Vergleichende Untersuchung zur Verwendung der Begriffe Dyslexie ...

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Vergleichende Untersuchung zur Verwendung der Begriffe Dyslexie ...

Dyslexie, Legasthenie, Lese- und Rechtschreibestörungen und Illetrismus sind Begriffe, die

man im Alltag ab und zu hört, aber doch nie genau weiss, welcher Begriff nun was bedeutet.

Und nach meiner Untersuchung anhand von Internetquellen scheinen die Begriffe auch in der

Wissenschaft nicht einheitlich verwendet zu werden und lösen scheinbar auch dort grosse

Verwirrung aus. Ich will versuchen ein wenig Licht in den dunklen Begriffskeller zu bringen,

möchte und kann jedoch keine abschliessende Wertung und Normierung vornehmen.

Das erste Problemfeld bildet die Abgrenzung der Begriffe Legasthenie und Dyslexie. Bei

meiner Recherche bin ich auf widersprüchliche Begriffsbeziehungen gestossen. Einerseits

wurde Legasthenie als Oberbegriff für Dyslexie verwendet, andererseits bildete manchmal

Dsylexie den Oberbegriff für Legasthenie, zuweilen wurden die Begriffe auch als Synonyme

gebraucht.

Legasthenie als Oberbegriff für Dyslexie:

Auf http://home.t-online.de/home/andreas-fischer/dylexie.htm wird Legasthenie nach Fischer

(2000) als Lese-Rechtschreibschwäche infolge auditiver oder visueller

Wahrnehmungsstörungen, eventuell mit Sprach- und Sprechstörung definiert (Pschyrembel

1994, Haskell & Barrett 1989), wobei Lese-Rechtschreibschwächen die verschiedenen

Erscheinungsformen und Ausprägungsgrade umschriebener Beeinträchtigungen

zusammenfassen. Legasthenie kann psychogener Ursache sein oder auf verschiedenen

umschriebenen Funktionsabweichungen des Zentralnervensystems (Teilleistungsschwächen)

beruhen (Sitzmann 1995).

Die Dyslexie wird ausschliesslich als Leseschwäche (Pschyrembel 1994) beschrieben und in

Entwicklungsdyslexie und erworbene Dyslexie (Alexie) unterteilt. Widersprüchlicherweise

wird dann die Entwicklungsdyslexie wieder mit Legasthenie gleichgesetzt. Bei der

Entwicklungsdyslexie ist das fehlerfreie Entziffern, jedoch weniger das Leseverständnis

betroffen. Häufig ist die phonologische Kodierung beeinträchtigt. Alexie bildet eine

Teilmenge der Agnosien und wird als literale (Einzelbuchstaben werden nicht erkannt) oder

verbale (Wörter werden nicht erkannt) Leseunfähigkeit beschrieben.

Auf www.educa.ch wird der Begriff Legasthenie als Oberbegriff für Dyslexie und

Dyskalkulie benutzt. Unter Legasthenie wird zusätzlich zur Leseschwäche auch die

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