business summit - GO-AHEAD

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Währungssystem. Vor allem aber in die Esperantowährung

Euro und die Noch-Weltleitwährung US-Dollar. Entweder

erfolgt der Wertverlust schleichend oder auf einen Schlag

durch Staatsbankrotte und Währungsschnitte. Wir haben es

bei allen großen ungedeckten Währungen schon lange nicht

mehr mit voll funktionstüchtigem Geld im eigentlichen Sinne

zu tun.

Gutes Geld zeichnet sich durch die Attribute beliebige Teilbarkeit,

natürliche Knappheit, allgemeine Akzeptanz sowie

Wertstabilität aus. Bei genauer Betrachtung erfüllen alle großen

Währungen (die sogenannten Major Currencies) lediglich

den Punkt der beliebigen Teilbarkeit vollständig. Alle

anderen Anforderungen an eine Währung werden nur noch

eingeschränkt oder gar nicht erfüllt. Das passiert, wenn Planwirtschaftler

die Kontrolle über das Geldsystem übernehmen

und an die eigene Hybris glauben, alles vorhersehen und

steuern zu können. Man hätte vom Untergang des Ostblocks

lernen können, jetzt ist es zu spät. Der freie Markt und seine

Bürger werden die Planwirtschaftler in den Zentralbanken

auf brutale Weise in ihre Schranken weisen, in dem sie den

staatlich sanktionierten Währungen das Vertrauen entziehen.

In Anbetracht der sich abzeichnenden konjunkturellen

Abkühlung in Nordamerika und großen Teilen Europas, trotz

historisch einmaliger „unkonventioneller“ Konjunkturstimuli,

ist auch für die Zukunft nicht davon auszugehen, dass

die für den Euro und den US-Dollar verantwortlichen Geldpolitiker

ihrer Aufgabe des „Währungshütens“ nachkommen

können. Im Gegenteil tobt gerade ein unerbittlicher

Abwertungswettlauf zum Erhalt außenwirtschaftlicher

Wettbewerbsvorteile. Dies ist genau das Gegenteil

weltwirtschaftlicher Koordination und lässt die

geldpolitischen Zentralplaner an ihren eigenen Maßstäben

scheitern. In diesem Zusammenhang muss

die Manipulation des Schweizer Franken erwähnt

werden und die absurde Drohung der Schweizerischen

Nationalbank (SNB) den Franken an den

untergehenden Euro zu koppeln. Damit wird auch

der Schweizer Franken als Währungsalternative

untragbar.

Aber auch die Bank of England (BoE) fährt einen

desperaten Kurs gegen die eigene Währung. Neben

ABB. 2

einem negativen Realzins von 3,9% hat sie bereits öffentlich

angekündigt, die britische Wirtschaft weiterhin mittels

Notenpresse zu unterstützen. Spätestens ab dem dritten

Quartal dieses Jahres wird wohl auch die US-Notenbank

unter dem Druck verfallender Vermögenspreise und schlechter

Arbeitsmarktdaten diesem Beispiel wieder folgen. Die

EZB kämpft zudem noch gegen das Auseinanderbrechen der

Eurozone. Die Konsequenz wird eine beschleunigte Erosion

der Kaufkraft und des Vertrauens in das staatlich sanktionierte,

ungedeckte Digitalbuchgeld und Kreditgeldsystem in

Europa sein.

Sieger dieses Währungskrieges

sind die vom ökonomischen und

politischen Establishment gehassten

Rohstoffwährungen Gold und Silber.

Gehasst, weil sie nicht auf Dauer manipulierbar und steuerbar

sind und sich größtenteils ihrer Kontrolle entziehen.

Doch Gold und Silber erfüllen eine wichtige Funktion während

dieser Phase der ökonomischen Zäsur – als Parallel- und

Reservewährungen. Die Tatsache, dass der Goldpreis zuletzt

sogar während er Eskalation der Staatsschuldenkrise in

einem Umfeld stark fallender Vermögenspreise neue Höchststände

erklomm, zeigt, dass es für das Schicksal von Euro,

US-Dollar und Yen keine Rolle spielt, ob diese Schuldenkrise

in einem defl ationären Kollaps oder in einer Hyperinfl ation

EUROSTÄRKE?

Quelle: Bloomberg

Grafi k: Solit Kapital GmbH

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GA ➛ Nummer 1/2011 ➛ Gutes Geld und schlechtes Geld

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