Download - Berglandmilch

berglandmilch.at

Download - Berglandmilch

Der

Schärdinger

DIE BERGLANDMILCH INFORMATION

FÜR MITGLIEDER

Herbst 2012

NP HOHE TAUERN

Bergbauern wie Gerhard Steiner

pflegen mit ihrer Arbeit die

schützenswerten Bergmähder.

Seite 4

INTERVIEW

Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich

über EU-Milchpolitik, die neuen Betriebsprämien

und bisherige Milchpolitik-Erfolge.

Seite 8

DLG-AUSZEICHNUNGEN

Eine regelrechte Medaillenflut ergoss

sich bei den jüngsten DLG-Prämierungen

über die Produktpalette von Schärdinger.

Seite 22

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

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VORWORT

Geschätzte Bäuerinnen und Bauern, liebe Jugend!

Wir erleben derzeit sehr spannende Zeiten. Tagtäglich füllen – meist

negative – Schlagzeilen die Sendezeiten in Rundfunk und Fernsehen,

aber auch die Seiten in Zeitungen und Magazinen. Und öfter als vielleicht

angenommen sind wir Landwirte selbst davon direkt oder

indirekt betroffen. Die Welt ist klein geworden: Der Freiheitsdrang

der Menschen in Nordafrika, die weltweite Wirtschaftskrise, das

Bangen um den Euro, dazu vermehrt Wetterkapriolen und Missernten

rund um den Globus – all das sind Ereignisse, welche sich auch auf

uns Milchbauern und unsere Arbeit in Form von Absatz und Preis

unserer Produkte auswirken – bei den über 50 Exportländern, welche

von der Berglandmilch beliefert werden, ist das auch nicht weiter

verwunderlich.

Zu dieser schwierigen ökonomischen Situation kommen tendenziöse

Meldungen, beruhend auf höchst unterschiedlichen Interessenslagen.

Das aktuell wohl treffendste Beispiel ist der EU-weit beschlossene

Zwang zur Beimischung von Bioethanol, Stichwort „E10“, zu Benzin.

Fest steht: Dieser ist absolut abzulehnen, wenn Menschen deswegen

Hunger leiden müssten. E10 ist aber auch absolut zu begrüßen,

wenn die Nebenprodukte der Ethanolproduktion aus Getreide und

Mais als Eiweißfuttermittel verwendet werden und sich dadurch

unsere Importe von Sojaschrot aus Übersee deutlich verringern (und

gleichzeitig Österreichs negative CO 2 -Bilanz verbessert wird). Auf

jeden Fall aber muss bei der Umsetzung die Reihenfolge „Teller –

Trog – Tank“ eingehalten werden.

Zu den großen Herausforderungen eines Milchverarbeiters gehört

derzeit die „Volatilität“ der Märkte, also die Schnelllebigkeit. Nahezu

zeitgleich erreichen uns Meldungen von Preissenkungen und deren

Erholung, von Überschüssen und steigender Nachfrage, dann wieder

vom Rückgang in der Milchanlieferung (obwohl noch deutlich über

Vorjahreskurs). Die behutsame Gesamtschau und eine längerfristige

Betrachtungsweise sind hier sehr hilfreich.

Erfreulich ist indes die Fortentwicklung der Berglandmilch. Ein Jahr

nach der Erweiterung um die „Stainzer Milch“ sind wir bei der Konsolidierung

des Unternehmens und beim Heben von Synergien voll

auf Kurs, vor allem was Mengenfluss und Disposition, Produktab-

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

tausch, Investitionen oder Rationalisierungen betrifft. Die Veränderungen

in all diesen Bereichen werden sehr breit angelegt und unter

Einbindung unserer Fachleute werden hochprofessionell verschiedene

Alternativen verglichen und geprüft. Es geht schließlich um viel

Geld, um Bauerngeld, welches bestmöglich eingesetzt werden muss,

damit die Betriebe auch in Zukunft bestehen können. Die Einbringung

von Landfrisch, Tirol Milch und Stainzer Milch war jedenfalls

richtig, auch im Nachhinein betrachtet müsste man die gleichen

Entscheidungen wieder so treffen.

Noch kurz zur „Milknet“-Mengenvorausplanung im Internet: Alle

Nutzer wurden aufgerufen, der Berglandmilch ihre voraussichtliche

Liefermenge rollierend vorerst für die Kalenderjahre 2012 und 2013,

in weiterer Folge für 2013, 2014 bekannt zu geben. Es gilt, frühzeitig

Veränderungen zu erkennen, um in weiterer Folge die Stapel-, Produktions-,

Lager- und natürlich Verkaufsplanungen besser aufeinander

abstimmen zu können. Mitgliedern, die noch über keinen Milknet-Zugang

verfügen, wird empfohlen, diesen rasch zu beantragen.

Was mich trotz allem optimistisch stimmt: Ende August fand der

3. Berglandmilch-Jugendevent statt, diesmal in Wörgl. Die Veranstaltung

war sehr gut besucht, die Jugendlichen waren sehr interessiert,

die Stimmung war bestens. Bei dem Treffen unserer Spitzenfunktionäre

und Geschäftsführer mit dem Nachwuchs konnten wir zeigen,

wie viele Räder ineinandergreifen müssen, damit alles gut läuft, ist

doch der Weg unseres sehr sensiblen Rohstoffes Milch hin zum Produkt

und dann bis zum Verbrauch alles andere als einfach. „Jugend ist

Zukunft“ oder „Information ist Identifikation“ sind in der Berglandmilch

eben nicht nur nicht leere Schlagworte, sondern werden von

uns alle gelebt. Mein Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern

bzw. Organisatoren dieses gelungenen Tages.

Euer Obmann

Johann Schneeberger


Preisvolatilitäten sind nicht nur im Milchbereich Realität geworden,

sondern zuletzt gerade auch bei Futtermitteln. Auf die tendenziell

steigenden Rohmilchmengen reagiert Berglandmilch 2013 mit dem

Ausbau ihrer Produktions- und Lagerkapazitäten.

Sehr niedrige Versandpreise für Magermilch

kennzeichneten das heurige Frühjahr. Seit

Mitte August hat sich die Preissituation in

diesem Segment wieder sehr deutlich entspannt.

Die Berglandmilch ist zwar praktisch

nicht im Versandmilchgeschäft tätig und

daher auch nicht unmittelbar von dieser

Situation betroffen. Indirekt aber sehr wohl,

weil wir jetzt auch bei den Verarbeitungsprodukten

unseren Kunden Preiserhöhungen

angekündigt haben und mit einigen schon in

konkrete Verhandlungen getreten sind.

Aus heutiger Sicht lässt sich noch nicht abschätzen,

wann wir diese Gespräche erfolgreich

abschließen können, um dann auch entsprechend

unseren Bauermilchpreis anheben

zu können. Uns ist aber sehr wohl bewusst,

dass sich zuletzt die Futtermittelpreise stark

erhöht haben. Preisvolatilitäten sind leider

nicht nur im Milchbereich, sondern auch in

vorgelagerten Produktionssparten Realität

geworden. Als Ursachen für die aktuelle

drastische Preiserhöhung am Kraftfuttermittelsektor

gelten primär klimatisch bedingte

Vorkommnisse wie die extreme Trockenheit

im Getreidegürtel der USA als auch die mit

einer solchen Missernte direkt zusammenhängenden

Spekulationen an den Agrarbörsen

wegen vermeintlich fehlender Rohstoffe.

Wir werden zukünftig mit solchen Volatilitäten

leben müssen, auch wenn das Wirtschaften

in einem ruhigeren Umfeld angenehmer

wäre.

Nicht absehbar war zudem der enorm starke

Anstieg der Rohmilchanlieferung im ersten

Halbjahr 2012. Und ebenso überraschend

war für uns der Rückgang der Rohmilchlieferung

ab Ende August – wenngleich es aufgrund

der erwähnten rasant gestiegenen Futtermittelpreise

eine mögliche logische Erklärung

dafür gibt. Dies unterstreicht einmal

mehr die Notwendigkeit, die Planbarkeit

KOMMENTAR

Märkte in Bewegung

GESCHÄFTSFÜHRER JOSEF BRAUNSHOFER ANALYSIERT

Fotos: Berglandmilch, agrarfoto.at

unserer zukünftig zu erwartenden Rohmilchmengen

spürbar zu verbessern. Ich bedanke

mich daher bei allen unseren Mitgliedern,

die der Berglandmilch unverbindlich bereits

online via milknet ihre geplanten Rohmilchliefermengen

bekannt gegeben haben, und

darf mich dem Aufruf unseres Obmannes

anschließen und alle jene unserer geschätzten

Lieferanten, die noch nicht milknet-User

sind, dazu auffordern, von diesem Service als

einem wichtigen Management-Instrument für

alle Berglandmilch-Mitglieder so rasch wie

möglich Gebrauch zu machen.

Die Berglandmilch wird jedenfalls auch im

Jahr 2013 ihre Strategie fortsetzen, die an unsere

zwölf professionell geführten Molkereien

und Käsereien von Rohrbach über

Aschbach, Garsten, Wels, Feldkirchen und

Geinberg, Voitsberg, Stainz und Klagenfurt

bis Lienz, Wörgl sowie Karpfham im Osten

Bayerns gelieferte Rohmilch bestmöglich zu

veredeln. Dafür werden im nächsten Jahr an

einigen dieser Standorte die entsprechenden

Produktions- wie auch Lagerkapazitäten ausgebaut.

So viel vorweg: Dies betrifft sowohl

die Bereiche Trinkmilch als auch Käse. Denn

unser gemeinsames Ziel muss es sein, die

bestmögliche Veredelung unserer Rohmilch

zu bewerkstelligen, und das zu jedem Zeitpunkt

des Jahres.

Hervorzuheben ist einmal mehr die sehr gute

Qualität unserer Rohmilch. Dafür bedanke

ich mich bei allen unseren Bäuerinnen und

Bauern. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel

Glück und Erfolg im Stall!

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

3


BERGBAUERN

„Kaum Luft

nach oben“

MILCHWIRTSCHAFT EXTREM IM

NATIONALPARK HOHE TAUERN

Ob Schatzkammer oder Museen in Wien, die großen Klöster und

Schlösser oder nicht zuletzt die heimischen Nationalparks: Der

Nationalfeiertag am 26. Oktober lockt jedes Jahr Tausende stolze

Staatsbürger zum Besuch von Österreichs größten Kultur- und Naturgütern.

Letztere werden auch von Landwirten wie Gerhard Steiner

bewahrt, etwa die Bergmähder im Nationalpark Hohe Tauern.

Gerade die Nationalpark-Wandertage in den

Hohen Tauern, dem dominantesten Gebirgsstock

der Alpenrepublik, erfreuen sich großer

Beliebtheit, kann man doch bei schönem

Wetter die um diese Zeit farbenprächtige faszinierende

Natur in der beeindruckenden

Bergkulisse noch einmal von einer besonderen

Seite genießen, bevor sie wieder über

Monate hinweg von Schnee bedeckt ist. Aber

egal ob im Spätherbst, Sommer oder Winter,

nur die wenigsten Besucher der länderübergreifenden

Nationalpark-Region in Kärnten,

Salzburg und Tirol wissen heute, dass weite

Teile dieses geschützten Gebietes auch von

Menschenhand gestaltet wurden.

Die Hochlagen im Gebirge, nicht nur in den

Tauern, waren früher Urwälder, die in mühevoller

Arbeit und über Jahrhunderte hinweg

von Bergbauern gerodet wurden. Diese schufen

Wiesen und Almen und damit offene Lebensräume

für Wild- und später auch Haustiere

sowie für neue Gräser, Blumen, Kräuter,

Insekten und vieles mehr. Die reiche Fauna

und Flora ober- und unterhalb der natürlichen

Baumgrenze, der enorme Artenreichtum sind

– wenn auch nur zu einem kleinen Teil – also

4 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

auch ein Werk von Bauern. Allein in den

Nationalpark-Schutzzonen der Hohen Tauern

werden auf 1856 Quadratkilometern mehr als

ein Drittel aller in Österreich vorkommenden

Pflanzen- und Tierarten beobachtet.

Den Nationalpark gibt es seit etwas mehr als

30 Jahren. Er ist schrittweise seit 1981 rund

um Österreichs erhabensten Berggipfel, den

3.798 Meter hohen Großglockner, entstanden

und seit 2006 auch international anerkannt.

„Kernzonen“ ohne menschliche Bewirtschaftung

sowie „Außenzonen“ mit beschränkter

Nutzung schützen die Natur vor den heutigen

Gefahren der modernen Bergnutzung in

Form von Skipisten und -liften bis hin zu

neuen Wasserkraftwerken. Mit Erfolg: Im

Nationalpark Hohe Tauern hat der Mensch in

den vergangenen Jahrzehnten durch seine Arbeit

die Artenvielfalt erhöht und diese nicht,

wie in fast überall auf der Welt, zerstört.

Österreichs größter unter den insgesamt sieben

Nationalparks wäre allerdings ohne die

Zustimmung und Mithilfe der hiesigen Landwirte

wohl nie verwirklicht worden. Knapp

zwei Drittel der Flächen gehören nach wie

vor privaten Grundeigentümern, in der Regel

Foto: Roland Mühlanger

Bauern, nur 16 Prozent den Bundesforsten

und damit der Öffentlichkeit. Zum Schutz der

Biodiversität und genetischen Vielfalt unumgänglich

und somit erwünscht haben Dutzende

Bergbauern auch im Osttiroler Teil des

Schutzgebietes zwischen Innergschlöß, Virgen-

und Defereggental oder rund um Kals

ihre Flächen eingebracht und bewirtschaften

diese heute, wo erlaubt, unter strengen Auflagen.

Vor allem das mühevolle Mähen der

„Bergmähder“ (für Wissenschaftler „unwiederbringliche

Schatzkästchen der Bergfauna

und -flora“) hängt nach wie vor an Bergbauern

wie Gerhard Steiner aus Matrei.

Gerade mal 5.300 Hektar Bergmähder gibt es

noch in Österreich, davon mehr als zwei

Drittel in Tirol. Mit Maschinen kaum zu bewältigen,

wird das Bergheu seit jeher mit der

Sense geschnitten. Rein ökonomisch betrachtet

lohnt das kaum noch. Außerhalb des

Nationalparks ist derart schwierig zu bewirtschaftendes

Grünland daher meist wieder

verwaldet. Damit verschwunden sind aber

auch die satt blühenden Blumenwiesen mit

ihrer ungeheuren Vielfalt an Pflanzen- und

Tierarten. Finden geübte Botaniker auf Bergmähdern

bis zu 140 verschiedene vom Aussterben

bedrohte Arten an Blütenpflanzen

und Gräsern, so sind es auf den intensiv genutzten

Wiesen in den Gunstlagen der Täler

heute gerade mal noch 15 bis 25. Das gilt

gleichermaßen für Insekten, konkret die Falter.

Auf einer der blütenreichsten Bergwiesen

hoch über dem Kalser Dorfertal fanden

Schmetterlingsexperten vom Landesmuseum

Ferdinandeum in Innsbruck 682 Arten. Im


Tal fände man dagegen oft nur noch zehn

Arten, heißt es. Die Nationalpark-Bauern

verpflichten sich vertraglich wieder zum

Mähen der einstigen Bergmähder: meist

„halbschürig“, also nur einmal alle zwei

Jahre, mitunter auch nur alle drei bis fünf

Jahre. Weder die Erträge noch der Verdienst

dafür sind üppig. Und auch sonst werden die

Bergbauern nicht mit Geld überhäuft.

Im Weiler „Berg“ bei Matrei in Richtung Felbertauern

thront hoch über dem Tal auf 1.270

Metern Seehöhe der „Rieplerhof“ der Familie

Steiner. Seit 1938 bewirtschaften sie mittlerweile

in dritter Generation den 45 Hektar

großen Zone-4-Betrieb, davon 15 Hektar

Bergwald, mit extremen Lagen, 50 Grad

Hangneigung und mehr. Dazu kommen 156

Hektar Almflächen sowie zehn Hektar Pacht-

Wiesen vom Hof der Schwiegereltern von

Tirol-Milch-Bauer Gerhard Steiner. Zum Hof

gehören immerhin 40 Milchkühe und bis zu

30 Kälber und Jungrinder, die im Sommer

die Alm in der Außenzone des Nationalparks

beweiden. Bäuerin Theresia kümmert sich

neben der Landwirtschaft primär um den

vierköpfigen Nachwuchs sowie die drei

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tagen, die überwiegend von Stammgästen

frequentiert werden. Während die Altbauern

Franz und Paula die Tiere im Hochgebirge

betreuen, ist es Gerhards Aufgabe, weiter herunten

im Tal das Futter für den langen Winter

einzufahren. Und das ist bis heute überwiegend

mühsame Handarbeit. Gerade mal

zehn Hektar Grünland sind dreimähdige Wiesen,

auf den restlichen 70 Prozent Steilflächen

aber, insgesamt 15 Hektar, wo es selbst

für die besonders geländegängigen Motormäher

und Muli-Transporter zu abschüssig

wird, sind Sense und Holzrechen die einzigen

Werkzeuge. Je zwei Hektar groß sind

auch die beiden Bergmähder der Steiners in

der Schutzzone. In dem nur zu Fuß erreichbaren

Gebiet erfolgt die oft halsbrecherische

Mahd alle zwei Jahre alternierend, geborgen

wird das Heu, verschnürt zu kleinen Packen,

über ein gespanntes Seil.

„Bis zu 100 Stunden pro Hektar“, rechnet

Gerhard vor, dauere die Heuernte auf solchen

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Mit Schärdinger lässt sich's leben.

5


Flächen. Der Lohn dafür ist karg wie die

nackten Felsen daneben: 290 Euro gibt’s pro

Hektar, außerhalb der Schutzzonen in NP-

Gemeinden die Hälfte. Für Almrinder zahlt

die Parkverwaltung 28 Euro pro GVE. Und

letztlich reichen all die Mühen nicht aus:

„Neben Kraftfutter kaufen wir mittlerweile

Luzerne zu, nachdem der Silomais immer

teurer geworden ist.“

Der Rieplerhof beeindruckt aber nicht nur

mit dieser Leistung. Hoch wie dessen imposante

Lage sind auch die Leistungsdaten des

weithin bekannten Fleckviehzuchtbetriebes:

Insgesamt acht Kühe mit über 100.000 l

Milchleistung hat man bereits hervorgebracht,

zwei davon mit mehr als 140.000 l.

Der Stalldurchschnitt? „Rund 10.000 kg, zuletzt

lagen wir knapp darüber.“ Zahlreiche

Beteiligungen und Auszeichnungen auf

diversen Bundes- und Landesrinderschauen

sowie Stierverkäufe auch nach Deutschland

zeugen vom fachlichen Know-how der Steiners,

was die richtige Auswahl der Genetik

sowie die gute Haltung ihrer Tiere betrifft.

„Natürlich ist das für mich ein Antrieb, wenn

wir überdurchschnittlich gute Rinder am Hof

haben.“ Mit 250.000 kg A-Quote sowie

25.000 kg D-Quote hält der Hof mit Betrieben

in Gunstlagen locker mit. Zehn Mutterkühe

sorgen dafür, dass die unerwünschte

Überlieferung gering gehalten wird. Am Berg

beginnt der Tag im Sommer früh. Tagwache

6 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

ist um 2.30 Uhr, der Arbeitstag endet dafür

meist um acht Uhr abends. Seit dem Vorjahr

kommt der Milchtankwagen aus Lienz alle

zwei Tage pünktlich um 4.45 Uhr, im Winter

um 7.30 Uhr. Das hat der Zusammenschluss

von Tirol Milch mit Schärdinger erwirkt.

„Davor mussten wir unsere Milch selber

zwölf Kilometer weit zur Sammelstelle bringen.“

Im Sommer fährt der Sammel-LKW

auch auf die Alm. Und für die Milch von dort

oben wurde neuerdings ein Almmilchzuschlag

eingeführt. Klar, dass Gerhard Steiner

angesichts solcher Fortschritte mit der anfangs

in Tirol nicht ganz unumstrittenen

Milch-Ehe mehr als zufrieden ist. Natürlich

TIROL-MILCH KÄSEMANUFAKTUR LIENZ

In Osttirol liefern rund 550 Milchbauern

etwa 18 Millionen kg Milch an die Berglandmilch.

Davon produzieren 110 Bauern

biologisch und liefern etwa 1,5 Millionen

kg Biomilch. Aufgrund der schwierigen

topografischen Gegebenheiten sind die

Betriebe naturgemäß relativ klein strukturiert.

Bis 2004 war die Molkerei Osttirol

eine selbstständige Genossenschaft. Erst

2004 hat sie sich der Tirol Milch angeschlossen.

Bis zum Zusammenschluss von

Tirol Milch und Berglandmilch wurden in

Lienz Topfen, Butter, Weichkäse (Graf

Görz und Contessa Paolo), Graukäse

(Glundner) und Versandmilch produziert.

Bis unmittelbar vor der Vereinigung stand

sogar eine Schließung des Standortes im

Raum. Mittlerweile wird versucht, die Auslastung

der Molkerei Lienz mit Spezialitäten

voranzutreiben und damit die Wertschöpfung

zu erhöhen. Von der Berglandmilch wurden

strategisch wichtige Produkte nach Lienz

verlagert. So reift in der „Käsemanufaktur

Lienz“ neuerdings auch der beliebte Weichkäse

St. Severin heran. Investiert wurde auch

in eine neue Betriebsanlage für Weichkäse in

Stangenform: Die „Sirius-Weichkäsestangerln“

made in Lienz waren eine der Top-Innovationen

des Jahres 2011.

Um die hochwertige Osttiroler Biomilch

bestmöglich zu veredeln, werden demnächst

auch Bio-Weichkäsestangerln lanciert. Und

würde er manchmal gerne mit Milchbauern

im Alpenvorland tauschen, wenn er die kraftraubenden

Arbeitsbedingungen am Berg mit

jenen in den Gunstlagen vergleicht. Auch die

„Ungewissheit rund um das Quotenende

2015“ macht ihm Sorgen. Schließlich sieht er

für seinen erschöpfend betreuten Hof „kaum

noch Luft nach oben“, sowohl was die künftige

Milchmenge als auch die Fläche betrifft.

„Pachtflächen sind bei uns rar und daher

teuer“, sagt er, und für noch mehr Kühe

reiche der Platz nicht. Dazu kommt, dass

ein Stallneubau bei ihm „doppelt so teuer

kommt wie im Tal“. Den Agrarpolitikern in

Brüssel oder Wien würde er „schon gerne

mal zeigen, wie man als Bergbauer so wirtschaftet“,

zumindest einen Tag lang. Dass

einer der zwei jüngeren Söhne, Hannes oder

Tobias, einmal in Vaters Fußstapfen tritt,

damit rechnen Eltern und Großeltern aber

trotz aller Unsicherheiten.

Denn letztlich ist der Bergbauer durchaus

froh, am Rande des Nationalparks Hohe

Tauern zu leben. Die Unterstützung erfolgt

vor allem indirekt, so Steiner: „Bei uns

wächst halt nur Gras. Und es gibt kaum Arbeitsplätze

für Nebenerwerbsbauern. Ein Zuverdienst

ist daher schwierig. Dank Nationalparkverwaltung

tut hier aber einiges, es gibt

viele Veranstaltungen oder wissenschaftliche

Tagungen, die Gäste bringen. Die sind da

sogar besser als jeder Tourismusverband.“

Foto: Roland Mühlanger

weil der Ursprung der Osttiroler Rohmilch

großteils in der Nationalparkregion Hohe

Tauern liegt, soll auch eine eigene Herkunftsauslobung

die Lienzer Produkte

noch attraktiver machen. Ab Mitte Oktober

werden die Bioweichkäsestangerln im

österreichischen Handel erhältlich sein.


Die niederländische Rabobank

hat kürzlich ihr traditionelles

Ranking der größten Milchverarbeiter

veröffentlicht. Angeführt

wird die Liste wieder von

Nestlé und Danone.

Nach der Übernahme von Parmalat und der

schwedischen Skanemejerier ist Lactalis vor

Fonterra auf den dritten Rang aufgerückt.

Rang 5 belegt wie im Vorjahr die niederländische

Friesland/Campina. Auf dem 6. und 7.

Platz folgen die beiden größten US-amerikanischen

Molkereien Dairy Farmers of America

und Dean Foods. Arla liegt wie im Vorjahr

auf dem 8. Rang. Die Zusammenschlüsse

mit MUH und Milk Link sind in die

Umsätze noch nicht mit eingerechnet.

Das deutsche DMK ist unter den größten

Molkereien wie im Vorjahr an 13. Stelle. Neu

unter die Top 20 aufgestiegen ist das deutsche

Unternehmen Müller. Im Gegensatz

zum Vorjahr nicht mehr vertreten sind Parmalat

nach der Übernahme durch Lactalis

sowie die japanische Molkerei Morinaga.

Ihre Positionen verbessert haben die chinesischen

Molkereien Yili und Mengniu.

MILCHWIRTSCHAFT

Die Top 20

der Welt

DIE GRÖSSTEN MOLKEREIEN NACH UMSATZ

1 Nestlé CH 18,6 1

2 Danone F 14 2

3 Lactalis F 13,5 4

4 Fonterra Neuseeland 11,3 3

5 Friesland/Campina NL 9,7 5

6 Dairy Farmers of America USA 9,3 7

7 Dean Foods USA 8,4 6

8 Arla Foods DK/S 7,4 8

9 Kraft Foods USA 5,5 9

10 Meiji Foods Japan 5,3 12

11 Unilever NL/UK 5,3 ** 10

12 Saputo CAN 4,9 11

13 DMK D 4,6 13

14 Sodiaal F 4,4 ** 14

15 Yili China 4,2 19

16 Mengniu Japan 4,2 18

17 Bongrain F 4 17

18 Müller D 3,3 –

19 Schreiber Foods USA 3,2 ** 20

20 Land O’Lakes USA 3,1 –

Berglandmilch A 0,8 –

* in Mrd. €, ** geschätzt; Quelle: Rabobank International

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Foto: Nestlé

UNTERNEHMEN LAND UMSATZ 2011 RANG 2010

7


MILCHPOLITIK

„Die Fläche wird wohl

zur neuen Quote“

INTERVIEW MIT AGRARMINISTER NIKOLAUS BERLAKOVICH

Der Landwirtschaftsminister über EU-Milchpolitik, das Ende der

Milchquoten, die neue Betriebsprämienregelung und in seiner

bisherigen Amtszeit bereits erzielte Erfolge für die Milchbauern.

DER SCHÄRDINGER: Herr Bundesminister,

das Jahr 2015 und damit das Ende der

Milchquoten in der EU rückt näher. Viele

Milchbauern sorgen sich um die Zukunft

ihrer Betriebe. Zu Recht?

Berlakovich: Nein. Das Auslaufen der

Quote ist auch eine Chance. Das Mengenmanagement

geht vom Staat zu privat über: zu

den Milchlieferanten und den Verarbeitern.

Die unternehmerische Verantwortung wird

also einen höheren Stellenwert bekommen.

Umso wichtiger sind stabile Verträge für die

Erzeuger. In Genossenschaften ist die Zusammenarbeit

schon optimal. Angesichts

zunehmender Preisschwankungen zeigt sich,

wie wichtig es für die Landwirte ist, verlässliche,

starke Partner zu haben.

Österreichs Milchbauern liefern jedes Jahr

mehr Milch bei den Molkereien ab und zahlen

für Quotenhandel und Bußgelder kräftig

an Brüssel – nach vorsichtigen Schätzungen

750 Millionen Euro allein in den vergangenen

zehn Jahren. Gleichzeitig steigt der

Druck auf die Molkereien, die Überschussmilch

zumindest kostendeckend zu vermarkten.

Wie gut ist der Milch sektor für die Zukunft

wirklich gerüstet?

Es stimmt, dass wir seit dem EU-Beitritt

meist mehr Milch produziert haben, als es

unsere Quote zulässt. Nach den gültigen

8 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Spielregeln ist dafür eine Überschussabgabe

zu bezahlen – in den vergangenen zehn Jahren

233 Millionen Euro. Unsere Milchwirtschaft

hat sich jedenfalls gut entwickelt,

diese Zahlen zeigen auch, dass sie trotz Quotenbegrenzung

und hoher Strafzahlungen

wettbewerbsfähig ist. Entscheidend wird unsere

Vorwärtsstrategie sein, um die Mehrmengen

mit hoher Wertschöpfung zu vermarkten.

Bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

liegen Österreichs Milchbauern mit ihren

Schweizer Kollegen ganz weit abgeschlagen

hinten. Die neue Quote, heißt es, ist die Fläche

– auch in Österreich ein stark begrenzender

Faktor. Und Europas Milchproduktion

wird mengenmäßig noch gewaltig zunehmen.

Was stimmt Sie dennoch optimistisch für die

Zukunft der heimischen Milchbauern?

Die heimische Milchwirtschaft setzt auf

Qualität und punktet auch international mit

GVO-freier Milch. Die vorhandene Fläche

wird wohl eine Art „Quotenfunktion“ übernehmen.

Allerding wurde in sehr vielen

EU-Staaten die Quote schon länger nicht

mehr voll ausgenutzt. Daher ist EU-weit

nicht von gewaltigen Mehrmengen auszugehen.

Unsere Milchwirtschaft ist zwar strukturell

benachteiligt – aufgrund des Klimas und

der vielen Ungunstlagen –, aber genau dort

Fotos: BMLFUW/Wolfgang Wisek, Archiv

versuchen wir mit unserer Agrarpolitik einen

Ausgleich zu schaffen.

Im Landwirtschaftsministerium wird darauf

verwiesen, dass mit dem EU-Milchpaket mittel-

und langfristig wirkende „Begleitmaßnahmen

zum Auslauf der Quote sowie zur

Stärkung der Verhandlungsposition der

Milchbauern“ gesetzt wurden. Welche

Maßnahmen sind damit konkret gemeint?

Mit dem Milchpaket haben wir die Möglichkeit

geschaffen, dass sich Erzeuger in einer

Erzeugerorganisation zusammenschließen

und gemeinsam Preise verhandeln.

Das ist vor allem in Osteuropa, aber auch für

Frankreich mit seinen vielen privaten Molkereien

von Interesse. So wird das Preisniveau

in allen Mitgliedsstaaten gehoben, was indirekt

auch uns Österreichern zu Gute kommt.

Ähnlich positiv sehe ich die Möglichkeit für

die einzelnen EU-Staaten, ihre Milcherzeuger

und die Verarbeiter zu verpflichten,

schriftliche Verträge abzuschließen. Für

Österreich sind solche Branchenverbände

neu und sicher zum Nutzen der Milchwirtschaft.

Das Ziel muss die Verständigung auf

eine gemeinsame Strategie aller Beteiligten

in der Milchbranche sein. Derzeit schaffen

wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen

dafür.

Was sagen Sie jenen, die lieber weiterhin ein

vermeintlich schützendes System wie die

Milchquote hätten?

Die Quote allein ist eine leere Hülse. Wir

haben gesehen, dass auch in der Vergangenheit,

trotz Milchquote, die Anzahl der Betriebe

kontinuierlich zurückgegangen ist.


Das hat aber auch mit dem technischen Fortschritt

zu tun, der es ermöglicht, mit weniger

Arbeitseinsatz mehr Milch zu produzieren.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass die

Quote auch immer ein Kostenfaktor für unsere

Betriebe war.

Welche „brennenden“ Themen, speziell die

Milchbauern und das Grünland betreffend,

stehen derzeit noch auf Ihrer Agenda? Etwa

rund um das neue Betriebsprämienmodell?

Mit der neuen GAP-Periode muss laut EU-

Vorgaben das „Regionalmodell“ der Agrarförderung

umgesetzt werden. Unsere Zielsetzung

dafür war neben der Planungssicherheit

und Vereinfachung die Akzeptanz bei den betroffenen

Bäuerinnen und Bauern sowie in

der Bevölkerung.

Wir haben uns darauf geeinigt, Österreich als

eine Region zu sehen. Für Ackerland und

Grünland wird es eine gleich hohe Prämie

geben, für extensive Almen, Bergmähder,

einmähdige Wiesen, Hutweiden und Streuwiesen

25 Prozent davon. Auch ein sanfter

Übergang bis 2019 wird sichergestellt. Daneben

sind für die Milchbetriebe auch die Fördermittel

aus der Ländlichen Entwicklung

von Bedeutung. Wir wissen aber noch nicht,

wie viel Geld Österreich da bekommen wird.

Da wird es in Brüssel noch heiße Kämpfe um

die Verteilung geben.

Gibt es Herausforderungen oder gar Probleme,

deren Lösung aus Ihrer Sicht weniger

von der Agrarpolitik, sondern von der Milchwirtschaft

– den Bauern, den Molkereien –

selbst in Angriff genommen werden müssen?

Mit jeder GAP-Reform führt der Weg weiter

weg von einer regulierten Marktordnung hin

zu einer Deregulierung. Das fordert von allen

Marktbeteiligten eine stärkere Orientierung

an den Marktsignalen und unternehmerisches

Denken. Wichtig ist auch, dass sich die

Milchwirtschaft selbst stärker formiert.

2013 ist wieder ein großes Wahljahr. Voraussichtlich

im Herbst wird auch der Nationalrat

neu gewählt und damit die nächste Bundesregierung.

Was möchten Sie bis dahin

noch unbedingt erledigen?

Vordringlichstes Thema aus Sicht der Bauern

ist wohl die Ausgestaltung der Gemeinsamen

Agrarpolitik 2014 bis 2020. Ich will auch in

Zukunft in Österreich eine nachhaltige, bäuerliche,

klein strukturierte Landwirtschaft.

Dafür kämpfe ich, auf europäischer und auf

nationaler Ebene.

Im Rückblick: Was ist Ihnen speziell im

Milch- und Grünlandbereich geglückt, seit

Sie vor vier Jahren Ihr Amt von Josef Pröll

übernommen haben? Gab es etwa konkret

den Bürokratieabbau, für den Sie sich

besonders einsetzen wollten?

Geglückt sind die Finanzierung des Umweltprogramms

und der Bergbauernförderung

sowie die Sicherstellung der nationalen Mutterkuh-

und Milchkuhprämien. Diese waren

ja in den Verhandlungen zu den Budgetsparpaketen

stark unter Beschuss. Weil wir all

diese Gelder zu den Bauern bringen wollen,

haben wir intern auf Bürokratieabbau gesetzt.

Mit Strukturreformen in meinem Ressort

sparen wir bis 2016 über 100 Millionen Euro

ein: durch die Zusammenlegung von Dienststellen,

Aufnahmestopp beim Personal oder

die Änderung der Organisation der Wildbach-

und Lawinenverbauung. 16 Millionen

Euro wurden schon eingespart.

Welcher Slogan beschreibt Sie als Agrarminister

am besten?

„Engagiert aus Überzeugung – hält, was er

verspricht.“

Verraten Sie uns abschließend noch Ihr liebstes

Milchprodukt? Wir gehen einmal davon

aus, es stammt aus dem breiten Angebot der

Erfolg

ist sicher kein Zufall.

Seit 45 Jahren plant

und baut WOLF

Milchviehställe im Auftrag

innovativer Landwirte.

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Unsere Bauern produzieren eine Vielzahl an

köstlichen, qualitativ hochwertigen Milchprodukten.

Das macht unseren vielzitierten

Feinkostladen aus. Und da koste ich mich

gerne durch.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

9


INTERNATIONAL

Wie Phönix aus der Milchkann

CHINA MISCHT VERSTÄRKT AM WELTMILCHMARKT MIT

Obwohl die Milchproduktion Chinas stetig wächst und wächst, wird

die Versorgungslücke immer größer. Mittlerweile ist das Land der

weltweit größte Importeur von Milchprodukten und kauft zudem

Zuchtvieh in rauen Mengen. In China selbst entstehen immer

größere Milchfarmen.

China importiert hauptsächlich Mager- und

Vollmilchpulver sowie Molke. Aber auch die

Einfuhr anderer Milchprodukte wächst kräftig.

Im Jahr 2012 lag der Anteil der Chinesen

am gesamten Import von Milchprodukten (in

Milchäquivalent) bei gut elf Prozent. Noch

vor wenigen Jahren erreichte die Volksrepublik

einen Anteil am Welthandel von sieben

Prozent. Damit hat sich nicht nur das Gewicht

der Chinesen am Weltmilchmarkt

deutlich erhöht, sondern auch ihr Einfluss auf

die Weltmarktpreise. Insbesondere der rasch

wachsende Milchpulverhandel und die dort

zuletzt zu beobachtenden Preisschwankungen

machen dies deutlich.

Wachstum zu langsam Trotz einer ebenfalls

stetig wachsenden eigenen Milchproduktion

im Reich der Mitte ist die Versorgungslücke

jedoch immer größer geworden. Mussten

zwischen 2006 und 2008 noch rund fünf

Prozent des chinesischen Inlandbedarfs importiert

werden, sind es 2012 bereits mehr als

14 Prozent. Dabei ist Chinas Milchproduktion

in jüngster Zeit kräftig gewachsen. Allerdings

hat sich das Wachstum mittlerweile

spürbar abgeschwächt. Während der

Zuwachs im Jahr 2003 noch bei 30 Prozent

lag, waren es 2012 nur noch fünf Prozent.

10 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Eine Ursache ist der Ausstieg Tausender

kleiner Milchbauern in den Dörfern aus der

Produktion. Gleichzeitig nimmt die Anzahl

der großen industriell organisierten Farmen

rasant zu, die mit reichen Investoren im

Hintergrund einen besseren Zugang zu Tiergenetik

und eine bessere Futterversorgung

auch über Importe haben.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums

im Peking betrug 2010 der Anteil der

Betriebe mit mehr als 100 Kühen 17 Prozent.

Ein Jahr später waren es bereits 28 Prozent.

Insgesamt soll die Zahl der Milchkühe von

7,3 Millionen Tieren im Jahr 2010 auf heuer

etwa acht Millionen Kühe gestiegen sein. Die

erzeugte Milchmenge ist seither um rund

zehn Prozent auf 32,3 Millionen Tonnen

gewachsen. Bis 2015 wollen die aufstrebenden

Chinesen gemäß ihrem jüngsten „Fünfjahresplan“

50 Millionen Tonnen produzieren.

Angesichts von nur fünf Prozent

Wachstum im Jahr und steigender Produktionsauflagen

hinsichtlich Umwelt und Hygiene

scheint dieses Ziel jedoch kaum erreichbar

zu sein. Der Importbedarf an Milch,

in welcher Form auch immer, wird wohl

weiter hoch bleiben oder eher noch wachsen,

meinen Marktbeobachter.

Den größten Vorteil von der robusten chinesischen

Importnachfrage haben bisher die Neuseeländer.

Für den Inselstaat in Ozeanien ist

China der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt.

Im Rahmen eines Freihandelsabkommens

sind die chinesischen Importzölle für

das Milchpulver der Kiwis sukzessive reduziert

worden, sie sind aktuell nur noch halb

so hoch wie für Milchlieferanten aus den

USA oder Europa.

Die chinesische Milchindustrie selbst hat

indes noch einen weiten Weg vor sich: Denn

Chinas Kühe sind nur halb so produktiv wie

etwa amerikanische. Doch genauso wie

China schon der wichtigste Produzent von

Elektrogeräten, Textilien und Spielzeug

geworden ist, so will die Regierung in Peking

nun auch die Milchindustrie und Rinderzucht

an die Spitze bringen. Seit 2009 ist China der

weltweit größte Käufer von Milchkühen.

In den vergangenen drei Jahren hat China


e

Fotos: Archiv

250.000 Kalbinnen importiert, errechnete der

Datendienst Global Trade Information Services.

Allein 100.000 Stück Jungvieh werden

dieses Jahr aus Uruguay, Australien und Neuseeland

auf mehrstöckige Transportschiffe

verladen und nach China geliefert, um dort

die wachsende Nachfrage nach Milch zu

decken. In ein paar Jahren wollen die Chinesen

selbst eine führende Rolle auf Exportmärkte

einnehmen. 2011 hat China über 250

Millionen Dollar für Kuhimporte – etwa 25

Schiffsladungen – ausgegeben. Zudem wurden

366.000 Spermaportionen importiert.

Nicht nur Produktionsziele wurden gesetzt,

auch steuerliche und andere finanzielle Anreize

sollen Kapital und Technologie ausländischer

Investoren anlocken. Deng Jiuqiang

ist Gründer von Chinas größter Molkerei

„China Modern Dairy“. Er hat 15 industrielle

Milchfarmen ins Leben gerufen; vier weitere

werden gerade gebaut. Das Unternehmen

hält mittlerweile knapp 130.000 Rinder und

importiert jedes Jahr weitere 22.000, bis es

etwa im Jahr 2015 mit Importen und eigener

Zucht sein Ziel von 300.000 erreicht hat.

In der Provinz Shaanxi lebt Dengs ganzer

Stolz: Kuh Nummer 08080434. Ihre Mutter

stammt aus Australien und wurde nach China

exportiert. Vom US-Vater kam das Sperma

tiefgefroren nach China. 2011 produzierte

diese Holstein-Kuh 22.000 kg Milch, mehr

als viermal so viel wie der nationale Durchschnitt.

Seine Zukunft sieht Deng nicht in der

Milch. Ab 2015, wenn seine Milchfarmen

voll ausgelastet sind, will er seine Zuchttiere

auch an andere Unternehmen verkaufen:

„Kühe zu verkaufen bringt mehr Geld als

Milch.“ Einige Zuchtorganisationen aus Ländern,

die ihre wertvollen Kälber nach China

exportieren, fürchten bereits, dass China in

den nächsten Jahren auf dem globalen Milchmarkt

vom Kunden zum Rivalen werden

könnte. „Wir bauen die Herden unserer Konkurrenten

auf“, meint etwa der Australier

Nick Renyard.

Wegen technischer und hygienischer Mängel

geschlossen wurden laut offiziellen chinesischen

Angaben in den letzten Jahren rund

30 Prozent der kleinen Molkereien, besonders

viele nach Auffliegen des Melamin-

Skandals. Viele von ihnen hatten offenbar

mit Melamin verunreinigte Ware verarbeitet.

Modern Dairy dagegen genießt wie auch

Typische „industrielle“ Milchfarm in China: Bis zu 10.000 Kühe werden hier gemolken. Modern Dairy importiert 22.000 Rinder jährlich.

andere große chinesische Milchfarmen staatliche

Unterstützung. 2010 und 2011 hat das

Unternehmen umgerechnet rund 7,6 Millionen

Dollar an Subventionen erhalten, wovon

hauptsächlich Kühe gekauft wurden. Der

Milch-Komplex profitiert nicht nur von

R egierungssubventionen und Steuervergünstigungen.

Ein US-Kapitalgeber und einige

weitere Investoren haben 150 Millionen

Dollar in das Unternehmen investiert.

Auch andere ausländische Firmen wollen an

der wachsenden chinesischen Milchindustrie

mitverdienen. Olympus Capital aus Hongkong

etwa oder die deutsche Firma Müller

Milch haben in chinesische Molkereien investiert.

Fonterra aus Neuseeland, der weltgrößte

Exporteur von Milchprodukten, baut

gerade seine dritte Milchfarm in China.

„China hat erst eine sehr kurze Geschichte,

was die Milchproduktion angeht. Doch ich

bin zuversichtlich, dass wir so gut werden

können wie die USA“, sagt Deng. Der Import

von Magermilchpulver nimmt jedenfalls

weiter zu. Schon jetzt ist China der weltweit

größte Importeur von Milch- und Molkepulver,

nach dem sogenannten Melaminskandal,

bei dem belastetes Vollmilchpulver in der

chinesischen Milchpulverherstellung für

Kleinkinder gefunden wurde. Für heuer rechnet

das US-Landwirtschaftsministerium mit

einem Einfuhrvolumen bei Magermilchpulver

von 180.000 Tonnen. Im Vergleich zum

Vorjahr wäre dies ein Zuwachs von fast 40

Prozent (!) und gegenüber dem Jahr 2010

sogar eine Verdopplung.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

11


MILCHMARKT

Fonterra fällt in Europa ein

MILCHFABRIK IN HOLLAND GEPLANT

Der größte Molkereikonzern der Welt will in den Niederlanden eine

Käserei und ein Molkewerk errichten. Damit hätten die „Kiwis“

erstmals einen Fuß in der Tür zum europäischen Rohstoffmarkt.

Gemeinsam mit der holländischen „A-ware

Food Group“ will die neuseeländische

Milchgenossenschaft 2013 ihre erste Milchfabrik

in Europa bauen und dort ab 2014

vorerst 700 Millionen Liter Milch verarbeiten.

Der genaue Standort steht offiziell noch

nicht fest. Die geplante Jahreskapazität der

Käserei soll sich dem Vernehmen nach auf

60.000 bis 80.000 Tonnen Käse belaufen. Die

anfallende Molke soll im gleichen Komplex,

aber in einem separaten Werk zu hochwertigen

Ingredienzien verarbeitet werden. Einen

Teil des Rohstoffes, etwa 120 Millionen

Liter, möchte die Erzeugergemeinschaft

„NoorderlandMelk“ dem Unternehmen andienen.

Auch deutsche Milcherzeuger sollen

nach niederländischen Informationen bereits

bei den beiden Kooperationspartnern vorgesprochen

haben. Allerdings sollen zunächst

niederländische Milcherzeuger den Zuschlag

erhalten, berichtet das Fachmagazin

„Boerderij“.

Die Käserei soll von der A-ware Food Group

betrieben werden. Das Unternehmen hat sich

auf die Reifung, den Schnitt, die Verpackung,

die Lagerung und den Transport von Käse

spezialisiert. Fonterra will derweil die Verarbeitung

der dabei anfallenden Molke und

Laktose übernehmen. Die daraus hergestellten

neuartigen Lebensmittelinhaltsstoffe will

12 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

der international aktive Genossenschaftskonzern

in Europa und Asien verkaufen. Von

Hollands Milchbauern werden die Investitionspläne

begrüßt. „Es zeichnet sich ab, dass

wir künftig noch mehr Milch werden vermarkten

können“, freut sich Hans Geurts,

Vorsitzender des Bundes der niederländischen

Milcherzeuger (des Pendants des

deutschen BDM oder der österreichischen

IG-Milch, Anm.). Auch vom hiesigen Bauernverband

LTO wird das Vorhaben begrüßt.

Kees Romijn, Vorsitzender des Milchausschusses,

ist überzeugt, dass die Investitions-

Entscheidung die Position der Niederlande

als Milchland weiter stärkt. Keine Äußerungen

zu den Investitionsplänen von Fonterra

gab es seitens der Großmolkereien Royal

FrieslandCampina und DOC. Man habe die

Entscheidung zur Kenntnis genommen und

warte die weitere Entwicklung ab, verlautete

aus dem Umfeld der beiden Konzerne.

Die nach außen hin demonstrierte Gelassenheit

dürfte aber vorgespielt sein. Die Pläne

von Fonterra, sich unmittelbar vor der eigenen

Haustür anzusiedeln, lassen innerhalb

der holländisch-norddeutschen Molkereienszene

die Alarmglocken schrillen. Nach der

massiven Expansion von Arla in Deutschland

und Großbritannien versucht nun auch einer

der potentesten Konkurrenten auf dem euro-

Foto: Archiv

päischen Markt Fuß zu fassen. Weil Fonterra

seit Jahren stark wachstumsorientiert ausgerichtet

ist, dürfte der Bau der Käserei denn

auch nur ein erster Schritt auf dem Weg nach

Europa sein, meinen Marktbeobachter.

LIEFERMENGEN

ÜBER „MILKNET“

ERUIEREN

Mengenvorausplanung im Internet: Die

Berglandmilch hat alle ihre Milknet-

Nutzer dazu aufgerufen, der Molkerei

ihre voraussichtliche Liefermenge rollierend

vorerst für die Kalenderjahre

2012 und 2013, in weiterer Folge für

2013 und 2014 bekannt zu geben. Die

Berglandmilch will damit frühzeitig auf

zu erwartende Veränderungen reagieren

und in weiterer Folge ihre Stapel-, Produktions-,

Lager- und natürlich Verkaufsplanungen

besser aufeinander abstimmen.

Mitgliedern, die noch nicht

über einen Milknet-Zugang verfügen,

wird empfohlen, diesen rasch zu beantragen:

Einfach auf der Berglandmilch-

Homepage im Internet den Pincode anfordern,

einsteigen und alle Vorteile

nutzen! www.berglandmilch.at


SCHÄRDINGER GOES EUROPE: DEUTSCHLAND

Wichtigster

Auslandsmarkt

80,5 MIO. TONNEN MOLKEREIPRODUKTE

Deutschland ist mit einem Anteil von 32 Prozent traditionell Österreichs

wichtigster agrarischer Exportpartner, weit vor Italien mit

13 Prozent. Tendenz steigend. Das gilt auch für die Berglandmilch.

Das Jahr 2011 brachte Österreich einen

neuen Rekord beim agrarischen Außenhandel:

Mit einem Plus von 1,4 Milliarden Euro

sind die Exporte im Vorjahr so stark wie nie

auf stolze 9,1 Milliarden Euro Umsatz gestiegen.

Maßgeblich daran beteiligt sind auch

der rege Absatz von Molkereiprodukten und

Käse sowie die florierende Nachfrage danach

aus Deutschland. Immerhin rund die Hälfte

aller Ausfuhren von Käse und Milchprodukten

geht in die Bundesrepublik.

Milch und Milchprodukte sowie Käse zählen

neben Frischfleisch, Fleischprodukten, alkoholfreien

Getränken und Backwaren zu den

wichtigsten Umsatzbringern aus der bei den

Bayern, Rheinländern aber auch Hanseaten,

Sachsen und Berlinern besonders beliebten

Alpenrepublik. Dass die Deutschen seit einigen

Jahren auch mehr Käse aus Österreich

denn aus der Schweiz importieren und genießen,

hat die gerade auf ihre Hartkäse so stolzen

Eidgenossen tief in ihrem Selbstwertgefühl

getroffen. So hat Österreich im Vorjahr

51.768 Tonnen Käse nach Deutschland exportiert

und rangiert damit unangefochten auf

Platz 4 unter den Käseimporteuren, nach

Holland, Frankreich und Dänemark. Die

Deutschen haben dafür knapp 230 Millionen

Euro ausgegeben, was insgesamt einen Wertzuwachs

von 14,6 Prozent bedeutet. Erfreu-

lich ist auch die Tatsache, dass der Durchschnittswert

der exportierten Käse mit 4,42

Euro pro kg deutlich höher liegt als jener bei

den aus der BRD importierten mit 3,57 Euro.

Im Beliebtheitsranking der österreichischen

Käse führen Schnittkäse knapp vor Hartkäse.

Auch für Österreichs größte Molkereiengruppe,

die Berglandmilch, ist Deutschland

mit einem knapp dreistelligen Millionumsatz

der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt.

Rund 80,5 Millionen Tonnen veredelte Milch

betrug die Exportmenge zuletzt, vorrangig

Trinkmilch (55,6 Mio. kg inklusive H-Milch

Fotos: Archiv, Tirol Milch

und Biomilch) und Käse (13,5 Mio. kg), aber

auch in Form von Milchmischgetränken,

Fruchtjoghurts und Puddingdesserts, als

Premiummarken von Schärdinger sowie eigens

erzeugt für große Handelsketten.

Von Garmisch bis Flensburg besonders gefragte

Schärdinger-Erzeugnisse sind Cottage

Cheese, Bergkäse und Frischkäse, aber auch

Schärdinger Bergalm, der Moosbacher, der

Kärntner Rahmlaib oder der Tirolmilch Felsenkeller.

Zu den Kunden der Berglandmilch in der

BRD zählen natürlich alle namhaften Player

am heiß umkämpften Supermarkt-Terrain:

Aldi Nord und Süd, Lidl, Edeka, Kaufland,

Netto, Rewe, Metro, aber auch regionale

Großhändler, Gastronomie-Vertriebsfirmen

sowie große Lebensmittelverarbeiter.

Seit September hat Berglandmilch speziell

für Deutschland auch einen neuen Exportmanager:

Waldemar Reichert. Und dass die

Berglandmilch mit dem Bergbaron nicht nur

den siebenfach ausgezeichneten und somit

mit Abstand beliebtesten Käse Österreichs,

sondern über Jahre hinweg auch den

gefragtesten rotweißroten Käse in Deutschland

stellte, ist ein weiterer Beweis dafür,

dass Österreichs größte Bauernmolkerei mit

ihren qualitativ hervorragenden Erzeugnissen

die Konkurrenz am deutschen Markt nicht zu

scheuen braucht. Davon zeugen eindrucksvoll

Mopro-Preise und DLG-Auszeichnungen

im Dutzend, die an den einzelnen

Berglandmilch-Standorten hochgehalten

werden.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

13


INTERVIEW

„Authentizität

ist ein Joker“

BRD-EXPORTMANAGER: WALDEMAR REICHERT

Mit einem knapp dreistelligen Millionenumsatz ist Österreichs

größter Nachbar Deutschland der mit Abstand wichtigste

Auslandsmarkt für die Berglandmilch. Seit September hat

Schärdinger ebendort einen neuen, branchenerfahrenen

Verkaufsleiter: Waldemar Reichert.

DER SCHÄRDINGER: Herr Reichert, Sie

sind seit kurzem neuer Exportmanager der

Berglandmilch für die BRD. Ein schwieriges

Pflaster. Um deutsche Abnehmer rittern

immerhin Molkereien aus ganz Europa. Wo

liegen hier die Chancen von Berglandmilch-

Produkten?

Reichert: Deren größte Stärke ist ihre Absenderadresse.

Die Kombination von Milch

und Bergen ist super. Das haben nicht alle,

auch wenn sie damit gerne werben, obwohl

sie weit entfernt von den Alpen, etwa im bayrischen

Flachland, produzieren. Ein Vorteil

sind auch die elf Werke, jedes für sich ein

Proficenter und kein Gemischtwarenanbieter.

Mit ihnen kann die Berglandmilch fast jeden

Kundenwunsch erfüllen.

Gibt es spezielle Anforderungen deutscher

Handelsketten an Milchprodukte und Käse?

Generell gilt hier: Top-Qualität zum besten,

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gar bis zu 30 Prozent. Wird dieses erfreuliche

Wachstum voraussichtlich weitergehen?

Ich kenne diese an sich erfreulichen Zahlen,

dieses Wachstum beruht aber im Wesentlichen

auf Eigenmarken des Handels.

Auf welche Listungen ist man bei Berglandmilch

besonders stolz?

Wenn sich Spezialitäten wie der „Tiroler

Felsenkeller“ fast überall durchsetzen, ist das

schon ein gutes Zeichen. Selbiges gilt für einige

Schärdinger-Produkte in der Theke.

Welche neuen Produkte aus dem Hause

Schärdinger haben besonderes Potenzial bei

ZUR PERSON

WALDEMAR REI-

CHERT, 44, verheiratet,

geboren in Kasachstan,

kann auf

langjährigen Berufserfahrungen

am deutschen

Milchmarkt

aufbauen: Er war

neun Jahre für den Milchriesen Danone

sowie zuletzt knapp zehn Jahre für die

deutsche Käserei Karwendel-Werke

tätig. Seine Freizeit verbringt er am

liebsten mit Reisen, auch Wein gehört zu

seinen Liebhabereien. Dazu passt natürlich

auch Käse. Reicherts Favorit aus

dem reichhaltigen Berglandmilch-Sortiment:

der Tiroler Felsenkeller. Und er ist

deklarierter Lattella-Fan.

Altbau - Sanierung

isoliert, dämmt, heizt

unseren deutschen Nachbarn?

Zum einen die Tirol-Milch-Palette nach dem

demnächst forcierten Neuauftritt der Marke.

Und im Supermarkt alle unsere Käsesorten in

Scheiben, da gibt es noch Potenzial für Ware

aus Österreich. Die „weiße Palette“ dagegen,

also Joghurts und Desserts, ist momentan

rückläufig. Damit tun sich derzeit auch die

großen Marktführer schwer.

Womit wollen Sie die deutschen Einkäufer

auf der kommenden Intermopro in Düsseldorf

für die Berglandmilch gewinnen?

Schwerpunkte sind heuer wie erwähnt die

Neupositionierung der Tirol Milch sowie

Biokäse geschnitten zur Selbstbedienung im

Kühlregal.

Deutschland ist zehnmal so groß wie Österreich.

Von wo aus werden Sie das Land

„beackern“?

Mein Büro habe ich in Augsburg, ich betreue

Deutschland auch nicht alleine, sondern mit

meinen Kollegen Alexander Baier, ebenfalls

in Deutschland, sowie Karl Winkler und Helmut

Reisacher von Österreich aus.

Wie schwierig ist es, an neue Kunden heranzukommen?

Wie viele Präsentationstermine

kommen da jeden Monat zusammen?

In Deutschland machen die fünf Top-Kunden

80 Prozent des Umsatzes. Diese gilt es laufend

zu betreuen und bei Laune zu halten.

Mein Ziel ist es, die Marken Schärdinger und

Tirol Milch bekannter zu machen und den

Top-Kunden auch neue Konzepte für ihre

Eigenmarken zu unterbreiten, mit denen man

Paneele statt Fliesen

Hygiene und rasche Sauberkeit im Stall

und Milchbetrieb

Verlegung auf Beton, Mauer, Ytong,

Holz.. Über alte Anstriche, über alte

Fliesen oder über Blechpaneele…

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Erzeugt in Krems an der Donau

noch Geld verdienen kann. Mehr verrate ich

hier aber nicht (lacht).

Gibt es andere Unternehmen, die Ihnen in

Sachen Milchmarketing ein Vorbild sind?

Ja, da gibt es sicher einige, etwa die Schweizer

Firma Emmi. Diese hat in den vergangenen

Jahren mit einem Top-Produkt eine neue

Marke aufgebaut. Ein langer, steiniger Weg,

aber mittlerweile sind sie sehr erfolgreich.

Umkämpfter Markt BRD

Foto: Inter-Mopro/Messe Düsseldorf

Einfache Montage

direkt auf den Rohbau

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

15


BUCHTIPP

Kühe (besser)

verstehen

AUS DEM REICHEN WISSENSSCHATZ EINES KUHKENNERS

Wer bereits alles Bemerkenswerte über Milchkühe zu wissen glaubt,

wird von Martin Ott eines Besseren belehrt. Sein Buch „Kühe

verstehen“ bringt einem ein überraschendes Tier nahe.

Kaum jemand kann so faszinierend über

Kühe erzählen wie Martin Ott. In seinem

Buch erklärt der Biobauer und Lehrer aus der

Schweiz, selbst Herr über gut 60 Kühe, wie

man sich mit der Kuh verständigen und über

sie die Welt verstehen kann. Seine Beobachtungen,

Erfahrungen und Gedanken über die

Kuh hat er eindrucksvoll festgehalten. Der

ausgebildete Sozialtherapeut, Landwirt mit

Meister-Diplom und Liedermacher betreibt

zum Teil gemeinsam mit Wissenschaftlern

seit langem Kuh-Verhaltensstudien. Wie er

mit seinen Tieren „spricht“, wie diese untereinander

kommunizieren, wie sie in der Therapie

von behinderten Menschen eingesetzt

werden, wie sich ein gutes Mensch-Kuh-

Verhältnis auf die Milchmenge und die

Gesundheit auswirkt, das sind nur einige der

spannenden Geschichten in diesem Buch –

einer packenden Lesereise durch das „Universum

Kuh“, wie der Verlag schreibt.

Der Titel „Kühe verstehen“ samt Untertitel

„Eine neue Partnerschaft beginnt“ klingt

zwar verdächtig nach esoterischer „Pferdeflüsterer“-Lektüre,

die insgesamt 174 Seiten

bergen aber letztlich eine Fülle an erstaunlichen,

liebevollen, manchmal auch nachdenklich

stimmenden Infos auch für praktische

Landwirte. Unterteilt ist das Buch in sieben

Themen. Es beginnt bei den Wahrnehmungsfähigkeiten

der Kuh, tastet diese von Kopf

16 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

bis Schwanz ab, geht weiter zu deren komplexen

Verdauungsapparat, beleuchtet später

das Verhältnis zwischen Mensch und Tier

und das Verhalten der Tiere untereinander,

untersucht (agrar-)wirtschaftliche Aspekte

und endet schließlich mit den Porträts von

drei Kuhpersönlichkeiten. Eine ganze Menge

Kuh also.

Ott vermittelt sein immenses Wissen in einer

sehr verständlichen Sprache, was nicht verwundert,

basieren die Texte doch auf Vorträgen,

die er seit Jahren hält. Besonders interessant

und aufschlussreich: Otts Ausführungen

über das Sozialverhalten der Kühe. Und

da liest man wirklich Verblüffendes. Unter

anderem, dass ein Melker der Kuh nicht nur

die Milch, sondern auch das Familiengefühl

für die Herde nimmt. Das hat zur Folge, dass

die Verwandtschaften der Herdenkühe

verloren gehen und vergessen werden und

dass eine Mutterkuh ihr Kalb nach ein paar

Wochen Trennung meistens nicht mehr

erkennt. Dafür, schreibt Ott, sei zu beobachten,

wie zwischen einzelnen Kühen innige

Freundschaften entstünden und dass sich solche

Freundinnen – auch wenn über Monate

hinweg getrennt – beim erneuten Aufeinandertreffen

sofort wiedererkennen, die gegenseitige

Nähe suchen und zusammen grasen

würden.

Der Kuhkenner spart auch nicht mit Kritik

an der modernen Viehzucht. Diese habe, so

Ott, in seinen Augen das gesunde Maß der

Leistungssteigerung längst überschritten.

Deshalb nimmt er auf seinem Betrieb „überall

den Turbo raus“. Das fängt bei der Geburt

an. Die Kälber dürfen vor dem Melken bei

der Mutter saugen. „Das verbessert die Immunisierung

der Kälber und macht den zurzeit

stark kritisierten Einsatz von Antibiotika

überflüssig.“

Für den Autor steht fest: Eine Kuh verdient

geachtet und geschätzt zu werden. Nicht weil

sie schön ist oder lustig oder viel Milch gibt,

sondern weil sie vom Menschen als Nahrungslieferant

benutzt wird. Damit man die

Kuh schätzen kann, sollte man sie kennen,

oder noch etwas mehr: verstehen. „Kühe verstehen“

verblüfft aber auch durch die Bilder.

Dem Fotografen Philipp Rohner sind besonders

schöne Detail- wie Großaufnahmen gelungen,

die die manchmal auch stoischen

Wiederkäuer buchstäblich in einem völlig

neuen Licht zeigen.

Martin Ott:

„Kühe verstehen“,

Verlag Faro,

176 S., reich

bebildert von

Philipp Rohner,

31,90 €, ISBN

978-3-03781-

033-0

Fotos: Philipp Rohner aus

„Kühe verstehen“, Faro im Fona Verlag


Fotos: Berglandmilch

3. Jugendbeiratsevent der Berglandmilch: Neben „Bull-riding“ und

Wettmelken standen in Wörgl und Hopfgarten auch sachliche

Diskussionen mit den Berlandmilch-Spitzen auf dem Programm.

Als am Morgen des 25. August die ersten

Sonnenstrahlen (und ein paar Regentropfen)

auf das Werksgelände der Tirol Milch in

Wörgl fielen, lag bereits eine gewisse Anspannung

in der Luft. Immerhin folgte an

diesem Samstag für rund 300 der aus halb

Österreich angereisten Jungbäuerinnen und

-bauern ein Tag, den wohl die meisten von

ihnen nicht so schnell vergessen werden. Sie

alle waren der Einladung des Jugendbeirates

der Berglandmilch gefolgt, um gemeinsam

mit Gleichgesinnten einen unterhaltsamen,

actionreichen, aber auch informativen Tag zu

verbringen. Beginn war pünktlich um 10 Uhr.

Eingeladen waren Jugendliche aus ganz

Österreich (und dem benachbarten Bayern),

um den modernen Molkereistandort im Unteren

Inntal hautnah zu erleben. Im Stationenbetrieb

konnten sie einerseits die Tätigkeiten

diverser Abteilungen wie Produktentwicklung

oder Rohstoffmanagement verfolgen,

andererseits aber auch die praktischen Tätig-

JUGENDBEIRAT

Action, Fun

und Infos

JUNGBAUERNTREFFEN IN TIROL

keiten des Molkereibetriebs bei einer Werksführung

kennen lernen. Stolze 120 kg Berglandmilch-Produkte

wurden noch verkostet,

bevor es zum gemeinsamen Mittagessen und

zur anschließenden Diskussion mit Spitzenfunktionären

und der Geschäftsführung der

Berglandmilch nach Hopfgarten ging. Hauptdiskussionspunkt

waren dort die auslaufende

Quotenregelung und die damit verbundenen

Chancen und Risken so mancher Jungbauern.

Daneben wurden auch Themen wie Rohmilch,

Qualitätsbezahlung, Spezialmilchsorten

sowie Anfuhrkosten und Anfuhrorganisation

intensiv besprochen. Besonders zufrieden

mit der hohen Teilnehmerzahl zeigte sich

der Vorsitzende des BLM-Jugendbeirats,

Stefan Huber.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

17


KÄLBERAUFZUCHT

Joghurt statt Milch

ALS KÄLBERTRÄNKE JOGHURT – DAS PROBIEREN IMMER MEHR BETRIEBE AUS

Die vor allem in Biobetrieben übliche Aufzucht mit Vollmilch erfordert

die Einhaltung einer Tränketemperatur von 35 bis 39 Grad

Celsius, damit die Milch im Labmagen vollständig gerinnt. Sonst

kommt es leicht zu Durchfällen. Wird dagegen Joghurt angeboten,

fällt das Erwärmen weg.

Die „Vorverdauung“ des Milchzuckers zu

Milchsäure findet bei der Fermentation der

Vollmilch zu Joghurt statt. Daher kann die

Joghurttränke als Kalttränke angeboten werden

und ermöglicht damit auch zeitsparendere

Gruppen- und Vorratstränkesysteme.

VOR DEN VORHANG

An der Volksschule Wartberg/Aist im

Mühlviertel, OÖ,wurden die Schülerinnen

und Schüler im Zuge eines Milchtages auf

die Bedeutung eines der wichtigsten

Lebensmittel aufmerksam gemacht.

Großzügig gesponsert wurde der Milchtag

auf Vermittlung von Schärdinger-Milchbauer

und Molkerei-Funktionär Andreas

Kamplmüller von der Berglandmilch:

Neben frischer Vollmilch gab es für die

Kids auch Schokomilch, Jogurella, Bärenhunger,

diverse Sommerträume, Tiroler

Müsli, Latella, Dessertpudding und

natürlich Käse.

18 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

Das führt zu einer erheblichen Arbeitsentlastung.

Wie diese Joghurttränke hergestellt wird, beschreibt

ein Beitrag in der Zeitschrift „bioland“.

Dazu werden in je zehn Liter Vollmilch

500 g Naturjoghurt eingerührt, das

Die Lehrerin Sonja Sigl berichtete über den

Projekttag: „Die Kinder hatten sichtlich Spaß

beim Kosten der verschiedenen Schärdinger-

Foto: agrarfoto.at

Ganze wird dann bei mindestens 20 Grad

Celcius etwa 15 bis 20 Stunden stehen gelassen.

Dieser Basismenge wird die zum Tränken

benötigte Milchmenge beigemischt. Bis

zur nächsten Tränkezeit fermentiert die

Milch wieder zu Joghurt.

Zu beachten ist, dass die beigemischte Milch

warm (30 bis 35 °C) und hemmstofffrei ist.

Nennenswerte Akzeptanzprobleme bei den

Kälbern gab es nach Angaben der Fachautoren

aus Bayern nicht. Die Joghurttränke ist

gut verträglich und die mögliche Bevorratung

der Tränke führt zu Erleichterungen im

Betriebsablauf. AID

Fotos: VS Wartberg

Milchprodukte, die ihnen zwischendurch

wieder Kraft und Energie für die weiteren

Spielstationen gaben.“


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ANGEBOT AN DEN ROHMILCHMARKT IN TIROL UND OBERÖSTERREICH

Die Einbringung der Tirol Milch in die

Berglandmilch wurde am 03. 02. 2011

vom Kartellgericht Wien unter Auflagen

rechtskräftig genehmigt. Demgemäß richten

wir folgendes Angebot an den Tiroler

und oberösterreichischen Rohmilchmarkt:

1. Es werden für die nächsten sechs Jahre

ab dem Milchwirtschaftsjahr 2011/2012

seitens der Berglandmilch pro Jahr bis zu

20 Mio. kg Rohmilch und davon bis zu 2,0

Mio. kg Biorohmilch, aufgeteilt auf zwölf

Monate, von Tiroler Michbauern und pro

Jahr bis zu 12,6 Mio kg Rohmilch und

davon bis zu 1,2 Mio kg Biorohmilch, aufgeteilt

auf zwölf Monate, von oberösterreichischen

Milchbauern abgenommen, soweit

entsprechende Anfragen von Milchbauern

vorliegen. Mit der Abnahme dieser

(Bio-)Rohmilchmengen sind keinerlei Genossenschaftsmitgliedsrechte

der betreffenden

Milchbauern verbunden. Mit diesen

Milchbauern wird ein dem aktuellen

Liefervertrag der Berglandmilch – mit

Ausnahme der Entgeltsregelungen – entsprechender

Milchliefervertrag abgeschlossen.

Die Berglandmilch bezahlt pro

kg Rohmilch in S-Klasse-Qualität den für

den Liefermonat gültigen „ife Kieler Rohstoffwert

Milch“ (derzeit veröffentlicht für

Standardmilch mit 3,7 % Fett und 3,4 %

Eiweiß) zuzüglich 0,017 Euro, korrigiert

auf den tatsächlichen angelieferten Fettund

Eiweißgehalt sowie unter Anwendung

von Abschlägen für die Nichteinhaltung

der S-Klasse-Kriterien, 2. oder 3. Quali-

20 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

tätsstufe, Hemmstoffabschläge und sonstige

Abzüge entsprechend dem für den Liefermonat

gültigen Milchpreisanlageblatt der Berglandmilch,

sowie unter Anwendung eines allfälligen

Landeszuschusses („Qualitätszuschuss“)

und eines allfälligen Biomilchzuschlags,

wobei aber der auszuzahlende

Rohmilchpreis mit dem jeweils gültigen

Rohmilchpreis für Genossenschaftsmitglieder

der Berglandmilch entsprechend dem für

den Liefermonat gültigen Milchpreisanlageblatt

der Berglandmilch gedeckelt ist.

2. Die Berglandmilch behält sich das Recht

vor, aus objektiven, sachlich gerechtfertigten

und transparenten Gründen einzelnen oder

mehreren Rohmilchlieferanten die Abnahme

zu den oben genannten Bedingungen zu verweigern;

dies gilt insbesondere bei wirtschaftlich

nicht rechtfertigbaren Rohmilchbzw.

Biorohmilchsammelkosten oder Vorgehensweisen

des Lieferanten, die es der Berglandmilch

unzumutbar machen, das Vertragsverhältnis

aufrechtzuerhalten. Bestehen

Meinungsverschiedenheiten zwischen der

Berglandmilch und dem potenziellen Milchlieferanten

über Unzumutbarkeit im Sinne

des Vorstehenden, wird die Berglandmilch

eine Überprüfung durch die dann einzuschaltende

regional zuständige Landes-Landeswirtschaftskammer

akzeptieren, wobei diese

eine Anhörung beider Parteien durchführt.

Zudem wird von der Berglandmilch über

jeden derartigen Fall der Verweigerung einer

Lieferung binnen eines Monats an die Amtsparteien

berichtet und jährlich eine zusam-

menfassende Meldung (bis 30. April für

das vergangene Milchwirtschaftsjahr)

abgegeben.

3. Ein entsprechendes Angebot der Berglandmilch

an den Tiroler und oberösterreichischen

Rohmilchmarkt wird von der

Berglandmilch auf www.berglandmilch.at

und einmal pro Jahr in „Der Schärdinger“

bzw. in einem in Tirol gegebenenfalls anders

benannten Rohmilchlieferanteninformationsmedium

veröffentlicht. Zudem erfolgt

die Publikation auf den Websites der

LK Oberösterreich und LK Tirol. Zudem

wird unter www.berglandmilch.at auf den

ife-Rohstoffwert verlinkt und dieser – sofern

zulässig – jeweils für ein Jahr zurück

auf der Website ausgewiesen.

4. Weiters hat die Berglandmilch im Zeitraum

von vier Jahren ab dem Milchwirtschaftsjahr

2011/2012 bei bestehenden

Milchbauern der Berglandmilch, die als

anerkannte Biobetriebe arbeiten und deren

Biorohmilch derzeit mit konventionellen

Milchtouren gesammelt und als konventionelle

Rohmilch abgerechnet wird, alle

Möglichkeiten einer wirtschaftlich vertretbaren

Abholung als Biorohmilch zu überprüfen

und die Biorohmilch dieser Lieferanten

künftig als Biorohmilch abzuholen

und zu verrechnen, wenn dies wirtschaftlich

zu rechtfertigen ist (insbesondere

unter den Gesichtspunkten der Biorohmilchsammelkosten

und der Verwertungsmöglichkeiten).

5. Weiters hat die Berglandmilch den

neuen Lieferanten im Sinne obiger

Auflagen die den bestehenden Milchlieferanten

der Berglandmilch im betreffenden

Bundesland zur Verfügung stehenden

Möglichkeiten einer Produktrücklieferung

(Milchprodukte, landwirtschaftliche

Bedarfsartikel, Kälberfuttermittel, …),

einer qualitativ gleichwertigen Hofberatung

vor Ort, einer qualitativ gleichwertigen

Lieferantenfachberatung sowie eines

vergünstigten Einkaufs in einem der

bestehenden Einkaufsmärkte der Berglandmilch

anzubieten.


ANGEBOT AN DEN ROHMILCHMARKT IN DER STEIERMARK

Die Einbringung der Stainzer Milch in die

Berglandmilch wurde von den österreichischen

Kartellbehörden unter Auflagen

genehmigt. Demgemäß richtet die Berglandmilch

folgendes Angebot an den steiermärkischen

Rohmilchmarkt:

1. Es werden für die nächsten vier Jahre ab

dem Milchwirtschaftsjahr 2012/2013 seitens

der Berglandmilch pro Jahr bis zu 3,3

Mio. kg Rohmilch, davon bis zu 330.000

kg Biorohmilch, aufgeteilt auf zwölf Monate,

von steiermärkischen Milchbauern

nach dem „First come, first served“-Prinzip

abgenommen, soweit entsprechende

Anfragen von Milchbauern vorliegen. Mit

der Abnahme dieser Rohmilchmengen

sind keinerlei Genossenschaftsmitgliedsrechte

der betreffenden Milchbauern verbunden.

Mit diesen Milchbauern wird ein

dem aktuellen Liefervertrag der Berglandmilch

– mit Ausnahme der Entgeltsregelungen

– entsprechender Milchliefervertrag

abgeschlossen. Die Berglandmilch bezahlt

pro kg Rohmilch in S-Klasse-

Qualität den für den Liefermonat gültigen

„ife Kieler Rohstoffwert Milch“ (derzeit

veröffentlicht für Standardmilch mit 3,7 %

Fett und 3,4 % Eiweiß) zuzüglich 0,017

Euro, korrigiert auf den tatsächlich angelieferten

Fett- und Eiweißgehalt sowie

unter Anwendung von Abschlägen für die

Nichteinhaltung der S-Klasse-Kriterien,

2. oder 3. Qualitätsstufe, Hemmstoffabschläge

und sonstige Abzüge entsprechend

dem für den Liefermonat gültigen Milchpreisanlageblatt

der Berglandmilch, sowie

unter Anwendung eines allfälligen Landeszuschusses

(„Qualitätszuschuss“) und

eines allfälligen Biomilchzuschlags, wobei

aber der auszuzahlende Rohmilchpreis mit

dem jeweils gültigen Rohmilchpreis für

Genossenschaftsmitglieder der Berglandmilch

entsprechend dem für den Liefermonat

gültigen Milchpreisanlageblatt der

Berglandmilch gedeckelt ist.

2. Die Berglandmilch behält sich das Recht

vor, aus objektiven, sachlich gerechtfertigten

und transparenten Gründen einzelnen

oder mehreren Rohmilchlieferanten die

Abnahme zu den oben genannten Bedingungen

zu verweigern; dies gilt insbesondere bei

wirtschaftlich nicht rechtfertigbaren Rohmilch-

bzw. Biorohmilchsammelkosten oder

Vorgehensweisen des Lieferanten, die es der

Berglandmilch unzumutbar machen, das Vertragsverhältnis

aufrechtzuerhalten. Bestehen

Meinungsverschiedenheiten zwischen der

Berglandmilch und dem potenziellen Milchlieferanten

über Unzumutbarkeit im Sinne

des Vorstehenden, wird die Berglandmilch

eine Überprüfung durch die dann einzuschaltende

regional zuständige Landes-Landwirtschaftskammer

oder, bei Einigung mit dem

potenziellen Milchlieferant, wahlweise durch

eine andere Institution, akzeptieren, wobei

die Schiedsinstanz eine Anhörung beider Parteien

durchführt. Zudem wird von der Berglandmilch

über jeden derartigen Fall der Verweigerung

einer Lieferung binnen eines Monats

an die Amtsparteien berichtet und

jährlich eine zusammenfassende Meldung

(jeweils bis 31. August für das vergangene

Milchwirtschaftsjahr) abgegeben.

3. Ein entsprechendes Angebot der Berglandmilch

an die steiermärkischen Milchlieferanten

wird von der Berglandmilch auf

www.berglandmilch.at und einmal pro Jahr

in der Zeitschrift „Der Schärdinger" bzw. in

einem in der Steiermark gegebenenfalls anders

benannten Rohmilchlieferanteninformationsmedium

veröffentlicht. Zudem erfolgt

die Publikation auf der Website der LK Steiermark.

Zudem wird unter www.berglandmilch.at

weiterhin auf den ife-Rohstoffwert

verlinkt und dieser – sofern zulässig – jeweils

für ein Jahr zurück auf der Website

ausgewiesen.

4. Weiters verpflichtet sich die Berglandmilch

im Zeitraum von 4 Jahren ab dem

Milchwirtschaftsjahr 2012/2013, bei bestehenden

Milchbauern der Berglandmilch,

die als anerkannte Biobetriebe arbeiten

und deren Biorohmilch derzeit mit konventionellen

Milchtouren gesammelt und

als konventionelle Rohmilch abgerechnet

wird, alle Möglichkeiten einer wirtschaftlich

vertretbaren Abholung als Biorohmilch

zu überprüfen und die Biorohmilch

dieser Lieferanten künftig als Biorohmilch

abzuholen und zu verrechnen, wenn dies

wirtschaftlich zu rechtfertigen ist (insbesondere

unter den Gesichtspunkten der

Biorohmilchsammelkosten und der Verwertungsmöglichkeiten).

5. Weiters verpflichtet sich die Berglandmilch,

den neuen Lieferanten im Sinne

obiger Verpflichtungszusage die den

bestehenden Milchlieferanten der Berglandmilch

in der Steiermark zur Verfügung

stehenden Möglichkeiten einer Produkt -

rücklieferung (Milchprodukte, landwirtschaftliche

Bedarfsartikel, Kälberfuttermittel

etc.), einer qualitativ gleichwertigen

Hofberatung vor Ort, einer qualitativ

gleichwertigen Lieferantenfachberatung

sowie eines vergünstigten Einkaufs in

einem der bestehenden Einkaufsmärkte der

Berglandmilch anzubieten.

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

21


DLG-PRÄMIERUNG

Goldflut für Schärdinger

MEDAILLENREGEN ÜBER BERGLANDMILCH-PRODUKTE

Berglandmilch/Schärdinger gewann bei der heurigen DLG-Prüfung

in Deutschland für zahlreiche nationale und internationale Artikel

aus seinem Sortiment insgesamt 18 Goldmedaillen.

Mit Gold ausgezeichnet wurden der Schärdinger

Chorherrenkäse, der Kärntner Rahmlaib,

der Mondseer sowie der Amadeus. Weiters

verlieh das renommierte Institut neben

dieser Flut an Gold auch noch viermal Silber

sowie einmal Bronze an Schärdinger. Alle

anderen Auszeichnungen erhielt die Berglandmilch

für ihre Erzeugnisse im Auftrag

internationaler Kunden. Die Lebensmittelprüfungen

der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft,

DLG, liefern den Konsumenten

DIE SCHÄRDINGER-

DLG-SIEGER 2012

GOLD Kärntner Rahmlaib

GOLD Chorherrenkäse

GOLD Amadeus

GOLD Mondseer

SILBER Dachsteiner

SILBER Rollino Kräuter

SILBER Weinkäse

SILBER Affineur Rosso

BRONZE Moosbacher

22 Mit Schärdinger lässt sich's leben.

neutrale und unabhängige Ergebnisse

zur Qualität von Lebensmitteln.

Die Produkttests

werden von wissenschaftlichen

Experten auf Basis aktueller

Qualitätsstandards und anerkannter

Methoden durchgeführt.

Im Zentrum dieser Tests

steht die Analyse der sensorischen

Qualität von Lebensmitteln

wie Farbe, Aussehen,

Konsistenz, Geruch und Geschmack.

Weitere wichtige Kriterien

sind Zubereitungsprüfungen,

Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen

sowie chemische, mikrobiologische

und physikalische Analysen

in akkreditierten Laboratorien.

Die Teilnahme an den

DLG-Qualitätsprüfungen ist für alle

Lebensmittelproduzenten freiwillig.

Berglandmilch-Generaldirektor

Josef Braunshofer über diesen

neuerlichen großartigen Erfolg

von Österreichs größter Bauernmolkerei:

„Diese zahlreichen

Auszeichnungen bestätigen

einmal mehr die konsequente

Einstellung von Schärdinger zu

höchster Qualität.“

Fotos: Berglandmilch


Die Berglandmilch sorgt auch diesen Herbst wieder mit zahlreichen

Novitäten für Aufsehen, darunter erstmals auch mit Emmentaler.

Neue Scheibenprodukte von Schärdinger

sind der Schärdinger Paprikakäse und der

Gouda jung in Scheiben. Ersterer ist ein

Schnittkäse mit 45 % F. i. Tr. mit rotem und

grünem Paprika sowie Chili im Käseteig.

Dies gibt ihm seinen unverwechselbaren pikanten

Geschmack. Gekäst wird der Paprikakäse

in Lienz. Mit dem Gouda-Scheiben 80 g

bedient Schärdinger primär das Segment von

Kleinhaushalten. Aber auch für die kleine

Zwischenmahlzeit für unterwegs ist dies die

STECKBRIEF ZUM TITELBILD

Foto: Roland Mühlanger

optimale Packungsgröße. Mit diesem Artikel

bringt Schärdinger erstmals die neue

schmale, platzsparende Scheibenpackung auf

den Markt. Gouda ist die meistverkaufte Käsesorte

in Österreich und auch im Segment

der Käsescheiben die Nr. 1. „Stainzer“ wiederum

brachte im September erstmals eine

regionale Käsespezialität auf den – vorwiegend

steirischen – Markt. Der „Stainzer Jausenkäse“

aus Voitsberg ist ein herrlich milder

Großlochkäse für die Feinkosttheke, in Stan-

NEUHEITEN

Debüt für

Emmentaler

KÖSTLICHER SPEZIALITÄTENREIGEN

genform gekäst, mit 45 % F. i. T. Ideal passt

er zu einer steirischen Brettljause mit steirischem

Welschriesling.

Und mit den beiden Marken Schärdinger und

Tirol Milch bringt die Berglandmilch erstmals

ein umfassendes Emmentaler-Sortiment

auf den Markt. Der Emmentaler wird in

Wörgl aus 100 % bester heimischer Alpenmilch

gekäst. Er ist natürlich gentechnikfrei

und auch mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet.

Erhältlich für beide Marken in

Scheiben zu 150 g, als SB-Stück mit 250 g

sowie für die Theke bzw. für Großverbraucher

in Stangenform. Emmentaler ist eines

der bedeutendsten Segmente am österreichischen

Käsemarkt.

Betrieb: Gerhard und Theresia Steiner, vulgo

„Rieplerhof“, Berg 24, 9971 Matrei;

info@rieplerhof-osttirol.at

30 ha Grünland-Bergbetrieb samt 10 ha Pacht plus

15 ha Wald, ehemals Bergbauernzone 4, 348 Berghöfekatasterpunkte;

drei- und zweimähdige Wiesen

sowie 156 Hektar Almen, davon 4 ha Bergmähder

in der Kern- und Außenzone des NP.

Herde: 40 Fleckvieh-Kühe, 25 bis 30 Stück Jungvieh

aus eigener Zucht; Stalldurchschnitt:

10.000 kg, Milchquote: 250.000 kg A-Quote,

25.000 kg D-Quote, 10 Mutterkuhquoten.

„Stalldurchschnitt? Rund 10.000 kg, zuletzt

lagen wir knapp darüber. Natürlich ist das für

mich ein Antrieb, wenn wir überdurchschnittlich

gute Rinder am Hof haben.“

Mit Schärdinger lässt sich's leben.

23

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Berglandmilch eGen, Schubertstraße 30, 4600 Wels, www.schaerdinger.at


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