 3200

Einwohner zählenden Gemeinde im

Landkreis Calw der „Erdwärmepark“,

eine Siedlung mit 15 Wohngebäuden,

die geothermisch beheizt werden sollen.

Ein besonderer Clou kommt hier hinzu:

Die Zufahrtstraße soll mit Erdwärme frei

von Schnee und Glatteis gehalten werden.

Die Kommune hat Partner aus Island

und Rumänien gefunden und einen

Antrag auf Unterstützung durch die

EU gestellt. Fachlich begleitet wird das

Vorhaben durch die Universität Karlsruhe

und die Firma Burkhard.

Offenburg: Geothermisch beheizt werden

die beiden Gebäude des neuen

Stadtteil- und Familienzentrums im

Offenburger Bürgerpark. Zum Einsatz

kommen Grundwasserbohrungen. Gefördert

wird das Vorhaben aus dem Programm

Experimenteller Wohnungsbau

ExWoSt des Bundes.

27 Geothermische Energie 55/2007

oberflächennahes: Kurzgeschichten

Erlangen: Um in eigener Sache Energie

zu sparen und als Showcase betreibt

die REHAU AG die Umstellung der

Wärme- und Kälteversorgung ihres

Innovationszentrums auf Geothermie.

Die konventionelle Ölheizung wurde

durch 11 Erdwärmesonden von je 95m

Tiefe, Wärmepumpe und Photovoltaikanlage

teilweise ersetzt, der Primärenergieeinsatz

gegenüber dem ursprünglichen

Zustand halbiert. 150 m2 Solarmodule liefern klimafreundlichen

Sonnenstrom für den Antrieb der Wärmepumpe.

Die Maßnahme steht im

Rahmen einer energetischen Sanierung

von betriebseigenen Bürogebäuden am

Erlanger Standort. Dies geschieht im

Rahmen eines Pilotprojektes zum EU-

Programm „GreenBuilding“ und wird begleitet

von der Deutschen Energie-

Agentur GmbH (dena). Im realisierten

Objekt wird der Gesamtenergieverbrauch

von 372.900 kWh pro Jahr auf

183.700 kWh pro Jahr gesenkt und

gleichzeitig eine jährliche Einsparung

von weiteren 64 Tonnen CO -Emmis-

2

sionen erzielt.

Gelnhausen: Die Kreiswerke des

Main-Kinzig-Kreises wollen regionale

Kompetenzen im Sinne des Klimaschutzes

bündeln. Landrat Erich Pipa

und Kreiswerke-Geschäftsführer Bernd

Schneider setzten sich in diesem Zusammenhang

dafür ein, u. a. auch die

Erdwärme zu fördern

Homberg: Die Häuser im geplanten

Neubaugebiet Mühlhäuser Feld sollen

ausschließlich mit Erdwärme beheizt

werden, teilte Bürgermeister Martin

Wagner bei der Eröffnung der Homberger

Energietage Anfang April mit.

Monheim, Hessen: Ein Baugebiet in

der Stadt Monheim mit 60 Plätzen soll

überwiegend mit Erdwärme geheizt

werden. Bürgermeister Martin Wagner:

Erdwärme ist nicht nur ökologisch sinnvoll,

sondern langfristig auch deutlich

günstiger als Öl und Gas.

Belm: Der Landkreis Osnabrück möchte

die Nutzung der Oberflächennahen

Geothermie auf seinem Gebiet vorantreiben.

In einer Reihe von Veranstaltungen

wird seit einigen Monaten zu diesem

Thema informiert. Kürzlich wurde

das Baugebiet Up de Heede in der nördlich

von Osnabrück gelegenen 14 000

Einwohner starken Gemeinde Belm als

Modellvorhaben ausgesucht, um die

Möglichkeiten Erdwärme zu demonstrieren.

Osnabrück: Die Heizungsanlagen des

Herzstücks des Bistums Osnabrück, des

Doms und der kirchlichen Liegenschaften

um den Dom herum sind veraltet.

Ein neues vernetztes Konzept schafft

hier Abhilfe. Es wird von Öl auf Gas

umgestellt. Elf Erdwärmesonden von je

rund 100 Metern Tiefe sollen etwa ein

Fünftel des Wärmebedarfs des

Gebäudebestands decken, zu dem neben

dem Dom, die Chorräume, das

Dommedienhaus, das Diözesanmuseum

und das Forum am Dom gehören.

Im Sommer dient die Erdwärmeanlage

zur Kühlung. Die Deutsche

Bundesstiftung Umwelt fördert das

Vorhaben mit 125.000 Euro.

Herdecke: Ein 7-Familien-Haus in

Herdecker Stadtteil Ende wird mit fünf

Erdwärmesonden beheizt und immer

Sommer darüber klimatisiert. Hauseigentümer

Werner Weigel rechnet mit

Heizkosteneinsparungen von rund 50%.

Für ihn auch ein Argument, den Wohnraum

besser vermieten zu können.

Bad Kreuznach: An der Dr.-Karl-

Aschoff-Straße am Rande des Kurgebietes

errichtet die Haca Massivhausbau

ein viergeschossiges Wohnund

Geschäftshaus mit einer Fläche von

über 100 m². Es kommen ausschließlich

Erneuerbare Energien zum Einsatz.

Geheizt und klimatisiert wird mit

Erdwärme.

Pylos: In Messenien an der südlichen

Westküste der Peloponnes entsteht auf

einer 1500 Hektar umfassenden Fläche

das Navarino Dunes Holiday Resort,

Insgesamt wurden 130 Kilometer

Kollektorrohre verlegt (c) Rehau


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ein Fünf-Sterne-Hotel mit rund 1900

Zimmern, einem Konferenzraum mit

1200 Plätzen, Wellnessbereichen und

Golfeinrichtungen. 900 Millionen Euro

betragen die Investitionskosten. Kein

Grund, verschwenderisch mit Energie

umzugehen, eher einer, einen Teil der

Anlage mit Erdwärme zu heizen und zu

kühlen und den Untergrund des Golfplatzes

als Erdwärmekollektor zu nutzen.

Die über 130 Kilometer Kunststoffrohre

aus vernetztem Polyethylen für die

10 Kollektorkreisläufe lieferte die

REHAU AG. Geliefert und eingebaut

wurde das riesige System innerhalb von

nur sechs Wochen.

Ottawa: Die kanadische Bundesregierung

macht ernst mit der Erdwärme. In

einem neuen Förderprogramm für den

Einsatz erneuerbarer Energien und

Energieeffizienz in Privathäusern nehmen

oberflächennahe geothermische

Anlagen die weitaus größte Einzelposition

ein. Jeder Eigentümer, der ein solches

System installieren möchte, egal

ob mit Grundwasser, Erdwärmesonde

oder Erdwärmekollektor erhält vom

Staat einen Zuschuss von 3.500 kanadischen

Dollar (ca. 2.265 Euro).

Houston, British Columbia: Rat und

Verwaltung des Distrikts im westlichen

E R D W Ä R M E S O N D E N

- Sonden DN 32 (PE 100 SDR 11 PN 16) mit

2 Kreisläufen und 4 Sondenrohren fertig

verschweißt

- das verschweißen der Muffen mit Rohren und

Sondenkopf wird werkseitig druckgeprüft und

protokolliert

- zusätzlich werden die Sonden vom TÜV Süd

überwacht und geprüft

Tel : 07024/929242

Fax: 07024/929244

Neuffenstraße 78

D 73240 Wendlingen

Teil des Bundesstaates haben sich vorgenommen,

in so vielen öffentlichen

Gebäuden wie möglich, die Wärmequelle

Geothermie einzusetzen. Der erste

Schritt war ein Erdwärme-System für

das Schwimmbad des Houstoner Freizeitzentrums.

Als nächstes geht es an

die Claude L. Parish Memorial Arena,

eine Mehrzweckhalle für Eishockey und

anderes.

Brampton, Ontario: In der Stadt im

Umland von Toronto entsteht ein sechsstöckiges

Ärztehaus mit einer zu versorgenden

Gesamtfläche von über

11.000 m 2 . Das Gebäude wird mit einem

Erdwärmesystem beheizt und klimatisiert.

Zusätzlich soll ein Gehweg

schnee- und eisfrei gehalten werden.

100 je rund 116 m tiefe Bohrungen müssen

dafür erstellt werden.

Mississauga, Ontario: Das Logistik-

Unternehmen Lange Transportation

and Storage Ltd. hatte im Juli 2006 eine

30 Jahre alte Lagerhalle erworben, die

sich durch hohen Energieverbrauch

auszeichnete. Die rund 6.500 m 2 umfassenden

Räumlichkeiten, zu denen

auch ein Bürotrakt gehört, wurden

gründlich saniert und mit einem

Erdwärmesystem zum Heizen und Kühlen

ausgestattet. Anlagen mit 28 Bohrungen

in eine Tiefe von je 110 m sind

zwar für Kanada nichts Ungewöhnli-

50 m Euro 237,--

60 m Euro 259,--

70 m Euro 281,--

80 m Euro 303,--

90 m Euro 325,--

100 m Euro 347,--

110 m Euro 369,--

120 m Euro 391,--

130 m Euro 413,--

140 m Euro 435,--

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Brunnenbauzubehör und Gußerzeugnisse

Oberflächennahe Geothermie

ches. Neu für das Land war allerdings

der Einsatz in einem Altbau dieser Größenordnung.

Firmenchef Eric Lange

spart nun 35% der ursprünglichen Kosten

ein.

Granby, Quebec: Die neu fusionierte

Caisse Desjardins de Granby-Haute-

Yamaska, einer Einrichtung die etwa

einer deutschen Volks- oder Raiffeisenbank

entspricht, hatte ihre knapp 63 000

Mitglieder aufgerufen, Ideen für das

neue Hauptquartier einzureichen. Dabei

herausgekommen ist für das mehr als

9000 m 2 große Gebäude u. a. ein geothermisches

System zum Heizen und

Kühlen.

Montreal, Quebec: Die Pfarrei St.

Mark’s im Montrealer Westen hat auf

Erdwärme umgestellt. Der mehr als 100

Jahre alten Kirche, dem Familien-

Sozialzentrum und dem Kinderhort wurden

moderne, umweltfreundliche Heizungen

verpasst. Die Kirchenleitung

geht davon aus, jährlich bis zu 40% der

Kosten gegenüber den Fossilen sparen

zu können. Wirtschaftliche Gründe haben

für die Systementscheidung allerdings

nicht im Vordergrund gestanden.

Der Pfarrei, so war von einer Sprecherin

der Gemeinden zu hören, sei es vor

allem darum gegangen, einen Beitrag

zur Verringerung der CO 2 -Emissionen

zu leisten.

Geothermische Energie 55/2007 28

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Oberflächennahe Geothermie

Princeville, Quebec: Die knapp 6000

Einwohner der Kleinstadt Princeville erhalten

neue Bibliothek und diese ein

Erdwärmesystem zum Heizen und Kühlen.

Wels, Oberösterreich: bauMAX eröffnet

in Wels einen Baumarkt, der geothermisch

beheizt wird. Dabei Bodenplatte

des Gebäudes als Flachkollektor

eingesetzt. Unter einer später als Parkplatz

genutzten Fläche werden zusätzlich

23 Sonden abgeteuft. Das in

Klosterneuburg beheimatete Unternehmen

geht davon aus, mit dieser Maßnahme

den CO 2 -Ausstoß gegenüber

einem herkömmlichen Heizsystem um

75% senken zu können und jährlich

Betriebskosten von rund 20.000 Euro

einzusparen.

Wien: Auch in Österreich werden die

Wärmepumpen zum Normalfall für die

Häuslebauer. 2006 wurden 13.600 Exemplare

verkauft. Das bedeutet einen

Zuwachs von über 35%.

St. Moritz: Durchschnittlich 1800 m

hoch liegt der Schweizer Ferienort. Die

Testa Gruppe, einer der größten Inve-

29 Geothermische Energie 55/2007

storen der Region, möchte zukünftig

sämtliche neuen Gebäude mit

Erdwärmeheizungen ausrüsten.

Denver, Colorado: Gouverneur Bill

Ritter unterzeichnete im April ein Gesetz,

dass es den Städten und Counties

erlaubt, finanzielle Mittel für Eigentümer

bereitzustellen, die Anlagen zur Nutzung

erneuerbarer Energien, darunter auch

der Erdwärme, auf ihren Grundstücken

bzw. an ihren Gebäuden installieren

möchten.

Sterling, Illinois: Kein Tag ohne eine

neue „Geothermie-Schule“ in den USA.

2,6 Mio. Dollar wird die neue

Erdwärmeheizung der Challand Middle

School kosten.

Des Moines, Iowa: Die Quäkergemeide

der Des Moines Valley

Friends stellt das Heiz- und Kühlsystem

ihres Versammlungshauses auf

Erdwärme um. Motto: Schöpfung bewahren,

Geld sparen.

Home, Kansas: Im Sommer kann das

neue Büro- und Verwaltungszentrum

des regionalen Telekommunikationsanbieters

Blue Valley Tele-

Communications am Pony Express

Highway bezogen werden. Die drei Etagen

mit einer Gesamtfläche von mehr

als 2500 m 2 sind u. a. für die Nutzung

des Tageslichts optimiert, mit einem

Wärmerückgewinnungssystem und

hoch Wärme dämmenden Fenstern

ausgestattet. Überhaupt konzipierten

die Architekten den Bau energetisch

möglichst effizient. Darum war es keine

Frage: Heizen und Kühlen geht geothermisch

mit 40 Bohrungen von je 76 Metern.

Nashua, New Hampshire: In drei

Grundschulen in der zweitgrößten Stadt

New Hampshires sollen die abgängigen

Heizungs- und Klimaanlagen modernisiert

werden. Neue Energiequelle ist die

Erdwärme.

Auburn, New York: Polizei und Feuerwehr

unter einem Dach und die Heizung

aus dem Untergrund. So war das gedacht,

so wird es auch sein. Allerdings

hätte sich das Bohrunternehmen vielleicht

besser vorher erkundet, was es

da eigentlich vorhat. Dann hätte man die

Gasleitung vielleicht nicht getroffen und

die Gegend in Aufregung versetzt. Sinnigerweise

hatte man einige der Akteure,

die man gewöhnlich zu einem solchen

Vorfall gerufen hätte, gleich vor

Ort.

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Emmitsburg, Maryland: Die katholische

Mount St. Mary’s University feiert

ihren 200. Jahrestag. Ein neues Studentenwohnheim

(Bicentennial Hall) erhält

eine Erdwärmeanlage zum Heizen und

Klimatisieren des Gebäudes.

Salisbury, Maryland: 5 Schulen in der

24.000 Einwohner zählenden Kleinstadt

auf der Delmarva Halbinsel im äußersten

Westen des Bundesstaates werden

aus Kosten- und Umweltgründen mit

Erdwärmesystemen zum Heizen und

Kühlen ausgestattet.

Rochester, Minnesota: Die höchsten

Investitionen aber die beste Amortisation:

Für die „Graham West“ Eissporthalle

des Olmsted Countys fiel die Entscheidung

zu Gunsten der Geothermie. Der

Erdwärme fällt die Aufgabe zu, die für

ein solches Gebäude am wichtigsten ist:

Eis zu liefern. Rechtzeitig zur nächsten

Hockey-Saison soll es soweit sein.

Sandstone, Minnesota: Schon der

Name der Stadt passt ja irgendwie. Sie

ist Heimat und Basis von Cloud Cult,

einer Indie-Rockband die jenseits der

großen Labels und der Mainstream-

Radioprogramme Erfolg sucht und findet.

Die Band produziert nicht irgendwo.

Ihr Studio findet sich auf der ökologisch

betriebenen Farm von Band Leader,

Songwriter, Sänger und Betreiber

des Musik-Labels Earthology Records

Craig Minowa. Earthology hat für den

Versand der Alben ein durchdachtes

umweltfreundliches System entwickelt,

das man auch anderen Bands anbietet.

Selbstverständlich tanken Cloud Cult

Fahrzeuge Biodiesel und – man ahnt es

schon – die Gebäude von Minowas

Farm werden mit Erdwärme beheizt und

gekühlt.

Beacon, New York: Mit einem Benefiz-Konzert

sammelte das Howland

Cultural Center Geld für die Installierung

einer Erdwärmeanlage zum Heizen

und Klimatisieren des Gebäudes.

Etwa die Hälfte der benötigten 70.000

US$ kamen zusammen. Das Gebäude,

benannt nach einem Bürgerkriegsgeneral,

war 1872 ursprünglich als Bücherei

errichtet worden. 100 Jahre später

wurde es in die Liste des kulturellen

Erbes der USA aufgenommen.

Brockport, New York: Das State

University College lässt zwei neue

Stadthäuser bauen. Beide werden mit

Erdwärmesystemen ausgestattet.

Rochester, New York: Die Bibliothek

des Roberts Wesleyan College erhält

eine Erdwärmeanlage zum Heizen und

Kühlen. Wenn in Zukunft neue Gebäude

errichtet, alte renoviert werden müssen,

werden auch diese mit gleichen Sy-

Oberflächennahe Geothermie

stemen ausgestattet.

Lancaster, Pennsylvania: Eines der

größten geothermischen Projekte für

Schulen in den USA wird derzeit n der

Mannheim Township High School realisiert.

Der rund 7.00 m2 große Gebäudekomplex

wird energetisch komplett saniert

und erhält ein neues Heizungs- und

Klimakältesystem. Rund 300 knapp 140

m tiefe Sondenbohrungen sollen das

Problem Wärmeversorgung für die

nächsten 50 Jahre lösen, hofft die Schulverwaltung.

Hillsville, Virginia: Die vierzehn Gebäude

des Southwestern Virginia Training

Center (SWVTC) erhalten

Erdwärmeanlagen zum Heizen und

Kühlen. Die bundesstaatliche Einrichtung

fördert die Entwicklung von geistig

behinderten Menschen. Durchgeführt

wird das Vorhaben im Contracting

durch den Energiedienstleister Pepco

Energy Services, das neben der

Geothermie auch eine Optimierung der

Innen- und Außenbeleuchtung und des

Wasserverbrauchs vorsieht.

Lander, Wyoming: Die neue Zweigstelle

der Freemont County Bücherei der

7000 Einwohner Kommune Lander wird

geothermisch beheizt und klimatisiert.

Geothermische Energie 55/2007 30


Oberflächennahe Geothermie

oberflächennahes: PRODUKTE

Die Akatherm FIP GmbH hat ein modulares Baukastensystem

entwickelt, welches aus Flächenabsorber und

Erdwärmesonden besteht. Die Systemkomponenten des in

Mannheim ansässigen und zur Aliaxis-Gruppe gehörenden Unternehmens

sind sowohl für den variablen Einsatz in horizontalen

als auch in vertikalen Soleleitungen konzipiert.

Der Luft-Erdwärmetauscher AWADUKT Thermo der

REHAU AG wurde während der Messe „Salon des énergies

renouvables“ in Lyon (14.02.-17.02.07) von einer Jury aus

Vertretern von Organisationen und Fachjournalisten mit dem

Innovationspreis 2007 ausgezeichnet. Das System nutzt die

Speicherfähigkeit des Erdreichs, um die kontrollierte Lüftung

effizienter zu gestalten. Dabei wird die angesaugte Frischluft

durch die Temperatur des Bodes im Winter zusätzlich erwärmt

bzw. im Sommer gekühlt. Das spart Energiekosten am Wärmerückgewinnungsgerät.

REHAU hat mit dem AWADUKT

Thermo den ersten Luft-Erdwärmetauscher mit einer antimikrobiellen

Rohrinnenschicht entwickelt. Diese ist mit Silberpartikeln

besetzt, verringert dadurch mikrobielles Wachstum

deutlich und verbessert somit die Lufthygiene im Gebäude.

Projektentwickler Geodynamics hat

umgerechnet rund 21 Mio. EUR in den

Kauf einer neuen Tiefbohranlage investiert.

Der texanische Hersteller

LeTourneau Technologies liefert das

Gerät Mitte des Jahres aus. Zu ihrem

ersten Einsatz kommt die neue Rig dann

im Cooper Basin, um die Bohrung

Habanero 3 abzuteufen. Im April konnte

der erfolgreiche Abschluss einer weiteren

Kapitalerhöhung von umgerechnet

rund 30 Mio. Euro bekannt gegeben

werden. Mit den isländischen Geysir

Green Energy und Exorca (s. a.

Meldung Island/Deutschland in derselben

Rubrik) verständigte man sich auf

die gemeinsame Entwicklung von geothermischen

Kraftwerken mit Kalina-

Turbinen.

Nach erfolgreichem Börseneinstand mit

heftig überzeichnetem Angebot probt

Projektentwickler Torrens Energy den

Durchstart. In Süd-Australien verfügt

das Unternehmen bereits über 14

Aufsuchungserlaubnisse zur Erschlie-

31 Geothermische Energie 55/2007

Unternehmen

ßung von HDR-Ressourcen. Derzeit bietet

man auch auf Gebiete im Bundesstaat

Victoria. Mit ersten Bohrarbeiten

soll im September begonnen werden.

Torrens-Chef Chris Matthews betonte,

die gesamte Entwicklung liefe auf Unternehmen

wie das seine zu: die weltweite

Klimadebatte, das daraus wachsende

Interesse der Regierung und die

zunehmende Abkehr von traditioneller

Energiebereitstellung hin zu nachhaltigeren

Systemen. Er gab zu, dass es

derzeit weltweit noch kein in Betrieb befindliches

kommerzielles Kraftwerk

gäbe, man in Australien aber in dieser

Hinsicht die Nasen vorn habe.

Eine neue Seite, die sich ausschließlich

der Response-Test-Technologie widmet

stellte das Rostocker Planungsbüro

H.S.W. ins Netz. Zu finden ist sie hier:

www.response-test.de

Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft

und Universität: Zwei Studentinnen und

drei Studenten der Betriebswirtschaft

der Universität Kiel nutzten das so genannte

Kieler Gründungspraktikum an

der Hochschule Erlerntes in der Realität

des betrieblichen Alltags einzusetzen.

Für die Schönberger Stoltenberg

Energie GmbH entwickelten sie ein

Markterschließungskonzept. Der Mittelständler

vertreibt Erdwärmeanlagen. Mit

dem Verlauf waren offensichtlich beide

Seiten zufrieden. Die Studenten freuten

sich über die Kooperationsbereitschaft

des Unternehmens und bei Stoltenberg

lobte man die guten und nützlichen Ergebnisse.

Die Vaillant Group hat mit der O.B.

Bergsicherung einen Bohrbetrieb übernommen,

der sich auf den Bereich

Geothermie spezialisiert hat. Mit derzeit

10 eingesetzten Bohrmaschinen zählt

der Bohrbetrieb zu den fünf größten

deutschen Unternehmen in diesem Aufgabengebiet.

Die Bohrungen bietet der

Heiztechnik-Hersteller zu Festpreisen

an. Weiterhin hat das Unternehmen für

die neue Wärmepumpengeneration

geoTHERM am Produktions-Standort

Gelsenkirchen eine Fertigungslinie auf-

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gebaut. Entsprechend der Nachfrageentwicklung

wird in den kommenden

Jahren eine deutliche Ausweitung der

Produktion erwartet. Das Produktprogramm

umfasst Geräte, die Grundwasser,

Erdreich und Außenluft als Energiequelle

nutzen. Das Leistungsspektrum

geht dabei von Wärmepumpen für

Einfamilienhäuser bis zu Anlagen für

Mietshäuser oder gewerbliche Liegenschaften.

Erfolg für Herrenknecht Vertical

GmbH. Das Schwanauer Unternehmen

liefert an die isländische, auf

Geothermie-bohrungen spezialisiert

Iceland Drilling Hochleistungsbohrgeräte

im Wert von etwa 60 Millionen

Euro. Die baden-württembergische Neuentwicklung

ist speziell darauf ausgelegt,

sehr tief nach geothermischer Wärme

zu bohren. Ein entsprechender Vertrag

wurde Anfang Mai von einer Tochtergesellschaft

der Iceland Drilling und

Herrenknecht Vertical, einer Tochtergesellschaft

der Herrenknecht AG abgeschlossen.

Der Kaufvertrag für die erste

Bohreinheit ist bereits unterschrieben.

Diese soll im Herbst 2007 geliefert

werden und in Süddeutschland zum Einsatz

kommen. Dort wird Erdwärme aus

5000 Metern Tiefe gewonnen. Die Lieferung

der nächsten Einheit ist für Mitte

2008 geplant

Offshore goes Onshore: Konstruktion

und Ausstattung dieser innovativen Tiefbohrgeräte

ermöglichen eine bebauungsnahe

geothermische Bohrung bis

zu 6.000 Metern Tiefe. © Herrenknecht

Vertical GmbH

Ende Mai ist die israelisch-amerikanische

Ormat Technologies in den nx-

25 Öko-Aktienindex aufgenommen

worden und verdrängte damit das usamerikanische

Mikrochip-Unternehmen

Transmeta. Der nax-25 enthält 25 nach

Ländern und verschiedenen Branchen

gestreute Aktien. Er startete im April

1997 mit 1.000 Punkten und verzeichnete

allein in den vergangenen vier Jahren

einen Anstieg von 325%. Die Marke

nax-25 gehört der natur media

gmbH (München), die u. a. die Zeitschrift

natur + kosmos herausgibt.

Ormat verkauft und betreibt weltweit

geothermische Kraftwerke Der Börsenwert

des Unternehmens liegt derzeit bei

knapp über 1 Mrd. Euro Im 1. Quartal

2007 wurde ein Umsatz von rund 46,4

Mio. Dollar (+2%) erwirtschaft. Davon

stammen rund 32,9 Mio. Euro aus

Stromverkäufen. Für 2007 peilt das Unternehmen

einen Gesamtumsatz von

mindestens 210 Mio. Euro an.

Geysir Green Energy hat die Mehrheit

der Anteile an der Exorka ehf., dem am

isländischen Spezialisten für Kalina-

Maschinen, erworben. Damit zielt das

gemeinschaftliche Tochterunternehmen

von Glitnir, der größten Privatbank des

Landes, dem Investmentunternehmen

FL Group und dem Projektentwickler

VGK Hönnun nach eigenen Angaben

direkt auf den deutschen Markt. Geysir

Green Energy, ausgestattet mit einem

Grundkapital von 100 Mio. US$, finanziert

weltweit Geothermie-Projekte mit

isländischer Beteiligung. In Deutschlands

wachsendem Markt für

Erdwärmekraftwerke möchte man seine

Position gegen die Konkurrenz von

Siemens und anderen ausbauen.

Exorkas Management wird reorganisiert.

Für Vertrieb und Technik ist ab

sofort VGK Hönnun zuständig.

Der Förderpreis der CDU NRW ging

im März an das Lennestädter Spezialmaschinenhersteller

TRACTO-TECH-

NIK. Firmenchef Wolfgang Schmidt

nahm die Auszeichnung im Rahmen des

Zukunftskongresses der Landes-CDU

am 16.03.2007 entgegen. Die Stellvertretende

Vorsitzende und Wirtschaftsministerin

Christa Thoben hob in ihrer

Rede besonders die Kreativität bei Problemlösungen

und die hohe Risikobereitschaft

des Unternehmens hervor.

TRACTO-TECHNIK ist seit 45 Jahren

vor allem mit innovativer Rohvortriebstechnik,

Spezialmaschinen für die unterirdische

Verlegung von Rohrsystemen,

Rohrbiege- und Bearbeitungs-

Unternehmen

maschinen und ähnlichen Produkten am

Markt. Im Segment Erdraketen ist man

sich zum Weltmarktführer herangewachsen.

Über die Tochter RAYONEX

entwickelt man Gerätemedizintechnik

und bietet Bioresonanzprodukte an. Im

Oktober 2006 präsentierte TRACTO-

TECHNIK eine Kleinbohranlage für die

fächerförmige Verlegung von Erdwärmesonden.

Das Unternehmen beschäftigt

mehr als 500 Mitarbeiter und

verfügt über rund 350 Patente. 2006

kamen allein 30 neue hinzu.

Nairobi: Der kenianische Energieversorger

KenGen wird gesplittet, verkündete

Staatspräsident Kibaki Ende

März. Die Entwicklung der geothermischen

Ressourcen obliegt künftig der

neuen Kenya Geothermal Development

Company. Bei der „alten“ KenGen

verbleibt das Geschäft mit der Wasserkraft.

Hintergrund sind die Anstrengungen

der Regierung, die Stromversorgung

im Land zu verbessern und dafür

die Erdwärme verstärkt einzusetzen.

Man wirft KenGen wohl vor, den Ausbau

der Geothermie als wichtigsten nationalen

Energieträger vernachlässigt

oder zumindest nicht stringent genug

vorangetrieben zu haben.

Österreichs Mineralölkonzern OMV

denkt laut darüber nach, in die

Geothermie einzusteigen. In Österreich,

aber auch in Rumänien, so hieß es in

einem Gespräch mit dem Wiener STAN-

DARD, verfüge man über viele Bohrungen

in Öl- und Gasfeldern, die für die

Lieferung von Wärme und Strom in Frage

kommen könnten.

Der Berner Stromkonzern BKW verstärkt

sein Geschäft mit den

Regenerativen. Dafür wird ein Tochterunternehmen

gegründet, in der alle Aktivitäten

und Anlagen im Zusammenhang

mit erneuerbaren Energien

zusammengefasst werden. In den kommenden

fünf Jahren will die BKW FMB

Energie zudem umgerechnet mehr als

150 Mio. Euro in die Förderung der Erneuerbare

erneuerbarer Energie investieren.

Diese Mittel stehen insbesondere

für Kleinwasserkraftwerke,

Biomasse, Wind- und Sonnenenergie

sowie für die Geothermie zur Verfügung.

Die Geopower Basel AG beschloss im

Januar eine Kapitalerhöhung um insgesamt

rund 1.269 Mio. Schweizer

Geothermische Energie 55/2007 32


Unternehmen, Leserbrief

Franken (ca. 770.000 Euro), um die eingegangenen

Verpflichtungen aus der

Bohrung und die notwendigen Arbeiten

der gegenwärtigen Übergangsphase finanzieren

zu können. Wegen der im

Zuge der Arbeiten an dem Hot-Dry-

Rock-Projekt seit Anfang Dezember

aufgetretenen wiederholten Erdbeben

mit Magnituden bis z. T. über 3, ruht das

eigentliche Vorhaben derzeit. Der Kanton

Basel-Stadt beschloss Mitte April

über seine Industriellen Werke Basel

(IWB) einen Anteil von rund 280.000

CHF zu übernehmen. Insgesamt werden

Darlehen eingeschlossen, 2.8 Mio.

Franken (rund 1.7 Mio. Euro) nachgeschossen.

Beobachter gehen davon

aus, dass sich in der Gesellschafterstruktur

zwar einige Änderungen ergeben

werden, die Kerngruppe aber erhalten

bleibt, um das Vorhaben, gegebenenfalls

unter einem modifizierten Konzept

weiterführen zu können.

Betr.: Beiträge GtE Heft 54 Jan - März 2007

33 Geothermische Energie 55/2007

Im ersten Schritt 35 Mio. US$ investierten

Merrill Lynch Commodity Partners

(MLCP) in die Vulcan Power

Company. Bei Vulcan handelt es sich

um einen der größten Grundeigentümer

von geothermischen Ressourcen in den

USA. Der Vulcan-Besitz konzentriert

sich vor allem in den Bundesstaaten

Arizona, Kalifornien, Nevada und Oregon.

Insgesamt soll das Engagement

von MLCP auf 150 Mio. US$ (ca. 110

Mio. Euro) ausgebaut werden. Fachleute

schätzen, dass auf den Vulcan-Ländereien

zwischen 900 und 2000 MW in

geothermischen Kraftwerken installiert

werden könnten.

Der italienische Energieversorger Enel

hat das us-amerikanische Geothermie-

Unternehmen AMP Resources LLC

übernommen. Das Geschäft markiere

Leserbrief

den Einstieg in den Geothermie-Markt

der USA ließen die Italiener verlauten.

AMP betreibt bereits ein 12 MW Kraftwerk

in Cove Fort, Utah und eine weitere

Anlage in Stillwater, Nevada (10

MW). Stillwater wird um 27 MW erweitert.

U. a. in Salt Wells, Nevada und im

Surprise Valley, Kalifornien entstehen

neue Anlagen. Insgesamt soll in den

nächsten vier Jahren der geothermische

Kraftwerkspark von AMP um 150 MW

ausgebaut werden.

Washington/New York: UNO und

Weltbank haben einen Fonds zur Absicherung

von Explorationsrisiken bei der

Erschließung geothermischer Ressourcen

in Ostafrika aufgelegt. Der African

Rift Geothermal (ARGeo) Fund ist mit

umgerechnet gut 13 Mio. Euro ausgestattet

und kommt den Ländern Äthiopien,

Djibuti, Eritrea, Kenia, Tansania

und Uganda zugute.

S. 19 Risikotechnologie Geothermie? – Beben in Basel W. Bussmann

S. 21 Induzierte Seismizität – Ein Problem der Geothermie? H. Rüter

S. 24 Seismisches Risiko bei geothermischen Reservoirstimulationen –

Eine seismologische Betrachtung des Basler Bebens. S. Baisch, R. Weidler

Sehr geehrte Herren,

nach vielen emotionalen Berichterstattungen

und Kommentaren in Presse und

Fernsehen finde ich es auch gut, wenn

sich Experten aus ihrer Sicht über die

„Basler Beben“ äussern.

Es ist bewiesen, dass die Beben in Basel

bis Stärke 3.4 durch die

Geothermiebohrung und das

Verpressen ausgelöst wurden.

Es ist nicht bewiesen, dass vorhandene

Spannungen im Untergrund in etwa

5000m Teufe vorgelegen haben müssen,

um diese Kleinbeben zu erzeugen.

Auch wenn man ein Erdbeben durch die

vorliegende Plattentektonik in Basel für

möglich hält, sind die dazu bereits vorhandenen

bzw. notwendigen Spannungen

nicht oder nur sehr grob abschätzbar.

Mit der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten

(10 -12 , S. 23, H. Rüter) kann

man die Basler Bevölkerung nicht beruhigen.

Das hat auch bei der Kerntechnik

nicht funktioniert und keine Aussage

über das Auftreten und die Schäden

in Tschernobyl, Harrisburg, Sellafield

etc. ermöglicht. Statistik kann sehr

schön und hilfreich sein, ist aber in diesem

Zusammenhang unbrauchbar.

Als Werkstoffwissenschaftler und

„Bruchmechaniker“ ist mir unklar, wie-

so bei allen Analysen so getan wird, als

ob man mit den Kleinbeben in Basel ein

grösseres Beben verhindern bzw. das

Risiko reduzieren könnte. Nach den

Rissmechanik-Theorien in Festkörpern

(was auch für die Felsmechanik zutreffen

sollte) lässt sich zeigen, dass grosse

Spannungsfelder durch Risse nur in einem

kleinen Umfeld abgebaut werden,

wie das die Grundgleichungen von

Sneddon, Irwin, Williams u.a. [1-3] zeigen.

Selbst wenn im Untergrund von

Basel in einem Spannungsfeld Risse

von ca. 2a= 500m Länge erzeugt wurden,

hat das überhaupt keinen Einfluss

auf globale Spannungsfelder und deren

Energien aus der Plattentektonik, die

Erdbeben in einer Tiefe von 20-50km

auslösen. Es lässt sich leicht errechnen,

dass in einem Abstand von der vierfachen

Risslänge 8a (d.h. in ca. 2km Entfernung)

das globale Spannungsfeld nur

noch geringfügig von dem vorhandenen

Riss beeinflusst ist. Die Abklingfunktion

beträgt etwa 1/ ⋅(mit dem Abstand

r vom Rissende). Die im Verhältnis

zu einem Erdbeben der Stärke >5

freigesetzte Energie ist vernächlässigbar

gering. Die lokale Entspannung, wie

sie in der Technik z.B. bei der Eigenspannungsanalyse

vorgenommen und

ausgenutzt wird, hängt zudem stark von

der Anisotropie des Untergrundes, der

erzeugten Rissrichtung und -fläche sowie

der Rauheit bzw. Verhakung der

Rissflächen ab.

Der Verpressdruck wirkt sich in einer

Normalspannung σ aus, die die

Rissbeanspruchung (Spannungsintensität

mit Risslänge a) als Mode I

mit K = σ⋅ ⋅Q beschreibt. D.h.

I I

dass der Riss in einem homogenen

Material nur zum Stillstand kommt, wenn

die treibende Spannung aus dem

Verpressdruck stärker abnimmt, als die

Wurzel aus der Risslänge zunimmt.

Deshalb wird bei bereits vorhandenen

grösseren Rissen die erneute spontane

Rissverlängerung (und die Energiefreisetzung)

auch stärker zunehmen.

Die zweite treibende Komponente für

die Rissausbreitung sind die ggf. im

Untergrund vorhandenen Scherspannungen

τ, die als Mode II mit K = τ⋅ II

⋅Q bruchmechanisch beschrie-

II

ben werden. Für die Auslösung des

Risswachstums ist vermutlich die Überlagerung

von Mode I und II entscheidend,

für die dynamische Ausbreitung

mit grossen Rissverlängerungen vor allem

evt. globale Schubspannungen und

der Mode II.


Es wundert mich, dass in Zusammenhang

mit den Basler Beben auch noch

Freude geäussert wird, dass man nun

tatsächlich grössere Risse erzeugt hat

und auf dem richtigen Weg ist. Dass

man so nicht einfach weitermacht, hat

der Abbau des Bohrturms ja gezeigt.

Basel liegt nicht in China und die Bevölkerung

weiss sich mit demokratischen

Mitteln zu wehren.

Es ist klar, dass die Basler über die Erschütterungen

erschrocken waren. Es

ist auch klar, dass speziell die Basler

sensibel auf Erdbeben reagieren, da sie

ein historisches Gedächtnis haben und

das grosse Erdbeben vor ca. 650 Jahren

nicht vergessen ist. Es ist ein Unterschied,

ob sich ein solches Beben

Geothermie-Geschwätz: Don Fitzh,

Herausgeber von Synthesis/Regeneration:

A Magazine of Green Social

Thought, dem Blatt der US-Grünen,

steht mit den Regenerativen auf dem

Kriegsfuß. In einem Beitrag vom

22.04.2007 für den Internet-Blog ZNet

griff er einen Report der American Solar

Society (ASES) über die Möglichkeiten

von Erneuerbaren Energien und

Energieeffizienz zur Reduktion von CO 2

frontal an und tat alle Argumente als

Geschwätz ab. Zur Erdwärme wusste

er: Weniger als 0.1% der geothermischen

Energie befänden sich in den ersten

drei Kilometern der Erdoberfläche

und wären daher überhaupt erschließbar.

Vorstellungen, dass irgendwelche

technischen Verbesserungen es ermöglichen

würden, irgendwann bis zu 20%

des amerikanischen Energiebedarfs aus

der Erdwärme zu decken, seien reine

Spekulation. Geothermie könne nicht

Teil einer ernsthaften Energiestrategie

sein.

ANZEIGE

durch eine Gasexploration in einem

dünn besiedelten Gebiet oder durch

eine gewollte „Durchlässigkeitserhöhung“

im Basler Stadtgebiet ereignet,

ob das Zentrum in 5km oder in

20km Tiefe liegt. Setzungen in Bergbaugebieten

oder durch Staudämme haben

eine andere Qualität und veralbernde

Bemerkungen über die aufgetretenen

Schäden (S. 23) sind fehl am Platze und

leisten der Geothermie einen Bärendienst.

[1] Sneddon, J.N: The Distribution

of Stress in the Neighborhood

of a Crack in an Elastic Solid.

Proc. Roy. Soc. London,

Vol. A, 187 (1946), pp. 229-

260.

gefunden

Grüne Atomenergie: Geodynamics-

Chef Adrian Williams kennt den Hang

des australischen Ministerpräsidenten

Howard und anderer Entscheidungsträger

zur Atomenergie. Er weiß natürlich

auch, dass der geothermische

Wärmefluss zu einem wesentlichen Teil

von radioaktiven Zerfallsprozessen im

Erdinneren gespeist wird. Also versuchte

er neulich, die Erdwärme auf besondere

Weise politisch schmackhaft zu

machen: „It’s green nuclear“ lautete sein

Credo.

Rätselhafte Lösung: Der Münchner

Merkur berichtete am 02.06.2007 über

die unterschiedlichen Interessenlagen

von Puchheim und Germering, zweier

Kommunen im Münchner Umland.

Germering orientiere sich statt jetzt statt

zum nördlichen Nachbarn eher auf Kooperationen

an den südlichen

Gemeindegrenzen. Kommentar des

Merkur: „Lösung des Lokalrätsels: Die

Erdwärme ist im Süden am höchsten.“

Leserbrief, gefunden

[2] Irwin, G.R.: Analysis of Stressis

and Strains near the End of a

Crack Traversing a Plate.

Trans. ASME (J. Appl.

Mech.), Vol. 79 (1957), pp.

361-364.

[3] Williams, M.L.: On the Stress

Distribution at the Base of a

Stationary Crack. Trans. ASME

(J. Appl. Mech.), Vol. 79

(1957), pp. 109-114.

Kontakt:

Dr.-Ing. Klaus F. Stärk, Langacherstr.11,

CH-5417 Untersiggenthal, T.(p) +41/56/

2882467, T.(d) +41/56/2054282, E-mail:

klaus.staerk@power.alstom.com

Saubere Wärme aus Regentropfen

titelte die Neue Osnabrücker Zeitung

am 21.04.2007. Und meinte damit die

Erdwärme. Denn, so zitierte sie einen

Bediensteten des Landkreises Osnabrück

im Rahmen einer Informationsveranstaltung,

Geothermie entstehe nicht

aus vulkanischer Tätigkeit im Erdinnern,

sondern durch Regentropfen, die durch

das Sonnenlicht aufgeheizt im Boden

versickerten.

Vancouvers Abwasser-Heizung: Die

Stadt Vancouver möchte die Wärme aus

ihren Abwasserkanälen für die Heizung

von Gebäuden nutzen. Auch das Olympische

Dorf der Winterspiele von 2010

wird mit der Energie aus Toilettenspülungen

und vergleichbaren Einspeisungen

versorgt. Das liefe ganz

ähnlich wie bei der Erdwärme, kommentierte

Chris Barber, städtischer Projektmanager,

sein System. Schließlich würden

geothermische Anlagen auch Wärmetauscher

einsetzen, um die Wärme

aus dem Boden zu holen.

Geothermische Energie 55/2007 34


Tagungen, Termine

35 Geothermische Energie 55/2007

Tagungen, Termine

Finanzierung und Versicherung von Geothermieprojekten schreiten voran

Geothermie-Konferenz in Freiburg.

Rund 180 Teilnehmer aus der Geothermiebranche sowie Versicherer,

Investoren und Kommunalvertreter trafen am

19.04.2007 zur 3. Internationalen Geothermiekonferenz in

Freiburg. Eröffnet wurde die Veranstaltung in Vertretung von

Schirmherrn Sigmar Gabriel durch Dr. Karin Freier, Bundesministerium

für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

(BMU). "In einem vom BMU entwickelten Szenario gehen wir

davon aus, dass die Geothermie im Jahr 2050 12,5 Prozent

des Wärmebedarfs bereitstellen kann", prognostizierte Freier

in ihrer Begrüßungsrede. Erdwärmeprojekte zur Wärmeund

Stromerzeugung verlangen auf Grund hoher Anfangsinvestitionen

und des Fündigkeitsrisikos ein gutes Risikomanagement

und eine durchdachte Finanzierungsstrategie,

betonen die Veranstalter der Konferenz.

"Die Zeit ist reif, um in die Geothermie zu investieren“

"Das Hauptaugenmerk der 3. Internationalen

Geothermiekonferenz galt dem Dialog zwischen Projektentwicklern

einerseits und Investoren und Versicherern andererseits,"

erläutert Volker Krauth, Geschäftsführer der forseo

GmbH. So gehören die Finanzierung zu den wichtigsten

Aspekten bei der Realisierung von Geothermievorhaben. Vorund

Nachteile verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten

durch Eigen- oder Fremdkapital seien hinsichtlich des individuellen

Risikopotenzials der einzelnen Projekte gegeneinander

abzuwägen. "Die Zeit ist reif, um in die Geothermie zu

investieren“, meint Heribert Sterr-Kölln, Geschäftsführer von

Sterr-Kölln & Partner, "von Investments in Form von

Publikumsfonds rate ich jedoch ab, da diese nicht geeignet

sind, das Risiko von Geothermie-projekten zum jetzigen Zeitpunkt

zu tragen."

Investitionspotenzial in Deutschland auf 4,5 bis 5 Milliarden

Euro geschätzt

Über die Kriterien eines Risikokapitalgebers und den bedingt

geeigneten Einsatz von Venture Capital bei

Geothermieprojekten berichtete Jochen Sautter von

VentureInvest. Jörg-Peter Voß von der IKB Deutschen Industriebank

schätzt das Investitionspotenzial in Deutschland

derweil auf 4,5 bis 5 Milliarden Euro. Erfolgreich scheint das

Finanzierungsmodell von Geodynamics Limited: Das australische

Unternehmen finanziert sich als Aktiengesellschaft. Seit

2002 haben Investoren durch den Kauf von Aktien 45 Millionen

Euro in das Unternehmen gebracht. Erst kürzlich konnte

das Unternehmen weitere Aktien im Wert von 30 Millionen

Euro veräußern. Im September soll mit einem eigenen Bohrgerät

das australische Projekt fortgeführt werden.

Eine Fündigkeitsversicherung minimiert nicht nur das Risiko

finanzintensiver Projekte: Sie kann auch dazu beitragen,

den Weg der Finanzierung überhaupt zu erleichtern. Dies

bestätigte Kyoichi Shimazaki von der Weltbank, mit der

Vorstellung der Risikoabsicherungsinstrumente unter anderem

einer Fündigkeitsversicherung. Christian Scholz, Prokurist

der FirstGeoTherm GmbH, spricht sich für den

Abschluss einer Fündigkeitsversicherung noch vor der

Akquise von Investoren aus: "Die für die Versicherung nötige

Aufarbeitung und Vervollständigung aller Projektunterlagen

liefert zugleich belastbare und aussagekräftige Unterlagen

für Investoren. Machbarkeitsstudie und Possibility

of Success-Studie schaffen Sicherheit für Projektplaner und

potenzielle Finanzierer. Eine durch den Projektentwickler

abgeschlossene Fündigkeitsversicherung ist ein Qualitätsmerkmal

für geprüfte und als versicherbar eingestufte Projekte."

Scholz präsentierte die erste Fündigkeitsversicherung

im Oberrheingraben für das neue Projekt in Wörth.

Projekte am Oberrhein in Breisach, bei Bad Säckingen und

in Landau

Weitere Themen der 3. Internationalen Geothermiekonferenz

waren die Möglichkeiten und Formen der Stimulationen im

Untergrund und ihre Relevanz hinsichtlich seismischer Ereignisse.

Beiträge zu Voruntersuchungen auf geochemischer

Basis und Ihrer Anwendung sowie Berichte über neue Projekte

rundeten das Programm ab. Der badische Energieversorger

badenova AG & Co. KG referierte über Projekte

in der Region am Oberrhein: Für die Voruntersuchungen zu

einem möglichen Geothermiekraftwerk in Breisach wurden

jetzt Gelder bereitgestellt. Die GWK Hochrhein GmbH plant

zwischen Bad Säckingen und der Landesgrenze bei Schaffhausen

Bohrungen bis in drei Kilometer Tiefe. Erfolgreich

verläuft zurzeit das Projekt in Landau: Das

Geothermiekraftwerk mit gekoppelter Fernwärmeversorgung

kann voraussichtlich bereits Ende dieses Jahres seinen

Betrieb aufnehmen. Beispielhaft für die Kombination der

Geothermie mit anderen erneuerbaren Energien ist das

Hybridkraftwerk in Neuried, bei dem von einer Biogasanlage

dem Geothermie-kraftwerk zusätzliche Wärme zugeführt

wird.

Die Veranstalter, die forseo GmbH und der fesa e.V. aus

Freiburg, zeigen sich zufrieden mit der Konferenz: "Wir freuen

uns über den zunehmenden Zuspruch der Finanzbranche.

Rund 20 Prozent der 180 Teilnehmer kamen aus

dem Kapitalsektor. Dies zeigt, dass das Interesse der Investoren

für die Geothermie geweckt ist", so Dr. Jochen Schneider

vom fesa e.V.

30.04.2007

Quelle: 3. Internationale Geothermie-konferenz; fesa

Solarserver.de

© Heindl Server GmbH

Bildquelle: 3. Internationale Geothermiekonferenz; fesa


Tagungen, Termine

3. Biberacher Geothermietag – Klimaschutz durch Heizen und Kühlen

mit oberflächennaher Geothermie

Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff

Am 30. November 2006 fand bereits

zum dritten Mal der Biberacher

Geothermietag in Biberach a. d. Riß

statt. Ziel des Biberacher Geothermietages

ist es, ein Forum für den

praxisbezogenen Erfahrungsaustausch

zwischen Hochschulen, Forschung,

Planern, Industrie und Anwendern

zu bieten. Der Bogen der

Vorträge spannte sich von Beispielen

und Betriebserfahrungen ausgeführter

Anlagen über genehmigungsund

umweltrechtliche sowie wirtschaftliche

Fragen bis hin zu aktuellen

Themen der Forschung und Entwicklung.

Die Tagung wurde von der

Bauakademie in Kooperation mit der

Hochschule, der Energieagentur und

der EnBW Regional AG in Biberach

veranstaltet und vom Wirtschaftsministerium

sowie der Klimaschutz-

„Steckbrief“ des 3. Biberacher Geothermietages:

und Energieagentur Baden-Württemberg

unterstützt. Erstmals wurde ergänzend

zur Fachtagung und Ausstellung

eine Planerschulung für

oberflächennahe Geothermie angeboten,

die ebenfalls sehr gut angenommen

wurde.

Im einführenden Vortrag wies Prof. Dr.

Roland Koenigsdorff, Hochschule Biberach,

auf die Wichtigkeit des Systemgedankens

bei der Nutzung der

oberflächennahen Geothermie hin. Sowohl

bei der Heizung als auch bei der

Kühlung – und vor allem im Falle einer

Sanierung – sind die Systemtemperaturen

eine entscheidende Voraussetzung

für effektive und effiziente

Systeme. Die Erschließung von Pufferund

Speicherpotenzialen in Gebäude

und Anlage sowie integrierte Heiz-Kühl-

Veranstalter:

Bauakademie Biberach in Kooperation mit der Hochschule Biberach

Energieagentur Biberach, Niederlassung der Energieagentur Ravensburg

EnBW Regional AG, Regionalzentrum Oberschwaben, Biberach

Ideelle Träger: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

Fachausstellung: Institut für angewandte Forschung der Hochschule Biberach

Planerschulung: Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach

Tagungsort: Hochschule Biberach

Tagungsleitung: Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff, Hochschule Biberach

Moderation: Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff, Hochschule Biberach

Dipl.- Geol. Thomas Kölbel, EnBW Karlsruhe

Vortragsprogramm:

Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff, Hochschule Biberach:

Einführung: Gebäudesysteme mit oberflächennaher Geothermie

Dr. Simone Walker-Hertkorn, Systherma GmbH, Starzach-Felldorf:

Genehmigungs- und umweltrechtliche Voraussetzungen: aktueller Stand

Walter Göppel, Energieagentur Ravensburg & Biberach:

Oberflächennahe Geothermie in der Region: Praxisbeispiele

Dipl.-Ing. Doris Kommert, KEA Klimaschutz- und Energieagentur GmbH, Karlsruhe:

Kosten erdgekoppelter Wärmepumpenanlagen: Auswertungen aus dem Förderprogramm des Landes

Baden-Württemberg

Dr. rer. nat. Hans-Joachim Bayer, Tracto-Technik GmbH, Kohlberg:

Forschung und Entwicklung bei Bohrverfahren

Dr. Ralf Schramedei, Stadtwerke Düsseldorf AG:

Wärmelieferungs-Contracting mit Geothermie

Ing. Heinrich Huber, arsenal research, Wien:

Auswirkungen von Wärmepumpenanlagen mit Flachkollektoren auf die Biomasse und Bepflanzung

Dipl.-Phys. Andreas Niewienda, DS-Plan AG, Stuttgart:

Geothermische Gebäudeheizung und –kühlung: Beispiele, Erfahrungen, Wirtschaftlichkeit

Kontaktadresse:

Bauakademie Biberach

Hochschule Biberach

Karlstr. 11

88400 Biberach

Tel.: 07351 / 582 - 551

Fax: 07351 / 582 - 559

e-mail: kontakt@bauakademie-biberach.de

Systeme können die Effizienz weiter

steigern. Derartige Betrachtungen im

Zusammenhang mit Wärmepumpen

und oberflächennaher Geothermie gehören

zu den Lehrinhalten der Studiengänge

Gebäudetechnik,

Gebäudeklimatik und künftig auch

Energiesystemtechnik an der Hochschule

Biberach.

Kein Energiesystem ist frei von Auswirkungen

auf seine Umwelt. Angesichts

der erfreulichen Marktentwicklung

erdgekoppelter Wärmepumpenanlagen

mit rund 44 % Absatzsteigerung im Jahre

2005 gewinnt auch die Qualitätssicherung

im Hinblick auf den Gewässerschutz

an Bedeutung. In ihrem Vortrag

zu diesem Thema ging Dr. Simone

Walker-Hertkorn auf die aktuelle

genehmigungsrechtliche Situation in einigen

Bundesländern ein und stellte das

Gütesiegel Erdwärmesonden für Bohrunternehmen

als ein wichtiges Element

der technischen und ökologischen Qualitätssicherung

vor.

Die bundesweit hohen Zuwachsraten

der geothermischen Energienutzung

werden in Baden-Württemberg noch

überschritten. Dies gilt auch für den

Landkreis Biberach, wie Walter Göppel

von der Energieagentur Ravensburg-

Biberach anhand aktueller regionaler

Marktdaten aufzeigte. Neben Wärmepumpen-Heizanlagen

für Wohngebäude

sind hierbei zunehmend größere Projekte

mit kombinierter geothermischer

Heizung und Kühlung und bivalenter

Erzeugung zu verzeichnen.

Das Förderprogramm oberflächennahe

Geothermie des Landes Baden-Württemberg

gab dem Bau von

Erdwärmesonden bis Ende 2005 zusätzlichen

Schub. Doris Kommert von

der Klimaschutz- und Energieagentur in

Karlsruhe zog eine Bilanz dieses erfolgreichen

Förderprogramms. Die Auswertung

der knapp 1500 bewilligten Anträge

lieferte unter anderem eine breite Datenbasis

zu den Kosten erdgekoppelter

Wärmepumpenanlagen. Das

Förderprogramm wird inzwischen von

der EnBW fortgesetzt.

Beispiele für Forschung und Entwicklung

im Bereich oberflächennaher

Geothermie sind die Weiterentwicklung

von Bohrverfahren sowie Untersuchungen

zu den Auswirkungen der Anlagen

auf die Umwelt. Dr. Hans-Joachim Bayer

von der Fa. Tracto-Technik stellte den

Geothermische Energie 55/2007 36


Tagungen, Termine

aktuellen Entwicklungsstand bei horizontalen

und schrägen Bohrungen unter

Einsatz von kleinen, kompakten

Bohrgeräten vor, mit denen beispielsweise

auch der Untergrund unter Bauwerken

geothermisch erschlossen werden

kann.

Dem häufig diskutierten Einfluss von

horizontalen Erdkollektoren auf die Vegetation

des darüber liegenden Gartens

ging ein Forschungsprojekt von arsenal

research, Wien, nach, über dessen Ergebnisse

Heinrich Huber berichtete.

Demnach ist ein Einfluss des Wärmeentzugs

auf die Vegetation vorhanden,

der sich bei korrekt dimensionierten und

betriebenen Anlagen jedoch lediglich in

einer Wachstumsverzögerung im Frühjahr

von einigen Tagen bis 2 1/2 Wochen

bemerkbar macht, ohne sonstige

nachteilige Wirkungen mit sich zu bringen.

Dass regenerative Energien – und darunter

zunehmend auch die oberflächennahe

Geothermie – beim kommerziellen

Wärmelieferungs-Contracting an Bedeutung

gewinnen, erläuterte Dr. Ralf

Schramedei von den Stadtwerken Düsseldorf.

In seinem Überblick über die

12.-14.09.2007, geofora - Fachmesse

und Kongress für Bohrtechnik, Brunnenbau

und Geothermie, Hof, Kontakt: Bundesvereinigung

der Firmen im Gas- und

Wasserfach e. V.,

Technisch-wissenschaftliche Vereinigung,

Marienburger Straße 15, 50968

Köln, Fon: 0221 - 37 668 20, Fax: 0221

- 37 668 60, E-Mail: info@figawa.de

18.-19.09.2007, Geothermie - Eine erneuerbare

Energie mit Zukunft!, Fellbach

bei Stuttgart, Kontakt:

EUROFORUM Deutschland GmbH,

Postfach 11 12 34, 40512 Düsseldorf,

Tel: 0211 9686 4040, Email:

anmeldung@euroforum.com

37 Geothermische Energie 55/2007

diesbezüglichen Aktivitäten der Düsseldorfer

stellte er mehrere Contracting-

Projekte mit geothermischen Leistungen

zwischen unter 100 und knapp 400 kW

vor.

Andreas Niewienda von der DS-Plan AG

zeigte anhand von größeren Büro- und

Wohngebäuden, dass Anlagen- und

Versorgungskonzepte mit oberflächennaher

geothermischer Heizung und

Kühlung trotz hoher Anfangsinvestitionen

wirtschaftlich konkurrenzfähig

sein können. Aufgrund zunächst

gegenläufiger Interessen von Investoren,

Betreibern und Mietern erfordert die

erfolgreiche Umsetzung derartiger Konzepte

eine hohe Motivation bei allen

Beteiligten. Ziel muss sein, mindestens

ein warmmietneutrales Konzept zu erarbeiten,

damit der höhere Anfangsaufwand

zugunsten der ökologischen Vorteile

geothermischer Anlagen Akzeptanz

findet.

In der begleitenden Fachausstellung

präsentierten sich Institutionen, Unternehmen

und Verbände mit zusätzlichen

Informationen und Angeboten zur

oberflächennahen Geothermie. Mit wiederum

über 180 Teilnehmern erfreut

Aktuelle Termine

29.-31.10.2007, Der Geothermiekongress

2007, Bochum

Kontakt: Geothermische Vereinigung

e.V. - Bundesverband Geothermie,

Gartenstr. 36, 49744 Geeste, Tel: 05907

- 545, Fax: 05907 - 7379, email:

info@geothermie.de, Internet:

www.dergeothermiekongress.de

29.-31.10.2007, First European

Geothermal Review, Mainz

Kontakt: BESTEC GmbH, Dr. Jörg

Baumgärtner, Landauer Straße 28, D-

76870 Kandel

Tel. 07275-955440, Fax. 07275-

955493, review@bestec-for-nature.com

30.09.-03.10.2007, GRC 2007 Annual

sich der 3. Biberacher Geothermietag

ungebrochener Beliebtheit.

Dies galt auch für die erstmals stattfindende

Planerschulung für oberflächennahe

Geothermie am Folgetag. Thema

der Schulung war die Auslegung von

Erdwärmequellenanlagen für Wärmepumpen.

Der erste Teil bestand aus einem

Vortragsseminar, in welchem die

verschiedenen Systeme und ihre

Auslegungsregeln vermittelt wurden.

Anschließend hatten die Teilnehmer Gelegenheit,

in einem Rechnerraum

Auslegungsprogramme interaktiv kennen

zu lernen und zu erproben. Der

durch die Anzahl der Rechnerplätze

begrenzten Teilnehmerzahl stand ein so

großes Interesse gegenüber, dass die

Planerschulung im Dezember 2006 und

März 2007 noch zweimal wiederholt

wurde.

Eine CD mit der Dokumentation aller

Vorträge ist zum Selbstkostenpreis bei

der Bauakademie Biberach (Kontaktadresse

siehe Info-Kasten) erhältlich.

Der 4. Biberacher Geothermietag ist für

den Herbst 2007, voraussichtlich im November,

geplant.

Meeting, Sparks, Nevada

Kontakt: Geothermal Resources

Council, 2001 Second St., Str 5.,

(95616), POB 1350, (95617), Davis,

California, Tel: 530 758 2360, Fax: 530

758 2839, Email: grc@geothermal.org


Tagungen, Termine

Tiefe Geothermie – Die neue Erfolgsgeschichte

Tagungsleitung: Dr. Horst Kreuter

28.09.2007, im Rahmen der RENEXPO

Ort: Messe Augsburg

Tiefe Geothermie – Die neue Erfolgsgeschichte

14:00 - 14:20 Tiefe Geothermie in Deutschland und die Entwicklung im Oberrheingraben

Geothermische Vereinigung e.V. – Bundesverband Geothermie, Vorsitzender

der Sektion „Tiefe Geothermie“, Dr. Horst Kreuter

14:20 – 14:40 Das tiefe Wasser aus der Molasse: Strom und Wärme für Bayern

Erdwerk GmbH, Renate Höferle

Untertage

Neue Entwicklungen im Tiefbohrmarkt - Schaffen wir die Kapazitäten?

Innovative Tiefbohrtechnologie:

14:40 – 15:00 Drilltec GUT GmbH, Herr Dr. Weikert

Marktperspektiven

15:00 – 15:20 NN

Erkundung und Erschließung – Methoden, Problemlösungen

15:20 – 15:40 … am Oberrhein

GtV-BV, Dr. Horst Kreuter

15:40 – 16:00 … in der Molasse

Erdwerk GmbH, Dr. Achim Schubert

16:00 – 16:20 Pause

Übertage

Die Turbinen

16:20 – 16:40 Kalina

NN

16:40 – 17:00 ORC

First Geotherm GmbH, Herr Scholz

17:00 – 17:20 Geothermische Fernwärmenetze

NN

Die Projekte

Oberrhein:

17:20 – 17:40 Landau

geox GmbH, Dr. Heiner Menzel

Molasse:

17:40 – 18:00 Projekte für Strom und Wärme

Stadtwerke München GmbH , Herr Dr. Pletl

18:00 – 18:20 Perspektive HDR

Q-Con GmbH, Ralph Weidler

Anmeldung über: GtV-Service GmbH Tel.: 05907-545

Daniel Hermeling Fax: 05907-7379

Gartenstr. 36 e-mail: info@geothermie.de

49744 Geeste Internet: www.geothermie.de

Teilnahmegebühren: 120 Euro

100 Euro für Mitglieder des GtV-BV

40 Euro für Studenten

Geothermische Energie 55/2007 38


GtVeV Intern

Träger der Patricius-Plakette

1994: Dr. Oskar Kappelmeyer

1995: Prof. Dr. Ralph Hänel

1996: Prof. Dr. Ladislaus Rybach

1997: Dr. Herbert Schneider

1998: Prof. Dr. Vladimir Cermák

1999: Dr. Roberto Carella

2000: Dr. Ingvar B. Fridleifsson

2001: Dr. Rüdiger Schulz

2002: Ernst Rohner

2003: Prof. Dr. Kiril Popovski

2004: Prof. Dr. Fritz Rummel

2005: Orhan Mertoglu

2006: Raffaele Cataldi

39 Geothermische Energie 55/2007

GtVeV INTERN

Wir begrüßen als neue Mitglieder

Neumitglieder, denen ältere Ausgaben der Geothermischen Energie fehlen, können Exemplare kostenlos bei der Redaktion

erhalten - solange der Vorrat reicht.

Michael Back, 94650 Offenberg

Matthias Broder, 7320 Sargans, Schweiz

Dipl.-Ing. Helmut Buth, 45892 Gelsenkirchen

Hans-Dieter Efkes, 31061 Alfeld

ERBOTEC, 88178 Heimenkirch

Faber & Schnepp Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG, 35390 Gießen

Horst Filbrich, 52072 Aachen

GeoService – Geologisch-Technische Dienstleistungen GmbH, 49828

Georgsdorf

Bastian Görke, 44799 Bochum

Kurt Grass, 52511 Geilenkirchen

Innovative Energie für Pullach GmbH, 82049 Pullach i. Isartal

Rolf Köddermann, 33184 Altenbeken

Univ. Prof. Dimitrios Kolymbas, 6020 Innsbruck, Österreich

Jürgen Kreutz, 15562 Rüdersdorf

Bau.-Ing. Dragó Kukólj, 72119 Ammerbuch

HMT – Haustechnische MessTechnik GmbH & Co. KG, 28277 Bremen

Bernhard Lanfermann, 48324 Sendenhorst

Joerg Lehr, 29229 Celle

Peter Ludwig Scheck, 10781 Berlin

Stephan Schirmer, 25923 Braderup

Stefan Schubert, 83209 Prien

Manfred Schulz, 32139 Spenge

Dr. Bruno Schwarz, 64446 Heppenheim

Tina Serfling, 42489 Wülfrath

Bernd Sonneck, 78465 Konstanz

Dr. Gerda von Phlipsborn, 87561 Oberstdorf

Thorsten Weimann, 86356 Neusäß

Hans Zippwald, 28779 Bremen

(Mitgliederstand am 25.06.2007: 772)


Präsidium:

Präsidentin:

Simone Probst

Engernweg 13a

33100 Paderborn

Tel: +49 5251 - 54 19 82

mobil: +49 174 98 56 123

Fax: +49 5251 54 19 83

Email simone.probst@geothermie.de

Sektion Geothermische Vereinigung:

Prof. Dr. Horst Rueter

Schuerbankstr. 20a

44287 Dortmund

Tel/Fax +49 231 445766

mobil +49 160 832 9442

Email rueter@harbourdom.de

Sektion Oberflächennahe Geothermie:

Herr Dr. Ralf Schramedei

In der Taufe 51

51427 Bergisch-Gladbach

Tel: 0211 - 821 - 2554

Fax: 0211 821 772554

Email: ralf.schramedei@gmx.de

Sektion Tiefe Geothermie:

Herr Dr. Horst Kreuter

Geothermal Engineering GmbH

(GeoT)

Baischstr. 7

76133 Karlsruhe

Tel: 0721 26 308 308

Fax: 0721 26 308 309

Email: kreuter@geo-t.de

Schatzmeister:

Dipl.-Ing. Michael Würtele

Montanes GmbH

Bergwaldstr. 26

76227 Karlsruhe

Telefon 0721-819-8690

Telefax 0721-819-8691

Email: wuertele@montanes.de

Schriftführer:

Axel Genschow

Am Weserufer 1

32549 Bad Oeynhausen

Telefon (0 57 31) 53 80 99

Telefax (0 57 31) 53 80 98

E-mail: AJKGenschow@t-online.de

Erweitertes Präsidium

Sektion Geothermische Vereinigung:

Dr. Ernst Huenges

GeoForschungsZentrum

Telegraphenberg A 52

14473 Potsdam

Tel.: 0049 (0) 331 288 1440

Mob.: 0049 (0) 172 3929301

Fax: 0049 (0) 331 288 1450

e-mail: huenges@gfz-potsdam.de

http://www.gfz-potsdam.de/pb52

Herr Prof. Martin Sauter

Universität Göttingen

Goldschmidtstr. 3

37077 Göttingen

Email: martin.sauter@geo.unigoettingen.de

Herr Dr. Rüdiger Schulz

Institut für Geowissenschaftliche

Gemeinschaftsaufgaben

Stilleweg 2

30655 Hannover

Dr. Rüdiger Schulz

Tel.: 0511-643-3468

Fax: 0511-643-3665

E-Mail:

ruediger.schulz@gga-hannover.de

Herr Prof. Christian Wolkersdorfer

Luisenstr. 37

80333 München

Email: chris@wolkersdorfer.info

Dipl.-Ing. Michael Würtele

Montanes GmbH

Bergwaldstr. 26

76227 Karlsruhe

Telefon 0721-819-8690

Telefax 0721-819-8691

Email: wuertele@montanes.de

Sektion Oberflächennahe Geothermie:

Herr Jörg Uhde

TerraTherm Erdwärme GmbH

Heinrichstr. 17/19

36037 Fulda

Tel: 0661 12-401

Fax: 0661 12-83535

Email: info@terratherm.de

http://www.terratherm.de

Herr Dr. Erich Mands

UbeG GbR

Nauborner Straße 184

35580 Wetzlar

Tel: 06441-212910

Fax: 06441-212911

Email: UBeG@UBeG.de

http://www.ubeg.de

GtVeV Intern

Herr Karl Heinz Stawiarski

Viessmann Werke GmbH & Co KG

35107 Allendorf

Tel: 0171 3333464

Fax: 0911 9389739

Email: stkh@viessmann.com

http://www.viessmann.com

Herr Chrisoph Rosinski

GEFGA mbH

Löhrgasse 11

65549 Limburg

Tel: 06431 - 21 71 60

Fax: 06431 - 21 71 61

Email: info@gefga.de

http://www.gefga.de

Sektion Tiefe Geothermie:

Jens Burgtorf

Amalienstr. 37

80799 München

jens.burgtorf@vodafone.de

Tel: 089/28 70 11 85

Herr Uwe Bokemüller

ITAG Tiefbohr GmbH & Co. KG

Itagstrasse 5 - 17

29221 Celle

Tel: 05141-914322

Fax: 05141-914266

Email: uwe.bokemueller@itag-ce.de

http://www.itag-celle.de/

Herr Michael Würtele

Deutsche Montan Technologie GmbH

Bau Consulting - Baugrundinstitut

Am Technologiepark 1

45307 Essen

Tel: 0201/172-1746

Fax: 0201/172-1777

Email: michael.wuertele@dmt.de

Dipl.Ing. Axel Genschow

Am Weserufer 1

32549 Bad Oeynhausen

Tel: 0 57 31 - 53 80 99

Fax 0 57 31 - 53 80 98

Mobil (01 71) 2 67 68 39

Email: AJKGenschow@t-online.de

Geschäftsführer:

Werner Bußmann

Gartenstraße 36

D-49744 Geeste

Tel.: 05907-545

Fax: 05907-7379

E-Mail: wb@geothermie.de

Geothermische Energie 55/2007 40


Auszug aus dem Firmenverzeichnis

Nähere Angaben zu den einzelnen Unternehmen finden Sie im

Firmen- und Beraterverzeichnis des GtV-BV. (www.geothermie.de)

Alternative Energiesysteme Scherf

GmbH

Wärmepumpen & Solartechnik

Calauer Str. 12

03229 Altdöbern

Tel.: 035434 - 60410

Fax: 035434 - 60422

e-mail: scherfb@t-online.de

Internet: http://www.scherf-aes.de

HGC Hydro-Geo-Consult GmbH

Halsbrücker Straße 34

09599 Freiberg

Tel: 03731-365-446

Fax: 03731-365-435

Email: info@hgc-fg.de

Internet: www.hgc-fg.de

geoENERGIE Konzept GmbH

Am St. Niclas Schacht 13

09599 Freiberg/Sa.

Tel +49 - 3731 781 437

Fax +49 - 3731 781 126

E-Mail: info@geoenergie-konzept.de

Internet:http://www.geoenergiekonzept.de

Gaßner, Groth, Siederer & Coll.

Rechtsanwälte Gaßner, Groth,

Siederer & Coll.

EnergieForum Berlin

Stralauer Platz 34

10243 Berlin

Tel: 030-726 10 26 - 0

Fax: 030-726 10 26 - 10

E-Mail: Berlin@GGSC.de

Internet: www.ggsc.de

GuD Geotechnik und Dynamik

Consult GmbH

Dudenstraße 78

10965 Berlin

Tel.: 030-789089-0

Fax: 030-789089-89

email: geo@gudconsult.de

Internet: www.gudconsult.de

Untergrundspeicher- und

Geotechnologie-Systeme GmbH

Berliner Chaussee 2

D-15749 Mittenwalde / Germany

Phone: (+49 33764) 82 0

Fax: (+49 33764) 82 280

E-Mail: info@ugsnet.de

Internet: www.ugsnet.de

Geothermie Neubrandenburg GmbH

Seestr. 7a

D-17033 Neubrandenburg

Tel. 0395/367740

Fax 0395/3677411

e-mail gtn@gtn-online.de

URL: http://www.gtn-online.de

41 Geothermische Energie 55/2007

H.S.W. Ingenieurbüro für Angewandte

und Umweltgeologie GmbH Rostock

Gerhart-Hauptmann-Straße

18055 Rostock

Tel. 0381/37015

Fax 0381/31224

E-Mail: HSW.Ingbuero@t-online.de

Webseite: www.hsw-rostock.de

GMK Gesellschaft für Motoren und

Kraftanlagen mbH

Reuterstr. 5

18211 Bargeshagen / Rostock

Tel.: 0049 / 38203 / 7758-0

Fax: 0049 / 38203 / 7758-20

e-mail: info@gmk.info

Internet: www.gmk.info

Stoltenberg Energie GmbH

Große Mühlenstraße 45

24217 Schönberg

Tel: +49(0)4344-4110-0

Fax: +49(0)4344-4110-20

e-mail: info@stoltenberg-energie.de

Internet: www.stoltenberg-energie.de

Gebr. Lange & Söhne Brunnenbau

GmbH

Hauptbetrieb

Ludwig-Meyn-Str. 6-8

25469 Halstenbek

Tel.: 04101 - 4903 - 0

Fax: 04101 - 4903 - 21

email: lange-brunnenbau@t-online.de

http://www.brunnenbau-lange.de

CREA Center für rationelle Energieanwendung

GmbH

Stresemannstr. 46

27570 Bremerhaven

Tel: 0471-140-500

Fax: 0471-140-509

email: info@crea-bhv.de

Web: http://www.crea-bhv.de

Ferdinand Koller und Sohn GmbH &

Co. KG

Firmensitz (Verwaltung)

Bruchkampweg 5

29227 Celle

Tel.: 05141/98980

Fax: 05141/989898

Homepage: http://www.koller-celle.de

NORMEC® Oilfield Products Sales

and Services GmbH

Wernerusstr. 29

29227 Celle

Tel.: 05141/882548

Fax: 05141/882956

email: normec-celle@t-online.de

Internet: http://www.normec.de

= Annoncen im Heft

Fangmann Salzwedel GmbH & Co.

KG

Bohrlochintensivierung

Brietzer Weg 10

D-29410 Salzwedel

Tel.: 03901/8363-16

Fax: 03901/8363-28

e-mail: bohrlochintensivierung

@fangmann-salzwedel.de

Internet: http://www.fangmannsalzwedel.de

Green Energy Emissionshaus GmbH

Bemeroder Str. 67

30559 Hannover

Tel.: 0511-67 6677 00

Fax: 0511-67 6677 99

e-mail: info@green-energy.de

Internet: www.green-energy.de

GEO-data Gesellschaft f. Logging

Service GmbH

Carl – Zeiss – Str. 15

30827 Garbsen

Tel. 05131/46 81 0

Fax 05131/46 81 50

E-Mail: logging@geo-data.de

Internet: www.geo-data.de

STÜWA Konrad Stükerjürgen GmbH

Hemmersweg 80

D-33397 Rietberg

Tel. 05244/4070

Fax 05244/1670

http://www.stuewa.de

E-Mail: info@stuewa.de

Viessmann Werke GmbH & Co. KG

35107 Allendorf

Tel.: +49 171 3333464

Fax: +49 911 9389739

e-mail: stkh@viessmann.com

Internet: http://www.viessmann.com

UBeG GbR – Dr. Erich Mands & Dipl.-

Geol. Marc Sauer

Umwelt – Baugrund – Geothermie

Geotechnik

Nauborner Straße 184

35580 Wetzlar

Fon: 0 64 41 / 21 29 10

Fax: 0 64 41 / 21 29 11

e-Mail: UBeG@UBeG.de

Homepage: www.UbeG.de

TERRA THERM Erdwärme GmbH

Heinrichstraße 17/19

36037 Fulda

Tel.: 0661 12-83530

Fax: 0661 12-83535

E-Mail: infoline.terratherm@uewag.de

Internet: http://www.terratherm.de/


H. Anger's Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft

mbH

Gutenbergstr. 33

37235 Hessisch Lichtenau

Tel.: 05602-9330-0

Fax: 05602-9330-70

E-mail: Angers_Soehne@t-online.de

Internet: http://www.angerssoehne.com

PetroServices GmbH

Bahnhofstr. 35

39104 Magdeburg

Tel. 0049 (0) 391 3535 734

Fax. 0049 (0) 391 3535 794

Email: kohlmann@petroservices.de

BBi Brunnen- und Bohrlochinspektion

GmbH

Salzstr. 21

D-39245 Gommern

Tel. 039200/50033

Fax 039200/50032

E-Mail: info@bbi.de

Internet: http://www.bbi.de

BLZ Geotechnik GmbH

Industriepark Str. A, Nr. 1

D-39245 Gommern

Tel: 039200/7020

Fax: 039200/70243

E-Mail: info@blz-geotechnik.de

Internet: www.blz-geotechnik.de

GEOTEC Ingenieurleistungen

Dr. Schubert GmbH

Am Stadtpark 11

39340 Haldensleben

Tel.: 03904/45053

Fax: 03904/40314

e-mail: GEOTEC-Dr.Schubert@tonline.de

MeSy GEO Meßsysteme GmbH

Meesmannstraße 49

D-44807 Bochum

Tel. 0234/54531 (ISDN 904470)

Fax 0234/54533

e-mail : mesy.bochum@t-online.de

Internet: www.mesy-online.com

Centrilift

-A Baker Hughes Company-

Unterwassermotorpumpen/

Frequenzumwandler

Kopemikusstr. 18

D-49377 Vechta

Tel. 04441/932213

Fax 04441/932222

Schlumberger OFS

ZN Vechta

Rudolf-Diesel-Str. 23

49377 Vechta

Tel: 04441-953 0

Fax: 04441-953228

Email: hoenig@vechta.oilfield.slb.com

web: www.slb.com

KUSIMEX GmbH

Fortschrittliche Rohrsysteme

Wipperfürther Str. 29-31

51103 Köln

Tel. 0221/854071

Fax. 0221/854011

e-mail: info@kusimex.de

Internet: http://www.kusimex.de

Erkelenzer Bohrgesellschaft mbH

Hauptsitz:

Otto-Hahn-Straße 19

54516 Wittlich

Telefon: 0 65 71 / 97 34 - 0

Telefax: 0 65 71 / 97 34 - 89

e-Mail Adresse: info@erkelenzerbohrgesellschaft.de

Homepage: www.erkelenzerbohrgesellschaft.de

HeidelbergCement Baustoffe für

Geotechnik

Neubeckumer Str. 92

59320 Ennigerloh

Tel. 02524 / 29-835

Fax. 02524 / 29-815

E-mail:

christof.pufahl@heidelbergcement.com

Internet: www.heidelbergcementgeotechnik.de

ZENT-FRENGER Gesellschaft für

Gebäudetechnik mbH

Schwarzwaldstr. 2

64646 Heppenheim

Tel.: 0 62 52 - 79 07 - 0

Fax: 0 62 52 - 79 07 - 31

e-mail: zentrale@zent-frenger.de

http://www.zent-frenger.de

GEFGA Gesellschaft zur Entwicklung

und Förderung von Geothermen

Anlagen mbH

Löhrgasse 11

D - 65549 Limburg an der Lahn

Tel: 06431 - 21 71 60

Fax: 06431 - 21 71 61

E-mail: info@gefga.de

URL: www.gefga.de

STEAG Saar Energie AG

Trierer Str. 1

66111 Saarbrücken

Telefon: (0681) 405 – 05

Telefax: (0681) 405 – 2211

E-Mail: info@steag-saarenergie.de

Internet: www.steag-saarenergie.de

Göritz, Büro für Geotechnik

Kernerstr. 10

70794 Filderstadt

Tel. 07158/9005-0

Fax 07158/9005-30

email: info@goeritz-geotechnik.de

Internet: http://www.goeritzgeotechnik.de

Auszug aus dem Firmenverzeichnis

Systherma - Planungsbüro für

Erdwärmesysteme GmbH

Am Haag 12

72181 Starzach-Felldorf

Tel: 07483/ 928990

Fax: 07483/ 9289925

Email: info@systherma.de

Internet: www.systherma.de

Fritz Planung GmbH

Am Schönblick 1

72574 Bad Urach

Tel.: 07125/1500-0

Fax: 07125/1500-50

e-mail: service@fritz-planung.de

Internet: www.fritz-planung.de

Heinz Burkhardt GmbH & Co. KG

Geologische und hydrologische

Bohrungen

Tulpenstr. 15

D-75389 Neuweiler

Tel.: 07055/9297-0

Fax 07055/9297-77

E-Mail: info@burkhardt–

erdwaerme.de

http://www.burkhardt-erdwaerme.de

GTC Kappelmeyer GmbH

Heinrich-Wittmann-Str. 7a

D-76131 Karlsruhe

Tel. 0721/60008

Fax 0721/60009

email: E-Mail: GTC@GTC-info.de

Homepage: http://www.gtc-info.de

HotRock Engineering GmbH

Kaiserstrasse 167

D-76133 Karlsruhe

Tel.: 0721/95 789-0

Fax: 0721/95 789-22

E-Mail: hre@HotRock.de

Internet: http://www.HotRock.de

MONTANES GmbH

Bergwaldstr. 26

76227 Karlsruhe

Tel. 0721/819 8690

Fax 0721/819 8691

e-mail info@montanes.de

URL: http://www.montanes.de

Q-con GmbH

Marktstr. 39

D-76887 Bad Bergzabern

Tel.: 06343-939 699

Fax.: 06343- 939 729

email: info@q-con.de

web : www.q-con.de

Exotherm GmbH

Eisenbahnstr. 11

77933 Lahr-Schwarzwald

Tel: 07821-99469-0

Fax: 07821-99469-29

email: info@exotherm-erdwaerme.de

Web: http://www.exothermerdwaerme.de

Geothermische Energie 55/2007 42


Auszug aus dem Firmenverzeichnis

Erdwerk GmbH - hydrogeologie

geothermie

Viktoriastr. 24

80803 München

Tel.: 089 – 38887488

Fax: 089 – 38887489

e-mail 1: erdwerk-gmbh@t-online.de

e-mail 2: info@erdwerk.com

Petrophysic-Consultants

Geosystems Engineering

Am Nymphenbad 8

81245 München

T 0049 – (0)89 - 8969 1118

F 0049 – (0)89 - 8969 1117

www.petrophysic-consultants.com

energeticals power plant engineering

Ingenieurbüro Matthias Schuhknecht

& Partner

Valleystraße 43

D-81371 München

fon: ++49 (0)89 / 746 647 41

fax: ++49 (0)89 / 746 647 42

E-Mail: info@energeticals.com

Internet: www.energeticals.com

Imtech Deutschland GmbH & Co. KG

Region Südost

Behringstr. 7

82152 Planegg

Tel. 089/85690-0

Fax 089/85690-111

e-mail: muenchen@imtech.de

http://www.imtech.de

DiBaUCo - Dienstleistungsgesellschaft

für Bauen, Umwelt und Consulting

mbH

Ringstraße 40

82223 Eichenau

Tel: 08141/404 196

Fax: 08141/404 19 85

e-mail: info@dibauco.de

Internet: www.dibauco.de

GEOTEC CONSULT

Ingenieurbüro Uhlig + Partner

Neusatzerstr. 5 a

D-85570 Markt Schwaben

Fon: +49-(0)8121-40411

Fax: +49-(0)8121-40412

eMail: info@geotec-consult.de

URL: www.geotec-consult.de

Institut für Sicherheitstechnologie

(ISTec) GmbH

Schwertnergasse 1

50667 Köln

Tel.: +49-221-2068 632

Fax.: +49-221-2068 891

E-mail:

Wolfgang.Mueller@istec.grs.de

Hakan.Alkan@istec.grs.de

Homepage: www.istec.grs.de

43 Geothermische Energie 55/2007

GEOMECHANIK WasserundUmwelttechnik

GmbH

Memminger Str. 42

D-87789 Woringen

Tel. 08331/954810

Fax 08331/954811

E-Mail: inland@geomechanik.de

Internet: http://www.geomechanik.de

Rödl & Partner

Äußere Sulzbacher Str. 100

90491 Nürnberg

Tel.: +49 (9 11) 91 93-36 11

Fax: +49 (9 11) 91 93-35 49

e-mail: christian.schoenwiesnerbozkurt@roedl.de

Internet: www.roedl.de/

erneuerbareEnergien

Behringer + Dittmann Bohrgesellschaft

mbH

Kreuzsteinweg 1c

D-90765 Fürth

Tel.: 0911/97 99 60-0

Fax: 0911/97 99 60-20

E-Mail: mail@behringer-dittmann.de

Internet: http://www.behringerdittmann.de

E + M Bohr-GmbH

August-Mohl-Straße 38

95030 Hof (Saale)

Postfach 32 25

95004 Hof / Saale

Telefon: +49 (0) 9281 1445-0

Telefax: +49 (0) 9281 1445-518

Email: info@em-bohr.de

Internet: www.em-bohr.de

STOFFNER TRANS GLOBE ENERGY

Ges. m.b.H.

Firmensitz und Produktion:

4941 Mehrnbach 116, Österreich

Tel.: +43(0)7752/87740

Fax: +43(0)7752/85405

email: office@tge.at

Internet: http://www.tge.at

GRUNEKO AG - Ingenieure für

Energiewirtschaft

Güterstraße 137

4053 Basel, Schweiz

Tel. 0041-(0)61/3679595

Fax 0041-(0)61/3679585

email: karlheinz.schaedle@gruneko.ch

Internet: http://www.gruneko.ch

HAKA.GERODUR AG

Giessenstrasse 3

8717 Benken / SG, Schweiz

Telefon: +41 055 293 25 25

Telefax: +41 055 293 25 26

E-Mail: sekretariat@hakagerodur.ch

Internet: http://www.hakagerodur.ch

HASTAG Erdwärme

Waldmannstr. 9a

9014 St. Gallen, Schweiz

Tel. 0041-(0)71/274 23 23

Fax 0041-(0)71/274 23 84

e-mail: erdwaerme@hastag.ch

http://www.hastag.ch

Foralith AG

Bohr- und Bergbautechnik

Bionstrasse 4

CH-9015 St. Gallen, Schweiz

Tel. 0041-(0)71/3137050

Fax 0041-(0)71/3137060

E-Mail: foralith@foralith.ch

http://www.foralith.ch

Zusätzliche Inserenten dieser Ausgabe:

- REIMANN OIL-TOOLS, D-21365

Adendorf

- Fiberglasspipes, D-29336 Celle

- E.D. Oil Tools Sales Service Rental

GmbH, D-49377 Vechta

- DEW Wartungs- und Reparatur

GmbH, D-49424 Goldenstedt

- FRANK GmbH, D-64546 Hörfelden

- COLSHORN, D-73240 Wendlingen

- Geowell GmbH, CH-5417

Untersiggenthal


Geothermische Energie 55/2007 44

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