2,20 - Nord-Handwerk

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CeBIT 2009

Neue Wege aus dem IT-Labyrinth

Einen Tag lang beschäftigte sich die weltweit größte Computer-Messe CeBIT in Hannover mit den

Bedürfnissen des Mittelstandes. Experten diskutierten über Datensicherheit und Handwerker

entdeckten auf geführten Rundgängen die technischen Neuheiten.

Computer in der Produktion, der

Datentransfer über Hochleistungsserver,

Kommunikation per E-Mail und

die Außendarstellung über eine eigene

Homepage gewinnen in kleinen und

mittleren Betrieben zunehmend an Bedeutung.

Der technische Fortschritt stellt

Handwerker vor viele Fragen und Probleme.

Das Labyrinth der Bits und Bytes

wird für Kleinunternehmer häufig zum

ausweglosen Irrgarten. Viele scheuen aus

Unwissenheit die Modernisierung und

riskieren insbesondere in puncto Datensicherheit

sehr viel.

Tag des Handwerks

Die weltweit größte Computerfachmesse

CeBIT bot auch in diesem Jahr in Hannover

Handwerkern die Möglichkeit zum

Austausch mit den Computerfachleuten.

Um Mittelständlern den Besuch der Messe

38 NordHandwerk April 2009

zu vereinfachen, Neuheiten vorzustellen

und Ängste zu nehmen, bündelten die

Handwerkszeitung Norddeutsches Handwerk

und die niedersächsischen Handwerkskammern

die Interessen des Handwerks

und organisierten in der Halle 5

einen Stand für den Mittelstand.

Dort wurden Handwerker zum Tag des

Handwerks eingeladen. 60 Unternehmer

beteiligten sich rege an Podiumsdiskussionen

zu den Themen Datensicherheit und

Handwerkerauktionen wie My-Hammer

(Seite 40) und ließen sich über das Messegelände

führen.

„Der Fortschritt hat uns eingeholt“

Frank Poloschek reiste 200 Kilometer zur

Messe nach Hannover. Am Rande von

Hamburg betreibt der Feinmechanikermeister

die Artlenburger Motoren-Schlosserei.

Sein sechsköpfiges Unternehmen

Schnelle Kommunikation bald von überall: Auf der CeBit wurden auch neuartige Mini-Computer präsentiert,

die künftig von Mobilfunkanbietern günstig vertrieben werden sollen.

setzt Motoren aus aller Welt instand. Ohne

die neue Kommunikationstechnik wäre die

Arbeit auf dem Weltmarkt für ihn nicht

möglich und der regionale Markt wäre

zu klein.

Täglich wird bei ihm nicht nur geschraubt

und geschweißt. Auf Hochleistungsservern

verschickt und archiviert er

Bilder und technische Zeichnungen mit

riesigen Datenmengen. Um dies zu ermöglichen,

investierte Poloschek viel Zeit und

Geld in die Anschaffung neuer Technik.

Obwohl sein Server erst zwei Jahre alt ist,

reichen die Kapazitäten nicht mehr aus.

„Der Fortschritt hat uns schon wieder

eingeholt. In diesem Segment dürfen wir

aber nicht stehen bleiben“, erläuterte Poloschek.

Ein weiterer Server muss her.

Seinen CeBIT-Besuch bereitete er deshalb

zielgerichtet vor. Um Angebote und

Preise zu vergleichen, durchforstete er vor

der Messe das Ausstellerverzeichnis und

erstellte sich einen Plan. „Sonst läuft man

hier in über 20 Hallen kopflos durch die

Gegend“, so der 32-jährige Meister. Mit

dabei hatte er seine Eltern, die den Betrieb

noch weitgehend ohne Technik aufbauten.

Gemeinsam mit Vater Ernst führt er das

Handwerksunternehmen. Ernst Poloschek

bringt jede Menge Wissen und Kontakte

mit ein, doch um die Technik kümmert

sich der Senior nicht mehr. „Da vertraue

ich meinem Sohn voll und ganz. Schließlich

beschäftigt er sich damit ununterbrochen“,

so der Altmeister. Als Messe-Einstieg

nutzten die Poloscheks den Handwerkerrundgang

des Mittelstand-Forums.

Gemeinsam steuerte die Gruppe den

Stand der Datev in Halle 2 an. Der Software-Anbieter

bietet Firmen Lösungen für

das Rechnungswesen. Den interessierten

Messebesuchern wurden Möglichkeiten

gezeigt, mit denen sie künftig ihr Forderungsmanagement

über das Internet

einfacher gestalten können. Schließlich

sei eines der häufigsten Probleme, dass

Kunden nicht oder verspätet zahlen und

so Unternehmen in Liquiditätsprobleme

bringen.

Zahlungsmoral aktuell verfolgen

Da Belege meist nur alle sechs Wochen von

Firmen an den Steuerberater verschickt

werden, sei es bisher schwierig gewesen,

die Zahlungsmoral der Kunden aktuell

zu verfolgen. Das Internetportal „Unternehmen

online“ sei eine neue Form der

Kommunikation zwischen Steuerberater

und Unternehmer. Der Betriebsinhaber

könne auf diese Weise Belege scannen und

zeitnah an den Steuerberater schicken,

ohne dass er die Originale weggeben muss.

Mit diesen Daten könne der Steuerberater

einfach feststellen, welche Zahlungen

noch ausstehen, und der Unternehmer

hat auf einem gesicherten Internet-Portal

jederzeit Zugriff auf seine Daten. „Solch

eine Software könnte auch in unserem

special

Unternehmen die Buchhaltung vereinfachen“,

sagte Frank Poloschek. Bisher habe

seine Mutter alle Belege verwaltet und mit

dem Steuerberater Belege ausgetauscht.

„Natürlich entscheiden wir solche Dinge

nicht direkt auf der Messe, aber es ist schön,

dass wir die Möglichkeit haben, direkt mit

den Anbietern zu sprechen“, sagte Frank

Poloschek.

Der 32-Jährige staunte, als der Rundgang

in die Halle von Vodafone führte.

Dort zeigte sich, dass die CeBIT-Aussteller

sich in diesem Jahr sehr stark auf >>

NHW_Anzeigenber_088x20 19.09.2008 15:38 Uhr Seite 1

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April 2009 NordHandwerk 39

Fotos: Seemann (2)

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