2,20 - Nord-Handwerk

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2,20 - Nord-Handwerk

Handwerk beschließt

bundesweite Imagekampagne

Udo Hansen,

Hauptgeschäftsführer der

Handwerkskammer

Flensburg.

Einstimmig hat das Handwerk bei den Vollversammlungen

anlässlich der internationalen

Handwerksmesse in München den

Weg frei gemacht für eine breit angelegte

bundesweite Imagekampagne. Von Januar

2010 an und für die Dauer von zunächst

fünf Jahren soll die Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe

Handwerk einer breiten

Öffentlichkeit präsentiert werden. Es gilt,

der immer größer werdenden Unkenntnis

vom Handwerk, die sich jüngst in den

Medien-Berichten in Zusammenhang mit

der Bekämpfung der Schwarzarbeit widerspiegelte,

wirksam zu begegnen. Die Vielfalt

des Handwerks und die mehr als 100 Ausbildungsberufe

werden daher offensiv und

informativ, aber in vielen Fällen auch mit

einem Augenzwinkern in allen verfügbaren

Medien und Formaten auftauchen.

Dabei muss es gelingen, auch eine ganz

wichtige Zielgruppe anzusprechen:

In wenigen Jahren werden deutlich weniger

Jugendliche die Schulen verlassen – in

den ostdeutschen Bundesländern hat diese

Entwicklung bereits begonnen. Es wird

daher immer schwieriger werden, ausreichend

qualifizierte Jugendliche für eine

Ausbildung im Handwerk zu gewinnen.

Es kommt hinzu, dass viele – gerade besser

qualifizierte – Jugendliche nur sehr wenige

oder gar keine Vorstellungen von den Inhalten

handwerklicher Ausbildungsberufe

haben. Handwerk wird in der Vorstellung

Jugendlicher häufig ausschließlich mit Bau-

und Ausbauberufen verbunden; innovative

und Hightechinhalte werden nicht mit dem

Handwerk in Verbindung gebracht.

Hier muss und wird die Imagekampagne

ansetzen: In der Sprache der Jugendlichen

und in den von ihnen genutzten Medien

wird – durchaus auch immer wieder frisch

und frech verpackt – Handwerk in seiner

gesamten Breite und mit seinen attraktiven

Inhalten zum Gegenstand der täglichen

Auseinandersetzung.

Nicht zuletzt wird die Imagekampagne

dazu führen, dass auch innerhalb des

Handwerks Stolz und Selbstwertgefühl

stark zunehmen werden. Unverzichtbar

wird aber sein, dass möglichst viele Betriebe

die Imagekampagne selber „leben“,

indem sie die vielen Möglichkeiten, die die

Kampagne bietet, auch aufgreifen. Ein positiver

Effekt wird letztlich erst dann erzielt,

wenn nahezu jeder Betrieb gegenüber der

Kundschaft so auftritt, wie die Kampagne

es darstellen wird.

Das französische Handwerk hat es uns

vorgemacht: Seit Beginn der dortigen Kampagne

haben sich die Sympathiewerte zugunsten

des Handwerks deutlich verbessert.

Außerdem ist es innerhalb weniger Jahre

gelungen, etwa 100.000 zusätzliche Jugendliche

für eine Ausbildung im Handwerk

zu gewinnen.

Und schließlich ist es gelungen, die

französischen Handball-Weltmeister zu

gewinnen, auf den Trikots – einer sehr beliebten

Werbefläche – für das Handwerk zu

werben. Ein ähnliches Ziel sollten wir uns

in Deutschland vornehmen.

Ein erster Schritt ist gemacht!

Ihr

Ihre Meinung unter E-Mail

u.hansen@hwk-flensburg.de

standpunkt

April 2009 NordHandwerk 3

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