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Mit Hitler gegen „jüdischen Schund“ - Museum für Kunst ...

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Mit Hitler gegen „jüdischen Schund“ - Museum für Kunst

Mit Hitler gegen „jüdischen Schund“ Zensur als verbindendes Element zwischen katholischem Antijudaismus und Zusammenfassung nationalsozialistischem Antisemitismus Johannes Wiele Zwischen 1906 und 1956 gab der katholische Theologe Albert Sleumer eine deutsche Version der kirchli- chen Bücherverbotsliste „Index librorum prohibitorum“ heraus, deren umfangreiche Einleitungen in den Ausgaben vor und während der Hitlerzeit erst antijüdische Ressentiments und später den nationalsozialisti- schen Antisemitismus für den Kampf gegen „Schmutz und Schund“ instrumentalisierten. Zusammen mit dem Rechtfertigungsversuch des Autors in der Edition von 1956 erlaubt die Geschichte des Werks Einblicke in eine Zeit, in der katholisch-konservativer und nationalsozialistischer Judenhass eine gemeinsame Basis fan- den – die der Ablehnung und des Wunsches nach Zensur weltanschaulich freier, angeblich „jüdisch unter- wanderter“ Medien. 1. Die „Index“-Version Albert Sleumers Der kirchliche, in Rom publizierte „Index librorum prohibitorum“ legte zwischen 1559 und 1948 verbindlich fest, welche Bücher ein Katholik – teils unter Androhung der Ex- kommunikation – nicht oder nur mit einer besonderen Erlaubnis lesen durfte. Eine Varian- te für den deutschsprachigen Raum erschien als „Index Romanus“ zwischen 1906 und 1956 in elf Auflagen in Osnabrück. Die Einleitung dieser Ausgaben transportiert im Rah- men einer von Auflage zu Auflage größer angelegten Verteidigung der kirchlichen Bücher- zensur explizit antijüdische, in Diktion und Argumentation an den Antisemitismus der Na- tionalsozialisten angelehnte Äußerungen, deren Untersuchung sich dieser Aufsatz zum Ziel gesetzt hat. Die Zensurforschung hat sich mit dem Autor der deutschen Index-Version, dem Theolo- gen Albert Sleumer, 1 bereits in einem anderen Zusammenhang befasst: Er ist als einer 1 1901 erwähnt das „Handbuch Bistum Osnabrück“ den Autor als Geistlichen einer kleinen Gemeinde, 1906 ist er Doktor der Theologie und Philosophie, 1909 Gymnasialoberlehrer, später Oberstudiendirektor und Professor. In der wissenschaftlichen Literatur zitiert wird er heute noch als Autor eines „Kirchenlateinischen Wörterbuchs“ und als Interpret und Übersetzer von Werken Victor Hugos sowie einiger religiöser Bücher aus Frankreich und den Niederlanden. © Johannes Wiele 12/2010 S. 1

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