quo vadis 2009 - Quo Vadis Salzburg

quovadis.salzburg.at

quo vadis 2009 - Quo Vadis Salzburg

QUO VADIS

JOURNAL

SCHWERPUNKT: QUO VADIS – DIE MESSE

Dort, wo das Leben endet, beginnt für viele Menschen die

schwerste Arbeit. Trauerbewältigung, Wege, Fragen und

die Verabschiedung. Mit all diesen Themen beschäftigt

sich die Messe QUO VADIS. Damit Sie als Dienstleister

die beste Unterstützung bieten können.

8.–10. MAI 2009

ÖFFNUNGSZEITEN:

Freitag 09:00 – 18:00 Uhr

Samstag 09:00 – 18:00 Uhr

Sonntag 09:00 – 16:00 Uhr

www.quovadis-salzburg.at

AUSGABE 01/2009


VORWORT

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser, werte Messebesucherinnen und Messebesucher,

so schnell vergeht die Zeit! Am 5. Mai 2006 wurde in Salzburg die erste internationale Fachmesse

QUO VADIS eröffnet. Auf dem Branchentreffen präsentierten 68 Aussteller drei Tage lang auf 7.800

Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen. Über 1.400 Fachbesucher aus dem In- und Ausland

waren zu der neuen Messe angereist. Sie zeigten sich von Idee und Durchführung begeistert.

Die Aussteller sind mit uns in engem Kontakt geblieben. Die Nachbearbeitung der Messe ging

nahtlos in die Vorbereitung zur 2. QUO VADIS über. Die Überzeugung und die Begeisterung war

immer spürbar.

Das beflügelt. Macht stark. Heute, drei Jahre später, können wir vom Messezentrum Salzburg zur

zweiten Auflage dieser Fachmesse für Bestattung und Friedhof einladen. Vom 8. bis 10. Mai werden

geplante 70 Aussteller auf 8.231 m2 Ausstellungsfläche wieder einen umfassenden Ein- und Überblick

über ihre Branche geben. Die QUO VADIS 2009 gibt dem Thema einen würdevollen Rahmen.

Und Salzburg mit seinem Kulturverständnis und einzigartigen Charme ist genau die richtige Stadt,

um eine solche Messe auszurichten.

Ein attraktives Rahmenprogramm ergänzt das Angebot der QUO VADIS. Bei unterschiedlichen

Fachvorträgen können sich die Besucher gezielt über aktuelle Themen rund um Bestattung und

Friedhof informieren. Beste Gelegenheit zum Austausch bietet der Ausstellerabend am Samstag,

dem zweiten Messetag – mit viel Innovationen, Fachgesprächen und natürlich mit kulinarischen

Schmankerln.

Wir freuen uns, Gastgeber zu sein für Fachgespräche und Präsentationen zu einem Thema, das

uns ausschließlich alle angeht.

Henrick Häcker, Geschäftsführer der Messezentrum Salzburg GmbH

04 FACHVERBAND BESTATTUNG

EFFS-Tagung in Salzburg

06 SCHWERPUNKT

Quo Vadis 2009 – Die Messe

20 ÜBER UNS

50 Jahre Daxecker:

Sargkultur aus Oberösterreich

22 BUCHBESPRECHUNG

„Es ist fast ein Vergnügen zu sterben!“

von Julius Müller

24 INDIVIDUELL I

90 Jahre Sargerzeugung Atzgersdorf

26 INDIVIDUELL II

Der Karner von Hallstatt

28 ALLERLEI

Gute Geschäfte mit dem Tod | Frau von Sarg

erschlagen | Geräuchert in Bananenblättern |

Zweimal verabschiedet | Hängende Särge |

Ghanas Sarg-Welt

30 LESERBRIEFE

30 IMPRESSUM | VORSCHAU

IHRE MEINUNG INTERESSIERT UNS

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | VORWORT |

03


EFFS-TAGUNG

IN SALZBURG

Text: Christian M. Madlmayr

ANLÄSSLICH DER QUO VADIS FINDET AM 7. MAI DIE FACHVERBANDSAUSSCHUSSSITZUNG STATT, AM 8. MAI

TAGT DIE EFFS – DIE INTERESSENVERTRETUNG FÜR BESTATTER MIT ANSCHLIESSENDEM GALAABEND. DIE

EFFS IST EINE EUROPÄISCHE INTERESSENVERTRETUNG FÜR BESTATTER, ENTSTANDEN 1994 IN WIEN ALS

ZUSAMMENSCHLUSS DER EUROPÄISCHEN VERBÄNDE AET UND EBU. BIS HEUTE IST DER SITZ DER EFFS

IN WIEN, DERZEIT AM HAUPTSITZ DER BESTATTUNG WIEN IN DER GOLDEGGASSE 19. ALLE ZWEI JAHRE

FINDET EINE MITGLIEDERVERSAMMLUNG STATT, BEI DER DIE MASSGEBLICHEN ORGANE DER EFFS NEU

GEWÄHLT WERDEN. DIE DERZEITIGE PRÄSIDENTIN, BIRGIT BALTZER, KOMMT AUS DÄNEMARK UND GE-

HÖRT DER EFFS BEREITS SEIT DEREN GRÜNDUNG AN.

INNERHALB DER EUROPÄISCHEN ORGANISATIONEN NIMMT DIE EFFS ZWAR EINEN KLEINEN PLATZ EIN, IHRE

WICHTIGE BEDEUTUNG ABER HABEN MITTLERWEILE 25 STAATEN MIT ÜBER 80 MITGLIEDERN ERKANNT. IN

EIGENEN AUSSCHÜSSEN WIRD PERMANENT AN DER VERBESSERUNG DES STATUS DER BESTATTERSCHAFT

GEARBEITET, DENN EIN EINZELNES LAND HAT INNERHALB EINER GROSSEN STRUKTUR WENIG CHANCEN,

EIGENE IDEEN UMZUSETZEN. EIN GEMEINSAMES VORGEHEN SICHERT DAHER DEN BERUFSSTAND UND SEINE

EIGENHEITEN. HAUPTAUFGABE IST DIE SCHAFFUNG EINHEITLICHER STRUKTUREN, VERBINDLICH FÜR ALLE

MARKTTEILNEHMER IN EINEM VEREINTEN EUROPA, UNTER BEIBEHALTUNG REGIONALER BESONDERHEITEN.


V. l. n. r.: FV-Obmann Eduard Schreiner, Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss EFFS, Geschäftsführender

Direktor der EFFS Christian Fertinger, EFFS-Präsidentin Birgit Baltzer, Geschäftsführer des Bundesverbandes

deutscher Bestatter Rolf Lichtner

FACH-

ERBAND

THEMENSCHWERPUNKTE DER EFFS:

BESTIMMUNGEN ZUM INTERNATIONALEN

TRANSPORT VERSTORBENER:

Derzeit gelten zwei Regelungen – das „Straßburger Abkommen“

und das „Berliner Abkommen“. Je nachdem,

welchem Abkommen die beiden betroffenen Staaten (Abgangsland

und Ankunftsland) beigetreten sind, muss bei

der Überführung unterschiedlich gehandelt werden. Die

Intention der EFFS liegt darin, eine europaweit einheitliche

Transportregelung zu schaffen.

BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ABGASENT-

WICKLUNG IN KREMATORIEN:

In einzelnen Staaten werden Krematorien hinsichtlich ihrer

Abgasregelungen mit Müllverbrennungsanlagen gleichgesetzt.

Abgesehen von dem ethischen Gesichtspunkt

arbeiten beide Anlagentypen mit unterschiedlichen Ausgangsmaterialien:

Während früher häufig eingesetzte

Amalgam-Plomben zu quecksilberhaltigen Verbrennungsgasen

führen, kommt dieses Schwermetall seit der Umstellung

auf elektronische Fieberthermometer in Müllverbrennungsanlagen

kaum mehr vor. Daher wurden die

erlaubten Grenzwerte für Quecksilber sehr niedrig ange-

setzt. Werte, die kaum ein Krematorium Europas einhalten

könnte, wenn Verstorbene mit Amalgam-Plomben eingeäschert

werden. Aus diesem Grund versucht die EFFS für

Krematorien in Europa eine maßgeschneiderte Abgasvorschrift

zu installieren.

BESTATTERAUSBILDUNG IN EUROPA:

Jedes Land hat unterschiedliche Gebräuche und Sitten

und dennoch ähneln einander manche Usancen. Die

hygienische Versorgung eines Verstorbenen sollte nicht

länderspezifisch abweichen. Die EU legt großen Wert auf

Regelungen zum Arbeitnehmerschutz, auf Gesundheit und

Vorsorge. Hier versucht die EFFS in Form eines Dialogs

auch die Ausbildungen in den verschiedenen Mitgliedsländern

zu organisieren, eine gemeinsame Basis zu

schaffen, damit die Grundprinzipien einheitlich werden.

Dahinter steht auch der Wunsch nach freiem Wettbewerb,

der den europäischen Verträgen immanent ist. Erstmals

wurde für das Jahr 2008/2009 eine MBA-Ausbildung unter

der Ägide der EFFS installiert, der „Funeral Service MBA“,

der sich an leitende Mitarbeiter in Bestattungsunternehmen

richtet, die ihre Ausbildung vertiefen wollen.

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | FACHVERBAND BESTATTUNG |

05


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

06

AUSTAUSCH VON

FACHWISSEN

Text: Andrea Hinterseer

FÜR FACHBETRIEBE SIND THEMEN WIE BESTATTUNG UND FRIEDHOF

ALLTÄGLICH. DOCH FÜR ALLE, DIE EINEN LIEBEN MENSCHEN VERLOREN

HABEN, DIE SEIN HEIMGEHEN BETRAUERN, IST DER TOD MIT ALLER

VEHEMENZ IN IHR LEBEN GETRETEN. SIE BRAUCHEN EBENSO EIN-

FÜHLSAME WIE BREITE UNTERSTÜTZUNG. DIE DIENSTLEISTUNG RUND

UM DIE VERABSCHIEDUNG AUS DEM LEBEN HAT VIELE FACETTEN.

VORTRÄGE UND AUSSTELLUNGEN AUF DER 2. QUO VADIS GEBEN EIN-

FÜHRENDE UND AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN ZU ALLEN TRADI-

TIONELLEN, ABER AUCH NEUEN FACHTHEMEN.

QUO VAD

PROGRAM

VORTRAGSPROGRAMM FREITAG,

8. MAI 2009 (9:00 BIS 18:00 UHR)

11:00 UHR Offizielle Eröffnung

Generalvikar Prälat Dr. Hansjörg Hofer, Superintendentin Mag.

Luise Müller, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Heinz Schaden,

Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström, Landesrätin

Doraja Eberle

Im Anschluss: Lesung „Es ist fast ein Vergnügen

zu sterben“ von Julius Müller

13:00 UHR „Kirchliche Begräbnisfeier und das

Kirchenrecht“ Rektor Wagner

15:00 UHR Auszug aus dem „Jedermann“

16:00 UHR „Status quo – Rechtliche Beurteilung von

Erinnerungsdiamanten“ Andreas Wampl, Algordanza

VORTRAGSPROGRAMM SAMSTAG,

9. MAI 2009 (9:00 BIS 18:00 UHR)

11:00 UHR „Thanatopraxie in Österreich“

Prof. Anderhuber

13:00 UHR Lesung „Es ist fast ein Vergnügen

zu sterben“ von Julius Müller

14:00 UHR „Todeskultur in aller Welt“ Dr. Wittigo Keller

15:00 UHR Auszug aus dem „Jedermann“

16:00 UHR „Bestatter 2.0 – Der Bestatter

als Internetdienstleister“ Jörg Bauer

VORTRAGSPROGRAMM SONNTAG,

10. MAI 2009 (9:00 BIS 16:00 UHR)

11:00 UHR „Mit den Toten in Kontakt treten – Abschieds-

Erfahrung mit Kindern und Eltern am offenen Sarg“

Dr. Christine Pernlochner-Kügler und Dr. Markus Ploner

13:00 UHR Lesung „Es ist fast ein Vergnügen

zu sterben“ von Julius Müller

14:00 UHR Auszug aus dem „Jedermann“

VORTRÄGE

„KIRCHLICHE BEGRÄBNISFEIER UND DAS

KIRCHENRECHT“ – DIE BEDEUTUNG DES FRIED-

HOFES FÜR DIE GESELLSCHAFT

MSGR. MAG. KARL WAGNER

FREITAG, 8. MAI 2009, 13:00 UHR

Im Vortrag wird auf eine Reihe von Fragen rund um das

Thema Bestattung eingegangen: Die Rolle der kirchlichen

Begräbnisfeier | Wem wird ein kirchliches Begräbnis, wem

eine Begräbnismesse verweigert? | Begräbnisse von

Drogentoten und Selbstmördern | Begräbnisse von Menschen,

die aus der Kirche ausgetreten sind | Anonyme

Bestattungen und Begräbnisse in aller Stille

MSGR. MAG. KARL WAGNER

Jahrzehntelang Leiter des Referates der Erzdiözese Wien

für den Einsegnungsdienst in Wien, Rektor der Friedhofs-


Drei Jahre ist es her, dass die 1. QUO VADIS-Messe im Messzentrum Salzburg mit viel Prominenz feierlich eröffnet

wurde. Vom 8. bis 10. Mai ist es wieder so weit: QUO VADIS steht für umfassende Information über Bestattung und

Friedhof.

IS 2009

M

kirche „Zum Heiligen Karl Borromäus“ am Wiener Zentralfriedhof,

Publikationen: „Die Feier der Beerdigung“ (Herder

Verlag) und „Gesamtkunstwerk Luegerkirche“

„ERINNERUNGSDIAMANTEN –

STATUS QUO UND RECHTLICHE SITUATION

IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH“

ANDREAS WAMPL

FREITAG, 8. MAI 2009, 16:00 UHR

Nach vier Jahren am Markt sind Erinnerungsdiamanten in

der Bestattungsbranche ein noch immer kontrovers diskutiertes

Thema. Vor allem die von vielen Bestattungsunternehmern

als unklar empfundene rechtliche Situation

und die möglichen Fragestellungen in Bezug auf den

Transformationsprozess sind Gründe, um diese neue Form

des Gedenkens nicht anzubieten. Der Vortrag von Herrn

Andreas Wampl (Geschäftsleitung Algordanza) zeigt die

Für und Wider der Erinnerungsdiamanten selbstkritisch auf

und erläutert die rechtliche Situation in Deutschland und

Österreich. Die detaillierte Erklärung des Transformationsprozesses

beleuchtet den Erinnerungsdiamanten von der

technischen Seite.

„TODESKULTUR RUND UM DIE WELT“ – EINE

ZEITREISE ZUR ÄSTHETIK DER LETZTEN DINGE

MAG. ART. DR. WITTIGO KELLER

SAMSTAG, 9. MAI 2009, 14:00 UHR

Anhand selektierter Beispiele wird das Thema in den

vier markanten Phasen Sterben-Tod-Trauer-Erinnerung

illustriert. Ein Einstieg in Konzepte und Rituale des Abschieds

und des Danach im weiten Feld zwischen Tradition,

Kreativ-Inszenierung und alternativen Tendenzen.

MAG. ART. DR. WITTIGO KELLER

Ritualdesigner, Gestalter und Kurator des Bestattungsmuseums

der Bestattung Wien, Universitätslektor für

Kulturanthropologie und Kunstwissenschaft, spezialisiert

auf ethnopsychologische und spirituelle Phänomene

(Thanatologie, Funeral Art, Transformationsrituale ...) sowie

deren erlebnishafte Kulturübersetzung.

„BESTATTER 2.0 – DER BESTATTER ALS

INTERNETDIENSTLEISTER“

JÖRG BAUER

SAMSTAG, 9. MAI 2009, 16:00 UHR

In diesem Vortrag geht es darum, Wege in die Zukunft mit

dem Internet im Bestattungsalltag aufzuzeigen und sich

der Frage zu nähern, ob mit moderner Technik neue Märkte

erschlossen werden können. Durch effiziente Hilfe durch

das Internet in der Trauer ist es möglich, die Zufriedenheit

der Kunden zu erhöhen und diese an sich zu binden. In

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

07


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

08

Die Quo Vadis 2009 beschäftigt sich in ihrem Rahmenprogramm

wieder in vielen verschiedenen Facetten mit dem Ende des Lebens.

Dass man diese letzte irdische Station auch mit einem Augenzwinkern

begleiten kann, zeigt Josef Guggenberger.

QUO VAD

PROGRAM

einer offenen Diskussion sollen die Möglichkeiten und die

Grenzen des Internets für den Bestatter angerissen werden.

„MIT DEN TOTEN IN KONTAKT TRETEN –

ABSCHIEDS-ERFAHRUNGEN MIT KINDERN UND

ELTERN AM OFFENEN SARG“

DR. CHRISTINE PERNLOCHNER-KÜGLER UND

DR. MARKUS PLON

SONNTAG, 10. MAI 2009, 11:00 UHR

Wenn wir uns „im Leben“ verabschieden, geben wir uns

die Hand, umarmen uns oder küssen uns sogar. Abschied

ist „Kommunikation“. Das gilt auch für den Abschied

vom Verstorbenen: Gerade bei der letzten Möglichkeit,

sich von einem Menschen zu verabschieden, ist es

wichtig, Kommunikation zwischen den Angehörigen und

dem Verstorbenen zu fördern und den Körperkontakt zum

Verstorbenen zu „normalisieren“. Markus Ploner und

Christine Pernlochner berichten anhand von Beispielen

aus der Praxis, wie es gelingt, Kinder und Erwachsene

in Abschiedsrituale einzubinden und den Kontakt zum

Verstorbenen herzustellen.

VORTRÄGE

08.–10. MAI 2009 | GANZTAGS

HALLE 6 | STAND 111

Frau Eva-Maria Popp erläutert in ihrer Ausstellung,

dass es bereits im Kindergartenalter – dem so

genannten magischen Alter – wichtig ist, sich mit

der Endlichkeit des Lebens zu beschäftigen.

SONDERSCHAUEN,

FREITAG – SONNTAG GANZTAGS,

HALLEN 1, 2 UND 6

HALLE 1, STAND 101

„Sinnvoll trauern“ Eva-Maria Popp

HALLE 6, STAND 111

Bühne (Eröffnung, Vorträge, Lesung sowie Aufführung

Jedermann)

HALLE 6, STAND 414

Sagzahnschmiede Guggenberger

HALLE 6, STAND 416

Beinhaus Hallstatt

HALLE 6, STAND 113

Floristen – „Blumenkunst live erleben“

FREITAG, 8. MAI 2009

von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr

Vormittags und nachmittags je ein Sarggesteck

SAMSTAG, 9. MAI 2009

von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr

Vormittags ein Sarggesteck und nachmittags ein Herz

SONNTAG, 10. MAI 2009

von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr

Vormittags und nachmittags je ein Kranz


Die Regisseurin Elvira Faust holt das Publikum in ihr Stück, fesselt es

und entlässt es auf seinen Nachhauseweg mit Reiseproviant für Geist

und Seele.

Sehr ausdrucksstark setzt das Theater Mosaik die letzten Schritte des

reichen Mannes, begleitet von Glaube, Liebe und Hoffnung, auch auf der

Quo Vadis 2009 um.

IS 2009

M

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

11


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

10

HEITERE

GRABSTÄTTEN

Text: Andrea Hinterseer

HANS GUGGENBERGER, VATER DES MUSEUMSFRIEDHOFES

IN KRAMSACH, ZEIGT AUF DER „QUO VADIS 2009“, MIT WIE VIEL

HUMOR, ABER AUCH SCHARFZÜNGIGKEIT MANCH ERDEN-

BÜRGER VERABSCHIEDET WURDE.

QUO

VADIS

2009

Mancher mag sich wundern. Die meisten aber schmunzeln,

wenn sie über den seltsamen Gottesacker von

Hans Guggenberger in Kramsach in Tirol wandern. Angesichts

der heiteren Grabsprüche auf den alten Gedenkstätten

des Museumsfriedhofes scheint der Tod etwas

Heiteres zu gewinnen.

Der Weg in das Museum lohnt sich in jedem Fall. Für all

jene, die ihn bislang noch nicht geschafft haben, kommt

Hans Guggenberger mit einer ganzen Reihe seiner

Unikate aus dem Alpenraum zur „Quo Vadis 2009“ nach

Salzburg. „Ich bringe so an die 15 Kreuze und Sprücherl

zur Ausstellung“, verspricht der Unterinntaler.

Mit viel Wissen und Arbeit hat Hans Guggenberger jedes

einzelne Kreuz mit Glasperlen sandgestrahlt, dann flammverzinkt,

mit Zinkstaubfarbe versehen und mit echter

Pigmentfarbe behandelt. Am Schluss der Renovierungsarbeiten

steht die Veredelung mit Blattgold. 30 bis 40

Stunden nimmt es, bis ein Kreuz verjüngt wird, ohne

sein Alter zu verleugnen. Doch Guggenbergers Hobby

geht weit über das Sammeln alter Originale hinaus.

Anhand einer Reihe von höchst interessanten Schautafeln

wird er dem Besucher die Geschichte der Friedhöfe,

Kreuze und Inschriften der Alpenländer nahebringen.

Zudem ist Hans Guggenberger, der Steinmetz und

Schmiedemeister, ein wahrer Quell der Information. Er

weiß viel zu erzählen über die Herstellung von Grabdenkmälern,

die Erzeugung von schönen, handgeschmiedeten

Kreuzen, und so manche Episode über das Auffinden

der alten Inschriften und Gedenkkreuze löst

Staunen und Erheiterung aus.

SONDERSCHAU

08.–10. MAI 2009 | GANZTAGS

HALLE 6 | STAND 414


ZEICHEN SETZEN.

IMPULSE GEBEN.

QUO VADIS

8.

2009 – INTERNATIONALE

– 10.

FACHMESSE

MAI

FÜR BESTATTUNG UND

2009

FRIEDHOF

www.quovadis-salzburg.at


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

12

ALGORDANZA STEHT FÜR

DIE BELEBUNG EINER

ERINNERUNGSKULTUR

Text: Algordanza

Foto: Algordanza

WAS VOR KURZER ZEIT NOCH UNMÖGLICH SCHIEN, HAT SICH ALS

ECHTE ALTERNATIVE ZU DEN BESTEHENDEN BESTATTUNGS-

ARTEN ETABLIERT. ALGORDANZA, EIN INTERNATIONAL TÄTIGES

UNTERNEHMEN MIT HAUPTSITZ IM SCHWEIZERISCHEN CHUR, HAT

ES SICH ZUR AUFGABE GEMACHT, DAS ANDENKEN AN EINEN

LIEBEN VERSTORBENEN AUF GANZ PERSÖNLICHE WEISE AUS-

ZUDRÜCKEN. AUS DER KREMATIONSASCHE EINES MENSCHEN

WERDEN ECHTE DIAMANTEN IN HÖCHSTER QUALITÄT GEFER-

TIGT, UM HINTERBLIEBENEN EINE BESONDERE ART DES GEDEN-

KENS ZU ERMÖGLICHEN.

QUO

VADIS

2009

Gerade in der heutigen Zeit, in der die Erinnerung an eine

geliebte Person mit Grabpflege und Friedhofsbesuchen

verbunden ist, bietet Algordanza eine außergewöhnliche

Alternative zu den bisherigen Bestattungsmethoden.

Im firmeneigenen, patentierten Prozess wird in mehreren

Schritten die Asche eines Verstorbenen in einen einzigartigen

Erinnerungsdiamanten transformiert. Der in der Asche

enthaltene Kohlenstoff wird extrahiert und wächst mit Hilfe

hoher Temperatur und hohem Druck im mehrwöchigen

Wachstumsverfahren zu einem einzigartigen Edelstein

heran. Der Wachstumsverlauf unterliegt strengen Qualitätskontrollen,

die die Echtheit, Größe, Farbe und den Schliff

des Diamanten bestätigen.

Um jegliche Verwechslung auszuschließen, wird die Asche

vor jeder Diamantsynthese auf ihre chemische Zusammensetzung

untersucht, wobei eine Art „chemischer Fingerabdruck“

genommen wird, der hochpräzise Angaben über

die einzigartige Zusammensetzung jeder Kremationsasche

liefert. Algordanza legt Wert auf die Tatsache, dass keine

Zusätze oder Beigaben bei der Herstellung verwendet

werden, sodass der Erinnerungsdiamant ausschließlich

aus dem gewonnenen Kohlenstoff der Kremationsasche

besteht. Abhängig vom Karatgewicht, dauert die Transformation

mehrere Monate.

Bedingt durch unterschiedlich lange Wachstumsphasen,

bewegen sich die Kosten je nach gewünschtem Karatgewicht

des Diamanten zwischen EUR 4.600 und EUR

13.400 inklusive Mehrwertsteuer, edler Holzschatulle und

Zustellung oder persönlicher Übergabe.

Eine weitere Philosophie des Unternehmens, welches

sich den Standesregeln der internationalen Bestatter

verpflichtet und selbst Mitglied im Schweizerischen Verband

der Bestattungsdienste ist, ist der pietätvolle Umgang

mit den Kremationsaschen. Jeder Auftrag wird

vom Herstellungsprozess bis zur Endkontrolle und Verpackung

mit höchstem Respekt vor dem Verstorbenen

behandelt, als ob es dabei um die eigenen Angehörigen

ginge.

Ein Erinnerungsdiamant ist ein Unikat, so wie auch schon

der verstorbene Mensch zu Lebzeiten einzigartig war.

www.algordanza.at


Ein weltweit einzigartiges Verfahren

ermöglicht die Herstellung von

Diamanten aus menschlicher Asche

ohne Zusätze oder Beigaben.

Jeder der Algordanza Erinnerungsdiamanten

wird in einer edlen Holzschatulle

auf Wunsch per Zustellung

geliefert oder persönlich übergeben.

ERINNERUNGSDIAMANTEN …


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

14

JEDERMANN:

KURZ UND PRÄGNANT

Text: Andrea Hinterseer

DER SALZBURGERIN ELVIRA FAUST IST EINE BEARBEITUNG DES JEDERMANN GELUNGEN,

BEI DER IN DER KÜRZE DIE WÜRZE LIEGT. NICHT VERSÄUMEN: DIE THEATERGRUPPE

„MOSAIK“ SPIELT AUF DER „QUO VADIS 2009“ – AUSSERGEWÖHNLICHE 20 MINUTEN!

ZUERST KONNTE SIE ES SELBST NICHT GLAUBEN. DOCH NACH DER ERSTEN AUFFÜH-

RUNG IHRES KOMPAKT-JEDERMANNS IST ELVIRA FAUST GLÜCKLICH.

QUO

VADIS

2009

50 Personen konnten sich davon überzeugen, dass das

Stück vom Leben und Sterben des reichen Mannes in 20

Minuten vollständig gezeigt werden kann. Wer es nicht

glaubt – oder auch jene, die sich von Außergewöhnlichem

angezogen fühlen – können die Bearbeitung der Salzburger

Jedermann-Expertin auf der Messe „Quo Vadis

2009“ miterleben. Denn diese Inszenierung ist denn tatsächlich

ein Erlebnis! 20 Schauspieler – und kaum ein

Wort wird von ihnen gesprochen. Dafür begleiten sie in

beeindruckenden Szenen den Vortrag der Vorleserin.

„Der Autrag, Jedermann in 20 Minuten zu bearbeiten,

schien schier unmöglich“, sagt Elvira Faust. Die zündende

Idee lag in einem Kinderbuch. „Ich habe mir den Aufbau

eines Bilderbuches zum Vorbild genommen. Jetzt wird der

Text gelesen und die eindrucksvollsten und einprägsamsten,

die wichtigsten und erklärenden Szenen werden

gespielt.“ Was leicht gesagt ist, wird für die Schauspieler

Schwerarbeit. Ausdrucksstark und von wohltuender Klarheit

zeigen sie Bilder aus der Geschichte.

Unterstützt werden die Szenen durch die Beleuchtung.

Die besondere Anforderung an die Schauspieler ist es

wohl, dass sie fast ausnahmslos in Bildern sprechen.

Gestik, Mimik, Dramaturgie – doch die Worte sind sehr

knapp gehalten. Nur einzelne Sätze, die wie Headlines

über der Szene stehen. Pointiert und mit all der Aufmerksamkeit

des Seltenen behaftet.

Elvira Faust hat das Stück uraufgeführt. Im Schloss Leopoldskron

im Rahmen einer privaten Gesellschaft von

Menschen, die allesamt dem „Jedermann“ zum ersten Mal

begegnet sind. Durch diese prägnante Inszenierung ist es

ihr gelungen, dem begeisterten Publikum den tieferen

Sinn des Stückes in kürzester Zeit zu vermitteln.

SONDERSCHAU

08. UND 9. MAI, 15:00 UHR | 10. MAI, 14:00 UHR

HALLE 6 | STAND 111


16

SINNVOLL TRAUERN

Text: Andrea Hinterseer

„SO WAR UND IST DAS MIT DEM TOD“ IST EINE AUSSTELLUNG WÄH-

REND DER „QUO VADIS 2009“ IN HALLE 1, STAND 101.

DIE DIPLOMPÄDAGOGIN EVA-MARIA POPP FÜHRT INDIVIDUELL, EIN-

FÜHLSAM UND INNOVATIV DURCH DAS THEMA DER TRAUERKULTUR.

In unserem Leben gibt es nur zwei Dinge, die absolut sicher

sind: die Geburt und der Tod. Während man sich

mit dem Eintritt in das Leben mit Freude befasst, ist das

Verlassen dieser Welt mit vielen Tabus, Ängsten und mit

Verdrängung verbunden. „Es kann sich aber niemand

diesem Kreislauf entziehen. Deshalb ist es ratsam, offen

mit dieser Thematik umzugehen“, sagt Eva-Maria Popp.

Die Diplompädagogin befasst sich mit Trauerkultur, mit

der Bewältigung eines endgültigen Abschiedes und mit

dem Umgang mit dem Tod. „Es ist nicht vom Alter abhängig,

dass mit dem Tod konfrontiert wird. Auch Kinder

müssen oft sehr früh mit dem Verlust eines geliebten

Menschen leben lernen. Deshalb ist es besonders wichtig,

dass Erwachsene selbst wissen, wie man mit dem

Tod umgeht. Und dass sie den Tod mit ihren Kindern

altersgerecht thematisieren “, erklärt sie.

VADIS

2009

Bestattungsunternehmen sind per se ständig mit dem

Tod verbunden. Und damit auch mit den Angehörigen

und deren Leid. So gibt es eine besondere Synergie zwischen

der Kernkompetenz der Bestatter und der Hilfe

zum Umgang mit dem Tod. „Ein modernes Bestattungsunternehmen

ist Berater. Diese Beratungstätigkeit erstreckt

sich aber weit über die Basis hinaus“, so Eva-Maria Popp.

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT | QUO

In einem Bestattungsunternehmen kann auch die Begleitung

der Angehörigen zur hohen Kompetenz beitragen.

Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren haben

aus entwicklungspsychologischer Sicht ein entspanntes

Verhältnis zum Tod. Diese natürliche Sicht der Dinge

wird oft durch die Tabuisierung des Themas zerstört. „Darum

ist es sehr wichtig, dass gerade Kinder im Kindergarten-

und Grundschulalter auf sensible, aber ehrliche

Weise an das Thema Tod herangeführt werden und spielerisch

Trauerrituale einüben. Mit den Projekten „Tim trauert

um seinen Freund“ oder „Georgs Reise zu Gott“ fällt

es leichter, dieses Thema zu berühren. Sowohl in Kindergärten

und Schulen als auch im Elternhaus.

Der Bestatter erreicht mit einem Beratungsangebot in

dieser Richtung eine wichtige Zielgruppe: die junge

Familie mit Kindern. Sie ist es auch, die im Ernstfall entscheidet

und den Bestatter ruft. Wer schon vor dieser

Zeit mit dem Unternehmen Kontakt hat, weiß, wohin er

sich wendet. www.sinnvolltrauern.de

SONDERSCHAU

08.–10. MAI 2009 | GANZTAGS

HALLE 1 | STAND 101


DIE AUSSTELLUNG IM FOYER DER MESSE ZEIGT IN ELF ANREGENDEN SCHAUTAFELN VOM STERBEN EINST UND

HEUTE BIS ZU TRAUERRITUALEN, WIE KINDER TRAUERN BIS ZU WISSENSWERTEM ÜBER DAS PRINZIP HOFFNUNG.


BLUMEN ALS

TRAUERBEGLEITER

Text: Andrea Hinterseer

SALZBURGS FLORISTINNEN ZEIGEN AUF DER QUO

VADIS 2009 LIVE, WIE EIN TRAUERGESTECK UND

SARGSCHMUCK ENTSTEHT.

QUO

VADIS

2009

In Zeiten der Trauer sagen Blumen oft mehr als tausend

Worte. Sie kommen einer Umarmung gleich, sind Ausdruck

des Mitgefühls, der Hochachtung vor dem Verstorbenen

und lassen ganz heimliche Botschaften zu, die nur den

Gebenden mit dem Verstorbenen verbinden.

Blumen sind also nicht nur schön. Sie haben auch eine

hohe emotionale Aussagekraft. Die Lieblingsblumen eines

Menschen begleiten ihn auf seinem letzten Weg. Und sie

trösten die Angehörigen und Freunde. Wenn die Gefühle

von Verlust und Trauer mit der Schönheit von Blumen in

einfühlsamen Kreationen verbunden werden, so ist das

noch einmal ein ganz enger, der letzte enge Kontakt mit

dem Menschen, der heimgegangen ist.

„Jede Blume hat ihre symbolische Aussagekraft. Über die

Wahl der Pflanze, aber auch der Farbe kann viel kommuniziert

werden. Doch nicht allein die verwendeten Blumen

können die Verbindung zu dem Verstorbenen beschreiben.

Auch die Trauerschleife ist ein Instrument, mit dem

sehr viel ausgedrückt werden kann“, sagt Maria Awender,

stellvertretende Innungsmeisterin der Salzburger Floristen.

So beraten die Floristen und Floristinnen nicht allein die

florale Verabschiedung. „Die Menschen sollten darüber

nachdenken, diese Schleife auch wirklich individuell zu

nutzen“, rät Awender. „In stillem Gedenken“ oder „Im Andenken“

sind Standards, die eigentlich keiner persönlichen

Beziehung Ausdruck verleihen. Als Anregung bieten die

Floristen/-innen Vorschläge, die zu eigenen Ideen anleiten

können. Auch hat das Schwarz als Farbe der Schleife die

Dominanz verloren. Heute werden Schleifen passend zu

den verwendeten Blumen verwendet, auch die Aufschrift

muss nicht mehr golden sein.

Was floral alles möglich ist, zeigen Salzburgs Gärtner/innen

und Floristen/-innen auf der Messe Quo Vadis 2009.

Sie, die durch ihre Handwerkskunst die Menschen durch

das Leben begleiten – es gibt wohl kaum ein Familienereignis

oder ein Fest, bei dem Blumen fehlen –, haben

ganz feine Sensoren dafür entwickelt, was die Hinterbliebenen

wünschen, geben aber durch ihr hohes Fachliches

Know-how jede Menge Anregungen für ganz individuellen

Kranz-, Bouquet- und Sargschmuck.

LIVE-KREATIONEN

08.–10. MAI 2009 |

10:00–12:00 UND 14:00–16:00 UHR

HALLE 6 | STAND 113

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | SCHWERPUNKT |

19


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | ÜBER UNS |

20

50 JAHRE DAXECKER:

SARGKULTUR AUS

OBERÖSTERREICH

Text: Andrea Hinterseer

ES BEGANN ALLES MIT EINER BAU- UND MÖBELTISCHLEREI, GEGRÜNDET 1959 IN

BRAUNAU AM INN, DIE SICH IMMER STÄRKER MIT DEM SARGBAU BESCHÄFTIGTE.

HEUTE WIDMET SICH DAS UNTERNEHMEN AUF 25.000 M 2 IN FELDKIRCHEN AN DER

DONAU AUSSCHLIESSLICH DER HERSTELLUNG VON SÄRGEN HÖCHSTER QUALITÄT.

ÜBER UNS

das Eichenholz – massiv oder furniert –, welches am

Es waren überwiegend Möbel, Fenster und Türen, die Firmengründer

Johann Daxecker mit Hilfe zweier Lehrlinge

für die Bewohner der näheren und weiteren Umgebung

anfertigte. Doch wer sich auf seinen Tischler verlässt, will

auch für den letzten Gang von der bewährten Qualität profitieren.

Was lag also näher, als bei Johann Daxecker den

Sarg zu bestellen? „So entschloss sich mein Vater, auch

Särge zu fertigen, welche er selbst verkaufte und – erstmalig

in Österreich – auch frei Haus zustellte“, sagt Hannes

Daxecker, der den Betrieb seines Vaters, mittlerweile nach

Feldkirchen/D. verlegt, weiterführt. Und gerade dieser Service

der Anlieferung entwickelte sich als nicht unwesentlicher

Wettbewerbsvorteil, mussten sich die Bestatter damals

doch großteils die Särge vom nächstgelegenen Bahnhof

selbst abholen. „Heute beliefern wir sämtliche Bestatter in

ganz Österreich sowie auch unsere Kunden in Deutschland

mit unserem LKW-Fuhrpark frei Haus“, berichtet er.

Die Daxecker Holzindustrie hat sich über die Jahre zu einem

Unternehmen mit rund 40 vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern/-innen

entwickelt. 2008 wurden rund 19.000 Särge

erzeugt. Wie so vieles sind auch die Vorlieben für Särge

von Regionen abhängig. Während im Westen Österreichs

vermehrt Särge aus Nadelholz, vor allem aus Lärche und

Fichte, nachgefragt werden, so ist es im Süden und Osten

stärksten vertreten ist. Hannes Daxecker selbst bevorzugt

die Eiche. „Sie repräsentiert für mich Bodenständigkeit,

Heimatverbundenheit; aber sie steht auch für Bedächtigkeit

und Kontinuität. Das sind Werte, die für mich in meinem

unternehmerischen Handeln und in meinen Entscheidungen

eine große Rolle spielen“, verrät der Herr der Särge. Die

Vorlieben der Kunden prägen auch das Angebot. „Wir

erzeugen ausschließlich Särge aus Massivholz, vor allem

in Eiche, Lärche, Birke, Fichte, astreiner Kiefer, Zirbenkiefer

und Nussbaum. Das sind die gängigsten“, so Daxecker,

der allerdings auch immer öfter Sonderwünsche zu betreuen

hat. Das Besondere betrifft aber meist die Holzart.

Zum Beispiel Särge aus Zwetschkenholz mit Ahornintarsie.

Aber auch in der Oberflächentechnik wird des

öfteren beispielsweise „Metallic-Effekt“ erwünscht.

Die Handarbeit darf bei den Särgen trotz hohem Automatisierungsgrad

der Produktion nicht unterschätzt werden.

Speziell in der Teilefertigung wird hohes hand- und fachwerkliches

Können von den Mitarbeitern verlangt. Zu

einer „schönen Leich“ gehört nun einmal auch ein Sarg,

der den Respekt vor dem Verstorbenen widerspiegelt.

Diese Särge fertigt die Daxecker Holzindustrie nunmehr

seit 50 Jahren.


Die neue Daxecker-

Produktlinie – das

MEMORIA ® -Markenkonzept

MEMORIA ® -Särge sind eine registrierte Marke

der Daxecker HOLZINDUSTRIE GmbH. Seit nunmehr

5 Jahrzehnten erzeugen wir formvollendete

Särge in höchster Qualität zu attraktiven

Preisen.Wir verfügen daher über lange Erfahrung

und große Erfolge in der Sargerzeugung –

Erfolge, an denen Sie teilhaben sollten.

Das Österreich-Produkt

MEMORIA ® -Särge werden ausschließlich in

Österreich gefertigt. Eine Auslagerung der

Produktionsstätten in weniger lohnkostenintensive

Länder ist schon aufgrund des gleichbleibend

hohen Qualitätsanspruches, den

wir an unsere Särge stellen, nicht möglich.

Der Musterbetrieb

Daxecker -Särge sind bekannt für ihre

Qualität, sowohl in Bezug auf die Güte der

verwendeten Rohstoffe als auch hinsichtlich

der sorgfältigen Verarbeitung. Daher wurde

unserem Unternehmen als erstem und einzigem

österreichischem Sargproduzenten das

AUSTRIA-QUALITÄTS-GÜTEZEICHEN verliehen.

Wir dürfen unsere Produktionsstätte daher

als Musterbetrieb kennzeichnen.

Hauptstraße 23 | A-4101 Feldkirchen/D.

Tel.: +43 (0)7233/62 77 0 | Fax: +43 (0)7233/62 77 70

E-Mail: info@daxecker.at | www.daxecker.at

Modell: LFS-Kiesel natur


22

„ES IST FAST

EIN VERGNÜGEN

ZU STERBEN!“

Text: Andrea Hinterseer

JULIUS MÜLLER SCHRIEB SEIN ZWEITES SAMMELSURIUM VON

SCHAURIG-SCHÖNEN ANEKDOTEN ÜBER DIE ENDLICHKEIT DES

MENSCHEN.

groß.“ Nichtsdestotrotz wurde Julius Müller zum Aufnah-

BESPREC

Julius Müller lacht gerne. Auch wenn es um das Thema

Tod geht, fällt dem Wiener Neustädter eher Kurios-

Belustigendes, aber auch viel Interessantes und Außergewöhnliches

ein. Weit entfernt von Pietätlosigkeit,

aber dennoch mit einem Schmunzeln betrachtet er das,

wovor viele Menschen gerne die Augen verschließen.

Das Einzige, das im Leben hundertprozentig ist: das

Ende desselben.

Die Vorliebe, sich mit Themen rund um das Vergängliche

zu beschäftigen, hängt wohl mit seinem ehemaligen Beruf

zusammen. Schließlich drehte sich die Arbeit von

Julius Müller 40 Jahre zuerst peripher und dann absolut

mittig um den Tod. Nach seinen Jahren in der Abteilung

für Verlassenschaften des Bezirksgerichts Wiener Neustadt

wechselte er in den damals nicht gerade bestens

beleumundeten Beruf des Mitarbeiters in einem Bestattungsunternehmen.

„Manchmal sagte ich, ich sei bei den Wiener Stadtwerken

beschäftigt. Was ja stimmte, denn die Bestattung Wien

gehört zu den Stadtwerken. Aber ich umschrieb meine

Tätigkeit unseren Kindern zuliebe. Die Vorurteile waren

mebeamten und zeichnete sich durch seine Einfühlsamkeit

den Hinterbliebenen gegenüber aus. Anteilnehmen

anstatt mitleiden – eine Aufgabe, die er als Leiter des

Schulungsreferates in all seinen Berufsjahren an viele

Bestattungsmitarbeiter weitergeben konnte.

Er selbst hat seinen Beruf zudem auch zum Hobby gemacht

und begann alles zu sammeln, was mit dem Tod zu

tun hat. „Es verging kein Urlaub ohne Friedhofsbesuche“,

erzählt er lachend. Die Familie gewöhnte sich an das

seltsame Interesse des Herrn Papas, der schlussendlich

begann, durch seine Vorträge „Literarischer Leichenschmaus“

die Menschen für das Thema Tod zu sensibilisieren.

„Es ist so wichtig, dass sich jeder mit diesem

Thema zeitgerecht auseinandersetzt. Immerhin trifft es

ja alle früher oder später!“, erklärt er seine leidenschaftliche

Mission.

Da war es dann wohl auch eine ganz klare „Folgeerscheinung“,

dass er sich hinsetzte und seine Erlebnisse

und Erkenntnisse zu Papier brachte. Der Erfolg des

ersten Elaborates erforderte ein zweites Buch.

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | BUCHBESPRECHUNG | BUCH-


Zweimal Julius Müller

„Man stirbt nur einmal – Heitere Geschichten übers Grab hinaus” und „Es ist fast

ein Vergnügen zu sterben! – Besinnliches und Heiteres über das Ende alles

Irdischen” (beide Bücher sind im Seifert Verlag erschienen)

den Friedhof für Hollywood-Stars, Tiere oder für Fußball-

HUNG

Beide wurden zu einer Sammlung schaurig-schöner

Anekdoten über die letzten Dinge, aufgezeichnet mit

jener Mischung aus Ironie und Galgenhumor, die Julius

Müller, dem „Bestatter mit Leib und Seele“, als der er

sich gerne bezeichnet, eine begeisterte Leserschaft

quer durch alle Schichten beschert hat. Augenzwinkernd

erzählt er von Undingen wie dem „Telefon-Engel“, von

Deutschlands fröhlichster Todesanzeige, aber auch über

granden und zeigt, wie man sogar den düsteren Seiten

des Lebens noch ein Lächeln abgewinnen kann.

LESUNG

08.–10. MAI 2009 | 13:00 UHR

HALLE 6 | STAND 111


24

90 JAHRE SARG-

ERZEUGUNG ATZGERSDORF

SEIT 1919 STELLT DIE SARGERZEUGUNG ATZGERSDORF IM SÜDEN WIENS

SÄRGE HER. ANFANGS NUR FÜR DIE „GEMEINDE WIEN – STÄDTISCHE LEI-

CHENBESTATTUNG“, DIE HEUTIGE BESTATTUNG WIEN. MITTLERWEILE IST

DIE SARGERZEUGUNG ATZGERSDORF DEREN SELBSTSTÄNDIGE TOCHTER

UND BELIEFERT BESTATTER IN GANZ ÖSTERREICH MIT HOLZ- UND METALL-

SÄRGEN.

DIE SARGERZEUGUNG ATZGERSDORF HAT IHREN SITZ IN WIENS 23. BEZIRK

AN DER BREITENFURTER STRASSE 176 IN EINEM DENKMALGESCHÜTZTEN

GEBÄUDE. AUF EINEM WEITEN AREAL HINTER DICKEN BACKSTEINMAUERN

FERTIGEN DIE 50 MITARBEITER/-INNEN DES TRADITIONSUNTERNEHMENS

DERZEIT RUND 25.000 SÄRGE PRO JAHR.

Rund 450 Modelle – berücksichtigt man alle Ausfertigungsvarianten

– sind im Permanentangebot. 95 Prozent

der Produktion sind Holzsärge, knapp fünf Prozent sind

Metallsärge und Metalleinsätze. Dazu kommen Sonderanfertigungen.

In der Metallsargherstellung ist das Unternehmen

führend, wie die Särge für Bundespräsidenten

oder hohe kirchliche Würdenträger beweisen.

NEUES FÜHRUNGSDUO

Im August 2008 hat Alfred Lachout (50) die Geschäftsführung

der Sargerzeugung Atzgersdorf übernommen.

Sein Vorgänger Ing. Emil Brenner war in den Ruhestand

gewechselt. Lachout, langjähriger Leiter der

Abteilung Rechnungswesen der Bestattung Wien, ist

primär für den kaufmännischen und administrativen

Part zuständig.

Das technische Know-how bringt sein Betriebsleiter,

Prokurist Ing. Helmut Bauer (43), ein. Bauer absolvierte

die HTL Mödling im Fach Möbel- und Innenausbau und

sammelte Verkaufserfahrung in einem Möbelhaus, bevor

er 1991 zur Sargerzeugung Atzgersdorf kam.

KONZENTRATION AUF ÖSTERREICH

60 Prozent der Sargproduktion gehen an die Bestattung

Wien, „der Rest“ in die Bundesländer. Die Konzentration

auf österreichische Kunden möchte Lachout beibehalten.

Die Holzsärge und -truhen sind aus Eiche, Buche, Erle,

Zirbe, Fichte, Lärche, Kiefer, Birke, Pappel oder Nuss. Es

gibt sie in massiver oder furnierter Verarbeitung, gebeizt

oder patiniert, mit Prägung oder Einlegearbeiten. Verschiedene

Griffe und Füße sorgen für weitere Varianten.

Mit dieser Vielfalt schafft es die Sargerzeugung Atzgersdorf,

regionale Vorlieben abzudecken. Die Metallsärge

aus Zink- oder Kupferblech sind in der Standardausführung

schwarz lackiert mit Verzierungen in Gold antik.

Gängig sind auch kupferfarbene, dunkelblaue oder dunkelrote

Modelle.

AUSGEREIFTER MASCHINENPARK

Der Maschinenpark vom Zuschnitt bis zum Zusammenbau

setzt sich sowohl aus Standardanlagen als auch

aus Spezialanfertigungen zusammen und wird konti-

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | INDIVIDUELL I | INDIVIDU


Jahrzehntelange Tradition

Schon 1943 wurden bei der Sargerzeugung Atzgersdorf mehr als

20.000 Särge jährlich erzeugt. Heute sind es rund 450 Modelle, die

im Permanentangebot der Firma zu finden sind.

ELL I

kisten- und Holzwarenfabrik E. Koffmahn im 23. Bezirk,

nuierlich erneuert. So wurde etwa eine MBM-Oberteilrahmenpresse

für die Bedürfnisse der Sargerzeugung

Atzgersdorf weiterentwickelt. Präzisionsmaschinen von

der Kupfermühle-Hobel-Raimann-Säge-Kombination bis

zur Weinig-Hobel- und Fräsmaschine unterstützen beim

Sägen, Prägen, Lackieren und Montieren. Die Metallsargproduktion

erfolgt zu einem hohen Prozentsatz

manuell.

DIE ANFÄNGE DES UNTERNEHMENS

Weil die Sargerzeuger nicht ausreichend liefern konnten,

wurde der „Gemeinde Wien – Städtische Leichenbestattung“,

der heutigen Bestattung Wien, 1919 eine „Tischlerei“

angeschlossen. 1923 übersiedelte die Sargerzeugung

in den 10. Wiener Bezirk. 1943 wurden erstmals

mehr als 20.000 Särge jährlich erzeugt. Zwei Jahre

später zerstörte ein Bombentreffer die Sargfabrik. Noch

im gleichen Jahr wurde die Produktion in einer ehemaligen

Holzwarenfabrik im Süden Wiens wieder aufgenommen.

Ab der Nachkriegszeit wurde auch in die

österreichischen Bundesländer geliefert. Die letzte Übersiedlung

erfolgte 1968 in die ehemalige Maschinen-

Breitenfurter Straße 176, wo sich die Sargerzeugung

Atzgersdorf noch heute befindet.

LETZTER GROSSER SARGERZEUGER IM OSTEN

1976 erreichte die Produktion mit 52.000 Särgen einen

jährlichen Spitzenwert. 1987 verließ der zweimillionste

Sarg die Fabrik. 1994 bekam die Sargerzeugung Atzgersdorf

das österreichische Staatswappen verliehen. 10 Jahre

später, 2004, folgte der Schritt in die Selbstständigkeit

als 100-Prozent-Tochter der Bestattung Wien.

Das Unternehmen ist der letzte namhafte Sargproduzent

in Ostösterreich. Wodurch zeichnet sich die Sargerzeugung

Atzgersdorf abgesehen von sorgfältigster Verarbeitung,

prompter Lieferung und der bestmöglichen

Umsetzung individueller Kundenwünsche aus? Lachout:

„Nicht zuletzt sind uns – neben Kundenzufriedenheit –

Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein großes Anliegen.

Wir denken langfristig.“

www.se-a.at

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | INDIVIDUELL I |

27


26

DER KARNER

VON HALLSTATT

Text: Andrea Hinterseer

ANLÄSSLICH DER MESSE QUO VADIS 2009 WERDEN EINDRUCKSVOLLE BILDER ZU

SEHEN SEIN. SIE ERZÄHLEN VON EINER GANZ AUSSERGEWÖHNLICHEN ART DER BE-

STATTUNG, VON EXHUMIERUNG UND DEM EINZUG IN DEN KARNER VON HALLSTATT.

Schon die Kirche ist imposant. Auf einem Felsen über

den Dächern des Ortes Hallstatt am gleichnamigen See

im Salzkammergut thront die spätgotische Pfarrkirche

„Mariae Himmelfahrt“, eine zweischiffige Hallenkirche mit

einem doppelten Flügelaltar zu Ehren der heiligen Maria

aus dem Jahr 1515.

mangel – wie lange Zeit angenommen –, sondern kommt

auch aus der Tradition einzelner Familien heraus. Der

Friedhof ist so klein, dass er nicht mehr erweiterbar ist.

DUELL II

Doch weshalb wohl kein Besucher des bezaubernden

Ortes den Weg zur Kirchescheut, ist eine Kuriosität: der

Karner mit dem kleinen Beinhaus, das bis ins 12. Jahrhundert

zurückreicht. 1.200 Totenschädel sind auf den

Knochen der Verstorbenen übereinandergestapelt. Natürlich

wurden die Menschen auch in Hallstatt begraben.

Doch nach rund 20 Jahren wurden die Gebeine wieder

exhumiert, gebleicht und anschließend verziert. Ganz

nach dem Wunsch des Verstorbenen oder deren

Familien.

Auf der Stirn stehen Geburts- und Sterbedatum. Meist ist

auch der Name zu lesen. Efeu, Rosenblüten, Lorbeer

und Eichenlaub sind die beliebtesten Kunstwerke auf den

Totenschädeln. Gebeine ganzer Generationen sind in diesem

Karner verwahrt, was ihn weltweit einzigartig macht.

Das Geheimnis des Ursprungs dieser wohl außergewöhnlichen

Bestattungsart liegt vermutlich nicht nur am Platz-

Deshalb wurden die menschlichen Überreste teilweise

wieder ausgegraben, der Schädel einige Wochen lang

dem Sonnen- und Mondlicht ausgesetzt, bis der Knochen

die Farbe von Elfenbein angenommen hatte. Statt der

Blumen am Grab wurden viele der Schädel von Künstlern

oder aber auch vom Totengräber verziert.

Der jüngste Schädel kam übrigens 1995 ins Beinhaus.

Diese Frau starb 1983, und während die modernen Hallstätter

eine Feuerbestattung vorziehen, war es ihr ausdrücklicher

Wunsch gewesen, ins Beinhaus gelegt zu

werden. Nach testamentarischem Wunsch ist es auch

heute noch möglich, zehn Jahre nach der Erdbestattung

exhumiert und in den Karner gebracht zu werden. Der

Schädel wurde zu diesem Zwecke vor dem „Umzug“ traditionell

gereinigt, gebleicht und bemalt. An bestimmten

Festtagen wie Allerheiligen wird im Beinhaus jedes Jahr

eine Andacht gehalten.

SONDERSCHAU

08.–10. MAI 2009 | GANZTAGS

HALLE 6 | STAND 416

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | INDIVIDUELL II | INDIVI-


| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | ALLERLEI |

28

ALLERLEI

GUTE GESCHÄFTE MIT DEM TOD

Wilhelmshaven. Kaum war die Trauerfeier vor-

bei, wurden die Toten von Bestattungshelfern

aus 1.000 Euro teuren Särgen in Kieferkisten im

Wert von 65 Euro umgebettet. Die teuren Särge

dienten anschließend wieder als Ausstellungsstücke

im Bestattungsunternehmen. Am Montag

wurden zwei Bestatterinnen zu je zwei Jahren

Haft mit Bewährung, Geldstrafen und gemeinnütziger

Arbeit verurteilt.

FRAU VOM SARG IHRES EHEMANNS ERSCHLAGEN

Sao Paulo. In Brasilien wurde eine Frau auf dem Weg zum Friedhof

vom Sarg ihres Mannes erschlagen. Die 67-Jährige saß in

einem Leichenwagen auf dem Beifahrersitz, als der Sarg laut

Polizei bei einem Verkehrsunfall gegen ihren Nacken prallte. Die

Frau war auf der Stelle tot. Ihr Mann war am Sonntag gestorben.

GERÄUCHERT IN BANANEN-

BLÄTTERN

Papua-Neuguinea. Stirbt ein Mitglied des

Stammes der Iafar, wird er drei Tage nackt

aufgebahrt und von den Verwandten besucht.

Anschließend wird er unter Trauergesängen

und lautem Jammern mit dem

Saft von Bananenblättern gewaschen und

auf einem Bambus-Gerüst in ihrem Feld

aufgebahrt. Ein Feuer wird entzündet, bis

die Leiche geräuchert ist und das Gerüst

zusammenbricht. Die Trauer stoppt, die

Verwandtschaft schert sich die Haare. Der

Schädel wird im Haus der Verwandten

aufbewahrt, Unterkiefer und Gelenkknochen

werden in Astgabeln neu gepflanzter

Obstbäume geklemmt, damit sie in das

Holz des Baumes einwachsen können.

Nur der Rest wird beerdigt.


ZWEIMAL VERABSCHIEDET

Borneo. In Borneo, aber auch in Sulawesi vollziehen die

Menschen gleichsam eine zweifache Beerdigung, begleitet

von zwei großen Zeremonien. Zwischen den beiden Ritualen

liegt eine Zeitspanne von mindestens acht Monaten bis zu

fünf Jahren. Die erste Zeremonie beginnt unmittelbar nach dem

Tod. Die Leiche wird, auf einen Stuhl gesetzt, zwei Tage lang

den Verwandten und Freunden präsentiert. Danach wird die

Leiche in einem Sarg gelagert. In der Nähe des Wohnhauses,

manchmal sogar im Wohnhaus. Die zweite Zeremonie dauert

bis zu zehn Tagen. Eine große Bedeutung kommt beispielsweise

bei den Berawan auf Borneo den Todesliedern zu. Bei

den Toraja in Sulawesi wiederum ist es wichtig, Buch zu führen,

welcher Verwandte welches Geschenk mitbrachte, damit ihm

das, im Todesfalle eines seiner Familienmitglieder, gleichwertig

wieder zurückgegeben wird. Meist sind es lebende

Schweine, Stiere oder anderes Getier.

HÄNGENDE SÄRGE

Philippinische Inseln. In Sagada auf der philip-

pinischen Insel Luzon findet man Särge, die in

Felsen hängend angebracht sind. So sollen die

Toten vor wilden Tieren beschützt werden und

dennoch dem Himmel nah sein. Auch bei den

Sa´dan Torja in Zentral-Sulawesi sind sie anzutreffen.

Im Süden von China sind die hängenden

Särge der Bo zu finden, die seit 2006 auf der

Liste der Denkmäler der Volksrepublik China stehen,

die Xianshui-Yan-Felsgrabstätte ist darauf

seit 2001 verzeichnet. Während in China und auf

den Philippinen diese Beerdigungsform heute

nicht mehr praktiziert wird, sind im Tana Toraja

noch immer jüngst angebrachte Särge in Felswänden

zu finden. Allerdings sind immer noch

große Teile dieses Volkes Animisten. Die Missionare,

die vor 60 Jahren ins Land kamen, konnten

nur einen geringen Prozentsatz der Menschen

nachhaltig überzeugen.

GHANAS SARG-WELT

Ghana. Ghana ist berühmt für seinen Ideenreichtum. Auch was die Sargkultur betrifft. Dem Fischer seinen Fisch, dem

Trinker seine Bierdose, dem Sportler seinen Laufschuh. Alles von einfachster bis zur feinsten Ausstattung. Ein Besuch

in einer Sargmanufaktur in diesem westafrikanischen Staat ist allemal ein Erlebnis.

Und wenn ein paar Männer eine große Holzente oder ein Holzflugzeug über die Straße tragen, die zu Spielzwecken

dann doch etwas zu groß scheinen: Sie sind auch nicht dafür gedacht. Es sind Särge!

| QUO VADIS – JOURNAL 01/2009 | ALLERLEI |

29


LESERBRIEFE

ZU AUSGABE 02/2008

LESERBRIEF ZU

„QUO VADIS JOURNAL 02/2008“

Die Bestattungskultur in Österreich und Europa wird sich sehr

verändern. Die Zahl der Bestattungen steigt kontinuierlich an –

sowohl Urnenbegräbnisse als auch anonyme Bestattungen

werden im Vergleich zu der traditionellen Erdbestattung zu-

nehmen. Dadurch werden die Betriebe vor neue Herausforde-

rungen gestellt. Ich denke, dass künftig die Bestatter mit einem

breiteren Leistungsspektrum, individueller Beratung und nach-

haltiger Hilfe bei der Begleitung der Hinterbliebenen gefragt

sind. Ich würde mich freuen, wenn das QVJ diese Themen noch

mehr beleuchten könnte.

Magister Klaus Delvita,

Leserbrief per Mail

VORSCHAU

AUSGABE 02/2009

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

Messezentrum Salzburg

GmbH

Am Messezentrum 1

5020 Salzburg / Österreich

T +43 (0)662 24 04-0

F +43 (0)662 24 04-20

REDAKTION

Charlotte Reichenspurner

SCHWERPUNKT

Im nächsten Journal werden wir einen Messerückblick

auf die Quo Vadis 2009 in Salzburg werfen.

Was waren die Trends und wohin entwickelt sich

die Branche. Zu Wort kommen Aussteller sowie

Besucher – eine interessante Retrospektive.

Ein weiterer Schwerpunkt wird der Transport von

Verstorbenen sein. Der Weg des Toten vom Sterbeort

bis zum Leichenhaus und zum Begräbnis.

Alles über den Leichentransport, was historisch

geschah und was uns in der Zukunft erwartet –

führende Anbieter von Bestattungsfahrzeugen

werden sich hier zu Wort melden.

DAS NEUE JOURNAL „QUO VADIS“

ERSCHEINT IM SEPTEMBER 2009.

ART DIRECTION

O&U

BILDREDAKTION

Messezentrum Salzburg

Andrea Hinterseer

ERSCHEINUNGSWEISE |

AUFLAGE

halbjährlich | 3.500 Stück

IHRE MEINUNG INTERESSIERT UNS:

Haben Sie Kritik, Anregungen oder Themenwünsche? Wir freuen

uns über Ihren Beitrag:

Quo Vadis – Journal

c/o Messezentrum Salzburg GmbH,

Am Messezentrum 1, 5020 Salzburg / Österreich

quovadis-journal@messezentrum-salzburg.at


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Vito „Panorama“

VW „Caddy Maxi“ VW T5 „Klassik“

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Sechs von 1.000 Möglichkeiten

CARRY-LOADTEC® DUO-LOADTEC® NIVEAU-LOADTEC®

ist das multifunktionale Raumnutzungs-System von

Kuhlmann-Cars. Sargroller, Schaufeltrage, ROLL-IN-

Fahrgestell und Klapptrage können gleichzeitig verstaut

werden, ohne dass man es im Sargraum sieht.

ist ein Sargschlitten-System von Kuhlmann-Cars,

das es Ihnen erlaubt, bei der Beladung Ihres Bestattungswagens

im 2-Sarg-Betrieb, den Sarg vor

der Stoßstange aufzusetzen.

… und drei von 1.000 Möglichkeiten der Sargraumgestaltung:

ist ein Fahrzeug-Heckabsenkungs-System von

Kuhlmann-Cars, welches, je nach Modelltyp, das

Fahrzeugheck zum leichteren Be- und Entladen bis

zu 200 mm absenkt – auf den Millimeter genau!

Kuhlmann-Cars GmbH · The Hearse Company · Lembecker Straße 17 · D- 46359 Heiden / Germany

Tel.: (+49) 0 28 67 / 97 57- 0 · Fax: (+49) 0 28 67 / 97 57- 47 · E-Mail: info@kuhlmann-cars.de · Internet: www.kuhlmann-cars.de


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staatlich ausgezeichneten Sargerzeugungsbetrieb.

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