Die Einladung - Kalebuz

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Die Einladung - Kalebuz

Die Einladung

für den evangelischen Pfarrsprengel Neustadt - Köritz

Ausgabe August/ September 2012 (Nr. 45)

August/ September 2012

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

2 August/ September 2012

Neustadt, 23. Juli 2012

Bald werden die Kinder wieder zur Schule gehen und können somit auch im neuen

Schuljahr wieder unser wöchentliches Angebot „Christenlehre“ in Anspruch

nehmen – die Termine dafür gibt es kurz nach Schulbeginn, wenn die neuen Stundenpläne

feststehen.

Im Juni hatten wir einen schönen Abschluss des Schuljahres auf dem Köritzer Pfarrgelände

gefeiert.

Zusätzlich zu unseren gewohnten Aktivitäten wird Pfarrerin M. Fröhling Ende August

in Zusammenarbeit mit Grit Raue (Bestattungen Raue) etwas völlig Neues anbieten:

Ein Trauerfrühstück für Menschen, die jemanden verloren haben und mit anderen

Betroffenen ihre eigene Trauer teilen und bewältigen möchten – das erste Mal am

Donnerstag, 23. August um 9 Uhr im Gemeindehaus.

Erinnert sei noch einmal an das erste Treffen des neuen Tansania-Freundeskreises

am 9. August 19.30 Uhr im Gemeindehaus und an das diesjährige Gemeindefest

am 19. August ab 14 Uhr in Kampehl – s. letzte Seite, wo auch einige Informationen

über die nächsten Konzerte stehen.

Aus aktuellem Anlass haben wir eine Seite dem Thema „Beschneidung im Judentum“

gewidmet, um wichtige Klärungen für die Diskussion anzubieten. Bei manchen

Wortmeldungen beobachten wir, dass sich ein alles andere als verhaltener Atheismus

äußert. So wird im Zusammenhang mit dem Kölner Urteil zur Wertung religiöser

Beschneidungen als Körperverletzung mitunter jegliche Berechtigung religiöser Erziehung

von Kindern in Frage gestellt (Leserbriefe etc.).

Wir fragen zurück: Was gibt Atheisten die Berechtigung, ihren Kindern die Botschaft

von der Menschenfreundlichkeit Gottes vorzuenthalten und eine Ideologie, die da

behauptet: „Gott gibt es nicht“ aufzuzwingen? Gut, sich daran zu erinnern, dass niemand

anders als die Evangelische Schule in Neuruppin in diesem Jahr zur besten

Schule Deutschlands gewählt wurde.

Nun aber viel Freude mit der neuen

Einladung“ , schöne harmlose

optische Täuschungen wie auf dem

Titelbild und einen gesegneten schöneren

(Rest-) Sommer als bisher!

Ihre Pfarrerin Michaela Fröhling

& Ihr Pfarrer Wolf Fröhling


Monatsspruch September:

Geistliches Wort

„Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein

Gott, der ferne ist?“ (Jeremia 23, Vers 23)

Eine alte Postkarte, ausgestellt im

Spielzeug- Museum Kleßen bei

Friesack, verbreitet das Abendgebet eines

deutschen Kindes im 1. Weltkrieg:

„Lieber Gott, mit starker Hand, schütze

unser Vaterland! Schütze unsre Väter,

Brüder, führ sie heil zur Heimat wieder!

Gib Gott, unsern Waffen Sieg, lass bald

enden diesen Krieg! Amen“. Vielleicht

haben die französischen Kinder ganz

ähnliche Abendgebete gesprochen.

Der christliche Liedermacher

Clemens

Bittlinger fragt Gott in

einem Lied von 1990:

„Warum muss man

Dich so oft benennen,

als hätte man Dich

damit bei der Hand? Leider hat man,

ohne Dich zu kennen, Deinen Namen

viel zu oft genannt. So hat man Dich auf

tausend Koppelschlössern, auf denen

August/ September 2012

„Gott mit uns!“ geschrieben stand, verraten

und verkauft wie die Soldaten, die

man auf den Leichenfeldern fand“.

Der Prophet aus der Bibel Jeremia warnte

damals davor, den Namen Gottes für

politische Ziele zu missbrauchen. Sogenannte

„Heilspropheten“ redeten den

Königen zum Munde, gaben die Parole

„Weiter so!“ als Gottes Willen aus. Jeremia

hingegen betont: Wir Menschen

können über Gott nicht verfügen. Wer

Gottes Namen missbraucht – etwa mit

Parolen wie „Gott mit uns!“ – wird Gottes

Ferne umso deutlicher spüren. Wir müssen

uns nur Deutschlands Geschichte

seit dem Ende des 1. Weltkrieges ansehen,

um zu begreifen, wie recht Jeremia

hat. Er sieht die Aufgabe seines Prophetenamtes

darin, Gottes unbedingten

Willen den Menschen anzusagen und

sie vor falschen Wegen zu warnen.

Unser Monatsspruch ist als Frage formuliert.

In Antwortform könnte Jeremia

sagen: Haltet Euch zu Gott, so wie Ihr

Ihn in der Bibel erlebt, und Ihr werdet

Seine Nähe spüren! Manchmal fühlen

wir Gottes Nähe mehr, manchmal weniger,

aber in jedem Falle will Gott uns

nahe sein. Auch oder gerade da, wo wir

uns ganz unten fühlen. Oder wie es im

Psalm 34, Vers 19 in der Bibel heißt:

„Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen

Herzens sind.“

Pfarrer Wolf Fröhling

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Wir gratulieren zum Jubel-Geburtstag!

in Köritz

6. 8. Helga Lindemann (81)

7. 8. Helga Lorenz (70)

17. 8. Edeltraut Telschow (90)

19. 8. Lena Luther (10)

20. 8. Erich Ney (84)

31. 8. Claudia Vogt (40)

15. 9. Marie- Luise Störing (83)

17. 9. Stephan Müller (30)

19. 9. Hannah Bähr (10)

20. 9. Ingrid Meißner (75)

20. 9. Andreas Genske (40)

30. 9. Marianne Brümmer (85)

4 August/ September 2012

in Kampehl

16. 8. Lisbeth Kalkbrenner (85)

13. 9. Helga Gericke (84)

29. 9. Ingrid Kuhlbars (75)

in Neustadt

1. 8. Erika Franke (75)

5. 8. Edeltraut Großmann (87)

12. 8. Silke Klein (40)

23. 8. Ruth Damrau (80)

26. 8. Eva Blümchen (89)

7. 9. Anneliese Kny (90)

8. 9. Ursula Schumann (86)

10. 9. Siegfried Lange (75)

12. 9. Christian Kirsch (60)

12. 9. Lisa Echberg (10)

14. 9. Margarete Goetz (87)

15. 9. Martha Göttlicher (83)

Jubeln kann natürlich, wer will. Hier

werden jedoch alle aus der Gemeinde

aufgeführt, die „nullen“, den 65.

oder 75. Geburtstag feiern oder über 80 werden. Wer aus welchen Gründen

auch immer auf dieser Seite nicht abgedruckt werden möchte, wende sich bitte

rechtzeitig an die Redaktion.

Wir werden jeden Wunsch respektieren! Alle Altersangaben ohne Gewähr!

IMPRESSUM

Die Einladung” ist der Gemeindebrief des Evangelischen Pfarrsprengels Neustadt-Köritz. Herausgeber:

Gemeindekirchenräte Köritz-Kampehl und Neustadt. Redaktion: Pfarrerin Michaela Fröhling,

Dorit Geu, Axel Reich, Pfarrer Wolf Fröhling (Schriftleiter; Tel. 0177-6115014).

Druck: Offset-Friedrich, Ubstadt-Weiher; „Die Einladung“ erscheint sechsmal pro Jahr und wird in

alle Neustädter Haushalte verteilt.

Auflage: 1600 Stück. Redaktionsschluss für Nr. 46 (Oktober/ November 2012): 25. 9.

Die Einladung“ im weltweiten Netz: www.kalebuz.de,

Anschrift: Schulstr. 3, 16845 Neustadt (Dosse); Tel./Fax: 033970-13265;

geschäftsführende Pfarrerin: Michaela Fröhling; Tel. 033970-14129.

E-mail: michafroe@aol.com sowie hertha-und-union@web.de


Veranstaltungen in unseren Kirchengemeinden

Vorschul- Christenlehre

Kita Spiegelberg & Kita Köritz

n.V. im neuen Schuljahr

Christenlehre

(Köritzer Kirche)

n.V. im neuen Schuljahr

Konfirmandenunterricht

(Köritzer Kirche)

7. Klasse Elternabend fand

nach Redaktionsschluss statt

8. Klasse Elternabend zur Terminfestlegung

am 14.8. 19 Uhr

Junge Gemeinde

(Köritzer Kirche) ab 18 Uhr,

Beginn mit Abendbrot

10.8.

7. bis 9.9. Fahrt nach Mirow

28.9.

Bibel zum Feierabend

donnerstags 19. 30 Uhr

23.8. b. Fechner, Lindenstr. 12

13.9. Lindenhof Kampehl

Trauerfrühstück

(Gemeindehaus Neustadt)

donnerstags 9 Uhr

23.8., 27.9.

Männerabend

(Köritzer Kirche)

Sommerpause bis Oktober

Posaunenchor

(z. Zt. in Wusterhausen)

freitags 17.30 Uhr

August/ September 2012

Kirchenchor

(Köritzer Kirche)

mittwochs 19. 30 – 21 Uhr

Andachten in der Tagespflege

(Diakoniestation Neustadt)

jeweils 10 Uhr

14. + 28.8./ 11. + 25.9.

Klön- u. Spiele- Nachmittag

(Gemeindehaus Neustadt)

jeweils 14. 30 Uhr

8. + 22.8./ 5. + 19.9.

Frauennachmittag

jeweils mittwochs 15 Uhr

Gemeindehaus Neustadt:

15. 8.

Köritzer Kirche: 12.9.

Bibelstunde der Landeskirchlichen

Gemeinschaft

(Gemeindehaus Neustadt)

am 28.8. + 25.9.

im „Dosseblick“ 15.30 Uhr

sonst dienstags 18 - 19 Uhr

Gottesdienste im

Seniorenheim „Dosseblick“

Donnerstag, 23. 8. 15. 30 Uhr

Donnerstag, 13. 9. 15. 30 Uhr

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Mallorca: Kirche aus dem Kofferraum

Klaus-Peter Weinhold arbeitet dort, wo andere Urlaub

machen: Auf der spanischen Insel Mallorca.

Die meiste Zeit des Jahres ist er braun gebrannt.

Seit 2005 leitet er die deutschsprachige evangelische

Auslandsgemeinde auf den Balearen. Für 400 Gemeindemitglieder

ist der frühere Volleyball- Nationalspieler

und Sportpfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland

(EKD) zuständig, hinzu kommen deutschsprachige

Touristen. Jährlich besuchen rund 4,5 Millionen

Urlauber Mallorca. Ein eigenes Kirchengebäude

hat die Gemeinde nicht. Stattdessen ist die

evangelische Gemeinde in katholischen Kirchen

zu Gast.

An bis zu fünf verschiedenen Stätten feiert Weinhold

Gottesdienst.

Immer am letzten Sonntag im Monat steigt er außerdem ins Flugzeug,

um auf Ibiza Gottesdienst zu halten.

Rund 35.000 Kilometer legt Weinhold mit seinem Dienstwagen im

Jahr zurück. Stets dabei hat er Talar und Halskrause, Taufschale

und Abendmahlsbesteck sowie Gemeindebriefe. „Kirche aus dem

Kofferraum“ nennt Weinhold das.

Seine Gottesdienste sind traditionell – „mit Abendmahl, vertrauten

Liedern, liebevollen Gebeten und einer anspruchsvollen Predigt“.

Unterstützt wird er von einem Pfarrer im Ruhestand,

der mehrere Monate im Jahr auf der

Insel verbringt.

Neben den Gottesdiensten traut Weinhold jedes

Jahr bis zu 100 Paare. Zu seinen Tätigkeiten

gehören all die Aufgaben, die ein Pfarrer

in Deutschland auch hat – angefangen vom

Konfirmandenunterricht bis hin zu Seelsorgeangeboten in Krankenhäusern

und Gefängnissen.

Für seinen Einsatz wurde der 58-Jährige als „Europäer des Jahres“

geehrt. Die Vereinigung „Ciudadanos Europeos de Baleares“

– eine gemeinnützige Vereinigung mit dem Ziel, den Zusammenschluss

Europas zu fördern und europäische Einwanderer auf den

Balearen zu unterstützen – verleiht jedes Jahr diesen Preis an

Menschen, die auf Mallorca leben und arbeiten.

6 August/ September 2012


20. August: 100. Todestag von

William Booth – Gründer der Heilsarmee

Er führte bis an sein Lebensende den Titel

„Erster General“ – der 1829 als Sohn eines

Nottinghamer Bauunternehmers geborene

William Booth. Mit 15 Jahren schloss er sich

der christlichen Freikirche der Methodisten an, für die er

später als Pfarrer arbeitete. Er ging mit seiner Ehefrau nach

London, wo er erschüttert war über das Ausmaß von Verelendung

der Bevölkerung im Londoner Eastend. Am 2. Juli

1865 wurde die „Christliche Mission“ gegründet, die dann

später „Salvation Army“, Heilsarmee, hieß. Um möglichst effektiv als

Organisation arbeiten zu können, wurden militärische Strukturen geschaffen;

Booth selber fungierte als „General“.

Im Zuge der industriellen Revolution kämpfte die Heilsarmee unter

dem Motto „Suppe, Seife, Seelenheil“ („soup, soap, Salvation“) gegen

das Elend des Industrieproletariats in England.

Aufmerksam wurden viele Menschen durch

damals ungewöhnliche Straßenmusiken und

Straßen- Predigten von Leuten in Uniform, in der

Männer und Frauen von Anfang gleich gestellt

waren, militärische Ränge bekleideten und predigen

durften und sollten.

Die Heilsarmee selbst definiert ihren Auftrag so:

Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der universalen

christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet sich auf die Bibel.

Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe zu Gott. Ihr Auftrag ist es, das

Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschlicher Not

ohne Ansehen der Person zu begegnen.“

Bereits 1886 gab es auch in Deutschland die „Heilsarmee“, die sich

besonders um soziale Randgruppen kümmerte. Um alkoholkranken

Menschen besser beistehen zu können, wurde in der Organisation

dem Vorbild von „General“ Booth gefolgt, keinen Alkohol zu trinken.

Nach dem Tod seiner Ehefrau 1890 traten die acht gemeinsamen Kinder

des Ehepaars Booth verstärkt in der Heilsarmee in Erscheinung;

die Tochter Evangeline, die schon als 17jährige predigte, wirkte von

1934 – 1939 als erste „Generalin“ weltweit.

August/ September 2012

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8 August/ September 2012

Unsere Gottesdienste

Sonntag, 5. August

Sonntag, 12. August

Sonntag, 19. August

Sonntag, 26. August

Sonntag, 2. September

Sonntag, 9. September

Sonntag, 16. September

10 Uhr

10 Uhr

14 Uhr

13 Uhr

10 Uhr

8 Uhr 30

10 Uhr

10 Uhr

9.Sonntag nach T rinitatis

Neustadt (Einsegnung der Schulanfänger)

10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag)

Köritz (Abendmahl & Kindergottesdienst)

11. Sonntag nach Trinitatis

Kampehl (Gemeindefest mit Kirchenchor, Kitachor Spiegelberg)

12. Sonntag nach Trinitatis

Heilbrunnfest (Kreiskirchentag)

13. Sonntag nach Trinitatis

Neustadt (mit Kindergottesdienst)

14. Sonntag nach Trinitatis

Kampehl

Köritz (mit Kindergottesdienst)

15. Sonntag nach Trinitatis

Neustadt (mit Kindergottesdienst)


August/ September 2012

9

Sonntag, 23. September

Sonntag, 30. September

Sonntag, 7. Oktober

10 Uhr

8 Uhr 30

10 Uhr

14 Uhr

10 Uhr

16. Sonntag nach Trinitatis

Köritz (Jubelkonfirmation, mit Kindergottesdienst)

Erntedankfest

Kampehl (mit Abendmahl)

Neustadt (mit Abendmahl, Kitachor Spiegelberg)

Köritz (mit Abendmahl, Kitachor Köritz)

18. Sonntag nach Trinitatis

Neustadt (mit Kindergottesdienst)


Vor 25 Jahren - 7. September 1987:

Erich Honecker bei Helmut Kohl

Genugtuung hat Erich Honecker damals sicherlich verspürt.

Der SED-Generalsekretär lächelte zumindest,

als er vor 25 Jahren von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU)

vor dem Bonner Bundeskanzleramt mit militärischen Ehren

begrüßt wurde.

Dem 75 Jahre alten Staatsratsvorsitzenden der DDR war

es trotz großer Widerstände aus der Sowjetunion gelungen,

zum fünftägigen „Arbeitsbesuch“ in den kapitalistischen

Westen zu kommen.

Beim abendlichen Bankett am 7. September mahnte Kohl in einer - auch vom

DDR-Fernsehen übertragenen - Tischrede die Wiedervereinigung und das

freie Selbstbestimmungsrecht der Deutschen an. „Das Bewusstsein für die

Einheit der Nation ist wach wie eh und je, und ungebrochen ist der Wille, sie

zu bewahren“, sagte Kohl. An eine rasche Wiedervereinigung oder gar den

Fall der Mauer dachte damals aber wohl noch nicht einmal der Bundeskanzler.

Vielmehr durfte sich Honecker wie ein Staatsmann fühlen, als er nach der Unterzeichnung

von drei Abkommen zur Umweltpolitik, dem Strahlenschutz und

der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auch mit Bundespräsident Richard

von Weizsäcker sowie fünf Ministerpräsidenten zusammenkam. Ebenfalls auf

dem Programm: Ein Besuch im Geburtshaus von Karl Marx in Trier.

In seinem eigenen Geburtsort im saarländischen Wiebelskirchen und in

Saarbrücken traf der frühere Dachdeckergehilfe Honecker dann mit dem

SPD-Hoffnungsträger und Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine zu einem

Meinungsaustausch zusammen. Beide hätten es bei diesem Treffen wohl

als Scherz bezeichnet, wenn jemand behauptet hätte, dass Lafontaine zwei

Jahrzehnte später Vorsitzender der unter anderem aus der SED hervorgegangenen

Partei Die Linke sein und sich mit der SPD im politischen Dauerstreit

befinden würde.

Zwei Jahre später stürzte die friedliche Revolution in der DDR die SED-Führung

ins Chaos, am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. An ihrem Bau

war Honecker als Sicherheitssekretär der SED maßgeblich beteiligt gewesen.

Der einstige starke Mann der DDR, der am 18. Oktober 1989 auf Druck seines

kurzzeitigen Nachfolgers Egon Krenz zurücktrat, starb 1994 als pflegebedürftiger

Greis in Chile. Zuvor war er nach Moskau geflohen und saß im Berliner

Gefängnis Moabit in Haft.

Bei seinem Besuch in Bonn 1987 ahnten weder Honecker noch seine westdeutschen

Gesprächspartner, dass sich die DDR zwei Jahre später auflösen

und Deutschland am 3. Oktober 1990 wiedervereinigen würde.

Christian Jung, dpa

10 August/ September 2012


Gemeindeausflug - zweite Chance

Nach Neuhardenberg (Osten) und Lutherstadt Wittenberg (Süden) wird es in diesem

Jahr einen Gemeindeausflug nach Norden und Westen geben – eine Tagesrundreise

durch 3 andere Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen

und Sachsen- Anhalt.

Da der ursprünglich geplante Termin 12. Mai offenbar ungünstig erschien, haben die

Gemeindekirchenräte angeregt, einen Ersatztermin anzubieten –

am Samstag, 1. September!

Wir fahren zunächst nach Neustadt-Glewe (früher: „Neustadt in Mecklenburg“) und

besuchen die Altstadt und die Burg über der Elde (nicht der „Elbe“!). Anschließend geht

es ins nahe gelegene Ludwigslust zum Schloss mit Park – nicht zu Unrecht des Öfteren

mit Versailles bei Paris verglichen! - wir werden dort zu Mittag essen. Dann geht es

weiter – und gleichzeitig doch näher an die Heimat – ins niedersächsische Schnackenburg

an der Elbe; wir besichtigen die kleinste Hafenstadt und die zweitkleinste Stadt in

Deutschland mit ihrem „Grenzlandmuseum“ und trinken dort mit Blick auf die brandenburgischen

Elbtalauen Kaffee.

Wir fahren früh um 8 Uhr an der Köritzer Kirche los und werden gegen 19 Uhr dort

wieder eintreffen.

Anmeldung im Pfarramt bis 20. August

unter Tel. 033970-13265,

e-mail: pfarramt.koeritz@web.de

Die Fahrt inclusive Mittagessen kostet nur

20 € für Erwachsene und 10 € für Kinder!

Lediglich Getränkekosten beim Mittagessen und

eventuelle Eintrittsgebühren sind selbst zu tragen.

Hilfreiche Kontakt-Telefonnummern

Telefonseelsorge (gebührenfrei):

Kindernottelefon:

Superintendentur Kyritz (unsere vorgesetzte Dienststelle):

Superintendent Pfr. Joachim Harder:

Notfallseelsorge Pfarrer Stefan Baier:

Frauenhaus Neuruppin u. Beratungsstelle:

Revierpolizei Neustadt Bahnhofstraße 6:

Sprechzeiten Dienstag 14 – 18 Uhr, Donnerstag 9 – 12 Uhr

Jugendamt-Notruf:

Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern

(Melanie Wittkopf):

August/ September 2012

0800-111 01- 11/ -22

0800-111 03 33

033971-72373

033844-75186

0172-3052071

033970-95242

0172-3290544

033971-87057

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Amtshandlungen

Taufe

Niclas Ciel Hanusa aus Kyritz

geboren am 24. Oktober 2011 in Neuruppin

getauft am 22. Juli in Köritz

„ER hat Seinen Engeln befohlen, dass sie Dich behüten auf allen

Deinen Wegen.“ (Psalm 91, 11)

Trauung

Diana geb. Postrach & Matthias Pietsch aus Kelkheim

am 2. Juni in Köritz

„ER lässt es den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen. ER behütet, die

recht tun und bewahrt den Weg Seiner Frommen.“ (Sprüche Salomos 2, 7+8)

Goldene Hochzeit

Irmgard geb. Hellwig & Heinz Hoppe aus Neustadt

am 17. Juni in Neustadt

„Weise mir, HERR, Deinen Weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit; erhalte mein

Herz bei dem einen, dass ich Deinen Namen fürchte.“ (Psalm 86, 11)

Beisetzungen

Heinz Zeuschner aus Köritz

geboren am 27. Januar 1925 in Rietschütz

(Kreis Züllichau-Schwiebus)

bestattet am 16. Juni in Neustadt

„Danket dem HERRn, denn Er ist freundlich

und Seine Güte währet ewiglich.“ (Psalm 118, 1)

Katharina Oelrich geb. Conrad aus Köritz

geboren am 24. Oktober 1906 in Dobberphul

Kreis Cammin (Hinterpommern)

bestattet am 20. Juni in Köritz

„Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir

die Krone des Lebens geben.“ (Offenbarung 2, 10b)

Günter Lamatsch aus Neustadt

geboren am 1. April 1929 in Neustadt

bestattet am 30. Juni in Neustadt (Gestüter Friedhof)

„Nehmet einander an, wie Christus Euch angenommen hat

zu Gottes Lob.“ (Römer 15, 7)

12 August/ September 2012


Siegfried Knappe aus Köritz

geboren am 9. April 1944 in Primenkau Kreis Sprottau

(Niederschlesien)

bestattet am 30. Juni in Köritz

„Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei – aber die Liebe ist die

größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13, 13)

Heinz Braun aus Neustadt

geboren am 5. Februar 1928 in Dübzow Kreis Regenwalde (Hinterpommern)

bestattet am 18. Juli in Neustadt

„Fürchte Dich nicht, ich habe Dich erlöst. Ich habe Dich

bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein.“ (Jesaja 43, 1)

********************************************************************

Nachtrag zu unserer letzten Ausgabe: Das Konfirmations- Foto vom

27. Mai in Köritz!

Michael Vogt

geboren 10. Oktober 1997

getauft am 28. November 1999

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

und ein Licht auf meinem Wege.“

(Psalm 119, 105)

Friedrich Martin Kittel

geboren 5. März 1998

getauft am 2. Oktober 2011

Jesus Christus spricht:

„Ich bin das Licht der Welt.

Wer mir nachfolgt, der wird

nicht wandeln in der Finsternis,

sondern wird das Licht

des Lebens haben.“

(Johannes 8, 12)

August/ September 2012

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Reden wir doch von unserem Glück!

Kinderfreundlichkeit ist nicht nur eine Sache von Zahlen – man muss sie auch leben

Die Geburtenzahlen in Deutschland sind auf einem historischen

Tiefststand angelangt, vermeldete das Statistische

Bundesamt (Wiesbaden) in der vergangenen Woche. Die

Aufregung in der Politik ist groß. Da setzt man sich angeblich

so sehr ein für uns und unsere Kinder – und dennoch erfüllen

wir Frauen nicht das Soll, dennoch entscheiden sich immer

weniger Menschen dazu, Eltern zu werden. Wie undankbar,

wo man doch alles für uns tut. Wirklich?

Kinder und Familie in Deutschland werden in Zahlen und Begriffen

erstickt. „Herdprämie“, Geburtenraten, Lohnausfall, Rentenarmut, Rechtsanspruch

auf einen Platz in den Kindertagesstätten, Vereinbarkeit von Familie und

Beruf – wir reden über Familie häufig abstrakt und problembehaftet.

Wie viele Kinder mehr hätten wir wohl in diesem Land, wenn wir in Zusammenhang

mit ihnen mehr von Liebe, Freude, Zusammenhalt, Glück reden würden? Stattdessen

hören wir von Rechtsklagen gegen Kindergartenlärm und Kinderwagen in

Hausfluren; wir erfahren, dass junge Mütter mit ihrem weinenden Baby aus dem

Bus geworfen werden, weil sich Fahrgäste beschwert haben; wir lesen davon, was

ein Kind kostet, wie viel Mühe es macht, worauf wir fortan alles verzichten müssen.

Kinder zu bekommen ist eine zutiefst irrationale Sache.

Es entspringt dem Verlangen, die Liebe zwischen zwei Menschen mit einem gemeinsamen

Kind zu krönen.

Wir gehören zusammen. Kein Paar bekommt Kinder, weil man ihm einen Kita-Platz

oder Kindergeld verspricht. Natürlich kann man mit Geld die oft nicht einfache

finanzielle Situation von Familien verbessern – aber Kinder lassen sich nicht erkaufen.

Nicht umsonst werden Kinder gerade dort noch zahlreich geboren, wo das

Geld am knappsten ist!

Die Rechnung geht nicht auf.

Deutschland ist nicht familienfreundlich. Ganz im Gegenteil: Wir haben uns Familien

abgewöhnt – „Großfamilien“ mit mehr als den statistischen 1,38 Kindern sowieso.

Im Schwimmbad musste ich die Geburtsurkunden meiner vier Kinder vorlegen,

um eine Familienkarte zu kaufen – man glaubte mir nicht, dass sie alle meine sind,

auch wenn sie mich Mama nennen. Spätestens ab dem 3. Kind ist es nur noch ein

schmaler Grad zwischen dem erstaunten „Wow!“-Effekt und dem Prädikat „asozial“.

Immerhin: In christlichen Familien werden noch viele Kinder geboren. Nicht selten

trifft man auf Familien mit drei, vier oder mehr Kindern.

Ich liebe unser herrliches Chaos zu Hause und genieße es, unsere Kinder in

ihrem Staunen über die täglich neue Welt zu begleiten. Nicht selten sitzen unsere

Freunde (aber auch die Freunde unserer Kinder!) fasziniert an unserem turbulenten

Esstisch. Sie kommen gerne in unser lebhaftes Haus – gerade wenn sie selbst

Einzelkinder sind. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“,

lernen wir in Matthäus 7,16 – gehen wir also mit gutem Beispiel

voran! Zeigen wir doch unser Glück, reden wir davon! Denn

Glück wirkt ansteckend.

Birgit Kelle (Kempen/Niederrhein), ist Journalistin, Mutter von vier

Kindern und Vorsitzende des Vereins „Frau 2000plus“.

(idea/09.07.2012)

14 August/ September 2012


„Zu guter Vorletzt“: Beschneidung im Judentum

Als im Juni dieses Jahres das Kölner Landgericht die religiöse Beschneidung

von Jungen als Körperverletzung wertete, haben der Zentralrat der Juden in

Deutschland und der Zentralrat der Muslime annähernd gleichzeitig auf dieses

Urteil mit Kritik reagiert. Seitdem ist dieses bislang eher unter Spezialisten

diskutierte Randthema in der breiten Öffentlichkeit in aller Munde, auch in Leserbriefdebatten

in Zeitungen. Leider sind hierbei oftmals unsachliche, undifferenzierte

Äußerungen zu beobachten, die häufig auch versteckte oder offene

antisemitische (also gegen das Judentum gerichtete) Anwürfe enthalten.

Was sind die Fakten?

1. Im Judentum ist eine Beschneidung von Jungen

am 8. Tage der Geburt in der Heiligen Schrift vorgeschrieben

(1. Mose 17) als Zeichen des Bundes

mit Gott; im Islam gibt es im Koran keine Belege für

eine Beschneidung von Jungen, diese wird allenfalls

aus traditionellen Gründen praktiziert.

2. Eine Beschneidung der männlichen Vorhaut stellt

keine „Verstümmelung“ dar - im Gegenteil, so sind

in den USA sind ca. 70 % der Männer beschnitten,

viele aus rein medizinischen Gründen (Verhinderung der Ansammlung von

Bakterien und Behebung von oftmals schmerzhaften Vorhautverengungen).

Im Unterschied dazu ist die weibliche Beschneidung, die in vielen muslimischen

Familien stattfindet, tatsächlich eine grausame Verstümmelung der

weiblichen Genitalien (vergleichbar der Entfernung der Eichel am männlichen

Glied). Diese mittlerweile weitestgehend geächtete Tradition kann sich allerdings

gleichfalls nicht auf den Koran berufen.

3. Alle Behauptungen, religiöse Befürworter der männlichen Beschneidung

stünden nicht auf dem Boden des Grundgesetzes und würden einem „archaischen“

Ritual anhangen, stehen in einer fatalen Tradition, die unterstellt:

Juden würden sich nicht der (christlichen oder atheistischen) Mehrheitsgesellschaft

anpassen und huldigten merkwürdigen „brutalen“ Praktiken– bis zur

Wiederholung mittelalterlicher Beschuldigungen, Ritualmorde zu verüben (wie

es im Kaiserreich im Jahre 1900 im Zuge eines ungeklärten Mordfalls im westpreußischen

Konitz noch geschah – die Nazipropaganda tat dies sowieso),

ein gedanklich offenbar erschreckend kurzer Weg.

Es bleibt zu hoffen, dass die deutsche Rechtssprechung im Verbund mit dem

Bundestag zu einer eindeutigen Regelung kommen wird, wodurch für Juden in

Deutschland eine baldige Rechtssicherheit erreicht werden kann.

August/ September 2012

15


Gemeindefest für unsere drei Kirchengemeinden

in Kampehl

am Sonntag, 19. August ab 14 Uhr

in der und rund um die Kirche

14 Uhr Gottesdienst mit Kirchenchor,

Kitachor Spiegelberg

und Anspiel der Konfirmanden (8. Klasse)

anschließend Kaffee und Kuchen, buntes Kinderprogramm, Luftballonsteigen,

Tombola, Spaß und Spiel

Konzerte in unseren Kirchen

Samstag, 11. August 19–20 Uhr Kirche Kampehl

„Chansons de Renaud“ mit Wolf A. Fröhling

Der Auftakt zur Kalebuz-Kneipennacht, diesmal mit französischen

Chansons der besonderen Art – Lieder des mittlerweile 60 Jahre alten

Parisers Renaud Séchan, der bereits 1975 bei seiner ersten LP das

Chanson als ein völlig neues, direktes Mittel benutzte, um mit jugendsprachlicher

Art beißende Gesellschaftskritik auszudrücken: „Meine

Lieder sollen Streicheleinheiten oder Schläge in die Fresse sein“.

Sonntag, 16. September 17 Uhr Kirche Kampehl

Bettina Born „Mi tango querido – azul“

Die Jenaer Akkordeonistin Bettina Born (zuletzt 2007 in Kampehl mit

französischer Musik zu Gast) entführt das Publikum nach Argentinien

mit „meinem geliebtem Tango“ in ein Zusammenspiel aus Leidenschaft

und Melancholie – virtuos und einfühlsam.

Sonntag, 23. September 16 Uhr Kreuzkirche

Elternchor & Kitachor Spiegelberg:

„1001 Melodie – Liebeslieder“

Leitung: Sabine Heller

16 August/ September 2012

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