Auf weiten Raum gestellt - Offene Kirche Elisabethen

offenekirche.ch

Auf weiten Raum gestellt - Offene Kirche Elisabethen

Offene Kirche Elisabethen

Ereignisort im Basler Zentrum – vielfältig, offen, belebt

2009 www.offenekirche.ch

Auf weiten

Raum gestellt

Wo Engel bleiben

Konzertreihe

So wird man Dali

Theaterprojekt

«Balance»

Jubiläum


Impressum

2009

Redaktion Offene Kirche Elisabethen

Gestaltung Schärrer + Bachmann graphic design

Druck Dreispitz Druck

Auflage 8000 Exemplare

Fotos Georges Grun (S 15)

Andi Cortellini (S 2, 16, 21)

Claude Giger (S 9)

Annette Graupe (S 14)

Peter Hadorn (S 4)

Alex Kaeslin (S 1, 6, 7, 8, 10, 11, 15, 20)

Erdogan Karayel (S 9)


Markus Ritter

Präsident des Vereins

Offene Kirche Elisabethen

Zwischenräume

Editorial

Für die Offene Kirche Elisabethen geht ein Jahr des Übergangs vorbei. André Feuz

und der Vorstand des Vereins waren im vergangenen Jahr stärker gefordert als in

den vorhergehenden. Und der interreligiöse Dialog erlebte Spannungen, die auch

in unserer toleranten Stadt belastend wirken.

Die Leitung der Offenen Kirche Elisabethen von römisch-katholischer Seite stand bis

im Juni im Zeichen von Lioba Heide. Im Sommer zeichnete sich ab, dass Monika

Hungerbühler die theologische Co-Leitung übernehmen wird. Diese Lösung hat uns

allen viel Zuversicht für die Programmgestaltung und grosse Sicherheit für die Verbindung

der Offenen Kirche mit den römisch-katholischen Kirchen von Basel-Stadt

und Basel-Landschaft gegeben. Sandra Hirschi hat die Offene Kirche 2009 verlassen,

um sich einer neuen Aufgabe zu widmen. Während acht Jahren war sie als Sigristin

prägend. Sie hat die Durchführung unzähliger Veranstaltungen sicher gestellt, und sie

bleibt allen Freundinnen und Freunden der Offenen Kirche Elisabethen unvergessen.

Ihr Nachfolger, Beat Müller, ist mit der Offenen Kirche bereits gut vertraut

Die Offene Kirche Elisabethen ist 15 Jahre alt geworden. Gerade das zurückliegende

Jahr hat die Wichtigkeit gezeigt, die eine Institution für interreligiösen und ökumenischen

Dialog im öffentlichen Leben einnimmt. Mit Sorge hat die Leitung im Herbst die

Auseinandersetzung um das Minarettverbot verfolgt. Mit einer beispiellosen, kritischen

Aktion, die bis in die internatonale Presse Aufmerksamkeit und Wertschätzung fand,

mahnte die Offene Kirche zu Respekt und Toleranz unter den Religionen.

Auch in Zukunft steht die Offene Kirche Elisabethen ein für das Zusammenleben der

Religionen und für die gemeinschaftliche Erfahrung von wahrhaftiger Spiritualität

geht. Der Vorstand und die Leitung sind voller Zuversicht, dass die Einsicht in die

spezifische Rolle und Bedeutung der Offenen Kirche Elisabethen nach ihren ersten

15 Jahren weiter wachsen wird.

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4

Mitarbeiter/innen

Ein Kommen und Gehen

Ein ganz normaler Nachmittag in der Elisabethenkirche. Vorbereitungen

für eine Veranstaltung, eine Feier.

Das Sigristen-Team richtet ein: Mikrophone, Bestuhlung. Eine

Mitarbeiterin des Präsenzdienstes füllt Handzettel auf. Ein Besucher

der Café-Bar geht zur Toilette. Touristen kommen durch

das Hauptportal, schauen sich in der Kirche um. Am nächsten

Tag wird wieder eingerichtet – für ein Bankett. Das Catering-

Team deckt Tische, es werden Getränke geliefert – wieder Besucherinnen

und Besucher. Ein ganz normaler Nachmittag. Ein

Kommen und Gehen – Veranstalter und Gäste, Besucherinnen

und Besucher.

Im letzten Jahr auch ein Kommen und Gehen von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern – beim Präsenzdienst, bei den Heilerinnen,

aber auch im Team. Sandra Hirschi ist als Sigristin

gegangen, Beat Müller ist gekommen, Lioba Heide hat als

katholische Theologin im Sommer aufgehört, Monika Hungerbühler

hat ihre Stelle im November angetreten.

Das Gehen und das Kommen ist immer verbunden mit guten

Wünschen für diejenigen, die kommen, diejenigen, die gehen,

aber auch für diejenigen, die bleiben...

André Feuz, reformierter Pfarrer

André Feuz, Beat Müller, Monika Hungerbühler

Neue Räume öffnen neues Denken

Eine neue Aufgabe zu übernehmen, kann einen weiten Raum

öffnen.

Ich habe das im letzten Jahr so erlebt, als ich die Aufgabe als

Sigrist/Sekretär übernahm. Damals wusste ich noch nicht, wie

weit der Raum sein würde, in den ich eintrat.

Da ist die Vielzahl der Aufgaben, und da ist die vielfältige Nutzung

der Elisabethenkirche. Dabei wird die Grösse des Raumes relativ:

Bei der Oldies-Disco stehen die Menschen eher gedrängt,

aber am Tag darauf kommt die ganze Grösse und Weite des

Raumes zur Geltung.

Den Kirchenraum in ganz verschiedenen Varianten erleben zu

dürfen ist etwas Wundervolles.

Beat Müller, Sigrist/Sekretär


Angekommen

Ein Strauss vielfarbiger Rosen erwartete mich an meinem

ersten Arbeitstag im Büro: inmitten von Umzugskartons – gefüllt

mit Büchern, Büromaterial und Krimskrams – eine wohltuende

Ordnung aus Blütenblättern und Duft.

Ich bin gut angekommen im Büro. Frisch gestrichen, mit neuem

Teppich, Fenster auf die Elisabethenstrasse mit Aussicht auf

einen Coiffeurladen und eine Buchhandlung.

Ich bin gut angekommen im Team der Offenen Kirche Elisabethen.

Es ist ein schönes Schaffen. Sorgfältig. Wohlwollend.

Hilfsbereit. In der Runde der Frauen und Männer des Präsenzdienstes,

der Heilerinnen, der Projektgruppe, des Teams

von Tischleindeckdich habe ich Einsitz genommen. Doch das

Wichtigste ist die Arbeit: Wie reagieren auf die Annahme der

Antiminarett-Initiative? Sitzungen zur Vorbereitung des Feier-

AbendMahls, Suchen von Worten für die Weihnachts-Nacht,

Vorbereitung der 2. Frauenkleider-Tauschbörse... Und es geht

weiter. Mit Elan und Freude.

Monika Hungerbühler, katholische Theologin

Grosszügige «Herzens-Räume»

Mitarbeiter/innen

Knapp ein Jahr habe ich interimistisch

an der Offenen Kirche die Vakanz

überbrückt.

In dieser Zeit habe ich viele Menschen

kennengelernt, die der Offenen Kirche

Elisabethen auf leise und oft unscheinbare

Weise ein Gesicht geben und so

dazu beitragen, dass sie als ein weiter

Raum erlebt werden kann – ein Raum,

Lioba Heide

in dem für alle Menschen Platz ist.

katholische Theologin

Diese Freiwilligen, deren Name nirgends

steht, die sich in Gruppen engagieren

und stets eine oder einer unter anderen sind: die

Männer und Frauen vom Präsenzdienst, die Heilerinnen… Sie

alle bringen sich ein, um andern Menschen auf ganz unterschiedliche

Weise Gutes zu tun. Durch ihr Engagement öffnen

sie einen weiten Raum für Begegnung und Stille, in dem andere

Menschen «sein» können.

Ich habe mich bereichert gefühlt durch die Begegnungen mit

diesen grosszügigen Menschen, die bereit sind, ein Stück von

ihrem Leben zu schenken: ihre Zeit!

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Schwerpunkte

Menschen in ihrem Umfeld – Fotografische Ausstellung von Alex Kaeslin

Eine fast drei Jahre dauernde Reise – knapp 50 000 Bilder.

Verschiedene Länder, ganz unterschiedliche Motive, Menschen – die Auswahl der Bilder fällt nicht leicht.

Der grosse Raum der Kirche bot ganz vielen Bildern Platz.

Während meiner Reise konnte ich sehen,

fühlen und miterleben, wie andere Menschen

ihren Alltag bewältigen. Diese Erfahrungen

in der Offenen Kirche Elisabethen mit den

Besucherinnen und Besuchern teilen zu

dürfen, war für mich unglaublich wichtig. In

einer Galerie oder einem anderen Ausstellungsraum,

hätten meine Bilder nicht den

Wert erlangt, den sie in der Elisabethenkirche

erhalten haben. So kam auch das Wertvolle

der Menschen auf den Bildern zum Ausdruck.

Alex Kaeslin


«Wo Engel bleiben» – Gregorianik-Reihe

Schwerpunkte

Mit drei Konzerten hat die Offene Kirche Elisabethen unter der musikalischen Leitung von Ann Allen einen Beitrag zum

Musikleben der Stadt Basel geleistet.

Musik und Videoinstallation und Tanz haben sich zu einer schönen Einheit zusammen gefügt.

Männerstimmen aus dem Kloster Engelberg

im ersten Konzert im Januar. Musik und

Texte von Hildegard von Bingen im Februar

und schliesslich Vesper-Gesänge zusammen

mit einem neuartigen Perkussions-Instrument,

dem «Hang». Eine fast schon vergessene Welt,

oft nicht beachtet, wurde durch die neue

Inszenierung zum Leben erweckt, hat Be-

sucher/innen und Künstler/innen begeistert.

Der Titel der Reihe hat sich bewahrheitet:

Wo Engel bleiben...

André Feuz

Hildegard von Bingen

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Schwerpunkte

So wird man Dali

Ein Projekt des Theater Basel – in Zusammenarbeit mit der

Offenen Kirche Elisabethen

«Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir

ist der, dass ich nicht verrückt bin.» – Salvador Dali

Drei Dali-Darsteller, eine Sängerin und ein Tänzer untersuchen

Dalis Gedanken. Sie proben seinen Ausbruch aus der Wirklichkeit,

seine Verklärung der Kreativität, seine Konstruktion einer

neuen Sinnlichkeit, seine selbstgewählte Paranoia. Dalis Denken

behandelt die Frage: «Wie soll man leben?» Es ist ein Schlüssel

zur praktischen Weisheit der Zukunft, in der die Freiheiten der

Kunst von allen genutzt werden. Dali enthält eine Heilsbotschaft.

Dali macht glücklich.

«Jeden Morgen beim Aufwachen erfahre ich eine erlesene

Wonne, die ich heute zum ersten Mal definiere: die Wonne,

Salvador Dali zu sein, und von Tag zu Tag fällt es mir schwerer

zu verstehen, wie die anderen Menschen leben können ohne

Dali zu sein.»

Karl Baratta

Aufführung des Theater Basel


Kirchturm und Minarett

Nachdem am Wochenende des 28./29. November die Antiminarett-Initiative vom

Schweizer Stimmvolk angenommen worden ist, wollte die Leitung der Offenen

Kirche Elisabethen ein Zeichen zu setzen.

Am 1. Dezember 2009 wurde deshalb folgende Medienmitteilung verschickt:

«Der Kirchturm der Offenen Kirche Elisabethen ist auch ein Minarett!

Das Abstimmungsergebnis zur Minarett-

Initiative vom letzten Wochenende hat

unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Unmut, Unverständnis, Beschämung. In

der Offenen Kirche Elisabethen auch ein

Bekenntnis zum interreligiösen Gespräch

und zum religiösen Frieden. Als offener

Ort, vielfältig und belebt ist die Offene

Kirche Elisabethen auch ein Ort des interreligiösen

Dialogs und solidarisch mit

allen Menschen, die sich für die Freiheit und den Frieden einsetzen – unabhängig

von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Ansicht und Haltung. Wir laden ein zu

einem Friedensgebet am Donnerstag, 3. Dezember 2009, 12.15 bis 12.45...»

Diese Aktion und das Friedensgebet hat an vielen Orten ein positives Echo aus-

gelöst.

Monika Hungerbühler

Schwerpunkte


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Schwerpunkte

Dann bräuchte es keine Larven mehr

Jürg Joesslin

Fasnachtsgottesdienst: das ist Emotion pur, das ist Mummenschanz

und Totentanz, jubilierende Piccolos, tolle Schnitzelbänke,

besinnliche Texte und faszinierende Überraschungsgäste.

Mit dem Fasnachtsgottesdienst ist es uns gelungen, die

Seite der Fasnacht zu zeigen, die unter die Haut gehende.

So wie die Kirche Perspektiven für ein erfülltes Leben zeigt,

kann die Fasnacht in ihrer Ventilfunktion helfen, Sorgen und

Nöte für drei Tage zu vergessen. In der Kirche und bei der

Fasnacht sind Leben und Sterben allgegenwärtig. In der Kirche

wie an der Fasnacht können sich Menschen begegnen und

näher kommen. Unter der Larve fällt der erste Schritt leichter.

«Gäll de kennsch mi nit» ist zumindest an der Fasnacht ein

guter Anfang. Wird dann die Larve abgelegt, bleibt immer noch

das Kostüm. Mit dem Fasnachtsgottesdienst schaffen wir einen

weiten Raum, der jeden und jede am Fasnachtstreiben teilhaben

lässt. Wenn wir im Alltag das sein dürften, was wir an der

Fasnacht mit Kostüm und Larve sein können – nämlich geliebt

und akzeptiert, vielleicht auch schön und bewundernswert –

dann bräuchte es keine Larven mehr.


15-jähriges Jubiläum der Offenen Kirche Elisabethen

Am 30. April feierte die Offene Kirche Elisabethen ihr 15-jähriges Jubiläum.

15 Jahre Ereignisort im Basler Zentrum – engagiert und offen im sozialen, spirituellen und kulturellen Bereich.

Gefeiert wurde mit einer Aufführung von Rigolo (Mädir Eugster) mit seinem Balance-Akt.

Seit fünfzehn Jahren übt sich die Offene

Kirche Elisabethen in einem Balance-

Akt: Kultur, soziales Engagement und

Spiritualität sollen in einem Gleich-

gewicht stehen. Für das 15-jährige Jubiläum

zeigte Mädir Eugster mit seiner

«Balance» eine Form des Gleichgewichts

zwischen Artistik und bildender Kunst.

Das Gleichgewicht wurde hergestellt

– in ganz verschiedener Form: zwischen

den Gästen und dem Künstler, in der

Aufführung, beim Apéro vor der Vorstellung.

Zwar kein «rundes» Jubiläum,

aber ein durchwegs «runder» Abend.

André Feuz

Rigolo in Aktion

Schwerpunkte


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Schwerpunkte

Teppiche aus Aserbaidschan – Culturescapes

Jede Inszenierung braucht einen Raum,

einen Ort, an dem sie sich entfalten kann.

Doch erst die Offenheit ermöglicht ein

Entfalten trotz willkürlich gezogener

Grenzen.

Der Raum ist keine Hülle, kein Container,

der visuell erschlossen werden kann, der

einem leeren, dreidimensionalen Raum

entspricht – im Gegenteil: Der Raum

zeigt sich als eine aufnahmefähige

Sphäre, die lebt und belebt wird.

In diesem Sinne wurde im Rahmen des

Schweizer Festivals CULTURESCAPES

Aserbaidschan, das vom 19. Oktober bis


Stefanie Keller

6. Dezember 2009 stattfand, orientalische

Kultur im Kirchenschiff der Offenen

Kirche Elisabethen gezeigt. Ein erfolg-

reiches Experiment: Während drei Wochen

wurden 34 Exponate traditioneller

aserbaidschanischer Teppiche der Basler

Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als

eines der ältesten Kunsthandwerke der

Kaukasusregion – Aserbaidschan gilt gar

als die Geburtsstätte des Teppichknüpfens

– wird die Fertigkeit des Knüpfens

von Mutter zu Tochter, von Generation

zu Generation weitergegeben. Sorgfältig

werden die Symbole und Motive, die

auf alte schamanische Zivilisationen

des Mittleren Ostens zurückgehen, zu

kunstvollen Teppichen verwoben. In einer

Mischung aus Tradition und Moderne

entstehen so einzigartige Werke, von

denen die ältesten Exemplare in re-

nommierten Museen hängen und als

hochkarätige Kunstobjekte gehandelt

werden.

Kuratiert von Mireille Loopuyt und mit

der Unterstützung von Pfarrer André

Feuz, fand die Sammlung an den grauen

Betonwänden des Kircheninneren einen

idealen Ausstellungsort und schrieb sich

gänzlich in das Ensemble okzidentaler

Kirchenbauarchitektur ein.

Schwerpunkte

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14

Schwerpunkte

Leuchtende Frauenaugen

«Tauschen, statt wegwerfen!» lautet seit elf Jahren das

Motto der Geschenktauschaktion für Kinder in der Offenen

Kirche Elisabethen im Advent. Am 7. Juni strahlten aber keine

Kinderaugen, als Anette Graupe vom Amt für Umwelt und

Energie in Zusammenarbeit mit der Offenen Kirche unter

diesem Slogan eine neue Tauschaktion organisierte: die erste

Frauenkleider-Tauschbörse.

Was der einen Frau zu eng oder zu bunt geworden ist, bereitet

einer anderen Frau grosse Freude und wird begeistert als neu

erworbenes, wunderschönes Stück gepriesen. Auch Taschen,

Schuhe, Schals und Modeschmuck fanden bei Musik und

Kaffeestimmung neue Besitzerinnen. Die Stilberaterin Theres

Signer gab kompetent Tipps und Hinweise für Frauen, die eine

persönliche Kleiderberatung suchten und moderierte auf originelle

Weise die Modenschau, bei der die gefundenen Stücke und

Schnäppchen unter dem Beifall den anderen Frauen präsentiert

wurden.

Etwa 150 Frauen beteiligten sich an dieser Aktion, die dem

Trend des Wegwerfens entgegenwirken will.

Lioba Heide


Sandras Abschied

«Oh, das ist aber schade, dass Sandra Hirschi die Offene

Kirche Elisabethen verlässt!»

So haben ganz viele Besucher/innen, Veranstalter/innen und

freiwillige Mitarbeiter/innen in der Offenen Kirche auf die

Kündigung von Sandra reagiert. In den acht Jahren, in denen

sie in der und für die Offene Kirche gearbeitet hat, hat sie

viele Freundinnen und Freunde gefunden. Nicht nur durch

ihre freundliche und zuvorkommende Art, sondern auch

durch ihr Engagement, ihre Zuverlässigkeit und ihre Verlässlichkeit

– im Büro und in der Kirche.

Monikas Anfang

Schwerpunkte

Im vergangenen Jahr trat Monika Hungerbühler die Stelle der

katholischen Theologin an.

Am 14. November wurde sie im Rahmen eines Gottesdienstes

in ihr Amt eingesetzt. Das Thema ihres Gottesdienstes wurde

zum Motto dieses Jahresberichts. Ein Vers aus den Psalmen:

«Du hast meinen Fuss auf weiten Raum gestellt.» Passend zur

Offenen Kirche, zu einem Neubeginn, auch zum Abschied:

Es eröffnet sich ein neuer weiter Raum, immer wieder – in ihm

wird spaziert und getanzt – der Raum des Lebens.

André Feuz

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Ständige Angebote

...wenn unsichtbar der Raum sich weitet...

Ewald Merkelbach

Meditation zu beschreiben ist kaum möglich; man muss

sich darauf einlassen, einfach sitzen, einfach atmen, alle Ge-

danken, Gefühle, die hochsteigen nicht bei sich behalten,

sondern beim Ausatmen loslassen.

Die wöchentliche halbe Stunde Zen-Sitzen in Gemeinschaft

mit anderen Menschen, die auch auf dem Weg nach innen

sind, ist für mich ein Ruhepunkt in der Woche.

Die Zeit wird manchmal lang, denn Ruhe kann ich nicht

herbeizwingen. Doch wenn ich gedankenleer werde, nicht

einmal mehr den Atem bewusst wahrnehme und «es in mir

atmet», so stehe ich am Ende ruhig und ausgeglichen auf.

Die grosse Ruhe ist spürbar, die in mir und den anderen

Männern und Frauen während dieser halben Stunde der

«Entselbstung» eingekehrt ist, und der Blick auf das wirklich

Wichtige ist offen.

Es braucht keine Vorkenntnisse, um in der Gruppe zu sitzen,

nur die Bereitschaft, sich auf eine Erfahrung einzulassen.

Und nicht gleich aufzugeben. Denn, wie ein Zenlehrer sagte:

Die Übungen sind nicht schwierig; es ist nur schwierig, ein

Übender zu werden.


Heilender Raum

André Feuz

Sie sind jeden Donnerstag im Raum der Elisabethenkirche.

Verlässlich kommen sie und bleiben, die Frauen des Heilerinnen-Teams

der Offenen Kirche.

Sie sind da mit offenem Geist, mit offenen Ohren und

tröstenden Worten, mit Händen, die den Besucher/innen gut

tun und sie in ihrem Alltag unterstützen. Ein Alltag mit ganz

unterschiedlichen Nöten und Sorgen.

So erfahren die Frauen und Männer, die Hilfe suchen, einen

Raum, in dem sie ernst genommen werden, wo versucht wird,

ihnen zu helfen, sie zu unterstützen und ihr Leben dadurch

leichter und weiter zu machen.

Wir sind froh, dass wir auch in Zukunft auf diesen wertvollen

Dienst der Heilerinnen zählen dürfen.

Harmonische Vielfalt

Kim Dällenbach

Mitarbeiter Präsenzdienst

Ständige Angebote

In der offenen Kirche sind wir auf weiten Raum gestellt.

Besucher aus aller Welt, von Nah und Fern; egal ob Gross

oder Klein, Jung oder Alt.

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Touristen, Künstler, Neugierige,

Nachdenkliche, Trauernde und Feiernde, hier kommen

alle zusammen.

An manchen Tagen ist es besinnlich ruhig, an anderen

herrscht ein fast hektisches Treiben.

So oder so, irgend etwas geht immer. Das Angebot ist so vielfältig

wie das Leben selbst.

Und auch wenn die Kirche mal leer ist, kann man ganz leise

die Gebete hören, die vom Flackern der Opferlichter immerzu

wiederholt werden.

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Ständige Angebote

Raus in den weiten Raum

Jörn Schärer

Pächter

In dieser kalten und nassen Jahreszeit, wo an ein käffele

draussen an der Sonne nicht zu denken ist, ist die Café-Bar

zeitweise dermassen voll und eng, dass meine runden

Tischli gleichsam in den weiten Raum der Kirche «über-

quellen».

Dort stehen sie dann etwas verschämt in einer Ecke und

warten auf die Gäste, die etwas kühlere Temperaturen dem

Trubel jenseits der Türe vorziehen.

Die Tatsache, dass auch im weiten Kirchenraum eine Be-

wirtung der Gäste möglich ist, steht für mich als Symbol für

die Offenheit der Offenen Kirche Elisabethen, aber auch für

die Offenheit der Gäste, die diese sehr unkonventionelle

Möglichkeit nutzen, und ihre oft fast euphorischen Feedbacks

sind für mich jedes Mal ein grosser Aufsteller.

«Gott weiblich»

Monika Hungerbühler

Im zehnten Jahr «FeierAbendMahls» drehten sich die vierteljährlich

durchgeführten Agapefeiern (Liebesmahle) rund

um das Thema der vielfältigen Gottesbilder.

Inspiriert durch die Ausstellung «Gott weiblich», die 2008

in Fribourg grossen Anklang gefunden hatte, konnten verschiedene

Aspekte dieser grossen Thematik vertieft und

kreativ umgesetzt werden.

Jeweils ca. 60 Frauen, Männer und Kinder feierten unter der

Leitung von Lioba Heide und Monika Hungerbühler (März

und Juni) bzw. Dorothee Becker und Monika Hungerbühler

(September und Dezember).


Zeiträume

Lucas Roessner

Organisator

Mittwoch Mittag Konzerte

Nach fast zehn Jahren erlebe ich die mimiko zunehmend

in einem grösseren Zeitraum gestellt. Personen kommen

und gehen, Beteiligte verändern ihr Leben.

Aber etwas bleibt: Unspektakulär kommen sie daher,

die mimiko. Platzieren keine Blasen an den Füssen. Verursachen

keinen Klimawandel und auch nicht Schweinegrippe.

Überraschen mit ihrer Vielfalt und Ausdruck,

Musik und Wahrnehmung in diesem Raum. Ein Kirchenraum.

Wer traut sich noch in eine Kirche? Darf man

klatschen, darf man seiner Freude Ausdruck geben? Dann

zünde ich ein paar Kerzen an, weil Himmel und Erde

immer da sind und mittendrin ein Horizont. Weite, Offenheit...

Ausblick.

Reden können

Ines Rivera

reformierte Pfarrerin

Ständige Angebote

Ich sitze in der Sakristei und warte auf Besucher/innen.

Wird jemand kommen und um Rat fragen?

Tiefgehende Gespräche ergeben sich interessanterweise oft

mit Personen, die aus einer andern Region kommen und sich

entschliessen, beim diesmaligen Aufenthalt in Basel eines

ihrer Sorgenpakete zu öffnen und in der Seelsorge zu besprechen.

Da geht es meist um eine grundsätzliche Lebensneuorientierung,

einen Ausstieg aus dem Beruf oder die Suche nach

einem neuen Wohn- und Arbeitsort. Nicht selten berichtet

eine Frau, wie sie gemobbt wird und fragt sich, ob sie das

aushalten soll und muss. Manchmal kaut jemand an einem

theologischen Problem. Oder ein Ratsuchender bittet um ein

Gebet.

Eine Vielfalt von Lebensumständen kommt in dem kleinen

Raum zur Sprache!

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Überblick

Spirituell-Religiöse Angebote/Veranstaltungen

10 Führungen von Gruppen

12 Lesbische und Schwule Basiskirche

4 Heilungsfeiern

4 FeierAbendMahl

18 Spezielle Feiern und Gottesdienste

48 Zazen/Stilles Gebet

48 Vipassana-/Achtsamkeitsmeditation

48 Seelsorge in der Elisabethenkirche

2 Vorträge

194 Total

Veranstaltungsspiegel 2009

Kulturell-Künstlerische Angebote/Veranstaltungen

35 Mittwoch-Mittag-Konzerte

36 Konzerte

8 Besondere Veranstaltungen

6 Discos

4 Ausstellungen

6 Tanz-Aufführungen

10 Theater-Aufführung

105 Total

Sozial-Gesellschaftliche Angebote/Veranstaltungen

48 Handauflegen und Gespräch

48 Tischlein deck dich

29 Apéros/Essen

5 Diplom-/Maturfeiern

7 Veranstaltungen

5 Geschenk-Tausch-Aktion für Kinder

142 Total

Total aller Veranstaltungen 2009: 441

Fasnachtsgottesdienst in der Offenen Kirche Elisabethen


Vielen Dank!

Dank

Der Rückblick auf das Jahr 2009 ist mit Dank erfüllt. Ein Dank für

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams der Offenen Kirche

Elisabethen, den «alten» und den «neuen». Ein Dank an die Frauen

und Männer im Sigristen-Team, den Freiwilligen im Sekretariat,

den Mitgliedern im Vorstand und dem Vorstand des Fördervereins.

Sie alle setzen sich für den reibungslosen Ablauf ein, machen zahlreiche

Veranstaltungen möglich, kümmern sich um die Finanzen,

halten Ordnung. Ein Dank den unzähligen freiwilligen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Präsenzdienst, im Heilerinnen-Team,

beim Tischlein deck dich, den Verantwortlichen für die Meditation,

dem Vorstand der Lesbisch-schwulen Basiskirche. Sie alle unterstützen

auf ganz unterschiedliche Art Besucherinnen und Besucher

der Kirche. Ein Dank aber auch all jenen, die die Offene Kirche

Elisabethen für ihre Veranstaltung auswählen: Institutionen und

Firmen für eine Diplomfeier, für ein Bankett oder Personalfest.

Konzertorganisatoren und Tanzveranstaltern, Disco-Betreibern und

Vortragsorganisatoren. Sie bringen vielfältiges Leben in den Kirchenraum.

Ein Dank auch den Besucherinnen und Besuchern, die in

diesem Kirchenraum ein Lachen zurück lassen, ein Ernstsein, ein

Mitfühlen und Mitdenken, einen Applaus – in Gottesdiensten, bei

Ausstellungsbesuchen, in Konzerten und Theateraufführungen. Ein

Dank all jenen, die mit guten Worten, Gesten, helfenden Händen,

Spenden die Arbeit der Offenen Kirche Elisabethen unterstützen

und ermöglichen. Ein Dank Ihnen allen...

André Feuz

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Organisationsstruktur

Vorstand des Vereins Offene Kirche Elisabethen

Mitglieder Matronats-/Patronatskomitee

Dr. Hartmut Arras Politikberater

Dr. Christoph Eymann Regierungsrat Basel-Stadt

Angeline Fankhauser Alt-Nationalrätin

Beatrice Inglin-Buomberger Ehem. Grossratspräsidentin

Dr. Christoph Koellreuter Direktor Basel Economics

Dr. Georg Krayer Alt-Präsident

Schweizerischer Bankiervereinigung

Präsident Markus Ritter Biologe

Vizepräsident Thomas Zellmeyer lic. phil I (bis 30.3.)

Vizepräsident/Aktuar Peter Hadorn Kaufmann

Leitung Offene Kirche Elisabethen André Feuz Pfarrer ERK BS

Monika Hungerbühler Theologin RKK (ab 1.11.)

Kirchenrat ERK BS Hans Rudolf Hartmann Dr. phil II

Delegierter RKK BS Felix Hafner Prof. Dr., Universitätsdozent

Dekanat RKK BS Hermann Wey Theologe, Dekanatsleiter (bis 30.3.)

Delegierte ERK BS Coosje Barink Pfarrerin ERK BS

Peter Albrecht Prof. Dr., Universitätsdozent

Elsie Heeb Kirchenvorstandspräsidentin (ab 1.10.)

Udo Bartels Vermögensverwalter

Gaby Fierz Ethnologin

Helen Schai Katechetin/Familienfrau (bis 30.9.)

-minu Journalist

Jeffrey Sandragesan Honorarkonsul

Jörg Schild Alt-Regierungsrat Basel-Stadt

Barbara Schneider Regierungsrätin Basel-Stadt

Dr. Ueli Vischer Alt-Regierungsrat Basel-Stadt


Der Verein Offene Kirche Elisabethen «auf weiten Raum gestellt»

Eine Handvoll engagierter Menschen bildet den Verein Offene

Kirche Elisabethen, die Trägerschaft der Offenen Kirche in

Basel.

«Auf weiten Raum gestellt» verstehen diese als Grund-

haltung zur Gestaltung und Realisierung ihrer mannigfaltigen

Aktivitäten.

Unsere Gesellschaft ist geprägt von zunehmend raschen Veränderungen

und damit verbunden von einer Verschärfung

gegenläufiger Standpunkte, von Verunsicherung und Angst-

gefühl. Vor diesem Hintergrund betrachtet es die Offene Kirche

Elisabethen als ihre Aufgabe weiten Raum bereit zu stellen.

Weiten Raum, in dem neben einer klaren eigenen Meinung auch

fremde Meinungen, fremde Bilder Platz haben. Weiten Raum,

um aufeinander zuzugehen, einander kennen zu lernen, ein-

ander näher zu kommen.

Als jüngeres Beispiel zeigte sich dazu die Anti-Minarett-

Initiative. Sie polarisierte, machte Ängste und Verunsicherungen

deutlich. Muslime, Juden und Christen haben sich in der

Offenen Kirche zu einem Friedensgebet zusammengefunden.

Ausdruck der eigenen Meinung war die Erklärung der Leitung:

«der Turm der Offenen Kirche ist auch ein Minarett». Um daraus

einen weiterführenden Dialog für zukünftige Integrationsansätze

zu entwickeln, brauchen wir den weiten Raum als Einladung an

alle Beteiligten.

Peter Hadorn

Vizepräsident/Aktuar

Offene Kirche Elisabethen

Bericht Verein

Auf weiten Raum gestellt sind aber auch die Ressourcen,

die unsere Angebote möglich machen. Die evangelisch-reformierten

und die Römisch-katholischen Kirchen in Basel-

Stadt und Basel-Landschaft (ca. 1/3 der Ressourcen), die

Freiwilligen (ca. 1/3 der Ressourcen), die Mieter/innen der

Offenen Kirche und die vielen Spender/innen, welchen

die Offene Kirche Elisabethen am Herzen liegt (ca. 1/3 der

Ressourcen). In diesem weiten Raum die gegenwärtig jährlich

fehlenden Mittel von rund CHF 50 000 zu finden ist eine

wichtige weitere Aufgabe für Vorstand und Leitung.

Nach langen Jahren verdienstvollen Wirkens ist Helen Schai

aus dem Vorstand zurückgetreten. Als neue Vorstandsmit-

glieder haben Elsie Heeb und Monika Hungerbühler als neue

katholische Theologin Einsitz genommen.

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Finanzen

Finanzbericht 2009 Erfolgsrechnung

Die Jahresrechnung 2009 schliesst mit einem Gewinn von CHF 16 112 ab,

nachdem das Vorjahr ein Defizit von CHF 70 729 ausweisen musste. Der Gewinn

ist unerwartet – wurde doch ein Fehlbetrag von CHF 81 000 budgetiert.

Die Bilanz hat sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Der Bilanzwert der

Aktiven liegt rückläufig bei CHF 385 246.

Im Jahr haben sich die Spenden um rund 20% erhöht, ebenfalls die Einnahmen

aus den Vermietungen der Kirche. Aufgrund personeller Wechsel haben

sich die Personalkosten um CHF 30 000 verringert und die Ausgaben im

Bereich der Öffentlichkeitsarbeit konnten um CHF 15 000 gesenkt werden.

Die Wertschriften haben sich – nach dem Einbruch 2008 – erholt.

In finanzieller Hinsicht also ein erfolgreiches Jahr. Sowohl Spendeneinnahmen

als auch Vermietungen sind auch stark situationsabhängig und unterliegen

grossen Schwankungen. So müssen wir auch in den nächsten Jahren nach

Mehreinnahmen und Kostensenkungen Ausschau halten.

Buchführung und Jahresrechnung erfolgten auch 2009 nach den Rechnungslegungsstandards

Swiss GAAP FER 21.

Team und Vorstand der Offenen Kirche Elisabethen danken allen für die

finanzielle und ideelle Unterstützung. Besonderer Dank gilt den Kirchen in

Basel-Stadt und Basel-Landschaft für das grosszügige finanzielle Engagement

und allen freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Arbeit der

Offenen Kirche ermöglichen.

Herzlichen Dank

André Feuz

Geschäftsführer

Ertrag 2009 2008

Ertrag aus Projekten 37.354 79.238

Spenden 108.439 74.754

Beiträge ERK BS + BL 183.171 184.737

Beiträge RKK BS + BL 33.535 57.387

Beiträge nicht zweckgebunden 16.476 19.886

Beiträge zweckgebunden aus öffentlicher Hand 9.250 0

Beiträge zweckgebunden 21.000 0

Vermietung Kirche 132.233 116.348

Andere betriebliche Erträge 33.345 32.846

Erträge aus erbrachten Leistungen 12.508 16.223

Total Ertrag 587.311 581.419

Aufwand

Aufwand aus Projekten 44.179 81.883

Betriebskosten 32.202 37.270

Personalaufwand 344.761 376.375

Unterhaltskosten Einrichtungen 16.254 5.987

Unterhaltskosten Kirche 88.100 55.668

Administrativer Aufwand 7.720 8.609

Öffentlichkeitsarbeit/Sammelaufwand 61.765 79.312

Total Aufwand 594.981 645.104

Zwischenergebnis 1 -7.670 -63.686

Finanzergebnis 16.800 -25.796

übriges Ergebnis 12.983 14.400

Zwischenergebnis 2 22.113 -75.082

Fond-Entnahmen/Zuweisungen -6.000 4.352

Jahreserfolg 16.113 -70.729


Bilanz per 31. 12. 2009

Aktiven 2009 2008

Flüssige Mittel 118.192 193.350

Wertschriften 189.854 176.302

Debitoren 50.540 29.302

Transitorische Aktiven 26.659 25.349

Mobilien 1 1

Total Aktiven 385.246 424.304

Passiven

Kreditoren 26.241 44.615

Transitorische Passiven 83.664 126.460

Zweckgebundene Fonds 158.651 152.651

Eigenkapital 100.577 171.307

Jahreserfolg 16.113 -70.729

Total Passiven 385.246 424.304

Beitrag der Freiwilligen

In der Erfolgsrechnung nicht ausgewiesen wird die Spende der freiwilligen

Mitarbeiter/innen. Rund 5000 Stunden wurden an Freiwilligen-Arbeit geleistet.

Bei einem Ansatz von 30.–/Stunde ergibt das einen Spendenbetrag

von 150 000.–! Ganz herzlichen Dank!

Bericht der Revisionsstelle

Finanzen

Als Kontrollstelle habe ich die Buchführung und die Jahresrechnung 2009

nach Massgabe der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften geprüft.

Die Prüfung ergab folgende Ergebnisse:

• Die Bilanz per 31. Dezember 2009 und die Erfolgsrechnung stimmen mit

der Buchhaltung überein.

• Die Buchhaltung wurde ordnungsgemäss geführt.

• Bei der Bewertung der Vermögenslage und des Geschäftsergebnisses

wurden die gesetzlichen Bewertungsgrundsätze eingehalten.

Die Jahresrechnung 2009 ergab bei einem Gesamtaufwand von CHF 600 981.09

und einem Gesamtertrag von CHF 617 094.02 einen Gewinn von CHF 16112.93.

Die Bilanzsumme beträgt CHF 385 246.05, bei Aktiven von CHF 385 246.05,

Passiven von CHF 268 555.75 und Eigenkapital von CHF 116 690.30.

Aufgrund der Prüfung empfehle ich, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen

und den Gewinn von CHF 16112.93 auf das neue Jahr vorzutragen,

womit sich der Gewinnvortrag auf CHF 116 690.30 erhöht.

Margareta Bringold, dipl. Expertin in Rechnungslegung und Controlling

Laufen, 1. März 2010

25


26

Zahlen

Zahlen sind nicht nur Spielerei

«Wie viele Leute besuchen die Veranstaltungen in der Offenen Kirche?» Eine Frage, die immer wieder gestellt wird.

Die Antwort fällt immer gleich aus: «Das ist von Veranstaltung zu Veranstaltung verschieden...»

Die Zahlen variieren, deshalb führen die Mitarbeiter/innen des Präsenzdienstes Buch über die Anzahl der Besucher/innen

und über die Art der Auskünfte, die erteilt werden. Hier eine Zusammenfassung für das Jahr 2009:

Zwischen 50 und 110 Besucher/innen der Mittwoch-Mittag-Konzerte, pro Jahr

sind das fast 3000 Hörerinnen und Hörer.

Durchschnittlich 30 Personen suchen wöchentlich Unterstützung bei den Heilerinnen

– 1200 pro Jahr.

500 Personen haben im letzten Jahr den Vortrag von Hans Küng gehört, 550 haben

den Fasnachtsgottesdienst besucht, wöchentlich kommen 60 Personen in die Kirche,

um vom Angebot «Tischlein deck dich» (Lebensmittel-Abgabe für Bedürftige) zu

profitieren. Sie holen Lebensmittel für sich selbst und ihre Familien ab. Bei den

Meditationsangeboten über Mittag schwanken die Besucher/innen-Zahlen zwischen

zwei und zehn, während insgesamt 250 Personen die Aufführungen «Dali»

des Theater Basel gesehen haben. 800 bis 900 Leute tanzen jeweils an den Oldies

but Goldies-Discos, und an den öffentlichen Führungen infomieren sich jeweils

rund 50 Leute über die Geschichte der Kirche und das Konzept der Offenen Kirche

Elisabethen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Präsenzdienstes erteilen im Schnitt

monatlich rund 30 mal Auskunft zur Offenen Kirche Elisabethen, helfen etwa

20 Touristen monatlich sich in der Stadt zurecht zu finden und hören täglich

den Menschen zu, die von ihren Nöten und Sorgen berichten.

Eindrückliche Zahlen – ergänzt mit der jährlichen Besucher/innen-Zahl von rund

100 000...


Auf dass wir unseren weiten Raum nutzen!

Urs Schwald

Präsident Förderverein

Offene Kirche

Elisabethen

Seit 5 Jahren bin ich im Förderverein für die Offene Kirche

Elisabethen tätig. Der soziale Einsatz und die kulturellen

Anlässe haben mich zum Mittun bewogen. Die Elisabethenkirche

bietet aber auch eine hervorragende Plattform für

Veranstaltungen, die sich mit Problemen von heiklen Themen

befassen. Vielen unbequemen Fragestellungen fehlt

ein neutraler Verhandlungsort. Die Verantwortlichen von

Berufsgruppen, politischen Parteien, aber auch von Religionen

und Minderheiten finden sich im zunehmend rauen

Klima kaum mehr zurecht. Den ums Überleben kämpfenden

Medien fehlt die Zeit sorgfältig zu recherchieren. Marktschreierische

Schlagzeilen heizen die betroffenen Gemüter

unnötig an. Kurz, es fehlt die Ruhe und die Besinnung,

auftretende Konflikte zu behandeln.

Der Förderverein hilft die vielseitigen Aktivitäten in der

Offenen Kirche Elisabethen zu fördern. Ich wünsche mir,

die oben angesprochenen Interessengruppen mögen

unseren weiten Raum noch mehr nutzen und ihre Kreise

neutral und aufklärend ansprechen. Die Offene Kirche

bietet Raum für vernünftiges Handeln, auch bei «heissen»

Themen.

Ich danke meinen Vorstandskolleginnen für ihre ganzjährige

Arbeit und den Mitgliedern für ihre Treue ganz herzlich.

Urs Schwald

Ich möchte Mitglied im Förderverein der Offenen Kirche Elisabethen, Basel werden. Bitte

stellen Sie mir Informations-Unterlagen, Anmeldeformular und Einzahlungsschein zu.

Name / Vorname: ……………………………………………………………………...............

Strasse: …………………………………………………………………….............................

Förderverein

PLZ / Ort: ……………………………………………………………………...........................

Talon per Fax an 061 272 04 01, oder per Post an: Sekretariat Offene Kirche Elisabethen,

Förderverein, Elisabethenstrasse 10, 4051 Basel, Tel. 061 272 03 43

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Offene Kirche Elisabethen

www.offenekirche.ch

Informationen zur Offenen Kirche und den Veranstaltungen

finden Sie auch im Internet unter

www.offenekirche.ch

Die Offene Kirche wird unterstützt von

Spenden-Aufruf

Vielen Dank!

Die Offene Kirche Elisabethen wird in der Stadt und Region Basel von vielen Menschen geschätzt

und unterstützt.

Dass die Arbeit weiter gehen kann, dafür braucht die Offene Kirche auch finanzielle Mittel.

Helfen Sie mit Ihrer Spende mit, dass die Offene Kirche offen bleiben kann:

PC 40-7225-5

Wenn Sie die Offene Kirche über den Tod hinaus unterstützen wollen, stellen wir Ihnen gerne die

Broschüre «Legate» zu.

Im Trauerfall haben Sie auch die Möglichkeit, anstelle von Blumenspenden dem Verein «Offene Kirche

Elisabethen» einen Beitrag zukommen zu lassen. Auf Wunsch wird der Trauerfamilie der Spendeneingang

bekannt gegeben.

Die Offene Kirche ist erlebenswert!

• Mieten Sie die Elisabethenkirche für ein Konzert oder eine Ausstellung, einen Apéro oder Firmenanlass,

Ihre Geburtstagsfeier oder ...

• Buchen Sie eine Führung durch das neugotische Gebäude – wir erklären Ihnen den Raum und

führen Sie durch das Angebot der Offenen Kirche

• Besteigen Sie den Turm und erleben Sie Basel von hoch oben!

• Besuchen Sie die Café-Bar mit besonderer Atmosphäre und einer ausgezeichneten Auswahl

Einen Mietprospekt erhalten Sie unter Telefon 061 272 03 43 oder per Mail: info@oke-bs.ch.

Offene Kirche Elisabethen Elisabethenstrasse 10

CH-4051 Basel

Tel +41 61 272 03 43

Fax +41 61 272 04 01

info@oke-bs.ch

www.offenekirche.ch

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