Spenden - Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen

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Spenden - Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen

spenden2012

www.dzi.de

NEU:

ALLE SPENDEN-

SIEGEL-

ORGANISATIONEN

AUF EINEN

BLICK

magazin

DIE DZI-SPENDENBEILAGE IN ZUSAMMENARBEIT MIT

Spenden

aber sicher!

HELPTHEWORLD now!

I N T E R N A T I O N A L E S C H A R I T Y - N A C H R I C H T E N M A G A Z I N

SPENDEN & ENGAGEMENT IM ÜBERBLICK

Wo und wie Sie helfen können


Das Gesicht

der Zukunft?

Sie.

Entwicklungspolitik ist Zukunftspolitik – denn es geht um die wichtigsten und drängendsten

Fragen unserer Zeit: Bildung, Klima, wirtschaftliche Entwicklung und globaler Wohlstand.

Aber Entwicklung wird nicht von der Politik allein gemacht. Es kommt auf jeden Einzelnen an.

Denn nur gemeinsam können wir in eine stabile und bessere Zukunft für alle investieren.

Und nur gemeinsam können wir der Zukunft ein Gesicht geben.

Erfahren Sie mehr unter www.bmz.de/engagement


Burkhard Wilke, Geschäftsführer

des Deutschen Zentralinstituts für

soziale Fragen (DZI)

MISEREOR_Mut_Anzeige_Haiti_210x90mm_MISEREOR_Mut_Anzeige_Haiti_210x90mm 18.07.12 11:58 Seite 1

Wir unterstützen die Mutigen in Haiti,

die ihr Land wieder aufbauen wollen.

Ihre Spende hilft! www.misereor.de

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wo Hilfe dringend nötig ist und wie

sie wirksam geleistet wird – weltweit

und auch bei uns Deutschland –,

zeigen wir Ihnen wieder in der diesjährigen

Ausgabe des „Spendenmagazins“.

Rund 18 Millionen Menschen sind

in der Sahelzone vom Hunger

betroffen, darunter mehr als vier Millionen

Kinder. Dürre, Lebensmittelknappheit

und politische Unruhen zwingen

die Menschen zur Flucht. Wir berichten

über die Lage und zeigen an drei Beispielen,

was Hilfsorganisationen

vor Ort leisten (Seite 8).

Vor besonderen Herausforderungen

stehen Helfer, die sich um syrische

Flüchtlinge kümmern. Immer mehr

Menschen fliehen vor dem brutalen

Bürgerkrieg in Syrien

nach Jordanien oder in den Libanon

und brauchen dringend Unterstützung

(Seite 10).

Wer den Menschen in den Katastrophengebieten

helfen möchte und

Orientierung bei der Auswahl der

Editorial | 3

Hilfsorganisation für seine Spende

sucht, findet seit nun schon 20 Jahren

im DZI Spenden-Siegel einen

hilfreichen Wegweiser. Bei der Vergabe

des Spenden-Siegels, das die Organisationen

selbst beantragen, prüft das

DZI wichtige Kriterien wie u.a. Wirtschaftlichkeit,

Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit

(Seite 18).

Dass wir Ihnen nun die zweite Ausgabe

des „Spendenmagazins“ vorlegen

können, verdanken wir zu einem

großen Teil den vielen Hilfsorganisationen

und weiteren Institutionen, die sich

mit einem Inserat an der Finanzierung

beteiligen. Sie werben damit nicht

nur in eigener Sache, sondern ermöglichen

mit dem „Spendenmagazin“ ein

neues, innovatives Medium, das rund

um das wichtige Thema Spenden

und Engagement informiert und

motiviert. Wir hoffen, Ihnen mit dieser

Ausgabe eine interessante und hilfreiche

Lektüre zu bieten.

Ihr

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Exklusion Integration Inklusion

Inklusion heißt:

Schmetterlinge im Bauch.

Alle Menschen sollen gleichberechtigt am Leben teilnehmen – mit oder ohne Behinderung.

Damit gemeinsames Lernen selbstverständlich wird.

www.aktion-mensch.de


Titelbild: Max Kratzer

Inhalt

Im Blickpunkt

Kurzmeldungen zu Spenden und Engagement .................. 06

Sahelzone: Millionen in Gefahr

Der Hunger nach der großen Dürre .................................. 08

Syrien: Flüchtlingsdrama

Der Bürgerkrieg und seine Opfer

– was Nothilfe leisten kann ............................................... 10

Deutschland: Hilfe für Kinder

Lebensfreude trotz Krankheit .......................................... 12

Einsatzbereit – vor Ort und vom Schreibtisch aus

Mitarbeiter gemeinnütziger Organisationen

über ihren Berufsalltag .................................................... 14

Jenseits der Schlagzeilen

Krisenregionen 2012 ...................................................... 16

Auszeichnung für Vertrauenswürdigkeit

Das DZI Spenden-Siegel ist 20 Jahre alt –

eine Erfolgsgeschichte .................................................... 18

Wem kann man trauen?

So hilft die Spenderberatung des DZI ................................ 20

Sind die üppigen Zeiten bald vorbei?

Über das Spendenverhalten der Deutschen ...................... 22

„Ich bin froh, wenn ich meine Bekanntheit nutzen kann“

Maria Furtwängler im Interview ........................................ 24

Spenden 2.0

Worauf Sie beim Spenden übers Internet achten sollten ... 26

„Vorher-Nachher“ reicht nicht aus

Evaluierung in der Entwicklungszusammenarbeit;

Interview mit Bundesminister Dirk Niebel ......................... 28

Noch viel zu tun

Mensch & Umwelt – Zahlen & Fakten ............................... 30

Auf einen Blick

Die 251 Spenden-Siegel-Organisationen .......................... 32

DIE DZI-SPENDENBEILAGE

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

HELPTHEWORLD now!

I N T E R N A T I O N A L E S C H A R I T Y - N A C H R I C H T E N M A G A Z I N

„helptheWorld-nOW!“ – das internationale Magazin für Spenden & Engagement

stellt die Redaktion und Mediaplanung für die Realisierung des

Spendenmagazins“. „HelpTheWorld-NOW!“ erscheint zwei- bis dreimal

jährlich als CSR-Maßnahme des Münchner Verlags Journal International

und hat 2010 Gold bei den Best of Corporate Publishing Awards gewonnen.

Das Magazin lenkt den Blick auf „vergessene“ Krisen, analysiert allgemeine

Problemfelder, stößt Kontroversen an und diskutiert Lösungsansätze.

Die aktuellen Ausgaben finden Sie auf www.helptheworld-now.de.

Erst die Dürre, dann der Hunger, jetzt droht die

Cholera – zwar beginnt die Nothilfe in der Sahel-

08zone

zu wirken, doch die Lage bleibt dramatisch

Auch hier ist Hilfe noch dringend nötig:

Krisenregionen rund um den Globus, die nicht

16mehr

täglich in den Schlagzeilen erscheinen

Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler

erzählt, wie sie trotz ihres dichten Alltags noch

24Zeit

findet, sich für Kinder in Not zu engagieren

IMPRESSUM

Herausgeber: Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), Bernadottestr. 94, 14195 Berlin, www.dzi.de • Verlag & Redaktion: Journal International Verlag,

Hanns-Seidel-Platz 5, 81737 München, www.journal-international.de • Verlagsleitung: Stefan Endrös • Chefredaktion: Maike Zürcher • Art Direktion: Frank Krüger

• Grafik: Bernhard Biehler • Bildredaktion: Markus Hirner • Redaktion: Norbert Misch-Kunert • Mitarbeiter dieser Ausgabe: Kai Bargmann, Christian Gedschold,

Claudia Götz, Ann Kathrin Sost, Patricia Thivissen • Anzeigenleitung: Sabine Krämer • Produktion: Axel Ringel • Reproduktion: PMI Publishing Verlag GmbH & Co. KG

• Druck: Mohn Media Mohndruck GmbH, gedruckt auf


6 | Im Blickpunkt

Ausgezeichnet

engagiert!

Unter dem Motto „Tut Gutes. Wir reden darüber“ vergibt

das Bündnis für Gemeinnützigkeit am 5. Dezember in

Berlin den Deutschen Engagementpreis. Verliehen wird

die Auszeichnung in den Kategorien Dritter Sektor, Einzelpreis,

Wirtschaft, Politik & Verwaltung sowie Engagement

vor Ort. Bewerben kann man sich hierfür nicht – vielmehr

konnten alle Bürger bis Ende Mai engagierte Menschen

vorschlagen, die Gewinner der einzelnen Kategorien

werden schließlich von einer Jury gewählt. Zudem gibt

es einen Publikumspreis, über den bis Anfang November

unter www.deutscher-engagementpreis.de abgestimmt

werden konnte.

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Blindheit überwinden – Blindheit verhüten

Kaum jemand weiß, dass:

• Blindheit in Deutschland stetig steigt

• bei gutem Training Blindheit in hohem Maße

kompensiert werden kann

• in den Entwicklungsländern 90% aller Erblindungen

mit genügend Geld verhütbar oder heilbar wären

• in Afrika Tausende am Grauen Star erblinden,

obwohl eine OP nur 30 Euro kostet

Deutsches Blindenhilfswerk,

Schulte-Marxloh-Str. 115 • 47169 Duisburg,

Tel: 0203 – 355 377 • Email: tigges@blindenhilfswerk.de;

www.blindenhilfswerk.de

Spendenkonto: 7 213 300, BLZ: 370 205 00

(Bank für Sozialwirtschaft)

Spenden: USA auf Platz eins

In welchen Ländern spenden die Menschen am meisten? Laut dem aktuellen

World Giving Index der Charities Aid Foundation stehen die Vereinigten

Staaten auf dem ersten Platz. Dicht dahinter ist ein kleines Land in Europa:

Irland rückt vom dritten auf den zweiten Platz vor. In den Top 20 können

sich zudem vier Länder platzieren, die zuvor nicht so weit oben vertreten

waren: Thailand, Marokko, Nigeria und Liberia. Deutschland liegt indes auf

Platz 26. Ein Vergleich einzelner Kontinente und Regionen auf der Welt zeigt:

Besonders großzügig sind Menschen in Australien und Neuseeland, gefolgt

von Nordamerika und Süd- und Westeuropa. Das Schlusslicht bildet Zentral-

und Osteuropa, noch hinter dem subsaharischen Afrika. Für den Report wurde

die Spendenbereitschaft in 153 Ländern untersucht. www.cafonline.org

Hunger bleibt Hunger

Gemischte Nachrichten gab es zum Welternährungstag

am 16. Oktober: Im Welthungerbericht der Vereinten Nationen

heißt es, dass der Hunger insgesamt zurückgeht –

so sieht es derzeit danach aus, dass das Millenniumsziel,

die Hungerquote von 1990 bis 2015 zu halbieren, erreicht

werden könnte. Die Verfasser des Berichts gehen davon

aus, dass 2015 12,6 Prozent der Menschen hungern müssen,

was einen Prozentpunkt über dem eigentlichen Ziel

läge. Dennoch leiden weltweit 868 Millionen Menschen

Hunger, davon 852 Millionen in den Entwicklungsländern

und rund 100 Millionen Kinder unter fünf Jahren.

So engagiert

sind deutsche

Unternehmen

Mehr als ein Drittel aller Deutschen

bringt sich ehrenamtlich

für die Zivilgesellschaft ein. Das

zeigt der Erste Engagementbericht

der Bundesregierung. Der größte

Bereich bürgerschaftlichen Engagements

ist Sport und Bewegung,

aber auch in Schule und Kindergarten,

Kirche, Kultur sowie im sozialen Bereich bringen

sich viele Ehrenamtliche ein. Schwerpunkt des Berichts

war jedoch das Engagement von Unternehmen: 64 Prozent

von ihnen engagieren sich bürgerschaftlich. Dabei konzentrieren

sie sich auf ihr direktes lokales und regionales

Umfeld und spenden bevorzugt Geld (etwa 8,5 Milliarden

Euro). Besonders fördern sie den Bereich Erziehung,

Kindergärten und Schulen (75 Prozent) sowie Freizeitaktivitäten

und Sport (68 Prozent). Insgesamt entspricht das

Engagement der Unternehmen einem Gegenwert von etwa

elf Milliarden Euro. www.engagement-bericht.de


Fotos: Fotolia

Wie großzügig

sind Sie wirklich?

Wer wissen will, ob er eher zur Kategorie der „Spendenmuffel“

gehört oder ein großer „Spendator“ ist, kann dies durch wenige

Mausklicks herausfinden: Unter www.spendometer.de gibt

man – selbstverständlich anonym – sein Bruttojahreseinkommen,

sein Alter und sein jährliches Spendenvolumen ein

und bekommt sofort das Ergebnis präsentiert. Beispielsweise

gilt ein Student, der von BAföG lebt und 100 Euro spendet,

als „Spendenprofi“, während ein leitender Angestellter mit

einer Spende in dieser Höhe auf der Großzügigkeits-Skala

weiter unten eingestuft wird. Entwickelt wurde das SpendOmeter

von Phineo, einem unabhängigen Beratungshaus für

den gemeinnützigen Sektor in Berlin.

Swetlana GannuSchkina,

ruSSland

Engagiert sich seit Jahren für

tschetschenische Flüchtlinge

und muss sich deshalb

Behörden willkür und

Schikanen widersetzen.

Amnesty International hat diesen Menschen rechtsverteidigern

geholfen – finanziell, logistisch oder durch Eilaktionen.

Jeden Tag bezahlen andere Helden weltweit ihren Einsatz für die

Menschenrechte mit Unterdrückung, Folter oder Gefängnis.

www.amnesty.de/spenden

Spendenkonto 80 90 100

Bank für Sozialwirtschaft

BLZ 370 205 00

ZarGanar, MyanMar

Half Zyklon-Opfern in der Not und

wurde dafür zu 35 Jahren Haft

verurteilt. Er kam vorzeitig frei.

Gute Nachricht:

mehr sauberes

Trinkwasser

Eines der Millenniumsziele ist erreicht

– neun von zehn Menschen weltweit

trinken sauberes Wasser. Das sind 6,1

Milliarden und damit zwei Milliarden

mehr als noch 1990. Vor allem in Asien

hat sich die Lage deutlich gebessert,

was vor allem dem wirtschaftlichen

Aufschwung zu verdanken ist. In China

haben 91 Prozent der Einwohner Zugang

zu sauberem Trinkwasser (1990:

67 Prozent), in Indien 92 Prozent

(1190: 69 Prozent). „Die Welt kann

aber noch keinen Sieg feiern, solange

elf Prozent der Menschheit keinen

Zugang zu einer sauberen Quelle

haben“, sagt Unicef-Direktor Anthony

Lake. „Jeden Tag sterben mehr als

3.000 Kinder an Durchfallerkrankungen.

Um diese Kinder zu retten, bedarf

es noch eines langen Wegs.“

eren keSkin, türkei

Setzt sich für sexuell

misshandelte Frauen ein.

Erhielt Morddrohungen

und ein einjähriges

Berufsverbot als Anwältin.

Madeleine afité,

kaMerun

Deckt seit Jahren

Menschenrechtsverletzungen

in

ihrem Land auf.

Ist der Regierung

ein Dorn im Auge

und wird bedroht.

Im Blickpunkt | 7

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Marcelo freixo, braSilien

Setzt sich für die Bekämpfung

gefährlicher Milizen ein und

erhielt deswegen Morddrohungen.

Dave M. Benett / Getty Images


8 | Vor Ort

Sahelzone:

Millionen in Gefahr

Nach der großen Dürre sind immer noch viele Menschen

auf der Flucht – und vor allem Kinder unterernährt. Doch

die Nothilfe beginnt, erste Früchte zu tragen

Die Situation für die Flüchtlinge

in der Sahelzone bleibt dramatisch,

vor allem Kinder sind bedroht:

Mehr als vier Millionen

Kinder unter fünf Jahren haben zu wenig zu

essen – mehr als eine Million sind sogar von

schwerer Mangelernährung bedroht. Schätzungen

zufolge sind in diesem Jahr rund 18

Millionen Menschen in der Sahelzone betroffen,

die dringend Hilfe benötigen. Für die

Hungerkatastrophe in Ostafrika 2011/2012

erhielten die deutschen Hilfswerke nach

Erhebungen des Deutschen Zentralinstituts

für soziale Fragen (DZI) 193 Millionen Euro

an privaten Spenden. Die Regenzeit birgt zudem

eine neue Gefahr: Cholera. Besonders

schwierig ist die Lage für Kinder in Mali: Die

Mischung aus Dürre, Lebensmittelknappheit

und politischer Unruhe hat rund 360.000

Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

Mehr als 200.000 Flüchtlinge sind in die

Nachbarländer geflohen – Länder, die selbst

stark vom Hunger betroffen sind.

Erdnusspaste für Kinder

Insgesamt sind in den Ländern der Sahelzone

bisher 550.000 Kinder behandelt worden.

Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfs-

werk versorgt Unicef Flüchtlinge in Mali

und den Nachbarländern mit sauberem

Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Unterkünften

– und beugt gegen die Cholera vor.

Der Ernährungswissenschaftler Roland

Kupka, 37, ist für Unicef in Dakar (Senegal)

vor Ort. Wie erlebt er die Lage der Kinder?

„Es ist traurig, so viele unterernährte

Kinder zu sehen.“ Aber es gibt Hoffnung.

Mit spezieller Nahrung wie kalorienreicher

Erdnusspaste kann Unicef die Kinder retten.

Kupka: „Es ist wunderbar zu sehen, wie

ein Kind innerhalb weniger Tage wieder zu

Rund 18 Millionen Menschen

in der Sahelzone sind von der

Hungersnot betroffen

Kräften kommt.“ Trotz der schwierigen Situation

beurteilt er die Entwicklung positiv.

Unicef kann mehr Kindern als früher helfen,

weil die Aufbaunahrung nicht mehr

auf Milch basiert, deshalb länger haltbar ist

und zu den Patienten gebracht werden kann

– statt die Kinder wie vor zehn Jahren noch

in Krankenhäusern zu behandeln. Dank

einfacher, effizienter Therapien kann ein

Großteil der Kinder erfolgreich behandelt

werden, die Kindersterblichkeit sinkt. Para-

llel unterstützt Unicef Präventivmaßnahmen

für Mütter, u.a. für das Stillen. Kupka:

„Da können schon einfache Maßnahmen viel

bringen, etwa indem man in Flüchtlingslagern

Rückzugsorte einrichtet, in denen Mütter

die Brust entblößen können.“

Wasser für Erebti

Auch in Äthiopien, Somalia, Dschibuti und

Kenia suchen nach Schätzungen der Vereinten

Nationen zwölf Millionen Menschen

Wasser und Nahrung. Das

Projektgebiet der in Dresden

beheimateten Hilfsorganisation

arche noVa liegt im äthiopischen

Distrikt Erebti an der

Grenze zu Eritrea. Das Gebiet

ist die am wenigsten entwickelte Region in

Äthiopien, mit Temperaturen bis 50 Grad

Celsius gilt sie als das heißeste bewohnte

Gebiet der Welt. Gesundheitszustand und Lebenserwartung

liegen weit unter dem Landesdurchschnitt.

Schon seit 1999 fallen die

Regenzeiten schlecht aus. Für die Frauen,

die traditionell fürs Wasserholen zuständig

sind, ist es schwierig, noch Wasserstellen zu

Fotos: UN, J.Escher


finden. Ein Teil läuft mehr als zwölf Stunden,

um Wasser zu holen. Die von der Viehzucht

lebenden Afar verloren einen Großteil ihrer

Herden, besonders Ziegen, das einzige Kapital

der Nomaden. Arche noVa übernimmt die

Verteilung chemischer Aufbereitungsmittel,

zudem werden saubere Eimer und Wasserkanister

verteilt. Damit die Nomaden die

Infrastruktur wieder nutzen können, repariert

arche noVa die Tiefbrunnen als schnelle

Hilfsmaßnahme mit Handpumpen. Um sie

für kommende Dürren besser zu wappnen,

installiert die Hilfsorganisation einfache

Versorgungssysteme. „Statt Tiefenbohrungen

setzen wir auf die Zisternen-Technik“,

sagt Auslandsprogrammkoordinator Sven

Seifert. Die Zisternen sind so angelegt, dass

sie eine Gemeinde mit Wasser versorgen können.

Wenn in der Regenzeit viel Regen fällt,

soll so viel wie möglich aufgefangen werden.

Hilfe in Somalia

Die schlimmste Dürre seit 60 Jahren hat

Hunderttausende Somalier in die Flucht

getrieben. Den Menschen in der Hauptstadt

Mogadischu zu helfen, ist aufgrund

der unsicheren Lage besonders schwierig.

Dennoch unterstützt ein Team aus Medizinern

und Logistikern der Hilfsorganisation

Cap Anamur das vollkommen überlaufene

Benadir-Hospital, in dem auch ein Jahr nach

der großen Dürre noch viele Patienten unterernährt

sind. Ein Beispiel: Der zehnjährige

Ibrahim wog bei seinem Eintreffen vor etwa

einem Monat nur noch 20 Kilo. Er wird von

der Ärztin Jacqueline Hupfer und einer einheimischen

Medizinerin behandelt: „Er ist

immer noch so schwach, dass er kaum allein

aufstehen kann. Doch mit den täglichen Infusionen

geht es langsam bergauf.“ «

Kai Bargmann

Das DZI gibt einen aktuellen Überblick,

welche Organisationen in

der Sahelzone helfen. www.dzi.de

Flüchtlingsfamilie in einem der über 200

Lager im Hafenviertel von Mogadischu –

Einsatzgebiet von Cap Anamur

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Die ersten

1.000 Tage

… entscheiden über die Zukunft eines Kindes. Mehr als

zwei Millionen Kleinkinder sterben jährlich an den Folgen

von Unterernährung. Schon die Mangelernährung der Mutter

während der Schwangerschaft schwächt das Immunsystem

des Kindes. Kleinkinder, denen in den ersten Monaten

wichtige Nährstoffe fehlen, sind anfälliger für Durchfall,

Lungenentzündung und Malaria. terre des hommes schützt

das Leben von Müttern und Kleinkindern.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit –

mit Ihrer Spende! Weitere Informationen unter

Telefon 0541/7101-128

terre des hommes Spendenkonto 700 800 700

Hilfe für Kinder in Not Volksbank Osnabrück eG

Ruppenkampstraße 11a BLZ 265 900 25

49084 Osnabrück www.tdh.de


10 | Vor Ort

Flüchtlingsdrama in Syrien

Ein Menschenstrom wälzt sich von Syrien in die Nachbarländer Jordanien und

Libanon. Beide können die Menschenmassen nicht ohne Hilfe bewältigen

In Syrien leidet die Bevölkerung unter den Folgen des Bürgerkrieges.

Für etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene

wird die Lage von Tag zu Tag verzweifelter. Während es in Syrien

immer weniger sichere Zufluchtsorte gibt, sind Jordanien

und Libanon mit dem stetig ansteigenden Zustrom von Flüchtlingen

zunehmend überfordert. Drei deutsche Organisationen u.a. leisten

in dieser Situation humanitäre Hilfe. „Ärzte der Welt“ etwa, der

2000 gegründete deutsche Zweig der internationalen humanitären

Verzweiflung – etwa 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge

sind auf der Suche nach einem sicheren Ort

Organisation Médecins du Monde, hilft den Anrainerstaaten, die

medizinische Versorgung der Verletzten und Flüchtlinge zu gewährleisten.

Über den Alltag in Syrien berichtet die Organisation:

„Ärzte und medizinisches Personal werden ermordet und gefoltert,

Verletzte suchen aus Angst vor Repressalien die Krankenhäuser

nicht mehr auf, Ärzte werden in ihrer Arbeit in den Krankenhäusern

sowie den bombardierten und besetzten Gebieten ständig

behindert.“ Besonders perfide: Der heimliche Transport von Medikamenten

wird als Straftat angesehen. Ergebnis der Gewalt gegen

Zivilisten: schätzungsweise 19.000 Tote, Tausende Inhaftierte,

Hunderttausende Vertriebene oder Flüchtlinge, viele Verletzte ohne

medizinische Hilfe.

Geheime Notkliniken, improvisierte Lazarette

Einen ähnlichen Ansatz wie „Ärzte der Welt“ wählt die Hilfs- und

Menschenrechtsorganisation medico international. Im Nachbarland

Libanon hilft der Partner AMEL, eine libanesische Hilfsorganisation,

Flüchtlingsfamilien aus Syrien. Medico selbst unterstützt

unter anderem lokale Hilfskomitees (LCC) in Damaskus, die Lebensmittel,

Hygieneartikel und Kleidung an Flüchtlinge verteilen.

Seit Beginn des Aufstands sind diese Bürgerkomitees im Einsatz.

Die vorwiegend jungen Aktivisten

versorgen durch ein

Ärztenetzwerk in geheimen

Notkliniken und improvisierten

Feldlazaretten Verletzte

und Verwundete, die in den

staatlichen Krankenhäusern

von Folter und Tod bedroht

wären. Bei der Hilfe geht es

teils abenteuerlich zu: Die

medizinischen Teams kommunizieren

ihren Medikamenten-

und Bluttransfusionsbedarf

via Internet an die

LCCs, die die Beschaffung im

benachbarten Ausland organisieren,

indem sie die Güter

nach Syrien schmuggeln

lassen und dort an die Teams

verteilen.

Das Leid der Zivilisten

Auch die deutsche Caritas

international unterstützt gemeinsam

mit einheimischen

Partnern Flüchtlinge in Libanon und Jordanien. Die Hilfe umfasst

neben Lebensmitteln und Decken, Matratzen und Hygieneartikel

auch medizinischen und psychologischen Beistand für die Flüchtlinge,

die oftmals völlig mittellos in den Nachbarländern Syriens

ankommen. Insgesamt belaufen sich die Hilfen von Caritas international

seit Beginn der Auseinandersetzungen im März 2011 auf

mehr als eine Million Euro. „Wir dürfen die Augen vor der großen

Not nicht verschließen“, sagt Christoph Klitsch-Ott, bei Caritas international

zuständig für den Nahen Osten. „Wir sehen oftmals nur

die Gewalt, dabei droht in den Hintergrund zu geraten, dass viele

Zivilisten unter den Kämpfen unermesslich leiden.“

Kai Bargmann

«

Fotos: Getty Images


Manche Kinder wünschen sich zu Weihnachten keine

Geschenke, sondern lebensrettende Nahrung.

DRK-Spendenkonto

Konto: 41 41 41

Bank für Sozialwirtschaft

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medizinische Versorgung angewiesen. Bitte spenden Sie, damit wir weiterhin helfen können.

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Die gröSSte

KataStrophe

iSt DaS

VergeSSen.

Millionen KinDer SinD iM Sahel beDroht.

helfen Sie! Spendenkonto 502 502, blZ 210 602 37, eDg Kiel

Foto: R. Lang, Diakonie Katastrophenhilfe Im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia sind Tausende Menschen auf Unterstützung für Nahrung und


12 | Deutschland

Lebensfreude

trotz Krankheit

Wenn Kinder schwer krank werden, betrifft das oft die ganze Familie.

Hilfsorganisationen können mit ihrer Arbeit Unterstützung, Entlastung

und sogar neue Lebensfreude schaffen

Ein 14-jähriger Junge hat einen

Traum: Er möchte einmal im Leben

Weißkopfseeadler in freier

Wildbahn sehen. Das Problem:

Er ist schwer krank, wartet auf eine neue

Leber. In Fällen wie diesen hilft Wera Röttgering.

Sie ist Gründerin und Vorsitzende

des gemeinnützigen Vereins „Herzenswünsche“.

Und sie trifft just zu jener Zeit einen

uralten Freund wieder, der eine Yacht bei

Kanada hat – dort, wo Weißkopfseeadler leben.

Er verspricht, den Jungen zu sich einzuladen.

Doch möglich ist das erst nach der

Transplantation. Die Aussicht darauf gibt

dem Jungen Kraft, die schwere Zeit durchzustehen.

Gerade noch rechtzeitig erhält er

eine neue Leber – und darf danach zu seinen

Weißkopfseeadlern. „Heute ist er über

20 und geht einem normalen Beruf nach“,

erzählt Röttgering.

1989 hat die Münsteranerin angefangen,

schwer kranken Kindern Wünsche zu erfüllen.

Was anfangs als regionale Initiative

startete, ist heute ein bundesweites Netzwerk,

das mit 160 Kliniken zusammenar-

Unterstützung für

Eltern und Kinder bei

schwerer Krankheit

beitet. Auf Spenden ist die Organisation

angewiesen: in erster Linie zur Erfüllung

der Wünsche, aber auch zur Finanzierung

von Projekten, an denen sich Herzenswünsche

beteiligt.

Entlastung in schwerer Zeit

Als Wegbegleiter bei schwerster Krankheit

versteht sich das Kinder-Hospiz „Sternenbrücke“

bei Hamburg. Dessen Konzept

ruht auf zwei Säulen: Zum einen ist dies

die Entlastungspfl ege für schwerstkranke

Kinder und junge Menschen bis 27 Jahre,

vier Wochen im Jahr, die die Familien zum

Kraft tanken gerne auf verschiedene Aufenthalte

verteilen. Zum anderen ist es die

Pfl ege und Begleitung der betroffenen Familien

im letzten Lebensabschnitt des Kindes.

Oft sind die Familien über die Jahre schon

mehrfach zur Entlastungspfl ege im Haus

gewesen, sagt Pressesprecherin Christiane

Schüddekopf. Wichtige Stichwörter in

Sie möchten Kindern in Deutschland helfen – ob bei Krankheit, Armut oder Diskriminierung?

Informieren Sie sich bei der Spenderberatung des DZI! www.dzi.de

Fotos: Fotolia


Foto: A. Volkmann , Thür. Allgemeine

diesem Prozess sind Lebensqualität und

Würde. „Eine Mutter sagte uns mal, ihrem

Kind und seiner Familie sei Lebenszeit geschenkt

worden, wo andere von Sterbenszeit

gesprochen hätten“, erzählt Schüddekopf.

Abschied nehmen können die Angehö

rigen in einem besonderen Raum, in dem

der verstorbene junge Mensch über mehrere

Tage aufgebahrt werden kann. Jedes

Kind erhält zudem einen Platz im Garten

der Erinnerung. Ein Teil der Kosten für die

Pfl ege der Kinder wird von den Krankenkassen

bezahlt. Der Aufenthalt von Eltern,

Geschwistern oder engen Angehörigen,

der für die ganzheitliche Arbeit von Kinderhospizen

unerlässlich ist, wird von den

gesetzlichen Kostenträgern nicht vergütet.

„Wir sind daher zu mehr als 50 Prozent aus

Spenden fi nanziert“, betont Schüddekopf.

Unterstützung im Krankenhaus

Auch der Verein „Hilfe für Kinder und Erwachsene

im Krankenhaus“ benötigt für

seine Arbeit Spenden. Der 2004 gegründete

Kasseler Verein organisiert unter anderem

Beistand in schweren

Zeiten: der Verein

„Hilfe für Kinder

und Erwachsene im

Krankenhaus“

Meine Welt kennt keine Grenzen

Kindernothilfe setzt sich weltweit für das Überleben

und den Schutz von Kindern ein. Mit über 900 Projekten in

30 Armutsländern erreichen wir rund 779.540 Mädchen

und Jungen.

Als Stifter stehen Ihnen bei uns viele Möglichkeiten

offen: Mit einer Zustiftung, einem Stifterdarlehen,

einem eigenen Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung

unter unserem Dach können Sie Not leidenden

Kindern Hilfe geben, die von Dauer ist.

Klinikclowns, kauft Spielzeug für die Kinderstationen

und fi nanziert Betreuer für

Familien mit Frühgeborenen sowie Beraterinnen

für Kinder, die an Diabetes erkrankt

sind, erzählt der Vorsitzende Dr. Thomas Fischer,

der in Kassel Chefarzt der Klinik für

Kinderanästhesie und Intensivmedizin ist.

Zudem wird die Behandlung von Kindern

mit schweren Verbrennungen gezahlt, die

dafür zum Beispiel aus Afghanistan nach

Deutschland kommen. Größtes Projekt ist

aber eindeutig das Elternhaus mit 13 Appartements,

das 2009 mit der Hilfe von zwei

weiteren Vereinen fertiggestellt wurde und

in dem die Eltern von schwer kranken Kindern

während des Krankenhausaufenthalts

leben können. 150.000 Euro Spenden pro

Jahr sammelt Fischer für den Verein. „Aber

alles fl ießt eins zu eins in unsere Arbeit“,

betont er und konnte sich 2010 über das DZI

Spenden-Siegel freuen. «

Patricia Thivissen

Gerne beraten wir Sie persönlich

Kindernothilfe-Stiftung

Düsseldorfer Landstraße 180

47249 Duisburg

Ihre Ansprechpartnerin:

Christine Taylor

Telefon 0203. 77 89-167

christine.taylor@knh.de

www.kindernothilfe-stiftung.de

Deutschland | 13

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14 | Hilfsorganisationen

„ Unsere Arbeit

ist eine politische Notwendigkeit“

Vom Einsatz vor Ort über die Koordination vom Schreibtisch aus bis zum

Fundraising – die Berufsfelder in gemeinnützigen Organisationen sind breit

gefächert. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten von ihrer Arbeit

Thomas Jacobs, 57, Dipl.-Sozialpädagoge, Friedensdorf

Ich bin Leiter der Hilfsorganisation Friedensdorf International, die Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten medizinische

Behandlungen in Deutschland ermöglicht. Für meine Tätigkeit benötige ich große Sensibilität für die Situation dieser

Kinder, die nach Abschluss der Heilbehandlung im Krankenhaus und der Rehabilitation in unserer Heimeinrichtung

wieder in ihre Heimat zurückkehren – möglichst gesund an Körper und Seele. Mit verschiedenen Projekten verbessern

wir auch die dortigen Versorgungsmöglichkeiten. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass unsere Arbeit nicht nur wichtig

und sinnvoll, sondern auch eine politische Notwendigkeit ist. Wir führen Kulturen zusammen und leisten einen Beitrag

zum friedlichen Zusammenleben aller Menschen, besonders auch durch unsere friedenspädagogische Bildungsarbeit.

Guido Oßwald,

49, Referatsleiter

Controlling

und Finanzen

der Kindernothilfe,Geschäftsführer

der Kindernothilfe-Stiftung

Zwei Triebfedern

sind es, die mich

seit 22 Jahren antreiben: Ohne sentimental

klingen zu wollen – glückliche Kinderaugen,

die Hoffnung und Zukunft ausstrahlen.

Mit meinem Fachwissen kann ich,

gemeinsam mit anderen Menschen, dazu

beitragen, dass die Kindernothilfe ihre Arbeit

wirkungsvoller und effi zienter wahrnehmen

kann. Zu meinen Aufgaben gehört

es, zusammen mit einem 15-köpfi gen Team

dafür zu sorgen, dass die Einnahmen und

Ausgaben nachvollziehbar erfasst und

transparent offengelegt werden. Des Weiteren

gehört zu meiner Arbeit, die fi nanzielle

Entwicklung zu analysieren und hinsichtlich

ihrer Auswirkungen auf die Ziele der

Kindernothilfe zu bewerten sowie Handlungsoptionen

aufzuzeigen.

Ines Hake, 33 Jahre, Medical Coordinator für

Ärzte ohne Grenzen im Südsudan

Als Medical Coordinator plane und organisiere ich den

medizinischen Part der Projekte und unterstütze das

Team vor Ort. Dies heißt auch, mit Autoritäten verhandeln,

medizinischen Bedarf ordern und importieren. Ich

bin als gelernte Krankenschwester auch für die Gesundheit

von all unseren Mitarbeitern und deren Familien zuständig.

Des Weiteren müssen wir immer bereit sein, auf eventuelle

Notfälle zu reagieren. Wenn man für Ärzte ohne Grenzen

arbeitet, sieht man die direkte Wirkung, die man mit seiner Arbeit erreicht. Auf der anderen

Seite bekommt man Grenzen aufgezeigt und muss an seinen Aufgaben wachsen.

Gernot Ritthaler, 51, Katastrophenhilfe-Koordinator Caritas international

Wenn eine große Katastrophe passiert, übernehme ich von Freiburg aus die Koordination

für die Einsätze vor Ort, organisiere die Logistik, das Verschicken von Hilfsgütern,

bin mit den Helfern in Kontakt. Die größte Herausforderung

ist es, in der heißen Phase den Überblick zu behalten

und in kritischen Situationen Entscheidungen zu treffen.

Aber auch wenn es keine Großkatastrophe gibt, habe ich

ausreichend zu tun: zum Beispiel mit der Auswertung der

Hilfs-Einsätze oder der Weiterbildung unserer Auslandsmitarbeiter.

Besonders wichtig ist die Unterstützung unserer

Partner vor Ort. Denn die Erfolgsgaranten unserer Projekte

sind die einheimischen Helfer. Nach 15 Jahren Projekterfahrung

im Ausland arbeite ich nun schon seit 2004 in der

Katastrophenhilfe-Koordination bei Caritas international.

Fotos: Stephan Wallocha


Dorothee Mack, 47, Leiterin des Arbeitsbereichs

Evaluierung und Qualitätsmanagement, Misereor

Evaluierungen untersuchen Maßnahmen und ihre Wirkungen,

bewerten sie im Hinblick auf Relevanz, Effektivität,

Effi zienz und Nachhaltigkeit und geben konkrete Empfehlungen.

Eine Art unparteiische Neugier und Distanz, aber

auch Empathie helfen dabei: Denn die Projektwirklichkeit

erschließt sich meist besser, wenn eine Vertrauensbasis

mit den Verantwortlichen entwickelt werden kann. Als

Leiterin des Arbeitsbereichs muss ich in der Lage sein,

bei den jährlich in Auftrag gegebenen 60 bis 70 Gutachtereinsätzen

die Balance zwischen dem gemeinsamen

Suchen und dem „objektiven“ externen Blick nach innen

wie nach außen zu vermitteln und zu verteidigen. Mich

interessiert diese Arbeit auch nach 14 Jahren immer noch

sehr, vor allem, da ich überzeugt bin, dass sie ein wichtiger

Beitrag für eine qualitativ gute und damit wirksame

Entwicklungsarbeit ist.

Jens Natter, 36,

Diplom-Sozialpädagoge/-Sozialarbeiter, Rauhes Haus

Ich begleite in Eimsbüttel verhaltensauffällige Kinder

durch Institutionen wie Hort und Schule und berate

auch deren Eltern in Erziehungsfragen. Im Rahmen

eines Gewaltpräventionsprojekts unterstütze ich außerdem

junge Erwachsene dabei, deeskalativ ihr Lebensumfeld

zu beeinfl ussen. In beiden Tätigkeitsfeldern

halte ich Einfühlungsvermögen, eine wertschätzende

Grundhaltung, aber auch den Willen zur Konfrontation

für notwendig. Bei konfl iktreichen Themen muss ich

zudem auf meine Grenzen und meinen Selbstschutz achten. Deshalb habe ich eine dreijährige

Zusatzausbildung zum genderorientierten Gewaltberater beim Forum Intervention

gemacht und Anfang dieses Jahres abgeschlossen. Spaß macht mir an meiner Arbeit, dass

ich täglich dazulerne und die Erfahrung, dass Konfl ikte nicht das Ende einer Beziehung

sein müssen, sondern die Chance für echten Kontakt sein können.

Gerhard Wallmeyer, 61, Bereichsleiter Fundraising Greenpeace e.V.

Beim Fundraising steht für mich die Psychologie im Mittelpunkt. Ich „übersetze“ die komplexen

Inhalte der Organisation in allgemein verständliche Aspekte und suche Anknüpfungspunkte

für eine Spendenanfrage. Dafür muss ich mich in die aktuellen Inhalte tief

einarbeiten und daraus eine Kommunikationsstrategie entwickeln. Das Interessante für

mich dabei ist, dass diese Strategie möglichst viele Menschen

überzeugen sollte. Das erfahre ich meist innerhalb

weniger Wochen. Das ist jeden Tag wieder spannend. Eigentlich

bin ich Diplom-Pädagoge für Erwachsenenbildung;

Fundraising habe ich durch Reisen gelernt, indem

ich systematisch andere Organisationen, Agenturen und

Firmen besucht habe, mir alles abgeschaut und dann neu

zusammengemixt habe. Als Leiter der Fundraising-Abteilung,

die inzwischen auf zwölf Personen angewachsen

ist, muss ich vor allem Teambildung verstehen und mir

jeden Tag fünf konstruktive Lösungen ausdenken. «

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Die Schlagzeilen

kommen und gehen.

UNICEF bleibt.

UNICEF hilft Kindern in Not. Und

sorgt nach Katastrophen dafür,

dass Kinder sauberes Trinkwasser,

Medikamente und Impfungen erhalten.

Auch wenn nichts mehr in

der Zeitung steht, leistet UNICEF

langfristige Hilfe: UNICEF hilft

beim Wiederaufbau von Schulen,

bildet Gesundheitshelfer aus

und tritt für elternlose Kinder ein.

UNICEF Deutschland,

Konto 300 000, BLZ 370 205 00

Bank für Sozialwirtschaft Köln

www.unicef.de


16 | Krisen weltweit

1

Krisenregionen 2012

Hilfsorganisationen sind rund um den Globus im Einsatz, doch ihre Arbeit

wird nicht ständig von Reportern und Fotografen begleitet. Eine Auswahl

von Krisenregionen, die nicht täglich im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen

1. Ostkongo Im Osten der Demokratischen Republik

Kongo zwingen gewaltsame Konfl ikte Hunderttausende

Menschen zur Flucht. Viele der Flüchtlinge sind

Kinder, die ihre Eltern unterwegs verloren haben oder

die bei den Kämpfen ums Leben gekommen sind. Zudem

werden immer wieder Kinder gefangen genommen

und gezwungen, als Soldaten zu kämpfen. Die großen

Flüchtlingsströme bergen auch die Gefahr für den

Ausbruch von Krankheiten: In den überfüllten Lagern

erkranken mehr und mehr Menschen an der Cholera.

3. Ostafrika Nach der Hungerkatastrophe

2011 benötigen immer noch rund acht

Millionen Menschen in Ostafrika (Somalia,

Äthiopien, Kenia, Uganda) die Unterstützung

von Hilfsorganisationen. Etwa 900.000 Kinder

sind nur mangelhaft ernährt. Im Süden Somalias

gibt es zudem einen politischen Konfl ikt,

vor dem mehr als eine Million Menschen, von

ihnen 60 Prozent Kinder, gefl ohen sind. Durch

Nothilfemaßnahmen von Hilfsorganisationen

konnte die Unterernährung zwar eingedämmt

werden. Länger anhaltende Trockenheit in

einigen Regionen wie dem Osten von Kenia

oder in Süd-Somalia könnte allerdings erneut

zu einer Hungersnot führen.

2

4

3

2. Südsudan Im Juli 2011 erlangte der Südsudan seine Unabhängigkeit.

Doch die Lage ist nach wie vor problematisch: Rund

170.000 Menschen sind aus dem Sudan in den neu gegründeten

Staat gefl ohen. In den Lagern gibt es für sie nicht genügend Trinkwasser.

Viele Menschen, vor allem Kinder, sind extrem unterernährt.

Regionale Überschwemmungen, Ernteausfälle durch Dürre

und der Ausbruch von Krankheiten wie Malaria, Durchfall oder

die Masern verschärfen die Situation. Rund eine Million Menschen

im Südsudan sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen,

weitere 3,7 Millionen brauchen Nahrungsmittelunterstützung.

4. Afghanistan Die Berichterstattung über den Krieg in Afghanistan

lässt die Situation der Menschen manchmal in den Hintergrund treten.

Diese leben besonders auf dem Land unter extrem schwierigen Umständen.

Die Lebenserwartung liegt bei nur 42,9 Jahren, die Mütter- und Kindersterblichkeit

ist sehr hoch. Mehr als 70 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze.

Problematisch sind die zerstörte Infrastruktur, mangelhafte Ernährung,

die hygienischen Zustände und ein schlechtes Gesundheitssystem:

Auf 100.000 Einwohner kommen 19 Ärzte, in Deutschland sind es 337.

Die Spenderberatung des DZI informiert auf Anfrage, welche Organisationen

zu Spenden für die jeweilige Region aufrufen. www.dzi.de

5

6

7

8

Fotos: Fotolia


5. Pakistan Im Südwesten Pakistans sind im September

bei schweren Überschwemmungen Zehntausende Menschen

obdachlos geworden, mehr als 200 wurden getötet. Die

Menschen benötigen Lebensmittel, Trinkwasser und Unterkünfte.

Insgesamt sind mehr als eine Million Menschen in

den Provinzen Baluchistan, Punjab und Sindh betroffen. Im

südlichen Punjab waren aufgrund der Zerstörung der Infrastruktur

weite Teile der Region nicht zugänglich. Durch

verschmutztes Wasser steigt auch das Risiko für Krankheiten,

insbesondere für Kinder und Alte.

7. Nordkorea Rund 200 Menschen sind nach offi ziellen

Angaben im Sommer 2012 nach heftigen Unwettern

und Stürmen in Nordkorea gestorben. Der starke Regen

verursachte Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehr als

60.000 – nach Angaben von nordkoreanischen Behörden

sogar 200.000 – Menschen wurden obdachlos, Infrastruktur

wie Straßen und Brücken zerstört. Das abgeschottete Land

in Asien trifft die Flutkatastrophe besonders hat: Da bei den

Unwettern auch mehrere Zehntausend Hektar landwirtschaftliche

Flächen überfl utet wurden, könnte sich die ohnehin

bestehende Hungersnot in Nordkorea weiter verschlimmern.

Anz_210x135_1_Layout 1 19.10.12 16:03 Seite 1

Foto Christoph Püschner

Spendenkonto 500 500 500

KD-Bank für Kirche und Diakonie

BLZ 1006 1006

www.brot-fuer-die-welt.de

Krisen weltweit | 17

6. Burma Im vergangenen Jahr ist Bewegung in den

südostasiatischen Staat gekommen: Im April 2012 kam es zu

Parlamentswahlen, die jedoch nicht demokratischen Ansprüchen

genügten. So sind die Lebensverhältnisse für große Teile

der Bevölkerung sehr schlecht, besonders für ethnische Minderheiten.

Im Nordosten des Landes leiden die Menschen unter

bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Armee und

Rebellentruppen. Das Gesundheitswesen und das Bildungssystem

sind mangelhaft. Burma gilt als ein „least developed

country“ – gehört also zu den ärmsten Ländern der Welt.

8. Philippinen Ungewöhnlich starker Monsunregen

sowie Taifune haben im Sommer 2012 auf den Philippinen

für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt. Innerhalb

von 48 Stunden fi el die Regenmenge eines ganzen Monats.

In der Hauptstadt Manila und der Umgebung waren rund

zwei Millionen Menschen von der Flut betroffen, große Teile

des Stadtgebiets von Manila wurden gefl utet. Besonders

dringend brauchten die Flutopfer Nahrungsmittel und sauberes

Trinkwasser. Da nach Flutkatastrophen die Preise für

Lebensmittel gewöhnlich stark ansteigen, müssen vor allem

arme Menschen weiterhin mit Essen unterstützt werden.

Kaum Regen

für die Saat

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die ungünstigen klimatischen Bedingungen erschweren das

Bewirtschaften der Felder. Jährliche Schwankungen der

Niederschläge verursachen immer wieder Dürren und lokale

Hungersnöte.

Brot für die Welt hilft den Menschen, sich an die Klimaveränderungen

anzupassen. Staudämme und Wasserrückhaltebecken

werden gebaut. Bauern werden zu landwirtschaftlichen

Beratern ausgebildet, um gegen die Erosion der Äcker

anzukämpfen. Durch nachhaltige Bebauung wird der Ertrag

gesteigert.

Helfen Sie mit, Grundlagen für das Überleben der

Menschen zu schaffen.

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Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst

Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

kontakt@brot-fuer-die-welt.de


18 | DZI

Auszeichnung für Vertrauenswürdigkeit

Das Spenden-Siegel

ist 20 Jahre alt

Wer sein Geld für einen guten Zweck einsetzen will, steht oft vor

der schwierigen Frage: Welcher Hilfsorganisation kann ich vertrauen?

Bei der Orientierung hilft das DZI Spenden-Siegel

Sie waren die ersten und sind bis heute dabei: Vor 20 Jahren

erhielt die Kindernothilfe das DZI Spenden-Siegel. Das

Siegel habe sich zu einer festen Größe im Spendenwesen

entwickelt, biete gute Orientierung und Entscheidungshilfe,

lobt der Vorstandsvorsitzende Jürgen Thiesbonenkamp. Neben

der Kindernothilfe tragen derzeit 250 weitere Organisationen die

„Auszeichnung“ des DZI für besondere Transparenz, Vertrauenswürdigkeit

und Kompetenz. Gemeinsam setzen sie jährlich rund 1,2

Milliarden Euro an Spenden ein, rund ein Viertel aller Spenden in

Deutschland. Dass sie auf das Spenden-Siegel setzen, hat handfeste

Gründe: Immer mehr wohltätige Organisationen drängen auf den

Markt, was jeden verunsichert, der sein Geld zu einem nachhaltig

guten Zweck einsetzen will. Das Spenden-Siegel kann hier ein wichtiges

Entscheidungskriterium sein, mehr noch: Ihm gelingt es, in

ihrer Zielsetzung, Ausrichtung und Größe höchst unterschiedliche

Organisationen wissenschaftlich fundiert einheitlich zu überprü-

Spendenaufrufe von ARD und ZDF listen oft nur mit

dem Spenden-Siegel ausgezeichnete Organisationen

fen und damit vergleichbar zu machen.

Die Organisationen beantragen das Siegel freiwillig und verpflichten

sich, die strengen wirtschaftlichen, ethischen und rechtlichen

Standards des DZI zu erfüllen – anderenfalls kann das Siegel auch

entzogen werden. Einen Antrag stellen können nur gemeinnützige

Organisationen, deren Spendeneinnahmen mindestens 25.000 Euro

im Jahr betragen.

Die Werbung spielt eine große Rolle

Seit Anfang 2011 gibt es neue Leitlinien für den Erhalt des Spenden-Siegels,

die umfangreicher und genauer sind als zuvor. Es geht

unter anderem um eine funktionierende Leitung und Aufsicht, die

Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit bei der Verwendung der Spendengelder

oder Transparenz im Jahresbericht und auf der Website.

Aber auch die Werbung spielt eine große Rolle. Hier sind die Or-

ganisationen aus Sicht des DZI zu Sachlichkeit verpflichtet. Drastische,

schockierende oder würdelose Werbung ist nicht erlaubt.

Die Spenderberatung des DZI nennt auf ihrer Website ausdrücklich

auch Organisationen, bei denen sie zu keiner Spende raten würden.

Ein Blick macht klar, welche Kriterien hier ausschlaggebend sind:

Gegen einige Organisationen hat die besonders aktive staatliche

Aufsicht in Rheinland-Pfalz ein Sammlungsverbot verhängt, andere

haben einen Verwaltungsaufwand von mehr als 35 Prozent oder

nutzen bedrängende Werbung.

Wer profitiert vom Spenden-Siegel?

Das Verfahren durch Prüfer mit meist wirtschaftswissenschaftlichem

Hochschulabschluss kann bis zu einem halben Jahr andauern.

Dass der Siegel-Antrag nicht auf die leichte Schulter genommen

werden sollte, zeigt auch die Durchfallquote: Nur rund 70 Prozent

werden beim ersten Mal angenommen. Sie erhalten das Spenden-

Siegel für ein Jahr, dann folgt ein neuer

Antrag. Das DZI macht ihnen wie auch jenen,

die es nicht geschafft haben, Verbesserungsvorschläge.

Obwohl mittlerweile

andere Anbieter unterschiedlicher Seriösität und Zielrichtung auf

dem Markt sind, genießt das DZI Spenden-Siegel weiterhin besonders

großes Vertrauen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass

das Auswärtige Amt und das Bundesentwicklungsministerium es

in ihre Erwägungen mit einbeziehen, wenn es um die Vergabe öffentlicher

Mittel geht. Auch Spendenaufrufe etwa von ARD und ZDF

listen in aller Regel nur mit dem DZI Spenden-Siegel ausgezeichnete

Gruppen. Organisationen wie die Kindernothilfe profitieren also

davon, dass sie seit 20 Jahren das Spenden-Siegel kontinuierlich

beantragen. Und diejenigen, an die Projekte sich richten, profitieren

ebenso: Programme und Projekte könnten sich „nur dann

wirkungsvoll“ entwickeln, wenn sie von einer „in ihren Werbungs-

und Verwaltungskosten seriösen und transparenten Organisation

getragen“ würden, fasst Thiesbonenkamp zusammen.

Ann Kathrin Sost

«


Fragen an Prof. Ingrid Stahmer,

Vorstandsvorsitzende des DZI

Frau Professor Stahmer, 20 Jahre ist

das Spenden-Siegel jetzt alt – hat sich

seine Rolle geändert?

Ursprünglich sollte das Siegelverfahren

die Spenderberatung des DZI einfacher

und effi zienter machen und Spendern

Vertrauenswürdigkeit – gestützt durch

unser wissenschaftliches Institut – signalisieren.

Heute wird es nicht nur von

Spendern, sondern vielmehr auch von

Medien, Ministerien und Firmen genutzt.

Anfang 2011 traten neue Leitlinien in Kraft. Viele Organisationen

befürchteten mehr Kosten und mehr Verwaltung. Hat sich das

bestätigt?

Wir haben den Trägern in vielen Gesprächsrunden und Einzelgesprächen

klargemacht, dass die Änderungen auch zu ihrem Guten

sind und die Weiterentwicklungen den gestiegenen Erwartungen

der Öffentlichkeit entsprechen. Es steht ja für die Qualität der Organisationen,

sich genau prüfen zu lassen. Diskussionen gibt es immer

über unsere Aufl age, keine emotional aufdringliche Werbung

zu nutzen. Da wird viel diskutiert, wo die Grenzen sind. Ich sage

es einfacher: Es geht nicht, auf die Tränendrüsen zu drücken und

damit alten Mütterchen Geld abzunehmen.

Warum unternimmt das DZI keine Erfolgskontrolle der Projekte?

Das würde unseren Rahmen sprengen. Aber durch die weiterentwickelten

Prüfkriterien können wir heute mehr über die Art der

Arbeit und ihre Wirksamkeit herausfi nden als früher. Die Organisationen

werden jetzt angehalten, ihre eigenen Wirkungsanalysen

zu entwickeln, darüber zu berichten und die Selbstverpfl ichtungen

überprüfbar einzuhalten. Wir arbeiten uns dann intensiv durch diese

Materialien und besuchen die Verbände auch verstärkt, sodass

Das Spenden-Siegel

wird nicht nur von

Spendern, sondern

auch von Medien,

Ministerien und Firmen

genutzt

wir dann anschließend sagen können: Das Gerüst für eine gute

Arbeit ist vorhanden.

Immerhin 30 Prozent werden bei ihrem Erstantrag abgelehnt.

Ist das demotivierend?

Nein. Wir erläutern und begründen die Ablehnung sehr genau. Das

erleben viele der Träger auch als sehr hilfreich. Eine Ablehnung

des Erstantrages heißt auch nicht automatisch, dass es sich um

eine unseriöse Organisation handelt. Neue Träger mit sinnvollen

Ideen müssen manchmal erst kostenträchtig einen Spenderstamm

aufbauen.

Kann man so unterschiedliche Organisationen überhaupt mit

vergleichbarem Aufwand auf ihre Seriosität hin testen?

Ja. Es ist erstaunlich: So generell unsere Prüfkriterien auch sind,

sind sie doch so genau wie nötig. Natürlich haben wir in den letzten

20 Jahren auch dazugelernt, zum Beispiel bei unseren jährlichen

Treffen mit den Siegelträgern.

«

Interview: Ann Kathrin Sost

Erfolgsgeschichte

seit

20 Jahren –

links das DZI

Spenden-Siegel

in der alten Version,

rechts im

neuen Gewand

seit 2011

DZI | 19


20 | DZI

Gutes tun leicht gemacht

Spender möchten, dass ihr Geld auch ankommt. Auf staatliche Kontrolle können

sie aber nicht zählen. Hilfe bietet stattdessen die Spenderberatung des DZI

In Deutschland ist die staatliche Aufsicht

über gemeinnützige Organisationen

nur schwach ausgeprägt. Das ist

in den meisten anderen Ländern nicht

anders. Vereinigungsfreiheit und freiwilliges

Engagement sind eben hohe demokratische

Güter, die eine starke Hand des

Staates nicht vertragen. Damit nicht genug.

Die Deutschen wollen verglichen mit ihren

europäischen Nachbarn vieles besonders

genau wissen und reagieren schneller skeptisch.

Wie also können sie als Spender dann

Vertrauen fi nden?

Keine Gütesiegel: „gemeinnützig“ oder „e.V.“

Das Kürzel „e.V.“ (eingetragener Verein)

sollten Spender nicht als Qualitätszeichen

missverstehen. Es belegt die Eintragung

im Vereinsregister des örtlichen Amtsge-

Die DZI Spenderberatung dokumentiert

rund 1.000 Organisationen

richts, und die ist nur an wenige formale

Bedingungen geknüpft. Auch das Prädikat

„als gemeinnützig anerkannt“ ist kein umfassendes

Gütesiegel. Zwar zeigt es, dass

die Finanzberichte mindestens alle drei

Jahre vom Finanzamt steuerlich ausgewertet

werden und die Spenden abzugsfähig

sind. Wichtige Seriositätskriterien bleiben

aber außen vor, wie zum Beispiel funktionierende

Leitung und Aufsicht, klare und

eindeutige Werbung und Information oder

die erwiesene Sparsamkeit und Wirksamkeit

der Mittelverwendung. Die steuerlich

anerkannte Gemeinnützigkeit sollte also

als notwendige, nicht aber als ausreichende

Bedingung für eine sichere Spende gelten.

Die Prüfung des Jahresabschlusses durch

einen Wirtschaftsprüfer, ebenfalls häufi g

als Vertrauensmerkmal eingesetzt, geht

über die Kontrolle der Rechnungslegung

meist nicht hinaus.

Unabhängige und kompetente Prüfung

Die DZI Spenderberatung schließt die bestehende

Vertrauenslücke. Sie dokumentiert

rund 1.000 Spendenorganisationen

aus den Bereichen Soziales, Umwelt und

Naturschutz, über die die Bevölkerung in

Anfragen regelmäßig Auskunft wünscht.

Dem Vorstand der Stiftung DZI gehören

Repräsentanten des Staates, der Wirtschaft

und des gemeinnützigen Sektors an. Seit

mehr als hundert Jahren ist das DZI die

anerkannte Prüfi nstanz, die unabhängig

und kompetent das Geschäftsgebaren von

Hilfswerken bewertet.

Neben dem bekannten Spenden-Siegel

(derzeit 251 Organisationen) erarbeitet die

Spenderberatung des Berliner Instituts mit

einem deutlich reduzierten Prüfverfahren

Auskünfte zu 300 bis 400 Hilfswerken ohne

Siegel. Diese sind für

die Organisationen

kostenlos und werden

wegen des eingeschränkten

Prüfumfangs ohne Vergabe

eines Logos oder Siegels ausschließlich über

die Website des DZI veröffentlicht. Bei der

Erstellung der Auskunft werden vor allem

folgende Aspekte berücksichtigt:

• Die Organisation ist als steuerbegünstigt

anerkannt.

• Die Ziele sind in der Satzung eindeutig

dargestellt und stimmen mit der Tätigkeit

überein.

• Leitung und Aufsicht sind angemessen

strukturiert und voneinander getrennt.

• Werbung und Information sind klar, wahr,

sachlich und offen gestaltet und setzen

die Umworbenen nicht unter Druck.

• Die Darstellung der Finanzen ist transparent

und wird von einem vereidigten

Buchprüfer oder Wirtschaftsprüfer überprüft,

wenn die jährlichen Einnahmen

2,5 Mio. Euro übersteigen.

• Die Werbe- und Verwaltungsausgaben be-

tragen höchstens 35 Prozent der jährlichen

Gesamtausgaben.

Zur Erstellung einer Auskunft erbittet das

DZI auf freiwilliger Basis von den Organisationen

Satzung, Gemeinnützigkeitsbescheid,

Finanz- und Tätigkeitsbericht sowie

Werbematerial. Es wertet auch deren Internetseiten

aus. Die Auskünfte werden um

Aspekte ergänzt, die sich durch die eigene

Recherche der erfahrenen Prüfer des DZI,

zum Teil auch durch Hinweise von Spendern,

ergeben haben.

„Das DZI rät ab“

Alle Auskünfte werden kostenlos auf der

DZI-Website veröffentlicht. Sie sind leicht

auffi ndbar, indem man den Namen des

Hilfswerks in die Suchmaske eingibt. Negative

Beurteilungen sind in der Rubrik

„Das DZI rät ab“ zu fi nden. Stellt eine Organisation

die zur Auswertung benötigten

Informationen nur teilweise oder gar nicht

zur Verfügung, so führt das DZI sie in der

Rubrik „Keine Einschätzung möglich“ auf.

Wer es ganz genau wissen will, dem dient

der „DZI Spenden-Almanach“ als Ratgeber

und Informationsquelle über das ganze Jahr

hinweg. Er enthält neben den Einzelporträts

aller Siegel-Organisationen und allen

Spenden-Tipps“ des Instituts auch informative

Statistiken zu den Finanzen und

zum Aufbau der gesiegelten Hilfswerke. «

Maike Zürcher

Aktuell erschienen:

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22 | Interview

Sind die üppigen

Zeiten bald vorbei?

Wer spendet wie viel in Deutschland und warum? Prof. Dr. Jürgen Schupp,

Leiter der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel, über die Ergebnisse

Prof. Dr. Jürgen Schupp ist Leiter der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel

(SOEP), die im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) Berlin das

Spendenverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen hat

Die Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP),

die im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW) Berlin jährlich mehr als

11.000 Haushalte zu verschiedenen Themen befragt,

hat das Spendenverhalten der Deutschen näher unter die Lupe

genommen. SOEP-Leiter Professor Dr. Jürgen Schupp erläutert im

Interview die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf die zukünftige

Entwicklung des Spendens.

Herr Professor Schupp, Ältere spenden mehr als Jüngere, zeigen

die Zahlen der Langzeitstudie SOEP – werden wir im Alter

großzügiger?

Das liegt vor allem auch an der Einkommenssituation. In der Lebensphase,

wo das Geld für die eigene Familie gebraucht wird,

wenn man ein eigenes Haus baut, auch beruflich sehr angespannt

ist, fällt es schwerer, Mittel abzuzweigen. Dagegen verfügt, zu-

mindest galt das bislang, die Generation, die nach

dem Krieg Deutschland aufgebaut hat und zur Erbengeneration

gealtert ist, über vergleichsweise

hohes Privatvermögen. Im Alter wächst dann die

Betrachtungsweise, dieses Vermögen verstärkt

auch für mildtätige und nicht-eigene Zwecke zu

verwenden.

Glauben Sie, dass dieser Trend in den kommenden

Jahrzehnten anhält? Oder werden die heute

30-Jährigen mit 50 oder 60 Jahren weniger

spenden als ihre Eltern und Großeltern?

Vermutlich ist man gut beraten, aus den heutigen

Zahlen nicht gar zu viel Optimismus abzuleiten,

dass sich die Älteren in 20 Jahren ähnlich großzügig

verhalten werden. Die Gründe liegen zum

einen darin, dass die Altersphase länger anhält.

Die damit verbundenen Kosten im Bereich Gesundheit

und Pflege werden künftig aller Voraussicht

nach einen noch größeren Obolus beanspruchen,

als es gegenwärtig der Fall ist. Hinzu kommt die

Entwicklung der Renten. Da deutet vieles in die

Richtung, dass wir die üppigen Jahre vielleicht

bald hinter uns haben werden.

Ihre Untersuchung zeigt zudem: Die Spendenbereitschaft

in Deutschland erhöht sich mit dem Bildungsgrad. Ist

das ebenfalls mit einem tendenziell höheren Einkommen von

besser Gebildeten zu erklären?

Genau. Unsere Erwartung war zunächst, dass wir einen U-förmigen

Verlauf finden, das heißt, dass in den unteren Schichten verhältnismäßig

– also gemessen am dort verfügbaren Einkommen

– mehr gespendet wird. Aber wir mussten feststellen, dass die

oberen Einkommensschichten nicht nur häufiger, sondern auch

wesentlich höhere Beträge zu spenden bereit sind und ihnen beim

Gesamtspendenaufkommen eine sehr große Rolle zukommt. Rund

ein Drittel des gesamten Spendenvolumens wird vom obersten

Zehntel der Einkommensbezieher erbracht. Von daher ist auch das

Gesamtspendenvolumen von den Besserverdienenden geprägt,

wenngleich selbstverständlich auch die unteren Schichten einen

wichtigen Beitrag leisten.

Die Zahlen besagen aber auch, dass der prozentuale Unter


schied des Spendenvolumens zwischen den Einkommensgruppen

relativ gering ist und daher bei den reicheren Einkommensgruppen

noch Potenzial ist, zu spenden.

Das haben Sie Recht. Wir haben in unseren Berechnungen nur

die laufenden Einkünfte, nicht das Vermögen berücksichtigt.

Neben den laufenden Einkünften wäre es vielfach schon zumutbar,

wenn von den Vermögenswerten das ein oder andere in die

Gemeinschaft eingespeist werden würde, zumal das Wachstum

„Im Alter setzt man sein Vermögen verstärkt für

mildtätige und nicht-eigene Zwecke ein“

der Vermögenswerte nicht immer allein das Verdienst der Besitzer

ist. Gleichwohl sollte man sich jedoch davor hüten, eine Debatte

vom Zaun zu brechen, dass die Reichen sich nicht an der Finanzierung

des Gemeinwesens beteiligen würden. Im Grenzfall ist mir

ein steuerehrlicher Hocheinkommensbezieher, der wenig spendet,

immer noch lieber als ein vermeintlich Großzügiger, der bei einer

öffentlichen Show anruft und sich mit einer 100.000-Euro-Spende

feiern lässt, aber sein Geldvermögen unversteuert in die Schweiz

transferiert hat oder seine laufenden Einkünfte vor dem Finanzamt

niedriger darstellt, als sie tatsächlich sind.

Die USA werden immer wieder als Beispiel für eine völlig andere

Spendenkultur angeführt. Was sind die größten Unterschiede

zu Deutschland?

Ein Riesenunterschied ist, dass wir in Deutschland einen vergleichsweise

gut ausgebauten, wenn auch in den letzten Jahren

etwas zurückgebauten Sozialstaat haben. Wir haben eine staatliche

Basissicherung für alle Bedürftigen,

das heißt, in Deutschland wird niemand

alleingelassen. Dies ist der substanzielle

Unterschied zu den USA, wo es lediglich

eine Sicherung bei der Krankenversicherung

der über 65-Jährigen gibt, aber ansonsten die Bewältigung

individueller Risiken auf mitmenschliche Solidarität angewiesen

ist. Man kann jetzt trefflich darüber streiten, ob die Großzügigkeit

der Mildtätigenabgabe für das Gemeinschaftsgefühl förderlicher

ist, als wenn der Staat dies über Steuern organisiert. Das amerikanische

Modell hat auf jeden Fall seine Kehrseite und taugt daher

nur bedingt zum Vorbild.

Interview: Patricia Thivissen

Interview | 23

«

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24 | Interview

„ Ich bin froh,

wenn ich meine Bekanntheit nutzen kann“

Schauspielerin Maria Furtwängler erzählt von ihrem Engagement für Mädchen

in Not, ihren berührendsten Erlebnissen vor Ort und verrät ihr Lebensmotto

F

rau Dr. Furtwängler, Sie sind

Schauspielerin, Ärztin, Mutter

zweier Kinder und engagieren

sich nebenbei auch noch in

Hilfsprojekten. Welche Prioritäten setzen

Sie in Ihrem Alltag?

Zuerst kommt meine Familie, danach kommen

schon beide anderen Bereiche. Ich liebe

meinen Beruf, aber das soziale Engagement

liegt mir auch sehr am Herzen. Es ist nur

nicht immer leicht, alles in einem Terminkalender

unterzubekommen. Toll ist es, wenn

ich die Erfahrungen im sozialen Bereich mit

meiner Familie teilen kann, so wie jetzt, als

ich mit meiner Tochter unser Projekt für

ehemalige Prostituierte und missbrauchte

Mädchen auf den Philippinen besucht habe.

Das ist eines der Partnerprojekte der Ärzte

für die Dritte Welt – German Doctors, für

die ich mich schon seit 1997 engagiere.

Welche Bereiche Ihres Engagements liegen

Ihnen besonders am Herzen?

Letztlich schlägt mein Herz für Kinder in

Not, besonders für Mädchen. Diese leiden

oftmals besonders unter ungerechten Verhältnissen

und Gewalt. Daher mein Engagement

sowohl für das „Bündnis für Kinder

gegen Gewalt“ als auch für die German Doctors.

Und ich finde es toll, wenn ich starke

Frauen mit ihren Projekten unterstützen

kann. Deswegen macht mir die Zusammenarbeit

mit den Frauen vom Malisa Home auf

den Philippinen auch so viel Spaß.

Wie sieht Ihr eigenes Engagement konkret

aus?

Ich bin froh, wenn ich die Vorteile, die mir

meine Bekanntheit bietet, nutzen kann, um

andere darauf aufmerksam zu machen, wo

Hilfe nötig ist. Mir ist es aber auch wichtig,

dass ich nah an dem dran sein kann, was

Maria Furtwängler ist einem breiten

Publikum als Tatort-Kommissarin

Charlotte Lindholm bekannt – mit der

Schauspielerei begann sie während

ihres Medizinstudiums

vor Ort passiert. Bei meinem Besuch auf den

Philippinen im September habe ich mich

selber informieren können, wo das Malisa

Home jetzt steht. Gemeinsam haben wir an

der Weiterentwicklung gearbeitet. So kann

ich auch gegenüber anderen Unterstützern,

in diesem Fall den Sternstunden, der Charity-

Aktion des Bayerischen Rundfunks, für das

Projekt geradestehen.

Welches Erlebnis im Rahmen Ihres Engagements

hat Sie am meisten berührt?

Oh, da gibt es vieles. Ich denke an die Begegnung

mit dem kleinen Getim in Kalkutta,

der wegen Polio im Rollstuhl sitzt, aber

schon als kleiner Junge unheimlich viel

positive Energie ausgestrahlt hat. Dank der

Hilfe von RTL konnten die German Doctors

ihn fördern. Oder mein Besuch bei den

Müllsammlern in Cebu. Sehr traurig machen

mich auch die Geschichten der Mädchen

im Malisa Home. Eines ist erst acht

Jahre alt und musste schon Missbrauch

erleben, andere sind sehr jung in der Prostitution

gelandet.

Sind Sie der Ansicht, dass sich genügend

Menschen in Deutschland engagieren –

oder in welchen Bereichen sehen Sie noch

Bedarf?

Durch meine Position bei den German Doctors

treffe ich sehr viele engagierte Ärzte,

die alle unentgeltlich in den Projekten arbeiten

und sich sogar noch an den Kosten

beteiligen. Vor diesem Engagement habe

ich großen Respekt. Und ich erlebe immer

wieder, dass man erst auf einiges Nachfragen

mitbekommt, wie sehr sich jemand für

andere einsetzt. Was für uns alle vielleicht

wichtig wäre: auch im Alltagsstress den

Blick für unsere Mitmenschen nicht zu

verlieren.


Fotos: Sebastian Breitkreutz, Imago

Ja, ich interessiere mich für eine Kinderpatenschaft!

Bitte schicken Sie mir Informationen.

Vorname, Name

Maria Furtwängler mit einem Mädchen von Malisa

Home – einem Projekt der Ärzte für die Dritte Welt.

Rechts: mit der Leiterin von Malisa Home auf der

Baustelle, wo neue Unterkünfte entstehen

Welche Erfahrung haben Sie gemacht:

Sensibilisiert man die Menschen hier

leichter für Brennpunkte, die vor der

Haustür liegen – wie Gewalt gegen Kinder

–, oder für hungernde Menschen in Afrika

zum Beispiel?

Natürlich interessiert viele von uns zu-

nächst mal das mehr, was bei uns passiert.

Andererseits verschließen wir oft gerne die

Augen vor der Not bei uns. Letztlich ist mir

aber noch keiner begegnet, der sich abwendet,

wenn man ihm anhand persönlicher

Straße, Nr. PLZ, Ort

E-Mail Telefon

KHW Spendenkonto EKK Konto 10 90 BLZ 520 604 10

Kontakt 05622 6160 | www.kinderhilfswerk.de

Schicksale die Augen für Menschen in Not

öffnet – sei es hier in Deutschland oder in

den Slums der sogenannten Dritten Welt.

Sie sind ja sowohl in Ihrer Funktion als

Ärztin wie auch als Spendenbotschafterin

häufiger vor Ort bei humanitären

Einsätzen. Sind Ihnen im Kontakt mit

Helfern und Hilfs-

Ich finde es toll, wenn ich starke Frauen

mit ihren Projekten unterstützen kann

organisationen

anderer Länder

Unterschiede zu

deutschen Organisationen

oder Helfern aufgefallen? Oder

auch bezüglich der Spendenbereitschaft?

Ehrlich gesagt, bei den Helfern sind mir

keine großen Unterschiede aufgefallen. Ich

treffe immer wieder beeindruckende, tolle

Interview | 25

Menschen vor Ort. Und auch hier kenne

ich viele, die sich in den Hilfsorganisationen

dafür engagieren, dass die Arbeit

überhaupt gemacht werden kann. Was die

Spendenbereitschaft angeht, so kann ich

das nur schwer abschätzen. Nach meinem

Gefühl ist diese aber in Deutschland immer

noch sehr hoch.

Haben Sie ein Lebensmotto, das Sie Ihren

Kindern mit auf den Weg geben?

Ja, angesichts all der Probleme, denen wir

in der Welt begegnen, ist mir ein Zitat, das

angeblich von Konfuzius stammen soll,

wichtig: „Es ist besser, ein einziges kleines

Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu

verfluchen.“

«

Interview: Maike Zürcher

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Weihnachten!

Kinderhilfswerk

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26 | Internet

Spenden 2.0

Kaum mehr als ein Mausklick – und schon ist die Spende unterwegs. Gutes

tun übers Internet wird immer beliebter. Worauf Spender achten sollten

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist stark altersabhängig.

Nach Aussage des vom Deutschen Zentralinstitut

für soziale Fragen (DZI) herausgegebenen

Spendenberichts Deutschland 2010“ sind es die über

65-Jährigen, die am häufi gsten spenden, gefolgt von den 50- bis

64-Jährigen. Im Durchschnitt geben rund 40 Prozent der Deutschen

Geld für gemeinnützige Zwecke. Bei den 14- bis 29-Jährigen beträgt

die Spenderquote lediglich 20 Prozent.

Allerdings sind nach aktuellen Umfragen auch viele jüngere Menschen

bereit, anderen mit ihren Spenden zu helfen – nur erreichen

die herkömmlichen Methoden der Straßensammlung, der Kollekte

und des Spendenaufrufs im Anschluss an die Tagesschau oder das

heute journal die junge Generation nur unzureichend. Der Erfolg

der Vermittlung von Botschaften ist auch bei der Spendenwerbung

eine Frage des Mediums.

Längst hat sich diese Erkenntnis bei den Spendenorganisationen

durchgesetzt. Ihnen ist klar, dass nur der Weg über das Internet

und möglichst auch eine Präsenz in sozialen Netzwerken zum Erfolg

führen kann, das heißt, die sogenannten Digital Natives – die

Jüngeren, die mit dem Internet aufgewachsen sind – zur Spende für

den guten Zweck zu gewinnen.

Am Puls der Zeit: eFundraising

Es sind nicht nur die zeitgemäßen Bilder, die das „eFundraising“

attraktiv machen. Wie in vielen anderen Bereichen der Verwaltung,

des Marketings und Vertriebs bietet das Internet auch den Hilfsorganisationen

attraktive Werkzeuge oder, um in der Sprache des Web

zu sprechen, Tools zur Einwerbung und Weitergabe

von Spenden. Dabei muss es sich nicht

ausschließlich um Geldspenden

handeln, es kann auch ehrenamtlichesEngagement

vermittelt wer-

Bequem von zu Hause aus spenden – diverse

Onlineportale bieten dafür ihre Dienste an

den wie zum Beispiel Hausaufgabenhilfe, Betreuung von Kindern

oder alten Menschen und vieles mehr. Die Vorteile liegen auf der

Hand: Die datenbankgestützte, papierlose Vermittlung von Spenden

und Engagement spart Zeit, Kosten und Personal.

Transparenz als oberstes Gebot

Wachsamkeit ist aber ebenso wie bei den eher traditionellen Sammelformen

auch bei Spenden über das Internet geboten, denn nicht

nur das sprichwörtliche Papier, sondern auch der Bildschirm kann

geduldig sein. Die Veröffentlichung einer Website ist sehr viel

preiswerter und hat schnell eine größere Reichweite als herkömmliche

Werbeaktionen. Eine professionell aufgemachte Internetseite

kann leicht von unredlichen Spendenorganisationen zur Spendertäuschung

missbraucht werden und das eingesammelte Geld statt

in die dargestellten Hilfsprojekte in dunkle Kanäle fl ießen. Für

Spenden, die über das Internet gesammelt werden, gelten letztlich

dieselben Regeln wie für Spendenorganisationen an sich, und auch

im Internet ist eine Seriositätsprüfung, wie sie etwa das DZI auf

www.dzi.de/spenderberatung unterstützt, unverzichtbar.

Neben der direkten Online-Spende an ein Hilfswerk bieten sich im

Internet auch Spendenportale als Mittler an. Betterplace.org und

HelpDirect.org sind die wohl größten im deutschsprachigen Bereich.

Sie verweisen neben der Einfachheit der Online-Spende auch auf

eine besondere Transparenz ihres Angebots, als weiteren Vorteil

des eFundraising gegenüber herkömmlichen Formen der Spendeneinwerbung.

Betterplace will mit seinem sogenannten „Web of Trust“

die Möglichkeit eröffnen, dass Kommentare und Erfahrungsberichte

von Nutzern zu den beworbenen Projekten den potenziellen

Spendern die Auswahl erleichtern. Die Plattform

wirbt auch mit dem Versprechen,

die persönlichen Daten der Spender

ohne deren ausdrückliche

Zustimmung nicht an die

Fotos: Fotolia


für das jeweilige Projekt verantwortliche Organisation weiterzugeben.

Die Spendenbescheinigungen werden von Betterplace selbst

ausgestellt. Das Portal etabliert sich also letztlich selbst als eigenständige

Spendenorganisation. HelpDirect geht einen anderen Weg:

Zu jedem Projekt ist leicht erkennbar, ob die dahinter stehende Organisation

das DZI Spenden-Siegel trägt, Mitglied eines Dachverbands

mit Verhaltenskodex ist oder etwa mit dem PwC Transparenzpreis

für transparente Jahresberichte ausgezeichnet wurde. HelpDirect

leitet neben den Spenden auch die jeweiligen Spenderdaten an die

betreffende begünstigte Organisation weiter, die dann eine Spendenbescheinigung

ausstellen und weitere Informationen austauschen

kann. Zum „Nulltarif“ können auch diese Spendenportale nicht arbeiten

und bitten im Zusammenhang mit der Spendenüberweisung

um einen freiwilligen Obolus von bis zu 15 Prozent.

Einkaufen mit gutem Zweck

Außer der direkten Spendenwerbung gibt es auch andere Formen

des Spendenmarketings im Internet: „Heroshopping.org“,

„Bildungsspender.de“ oder „Schulengel.de“ sind beispielsweise

Internetseiten, die mit der Methode des „affi liate marketing“, also der

angeschlossenen Marktzugänge, Provisionen von Online-Händlern

erheben und dann – ganz oder teilweise – an Hilfsorganisationen

weitergeben. Der Spender muss nichts weiter tun, als beim nächsten

Einkauf den Onlineshop des kooperierenden Handelsunternehmens

über die Website einer solchen Plattform fürsoziales Einkaufen“

Internet | 27

(social shopping) anzusteuern und verfügt damit automatisch, dass

der Händler einen bestimmten Anteil des Kaufpreises an die Plattform

überweist. Eine Spende ist das nicht, denn die Kunden werden

nur indirekt über die Kalkulation des jeweiligen Unternehmens

belastet. Nutzer müssen auch hier wachsam sein. Sie sollten ungeachtet

des sozialen Nebeneffekts auf vorteilhafte Preise achten und

darauf, dass ein angemessener Anteil bei den Spendenempfängern

ankommt. Eine gute Entscheidungshilfe gibt auch eine vom DZI formulierte

Checkliste (siehe unten).

«

Christian Gedschold

„SOZIAL EINKAUFEN“ IM INTERNET

Sechs Fragen, die Sie vorab klären sollten:

•Gibt es das gewünschte Produkt anderswo preisgünstiger?

•Ist die Seite gemeinnützig oder kommerziell?

• Ist der Geldbetrag, der gemeinnützigen Zwecken zufl ießt, klar

erkennbar und erscheint er mir groß genug?

•Werden die bisher eingeworbenen Gelder veröffentlicht?

• Werden die begünstigten Organisationen klar benannt?

• Ist erkennbar, dass die Organisationen einer sorgfältigen Seriositätsauswahl

unterliegen?

Online spenden – welchen Spendenaufrufen kann ich vertrauen?

Die DZI-Spenderberatung hilft weiter. www.dzi.de

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28 | Analyse

Die Wirkung von

Hilfsprogrammen

nachzuweisen, ist

teuer, über die

Methoden wird seit

Jahrzehnten diskutiert.

Doch vieles

spricht für die Notwendigkeit

dieser

Analysen

„ Vorher-

Nachher“

reicht nicht aus

Über die Wirkungsevaluierung

in der Entwicklungszusammenarbeit

Gegen Malaria bei Kleinkindern

lässt sich recht erfolgreich vorbeugen

– mit Moskitonetzen.

Doch in Uganda ließen kostenlos

verteilte Netze die Ansteckungsrate

nicht sinken: Viele Menschen nutzten sie

zum Fischen oder als Brautschleier, wohl

im Glauben, jederzeit Nachschub zu bekommen.

Anders in Malawi: Dort wurden

Malarianetze für 50 Cent das Stück verkauft,

und die Zahl infizierter Kinder sank

drastisch.

Ein Beispiel dafür, wie komplex schon

scheinbar einfache Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit

in ihrer Wirkung

– und ihren Nebenwirkungen – sein

können. William Easterly beschrieb diesen

Fall 2006 in seinem Buch „The White

Man’s Burden“. Er folgert: Es braucht eine

anspruchsvolle Wirkungsforschung und

unabhängige Experten, mit denen Entwick-

lungsprojekte untersucht werden – um zu

lernen, aber auch um die Öffentlichkeit zu

informieren.

Hilfe muss ergebnisorientiert sein

Die Debatte ist seitdem weit vorangeschritten,

denn der Legitimationsdruck wächst.

Kritiker werfen der Entwicklungszusammenarbeit

vor, seit Jahrzehnten scheinbare

Erfolge zu feiern, während die Zahl der

Armen weltweit wieder ansteigt. Ganz so

einfach ist die Lage zwar nicht, aber Beweise

für wirksame Hilfe wurden lange vernachlässigt.

In der Paris-Erklärung über

die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit

von 2005 pochten Entwicklungspolitiker

aus aller Welt auf Ergebnisorientierung,

sie gilt heute als wichtiges Prinzip der

Hilfe. Schon die im Jahr 2000 verabschiedeten

Millenniums-Entwicklungsziele setzen

auf klare Indikatoren, wie die ehrgeizigen

Fotos: Fotolia, Photothek.net


Ziele im Kampf gegen Hunger, Armut und

Ungleichheit erreicht werden sollten. Und

das Bundesentwicklungsministerium baut

derzeit ein eigenes Evaluierungsinstitut auf,

das unabhängige Analysen liefern soll. Einer

der Haken bei der Wirkungsforschung: Sie

ist nicht umsonst – wird sie gut gemacht,

sogar richtig teuer. Manche fürchten daher,

mit den Kosten Spender abzuschrecken.

Kriterien wie der Verwaltungsanteil sollten

allein aber nicht maßgeblich sein, wenn die

Qualität einer Organisation eingeschätzt

wird, sagt Reinhard Stockmann, Leiter des

Zentrums für Evaluation CEval in Saarbrücken:

„Eine professionell geführte Organisation

kann effektiv und effizient arbeiten

und dabei einen hohen Verwaltungsanteil

haben. Nur durch das, was bewirkt wird,

lässt sich ihre Qualität feststellen.“ Und:

Ohne Evaluierung droht Mittelverschwendung

– und die ist nicht eben billiger. Dieser

Ansicht hat sich auch das DZI angeschlossen:

Bei seinen 2011 überarbeiteten Standards

achtet das Institut explizit darauf, ob

es eine Wirkungsanalyse gibt. In den Jahresberichten

von Organisationen, die das

Spenden-Siegel bekommen wollen, muss

über diese informiert werden. Die Kosten

für Evaluierung hat das DZI ausdrücklich

aus den Verwaltungskosten ausgeklammert,

weil es einen direkten Zusammenhang zu

den Projekten und deren Erfolg gibt.

Wie lässt sich Wirkung messen?

Über die Methoden der Wirkungsmessung

gibt es seit Jahrzehnten Diskussionen.

Klar ist: Ein einfacher „Vorher-Nachher“-

Vergleich reicht nicht aus. Auch unabhängig

von einer Projektmaßnahme kann zum

Beispiel Armut reduziert werden. Ganz

grob lassen sich die Möglichkeiten zur

Evaluierung in qualitative und quantitative

Methoden unterscheiden: Bei quantitativen

Methoden werden statistisch valide

die Fakten gemessen. Man arbeitet zum

Beispiel mit Kontrollgruppen, die von ei-

Ohne Evaluierung droht Mittelverschwendung

– und die ist

nicht eben billiger

nem Projekt noch nicht profitieren. Bei

qualitativen Verfahren geht es mehr um das

„Verstehen“ einer Maßnahme, wofür zum

Beispiel die Zielgruppen selbst nach ihrer

Einschätzung befragt werden. Im Idealfall

ist eine Mischung von Methoden möglich.

Schließlich muss noch entschieden werden,

welche Wirkung gemessen wird: Geht

es um Kurz- oder Langfristigkeit? Geht es

um Individuen oder das Verändern gesellschaftlicher

Strukturen? Hat ein Projekt

wirtschaftliche, soziale oder ökologische

Auswirkungen? Einen Königsweg gebe es

nicht, betont Stockmann. Die Evaluation

hänge vom Projekt, der Größe der Organisation

und natürlich auch vom Budget ab.

Dass Wirkungsevaluierung die Entwicklungszusammenarbeit

„ökonomisiere“, wie

es mitunter von Kritikern heißt, bezeichnet

Stockmann allerdings als „das dämlichste

aller Argumente“. Jedes Unternehmen habe

mittlerweile ein Qualitätsmanagementsystem,

sagt er – das müsse auch bei Hilfsorganisationen

selbstverständlich sein.

Der Wissenschaftler rät dazu, drei bis fünf

Prozent eines Budgets für die

Evaluation zu reservieren.

Dabei müsse eine Organisation

beileibe nicht alles überprüfen.

Besser sei es, einige

Projekte einer glaubwürdigen

und aussagekräftigen

Evaluierung zu unterziehen. Wenn eine

Wirkungsüberprüfung negativ ausfalle,

müsse das nicht zum Schaden der Organisation

sein, erklärt Stockmann: „Wenn Evaluation

mit Ehrlichkeit und Aufklärungsarbeit

verbunden ist, bedeutet das auch einen

ganz großen Vorteil im Kampf um das

Vertrauen der Spender.“ Gerade bei neuen,

experimentellen Projekten sei ein Scheitern

auch normal. Ganz ohne belegbare Erfolge

gehe es jedoch nicht, unterstreicht er.

Ann Kathrin Sost

Fragen an Dirk Niebel, Bundesminister für

wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die Evaluierung der Entwicklungszusammenarbeit

wird vom BMZ schon seit Langem

betrieben. Was waren die Gründe,

jetzt mit dem Aufbau eines deutschen

Evaluierungsinstituts einen neuen Weg zu

beschreiten? Entwicklungszusammenarbeit

ist ein lernendes System. Wir müssen

die Maßnahmen und Projekte, die wir

verantworten, daher immer wieder neu

hinterfragen und überprüfen, das sind wir auch dem Steuerzahler

schuldig. Bislang hat sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

mehr oder weniger selbst kontrolliert – sicher kein optimaler

Zustand. Genau das wollen wir nun ändern und unsere Arbeit künftig

unabhängig beurteilen lassen.

Was sind die wichtigsten Aufgaben des im Aufbau befindlichen

deutschen Evaluierungsinstituts? Das Evaluierungsinstitut soll

Analyse | 29

die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Maßnahmen

der Entwicklungszusammenarbeit untersuchen, bewerten

und ausdrücklich auch Verbesserungsvorschläge machen. Kurzum:

Wenn es nötig ist, soll das Institut den Finger in die Wunde legen

und Missstände benennen – denn unser Anliegen ist es, zielgenaue,

effektive und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit zu leisten.

Wie stellen Sie sich das Zusammenwirken des neuen Instituts

und der eigenen Evaluierungsaktivitäten der privaten deutschen

NGOs vor? Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Natürlich

können und sollen sowohl staatliche Durchführer wie NGOs

weiterhin auch selbst ihre Arbeit überprüfen. Künftig wird es aber

darüber hinaus eine zusätzliche Instanz geben, die die Wirksamkeit

von Projekten noch einmal aus unabhängiger Perspektive beurteilt.

Ich würde mir wünschen, dass wir das allesamt als Chance sehen,

unsere Arbeit noch besser zu machen – vor allem im Sinne der Menschen,

die wir unterstützen wollen. Interview: Maike Zürcher «

«


30 | Zahlen & Fakten

Noch viel zu tun

Was geschieht mit den Menschen, was machen sie aus sich und ihrer

Umwelt? Die nackten Zahlen sagen: Es liegt noch viel Arbeit vor uns!

In Indonesien wird so stark wie nirgendwo sonst

auf der Welt der Urwald gerodet, um Edelhölzer

zu gewinnen. Folge: Das Land wurde drittgrößter

Erzeuger von Treibhausgasen – nach China und

den USA. In den letzten 50 Jahren wurden über

74 Millionen Hektar Regenwald vernichtet,

eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Deutschland.

In Entwicklungsländern können 250

Millionen Kinder im Grundschul-

alter weder lesen noch schreiben. 2010

hatten 61 Millionen Kinder

keinen Zugang zu einer Grundschule.

Jeder achte Mensch ist chronisch unterernährt,

weltweit leiden knapp 870 Millionen

Menschen an Hunger. Der größte Teil – 852

Millionen – lebt in Entwicklungsländern.

Die Vereinten Nationen führen eine

sogenannte „Liste der Schande“:

32 Länder, die seit mehr als fünf Jahren

die Rechte von Kindern missachten

– u.a. Afghanistan, Kongo, Kolumbien,

Burma, Philippinen, Südsudan, Somalia,

Sudan, Zentralafrikanische Republik.

Von den sieben Milliarden Menschen

auf der Erde gelten 1,3 Milliarden

als sehr arm. Sie können

pro Tag umgerechnet weniger als

1,25 US-Dollar ausgeben.

Jährlich erkranken in Deutschland

1.800 Kinder und Jugendliche

unter 15 Jahren an Krebs. Die

Heilungschancen liegen zwar bei

80 Prozent, doch bösar-

tige Tumore sind bei Kindern die

zweithäufigste Todesursache.

Mitte September waren in der Arktis nur noch

3,37 Millionen Quadratkilometer

Fläche mit Eis bedeckt, gegenüber durch-

schnittlich 7,5 Millionen Quadratki-

lometern zwischen 1979 und 2000.

Die Weltbevölkerung wächst pro Jahr um etwa 80 Millionen

Menschen, am stärksten in ärmeren Regionen. Das ist, als würde in den

Entwicklungsländern alle fünf Tage eine neue Stadt mit einer Million

Einwohnern aus dem Boden schießen.

agape

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Quellen: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Bundeszentrale für

politische Bildung, Deutsche Krebshilfe, FAO, Greenpeace, Der Spiegel, The British Royal Society, Unesco; Foto: Fotolia


Mach’s wie wir.

Mach mit!

Seit mehr als 30 Jahren ist ChildFund Deutschland eine starke

Gemeinschaft von Paten, Spendern und Stiftern, die sich dafür

engagieren, Kindern in Armut eine echte Zukunft zu schenken.

Schauspielerin Andrea Sawatzki ist seit 16 Jahren Teil davon.

Liebe Frau Becker, Andrea Sawatzki

begleitete bereits zwölf Patenkinder

auf dem Weg in ein besseres

Leben. Jetzt hat sie die Schirmherrschaft

Ihrer bundesweiten Wechsel-

Geld-für-Sinn-Kampagne übernommen.

A. Becker: Dass Frau Sawatzki als Schirmherrin

gewonnen werden konnte, macht uns

stolz und glücklich. Unter dem Aufruf „Mach‘s

wie wir. Mach mit!“ möchten wir künftig noch

mehr Menschen dazu einladen, ihrem Vorbild

zu folgen und Not leidenden Kindern mit einer

Patenschaft oder Spende zu helfen. Und so

selbst zu erleben, wie gut es tut, Gutes zu tun.

Auch die Gründerin Ihres Kinderhilfswerks,

Astrid Greiner, entdeckte als Patin

den Sinn des Lebens für sich ganz neu.

A. Becker: ‚Jeder kann Gutes bewegen, wenn

er bewegt ist. Doch jeder von uns kann so unermesslich

viel mehr bewirken, wenn wir das

Gute gemeinsam tun‘ – aus dieser Motivation

hat sie ChildFund Deutschland 1978 gegründet,

damals noch unter dem Namen CCF

Kinderhilfswerk. Und genau das ist auch heute

als größtes Kinderhilfswerk Baden-Württembergs

noch unser Anspruch. Deshalb vermitteln

wir jedem unserer Unterstützer: ‚Deine

Patenschaft und deine Spende zählt, weil du

wichtig bist für die Welt, in der du lebst!‘

Wie setzen Sie diesen Anspruch in Ihrer

täglichen Arbeit um?

A. Becker: Dank unserer überschaubaren

Größe können wir unseren Paten und Spendern

ein echtes Gegenüber sein. Die persönliche

Beziehung von Mensch zu Mensch ist

das, was unser Kinderhilfswerk für mich so

einzigartig macht. Auch in unseren weltweiten

Projekten in mehr als 40 Ländern: Denn

wir beziehen die Kinder, ihre Familien und die

gesamte Projektgemeinschaft von Anfang an

mit ein und übertragen ihnen Verantwortung.

Gemeinsam mit unseren einheimischen Mitarbeitern

wie meiner Kollegin Nuwara Eliya

aus Sri Lanka und internationalen Partnern

leisten wir so nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe.

Nuwara Eliya ist Teil der

weltweiten ChildFund

Gemeinschaft – als Leh-

rerin in einem Hilfsprojekt

in in Sri Lanka.

Andrea Sawatzki

Schirmherrin

dieser Kampagne und

ChildFund Patin seit 1996.

ChildFund persönlich

Antje Becker

Geschäftsführerin

von ChildFund

Deutschland

Fon 0 70 22/92 59-23

becker@childfund.de

Wir sind viele – jedoch nie genug.

Helfen auch Sie mit! Jeder Beitrag

zählt, weil jeder Tag zählt für ein

Kind, das sich in Not befi ndet. ●

„Bei mehreren Reisen konnte ich mich davon

überzeugen, dass ChildFund Spenden

effi zient einsetzt, um ein Höchstmaß an

Hilfe für Menschen in Not zu erreichen. Als

Pate und Stifter werde ich regelmäßig

über Entwicklungen informiert und habe

so intensiv intensiv an an der Hilfe Hilfe teil.“

Dr. Günther Schmid, Professor für Politische Ökonomie (Berlin),

Pate und Gründer der Treuhandstiftung „Child Development Fund“

Advertorial

www.childfund.de

Geprüft + Empfohlen!

Sei dabei!

www.childfund.de

ChildFund Deutschland e. V. · Laiblinstegstraße 7 · 72622 Nürtingen · Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft AG · Kto. 778 00 00 · BLZ: 601 205 00


32 | Spenden-Siegel-Organisationen

Auf einen Blick:

die 251 Spenden-Siegel-Organisationen

Name der Organisation Homepage Name der Organisation Homepage

ADRA Deutschland e.V. www.adra.de

Afghanische Kinderhilfe Deutschland e.V. www.akhd.de

Afghanischer Frauenverein e.V. www.afghanischer-frauenverein.de

africa action/Deutschland e.V. www.africa-action.de

agape e.V. - Ökumenische Initiative zur Unterstützung behinderter und

benachteiligter Menschen in Rumänien und anderen osteuropäischen

Ländern - www.agape-kinder.de

AIDA e.V. (Arco iris do amor, Regenbogen der Liebe) Verein

für deutsch-brasilianische Partnerschaft www.aida-ev.net

AKO - Aktionskreis Ostafrika e.V. www.aktionskreis-ostafrika.de

aktion benni & Co, Verein zur Förderung der

Muskeldystrophie Duchenne-Forschung e.V. www.benniundco.de

Aktion Canchanabury e.V. www.canchanabury.de

Aktion Deutschland Hilft e.V. www.aktion-deutschland-hilft.de

Aktion Friedensdorf e.V. www.friedensdorf.de

Aktion kleiner Prinz - Internationale

Hilfe für Kinder in Not - e.V. www.aktion-kleiner-prinz.de

Aktion Lichtblicke e.V. www.lichtblicke.de

Aktion pro Humanität e.V. www.pro-humanitaet.de

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. www.asf-ev.de

Aktionen - Stiftung für Menschen in Not www.stiftung-min.de

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. www.aswnet.de

Aktionsgruppe Kinder in Not e.V. www.kinder-in-not.de

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e.V. www.ask-hessen.de

Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V. www.kinderdorf-online.de

Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. www.alzheimer-berlin.de

amnesty international Sektion der

Bundesrepublik Deutschland e.V. www.amnesty.de

AMREF Deutschland, Gesellschaft für Medizin

und Forschung in Afrika e.V. www.amrefgermany.de

Andheri - Kinder- und Leprahilfe e.V. www.andheri.de/duelmen

ANDHERI-HILFE Bonn e.V. www.andheri-hilfe.de

Arbeitskreis „Eine Welt“ St. Georg Köln-Weiß e.V. www.akeinewelt.org

arche noVa - Initiative für Menschen in Not e.V. www.arche-nova.org

Ärzte der Welt e.V. www.aerztederwelt.org

Ärzte für die Dritte Welt - German Doctors e.V. www.aerzte3welt.de

Astrid und Toni Schmid-Stiftung www.astrid-und-toni-schmid-stiftung.de

Auxilium Gesellschaft

für Entwicklungshilfe e.V. www.auxilium-radolfzell.de

AYUDAME - Kinderhilfswerk Arequipa e.V. www.ayudame.de

Basisgesundheitsdienst

Partnerdiözese Jabalpur/Indien e.V. www.bgd-muenster.de

Berliner helfen e.V. www.berliner-helfen.de

Bischöfliche Aktion ADVENIAT www.adveniat.de

Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V. www.misereor.de

BJÖRN SCHULZ STIFTUNG www.bjoern-schulz-stiftung.de

Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V. www.bkhw.org

Brot für die Welt www.brot-fuer-die-welt.de

Brot gegen Not. Die Heiner Kamps Stiftung www.brotgegennot.de

Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. www.tafel.de

Bundesverband für körper- und

mehrfachbehinderte Menschen e.V. (BVKM) www.bvkm.de

Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. www.bvhk.de; www.herzklick.de

Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen

mit geistiger Behinderung e.V. www.lebenshilfe.de

Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V. www.cap-anamur.org

CARE Deutschland-Luxemburg e.V. www.care.de

Caritas-Stiftung im Bistum Essen www.caritas-stiftung.de

Caritasverband der Erzdiözese

München und Freising e.V. www.caritasmuenchen.de

ChildFund Deutschland e.V. www.childfund.de

Christliche Initiative Romero e.V. www.ci-romero.de

Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. www.cbm.de

Christophorushilfe e.V. Förderverein für

das Kinderzentrum Maulbronn www.christophorushilfe.de

CVJM - Gesamtverband in Deutschland e.V. www.cvjm.de

DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. www.dahw.de

Das Hunger Projekt e.V. www.das-hunger-projekt.de

Das Rauhe Haus www.rauheshaus.de

Der kleine Nazareno - Verein für Gerechtigkeit

und Menschenwürde in Brasilien e.V. www.nazareno.de

DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe

für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. www.deswos.de

Deutsche AIDS-Stiftung www.aids-stiftung.de

Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V. www.spaltkinder.org

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger www.seenotretter.de

Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. www.carreras-stiftung.de

Deutsche Kinderkrebsstiftung der „Deutsche Leukämie-Forschungshilfe -

Aktion für krebskranke Kinder e.V.“ (DLFH) www.kinderkrebsstiftung.de

Deutsche Leukämie-Forschungshilfe -

Aktion für krebskranke Kinder e.V. www.kinderkrebsstiftung.de

Deutsche Multiple Sklerose

Gesellschaft - Bundesverband - e.V. www.dmsg.de

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft -

Landesverband Hessen e.V. www.dmsg-hessen.de

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft -

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. www.dmsg-nrw.de

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) www.weltbevoelkerung.de

Deutsche Welthungerhilfe e.V. www.welthungerhilfe.de

Deutscher Caritasverband e.V. www.caritas.de

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. www.dksb-nrw.de

Deutscher Tierschutzbund e.V. www.tierschutzbund.de

Deutsches Blindenhilfswerk e.V. www.blindenhilfswerk.de

Deutsches Katholisches Blindenwerk e.V. www.blindenwerk.de

Deutsches Komitee für UNICEF e.V. www.unicef.de

Deutsches Medikamenten-Hilfswerk

„action medeor“ e.V. www.medeor.org

Deutsches Rotes Kreuz e.V. www.drk.de

Dewi Saraswati Hamburg, Patenschaftskreis

für die Ausbildung chancenarmer Kinder e.V. www.dewi-saraswati.de

Geprüft + Empfohlen!


Name der Organisation Homepage Name der Organisation Homepage

Diakonie Katastrophenhilfe www.diakonie-katastrophenhilfe.de

DIE FLECKENBÜHLER e.V. www.diefleckenbuehler.de

Die Heilsarmee in Deutschland,

Körperschaft des öffentlichen Rechts www.heilsarmee.de

Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. www.difaem.de

Direkte Hilfe für Kinder in Not e.V. www.kinderhilfswerk-oberursel.de

EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V. www.eirene.org

EJF gemeinnützige AG www.ejf.de

Elternverein für leukämie- und

krebskranke Kinder, Gießen e.V. www.krebskrankekinder-giessen.de

Eritrea-Hilfswerk in Deutschland (EHD) e.V. www.eritrea-hilfswerk.de

Esel-Initiative, Gemeinnütziger Verein zur Förderung allein erziehender

Frauen in entlegenen Weltregionen e.V. www.esel-initiative.de

EuroNatur - Stiftung Europäisches Naturerbe www.euronatur.org

Evangelisch-Lutherisches

Diakoniewerk Neuendettelsau www.DiakonieNeuendettelsau.de

FIAN, FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk,

Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. www.fian.de

Förderkreis Brasilien

Hilfe zur Selbsthilfe e.V. www.foerderkreis-brasilien.de

Förderkreis Centro Social Caruaru e.V. www.caruaru.de

Förderkreis für die „Schwestern Maria“ Hilfe

für Kinder aus den Elendsvierteln e.V. www.schwesternmaria.de

Förderverein Berliner Schloss e.V. www.berliner-schloss.de

Förderverein für das Kinder-

Hospiz Sternenbrücke e.V. www.sternenbruecke.de

Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg i. B. www.helfen-hilft.de

Förderverein Kinder-Indiens e.V. www.kinder-indiens.com

Frauenhaus Duisburg gGmbH www.frauenhaus-duisburg.de

Freundeskreis deutscher Auslandsschulen e.V.

Freundeskreis Indianerhilfe e.V. www.indianerhilfe.de

Freundeskreis Indien Hilfe zur Selbsthilfe /

Interkulturelle Begegnung e.V. www.freundeskreisindien.de

FUTURO SI Initiative für Kinder in Lateinamerika e.V. www.futuro-si.de

Gemeinschaft Sant´Egidio e.V. www.santegidio.de

German Rotary Volunteer Doctors

Districts 1800-1900 & 1930-1950 e.V. www.grvd.de

Geschenke der Hoffnung e.V. www.geschenke-der-hoffnung.org

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. www.gfbv.de

GfBK - Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. www.biokrebs.de

Gossner Mission www.gossner-mission.de

Grenzenlos für Obdachlose und Arme e.V. www.grenzenlos-ab.de

HAMMER FORUM e.V. Medizinische Hilfe

für Kinder in Krisengebieten www.hammer-forum.de

Handicap International e.V. www.handicap-international.de

Hans-Rosenthal-Stiftung -

Schnelle Hilfe in akuter Not - e.V. www.hans-rosenthal-stiftung.de

Haukari e.V. www.haukari.de

Heinz und Gudrun Meise-

Stiftung für herzkranke Kinder www.meise-stiftung.de

Spenden-Siegel-Organisationen | 33

HELP - Hilfe zur Selbsthilfe e.V. www.help-ev.de

HelpAge Deutschland e.V. www.helpage.de

Herz und Hand für Kinder in Not e.V. www.herzundhand.org

Herzenswünsche e.V. www.herzenswuensche.de

Hilfe für das verlassene Kind e.V. www.hilfe-fuer-das-verlassene-Kind.de

Hilfe für Osteuropa Todtnau

Seelscheid e.V. www.hfo-ev.de; www.hilfe-fuer-osteuropa-ts.de

Hilfe für Wasserkopf-Kinder in Rumänien e.V. www.hwkr.de

Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V. www.verfolgte-christen.org

HILFSWERK DER DEUTSCHEN LIONS e.V. www.lions-hilfswerk.de

Hilfswerk des Lions Club München Alt-Schwabing e.V.

www.lions-m-altschwabing.de; www.lionskarten.de

Hilfswerk Kurierverlag e.V. www.nordkurier.de

Hörer helfen e.V. www.ffn.de/aktuell/hörer-helfen-kindern.html

Hospizbewegung Duisburg-Hamborn e.V.

www.hospizbewegung-hamborn.de

HUMAN HELP NETWORK e.V. www.hhn.org

Humedica e.V. www.humedica.org

ICJA - Freiwilligenaustausch weltweit e.V. www.icja.de

Indienhilfe - Verein zur Unterstützung und

Förderung notleidender Kinder e.V. www.hettlich.de/indienhilfe

Indienhilfe e.V. www.indienhilfe-herrsching.de

Initiative Sudan / P. Stephan Senge e.V. www.initiative-sudan.de

INKOTA-netzwerk e.V. www.inkota.de

Integrative Schule Frankfurt am Main -

Grund- und Sonderschule - GmbH www.integrative-schule-frankfurt.de

Johannes-Hospiz Münster gGmbH www.johannes-hospiz.de

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. www.johanniter.de

Joint Aid Management (JAM) e.V. www.jam-deutschland.org

Josefs-Gesellschaft e.V. www.josefs-gesellschaft.de

Jugend für Christus Deutschland e.V. www.yfc.de

Jürgen-Wahn-Stiftung e.V. www.juergen-wahn-stiftung.de

Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie www.kkstiftung.de

Katachel e.V. www.katachel.de

kinder unserer welt - initiative

für notleidende kinder e.V. www.kinderunsererwelt.de

KinderBerg International e.V. www.kinderberg.org

Kinderdorf Rio e.V. www.kinderdorf-rio.de

KINDERHILFE - Hilfe für leukämie- und

tumorkranke Kinder e.V. Berlin-Brandenburg www.kinderhilfe-ev.de

Kinderhilfe PASSO FUNDO e.V. www.passo-fundo.de

Kinderhilfe Rumänien e.V. www.kinderhilfe-rumaenien.com

Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V. www.khw-dritte-welt.de

Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care www.stiftung-global-care.de

Kinder-Hospiz Sternenbrücke www.sternenbruecke.de

Kindernetzwerk e.V. - für Kinder, Jugendliche

und (junge) Erwachsene mit chronischen

Krankheiten und Behinderungen www.kindernetzwerk.de

Kindernothilfe e.V. www.kindernothilfe.de

KINDER-Not-Hilfe-SAAR e.V. www.kindernothilfe-saar.de

»


34 | Spenden-Siegel-Organisationen

Name der Organisation Homepage Name der Organisation Homepage

Kinderrechte Afrika e.V. www.kinderrechte-afrika.org

Kinderwerk Lima e.V. www.kinderwerk-lima.de

KiNiKi gemeinnützige Aktiengesellschaft www.kiniki.de

Kirche in Not/Ostpriesterhilfe Deutschland e.V. www.kirche-in-not.de

Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger www.kolpingstiftung.de

LandsAid e.V. - Verein für

Internationale Humanitäre Hilfe www.landsaid.org

Leben nach Tschernobyl e.V. www.leben-nach-tschernobyl-ev.de

Lebenshilfe für Afrika e.V. www.lebenshilfe-afrika.de

LESPWA - Hoffnung für Kinder in Haiti e.V. www.lespwa.de

Lichtbrücke e.V. www.lichtbruecke.com

Malteser Stiftung www.malteser-stiftung.de

Marianne Strauß Stiftung www.msshilft.de

Maximilian-Kolbe-Werk e.V. www.maximilian-kolbe-werk.de

McDonald‘s Kinderhilfe Stiftung www.mcdonalds-kinderhilfe.org

Médecins Sans Frontières - Ärzte ohne Grenzen

Deutsche Sektion (MSF) e.V. www.aerzte-ohne-grenzen.de

medico international e.V. www.medico.de

missio - Internationales

Katholisches Missionswerk e.V. www.missio-hilft.de

Missio - Internationales Katholisches

Missionswerk Ludwig Missionsverein KdöR www.missio.de/bayern

Missionszentrale der Franziskaner e.V. www.mzf.org

Myanmar-Kinderhilfe e.V. www.myanmar-kinderhilfe.org

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe www.naturerbe.nabu.de

National Contest for Life www.ncl-stiftung.de; www.ncl-foundation.com

Nepal-Hilfe Aachen e.V. www.nepalhilfe-aachen.de

NETZ Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit e.V.

www.bangladesch.org; www.netz-bangladesh.de

Neuapostolische Kirche - karitativ e.V. www.nak-karitativ.de

nph deutschland e.V. UNSERE KLEINEN

BRÜDER UND SCHWESTERN www.HilfeFuerWaisenkinder.de

OBDACH e.V. Wohnung+Betreuung+Beschäftigung

für alleinstehende Menschen www.obdach-hd.de

Officium et Humanitas e.V. www.oeh-online.de

Opportunity International Deutschland (OID) www.oid.org

ora international Deutschland e.V.

www.ora-international.de; www.patenherz.de

OXFAM DEUTSCHLAND e.V. www.oxfam.de

PAI – Partner Aid International e.V. www.partneraid.org

Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland e.V.

www.kindermissionswerk.de

Patengemeinschaft für hungernde Kinder e.V. www.patengemeinschaft.de

Patienten- und Selbsthilfeorganisation für

Kinder und Erwachsene mit kranker Speiseröhre (KEKS) e.V. www.keks.org

PERSPEKTIVEN Gemeinschaft zur Unterstützung von Projekten für sozial

Benachteiligte in Osteuropa e.V. www.perspektiven-verein.de

Plan International Deutschland e.V. www.plan-deutschland.de

PRIMAKLIMA -weltweit- e.V. www.prima-klima-weltweit.de

ProBrasil - Martim de Lima, Sao Paulo e.V. www.probrasil.de

projekt Anna - Kinderhilfe Kaliningrad e.V. www.projekt-anna.de

Rambazotti - internationaler Kinder- und Jugendcircus e.V.

www.circus-rambazotti.de

Renovabis e.V. www.renovabis.de

Rhein-Donau-Stiftung e.V. www.rhedofound.de

Sahel e.V. www.sahel.de

Save the Children Deutschland e.V. www.savethechildren.de

SEARA e.V. „Zukunft für Kinder“ www.seara.de

Sharkproject International e.V. www.sharkproject.org

Shelter Now Germany e.V. www.shelter.de

Siegfried-Neumann-Stiftung Hilfe für Kinder in Not

www.siegfried-neumann-stiftung.de

Siyabonga - Helfende Hände für Afrika e.V. www.siyabonga.org

Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) www.sodi.de

SOS-Kinderdorf e.V. www.sos-kinderdorf.de

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-

Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. www.sos-kinderdoerfer.de

Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes e.V.

www.kolping.net/entwicklung

Steinschleuder - Bewegung zur Bewegung e.V. www.steinschleuder.org

Stiftung „Hänsel + Gretel“ www.haensel-gretel.de

Stiftung Deutsche Kindersuchthilfe www.kindersuchthilfe.de

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe www.schlaganfall-hilfe.de

Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte

für Lepra- und Notgebiete (C.H. Bartels Fund) www.hilfswerk-z.de

Stiftung Kinder in Afrika www.kinder-in-afrika.de

Stiftung Kindergesundheit www.kindergesundheit.de

Stiftung Kinderzukunft www.kinderzukunft.de

Stiftung Menschen für Menschen -

Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe - www.menschenfuermenschen.de

Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V. www.spendenmarathon.de

Stiftung Wir für Kinder in Not -

Hilfsfonds für Kinder und Schüler www.wir-fuer-kinder-in-not.de

Studiosus Foundation e.V. www.studiosus-foundation.org

SUPPORT AFRICA DEUTSCHLAND, Verein zur Unterstützung von Berufsfachschulen

für angewandte Wissenschaften, Fachhochschulen und

Universitäten in Afrika e.V. www.supportafricasolutions.com

Support International e.V. www.supportinternational.de

Terra Tech Förderprojekte e.V. www.terratech-ngo.de

terre des hommes Deutschland e.V. Hilfe für Kinder in Not www.tdh.de

Tierärzte ohne Grenzen e.V. www.togev.de

Tour Ginkgo Christiane Eichenhofer-Stiftung www.tour-ginkgo.de

TRIBUTE TO BAMBI Stiftung www.tributetobambi-stiftung.de

TROPICA VERDE - Verein zum Schutz

tropischer Lebensräume e.V. www.tropica-verde.de

UNO-Flüchtlingshilfe e.V. www.uno-fluechtlingshilfe.de

VAMOS e.V. www.vamos-ev.de

VDI-Ingenieurhilfe e.V. www.vdi-ingenieurhilfe.de

Verein für Osteuropahilfe - St. Marien - Rheine-Eschendorf e.V.

Verein Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus e.V.

Verein Programm Klasse 2000 e.V. www.klasse2000.de

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft

Kreuzberg - San Rafael del Sur e.V. www.staepa-berlin.de

Verein zur Unterstützung der hungernden,

verlassenen und kranken Kinder Indiens e.V. www.andheri-hannover.de

Vereinte Evangelische Mission.

Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen www.vemission.org

Wasserstiftung www.wasserstiftung.de

Watoto e.V. www.watoto.de

WELTFRIEDENSDIENST e.V. www.wfd.de

Welthaus Bielefeld e.V. www.welthaus.de

Weltnotwerk e.V. - Solidaritätsaktion der Katholischen Arbeitnehmer-

Bewegung Deutschlands (KAB) www.weltnotwerk.org

Westfälisches Kinderdorf e.V. www.wekido.de

Wir helfen - der Unterstützungsverein

von M. DuMont Schauberg e.V. www.wirhelfen-koeln.de

World Vision Deutschland e.V. www.worldvision.de

Wort & Tat, Allgemeine Missions-Gesellschaft e.V. www.wortundtat.de

wünschdirwas e.V. www.wuenschdirwas.de

Wycliff e.V. www.wycliff.de

Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe www.entwicklungshilfe3.de

Die tagesaktuelle Liste der Siegel-Organisationen finden

Sie stets unter www.dzi.de


50 Jahre Welthungerhilfe –

Eine Vision schreibt Geschichte

„Ein großer Teil der Menschheit lebt nur eine

Dürre, eine Überflutung, einen Ernteausfall

vom Hungertod entfernt.“ Das sagte einst Binay

Ranjan Sen (1898 bis 1993), indischer Diplomat

und Generalsekretär der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation

der Vereinten Nationen

(FAO). Diese Worte sind heute ebenso aktuell

wie damals, als er 1960 die „Freedom from

Hunger“-Bewegung ins Leben rief. Seine Vision:

Eine Welt ohne Hunger ist möglich und es lohnt

sich dafür zu kämpfen. Getragen von diesem

Gedanken initiierte Bundespräsident Heinrich

Lübke 1962 den „Deutschen Ausschuss für den

Kampf gegen den Hunger“. Der Grundstein für

die Welthungerhilfe war gelegt.

Heute, 50 Jahre später, ist es noch immer derselbe

Gedanke, der die Arbeit der Welthungerhilfe

prägt. Als eine der größten privaten deutschen

Hilfsorganisationen setzt sie sich für die

gesicherte Ernährung aller Menschen ein, für

die ländliche Entwicklung und den Erhalt der natürlichen

Ressourcen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist

dabei zum Leitsatz der Projektarbeit geworden

und starke Partnerschaften mit den Menschen

im Süden zu einer der Grundfesten.

Deshalb verbindet sie in Deutschland und in den

Projektländern Partner zu einem dynamischen

globalen Netzwerk. Insgesamt wurden seit der

Gründung im Jahr 1962 rund 6.800 Projekte in

70 Ländern mit 2,39 Milliarden Euro gefördert.

Trotz aller Erfolge hungern vor allem in den Entwicklungsländern

immer noch fast eine Milliarde

Menschen weltweit. Auch nach 50 Jahren

richtet die Welthungerhilfe darum ihren Blick

nach vorn mit einer klaren Haltung: Es ist möglich!

Sie zeigt anhand von vielen konkreten Projekten,

kleinen und großen Initiativen auf, dass

langfristige, nachhaltige und messbar erfolgrei-

che Entwicklungszusammenarbeit möglich ist.

Mit Dank an alle bisherigen Unterstützer und

Wegbegleiter bestärkt sie die Öffentlichkeit in

ihrer Überzeugung: Dass alle Menschen – auch

die in den Entwicklungsländern – die Chance

auf ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben

haben.

Helfen Sie uns wirksam und nachhaltig zu helfen.

Eine regelmäßige Spende unterstützt die

Menschen in akuten Notsituationen und eröffnet

langfristige Perspektiven durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Ein Beitrag, der Leben rettet.

Bitte spenden Sie!

www.welthungerhilfe.de/spenden

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BLZ 370 501 98

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das entwicklungspolitische Engagement

von Einzelnen und von Gruppen, von

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