Forschungsbericht 2009 - EBZ Business School

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Forschungsbericht 2009 - EBZ Business School

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der Vermögensanlagen, hier im Hinblick auf Privatkunden. Sein Credo: „Don‘t put all eggs in one

basket“ – nur ein Vermögensanteil möge in Immobilien investiert sein. Hieran schließt sich die

zentrale Frage nach der Objektselektion an. Dr. Stracke verwies dazu auf das klassische Selektionskriterium

„Lage, Lage, Lage“ und führte marktdatengestützt den Trend zur Metropolisierung

an. Rentable Investitionsobjekte seien in einer größeren Stückzahl seiner Ansicht nach nur in den

attraktiven Zentren Deutschlands zu identifizieren.

Immobilienanlagen und Vermögensverwaltung

Auch Michael Vogelsang, Vorstandsmitglied der Volksbank Sprockhövel eG, unterstützte das

Lagekriterium als signifikanten Selektionsaspekt zur Immobilienauswahl. Der Bankvorstand forderte

ebenfalls eine Einbettung der Immobilien-Investments in die Strategien des Financial Planning.

Demnach seien sie nicht nur mit Blick auf isolierte Renditen zu ergreifen, sondern auch im

Abgleich zu Anforderungen aus der privaten Altersvorsorge und den privat-demographischen

Lebensumständen. An dieser Stelle sei die Volksbank Sprockhövel hervorragend positioniert und

gewährleiste ihren Kunden bestmögliche Beratung.

In der Nische liegt der Erfolg

Professor Dr. Volker Eichener, der Rektor der gastgebenden EBZ Business School, setzte seinen

Vortrag bei der Frage nach lukrativen Investment-Optionen an. „Auf die Nische kommt es an“,

lautete bereits der Titel seines Vortrags. Prof. Eichener hat sein Fazit aus empirischen Studien zu

Marktentwicklungen und Nachfragerverhalten hergeleitet. Darin flossen neben aktuellen Gegebenheiten

(niedriges Zinsniveau, steigende Inflationserwartungen) auch neuste Daten der Demographieforschung

ein. So konstatierte Prof. Eichener bereits jetzt deutliche Leerstände in Regionen,

in denen die Bevölkerung zurückgeht. Konsequenzen seien Angebotsüberhänge, Preisverfall

und unverkäufliche Objekte, insbesondere in schrumpfenden Regionen. Insbesondere das

selbstgenutzte Einfamilienhaus eigne sich nicht mehr als Altersvorsorge, weil hier besonders

große Nachfrage- und Preisrückgänge zu erwarten seien. Bereits das zweite Hochschulforum im

April dieses Jahres (mit IHK-Präsident Gerd Pieper und IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann

Neinhaus) hatte auf die sinkende Nachfrage nach Einzelhandelsflächen hingewiesen.

Die demographische Entwicklung biete aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Eine

wachsende Zahl von Single-Haushalten, von kinderlosen Paaren in Postfamilienphase und von

älteren Haushalten führe zur Nachfrage nach neuen Wohnprodukten, die Prof. Eichener anhand

einer Bilderserie veranschaulichte: Luxuswohnungen für Kinderlose, Loft-Wohnungen, Wellness-

Wohnen, Gruppenwohnprojekte, betreutes Seniorenwohnen, Ökowohnen oder sogar Esoterik-

Wohnen. Erfolgsentscheidend sei, die richtige Nische zu finden, die es auf schrumpfenden Märkten

ebenso wie auf wachsenden gebe.

Die Frage des Abends, ob Immobilien als Vermögensanlage sinnvoll seien, beantwortete Prof.

Eichener abschließend wie folgt: „Im Prinzip ja, aber man muss genau hinsehen“. Makrostandort,

Mikrostandort, Entwicklungsperspektiven, Marktsegment/Zielgruppe/Objekttyp, Preisniveau sowie

Konkurrenzsituation samt Alleinstellung seien die zentralen Auswahlkriterien für Direktanlagen.

Mit Sachwerten auf der sicheren Seite

Die radikalste Frage kam aus dem Publikum: Hätten die Notenbanken im Gefolge der Krise die

Geldmenge nicht so sehr aufgebläht, dass sogar die Gefahr eines Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems

bestände? Prof. Eicheners Antwort war eindeutig: „Passiert nichts und wir bekom-

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Forschungsbericht 2009 Seite 60

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