Geschäftsbericht 2005 - Privat - Österreichische Post AG

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Geschäftsbericht 2005 - Privat - Österreichische Post AG

Geschäftsbericht 2005

Österreichische Post AG

Die Post bringt’s weit.


Inhalt

Die Österreichische Post im Überblick

Kennzahlen (vordere Umschlagklappe)

3 Die Österreichische Post 2005

10 Vorwort des Vorstands

13 Vorwort des Aufsichtsratsvorsitzenden

14 Divisionen und Geschäftsfelder

16 500 Jahre Erfahrung für eine erfolgreiche Zukunft

18 Qualität = Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit

Qualitätsfaktor High Tech

Qualitätsfaktor Mitarbeiter

28 Das Marktumfeld im europäischen Postmarkt

34 Erfolgreiche Entwicklung der Österreichischen Post AG

36 Erste Schritte in der Wachstumsregion Zentral- und Osteuropa

38 Gesellschaftliche Verantwortung

41 Human Resources

44 Corporate Governance

48 Highlights aus den Divisionen 2005

Konzernlagebericht

54 Umfeld und Rahmenbedingungen

55 Geschäftsverlauf 2005

61 Ausblick 2006

62 Division Brief

64 Division Paket & Logistik

66 Division Filialnetz

Konzernabschluss 2005

70 Konzernbilanz

72 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

73 Konzern-Cash-Flow-Statement

74 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

76 Konzernanhang (Notes)

121 Bestätigungsvermerk

122 Bericht des Aufsichtsrats

123 Glossar

Kennzahlen 2003–2005 (hintere Umschlagklappe)


Kennzahlen

2004 2005 Veränderung

in %

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatz Mio EUR 1.654,4 1.701,6 +2,9

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und

Abschreibungen (EBITDA) Mio EUR 203,1 223,8 +10,2

EBITDA-Marge % 12,3 13,2 —

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio EUR 82,2 103,0 +25,3

EBIT-Marge % 5,0 6,1 —

Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio EUR 76,7 100,9 +31,6

Periodenergebnis Mio EUR 50,0 99,9 +99,8

Mitarbeiter (Vollzeitbasis, Jahresdurchschnitt) 26.342 25.192 -4,4

Cash-Flow

Cash-Flow aus dem Ergebnis Mio EUR 248,3 283,9 +14,3

Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit Mio EUR 193,6 279,4 +44,3

Free Cash-Flow Mio EUR 98,3 205,4 +109,0

Investitionen in Sachanlagen Mio EUR 88,5 73,6 -16,8

Bilanz

Bilanzsumme Mio EUR 1.795,7 1.563,0 -13,0

Langfristiges Vermögen Mio EUR 1.011,4 997,4 -1,4

Kurzfristiges Vermögen Mio EUR 393,7 542,6 +37,8

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

und aufgegebene Geschäftsbereiche Mio EUR 390,6 23,0 -94,1

Eigenkapital Mio EUR 712,5 762,1 +7,0

Langfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 287,5 361,3 +25,7

Kurzfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 421,0 439,6 +4,4

Verbindlichkeiten aufgegebene Geschäftsbereiche Mio EUR 374,7 0,0 —

Bilanzkennzahlen

Verzinsliches Fremdkapital Mio EUR 293,1 369,1 +25,9

Verzinsliche Aktiva Mio EUR 196,6 397,1 +102,0

Nettoverschuldung bzw. Nettofinanzmittelüberschuss Mio EUR 96,5 -28,0 -129,0

Eigenkapitalquote % 39,7 48,8 —


Umsatz

(in Mio EUR)

2004

1.654,4

2005

1.701,6

Cash-Flow aus dem Ergebnis

(in Mio EUR)

2004

248,3

12,5%

2005

283,9

EBITDA und EBIT

(in Mio EUR)

203,1

EBITDA

■ 2004

2005

12,3

EBITDA-

Marge

■ 2004

2005

223,8

Divisionen der Österreichischen Post AG

Umsatz nach Divisionen 1)

11,4%

0,3%

■ Brief

■ Paket & Logistik

■ Filialnetz

■ Sonstige

75,8%

1) Aufteilung gemäß Außenumsatz

13,2

103,0

82,2

EBIT

EBITDA-Marge und EBIT-Marge

(in %)

5,0

EBIT-

Marge

6,1

Kennzahlen der Divisionen

Periodenergebnis

(in Mio EUR)

2004

293,1

50,0

369,1

Verzinsliches

Fremdkapital

■ 2004

2005

2005

99,9

Nettofinanzmittel

(in Mio EUR)

196,6

397,1

Verzinsliche

Aktiva

Division Sonstige/ Post

Division Paket & Division Konsoli- Konzern

Brief Logistik Filialnetz dierung gesamt

Umsatz 2005 1) Mio EUR 1.290,8 211,8 193,8 5,2 1.701,6

Umsatz gesamt 2005 2) Mio EUR 1.357,1 257,6 401,9 -314,9 1.701,6

EBIT 2005 Mio EUR 268,9 10,4 8,7 -184,9 103,0

Umsatz 2004 1) Mio EUR 1.255,3 199,0 196,2 3,9 1.654,4

Umsatz gesamt 2004 2) Mio EUR 1.329,5 241,2 396,8 -313,1 1.654,4

EBIT 2004 Mio EUR 235,3 -16,7 -10,2 -126,2 82,2

1) Außenumsatz

2) Außenumsatz plus Innenumsatz der Division

� Kennzahlen


Absenden – ankommen:

Das klingt so einfach.

Und ist doch die Grundlage für Erfolg.

Denn gute Beziehungen zu Menschen sind die Grundlage für den

Erfolg unserer Kunden. Wir sind erfolgreich, wenn unsere Kunden

es sind. „Die Erfolge unserer Kunden: Dafür arbeiten wir.“

Dafür versorgen wir Österreich flächendeckend mit qualitativ

hochwertigen Postdienstleistungen.

Dafür stellen wir mit unserem Filialnetz und unseren Zustellern

sicher, dass die Post überall ist, wo man sie braucht.

Dafür betreiben wir eine hocheffiziente Infrastruktur, die zu den

modernsten Systemen Europas zählt.

Dafür überprüfen und optimieren wir regelmäßig die Qualität

unserer Leistung.

Dafür entwickeln wir laufend neue Dienstleistungen.

Dafür investieren wir in Wachstum und expandieren in interessante

Auslandsmärkte.

Dafür stellen wir uns mit Freude dem freien Wettbewerb.


Die Österreichische Post

2005

Die Österreichische Post hat sich zu einem modernen, erfolgreichen

Dienstleistungsunternehmen gewandelt

Das Unternehmen gehört qualitativ zur Spitzengruppe der europäischen

Postdienstleister

Führende Marktstellung in Österreich, Markteintritt in Nachbarländer

erfolgreich vollzogen

Das Unternehmen ist im Postmarkt gut positioniert, der Umsatz konnte

2005 um 2,9% auf 1.701,6 Mio EUR gesteigert werden

Die Division Brief verfügt über ein stabiles Kerngeschäft und verzeichnete

2005 einen Umsatzanstieg von 2,8%

Die Division Paket & Logistik konnte 2005 weiter ausgebaut werden,

ihr Umsatz stieg um 6,4%

Die Division Filialnetz erreicht nach einem umfangreichen

Restrukturierungs- und Modernisierungsprogramm im Jahr 2005

einen nachhaltigen Turn-around

Die Ergebniskennzahlen 2005 zeigen nach oben:

EBITDA-Steigerung um 10,2% auf 223,8 Mio EUR

EBIT-Steigerung um 25,3% auf 103,0 Mio EUR

Periodenergebnis auf 99,9 Mio EUR nahezu verdoppelt

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis konnte um 14,3% auf

283,9 Mio EUR gesteigert werden

Die Österreichische Post verfügt über eine solide Finanzlage


4,6 Mio Briefe/Tag

12 Mio Werbesendungen/Tag

2,6 Mio Zeitungen/Tag

180.000 Pakete und EMS/Tag


11.300 Postzusteller

bringen täglich Post zu

3,9 Mio Haushalten und

Unternehmen – an jedem

Tag, an jede Haustür.

Die Post bringt allen was.


1.338 posteigene Filialen in ganz Österreich

(davon 378 mit eigenen Finanzberatungszentren)

612 externe Vertriebsstellen (191 Post.Partner,

349 Post.Servicestellen, 72 Post.Abholstellen)

Zwei mobile Postfilialen (Post.Mobile)


Die Postfilialen bringen

höchste Beratungsqualität

und genießen das

Vertrauen ihrer Kunden.

Die Post bringt allen was.


Über 95% der Briefe in Österreich werden

am nächsten Arbeitstag zugestellt

94% der Pakete in Österreich werden innerhalb

von zwei Arbeitstagen zugestellt

Hochmoderne Logistikinfrastruktur

Sechs Brief- und sieben Paketverteilzentren

420 Zustellbasen


Die Post bringt durch-

schnittlich 4,6 Mio Briefe

pro Tag. Über 95% davon

werden schon am nächs-

ten Arbeitstag zugestellt.

Die Post bringt allen was.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Vorwort

10

Vorwort des

Vorstands

❘❙❚ Die Österreichische Post AG hat ihren erfolgreichen Kurs auch 2005 fortgesetzt. Der Umsatz unseres

Konzerns konnte 2005 um 2,9% auf 1.701,6 Mio EUR weiter gesteigert werden, noch deutlicher haben

sich die Ergebniskennzahlen verbessert: Das EBITDA stieg um 10,2% auf 223,8 Mio EUR, das EBIT sogar

um 25,3% auf 103,0 Mio EUR. Der Erfolg unseres seit 2000 laufenden Restrukturierungsprogramms wird

damit eindrucksvoll belegt: Die Österreichische Post AG präsentiert sich heute als schlagkräftiger,

moderner und kundenorientierter Dienstleister und als profitables Unternehmen. Für den geplanten

Börsegang befinden wir uns in einer guten Startposition.

Marktgerechte Restrukturierung und Modernisierung

Eine Fülle von Verbesserungsmaßnahmen haben wir in Vorbereitung auf die von der EU vorgegebene

Marktliberalisierung in den letzten fünf Jahren durchgeführt: So wurden in Summe mehr

als 300 Mio EUR in die Modernisierung unserer logistischen Infrastruktur investiert, wodurch ein

effizientes und modernes Netzwerk aufgebaut werden konnte.

Auch unser Filialnetz haben wir nach den Anforderungen des Marktes und unserer Kunden

redimensioniert und nachhaltig auf eine langfristig effiziente, flächendeckende Versorgung in

hoher Qualität ausgerichtet. Im Jahr 2005 wurde die Anzahl unserer eigenen Filialen aufgrund

mangelnder Wirtschaftlichkeit von 1.639 auf 1.338 Standorte vermindert, im Gegenzug

haben wir unser Netz an externen Partnerbetrieben (Post.Partner, Post.Servicestellen und

Post.Abholstellen) von 390 auf 612 ausgebaut. Weiters konnten wir mit der Erweiterung der

Kompetenzen unserer rund 5.000 Landzusteller eine Fülle zusätzlicher Kontakt- und

Servicemöglichkeiten schaffen.

Höchster Qualität verpflichtet

Konsequent haben wir uns in den letzten Jahren der Qualität verschrieben – in der Logistik

für die Erbringung unserer Dienstleistungen ebenso wie in der innovativen Ausgestaltung

unseres Leistungsportfolios oder in der direkten Betreuung unserer Kunden. Wichtigste

Leitlinien bei allen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sind die Steigerung der

Zustellgeschwindigkeit und die Zufriedenheit unserer Kunden. Sie werden kontinuierlich

durch externe Messungen belegt.

Die markanten Verbesserungen der letzten Jahre bestätigen unseren Kurs: So hat sich etwa das

Tempo der Briefzustellung – der wichtigste Qualitätsparameter in der Postdienstleistung – kontinuierlich

erhöht. Lag etwa der Anteil der am nächsten Arbeitstag nach Aufgabe im Inland

zugestellten Briefe 2002 noch bei 68%, konnte er mittlerweile nachhaltig auf über 95% gesteigert

werden. Auch bei den Paketen übertreffen wir mit einer Inlandszustellung von 94% am

zweiten Arbeitstag nach Aufgabe die regulatorischen Anforderungen klar. Deutlich verbessern

konnten wir auch den im Rahmen eines breit angelegten Mystery Shopping-Programms erhobenen

Qualitätsindex für unsere Filialen. Er wurde seit 2001 von 79% auf 94% gesteigert.

Einen wichtigen Beitrag zum hohen Qualitäts- und Servicestandard der Österreichischen Post

AG leisten auch die 11.300 Brief- und Paketzusteller: Sie stehen jeden Tag, an jeder

Abgabestelle für unsere Kunden im Einsatz. Neben unserer modernen Logistikinfrastruktur

und der Leistung der Mitarbeiter in unserem flächendeckenden Filialnetz und unseren

Verteilzentren bilden sie ein wesentliches Fundament für die nachhaltige Erbringung von

Dienstleistungen auf europäischem Spitzenniveau.


Dr. Anton Wais

Generaldirektor

Hohes Marktpotenzial bei zunehmendem Wettbewerb

Wesentlich gestärkt und schlanker besteht die Österreichische Post AG damit erfolgreich in einem

anspruchsvollen Umfeld. Anfang 2006 reduzierte sich der reservierte Bereich auf Briefe bis 50 g. Für

die kommenden Jahre sieht die am 1. März 2006 in Kraft getretene Postgesetznovelle 2005 eine

Marktliberalisierung im Einklang mit den europäischen Vorgaben vor. Daneben wurden im neuen

Gesetz die Leistungen des Universaldienstes für Postdienstleistungen sowie die Qualitätsanforderungen

für Marktteilnehmer definiert. Auf europäischer Ebene ist eine vollständige Liberalisierung der

europäischen Briefmärkte für 2009 angedacht, vorbehaltlich positiver Ergebnisse diverser Studien, die

im Vorfeld noch erarbeitet werden.

Die Rahmenbedingungen unserer Branche bieten erhebliches Potenzial. Dem tendenziell rückläufigen

Briefaufkommen im privaten Bereich steht ein Anstieg des Sendungsvolumens in der Geschäftskommunikation,

im Direct Marketing und im Internet-Versandhandel gegenüber. Zusätzlich sorgt die

zunehmende Arbeitsteilung für erhöhten Logistikbedarf im Business-to-Business (B2B)-Bereich.

Klare Vorwärtsstrategie

Mag. Dr. Rudolf Jettmar

Generaldirektor-Stellvertreter

Die Österreichische Post AG verfolgt in diesem Szenario einen ambitionierten Fahrplan, um sich

nachhaltig als nationaler Marktführer mit internationaler Spezialisierung zu positionieren. Im

Inland haben wir nach der Modernisierung der vergangenen Jahre eine hervorragende Ausgangsposition

für den zunehmenden Wettbewerb erreicht und wollen diese Position ausgehend von

unseren guten Kundenbeziehungen, unserer flächendeckenden Verankerung und unserer hohen

Qualität verteidigen. Ein innovatives Angebotsportfolio, die stetige Optimierung des Serviceniveaus

und die gezielte Erweiterung unserer Wertschöpfungskette bilden die Basis dafür. So wollen wir die

Arbeit unserer Kunden dadurch erleichtern, dass wir etwa deren interne Poststellen oder Druckzentren

für den Versand von Briefen übernehmen.

Zusätzliches Potenzial ergibt sich aus der Ausweitung bei Post- und Logistikdienstleistungen. In

besonderem Maß zielen wir hier auf den B2B-Bereich ab, in dem wir als innovativer Anbieter gemeinsam

mit unseren Kunden wachsen wollen. Erreicht werden soll dies durch Akquisitionen bzw.

Kooperationen mit internationalen Netzwerken. Ein wichtiger Erfolg gelang uns hier Ende 2005

durch den Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem deutschen Logistikspezialisten trans-oflex,

dessen Pakete und Paletten wir seit Jänner 2006 in Österreich abholen, befördern und zustellen.

Auch in den nächsten Jahren wollen wir die Erweiterung unseres geografischen Aktionsradius fortsetzen.

Nach ersten Schritten in der Slowakei, Ungarn und Kroatien sehen wir hier auch weiterhin

gute Möglichkeiten.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Vorwort

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz

Vorstandsdirektor

11

Dipl.-Ing. Walter Hitziger

Vorstandsdirektor


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Vorwort

12

Börsegang bringt zusätzliche Impulse

Am 30. Jänner 2006 wurde im Aufsichtsrat unseres 100%-Eigentümers, der ÖIAG (Österreichische

Industrieholding AG), der Börsegang der Österreichischen Post AG beschlossen. Die ÖIAG

war zuvor von der Österreichischen Bundesregierung ermächtigt worden, bis zu 49% des

Grundkapitals unserer Gesellschaft über die Börse zu privatisieren.

Der geplante Börsegang wird dem Unternehmen Zugang zu Finanzmitteln wesentlich erleichtern

und damit zusätzliche Impulse bringen. Die Österreichische Post AG ist nach der Transformation

der vergangenen Jahre darauf bestens vorbereitet. Als Mitglied im Kreis österreichischer

Spitzenunternehmen wollen wir unseren Erfolgskurs konsequent fortsetzen und mit

gezielten Investitionen in den weiteren Ausbau unseres Geschäfts auch einen wesentlichen

Beitrag zur Beschäftigung leisten. Gleichzeitig sichern wir die flächendeckende Versorgung in

Österreich auf höchstem Qualitätsniveau auch in einem völlig liberalisierten Postmarkt.

Mitarbeiter entscheidend für Erfolg

Unseren dynamischen Weg könnten wir nicht gehen ohne die Unterstützung unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Ihr Engagement, ihre Bereitschaft zur Veränderung und ihr

Verantwortungsbewusstsein haben die Basis der tief greifenden Veränderungen der vergangenen

Jahre gebildet und sind auch die Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unserer

ambitionierten Zukunftspläne. Der Ausbildung und Motivation unserer Mitarbeiter gilt

deshalb weiterhin unser besonderes Augenmerk. Gleichzeitig sind wir uns der sozialen

Verantwortung unseres Unternehmens bewusst und haben deshalb bei allen Restrukturierungsmaßnahmen

der vergangenen Jahre auf Konsens mit Belegschaft und Personalvertretung

gesetzt. Unser Karriere- und Entwicklungscenter, das die von der Restrukturierung

betroffenen Mitarbeiter aktiv in ihrer neuen beruflichen Entwicklung unterstützt, ist nur ein

Beispiel dafür. Nur durch breiten Konsens und gemeinsame Anstrengung war es möglich, das

heute deutlich höhere Leistungsniveau der Österreichischen Post AG zu erreichen.

Dafür möchten wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an dieser Stelle unseren Dank

aussprechen. Gemeinsam mit ihnen freuen wir uns, dass in unserem Unternehmen die EBIT-

Prämie dank der hervorragenden Ergebnisentwicklung 2005 erneut gesteigert werden konnte.

Auch für die Zukunft ersuchen wir gleichzeitig um ihre volle Unterstützung.

Ausblick

Unsere Aussichten für das Jahr 2006 sehen wir vor dem Hintergrund unserer zahlreichen

Optimierungs- und Wachstumsinitiativen durchaus positiv. Dass in Hinkunft auch Anleger an

der Entwicklung unseres Unternehmens beteiligt werden sollen, erfüllt uns mit Freude und

Stolz und ist für uns gleichzeitig Ansporn zu neuen Leistungssteigerungen.

Wien, im März 2006

Dr. Anton Wais Mag. Dr. Rudolf Jettmar Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor


Vorwort des

Aufsichtsratsvorsitzenden

❘❙❚ Erneut hat die Österreichische Post AG 2005 bewiesen, dass sie mit der

umfassenden Restrukturierung der vergangenen Jahre den richtigen Kurs

eingeschlagen hat. Weiter steigende Sendungsvolumina und Umsätze, vor

allem aber ein neuerlich deutlich positives Ergebnis dokumentieren dies

auch in Zahlen. Gleichzeitig sind mit dem Erwerb von feibra Ungarn und

der kurz vor Jahresende eingegangenen Kooperation mit trans-o-flex wieder

wichtige Schritte in der vom Unternehmen angestrebten Erweiterung

von Tätigkeitsportfolio und geografischem Fokus gelungen.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Vorwort

Die Österreichische Post AG hat ihre Hausaufgaben gemacht und sich aktiv der Herausforderung des liberalisierten

Marktes gestellt. Mit modernster technischer Infrastruktur, einem an die Marktgegebenheiten angepassten, kundenorientierten

Standortnetz und einer schlanken Unternehmensorganisation ist die ertragreiche Führung und Erweiterung

des Kerngeschäfts in Österreich sichergestellt. Parallel dazu ist die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ehrgeizigen

Wachstumskonzepts gut unterwegs, zusätzliche Umsatz- und Ertragspotenziale sowohl im Heimmarkt als

auch in ausgewählten Auslandsmärkten zu erschließen.

Für den bevorstehenden Börsegang – der Ministerrat hat der ÖIAG als derzeitiger 100%-Eigentümerin am 12. Jänner

2006 einen entsprechenden Privatisierungsauftrag erteilt – hat sich die Österreichische Post AG sehr gut positioniert.

Auch eine renommierte internationale Investmentbank hat ihr deshalb die Börsereife attestiert und wird in

ihrer Einschätzung von führenden Repräsentanten des österreichischen Kapitalmarktes bestärkt. Wenn auch der

genaue Zeitpunkt und die Details der Börseneinführung noch nicht feststehen, so erwarten Experten, dass der

Markt die Attraktivität und das Potenzial dieses Unternehmens zu honorieren weiß.

Wie für zahlreiche andere staatliche Unternehmen eröffnet sich mit dem Börsegang nun auch für die Österreichische

Post AG eine neue Dimension. Denn der Schritt auf den Kapitalmarkt sollte – durch den vereinfachten Zugang zu

finanziellen Ressourcen – langfristige eine Realisierung des geplanten Wachstumskurses ermöglichen. So gut wie alle

in den letzten Jahren von der ÖIAG ganz oder teilweise an die Börse gebrachten Unternehmen verzeichneten ein

erhebliches Geschäftswachstum und konnten im Zuge dessen auch ihre Beschäftigtenzahl erhöhen.

Für die Zukunft der Österreichischen Post AG stehen die Zeichen damit ausgesprochen positiv. Und durch den Börsegang

erhalten alle Österreicherinnen und Österreicher die Chance, auch unmittelbar an dieser Entwicklung teilzunehmen.

In besonderer Weise gilt dies natürlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, die an der

hohen Dynamik des Unternehmens den größten Anteil haben und denen daher beim Börsegang ein attraktives Beteiligungsmodell

angeboten werden soll. Für ihre hohe Leistung in der Vergangenheit, aber auch für ihr Engagement in

der Zukunft möchte ich ihnen an dieser Stelle stellvertretend für den gesamten Aufsichtsrat herzlich danken.

Mit dem Erlös aus der Privatisierung soll ein Beitrag zur Förderung und zum Ausbau der inländischen Forschung

& Entwicklung geleistet werden, der sich indirekt ebenfalls positiv auf Konjunktur- und Beschäftigungsentwicklung

auswirken wird.

Wien, im März 2006

Dr. Peter Michaelis

Vorsitzender des Aufsichtsrats

13

Dr. Peter Michaelis


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>> Divisionen

14

Divisionen

und Geschäftsfelder

Brief

Die Division Brief ist in drei Geschäftsfelder unterteilt:

Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft

besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen

bzw. Postkarten, Info.Mails (adressierten Werbesendungen),

Info.Post (unadressierter Haushaltswerbung),

Zeitungen und Regionalmedien, der Zustellung

von Sendungen aus der ganzen Welt an jede Abgabestelle

in Österreich sowie umfangreichen Dienstleistungen

auf dem Gebiet des Direct Marketing.

Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik bietet eine breite Palette an

nationalen und internationalen Paket- und Expressdienstleistungen

in diesem voll liberalisierten Marktsegment.

Als Marktführer in Österreich konzentrierte sich die Division

Paket & Logistik bislang primär auf die Zustellung an

Haushalte. In Hinkunft wird jedoch auch das Marktsegment

B2B (Business-to-Business) mit den damit verbundenen

Wachstumsoptionen bearbeitet. Neben dem Heimmarkt

Österreich ist die Österreichische Post in dieser

Division auch in der Slowakei und in Kroatien aktiv.

Filialnetz

Die Division Filialnetz betreibt mit 1.338 eigenen Filialen

und 612 externen Vertriebsstellen eines der größten flächendeckenden

Vertriebsnetze in Österreich. Postdienstleistungen,

Finanzdienstleistungen der BAWAG P.S.K.

sowie ein breites Sortiment von Handelswaren sind die

wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleistungsangebots.

Die Stärken der Division liegen in der flächendeckenden

Versorgung, der Fachkompetenz und Kundenorientierung

der Mitarbeiter sowie der hohen Qualität

der angebotenen Produkte und Dienstleistungen.

Umsatzentwicklung Division

Brief (in Mio EUR) 1)

2004

1.255,3

2005

1.290,8

Umsatzentwicklung Division

Paket & Logistik (in Mio EUR) 1)

2004

199,0

2005

211,8

Umsatzentwicklung Division

Filialnetz (in Mio EUR) 1)

2004

196,2

2005

193,8

Kennzahlen

2005

Umsatz 1) Mio EUR 1.290,8

Umsatz gesamt 2) Mio EUR 1.357,1

EBIT Mio EUR 268,9

Mitarbeiter 15.556

Kennzahlen

2005

Umsatz 1) Mio EUR 211,8

Umsatz gesamt 2) Mio EUR 257,6

EBIT Mio EUR 10,4

Mitarbeiter 2.461

Kennzahlen

2005

Umsatz 1) Mio EUR 193,8

Umsatz gesamt 2) Mio EUR 401,9

EBIT Mio EUR 8,7

Mitarbeiter 5.446

1) Außenumsatz

2) Außenumsatz plus Innenumsatz der Division


Briefpost

• Aufgabe von Briefsendungen an etwa 27.000

Stellen in Österreich

• Zustellung von Briefsendungen an 3,9 Mio

Abgabestellen in Österreich

• Täglich, flächendeckend, in höchster Qualität

• Annahme und Weiterleitung von Briefen ins

Ausland

• Durchschnittlich 4,6 Mio Briefe/Tag

• Spitzenwerte 6–7 Mio Briefe/Tag

• Mehr als 1,1 Mrd Briefe im Jahr 2005

Paket & Logistik

Infomail

• Zustellung von adressierten Werbesendungen

sowie unadressierter Haushaltswerbung

• Erstellung von Geomarketing-Streuplänen

• Adress.Management

• Lettershop-Leistungen

• 12 Mio Sendungen/Tag

• 3,1 Mrd Sendungen/Jahr

• 60% der Umsätze entfallen auf adressierte

Werbesendungen

• 40% auf Haushaltswerbung

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>> Divisionen

Medienpost

• Zustellung von Printmedien (Zeitungen

und Zeitschriften)

• in ganz Österreich

• in höchster Qualität

• in scharfem Wettbewerb

• 2,6 Mio Zeitungen/Tag

• 10% davon entfallen auf Tageszeitungen

• 45% auf Wochen- und Monatszeitungen

• 45% auf Regionalmedien und Sponsoringpost

Österreich

• Verarbeitung von rund 45 Mio Paketen und Zustellung von rund 43 Mio Paketen in Österreich/Jahr

• Zustellung an insgesamt 3,9 Mio Abgabestellen, davon 3,3 Mio Haushalte, durch eigene Paketzusteller, aber auch durch das flächendeckende

Netz der Briefzusteller (in Summe etwa 11.300 Zusteller)

• 1.338 Postfilialen als Pickup-Points für Pakete und EMS (Express Mail Service)

• Zustellung von durchschnittlich etwa 180.000 Paketen und EMS/Tag

• 90% der Umsätze entfallen auf Pakete, 10% auf EMS

International (Volumina 2005)

• Slowakei: 3,4 Mio Pakete

• Slowenien: 1,0 Mio Pakete

• Kroatien: 1,4 Mio Pakete

Postdienstleistungen

Handling von Produkten und Dienstleistungen

der Divisionen Brief sowie Paket & Logistik

und Filialprodukte (Postfach, Urlaubsfach und

Freimachungsservice)

Finanzdienstleistungen

Verkauf von Finanzdienstleistungen der

BAWAG P.S.K. aus den Produktbereichen

Sparen/Konto/Kredit/Versicherungen/Fonds

(Wertpapiere)/Bausparen

In den drei Divisionen Brief, Paket & Logistik

und Filialnetz erbringt die Österreichische

Post AG ein breites Portfolio an Leistungen

auf Spitzenniveau.

Handelswaren

Breites Sortiment an Handelswaren:

Telekommunikationsprodukte, Papier-,

Büro- und Schreibwaren, Papeterie,

Technik/Entertainment (CD, DVD, VHS)

und Lotterieprodukte

Filialnetzstruktur

• 1.338 eigene Filialen (davon 378 mit eigenen Finanzberatungszentren) • 191 Post.Partner: Betreiber sind Handels- oder Gewerbebetriebe, aber auch

Gemeinden und Tourismusverbände; sie bieten als Vertragspartner der Österreichischen Post AG ausgewählte Post- und Finanzdienstleistungen

an • 349 Post.Servicestellen – vorwiegend in Gemeindeämtern – nehmen Briefe, Pakete und Erlagscheine entgegen und bieten die Möglichkeit zur

Abholung von Sendungen • 72 Post.Abholstellen in Gemeindeämtern bieten die Möglichkeit zur Abholung von Sendungen • 2 mobile Postfilialen

(Post.Mobile) versorgen Kunden in ländlichen Gebieten mit Post- und Finanzdienstleistungen und ausgewählten Handelswaren • 1 Philatelie.Shop

15

Stand 31.12.2005


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>> Geschichte

16

500 Jahre Erfahrung

für eine erfolgreiche Zukunft

Milestones in der Geschichte der österreichischen Postbeförderung

1490

Die erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck und Mechelen

(Belgien) wird im Auftrag von Maximilian I. in Form einer Reiterpost eingerichtet.

1750

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts verkehren regelmäßig Postkutschen, die auch zur Beförderung

von Personen dienen.

1787

Postmeister Johann Georg Khumer aus Friesach (Kärnten) verwendet erstmals einen

Orts- und Tagesstempel („OT-Stempel“) und geht damit in die europäische Postgeschichte

ein. Erst ab 1867 werden Stempel mit exakter Datums- und Ortsangabe verpflichtend.

1817

Mit der Neuordnung des Portoentrichtungssystems – sie bringt vor allem die Bezahlung

der Beförderungsgebühr für Inlandsbriefe durch den Empfänger – werden 1817 die Briefkästen

allgemein eingeführt. Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts bürgern sich auch

Nachnahmesendungen und Postanweisungen ein.

1850

Die ersten Briefmarken werden in Österreich auf Postsendungen geklebt. Ebenfalls in

das Jahr 1850 fällt der erste Transport von Postsendungen per Bahn – das erste „k.k. fahrende

Postamt“ nimmt auf der Strecke zwischen Wien und Oderberg (Deutschland) seinen

Betrieb auf.

1863

In Paris findet eine internationale Postkonferenz mit 15 Teilnehmern – darunter Österreich

– statt. Sie legt vor allem Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge

fest. 1874 folgt die Gründung des Weltpostvereins, der als Grundsatz die Einheitlichkeit

des Postgebiets aller Mitgliedsländer normiert. Heute gehören dem Weltpostverein

190 Länder als Mitglieder an.

1869

Die Postkarte, eine Erfindung aus Österreich, gelangt erstmals in Umlauf. Damals noch

unter dem Titel „Correspondenz-Karte“ erhältlich, tritt sie später in abgeänderter Form

als Ansichtskarte ihren weltweiten Siegeszug an.

1875

Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage zur Beförderung

von Depeschen und Telegrammen in Wien. Das Rohrnetz wird bis 1913 auf 82,5 km Länge

ausgebaut und steht bis 1956 in Verwendung.

1916

Die ersten Hausbriefkästen werden als spezielles Kundenservice installiert. Die Hauseigentümer

müssen für die im Eigentum der Österreichischen Post stehenden Behältnisse

Gebühren entrichten.

1918

Als erstes Land der Welt führt Österreich 1918 den zivilen Flugpostdienst ein. Bereits seit

1915 wurden Einsatzbefehle und kriegswichtige Nachrichten per Flugzeug überbracht.

Ab 1928 wird Flugpost auch nach Übersee transportiert.


Als Geburtsstunde der Österreichischen Post

gilt der 1490 vom späteren Kaiser Maximilian I.

eingerichtete Postkurs von der Residenz in

Innsbruck nach Mechelen in den habsburgischen

Niederlanden.

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>> Geschichte

1966

Bereits frühzeitig etabliert Österreich ein bundesweit einheitliches Postleitzahlensystem, das an die

Stelle der bisher verwendeten Bezirksstempel tritt.

1986

Das neue Service EMS (Express Mail Service) sorgt dafür, dass Briefe und Pakete in jeder Phase ihrer

Beförderung vorrangig behandelt werden und auch bei der Zollbehandlung Priorität genießen.

1996

Am 1. Mai erfolgt die Gründung der Post und Telekom Austria (PTA). Sie ist die Rechtsnachfolgerin

der Post- und Telegraphenverwaltung.

1998

Telekom wird von Post und Postbus durch Spaltung getrennt, ein gemeinsames Dach bleibt erhalten.

1999

Rechtliche Verselbständigung der Österreichischen Post AG als mittelbare Rechtsnachfolgerin der

Geschäftszweige „Gelbe Post“ und „Postautodienst“ der ehemaligen Post- und Telegraphenverwaltung.

2000

Durch die Abspaltung des Geschäftszweigs Postautodienst an die ÖIAG nach seiner Verselbständigung

als Österreichische Postbus AG erfolgt eine Konzentration auf das Kerngeschäft.

2001

Start der Expansion in die österreichischen Nachbarländer mit dem Einstieg in den slowenischen

Markt. Im Jänner 2002 folgt die Akquisition der slowakischen Gesellschaften Slovak Parcel Service

(SPS) und In-Time. Fortgesetzt wird die Expansion 2003 mit der Übernahme der kroatischen Overseas

Trade, 2005 folgt feibra Ungarn. Damit hat sich die Österreichische Post AG in Mittel- und

Osteuropa im Paketbereich und bei unadressierten Werbesendungen in Top-Positionen etabliert.

2002

Im Geschäftsjahr 2002 erhält die Österreichische Post AG eine neue Organisationsstruktur. Parallel

dazu investiert die Österreichische Post AG seit 1999 gezielt in die Modernisierung ihrer Transportund

Verteillogistik und bereitet sich auch damit auf die bevorstehende schrittweise Marktliberalisierung

vor.

2005

Im Zuge einer marktadäquaten Segmentierung werden die bestehenden Geschäftsfelder in den

Divisionen Brief, Paket & Logistik und Filialnetz zusammengefasst.

17


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>> Qualität

18

Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit sind

die beiden zentralen Säulen, auf denen

die Qualität und damit der Erfolg eines

Postdienstleisters beruht. Tragende

Elemente einer möglichst raschen, verlässlichen

und exakten Zustellung sind einerseits

bestqualifizierte Mitarbeiter, die die

Geschwindigkeit und Serviceorientierung

vor allem in der ersten und letzten Meile

vorantreiben und ausbauen. Zweiter

bestimmender Faktor ist die logistische

Infrastruktur, an die immer höhere technische

Anforderungen gestellt werden.

In beiden Bereichen hat die Österreichische

Post AG mit ihrer Qualitätsoffensive

in den letzten Jahren enorme Fortschritte

erzielt. Um die Zustellqualität zu steigern,

wurde die Logistik flächendeckend verbessert.

In Summe wurden mehr als

300 Mio EUR in die Modernisierung und

Automation der logistischen Infrastruktur

investiert. Diese zählt damit heute zu den

modernsten Europas. Parallel dazu wurde

gezielt an einer Verbesserung interner

Prozesse, betriebsübergreifender Kommunikation,

Serviceorientierung und

Mitarbeitermotivation gearbeitet.

Der typische Weg einer Postsendung illustriert

die Bedeutung dieser wesentlichen

Qualitätsfaktoren der Österreichischen

Post AG.

Qualität =

Geschwindigkeit + Zuverlässigkeit

Die Prozesskette im Zeitablauf

ab 8.00 • Annahme

16.00 • Vorlauf

18.00 •

20.00 •

22.00 •

02.00 •

04.00 •

06.30 •

8.00–14.00 •

Sortierung

Hauptlauf

Sortierung

Nachlauf

Zustellung

Die sogenannte „erste Meile“ umfasst die

Aufgabe eines Briefes, einer Postkarte oder

eines Paketes:

1.338 Postämter mit 5.400 Mitarbeitern

191 Post.Partner, 349 Post.Servicestellen, etwa

5.000 Landzusteller

20.539 Briefkästen nehmen 140 Mio

Briefe/Jahr auf, das sind 10% aller Briefe

In Summe werden die Sendungen über täglich

ca. 480 Touren in die Verteilzentren gebracht.

6 Briefverteilzentren und

7 Paketverteilzentren

sorgen für die exakte Zuordnung und

Weiterleitung aller Poststücke.

Durch LKW und zum Teil per Bahn erfolgt der Transport

über täglich etwa 160 Touren zwischen den Verteilzentren

durchschnittlich 4,6 Mio Briefe/Tag,

12 Mio Werbesendungen,

rund 180.000 Pakete und EMS

2,6 Mio Zeitungen/Tag

In den 13 Verteilzentren arbeiten rund 2.900 Mitarbeiter

rund um die Uhr, damit die Briefe und Postkarten innerhalb

eines Arbeitstages und die Pakete längstens innerhalb von

zwei Arbeitstagen zugestellt werden.

Die sortierten Sendungen werden über täglich

460 Touren zu den 420 Brief- bzw. Paket-Zustellbasen

transportiert.

Rund 11.300 Brief- und Paketzusteller bringen die Post

zu den ca. 3,9 Mio Abgabestellen.

Mit ca. 11.000 Fahrzeugen verfügt die Österreichische

Post über den größten Fuhrpark des Landes.

Flächendeckung bedeutet in diesem Zusammenhang

auch jährlich 128 Mio gefahrene Kilometer.


Qualität ist messbar

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>> Qualität

Dank ihrer umfangreichen Qualitätsmaßnahmen hat die Österreichische Post AG ihre Zustellgeschwindigkeit in den letzten

Jahren markant erhöht. Gemessen wird dies bei Briefen laufend anhand des auch von der österreichischen Universaldienstverordnung

vorgegebenen Qualitätskriteriums „E+1“ – d.s. jene Briefe im Inlandsverkehr, die bereits am ersten Arbeitstag nach

Aufgabe zugestellt werden. Gemessen werden die Laufzeiten durch externe Institute (Info Research International, IPC) mithilfe

modernster Technologie. Eingesetzt werden dafür Testbriefe, die mit sogenannten Transpondern (kleinen Sendern) versehen

werden. Anhand der Transponder können die verschiedenen Stationen der Sendung – von der Aufgabe bis zur Zustellung –

exakt erfasst und verfolgt werden. In Summe wurden 2005 von externen Instituten in Österreich nahezu 49.000 Testbriefe

versendet, aber auch die Österreichische Post überwacht regelmäßig mit mehr als 300 Messstellen in ganz Österreich den

gesamten Produktionsprozess. Jede Abweichung wird analysiert und bearbeitet. Lag der Anteil der E+1 zugestellten Briefe im

4. Quartal 2002 noch bei 68%, konnte er mittlerweile nachhaltig über 95% gesteigert werden.

Laufende Erhöhung der

Zustellgeschwindigkeit (in %)

68,10

77,30

88,50

93,88

4.Q 02 1.Hj 03 2.Hj 03 2004 2005

95,85

Auch im Bereich Infomail werden vom unabhängigen

Marktforschungsinstitut Focus laufend

Qualitätsmessungen durchgeführt. Aufgrund

des dadurch belegten hohen Qualitätsniveaus

wurde der Österreichischen Post AG 2005 erneut

das Qualitätssiegel für die österreichweit

beste Verteilqualität bei der Werbemittelzustellung

verliehen.

Quelle: Unabhängige

Messung des Instituts

Info Research International

Hochqualifizierte Mitarbeiter und modernste technische Infrastruktur

bilden die Basis für rasche und verlässliche Leistung.

❘❙❚ Kundenzufriedenheit in den Filialen seit 2001 von

79% auf 94% verbessert

❘❙❚ Produktqualität durch innovative neue Produkte und

Dienstleistungen gesteigert

❘❙❚ Dreimalige Auszeichnung von zwei österreichischen

Standorten mit dem „Certificate of Excellence“ der

International Post Corporation (IPC); in Summe wurden

international bisher elf Standorte ausgezeichnet

❘❙❚ Über 95% der Briefe in Österreich werden am

nächsten Arbeitstag zugestellt

❘❙❚ 94% der Pakete in Österreich werden innerhalb von

zwei Arbeitstagen zugestellt

❘❙❚ Höchste Zuverlässigkeit in der Zustellung steigert

Sicherheit und Kundenzufriedenheit

19


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>> Qualität

20

Qualitätsfaktor

High Tech

Eine logistische Infrastruktur auf dem neuesten technischen Stand versetzt die Österreichische

Post AG in die Lage, ihre Dienstleistungen auf dem angestrebten hohen Qualitätsniveau

zu erbringen.

Die Bedeutung einer effizienten, möglichst exakt und vor allem schnell funktionierenden

Logistik wird anhand weniger grundlegender Zahlen schnell verständlich: Täglich müssen

bei der Österreichischen Post AG im Schnitt rund 4,6 Mio Briefsendungen, 2,6 Mio Zeitungen

und Zeitschriften, 12 Mio Werbesendungen sowie über 180.000 Pakete und EMS sortiert, zugeordnet

und mit hohem Tempo und in höchster Qualität weitergeleitet werden. In Spitzenzeiten

– etwa vor Weihnachten – erhöhen sich diese Zahlen noch um mehr als 30%, in einzelnen

Verteilzentren an manchen Tagen sogar um fast 100%.

Umfangreiche Investitionen in hochmoderne Verteilzentren

Um die effiziente Bewältigung dieser Volumina auf hohem Qualitätsniveau nachhaltig

sicherzustellen, hat die Österreichische Post AG in den letzten Jahren mehr als

300 Mio EUR in die Erneuerung bzw. Modernisierung der Verteilzentren investiert.

Viele der Stützpunkte wurden überhaupt neu errichtet, an einigen wenigen Standorten

erwies sich eine grundlegende Modernisierung als sinnvoller.

Mit insgesamt sechs hochmodernen Brief-Verteilzentren sowie sieben Verteilzentren

für den Paketbereich – vier davon an jeweils einem Standort mit der Briefverteilung

integriert – verfügt die Österreichische Post AG heute über ein Logistiknetz, das zu

den modernsten Europas zählt. Allein die Konzentration von zuvor 39 Logistikstandorten

und Subumleitungen auf nunmehr neun Standorte, die alle Brief- und Paketverteilzentren

vereinen, führte schon zu einer spürbaren Qualitäts- und Effizienzsteigerung

sowie zu einer Kostenreduktion. Die Briefzentren zeichnen dabei für die Verteilung

von Briefpost, adressierten Werbesendungen, Zeitungen und Zeitschriften

verantwortlich, die Paketzentren bearbeiten Pakete, EMS-Sendungen sowie unadressierte

Haushaltswerbung.

Verteilzentren und Haupt-Verbindungswege

Wolfurt

80 km

Innsbruck

Salzburg

Linz

Villach

Graz

Wien


Nach umfangreichen

Modernisierungsmaßnahmen

zählen die

Verteilzentren der

Österreichischen Post

AG zu den modernsten

Europas.

Einen enormen Flexibilitätsvorteil bildet die Möglichkeit, in den Paketzentren sowohl

einzelne Pakete als auch ganze Paletten entgegenzunehmen und zu verarbeiten.

Das größte Logistikzentrum der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien-

Inzersdorf. Es umfasst das im Jahr 2002 neu eröffnete Briefzentrum Wien sowie das

im abgelaufenen Geschäftsjahr eröffnete Paketverteilzentrum Wien-Süd. Mit insgesamt

knapp 1.900 Mitarbeitern und einer Hallenfläche von gemeinsam 41.500 m 2

zählt dieser Standort zu den größten und modernsten seiner Art in ganz Europa. Das

Logistikzentrum arbeitet im Mehrschichtbetrieb mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell.

Rund 50% des gesamten österreichischen Brief- und Infomail-Aufkommens

sowie rund 30% aller Pakete werden hier bearbeitet. Pro Tag sind das bis zu 4 Mio

Briefsendungen, 90.000 Pakete und 5.000 EMS. Seinen Spitzenwert im Berichtszeitraum

erreichte das Briefzentrum Wien am 20. Dezember 2005 mit der Sortierung von

5,9 Mio Briefen. Im Paketverteilzentrum betrug der bisherige Rekord 131.000 Pakete

am 16. Dezember 2005.

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>> Qualität

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Höchste technische Anforderungen

Damit die Sortierung und Verteilung von Briefen oder Paketen dem State-of-the-Art entspricht,

muss sie eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen. Wichtigste Voraussetzung für eine

rasche und exakte Bearbeitung und Weiterleitung ist die genaue Erfassung der Adresse, die

als Basis für die Zuordnung dient. Zu diesem Zweck werden die Briefsendungen vollautomatisch

durch spezielle Scanner- und OCR-Lesestationen (OCR: Optical Character Recognition)

geleitet, die im Schnitt bei rund 87% der Standardbriefe die Postleitzahl vollautomatisch

zuordnen. Der dabei entstehende digitale Code begleitet das Poststück individuell über die

Grob- und Feinverteilung bis hin zum Weitertransport. Rund 70 Adressen kann eine

Lesestation pro Minute verarbeiten. Pakete werden bereits bei der Aufgabe mit einem

Leitcode versehen, der die Basis für die Zuordnung zum richtigen Sortierziel bildet. Die

Sortierung der Poststücke erfolgt dabei über weite Strecken so genau, dass die Zusteller die

Briefe und Pakete bereits nach Zustellbezirken geordnet erhalten.

Kann eine Adresse nicht zweifelsfrei automatisch gelesen werden, wird die Sendung zunächst

durch Videocodierung erfasst und gegebenenfalls durch eigens geschulte Mitarbeiter einzeln

per Hand sortiert. Den dadurch entstehenden Mehraufwand an Zeit und Personal reduziert

die Österreichische Post AG durch laufende Informationsaktivitäten zur korrekten Adressierung.

Ebenso müssen auch nicht maschinenfähige Sendungen per Hand nachbearbeitet werden.

Um die Poststücke im Verteilzentrum effizient zwischen Anlieferung, Lesestationen, Verteilung

und Auslieferung zu bewegen, bestehen allein im Briefzentrum Wien Förderanlagen mit

einer Gesamtlänge von etwa 6,0 km. Kontrolliert wird diese komplexe Anlage über zwei

Steuersysteme, die für die korrekte, dem digitalen Code jedes Poststücks bzw. jedes Transportgebindes

entsprechende Zuordnung und Lenkung sowie für die optimale Koordination

aller Arbeitsbereiche sorgen.

Die Paketsortierung in den Verteilzentren erfolgt zwischen 18:00 und 04:00 Uhr. Die Arbeitsspitze

liegt dabei zwischen 18:00 und 21:00 Uhr, unmittelbar nachdem die untertags über

Postfilialen, Post.Partner und Landzusteller gesammelten Pakete im Verteilzentrum einlangen.

Diese müssen innerhalb weniger Stunden an die Verteilzentren in der Empfangsregion

weitergeleitet werden.

Spitzenleistung rund um die Uhr

❘❙❚ Durchschnittlich 4,6 Mio Briefe/Tag

❘❙❚ Durchschnittlich 180.000 Pakete und EMS/Tag

❘❙❚ 12 Mio Werbesendungen/Tag

❘❙❚ Etwa 1.100 LKW-Touren/Tag


Dichtes Transport- und Verteilnetz

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>> Qualität

Die rund 11.000 Fahrzeuge der

Österreichischen Post AG legen

pro Jahr insgesamt 128 Mio km

zurück.

Ergänzt wird das System der Verteilzentren neben dem flächendeckenden Netz aus Postfilialen,

Post.Partnern, Post.Servicestellen und Post.Mobilen sowie rund 11.300 Brief- und Paketzustellern

durch ein dichtes Netz von 420 Zustellbasen, die als Zwischenstützpunkte für Sammlung, Transport

und Verteilung der Poststücke dienen. Mit insgesamt ca. 11.000 Fahrzeugen (LKW, PKW,

Mopeds und Fahrräder) verfügt die Österreichische Post AG über den größten Fuhrpark des

Landes. Rund 128 Mio km legt die Flotte pro Jahr insgesamt zurück – dies entspricht etwa

3.000 Umrundungen der Erde. Dafür werden jährlich 15,2 Mio Liter Treibstoff an 1.800 Tankstellen

bezogen.

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>> Qualität

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Qualitätsfaktor

Mitarbeiter

Neben modernster Technik in Sortierung, Transport und Verteilung bildet die Qualifikation und

Kundenfreundlichkeit der Mitarbeiter einen zentralen Erfolgsfaktor für ein Postunternehmen. Gerade

auf der ersten und letzten Meile – der Aufgabe und Zustellung – sind die Mitarbeiter entscheidend für

das anerkannt hohe Qualitätsniveau, das die Österreichische Post AG in den letzten Jahren erreicht hat.

Als Dienstleistungsunternehmen mit flächendeckender Präsenz setzt die Österreichische Post AG gezielt

auf den Kontakt zu den Menschen. Durch die konsequente Orientierung an den Anforderungen des sich

ändernden Marktes hat sich die Österreichische Post AG erfolgreich als modernes, marktorientiertes

Unternehmen etabliert. Gezielte Schulungen in den Bereichen Kundenservice und Beratung tragen dazu

entscheidend bei.

Daneben werden auch monetäre Anreize geschaffen, um die Qualität zu verbessern. Neben der freiwilligen

jährlichen Erfolgsprämie gibt es für Mitarbeiter direkte Leistungsprämien. In der Division Paket &

Logistik ist dies etwa ein Qualitätsbonus, für den die Reduktion der Anzahl nicht sofort zustellbarer

Pakete als Indikator dient. In der Division Filialnetz geht das Ergebnis der Kundenzufriedenheitsmessung

der jeweiligen Filiale direkt in die Prämienbemessung der Mitarbeiter ein.

Die Servicequalität im Filialnetz der Österreichischen Post AG wird seit dem Jahr 2001 im Rahmen eines

Mystery Shopping-Projekts flächendeckend gemessen. Die aus den regelmäßigen Erhebungen ersichtlichen

deutlichen Verbesserungen belegen, dass das Unternehmen sein Bekenntnis zu konsequenter

Kundenorientierung ernst nimmt.

Die „erste Meile“

Die Österreichische Post AG beschäftigt in ihren 1.338 eigenen Filialen rund

5.400 Mitarbeiter, in deren Verantwortung die Betreuung der Postkunden liegt.

Auch die 191 Post.Partner, 349 Post.Servicestellen, 72 Post.Abholstellen und die in

der Anzahl auf etwa 5.000 aufgestockten Landzusteller gewinnen durch die

Optimierung des Filialnetzes immer mehr an Bedeutung.

Die Landzusteller – sie erledigen sowohl den Zustell- als auch den Abholservice

direkt bei den Kunden – sorgen im ländlichen Raum für eine tägliche flächendeckende

Versorgung und erfreuen sich höchster Beliebtheit.

Als „fahrende Postfilialen“ kamen im Berichtszeitraum zusätzlich zwei Post.Mobile

zum Einsatz. Diese speziell ausgestatteten Fahrzeuge bieten die meisten Services

einer herkömmlichen Filiale (somit das gesamte Portfolio des Post-Universaldienstservice)

und versorgen vorerst über zwei Routen mehrere Salzburger Gemeinden

mit Post- und Finanzdienstleistungen sowie ausgewählten Handelswaren.

Seit 2001 setzt die Österreichische Post AG mit den so genannten „Hauspostämtern“

auch auf einen speziellen „Vor-Ort-Service“ für Druckereien und Versandhäuser.

Im Rahmen dieser Dienstleistung werden die Kunden schon in der Fertigung

und der Versandvorbereitung optimal unterstützt, um die Einlieferungswege

in die Verteilzentren der Österreichischen Post AG so effizient wie möglich zu gestalten.


Die „letzte Meile“

Rund 11.300 Brief- und Paketzusteller tragen bei der Österreichischen Post AG die

Verantwortung für die verlässliche Auslieferung der Postsendungen. Als wichtiger

Faktor der Postdienstleistung spielen sie vor allem in ländlichen Gebieten eine zentrale

Rolle und bestimmen neben den Mitarbeitern in den Filialen das „Gesicht der

Post“ entscheidend.

Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG die Kompetenzen der

Zusteller – gerade in Gemeinden ohne eigene Postfiliale – massiv ausgebaut.

Heute stellen die rund 5.000 speziell geschulten Landzusteller nicht nur Briefe und

Pakete zu – sie nehmen solche auch an und übernehmen damit gleichzeitig

Aufgaben der „ersten Meile“.

Täglich im Kontakt mit den Kunden und besonders im ländlichen Bereich fixer

Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft, genießen die Zusteller höchstes Vertrauen

in der Bevölkerung. In einer Umfrage von Oekonsult erreichten die Zusteller der

Österreichischen Post AG im Berichtszeitraum überhaupt die Spitzenposition unter

allen Berufsgruppen. Dieser wertvolle Vorteil wird durch Schulungen gezielt noch

deutlicher betont. Im Hinblick auf die generelle Einführung von Hausbrieffachanlagen

bis Mitte 2006 werden für die Mitarbeiter auch speziell abgestimmte

Schulungen bezüglich der Handhabung des neuen Systems durchgeführt.

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>> Qualität

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Voller Einsatz bei der Zustellung –

ob mit einem Quad in Klosterneuburg,

auf Skiern im Vorarlberger

Damüls oder mit dem Fahrrad.


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>> Qualität

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Flächendeckender täglicher Einsatz

Als verantwortungsvolles Unternehmen legt die Österreichische Post AG Wert darauf,

auch in Zukunft eine flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen zu

gewährleisten. Mit ihrem hochwertigen Netz aus insgesamt 1.952 Vertriebsstellen

– posteigenen Filialen, Post.Partnern, Post.Servicestellen, Post.Abholstellen und

Post.Mobilen – sowie 5.000 Landzustellern sichert sie nicht nur in der Gegenwart,

sondern auch in Zukunft das gewohnt hohe Versorgungsniveau. Die Sicherheit, an

jedem Arbeitstag jeden Haushalt und jedes Unternehmen gezielt zu beliefern, ist

sowohl bei adressierten als auch bei unadressierten Sendungen ein entscheidender

Wettbewerbsvorteil.

Zur Zustellung an jedem Arbeitstag in allen Gebieten des Landes verpflichtet,

meistert die Österreichische Post AG dank des hohen Einsatzes ihrer Mitarbeiter

auch höchste Herausforderungen. Bis in 2.050 m Seehöhe reicht das Einsatzgebiet

der Zusteller, und auch Schnee und Eis stellen für sie kein unüberwindliches Hindernis

dar.

Der größte Zustellbezirk befindet sich in Jenbach in Tirol. Auf einer täglichen

Fahrtstrecke von ca. 155 km werden 260 Haushalte versorgt, teilweise führt der

Zustellungsweg auch über Deutsches Bundesgebiet.

Auch die Mitarbeiter in den Verteilzentren der Österreichischen Post AG bieten

tagtäglich Spitzenleistungen. Speziell geschultes Personal stellt hier beispielsweise

die „manuelle“ Zuordnung von Poststücken mit maschinell nicht lesbarer Adressierung

sicher. Innerhalb von Sekundenbruchteilen identifizieren sie die richtige Postleitzahl

auf diesen Briefen.

Spitzenqualität in den Filialen

Das Filialnetz der Österreichischen Post AG hat sich in den letzten Jahren nicht nur

in seinem äußeren Erscheinungsbild grundlegend geändert. Die Filialen haben sich

auch von der Servicequalität her innerhalb kürzester Zeit in moderne und marktorientierte

Kundencenters verwandelt.

Um die Kundenzufriedenheit zu evaluieren und weiter zu steigern, werden die

Filialmitarbeiter der Österreichischen Post AG regelmäßig durch anonyme Testbesuche

und Anrufe eines unabhängigen Instituts überprüft. Etwa 19.250 Einzeltests

werden dazu im Rahmen des größten österreichischen Mystery Shopping-

Projekts jährlich durchgeführt. Deren Ergebnisse bestätigen die umfangreichen

Qualitätsinitiativen der Österreichischen Post AG: Die Gesamtergebnisse in den

Filialen konnten seit dem Start des Projekts im Jahr 2001 österreichweit von einem

Zufriedenheitsgrad von 79% auf 94% gesteigert werden. Die stärkste Verbesserung

zeigte dabei mit einem Plus von 36% das kundenorientierte Verhalten der

Mitarbeiter am Telefon.


Kompetenz und Service ist aber nicht nur in den klassischen Verkaufs- und Zustellorganisationen

gefragt: Spezielle Beratung erhalten beispielsweise Business-Kunden

der Österreichischen Post AG in sechs eigenen Direct Marketing Centers. Deren

eigens ausgebildete Mitarbeiter betreuen Unternehmen in allen Fragen rund um das

Thema Direct Marketing. Neben der Beratung zur Konzeption von Direct Marketing-

Kampagnen werden hier auch die der Verteilung vor- oder nachgelagerten Zusatzleistungen

abgewickelt, wie beispielsweise Geomarketing-Streupläne, Adress-Selektionen

oder Lettershop-Leistungen. Das Ziel liegt dabei in der Erhöhung der Serviceleistung

für den Kunden durch Bündelung der Leistungen aus einer Hand.

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>> Qualität

Beratung und Kundenservice

stehen in den Filialen der Österreichischen

Post AG an oberster

Stelle.

❘❙❚ Rund 11.300 Brief- und Paketzusteller betreuen 3,9 Mio

Abgabestellen

❘❙❚ Davon sammeln 5.000 mobile Landzusteller in 2.200

Gemeinden die Post gleich direkt beim Kunden im Haus ein

❘❙❚ Die längste Tour eines Zustellers beträgt täglich 155 km

(Jenbach, Tirol)

❘❙❚ Spitzenwerte erreichen die Zusteller beim Vertrauen der

Bevölkerung in ihre Zuverlässigkeit

❘❙❚ 2005 mehr als 80 Mio Kundentransaktionen in den

Postfilialen

27


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>> Marktumfeld

28

Das Marktumfeld

im europäischen Postmarkt

Das Postwesen kann auf eine jahrhundertelange Geschichte mit laufenden

Neuerungen zurückblicken. Noch nie hat sich die Branche jedoch

mit derart hohem Tempo verändert wie heute. Haupttreiber dieser Veränderung

sind die schrittweise Liberalisierung der Postmärkte in den

Mitgliedsstaaten der EU sowie die damit verbundenen neuen Marktchancen.

Der Postmarkt im Überblick

Postdienste im Allgemeinen umfassen neben der Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten

und unadressierten Werbesendungen auch Paket- und Expressdienste. Die meisten

Postdienstleister unterscheiden zwischen Briefpost einerseits und dem so genannten KEP-

Geschäft (Kurier-, Express- und Paketzustellung) andererseits. Im Einklang damit werden

Briefpost und KEP meist in zwei eigenständigen Sparten betrieben.

Briefe

Pakete

Express- und

Kurierdienstleistungen

Private Briefe und Postkarten

Geschäftspost (Rechnungen, Kontoauszüge etc.)

Adressierte Werbesendungen

Unadressierte Haushaltswerbung

Magazine, Zeitungen

Pakete

Dokumente, Pakete, Briefe

Die ersten internationalen Logistik-Netze wurden von den US-Unternehmen UPS, FedEx und

DHL (heute ein Unternehmen der Deutschen Post) aufgebaut. Diese Unternehmen reagierten

damit auf die steigenden Anforderungen ihrer zunehmend weltweit agierenden Kunden.

Große europäische Postgesellschaften wie die holländische TNT, La Poste (Frankreich) und

Royal Mail (UK) stiegen ebenfalls in das internationale Paketgeschäft ein. Auf der Suche nach

Optimierung der Kapazitätsauslastung werden die dafür aufgebauten neuen Netzstrukturen

auch als Träger für eine komplementäre internationale Briefstrategie genutzt. Die nationalen

Anbieter versuchen, sich entweder auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren oder ebenfalls in

ergänzenden Marktsegmenten Fuß zu fassen.


Briefsendungen pro Kopf

Niederlande

1.087

Belgien 1)

807

Österreich

754

Schweden

Marktfaktoren

705 703

Dänemark

Finnland

662

Frankreich

627

United Kingdom

493

Tschechien 1)

473

Deutschland

428 419

Slowenien 2)

Ungarn

220

Portugal 3)

178

Slowakei

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>> Marktumfeld

29

Zuverlässigkeit, Tempo und hohes Vertrauen –

die wesentlichen Erfolgsfaktoren im zunehmend

liberalisierten Postmarkt.

Die Entwicklung des Marktes für Postdienstleistungen hängt im Wesentlichen von vier Faktoren ab:

• Die schrittweise Liberalisierung der Postmärkte zieht neue Marktteilnehmer an und sorgt für mehr

Wettbewerb im Markt.

• Durch die teilweise Substitution des klassischen Briefes durch elektronische Medien, insbesondere

durch E-Mail, ist das Briefaufkommen langfristig speziell im privaten Bereich rückläufig.

• Im Bereich Geschäftskommunikation hingegen ist das Sendungsvolumen bei Briefen durch die wachsende

Zahl an Firmen-Kunden-Beziehungen (Banken, Versicherungen oder auch vermehrte Mobilfunkverträge

und Verträge mit Internet-Providern) gestiegen. Zu einer weiteren Steigerung des

Briefvolumens führen die zunehmenden Aktivitäten im Direct Marketing, sowohl im Bereich der

adressierten als auch der unadressierten Werbesendungen.

• Für Wachstumspotenzial im Paketbereich sorgt der zunehmende Trend zum Internet-Shopping,

der zu erhöhtem Logistikbedarf für die Auslieferung der bestellten Waren führt.

95

1) Briefe ins Ausland, nur Mengen der nationalen Postgesellschaft

2) Briefe ins Ausland, Medienzustellung und unadressierte Werbesendungen nur nationale Postgesellschaft

3) Medienzustellung und unadressierte Werbesendungen nur nationale Postgesellschaft

Quelle: ECORYs; „Development of competition in the European postal sector“, 2005; Sendungen

umfassen: Briefe, adressierte und unadressierte Werbesendungen, Zustellung von Medienprodukten,

sowohl national als auch international


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>> Marktumfeld

30

Pakete pro Kopf

United Kingdom

Luxemburg

16,8

Deutschland

Österreich

16,0 15,8

Österreich

Schweden

Schweden

Finnland

14,5 14,5

Frankreich

Schweiz

Spanien

Niederlande

10,2 10,1

Wesentliche Erfolgsfaktoren

Niederlande

96,8 95,4 95,3 94,5 94,0 93,9 93,5 93,2 92,9 92,7 92,2 90,7

Belgien

Belgien

Anteil der innerhalb eines Arbeitstages zugestellten Briefe 1)

(in %)

Deutschland

9,7

Um im zunehmend kompetitiven Markt für Postdienstleistungen erfolgreich zu sein, muss ein Unternehmen

eine Reihe anspruchsvoller Voraussetzungen erfüllen: Im Vordergrund stehen dabei möglichst

lückenlose Zuverlässigkeit und hohes Kundenvertrauen – dicht gefolgt von Flexibilität und flächendeckender

Versorgung, die dafür sorgen, dass der Kunde jeweils entsprechend seinen Bedürfnissen und zu

fairen Preisen serviciert wird. Besonders bei Businesskunden ebenfalls sehr gefragt ist die Möglichkeit,

sämtliche benötigten Postdienstleistungen von einem Anbieter zu beziehen (One-Stop-Shopping). Eine

wesentliche Rolle für den Erfolg eines Postunternehmens spielt weiters – insbesondere im Paketgeschäft

– die Zustellgeschwindigkeit und -zuverlässigkeit. Im grenzüberschreitenden Briefgeschäft führt hohes

Tempo auch zu höheren Umsätzen, da in der internationalen Portoaufteilung kurze Laufzeiten entsprechend

honoriert werden. Weitere Erfolgsfaktoren aus Sicht des Postunternehmens bestehen im Zugang

zu den Kunden sowie in der Nutzung von Skaleneffekten durch möglichst umfassende Auslastung des

Netzes.

Italien

Dänemark

8,5

Quellen: Westeuropa:

Datamonitor 2005;

Österreich: Schätzung

Österreichische Post AG

Norwegen

Portugal

Frankreich

United Kingdom

88,1

Griechenland

84,8

Spanien

80,4 80,4

Irland

Italien

77,9

Quelle: UNEX-Studie der IPC,

Diagnostic Monitoring

3. Quartal 2005


Liberalisierung des europäischen Postmarktes

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>> Marktumfeld

Zu erheblichen Veränderungen des Umfeldes führt die Liberalisierung des Postmarktes in Europa. In

einem 1997 begonnenen Prozess werden die EU-Mitgliedsstaaten schrittweise in einen liberalisierten

Markt mit freiem Marktzutritt geführt. Qualität und Effizienz der Postdienstleistungen stehen dabei im

Mittelpunkt. Seit Verabschiedung der Postrichtlinie im Jahr 1997 treibt die EU diese Liberalisierung des

Briefpostmarktes schrittweise voran.

Die Postrichtlinie in ihrer aktuellen Fassung schreibt den EU-Mitgliedsstaaten vor, mit 1. Jänner 2006

den für die nationalen Postdienstleister reservierten Bereich auf höchstens 50 g für Briefe zu reduzieren.

Die vollständige Postmarktliberalisierung ist von der Europäischen Union für 2009 angedacht. Basis der

letztgültigen Entscheidung wird eine eingehende Analyse der einzelnen nationalen Märkte sein. Sie soll

die Umsetzbarkeit der Liberalisierung insgesamt sowie den geeigneten Zeitpunkt für die endgültige

Marktöffnung feststellen. Diese so genannte Prospektivstudie will die EU-Kommission bis Ende 2006

fertig stellen und auf ihrer Grundlage schließlich eine Empfehlung hinsichtlich des Zeitpunkts für die

vollständige Marktöffnung aussprechen.

Die Preise für Postdienstleistungen im reservierten Bereich unterliegen in Europa durchwegs einer staatlichen

Kontrolle. Preisanpassungen müssen auf Basis nachgewiesener Kostensteigerungen beim Regulator

zur Genehmigung eingereicht werden. In Österreich erfolgte die letzte Preisanpassung im reservierten

Bereich im Juni 2003.

Marktöffnung in Österreich

In Österreich wurde in Erfüllung der europäischen Vorgaben der reservierte

Bereich, aus dem die Österreichische Post AG den Universaldienst (s.u.)

finanzieren muss, mit 1. Jänner 2003 auf Briefe bis zu 100 g eingeschränkt.

Gleichzeitig wurde der Markt für Sendungen, die von Österreich ins Ausland

verschickt werden, vollständig geöffnet. In einem weiteren Liberalisierungsschritt

wurde der reservierte Bereich mit 1. Jänner 2006 auf Briefe bis

zu 50 g eingeschränkt. Die Österreichische Post erwirtschaftet etwa 53%

ihres Umsatzes im freien Wettbewerb.

31


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Marktumfeld

32

Hohe Verantwortung durch Universaldienstpflicht

Mit der Universaldienstpflicht besteht für die nationalen Postunternehmen und damit auch für

die Österreichische Post AG in der aktuellen Liberalisierungsphase eine hohe Verantwortung, aber

auch ein tendenzieller Wettbewerbsnachteil. Sie verpflichtet das Unternehmen zur Erbringung

bestimmter Postdienstleistungen, um eine flächendeckende, qualitativ hochwertige und für die

Kunden erschwingliche Versorgung zu österreichweit einheitlichen Tarifen sicherzustellen.

Betriebswirtschaftliche Überlegungen müssen dabei oft unberücksichtigt bleiben, wodurch die in

einem Wettbewerbsmarkt erforderliche Flexibilität beeinträchtigt ist. Finanziert werden sollen

die entsprechenden Leistungen aus den Erträgen des reservierten Bereichs.

Aufgrund ihrer gewachsenen Strukturen verfügen die nationalen Postgesellschaften heute weitgehend

über eine entsprechend starke Marktstellung, um diese Vorgaben zu erfüllen. Ungeachtet

zum Teil bestehender Kostenvorteile ist es neuen Wettbewerbern deshalb in vielen Ländern

nicht gelungen, gegenüber nationalen Postgesellschaften Marktanteile zu gewinnen. Die erreichten

Marktanteile blieben zumeist im unteren einstelligen Bereich. Den Ausschlag dafür

gaben die hohen Umschlagvolumina und die Qualitätsvorteile der nationalen Versorger.

Österreichische Postgesetznovelle 2005 zielt auf fairen Wettbewerb

In Österreich wurde den veränderten Marktbedingungen mit der zum 1. März 2006 in Kraft

getretenen Postgesetznovelle 2005 in einem ersten Schritt Rechnung getragen. Hauptziele der

neuen Regelung sind es, für alle Anbieter vergleichbare Wettbewerbsbedingungen im liberalisierten

Postmarkt zu schaffen und gleichzeitig die Grundversorgung auf hohem Qualitätsniveau

sicherzustellen. Die Österreichische Post AG begrüßt diese Postgesetznovelle, da sie gewährleistet,

dass in Zukunft der Sicherung der Leistungsqualität sämtlicher Anbieter höchste Priorität

zukommt. Damit setzt sie einen wichtigen Schritt hin zu einem fairen, von hoher Qualität

geprägten Wettbewerbsmarkt.

Wichtigste Regelungsbereiche der Novelle sind:

• Die Postgesetznovelle 2005 schreibt fest, dass die Marktliberalisierung im Einklang mit den

europäischen Vorgaben erfolgen soll. Damit werden auch in Österreich die Ergebnisse der von

der Europäischen Kommission beauftragten Studien (Prospektivstudie) maßgeblich sein.

• Das Auftreten immer zahlreicherer Mitbewerber auf dem heimischen Postmarkt erfordert

strengere Bestimmungen hinsichtlich Konsumentenschutz und Servicequalität. Die Postgesetznovelle

2005 trägt dieser Anforderung Rechnung, indem sämtliche Marktteilnehmer

zur Erfüllung bestimmter Qualitätsauflagen und zur Einrichtung eines Beschwerdemanagements

verpflichtet werden.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Marktumfeld

• In der Tarifgestaltung außerhalb des reservierten Bereichs besteht durch die neue

Regelung größere Flexibilität.

• Im Gegenzug erhält die Regulierungsbehörde stärkere Kontrollrechte hinsichtlich aller

Marktteilnehmer.

• Mit Beginn des Jahres 2008 erfolgt eine Ausgliederung der Regulierungsbehörde aus dem

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie durch Übertragung ihrer

Agenden an die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH.

Mit 1. Jänner 2006 wurde der reservierte Bereich von 100 g auf 50 g bei der Briefpost reduziert.

Der österreichische Postmarkt wurde damit um einen weiteren wesentlichen Teil für

den Wettbewerb geöffnet. Bereits die Postgesetznovelle 2003 hatte darüber hinaus die

Umrüstung und damit Öffnung der Hausbrieffachanlagen für den Wettbewerb vorgeschrieben.

Ab 1. Juli 2006 muss die Umrüstung der alten, mit einem Zugangsschloss versehenen

Hausbrieffachanlagen in solche mit einem Einwurfschlitz abgeschlossen sein. Die Postgesetznovelle

2005 berücksichtigt diesen Umstand, indem sie erstmals sämtlichen Anbietern von

Postdienstleistungen Qualitätsstandards vorschreibt.

33


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Erfolgreiche Entwicklung

34

Erfolgreiche Entwicklung

der Österreichischen Post AG

Die Österreichische Post AG hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen,

wettbewerbsfähigen und wirtschaftlich erfolgreichen Dienstleistungsunternehmen

entwickelt. Auf der Grundlage einer starken Marktstellung in Österreich

konnte sie ihre Position dadurch in allen relevanten Segmenten weiter festigen

und ausbauen. Damit ist die Österreichische Post AG heute nicht nur im Briefbereich,

sondern auch bei adressierten und unadressierten Werbesendungen

sowie bei Paket- und Expressdienstleistungen – also jenen Bereichen, die bereits

zur Gänze dem Wettbewerb unterliegen – sehr gut positioniert.

Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hatten alle Maßnahmen, die durch

Optimierung aller logistischen Prozesse seit dem Jahr 2000 eine Steigerung

der Zustellgeschwindigkeit anstrebten und auch erreichten. Ausgehend von

ihrem Heimmarkt hat die Österreichische Post AG parallel dazu bereits wichtige

Expansionsschritte in den Nachbarländern gesetzt. Auch hier konnte sich die

Gruppe im Paketbereich und bei unadressierten Werbesendungen in Top-

Positionen etablieren.

Markante Verbesserungen seit 2000

Zur Stärkung ihres Geschäfts im Inland hat die Österreichische Post AG in den letzten Jahren ihren Fokus

auf drei Schwerpunktbereiche gelegt:

• Vertriebsoptimierung und Kundenfokus

Zur Effizienz- und Kostenoptimierung wurde das Filialnetz des Unternehmens von rund 2.300 Standorten

im Jahr 2001 auf nunmehr 1.338 reduziert. Um die flächendeckende Versorgung auf dem gewohnt

hohen Qualitätsniveau zu sichern, wurde im Gegenzug die Zahl der externen Partnerbetriebe

auf insgesamt 612 aufgestockt (191 Post.Partner, 349 Post.Servicestellen und 72 Post.Abholstellen).

Gleichzeitig hat die Österreichische Post AG die Kundenorientierung ihrer gesamten Außenorganisation

deutlich gesteigert. Zu diesem Zweck wurden vor allem die Mitarbeiter im Kundenkontakt bedarfsorientiert

ausgebildet. Neben einer deutlichen Intensivierung des Key Account Managements

wurden auch die Kundenberater gezielt geschult, um den Kunden in Hinkunft eine höhere Wertschöpfung

aus einer Hand anbieten zu können. Parallel dazu wurde der Geschäftskunden-Vertrieb

deutlich intensiviert und durch Organisation nach Branchen eine noch bessere Kundennähe erreicht.

Sechs Direct Marketing-Centers stehen weiters für Unternehmen als Anlaufstellen für alle Belange

des Direct Marketing zur Verfügung.

• Optimierung des logistischen Netzwerks

Um auch im technischen Bereich die effiziente Bearbeitung des Postaufkommens nachhaltig optimal

sicherzustellen, hat die Österreichische Post AG zwischen 1999 und 2005 mehr als 300 Mio EUR

sowohl in die Logistik als auch in die Modernisierung bzw. den Neubau der Verteilzentren und somit

in die Zustellqualität investiert. Viele der Stützpunkte wurden dabei überhaupt neu errichtet. Mit insgesamt

sechs hochmodernen Brief-Verteilzentren sowie sieben Verteilzentren für den Paketbereich

zählt das Logistiknetz der Österreichischen Post AG heute zu den modernsten Europas.

• Qualitätsoffensive

Um die Laufzeiten von Brief- und Paketsendungen zu verkürzen, hat die Österreichische Post AG im

Jahr 2003 eine bereichsübergreifende Qualitätsoffensive gestartet. Dadurch sollten nicht zuletzt die

Vorgaben der 2002 in Kraft getretenen Universaldienstverordnung erfüllt werden, die eine Zustellung

von 95% aller Briefsendungen im Inland bereits am ersten Arbeitstag nach Aufgabe fordert (E+1).


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Erfolgreiche Entwicklung

Dazu wurde eine Fülle von Optimierungsmaßnahmen gesetzt, bei denen insgesamt eine Verbesserung

und Beschleunigung der bereichsübergreifenden Kommunikation sowie die Schaffung klarer

Standards im Vordergrund stand.

Die nachhaltige Wirksamkeit der Qualitätsoffensive wird laufend auch durch unabhängige externe

Laufzeitmessungen klar bestätigt. Lag der Anteil der E+1 zugestellten Briefsendungen im 4. Quartal

2002 noch bei 68%, konnte er mittlerweile dauerhaft über die geforderte 95%-Marke angehoben werden.

Auch im Paketbereich – in dem die Österreichische Post ein 48-Stunden-Service anbietet – konnte

eine stetige Verringerung der Laufzeiten erreicht werden. So wurden 2005 bereits 94% aller Pakete

im Inland innerhalb von zwei Arbeitstagen zugestellt. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine

Verbesserung um drei Prozentpunkte. Damit liegt die Österreichische Post AG deutlich über dem von

der Universaldienstverordnung vorgegebenen Wert von 90%. Rund 70% der Pakete im Inland werden

übrigens sogar innerhalb eines Arbeitstages zugestellt.

Mit diesen Maßnahmen hat die Österreichische Post AG die „stille Revolution“ eines Wandels vom ehemaligen

„Amt“ zu einem marktwirtschaftlichen und marktorientierten Dienstleistungsunternehmen

erfolgreich vollzogen. Sie präsentiert sich damit heute als klarer österreichischer Marktführer mit hoher

Markenbekanntheit, exzellentem Serviceniveau, moderner Logistik und einer von hohem Vertrauen

geprägten langfristigen Kundenbeziehung.

Klare Wachstumsstrategie

Mit immer neuen attraktiven Angeboten vertieft die Österreichische

Post AG die Bindung zu ihren Kunden und erhöht damit ihr Wertschöpfungspotenzial.

Mit dieser Transformation hat die Österreichische Post AG gleichzeitig eine Plattform für weiteres Wachstum

geschaffen. Um diese gute Ausgangsposition gezielt und aktiv zu nutzen, hat das Unternehmen im

Geschäftsjahr 2005 unter der Bezeichnung „2008.plus“ eine fokussierte Wachstumsstrategie für die kommenden

Geschäftsjahre definiert. Aufgrund der für Postdienstleister gegebenen Rahmenbedingungen ist

Volumenswachstum nicht im organischen Bereich, sondern primär durch Akquisitionen möglich. Daher

sollen neben der Erschließung neuer Wertschöpfungspotenziale in den bestehenden Geschäftsfeldern

auch neue Möglichkeiten in den Nachbarländern genutzt werden.

35


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Zentral- und Osteuropa

36

Erste Schritte

in der Wachstumsregion

Zentral- und Osteuropa

Potenzial Osteuropa

(Prognostiziertes BIP-

Wachstum in %)

1,7

1,9

2,2

Österreich

0,8

■ BIP-Prognose 2005

■ BIP-Prognose 2006

■ BIP-Prognose 2007

1,2

1,6

Deutschland

3,7

3,9 3,9

Ungarn

4,8

4,4 4,3

Prag

Tschechien

Wien

Ljubljana Zagreb

Overseas Trade

3,8

4,0

4,2

Slowenien

Bratislava

Budapest

Sarajevo

5,1

feibra Ungarn

Mit ihren Beteiligungen in einigen Nachbarländern

Österreichs hat sich die Österreichische Post AG bereits

gut in einer Region etabliert, die für die kommenden

Jahre erhebliches Wachstumspotenzial erwarten

lässt. Mit der Slowakei, Ungarn und Kroatien

konnten wichtige Märkte erschlossen werden.

5,5

Slowakei

6,3

In Time

Slovak Parcel Service

Belgrad

3,6

4,0

Kroatien

4,4

6,0

5,5 5,5

Bulgarien

5,2 5,3

5,0

Rumänien

In der Slowakei,

Ungarn und

Kroatien hat

die Österreichische

Post AG bereits

Fuß gefasst.

3,0

4,5

Ukraine

7,0

Quelle:

Prognose

Eurostat


Slowenien 1)

Briefe pro Kopf

178

Deutschland

125

Österreich

121

Tschechien 1)

53

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Zentral- und Osteuropa

Die Region Zentral- und Osteuropa bietet sowohl für die Österreichische Post AG als auch für

ihre Kunden Potenzial. Im Vergleich zu anderen Ländern hat Österreich aufgrund seiner geografischen

Lage und der historisch gewachsenen kulturellen Nähe die Chance und den Vorteil, in

diese Nachbarländer, aber auch in die Nachbarländer der Nachbarländer, gezielt investieren zu

können.

Zwei wesentliche Aspekte treiben die positiven Erwartungen für diese Region: Zum einen das

überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum in den Ländern Zentral- und Osteuropas, zum anderen

liegt das Postaufkommen pro Einwohner in Zentral- und Osteuropa derzeit zumeist noch

signifikant unter den Durchschnittswerten westlicher Industriestaaten.

Der Einstieg in den Nachbarländern erfolgt in vielen Fällen gemeinsam mit den Kunden der

Österreichischen Post AG. Diese „Follow-the-Customer“-Strategie ermöglicht es, mit vertrauten

Lösungen in neuer Umgebung möglichst rasch Fuß zu fassen.

Slowakei

50

Ungarn

45

1) Briefe ins Ausland, nur Mengen der nationalen

Postgesellschaft

Quelle: ECORYs; „Development of competi-

tion in the European postal sector“, 2005;

Briefe sowohl national als auch international

Werbesendungen pro Kopf

548

468

Österreich

80

397

377

Tschechien

20

■ ■ Unadressiert

■ ■ Adressiert

276

189

237

204

Deutschland

87

Slowenien 1)

33

148

127

Ungarn

21

40

31

9

Slowakei

1) unadressierte Werbesendungen nur nationale

Postgesellschaft

Quelle: ECORYs; „Development of competi-

tion in the European postal sector“, 2005;

adressierte und unadressierte Werbesendungen

sowohl national als auch international

37


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Gesellschaftliche Verantwortung

38

Anspruchsgruppen und Umfeld

der Österreichischen Post AG

Gesellschaftliche

Verantwortung

Umwelt

Die Österreichische Post AG verfügt über eine der größten Fahrzeugflotten in Österreich. Durch ständige

Modernisierung des Fuhrparks zählt dieser heute zu den umweltverträglichsten des Landes. Dazu zählt

etwa der verstärkte Einsatz von Bio-Sprit. Ihrem Umweltbewusstsein trägt die Österreichische Post AG

weiters durch eine Reihe von Initiativen zur Abfallvermeidung Rechnung.

Mitarbeiter

Der Österreichische Post Konzern trägt Verantwortung für insgesamt 25.192 Mitarbeiter. Unter dem

Motto „Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen – sozial verantwortlich bleiben“ ist es der Österreichischen

Post AG ein wichtiges Anliegen, auch weiterhin ein gefragter Arbeitgeber zu bleiben, dessen

Fokus auf der aktiven Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter liegt.

Eigentümer

Ihrem 100%-Eigentümer ÖIAG brachte die Österreichische Post AG in den letzten fünf Jahren

hohe Dividenden. Durch die erfolgreiche Restrukturierung des Unternehmens konnte eine

erhebliche Wertsteigerung erreicht werden.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf die EU-weite Öffnung der Postmärkte hat sich die Österreichische Post AG

gut auf den Wettbewerb vorbereitet. Das neue österreichische Postgesetz ist ein wichtiger

Meilenstein dafür.

Gesellschaft – Öffentlichkeit

Die Österreichische Post AG ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes und garantiert

mit ihrem flächendeckenden Netz für jeden Österreicher die Versorgung mit hochwertigen

Postdienstleistungen. Auf Basis ihrer erfolgreichen Entwicklung zahlte die Österreichische

Post AG im Jahr 2005 33,8 Mio EUR an Ertragsteuern.

Gemeinden

Flächendeckende Versorgung und offener Dialog bestimmen das Verhältnis der Österreichischen Post AG

zu den heimischen Gemeinden. Insgesamt 998 Gespräche mit Vertretern von Gemeinden hat die Österreichische

Post AG im Jahr 2005 im Rahmen eines umfangreichen Konsultationsprozesses während

der Restrukturierung ihres Filialnetzes geführt. Heute sichern 1.338 Postfilialen sowie 191 Post.Partner,

349 Post.Servicestellen und rund 5.000 Landzusteller in Bereichen, in denen ein wirtschaftlicher Betrieb

einer eigenen Postfiliale nicht mehr möglich war, die flächendeckende Versorgung.

Kunden

Ihren Kunden bietet die Österreichische Post AG in ganz Österreich Postdienstleistungen und

Kundenservice zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Attraktive Angebote, umfassende

Betreuung und hoher Einsatz der Mitarbeiter sichern die auch durch externe Überprüfungen

belegte hervorragende Qualität.

Geschäftspartner

Lieferanten und Geschäftspartner der Österreichischen Post AG werden stets fair behandelt und als

kompetente und gleichberechtigte Partner gesehen. Aufgrund ihrer soliden finanziellen Situation gilt

die Österreichische Post AG selbst seit jeher als verlässlicher und berechenbarer Geschäftspartner, der

seinen Kunden auch in schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite steht.


Als Aktiengesellschaft primär ökonomischen Grundsätzen

verpflichtet, bezieht die Österreichische Post AG zur

Sicherung einer nachhaltig positiven Entwicklung auch ökologische

und soziale Aspekte in die Unternehmensführung

ein. In verantwortungsvoller Umsetzung seiner Vision und

Strategie ist das Unternehmen bestrebt, die Interessen aller

Anspruchsgruppen angemessen zu berücksichtigen.

Gesellschaftliche und soziale

Schwerpunkte des Jahres 2005

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Gesellschaftliche Verantwortung

Durch flächendeckende Versorgung, Nähe zu Kunden

und vielfältige Maßnahmen für Mitarbeiter nimmt die

Österreichische Post AG ihre gesellschaftliche Verantwortung

wahr.

• Als erstes Unternehmen in Österreich hat die Österreichische Post AG im Jahr

2005 gemeinsam mit der Personalvertretung den Verein „post.sozial“ gegründet.

Er bietet unter anderem Ferienangebote zu sozial gestalteten Preisen sowie

eine breite Palette an vergünstigten Kulturangeboten. Aufgrund der guten Entwicklung

des Vereins ist dieses Modell auch Vorbild für andere Konzerne geworden.

• Das im Jahr 2005 gestartete Schwerpunktprogramm „Die Post ist rauchfrei –

das bringt allen was.“ soll Mitarbeiter des Unternehmens dabei unterstützen,

das Rauchen aufzugeben. Es bietet dazu eine Fülle an Möglichkeiten vom Beratungsgespräch

mit Arbeitsmedizinern bis hin zum vergünstigten Bezug von

Nikotinentwöhnungs-Präparaten.

39


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Gesellschaftliche Verantwortung

40

• Fahrsicherheitstrainings für LKW-Fahrer und Zusteller, die mit PKW ausgestattet

sind, tragen maßgeblich dazu bei, Unfällen entgegenzuwirken und die

Sicherheit der Fahrer zu steigern.

• Unter dem Titel „Post.Vital“ hat die Österreichische Post AG im Jahr 2005 ein

regionales Gesundheitsprogramm in Salzburg gestartet. Etwa 450 Mitarbeiter

des Logistikzentrums Salzburg nahmen an diesem Förderprogramm teil, das auf

eine Steigerung der physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeiter

abzielt. Sie konnten sich dabei über diverse gesundheitsbezogene Themen, so

etwa richtige Arbeitsplatzgestaltung, richtige Ernährung und Bewegung oder

Stressbewältigung informieren. „Post.Vital“ wurde mittlerweile zunächst auf die

Logistikzentren Steiermark und Oberösterreich ausgeweitet und soll bei weiterhin

erfolgreichem Verlauf auch auf andere Bundesländer ausgedehnt werden.

• Die permanente Modernisierung des LKW- und PKW-Fuhrparks ermöglicht es

der Österreichischen Post AG, die aus dem Straßentransport von Postsendungen

resultierende Umweltbelastung stetig zu verringern. Ein weiterer Beitrag zur

Entlastung der Umwelt besteht in breit angelegten Schulungen von Fahrern in

Bezug auf Treibstoff sparendes Fahren.

• Im Zuge der Filialnetzoptimierung hat die Österreichische Post AG einen umfangreichen

Konsultationsprozess mit Gemeindevertretern und Bürgermeistern

in Österreich gestartet. In knapp 1.000 Gesprächen wurden diese wichtigen

Stakeholder über Veränderungen des Filialnetzes informiert und in die Diskussion

über Alternativen in der Postversorgung einbezogen. Zur Vertiefung des

Dialogs mit allen österreichischen Bürgermeistern wurde im Dezember 2005

mit dem Postfach buergermeister@post.at eine eigene Kontaktmöglichkeit für

Anfragen und Anliegen dieser speziellen Stakeholder-Gruppe eingerichtet. Die

Österreichische Post AG kann dadurch unbürokratisch und rasch auf einlangende

Fragen und Wünsche reagieren. Die rege Inanspruchnahme dieser Kontaktmöglichkeit

bestärkt die Österreichische Post AG in dem Bestreben, den konstruktiven

Dialog mit den Bürgermeistern in Hinkunft weiter auszubauen.


Human

Resources

Als eines der wertvollsten Assets gerade eines Dienstleistungsunternehmens

genießen die Mitarbeiter bei

der Österreichischen Post AG einen hohen Stellenwert.

Ihrer Motivation, Ausbildung und Gesundheit

gelten daher zahlreiche Maßnahmen und Initiativen.

Fokus Beratungsqualität

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Human Resources

Grundstein für das hohe Serviceniveau der Österreichischen Post AG ist die

Beratungskompetenz und Kundennähe der rund 5.400 Mitarbeiter in ihren

1.338 Filialen und der Betreuer in den 612 Post.Partnerstellen, Post.Servicestellen und

Post.Abholstellen. Gerade bei diesen Mitarbeitern legt die Österreichische Post AG

daher besonderen Wert auf laufende Schulungen, um sowohl Produktkenntnis als

auch Serviceorientierung weiter zu verankern und zu vertiefen. Rund 11.100 Personentage

dienten im abgelaufenen Geschäftsjahr allein der Verkaufs- und Service-

Ausbildung dieser Mitarbeiter.

Ausbildung groß geschrieben

Wichtige Basis des Unternehmenserfolgs: Kompetente

und motivierte Mitarbeiter.

Ihr hohes Qualitätsniveau kann die Österreichische Post AG nur mit Mitarbeitern

halten und weiter ausbauen, die über das richtige Rüstzeug für den in ständigem

Umbruch befindlichen, dynamischen Markt verfügen. Neben laufenden Investitionen

in ihre Logistikinfrastruktur investiert die Österreichische Post AG deshalb massiv

in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Das umfangreiche Ausbildungsprogramm

erstreckt sich über sämtliche Unternehmensbereiche, von den Filialen

über Distribution, Logistik und Fuhrpark bis hin zum Management.

41


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Human Resources

42

Ergebnisprämie

für Mitarbeiter

(in EUR)

40

180

2002 2003 2004

350

Rund 2,3 Mio EUR wendet die Österreichische Post AG jedes Jahr für die Qualifizierung ihrer

Mitarbeiter auf. Im Geschäftsjahr 2005 betrugen die Ausbildungskosten rund 2,4 Mio EUR. Ziel

war es dabei, einen möglichst hohen Anteil der Ausbildung im Unternehmen intern zu erbringen.

Die Ausbildungen umfassten insgesamt rund 18.500 Personentage.

Einen wichtigen Impuls für die Nachwuchsvorsorge im Managementbereich setzte die Österreichische

Post AG im Berichtszeitraum mit dem Ausbau der „Post.Akademie“. Ein neues, umfassendes

Konzept fokussiert deren Aktivitäten als institutionelle Kaderschmiede zur Ausbildung

von Führungskräften aller Divisionen.

Beispiele für dieses Programm sind:

• Beginn des Traineeprogramms „Post.at – On the move“ zur Sicherstellung und Entwicklung

eines differenzierten kurz- bis mittelfristigen Managementpotenzials für Linienfunktionen

• „Go East“ – fokussiertes Management Development-Programm für die internationalen Tochtergesellschaften

• „New Yellow-Manager“ – neues Integrationsprogramm für Manager und Spezialisten zum

Thema Management Tasks & Tools

• Skill Trainings für Führungskräfte der Distribution

Motivation durch Erfolgsbeteiligung

Die laufende Anpassung der Österreichischen Post AG an die sich ändernden Markt- und Kundenbedürfnisse

setzt einen hohen Motivationsgrad der Mitarbeiter voraus. Die Österreichische

Post AG setzt dazu nicht nur auf laufende Schulungen und ein harmonisches Betriebsklima, sondern

auch auf die Beteiligung aller Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Jährlich wird deshalb

ein Anteil von 10% des im Vorjahr erwirtschafteten EBIT als freiwillige Erfolgsprämie an die Beschäftigten

des Unternehmens ausgeschüttet. So hat die Österreichische Post AG für das hervorragende

Ergebnis des Jahres 2004 eine Prämie von insgesamt 350 EUR (brutto) pro Mitarbeiter

ausgezahlt. Auch für das Geschäftsjahr 2005 erhalten die vollbeschäftigten Mitarbeiter wieder

eine freiwillige Erfolgsprämie.

Unternehmen mit Frauenpower

Laufend hat die Österreichische Post AG in den letzten Jahren den Frauenanteil in ihrer Belegschaft

erhöht, der mittlerweile auf mehr als ein Drittel (37%) angewachsen ist. Die meisten

Frauen sind dabei im Filialnetz tätig und haben hier mit einem Anteil von 56% die Männer bereits

überholt. Deutlich gestiegen ist der Frauenanteil auch in der Zustellung. Rund jeder dritte

Brief wird heute von einer Zustellerin ins Haus gebracht. Vergleichsweise viele Frauen gehören

auch dem Management der Österreichischen Post AG an: Die erste und zweite Führungsebene

ist zu 22% mit Frauen besetzt.

Von der Altersstruktur her fördert die Österreichische Post AG besonders die Beschäftigung junger

Mitarbeiterinnen: Bei den Mitarbeitern bis 25 Jahre beträgt der Frauenanteil knapp 46%.

Verantwortungsvolle Reduktion des Mitarbeiterstandes

Im Spannungsfeld zwischen Servicequalität und flächendeckender Versorgung einerseits und

der Notwendigkeit wirtschaftlicher Unternehmensführung andererseits hat die Österreichische


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Human Resources

Der Zufriedenheit, Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter

dient ein breites Portfolio an Maßnahmen der

Österreichischen Post AG.

Post AG in den vergangenen Jahren ein umfassendes Restrukturierungsprogramm durchgeführt. Dazu

musste auch der Mitarbeiterstand des Unternehmens reduziert werden. Im Bewusstsein um die

Verantwortung der Österreichischen Post AG als großes österreichisches Unternehmen erfolgte dies

unter strikter Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte und mit dem Ziel geringst möglicher Beeinträchtigungen.

Wesentliche Elemente waren dabei ein großzügig angelegter Sozialplan sowie die

Nutzung der natürlichen Fluktuation.

Im Schnitt beschäftigte der Österreichische Post Konzern im Geschäftsjahr 2005 insgesamt 25.192 Vollzeitkräfte.

Gegenüber 2004 ist der durchschnittliche Mitarbeiterstand damit um 4,4% zurückgegangen.

Zum Zeitpunkt der rechtlichen Verselbständigung am 31. März 1999 hatte die Mitarbeiteranzahl noch

31.192 betragen.

Karriere- und Entwicklungscenter

Das Karriere- und Entwicklungscenter der Österreichischen Post AG unterstützt und begleitet vorrangig

die neue berufliche Entwicklung der von Restrukturierungsmaßnahmen betroffenen Mitarbeiter des

Unternehmens. Mit dieser Einrichtung nimmt die Österreichische Post AG ihre soziale Verantwortung im

Rahmen ihrer Reorganisationsmaßnahmen wahr. Primäre Zielsetzung stellt dabei die ehestmögliche

Reintegration in den operativen Unternehmensprozess dar.

Seit Anfang 2006 werden im Karriere- und Entwicklungscenter auch interne Know-how-Träger und neue

Trainees gefördert und auf ihre zukünftige berufliche Laufbahn vorbereitet.

Gesundheitsvorsorge als Fitnessprogramm für alle Mitarbeiter

Nicht nur für das Unternehmen und seine Positionierung im Wettbewerb, sondern auch für ihre Mitarbeiter

setzt die Österreichische Post AG auf „Fitness“. Neben dem sehr niedrigen Altersdurchschnitt von

40 Jahren sorgen deshalb umfassende Initiativen im Gesundheitsbereich für das hohe Tempo und Leistungsniveau

des Unternehmens. Mit diversen gesundheitsfördernden Programmen, so etwa „Post.Vital“,

einem regionalen Gesundheitscheck, oder der gezielten Betreuung und Untersuchung der in der Nachtschicht

tätigen Mitarbeiter fördert die Österreichische Post AG die Gesundheit ihrer Belegschaft. Unter

dem Titel „Die Post ist rauchfrei“ wurde für die Jahre 2005–2007 auch eine unternehmensweite Initiative

zur Bekämpfung der Nikotinsucht gestartet.

43


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Corporate Governance

44

Corporate

Governance

Der Begriff Corporate Governance umfasst das gesamte System der

Leitung und Überwachung eines Unternehmens mit dem Ziel der nachhaltigen

Steigerung und Absicherung des Unternehmenswerts bei gleichzeitigem

Ausgleich der Interessen aller Stakeholder.

Als nationaler Marktführer mit internationaler Spezialisierung orientiert

sich die Österreichische Post AG in diesem Bereich an internationalen

Standards (International Financial Reporting Standards) sowie an den

Leitlinien und Empfehlungen des aktuellen Österreichischen Corporate

Governance Kodex. Satzung sowie Geschäftsordnung für Aufsichtsrat und

Vorstand entsprechen im Wesentlichen den Vorgaben dieses Kodex.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG leitet unter eigener Verantwortung die

Gesellschaft so, wie es das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der

Interessen des Eigentümers, der Mitarbeiter und der sonstigen Stakeholder erfordert.

Grundlegende Entscheidungen obliegen dem Gesamtvorstand. Dazu zählen insbesondere

die Konkretisierung der Ziele des Unternehmens und die Festlegung der

Unternehmensstrategie. In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind die Geschäftsverteilung

und die Zusammenarbeit der Mitglieder des Vorstands geregelt.

Im Sinne des Österreichischen Corporate Governance Kodex steht der Vorstand mit

dem Aufsichtsrat, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, in regelmäßigem

Kontakt und erörtert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das

Risikomanagement des Unternehmens.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Corporate Governance

Der Aufsichtsrat übt seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit je nach Bedeutung und fachlicher Zuordnung

der jeweils anstehenden Angelegenheiten im Plenum bzw. durch Ausschüsse aus:

• Der Gesamtaufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung sowie über die strategische

Ausrichtung des Unternehmens.

• Der Finanzausschuss (Bilanzausschuss) ist für Fragen der Rechnungslegung und der Prüfung der

Gesellschaft und des Konzerns zuständig. Dieser Ausschuss wertet die Prüfungsberichte des

Abschlussprüfers aus und berichtet darüber dem Aufsichtsrat. Ab 2006 wird der Finanzausschuss

durch den Prüfungsausschuss ersetzt.

• Als ständiger Ausschuss des Aufsichtsrats fungiert laut Geschäftsordnung das Präsidium, das aus

dem Aufsichtsratsvorsitzenden und seinem Stellvertreter besteht. Diesem Ausschuss obliegt die

Regelung der Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands, mit

Ausnahme der Bestellung und des Widerrufs der Bestellung eines Vorstandsmitglieds.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2005 fünf Sitzungen abgehalten.

Wesentliche Themen der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2005

waren die Mittelfristplanung 2008, das Wachstumsprogramm der Gesellschaft für die Jahre 2008.plus,

die Konzernstrategie der Österreichischen Post AG im Bereich KEP Domestic und die Aktivitäten der

Österreichischen Post AG in Südosteuropa.

Der Vorstand hat darüber hinaus den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah

und umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Gesamtunternehmens, der Geschäftsfelder

und der wesentlichen Beteiligungen sowie über den Geschäftsgang und die weitere

Unternehmensentwicklung informiert.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss der Österreichischen Post AG und den Konzernabschluss

zum 31. Dezember 2005 vorgelegt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einschließlich

der Notes gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) wurden von der KPMG Alpen-

Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit einem

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresund

Konzernabschluss.

Eine klare und transparente

Führung und

Kontrolle sichert die

Interessen aller Stakeholder

der Österreichischen

Post AG.

45


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Corporate Governance

46

Vorstand

Organe

Dr. Anton Wais, Generaldirektor

Verantwortlich für die Division Paket & Logistik sowie für Personalmanagement,

Konzernentwicklung und Unternehmenskommunikation,

Unternehmensrevision.

geb. 1948, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien,

danach Mitglied des Kabinetts von Dr. Josef Staribacher (Bundesministerium

für Handel, Gewerbe & Industrie) sowie diverse Managementfunktionen

in Unternehmen der Elektro-, Elektronik- und Anlagenbauindustrie,

zuletzt Mitglied des Vorstands der Siemens AG Österreich mit

Verantwortung für die Bereiche Verkehrstechnik, Energieübertragung und

-verteilung sowie Energieerzeugung.

Mit 1. Juli 1999 wurde Dr. Wais zum Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen

Post AG bestellt, die aktuelle Funktionsperiode läuft bis 30. Juni

2007.

Mag. Dr. Rudolf Jettmar, Generaldirektor-Stellvertreter

Verantwortlich für Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Treasury,

Personaladministration, Informationstechnologie, Einkauf und Recht.

geb. 1947, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien

sowie der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien,

danach Tätigkeit in diversen Steuerberatungskanzleien; Fachprüfung für

Steuerberater sowie für Buchprüfer und Steuerberater. 1982–1999

Vorstandsmitglied der Österreichischen Verkehrskreditbank.

Mit 1. August 1999 wurde Mag. Dr. Jettmar zum stellvertretenden

Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post AG bestellt, die aktuelle

Funktionsperiode läuft bis 30. Juni 2007.

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz, Vorstandsdirektor

Verantwortlich für die Division Filialnetz (Filialen, Philatelie) und die Konzernfunktionen

Produktinnovation und -management, Vertriebskoordination

und Marketing.

geb. 1963, Studium der technischen Wissenschaften an der Technischen

Universität (TU) Wien, danach verschiedene wissenschaftliche, wirtschaftspolitische

und Managementfunktionen, zuletzt als Bereichsleiter

bei Siemens AG Österreich für den Unternehmensbereich „Information

und Communication Networks“ verantwortlich.

Mit 1. März 2004 wurde Dipl.-Ing. Dr. Götz zum Mitglied des Vorstands

der Österreichischen Post AG bestellt, die aktuelle Funktionsperiode läuft

bis 30. Juni 2007.

Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Vorstandsdirektor

Verantwortlich für die Division Brief, die Serviceeinheit Brieflogistik und

die Konzernfunktionen Produktion und Logistik.

geb. 1960, Studium der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen für

Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz, danach diverse

Funktionen in der Getränkeindustrie, der Betriebsberatung und dem

Logistiksektor, zuletzt als Vorstand der Baumax AG für Einkauf und

Logistik.

Mit 1. Mai 2004 wurde Dipl.-Ing. Hitziger zum Mitglied des Vorstands der

Österreichischen Post AG bestellt, die aktuelle Funktionsperiode läuft bis

30. Juni 2007.

Kapitalvertreter

Aufsichtsrat

1) 2)

Dr. Peter Michaelis, Vorsitzender

Sprecher des Vorstands der Österreichischen Industrieholding

AG

1) 2)

Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Stellvertreter des Vorsitzenden

Mitglied des Vorstands der Österreichischen Industrieholding

AG

Dieter Bock, Mitglied

Mitglied des Präsidiums der Bundesvereinigung Logistik in

Deutschland e.V. (BVL)

Dr. Horst Breitenstein, Mitglied

Vizerektor für Infrastruktur und neue Geschäftsfelder der

Wirtschaftsuniversität Wien

Dr. Stephan Koren, Mitglied

Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden der BAWAG P.S.K.-Bank

für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG

KR Dr. Hans Jörg Schelling, Mitglied

Selbständiger Unternehmensberater – Geschäftsführender

Gesellschafter der Schelling GesmbH und der Big Deal Marken

und MarketingberatungsgesmbH sowie Geschäftsführer der

XLA GmbH

Dkfm. Hans Wehsely, Mitglied 1)

Prokurist der Siemens AG Österreich und Vorstandsmitglied der

VA TECH Vermögensverwaltung AG

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Fritz 1)

Vorsitzender des Zentralausschusses der Bediensteten der

Österreichischen Post AG

Andreas Grüneis

1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Zentralausschusses der

Bediensteten der Österreichischen Post AG

bis 13. April 2005

Helmut Köstinger

Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten der Österreichischen

Post AG

seit 14. April 2005

Martin Palensky

1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Zentralausschusses der

Bediensteten der Österreichischen Post AG

Manfred Wiedner 1)

2. Stellvertreter des Vorsitzenden des Zentralausschusses der

Bediensteten der Österreichischen Post AG

1) Finanzausschuss

2) Präsidium


Organisationsstruktur

Konzern

Österreichische

Post AG

Divisionen Geschäftsfelder, Serviceeinheiten

bzw. Landesorganisationen

Brief

Paket &

Logistik

Filialnetz

Geschäftsfeld Briefpost

Geschäftsfeld Infomail

Geschäftsfeld Medienpost

Serviceeinheit Brieflogistik

Serviceeinheit Business Services

Paketlogistik Österreich

Paketlogistik Kroatien

Paketlogistik Slowakei

Geschäftsfeld Filialen

Geschäftsfeld Philatelie

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Corporate Governance

47


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Highlights Divisionen

48

Highlights

aus den Divisionen 2005

Themenkreis Strategische Konzernentwicklung

• 100%-Übernahme von feibra Österreich

Durch Aufstockung ihres Anteils von zuvor knapp 75% auf 100% hat die Österreichische Post AG im

Jahr 2005 ihre Stellung im österreichischen Markt für Werbesendungen deutlich ausgebaut. Im Rahmen

einer Zwei-Marken-Strategie setzt die Österreichische Post AG auch weiterhin auf die hohe Bekanntheit

dieses heimischen Pioniers und Spezialisten für unadressierte Werbesendungen.

• Einstieg in den ungarischen Direct Mail-Markt

Auch in Ungarn hat sich die Österreichische Post AG durch Übernahme von feibra Ungarn – Nr. 1 bei

unadressierter Haushaltswerbung im ungarischen Markt – stark im Direct Mail-Geschäft verankert.

Ein weiterer Schritt zur Abdeckung des osteuropäischen Marktes konnte damit erfolgreich abgeschlossen

werden.

• Abgabe der Anteile an DPD-Paketdienste

Den Weg für ihren Einstieg in den B2B-Markt geöffnet hat sich die Österreichische Post AG im September

2005 durch Abgabe ihrer Finanzbeteiligung an DPD Austria. Die bisher von DPD abgedeckte

Paketzustellung im B2B-Bereich wird seit 2006 durch die Österreichische Post AG selbst wahrgenommen.

• Gründung einer Vertriebsgesellschaft in Deutschland

Seit November 2005 betreibt die Österreichische Post AG ein Vertriebsbüro in Köln. Es unterstützt die

Direct Marketing-Aktivitäten deutscher Unternehmen in Österreich und im zentraleuropäischen Raum.

Die direkte Ansprache von Businesskunden soll den Kunden – abgesehen von persönlicher Beratung –

günstigere Konditionen und der Österreichischen Post AG höhere Volumina bringen.

• trans-o-flex – Österreichische Post AG übernimmt Verantwortung für operatives Geschäft in Österreich

und Nachbarländern

Eine wichtige Ergänzung ihres Tätigkeitsportfolios hat die Österreichische Post AG Ende 2005 durch den

Abschluss eines Kooperationsvertrags mit dem deutschen Logistikspezialisten trans-o-flex eingeleitet.

In Umsetzung ihrer Wachstumsstrategie vollzieht die Österreichische Post AG damit den Einstieg in das

B2B-Geschäft im Paketbereich und stärkt so gleichzeitig die Marktposition ihrer Tochterunternehmen in

Südosteuropa. Seit 1. Jänner 2006 zeichnet die Gruppe unter dem Markennamen „EURODIS“ für die

Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten von trans-o-flex verantwortlich.

Themenkreis Hohes Serviceniveau – flächendeckende Versorgung

• Zahlreiche neue Post.Partner, Post.Servicestellen und Post.Abholstellen

Umfangreiche Initiativen zur Optimierung des Servicegrades in ländlichen Gebieten hat die Österreichische

Post AG im Jahr 2005 gesetzt. Insgesamt 72 Nahversorgungsbetriebe konnten 2005 als neue

Post.Partner gewonnen werden und bieten als lokale Vertragspartner der Österreichischen Post AG

deren Produktpalette an. Daneben stehen den Kunden 124 neue Post.Servicestellen und 38 neue

Post.Abholstellen mit umfassenden Dienstleistungen sowie zahlreiche Landzusteller mit erweiterter

Kompetenz zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der Redimensionierung des Filialnetzes der Österreichischen

Post AG ist die flächendeckende Versorgung damit weiterhin gewährleistet.


Das von der IPC

im März 2005

ausgezeichnete

Briefzentrum Wien.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Highlights Divisionen

Post.Mobil – die fahrende Postfiliale

Ein attraktives Service für Gemeinden ohne eigene Postfiliale bietet die Österreichische Post AG seit Oktober

2005 mit dem Post.Mobil. Die fahrende Postfiliale steht den Kunden jeder betreuten Gemeinde täglich

für zumindest eine Stunde zur Verfügung und bietet das gesamte Portfolio der Post-Universaldienstleistung.

Das bisher in fünf Gemeinden angebotene Service wird sehr gut angenommen.

• Österreichs größtes Mystery Shopping-Projekt bringt neue Qualitäts-Spitzenwerte

Neue Spitzenwerte im Bereich Kundenzufriedenheit erreichten die Filialen der Österreichischen Post AG

im Geschäftsjahr 2005. Im Rahmen des größten Mystery Shopping-Projekts in Österreich erhoben, wies

der sogenannte „PQ“ – Index für die Postfilial-Qualität – in allen Bereichen Steigerungsraten gegenüber

den Vorjahren auf. Mit einem Anstieg des Zufriedenheitsgrades von 79% auf 94% konnte die Kundenorientierung

seit 2001 wesentlich verbessert werden. Regelmäßig wird dazu der Grad der Kundenorientierung

in den Bereichen Kundenraum, Kontakt und Telefon bewertet. Damit ist die Messzahl PQ ein

wichtiger Indikator für das Serviceniveau des gesamten Unternehmens. Insgesamt wurden in den Filialen

im Jahr 2005 etwa 19.250 Testbesuche und -anrufe durchgeführt.

Themenkreis Laufende Leistungssteigerung

• Neue Laufzeitrekorde

Immer neue Rekordwerte erreicht die Österreichische Post AG bei der Geschwindigkeit in der Zustellung

von Brief- und Paketsendungen. Wurden 2004 noch 93,9% aller Briefe im Inland am ersten Arbeitstag

nach Aufgabe zugestellt („E+1“), konnte dieser Wert im Jahr 2005 auf über 95% weiter gesteigert werden.

Die Laufzeitmessungen wurden 2005 anhand von etwa 49.000 Testbriefen – die Mehrzahl davon

mit sogenannten Transpondern versehen – durch externe Institute vorgenommen. Über 300 interne

Messstellen überwachen darüber hinaus österreichweit den Produktionsprozess, jede Abweichung wird

analysiert und bearbeitet. Bei Paketen im Inland wurde der Anteil der am zweiten Arbeitstag nach

Aufgabe zugestellten Sendungen („E+2“) 2005 von zuvor 91% auf 94% angehoben. Damit sind nicht nur

die Vorgaben der Universaldienstverordnung klar erfüllt, die Österreichische Post AG befindet sich auch

international unter den Spitzenreitern. Als zusätzliches Service im Paketbereich bietet „Track & Trace“ die

Möglichkeit, alle wichtigen Stationen einer Inlands-Paketsendung im Internet online nachzuverfolgen.

• Briefzentrum Wien mit Spitzenleistung und internationaler Auszeichnung

Mit 5,9 Mio Briefen erreichte das Briefzentrum Wien am 20. Dezember den Verarbeitungsrekord des

Jahres 2005. Als eines der modernsten und größten Logistikzentren Europas bearbeitet die seit 2002 im

Vollbetrieb stehende Anlage sonst pro Tag bis zu 4 Mio Sendungen, erbringt aber auch in Spitzenzeiten

wie etwa dem Weihnachtsgeschäft die erforderliche Leistung in gewohnt hoher Qualität. Dies belegt

auch die im März 2005 an das Briefzentrum Wien verliehene Qualitätsauszeichnung der International

Post Corporation (IPC). Nach dem Logistikzentrum in Innsbruck hat das Briefzentrum Wien diesen Preis als

zweites Verteilzentrum für internationale Briefsendungen in Österreich erhalten. Dieses weltweit bisher

nur an elf Anlagen verliehene Qualitätssiegel streicht besonders das hohe Effizienzniveau hervor.

49

Eines der

neuen

Post.Mobile.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Highlights Divisionen

50

Themenkreis Technik – Investitionen – Modernisierung

• Neues Paketzentrum Wien-Süd

Nach nur 14 Monaten Bauzeit konnte die Österreichische Post AG im September 2005 in

Wien-Inzersdorf eine neue Drehscheibe für die Paketverteilung im Osten Österreichs in Betrieb

nehmen. Die neue Anlage – eine der modernsten Europas – hat eine Sortierleistung von

rund 120.000 Einheiten (Pakete, EMS, Info.Mail-Bunde) pro Tag. Insgesamt 42 Mio EUR hat die

Österreichische Post AG in das neue Paketzentrum investiert, das eine weitere Beschleunigung

der Paketzustellung bringt. Dabei wurde das Zentrum speziell so konzipiert, dass es

sowohl einzelne Pakete als auch gesamte Paletten entgegennehmen und verarbeiten kann.

• Offizielle Eröffnung des Verteilzentrums Villach

Im September 2005 wurde das neue Verteilzentrum Villach offiziell eröffnet. Die Vereinigung

der Brief- und der Paketlogistik für Kärnten und Osttirol sowie die bessere Verkehrsanbindung

zeigen sich bereits in einer deutlichen Effizienzsteigerung und tragen maßgeblich

zur Verkürzung der Laufzeiten der Österreichischen Post AG insgesamt bei.

• Modernisierung des Verteilzentrums Linz abgeschlossen

Eine deutliche Leistungssteigerung brachte auch die Kompletterneuerung des Verteilzentrums

Linz. Der gesamte Maschinenpark des Standorts wurde auf den letzten Stand der

Technik gebracht, im Vordergrund standen dabei die Erhöhung der Durchsatzleistung, die

Verbesserung der Leserate und die maschinelle Sortierung.

Themenkreis Neue Produkte und Services

• Innovative Angebote für Businesskunden

Die Österreichische Post AG versteht sich als Partner ihrer Businesskunden und weitet ihr

Serviceangebot besonders im Bereich Werbesendungen laufend aus. So wurde beispielsweise

die Treffsicherheit unadressierter Werbesendungen im Jahr 2005 durch einen Ausbau

der Leistungen im Geomarketing deutlich erhöht. Auch die Analyse-Tools in diesem Bereich

wurden deutlich erweitert. Gleichzeitig baut die Österreichische Post AG ihre Wertschöpfungskette

durch Übernahme früher vom Kunden abgedeckter Leistungen laufend aus.

• Medienpost: neue umfassende Leistungspakete für Verlage

Für den sehr speziellen Markt der Printmedienzustellung hat die Österreichische Post AG

im Geschäftsjahr eine Reihe neuer Angebote entwickelt. Mit einem breiten Paket an Abo-

Services – es umfasst beispielsweise die Erstellung von Leserprofilen oder maßgeschneiderte

Leistungen im Adressmanagement – werden die Aktivitäten der Verlagskunden zur

Abonnentengewinnung aktiv unterstützt. Erfolgreich umgesetzt wurde in Wien die Hauszustellung

von Tageszeitungen an Samstagen durch eine eigene Tochtergesellschaft.

• Zusätzliche Kundenvorteile durch Pickup.Paket

Eine deutliche Komfortverbesserung erzielte die Österreichische Post AG im Jahr 2005 durch

die Ausweitung des zuvor in Wien und Salzburg-Stadt getesteten Services Pickup.Paket auf

ganz Österreich. Es bietet dem Kunden die Möglichkeit, Sendungen des Versandhandels in

einer für ihn günstig gelegenen, im Vorhinein definierten Filiale abzuholen. Bei Eintreffen

des Pakets wird der Kunde wahlweise per SMS bzw. E-Mail benachrichtigt. Durchgehende


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Highlights Divisionen

Transparenz in der Beförderung von Paketen bietet weiters das Service Track & Trace, mit dem

die wesentlichen Stationen des Sendungslaufes online verfolgt werden können. Dieses Service

wurde 2005 auch auf weltweite EMS-Sendungen ausgeweitet.

Themenkreis Briefmarken/Philatelie

• 58 neue Sondermarken

58 neue Sondermarken hat die Österreichische Post AG im Geschäftsjahr 2005 auf den

Markt gebracht. Als besonders erfolgreich erwiesen sich die beiden Weihnachtsmarken mit

annähernd 10 Mio verkauften Exemplaren sowie die Sujets mit Heidi Klum, Stephan Eberharter,

Jochen Rindt und Niki Lauda. Abgesehen von den Weihnachtsmarken war die Sonderbriefmarke

„In memoriam Johannes Paul II.“ (Nominale 1 EUR) mit rund 800.000 verkauften

Exemplaren der größte Erfolg.

• „Edelweiß“ – erste gestickte Marke

Eine philatelistische Sensation lieferte die Österreichische Post AG 2005 mit der ersten

gezähnten Stickereibriefmarke der Welt. In Kooperation mit dem österreichischen Traditionsunternehmen

Hämmerle & Vogel entstanden, kam das Edelweiß-Motiv in einer

Auflage von 400.000 Stück mit einem Nominale von 3,75 EUR auf den Markt und fand

besonders bei Sammlern enormen Anklang. Die Marke ist weitgehend ausverkauft.

• Flagship-Store für Briefmarkensammler

Mit dem Philatelie.Shop in der Wiener Kärntner Straße bietet die Österreichische Post AG seit

September 2005 besonders Sammlern und Touristen einen attraktiven, spezialisierten Pointof-Sale.

Auf rund 80 m 2 bietet er neben dem gesamten philatelistischen Portfolio der Österreichischen

Post AG auch Zubehör sowie ausgewählte Produkte aus dem Bereich der Numismatik.

• Meine.Marke

Die „personalisierte“ Briefmarke der Österreichischen Post AG erfreut sich seit ihrer Einführung

im Herbst 2003 sowohl bei Privat- als auch bei Firmenkunden größter Beliebtheit.

Bis Ende 2005 sind rund 7.500 Bestellungen mit ebenso vielen Motiven eingelangt, in Summe

wurden davon mehr als 5 Mio Stück gedruckt.

51


Umsatz 2005: +2,9%

EBITDA 2005: +10,2%

EBIT 2005: +25,3%

Periodenergebnis

2005: +99,8%


Die Post bringt seit

Jahren positive Erträge.

Diese Entwicklung kann

sich sehen lassen.

Die Post bringt allen was.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Umfeld | Rahmenbedingungen

54

BIP Österreich: +1,9%

Konzernlagebericht über

das Geschäftsjahr 2005

Der Lagebericht enthält auch Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung

der Konjunktur und des Konzerns beziehen. Alle Prognosen stellen Einschätzungen dar,

die auf Basis der zum Erstellungszeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen

wurden und daher von der tatsächlich eintretenden Entwicklung abweichen können.

Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung

automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen

Das Bruttoinlandsprodukt der österreichischen Wirtschaft zeigte im Jahr 2005 im Vergleich

zum westeuropäischen Umfeld eine recht positive Tendenz und verzeichnete eine Steigerung

von 1,9%. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen – insbesondere hervorgerufen durch die

Konjunkturschwäche des Euroraumes – entwickelte sich die Auslandsnachfrage besser als

erwartet.

In den neuen EU-Mitgliedsstaaten und den südosteuropäischen Beitrittsländern setzte sich

die positive Konjunkturentwicklung der vergangenen Jahre auch 2005 weiter fort.

Generell ist auf dem europäischen Briefmarkt ein Konsolidierungsprozess von alternativen

Zustellnetzwerken zu verzeichnen. Nationale Postgesellschaften verzeichneten bis dato nur

geringe Marktanteilsverluste. Der Briefmarkt in Europa blieb im Berichtszeitraum weiterhin

stabil. Der leichte Rückgang – bedingt durch die Substitution des klassischen Briefes durch

elektronische Medien – konnte durch ein Wachstum bei adressierten und unadressierten

Werbesendungen kompensiert werden. Die Liberalisierung des europäischen Postmarktes

verläuft plangemäß, Großbritannien hat den Markt vorab bereits vollständig geöffnet.


Der österreichische Briefmarkt konnte im vergangenen Jahr ein leichtes Wachstum verzeichnen.

Gemäß den europarechtlichen Vorgaben wurde mit 1. Jänner 2006 der nächste Liberalisierungsschritt

in Österreich umgesetzt und der reservierte Bereich auf Briefe bis zu 50 g

gekürzt. In der ab 1. März 2006 geltenden Postgesetznovelle wurden weitere Liberalisierungsschritte

gemäß den europarechtlichen Vorgaben festgelegt.

Auf dem europäischen Paket- und Logistikmarkt erfolgte wie im Briefbereich eine Wettbewerbskonzentration.

Verstärkt ist der Einstieg der Anbieter in die Kontraktlogistik zu beobachten.

Es werden alle Dienstleistungen im Logistikbereich aus einer Hand angeboten.

Erfreulicherweise konnte der österreichische Markt im Bereich Paket und Logistik ein leichtes

Wachstum verzeichnen. Ausschlaggebend dafür war ein verstärktes Aufkommen der Einkäufe

über das Internet.

Weitere Erläuterungen zum Marktumfeld sind den Beschreibungen der jeweiligen Division zu

entnehmen.

Quellen: IFO, IHS; jeweils Stand 12/2005

Änderung in der Berichtsstruktur

Zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte werden die Aktiva, Passiva und Ergebnisgrößen der

aufgegebenen Versicherungssparte (Postversicherung AG), die im Geschäftsjahr 2004 noch in

den Konzernabschluss einbezogen wurden, in gesonderten Positionen als aufgegebener

Geschäftsbereich dargestellt.

Ertragslage

Der Geschäftsverlauf des Österreichischen Post Konzerns hat im Jahr 2005 die positive

Tendenz der letzten Jahre ungebrochen fortgesetzt. Sowohl die Umsatz- als auch die

Ergebnisentwicklung hat sich verbessert. Dank stetiger Optimierungs- und Modernisierungsmaßnahmen

ist es 2005 gelungen, den Konzernumsatz um 2,9% auf 1.701,6 Mio EUR zu

steigern.

Die Verteilung dieses Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der

Division Brief, auf die ein Anteil von 75,8% am Gesamtvolumen entfällt. Die Division Paket

& Logistik, in der die Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen zusammengefasst werden,

trug mit 12,5% zum Konzernumsatz bei, 11,4% erwirtschaftete die Division Filialnetz, sonstige

Umsätze betrugen 0,3%.

Umsatz nach Divisionen 1)

1) Außenumsatz der Divisionen

Geschäftsverlauf 2005

Mio EUR 2004 2005 Veränderung Verteilung

in % in %

Umsatz Konzern 1.654,4 1.701,6 +2,9 100,0

Brief 1.255,3 1.290,8 +2,8 75,8

Paket & Logistik 199,0 211,8 +6,4 12,5

Filialnetz 196,2 193,8 -1,2 11,4

Sonstige 3,9 5,2 +33,3 0,3

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht| Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

Leichtes Wachstum im

Briefmarkt

Umsatz

(in Mio EUR)

1.654,4

12,5%

1.701,6

2004 2005

Umsatz nach Divisionen 1)

00,3%

011,4%

75,8%

■ Brief

■ Paket & Logistik

■ Filialnetz

■ Sonstige

1) Aufteilung gemäß Außenumsatz

55


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

56

EBITDA um

10,2% verbessert

EBITDA

(in Mio EUR)

203,1

2004 2005

223,8

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Österreichischen Post Konzerns zeigt für die Jahre

2004 und 2005 folgendes Bild:

Mio EUR 2004 2005 Verteilung Veränderung

2005 2004/2005

in % in %

Umsatzerlöse 1.654,4 1.701,6 100,0 +2,9

Sonstige betriebliche Erträge 73,0 52,9 3,1 -27,5

Materialaufwand und Aufwand

für bezogene Leistungen -241,8 -241,9 14,2 0

Personalaufwand -1.046,6 -1.064,0 62,5 +1,7

Sonstige betriebliche Aufwendungen -236,7 -223,5 13,1 -5,6

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0,7 -1,3 0,1 -

EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,

Steuern und Abschreibungen) 203,1 223,8 13,2 +10,2

Abschreibungen -120,9 -120,8 7,1 -0,1

EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 82,2 103,0 6,1 +25,3

Sonstiges Finanzergebnis -5,4 -2,1 0,1 +61,1

EBT (Ergebnis vor Steuern) 76,7 100,9 5,9 +31,6

Ertragsteuern -29,9 -10,9 0,6 -63,6

Ergebnis nach Ertragsteuern 46,8 90,1 5,3 +92,3

Ergebnis aus aufgegebenen

Geschäftsbereichen 3,2 9,8 0,6 -

Periodenergebnis 50,0 99,9 5,9 +99,8

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 62,5% am Gesamtumsatz die größte Aufwandsposition

des Österreichischen Post Konzerns. Hier zeigten die in den vergangenen

Jahren erfolgreich umgesetzten Kostenreduktionsmaßnahmen erneut positive Erfolge. Die

Notwendigkeit von Vorsorgen für Personalanpassungen führte allerdings dazu, dass der

Personalaufwand insgesamt gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegen ist.

Weitgehend konstant geblieben ist 2005 der Materialaufwand einschließlich des Aufwandes

für bezogene Leistungen. Sein Anteil beträgt unverändert ca. 14,2% vom Umsatz.

Aufgrund geringerer Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen reduzierten sich die Sonstigen

betrieblichen Erträge im Berichtszeitraum auf 52,9 Mio EUR. Sie beinhalten größtenteils Mieterträge

und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten ebenfalls um 5,6% auf 223,5 Mio EUR

reduziert werden.

Das EBITDA betrug 223,8 Mio EUR und lag damit um 10,2% über dem Vergleichswert des

Vorjahres. Die EBITDA-Marge konnte auf nunmehr 13,2% gesteigert werden.

Die Abschreibungen auf das Sachanlage- und immaterielle Vermögen des Österreichischen

Post Konzerns beliefen sich 2005 auf 120,8 Mio EUR. Dies verdeutlicht die hohen Investitionen

in Anlagentechnik und Logistiknetze, die der Österreichische Post Konzern in den letzten

Jahren zur Verbesserung seiner Leistungsqualität vorgenommen hat.


EBIT nach Divisionen

Mio EUR 2004 2005 Veränderung

2004/2005

in %

EBIT Gesamt 82,2 103,0 +25,3

Brief 235,3 268,9 +14,3

Paket & Logistik -16,7 10,4 +162,3

Filialnetz -10,2 8,7 +185,3

Sonstiges/Konsolidierung -126,2 -184,9 -46,5

Das EBIT des Österreichischen Post Konzerns verbesserte sich um 25,3% auf 103,0 Mio EUR.

Auf die Division Brief entfallen 268,9 Mio EUR, die Division Paket & Logistik steuerte

10,4 Mio EUR bei, und das Filialnetz erwirtschaftete 8,7 Mio EUR. Der Bereich Sonstiges/Konsolidierung

wies einen Abgang von 184,9 Mio EUR auf.

Im Bereich Sonstiges/Konsolidierung werden zum einen die Beziehungen zwischen den

Divisionen eliminiert, zum anderen sind hier beispielsweise die Bereiche Immobilien, EDV-

Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit „Karriere- und Entwicklungscenter“ erfasst.

Das Sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns verbesserte sich im

Geschäftsjahr 2005 von zuvor minus 5,4 Mio EUR auf minus 2,1 Mio EUR. Hier schlugen sich

vor allem die geringeren Finanzverbindlichkeiten positiv nieder.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug 100,9 Mio EUR. Es liegt damit um 31,6% über dem

Vorjahresniveau.

Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 10,9 Mio EUR ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern

von 90,1 Mio EUR. Hier konnte gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 92,3% erzielt werden.

Das Periodenergebnis des Österreichischen Post Konzerns beträgt 99,9 Mio EUR nach

50,0 Mio EUR im Jahr 2004 und hat sich somit nahezu verdoppelt. Das Periodenergebnis des

Jahres 2005 wird zur Gänze der Alleinaktionärin des Mutterunternehmens zugerechnet,

wohingegen vom vorjährigen Periodenergebnis 2,9 Mio EUR den Anteilen anderer Gesellschafter

und 47,1 Mio EUR der Alleinaktionärin des Mutterunternehmens zugerechnet

wurden.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

EBIT

(in Mio EUR)

82,2

2004 2005

Periodenergebnis

(in Mio EUR)

50,0

2004 2005

103,0

EBIT um 25,3% gesteigert

99,9

57


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

58

Bilanzstruktur

Aktiva 2004 2005 Struktur

Mio EUR 2005

in %

Langfristiges Vermögen 1.011,4 997,4 63,8

Kurzfristiges Vermögen 393,7 542,6 34,7

Zur Veräußerung gehaltene langfristige

Vermögenswerte und aufgegebene

Geschäftsbereiche 390,6 23,0 1,5

1.795,7 1.563,0 100,0

Solide Bilanzstruktur

Nettofinanzmittelüberschuss

Die Bilanzstruktur des Österreichischen Post Konzerns spiegelt die positive Unternehmensentwicklung

der letzten Jahre wider.

Die Bilanzsumme des Österreichischen Post Konzerns zum 31. Dezember 2005 beträgt

1.563,0 Mio EUR und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Veräußerung der

Postversicherung AG wesentlich reduziert.

Aktivseitig entfällt diese Summe überwiegend auf Langfristiges Vermögen (63,8% der Bilanzsumme).

Innerhalb des Langfristigen Vermögens nimmt die Position „Sachanlagen“ mit 728,7 Mio EUR

die bedeutendste Stellung ein.

Die größten Posten innerhalb des Kurzfristigen Vermögens sind mit 298,5 Mio EUR

„Forderungen und andere Vermögenswerte“ und mit 174,5 Mio EUR „Zahlungsmittel und

Zahlungsmitteläquivalente“.

Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme zum überwiegenden Teil aus Eigenkapital und Langfristigen

Verbindlichkeiten (in Summe 71,9%) und zu 28,1% aus Kurzfristigen Verbindlichkeiten

zusammen.

Die Langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 361,3 Mio EUR beinhalten in großem Ausmaß

Rückstellungen wie etwa für Jubiläumsgelder, für Abfertigungen oder für Unterauslastung.

Bei den Kurzfristigen Verbindlichkeiten dominieren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen.

Der Österreichische Post Konzern weist derzeit einen Nettofinanzmittelüberschuss auf. Dieser

errechnet sich aus der Differenz aus dem verzinslichen Fremdkapital von minus 369,1 Mio EUR

und den verzinslichen Aktiva (liquide Mittel, Forderungen) von 397,1 Mio EUR und beträgt

somit 28,0 Mio EUR.

Bilanzkennzahlen

Vermögens- und Finanzlage

Mio EUR 2004 2005

Verzinsliches Fremdkapital -293,1 -369,1

Verzinsliche Aktiva 196,6 397,1

Nettofinanzmittelüberschuss

bzw. Nettoverschuldung -96,5 28,0

Passiva 2004 2005 Struktur

Mio EUR 2005

in %

Eigenkapital 712,5 762,1 48,8

Langfristige Verbindlichkeiten 287,5 361,3 23,1

Kurzfristige Verbindlichkeiten 421,0 439,6 28,1

Verbindlichkeiten aufgegebene

Geschäftsbereiche 374,7 - -

1.795,7 1.563,0 100,0


Cash-Flow

Mio EUR 2004 2005

Cash-Flow aus dem Ergebnis 248,3 283,9

+/– Veränderungen im

Nettoumlaufvermögen -48,7 -4,6

+/– Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit

von aufgegebenen Geschäftsbereichen -6,0 0,0

= Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 193,6 279,4

+/– Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -95,3 -74,0

= Free Cash-Flow 98,3 205,4

+/– Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -64,4 -81,3

= Nettozunahme des

Finanzmittelbestandes 33,9 124,2

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis des Österreichischen Post Konzerns betrug 2005

283,9 Mio EUR (2004: 248,3 Mio EUR). Die Veränderung ist größtenteils auf die verbesserte

Ertragskraft und die geringere Steuerbelastung zurückzuführen.

Unter Einbeziehung der Veränderungen im Nettoumlaufvermögen von minus 4,6 Mio EUR

ergab sich ein Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit von 279,4 Mio EUR (2004: 193,6 Mio EUR).

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit betrug minus 74,0 Mio EUR.

Insgesamt ergibt sich damit für das Jahr 2005 ein positiver Free Cash-Flow von 205,4 Mio EUR

(2004: 98,3 Mio EUR ).

Investitionen

Nach relativ hohen Investitionen in den vergangenen Jahren, die im Rahmen eines Modernisierungsprogramms

anfielen, sind die Investitionen im Jahr 2005 etwas gesunken. Der

Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag in den Jahren 1999 bis 2002, in denen der Konzern

pro Jahr regelmäßig über 100 Mio EUR investierte, während dieser Wert 2005 bei rund

74 Mio EUR lag. Diese Mittel wurden überwiegend für die Modernisierung der Verteilzentren

und des Filialnetzes sowie für den Aufbau einer zeitgemäßen und zukunftssicheren IT-Infrastruktur

eingesetzt.

Der in den Investitionen enthaltene Anteil der systemerhaltenden Ersatzinvestitionen in den

Fuhrpark, Maschinenpark, EDV-Anlagen, für Büro- und Geschäftsausstattung und Gebäudeinstandsetzungen

liegt pro Jahr in einer Größenordnung von 20 bis 30 Mio EUR.

Die bedeutendsten Einzel-Investitionsprojekte des Jahres 2005 waren die Fertigstellung des

Paketverteilzentrums Wien (rund 7 Mio EUR), die Modernisierung weiterer Filialstandorte

(„Post.Shops“ – ca. 4 Mio EUR) und der Ankauf eines Grundstücks (rund 20 Mio EUR).

Erwerb und Abgabe von Beteiligungen

Im Jahr 2005 investierte der Österreichische Post Konzern insgesamt 20,5 Mio EUR in den

Erwerb von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen (2004: keine Investitionen). Der

größte Anteil davon entfiel auf den Kauf der restlichen 25% an der österreichischen feibra

GmbH.

An Deinvestitionen erfolgte im Jahr 2005 vor allem der Verkauf der Postversicherung AG

sowie die Abgabe der Anteile an den Unternehmen Lagermax, Schachinger und Gebrüder

Weiss (DPD-Vertrag).

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

Cash-Flow aus dem Ergebnis

(in Mio EUR)

248,3

2004 2005

283,9

Investitionen rund

74 Mio EUR

59


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

60

Konservative Risikopolitik

Zahlreiche neue Services

Mitarbeiterstand um 4,4%

gesunken

Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung

des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art.

Im Österreichischen Post Konzern bestehen klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative

Richtlinien für die Behandlung von finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem Regelwerk, das Ziele, Grundsätze, Aufgaben und

Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe,

um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Im Österreichischen Post Konzern wurde eine Reihe von Risikoarten identifiziert, für die

jeweils geeignete Maßnahmen zur Behandlung dieser Risiken gesetzt wurden. Details dazu

sind dem Konzern-Jahresabschluss 2005 zu entnehmen.

• Liquiditätsrisiko

• Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

• Zinsänderungsrisiko

• Währungsänderungsrisiko

• Organisatorische Risiken

Innovationsmanagement

Für den Österreichischen Post Konzern als klassisches Dienstleistungsunternehmen besteht

Innovation einerseits in der Entwicklung und Markteinführung neuer Ideen und Services, die

Mehrwert für die Kunden des Unternehmens schaffen. Andererseits bildet die Weiterentwicklung

von Prozessen und Infrastruktur auf den neuesten Stand der Technik einen wichtigen

Schwerpunkt in diesem Bereich.

Der Österreichische Post Konzern hat in diesem Sinn 2005 wieder zahlreiche innovative neue

Services auf den Markt gebracht. So wurde etwa das Pickup.Paket österreichweit eingeführt,

weiters wurden die Leistungen im Geomarketing ausgebaut und damit die Treffsicherheit

unadressierter Werbesendungen deutlich erhöht. Auch in der Ausgestaltung neuer Prozesse

erfolgte 2005 eine deutliche Weiterentwicklung.

Einen wichtigen Beitrag im Bestreben um laufende Innovation und in der stetigen Suche nach

Verbesserungspotenzialen leistet das strukturierte Ideenmanagement des Österreichischen

Post Konzerns.

Mitarbeiter

Die Zahl der durchschnittlichen Vollzeitkräfte des Österreichischen Post Konzerns reduzierte

sich 2005 um 4,4% auf nunmehr 25.192 Mitarbeiter. Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist

in der Division Brief tätig, in der wiederum die landesweit tätigen Zusteller die zahlenmäßig

größte Gruppe stellen.


Mitarbeiter nach Divisionen 1)

Mio EUR 2004 2005 Anteil

in %

Brief 16.330 15.556 61,7

Paket & Logistik 2.705 2.461 9,8

Filialnetz 5.702 5.446 21,6

Sonstige 1.605 1.729 6,9

Gesamt 26.342 25.192 100,0

1) Jahresdurchschnitt, Vollzeitkräfte

Der überwiegende Teil der Mitarbeiter des Konzerns ist in der Österreichischen Post AG

beschäftigt (24.177). Die verbleibenden 1.015 Mitarbeiter arbeiten in den in den

Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen.

Laufende Aus- und Weiterbildung

Etwa 13.000 Mitarbeiter nahmen 2005 an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil, für die

insgesamt ca. 2,4 Mio EUR aufgewendet wurden. Zusätzlich fand eine Vielzahl an

Fachschulungen in den einzelnen Organisationseinheiten statt.

Einen Schwerpunkt der Personalentwicklung bildete 2005 die Umsetzung eines neuen,

umfassenden Konzeptes, das einen Ausbau der Aktivitäten der Post Akademie als institutionelle

Kaderschmiede zur Ausbildung von Führungskräften aller Divisionen vorsieht.

Ziel des Österreichischen Post Konzerns für das Jahr 2006 ist es, weiter an der Optimierung

der internen Leistungsprozesse zu arbeiten und gleichzeitig strategische Wachstumspläne zu

verfolgen.

Die Festigung des erreichten Qualitätsstandards und die weitere internationale Vernetzung – ob

durch Partnerschaften oder durch Akquisitionen – stehen dabei im Mittelpunkt. In Österreich

wird im Paketgeschäft nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit trans-o-flex nun

auch der Einstieg in den B2B-Markt (Pakettransport zwischen Unternehmen) vorangetrieben.

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ausblick für 2006

Am 30. Jänner 2006 wurde im Aufsichtsrat des Post-Eigentümers ÖIAG (Österreichische

Industrieholding AG) der Börsegang der Österreichischen Post AG beschlossen. Die ÖIAG

wurde ermächtigt, die Platzierung von bis zu 49% des Grundkapitals der Post in einem öffentlichen

Angebot in Österreich sowie im Wege einer Privatplatzierung bei internationalen

Investoren vorzubereiten.

Die am 12. Jänner 2006 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Postgesetznovelle 2005

(Inkrafttreten per 1. März 2006) sieht eine Marktliberalisierung im Einklang mit den europäischen

Vorgaben vor.

Weiters wurden im Wesentlichen die Leistungen des Universaldienstes für Postdienstleistungen

sowie die Qualitätsanforderungen für Marktteilnehmer definiert.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Geschäftsverlauf

2,4 Mio EUR für Aus- und

Weiterbildung

Optimierung der

Leistungsprozesse

61


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Brief

62

Briefpost, Infomail,

Medienpost

Umsatz um 2,8% auf

1.290,8 Mio EUR gestiegen

Division

Brief

Marktumfeld

Der Briefmarkt in Österreich ist einerseits geprägt von den regulativen Rahmenbedingungen

und andererseits von den neuen, durch die elektronischen Medien veränderten

Kommunikationsgewohnheiten. Ein großer Teil des Geschäftes dieser Division unterliegt

bereits dem freien Wettbewerb.

Profil der Division

Die Division Brief ist in drei Geschäftsfelder unterteilt: Briefpost, Infomail und Medienpost.

Das Kerngeschäft besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen bzw. Postkarten,

Info.Mails (adressierten Werbesendungen), Info.Post (unadressierter Haushaltswerbung),

Zeitungen und Regionalmedien, der Zustellung von Sendungen aus der ganzen Welt an jede

Abgabestelle in Österreich sowie umfangreichen Dienstleistungen auf dem Gebiet des Direct

Marketing.

Highlights 2005

• 100%-Übernahme von feibra Österreich und feibra Ungarn – Stärkung der Position in der

Zustellung unadressierter Haushaltswerbung

• Gründung der Vertriebsgesellschaft Austrian Post International in Deutschland

• Eröffnung des Logistikzentrums Villach

• Verteilzentrum Wien-Inzersdorf durch die International Post Cooperation (IPC) ausgezeichnet

Geschäftsentwicklung 2005

Der externe Umsatz der Division Brief konnte 2005 mit 1.290,8 Mio EUR erneut über den

Vergleichswert des Vorjahres gesteigert werden. Dabei verzeichneten sämtliche

Geschäftsfelder, die der Division Brief zugeordnet sind, Umsatzzuwächse.

Das Geschäftsfeld Briefpost steigerte dabei seine Umsätze um 1,8% auf 782,4 Mio EUR 2005,

das Geschäftsfeld Infomail um 3,0% auf 382,3 Mio EUR und das Geschäftsfeld Medienpost um

9,2% auf 126,1 Mio EUR.


Externer Umsatz Division Brief nach Geschäftsfeldern

Mio EUR 2004 2005 Veränderung

in %

Briefpost 768,5 782,4 +1,8

Infomail 371,3 382,3 +3,0

Medienpost 115,5 126,1 +9,2

Das EBIT der Division Brief verbesserte sich 2005 von 235,3 Mio EUR auf 268,9 Mio EUR.

Die Mitarbeiteranzahl verringerte sich von 16.330 auf 15.556 Vollzeitkräfte.

Aktuelle Maßnahmen und Projekte

Im Jahr 2005 setzte der Österreichische Post Konzern weitere Maßnahmen zur Optimierung

der Logistikprozesse und zur Absicherung der Qualitätsführerschaft in der Zustellung

adressierter und unadressierter Sendungen. Damit konnte im Vorfeld der weiteren Marktliberalisierung

und der Öffnung der Hausbrieffachanlagen die Kundenzufriedenheit ausgebaut

und die Kundenbindung gestärkt werden.

Ein wichtiges Ziel bestand 2005 in der weiteren Umsetzung der Internationalisierungsstrategie

des Österreichischen Post Konzerns. Wichtige Erfolge konnten hier durch erste

Akquisitionen im Bereich der unadressierten Zustellung sowie durch Gründung einer

Vertriebstochter in Deutschland erreicht werden.

So hat die Österreichische Post ihre Stellung im österreichischen Markt für Haushaltswerbung

durch die Aufstockung ihrer Beteiligung an der österreichischen feibra GmbH auf 100%

(von zuvor knapp 75%) 2005 deutlich ausgebaut. Im Rahmen einer Zwei-Marken-Strategie

setzt die Gruppe weiterhin auf die getrennte Marktbearbeitung durch die Österreichische

Post und feibra durch eine Differenzierung im Angebot und nützt damit die hohe Bekanntheit

dieses heimischen Pioniers und Spezialisten für unadressierte Werbesendungen.

Auch in Ungarn hat sich die Österreichische Post durch Übernahme von feibra Ungarn – dem

führenden Anbieter von unadressierten Sendungen im ungarischen Markt – gut positioniert.

Ein weiterer Schritt zur Abdeckung des osteuropäischen Marktes konnte damit erfolgreich

abgeschlossen werden.

Seit November 2005 betreibt die Österreichische Post ein Vertriebsbüro im Raum Köln. Es

unterstützt die Direct Marketing-Aktivitäten deutscher Unternehmen in Österreich und im

zentraleuropäischen Raum. Die direkte Ansprache von Businesskunden soll den Kunden –

abgesehen von persönlicher Beratung – günstigere Konditionen und der Österreichischen

Post AG höhere Volumina bringen.

Im September 2005 ging nach erfolgreichem Probebetrieb das neue Verteilzentrum Villach

offiziell in Vollbetrieb. Die Vereinigung der Brief- und der Paketlogistik für Kärnten und Osttirol

sowie die bessere Verkehrsanbindung zeigen sich bereits in einer deutlichen Effizienzsteigerung

und tragen maßgeblich zur Verkürzung der Laufzeiten der Österreichischen Post

AG insgesamt bei.

Mit 5,9 Mio Briefen erreichte das Briefzentrum Wien am 20. Dezember 2005 einen neuen

Verarbeitungsrekord. Als eines der modernsten und größten Logistikzentren Europas bearbeitet

die seit 2002 im Vollbetrieb stehende Anlage sonst pro Tag rund 3,5 Mio Sendungen. Sie

erbringt aber auch in Spitzenzeiten, wie etwa dem Weihnachtsgeschäft, die erforderliche

Leistung in gewohnt hoher Qualität. Dies belegt auch die im März 2005 an das Briefzentrum

Wien verliehene Qualitätsauszeichnung der International Post Corporation (IPC). Dieses weltweit

bisher nur an elf Anlagen verliehene Qualitätssiegel streicht besonders das hohe Effizienzniveau

hervor.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Brief

EBIT-Steigerung um 14,3%

Weitere Optimierungsmaßnahmen

Übernahme von

feibra Ungarn

Neues Verteilzentrum

Villach

63


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Paket & Logistik

64

Paket- und

Expressdienstleistungen

Division

Paket & Logistik

Marktumfeld

Das Geschäft für Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen ist sowohl international als auch

in Österreich voll liberalisiert. Der Markt ist daher durch hohen Wettbewerbsdruck globaler

und nationaler Unternehmen charakterisiert. Andererseits bietet er aufgrund des steigenden

Bedarfs logistischer Dienstleistungen für Pakete und Waren in vielen Branchen substanzielles

Wachstumspotenzial.

Profil der Division

Die Division Paket & Logistik bietet eine breite Palette an nationalen und internationalen Paketund

Expressdienstleistungen in diesem voll liberalisierten Marktsegment. Als Marktführer in

Österreich konzentrierte sich die Division Paket & Logistik primär auf die Zustellung an Haushalte.

In Hinkunft wird jedoch auch das Marktsegment B2B (Business-to-Business) mit den

damit verbundenen Wachstumsoptionen bearbeitet. Neben dem Heimmarkt Österreich ist der

Österreichische Post Konzern in dieser Division auch in der Slowakei und Kroatien aktiv.

Highlights 2005

• Finalisierung des österreichischen Logistiknetzes durch Eröffnung der Verteilzentren in

Villach und Wien-Inzersdorf

• Übererfüllung der Qualitätsvorgaben der Universaldienstverordnung

• Abgabe der Anteile am DPD-Paketdienst als Voraussetzung für den Einstieg in das

Marktsegment B2B

• Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem deutschen Transportlogistiker trans-o-flex

• Vorbereitungen für Einstieg in das B2B-Paketgeschäft in Österreich

• Österreichweiter Roll-out für das neue Service Pickup.Paket


Geschäftsentwicklung 2005

Die Division Paket & Logistik erhöhte ihren Umsatz 2005 um 6,4% auf 211,8 Mio EUR. Das EBIT

der Division verbesserte sich von einem negativen Betrag von 16,7 Mio EUR im Jahr 2004 auf

einen positiven Betrag von 10,4 Mio EUR im Jahr 2005.

Die Mitarbeiterzahl verringerte sich von 2.705 im Jahr 2004 auf 2.461 im Jahr 2005.

Aktuelle Maßnahmen und Projekte

Das Logistiknetz des Österreichischen Post Konzerns für Express- und Paketlieferungen wurde

im Jahr 2005 weiter optimiert. In Villach und Wien-Inzersdorf gingen neue, dem letzten Stand

der Technik entsprechende Logistikzentren in Betrieb und legten den Grundstein für die geplante

Geschäftsausweitung in das B2B-Segment. Weiter gesteigert werden konnte auch die

Zustellqualität. Sie lag 2005 mit einer Zustellung von 94% aller Pakete im Inland innerhalb

von zwei Werktagen signifikant über der Vorgabe der Universaldienstverordnung von 90%.

Österreichweit ausgerollt wurde 2005 das neue Service Pickup.Paket. Durch diese zuvor in

Wien und Salzburg-Stadt getestete Dienstleistung erzielt die Österreichische Post eine deutliche

Komfortverbesserung. Sie bietet dem Kunden die Möglichkeit, Sendungen des Versandhandels

in einer für ihn günstig gelegenen, im Vorhinein definierten Filiale abzuholen. Bei

Eintreffen des Pakets wird der Kunde wahlweise per SMS bzw. E-Mail benachrichtigt.

Den Weg für ihren Einstieg in den B2B-Markt geöffnet hat sich die Österreichische Post im

September 2005 durch Abgabe ihrer Finanzbeteiligung an DPD Austria. Die bisher von DPD

abgedeckte Paketzustellung im Businessbereich wird seit 2006 durch die Österreichische Post

selbst wahrgenommen. Gleichzeitig verbesserte die Gruppe damit ihre Ausgangsposition für

eine Fortsetzung ihrer internationalen Expansion.

Einen weiteren wichtigen Schritt auf diesem Weg hat die Österreichische Post Ende 2005

durch den Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem deutschen Logistikspezialisten

trans-o-flex eingeleitet. Seit 1. Jänner 2006 zeichnet die Gruppe unter dem Markennamen

„EURODIS“ für die Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten von trans-o-flex

verantwortlich.

Um Größenvorteile besser nutzen zu können, hat sich der Österreichische Post Konzern im

Berichtszeitraum entschlossen, seine Strategie im slowenischen Paketmarkt zugunsten einer

Partnerschaft neu auszurichten. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass sich die Zusammenfassung

der Sendungsvolumina mehrerer Anbieter in diesem relativ kleinen Markt als

sinnvoller erwiesen hat. Ein entsprechendes Abkommen zwischen der Österreichischen Post

AG und TNT wurde Anfang 2006 geschlossen.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Paket & Logistik

Umsatz: +6,4%

Weitere Optimierung des

Logistiknetzes

65

Kooperation mit trans-o-flex


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Filialnetz

66

Flächendeckendes Vertriebsnetz

in Österreich

Division

Filialnetz

Marktumfeld

Die Division Filialnetz des Österreichischen Post Konzerns betreibt eines der größten, dichtesten

und effizientesten Netze an Vertriebsstellen in Österreich. Mit seinen Finanzdienstleistungen

und seinem Angebot an Handelswaren steht es zu 100% im Wettbewerb.

Das flächendeckende Netz des Österreichischen Post Konzerns, qualitativ hochwertige Produkte

und Dienstleistungen sowie gut ausgebildete Mitarbeiter sind eine gute Grundlage,

um die Herausforderungen des Marktes auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen.

Profil der Division

Die Division Filialnetz betreibt mit 1.338 eigenen Filialen und 612 externen Vertriebsstellen

eines der größten flächendeckenden Vertriebsnetze in Österreich. Postdienstleistungen,

Finanzdienstleistungen der BAWAG P.S.K. sowie ein breites Sortiment von Handelswaren sind

die wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleistungsangebots. Die Stärken der

Division liegen in der flächendeckenden Versorgung, der Fachkompetenz und Kundenorientierung

der Mitarbeiter sowie der hohen Qualität der angebotenen Produkte und

Dienstleistungen.

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der Filialen verteilt sich auf drei Standbeine:

Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen der BAWAG P.S.K. sowie ein breites Sortiment

von Handelswaren.

Highlights 2005

• Stetige Steigerung der Mitarbeiterproduktivität seit 2003

• Anpassung des Vertriebsnetzes an die Anforderungen des Marktes:

Von Ende 2004 bis Ende 2005 wurde die Anzahl der eigenen Filialen aufgrund zu geringer

Frequenz von 1.639 auf 1.338 Standorte reduziert. Im Gegenzug erfolgte eine Steigerung bei

den externen Partnerbetrieben von 390 auf 612 (Post.Partner, Post.Servicestellen und

Post.Abholstellen)

• Zusätzlich zu zahlreichen neu adaptierten eigenen Filialen wurden auch zwei mobile

Postfilialen in Betrieb genommen

• Erweiterung des Telekommunikationssortiments in 131 Filialen

• Finanzdienstleistung: Eröffnung von mehr als 50.000 neuen Konten


Der Umsatz der Division Filialnetz ging 2005 trotz einer Reduktion der Filialanzahl nur

geringfügig von 196,2 Mio EUR auf 193,8 Mio EUR zurück. Das EBIT konnte 2005 von einem

negativen Betrag von 10,2 Mio EUR im Jahr 2004 auf einen positiven Betrag von 8,7 Mio EUR

verbessert werden.

Die Mitarbeiterzahl sank von 5.702 im Jahr 2004 auf 5.446 im Jahr 2005.

Die Österreichische Post hat die gezielte Anpassung ihres Filialnetzes an die Bedürfnisse der

Kunden und des Marktes weiter fortgeführt. Die Anzahl der Filialen musste aus Auslastungsgründen

von 1.639 auf 1.338 Standorte reduziert werden, 61 eigene Filialen wurden parallel

dazu jedoch modernisiert und neu gestaltet. Darüber hinaus wurden zwei mobile Postfilialen

in Betrieb genommen und erfreuen sich hoher Kundenakzeptanz. Die Anzahl der externen

Partnerbetriebe (Post.Partner, Post.Servicestellen und Post.Abholstellen), welche die flächendeckende

Versorgung mit Postdienstleistungen sicherstellen, wurde von 390 auf 612 erhöht.

Einen wichtigen Schwerpunkt stellte 2005 eine Handelswarenoffensive dar. 131 Filialen wurden

neu ausgestattet. Dieses erweiterte Angebot und die intensive Schulung der 267 Verkaufsberater

haben wesentlich zur Kompetenzsteigerung im Mobilfunk- und Festnetzbereich

beigetragen und zu deutlichen Absatz- und Umsatzsteigerungen geführt.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte die Division Filialnetz 2005 mit einer Finanzdienstleistungsoffensive:

378 Finanzberatungszentren und 40 mobile Finanzberater sichern die kompetente

Beratung vor allem bei höherwertigen Finanzdienstleistungsprodukten der BAWAG

P.S.K.

Wien, am 16. Februar 2006

Geschäftsentwicklung 2005

Aktuelle Maßnahmen und Projekte

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h.

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h.

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Division Filialnetz

67

Turn-around im Ergebnis

vollzogen

Marktgerechte

Redimensionierung


Steigerung der Kundenzufriedenheit in den

Filialen von 79% (2001) auf 94%

Dreimalige Auszeichnung der International

Post Corporation (IPC)

Qualitätssiegel für die österreichweit höchste

Verteilqualität bei der Werbemittelzustellung

(FOCUS)


Kontinuierliche Verbesserung

auf allen Ebenen bringt

Früchte: Wandel zum

modernen Dienstleister

erfolgreich vollzogen.

Die Post bringt allen was.


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernbilanz

70

IFRS-Konzernabschluss 2005

Konzernbilanz

zum 31. Dezember 2005

Anhang 31.12.2005 31.12.2004

(Note) TEUR TEUR

AKTIVA

Langfristiges Vermögen

Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte (6) 46.490 30.586

Sachanlagen (7) 728.672 822.512

Anteile an assoziierten Unternehmen (9) 309 18.640

Andere Finanzanlagen (8) 172.597 115.795

Forderungen (12) 9.008 10.546

Latente Steuern (20) 40.336 13.284

997.412 1.011.364

Kurzfristiges Vermögen

Andere Finanzanlagen (8) 50.025 30.508

Vorräte (11) 19.582 20.294

Forderungen (12) 298.492 292.597

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (13) 174.472 50.302

542.571 393.702

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

und aufgegebene Geschäftsbereiche

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (14) 23.004 0

Vermögenswerte aufgegebene Geschäftsbereiche (14) 0 390.609

23.004 390.609

1.562.987 1.795.674


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernbilanz

Anhang 31.12.2005 31.12.2004

(Note) TEUR TEUR

PASSIVA

Eigenkapital

Grundkapital (15) 10.000 10.000

Kapitalrücklagen 614.500 614.500

Gewinnrücklagen 36.487 29.418

Neubewertungsrücklagen 704 42

Währungsumrechnungsrücklagen 536 307

Eigenkapital aufgegebene Geschäftsbereiche (15) 0 3.310

Konzernergebnis 99.921 47.070

762.149 704.646

Anteile anderer Gesellschafter (15) 0 7.817

762.149 712.463

Langfristige Verbindlichkeiten

Rückstellungen (16) 311.604 204.861

Finanzverbindlichkeiten (17) 35.199 68.107

Verbindlichkeiten (18) 13.509 14.453

Latente Steuern (20) 948 33

361.260 287.454

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Rückstellungen (16) 120.147 101.236

Finanzverbindlichkeiten (17) 6.953 9.266

Verbindlichkeiten (18) 312.479 310.523

439.579 421.024

Verbindlichkeiten aufgegebene Geschäftsbereiche (19) 0 374.733

1.562.987 1.795.674

71


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

72

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr 2005

Anhang 2005 2004

(Note) TEUR TEUR

Umsatzerlöse (21) 1.701.605 1.654.384

Sonstige betriebliche Erträge (22) 52.945 73.006

Gesamte betriebliche Erträge 1.754.550 1.727.390

Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (23) -241.943 -241.774

Personalaufwand (24) -1.064.045 -1.046.612

Abschreibungen (25) -120.753 -120.887

Sonstige betriebliche Aufwendungen (26) -223.484 -236.685

Gesamte betriebliche Aufwendungen -1.650.224 -1.645.959

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 104.326 81.431

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (27) -1.286 743

Sonstiges Finanzergebnis (28) -2.094 -5.427

Finanzergebnis -3.380 -4.684

Ergebnis vor Ertragsteuern 100.946 76.747

Ertragsteuern (20) -10.872 -29.902

Ergebnis nach Ertragsteuern 90.074 46.845

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche (29) 9.847 3.177

Periodenergebnis 99.921 50.022

Zuzurechnen an:

die Aktionärin des Mutterunternehmens (15) 99.921 47.070

die Anteile anderer Gesellschafter (15) 0 2.952


Konzern-Cash-Flow-Statement

für das Geschäftsjahr 2005

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzern-Cash-Flow-Statement

Anhang 2005 2004

(Note) TEUR TEUR

Geschäftstätigkeit

Ergebnis vor Ertragsteuern 100.946 76.747

Abschreibungen 120.753 120.887

Abschreibungen/Zuschreibungen auf Finanzanlagen -725 -1.147

Langfristige Rückstellungen 106.734 86.490

Ergebnis aus Anlagenverkäufen -8.828 -22.589

Ergebnis aus der Veräußerung von Finanzanlagen 1.938 20

Gezahlte Steuern (31.1) -33.832 -2.136

Nettoabfluss/-zufluss Zinsen (31.1) -3.051 -10.032

Währungsumrechnung 7 68

Cash-Flow aus dem Ergebnis 283.940 248.308

Veränderung des Nettoumlaufvermögens

Forderungen -1.358 -11.232

Vorräte 717 -5.017

Verbindlichkeiten -945 -24.760

Andere Finanzanlagen -19.517 -30.203

Steuerabgrenzungen/latente Steuern 1.015 39

Kurzfristige Rückstellungen -1.830 13.179

Andere Verbindlichkeiten 17.362 9.291

Cash-Flow aus Veränderung des Nettoumlaufvermögens -4.557 -48.704

Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 -6.013

Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 279.384 193.592

Investitionstätigkeit

Erwerb von Immateriellen Vermögenswerten -1.395 -2.117

Erwerb von Sachanlagen -73.585 -88.521

Erwerb/Veräußerung von Tochterunternehmen (31.1) -8.022 0

Erwerb von Finanzanlagen -60.812 -68.886

Erfolgsneutrale Neubewertungs-, Währungsumrechnungsrücklagen -881 10

Erlöse aus Anlagenverkäufen 37.066 29.331

Verkauf von assoziierten Unternehmen 18.334 0

Erlöse aus Verkauf von anderen Finanzanlagen 3.532 1.243

Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen 2.744 3.527

Erhaltene Zinsen aus Finanzanlagen 9.059 22.808

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 7.277

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -73.958 -95.327

Free-Cash-Flow 205.426 98.264

Finanzierungstätigkeit

Einzahlung/Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -35.248 -13.298

Ausschüttung (31.1) -40.000 -36.319

Gezahlte Zinsen -6.008 -12.776

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 -1.997

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -81.256 -64.390

Nettozunahme des Finanzmittelbestandes 124.169 33.874

Nettozunahmen des Finanzmittelbestandes von aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 945

Finanzmittelbestand am 1. Jänner 2005 (31.1) 50.302 15.483

Finanzmittelbestand am 31. Dezember 2005 174.472 50.302

73


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74

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Geschäftsjahr 2005

TEUR Grundkapital Kapital- Gewinn- Neubewertungsrücklagen

rücklagen rücklagen

Stand 1. Jänner 2005 10.000 614.500 29.418 42

Veränderung des Konsolidierungskreises

Deinvestitionen

Anteilserhöhung

Kapitaltransaktionen mit dem Eigentümer

Ausschüttung

Übrige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen

Differenzen aus der Währungsumrechnung

Neubewertung von Wertpapieren 663

Erfolgswirksame Eigenkapitalveränderungen

Veränderung von Rücklagen 7.070

Periodenergebnis

Stand 31. Dezember 2005 10.000 614.500 36.487 704

Geschäftsjahr 2004

TEUR Grundkapital Kapital- Gewinn- Neubewertungsrücklagen

rücklagen rücklagen

Stand 1. Jänner 2004 10.000 618.840 46.300 31

Eigenkapital aufgegebene Geschäftsbereiche

Veränderung

Kapitaltransaktionen mit dem Eigentümer

Ausschüttung

Übrige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen

Differenzen aus der Währungsumrechnung

Neubewertung von Wertpapieren 10

Erfolgswirksame Eigenkapitalveränderungen

Veränderung von Rücklagen -4.340 -16.882

Periodenergebnis

Stand 31. Dezember 2004 10.000 614.500 29.418 42


Währungs- Eigenkapital Konzern- Gesamt Anteile Konzernumrechnungs-

aufgegebene ergebnis anderer Eigenkapital

rücklagen Geschäftsbereiche Gesellschafter

307 3.310 47.070 704.646 7.817 712.463

-3.310 0 -3.310 -5.976 -9.286

-1.841 -1.841

-40.000 -40.000 -40.000

229 229 229

663 663

-7.070 0 0

99.921 99.921 99.921

536 0 99.921 762.149 0 762.149

Währungs- Eigenkapital Konzern- Gesamt Anteile Konzernumrechnungs-

aufgegebene ergebnis anderer Eigenkapital

rücklagen Geschäftsbereiche Gesellschafter

160 2.114 14.777 692.223 6.684 698.907

1.196 1.196 1.196

-36.000 -36.000 -1.819 -37.819

147 147 147

10 10

21.223 0 0

47.070 47.070 2.952 50.022

307 3.310 47.070 704.646 7.817 712.463

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75


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76

Konzernanhang (Notes)

für das Geschäftsjahr 2005

Grundlagen der Rechnungslegung 1

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2005 erfolgte

in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und

zum 31. Dezember 2005 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards

(IFRS) sowie deren Interpretationen durch das International Financial Reporting Interpretations

Committee (IFRIC), soweit diese von der Europäischen Union übernommen wurden. Die Änderungen

bestehender IAS („Improvement Project“), neuer IFRS sowie IFRIC-Interpretationen, wie sie in der

Europäischen Union anzuwenden sind, wurden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses beachtet.

Änderungen bestehender oder neuer Standards und Interpretationen, die bis 31. Dezember 2005 herausgegeben,

aber noch nicht in Kraft getreten sind (IFRS 6; IFRIC 4; IFRIC 5 sowie Änderungen des IAS 19

und IAS 39) wurden nicht freiwillig vorzeitig angewendet.

Mit dem vorliegenden zu veröffentlichenden IFRS-Konzernabschluss hat die Österreichische Post AG von

dem im § 245a Abs 2 HGB vorgesehenen Wahlrecht Gebrauch gemacht, den Konzernabschluss nach

international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen aufzustellen und gleichzeitig auf die Aufstellung

eines Konzernabschlusses nach österreichischen Rechnungslegungsgrundsätzen zu verzichten.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, sofern nichts anderes angeführt

ist, in 1.000 EUR (TEUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben

können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Der Bilanzstichtag ist bei allen einbezogenen Unternehmen der 31. Dezember. Die Geschäftsjahre entsprechen

den Kalenderjahren.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der vollkonsolidierten

Tochterunternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.


2

Wesentliche Unterschiede zwischen den

International Financial Reporting Standards

und den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften

Unterschiedliche Prinzipien

Im Vergleich zu den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften zielen die IFRS ausschließlich auf

eine Informationsfunktion ab. Das dominierende Ziel der IFRS ist, betriebswirtschaftlich orientierte

entscheidungsrelevante Informationen für Investoren bereitzustellen, während das österreichische

HGB das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz in den Vordergrund stellt. Somit wird auch der

Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse nach IFRS ein höherer Stellenwert eingeräumt als nach

österreichischem HGB.

Gliederung der Bilanz

Die Gliederung der Bilanz nach IFRS erfolgt nach Fristigkeiten. Rechnungsabgrenzungsposten werden in

den anderen Forderungen und anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Latente Steuern

Der Steuerabgrenzung nach IAS 12 liegt ein bilanzorientiertes Konzept zugrunde. Latente Steuern entstehen

aufgrund von temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen in der IFRS-Bilanz und den

Steuerwerten. Es besteht eine Ansatzpflicht unter Verwendung des gegenwärtig gültigen Steuersatzes

für aktive und passive latente Steuern. Aktive latente Steuern sind jedoch nur dann anzusetzen, wenn

damit gerechnet wird, dass künftig zu versteuernde Gewinne für ihre Realisierung erzielt werden.

Zusätzlich sind gemäß IFRS aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Abhängigkeit ihrer

Realisierbarkeit zwingend zu bilanzieren.

Nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften sind latente Steuern nach einem gewinn- und

verlustrechnungsorientierten Konzept zu ermitteln. Für aktive latente Steuern besteht ein Aktivierungswahlrecht.

Finanzierungsleasing/Operating Leasing

Gemäß IAS 17 ist ein Vermögenswert dann in der Bilanz des Leasingnehmers (Mieter) auszuweisen,

wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Vertragsgegenstand an den Leasingnehmer übergegangen

sind. Die für HGB nach herrschender Übung angewendeten Zurechnungsvorschriften gehen

zwar vom selben Grundprinzip aus, die wirtschaftliche Betrachtungsweise kommt in der Regel aber

weniger stark zur Geltung. Dies führt dazu, dass nach HGB nicht beim Leasingnehmer erfasste

Vermögenswerte in bestimmten Fällen in einem nach IFRS erstellten Jahresabschluss zu erfassen sind.

Sonstige Rückstellungen

Eine Rückstellung ist gemäß IAS 37 für eine gegenwärtige Verpflichtung als Folge früherer Ereignisse

anzusetzen, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig rechnerisch ermittelt

werden kann. Die Verpflichtung muss rechtlich und wirtschaftlich durchsetzbar sein, wobei eine

Wahrscheinlichkeit des Mittelabflusses mit mehr als 50% festgelegt wird. Eine Rückstellungsbildung

nach österreichischem HGB ist jedoch vom Vorsichtsprinzip getragen. Es muss daher bei gleichem

Sachverhalt nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften tendenziell eher eine Rückstellung

gebildet werden als nach IFRS.

Fremdwährungsbewertung

Wechselkursbedingte Wertänderungen bei Fremdwährungsgeschäften werden gemäß IAS 21 aufgrund

des Stichtagskursprinzips jedenfalls angesetzt. Somit werden im Gegensatz zu österreichischen

Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS nicht nur unrealisierte Verluste, sondern auch unrealisierte

Gewinne berücksichtigt.

Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten

Als Finanzinstrument wird gemäß IAS 39 ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Vertragspartner zu

einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Vertragspartner zu einer finanziellen Verbindlichkeit

oder einem Eigenkapitalinstrument führt, definiert. Zu den Finanzinstrumenten zählen Finanzanlagen

wie Wertpapiere, Ausleihungen und nicht konsolidierte Beteiligungen, Forderungen, flüssige

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78

Mittel, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Als derivative

Finanzinstrumente gelten Optionsgeschäfte, standardisierte und andere Termingeschäfte sowie Zinsund

Währungsswaps. Die Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 in vier Kategorien eingeteilt und

entsprechend der vorgenommenen Kategorisierung bewertet. Eine derartige Definition und Einteilung

kennt das österreichische HGB nicht.

Finanzinvestitionen in Wertpapieren sind im Österreichischen Post Konzern gemäß IAS 39 entweder der

Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ oder der Kategorie „finanzielle

Vermögenswerte zum beilzulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung“ in der Unterklasse

„zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte“ zugeordnet. Die Bewertung der zur

Veräußerung verfügbaren Wertpapiere erfolgt mit dem Marktwert. Wertänderungen werden erfolgsneutral

im Eigenkapital unter Berücksichtigung latenter Steuern in den Neubewertungsrücklagen

erfasst. Insoweit ein objektiver Hinweis auf eine dauerhafte oder erhebliche Wertminderung vorliegt,

der auf einem vergangenen Ereignis nach dem erstmaligen Ansatz beruht, wird die Wertminderung

erfolgswirksam erfasst. Steigt der beizulegende Wert in einer Folgeperiode und kann dies auf einen

nach der Abschreibung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, erfolgt bei Eigenkapitalinstrumenten

die Wertaufholung erfolgsneutral. Zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere werden

ebenfalls zu Marktwerten bewertet, Wertänderungen werden jedoch immer erfolgswirksam erfasst.

Nach österreichischem HGB erfolgt die Bewertung der Wertpapiere maximal zu Anschaffungskosten. Es

gilt das Niederstwertprinzip, daraus resultierende Wertänderungen werden erfolgswirksam erfasst.

Derivative Finanzinstrumente zählen gemäß IAS 39 zur Kategorie „finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle

Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung“ und werden

mit ihren zum Bilanzstichtag gültigen Marktwerten bewertet und als andere Forderung oder Finanzverbindlichkeit

in der IFRS-Bilanz angesetzt. Wertänderungen werden erfolgswirksam berücksichtigt.

Nach österreichischem HGB werden für negative Marktwerte Rückstellungen gebildet, unrealisierte

Gewinne aufgrund positiver Marktwerte bleiben außer Ansatz.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt nach IAS 39 zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, nach

österreichischem HGB wird der Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien

Gemäß IAS 40 werden Investitionen in Grundstücke und Bauten, die vom Unternehmen zur Erzielung

von Mieteinnahmen oder zur Wertsteigerung gehalten werden, die weder zur eigenen betrieblichen

Nutzung noch zum gewerblichen Verkauf gehalten werden, „als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien“

gesondert ausgewiesen. Gemäß österreichischem HGB sind solche Immobilien nicht gesondert

anzugeben.

Segmentberichterstattung

IAS 14 ist von Unternehmen, deren Wertpapiere an der Börse gehandelt werden oder die einen

Börsegang vorbereiten, verpflichtend anzuwenden. Die Segmentberichterstattung definiert die

Grundsätze der Darstellung von Finanzinformationen nach Geschäftssegmenten und geografischen

Segmenten, wobei das entscheidende Kriterium bei der Abgrenzung der einzelnen Segmente die segmentspezifischen

Chancen und Risiken sind. Ein Geschäftssegment bildet einen abgrenzbaren Bereich

eines Unternehmens, der sich mit der Bereitstellung individueller Produkte/Dienstleistungen befasst

und dessen Risiken und Erträge sich von denen anderer Geschäftssegmente unterscheiden. Für die

Definition von Geschäftssegmenten sind die Art der Produkte oder Dienstleistungen, die Kundenstruktur

oder die angewendeten Vertriebsmethoden maßgeblich. Geografische Segmente umfassen spezifische

Unternehmensbereiche, die in unterschiedlichen wirtschaftlichen Umfeldern tätig sind und infolgedessen

unterschiedlichen Risiken und Erträgen ausgesetzt sind. Für die Definition von geografischen

Segmenten sind die Gleichartigkeit der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen oder spezielle

Risiken, die mit der Tätigkeit in einer bestimmten Region verbunden sind, zu beachten. Die

Segmentberichterstattung basiert zusätzlich noch auf einer Trennung in ein primäres und ein sekundäres

Berichtsformat. Als primäres Berichtsformat, für das deutlich umfangreichere Angabepflichten vorgeschrieben

sind, wird jene Segmentdifferenzierung verstanden, die die Risiken und Chancen eines Unternehmens

am besten widerspiegelt. Die andere Segmentierung stellt dann das sekundäre Berichtsformat

dar.


Der Österreichische Post Konzern unterscheidet im primären Berichtsformat die Divisionen Brief, Paket

& Logistik und Filialnetz und im sekundären Berichtsformat die geografischen Segmente Inland,

Deutschland und CEE-Länder.

Die Segmentberichterstattung stellt somit detaillierte Informationen zu den Tätigkeitsbereichen von

kapitalmarktorientierten Unternehmen zur Verfügung. In den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften

sind keine entsprechenden Bestimmungen vorgesehen.

3

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen

bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von

Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den

Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag

und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen.

Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen

Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann:

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31.12.2005:

TEUR 149.471; 31.12.2004: TEUR 117.742) liegen Annahmen zum Abzinsungssatz, zum Pensionsantrittsalter,

zur Lebenserwartung und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.

Der Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert

31.12.2005: TEUR 167.160; 31.12.2004: TEUR 87.520) liegen Annahmen betreffend Auslastungsgrad je

Mitarbeiter, Pensionsantrittsalter, Abzinsungssatz und künftige Gehaltssteigerungen zugrunde.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte (31.12.2005: TEUR 37.537; 31.12.2004: TEUR 22.850)

erfolgt auf Basis der aus der unternehmensinternen Mittelfristplanung abgeleiteten Vorschaurechnung

für die Cash-Flows der nächsten vier Jahre und unter Anwendung eines an die Tätigkeit und das

Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

4

Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene

Annahmen

Auswirkungen von ab dem Geschäftsjahr 2005

neu anzuwendenden Internationalen

Rechnungslegungsvorschriften

Im Folgenden werden die Auswirkungen der Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

auf Grund neu anzuwendender Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Post Konzerns

dargelegt.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses

Die Anteile anderer Gesellschafter werden nicht mehr als gesonderter Bilanzposten zwischen Eigenkapital

und Fremdkapital ausgewiesen, sondern als eigener Posten im Eigenkapital gezeigt. Die Veränderung

des Anteils anderer Gesellschafter wurde in der Eigenkapitalentwicklung nachvollzogen und führt zu

einer geänderten Eigenkapitalquote für das Geschäftsjahr 2004.

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des IFRS 3 (ersetzt IAS 22) wurden die Rechnungslegungsvorschriften

für Akquisitionen geändert und IAS 36 (Impairment of Assets) und IAS 38 (Intangible Assets)

wesentlich überarbeitet. IFRS 3 definiert die verpflichtende Anwendung der Erwerbsmethode und folgt

dem „Impairment-Only Approach“ für Firmenwerte. Gemäß IFRS 3 müssen bei Unternehmenserwerben

alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden mit ihrem beizulegenden Zeitwert

angesetzt werden. Im Rahmen der Kaufpreisallokation ist der Ansatz von immateriellen Vermögenswerten

(z.B. Marken, Kundenbeziehungen) außerhalb eines erworbenen Firmenwertes zu untersuchen.

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79


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80

Bei den Akquisitionen des Geschäftsjahres 2005 wurden im Österreichischen Post Konzern Kundenbeziehungen

in Höhe von TEUR 3.700 identifiziert. Diese wurden im Konzernabschluss erfasst und werden

über einen Zeitraum von acht Jahren planmäßig abgeschrieben. Die diesbezüglichen Abschreibungen

darauf betragen im Geschäftsjahr 2005 TEUR 184.

Gemäß dem „Impairment-Only Approach“ darf ein erworbener Firmenwert nicht mehr planmäßig abgeschrieben

werden, sondern muss jährlich auf Werthaltigkeit untersucht werden. Die Verpflichtung zur

Werthaltigkeitsprüfung bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung bleibt unabhängig davon

bestehen. Die Anwendung des IFRS 3 beeinflusst das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 2005 mit insgesamt

TEUR 6.781, wobei der Wegfall der planmäßigen Abschreibungen von bereits im Vorjahr bestehenden

Firmenwerten mit TEUR 4.751 zu diesem Ergebnis beiträgt. Bei den im Geschäftsjahr 2005 erworbenen

Firmenwerten wurden entsprechend den Bestimmungen des IFRS 3 keine planmäßigen Abschreibungen

mehr vorgenommen und somit Abschreibungsbeträge in Höhe von TEUR 2.030 nicht angesetzt.

IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Langfristige Vermögenswerte, die zum Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate bestimmt sind,

sind gemäß IFRS 5 in einem gesonderten Bilanzposten auszuweisen und mit dem niedrigeren Wert aus

Buchwert und Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen. Im Konzernabschluss 2005

werden entsprechende Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung eines

Paketlogistikzentrums stehen, in Höhe von TEUR 23.004 ausgewiesen. Vor Umgliederung wurde die

Immobilie gemäß IAS 36 auf Impairment getestet und im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von TEUR 4.370

auf den beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Die Abwertung wird in den Abschreibungen ausgewiesen.

Ferner definiert IFRS 5, unter welchen Bedingungen ein Bereich als aufgegebener Geschäftsbereich auszuweisen

ist. Im Geschäftsjahr 2005 wird das Ergebnis aus der Veräußerung des Tochterunternehmens

POSTVERSICHERUNG AG und der Endkonsolidierungseffekt in Höhe von insgesamt TEUR 9.847 als

Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche gezeigt. Zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte werden die

Aktiva, Passiva und Ergebnisgrößen der aufgegebenen Versicherungssparte, die im Geschäftsjahr 2004

in den Konzernabschluss einbezogen wurden, in gesonderten Positionen als aufgegebener Geschäftsbereich

dargestellt.

Konsolidierung 5

5.1. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG zwölf inländische (Vorjahr: 13) und

sechs ausländische (Vorjahr: vier) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post

AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht.

Eine Joint Venture-Gesellschaft wurde wegen Unwesentlichkeit nicht konsolidiert.

Beteiligungen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wenn der Österreichische Post Konzern zwischen

20% und 50% der Anteile hält (assoziierte Unternehmen) oder wenn aufgrund von vertraglichen

Grundlagen bei der Beteiligungsgesellschaft trotz Stimmenmehrheit die Beherrschungsmöglichkeit

fehlt.

Die Unternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem

der Österreichische Post Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt.

Im Folgenden werden die Zu- und Abgänge des Konsolidierungskreises nach Gesellschaften im

Geschäftsjahr 2005 angeführt.


Zugänge aus Unternehmenserwerben

Die Zugänge umfassen folgende konsolidierungspflichtigen Unternehmenserwerbe, Neugründungen

und Anteilserhöhungen:

Name der Gesellschaft Anteil am Erstkonsolidie- Erläuterung

Kapital rungszeitpunkt

feibra GmbH 100% 28. Juni 2005 Anteilserhöhung

feibra VertriebsgmbH 100% 14. Sep. 2005 Anteilserhöhung und

Änderung der

Einbeziehungsmethode

Feibra Magyarország Kft 100% 20. Sep. 2005 Erwerb

Austrian Post International

Deutschland GmbH 100% 1. Nov. 2005 Neugründung

Mit Kaufvertrag vom 28. Juni 2005 wurden die restlichen 25,0015% der Anteile an der feibra GmbH,

Wien (vormals: feibra AG, Wien) um TEUR 16.570 gekauft.

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 14. September 2005 wurden weitere 50% der Anteile an der feibra

VertriebsgmbH, Neudörfl, durch die feibra GmbH, Wien (vormals: feibra AG, Wien) um TEUR 626 erworben.

Im Geschäftsjahr 2005 wurden 100% der Anteile an der Feibra Magyarország Kft, Budapest, deren

Tätigkeit in der Zustellung und Verteilung von unadressierten Werbemitteln und Prospekten liegt, um

TEUR 3.800 erworben.

Die Geschäftstätigkeit der im Geschäftsjahr 2005 neu gegründeten Austrian Post International

Deutschland GmbH, Köln, umfasst den Vertrieb und die Erbringung von Postdienstleistungen,

Beratungsdienstleistungen und Vermittlungsleistungen im Zusammenhang mit der Erbringung und

Inanspruchnahme von Postdienstleistungen.

Die Akquisitionen und die Anteilserhöhungen wirken sich auf die Vermögens- und Finanzlage zum

Erwerbszeitpunkt wie folgt aus:

TEUR

Langfristiges Vermögen 202

Kurzfristiges Vermögen 1.061

Zahlungsmittel 471

Rückstellungen und Verbindlichkeiten -1.264

Nettovermögen zum beizulegenden Zeitwert 470

Kapitalzuwachs aus Anteilserhöhungen 666

Firmenwert 14.935

Kundenstock 3.700

Latente Steuern 1.224

Kaufpreis 20.996

Im Konzernergebnis ist das Periodenergebnis vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember

2005 der jeweiligen Gesellschaften berücksichtigt.

Abgänge Konsolidierungskreis

Aus dem Konsolidierungskreis sind im Geschäftsjahr 2005 ein Tochterunternehmen und vier assoziierte

Unternehmen ausgeschieden.

Mit Aktienkaufvertrag vom 7. Oktober 2004 wurde der Verkauf der Anteile an der POSTVERSICHERUNG

AG, Wien, zu einem Verkaufserlös in Höhe von TEUR 16.000 vereinbart.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

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82

Das Nettovermögen stellt sich zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung (1. Jänner 2005) wie folgt dar:

TEUR

Andere Finanzanlagen 376.546

Kurzfristige Vermögenswerte 10.566

Zahlungsmittel 3.497

Versicherungstechnische Rückstellungen -360.421

Rückstellungen und Verbindlichkeiten -14.748

15.439

Abgang Minderheiten aufgegebene Geschäftsbereiche -5.976

Abgang Eigenkapital aufgegebene Geschäftsbereiche -3.310

6.153

Veräußerungsergebnis 9.847

Verkaufspreis 16.000

Die Anteile an den at-equity konsolidierten Unternehmen Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH & Co

KG, Salzburg, Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH, Salzburg, Schachinger Paketdienst Gesellschaft

mbH, Hörsching, und Gebrüder Weiss Paketdienst Gesellschaft mbH, Lauterach, wurden im Geschäftsjahr

mit Kauf- und Abtretungsverträgen zum 31. August 2005 zu einem Gesamtverkaufpreis in Höhe

von TEUR 14.146 veräußert. Die Auswirkungen auf das Finanzergebnis des Geschäftsjahres betrugen

TEUR –2.043.

Die Tochterunternehmen, die Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an nicht konsolidierten

Konzernunternehmen setzen sich zum 31. Dezember 2005 wie folgt zusammen:

Name und Sitz des Unternehmens Anteil Eigenkapital Ergebnis 2005 Konsolidierungsin

% 31.12.2005 TEUR art

TEUR

feibra GmbH, Wien 100,0 5.682 3.946 VK

PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung

GmbH, Wien 100,0 51 14 VK

feibra VertriebsgmbH, Neudörfl 100,0 342 117 VK

Medien.Zustell GmbH, Wien 100,0 65 5 VK

Feibra Magyarország Kft, Budapest 100,0 800 157 VK

Austrian Post International Deutschland GmbH, Köln 100,0 977 -23 1) VK

Post Paket Service GmbH, Wien 100,0 3.888 -16.259 VK

Post International Beteiligungs GmbH, Wien 100,0 17.846 -344 VK

Slovak Parcel Service s.r.o., Bratislava 100,0 3.200 1.347 VK

In Time s.r.o., Bratislava 100,0 849 239 VK

Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Zagreb 100,0 6.401 -45 VK

Yellogistics d.o.o., Laibach, in Liquidation 100,0 119 -2.184 VK

Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100,0 1.843 292 VK

Post & Telekom Immobiliengesellschaft mbH, Wien 100,0 946 608 VK

PTI Immobilienvermittlung GmbH, Wien 100,0 913 61 VK

Post & Co Vermietungs OEG, Wien 100,0 114.380 1.891 VK

Post.Maintain Management Objektverwaltungs und

-instandhaltungs GmbH, Wien 100,0 8.985 -2.582 VK

A4 Business Solutions GmbH, Wien 100,0 25 157 VK

Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien 21,0 2.466 1.912 EQ

Postadress Austria GmbH, Wien, in Liquidation 51,0 0 3 EQ

FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,0 384 348 EQ

OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice

GmbH, Wien 50,0 296 26 KK

1) Rumpfgeschäftsjahr

VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, KK – keine Konsolidierung wegen Unwesentlichkeit


5.2. Konsolidierungsgrundsätze

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2005 erstellten

und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften und testierten Jahresabschlüsse der Österreichischen

Post AG und der einbezogenen Tochterunternehmen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten

der Anteile mit dem Konzernanteil am neubewerteten Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen

zum Zeitpunkt des Erwerbs. Daraus resultierende aktivische Unterschiedsbeträge werden,

soweit eine Zuordnung zu einzelnen Vermögenswerten oder Schulden nicht möglich ist, als Firmenwert

unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Minderheitenanteile am Eigenkapital und am Ergebnis von Gesellschaften, die vom Mutterunternehmen

kontrolliert werden, sind im Eigenkapital ausgewiesen.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen, andere Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten mit den korrespondierenden

Verbindlichkeiten und Rückstellungen aufgerechnet.

Sämtliche konzerninternen Aufwendungen und Erträge werden im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung

eliminiert. Im Falle von Anlagenerstellungen im Konzern werden die darauf entfallenden

Umsatzerlöse in aktivierte Eigenleistungen umgegliedert.

Zwischenergebnisse aus Anlagenerstellungen und Anlagenübertragungen im Konzern sowie beim

Vorratsvermögen werden, soweit wesentlich, ergebniswirksam eliminiert.

Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden ebenso neutralisiert, sofern sie nicht von

untergeordneter Bedeutung sind.

5.3. Währungsumrechnung

Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung

In den IFRS Einzelabschlüssen der Österreichischen Post AG und deren Tochterunternehmen werden

monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in fremder Währung mit dem am Tag der Transaktion

gültigen Referenzkurs bewertet. Zum Bilanzstichtag werden diese Posten mit dem gültigen Devisenreferenzkurs

der Europäischen Zentralbank zum 31. Dezember bewertet. Zum Bilanzstichtag eingetretene

Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt.

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung bilanzierenden

Unternehmen werden gemäß IAS 21 (Auswirkungen der Änderungen von Wechselkursen)

nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Es handelt sich dabei um die jeweilige

Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer

Hinsicht selbständig betreiben.

Für die Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Gesellschaften wird die modifizierte Stichtagskursmethode

angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem zum

Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten

mit dem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Die Aufwendungen und Erträge werden

mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet.

Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital

erfasst.

Die Zu- und Abgänge der Sachanlagen werden mit dem Devisenreferenzkurs zum Bilanzstichtag, die

Jahresabschreibungen mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres berücksichtigt.

Veränderungen der Devisenreferenzkurse gegenüber dem Vorjahr werden in der Entwicklung

der Sachanlagen als „Währungsumrechnungsdifferenzen“ gesondert ausgewiesen.

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83


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84

Die für die Umrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt

verändert:

Entwicklung der Wechselkurse Bilanz Gewinn- und

1 EUR Devisenreferenzkurs am Verlustrechnung

Bilanzstichtag Jahresdurchschnittskurs

Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte 6

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um

planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen

Nutzungsdauer.

Es sind weder selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte noch immaterielle Vermögenswerte mit

unbestimmter Nutzungsdauer angesetzt.

Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert bis TEUR 0,4) werden im Zugangsjahr

voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern

berechnet:

Nutzungsdauer Jahre

Immaterielle Vermögenswerte 4-10

31.12.2005 31.12.2004 2005 2004

Slowakische Kronen 37,8800 38,7450 38,5990 40,0330

Slowenische Tolar 239,5000 239,7600 239,5700 239,0669

Kroatische Kuna 7,3715 7,7365 7,4008 7,5656

Ungarische Forint 252,8700 n/a 251,3180 n/a

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert,

erfolgt gemäß IAS 36 (Impairment of Assets) eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Bei

Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.


Die Entwicklung und detaillierte Darstellung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Posten der

immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte werden in nachstehenden Tabellen angeführt:

TEUR Immaterielle Firmenwerte Geleistete Gesamt

Vermögenswerte Anzahlungen

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1. Jänner 2005 53.467 22.850 8 76.325

Zugänge aus Unternehmenserwerben 3.827 14.935 0 18.762

Zugänge 1.693 0 57 1.750

Abgänge 2.381 248 0 2.629

Umbuchungen 7 0 -7 0

Währungsumrechnungsdifferenzen 35 0 0 35

Stand am 31. Dezember 2005 56.648 37.537 58 94.243

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2005 45.739 0 0 45.739

Zugänge aus Unternehmenserwerben 285 0 0 285

Zugänge 3.922 0 0 3.922

Abgänge 2.210 0 0 2.210

Währungsumrechnungsdifferenzen 17 0 0 17

Stand am 31. Dezember 2005 47.753 0 0 47.753

Buchwert am 1. Jänner 2005 7.728 22.850 8 30.586

Buchwert am 31. Dezember 2005 8.895 37.537 58 46.490

In den Anschaffungskosten der Firmenwerte zum 1. Jänner 2005 werden in Anwendung des IFRS 3 die bis

zu diesem Zeitpunkt vorgenommenen Abschreibungen netto ausgewiesen.

TEUR Immaterielle Firmenwerte Geleistete Gesamt

Vermögenswerte Anzahlungen

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1. Jänner 2004 53.344 37.363 2 90.709

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0

Zugänge 2.108 0 6 2.114

Abgänge 2.041 476 0 2.517

Umbuchungen 32 0 0 32

Währungsumrechnungsdifferenzen 24 0 0 24

Stand am 31. Dezember 2004 53.467 36.887 8 90.362

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2004 38.978 9.286 0 48.264

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0

Zugänge 8.715 4.751 0 13.466

Abgänge 1.989 0 0 1.989

Umbuchungen 29 0 0 29

Währungsumrechnungsdifferenzen 6 0 0 6

Stand am 31. Dezember 2004 45.739 14.037 0 59.776

Buchwert am 1. Jänner 2004 14.366 28.077 2 42.445

Buchwert am 31. Dezember 2004 7.728 22.850 8 30.586

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Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet.

Die Abschreibungssätze richten sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten angemessene Teile der Material- und

Fertigungsgemeinkosten. Gegebenenfalls anfallende Fremdkapitalkosten sind kein Bestandteil der

Herstellungskosten. Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert bis TEUR 0,4)

werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als

Zu- und Abgang ausgewiesen.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern

berechnet:

Nutzungsdauer Jahre

Gebäude 20-50

Technische Anlagen und Maschinen 10

Fuhrpark 4-8

EDV-technische Ausstattung 3-5

Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-20

Sachanlagen 7

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert,

erfolgt gemäß IAS 36 (Impairment of Assets) eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Bei

Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien

Jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen

gehalten und unter der Voraussetzung einer Parifizierung gesondert veräußert werden könnten, werden

gemäß IAS 40 als Finanzinvestitionen (investment property) klassifiziert. Wenn der eigengenutzte Anteil

einer als Finanzinvestition eingestuften Immobilie unter 20% liegt, wird diese zur Gänze als Finanzinvestition

ausgewiesen, ansonsten wurde eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung

vorgenommen. In der Bilanz werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu Anschaffungskosten,

vermindert um Abschreibungen, ausgewiesen, wobei die Abschreibungen nach der

linearen Methode unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen werden.

Die Ermittlung der Fair values der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien wurde großteils

von Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG unter Anwendung von anerkannten

Bewertungstechniken vorgenommen. In die Ermittlung der Fair values sind sowohl Sachwerte als auch

Ertragswerte der Immobilien eingeflossen. In die Bewertung sind Marktwerte eingeflossen, wie insbesondere

das Niveau der örtlichen Grundstückspreise, Wiedererrichtungskosten abzüglich eines Abschlages

für die Abnutzung von Gebäuden sowie die erzielbaren Mieten.


Die detaillierte Darstellung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Posten der Sachanlagen wird

in nachstehenden Tabellen angeführt. Die Entwicklung der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien

wird in einer gesonderten Spalte dargestellt.

TEUR Grundstücke Investment Technische Andere Geleistete Gesamt

und Bauten Property Anlagen und Anlagen, Anzahlungen

(IAS 40) Maschinen Betriebs- und und Anlagen

Geschäfts- in Bau

ausstattung

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1. Jänner 2005 817.270 98.887 159.018 281.127 17.993 1.374.295

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 17 0 284 101 0 402

Zugänge 36.833 262 3.985 31.270 1.235 73.585

Abgänge 41.261 10.083 6.242 39.481 0 97.066

Umbuchungen -7.387 22.323 2.795 74 -17.806 0

Umgliederungen gem. IFRS 5 -52.273 0 0 0 0 -57.273

Währungsumrechnungsdifferenzen

138 0 77 73 0 288

Stand am 31. Dezember 2005 748.337 111.390 159.918 273.164 1.422 1.294.230

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2005 290.646 35.486 70.674 154.976 0 551.782

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 11 0 115 77 0 204

Zugänge 56.066 11.784 13.948 35.033 0 116.831

Abgänge 23.534 3.497 6.145 35.900 0 69.076

Umbuchungen -12.853 12.853 0 0 0 0

Umgliederungen gem. IFRS 5 -34.269 0 0 0 0 -34.269

Währungsumrechnungsdifferenzen

8 0 35 43 0 87

Stand am 31. Dezember 2005 276.076 56.627 78.627 154.228 0 565.558

Buchwert am 1. Jänner 2005 526.624 63.401 88.344 126.151 17.993 822.512

Buchwert am 31. Dezember 2005 472.261 54.763 81.291 118.935 1.422 728.672

Für jene Vermögenswerte, bei denen der zum Stichtag erzielbare Betrag niedriger war als der Buchwert,

wurde gemäß IAS 36 ein Wertminderungsaufwand erfasst. Bei Grundstücken lag eine Wertminderung in

Höhe von TEUR 28.803, bei technischen Anlagen in Höhe von TEUR 33 und bei anderen Anlagen, Betriebsund

Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 96 vor, die unter den Abschreibungen ausgewiesen wurden.

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TEUR Grundstücke Investment Technische Andere Geleistete Gesamt

und Bauten Property Anlagen und Anlagen, Anzahlungen

(IAS 40) Maschinen Betriebs- und und Anlagen

Geschäfts- in Bau

ausstattung

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1. Jänner 2004 808.663 86.918 141.035 277.699 7.820 1.322.134

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0 0

Zugänge 24.703 104 16.636 29.096 17.983 88.522

Abgänge 7.104 2.392 657 26.331 -4 36.488

Umbuchungen -8.992 14.257 2.012 498 -7.807 -32

Umgliederungen gem. IFRS 5 0 0 0 0 0 0

Währungsumrechnungsdifferenzen

0 0 -8 165 1 158

Stand am 31. Dezember 2004 817.270 98.887 159.018 281.127 17.993 1.374.294

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2004 252.064 24.328 56.718 141.480 0 474.589

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0 0

Zugänge 50.426 4.291 14.556 38.176 0 107.449

Abgänge 3.918 1.062 593 24.728 0 30.301

Umbuchungen -7.926 7.931 0 -34 0 -29

Umgliederungen gem. IFRS 5 0 0 0 0 0 0

Währungsumrechnungsdifferenzen

0 0 -7 82 0 76

Stand am 31. Dezember 2004 290.646 35.486 70.674 154.976 0 551.782

Buchwert am 1. Jänner 2004 556.599 62.590 84.317 136.219 7.820 847.545

Buchwert am 31. Dezember 2004 526.624 63.401 88.344 126.151 17.993 822.512

Die als Sicherheiten verpfändeten immateriellen Anlagen und Sachanlagen weisen einen Buchwert von

TEUR 56.385 (31.12.2004: TEUR 65.710) auf.

Zu den Investment Properties werden gemäß IAS 40 noch folgende Angaben angeführt:

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 31.12.2005 31.12.2004

TEUR

Buchwert 54.763 63.401

Beizulegender Zeitwert 134.873 143.277

Mieteinnahmen für Immobilien 7.656 6.735

Aufwendungen, mit denen Mieteinnahmen erzielt wurden 4.773 2.310

Aufwendungen für Immobilien, mit denen keine Mieteinnahmen erzielt wurden 7.335 2.256

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Lease-

Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein

Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines

„Grant Payments“ von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen,

in dem die Österreichische Post AG auf rund 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder

zurückgemietet hat. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt,

das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem


Fixpreis („EBO Payment Amount“) oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens

jedoch zum „End of Term Purchase Option Price“ zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen

EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische

Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD). Die Payment Undertaker

haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen

für die Österreichische Post AG zu leisten. Das bei der Österreichischen Post AG verbleibende Restrisiko

einer möglichen Inanspruchnahme im Falle der Insolvenz(en) der Payment Undertaker beläuft sich zum

Bilanzstichtag auf 115,9 Mio USD (d.s. 98,3 Mio EUR).

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2005 ist die Cross Border Lease-Transaktion wie folgt erfasst:

Die dem Fruchtgenussrecht zugrunde liegenden Postsortieranlagen bleiben aufgrund des unverändert

fortbestehenden wirtschaftlichen Eigentums an den Anlagen weiterhin im Anlagevermögen der

Österreichischen Post AG ausgewiesen und werden über eine 10-jährige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Der ursprünglich bei der Österreichischen Post AG verbleibende Nettobarwertvorteil in Höhe von

9,1 Mio USD (d. s. 9,2 Mio EUR) wird in den anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die

Vertragslaufzeit pro rata temporis aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2005 wurden TEUR 480 (2004: TEUR 480)

aufgelöst und als Zinsertrag erfasst.

Finanzierungsleasing

Geleaste Vermögenswerte, die wegen der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge

gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasing zu klassifizieren sind, werden zum Zeitpunkt des Abschlusses des

Vertrags zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts zu diesem Zeitpunkt oder zum niedrigeren

Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die Mindestlaufzeit

der hierzu abgeschlossenen Verträge entspricht dabei im Wesentlichen der Nutzungsdauer

dieser Anlagen. Eine Kaufoption wurde nicht vereinbart. Die aus diesen Verträgen resultierende Leasingverbindlichkeit

ist unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Zu den Finanzierungsleasingverträgen werden gemäß IAS 17 noch folgende Angaben gemacht:

Nettobuchwert und Nutzungsdauer der geleasten Vermögenswerte Buchwert Nutzungsdauer

TEUR 31.12.2005

Technische Anlagen und Maschinen 241 4

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.996 8

Summe der Mindestleasingzahlungen für jede der folgenden Perioden 2005 2004

TEUR

Bis zu einem Jahr 3.317 3.337

Länger als ein und bis zu fünf Jahren 11.281 14.320

Länger als fünf Jahre 0 0

Barwert der Mindestleasingzahlungen für jede der folgenden Perioden 2005 2004

TEUR

Bis zu einem Jahr 2.967 3.026

Länger als ein und bis zu fünf Jahren 9.956 12.943

Länger als fünf Jahre 0 0

Im Geschäftsjahr 2005 wurden TEUR 383 erfolgswirksam als bedingte Mietzahlungen erfasst, die an den

3-Monats-EURIBOR gebunden sind.

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90

Finanzanlagen 8

Die Finanzanlagen des Österreichischen Post Konzerns umfassen Anteile an assoziierten Unternehmen

und andere Finanzanlagen. Die Entwicklung und detaillierte Darstellung der in der Konzernbilanz

zusammengefassten Posten der Finanzanlagen wird in nachstehenden Tabellen angeführt:

Anteile an Andere Finanzanlagen

TEUR assoziierten Anteile an Langfristige Langfristige Andere

Unternehmen nicht Ausleihungen Finanzinves- Finanzanlagen

konsolidierten titionen in Gesamt

Unternehmen Wertpapiere

Anschaffungskosten

Stand am 1. Jänner 2005 39.261 18 2.000 114.588 116.606

Zugänge aus Unternehmenserwerben 5 0 436 0 436

Zugänge 749 0 235 60.747 60.982

Abgänge 39.482 0 364 5.000 5.364

Umbuchungen 0 0 -436 219 -217

Stand am 31. Dezember 2005 533 18 1.871 170.554 172.443

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2005 20.620 0 530 1.172 1.702

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0

Zugänge 46 0 40 660 700

Abgänge 20.442 0 91 0 91

Umbuchungen 0 0 0 -53 -53

Stand am 31. Dezember 2005 224 0 479 1.779 2.258

Zuschreibungen

Stand am 1. Jänner 2005 0 0 0 890 890

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0

Zugänge 0 0 0 1.553 1.553

Abgänge 0 0 0 25 25

Umbuchungen 0 0 0 -6 -6

Stand am 31. Dezember 2005 0 0 0 2.412 2.412

Buchwert am 1. Jänner 2005 18.640 18 1.470 114.307 115.795

Buchwert am 31. Dezember 2005 309 18 1.392 171.187 172.597


Anteile an Andere Finanzanlagen

TEUR assoziierten Anteile an Langfristige Langfristige Andere

Unternehmen nicht Ausleihungen Finanzinves- Finanzanlagen

konsolidierten titionen in Gesamt

Unternehmen Wertpapiere

Anschaffungskosten

Stand am 1. Jänner 2004 39.290 18 2.743 46.614 49.375

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0

Zugänge 3.497 0 188 78.013 78.201

Abgänge 3.527 0 490 5 495

Umbuchungen 0 0 -441 -10.033 -10.474

Stand am 31. Dezember 2004 39.260 18 2.000 114.589 116.607

Abschreibungen

Stand am 1. Jänner 2004 18.075 0 644 1.117 1.761

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0

Zugänge 2.555 0 38 80 118

Abgänge 10 0 100 0 100

Umbuchungen 0 0 -53 -25 -78

Stand am 31. Dezember 2004 20.620 0 530 1.172 1.701

Zuschreibungen

Stand am 1. Jänner 2004 0 0 0 649 649

Zugänge aus Unternehmenserwerben 0 0 0 0 0

Zugänge 0 0 0 280 280

Abgänge 0 0 0 0 0

Umbuchungen 0 0 0 -39 -39

Stand am 31. Dezember 2004 0 0 0 890 890

Buchwert am 1. Jänner 2004 21.215 18 2.099 46.147 48.264

Buchwert am 31. Dezember 2004 18.640 18 1.470 114.307 115.795

9

Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden gemäß IAS 28 (Accounting for Investments in Associates)

nach der Equity-Methode bewertet. Ausgehend von den Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des

Erwerbs der Anteile wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert um die Eigenkapitalveränderungen der

assoziierten Gesellschaften erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Österreichischen

Post AG entfallen. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist

im Buchwert des Anteils enthalten, und eine planmäßige Abschreibung ist untersagt.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Gebrüder Weiss Paketdienst Gesellschaft mbH, Lauterach

1) Veräußerung im Geschäftsjahr 2005

2) Übergang auf Vollkonsolidierung im Geschäftsjahr 2005

1) 0 11.757

Schachinger Paketdienst Gesellschaft mbH, Hörsching1) 0 3.287

Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH & Co KG, Salzburg1) 0 3.234

Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien 117 116

feibra VertriebsgmbH, Neudörfl (vormals Gloggnitz) 2) 0 93

FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 192 93

Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH, Salzburg1) 0 12

Postadress Austria GmbH, Wien, in Liquidation 0 48

309 18.640

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Die in der Konzernbilanz nach Fristigkeiten ausgewiesenen anderen Finanzanlagen setzen sich wie folgt

zusammen:

Finanzinvestitionen

Finanzinvestitionen werden zum Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht (Erfüllungstag) zu

Anschaffungskosten erfasst.

Finanzvermögen

Finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 in folgende Kategorien unterteilt: „Kredite und

Forderungen“ (loans and receivables), „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ (held to

maturity investments), „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ (available for sale

financial assets) und „finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden

Zeitwert durch die Gewinn und Verlustrechnung“ (financial assets or financial liabilities at fair value

through profit or loss).

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern nicht

ohne erheblichen Aufwand ein davon abweichender beizulegender Wert ermittelt werden kann. Bei

objektiven Anzeichen nachhaltiger Wertminderungen wird eine Abschreibung durchgeführt. Zuschreibungen

erfolgen bei Wegfall des Wertminderungsgrundes. Ab- und Zuschreibungen werden im Finanzergebnis

ausgewiesen. Der Buchwert dieser Beteiligungen beträgt zum 31. Dezember 2005 TEUR 18

(31.12.2004: TEUR 18).

Ausleihungen

Ausleihungen, die der Kategorie „Kredite und Forderungen“ zuzuordnen sind, werden zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit

dem Barwert angesetzt. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen Anschaffungskosten und

Tilgungsbetrag (Agio, Disagio) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im

Finanzergebnis ausgewiesen. Soweit Ausfallsrisiken erkennbar sind, wird eine erfolgswirksame Abschreibung

auf den Barwert der erwarteten realisierbaren Zahlungen vorgenommen. Als Abzinsungssatz wird

der ursprüngliche Effektivzinssatz verwendet. Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten

erfolgen, wenn der Grund für die Abschreibung weggefallen ist.

Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:

Andere Finanzanlagen 10

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 18 18

Langfristige Ausleihungen 1.392 1.470

Langfristige Finanzinvestitionen in Wertpapiere 171.187 114.307

Langfristige andere Finanzanlagen 172.597 115.795

Kurzfristige Ausleihungen 343 388

Kurzfristige Finanzinvestitionen in Wertpapiere 49.682 30.120

Kurzfristige andere Finanzanlagen 50.025 30.508

Andere Finanzanlagen 222.622 146.303

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Ausgereichte Kredite an Mitarbeiter 1.437 1.551

Wohnbaudarlehen 298 307

1.735 1.858


Zu den Ausleihungen werden gemäß IAS 39 folgende Angaben gemacht:

Geschäftsjahr 2005 Fortge- Marktwert Effektiv- Zinsen fällig fällig

TEUR schriebene 31.12.2005 verzinsung fix/var. < 1 Jahr > 1 Jahr

Anschaffungs- 2005

kosten

Ausgereichte Kredite an

Mitarbeiter 1.437 1.437 4 % fix 331 1.105

Wohnbaudarlehen 298 298 5 % fix 12 287

1.735 1.735 343 1.392

Geschäftsjahr 2004 Fortge- Marktwert Effektiv- Zinsen fällig fällig

TEUR schriebene 31.12.2004 verzinsung fix/var. < 1 Jahr > 1 Jahr

Anschaffungs- 2004

kosten

Ausgereichte Kredite an

Mitarbeiter 1.551 1.551 5 % fix 376 1.175

Wohnbaudarlehen 307 307 5 % fix 12 295

1.858 1.858 388 1.470

Für das Wohnbaudarlehen wurde dem Österreichischen Post Konzern ein Pfandrecht für die Kreditforderung

bis zum Höchstbetrag in Höhe von TEUR 977 an der Baurechtsliegenschaft BEZ 3247 Grundbuch

56501 Aigen einverleibt.

Finanzinvestitionen in Wertpapiere

Finanzinvestitionen in Wertpapiere sind ausschließlich der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare

finanzielle Vermögenswerte“ (available for sale financial assets) zugeordnet. Die zur Veräußerung verfügbaren

Wertpapiere werden zum Marktwert bilanziert, unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis

zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital (Neubewertungsrücklagen)

ausgewiesen. Bei objektiven Anzeichen, dass eine Wertminderung vorliegt, werden Wertminderungen

ebenso wie unrealisierte Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des

Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten

vor Berücksichtigung der Wertminderung erfolgsneutral und bei Schuldinstrumenten erfolgswirksam

erfasst.

Folgende Tabelle zeigt die fortgeschriebenen Anschaffungskosten und Marktwerte sowie die unter den

Neubewertungsrücklagen netto nach Steuern ausgewiesenen unrealisierten Gewinne und Verluste der

zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere:

Zum 31. Dezember 2005 Fortge- Marktwert Unrealisierter Unrealisierter

TEUR schriebene Gewinn Verlust

Anschaffungskosten

Investmentfondsanteile 109.905 111.441 1.204 54

Kurzfristige Wertpapiere 9.569 9.606

Langfristige Wertpapiere 60.376 59.745

Festverzinsliche Wertpapiere 69.945 69.351 69 515

179.851 180.792 1.273 569

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93


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94

Zum 31. Dezember 2004 Fortge- Marktwert Unrealisierter Unrealisierter

TEUR schriebene Gewinn Verlust

Anschaffungskosten

Investmentfondsanteile 54.930 54.920 44 54

Kurzfristige Wertpapiere 10.027 10.048

Langfristige Wertpapiere 59.339 59.387

Festverzinsliche Wertpapiere 69.366 69.435 79 27

124.296 124.355 123 81

Die vertraglichen Restlaufzeiten des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren können nachfolgender

Tabelle entnommen werden:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis zu einem Jahr 9.606 10.048

Länger als ein und bis zu fünf Jahren 40.445 44.403

Länger als fünf Jahre 19.300 14.984

69.351 69.435

Die Zinssätze der festverzinslichen Wertpapiere liegen zwischen 2,31% und 7,70% (31.12.2004: 2,26% und

8,00%).

Im Geschäftsjahr 2005 betrug das Veräußerungsergebnis der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere

TEUR 9 (2004: TEUR 0).

Kurzfristige Finanzinvestitionen in Wertpapiere enthalten ausschließlich Wertpapiere, die zu Handelszwecken

gehalten werden (held for trading) als Unterklasse der Kategorie „finanzielle Vermögenswerte

zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung“ (financial assets at fair value

through profit or loss) und zu Marktwerten bewertet werden. Die aus der Bewertung resultierenden

Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere enthalten festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von

TEUR 69.351 (31.12.2004: TEUR 69.435).

Die Handelsbestände enthalten nicht festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von TEUR 40.077

(31.12.2004: TEUR 20.071). Die Marktwerte von notierten Wertpapieren entsprechen dem Börsekurs

zum Bilanzstichtag.


11

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren

Nettoveräußerungswerten. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren

durchgeführt.

Wertminderungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer

erforderlich.

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Hilfs- und Betriebsstoffe – brutto 9.599 11.530

ab: Hilfs- und Betriebsstoffe – Abwertung -2.950 -3.264

Handelswaren – brutto 15.144 14.379

ab: Handelswaren – Abwertung -2.462 -2.993

Noch nicht abrechenbare Leistungen 251 642

19.582 20.294

Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt im Geschäftsjahr TEUR 766

(31.12.2004: TEUR 1.221).

12

Forderungen

Forderungen sind zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer

Einzelrisiken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung von Kreditrisiken

bestehen Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird die spätere Fälligkeit von Forderungen durch

Abzinsung berücksichtigt.

Im Einzelnen teilen sich die Forderungen wie folgt auf:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 253.183 214.040

Foderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 851 1.732

Andere Forderungen 53.466 87.371

307.500 303.143

Für die Forderungen ergeben sich folgende Restlaufzeiten:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 298.492 292.597

Über ein Jahr 9.008 10.546

307.500 303.143

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TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13

Guthaben bei Kreditinstituten 15.344 7.580

Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 157.240 40.601

Kassenbestand 1.888 2.121

174.472 50.302

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristiger Veranlagungen betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung

bereits weniger als drei Monate (2004: weniger als zwei Monate). Der durchschnittliche Zinssatz bei den

Termingeldern zum 31.12.2005 lag bei 2,52 % (31.12.2004: 2,22 %) im Inland und bei 5,15 % (31.12.2004:

5,77%) im Ausland.

In dem mit der BAWAG P.S.K. 1) abgeschlossenen Kooperationsvertrag verpflichtet sich die Post, die beim

Vertrieb der Finanzdienstleistungen im Namen und auf Rechnung der BAWAG P.S.K. entgegengenommenen

Ein- und Auszahlungen so zu behandeln, dass das Eigentumsrecht der BAWAG P.S.K. an diesen

Bargeldbeständen jederzeit gewahrt bleibt. Die postfremden Bargeldbestände werden in der Bilanz

nicht ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2005 bestanden postfremde Bargeldbestände in Höhe von

TEUR 175.871 (31.12.2004: TEUR 142.616).

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

und aufgegebene Geschäftsbereiche

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 23.004 0

Vermögenswerte aufgegebene Geschäftsbereiche 0 390.609

23.004 390.609

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert

und beizulegendem Wert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Zum 31. Dezember 2005 werden in

dieser Position Grundstücke und Bauten eines Paketlogistikzentrums ausgewiesen, die im Rahmen eines

Infrastrukturprojekts zum 30. Juni 2006 veräußert werden sollen. Im Geschäftsjahr 2005 wurde diese

Position in Höhe von TEUR 4.370 auf den beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 23.004 abgeschrieben.

Der Ausweis der Abwertung erfolgt unter den Abschreibungen.

Als Vermögenswerte aufgegebene Geschäftsbereiche werden zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte

die Vermögenswerte der aufgegebenen Versicherungssparte wie folgt zusammengefasst:

TEUR 31.12.2004

Langfristiges Vermögen

Andere Finanzanlagen 255.135

Forderungen 1.187

256.322

Kurzfristiges Vermögen

Andere Finanzanlagen 121.411

Forderungen 9.379

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.497

134.287

390.609

1) „BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft“

14


15

Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 10.000. Es ist in 10.000 auf Namen lautende

Stückaktien geteilt. Alleinige Aktionärin der Österreichischen Post AG ist die Österreichische

Industrieholding AG, Wien.

Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen des Konzerns entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen

Post AG.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzliche Rücklage sowie in Vorjahren angesammelte

Ergebnisse, die um Gewinnausschüttungen vermindert wurden.

Neubewertungsrücklagen

Entsprechend IAS 39 werden Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwertes von zur Veräußerung

verfügbaren Wertpapieren ergebnisneutral in einen gesonderten Posten im Eigenkapital (Neubewertungsrücklagen)

eingestellt. Die in den Neubewertungsrücklagen erfassten Beträge werden nach

Steuern gezeigt.

Währungsumrechnungsrücklagen

Die Währungsumrechnungsrücklagen umfassen alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in

ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind.

Eigenkapital aufgegebene Geschäftsbereiche

Als Eigenkapital aufgegebene Geschäftsbereiche werden zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte der

Konzernbilanz die freien Rücklagen sowie die Neubewertungsrücklagen der aufgegebenen Versicherungssparte

wie folgt zusammengefasst:

TEUR 31.12.2004

Gewinnrücklagen 1.767

Neubewertungsrücklagen 1.544

3.310

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2005 beträgt TEUR 99.921 (2004: TEUR 47.070). Für Ausschüttungen

an die Österreichische Industrieholding AG ist der Bilanzgewinn der Österreichischen Post AG

nach österreichischem Handelsrecht maßgeblich.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter haben sich im Geschäftsjahr 2005 und 2004 wie folgt entwickelt:

TEUR 2005 2004

Stand am 1. Jänner 7.817 6.684

Abgang aufgrund von Verkäufen des Konzerns -5.976 0

Abgang aufgrund von Verkäufen an den Konzern -1.841 0

Anderen Gesellschaftern zustehende Ausschüttungen 2004 0 -1.819

Anderen Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 2004 0 2.952

Stand am 31. Dezember 0 7.817

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97


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98

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Die Fälligkeitsstruktur der Rückstellungen zeigt folgendes Bild:

Rückstellungen für Abfertigungen

Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen und vertraglichen Ansprüche der Angestellten

gebildet. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre des bei Abfertigungsanfall

maßgeblichen Bezuges abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen.

Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung des

IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode, wobei versicherungsmathematische Gewinne/Verluste

sofort zur Gänze realisiert werden.

Folgende Parameter wurden zugrunde gelegt:

Rückstellungen 16

Rückstellungen für Abfertigungen 60.659 45.232

Rückstellungen für Jubiläumsgelder 88.812 72.510

Andere Rückstellungen für Mitarbeiter 204.212 125.251

Sonstige Rückstellungen 42.047 46.110

Steuerrückstellungen 36.021 16.994

431.751 306.097

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 120.147 101.236

Über ein Jahr 311.604 204.861

431.751 306.097

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Rechnungszinssatz 4,0% 5,0%

Gehaltssteigerung 3,5% 3.0%

Fluktuationsabschlag gestaffelt gestaffelt

(0% - 8%) (2% - 8%)

Als Pensionsantrittsalter werden für weibliche Angestellte 55 bis maximal 60 Jahre und für männliche

Angestellte 60 bis maximal 65 Jahre unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen gemäß

Pensionsreform 2003 zugrunde gelegt.


Für Angestellte, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die

Abfertigungsverpflichtungen grundsätzlich durch die laufende Entrichtung der Beiträge an die

Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Die Rückstellungen für Abfertigungen haben sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 wie folgt entwickelt:

TEUR 2005 2004

Stand am 1. Jänner 45.232 38.813

Zugänge aus Unternehmenserwerben 18 0

Dienstzeitaufwand 4.779 4.610

Zinsaufwand 2.216 2.111

Versicherungstechnische Gewinne/Verluste 14.181 5.268

Tatsächliche Zahlungen -5.767 -5.570

Stand am 31. Dezember 60.659 45.232

Mit Ausnahme des sich aus der Rückstellungsveränderung ergebenden Zinsaufwandes werden alle

Veränderungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der sich ergebende Zinseffekt wird im Finanzergebnis

ausgewiesen.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet.

Anspruch auf Zahlungen anlässlich von Dienstjubiläen haben sowohl Beamte als auch Angestellte. Die

Berechnung erfolgte analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellungen unter Zugrundelegung

der gleichen Parameter. Für Beamte wird ein Pensionsantrittsalter von 60 bis maximal 65 Jahre unter

Berücksichtigung der Übergangsregelungen gemäß Pensionsreform 2003 zugrunde gelegt.

Auszahlungen erfolgen im Falle einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern

und im Falle einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern.

Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt des Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird

ebenfalls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt.

Die Rückstellungen für Jubiläumsgelder haben sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 wie folgt entwickelt:

TEUR 2005 2004

Stand am 1. Jänner 72.510 68.462

Dienstzeitaufwand 3.879 3.804

Zinsaufwand 3.536 3.661

Versicherungstechnische Gewinne/Verluste 12.364 2.305

Tatsächliche Zahlungen -3.477 -5.722

Stand am 31. Dezember 88.812 72.510

Mit Ausnahme des sich aus der Rückstellungsveränderung ergebenden Zinsaufwandes werden alle

Veränderungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der sich ergebende Zinseffekt wird im Finanzergebnis

ausgewiesen.

Andere Rückstellungen für Mitarbeiter

Die Rückstellung für Vorruhestand und ähnliche Verpflichtungen betrifft im Vorjahr die zu entrichtenden

Erhöhungsbeträge des Pensionsdeckungsbeitrages (§ 17 Abs 7 PSTG) für aktive Beamte für den Zeitraum

1. Jänner 2002 bis 30. September 2005 als Abgeltung für durch den Bund übernommene Vorruhestandsbezüge

(§ 14 Bundesbedienstetensozialplangesetz). Weiters umfasst die Rückstellung für Vorruhestand

und ähnliche Verpflichtungen die aus der Anhebung des vorzeitigen Pensionsantrittsalters resultierenden

Mehraufwendungen für bereits in Vorruhestand befindliche Angestellte und Beamte.

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99


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100

Die Rückstellung für Unterauslastung besteht für Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2005 speziellen

Organisationseinheiten zugeordnet wurden und nicht zur Gänze ausgelastet sind. Bei der Berechnung

der Rückstellung wurden sämtliche Personalaufwendungen bis zur Pensionierung je nach Einsatzmöglichkeit

des jeweiligen Mitarbeiters unter Berücksichtigung von Gehaltssteigerungen von 3,5%

(Vorjahr: 3%) und eines Abzinsungssatzes von 4% (Vorjahr: 5%) berücksichtigt.

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen,

Leistungsprämien und andere noch nicht bezahlte Mitarbeiteransprüche.

Die anderen Rückstellungen für Mitarbeiter haben sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 wie folgt

entwickelt:

TEUR Vorruhestand Unteraus- Sonstige Gesamt

und ähnliche lastung personal-

Verpflichtungen bezogene

Rückstellungen

Stand am 1. Jänner 2005 5.913 87.520 31.818 125.251

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 13 13

Neubildung 0 95.404 33.598 129.002

Verwendung -5.773 -7.305 -23.813 -36.891

Auflösung -140 -12.096 -4.564 -16.800

Aufzinsung 0 3.637 0 3.637

Stand am 31. Dezember 2005 0 167.160 37.052 204.212

TEUR Vorruhestand Unteraus- Sonstige Gesamt

und ähnliche lastung personal-

Verpflichtungen bezogene

Rückstellungen

Stand am 1. Jänner 2004 15.333 0 29.971 45.304

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 0 0

Neubildung 201 87.520 30.251 117.972

Verwendung -7.751 0 -19.981 -27.732

Auflösung -2.123 0 -8.423 -10.546

Aufzinsung 253 0 0 253

Stand am 31. Dezember 2004 5.913 87.520 31.818 125.251

Die Fälligkeitsstruktur zeigt folgendes Bild:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 45.734 42.715

Über ein Jahr 158.478 82.536

204.212 125.251

Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 unsichere rechtliche oder faktische Verpflichtungen

gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, und

es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine

verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen

Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung

ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrages nicht möglich, unterbleibt die


Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte

Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 wie folgt entwickelt:

TEUR Noch nicht Rentenver- Andere Gesamt

erbrachte pflichtungen

Leistungen

Stand am 1. Jänner 2005 29.845 2.769 13.496 46.110

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 7 7

Neubildung 29.064 470 3.556 33.090

Verwendung -28.954 -270 -5.799 -35.023

Auflösung 0 0 -2.256 -2.256

Aufzinsung 0 119 0 119

Stand am 31. Dezember 2005 29.955 3.088 9.004 42.047

TEUR Noch nicht Rentenver- Andere Gesamt

erbrachte pflichtungen

Leistungen

Stand am 1. Jänner 2004 25.400 2.817 8.027 36.244

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 0 0

Neubildung 5.477 69 9.444 14.990

Verwendung -1.032 -265 -3.328 -4.625

Auflösung 0 0 -652 -652

Aufzinsung 0 148 5 153

Stand am 31. Dezember 2004 29.845 2.769 13.496 46.110

Die Fälligkeitsstruktur der sonstigen Rückstellungen zeigt sich wie folgt:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 38.392 41.527

Über ein Jahr 3.655 4.583

42.047 46.110

Die Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen umfassen Umsatzneutralisierungen für noch

nicht ausgelieferte Aufträge am 31. Dezember 2005 und die bis zum 31. Dezember 2005 veräußerten

Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung

erbracht wurde.

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101


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102

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen haben sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 wie folgt entwickelt:

TEUR Steuern vom Steuern auf Andere Gesamt

Ertrag Arbeitslöhne

Stand am 1. Jänner 2005 14.393 2.212 389 16.994

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 20 0 0 20

Neubildung 35.115 339 61 35.515

Verwendung -14.392 -1.044 -46 -15.482

Auflösung -1 -801 -224 -1.026

Stand am 31. Dezember 2005 35.135 706 180 36.021

TEUR Steuern vom Steuern auf Andere Gesamt

Ertrag Arbeitslöhne

Stand am 1. Jänner 2004 2.372 2.326 885 5.583

Zugänge aus

Unternehmenserwerben 0 0 0 0

Neubildung 14.393 7 82 14.482

Verwendung -2.372 0 -208 -2.580

Auflösung 0 -121 -370 -491

Stand am 31. Dezember 2004 14.393 2.212 389 16.994

Die Steuerrückstellungen sind zur Gänze innerhalb eines Jahres fällig.

Unter den Finanzverbindlichkeiten werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Österreichischen Post

Konzerns ausgewiesen.

Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages abzüglich

Transaktionskosten erfasst. Ein allfälliges Agio, Disagio oder ein sonstiger Unterschied zwischen dem

erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode

verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Finanzverbindlichkeiten 17

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.266 59.252

Andere Finanzverbindlichkeiten 13.887 18.121

42.153 77.373

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten zeigt folgendes Bild:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 6.953 9.266

Über ein Jahr 35.199 68.107

42.153 77.373


Die Marktwerte und wesentlichen Konditionen der Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Geschäftsjahr 2005 Währung Buchwert Marktwert Effektiv-

TEUR 31.12.2005 verzinsung

2005

Fix verzinste Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten EUR 10.249 10.404 3,88%

Variabel verzinste Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten EUR 18.017 18.017 3,10%

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 28.266 28.421

Geschäftsjahr 2004 Währung Buchwert Marktwert Effektiv-

TEUR 31.12.2004 verzinsung

2004

Fix verzinste Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten EUR 38.111 39.663 4,31%

Variabel verzinste Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten EUR 21.141 20.364 3,76%

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59.252 60.027

Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch das jeweilige Kreditinstitut mittels Abzinsung der künftig

zu leistenden Zahlungen unter Verwendung eines aktuellen Marktzinssatzes, wobei bei variabel verzinsten

Positionen (Geld- und Kapitalmarktfloater) der Marktwert mit dem Nominale gleichgesetzt wurde.

Für ausgewiesene Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 18.017 besteht

gemäß § 20 Abs 1 Poststrukturgesetz eine Haftung der Republik Österreich.

18

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten erfasst. Ein Agio, Disagio oder ein

sonstiger Unterschied zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag wird über die

Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 189.906 181.324

Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen 1.272 1.455

Andere Verbindlichkeiten 134.810 142.197

325.988 324.976

Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden auch die Verbindlichkeiten aus

ausstehenden Lieferantenrechnungen ausgewiesen.

Für die zum Stichtag noch nicht konsumierten Urlaube wurde eine entsprechende Vorsorge unter

Berücksichtigung von Lohnnebenkosten gebildet, die in den anderen Verbindlichkeiten gezeigt wird.

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103


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104

Die Fälligkeitsstruktur zeigt sich wie folgt:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Bis ein Jahr 312.479 310.523

Über ein Jahr 13.509 14.453

325.988 324.976

Verbindlichkeiten aufgegebene Geschäftsbereiche 19

Zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte werden die Verbindlichkeiten der aufgegebenen

Versicherungssparte als Verbindlichkeiten aufgegebene Geschäftsbereiche gezeigt:

TEUR 31.12.2004

Langfristige Verbindlichkeiten

Versicherungstechnische Rückstellungen 333.413

Rückstellungen 28

Finanzverbindlichkeiten 5.291

Latente Steuern 961

339.693

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Versicherungstechnische Rückstellung 27.008

Rückstellungen 2.355

Finanzverbindlichkeiten 1.352

Verbindlichkeiten 4.325

35.040

374.733

Ertragsteuern 20

Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären

Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im IFRS-Konzernabschluss und deren

Steuerwerten. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen

in die Ermittlung einbezogen. Ausnahmen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden

Unterschiedsbeträge aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängende

temporäre Unterschiede. Aktive Steuerabgrenzungen werden nicht angesetzt, wenn es nicht

wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist.

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften

aus dem steuerpflichtigen Einkommen und im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz

errechnete Ertragsteuer („tatsächliche Steuer“) sowie die Veränderung der Steuerabgrenzungsposten.


Bei der Ermittlung der Ertragsteuer in Österreich wurde ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.

Für die ausländischen Tochtergesellschaften wurden bei der Ermittlung der Steuerabgrenzungen

folgende Ertragsteuersätze berücksichtigt:

Der Steueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2005 2004

Slowakei 19 % 19 %

Kroatien 20 % 20 %

Slowenien 25 % 25 %

Ungarn 16 % n/a

Deutschland 40 % n/a

TEUR 2005 2004

Steuern für das Geschäftsjahr (tatsächliche Steuer) -35.567 -16.635

Steuer Gutschrift (Nachzahlung) für Vorjahre -428 -1

Veränderung latenter Steuern 25.123 -13.266

-10.872 -29.902

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und dem jeweiligen

steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

TEUR 31.12.2005 31.12.2004

Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen

Firmenwerte 2.149 0

Finanzanlagen 15.707 0

Forderungen 301 99

Rückstellungen 22.335 17.606

Finanzverbindlichkeiten 3.303 4.124

43.795 21.829

Passiv latente Steuern auf temporäre Differenzen

Kundenstock -879 0

Sachanlagen -3.857 -9.221

Finanzanlagen 0 -55

Vorräte -80 -46

Verbindlichkeiten -50 -178

-4.866 -9.500

Latente Steuern auf Verlustvorträge 459 922

Summe latente Steuern 39.388 13.251

Aktiv latente Steuern 40.336 13.284

Passiv latente Steuern -948 -33

Summe latente Steuern 39.388 13.251

Die Abgrenzungen für latente Steuern haben sich 2005 ergebniswirksam um insgesamt TEUR –25.123

(2004: TEUR –13.266) verändert.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

105


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106

Die ergebnisneutrale Veränderung der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2005 2004

Ergebnisneutrale Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 221 25

Aktive latente Steuern auf Firmenwerte -2.149 0

Passive latente Steuern auf Kundenstock 925 0

Fremdwährungsdifferenzen -11 15

-1.014 40

Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern und der rechnerischen Ertragsteuer gestaltet sich die Überleitung

auf den tatsächlichen Ertragsteueraufwand wie folgt:

TEUR 2005 2004

Ergebnis vor Ertragsteuern 100.946 76.747

Rechnerische Ertragsteuer 25.236 26.094

Steuerminderung aufgrund von

Bildungsfreibetrag -131 -138

Steuerfreie Dividenden und Beteiligungserträge -195 -1.046

Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften -13.282 -1.791

Anpassung an ausländische Steuersätze -141 -22

Beteiligungserträge aus Endkonsolidierungen -2.793 0

Übrige steuermindernde Posten -1.132 -605

-17.674 -3.602

Steuermehrungen aufgrund von

Firmenwertabschreibungen 0 2.093

Steuersatzänderung 0 4.551

Teilwertabschreibungen Konzern 11 0

Übrige steuerlich nicht anerkannte Aufwendungen 708 745

719 7.408

Ertragsteueraufwand der Periode 8.281 29.990

Aperiodische Ertragsteueraufwand/-ertrag 428 2

Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern

auf Verlustvorträge 2.163 0

Tatsächliche Ertragsteuer 10.872 29.902


21

Umsatzerlöse

TEUR 2005 2004

Erlöse Briefpost 782.344 769.363

Erlöse Infomail 382.323 371.294

Erlöse Medienpost 126.100 115.459

Erlöse Paket & Logistik 211.829 197.970

Erlöse Filialnetz 190.106 192.134

Erlöse Immobilien 4.104 3.300

Andere 4.799 4.864

1.701.605 1.654.384

Die Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt der Leistungserbringung realisiert.

22

Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2005 2004

Bestandsveränderungen -253 630

Aktivierte Eigenleistungen 3.403 3.009

Erträge aus dem Abgang von/Zuschreibung zu Sachanlagen 10.558 26.109

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 3.700 1.569

Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 562 494

Erträge aus Mieten und Pachten 20.013 20.640

Öffentliche Vergütungen und Kostenersätze 2.988 7.795

Abgeltungen von Schadensfällen 1.859 2.261

Andere 10.115 10.499

52.945 73.006

Für einen Teil vom Österreichischen Post Konzern als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien

(Investment Property) werden Mieterträge aus in der Regel kündbaren Operating-Mietverhältnissen vereinnahmt.

Die abgeschlossenen Mietverträge beinhalten Indexierungen der Mieten sowie mittel- bis

langfristige Vertragslaufzeiten.

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107


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108

Aufwendungen für Material und

bezogene Leistungen

TEUR 2005 2004

Material

Treib- und Brennstoffe 14.580 12.092

Handelswaren 54.020 55.590

Wertzeichen 5.680 4.617

Betriebsmittel, Bekleidung 9.895 10.341

Ersatzteile, sonstiges 1.934 1.984

Bewertungsänderungen 446 -1.216

86.555 83.408

Bezogene Leistungen

Internationale Postbetreiber 62.922 64.410

Werbemittelverteiler 14.454 12.729

Energie 17.483 18.045

Transporte 52.306 56.784

Andere 8.223 6.398

155.388 158.366

241.943 241.774

TEUR 2005 2004

Löhne und Gehälter 825.585 825.276

Aufwendungen für Abfertigungen 35.488 15.651

Aufwendungen für Altersversorgung 289 242

Aufwendungen für gesetzlich

vorgeschriebene Abgaben und Beiträge 196.124 200.837

Andere Personalaufwendungen 6.559 4.606

1.064.045 1.046.612

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 2005 2004

Vorstände 272 559

Leitende Angestellte 853 306

Andere Arbeitnehmer 34.362 14.786

35.487 15.651

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands der Österreichischen Post AG betrugen im Geschäftsjahr 2005

TEUR 1.721 (2004: TEUR 1.698).

Die Gesamtvergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats der Österreichischen Post AG betrugen im

Geschäftsjahr 2005 TEUR 109 (2004: TEUR 116).

23

Personalaufwand 24


Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr betrug:

Beitragsorientierte Versorgungssysteme

Pensionsleistungen werden in Österreich für Angestellte grundsätzlich durch die Pensionsversicherungsanstalt

und für Beamte grundsätzlich durch den Staat erbracht. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen

ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an den Staat zu entrichten.

Die Beiträge betragen für das Geschäftsjahr 2004 bis einschließlich 30. September 2005 30,10% und ab

dem 1. Oktober 2005 28,3% (einschließlich der von den Beamten zu tragenden Beiträge) der Vergütungen

an aktive Beamte.

Die Beiträge an den Staat (einschließlich der Erhöhungsbeiträge) betrugen (nach Abzug der von den

Beamten geleisteten Pensionsbeiträge) für das Geschäftsjahr 2005 TEUR 67.673 (2004: TEUR 70.755).

25

Abschreibungen

2005 2004

Arbeiter 132 61

Angestellte 13.082 13.895

Beamte 13.954 14.361

27.168 28.317

Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 25.192 26.342

TEUR 2005 2004

Abschreibungen Firmenwerte

Planmäßige Abschreibung 0 4.823

0 4.823

Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte

Planmäßige Abschreibung 3.620 8.643

Wertminderungen 302 0

3.922 8.643

Abschreibungen Sachanlagen

Planmäßige Abschreibung 87.899 94.002

Wertminderungen 28.932 13.419

116.831 107.421

120.753 120.887

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109


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110

Zum Ergebnis aus assoziierten Unternehmen haben die einzelnen Gesellschaften wie folgt beigetragen:

Die Zusammensetzung ist wie folgt:

Sonstige betriebliche Aufwendungen 26

TEUR 2005 2004

EDV-Dienstleistungen 26.417 31.267

Instandhaltung (inkl. Immobilienverwaltung) 31.394 35.744

Leasing, Miet- und Pachtzinsen 42.148 44.052

Reise- und Fahrtaufwendungen 26.378 31.146

Fremdpersonal, Leasingkräfte 5.968 6.373

Beratungsaufwand 9.566 6.976

Entsorgung und Reinigung 19.017 22.490

Kommunikation, Werbung 15.067 10.719

Telefonaufwand 9.301 10.468

Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen 1.730 3.557

Versicherungsaufwendungen 5.532 5.652

Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 6.368 5.771

Andere 24.598 22.471

223.484 236.686

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 27

TEUR 2005 2004

Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH & Co KG, Salzburg -417 -206

Lagermax Paketdienst Gesellschaft mbH, Salzburg 0 1

Schachinger Paketdienst Gesellschaft mbH, Hörsching 106 103

Gebrüder Weiss Paketdienst Gesellschaft mbH, Lauterach -1.652 403

Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien 402 434

EFSP Immobilienentwicklung GmbH, Wien 0 11

Postadress Austria GmbH, Wien, in Liquidation -46 -215

feibra VertriebsgmbH, Neudörfl (bis 14.9.2005) 121 100

FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 200 111

-1.286 742

TEUR 2005 2004

Anteile an den Jahresergebnissen 802 3.286

Abschreibungen der Unterschiedbeträge aus der Equity-Konsolidierung -46 -2.555

Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Anteilen -2.042 11

-1.286 742


28

Sonstiges Finanzergebnis

TEUR 2005 2004

Zinsen und Wertpapiererträge

Wertpapiererträge 2.672 1.701

Zinserträge 5.887 5.490

Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 105 0

Erträge aus der Zuschreibung zu Wertpapieren 22 194

8.686 7.385

Finanzierungsaufwendungen

Zinsaufwand – Zinseffekt aus Rückstellungen 5.757 6.004

Zinsaufwand (Bankverbindlichkeiten) 4.417 6.529

Sonstiger Zinsaufwand 606 279

10.780 12.812

-2.094 -5.427

29

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche

TEUR 2005 2004

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche 9.847 3.177

Das Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche umfasst im Geschäftsjahr 2005 das Veräußerungsergebnis

aus dem Verkauf des Tochterunternehmens POSTVERSICHERUNG AG.

Im Geschäftsjahr 2004 werden zur Vergleichbarkeit der Vorjahreswerte der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

folgende Ergebnisgrößen der aufgegebenen Versicherungssparte als Ergebnis aufgegebene

Geschäftsbereiche gezeigt:

TEUR 2004

Umsatzerlöse und Erträge aus dem Versicherungsgeschäft 67.645

Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft -85.659

Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit -18.014

Sonstiges Finanzergebnis 22.446

Ergebnis vor Ertragsteuern 4.432

Ertragsteuern -1.255

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche 3.177

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

111


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

112

Segmentberichterstattung 30

Segmente nach Divisionen Sonstiges/

TEUR Paket & Konsoli-

Brief Logistik Filialnetz dierung Konzern

Geschäftsjahr 2005

Außenumsatz 1.290.803 211.834 193.820 5.148 1.701.605

Innenumsatz 66.273 45.763 208.032 -320.068 0

Umsatz gesamt 1.357.076 257.597 401.852 -314.920 1.701.605

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 268.595 12.401 8.676 -185.345 104.326

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 275 -1.963 0 402 -1.286

EBIT 268.870 10.438 8.676 -184.943 103.040

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche 0 0 0 9.847 9.847

Segmentvermögen 407.921 68.853 63.359 582.986 1.123.119

Anteile an assoziierten Unternehmen 192 0 0 117 309

Segmentverbindlichkeiten 331.339 36.066 94.238 277.697 739.339

Segmentinvestitionen 39.401 7.711 3.871 43.516 94.499

Abschreibungen 29.256 7.270 7.243 76.983 120.753

Sonstige nicht zahlungswirksame

Aufwendungen 16.391 1.903 4.139 84.309 106.743

Mitarbeiter 15.556 2.461 5.446 1.729 25.192

Segmente nach Divisionen Sonstiges/

TEUR Paket & Konsoli-

Brief Logistik Filialnetz dierung Konzern

Geschäftsjahr 2004

Außenumsatz 1.255.343 198.962 196.198 3.881 1.654.384

Innenumsatz 74.168 42.245 200.589 -317.002 0

Umsatz gesamt 1.329.511 241.207 396.787 -313.121 1.654.384

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 235.297 -16.964 -10.211 -126.690 81.431

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen -3 301 0 445 743

EBIT 235.294 -16.663 -10.211 -126.245 82.174

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche 0 0 0 3.177 3.177

Segmentvermögen 363.237 64.275 65.166 1.074.466 1.567.144

Anteile an assoziierten Unternehmen 186 18.290 0 164 18.640

Segmentverbindlichkeiten 307.596 35.596 88.439 559.836 991.467

Segmentinvestitionen 31.290 11.451 2.423 45.474 90.638

Abschreibungen 32.675 9.437 10.415 68.360 120.887

Sonstige nicht zahlungswirksame

Aufwendungen 11.227 932 9.637 64.694 86.490

Mitarbeiter 16.330 2.705 5.702 1.605 26.342


Segmente nach Regionen Österreich Deutschland CEE-Länder

TEUR

Geschäftsjahr 2005

Außenumsatz 1.671.147 149 30.309

Segmentvermögen 1.108.698 140 14.281

Segmentinvestitionen 88.618 58 5.822

Segmente nach Regionen Österreich Deutschland CEE-Länder

TEUR

Geschäftsjahr 2004

Außenumsatz 1.630.201 0 24.184

Segmentvermögen 1.554.516 0 12.629

Segmentinvestitionen 89.567 0 1.071

Die Segmentberichterstattung nach IAS 14 definiert die Darstellung von ausgewählten Konzernabschlussdaten

nach Geschäftssegmenten und geografischen Segmenten sowie eine Trennung in

primäres und sekundäres Berichtsformat. Entsprechend den Divisionen und der internen Organisationsstruktur

unterscheidet der Österreichische Post Konzern im primären Berichtsformat die Geschäftssegmente

Brief, Paket & Logistik und Filialnetz. Die sekundäre Berichterstattung erfolgt auf Basis der

geografischen Segmente Inland, Deutschland und CEE-Länder.

30.1. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung nach Divisionen

Die Daten der Divisionen werden nach Eliminierung der Beziehungen innerhalb der Divisionen gezeigt.

Im Österreichischen Post Konzern werden folgende Divisionen unterschieden:

Brief

Die Division Brief umfasst die Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Im Geschäftsfeld

Briefpost sind der weltweite Versand von Briefen und Postkarten sowie die Zustellung von Sendungen

aus der ganzen Welt an jede Abgabestelle im Inland konzentriert. Das Geschäftsfeld Infomail ist im

Bereich Direct Marketing mit den Produkten Info.Mail (adressierte Werbesendungen) und Info.Post

(unadressierte Werbesendungen) sowie entsprechenden Zusatzleistungen tätig. Das Geschäftsfeld

Medienpost betreut mit der Zustellung von Tages-, Wochen und Monatszeitungen sowie unadressierten

Regionalmedien und Sponsoring Post den spezifischen Markt der Printmedienzustellung.

Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik bietet eine breite nationale und internationale Palette an Kurier-, Expressund

Paketdienstleistungen an und konzentriert sich vorrangig auf die Zustellung an private Haushalte.

Ebenso wurde im Geschäftsjahr 2005 begonnen, die eigenständige Bearbeitung des B2B-Segments zu

forcieren.

Filialnetz

Die Division Filialnetz verfügt über eines der größten flächendeckenden Netze an Vertriebstellen in

Österreich. Das Dienstleistungs- und Produktspektrum umfasst Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen

der BAWAG P.S.K.-Gruppe sowie ein umfangreiches Sortiment an Retailprodukten.

Sonstiges/Konsolidierung

Die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Divisionen wird in der Spalte Sonstiges/Konsolidierung

vorgenommen. Den Divisionen nicht zuordenbare Aktivitäten werden ebenso in der Spalte

Sonstiges/Konsolidierung gezeigt und umfassen beispielsweise den Bereich der Immobilien, EDV-

Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit „Karriere- und Entwicklungscenter“.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

113


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

114

Die Konzernabschlussdaten auf Segmentebene werden wie folgt erläutert:

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Geschäftssegmenten

Der Außenumsatz zeigt den Umsatz der jeweiligen Geschäftssegmente mit Konzerndritten und entspricht

den externen Konzernumsatzerlösen.

Der Innenumsatz stellt die Umsätze mit anderen Segmenten dar, wobei die Verrechnungspreise zwischen

den Unternehmensbereichen auf marktüblichen Bedingungen beruhen.

Aufwendungen, die aus der Universaldienstverordnung resultieren, sind im Segment Brief angesetzt.

Das Segmentvermögen umfasst das langfristige Vermögen (ohne Finanzanlagen, Anteile an assoziierten

Unternehmen und latenten Steuern) und das kurzfristige Vermögen (ohne Finanzanlagen, Zahlungsmittel

und Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Ertragsteuern) sowie zur Veräußerung

gehaltene langfristige Vermögenswerte.

Im Segment Sonstiges/Konsolidierung werden im Geschäftsjahr 2004 die Vermögenswerte des aufgegebenen

Geschäftsbereichs und im Geschäftsjahr 2005 die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen

Vermögenswerte dargestellt.

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und die entsprechenden Anteile werden den jeweiligen

Segmenten zugeordnet.

Als Segmentverbindlichkeiten werden langfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und

latente Steuern) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten

sowie Rückstellungen aus Ertragsteuern) gezeigt.

Im Segment Sonstiges/Konsolidierung werden im Geschäftsjahr 2004 die Verbindlichkeiten der aufgegebenen

Geschäftsbereiche gezeigt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

sowie Sachanlagen.

Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen) resultieren aus den den

jeweiligen Divisionen zugeordneten Vermögenswerten.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen umfassen die Veränderung der langfristigen Rückstellungen.

Die Mitarbeiter umfassen die entsprechenden Vollzeitäquivalente der durchschnittlichen Zahl der

Arbeitnehmer im Geschäftsjahr auf Segmentebene.

30.2. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung nach Regionen

Im Österreichischen Post Konzern werden die geografischen Segmente Inland, Deutschland und CEE-

Länder unterschieden.

Die Umsätze werden nach dem Standort des Kunden gezeigt, wobei nur Außenumsätze mit Konzernexternen

dargestellt werden.

Das ausgewiesene Segmentvermögen sowie die Investitionen werden entsprechend den Standorten der

Vermögenswerte ausgewiesen. Die Investitionen umfassen immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

sowie Sachanlagen.


31

Sonstige Angaben

31.1. Erläuterungen zum Konzern-Cash-Flow-Statement

Die Darstellung der Kapitalflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode. Der Finanzmittelfonds

umfasst ausschließlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Ertragsteuerzahlungen sind

gesondert im Cash-Flow aus dem Ergebnis ausgewiesen. Die Zinsein- und -auszahlungen werden der

laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Dividendenzahlungen werden als Teil der Finanzierungstätigkeit

gezeigt.

Der Cash-Flow aus dem Erwerb (Veräußerung) von Tochterunternehmen setzt sich im Geschäftsjahr

2005 wie folgt zusammen:

TEUR 2005

Unternehmenserwerbe

Kaufpreise -20.996

Übernommene Zahlungsmittel 471

-20.525

Unternehmensverkäufe

Verkaufpreise 16.000

Abgegebene Zahlungsmittel -3.497

12.503

-8.022

Weitere Erläuterungen zur Veränderung des Konsolidierungskreises finden sich in Kapitel 5.1.

31.2. Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie vertragliche

Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte.

Die Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere,

Ausleihungen und nicht konsolidierte Beteiligungen, Forderungen und flüssige Mittel. Auf der

Passivseite entsprechen sie weitgehend den Verbindlichkeiten.

Derivative Finanzinstrumente werden hauptsächlich im Rahmen des Finanzmanagements eingesetzt.

Eine wichtige Zielsetzung der Finanzpolitik des Österreichischen Post Konzerns ist die Optimierung des

Finanzergebnisses.

Alle derivativen Finanzinstrumente sind als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert.

Unabhängig vom Zweck werden alle derivativen Finanzinstrumente am Erfüllungstag zu Anschaffungskosten

angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Marktwert bewertet. Unrealisierte Bewertungsgewinne

und -verluste aus derivativen Finanzgeschäften sind erfolgswirksam in der Gewinn- und

Verlustrechnung erfasst.

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen:

Zins-Swap-Kontrakte

Der Österreichische Post Konzern hat Zins-Swaps zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen

Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen. Die festen Zinssätze zum

31.12.2005 lagen zwischen 4,655% und 5,700% (31.12.2004: 4,650% und 9,000%). Die variablen Zinssätze

sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

115


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

116

Die folgenden Tabellen enthalten eine Aufstellung der am 31. Dezember 2005 und 2004 bestehenden

Zins-Swaps sowie deren gewichtete durchschnittliche Zinssätze und die gewichteten durchschnittlichen

Laufzeiten der Zins-Swap-Vereinbarungen. Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der

Laufzeit der Swap-Vereinbarungen wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am

Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen. Der Marktwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den der Österreichische

Post Konzern bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen

müsste. Hierzu werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse, wie das aktuelle Zinsenniveau und die

Bonität der Swap-Partner, berücksichtigt:

Fixzinsempfänger-Swaps 31.12.2005 31.12.2004

Nominale in TEUR 0 40.000

Marktwert in TEUR 0 1.653

Durchschnittlich empfangener Zinssatz 0 5,613 %

Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz 0 2,120 %

Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 0 0,06

Fixzinszahler-Swaps 31.12.2005 31.12.2004

Nominale in TEUR 0 40.000

Marktwert in TEUR 0 -1.297

Durchschnittlich empfangener Zinssatz 0 2,120 %

Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz 0 4,713 %

Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 0 0,6

Strukturierte Zins-Swaps 31.12.2005 31.12.2004

Nominale in TEUR 5.000 5.000

Marktwert in TEUR 168 199

Durchschnittlich empfangener Zinssatz 5,146 % 7,444 %

Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz 2,741% 2,560 %

Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 13,8 14,8

Devisen-Termingeschäfte

Der Österreichische Post Konzern hat im Jahr 2004 erstmals Devisen-Termingeschäfte zur Absicherung

des Währungsänderungsrisikos von künftigen Fremdwährungszahlungen abgeschlossen. Der Marktwert

von Devisen-Termingeschäften ergibt sich aus Terminkursen am Bilanzstichtag.

Die folgende Tabelle enthält eine Gegenüberstellung der am 31. Dezember 2005 und 2004 bestehenden

Nominale und Marktwerte:

USD-Termingeschäfte 31.12.2005 31.12.2004

Nominale in TEUR 704 1.411

Nominale in USD 750 1.500

Marktwert in TEUR -78 -310


31.3. Risikomanagement

Ziele und Grundsätze des Risikomanagements

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Post-Gruppe ist die Sicherung des Unternehmenserfolges

gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein

strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt, dabei

werden jedoch Chancen zur Optimierung des Finanzergebnisses genutzt.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt.

Minimierung von Risiken

Im Österreichischen Post Konzern bestehen klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die

Behandlung aller finanziellen Risiken.

Organisation und Aufgaben des Risikomanagements

Das Risikomanagement unterliegt einem Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen

festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit

zu gewährleisten.

Darstellung der Risikoarten

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe.

Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen

unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der

Zinssaldo optimiert.

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko

dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann

insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden ohnedies bar bezahlt bzw.

einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen

gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken

durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit

Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko

aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimite. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei

Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten

mit einem Rating von zumindestens A (Moody’s bzw. S&P-Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität herangezogen.

Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte

Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Anteile an

Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten.

Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen

Finanzprodukte.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten,

anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen

ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und

das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über

einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung,

spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzschulden eine Rolle.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

117


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

118

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portefeuille-Ansatz.

Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportefeuille unter

Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative

Instrument wie Zinsswaps eingesetzt. Täglich wird das Finanzportefeuille der vorgegebenen Benchmark

gegenübergestellt.

Eine detaillierte Darstellung der Finanzverbindlichkeiten kann dem Tabellenteil zu Punkt 17 entnommen

werden.

Währungsänderungsrisiko

Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen

als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus der Währungsänderung, da Lieferungen nahezu zur

Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären

Finanzinstrumente. Für künftige Fremdwährungszahlungen, resultierend aus bestehenden Vertragsverpflichtungen,

wurden zur Absicherung des Wechselkurses Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von

Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich

so weit wie möglich ausgeschaltet.

31.4. Eventualforderungen

Gegen den anlässlich einer Lohnsteuerprüfung beim Mutterunternehmen ergangenen Haftungs- und

Abgabenbescheid vom 12. Mai 2003 wurde das Rechtsmittel der Berufung ergriffen. In der Berufung wird

unter anderem angeführt, dass die seit 1. Mai 1996 von der Österreichischen Post AG für Beamte geleisteten

Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds zu Unrecht selbst berechnet und abgeführt

wurden. Begründet wird dies damit, dass durch das Budgetbegleitgesetz 2003 klarstellend ausgeführt

wird, dass rückwirkend mit 1. Mai 1996 zu den ersatzpflichtigen Aktivbezügen der der Österreichischen

Post AG vom Bund zugewiesenen Beamten auch die diesen Beamten gezahlten Familienbeihilfen

nach dem Familienlastenausgleichsgesetz oder die abgeführten Dienstgeberbeiträge nach § 39 Abs 4

FLAG 1967 zählen. Hieraus lässt sich ableiten, dass die Österreichische Post AG selbst für die ihr zugewiesenen

Beamten niemals dienstgeberbeitragspflichtig war, sondern nur dem Bund im Rahmen der zu

ersetzenden Aktivbezüge einen allenfalls von ihm zu tragenden Dienstgeberbeitrag zu ersetzen hätte.

Da der Bund als Selbstträger mit der Summe der Beamtenbezüge nicht dienstgeberpflichtig ist, erfolgte

bei wörtlicher Auslegung des § 17 Abs 6 a PSTG ab 1. Mai 1996 die Abfuhr der Dienstgeberbeiträge zu

Unrecht. Im Gegenzug hätte die Österreichische Post AG die bisher vom Bund getragenen Familienbeihilfen

nach dem Familienlastenausgleichsgesetz zu ersetzen gehabt. Ein allfälliger Anspruch aus diesem

Rechtsmittel wurde nicht bilanziert. Das Finanzamt hat in der Berufungsentscheidung vom 23. August

2004 die von der Österreichischen Post AG diesbezüglich eingebrachte Berufung abgewiesen. Da dieser

Sachverhalt bereits beim VwGH anhängig ist, hat die Österreichische Post AG am 22. September 2004

einen Antrag auf Erstreckung der Frist zur Einbringung eines Antrages einer Berufung an die Abgabenbehörde

II. Instanz eingebracht, womit das Berufungsverfahren über die Verpflichtung zur Entrichtung

des Dienstgeberbeitrages für Beamte nach wie vor offen ist. Im Geschäftsjahr 2005 wurde von der

Österreichischen Post AG gegen die von den Finanzämtern Innsbruck und Linz im Jahr 2005 ergangenen

Haftungs- und Abgabenbescheide in Bezug auf den oben beschriebenen Sachverhalt zur Wahrung der

Ansprüche für etwaige zu Unrecht entrichtete Dienstgeberbeiträge für Beamte das Rechtsmittel der

Berufung ergriffen.

31.5. Sonstige Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen

für Betriebs- und Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating Miet- und Leasingverträge für

technische Anlagen und Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Im sonstigen Aufwand

sind im Geschäftsjahr 2005 TEUR 42.147 und im Geschäftsjahr 2004 TEUR 44.052 aus Operating-Mietund

Leasingverträgen enthalten. Von den zum Stichtag bestehenden Verpflichtungen werden innerhalb

eines Jahres TEUR 42.820 (2004: TEUR 42.595) und innerhalb der nächsten fünf Jahre TEUR 210.973

(2004: TEUR 216.109) fällig.


Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen

sowie Ausstiegsklauseln, welche den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen.

Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen.

In eingeschränktem Umfang sind die Leasingzahlungen an Umsatzzahlen gebunden. Sämtliche

hierzu bestehenden Untervermietungen sind kündbar. Die Leasingverpflichtungen beinhalten keine

Restriktionen auf zukünftige Dividendenzahlungen oder Fremdkapitalaufnahmen durch den Konzern.

Ebenso bestehen keine Restriktionen betreffend zukünftiger Leasing- und Mietverträge.

Für Gegenstände des Sachanlagevermögens wurden im Geschäftsjahr Erwerbsverpflichtungen in Höhe

von TEUR 2.356 (2004: TEUR 3.163) eingegangen sowie für immaterielle Vermögenswerte in Höhe von

TEUR 7 (2004: TEUR 7).

Sonstige Verpflichtungen und Risiken, die im vorliegenden Konzernabschluss nicht entsprechend gewürdigt

werden oder in den Erläuterungen angeführt wurden, liegen nicht vor.

31.6. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die unter der Beherrschung der Republik Österreich stehenden Unternehmen sind als nahestehende

Unternehmen gemäß IAS 24 zu klassifizieren. Mit der BBG Bundesbeschaffung GmbH, Wien, besteht

eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auflieferung von Postsendungen durch

Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2005 wurden Beförderungsleistungen in Höhe von TEUR 63.975

(2004: TEUR 63.603) für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht.

Mit der Österreichischen Industrieholding AG, der ÖIAG-Bergbauholding Aktiengesellschaft, der OMV

Aktiengesellschaft sowie der AUA Austrian Airlines Österreichische Luftverkehrs-Aktiengesellschaft, die

ebenso als nahestehende Unternehmen gemäß IAS 24 einzustufen sind, bestehen Geschäftsbeziehungen

innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns zu fremdüblichen

Bedingungen. Bei Abwicklung dieser Geschäfte werden Umsätze erbracht und Leistungen bezogen, die

im Verhältnis zu Gesamtumsatz und Gesamtergebnis nicht wesentlich sind. Die zum 31. Dezember 2005

offenen Posten dieser Unternehmen werden in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen ausgewiesen.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Werbung und

Öffentlichkeitsarbeit sowie mit Beförderungsleistungen von Postsendungen mit fremdüblicher Preisgestaltung.

Der Umfang dieser Geschäfte beträgt in Relation zu Umsatz oder bezogenen Leistungen unter 0,1%. Die

zum 31. Dezember 2005 offenen Posten der assoziierten Unternehmen werden in den Forderungen und

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen ausgewiesen.

Folgende Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen wurden an Aufsichtsräte,

Vorstände und leitende Angestellte im Geschäftsjahr 2005 gewährt:

TEUR Aufsichts- Vorstände Leitende

räte Angestellte

Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer 109 1.721 5.504

Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 67 0

Andere langfristig fällige Leistungen 0 272 232

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 0 621

Ferner bestanden im Geschäftsjahr 2005 Geschäftsbeziehungen mit leitenden Angestellten in Höhe von

TEUR 87.

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

119


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Konzernanhang (Notes)

120

31.7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie

offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die

gemäß IAS 10 gebucht oder offengelegt werden müssten, sind im vorliegenden Konzernabschluss

berücksichtigt oder nicht bekannt.

Am 30. Jänner 2006 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Industrie Holding AG den Börsegang der

Österreichischen Post AG beschlossen. Die Österreichische Industrie Holding AG wurde ermächtigt, die

Platzierung bis zu 49% des Grundkapitals der Österreichischen Post AG in einem öffentlichen Angebot in

Österreich sowie im Wege der Privatplatzierung bei internationalen Investoren vorzubereiten.

Die am 12. Jänner 2006 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Postgesetznovelle 2005 (In-Kraft-Treten per

1. März 2006) sieht eine Marktliberalisierung im Einklang mit den europäischen Vorgaben vor. Durch die

Postgesetznovelle 2005 wurden im Wesentlichen die Leistungen des Universaldienstes für Postdienstleistungen

sowie Qualitätsanforderungen für Marktteilnehmer definiert.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2005

am 16. Februar 2006 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe,

den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Die Organe der Österreichischen Post AG sind:

Vorstand:

GD Dr. Anton Wais (Vorsitzender des Vorstands)

GD-Stv. Mag. Dr. Rudolf Jettmar (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands)

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz

Dipl.-Ing. Walter Hitziger

Aufsichtsrat:

Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Dieter Bock

Dr. Horst Breitenstein

Dr. Stephan Koren

Dr. Hans Jörg Schelling

Dkfm. Hans Wehsely

Gerhard Fritz

Andreas Grüneis bis 13.4.2005

Helmut Köstlinger ab 14.4.2005

Martin Palensky

Manfred Wiedner

Wien, am 16. Februar 2006

Organe 32

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h.

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h.

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor


Wir haben den Konzernabschluss der Österreichischen Post Aktiengesellschaft, Wien, für das

Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2005 geprüft. Die Aufstellung und der Inhalt dieses

Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards

(IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie des in Übereinstimmung mit den österreichischen

handelsrechtlichen Vorschriften erstellten Konzernlageberichtes liegen in der Verantwortung

der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Verantwortung besteht in der

Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung

und einer Aussage, ob der Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss steht.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen

Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der International

Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, die Prüfung so zu planen

und durchzuführen, dass ein hinreichend sicheres Urteil darüber abgegeben werden kann,

ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, und eine Aussage getroffen

werden kann, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht. Bei

der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit

und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über

mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für Beträge

und sonstige Angaben im Konzernabschluss auf Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung

umfasst ferner die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der von

den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung

der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere

Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil abgibt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen

Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen

Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage

des Konzerns zum 31. Dezember 2005 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des

Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2005 in Übereinstimmung mit

den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 16. Februar 2006

KPMG

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH

DDr. Martin Wagner Mag. Dr. Johann Perthold

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Bestätigungsvermerk

121

Bestätigungsvermerk


Unternehmensprofil | Konzernlagebericht | Konzernabschluss

>> Bericht des Aufsichtsrats

122

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats der Österreichische Post AG an die Hauptversammlung über das

Geschäftsjahr 2005

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 fünf Sitzungen, dessen Finanzausschuss

zwei Sitzungen abgehalten. In diesen Sitzungen hat er die ihm nach Gesetz und

Satzung zukommenden Aufgaben wahrgenommen.

Wesentliche Themen der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im

Geschäftsjahr 2005 waren die Mittelfristplanung 2008, das Wachstumsprogramm der

Gesellschaft für die Jahre 2008.plus, die Konzernstrategie der Österreichischen Post AG im

Bereich KEP Domestic und die Aktivitäten der Österreichischen Post AG in Südosteuropa.

Der Vorstand hat darüber hinaus den Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig,

zeitnah und umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Gesamtunternehmens,

der Geschäftsfelder und der wesentlichen Beteiligungen sowie über den

Geschäftsgang und die weitere Unternehmensentwicklung informiert.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss der Österreichischen Post AG und den

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2005 vorgelegt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss

einschließlich der Notes gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS)

wurden von der KPMG Alpen-Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

bzw. der KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH 1) geprüft und

mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht steht im

Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2005, der damit gemäß § 125 Abs. 2 AktG festgestellt

ist und erklärt sich mit dem gemäß §§ 244 ff HGB aufgestellten Konzernabschluss und

Konzernlagebericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von

EUR 75.616.998,43 eine Ausschüttung von EUR 40.000.000 vorzunehmen, EUR 34.000.000 in

die gesetzliche Rücklage einzustellen und den Rest in der Höhe von EUR 1.616.998,43 auf neue

Rechnung vorzutragen.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern für ihre im Geschäftsjahr 2005 geleistete erfolgreiche Arbeit.

Wien, am 3. März 2006

Dr. Peter Michaelis

Vorsitzender des Aufsichtsrats

1) Der Teilbetrieb „Wirtschaftsprüfung – Wien“ der KPMG Alpen-Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

wurde durch Spaltung auf die KPMG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH als Gesamtrechtsnachfolgerin

übertragen, die zwischen Testat von HGB Einzelabschluss und IFRS-Konzernabschluss wirksam

wurde.


Allgemeines

Glossar

Briefverkehr Inbound Briefsendungen, die der Österreichischen Post AG von ausländischen Postorganisationen zur

Zustellung in Österreich übergeben werden.

Briefverkehr Outbound Briefsendungen, die von der Österreichischen Post AG ausländischen Postorganisationen zur

Zustellung im Ausland übergeben werden.

Corporate Governance Grundsätze und Regelungen einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung und

-steuerung im Sinne aller Stakeholder; für heimische Unternehmen im Österreichischen

Corporate Governance Kodex zusammengefasst.

Direct Entry Direkteinlieferung von Sendungen zu den nationalen Konditionen des Bestimmungslandes.

E+1, E+2 Parameter für den Zeitraum von der Einlieferung eines Poststücks bis zu seiner Zustellung;

E steht für Einlieferung („Aufgabe“), +1 bzw. +2 bemisst in Arbeitstagen den Zeitraum

zwischen Einlieferung und Zustellung; gilt als wichtiges Bewertungskriterium für die

Schnelligkeit von Post- und Paketdienstleistern.

EMS Express Mail Service der Österreichischen Post AG, Österreichs Marktführer unter den

Expressdiensten.

Info.Mail Adressierte Werbesendungen.

Info.Post Unadressierte Haushaltswerbung.

Info.Post select Sendungen, deren Adresse keinen persönlichen Empfänger enthält, wohl aber die

Postadresse eines bestimmten Hauses, dessen Bewohner mit der vom Absender definierten

Zielgruppe übereinstimmen. Die Selektion der Häuser erfolgt aus einer Datenbank der Österreichischen

Post AG.

IPC International Post Corporation; internationale Vereinigung der Postgesellschaften von

23 Mitgliedsländern.

KEP Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen – diese werden in der Division Paket & Logistik

erbracht.

Liberalisierung Bis 2009 ist von der EU eine vollständige Liberalisierung des Briefpostmarktes angedacht.

Im Einklang damit wurden in einem ersten Schritt in Österreich per 1. Jänner 1998 Briefsendungen

und adressierte Direktwerbung über 350 g für den Wettbewerb geöffnet. Der

freie Marktzugang wurde per 1. Jänner 2003 auf Sendungen über 100 g sowie alle Sendungen

des Outbound-Bereichs ausgedehnt. Ab 1. Jänner 2006 ist als letzte Zwischenstufe eine weitere

Ausdehnung auf Briefsendungen über 50 g erfolgt.

Medienpost Der Division Brief zugeordnet, ist das Geschäftsfeld Medienpost im sehr speziellen Markt der

Printmedienzustellung tätig.

Mystery Shopping Anonyme Testbesuche und -anrufe bei Postfilialen zur Erhebung der Servicequalität und

Freundlichkeit von Mitarbeitern im Kundenkontakt und zur Beurteilung des Point-of-Sale.

PQ Postfilial-Qualität; als Grundlage für die Steigerung der Kundenzufriedenheit eingeführt und

im Rahmen von Mystery Shopping erhoben, macht dieser Qualitätsindex die Kundenorientierung

jeder Filiale anhand von standardisierten Kriterien objektiv messbar.

Universaldienstverordnung Diese zu Beginn des Jahres 2002 vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie

erlassene Verordnung legt Qualität und Umfang des Universaldienstes im Postbereich

als Verpflichtung des Universaldienstbetreibers (Österreichische Post AG) fest. Zweck dieser

Verordnung ist nach § 1 „eine den Bedürfnissen der Kunden entsprechende, qualitativ hochwertige,

flächendeckende und allgemein erschwingliche Versorgung der Bevölkerung mit

den im Rahmen des Universaldienstes zu erbringenden Postdienstleistungen zu gewähren“.

Zustellbasen Knoten im Verteilnetz, von dem aus die Zusteller ihre Zustellbezirke bedienen.

Glossar

123


Glossar

124

Earnings before Interest Ergebnis vor Zinsen und Steuern:

and Taxes (EBIT) Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit

+ Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

EBIT-Marge EBIT/Umsatz.

Earnings before Interest, Taxes, Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen:

Depreciation and Amortisation EBIT

(EBITDA) + Abschreibungen

EBITDA-Marge EBITDA/Umsatz.

Eearnings before Taxes (EBT) Ergebnis vor Steuern.

Eigenkapitalquote Verhältnis zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital.

Free Cash-Flow Zeigt wie viele flüssige Mittel zur Bedienung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.

Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit

+ Cash-Flow aus Investitionstätigkeit

Nettoverschuldung Verzinsliches Fremdkapital

+ Finanzverbindlichkeiten

+ Andere verzinsliche Verbindlichkeiten

+ Sozialkapital

+ Andere verzinsliche Rückstellungen

Verzinsliche Aktiva

– Finanzinvestitionen in Wertpapiere

– Ausleihungen

– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Return on Equity (ROE) Drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.

Ergebnis nach Ertragsteuern/Eigenkapital 1) zum 1.1. abzüglich geflossener Dividende.

Verschuldungsgrad Kennzahl für die Verschuldung des Unternehmens.

(Gearing Ratio) Nettoverschuldung/Eigenkapital 1) .

1) Eigenkapital ohne aufgegebene Geschäftsbereiche

Kennzahlen

Glossar


� Kennzahlen & Kontakt

Kontakt/Impressum

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale

Postgasse 8

1010 Wien

Investor Relations

T: +43 (1) 51551-30401

F: +43 (1) 51551-30409

E: investor@post.at

Corporate Communications

T: +43 (1) 51551-32001

F: +43 (1) 51551-32009

E: info@post.at

Die Österreichische Post AG im Internet:

www.post.at

www.business.post.at

Redaktionelle Unterstützung und Gesamtkoordination:

be.public Werbung Finanzkommunikation, Wien

Grafik Design:

Alexander Rendi, Wien

Illustrationen:

Cover und Doppelseiten (4/5, 6/7, 8/9, 52/53, 68/69)

EURO RSCG, Wien

Fotos:

Christian Houdek, Eichgraben; Lalo Jodlbauer, Wien und

Martin Dechant, ikp, Dornbirn

Doris Kucera, Wien (ÖIAG)

Druck: Grasl Druck & Neue Medien, Bad Vöslau

Wir haben diesen Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder

Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben

können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen

Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden

üblicherweise mit Begriffen wie „erwarten“, „schätzen“, „planen“, „rechnen“ etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die

tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in

diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.


Kennzahlen 2003–2005 1)

2003 2004 2005

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse und Erträge aus dem

Versicherungsgeschäft Mio EUR 1.644,6 1.654,4 1.701,6

Sonstige betriebliche Erträge Mio EUR 71,7 73,0 52,9

Materialaufwand und Aufwand für

bezogenen Leistungen Mio EUR -228,8 -241,8 -241,9

Personalaufwand Mio EUR -1.020,7 -1.046,6 -1.064,0

Abschreibungen Mio EUR -129,5 -120,9 -120,8

Sonstige betriebliche Aufwendungen Mio EUR -250,6 -236,7 -223,5

Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft Mio EUR -71,0 n/a n/a

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit Mio EUR 15,7 81,4 104,3

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen Mio EUR 0,8 0,7 -1,3

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio EUR 16,5 82,2 103,0

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) Mio EUR 146,0 203,1 223,8

Sonstiges Finanzergebnis Mio EUR 12,0 -5,4 -2,1

Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio EUR 28,5 76,7 100,9

Ertragsteuern Mio EUR -11,5 -29,9 -10,9

Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche 2) Mio EUR n/a 3,2 9,9

Periodenergebnis Mio EUR 17,0 50,0 99,9

Zuzurechnen an:

die Aktionärin des Mutterunternehmens Mio EUR 14,8 47,1 99,9

die Anteile anderer Gesellschafter Mio EUR 2,2 2,9 0,0

Bilanz

Bilanzsumme Mio EUR 1.617,9 1.795,7 1.563,0

Langfristiges Vermögen Mio EUR 1.270,9 1.011,4 997,4

Kurzfristiges Vermögen Mio EUR 347,0 393,7 542,6

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

und aufgegebene Geschäftsbereiche 2) Mio EUR n/a 390,6 23,0

Eigenkapital 3) Mio EUR 692,2 712,5 762,1

Anteile anderer Gesellschafter 3) Mio EUR 6,7 n/a n/a

Langfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 489,5 287,5 361,3

Kurzfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 429,5 421,0 439,6

Verbindlichkeiten aufgegebene Geschäftsbereiche 2) Mio EUR n/a 374,7 0,0

Cash-Flow-Statement

Cash-Flow aus dem Ergebnis Mio EUR 168,1 248,3 283,9

Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit Mio EUR 156,7 193,6 279,4

Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit Mio EUR -56,1 -95,3 -74,0

Free Cash-Flow Mio EUR 100,6 98,3 205,4

Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit Mio EUR -102,9 -64,4 -81,3

1) 2003 inklusive Versicherungssparte, 2004-2005 exklusive Versicherungssparte

2) 2004-2005 Ergebnisgrößen, 2004 Aktiva und Passiva der Versicherungssparte

3) 2003 eigene Position „Anteile anderer Gesellschafter“ nach dem Eigenkapital


Sonderedition Geschäftsbericht 2005

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