Forschungsbericht 2009 - EBZ Business School

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Forschungsbericht 2009 - EBZ Business School

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durch den Trend zu geringeren Haushaltsgrößen in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen

und den Nachfragerückgang durch Bevölkerungsverluste kompensieren können.

Der gesellschaftliche Wandel führt dazu, dass sich Haushalte weiter ausdifferenzieren: Vergleichsweise

neue Haushaltstypen – junge und ältere Singlehaushalte, Haushalte von Alleinerziehenden,

Patchwork-Haushalte – nehmen zahlen- und anteilmäßig zu, während die klassische

Lebensform des Familienhaushaltes im gleichen Umfang zurückgeht. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Sie sind u.a. in veränderten Ausbildungswegen und Berufsbiografien, höherer Mobilität,

einer stärkeren Individualisierung und Betonung eigener Wünsche und Vorstellungen zu sehen.

Dadurch verändert sich das Bildungsverhalten von Haushalten (bspw. durch veränderten Wertekontext

von Ehe, Scheidung, Kinder großziehen, Verlassen des elterlichen Haushaltes).

Ebenso vollzieht sich eine Ausdifferenzierung nach verfügbarer Kaufkraft, da sich die Einkommen

von Arbeitnehmern und Haushalten immer unterschiedlicher entwickeln und der Anteil der Geringverdiener,

die sich mit niedrigem Einkommen oder mit Transfereinkommen versorgen müssen,

ständig zunimmt.

Neben einer Veränderung der Haushaltsstrukturen nach ihrer Lebenslage, kommt als erklärende

Dimension eine Ausdifferenzierung nach Werthaltung hinzu, d.h. nach Milieus und Lebensstilkonzepten

hinzu.

Die Veränderung der Wohnungsnachfrage stellt die Verbände, die Unternehmen der Wohnungs-

und Immobilienwirtschaft sowie Politik und Verwaltung. Es ist notwendig, die Struktur der Haushalte

und deren zukünftige Entwicklung bspw. für Investitionsentscheidungen und für politische

Entscheidungsprozesse zutreffend einzuschätzen.

Die betrifft bspw. Fragestellungen u.a.

• zum Neubau für bestimmte Bevölkerungsgruppen (bspw. Neubau von altengerechten

Wohnungen),

• zur Modernisierung von Wohnungsbeständen auf aktuelle und zeitgemäße Wohnansprüche,

• zur Ausweisung von Wohnbauflächen in Flächennutzungsplänen für neue Mietwohnungen

und Eigentumsmaßnahmen, wobei Aspekte einer nachhaltigen Stadtentwicklung

insbesondere in Kommunen, die von Stadtumbau betroffen sind, besonders

zu berücksichtigen sind,

• zum Angebot wohnbegleitender Dienstleitungen für Menschen, die sich ganz oder

teilweise nicht mehr allein versorgen können und denen man damit den möglichst

langen Verbleib in der angestammten Umgebung der eigenen Wohnung bzw. des eigenen

Hauses ermöglichen möchte.

Das InWIS hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Beschreibung und der Prognose der

Wohnungsnachfrage beschäftigt. Zum Einsatz kommt ein bewährtes Instrumentarium der Bevölkerungsprognose,

der Wohnbedarfs- und Wohnungsnachfrageprognosen, der Zielgruppensegmentierung

und der Kunden- und Wohnzufriedenheitsforschung.

Aktuell hat das InWIS im Auftrag des GdW und mehrerer Landesverbände des GdW gemeinsam

mit einem Hamburger Partnerbüro eine milieu- und lebensstilorientierten Segmentierung von

Zielgruppen vorgenommen. Entstanden ist eine Kategorisierung der Wohnungsnachfrage in

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Forschungsbericht 2009 Seite 16

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