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GA ➛ Nummer 1/2011 ➛ Die Kernschmelze der Wirtschaftsethik

Berichten sollen die beiden mittels Scheinrechnungen über

eine zypriotische Briefkastenfi rma bezahlt worden sein.

Zypern ... Bulgarien ... Liegt übrigens Bulgarien (auch)

am Balkan?

Geographisch gesehen ist das eine dumme Frage. Der Hauptkamm

des Balkangebirges befi ndet sich IN Bulgarien (bulgarisch:

Stara Planina). Der bulgarischen Regierung waren

Hocheggers Dienste 1,5 Millionen Euro für eine Imagekampagne

„Reinforcing the Positive Image of the Republic of

Bulgaria in the European Union“ wert. Dabei soll es laut

Hochegger um die „Einschätzung“ des Bulgarien-Images in

der EU gegangen sein. Ein Teil des Geldes landete übrigens

bei Ex-ÖVP-Innenminister Ernst Strasser. Dieser sagte aus,

für die Beseitigung eines Problems eines ausländischen Kunden

100.000 Euro erhalten zu haben.

(Hier schließt sich einer von mehreren Kreisen, die zum

Redaktionsschluß noch nicht ganz rund waren. Ende August

wollte die Staatsanwaltschaft (noch?) nicht bestätigen, dass

„in Sachen Telekom Austria“ auch Ermittlungen gegen

den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly laufen. Angeblich

hätte die TA unter dem Projekttitel „Infotech“ rund 1,1

Millionen Euro an Mensdorff-Pouilly bezahlt, und zwar im

Zusammenhang mit der Vergabe der Blaulichtfunktechnik

Paul Christian Jezek

Paul Christian Jezek, 47, ist Chefredakteur des KMU-

Magazins UNTERNEHMER und gilt als einer der profundesten

Kenner und Förderer der heimischen KMU-

und EPU-“Szene“. Mitarbeiter u. a. von Börse Express,

Glocal Visyon, LexPress, Logistik Express, Österreichs

Wirtschaft, Pharma-Time, PKA-Journal, Sharaka,

SOLID. 1995 Gründungsmitglied des Wirtschafts-

Blatts, 2010 Mitgründer der UIK-austria. Zahlreiche

(auch literarische) Veröffentlichungen, u. a. „Der Fall

Libro“, „Ethik in der Wirtschaft“, „Communication goes

Europe“, „Das Geheimnis der privaten Universitäten“,

„So kommt mein Unternehmen in die Medien“, „Hand-

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an ein Konsortium, an dem auch die TA beteiligt war. Dieser

Auftrag war dem Betreiber mastertalk in der Ära des damaligen

Innenministers Ernst Strasser entzogen und dann dem

TA-Konsortium gegeben worden.)

Kaum noch in Erinnerung ist dagegen die Linzer Terminal

Tower Affäre: 2005 erhielten Hochegger und Meischberger

von der zur Porr AG gehörenden UBM-Realitätenentwicklung-AG

ein Beraterhonorar von (nur!) 200.000 Euro, um

„Hindernisse in Zusammenhang mit einem von der Porr in

Linz entwickelten Büroprojekt aus dem Weg zu räumen“.

Kurz darauf sprach sich der damalige Finanzminister Karl-

Heinz Grasser für die Übersiedlung der Finanzlandesdirektion

Oberösterreich in den neuen Terminal Tower aus,

wohingegen er aufgrund der hohen Mietkosten wiederholt

gegenteilig argumentiert hatte.

Karl-Heinz Grasser?

Vergessen wir nicht: Der Mann war Finanzminister. Über

mehrere Jahre hinweg.

BUWOG-Affäre und Linzer Terminal Tower wurden schon

erwähnt. Die Homepage-Geschichte ist uns inzwischen

zu mickrig. Unterm Strich bleibt hier und heute, dass die

buch für Export, Logistik und Auslandsinvestitionen“,

PR-Aktivitäten für diverse Firmen, BBJ-Wein-Newsletter,

Geschäftsberichte u. a. für börsennotierte Unternehmen

(neunziger Jahre bis incl. 2011), Unternehmerhandbuch

2010 sowie „Investieren in Österreich“ (mit

anderen, 2010) und „Leading Business Champions Austria“

(2010).

Es gilt (fast) immer und ewig Kants

Kategorischer Imperativ: „Handle

so, dass die Maxime Deines Willens

jederzeit zugleich als Prinzip einer

allgemeinen Gesetzgebung gelten

könnte.“

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