Download - Berglandmilch

berglandmilch.at

Download - Berglandmilch

Der

Schärdinger

DIE BERGLANDMILCH INFORMATION

FÜR MITGLIEDER

Sommer 2012

MILCH & GÄSTE

Urlaub am Bauernhof ist auch für

viele Schärdinger-Betriebe ein

Zusatzeinkommen. So wie bei

Fam. Haider in der Oststeiermark.

Seite 4

AMERIKAS MILCHKAMMER

Der US-Bundesstaat Wisconsin ist berühmt für seine

Milchwirtschaft. Der Schärdinger hat ihn bereist.

Seite 10

FEINE KLEIDER AUS MILCH

Der neueste Schrei in der Modeszene ist „QMilch“:

natürliche Milchfasern für edle Designer-Klamotten.

Seite 14

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

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VORWORT

Geschätzte Bäuerinnen und Bauern, liebe Jugend!

Am 1. Juni war wieder Weltmilchtag. Die Berglandmilch beteiligte

sich einmal mehr in vielfältiger Art und Weise daran, das Lebensmittel

Milch ins Rampenlicht zu rücken, so etwa in Oberösterreich mit

einem Tag der offenen Stalltür, welcher sehr gut angenommen wurde.

Das Anliegen aller beteiligten Milchbauern war es nicht, den Besuchern

aller Altersklassen eine heile Welt vorzugaukeln, sondern

diesen realistisch zu zeigen, wie heute Milch produziert wird, wie

moderne Milchbauern mit diesem wichtigen Rohstoff und vor allem

mit den Tieren umgehen. In Österreich ist Milchproduktion in wachsenden

Betrieben noch weit von industrieller Erzeugung oder gar

Massentierhaltung entfernt, im Gegenteil: Qualitätsmilch und Milchprodukte

aus gentechnikfreier Fütterung mit kontrollierter Tier -

gesundheit sind ein Markenzeichen unserer Berglandmilch. Mein

Dank gilt allen Mitgliedern, Delegierten und Funktionären, welche

durch ihre Aktivitäten zum Gelingen dieses wichtigen Werbetages für

unsere Milch beigetragen haben.

Als die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten

Nationen FAO und der Weltmilchwirtschaftsverband 1950 den Weltmilchtag

ins Leben gerufen haben, ahnte wohl niemand, wohin sich

der Milchmarkt entwickeln wird. Gerade in Österreich ist die Milch

zum Symbol bäuerlicher Existenzen geworden. Derzeit ist der Markt

wieder in Bewegung, leider nach unten. Umso wichtiger ist es, unseren

Kunden zu zeigen, welcher Aufwand es ist, Milch zu erzeugen

und welche zusätzlichen Leistungen die Landwirte für unser Land

und seine Bürger erbringen.

Volatilität, also das ständige Auf und Ab am Markt, ist mittlerweile

Stan dard und eine Entwicklung, die sich in jüngster Zeit zunehmend

deutlich beschleunigt. Versuche, mit einfachen Allerweltsargumenten

die Situation zu begründen oder ihr gar gegenzusteuern, verbunden

mit kritischen Zurufen von Außenstehenden, verändern letztlich

nichts und sind absolut entbehrlich. Faktum ist vielmehr: Angebot

und Nach frage regeln nach wie vor den Preis. Die Nachfrage nach

Milchprodukten in Europa ist seit Jahresanfang 2012 stagnierend bis

leicht rückläufig und das Angebot an Rohmilch durch die Bank stark

steigend. Bei der Berglandmilch-Gruppe fällt die Anlieferungssteigerung

mit über sieben Prozent Plus noch deutlich stärker aus.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Allein dadurch stieg in den vergangenen drei Jahren die von Berglandmilch

verarbeitete Rohmilchmenge um etwa 150 Millionen kg.

Das ist eine Milchmenge, über die mittlere Molkereien in Österreich

insgesamt verfügen, und somit eine Herausforderung auf allen Ebenen

für alle Verantwortlichen der Berglandmilch. Wir diskutieren,

planen und prüfen derzeit intensiv, welche Schlüsse aus dieser Entwicklung

zu ziehen sind. Dabei sind das Quotenende 2015 und die

möglichen Veränderungen mit einzukalkulieren. In den vergangenen

Wochen erreichten uns viele Anträge auf Neuaufnahme als Mitglieder,

teilweise Neueinsteiger und Umsteller, aber auch viele Wechsler,

ausgelöst durch Schwierigkeiten am Versandmilchmarkt. Aufgrund

der sehr angespannten Situation am Milchmarkt konnte nur ein Teil

davon positiv beschieden werden. Neulieferanten erhalten nach Auflagen

der Bundeswettbewerbs behörde einen befristeten Liefervertrag

zu den darin festgelegten Bedingungen. Im Gegensatz zu den Lieferanten

der eingebrachten Landfrisch, Tirol Milch und Stainzer

Molkerei verfügen Neulieferanten bekanntlich weder über Verar beitungskapazitäten

noch Marken oder Märkte. Jeweilige Zusatzmengen

müssen somit oft unveredelt versendet werden, was derzeit absolut

fordernd ist. Die strukturellen Veränderungen bei den europäischen

Milchverarbeitern gehen in gewohnter Weise weiter. So plant etwa

die Milchunion Hocheifel dem Vernehmen nach eine Fusion mit Arla

Foods. Auffallend ist, dass fast immer „Spezialisten“ betroffen sind,

die nur einige wenige Produkte herstellen. Sie leben mitunter gefährlich.

Vollsortimenter, also breit aufgestellte Unternehmen mit internem

Risikoausgleich, sind in bewegten Zeiten in der Regel stabiler.

Übrigens: Seit Jänner haben wieder hunderte Milchbauern und Konsumenten

die Seminare unserer Schärdinger Käsesommeliers besucht.

Um diese Käsebotschafterseminare noch intensiver betreiben zu können,

sollen künftig auch bereits geschulte Bäuerinnen und Bauern

dafür gewonnen werden. Für die laufende Ernte wünsche ich allen

trotz Wetterkapriolen ein unfallfreies Arbeiten und gute Erträge!

Ihr Obmann

Johann Schneeberger


Nachdem 2011 die gestiegenen Rohmilchanlieferungen noch gut aufgenommen

worden sind, kommen die internationalen Märkte seit

Jahresbeginn 2012 spürbar unter Druck. Berglandmilch-Geschäftsführer

Josef Braunshofer erläutert die jüngsten Entwicklungen.

Die weltweite Steigerung der Milchanlieferung

sorgt seit Jahresanfang für turbulente

Preisausschläge auf den internationalen

Märkten für Milch-Basisprodukte wie Butter,

H-Milch und Magermilchpulver. Neben den

starken Milchländern in Europa wie Deutschland,

Frankreich, Holland oder Polen haben

auch alle anderen wichtigen Anbieter am

Weltmilchmarkt wie Neuseeland, die USA

oder Australien ihre Produktion merkbar

gesteigert. Prozentuell gesehen mit am

stärksten gestiegen ist die Anlieferung in

Österreich. Dies gilt auch für die Berglandmilch.

Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang

für das Verständnis unserer

Lie feranten und deren Unterstützung, da infolge

der Mehrmengen laufend auch Milchsammeltouren

umgeplant werden mussten.

Diese Zahlen und Fakten sind für uns in der

Milchverarbeitung fordernd und haben leider

auch – gemäß der Regel, dass Angebot und

Nachfrage den Preis bestimmen – Auswirkungen

auf den Produkt- bzw. Rohmilchpreis,

wenn die Nachfrage nicht entsprechend

schnell mitwächst. Trotzdem sehe ich auch

Chancen und Möglichkeiten: Die Milchproduktion

in Österreich hat Zukunft, wenngleich

topographische und strukturelle

Nachteile unserer Bauern abgegolten werden

müssen, um auch in benachteiligten Gebieten

die Bewirtschaftung zu garantieren. Die

Berglandmilch wird weiter mit innovativen

Produkten, die sich durch einen erkennbaren

Mehrwert von internationaler Massenware

abheben, etwa durch die GVO-freie Fütterung,

am Markt auftreten.

Durch unser Bekenntnis zu starken nationalen

wie regionalen Marken und zur Verarbeitung

möglichst aller angelieferten Roh -

milch – auch zu saisonalen Anlieferungsspitzen

– sind wir überzeugt, für alle Berglandmilch-Mitglieder

die höchste Wertschöpfung

erzielen zu können. Weiters gilt es, alle

Bemühungen und Investitionen nachhaltig

und langfristig anzulegen, auch wenn zu

gewissen Zeiten kurzfristig auf den Spot-

Milchmärkten einfacher und schneller Geld

verdient werden könnte. Die aktuelle Situation

zeigt aber, wie gefährlich es sein kann,

sich weg von der Verarbeitung hin zu reinem

Milchversand zu bewegen. Manchmal lässt

sich auf diesen Rohstoffmärkten gutes Geld

mit unveredeltem, leicht austauschbarem

Rohstoff verdienen, sehr oft bekommt man

aber dort die Härte des Marktes zu spüren.

Und wenngleich auch veredelte Markenprodukte

sich Marktgesetzen nicht entziehen

können, so bringt die Nicht-Austauschbarkeit

ANALYSE

Forderndes Marktumfeld

MIT NATIONALEN & REGIONALEN MARKEN HÖCHSTE WERTSCHÖPFUNG

doch Sicherheit mit sich und wirkt preisstabilisierend.

Wir alle, aber speziell unsere Abteilungen für

Produktentwicklung und Marketing, sind gefordert.

Einige Ideen und Neukonzeptionierungen

aus unserem Haus wird man schon in

nächster Zeit in den Regalen unserer Handelspartner

finden. Österreichs beliebtesten

Käse, den Bergbaron, gibt es nun auch

gschmackig-geräuchert. Rechtzeitig zum

Sommerbeginn gibt es unseren österreichischen

Mozzarella nicht nur in Kugelform,

sondern auch scheibchenweise. Und allen

figurbewussten Liebhabern von kräftigem,

österreichischem Käse seien unsere Schärdinger-Quargelinos

ans Herz gelegt.

TERMINAVISO

Der diesjährige Berglandmilch Jugend-

Event findet am Samstag, 25. August

2012, im Werk Wörgl statt. Neben aktuellen

Fakten und Hintergrundinformation

zur Berglandmilch werden dort

auch Spaß und Austausch unter den

Jugendlichen aus ganz Österreich nicht

zu kurz kommen. Das detaillierte Programm

findet sich in den Einladungen,

die in den nächsten Tagen via Milchsammelwagen

zugestellt werden. Wie in

den Vorjahren auch wird eine gemeinsame

Busanreise von den Jugendbeiräten

aus den Regionen organisiert. Der

Jugendbeirat der Berglandmilch freut

sich auf Ihr/euer Kommen.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Foto: Berglandmilch

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URLAUB AM BAUERNHOF

Vier-Blumen-Quartier

hoch über dem See

„ALMBAUER“ HAIDER BEGRÜSST GERNE GÄSTE AUF SEINEM HOF

Österreichweit bieten 15.500 Betriebe Urlaub am Bauernhof an.

Statistisch gesehen ist das jeder fünfte Tourismusbetrieb in der

Alpenrepublik. Die Landwirte vermieten in Summe knapp 170.000

Gästebetten. 16 davon finden sich am Hof von Schärdinger-Bauer

Josef Haider in Stubenberg.

Die bäuerliche Zimmervermietung erfreut

sich wachsender Beliebtheit unter in- und

ausländischen Gästen: In Österreich sind laut

Umfragen mehr als die Hälfte aller Erwachsenen

(57 %) an Urlaub am Bauernhof, kurz

UaB, interessiert. Das sind immerhin 3,6

Millionen Personen. In Deutschland, woher

traditionell die meisten Österreich-Urlauber

stammen, sind es etwa 6,9 Millionen Menschen.

Auch die östlichen Nachbarländer

Ungarn, Tschechien, Slowakei und Polen

gelten längst als Wachstumsmärkte auch für

die Bauernhof-Touristiker. Das steigende

Inter esse zeigt sich auch im Internet: Im

Schnitt werden täglich etwa 3.000 Besucher

auf der UaB-Plattform gezählt, weiß Hans

Embacher, Geschäftsführer des immerhin

2.650 Mitglieder mit 36.000 Gästebetten zählenden

Verbandes. Deren Auslastung beträgt

durchschnittlich 108 Vollbelegstage pro Jahr

und Bett, davon 60 in der Sommersaison und

48 im Winter, und liegt damit erheblich über

dem bundesweiten Schnitt anderer Gästeherbergen

und sogar nobler Hotels.

Wer hätte das gedacht? Die Tagesausgaben

der Gäste in den ländlichen Regionen werden

insgesamt auf mehr als eine Milliarde Euro

geschätzt. Davon verbleiben laut „Urlaub am

4 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Bauernhof“-Bundesobmann Klaus Vitzthum

auf den Höfen zwischen 500 und 600 Millionen

Euro. Nach den Kennzahlen der Tourismusberatung

schaffen beziehungsweise sichern

die bäuerlichen Zimmervermieter in

Summe auch rund 23.000 Arbeitsplätze im

ländlichen Raum. Die meisten UaB-Anbieter

vermieten übrigens ihre Gästezimmer und

Ferienwohnungen von Frühjahr bis Herbst, in

den Skigebieten findet man dagegen auch im

Winter nahezu überall Unterschlupf bei den

Landwirten.

Für Prognosen, wie sich die Urlaubszeit 2012

entwickeln wird, ist es noch zu früh. Mit der

Saison 2011 waren die UaB-Mitglieder sehr

zufrieden. Mit 1,9 nach dem Schulnotensystem

wurde der letzte Sommer – trotz kühlfeuchter

Witterung gerade im Hochsommer –

in etwa gleich gut bewertet wie der im Jahr

davor. Die beste Note vergaben übrigens die

Vorarlberger (1,5) und die Burgenländer

(1,7). Vor allem die steigende Zahl an Anfragen

und Buchungen aus Deutschland führte

zu besseren Preisen (plus 7 %) sowie einer

notwendigen stabilen Auslastung. UaB-Betriebe,

die sich selbst einem hohen Qualitätsanspruch

verschrieben haben, lukrierten auch

überdurchschnittlich hohe Preise von 29,10

Fotos: Elmar Gubisch (3)

Euro pro Person für ein Zimmer mit Frühstück

oder 70,50 Euro für eine Ferienwohnung

für vier Personen – das ist etwa ein

Viertel mehr als der Durchschnitt aller heimischen

Ferienbauernhöfe. Laut Hans Embacher

wird übrigens knapp die Hälfte aller

Nächtigungen (46 %) mit treuen Stammgästen

erzielt, die statistisch 6,5 Tage bleiben.

Das ist beinahe doppelt so viel wie im übrigen

Fremdenverkehr (3,7 Tage).

Was aber suchen Bauernhof-Urlauber

konkret auf den Höfen? Dazu Marktforscherin

Sophie Karmasin: „Die Gäste wollen am

bäuerlichen Leben teilhaben: durch den Kontakt

mit Tieren oder beim Mithelfen auf Hof

und Feld.“ Karmasin zufolge steht Urlaub am

Bauernhof bei den Konsumenten für Glück,

Auszeit, Erholung und Familie – und liegt

damit genau im Trend nach Regionalität,

Authentizität, Natur und Gesundheit. „Das

sind die Topthemen der Zukunft“, so die

Trendforscherin. „Gäste wollen naturnahen

Genuss mit Sinn und zahlen für diesen emotionalen

Mehrwert.“

Lob für die Anbieter von Urlaub am Bauernhof

gibt es auch vom Landwirtschaftsminister.

Laut Nikolaus Berlakovich sind diese

schließlich „wertvolle Botschafter der bäuerlichen

Welt und Bindeglieder zwischen Tourismus

und Landwirtschaft“. Und das mittlerweile

seit mehr als 20 Jahren – zumindest,

was den Bundesverband betrifft. Denn Gästebetten

rund um Stall und Hof für Sommerfrischler

gab es auch schon während der Kaiserzeit.

Die noch junge UaB-Organisation


dagegen feierte 2011 ihr 20-jähriges Bestehen.

In dieser Zeit sei es gelungen, eine überdurchschnittliche

Auslastung zu erreichen

und die Preise seit 1991 um 120 Prozent anzuheben,

was immerhin dem Doppelten der

Inflation entspreche, so die erfreuliche Bilanz

von Obmann Vitzthum. In den vergangenen

Jahren sei aber auch bei der Qualität der

Zimmer eine bemerkenswerte Entwicklung

gelungen. Eine aktuelle Befragung, vor allem

aber die rege Nachfrage nach den Zimmern

sind wohl der beste Beweis, dass die Gäste

mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis von Urlaub

am Bauernhof überaus zufrieden sind.

Trachtenjanker, Natur, bäuerliche Produkte

– das Landleben boomt, und mittels

Gästebetten profitieren endlich auch die Bauern

davon. So wie Familie Josef und Angelika

Haider, Milchbauern in Stubenberg,

einer der schönsten Ecken in der Oststeiermark.

Ihr Bio-Hof liegt auf 780 m Seehöhe,

hoch über dem Tal, hinunter nach Stubenberg

und zum gleichnamigen See sind es knapp

fünf, zum nächsten Bahnhof 20 Kilometer.

Das Panorama hier oben ist atemberaubend,

an klaren Tagen sieht man weit hinaus bis

nach Ungarn. Der Grünlandbetrieb mit einem

modernen Offenfront-Laufstall für 25 Kühe

ist Lieferant für die auch von der Berglandmilch

beschickte „Zurück zum Ursprung“-

Linie der Handelskette Hofer. Nachhaltigkeit

wird hier einfach gelebt: Noch im Sommer

soll am Dach des Stalles eine Photovoltaik -

anlage mit 30 kWp montiert werden. Zwei

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sowie eine „royale“ Ferienwohnung, nahezu

doppelt so groß und mit ebenerdiger Terrasse,

in herrlicher, ruhiger Aussichtslage,

umgeben von naturnah bewirtschafteten Wiesen

und Wäldern weit entfernt von der nächsten

Durchzugsstraße, laden beim „Almbauern“,

so der Hofname, ein zum Erholen und

Entspannen. Auf der Homepage des Betriebs

heißt das dann so: „Die voll ausgestatteten

Ferienwohnungen mit zwei oder drei Schlafzimmern

bieten Blick zum Stubenbergsee,

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Mit Schärdinger lässt sich's leben.

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der zum Baden, Angeln, Surfen oder zu einer

Fahrt mit dem Ausflugsboot einlädt. Eine

Ausfahrt mit dem Traktor, der Kontakt zu

Tieren, mögliches Mitarbeiten am Hof, ein

Spaziergang durch die eigenen Wiesen und

Wälder sowie ein romantischer Lagerfeuerabend

sind für unsere Gäste immer wieder

schöne Erlebnisse.“

Schöne Erlebnisse birgt auch das Leben als

Zimmervermieter. „Es kommen immer wieder

interessante Leute auf den Hof. Schon im

Frühjahr freuen wir uns auf die neuen

Gäste“, erzählt Josef Haider. Seit 2000 beherbergen

sie erst in zwei, seit dem Vorjahr in

drei Ferienwohnungen bis zu 16 Urlauber auf

einmal. Und das mittlerweile auf höchstem

Niveau: Mit „Vier Blumen“ – ähnlich Hotel -

sternen – wurde der UaB-Mitgliedsbetrieb

bewertet: Mehr gibt’s nicht. Besonderer Anziehungspunkt

für die Besucher ist natürlich

der Stall, morgens wie abends. Beim Füttern

darf geholfen werden, beim Melken im

UAB – DIE MARKE

Urlaub am Bauernhof garantiert einen qualitätsgeprüften,

gastfreundlichen Bauernhof,

Winzerhof oder eine Almhütte, wo die

Landwirtschaft wirklich gelebt wird. Freiwillig

und eigenverantwortlich verpflichten

sich die Mitgliedsbetriebe zur Einhaltung

umfangreicher Qualitätsrichtlinien.

Eine Jury prüft und bewertet die Bauernhöfe

regelmäßig nach Kriterien der Erlebnisqualität,

Ausstattungsqualität und Servicequalität.

Auf den ersten Blick ersichtlich

wird das Bewertungsergebnis an der

Anzahl der Blumen, die den Gästen zur

Orientierung dienen, damit diese einen erholsamen

Urlaub erleben:

Zwei Blumen kennzeichnen einen Bauernhof

mit zweckmäßiger Ausstattung. Dusche

oder Bad und WC im Zimmer, in der

Ferienwohnung oder auf der Etage. Drei

6 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Melkstand darf man immerhin zusehen. Für

Kinder sind natürlich die kleinen Kälber in

ihren Iglus die Attraktion, geherzt werden

aber auch Zwergesel Einstein und Zwergziege

Salome. Für die Haiders ist das zweite

Standbein Gästezimmer auch eine Überlebensstrategie

für ihren Vollerwerbsbetrieb.

Mit unter hundert Vollbelegstagen können sie

von einer Bettenauslastung wie in Tourismushochburgen

zwar nur träumen, ein wichtiges

Zusatzeinkommen für den Hof ist das

Geld der Urlauber aber trotzdem. Die Mehrzahl

bleibt eine Woche. Mit der Mehrfachbe-

Blumen stehen

für einen Bauernhof

mit guter Ausstattung

zum

Wohlfühlen. Dusche

oder Bad

und WC im Zimmer

bzw. in der

Ferienwohnung.

Vier Blumen zieren einen Bauernhof mit

sehr guter Ausstattung für höhere Ansprüche.

Dusche oder Bad und WC im Zimmer

bzw. in der Ferienwohnung.

Weitere Spezial-Kriterien für Urlaub am

Bauernhof-Betriebe sind: Winzerkriterien;

Almkriterien; Baby- & Kinderhöfe; Barrierefreiheit.

Internet: www.urlaubambauernhof.at

lastung von Stall-, Hof- und Hausarbeit

kommt die Familie gut zurecht: Angelika

hilft bei der Stallarbeit, Josef reinigt dafür

auch schon mal die Gästewohnungen. So wie

es aussieht, wird Tochter Eva den Betrieb

einmal übernehmen, ihre beiden Schwestern

haben studiert und kommen nur noch an Wochenenden

nach Hause. Wo aber macht ein

Milchbauer Urlaub, wenn er genug hat vom

seinem Bauernhof? „Eigentlich gar nicht“,

lacht Josef. Stimmt nicht ganz: Der eine oder

andere Städteflug ist schon auch mal drin,

dazu Skifahren im Winter. Und auch seine

Funktionärsarbeit für Almland und Steirermilch

zählt für ihn neben dem Lesen von

Fachbüchern – von Philosophie bis Quantenphysik

– als Ausgleich.

Josef Haider ist stolz darauf, einer von

15.000 Lieferanten von Österreichs größter

Molkerei in Bauernhand zu sein: „Wir alle

liefern bekannt gute, hochwertige Milch für

unsere verschiedenen Marken, egal ob für

Schärdinger, Desserta oder Tirol Milch. Die

Berglandmilch steht auf gesunden Beinen

und sichert dadurch nicht nur die Zukunft

vieler Milchbauern, sondern ist eigentlich ein

wichtiger Botschafter für unseren Tourismus

und indirekter Werbeträger für ganz Österreich.“

Dass man dies auch gegenüber den

Urlaubern nicht oft genug betonen kann,

steht für den beherzten Biobauern außer

Frage. Seine Gäste sehen das übrigens auch

so, nicht nur, weil man bei den Haiders stets

auch frische Berglandmilch-Erzeugnisse im

Kühlschrank vorfindet.


DER SCHÄRDINGER: Was genau sind die

Aufgaben der Firma?

Altendorfer: Die BHG wurde 1996 gegründet

und ging von der früheren AMF bzw.

Lactoprot auf die Berglandmilch über. Hervorgegangen

ist sie aus den Zentraleinkaufsabteilungen

der Verbände Schärdinger,

Agrosserta, Alpi, Pikano und ÖMOLK. Für

einige Artikel machen wir den Generalvertrieb

für ganz Österreich, so etwa für die Becher

von Optipack oder die Reiniger von

Calvatis. Ein wesentlicher Tätigkeitsbereich

der BHG ist der gesamte Konzerneinkauf der

Berglandmilch-Gruppe inklusive Stammdaten

und Preiswartung für über 6.100 Artikel

Wir arbeiten hier mit mehr als 300 Lieferanten

nur für Verpackungen und Zusatzstoffe

zusammen. Und wir erledigen den Einkauf

für externe, exklusive Kunden und verkaufen

als Handelsgeschäft jedes Jahr an rund 1.700

Abnehmer gut 3.000 verschiedene Artikel.

Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen?

Aktuell sind es 17 Mitarbeiter, die im Vorjahr

einen Umsatz von über 10 Millionen Euro erwirtschaftet

haben. In der operativen Führung

der BHG werde ich seit Oktober 2011

von Richard John unterstützt, der sehr viel

internationale Erfahrung im Einkauf mitbringt.

Insgesamt wurden 2011 über 10.000

Foto: Berglandmilch

Herbert Altendorfer, seit Eingliederung der Landfrisch Molkerei

Wels 2009 Co-Geschäftsführer der Berglandmilch eGen, über die

Bedeutung der unter seiner Führung wirtschaftenden BHG, der

Betriebsmittel Handels GmbH & Co KG.

Aufträge bearbeitet. Vier Mitarbeiter sind als

Verkäufer im Außendienst tätig.

Einkauf und Vertrieb sind aber nur ein Teil

der Arbeit der BHG …

Zu den Haupttätigkeiten der BHG zählt natürlich

die Suche nach neuen Lieferanten und

Artikeln, das inkludiert Ausschreibungen,

Preisverhandlungen und Vergaben oder die

Vertragsgestaltung in Abstimmung mit der

Rechtsabteilung. Wichtig ist weiters die Koordination

bei Umstellungen und Änderungen

von Produkten. Die BHG ist bewusst

„schlank“ organisiert, daher werden viele Tätigkeiten

durch das Mutterunternehmen

Berglandmilch gegen Verrechnung gemacht:

Dazu zählen die Personalverwaltung, Recht

und Controlling, der gemeinsame Zahlungsverkehr

sowie die Betreuung unserer EDV-

Netzwerke.

Im Zuge der Aufnahme anderer Molkereigenossenschaften

in die Berglandmilch-Gruppe

– von Landfrisch über Tirol Milch bis Stainzer

– wurde stets die Kostenersparnis durch

den gemeinsamen Einkauf ins Treffen geführt.

Konnte diese operativ bereits umgesetzt

werden?

Durch den zentralen Einkauf über die BHG

konnten wesentliche Synergien bei der Be-

stellung und Logistik bis hin zur Lagerhaltung

und Reklamationsabwicklung erzielt

werden. Es ergeben sich durch Einsparungen

bei der Abwicklung, bei Losgrößen und Logistik

Möglichkeiten für günstigere Preise.

Die BHG war bisher an vier Standorten

tätig: in Aschbach, Voitsberg, Wien und

Geinberg. Wien wurde dieser Tage aufgelassen

und nach Geinberg verlegt. Weshalb?

Der Standort Wien hat sich fast ausschließlich

mit dem Verkauf von Edelstahlteilen beschäftigt,

auch das Edelstahllager war in

einer angemieteten Lagerhalle untergebracht.

Da wir in Geinberg genug eigene Lagerflächen

zur Verfügung haben und es auch personelle

Synergien gibt, wurde diese Entscheidung

für die Verlagerung getroffen.

Welchen Stellenwert haben die bäuerlichen

Kunden der BHG und was plant die BHG in

nächster Zeit für diese Kundengruppe?

Unter den Kunden der BHG haben die

Milchbauern einen wichtigen Stellenwert.

Die meisten von ihnen sind einerseits Eigentümer

und Milchlieferanten der Berglandmilch

und andererseits Kunden der BHG.

Wir sehen es daher als unsere Aufgabe, für

sie ein kompetenter Partner zu sein. Das

beweisen wir durch interessante Monats -

aktionen mit milchwirtschaftlichen Bedarfsartikeln

für den Bauernhof. Aktuell planen

wir, einen Hemmstofftest über die Molkereiexpedite

in den Vertrieb zu bringen. Das

BHG-Sortiment deckt auch Verpackungsmaterial,

Hilfs- und Zusatzstoffe für den Direktvermarkter

ab.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

BHG

„Zentraler Einkauf

optimiert die Kosten“

INTERVIEW MIT DEM SCHÄRDINGER-MANAGER FÜR BETRIEBSMITTELEINKAUF

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QR-CODE

Schneller geht’s nicht

WAS KANN DAS KLEINE INFOKÄSTCHEN AUS SCHWARZEN PUNKTEN?

Innovative Unternehmen kommen daran längst nicht mehr vorbei

und wissbegierige Konsumenten schon gar nicht. Die Rede ist von

QR-Codes – kleinen Quadraten, hinter denen sich nützliche Infos

und Daten verbergen. Neuerdings auch bei Schärdinger.

Nur wenige Services haben in den vergangenen

Jahren einen solchen Hype erlebt. Als Instrument

für das „Social Media Marketing“

sind sie nicht mehr wegzudenken, und wer

gerade als Unternehmen noch keine(n) hat,

dem fehlt es offensichtlich an Kreativität.

Auf den ersten Blick ist ein QR-Code „nur“

ein schlichtes Quadrat, hinter dessen Matrix

sich Daten verbergen. Dabei kommen die

Codes, bereits im Jahr 1994 von einer japanischen

Firma entwickelt, mittlerweile in den

verschiedensten Bereichen zur Anwendung.

Wie aber funktionieren sie?

QR-Codes (engl. „quick response“/schnelle

Antwort) sind die „Weiterentwicklung“ von

regulären 1D-Strichcodes, können aber wesentlich

mehr Informationen beinhalten als

bisher. Verbarg sich hinter einem Strichcode

nur ein numerischer Wert (bspw. 123456)

und benötigte man eine Datenbank, um die

Bedeutung herauszufinden, kann ein QR-

Code hingegen eine Vielzahl an unterschiedlichen

Daten ohne eine externe Datenbank

speichern: Kontaktdaten (Name, Telefonnummern,

E-Mail-Adressen, …), geografische

Standortdaten, Web- oder Videolinks.

Ein QR-Code ist leicht zu erkennen. Er beinhaltet

immer drei Quadrate in den Ecken. Ab-

8 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

gerufen wird der Code via Smartphone. Der

Vorteil: Anstatt Informationen (Internet-

URL, Daten einer Visitenkarte etc.) etwa in

ein iPhone einzutippen, scannt man den QR-

Code. Man benötigt dafür lediglich ein

Smartphone mit Kamera und einer entsprechenden

App (QR-Code-Reader für

Smartphone). Mit Hilfe der Kamera wird der

Code gescannt und die App am Handy analysiert

bzw. decodiert den Code.

Egal ob Anbieter von Marken-Lebensmitteln,

Autohersteller, Dienstleister wie Hotels,

die Gastronomie oder sogar Museen, jeder,

der seine Kunden über sein Produkt informieren

oder neue Kunden darauf aufmerksam

machen will, nutzt QR-Codes – auf der

Verpackung, auf Inseraten und Plakatwänden.

Ende 2007 führte die Zeitung „Welt

Kompakt“ als erste QR-Codes ein. Mittlerweile

kann man über den QR-Code in vielen

anderen Zeitungen und Zeitschriften Zusatzinfos

abrufen. In Frankreich hat ein findiger

Landwirt das Strichbild sogar dazu genutzt,

um mehr Aufmerksamkeit für seine Arbeit zu

erhalten. Um möglichst viele Menschen auf

seine landwirtschaftlichen Produkte aufmerksam

zu machen, gestaltete er ein Spiel, bei

dem QR-Codes auf seine Kühe aufgedruckt

wurden. Wer den QR-Code scannte, wurde

direkt zu einem Spiel weitergeleitet. Zu gewinnen

gab es neben T-Shirts selbst erzeugte

Produkte des Bauern. Das Medienecho auf

diese Aktion war enorm, die Bekanntheit des

Betriebes wuchs binnen weniger Tage. Nicht

wenige stiegen auch direkt über den Weidezaun

zu den Kühen, um an die QR-Codes zu

gelangen, erzählte der Landwirt schmunzelnd.

Auch die Berglandmilch hat mittlerweile

QR-Codes für ihre Produkte. Aktuell sind

Schärdinger Pastakäse, Quargel Natur und

Paprika sowie die beiden neuen „Die

schlanke Linie“-Puddings Vanille und

Schoko damit ausgestattet, ab Sommer folgt

Lattella. Der Mehrwert für die Kunden sind

hochwertige Rezepte oder kurze Koch-

Videos sowie Infos über aktuelle Gewinnspiele

und Promotion-Aktionen. Ab Juli

werden auch die Plakate für Schärdinger-

Milch- und Tirol-Milch- Promotion mit QR-

Codes versehen. Schärdinger-Manager Reinhard

Rosenauer: „Wir sehen QR-Codes als

innovative Möglichkeit, mit unseren Kunden

zu kommunizieren. Entsprechend wird dieser

Bereich weiter ausgebaut werden.“


Die Agrarpolitik zieht sich zunehmend aus den Märkten zurück. Im

Jahr 2015 entfällt die Milchquote als letztes großes politikgesteuertes

Marktinstrument zur Risikominimierung. Welche Risikoabsicherungen

in der Milchwirtschaft gibt es nach der Quote?

Bei einer vom Bauernverband und dem

Milchindustrie-Verband veranstalteten

Milchforum in Berlin hieß es: Die Bauern

müssen sich auf schwankende Milchpreise

einstellen, die zunehmend vom Weltmarkt

beeinflusst werden. Die Zunahme bilateraler

Handelsabkommen werde auch die Milchmärkte

treffen.

Gut an den geplanten Vorschlägen zur EU-

Agrarreform sei die Öffnung der Krisenintervention

auch für den Milchsektor, waren sich

die meis ten Forum-Teilnehmer einig. Allerdings

seien die Auslösemechanismen und das

Spektrum für Zahlungen aus dem Interven -

tionsfonds bei Marktstörungen, Tierseuchen

oder Vertrauensverlust der Konsumenten, die

sich in einer Kaufzurückhaltung widerspiegeln,

noch offen, so Karl-Heinz Tholen,

Milchexperte im Deutschen Landwirtschaftsministerium.

Wer Risikoabsicherung nur als

Preisabsicherung verstehe, der fasst nach Ansicht

von Christian Bock von der Landwirtschaftlichen

Rentenbank den Begriff

allerdings zu kurz. Aus seiner Sicht gehören

betriebliche Belange wie die Liquiditätsplanung,

das Personal- und Flächenmanagement

genauso dazu wie die Absicherung des Betriebsleiters.

Zur Preisabsicherung zeigen –

vor allem im Norden Deutschlands – immer

mehr Landwirte wachsendes Interesse an

Kontrakten an der Warenterminbörse. Doch

was bei Getreide und Ölsaaten gut funktioniert,

steckt im Milchgeschäft noch in den

Kinderschuhen. Voraussetzungen für Milchtermingeschäfte

seien liquide Märkte, erklärte

Professor Holger Thiele vom

Informations- und Forschungszentrum für

Ernährungswirtschaft in Kiel. Außerdem

müssten sich die Marktteilnehmer darüber im

Klaren sein, dass ein Kontrakt zwar den

Preisausschlag nach unten abfange, aber auch

Preisspitzen auslasse. Nach Weizen gehört

Milch mit Preisschwankungen von bis zu 45

Prozent zu den volatilsten Agrarprodukten.

Solche Preisspitzen könnten vor Vertragsende

schnell eintreffen, so Thiele.

An der „Eurex“ in Frankfurt wird beispielsweise

Butter vorerst nur an vereinzelten

Tagen und nur mit einem Volumen von 80

Kontrakten gehandelt. An der „Chicago Mercantile

Exchange“ wird Käsereimilch immerhin

schon täglich mit bis zu 3.000 Kontrakten

gehandelt. Die Warenterminbörse gehört bei

den Milchbauern aber noch längst nicht zum

täglichen Portfolio der Risikoabsicherung.

Das bestätigt auch Hauke Hansen, der in

Mecklenburg-Vorpommern einen Betrieb mit

900 Milchkühen führt. Während Getreide-

MILCHMARKT

Von der Warenterminbörse

bis zum Weidetor

RISIKOABSICHERUNG NACH AUSLAUFEN DER MILCHQUOTE

bauern an der Börse ihre Gewinnmarge absichern

könnten, funktioniert dies mit Milch-

Termingeschäften noch nicht. Auch könne

die Börse nicht alles absichern: Sein Risiko

im Betriebsalltag seien witterungsbedingte

Minderqualitäten der Futtergrundlage oder

die Gesundheit seiner Kühe. Vor einiger Zeit

war ihm eine Kuh ausgebüxt und stand bis

zum Bauch in einem See. Für Hansen fängt

die praktische Risikoabsicherung daher mit

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Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Fotos: Archiv

9


REPORTAGE

In Amerikas

Milchkammer

UNTERWEGS IM US-BUNDESSTAAT WISCONSIN

„Käseköpfe“ nennen die Amerikaner etwas spöttisch die Einwohner

von Wisconsin. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nirgendwo

sonst in den USA wird so viel Käse produziert wie in diesem

Bundesstaat. Bernhard Weber war vor Ort.

Wer von Chicago gen Norden fährt und nach

gut einer Autostunde die Grenze von Illinois

nach Wisconsin überquert, der sieht alsbald

nur noch weite Weideflächen und die typischen

roten Farmhäuser mit ihren charakteristischen

Kornsilos und Wassertürmen. Der

Landstrich ähnelt der nordischen Landschaft

in Südschweden, es gibt hier sage und

schreibe 15.000 Seen und dazu ausgedehnte

Waldgebiete. Nach Kanada ist es nicht mehr

weit. Auf den Wiesen um die kleineren Höfe

tummeln sich schwarzweiße Holstein-Kühe.

Dazwischen immer wieder Mastbetriebe für

schwarze Angus-Stiere. Die einen liefern

beste Milch, die anderen saftige Steaks.

Vor allem für die Bewohner der nahegelegenen

Millionenmetropole Chicago am Lake

Michigan ist Wisconsin ein Naherholungsgebiet.

Im übrigen mittleren Westen dominieren

ebene Mais- und Sojafelder, so weit das

Auge reicht, die eher eintönige Szenerie einer

Agrarsteppe. Dagegen bietet das hügelige

Wisconsin typische „Countryside“, pures

Leben auf dem Lande.

Außerhalb der USA bekannt ist der Bundesstaat

für seine röhrenden Kult-Öfen auf zwei

Rädern. Harley-Davidson-Motorräder kommen

aus Milwaukee. In den Vereinigten Staaten

selbst weiß nahezu jedes Kind: Aus Wis-

10 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

consin kommen Butter und Käse. Nur Kaliforniens

Kühe liefern mehr Milch als die aus

Wisconsin. Von hier stammen 25 Prozent

aller in den USA erzeugten Käse, jedes vierte

Kilogramm Butter, und Wisconsin ist Nr. 3

bei der Erzeugung von Milchpulver (nach

Idaho und Vermont). Kein Wunder also,

dass die „Quarter-Dollar“-Münze dieses

Agrar-Bundesstaates auch eine Holstein-

Kuh, Maispflanzen sowie ein Käselaib zieren

– die Grundnahrungsmittel seit Gründung

des Staates 1848 durch europäische Einwanderer,

vorwiegend Deutsche, Polen und

Dänen. Danish Cheese(cake) ist übrigens bis

heute Synonym für Topfengebäck in ganz

Amerika. Auch die großen US-Lebensmittelkonzerne

haben hier teils ihre Wurzeln oder

haben sich hier niedergelassen, die Dichte an

Molkereien und „Cheese Factorys“ ist hoch.

Fotos: Weber (6)

Beliefert werden diese von Betrieben wie

„Larson Acres“. Jamie Larson bewirtschaftet

mit seiner Großfamilie, bestehend aus Eltern,

Geschwistern, dem Onkel und Cousins eine

Milchviehfarm mit 2.500 Holstein-Kühen

und umgerechnet mehr als 2.000 Hektar Futterflächen

mit Mais und „Alfalfa“, also Luzerne.

Man beschäftigt 65 Mitarbeiter, die

Hälfte davon sind Melker aus Mexiko.

Knapp 41 Liter Milch gibt jede Kuh pro Tag,

der Stalldurchschnitt liegt um die 12.500 kg

je Tier, etwa 30 Millionen Liter Milch liefert

man übers Jahr mit drei eigenen Tank wägen

an die Molkerei. Das Geschäft läuft gut, auch

dank derzeit wieder besserer Preise von über

30 Cent/Liter. Zugute kommt den Larsons,

dass ihr Verarbeiter gerade mal 15 Meilen

entfernt und damit „um die Ecke“ produziert

– denn US-Farmer tragen die Kosten für

den Transport ihrer Rohmilch zum Verarbeiter

selbst.

Der Betrieb, vor genau 55 Jahren vom Großvater

gekauft und anfangs mit 180 Kühen betrieben,

ist imposant: nebeneinander moderne

Offenställe im erweiterbaren Baukasten sys -

tem, 400 Meter lang, mit breiten, befahrbaren

Futtertischen, Vorhängen und Ventilatoren

gegen die Sommerhitze. Der Einstreu-Sand

wird teuer separiert und wie derverwendet,

die anfallende Gülle in badeteichgroßen Becken

gesammelt. Später wird sie als Dünger

flüssig via Rohrleitungen auf die umliegenden

Felder gepumpt oder getrocknet mittels

Düngerstreuer verteilt. 2007 wurde der Betrieb

massiv erweitert, die Kuhzahl von 1.200

auf 2.500 Tiere mehr als verdoppelt. Seither


wird hier rund um die Uhr in drei Schichten

in zwei Melkständen mit 40 bzw. 42 Melkplätzen

Milch gewonnen. Roboter sind bis

dato kein Thema. Mexikaner arbeiten um

etwas mehr als sieben Euro je Stunde billiger

und dank spezieller Grifftechniken schneller

als jede Maschine. BST-Hormon-Einsatz

macht alles noch rentabler.

Den Farmer selbst sowie die zwölfköpfige

Besitzerfamilie interessieren vor allem die

Kosten pro Kuhplatz sowie die Preise für

Futter oder Diesel. Letzterer ist mit 33 Euro-

Cent billig und immerhin für Landwirte steuerbefreit.

Sonst gibt’s für Milchbauern kaum

Förderungen wie in Europa, bis auf 35 Dollar

für jeden Hektar Mais, Sojabohne oder Weizen.

Der Einsatz von Wachstumshormonen

oder „Round-up Corn“, also Genmais, wird

nicht hinterfragt, kritische Stimmen dazu,

meint Jamie, stammen ohnehin nur „von

Personen, die nichts von der Produktion

verstehen“ würden. Wenig Interesse zeigt der

Farmer auch an der US-Agrarpolitik. Was er

sich von der neuen „Farm Bill“ erwartet?

„Ich kenne mich da nicht so aus. Hauptsache,

meine Milchproduktion bleibt weiterhin

profitabel.“

Damit dem so ist, dafür setzt man auf neueste

Technik: schlagkräftige Maschinen von John

Deere, darunter das 800-PS-Flaggschiff unter

den Feldhäckslern, um damit gleich zehn

Maisreihen auf einmal zu ernten. Selbstverständlich

mit „Harvest Lab“. Damit wird

mittels Nah-Infrarot-Sensor sekundenschnell

direkt auf der Erntemaschine die Feuchtig-

US-DAIRYLAND

Betriebe wie Larson Acres sind selbst in

Wisconsin eher die Ausnahme. Ein großer

Teil der 1,26 Millionen Kühe wird in Betrieben

mit Anbindeställen und bis zu 150

Kühen gehalten. Der Widerstand gegen die

gigantischen Stalleinheiten nimmt auch in

der sonst sehr agrarfreundlichen Bevölkerung

zu. Der Strukturwandel ist stark, vier

bis fünf Prozent der aktuell rund 12.000

Milchbauern (1995 waren es noch doppelt

so viele) geben jedes Jahr auf, trotz Stalldurchschnitten

über 9.400 kg. Rund um

die intensiven Milchviehbetriebe sieht man

keine Tiere mehr auf der Weide. Das

Wachstum solch großer Betriebe wird

zudem dadurch erschwert, dass die Banken

seit der Finanzkrise für die Investitionen

deutlich mehr Eigenkapital fordern. Genügten

früher 20 Prozent Eigenkapital,

sind heute 40 Prozent und mehr erforderlich.

Dazu kommen die Milchpreisschwankungen

in den USA von 26 Cent (2003)

auf 40 Cent (2007) bis 22 Cent (2009).

2011 kratzte man wieder an der 40-Cent-

Marke. Alle staatlichen Initiativen haben

diese Schwankungen nicht verhindern

können. Nicht alle Milchproduzenten in

den USA haben es gelernt, mit diesen

Preisschwankungen umzugehen. Momentan

ist der Milchpreis wieder oben, sofort

wird die Produktion um zirka fünf Prozent

gepusht sowie der Export um zwölf bis 14

Prozent. Bei großen Investitionen werden

auch die Dairyfarmer durch die Banken

verpflichtet, einen Teil ihrer Produktion an

der Börse in Chicago abzusichern.

Anders als in Europa ist die Molkereilandschaft

in Wisconsin sehr zersplittert.

Neben einigen großen gibt es 200 kleinere

Molkereien, überwiegend Käseerzeuger.

Die Absprachen zwischen Milchbauern

und Verarbeitern erfolgen mündlich, die

Vertragslaufzeiten sind sehr kurz, oft ist

sogar ein wöchentlicher Wechsel möglich.

„Dairyland“-Gouverneur Scott Walker hat

erst im Frühjahr 2012 für seinen Bundesstaat

eine große Milchinitiative – 30 x

20 – angekündigt: Er will damit die

Milchproduktion bis 2020 um 30 Milliarden

Pfund erhöhen, um so den Status von

Wisconsin als Milchland Nr. 1 in den

USA abzusichern. Denn nach wie vor liefern

die Milchbauern nur 90 Prozent der

möglichen Verarbeitungskapazitäten.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

11


keit des Erntegutes gemessen und zudem

werden auch gleich die Inhaltsstoffe des Erntegutes

bestimmt, wie Zuckergehalt, Stärke-

12 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

oder Proteinanteil. Milchviehbetriebe wie

jener der Larsons können so die Futterrationen

für ihre Tiere noch genauer dosieren,

US-MILCHMARKT: DIE MILCH SPRUDELT

In den USA haben die Milcherzeuger im

vergangenen Jahr Milch im Wert von 87,15

Mrd. US-Dollar, umgerechnet rund 68,8

Mrd. Euro, an die Molkereien angeliefert.

Damit stiegen die Erzeugererlöse aus der

Milchproduktion um 26 Prozent. Doch die

steigenden Milchmengen drücken jetzt den

Milchpreis. 9,194 Mio. Milchkühe produzierten

in den USA im Jahr 2011 89.017

Mio. t Milch. Damit erreichte die Zahl der

Milchkühe annähernd wieder den Stand

des Jahres 2009. Die US-Farmer nutzen

den guten Milchpreis, um ihre Bestände

kräftig aufzustocken. Zudem geben die

Kühe auch noch mehr Milch. So erhöhte

sich die Milchleistung auf knapp 9.700 kg

pro Kuh und Jahr. Der durchschnittliche

Fettgehalt lag bei 3,71 Prozent.

Der US-Milchmarkt 2011 in Zahlen: Die

Anzahl der Milchkühe belief sich auf

9.194.000 Tiere, diese erzeugten 89 Mio. t

Milch. Die durchschnittliche Milchleistung

Altbau - Sanierung

isoliert, dämmt, heizt

betrug 9.682 kg/Jahr mit 3,71 Prozent Fettgehalt.

Insgesamt wurde Milch im Wert von

68,4 Mrd. Euro produziert, die Anzahl der

Molkereien ist 1.278.

Für 2012 rechnet das Landwirtschaftsministerium

in Washington mit einem weiteren

Anstieg der Milcherzeugung. Im Mai

wurde die Prognose für das laufende Jahr

auf 91,6 Mio. t angehoben. Dies entspricht

einer Zunahme um 2,9 Prozent. Doch die

steigenden Milchmengen drücken jetzt den

Milchpreis. Für 2012 rechnet man im Jahresdurchschnitt

mit einem Rückgang der

Milchpreise um etwa 15 Prozent. Für 2013

wird wieder eine leichte Erholung der

Preise erwartet. Die steigenden Futterkosten

und die sinkenden Milchpreise üben

Druck auf die Erlöse der Milcherzeuger

aus. Das löst vermutlich 2013 einen Rückgang

der Milchkuhbestände aus.

Quelle: Elite Milchmagazin

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immer exakterer Nährstoff-Daten auch ihre

Düngung verbessern. Stets aktuelle Bodenproben-Analysen,

dreimal im Jahr, sind auf

der Muster-Farm in Wisconsin mittlerweile

obligat, auch der immer strengeren Umweltauflagen

wegen. Die Gülle kommt dennoch

weiterhin direkt aufs Feld, und nicht als Substrat

aus einer Biogasanlage. Jamie Larson:

„Der Strompreis bei uns ist zu niedrig dafür,

da nützen wir sie besser als Dünger.“

Übrigens: Dass Europas Milchbauern – darunter

auch jene der Berglandmilch-Gruppe

– mit ihren Produkten denen ihrer US-Kollegen

durchaus nicht nachstehen, beweisen sie

alle zwei Jahre ebenfalls in Wisconsin, dem

Austragungsort der Käse-Weltmeisterschaften

seit 1958. Seit 1970 ist Österreich regelmäßig

mit dabei und so haben auch Schärdinger-Käse

oft hervorragend abgeschnitten:

2008 mit Gold für „Amadeus“, 2010 gab’s

zweimal Silber für „Landfrisch/Schnittlauch“

und „Rauchkäse“, heuer holte der „Tiroler

Felsenkellerkäse“ Bronze.

Ing. Bernhard Weber ist Chefredakteur

von BLICK INS LAND,

Österreichs größtem Agrarmagazin

Einfache Montage

direkt auf den Rohbau


Kuhmilcherzeugnisse erfreuen sich im 32

Millionen Einwohner zählenden Königreich

in Nordafrika wachsender Beliebtheit. Natürlich

hat auch Marokko seine eigene Milchproduktion,

und das durchaus auf hohen

Zuchtvieh- und Leistungsstandards. Etwa

300.000 Milchbauern zählt das Land, aber

gerade mal 1.000 Betriebe haben mehr als

20 Kühe im Stall. Unter diesen sind Holstein

besonders gefragt. Immerhin kauft derzeit

kein Land mehr deutsche Holstein-Kühe als

das nicht nur geografisch westlichste aller

Maghrebländer. Unglaublich, aber wahr:

60 Prozent aller Milchkühe in Marokko sind

deutscher Herkunft. Im vergangenen Jahr

waren es 16.000 Zuchtrinder und mehr als

150.000 Einheiten Rindersperma, die laut

ARGE Deutscher Rinderzüchter dorthin verkauft

wurden – ein Rekord. Auch

Zuchtvieh aus Österreich ist im

Kommen. Erste Tierlieferungen

wurden bereits bewerkstelligt.

Mit der Nachfrage nach Milchprodukten

wächst in der Mittelschicht

auch der Appetit

auf Rindfleisch. Derzeit forciert

die Regierung die Modernisierung

der Schlachthöfe.

Fleckvieh und Braun-

SCHÄRDINGER GOES INTERNATIONAL

Kein Märchen aus

Tausendundeiner Nacht

MAROKKO IMPORTIERT SCHÄRDINGER-KÄSE SOWIE ROTTALER-H-MILCH

Am besonders quirligen Marktplatz Djemaa-el-Fna mitten im atemberaubenden

Marrakesch wird man sie zwar nicht finden, die Milchprodukte

von Schärdinger. Aber auch in Marokko genießt man von

Tanger über Rabat bis Agadir Käse aus Österreich.

vieh aus der Alpenrepublik mit mehr Fleisch

auf den Rippen könnte ebenfalls ein Exportschlager

werden. Der jährliche Importbedarf

an Zuchtrindern liegt bei etwa 9.000 Stück.

Die durchschnittliche Milchleistung liegt

zwischen 2.400 und 3.800 kg, in Gunstlagen

und mit milchbetonten Holstein ist auch eine

Jahresleistung von bis zu 6.800 kg möglich.

Wären außerhalb der Städte nicht die roten

Lehmmauern, die die Wiesen säumen, auf

denen schwarz-weißes Vieh Kamille weidet

– man könnte sich im Alpenvorland wähnen.

Zwar wird Marokko von der Sahara gesäumt;

doch „El Niño“ bringt viele und regelmäßige

Regenfälle und die sorgen für

sattes Grün. Auch die Quellen des Atlas-Gebirges

lassen fruchtbare Gegenden ergrünen.

Große internationale Molkereikonzerne

haben sich

längst in Marokko etabliert,

allen voran „Brasserie du

Maroc“ aus Spanien, „Nestlé“ aus der

Schweiz, aber auch „Sialim Bel“ aus Frankreich

oder „Kraft Food“ aus den USA.

Daneben gibt es lokale Genossenschaften,

die auch die Milch kleinster Betriebe verarbeiten

und ihren Lieferanten auch schon mal

das Geld für ihre Tiere oder das Futter vorstrecken.

Gemolken werden in Marokko

natürlich auch Ziegen und Dromedare.

Am Land verkaufen die Frauen der Berber

und Araber am Markttag den Käse noch in

ein Palmenblatt gewickelt, „jben jbala“ ist

beliebt. In den Supermärkten der großen

Städte und Tourismuszentren wie Casablanca,

Fes oder in der Hauptstadt Rabat

dagegen findet man in den Kühlregalen auch

Importkäse, darunter Produkte von

Österreichs größter Bauernmolkerei

Berglandmilch.

Seit 2008 werden regelmäßig Käsespezialitäten

von Schärdinger sowie Haltbar-Milch

von Rottaler per LKW und Schiff nach Casablanca

geliefert. Der Vertrieb erfolgt über

mehrere marokkanische Partner, die sich auf

internationale Milchprodukte spezialisiert

haben. Besonders gefragt sind neben der

H-Milch in der 0,2-Liter-Packung Geheimratskäse

und Pyrenero, aber auch „Schlanke

Linie“-Produkte wie Tilsette, Goudette und

Baronesse. 2011 wurden mehr als 70.000 kg

Schärdinger-Produkte nach Marokko verschifft.

Anders als Libyen oder Ägypten

erwies sich das Königreich während der

jüngsten Krisen in Nordafrika immer als

sicherer und verlässlicher Partner.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Foto: Archiv

13


QMILCH

Designerklamotten

aus Kuhmilch

MILCHPRODUKTE FÜR DEN KLEIDERSCHRANK

Man kann sie nicht nur trinken, sondern bald auch anziehen. Ein

neues Verfahren, entwickelt von der Designerin und Biologin Anke

Domaske und einem Faserinstitut in Deutschland, macht aus Milch

Fasern zur Kleidungsproduktion.

Designerklamotten aus Kuhmilch? Kein Problem,

wenn man etwas von Mikrobiologie

versteht! Die Modedesignerin und Biologin

Anke Domaske aus Hannover hat’s vorgemacht.

Glatt und weich, irgendwie seidig –

so beschreiben Testpersonen die Kleider von

Domaske. Kein Wunder, stecken die Stoffe,

aus denen die Hannoveranerin ihre trendigen

Gewänder webt, doch voller Proteine.

Die 29-jährige modeinteressierte Mikrobiologin

führte bereits mit 19 Jahren ihr internationales

Modelabel MCC („Mademoiselle Chi

Chi“) ein. Ihr neues Projekt „QMilch“ gemeinsam

mit dem Faserinstitut Fibre in Bremen

führt ein besonders ressourcen scho -

nendes Produktionsverfahren ein. In einem

speziellen Verfahren entstehen aus dem in

der Kuhmilch enthaltenen Kasein, also

Milcheiweiß in Pulverform, Milchfasern, die

wiederum zu Textilien weiterverarbeitet werden

können. Für ein Kilo Fasern werden nur

zwei Liter Wasser benötigt, im Vergleich

dazu benötigt man für Baumwolle etwa

10.000 Liter pro Kilogramm. Mittlerweile

gibt es auch schon die ersten Anfragen aus

der Automobilindustrie und Medizintechnik.

Dabei ist die Idee der Milchfaser nicht neu.

Bereits in den 1930er Jahren stellte man Fa-

14 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

sern aus Kasein her. Allerdings war bei den

bisherigen Verfahren der Zusatz von 75 Prozent

Chemiefasern nötig. Dazu kam der wesentlich

höhere Verbrauch an Wasser bei der

Produktion. Mit dem patentierten Verfahren

vom Domaske und dem Bremer Faserinstitut

erhält man dagegen eine rein natürliche Faser

für Stoffe ohne Chemie.

Für die Herstellung wird Molke getrocknet,

mit Flüssigkeit versetzt und durch ein Sieb

gedrückt. Heraus kommen haarfeine Fasern,

die versponnen werden, ganz ohne Chemie,

Erdöl oder Pestizide. Der Stoff, den man am

Ende erhält, fühlt sich wie Seide an, pflegt

dabei noch die Haut durch die enthaltenen

Proteine und ist besonders für Allergiker ge-

eignet. QMilch sei auch keine Konkurrenz

oder gar Gefahr für die Lebensmittelproduktion.

„Die Selbstversorgung mit Milch beträgt

in Deutschland 120 Prozent. Durch

QMilch kommt diese Milch, die andernfalls

exportiert werden müsste, sinnvoll zum Einsatz“,

heißt es aus dem Umfeld von

Domaske.

Domaske selbst betont: „Meine Kleidung aus

Milch schont Ressourcen. Auf dem Stoffmarkt

fehlt jetzt schon jährlich eine Million

Tonnen Baumwolle, und der Bedarf an

Stoffen wird weiter steigen.“ Sie rechnet

damit, dass bis zum Jahr 2030 bis zu elf

Millionen Tonnen Baumwolle fehlen werden.

Die Innovation der Milchfaser sei daher ein

wichtiger und nachhaltiger Schritt auf dem

Weg zu Alternativen. In welchen Mengen der

Milch-Stoff nachhaltig produzierbar sein und

sich durchsetzen können wird, werde sich

noch zeigen.

Erstmals auf den Markt kommen soll die

Kleidung aus Milch noch heuer. Bestellungen

wurden bereits vor Monaten entgegengenommen.

Anfang Jänner wurden Domaskes

Kleider auf der „Fashion Week“ in Berlin bereits

heftig beklatscht und vom Gesamtverband

Textil und Mode mit dem Innovations -

preis in der Kategorie Technische Textilien

ausgezeichnet. Schon bald will QMilch jedenfalls

die Massenproduktion aufnehmen.

Die Kleider sollen zwischen 150 und 200

Euro kosten.

Internet: www.qmilk.eu

Fotos: Jannes Frubel, QMilch


Schmuck zu kleinen Preisen und deshalb erschwinglich

für viele – das war und ist das

ökonomische Erfolgsgeheimnis des Modeschmucks.

Während im 19. Jahrhundert „falsche“

Juwelen als Kennzeichen armer Frauen

galten und als „Dienstmädchenschmuck“ naserümpfend

kommentiert wurden, kamen sie

in den 1920er und 1930er Jahren erstmals zur

Hochblüte.

Neue Materialien und Herstellungsverfahren

beflügelten Kreativität und Gestaltungslust

der Mode- und Schmuckdesigner. Dabei am

häufigsten verwendet wurden Chrom, Mes-

GALALITH

Milch-Schmuck

AUCH MODESCHMUCK WURDE

EINST AUS MILCH GEMACHT

Der Galalith wurde 1897 in Deutschland erfunden. Er wurde aus

Kasein, dem wichtigsten Eiweißbestandteil der Milch, und

Formaldehyd hergestellt.

sing und Galalith. Die Ingredienzien dieses

frühen Kunststoffs spiegeln sich auch in seinem

Namen: Ausgehend von den griechi -

schen Wörtern für Milch und Stein wurde er

„Galalith“ genannt, was übersetzt „Milchstein“

bedeutet. Aus 100 Litern Magermilch

ließen sich bis zu 2,9 Kilogramm Galalith

herstellen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts

flossen in Deutschland im wahrsten Sinne

des Wortes beträchtliche Milch-Mengen in

die Galalith-Produktion: 1913 wurden im

Deutschen Kaiserreich 30 Millionen Liter

Milch in 1,5 Millionen Kilogramm Galalith

verwandelt. Damit wurden etwa sechs Prozent

des damaligen Milchaufkommens zu

Kunststoff statt zu Käse verarbeitet. Die großen

Vorteile des Galaliths bestanden darin,

dass seine Herstellung sehr einfach und kostengünstig

war, dass er sich leicht verarbeiten

ließ und – mit Pigmenten eingefärbt – frappierend

echt aussehende Schmuckstein-Imitate

ergab: mit Blaupigmenten versetzt

Lapislazuli, mit Rotpigmenten Koralle, mit

Gelbpigmenten Bernstein usw. Ein Ni schen -

dasein führt Galalith immer noch bei Stricknadeln.

Hier sind Landwirte bestens beraten und für jede Reparatur optimal versorgt.

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NEUER AUFMACHUNG

Frisch, klar und modern: Die Schärdinger

Vollmilch präsentiert sich seit Juni im

neuen Outfit. Der klare Fokus der neuen

Milchpackungen liegt auf dem Thema

Tierschutz. Dieser nimmt bei den Schärdinger-Milchbauern

einen ganz hohen

Stellenwert ein. „Das soll durch die schützende

Menschenhand über der Kuhstirn

versinnbildlicht werden“, betont

Michael Forster, Produktmanager

für die weiße

Palette bei Berglandmilch.

Der Inhalt bleibt natürlich

unverändert: 100 % beste

öster reichische Milch der

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Mit Schärdinger lässt sich's leben.

15


MOZZARELLA

Boom-Käse

aus dem Süden

DER ITALO-KLASSIKER AUS ÖSTERREICH MIT AMA-GÜTESIEGEL

Er zählt zu den beliebtesten Käsesorten der Österreicher, vor allem,

aber nicht nur im Sommer. Seit dem Vorjahr gibt es den ursprünglich

aus Süditalien stammenden Frischkäse dank Schärdinger auch

als echten Österreicher aus garantiert heimischer Milch.

Bis vor wenigen Jahrzehnten nördlich von

Brenner-Pass oder Kanaltal noch unbekannt,

hat der Mozzarella in jüngster Zeit einen beispiellosen

Siegeszug über die Alpen hingelegt.

Auf den Geschmack des damals noch

als reiner „Pizzakäse“ verunglimpften Käses

gekommen sind die meisten Österreicher erst

in den 1960er und 1970er Jahren bei ihren

Italien-Urlauben an der Adria. Mit dem Aufkommen

von Pizzerien auch hierzulande

hielt der Mozzarella Einzug in die Alpenrepublik.

Nachfrage und Absatz von Import-

Ware gingen langsam, aber doch stetig nach

oben. Mozzarella stammt ursprünglich aus

der süditalienischen Provinz Kampanien.

Dort hielten die Bauern in den Sumpfgebieten

Büffel, deren geschmackvolle Milch zu

einem aromatischen Frischkäse verarbeitet

wurde. Erstmals erwähnt wurde Mozzarella

in schriftlichen Quellen des Mittelalters. Sein

Name leitet sich vom italienischen Wort

„mozzare“ ab, was so viel wie „abschneiden“

oder „abziehen“ bedeutet. Der Grund dafür:

Seine charakteristische Kugelform hat der

Mozzarella vom portionsweisen Abschneiden

von der Käsemasse. Mozzarella gehört zu

den Frischkäsen, weil man ihn direkt nach

der Herstellung verzehren kann: Beim

Speise-Mozzarella beträgt die Reifezeit gerade

mal eine Stunde, beim Pizza-Mozzarella

drei bis vier Stunden.

16 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Dass Herr und Frau Österreicher immer

mehr Mozzarella essen, ist gerade für Ernährungsberater

wenig verwunderlich, entspricht

dieser doch zwei heutigen Megatrends in der

Ernährung: So ist zunächst die italienischmediterrane

Küche sehr beliebt. Zudem hat

das Gesundheitsbewusstsein stark zugenommen.

Mozzarella hat weniger Fett als Schnittkäse.

Weitere Gründe, warum gerade dieser

Frischkäse so gefragt ist: Er ist nicht nur

preisgünstig, sondern vielfältig in der Küche

verwendbar. Man kann ihn zusammen mit

Tomaten und Basilikum essen („Caprese“),

mit anderen Kräutern, Olivenöl und Balsamico

würzen und auch für das Zubereiten

warmer Speisen eignet er sich hervorragend

– für Aufläufe, zu Pasta, zum Überbacken.

Nicht zu vergessen: zum Belegen von

Pizzen!

Mit dem Mozzarella-Boom hat sich für die

hiesigen Milchbauern und Berglandmilch ein

neuer Markt aufgetan. Diese Chance wurde

erfolgreich genutzt. Laut dem Marktforschungsinstitut

Nielsen werden in Österreich

pro Jahr mehr als 3.600 Tonnen „Kugelware“

plus 215 Tonnen Mozzarella-Reibkäse verdrückt,

weiß Berglandmilch-Produktmanager

Reinhard Rosenauer. „Der Markt entwickelt

sich sehr dynamisch, der Mozzarella-Absatz

hat 2011 um elf Prozent zugenommen.“ Kam

Foto: Archiv

Mozzarella bis 2011 überwiegend aus Italien

sowie vermehrt auch aus Deutschland, entschied

man sich 2010 bei Schärdinger, den

Italo-Klassiker künftig selber im Werk Feldkirchen

aus 100 Prozent österreichischer,

gentechnikfreier Milch herzustellen – nach

bewährtem italienischem Produktionsverfahren.

Vor allem Berglandmilch-Käsemeister

Johann Niedermair hat sich um den rotweißroten

Mozzarella verdient gemacht. Rosenauer:

„Im Sommer 2010 haben wir unseren

ersten Mozzarella produziert und ausgeliefert,

2011 auch in eine neue Maschine investiert.“

Die Österreicher haben die neue Käsespezialität

jedenfalls prompt angenommen:

Besonders mild im Geschmack und zartschmelzend

vereint der neue Schärdinger-

Mozzarella mit seiner weichen und elastischen

Struktur und dem leicht milchigen Geschmack

alle Vorzüge italienischer Lebensart

mit typisch höchster Berglandmilch-Qualität.

Erhältlich ist der neue Schärdinger-Mozzarella

– der einzige aus Österreich mit AMA-

Gütesiegel – im Lebensmittelhandel als 125g-Kugel

im Beutel, als Schärdinger Mozzarella

Reibkäse zu 200 g im Frischhaltebeutel

mit Wiederverschluss sowie neuerdings in

Scheiben zu 150 g. Für Großverbraucher gibt

es Stangenware sowie Mozzarella gewürfelt

in Großgebinden. Und wie hat der Schärdinger-Manager

Mozzarella am liebsten? „Ich

persönlich esse Mozzarella auf knusprigem

Ciabatta-Brot mit Prosciutto und Basilikum.“

Viele Mozzarella-Rezepte findet man auch

im Schärdinger-Online-Kochbuch auf

www.schaerdinger.at.


Unter kritischen Konsumenten breitet sich eine fragwürdige Fama

in Bezug auf die Milch aus. Angeblich verschleime diese den Körper.

Dabei ist Milch gerade für Kinder ein wichtiger Lieferant von Eiweiß

und Kalzium, betonen Ärzte und Ernährungsexperten.

Besonderen Reiz haben gemeinhin stets jene

Verschwörungstheorien, die etwas in Frage

stellen, was bislang jeder für eine Binsenweisheit

hielt. So macht derzeit auch das

fragwürdige Gerücht von der gefährlichen

Milch die Runde, und das zudem mit erstaunlicher

Geschwindigkeit: „Gib deinem Kind

bloß keine Milch zu trinken!“ oder „Milch

verschleimt den Körper!“ rufen nicht nur

Veganer, sondern neuerdings auch ganz

gewöhnliche Mütter einander zu. Und immer

öfter verbreiten Menschen, dass es ihnen viel

besser gehe, seit sie keine Milch mehr konsumieren.

Andere posten im Internet zum

Thema Erkältungen von Kindern, solche

ständigen Infekte müssten gar nicht sein,

„wenn Eltern ihre lieben Kleinen nur nicht

mit Milch verseuchen würden“.

Dabei sind spezielle Milchgetränke für die

Ernährung von Kleinkindern „grundsätzlich

nicht notwendig“, meldete indes die Deutsche

Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Vielmehr sei „Kuhmilch ein wertvolles

Lebensmittel für Kleinkinder“. Diese sollten

täglich etwa einen Drittel Liter davon trinken.

Für manche Menschen ist Milch tatsächlich

ungesund. Sie leiden unter Laktose-Intoleranz.

Ihnen fehlt ein Enzym, das den

Milchzucker spaltet. Deshalb können sie

Milch in größeren Mengen nicht verdauen.

Alle anderen aber müssen Milch nicht fürchten.

„Die Argumente gegen den Milchkonsum

sind haltlos“, betont Mathilde Kersting

vom Deutschen Forschungsinstitut für Kinderernährung

im Gespräch mit der „Süd -

deutschen Zeitung“. Milch sei – vor allem für

Kinder – unersetzlich, als Eiweißlieferant, als

Kalziumquelle und auch für die Jodversorgung.

„Fleisch kann man weglassen, sofern

man für Ersatz sorgt“, so die Ernährungswissenschaftlerin.

„Aber wenn die Milch wegfällt,

wird es kritisch.“ Besonders rasch darunter

leiden würden etwa die Knochen und

Zähne der Kinder.

Kuhmilch-Gegner verweisen gerne auf

schmackhaft klingende Alternativen wie

Getreide-, Soja- oder Mandelmilch. „Diese

haben aber mit Milch gar nichts zu tun“, sagt

Kersting. „Es handelt sich dabei um eine Mischung

der jeweiligen Feldfrucht mit Wasser.

Deren Gehalt an Eiweiß und Kalzium ist vernachlässigbar.“

Pflanzliches Eiweiß sei nun

einmal längst nicht so wertvoll. Nach den

neuesten Empfehlungen zur Säuglingsernährung

ist Kuhmilch nicht einmal mehr für

Babys tabu: Schon mit fünf Monaten dürfen

sie sie zu sich nehmen. „Auch die Sorge,

Milch wirke allergiefördernd, hat sich gelegt.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein“, so

ein Münchner Kinderarzt. Notfalls sollten

Eltern mit Tricks nachhelfen, wenn Kinder

Milch nicht pur mögen, empfehlen Ernährungswissenschaftler.

„Milchprodukte lassen

sich auch verstecken, etwa in Kartoffelpüree

oder Pudding.“ Auch gesüßter Kakao sei in

jedem Fall besser als keine Milch.

Halten lässt sich nicht einmal das „Anti-

Milch-Dog ma“ bei Schnupfen. „Die Empfehlung,

dass Milch bei Atemwegsinfekten nicht

getrunken werden sollte, weil sie zu Schleimbildung

führt, ist irrtümlicherweise weit verbreitet“,

sagen Ernährungsexperten. Sie

haben eine Erklärung für das hartnäckige Gerücht:

Die im Milchzucker enthaltene Galaktose

heißt im Volksmund Schleimzucker. Der

Name besagt aber nur, dass Galaktose leicht

abgewandelt auch im Nasenschleim enthalten

ist. Eine andere Erklärung führt die Vorstellung

von der verschleimenden Milch auf

die Traditionelle Chinesische Medizin zurück.

Nach deren Lehre soll keine Milch trinken,

wer „zu viel Feuchtigkeit im Körper“

habe, weil Milch noch zusätzlich befeuchtend

wirke. Gleichwohl haben die Chinesen

Milch auch als Heilmittel eingesetzt – etwa

bei Verdauungsstörungen, trockener Haut

oder Diabetes. Studien an der Uni Zürich

konnten keinen Einfluss der Milch auf die

Schleimproduktion nachweisen und australische

Forscher haben Gesunde und Verschnupfte

Milch oder Sojamilch trinken

lassen. Einen erhöhten Verschleimungsgrad

nach Genuss von Kuhmilch stellten sie

nicht fest.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Foto: Archiv

ERNÄHRUNG

Gefährliche Milch?

VORBEHALTE GEGEN MILCH NEHMEN ZU – ZU UNRECHT

17


MELKHYGIENE

Rückstände

gezielt vermeiden

SICHERHEITSMELKDECKEL VERHINDERT ANTIBIOTIKA-VERSCHLEPPUNG

Wie man im Zuge der Separationsmelkung Antibiotikarückstände in

der Milch am besten vermeidet, weiß Rudolf Vogelauer, Lektor am

Institut für Milchhygiene der Universität für Veterinärmedizin Wien.

Auch Milchproduzenten müssen sicherstellen,

dass ihre Erzeugnisse im Hinblick auf

den Schutz der Konsumenten und die spätere

Verarbeitung den geltenden Anforderungen

an die Lebensmittelhygiene entsprechen.

Dies verpflichtet Milchbauern, u. a. bei der

Separationsmelkung behandelter Tiere darauf

zu achten, dass mit Antibiotika behaftete

Milch nicht in das zur Ablieferung bestimmte

(antibiotikafreie) Gesamtgemelk eingebracht

wird. Solche Milch wäre für den menschlichen

Verzehr ungeeignet, da sie die Resistenzbildung

vieler Bakterien gegen Antibiotika

(die oft hilfreich beim Menschen wie

auch bei Tieren eingesetzt werden) fördert.

Resistenzbildungen gegen Antibiotika werden

weltweit zum Problem. Im Zuge der Behandlung

erkrankter Tiere müssen 1.) diese

deutlich (möglichst mit zwei Fesselbändern)

gekennzeichnet werden, 2.) separat gemolken

werden und 3.) die bei der Separationsmelkung

verwendeten Melkzeuge und Gerätschaften

vor jeder Weiterverwendung gut

gespült bzw. gereinigt werden. Das Nichtbeachten

dieser Vorsorgemaßnahmen wird

ge ahndet und ist mit erheblichen Kosten verbunden.

Zur Separationsmelkung werden

üblicherweise Melkzeuge aus der vorhandenen

Melkanlage verwendet, in die mittels

eines Melkdeckels ein Melkeimer oder eine

18 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Kanne zur Abscheidung der zu separierenden

Milch eingebunden wird. Aber Achtung:

Zum Aufbau des Melkvakuums im Melkzeug

muss daraus Luft abgesaugt werden, die in

die Melkanlage übergesaugt wird. Insbesondere

beim Ansetzen und beim Abnehmen,

aber auch beim Abfallen des Melkzeuges

wird zusätzlich sehr viel Luft in das Melkzeug

eingesaugt. Die Milch im Separationsbehälter

wird dadurch massiv durchgewirbelt,

dabei erzeugter Schaum und Aerosole

sind ebenso wie die Milch im Behälter mit

Antibiotika behaftet. Diese gelangen in der

Folge mit dem Luftstrom in die Melkanlage

(siehe Abbildung) – was häufig übersehen

wird, da das Separationsmelkzeug selten

transparent ausgeführt ist. In der Regel überwiegt

zwar mengenmäßig die antibiotikafreie

Milch im Gemelk, sodass die auf dem

beschriebenen Weg eingebrachte Antibiotikamenge

mit dem üblichen Antibiotikatest

Fotos: Jahoda

kaum entdeckt wird, sie ist aber in der Milch

trotzdem vorhanden. Wird der Separationsbehälter

überfüllt, wird diese Milch über den

Vakuumschlauch in die Melkanlage gesaugt

und damit das Gesamtgemelk massiv kontaminiert,

nachweisbar selbst in großen Milchmengen

bis zu einigen tausend Litern. Die

separate Melkung behandelter Tiere und die

Verhinderung einer Antibiotikaverschleppung

in die Rohmilch durch Übersaugen von

Milchschaum, feinsten Milchtröpfchen und

von Milch – wie beschrieben – liegen nicht

nur im Interesse verantwortlicher Milchproduzenten,

sondern auch der Verarbeitungs -

betriebe und nicht zuletzt auch der Konsumenten,

die hygienisch einwandfreie

Milchprodukte erwarten.

Zur Unterstützung dieses Bemühens um die

Sicherung einwandfreier Milchqualität wurde

von der Firma Jahoda ein jegliche Verschleppung

verhindernder Sicherheitsmelkdeckel

entwickelt. Damit können der im Zuge der

Melkzeughandhabung entstehende Milchdunst

und -schaum durch den Einbau eines

Abscheidelabyrinths im Separationsbehälter

zurückgehalten werden. Sollen auch Fein -

aerosole im Kernbereich des Luftstroms zurückgehalten

werden, kann zusätzlich ein

Feinfilter in den Sicherheitsmelkdeckel eingelegt

werden. Ein Übersaugen von Milch

bei Vollfüllung des Behälters wird mittels

einer niveaugesteuerten Überfüllsicherung

verhindert. Die ansonsten erforderliche

ständige Beobachtung des Separationsbehälters

kann damit entfallen.

Internet: www.jahoda-melktechnik.at


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SUPERKUH &

SUPERBULLE

Die Holstein-Kuh „Smurf“ aus Kanada ist

die neue Weltrekordhalterin bei der Milchproduktion.

Wie der Milchbauer Eric Patenaude

aus der Nähe von Ottawa stolz zum

Besten gab, ist die Menge von 217 Tonnen

Milch, die Smurf in 15 Jahren produzierte,

von den Rekordwächtern aus dem Hause

Guinness anerkannt worden. „Schlumpf“, so

der deutsche Name der Milchkuh, habe damit

umgerechnet mehr als eine Million Tassen

Milch gefüllt. Und sie geht noch lange nicht

in Pension: Derzeit erwartet die schwarzweiße

Rekordkuh ihr elftes Kalb. Der Rekord

von Smurf werde das Leben dort aber „nicht

verändern“, so Patenaude. Vater der Rekordkuh

ist ein Stier namens „Emperor“. Ebenfalls

einen neuen Rekord aufgestellt hat vor

kurzem der Holstein-Spitzenbulle „Toystory“,

2001 auch auf einer Farm im US-

Bundesstaat Wisconsin geboren. Er lieferte

NEU IM KÜHLREGAL

Bergbaron geräuchert

Österreichs beliebtester

Käse und klarer Marktführer

bringt geschmackvolle

Neuheiten ins Kühlregal.

Seit Ende April gibt es den Bergbaron, insgesamt

bereits mit 7 (!) Käse-Kaisern

prämiert, in zwei Variationen als geräucherte

Spezialität: als Scheiben hauchdünn

in der 150g-Scheibenpackung, damit sich

sein Aroma – die charakteristische leicht

süßliche Bergbaron-Geschmacksnote mit

dem milden Raucharoma – besonders gut

entfalten kann, sowie auch als 250-g-Stück

in der praktischen wiederverschließbaren

Packung im SB-Regal.

Quargelinos

Geschmackvolle Vielfalt, natürlich gentechnikfrei

sowie aus 100 % österrei-

20 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Anfang Mai seine zweimillionste Spermaportion.

Das hat es in der 70-jährigen Geschichte

der künstlichen Rinderbesamung noch nie

gegeben. Der bisherige Weltrekordhalter mit

1,767 Millionen produzierten Samenportionen

war ein Bulle aus Holland. Einige Töchter

des Superbullen gibt es auch in

Österreich, sein Samen wurde seit November

2005 in mehr als 50 Länder verkauft.

MELK-RIESEN:

32 ROBOTER FÜR

2500 KÜHE

Den größten Melkroboter-Betrieb in Euro -

pa – und, wie es heißt, auch rund um den

Glo bus – findet man seit kurzem in Russland,

genauer in der Föderalistischen Republik

Tatarstan. Auf der 2.500 Milchkühe zählenden

Rakhimovo-Farm wurde die Melktechnik

von bisher 16 auf 32 automatische

Melk roboter von DeLaval aufgestockt.

„Nach zwei Jahren Produktion mit automatischer

Melktechnik haben wir beschlossen,

dass die Zeit reif war für eine weitere Investi-

chischer Milch, versprechen auch

die Schärdinger Quargelinos: milder

wie pikanter Quargelgenuss in den

beiden Sorten Natur und Chili-Paprika

in der wiederverschließbaren 125-g-

Schalenpackung. Im Gegensatz zum konventionellen

Quargel wird der Nachwuchs

(fünf kleine Quargel-Laibchen à 25 g) weniger

intensiv mit Rotkultur behandelt und besticht

daher durch ein milderes Quargel-

Aroma. Modernes Design, attraktives

Packaging sowie ein harmonisches

Geschmackserlebnis – die Quargelinos

sprechen speziell

eine jüngere Zielgruppe

von Käse-

Liebhabern an.

Erzeugt werden die

Quargelinos, mit nur 0,3

% Fett ein natürlich fettarmer

Käse mit einem hohen Eiweißan-

tion. Die Vorteile in Bezug auf Qualität und

Produktion liegen seit der ersten Installation

auf der Hand und rechfertigen diesen weiteren

Schritt“, sagt Farit Rakhimov, Besitzer

der mittlerweile größten Melkroboter-Anlage

der Welt. DeLaval lieferte das komplette Produktprogramm

von der Planung des Projektes

bis zu den Kuhkomfort-Produkten. Auch

der Kuhverkehr läuft wie von Geisterhand.

Lediglich zwei Mitarbeiter überwachen den

Roboter-Komplex. Im vergangenen Winter

wurde das größte Melkkarussell in Süddeutschland

eingemolken. Es war nach genau

einem Jahr Planung auf einem Familienbetrieb

im Allgäu installiert worden und umfasst

80 Plätze für 1300 Kühe. Das Modell

PR3100HD, ebenfalls von DeLaval, ist für

den Dauerbetrieb auf Großanlagen konzipiert.

Insgesamt laufen bereits vier dieser

Premium-Außenmelker in Deutschland. In

Bayern sind Milchviehbetriebe dieser

Dimension etwas Neues, in ganz Westdeutschland

findet man nur eine Handvoll

vergleichbare Unternehmen. Laut dem Melktechnikanbieter

haben sich weitere fünf

Betriebe bereits für das neue Riesen-Karussell

entschieden; installiert werden diese im

Laufe des heurigen Jahres.

teil, im Mühlviertel. Sie sind laktose- und

gentechnikfrei, mit dem AMA-Gütesiegel

ausgezeichnet und entsprechen somit

voll dem Trend zu einer gesunden und bewussten

Ernährung. Sie eignen sich

optimal für die Jause, als

leichter Snack für zwischendurch

oder zum

Kochen.

Mozzarella Scheiben

Aus dem trendigen

und wachsenden

Mozzarella-Segment

offeriert Schärdinger diesen als

Erster nun auch in Scheiben.

Ein klassisches Convenience-Produkt

ideal für Weckerln, mit Tomaten

und Basilikum als Bruschetta,

aber auch für raffinierte Snacks

wie Mozzarella-Wraps.


ERGÄNZUNG DER

MILCHLIEFERORDNUNG

Die Berglandmilch eGen

hat vor kurzem die Lieferordnung

für ihre Milchbauern

präzisiert. Der bisherige

Wortlaut war: „Der Lieferant

ist verpflichtet, die

Milch gemäß den jeweils

geltenden gesetzlichen oder

sonstigen einschlägigen

Bestimmungen zu liefern.“

Ab sofort gilt: „Der Lieferant

ist verpflichtet, bei der Bewirtschaftung

der Futterflächen, Milchproduktion und

Milchlieferung alle geltenden gesetzlichen

oder sonstigen einschlägigen Bestimmungen

einzuhalten.“ Dieser Schritt trägt der klaren

Dokumentation und Nachweisbarkeit aller

gesetzlichen und sonstigen Auflagen, denen

die Milchbauern unterliegen, gegenüber Dritten

Rechnung, wird seitens der Geschäftsführung

der Berglandmilchgruppe betont.

Die Lebendhefe die ihr Versprechen hält

Durchschnittliche Milchzellzahl (x1.000)

Start Actisaf

Kalenderwochen, 2010

Betrieb 1 Betrieb 2 Durchschnittliches Niveau

Actisaf Ergänzung: 5 g /Kuh/ Tag

TAG DER OFFENEN

KUHSTALLTÜR IN OÖ

Berglandmilch bedankt sich bei allen

Schärdinger-Betrieben, die sich am 3.

Juni im Rahmen des Tages der offenen

Kuhstalltür in OÖ von ihrer besten Seite

präsentiert und dabei Tausenden Besuchern

auch Kostproben von köstlichen

Schärdinger-Produkten kredenzt haben.

Ende

Actisaf

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Zellzahlprobleme?

Nach dem Melken

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Die Vorteile von GOLDEN MIX

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Mit Schärdinger lässt sich's leben.

21


MELKTECHNIK

Goldene Regeln

MANGELNDE EUTERGESUNDHEIT KOSTET BARES GELD

Fachleute des Melktechnikherstellers DeLaval beschäftigen sich

jahrein, jahraus mit dem optimalen Umfeld für eine profitable

Milchviehhaltung. Dazu gehört an oberster Stelle die Tiergesundheit.

Nachfolgend die „zwölf goldenen Melkregeln“ der Eutergesundheit.

Vor dem Melken

1. Regelmäßige Überwachung: Überprüfen

Sie regelmäßig alle Eutergesundheits- und

Milchqualitätsdaten aus folgenden Quellen:

Molkerei, offizielle Prüforganisationen, Tierkliniken,

Vor-Ort-Tests mit Zellzahlmessgerät

oder Schalmtest. Erstellen Sie Richtwerte

für jede Kuh und Herde, um die Über -

wachung eventueller Änderungen zu

erleichtern.

2. Melkreihenfolge: Melken Sie ungeachtet

der Haltungsform und Herdengröße zuerst

die Färsen, anschließend die frischmelkenden

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Kühe und dann die Hauptherde. Melken Sie

die kranken Kühe zuletzt und waschen und

desinfizieren Sie dann das Melksystem.

3. Vormelken: Melken Sie zwei bis drei

Strahlen Vormilch und überprüfen Sie diese

Milch. Verwenden Sie in Anbindeställen und

Melkständen einen Vormelkbecher. Säubern

Sie den Boden des Melkstands, bevor die

nächste Kuhgruppe eintritt. Das Vormelken

trägt dazu bei, die Milchabgabe auszulösen

sowie durch frühzeitige Erkennung zu verhindern,

dass anormale Milch in den Tank

gelangt.

Hohe Zellzahl? - Vorbeugen ist besser als heilen!

1 Kanister Fink-Hexi Dip Euterpflegemittel zum Dippen

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4. Zitzenreinigung: Zur Mastitiskontrolle und

Produktion qualitativ hochwertiger Milch

müssen die Kühe beim Ansetzen der Melkzeuge

saubere und trockene Zitzen haben.

Reinigen Sie alle Zitzen und Zitzenenden mit

zugelassenen Mitteln. Wischen Sie alle

Zitzen mit Einwegpapier oder Stofftüchern

trocken (ein Tuch pro Kuh). Stofftücher müssen

nach jedem Einsatz sorgfältig gewaschen

und getrocknet werden.

Beginnen Sie den Melkvorgang nie mit dem

Reinigen der Zitzen! Dadurch würden Keime

vom Zitzenkanal ins Euter hochgedrückt.

Beginnen Sie immer mit dem Vormelken.

Während des Melkens

5. Überprüfung des Melksystems: Wählen

Sie ein für Ihren Milchviehbetrieb geeignetes

Vakuum- und Pulsierungssystem und lassen

Sie es am besten vom Fachmann installieren.

Überprüfen Sie zu Beginn jedes Melkvorgangs

immer das Vakuumniveau.

6. Zeitgerechtes Ansetzen des Melkzeugs: Die

Melkeinheiten müssen innerhalb von 60 bis

90 Sekunden nach Abschluss der Zitzenvorbereitung

angesetzt werden. Vermeiden Sie,

dass beim Ansetzen des Melkzeugs Luft eingesaugt

wird. Justieren Sie das Melkzeug so,

dass es in Längs- und Querrichtung ausgewogen

und nicht verdreht ist.

7. Nicht blindmelken: Das Blindmelken ist

eine der Hauptursachen für Hyperkeratose an

den Zitzenenden. Sobald das Euter zufriedenstellend

geleert wurde, muss die Melkeinheit

abgenommen werden. Dies lässt sich ermitteln,

indem der Milchfluss beobachtet wird.

Fortsetzung auf Seite 24

Melkmaschinen-, Melkstand- u. Milchtankreinigung

Melkhygiene vor und nach dem Melken (auch Bio Austria gelistet)

Klauenhygiene

Stallreinigung und Desinfektion

Personalhygiene

Fahrzeugreinigung

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Mobile Hallensysteme

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TopinPur - ein Futterzusatzstoff zur Gesundheitsförderung von Kälbern

Auszug aus dem Bericht von Dipl.Tzt. F. Entenfellner und Univ. Prof. Dr. M. Schuh

TopinPur ist eine hochwirksame Essenz, die aus der Topinamburknolle gewonnen

�������������������������������������������������������������������������������dauung.

TopinPur wird vor allem bei infektiösen und nutritiven Durchfallerkrankungen

bei Nutztieren eingesetzt und wirkt innerhalb weniger Tage, wobei eine

�����������������������������������������������������������������������������systems

festzustellen ist.

Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden

aus Fructosemolekülen und gehört zu den

präbiotischen Nahrungs- bzw. Futterzusatzstoffen.

Nützlichen Darmbakterien (Lactobazillen)

dient Inulin als wichtige Nahrungsquelle.

Der Abbau von Präbiotika führt zu

einem sauren Darmmilieu, das dem Überleben

krankheitserregender Bakterien entgegenwirkt

und dadurch eine vorbeugende Wirkung sowohl

bei Darminfektionen als auch bei Koliken

von Nutztieren aufweist. Inulin gelangt unverdaut

in den Dickdarm und wird von Bakterien

zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert. Dieser

bedeutende Stoffwechselvorgang verursacht

eine pH-Wert-Absenkung, womit sowohl die

Vermehrung pathogener Bakterien, wie z.B.

E. coli, sowie deren Toxinbildung entscheidend

vermindert wird. Zusätzlich wird durch

die zugeführten unverdaulichen und im Dickdarm

fermentierten Zucker die Nutzung von

Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium

und Eisen gesteigert. Besonders sei

zu erwähnen, dass auf Grund der erhöh-

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Dickdarm und die damit einhergehenden

Mechanismen wie pH-Wert-Absenkung, Aufrechterhaltung

der Homöostase,Verminderung

TopinPur

Für einen guten Lebensstart Ihrer Kälber

ab dem 2. Lebenstag oder nach

Absetzen der Biestmilch.

TopinPur ist

- ein reines Naturprodukt

- bio-zertifiziert (AT-BIO-402) und

- im Betriebsmittelkatalog für die biologische

Landwirtschaft, erstellt durch

InfoXgen, gelistet.

TopinPur wird zur effizienten Darm- und

Verdauungssanierung, so wie zur Prophylaxe

eingesetzt.

giftiger Stoffwechselprodukte, Aufrechterhaltung

gesundheitsfördernder Darmbakterien

und Verbesserung der Integrität der Darmbarriere

die Nährstoff- und Energieverwertung

erhöht, die Leberbelastung verringert und

die Leistungen der Tiere verbessert werden.

Ergebnisse von über 130 untersuchten

Kälbern:

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effektivere Energieaufnahme.

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wichtszunahmen).

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ungen.

Schlussfolgerungen

Während der Anwendung von TopinPur bei

Kälbern in Rinderbetrieben wurde eine gesundheitsstabilisierende

Wirkung des Präbiotikums

bei Jungtieren vor allem in Stressphasen

der Kälber festgestellt. Außerdem konnte

eine bessere Gesundheit des Verdauungstraktes ,

BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT

Q U A L I T Ä T

E G - K O N T R O L L S Y S T E M

AT-BIO-402

EU-Landwirtschaft

Durch den Einsatz von TopinPur können

- Durchfall und Koliken innerhalb weniger Tage

und auf natürliche Weise bekämpft werden,

- langfristig eine Verbesserung des allgemeinen

Gesundheitszustandes und des Immunsystems

herbeigeführt

- und Stoffwechselstörungen aller Art günstig

beeinflusst werden.

verringerte Verluste in der Jungtieraufzucht

so wie eine höhere Leistung hinsichtlich Zunahme

der Körpermasse nachgewiesen

werden. Bei Zukauf- und Umstellungskälbern

ist der Verdauungsapparat einer permanenten

Belastung durch Futterumstellungen

bzw. neue Futterbestandteile ausgesetzt.

Außerdem kommt es in Folge zahlreicher Tierherkünfte

zu einer massiven Belastung des

Immunsystems durch unterschiedliche Krankheitserreger

(Viren, Bakterien, Parasiten).

Die zu geringe Mastleistung infolge der o.a.

Erkrankungen verursacht einen eklatanten

wirtschaftlichen Verlust, der insgesamt jedes

verkaufte Schlachttier mit einem Betrag von

etwa 20 Euro belastet.

Zusammenfassend kann auf Grund der erhobenen

Daten geschlossen werden, dass die

Anwendung von TopinPur (je 20 g/Tier/Tag in

den ersten 3 Tagen nach Einstellung) eine positive

Wirkung auf die Gewichtsentwicklung der

Kälber sowie auf den Gesundheitsstatus der

untersuchten Tiere aufweisen. Daher ist der

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für alle Betriebe geeigneten Einzelfuttermittel,

sowohl in der Kälberaufzucht als auch in der

Kälbermast empfehlenswert.

Der komplette wissenschaftliche Bericht von

Dipl.Tzt. F. Entenfellner und Univ. Prof. Dr.

M. Schuh, sowie der konkrete Versuchsablauf

sind unter www.labu.at abrufbar.

Aschacherstraße 1 | 4100 Ottensheim

T: 07234 / 83304 | F: 07234 / 83306

www.labu.at | labor@labu.at


Fortsetzung von Seite 22

Alternativ stellt bei Systemen mit automatischer

Melkzeugabnahme der Durchflusssensor

niedrigen Durchfluss fest und gibt eine

automatische Abnahme des Melkzeugs vor.

Milchflussgesteuerte Melksysteme zeigen an,

wenn ein niedriger Durchfluss erreicht ist.

8. Richtiges Abnehmen des Melkzeugs: Nach

Abschluss des Melkvorgangs kann die Vakuumversorgung

des Melkzeugs manuell oder

automatisch abgeschaltet werden. Warten Sie

mit dem Abnehmen der Einheit, bis das

Vakuum im Sammelstück vollständig abgebaut

wurde. Nicht das Euter quetschen und

die Melkeinheiten nach unten ziehen, da dies

zum Einsaugen von Luft am Zitzengummi-

Mundstück führen kann. Dies kann zu neuen

Mastitisfällen beitragen.

Nach dem Melken

9. Desinfizierung der Zitzen nach jedem Melken:

Desinfizieren Sie die Zitzen durch Dippen

oder Sprayen mit einem zugelassenen

STECKBRIEF ZUM TITELBILD

Betrieb: Angelika und Josef

Haider, vulgo „Almbauer“.

Zeil 11, 8223 Stubenberg

Grünland-Biobergbauerhof mit

14 Hektar Wald und 26 Hektar

Wiesen, davon 14 Hektar

Pachtflächen, Lieferant für

„Zurück zum Ursprung“, 142

Berghöfekatsasterpunkte

(Bergbauernzone 2).

24 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Mittel unmittelbar nach Abnahme der Einheit.

Dies ist das effektivste Verfahren, um zu

verhindern, dass sich ansteckende Mastitiskeime

ausbreiten können.

10. Sofortige Reinigung der Ausrüstung: Reinigen

Sie die Außenflächen des Melksystems.

Spülen oder reinigen Sie sämtliche

Systemkomponenten nach jeder Verwendung

entweder manuell oder automatisch mit geeigneten

Produkten und bei richtiger Temperatur.

Lassen Sie das System trocknen und

desinfizieren Sie es vor dem nächsten Melken

mit einem Desinfektionsmittel.

11. Korrekte Milchkühlung: Prüfen Sie die

Kühltemperaturen. Die richtige Kühltemperatur

verlangsamt oder stoppt das Wachstum

der meisten Bakterien.

12. Regelmäßige Datenüberwachung: Überprüfen

Sie regelmäßig alle Milchqualitäts-,

Milchzusammensetzungs- und Melkarbeitsdaten

und vergleichen Sie diese mit den Statistikdaten.

Ersetzen Sie die Zitzengummis

und Gummiteile wie vorgeschrieben. Alte

Gummiteile werden rissig und porös.

Foto: Elmar Gubisch

Herde: 25 Fleckvieh-Kühe, eigene

Nachzucht; Offenfront-

Laufstall aus dem Jahr 2001,

Stalldurchschnitt: 6.300 kg;

Milchkontingent: 102.000 kg

„Es kommen immer wieder interessante

Leute auf den Hof.

Schon im Frühjahr freuen wir

uns auf die neuen Gäste.“

JOBANGEBOT

Die Berglandmilch sucht eine(n) Mitarbeiter/in

für den Bereich Instandhaltung,

Vollzeit, in den Werken Feldkirchen und

Rotthalmünster (Bayern). Anforderungen:

Kenntnisse in Steuerungs-, Messund

Regeltechnik sowie Elektronik

(SPS); Erfahrungen mit SIMATIC S5/

S7 und B&R-Steuerungen; Wohnort

idealerweise nahe unseren Betriebsstätten.

Wir bieten entsprechend Qualifikation

und Berufserfahrung für die Position

in Feldkirchen einen Bruttomonatslohn

von EUR 2.300 bis 2.500 plus

Zu lagen für Bereitschaftsdienste (kollektivvertraglicher

Mindestlohn bei

Vollzeitbeschäftigung monatlich brutto

EUR 1.868,12). In BRD Entlohnung

nach dem dort zugrunde liegenden Tarifvertrag.

Bewerbung mit Lebenslauf und

Foto an Werks leiter Johann Kritzinger,

johann.kritzinger@berglandmilch.at

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Berglandmilch eGen, Schubertstraße 30, 4600 Wels, www.schaerdinger.at

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