Tour EUCOR Krisenstimmung Ausland - Fachschaft WiWi

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Tour EUCOR Krisenstimmung Ausland - Fachschaft WiWi

Wi2 Wirtschafts-

wissen

schaften

Die WiWi - Fachschaftszeitung

EXTRA: Bull vs. Espresso

www.fachschaft.org Juliausgabe 2010

Tour EUCOR Krisenstimmung Ausland

Schläuche, Flickzeug, Kettenfett.

Wi² fährt die 600km lange

Tour durch das EUCOR-Gebiet

Krise, Geld, Finanzmoral.

Prof. Wigger und Prof. Kowalski

im großen Wi²-Interview

Maniok, Mais und Eishockey.

Von Afrika bis Kanada. Wi²

zeigt die Wege ins Ausland


Inhalt...

.........................................................................Wi 2 - Interview

Im ersten Wi 2 Doppel-Interview hatten Hendrik Dorprigter und Zena

Ballout die Möglichkeit Prof. Wigger und Prof. Kowalski über Finanz-,

Griechenland- und Schuldenkrise zu befragen. Wie die beiden IWW-

Professoren außerdem über Moral und Verantwortung in Zeiten der

Depression denken, könnt ihr ab Seite 4 lesen.

Wi2 - Auf Radwegen...........................................................................................

Nun schon zum 13. Mal schwingen sich Karlsruher Studenten auf ihr Rennrad um

mit Kommilitonen aus Frankreich und der Schweiz die EUCOR-Unis abzufahren. Wi2 hat einen Redakteur losgeschickt um sein erstes Rad-Abenteuer zu erleben. Seinen

Bericht findet ihr auf Seite 6.

Wi2 - organisiert: Die Pros und Cons einer Verfassten Studierendenschaft erfahrt ihr auf

Seite 8.

Wi2 - rätselt: auf Seite 9 könnt ihr eine neue Form des Sudoku ausprobieren.

.....................................................................................Wi2 - Exkursionsbericht

Wie entsteht aus Wasser Strom? Dieser Frage gehen jedes Jahr einige Studenten

im Wahlfach Energiewasserbau nach. Diese Technik einmal hautnah zu erleben

machen die regelmäßigen Exkursionen möglich. Wi² wagte sich in die Fluten und an

die Turbinen. Der Exkusionsbericht ist auf Seite 10 nachzulesen.

Wi2 - Ins Ausland................................................................................................

Das Ausland reizt jedes Jahr viele Studenten. Horizonterweiterung, Sprachen lernen

und einzigartige Erfahrungen sammeln. Aber wer hilft mir raus - aus Karlsruhe? Infos

gibts ab Seite 11. Und wo soll ich hin? Vielleicht aus dem Hörsaal nach Togo (Seite

13) oder doch ein Hörsaalwechsel für ein Semester nach Winnipeg (Seite 16).

...................................................................................................Wi2 Campana und Schott

In unserer neuen Rubrik Wi² in die Berfuswelt reden wir mit Karlsruher Absolventen über ihren

Berufsalltag. Auf Seite 17 findet ihr einen Insiderbericht aus der Unternehmensberatung

Campana & Schott.

- Experiment

Hellwach, aber wie? Der Klassiker Kaffee oder doch lieber der Trend-Trunk mit dem

Stier. Zwei Probanden wagen den Selbstversuch ohne Rücksicht auf die Gesundheit und

stellen sich dem Leistungsduell. Der spannende Test auf Seite 20.

Wi2 - WiWiSo........................................................................................................

Jedes Jahr steigt es wieder - das WiWi-Sommerfest. Dieses Jahr ganz im Zeichen der

WM im Afrikakostüm. Ein Bericht in Bildern gibts ab Seite 21.

Das Fest

Jeden Sommer ist Das Fest ein Höhepunkt in Karlsruher. Warum es sich dieses Jahr trotz Eintrittsgeld

lohnt und was sich sonst noch geändert hat, erfahrt ihr auf Seite 24.

..........................................................................................................Wi2 - Witzig

Zu guter Letzt haben wir noch ganz tief in die Witzekiste gegriffen und uns gefragt,

was euch wohl abseits des Uni-Ernsts so interessiert. Ob ihr noch über klassische

Witze lacht, könnt ihr auf Seite 29 austesten. Und wie war das noch gleich mit Spaß

auch ohne Alkohol. Eine unglaubliche einmonatige Abstinenz erfuhr Hans WiWi.

Sein Bericht ist auf Seite 30 nachzulesen. Dazu gibts noch news von der Karlsruher

Flunkyball-Bewegung.


Liebe Freunde des Wortes,

wann ist etwas innovati v? Wenn es neu ist. Wenn es

besser ist. Wenn es überrascht. Neu liegt in der Natur der

Sache einer Neuerscheinung, Besser ist eine subjekti ve

Bewertung und Überraschung so etwas wie ein Gefühl.

Die neue Redakti on des Wi 2 hat sich nichts anderes zum

Ziel gesetzt, als innovati v zu sein. Neues Layout, mehr

Inhalt und das Ganze in Farbe – so kommt es daher, das

neue Heft .

Unsere Redakteure haben sich auch dieses Jahr wieder

ins Zeug gelegt, um Qualität zu liefern. Im ersten großen

Doppel-Interview haben wir zwei IWW-Professoren

zum aktuellen Weltgeschehen befragt und zum Teil

widersprüchliche Antworten bekommen. Wir haben uns

an die Turbinen von Wasserkraft werken gewagt und aufs

Rad geschwungen. Auch für diese Ausgabe konnten wir

zwei Heimkehrer aus fernen Ländern für einen Bericht

gewinnen und wie man das so macht, mit dem Ausland,

erfahrt ihr im Infoteil. Natürlich kommen auch die Test-

Liebhaber nicht zu kurz – ob Red Bull wirklich Flügel

Impressum

Herausgeber: Fachschaft Wirtschaft swissenschaft en

KIT, Kollegium am Schloss, Raum 001.

Redakti on: Patrick Novinsky, Hendrik Dorprigter, Jan

König, Zena Ballout, Philipp Uhl, Sebasti an Gehrlein

Email: komed@fachschaft .org

Web: www.fachschaft .org

verleiht oder ob euch der Koff ein-Klassiker Kaff ee

höher fl iegen lässt, könnt ihr in dieser Ausgabe

erfahren.

Auch wollen wir eure Aufmerksamkeit auf die

Fußzeile lenken. Dort haben wir chronologisch die

wichti gsten Momente des letzten Semesters aus

Uni und aller Welt in einer Zeitleiste zusammengetragen.

Wenn ihr die letzten Ausgaben verfolgt

habt, werden euch noch mehr größere und kleinere

Veränderungen zu den Vor-Heft en auff allen.

Aber wir wollen nicht zu viel verraten.

Wir hoff en, opti sch und inhaltlich euren Geschmack

getroff en zu haben und wünschen allen viel Spaß

beim Lesen.

Hendrik Dorprigter und Patrick Novinsky

V.i.S.d.P.: Fachschaft WiWi Kasse e.V.

Layout: Patrick Novinsky, Hendrik Dorprigter, Jan

König

Druck: Alinea Digitaldruck GmbH, Dresden

Aufl age: 650 Stk.

Erscheinungsdatum: Juli 2010


Wi 2 - Interview

Es ist Juni 2010, jeden Tag strömen viele Millionen Liter

Rohöl in den Golf von Mexiko. Zur gleichen Zeit protestieren

Demonstranten vor der Sozialbehörde Athens und in London

schauen Investmentbanker auf ihre Gehaltschecks, die so viel

schlanker ausfallen, als noch zur guten Zeit. Fest steht, das ausklingende

erste Jahrzehnt des noch jungen 21. Jahrhunderts wird

als Krisenjahre in die Geschichte eingehen. Der Finanzmarkt,

jahrelang das Schmiermittel im Getriebe der Weltwirtschaft

verklebt heute wie Schweröl die Konjunktur und Griechenland

versinkt in einem Meer aus Schulden. Die Politik betont immer,

dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen werden und veranlasst

erst ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz und jetzt ein

Sparpaket. Ob die Programme helfen werden ist ungewiss. Klar

ist, dass sich Angela Merkel und ihre noch junge Regierung an

Wi2: Zunächst einmal interessiert uns

ihre ökonomisch, gedankliche Herkunft.

Neben einzelnen Personen werden

wir alle auch von Strömungen und

Denkrichtungen unserer Zeit geprägt.

Gibt es vielleicht ein ökonomisches

Leitmotiv nachdem Sie handeln und

nachdem Sie denken dass der Staat

handeln sollte?

KowalsKi: Ich gehöre zu den Ökonomen,

die sich nicht einschränkend einer Schule

oder Richtung zuweisen wollen. Mein

wirtschaftspolitisches Leitbild wird ge-

4

prägt von einigen solchen Denkschulen.

Man könnte sagen konservativer Keynesianismus,

wenn so etwas existiert.

wigger: Es gibt schon so etwas wie ein

normatives Gerüst, an dem ich ein stückweit

meine eigenen Analysen orientiere.

Genau genommen ist das das Konzept

der sozialen Marktwirtschaft - aber in

ihrer ursprünglichen Form. Das bedeutet,

dass wir eine Gesellschaft dann am

besten für ihre Mitglieder organisiert

haben, wenn wir ökonomische Entscheidungen

freiheitlich treffen können. Und

Professor Dr. Berthold Wigger studierte 1987 parallel Romanistik

und VWL, zunächst mit dem Ziel Journalist zu

werden. Die theoretische Arbeit in der Volkswirtschaft ließ

ihn aber von diesem Ziel abkommen. Von 1995 bis 1997

studierte Professor Wigger zusätzlich Mathematik in

Mannheim, wo er nach der Promotion auch habilitierte. Er

ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft und Public

Management am KIT und außerdem im Wissenschaftlichen

Beirat des Bundesministeriums für Finanzen.

1. April: Der neue

Fachschaftsvorstand

tritt sein Amt an.

Krisenbewältigung - BP, Griechenland

und Finanzmärkte. Schlechte Stimmung auf

allen Feldern der Gesellschaft. Wo wir nach

der Südafrikaeuphorie wieder hinkommen

versuchen wir mit Professor Wigger und

Professor Kowalski im ersten Wi Wi2 Doppel-

Interview zu klären

Von Hendrik Dorprigter und

Zena Ballout

allen Krisen messen lassen müssen. Wie dieses Urteil ausfällt

hängt von zwei Dingen ab – der Wirksamkeit der Maßnahmen

und der angemessenen Kommunikation mit der Bevölkerung.

Denn nur wenn Alle mitgenommen werden, können nötige

Einschnitte auch akzeptiert und wirksam werden. Diese

Wahrheiten offen an- und auszusprechen fällt vielen Politikern,

deren Schicksal von Wahlen bestimmt wird, oftmals schwer.

Um einen möglichst objektiven und ungeschönten Blick auf die

Tatsachen zu bekommen, haben wir mit zwei Lehrstuhlinhabern

des IWW gesprochen. Im Interview wird klar, dass es auch aus

wissenschaftlicher Perspektive nicht nur eine Wahrheit gibt. Auf

den folgenden Seiten könnt ihr lesen, wie Professor Kowalski

und Professor Wigger auf unsere Fragen zur aktuellen Lage

und zu allgemeinen wirtschaftspolitischen Themen Stellung

nehmen.

freiheitliche Entscheidungen werden insbesondere

in Märkten getroffen. Darüber

hinaus benötigen wir durchaus eine

starke staatliche Instanz, die dort, wo der

“Eine Gesellschaft ist dann am

besten organisiert, wenn wir ökonomische

Entscheidungen freiheitlich

treffen”

Markt Defi zite aufweist, korrigierend

eingreifen kann. Und wir brauchen eine

Gesellschaft, die durch gewisse stabile

institutionelle Rahmenbedingungen

4. April: Sepang/Malaysia - Auf dem International

Circuit gewinnt Sebastian Vettel auf Red Bull den

dritten Lauf der Formel 1-Saison.


geprägt ist, also durch Regeln und nicht

durch permanente diskretionäre Eingriffe

seitens des Staates. Wenn man sich aber

die aktuelle wirtschaftliche und politische

Situation anschaut, dann müssen wir

sagen, dass wir davon inzwischen relativ

weit entfernt sind - und das erfüllt mich

mit Sorge. Jüngstes und dramatischstes

Beispiel ist die Aushebelung des

Stabilitäts- und Wachstumspaktes, der

eine regelgebundene Politik vorschreibt

und diskretionär ausgehebelt wurde. Das

halte ich für einen großen Fehler.

Wi2: Ökonomische Theorien befassen

sich immer mit Problemen und

Defiziten der Realwirtschaft. Welches

sind die größten Defizite der deutschen

Wirtschaftspolitik?

KowalsKi: Ich glaube das Wichtigste

ist, dass man die bedeutsamsten

Herausforderungen, die vor unserer

wirtschaftlichen Gesellschaft stehen

nicht ausreichend betont. Wir haben

viele scheinbare Diskussionen und

nicht sehr wichtige Aktionsfelder der

Wirtschaftspolitik. Das Wichtigste für

mich ist die demografische Entwicklung

der Bundesrepublik. Alles andere ist

zweitrangig. Alle Diskussionen über

Eurokrise, Finanzkrise und so weiter, sind

für mich im Vergleich zur demografischen

Entwicklung unseres Landes weniger

“Alle Diskussionen über Euro- und

Finanzkrise sind für mich im Vergleich

zur demografischen Entwicklung

unseres Landes weniger

bedeutsam”

bedeutsam. Und in diesem Kontext denke

ich, dass, obwohl die ersten richtigen

Ansätze gemacht worden sind, noch zu

wenig passiert.

wigger: Wir haben in Deutschland ein

bisschen das Problem, dass wir in die

Soziale Marktwirtschaft oft nicht ausreichend

Vertrauen setzen. Dass wir oft,

5. April: Xiangning/Volksrepublik China - Ein

Woche nach einem Grubenunglück können 114

Bergarbeiter lebend aus der Mine geborgen werden.

Professor Dr. Jan Kowalski begann im damals kommunistischen

Warschau ein wirtschaftswissenschaftliches

Studium mit dem Schwerpunkt Internationale Wirtschaft.

Aufgrund der politischen Repression wechselte Kowalski

in das relativ liberal kontrollierte Feld der Wirtschaftsgeografie.

Nach vollendetem Diplom arbeitete er zwischen

1973 und 1980 als Wirtschaftsgeograf an der Universität

Warschau. Ein Stipendium der Alexander-von-Humboldt

Stiftung veranlasste ihn 1980 zum Wechsel nach Karlsruhe,

wo Kowalski heute den Lehrstuhl für Internationale

Wirtschaftspolitik inne hat.

wo die Marktkräfte wünschenswerte

Ergebnisse herbeiführen würden, diskretionär

und sehr unsystematisch eingreifen.

Das gilt zum Beispiel im Steuerrecht. Das

Steuerrecht könnte erheblich einfacher

gestaltet sein. Es könnte marktkonformer

sein, wie es ein konsumorientiertes

Steuersystem wäre. In ein solches Steuersystem

greift der Staat nicht permanent

und regelungebunden ein. Das bedeutete

aber genau genommen von politischer

Seite aus Machtverzicht. Und diesen zu

leisten fällt Politikern naturgemäß schwer.

Wi2: Zu Beginn der Finanzkrise wurde

unter dem Slogan: „Wir sind alle Keynesianer“

eine wachstumsorientierte Ausgabenpolitik

betrieben. Jetzt eine auf Konsolidierung

ausgelegte Sparpolitik. Wie

passt das ökonomisch zusammen?

KowalsKi: Das passt natürlich nicht

ganz zusammen, das ist klar. Umgekehrt

muss man einfach die Realität sehen.

Die bisherigen Sparbemühungen sind

natürlich sehr marginal. Das sind

relativ kleine Einschnitte und man muss

daran denken, dass die Einschnitte zu

den schon vorher beschlossenen und

erhöhte Staatsausgaben hinzukommen.

Insofern befürchte ich nicht, dass

die jetzigen Sparmaßnahmen einen

konjunkturdämpfenden Effekt haben

werden.

wigger: Die Tatsache, dass man eher

nicht nachfrageorientiert handelt, heißt ja

nicht, dass der Staat nicht gegebenenfalls

antizyklisch wirken kann. Denn

antizyklisch Wirken heißt ja, dass der

Staat dann, wenn die Nachfrage schwach

ist, die staatliche Nachfrage erhöht und

dann, wenn die Nachfrage stark ist, die

eigene Nachfrage zurücknimmt. In

einer sozialen Marktwirtschaft, wie

wir sie ja zumindest noch in Ansätzen

haben, ergibt sich diese Form der

Nachfragestabilisierung automatisch.

Denn wenn die gesamtwirtschaftliche

Nachfrage einbricht, gibt der Staat

mehr für öffentliche Transfers aus -

insbesondere Arbeitslosentransfers.

“Die Opelrettung muss man politisch

sehen. Sie ist nicht ökonomisch

motiviert”

Und wenn die gesamtwirtschaftliche

Nachfrage stark ist und damit auch die

wirtschaftliche Aktivität, dann gibt der

Staat durch verminderte Sozialtransfers

wieder automatisch weniger aus. Wir

haben in Deutschland ein bisschen zu

wenig auf diese Form der automatischen

Stabilisierung vertraut. Eine andere Sache

ist wieder das Thema Machtverzicht.

Natürlich ist es für Politiker attraktiv in

Krisenzeiten alle möglichen Bereiche

der Wirtschaft, zum Beispiel Opel, retten

zu wollen. Die Opelrettung muss man

politisch sehen. Sie ist nicht ökonomisch

motiviert.

Wi2: Hat die Bundesregierung in der Vergangenheit

richtig gehandelt, oder wäre

eine Krise vorhersehbar gewesen?

KowalsKi: In Bezug auf die deutsche

Krisenpolitik muss ich die Kanzlerin in

Schutz nehmen. Man kritisiert sie dafür,

dass sie nicht rasch genug gehandelt hat,

als sie sich dem Maßnahmenpaket zur

Lest weiter auf den Seiten 25 bis 28.

6. April: Wyborg/Russland: Baubeginn

der Erdgas-Pipeline Nord Stream

durch die Ostsee nach Deutschland.

5


Wi 2 - auf Radwegen

Erfahrungsbericht der

Tour EUCOR 2010

EUCOR, das ist der Zusammenschluss der ursprünglich 7 oberrheinischen Universitäten. Die Idee

für eine Tour mit den jeweiligen Etappenzielen Straßburg, Mulhouse, Basel, Freiburg und Karlsruhe stammt von acht

Karlsruher Wiwis, die 1998 die erste Radrundfahrt organisierten. Mittlerweile ist die Tour EUCOR fester Bestandteil

des EUCOR Verbundes und fördert nicht nur Sportlichkeit sondern auch die deutsch – französisch – schweizerische

Verständigung.

Von Jakob Hund

Mittwoch, 2. Juni 2010, 08:36 Uhr, vor

dem Karlsruher Schloss.

Ich steige auf mein Rennrad, trete in die

Pedale und fahre meine ersten Meter Tour

EUCOR 2010 - noch etwas wackelig und

unsicher, aber gespannt auf die kommenden

Tage voller schöner Landschaften

und Radfahrerlebnisse der ganz besonderen

Art. An meinem Fahrrad baumelt

ein Mini Red Bull Becher mit Karabinerhaken.

Dazu Karlsruher Trinkfl asche,

diebstahlsicherer Sattelschutz, KIT Tragetasche

und massig Deloitte-Werbung.

Mein Radfahrdress ist weiß, passend zu

meinem Fahrrad, und hat ein Muster aus

Höhenlinien. Auf meinem Rücken prangt

das große KIT-Logo, und vorne wieder

Deloitte.

Ziel ist Straßburg, zunächst geht es aber

noch eine ganze Weile durch die Karlsruher

City. Ich fahre in der blauen Gruppe

- den Einsteigern. Heute gilt es 70 Kilometer

und gut 50 Höhenmetern zu bewäl-

„Chili Con Carne unter Wolken

verhangenem Himmel.“

tigen. Meine bisherige Rennraderfahrung

wird von diesen Werten locker getoppt.

Dementsprechend heißt es zu diesem

Zeitpunkt: üben, üben, üben!

Was hatte ich mir vorher Gedanken gemacht

um Fahrradauswahl, Zubehör und

6

Training. Es fehlte mir noch an allem:

Schläuche, Flickzeug, Kettenfett. Noch

am Vorabend zweifelte ich, die Tour auf

dem Rennrad anzutreten. Im Nachhinein

aber bin ich heilfroh – denn sportlich ist

die Tour EUCOR wohl am besten zu erleben.

Was erwarte ich von der Tour EUCOR?

Eine ganze Menge: Neue sportliche

Herausforderungen, neue Städte aber

auch neue Freundschaften. So rolle ich

nun relativ gemütlich Richtung Straßburg,

und die ersten Schmerzen machen sich

bemerkbar. Betroffen sind vor allem

Hintern und Nacken, die unter der

ungewohnten Sitzposition leiden. Aber

ich beiße auf die Zähne und radle zum

Mittagessen. Es gibt sehr scharfes Chili

Con Carne unter Wolken verhangenem

Himmel.

Nur noch 40 km bis zum Ziel. Kurz vor

Straßburg habe ich meinen ersten Krampf

10. April: Bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe

von Smolensk sterben der polnische Präsident Lech

Kaczyński und zahlreiche polnische Staatsmänner.

„Quäl dich du Sau“ - Wie sehr sich

erfährt ein Rad-Rookie am eigenen Körper

(Notiz an mich selber: Die Magnesium

und Calcium Tabletten stehen nicht nur

zum Umfallen da). Nach einigen Dehnübungen

geht es weiter, bis wir endlich

in Straßburg einfahren. Die erste Etappe

„Kurz vor Straßburg habe ich

meinen ersten Krampf“

ist geschafft und ich bin schon ein wenig

stolz. Zunächst schließen wir unsere Fahrräder

in einem riesigen Keller ein und laden

unser Gepäck aus. Danach geht es

direkt zum Duschen und anschließend in

die Mensa der Uni Straßburg zum Abendessen.

Als besonderes Highlight steht an

diesem Abend der Besuch in einer Studentenkneipe

an, die sich nicht weit von

unserem Übernachtungsort befi ndet. Zur

Feier des Tages gibt es viel Bier und einen

kleinen „Wer kennt das Lied?“ - Wettbewerb,

bei dem sich die Deutschen allerdings

nicht mit Ruhm bekleckern. Im

französischen Radio hört man doch andere

Musik als im SWR - Land. Nebenbei

werden uns reichlich Geschenke der

lokalen Universität überreicht. Wir sind

positiv überrascht.

Der nächste Morgen beginnt ungewohnt

früh mit Aufstehen um 06:30 Uhr. Benommen

tüte ich mein Gepäck wieder ein

und schlüpfe in mein Ersatzoutfi t – zum

Waschen bin ich gestern nicht mehr gekommen.

Nach einem sehr guten franzö-

11. April: Die Finanzminister der Eurogruppe

einigen sich auf Einzelheiten eines des dreijährigen

Hilfspaketes zur Stabilisierung des Euros.


diese Weisheit bewahrheiten soll, -

und wir sind hautnah dabei.

sischen Frühstück schwinge ich meine

müden Knochen aufs Rad. Es geht weiter

durch sehr schöne, abwechslungsreiche

Landschaften. Ich lasse es heute wieder

locker angehen und unterhalte mich viel

mit meinen Mitfahrern. So langsam kenne

ich meine blaue Gruppe. Mittagspause ist

„Nach 40 km schmeckt das Essen

noch ein bisschen besser als

sonst.“

an einem Fluss, den wir vor allen anderen

erreichen. Daher dürfen wir uns auch als

erste auf die leckeren Maultaschen stürzen

und schlagen kräftig zu. Nach 40 km

schmeckt das Essen noch ein bisschen

besser als sonst. Leider hält das Wetter

wieder keine Sonne für uns bereit.

Die Universität in Mulhouse liegt etwas

abseits der City. Somit ist an diesem

Abend Selbstbeschäftigung angesagt. Als

kleine Aufmerksamkeit hören wir vor

dem Abendessen nicht nur Ansprachen

von Vertretern der Uni Mulhouse, sondern

auch die Klänge eines Pianos. Das

Essen hält ebenfalls, was es verspricht.

Wir sind beeindruckt von der Mühe, die

man sich hier für uns gibt. Die Strecke

für den nächsten Tag entpuppt sich als die

längste bisher und hält für die drei besten

Gruppen auch noch den Grand Ballon mit

ca. 1000 Höhenmetern auf 20 Kilometern

Strecke bereit. Angesichts der Herausforderung

entschließen wir uns, relativ früh

ins Bett zu gehen.

Der dritte Tourtag begrüßt mich mit

tollem Frühstück und viel Sonnenschein.

Endlich hat uns das gute Wetter erreicht

und ich beschließe heute in der hellroten

Gruppe mitzufahren. Dies stellt sich

als eine sehr gute Entscheidung heraus,

da sportliche Herausforderung und

12.April: BEGINN

Sommersemester 2010

angenehmes Plaudern sich während der

Fahrt gut abwechseln. Berge gibt es heute

auch und so habe ich bis zum Mittagessen

den wohl schönsten Teil der Strecke

gesehen. Es wechseln sich malerische

französische Dörfer und blühende

Landschaften ab. Die Sonne brennt uns

die Radfahrerbräune auf Arme und Beine

– Eincremen nicht vergessen. Abends in

Basel bin ich einigermaßen ausgepowert,

doch die Jugendherberge belohnt uns

mit dem wohl besten Essen der Tour.

Der abendliche Stadtrundgang führt uns

durch Basel bis ans Rheinufer, wo wir

den Abend ausklingen lassen.

Sonnenstrahlen wecken mich auch am

nächsten und vorletzten Tag. Ich habe

mich als Streckenposten zum berüchtigten

Bergzeitfahren gemeldet. Nach dem

Mittagessen versucht sich etwa die Hälfte

der Teilnehmer am „Schauinsland“.

Dieser Berg bietet das härteste Profi l der

Tour – am steilsten Punkt sind es knackige

18% Steigung.

Dennoch schaffen es alle über die

Ziellinie. Ich persönlich bin fürs Anfeuern

und Abkühlen der Radfahrer zuständig.

Danach komme ich noch in den Genuss

der atemberaubenden 30 minütigen

Abfahrt nach Freiburg. Allein für dieses

Erlebnis lohnt sich das Mitfahren.

Bei über 60 km/h weiß man, wie sich

Geschwindigkeit anfühlt.

Die sehr komfortable Jugendherberge in

Freiburg bietet den perfekten Rahmen

für die Siegerehrung. Freuen dürfen

sich Rebekka, Bettina und Clemens

über die Siegerpreise in den Kategorien

schnellstes Mountainbike, schnellste Frau

und schnellstes Rennrad. Das legendäre

Abendprogramm in Freiburg führt uns

dann ins „Tacheles“, einer Mischung aus

Kneipe und Club, wo manche bis 5 Uhr

das Radfahren mal Radfahren sein lassen.

Einigermaßen verkatert und übermüdet

liegen am Sonntag nun die letzten 170 km

vor mir. Bei erneut glühender Hitze heißt

das Ziel nur noch ankommen. Nach vier

Tagen Tour merke ich die Erschöpfung

immer mehr. Zum Glück liegt der Mit-

„Da ziehe ich meinen Helm …

ehh Hut.“

tags-Stopp günstig an einem Badesee. Die

Erfrischung lasse ich mir nicht entgehen

und verbringe fast die gesamte Pause im

Wasser. Die verbleibenden 70 km fahren

sich danach fast wie von selbst.

Erschöpft aber glücklich rollen wir einige

Stunden später in Karlsruhe beim Badisch

Brauhaus ein. Nach einem reichhaltigen

Buffet werden die Organisatoren und das

Begleitteam geehrt, die diese Tour möglich

machten. Da ziehe ich meinen Helm

… ehh Hut.

Was bleibt ist der Eindruck einer ganz

besonderen Woche. Alle meine Erwartungen

haben sich erfüllt und so bin ich

nächstes Jahr sicher wieder mit dabei!

14. April: Qinghai/Volksrepublik China - Bei einem Erdbeben der

Stärke 7,1 auf der Richterskala in der nordwestlichen Provinz des

Landes sterben mindestens 1300 Menschen und 10000 werden verletzt.

7


Vor 33 Jahren (1977) wurde in Baden-Württemberg die verfasste Studierendenschaft von der Landesregierung

abgeschafft, die zu Zeiten des „Deutschen Herbstes“ eine Verwendung der Gelder für linksextreme Zwecke befürchtete.

In den letzten 33 Jahren hat sich nun das sogenannte U-Modell etabliert. Nun werden allerdings von verschiedenen

Seiten der Studentenvertretung Forderungen laut, die verfasste Studierendenschaft wieder einzuführen, jedoch mit

teilweise sehr unterschiedlichen Vorstellungen über die letztendliche Ausgestaltung.

Das Für und Wider einer solchen Umorganisation erläutern im Folgenden Noah Fleischer von den JuSos (Pro) und

Thomas Deubel vom RCDS (Contra).

Pro:

Die Baden-Württembergischen Studierenden brauchen eine Verfasste

Studierendenschaft

Die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft ist

eines der wichtigsten Ziele des Karlsruher U-Modells und ist

sogar in unserer Satzung verankert (§ 4).

Zurzeit sind die Studierenden an den Baden Württembergischen

Hochschulen trotz ihrer Gruppenstärke stark unterrepräsentiert.

Sie haben kaum Mitbestimmungsrechte und können sich als

Gruppe politisch nicht artikulieren. Die Mitbestimmungsrechte

würden durch eine Verfasste Studierendenschaft nicht zwangsläufig

verbessert werden, das politische Gewicht der Studierenden

aber auf jeden Fall. Durch eine VS kann gewährleistet

werden, dass Dritte einen festen Ansprechpartner haben, der legitimiert

ist im Namen der Studierenden zu sprechen und dem

diese Legitimation insbesondere auch nicht aberkannt werden

darf, wie es heutzutage leider oft passiert.

Zu den Rechten einer VS gehört auch das Mandat, die Studierenden

in allen sie als Studierende betreffenden Angelegenheiten zu

vertreten. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist

dies die Ausgestaltung eines allgemeinpolitischen Mandats. Der

AStA und die Fachschaften dürften sich im Namen der Studierenden

gegen oder für Studiengebühren aussprechen und mehr

BAföG fordern, aber nicht den Truppenabzug aus Afghanistan.

Den gleichen Auflagen wie das Mandat würde auch die finanzielle

Contra:

Die Verfasste Studierendenschaft ist ein gescheitertes Modell.

Wir fordern ein neues Konzept, das einzig den Studierenden zu

Gute kommt.

Die Abschaffung der Verfassten Studierendenschaft in Baden-

Württemberg geschah aus guten Gründen, da der Missbrauch

von Geldern und allgemeinpolitischem Mandat der Studentenschaft

mehr geschadet hatten, als ihr zu helfen:

8

15. April: Nach einem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull

auf Island kommt es aufgrund der Aschewolken

in ganz Europa zu Verzögerungen im Luftverkehr.

Wi 2 - organisiert

Unabhängigkeit der Studierendenschaft unterliegen. Die von

den Studierenden erhobenen Beiträge (ca. 5 -10 € pro Semester)

dürfen ausschließlich für studentische Zwecke verwendet

werden, die Unterstützung von kommunistischen Revolutionsgruppen

in Südamerika zählt nicht dazu. Die Finanzautonomie

der Studierendschaft ist auch ein wesentlicher Aspekt ihrer

Unabhängigkeit. Zwar werden die Finanzen weiterhin von

offizieller Seite aus geprüft, allerdings ist die studentische

Vertretung so nicht mehr abhängig vom Landeshaushalt und

eliminiert so die Gefahr der finanziellen „Austrocknung“ durch

potentielle politische Gegner.

In Baden Württemberg haben sich viele unterschiedliche Systeme

zur Vertretung der Interessen der Studierenden entwickelt. Die

Studierendenschaft des KIT zählt sicherlich zu den engagiertesten

und bestorganisierten Vertretungen Süddeutschlands. Um

den verschiedenen Erfahrungen und Entwicklungen an den

verschiedenen Hochschulen gerecht zu werden sollte aber keiner

Studierendenschaft eine Organisationsform aufgezwungen

werden. Die Ausgestaltung und Satzung ihrer (Verfassten)

Studierendenschaft können die Studierenden vor Ort selbst

festlegen. Aus den Gründen der: demokratischen Legitimation,

Solidarität Rechtssicherheit, Rechtsfähigkeit, Unabhängigkeit

und der politischen Handlungsfähigkeit muss die Verfasste

Studierendenschaft in Bayern und Baden Württemberg wieder

eingeführt werden.

Erstens muss sich eine studentische Vertretung auf die Interessen

der Studenten konzentrieren und hat sich nicht mit allgemeinpolitischen

Themen zu befassen. Um allgemeine Politik zu betreiben

und zu beeinflussen, steht es jedem Bürger dieses Landes

frei zu wählen und sich politisch zu engagieren, so auch jedem

deutschen Studenten.

Zweitens lehnen wir jedwede Gebühr für eine studentische Vertretung

ab. Die ohnehin hohe finanzielle Belastung der Studenten

darf nicht durch einen Beitrag für eine Zwangsmitgliedschaft

20. April: Die Bohrinsel Deepwater Horizon

versinkt im Golf von Mexiko. monatelang

strömen täglich millionen Liter Öl ins Meer.


in der Verfassten Studierendenschaft unnötig erhöht werden.

20 % Wahlbeteiligung lassen nicht auf eine Legitimation dafür

schließen, von 100% der Studenten Beiträge einzufordern

Die Diskussion um die Erweiterung und Verbesserung

studentischer Mitbestimmung wird häufig unter der falschen

Prämisse geführt. Eine fundierte studentische Mitbestimmung

ist nicht von einer VS abhängig. Die gebetsmühlenartigen

Forderungen nach einer VS führen oft dazu, dass der Nutzen des

Studenten in der Diskussion vergessen wird.

Keinem Studenten ist mit der Pflicht zur Mitgliedsschaft und

Zwangsbeiträgen geholfen und es spricht auch nichts dafür, dass

die Mehrheit der Studierenden das tatsächlich möchte.

Der RCDS Karlsruhe fordert eine gesetzliche Verankerung

einer studentischen Vertretung auf Basis unseres Unabhängigen

Modells.

Die wesentlichen Eckpunkte sind ein Recht auf Anhörung durch

den Vorstand der Uni, die Wahl der studentischen Senatoren,

Weisungsrecht gegenüber dem Exekutivorgan, keine Möglichkeit

diese durch das Präsidium abschaffen zu lassen, eine

Fokussierung auf Hochschulpolitik durch ein ausschließlich

hochschulpolitisches Mandat, eine öffentliche, finanzielle Kontrolle

durch das Studierendenparlament und keine Möglichkeit

Zwangsbeiträge zu erheben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, eine Finanzautonomie

auszuschließen, da es in der Vergangenheit in ASten in ganz

Wi 2 - rätselt

von Vincent Ehrmann

Sudoku war gestern.

Was für wahre Rätselfreunde bereits Routine geworden

ist, bietet nun in der Wi² - Version eine

neue Herausforderung:

• In jeder Zeile und Spalte kommen die

Zahlen von 1 bis 9 genau einmal vor

• Ein ausgefüllter Kreis symbolisiert eine

Differenz von eins zwischen den beiden angrenzenden

Zahlen

• Ein leerer Kreis symbolisiert den Zustand,

in dem eine der beiden angrenzenden

Zahlen genau das Doppelte der Anderen ist

• Liegen eine eins und eine zwei nebeneinander,

so müssen sie mit einem leeren Kreis

verbunden sein

Lösung: Seite 31

22. April: Augsburg - Im Zuge des

Missbrauchsskandal in der katholischen

Kirche tritt Bischof Walter Mixa zurück.

Deutschland Fälle von Missbrauch oder Veruntreuung von

Geldern gab.

Der RCDS möchte den AStA als Organ der Universität verankern

und stellt sich gegen das Konzept der Körperschaft des

öffentlichen Rechts, wie sie die VS vorsieht.

Dieses Konzept verspricht nicht nur den größten Nutzen für

die Studenten, es hat außerdem weit größere Chancen von

der Landesregierung anerkannt zu werden als die Verfasste

Studierendenschaft.

Daher fordert der RCDS alle Studenten auf, sich nicht blindlings

hinter die Befürworter der VS zu stellen, sondern die Probleme

dieses Konzepts zu erkennen und sich stattdessen für die bessere

und praktikablere Lösung des RCDS einzusetzen.

Nun soll sich jeder seine eigene Meinung dazu bilden. Wen das

Thema interessiert und wer mehr darüber wissen oder sich gar

für die eine oder andere Richtung engagieren möchte, der kann

sich selbstverständlich an die beiden Kommentatoren oder auch

direkt an den UStA bzw. die Kampagne „Selbergroß“ (beide

sprechen sich für die VS aus) wenden. Da die VS nur per Gesetz

wieder eingeführt werden kann liegt die Entscheidungsgewalt

letztendlich beim Landtag und nicht im Machtbereich des KITs.

23.April: Berlin - Michael Hanekes Spielfilm Das

weiße Band wird bei der Verleihung des Deutschen

Filmpreises in zehn Kategorien ausgezeichnet.

9


Quelle: IWG/privat

Exkursionsbericht:

Die Kraft des Rheins

Wi 2 on the road: Dass der Rhein nicht nur kürzer

ist als gedacht, sondern auch ein ungeheures

Energiepotential besitzt, konnten Karlsruher

Wiwis bei einer Exkursion im Rahmen eines

außerplanmäßigen Ingenieursmodul erfahen.

Von Zena Ballout

Innerhalb des außerplanmäßigen Moduls „Regenerative

Energien“, bietet sich für Wirtschaftsingenieure ab dem 4.

Semester die Möglichkeit an der Vorlesung Energiewasserbau

am Institut für Wasser und Gewässerentwicklung bei Herrn

Dr. Peter Oberle teilzunehmen. Besonders für Interessierte des

Themas Energieressourcen ist die Vorlesung eine Möglichkeit

einen ingenieurtechnischen Blickwinkel auf das Gebiet zu

erhalten. Den wirtschaftlichen Aspekt kann man beispielsweise

im BWL Moduls durch Energiewirtschaft abdecken. Die

optimale Kombination für einen Wirtschaftsingenieur.

Begleitend zur Vorlesung wird u.a. eine Exkursion zum

Wasserkraftwerk Rheinfelden angeboten.

So traf sich eine Gruppe Studenten am 28. Mai um 6:15 Uhr,

um in eben dieses Kraftwerk aufzubrechen. Dank der frühen

Morgenstunde umgingen wir den Karlsruher Verkehr und

erreichten unser 209 Kilometer entferntes

Ziel in weniger als drei Stunden. Begrüßt

mit Kaffee und Brezeln im Info-Center des

Wasserkraftwerks, wurde uns nach einer

kurzen Verschnaufpause das Unternehmen

Energiedienst Holding AG am Standort

Rheinfelden in einer Präsentation

vorgestellt.

1898 ging das Wasserkraftwerk in Betrieb

und zählt damit zu den ältesten Kraftwerken

in Europa. Dieses produzierte mit zwanzig

Turbinen 185 Mio. kWh. Seit Mitte 2003

wird an einem neuen Kraftwerk gearbeitet.

Geplant ist eine mittlere Jahresproduktion

von 600 Mio. kWh durch vier Turbinen. 2007

wurde das neue Stauwehr fertiggestellt und

noch dieses Jahr soll im neuen Maschinenhaus Strom produziert

werden. 20 Turbinen werden im Rahmen des Umbaus durch

vier ersetzt, und werden dreimal so viel Energie produzieren.

Saubere Energie, das bedeutet in erster Linie CO2-klimaneutral.

Rheinfelden schmückt sich mit der „NaturEnergie Silber“ Auszeichnung

der Stiftung Warentest, das bedeutet sauberer Strom

rein aus Wasserkraft – regenerativ und emissionsfrei produziert.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 380 Mio. Euro und

acht Jahren Bauzeit ergibt sich eine fi nanzielle Amortisationsdauer

von 50 Jahren und eine CO2 Amortisationsdauer von 5

Jahren. Profi tiert hat das Kraftwerk bei seiner Optimierung von

10

26. April: Baubeginn

am Europaplatz für die

umstrittene Kombilösung.

Quick Facts Rheinfelden:

81,7% EnBW AG

18,3% Drittaktionären

Früher:

Nettogefälle: 4,2 - 6,0 Meter.

8 Kaplan-Turbinen

6 Propeller-Turbinen

6 Francis-Turbinen

185 Mio. kWh pro Jahr

Heute:

Nettogefälle: 6,0 - 9,1 Meter.

4 doppelt regulierte Rohr-Turbinen

1 Dotier-Turbine

600 Mio. kWh pro Jahr

der Forschung am Karlsruher Institut für Technologie. Modellströmungsversuche

am IWG optimierten sowohl Baukonzeptionen

am Stauwehr als auch an den Fischtreppen.

Viele aus der Vorlesung besprochene Inhalte konnten wir also

nun vor Ort betrachten. Eine Führung über das komplette

Gelände, welche uns sogar einen seltenen Einblick in den

Maschinenraum bot, veranschaulichte auf beeindruckende

Weise die Größendimensionen. Riesige Turbinen werden mit

gewaltigen Wassermassen durchfl utet und erzeugen schon

bei der ersten Umdrehung nach Inbetriebnahme Strom. Da

das Gelände zum Großteil noch eine Baustelle ist, konnten

wir auch den tatsächlichen Umbauprozess erleben. Meter für

Meter schaufeln große Bagger Sandbanken auf, um im Wasser

arbeiten zu können und tragen nach den Baumaßnahmen das

Land wieder ab.

Im Anschluss fuhren wir ins 30km entfernte Dogern zum

Kraftwerk RADAG (Gesellschafter: 52% RWE Innogy GmbH,

25% Finelectra u.a.). Dort wurde für 70 Millionen Euro ein

neues Kraftwerk errichtet. Dieses verfügt

über eine Leistung von 24 Megawatt

und erweiterte die bestehende Anlage

auf über 100 Megawatt. Damit können

jährlich rund 180.000 Haushalte mit

umweltfreundlichem Strom versorgt

werden. Das ökologische Herzstück bildet

ein langes Umgehungsgewässer, welches

den verschiedenen Fischarten nicht nur

den Rhein durchgängig macht, sondern

auch einen idealen Lebensraum bietet.

Im Gegensatz zu Rheinfelden sind die

Umbaumaßnahmen in RADAG bereits

abgeschlossen, was sich bei der Führung

vor allem durch den erhöhten Lärmpegel

der Turbinen bemerkbar machte. Die

Führung endete mit Besichtigung des Umgehungsgewässers

und einen Blick in die Fischzählstation.

Der Ausfl ug hat gezeigt, wie anspruchsvoll es ist, eine

natürliche Energiequelle ökologisch und ökonomisch sinnvoll

auszunutzen und welche Probleme saubere Energie trotz aller

Vorteile machen kann. Die Faszination von Technik in diesen

Ausmaßen kann man wahrscheinlich nur durch das Erleben

erfahren. Wer also die Möglichkeit bekommt an einer solchen

Exkursion teilzunehmen, sollte diese unbedingt nutzen. Denn

oft reicht die reine Vorstellung einer Ingenieurleistung zum

Verständnis nicht aus.

27. April: Katmandu/Nepal - Mit der Ankunft auf dem Gipfel

der 8091 m hohen Annapurna besteigt die Südkoreanerin Oh

Eun-sun als erste Frau alle 14 Achttausender.


Wi² - ins Ausland Nichts wie raus. Auslandspraktikum,

Auslandssemster, Entwicklungshilfe.

Wi² zeigt euch wie’s geht.

Wer hilft mir Raus?

Das Studium im Ausland – für viele Studierenden ist

es schon fest in die Studienplanung eingebettet. Schließlich

spricht auch Vieles dafür: das Kennenlernen neuer Kulturen,

die Verbesserung von Sprachkenntnissen, das Erlebnis Ausland,

möglicherweise auf einem anderen Kontinent ganz

neue, ganz andere Leute kennen zu lernen. Außerdem war

es selten so lohnend: Für viele Arbeitgeber ist Auslandserfahrung

kein wünschenswerter Pluspunkt mehr, sondern ein

unentbehrliches „must have“, für welches auch gerne ein oder

zwei Fachsemester mehr in Kauf genommen werden. Also

nichts wie weg! Aber wann? Und wie? Und wohin?

Die mit Abstand am häufigsten gewählten und vermutlich

auch besten Zeitpunkte für ein Studium im Ausland sind

das 5. und 6. Semester im Bachelor sowie das 1. und 2.

im Master. Außerdem erfreut sich die Möglichkeit, seine

Bachelor- bzw. Masterarbeit im Ausland zu schreiben

zunehmender Beliebtheit. Interessant ist sicherlich auch die

Möglichkeit einen zweisprachigen Doppelmaster im Ausland

zu absolvieren. Hierfür baut die Wiwi-Fakultät derzeit eine

Kooperation mit der Universität in Grenoble auf.

Wer sich nun aber zurück lehnt und glaubt, er habe noch

viel Zeit bis er sich entscheiden muss wann und wohin er

gehen will, irrt sich gewaltig. Aufgrund der vielen zu organisierenden

Details und der, wegen der vielen Bewerber

recht aufwändigen Auswahlverfahren haben die meisten Organisationen,

die finanzielle und organisatorische Hilfen für

Auslandsaufenthalte anbieten, Vorlaufzeiten von ca. einem

Jahr (eine Ausnahme hierfür bildet Erasmus). Wer also jetzt

im zweiten Semester studiert und im fünften Semester gerne

(weiter) fort möchte und noch nicht weiß wie, der sollte sich

sofort mächtig ins Zeug legen.

Doch an wen muss man sich denn überhaupt wenden, um Unterstützung

für einen Auslandsaufenthalt zu bekommen? Die

wohl bekannteste Adresse ist das Erasmus-Programm der EU.

Seine Aufgabe ist es die Mobilität unter europäischen Studierenden

zu Fördern und somit zu mehr interkulturellem Verständnis

innerhalb der EU beizutragen. Hierfür werden die Studiengebühren

erlassen, außerdem wird eine Mobilitätsbeihilfe

30. April: Shanghai/

Volksrepublik China - Eröffnung

der Weltausstellung Expo 2010.

Anfang Mai: Veganisches

Essen wird in der Mensa

eingeführt.

von Jonas Frimmer

gewährt. Es basiert auf Vereinbarungen zwischen Universitäten

- Eine aktuelle Liste der angebotenen Programme ist

auf der Homepage des Akademischen Auslandsamtes (AAA)

zu finden. Allgemein ist Erasmus für ein Auslandsstudium im

innereuropäischen Raum die wohl erste und beste Adresse.

Der Bewerbungsschluss für das darauf folgende Wintersemester

ist erst im Dezember, was das Programm vielleicht

auch für „spontan-entschlossene“ attraktiv macht.

Wen es allerdings etwas weiter in die Ferne zieht, der muss sich

auch früher um ein Stipendium kümmern, beispielsweise beim

DAAD, dem „deutschen akademischen Auslandsdienst“. Dort

bekommt man für Studienaufenthalte in den USA, Kanada,

Australien oder Neuseeland Reise- und Versicherungskosten

sowie bis zu einem bestimmten Maß die Studiengebühren

erstattet. Außerdem erhält man einen Zuschuss zu seinen

Lebenshaltungskosten. Für eine erfolgreiche Bewerbung

sind allerdings gute Noten und eine hohe Punktzahl im

TOEFL-Test (der für alle Förderprogramme mit Ausnahme

von Erasmus Pflicht ist) erforderlich. Außerdem bietet der

DAAD nur ein Stipendium, das heißt es ist dem Studierenden

überlassen sich gleichzeitig auch noch um einen Platz an einer

ausländischen Hochschule zu kümmern

Auch das BW-Programm fördert Auslandsaufenthalte in Übersee.

Es übernimmt die Studiengebühren und gibt auf Antrag

noch einen Reisekostenzuschuss. Hier sind die Noten nicht so

wichtig, eher der Gesamteindruck mit den außeruniversitären

Leistungen entscheidet. Für Masterstudenten kann auch das

Fulbright-Programm interessant sein, das sich um einen Austausch

mit den USA bemüht. Wie der DAAD übernimmt es

Reisekosten und Versicherung, sowie die Studiengebühren.

Über diese Programme hinaus gibt es auch die Möglichkeit

sich über eine Direktkooperation des KIT mit einer anderen

Universität ein Studium im Ausland zu verschaffen

(Informationen mit welchen Universitäten das KIT

Direktkooperationen anbietet können beim Akademischem

Auslandsamt eingeholt werden). Die Bewerbungsmodalitäten

und Leistungen richten sich hier nach dem BaWü-Programm.

Natürlich kann man sich auch ohne Stipendium direkt bei

einer ausländischen Universität bewerben, was aber in eini-

1. Mai: Anschlagsversuch

am Times Square

in New York.

11


gen Fällen recht teuer werden kann.

Aber: wer hier in Deutschland BAföG

bezieht kann damit rechnen auch einen

Anspruch auf Auslands-BAföG

zu besitzen, welches fi nanziell einiges

erleichtert. Eine oft recht wenig

beachtete und sehr unbürokratische

Möglichkeit um teils sogar parallel

zum eigentlichen Studium im Ausland

zu studieren, ist der Eucor-Verbund.

Wer in einer der Eucor-Universitäten

eingeschrieben ist, ist damit automatisch

in allen anderen Unis (Freiburg,

Basel, Mulhouse, Straßburg) auch

eingeschrieben. Daher kann man auch

recht spontan entscheiden, einige Prüfungen

z.B. in Frankreich abzulegen,

oder ein ganzes Semester lang ganz

dort zu studieren. Allerdings sollte

man das dringend vorher mit den hier

zuständigen Professoren besprechen,

damit man die erbrachten Leistungen

auch angerechnet bekommt.

Doch wie gestalte ich meine Bewerbung

erfolgreich? Neben guten Studienleistungen,

Sprachkenntnissen

und einer rechtzeitigen Bewerbung

12

sollte im oft geforderten Motivationsschreiben

klar heraus stechen, wieso

man sich für gerade diese Universität

entschieden hat. Einen klaren Zusammenhang

zwischen seinen Studienplänen,

der fremden Universität und

seinen späteren Berufsabsichten herstellen

zu können macht hier oft den

Unterschied aus. Außerdem kann man

seine Chancen weiter steigern, indem

man schon am KIT Interesse am Ausland

zeigt, beispielsweise durch den

Kontakt zu ausländischen Studierenden.

Der AK Erasmus oder Tandem-

Sprachpartnerschaften des AAA bieten

hierfür gute Möglichkeiten.

Eine gute Alternative zum Studium im

Ausland ist auch ein internationales

Praktikum. Dadurch kann man einerseits

die gesamte vorgeschriebene

Praktikumszeit von acht Wochen,

beziehungsweise 20 Wochen für die

Masterzulassung, auf einmal erledigen

und hat andererseits noch die Möglichkeit

all die bereits erwähnten Vorteile

des Auslands auszunutzen. Wenn man

Apple on Campus

5. Mai: Augsburg - Ein Landgericht verurteilt

den Waffenhändler Karlheinz Schreiber wegen

Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft.

ein Urlaubssemester beantragt kann man

zudem noch erreichen, dass die Fachsemesterzahl

gleich bleibt und keine Studiengebühren

bezahlt werden müssen. AIESEC

und IASTE bieten viel Unterstützung bei

der Organisation von Auslandspraktika. Für

das europäische Ausland kann man außerdem

noch ein Erasmus-Stipendium beantragen.

Klar wird, die Welt steht euch offen, wer

rechtzeitig und sorgfältig plant hat gute

Chancen einen Weg ins Ausland zu fi nden.

Beratung zur Studienplanung und zum Thema

Ausland gibt es in der Fachschaft und

im Akademischen Auslandsamt.

In Zusammenarbeit mit der FS WiWi bietet dir Apple on Campus ab dem nächsten Semester

kostenlose Workshops rund um das Thema Apple an. Eine Einführung in das Betriebssystem

Mac OS X, beeindruckende Präsentationen mit Keynote erstellen und viele weitere interessante

Themen erwarten dich.

Mehr Infos zu den Workshops und zu Apple on Campus fi ndest du auf www.aoc-mannheim.

de/karlsruhe

6. Mai: Bangkok - Die Oppositionsbewegung

kündigt an, ihre seit zwei Monaten

andauernden Proteste zu beenden.


Wi² - ins Ausland Die Leuchtstoffröhren der Bib

ausgetauscht gegen die brennende Sonne Afrikas.

AIESEC ermöglichte zwei Karlsruher WiWis den

Traum vom Praktikum der etwas anderen Art

Aus dem Hörsaal nach

Während einer Kaffeepause mitten in der

Prüfungsphase des Wintersemesters 2010 erfuhren wir,

Lena und Philipp, von der Möglichkeit, mit AIESEC ein

Entwicklungshilfepraktikum im Ausland zu machen. Wir waren

sofort begeistert. Doch muss man da nicht schon bei AIESEC

engagiert sein? Und reicht ein Monat Vorbereitungszeit für

ein unbekanntes Land trotz Prüfungsstress?

Wir verwarfen die Fragen und begaben uns ins AIESEC Büro.

Auf einmal war alles ganz einfach. Impfungen, Visum, Flug,

DAAD Stipendium. All das war innerhalb weniger Wochen

organisiert. Getragen von unserer Motivation und der Hilfe

durch AIESEC saßen wir anderthalb Monate später im Flieger

nach Togo. Togo? Wo ist das denn? Ist das nicht dieser Kaffee?

Nein, Togo ist ein sehr kleines Land an der westafrikanischen

Küste. Französischsprachig, Durchschnittseinkommen

von 1 $ pro Tag, ziemlich unterentwickelt. Wir suchten

uns ein Praktikum in einer Umweltschutzorganisation namens

JVE (Jeunes Volontaires pour l’Environnement), in der Beschreibung

stand etwas mit „erneuerbare Energien“ und „Solarprojekte“.

Wir machten uns Sorgen, dass Praktikum möge

vielleicht zu wenig sozial sein. Immerhin wollten wir - wie

jeder - die Welt verbessern.

Die ersten drei Wochen verbrachten wir in der Hauptstadt

Lomé in zwei wohlhabenden Gastfamilien und passten uns

schnell an die gewöhnungsbedürftigen Lebensumstände an.

Es ist extrem heiß in Togo, überall sind Insekten, Kakerlaken

begleiten einen auf Toiletten und ins Bett. Wir hatten beide

ein eigenes Zimmer, es gab einen Wasserhahn im Hof,

eine „moderne“ Toilette mit Spülung, geduscht wurde mit

einem Eimer Wasser. Philipps Familie behandelt ihn wie

seinen eigenen Sohn. Er hatte drei kleine Brüder und zwei

Schwestern, von denen sich eine 12-jährige als Dienerin

entpuppte, die tagtäglich von morgens bis abends den

Haushalt schmiss. Eine solche gab es auch bei Lena, sodass

7. Mai: Gelsenkirchen - Beginn der

Eishockey-WM. Deutschland besiegt die

USA erstmals nach 17 Jahren mit 2:1.

Togo

von Lena Diekhans und Philipp Arlt

ihre Familie den ganzen Tag dick und fett auf der faulen Haut

liegen konnte. Zur Arbeit fuhren wir mit dem Motorradtaxi,

dem Haupttransportmittel in der Stadt. Auf einer Straße mit

riesigen Schlaglöchern fahren stets mindestens fünf solcher

Vehikel nebeneinander. Auch das Fahren auf der falschen

Straßenseite ist keine Seltenheit. Waren wir zu Fuß unterwegs,

wünschten wir allen einen guten Tag. Man fiel auf als Weißer

– selbst in der Hauptstadt. Es gibt kaum Touristen in Togo

und als Helfer wird man mit offenen Armen empfangen.

Ins Büro von JVE gingen wir in kurzen Hosen und den

schäbigsten Klamotten, mussten jedoch feststellen, dass die

meisten Togolesen sehr auf gute Kleidung inklusive Hemd,

Kleidern und Lackschuhen Wert legen. Also gingen wir erst

mal Shoppen, was sich als schwierig herausstellte. Auf dem

chaotischen Grand Marché wurden wir als „reiche Weiße“

belagert und über den Tisch gezogen. Alle Händler steckten

unter einer Decke und versuchten einen möglichst hohen Preis

rauszuholen, der für uns aber immer noch spottbillig war. Den

Togolesen auf der Straße merkt man ihre Armut nicht an.

Trotzdem konnten die Händler nicht einmal 1€ wechseln.

In den ersten Wochen verhielten wir uns noch etwas tollpatschig.

Beim Essen mit den Händen und Trinken aus Tüten

kleckerten wir herum, wir führten Kämpfe mit Fliegenschwärmen

aus und Lena wunderte sich, wenn sie Komplimente

über ihren dicken Hintern bekam (später freute sie sich). Zum

Glück wurde man bei jeder Peinlichkeit herzhaft ausgelacht.

Nach der Eingewöhnungszeit nahmen wir auf einer

afrikaweiten AIESEC Konferenz teil, wo auch der Spaß

nicht zu kurz kam. Sie war einer der Gründe für unsere Wahl

Togos. In vielen Seminaren über die Führungsverantwortung

und die bewegenden Problemen Afrikas lernten wir eine

Menge. Wir fanden heraus, dass die Studenten aus Nigeria,

der Elfenbeinküste oder anderen afrikanischen Ländern sich

gar nicht so sehr von uns unterscheiden und gewannen beim

Diskutieren und Feiern viele Freunde. Wir waren begeistert

von der Euphorie im Tanz und Gesang aber auch von den

7. Mai: Bundestag und Bundesrat verabschieden

das Gesetz zur Griechenland-Hilfe. Bundespräsident

Köhler unterzeichnet das Gesetz kurz darauf.

13


Zielen, Afrika voranzubringen. Eine

Reise ins Nachbarland Ghana, zeigte

uns aber wie unterentwickelt Togo

im Vergleich tatsächlich ist.

Zurück in Lomé hatten wir uns

inzwischen für Projekte innerhalb

der Organisation JVE entschieden.

Wir kamen nicht in ein gemachtes

Nest, hatten jedoch die Freiheit,

uns selbst Aufgaben zu suchen. Anstatt

im Büro zu arbeiten, suchten

wir die Herausforderung und zogen

aufs Land. Lena erstellte ihr eigenes

Projekt in einem Dorf im Norden,

Philipp ging in den Osten nach Vogan.

Dort lebte er mit seinen Kollegen

in einem Haus und arbeitete

an einem Projekt zur Beleuchtung

der Dorfgegenden mit Solarlampen,

weil es dort keine Elektrizität gibt.

Probleme verursachte vor allem die

nicht vorhandene Arbeitsstruktur der

Togolesen. Zwischendurch musste er

sogar Geld auslegen. Er beobachtete

und verbesserte die Arbeit auch direkt

vor Ort mit den Dorfbewohnern.

Das Leben in Lenas 4000-Seelendorf

erscheint sehr idyllisch. Hühner

und Ziegen bewegen sich frei auf

den staubigen Wegen, die kinderreichen

Familien haben kleine Hütten

mit Strohdächern. Der Großteil

der Bevölkerung bewirtschaftet

kleine Felder mit Mais, Reis oder

Maniok. Wohlhabendere besitzen

eine Schneiderei, eine Schmiede

oder eine Werkstatt. Viele Lebenssituationen

muten mittelalterlich an,

die Natur bestimmt das Leben. Bei

Regen steht das gesamte Dorf still.

In elf Dörfern half Lena

Frauengruppen, die zusammen

versuchen, kleine Felder zu

bewirtschaften oder Viehzucht zu

betreiben. Sie machte kompetente

togolesische Experten ausfindig

und stellte für drei Jahre einen

Projektplan über 76.000 Euro auf um

den Frauen nachhaltig zu helfen.

Insgesamt machten wir viele tolle

Erfahrungen in diesem uns völlig

unbekannten Land. Vor Ort nahmen

wir alle Probleme leicht in

Kauf und erst rückblickend wird

uns klar, wie viel wir an den Herausforderungen

und Problemen

gewachsen sind. Viele Dinge waren

sehr befremdlich aber hochinteressant:

die schwache Stellung

der Frauen, die Polygamie der

Männer, tagelange Beerdigungszeremonien,

die mangelnde Hygiene

(aufgrund deren wir beide

ernsthaft erkrankten), weinende

Kinder, die mit uns erstmals

Weiße zu Gesicht bekamen.

Die positiven Eindrücke überwiegen.

Die Gastfreundlichkeit, die

rhythmische Musik und das Tanzen,

das unkomplizierte Reisen,

wenig Stress, ein simples Leben

und viel Zeit zum Nachdenken

und diskutieren. Am Anfang

warfen uns unsere Eltern vor, nur

aus Abenteuerlust diese Reise anzutreten.

Jetzt wird uns klar, wie

sehr uns Togo persönlich geprägt

und vorangebracht hat. Wir können

nur jedem ans Herz legen,

die Möglichkeiten von AIESEC

wahrzunehmen, um ähnlich tolle

Erfahrungen zu machen. Viel

Glück!

Ihr wollt mehr wissen oder die

Projekte unterstützen? Dann lest

die komplette Geschichte auf:

philippundlenaintogo.blogspot.

com


Hörsaalwechsel für ein Semester

Von Ende August 2009 bis Anfang Mai 2010 studierte

ich an der University of Winnipeg in Kanada. Winnipeg liegt

in der Nähe des geographischen Zentrums Nordamerikas und

ist aufgrund des dort vorherrschenden Kontinentalklimas eine

der kältesten Städte der Welt. Einfach ein krasser Gegensatz

zum sonnenverwöhnten Karlsruhe. Aber warum geht man ausgerechnet

dort zum Studieren hin? Ganz einfach, ich hatte schon

immer den Traum, eine gewisse Zeit in einem englischsprachigen

Land zu studieren. Aufgrund der ähnlichen Semesterzeiten

und der relativ niedrigen Studiengebühren entschied ich mich

für Kanada. Da Winnipeg, trotz seiner ca. 650.000 Einwohner,

sehr günstige Lebensunterhaltskosten hat und die University of

Winnipeg im Mc Cleans Ranking (so was wie bei uns die WiWo)

auf Platz 9 lag, entschied ich mich für die UofW in Winnipeg.

Das Studieren in Kanada ist eine tolle Erfahrung und hat extrem

viel Spaß gemacht. Die Kurse hatten eine Größe von maximal

30 Studenten, die Professoren kannten mich mit Vornamen und

gestalten ihre Vorlesungen sehr interaktiv. Service wird in Kanada

einfach sehr groß geschrieben und ich ging mit viel mehr

Spaß und Regelmäßigkeit in die Vorlesungen, als das hier der

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Wi² - ins Ausland Zwischen Rockbands

und Eishockey - Das Auslandssemster

eines Karlsruher WiWis in Kanada

von Johannes Wurzbacher

7. Mai: Chile tritt als

erster südamerikanischer

Staat der OECD bei.

Winnipeg

Fall ist. Zusätzlich war die Universität extrem international und

teilweise waren mehr Internationals in den Kursen als Kanadier.

Dies spiegelte sich auch bei den Professoren wieder. Neben den

kanadischen hatte ich Professoren aus Indien, China und dem

Irak. Wer glaubt, dass unser Bachelor verschult ist, irrt sich gewaltig.

Im Schnitt hat man pro Kurs zwei bis drei Klausuren,

zusätzlich muss man Assingments bearbeiten, Paper schreiben

und Präsentationen halten. Alle Leistungen gehen zu einem

bestimmten Prozentsatz in die Endnote des Kurses ein. Durch

diese vielen Leistungen wird man gezwungen, sich ständig mit

dem Stoff zu beschäftigen und einfach mal eine Woche die Füße

hochzulegen und entspannen ist nicht drin. Auf der anderen

Seite sind die Klausuren nicht so schwierig wie bei uns und man

ist bei der Abschlussklausur nicht so unter Druck, da diese ja

nicht zu 100% der Endnote ausmacht.

Die Stadt Winnipeg selber glich leider eher einer Betonwüste

ohne wirkliches Flair und trotz der Größe war das Nachtleben

etwas enttäuschend. Neben ein paar Clubs gab es einige gute

Bars, welche fast jeden Abend mit Livebands lockten. Die

Musikszene Winnipegs ist wohl auch die größte Bereicherung

des Winnipeger Nachtlebens und wenn man wollte, konnte man

jeden Abend gute Livemusik hören. Für jeden Rock/Alternativ

Fan, so wie mich, ein absolutes Paradies.

Wann immer auch möglich, nutze ich deshalb die Möglichkeit zu

reisen. Fliegen ist in Kanada recht teuer, weshalb ich oft den Bus

für Trips nach Chicago, New York, Toronto, Montreal, St. Louis,

Banff, Seattle und Vancouver nutze. Auch wenn es schwer zu

glauben ist, man gewöhnt sich wirklich an über 24 Stunden

lange Busfahrten und allein die Städte und Landschaften, welche

ich auf meinen Trips gesehen habe, waren das Auslandssemster

wert.

Fazit: Mein Auslandssemester in Kanada war eine sehr positive

Erfahrung und auch wenn die Stadt selber wenig Reizvolles

bietet, so konnten die Universität und die vielen Reisen punkten.

Ich kann jedem nur empfehlen ein Auslandssemster in sein

Studium einzubauen und man sollte sich dabei auch von kalten

Temperaturen nicht schrecken lassen.

8. Mai: Letzter Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison

2009/10. Meister wird der FC Bayern München vor Schalke

04 und Werder Bremen. Hertha BSC Berlin steigt ab.


Wi² - in die Berufswelt In Zusammenarbeit mit der

Firma Campana & Schott stellen wir euch in den kommenen Ausgaben

eine Reihe Karlsruher Absolventen und ihren Berufsalltag vor

Schon während des Studiums nutzte ich die

Möglichkeit, Beratungsluft in der Inhouse Beratung

eines internationalen Konzerns zu schnuppern

und entdeckte so das Consultingumfeld für

mich. Wie viele andere Karlsruher Wirtschaft singenieure

bewarb ich mich dann nach meinem

Studium vor allem im Beratungsumfeld. Die ganz

großen Namen waren damals natürlich mit dabei,

doch letztlich entschied ich mich für Campana &

Schott, ein mittelständisches Consultingunternehmen,

das auf Projektmanagement und Prozessoptimierung

spezialisiert ist. Der Name steht für

Qualität made in Karlsruhe: Die beiden Karlsruher

Absolventen Dr. Christophe Campana und Dr.

Eric Schott haben das Unternehmen 1992 gegründet

und seitdem stetig wachsend aufgebaut. Vom

ersten Kontakt an hat mich die noch heute maßgeblich

durch die beiden Mittvierziger geprägte,

sympathische Unternehmenskultur und die Möglichkeit,

bei C&S schnell Verantwortung zu übernehmen

beeindruckt. Mehr dazu aber später.

9. Mai: Düsseldorf – bei der Landtagswahl

in Nordrhein-Westfalen wird die

CDU knapp vor der SPD stärkste Kraft.

Im Gegensatz zu vielen meiner jetzigen Kollegen,

die ihre Beraterkarriere über eine Diplomarbeit

bei C&S starteten, bewarb ich mich damals

spontan für einen Direkteinstieg. Nach drei

Gesprächsrunden, während derer ich auch Eric

Schott und Christophe Campana kennenlernen

konnte, war ich überzeugt, dass Campana & Schott

das richtige Unternehmen für mich war. Nicht

zuletzt aufgrund der vielen bekannten Gesichter,

denn bei C&S arbeiten eine ganze Reihe Karlsruher

Absolventen. Da ich sowohl die deutsche als auch

die schweizerische Staatsangehörigkeit besitze,

interessierte ich mich besonders für den Standort

Zürich. Die Möglichkeit

dort zu starten, machte den

Einstieg dann perfekt.

Autoreninformationen

Abschluss: Dipl.-Wi.-Ing.

Autorenname: Christian Johannes

Schmid

Funktion bei C&S: Consultant |

Project Manager

11. Mai: London – Premierminister Gordon Brown

erklärt seinen Rücktritt. David Cameron wird von

Königin Elisabeth zu seinem Nachfolger ernannt.

17


Bei Campana & Schott ging es dann gleich spannend

los: Nach zwei Wochen im Hauptbüro in

Frankfurt startete ich mit meinem ersten Projekt

bei einem internationalen Automobilzulieferer.

Am Standort Paris unterstützte ich die Einführung

eines Enterprise Project Management Systems.

Konkret arbeitete ich mit dem Projektteam

vor Ort an der Konzeption des Systems, so dass die

Planung und Steuerung der Unternehmensprojekte

im Rahmen der vorgegebenen Projektmanagement-Methoden

möglich war.

Nach getaner Arbeit ging es abends zusammen mit

den Kollegen auf Sightseeing Tour in Paris. Auch

Christophe Campana gesellte sich immer mal wieder

dazu und hatte einige Tipps zu den schönen

Ecken von Paris parat. Obwohl ich eigentlich im

Regionalteam Schweiz angestellt und damit für die

Betreuung von in der Schweiz ansässigen Unternehmen

zuständig bin, war das eine tolle Chance,

mein erstes Projekt im Ausland zu absolvieren.

In meiner zweiten Station ging es zu einem internationalen

Unternehmen der Tabakindustrie an

meinem Heimatstandort Zürich. Dort konnte ich

bereits erste Verantwortung im Rahmen des Projekts

übernehmen und Erfahrungen aus mei-nem

Einsatz in Paris einbringen. Unter der Leitung eines

Senior Consultants konnte ich so nach und

nach weitere Projekterfahrung sammeln. Bereits

nach einigen Wochen moderierte ich die ersten

Workshops und Meetings. Meine Kollegen standen

mir dabei mit Rat und Tat zur Seite – sei es

in Person, per Telefon oder über die C&S-internen

Foren.

Inzwischen habe ich viele andere Projekte in der

Schweiz betreut und erfolgreich abgeschlossen, z.B.

in den Bereichen Telekommunikation, Banken-

und Versicherungen, bei Stromkonzernen, in der

Elektroindustrie oder bei Automobilzulieferern.

Das vielseitige Beraterleben hat mir von Anfang an

Spaß gemacht auch wenn es in manchen Wochen

harte Arbeit bedeutet. Die Möglichkeit branchenübergreifend

zu arbeiten ist heute noch genau so

reizvoll für mich, wie damals beim Einstieg. Durch

den Einsatz in verschiedensten Projekten lernte

ich in kurzer Zeit viel über verschiedene Branchen

und Unternehmenskulturen.

Es gibt aber auch immer wieder spannende interne

Themen, um die wir Berater uns kümmern. Z.B.

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12. Mai: Bei einem Flugzeugabsturz einer Maschine

der Afriqiyah Airways kommen 103 Menschen ums

Leben. Ein 9-jähriger Junge überlebt.

war ich maßgeblich am Aufbau der Campana &

Schott-Niederlassung in Zürich beteiligt. Fragen

kultureller Unterschiede im Bezug auf Vertriebswege

haben uns dabei genauso beschäftigt, wie

- ganz banal - die Entgegennahme der neuen Büromöbel.

Die Absicht der Geschäftsführung, den

Standort auf- und auszubauen und die Möglichkeit

als Consultant an dieser Ent-wicklung mitzuwirken,

haben mich von Anfang an begeistert.

Unternehmertum und Improvisationstalent sind

bei Campana & Schott genauso gefordert wie die

Professionalität eines internationalen Spezialistenteams.

Mittlerweile sind wir am Standort Zürich zehn

Mitarbeiter, und der Aufbau geht weiter. Insgesamt

aber habe ich bei Campana & Schott 150 Kollegen

verteilt über die Standorte Berlin, Frankfurt,

Köln, München, Paris, Wien und Zürich. Trotz

der vielen Einsätze in der Schweiz fühle ich

mich deshalb nach wie vor als Teil eines großen

Ganzen, denn nicht zuletzt durch die monatlich

stattfindenden Beraterforen besteht ein enger

Kontakt zu den Kollegen aus anderen Regionen.

Alle vier Wochen geht es dazu nach Frankfurt.

In der Hauptgeschäftsstelle berichten wir uns

gegenseitig in Kurzvorträgen über laufende und

bereits abgeschlossene Kundenprojekte. Eine tolle

Gelegenheit, neue Kollegen kennenzulernen und

sich mit Beratern anderer Standorte auszutauschen.

Beim Stammtisch in einer Kneipe im Frankfurter

Stadtteil Bockenheim gehen die Diskussionen

weiter. So manche in dieser Runde ausgetauschte

Information hat mich bei einem Kundenprojekt

schon einen großen Schritt weitergebracht.

Campana & Schott Unternehmensgruppe

Frankfurt | Berlin | Köln | München | Paris | Wien | Zürich

Gräfstraße 99 | D-60487 Frankfurt am Main

Tel.: +49 69 97 78 83-39 | Fax: +49 69 97 78 83-33

recruiting@campana-schott.com | www.campana-schott.com

15. Mai: Berlin – Der FC Bayern

München besiegt Werder Bremen

mit 4:0 im DFB Pokalfinale.


Campana & Schott ist ein international tätiges Beratungsunternehmen für Projektmanagement und Prozessoptimierung.

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wir professionelles Projektmanagement und optimieren Geschäftsabläufe unter Einsatz innovativer

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analytisches Denkvermögen, Eigeninitiative und Individualität machen Sie letztendlich zur perfekten

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20. Mai: Paris – Diebe entwenden im Musée d’art moderne

de la Ville de Paris die fünf Gemälde mit einem

geschätzten Wert von bis zu 100 Millionen Euro.

Mitte/Ende Mai: In Teilen Europas kommt

es zu Überflutungen durch Hochwasser.

Besonders stark betroffen ist Polen.

19


Wi² - Experiment Red Bull hingegen führt zu geistigen

Höchstleistungen, zu Lasten der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Dies ist das Ergebnis der neuesten Wi² - Studie, die die beiden beliebtesten

Koffeingetränke Deutschlands miteinander vergleicht.

Kaff ee macht stark und dumm

von Patrick Novinsky

Juni 2010. Die nächste Klausurenphase steht vor der

Tür und schon überlegt man, welche Hilfsmittel einem den

oft benötigten extra Schub an Energie liefern. Anlass für

uns, mit Hilfe zweier Probanden, die Aufputscher Espresso

und Red Bull miteinander zu vergleichen. In den vier Kategorien

Kopfrechenleistung, Maximalkraft, Feinmotorik

und Schnelligkeit haben wir einen ganzen Tag lang unter

steigendem Koffeinkonsum Tests durchgeführt. Ein Tagebuch:

08:00 Uhr: Unsere Probanden, Mike und Tim (Namen

von der Redaktion geändert), treffen hoch motiviert im

Labor ein. Der Eine ein überzeugter Red Bull-Trinker, der

Andere ein begeisterter Kaffeegenießer.

08:30 Uhr: Erste Trockentests ergeben: Mike und Tim

sind in hervorragender Verfassung. Das Leistungsvermögen

ist nahezu ausgeglichen, die erste Dose Bull und zwei

Espressi werden eingenommen.

09:30 Uhr: Tim verbessert sich hochkonzentriert bei

der Koordinationsaufgabe und kann zwei Pinguine mehr

als zuvor auf dem Eisberg platzieren. Der Sprint bringt

ihn jedoch schnell an seine Leistungsgrenze, auch das

Kopfrechnen fällt ihm diesmal nicht so leicht. Mike

dagegen entwickelt einen starken Ehrgeiz, verbessert sich

im Rechnen und kann seine Zeit im Sprinten ungefähr

beibehalten.

Tim: Espresso

11:00 Uhr: Weitere zwei Dosen

Bull und vier Espressi später sind

unsere Probanden über den täglichen

Durchschnittskoffeinverbrauch eines

Bundesbürgers von 2,8 Tassen Kaffee

hinaus. Mike wird zusehends aggressiv,

schafft jedoch neue persönliche

Bestwerte beim Rechnen und Sprinten.

Wagemutig ignoriert er dafür erste

20

Zittererscheinungen bei der Pinguinaufgabe und

verliert erstmals gegen Tim beim Armdrücken.

Dieser bricht außerdem den Rekord auf der

Wi²-Sprintstrecke, schafft es jedoch nur noch

schwer sich auf seine Rechenaufgaben zu

konzentrieren und verliert deutlich sichtbar

die Kontrolle über seine motorischen

Fähigkeiten. Sechs Tassen Espresso

Mike: Bull

innerhalb von zwei Stunden zwingen

ihn zusätzlich immer häufi ger zu

Toilettengängen.

13:00 Uhr: In den letzten zwei Stunden

wurde die konsumierte Koffeinmenge

nochmals verdoppelt. Wi² erwägt einen

Abbruch des Experiments, da die Aggressionen

zwischen den Probanden kaum noch zu ertragen

sind. Tim scheitert, völlig unkontrolliert

zitternd, an seinem dritten Pinguin. Nach einem

neuen Sprintrekord wähnt er sich nochmal

auf einem Höhenfl ug, seine katastrophalen

Kopfrechenergebnisse bringen ihn jedoch zurück

auf den Boden der Tatsachen. Mit dem Anzweifeln des Sinns

dieses Experiments und Gedanken zu Langzeitschäden treten

bei ihm zunehmend depressive Züge zutage. Auch Mikes

feinmotorische Fähigkeiten scheinen kaum noch vorhanden zu

sein, was ihn jedoch genauso wenig kümmert wie die Niederlage

im Armdrücken oder eine nach drei Stürzen ruinierte Sprintzeit.

Vielmehr rastet er nach einem knappen Sieg im Kopfrechnen

völlig aus und versucht euphorisch sämtliche Passanten für das

Ergebnis zu begeistern.

13:05 Uhr: Der Wi²-Redakteur führt nach gelegentlichem

Kaffee und Red-Bull Konsum die Tests am eigenen Körper

durch und stellt in nahezu allen Bereichen neue Bestmarken auf.

Die Tests:

(1) Kopfrechnen: Die Probanden haben 1 min Zeit, eine Liste aus 10

Rechenaufgaben zu lösen

(2) Maximalkraft: Zur Messung der Maximalkraft treten die Probanden

im klassischen Armdrücken gegeneinander an

(3) Feinmotorik: Die Probanden versuchen bei dem Spiel “Plitsch,

Platsch, Pinguin” innerhalb von 1 min möglichst viele Pinguine auf einen

beweglich gelagerten Eisberg zu platzieren

(4) Schnelligkeit: Die Probanden müssen innerhalb kürzester Zeit einen

Parcour zurücklegen


Das WiWiSo ist schon wieder vorbei. Zurück

bleiben nur ein Haufen gute Erinnerungen und

natürlich auch Fotos, mit denen wir euch einen

Blick hinter die Kulissen verschaff en möchten.

WiWiSo 2010

von Sebastian Gehrlein

und Jan König

Am m 17. Juni war wieder das beste Fest des Semesters. Tausende Menschen haben

elegant oder stampfend getanzt, Kicker gespielt, gelacht und vielleicht auch das ein oder

andere Schlückchen (zu viel) getrunken. Doch wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter der

Organisation solch eines gigantischen Fests? Der AK Fete, das tatkräftige Team um die

Cheffes Desi und Julia, eine unermüdliche Gruppe, hat sich dieser Herausforderung gestellt.

Wir haben uns für euch auf den Weg gemacht, eine unvergessliche Nacht auf die Beine zu

stellen. Um den WiWi auf den Königsfelsen zu bringen. Und euch auf die Tanzfl äche. Mit

im Gepäck: Ein paar Wechselklamotten, Kabelbinder und rollenweise Gaffer Tape. Und

natürlich ganz viel Spaß an der Sache. Denn trotz mangelndem Schlaf (oder vielleicht

auch gerade deshalb) können wir die Mitarbeit an so einem Event wirklich absolut jedem

empfehlen.

Eine Geschichte in Bildern.


22

Das TeamVorbereitungsphase

Verpfl egung durch

Fachschaft s-Mamis

Getränke-Anlieferung

Donnerstag, 13:00 Uhr

Mittagessen

Mottosuche, Plakatgestaltung, Verträge,

Standversteigerung, und und und ...

Plakatieren

Das WiWiSo

beginnt

Donnerstag, 9:00 Uhr

Menschenkicker-WM

Wände abkleben


Mittwoch, 10:00 Uhr

Bühnenaufb au

Donnerstag / Freitag, 18:00 - 3:00 Uhr

Feierei

Donnerstag, 8:00 Uhr

Helferfrühstück

Der Tag davor

Tausende Besorgungen, Einkäufe, schwere Bühnenelemente,

Zelte aller Altersklassen ...

Aufb au der Zelte

Mittwoch, 16:00 Uhr

DER Tag

Jetzt geht’s ums Ganze: Aufbau der

Technik und der Theken, Dekoration

und Beschilderung, Soundcheck,

Ankunft der Hochschulgruppen,

Vorbereitung der WiWi-Burger,

Aufbau des Menschenkickers ...

Freitag, ab 3:00 bis ... lange nach dem Fußballspiel

Abbau

23


Auf ein Neues Vom 23. bis 25. Juli fi ndet dieses Jahr

wieder Das Fest in der Günther-Klotz-Anlage statt.

Das Fest

Eine ganze Weile war es gar nicht mal so sicher, ob

Das Fest nach 2009 überhaupt noch einmal stattfi nden wird.

Große Verluste und immense Sicherheitsprobleme durch totale

Überfüllung (400.000 Besucher wurden gezählt) waren für den

Stadtjugendausschuss die Hauptgründe für die Bekanntgabe

Ende September, dass Das Fest so nicht weiter geführt werden

könne. Nach zahlreichen Protesten und Aktionen der daraufhin

gegründeten Initiative „Rettet das Fest!“ wurde letztendlich am

15.12.2009 durch den Karlsruher Gemeinderat der Beschluss zur

Fortführung des Festes gefasst. Unter einigen Bedingungen.

Größte Veränderung zu den Vorjahren:

Zum ersten Mal wird dieses Jahr Eintritt verlangt. Um

Freitag oder Samstag Zugang zum Hügelbereich zu erhalten,

muss man fünf Euro für Tagestickets berappen, deren Erlös zu

größten Teilen für den Ausbau der Sicherheitsvorkehrungen verwendet

werden soll. Die Tickets sind vorab zum Beispiel in 60

Karlsruher Sparkassen-Filialen oder online erhältlich.

Auszug aus dem Line-Up:

Freitag: Miss Platnum, Casper, Soulfood, Sharokh, Nosliw, Jan Delay

von Jan König

Foto: Bernd Hentschel

Für dieses kleine Geld gibt es aber auch

wieder einiges zu sehen. Auf der Hauptbühne kann man

wohl Jan Delay, Bela B, Monsters of Liedermaching und

Gentleman als Highlights bezeichnen. Zusätzlich gibt

es noch eine dm-Bühne, und das frühere Zelt wurde zur

Zeltbühne umgemodelt. Fans elektronischer Musik werden

sich wie immer über die DJ-Bühne freuen, während für

Familien wohl vor allem der Sport- und Familienbereich

oder das Kleinkunstforum interessant sein dürfte. Die

Organisatoren des Fests verfolgen also nach wie vor das

Ziel, jede Altersschicht mit ihrem vielseitigen Programm

anzusprechen.

Wir freuen uns darüber, dass diese traditionsreiche Veranstaltung

weiter in Karlsruhe stattfi nden kann. Nicht nur für uns

Studenten, sondern für die ganze Stadt ist es jedes Jahr ein

Highlight, das auch Leute von überall aus der Umgebung und

weiter weg anzieht. Und ist es nicht die optimale Entspannung

vom Stress der Klausurenphase, sich abends nach dem

Lernen einfach aufs Fahrrad zu schwingen und nach zehn

Minuten Fahrt nationale Top-Acts live hören zu können?

Also ich fi nde das klasse. Wir sehen uns!

Samstag: Couch Rausch, Klick Klack Klub, Bela B, Editors, Monsters of Liedermaching

Sonntag: Jessie Evans, Nugath, Charlie Winston, John Butler Trio, Gentleman

24

22. Mai: Madrid – Inter Mailand gewinnt das

Finale der UEFA Champions League 2009/10

gegen den FC Bayern München mit 2:0.

23. Mai: Köln – Im Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft

besiegt Tschechien Russland mit 2:1

und ist damit zum zwölften Mal Weltmeister.


Das große Wi 2 - Interview

Fortsetzung von Seite 5

Rettung von Griechenland und Stützung

des Euros anschloss. Ich bin überzeugt,

dass es nicht klug gewesen wäre zu

schnell und zu massiv zu agieren. Denn

damit entsteht das Problem des Moral

Hazard. Die Sünderstaaten könnten das

Gefühl bekommen, sie werden immer

gerettet. Ich denke, die Bundesregierung

hat im europäischen Kontext eine ganz

gute Figur gemacht.

wigger: Grundsätzlich war es

nicht völlig falsch, dass man viele

Nachfragemaßnahmen ergriffen hat.

Man hätte vielleicht stärker auch

international darauf hinweisen können,

dass wir in Deutschland umfangreiche

automatische Stabilisatoren

haben, wie unser antizyklisches

Sozialversicherungssystem. Dass man

darüber hinaus Geld für die öffentliche

Infrastruktur ausgegeben hat, war auch

nicht falsch. Dass man allerdings Geld

für isolierte Branchen freigab – also zum

Beispiel die Abwrackprämie – würde ich

sagen war ordnungspolitisch heikel.

KowalsKi: Trotzdem war die

Abwrackprämie eine sehr wirksame

Maßnahme, um kurzfristig den

Zusammenbruch des Marktes zu

verhindern. Dass man damit aber in der

darauf folgenden Phase Probleme erzeugt,

wusste man von vornerein. Da sich die

Marktlage aber gar nicht so schlecht

entwickelt und wir außerdem noch

eine große Diskussion über ökologisch

vernünftige Autos erfochten haben, bin

ich eher optimistisch.

Wi2: Angesichts der fast nicht mehr überschaubaren

Staatsverschuldung, wäre der

einzig verantwortungsvolle Kurs nicht

eine radikale Haushaltskonsolidierung,

oder wo sehen sie den größten Handlungsbedarf?

wigger: Es ist ja zwischen einem Ausgleich

des gesamten Haushalts und einem

Ausgleich des strukturellen Budgets

zu unterscheiden. Ziel ist ja nur ein

struktureller Ausgleich, da wir ja nach

wie vor eine konjunkturelle Unterauslastung

haben. Maßnahmen zur Beseiti-

28. Mai: Genf – Die UEFA vergibt

die Austragung der Fußball-Europameisterschaft

2016 an Frankreich.

gung des strukturellen Defi zits müssen

sowohl auf der Einnahmen-, als auch auf

der Ausgabenseite ansetzen. Man kann

bei den Subventionen noch viel systematischer

streichen, als man das jetzt plant

- besonders im Umweltbereich. Die hohe

Subventionierung von regenerativen Energien

halte ich so für nicht angemessen.

KowalsKi: Für mich ist das nicht die

Stoßrichtung, die ich für wichtig halte.

Wie gesagt ist für mich ist das Demografi e-

Feld das Wichtigste und da würde ich

jetzt gerne viel mehr an Programmen und

Überlegungen in Deutschland sehen. Wie

bekommen wir mehr familienfreundliche

oder pro-natalistische Spielregeln, und

damit mehr Kinder.

Wi2: Trotzdem bleibt aber doch der Klimawandel

eine der zentralen Bedrohungen

der Gegenwart, zu dessen Schutz die

Bundesregierung ja auch versucht Anreize

zu schaffen.

wigger: Aber die Anreize werden falsch

geschaffen. Zum einen sollte man als

einzelnes Land bei den Klimazielen nicht

vorpreschen, weil man dadurch eine gemeinsame

Lösung eher unwahrscheinlicher

macht. Und das Zweite ist, wenn

man einerseits der Umwelt über Emissionszertifi

kate einen Preis gibt, also

eine Obergrenze für die Emission von

Schadstoffen setzt und daran die Lizenzen

defi niert, diese versteigert und dann

hingeht und emissionsarme Technologien

subventioniert, dann reduziert man nicht

das Emissionsniveau – das ist ja fi xiert

– sondern man senkt den Preis für Emissionen

europaweit. Das was man durch

die Subventionen von erneuerbaren Energien

in Deutschland erreicht, ist die

Überwälzung der Zahllast für ein Klima,

das anders genauso gut wäre, auf den

deutschen Steuerzahler. Und das ist keine

gute Wirtschaftspolitik, sondern das Gegenteil

davon.

KowalsKi: Ich gehöre vielleicht zu einer

Minderheit, zu der sogenannten Sonnenfl

ecken-Gruppe. Ich glaube zwar, dass wir

einen Klimawandel bekommen, bin mir

aber nicht sicher, ob er durch menschliches

Handeln oder durch natürliche Kli-

29. Mai: Lena Meyer-Landrut gewinnt

mit Satellite beim Finale des 55. Eurovision

Song Contest für Deutschland.

maveränderungen verursacht wird. Wenn

unser Einfl uss auf das Klima geringer sei

als gedacht, dann ist meine Einstellung,

dass wir in unsere ökologische Politik viel

weniger auf die Förderung von CO2 Vermeidung

und Energiealternativen setzen

sollten, sondern Maßnahmen, die die unaufhaltsamen

Folgen des Klimawandels

abmildern, forcieren. So wie Holland sich

zum Beispiel auf die Meerespegelsteigerungen

vorbereitet. Wir geben in den hochentwickelten

Industrieländern sehr viel

Geld aus, um unser Gewissen zu erleichtern

und CO2 zu vermeiden, aber geben

viel weniger Geld für die Maßnahmen aus

die notwendig sind, wenn wir tatsächlich

mehr Wasser vor der Tür haben.

Wi2: Und welches Recht hat die sogenannte

„westliche Welt“, Klimamaßnahmen

von den „Entwicklungsländern“

einzufordern?

wigger: Im Punkt der Anpassung gebe

ich dem Kollegen recht, jedoch eher aus

dem Grund, alle Beteiligten – insbesondere

China und Indien – an einen Verhandlungstisch

zu bekommen. Deswegen

dürfen wir nicht rein auf unilaterale Vermeidungsstrategien

setzen, sondern auch

auf Anpassung.

Ich weiß nicht, ob wir das runter brechen

sollten auf die Frage, welches Recht wir

haben, dieses oder jenes einzufordern.

Die Frage ist eher, was wollen wir durchsetzen

und wie können wir das sinnvoll

erreichen? In der westlichen Welt haben

wir Umweltstandards formuliert, die

relativ hoch sind. Und die Chinesen und

Inder weisen nach meinen Dafürhalten

legitimer weise darauf hin, dass ihnen

bestimmte Entwicklungsprozesse noch

bevorstehen, die wir schon hinter uns

haben, und schon deshalb müssen sie

CO2-intensiver produzieren. Es geht auf

ökonomischer Ebene darum festzuhalten,

dass die Zahlungsbereitschaft für eine

bessere Umweltqualität in der entwickelten,

westlichen Welt größer ist als in der

weniger entwickelten südlichen und östlichen

Welt. Und zwar für etwas, was im

Kern ein öffentliches Gut darstellt, nämlich

das Klima. Und bei der Bereitstellung

eines öffentlichen Gutes wissen wir, dass

es da grundsätzlich um problematische,

strategische Anreize geht, nämlich immer

den, Trittbrett zu fahren, also die eigene

Zahlungsbereitschaft strategisch zu unter-

25


treiben und die anderen sich um die Bereitstellung

kümmern zu lassen. Einseitig

vorzupreschen ist dann nach meinem

Dafürhalten ein Fehler.

Wi2: Wie es Deutschland versucht zu

tun…

wigger: Deutschland versucht es zu tun

und das scheint in der Öffentlichkeit auch

beliebt zu sein. Aber warum ist das ein

Fehler? Wenn wir einseitig hingehen und

weniger emittieren, dann mag sich das

Weltklima verbessern, aber was passiert

dann mit den Anreizen der Anderen, ihren

Beitrag zum Weltklima zu leisten. Denn

die kriegen ja schon ein besseres Klima,

ohne eigene Leistung und ihre Zahlungsbereitschaft

für ein besseres Klima

schrumpft.

KowalsKi: Ich sehe die Lage etwas anders,

da Umweltschäden ja meist lokal

entstehen. Wenn Sie meinen, dass wir mit

Zertifikathandel den Entwicklungsländern

erlauben mehr Emissionen zu emittieren,

dann ist das eine andere Frage. Ich

glaube nicht, dass Deutschland hier eine

sehr aktive Rolle spielt und die anderen

Länder ihre Motivation verlieren. Meine

Befürchtung ist eher, dass wir hier eine

Scheinheiligkeit erzeugen. Dass wir jetzt

die moralisch guten Menschen und guten

Produzenten sind, alles ökologisch fantastisch

machen und die anderen sich schämen

sollen. Sie sind häufig nicht in der

Lage und haben gewisse Technologien

einfach nicht - müssen sich aber dennoch

irgendwie weiter entwickeln. Das ändert

natürlich nichts an der Tatsache, dass es

schön wäre, wenn sie das trotzdem ökologisch

handhaben könnten und dabei können

wir helfen. Allerdings sehe ich eine

sehr gefährliche Tendenz aus dem Lager

der hochentwickelten Industrieländer,

die jetzt die Diskussion über globale Erwärmung

und Klimawandel als Vorwand

nehmen um neuen Protektionismus zu

praktizieren. Das hat am deutlichsten Präsident

Sarkozy formuliert, als er einmal

sagte, wir sollten Importe von Gütern, die

nicht ökologisch hergestellt wurden, oder

selber nicht ökologisch sind, verbieten.

Und dabei ging es nicht um Standards,

die natürlich eingehalten werden müssen.

Ich halte das für neuen Protektionismus

und sehr gefährlich, weil das eine gravierende

Einschränkung der Handelsfreiheit

gegenüber den weniger entwickelten Ländern

darstellt.

26

wigger: So oder so bedeutet das, dass

wir deren Anreize stärken müssen, an den

Verhandlungstisch zu kommen.

Wi2: Obwohl ja Kopenhagen gezeigt

hat, dass so ein Vorhaben auch gerne mal

scheitert.

wigger: Das ist ja genau das Problem.

Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns

steigt natürlich, wenn wir uns vorher

schon festlegen und sagen, dass wenn

es multilateral nicht klappt, wir es halt

alleine machen.

Wi2: Und dabei werden viele der Entwicklungsländer

auch die größten Kosten

einer Klimakatastrophe tragen, denn

Deutschland wird wohl eher keine Probleme

mit Dürren und Überflutungen

bekommen.

wigger: Das ist ein wichtiger Punkt, der

in Deutschland allerdings strategisch

nicht ausgereizt wird.

Wi2: Nochmal zurück zum Sparpaket in

Deutschland. Da werden jetzt besonders

Einsparungen bei den Sozialkassen in den

Fokus gerückt. Zum Beispiel das Thema

Elterngeld bei Hartz IV-Empfängern.

Erzielen diese Maßnahmen den

gewünschten Erfolg, oder sollte man dem

sozialen Frieden zu liebe nicht woanders

ansetzen?

wigger: Was jetzt das Elterngeld anbelangt,

so sollte man es grundsätzlich

überdenken. Das Elterngeld hat nicht zu

dem geführt, was man eigentlich damit

verbunden hatte, nämlich eine höhere

Geburtenrate. Dafür liegt bislang keine

Evidenz vor. Und bei Hartz IV Empfängern

ist das Elterngeld eh völlig unsystematisch.

Die Idee war ja, die Opportunitätskosten

des Kinderkriegens

für berufstätige Frauen zu senken. Und

dieses Argument kann man bei Hart IV

Empfängern nicht bringen. Sinnvoll wäre

es zu überlegen, ob es nicht besser wäre,

die Kinder von Hartz IV-Empfängern systematisch

besser zu stellen.

KowalsKi: Ich denke, ob man 67%

oder 65% des Nettoeinkommens

kriegt ist nicht entscheidend für die

Familienplanung. Meine Meinung ist,

dass wenn man das demografische

Problem anpacken will, man sehr

vielschichtig und umfassend agieren

30. Mai: Mittelmeer – Israelische Streitkräfte stürmen einen

Schiffskonvoi des Free Gaza Movement mit Hilfsgütern für den

Gazastreifen und töten dabei mindestens neun Menschen.

muss. Das ist die generelle Einstellung

zu Familien, zu Alleinerziehenden und

zu Kindern. Eine Frage, die zum Beispiel

in Frankreich schon nach dem ersten

Weltkrieg erfolgreich angegangen wurde.

Ich glaube, dass die jetzt beschlossen

Instrumente für die Lösung des Problems

nicht richtig sind. Es geht um viel mehr.

Und diese kleinen Einschränkungen

“ Ich denke schon, dass man die

sogenannten „Leistungsträger der

Gesellschaft“ nicht zu stark belasten

sollte!”

werden sich nicht auf die deutschen

Geburtenzahlen auswirken. Es wäre

viel wichtiger, das was die frühere

Familienministerin machte weiter zu

betreiben. Mit den Unternehmen reden

und Spielregeln schaffen, die es der

jungen Generation beider Geschlechter

erlauben würden, leichter Kinder zu

haben und trotzdem beruflich Karriere zu

machen. Allgemein denke ich schon, dass

man die sogenannten „Leistungsträger

der Gesellschaft“ nicht zu stark belasten

sollte, weil ja letzten Endes irgendjemand

dieses Sozialprodukt erwirtschaften

muss. Andererseits sind viele Millionen

Menschen in Deutschland für das

Sozialprodukt verantwortlich. Dass wir

jetzt besonders die arbeitslosen Hartz IV-

Empfänger belasten, ist politisch-ethisch

nicht schön. Als profaner Ökonom könnte

man sich auf internationale Erfahrungen

berufen, die zeigen, dass die negativen

Auswirkungen durch Sozialeinschnitte

auf die Konjunktur eher gering sind - und

irgendwo muss man kürzen. Ich persönlich

hätte am liebsten niemandem etwas

gekürzt. Wenn man zur Ausgewogenheit

auch noch den Spitzensteuersatz erhöht,

hätte ich nichts dagegen.

wigger: Dass man bei den Sozialtransfers

und überhaupt im sozialen Haushalt kürzt,

ist ja grundsätzlich logisch. Das ist nun

mal ein riesiger Etat, bei dem alle Mittel

auf ihren Sinn hin überprüft werden müssen.

Was zum Beispiel teilweise ziemlich

überflüssig ist und gar absurde Formen

annimmt, sind die Fortbildungsmaßnahmen

und Wiedereingliederungsmaßnahmen

für Langzeitarbeitslose. Der Effekt

scheint oftmals null zu sein und die Ausgaben

gehen in den Milliardenbereich.

Aber auch die Rentengarantie…

Wi2: …die Entkopplung der Renten von

31. Mai: Berlin –

Bundespräsident Horst

Köhler tritt zurück.


den Löhnen…

wigger: …Die sind nicht vollständig entkoppelt,

sondern was die Rentengarantie

besagt ist, dass wenn aufgrund der Rentenformel

das Rentenniveau sinken sollte,

das Rentenniveau auf seinem bisherigen

Niveau bleibt und künftige Steigerungen

solange nur halb realisiert werden, bis

gewissermaßen der Effekt der Garantie

wieder ausgeglichen ist. Und das kostet in

den nächsten Jahren Milliarden.

Wi2: Welche Akzente sollte die

Bundesregierung von nun an in ihrem

wirtschaftspolitischen Handeln setzen?

KowalsKi: Die Frage ist immer, wo fangen

wir an zu sparen? Normale Antwort wäre,

die Effizienz der öffentlichen Hand zu

erhöhen. Wir haben in Deutschland

Einsparpotentiale, die aber nicht sehr

groß sind. Aber das ist auch die Frage

der allgemeinen psychologischen

Einstellungen der Bevölkerung zu den

Wirtschaftsprogrammen. In unserem

föderativen System ist nicht ganz klar,

ob wir so viele Bundesländer brauchen?

Ich glaube hier gibt es Synergie-Effekte.

Massive Ersparungen können vor allem

bei den Wirtschaftssubventionen erreicht

werden und da muss man, anders als

das Publikum denkt, sehr vorsichtig

sein. Einige dieser Subventionen

sind sehr wichtig für die Erhaltung

der Innovationstärke der Wirtschaft,

da sie in die Bereiche Forschung

und Entwicklung, Innovations- und

Technologietransfer gehen. Kürzen nach

dem Rasenmäherprinzip ist da nicht

sinnvoll.

wigger: Was die Bundesregierung

auf die Agenda nehmen sollte, ist

genau genommen eine Reorganisation

der Besteuerung, wobei das Thema

Steuervereinfachung für mich gar nicht so

entscheidend ist. Was wir brauchen ist ein

Paradigmenwechsel in der Besteuerung.

Weg von einer Staatsfinanzierung

durch die Ertragssteuer, hin zu einer

Mehrwertsteuerfinanzierung.

Wi2: Was in jüngster Vergangenheit immer

wieder aufkam war die Forderung

nach einer Börsenumsatzsteuer. Wäre ein

solches Projekt realistisch und sinnvoll?

KowalsKi: Ich glaube schon, dass das

2. Juni: Start der

Tour Eucor

3. Juni: Moskau – Beginn

der Marsflugsimulation

Mars-500.

realistisch ist und ich war schon immer

ein vorsichtige Befürworter einer Tobin-

Steuer, also auf einem sehr niedrigen

Niveau. So eine kleine Prise Sand in

der Maschinerie der internationalen

Finanztransaktionen ist nach meiner

Auffassung nicht schädlich. Realistisch

deshalb, da ich glaube, dass es nie eine

bessere Möglichkeit gab, internationale

Spielregeln einzuführen.

wigger: Eine Börsenumsatzsteuer im

nationalen Alleingang halte ich für einen

Fehler. Wenn es global gelingt, ist es etwas,

über das man sich Gedanken machen

kann - aber nur dann. So etwas gab

es jedoch bisher noch nie. Und solange es

Schlupflöcher gibt, schafft man einfach

nur unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen

für unterschiedliche Börsenstandorte.

Es wäre das typische Gefangenendilemma,

da es zwar für alle Beteiligten

rational wäre in der Gemeinschaft eine

Börsenumsatzsteuer zu haben, aber jeder

einzelne Teilnehmer einen Anreiz hätte,

sie zu unterlaufen.

KowalsKi: Global aber in dem Sinne, dass

sich die wichtigsten Global Players anschließen

halte ich schon für möglich und

sinnvoll.

Wi2: Und der deutsche Alleingang war

nicht standortschädigend?

KowalsKi: Wir müssen das so sehen: wir

machen diese und die anderen machen

andere Schritte, die in ihren Ländern als

standortschädigend angesehen werden.

Aus London wandern jetzt angeblich die

topverdienenden Investment-Banker nach

Hongkong aus, weil bekanntlich dort die

Einkünfte dieser Menschen mit speziellen

Steuern belegt werden. Die bundesdeutsche

Regierung ist einen anderen

Weg gegangen und die Amerikaner setzen

ein sehr strenges Korsett auf die Aktivitäten

in diesem Bereich. Die Philosophie

dahinter ist aber immer gleich, nämlich

den Finanzsektor strenger zu kontrollieren.

Und dabei steht Deutschland als

Standort nicht schlecht da. Es gab Signale

aus Frankfurt, dass wir etwa im Vergleich

zu den Briten eher besser dastehen als vor

einem Jahr.

Wi2: Die Schuldenwelle am Mittelmeer

scheint nach Griechenland jetzt auch Portugal

und Spanien zu treffen. Angesichts

der dramatischen Auswirkungen, wäre

diese Krise nicht vorhersehbar gewesen

und wie hängt sie mit der Finanzkrise

zusammen?

KowalsKi: Ich hab schon vorher gesagt,

dass wir in der Konstruktion des Euro-

Systems Lücken oder Schwächen haben,

die darin bestehen, dass man die Geldpolitik

auf internationaler Ebene, die Fiskal-

und Steuerpolitik aber immer noch auf

nationaler Ebene betreibt. Zum Griechenlandproblem

habe ich vor einiger Zeit

in einem Fernsehinterview gesagt: „Mitte

Juli reden wir von etwas anderem“. Und

jetzt reden wir sogar heute schon nicht

mehr über die Eurokrise. Griechenlands

Wirtschaft ist winzig und ich sehe keinen

großen Unterschied der Lage zwischen

zum Beispiel den USA und der Euro-

Zone. Der Euro ist auch nicht irgendwie

gegenüber dem Dollar geschwächt. Beide

Währungen sind wackelig. Insgesamt bin

ich ein vorsichtiger Optimist und glaube,

dass wir in der Euro-Zone auf dem Weg

sind neue Spieregeln und institutionelle

Rahmenbedingungen zu schaffen und dabei

viele der bisher ungelösten Probleme

auf diesem Weg lösen. Zum Beispiel eine

viel striktere Überwachung der Haushaltspolitik

der Mitgliedsstaaten und

wirksamere Instrumente der Sanktionen.

Das führt uns natürlich zu einer neuen

Qualität der europäischen Integration.

wigger: Ich meine, die Finanzkrise hat

sich in gewisser Hinsicht angekündigt,

einfach aufgrund der spekulativen Blase,

die sich im amerikanischen Immobilienmarkt

entwickelt hat. Was sich in diesem

Umfang nicht ankündigte, waren die

damit verbundenen systemischen Risiken

für das weltweite Finanzsystem, also die

Dominoeffekte nach der Insolvenz einer

Bank. Um ein anderes Problem geht es

bei der Griechenlandkrise, die man gedanklich

von der Finanzmarktkrise trennen

muss. Es ist die Überschuldung

Griechenlands, die auf die Fehlkonzeption

des europäischen Währungsraumes

zurückzuführen ist und die darin besteht,

dass Griechenland, dadurch, dass es Mitglied

des Euroraums ist, sich über lange

Jahre zu sehr niedrigen Zinsen verschulden

konnte. Das haben die Griechen intensiv

dazu genutzt, um über ihre Verhältnisse

zu leben und das hat nur in dieser

Hinsicht etwas mit der amerikanischen

Immobilienkrise gemeinsam. Im einen

6. Juni: Paris – Rafael Nadal gewinnt die

French Open und erringt damit seinen achten

Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier.

27


wie im anderen Fall waren dafür sehr niedrige

Zinsen verantwortlich. Die Griechen

genossen durch ihre Euromitgliedschaft

quasi einen Bonus bei den Anlegern

und das Risiko war ja für die Gläubiger

tatsächlich nicht besonders hoch. Durch

das Aufspannen des Rettungsschirmes

wurden den Gläubigern Griechenlands

im Wesentlichen die Risiken von den europäischen

Steuerzahlern abgenommen.

Der Euroraum schafft Anreize für Länder,

die in der Vergangenheit sehr hohe Zinsen

hatten, sich zu überschulden. Und weil

die Länder nicht mehr über Abwertung

Umschulden können, führt diese Konzeption

zu einer Risikoteilung innerhalb der

europäischen Währungsgemeinschaft.

Wi2: Welches sind jetzt die realistischsten

Perspektiven zur langfristigen Lösung?

wigger: Da Umschuldung durch

Abwertung nicht möglich ist, müssten

tatsächlich die Löhne gesenkt werden,

was natürlich viel schwieriger ist als

abzuwerten, da man direkt in den

Preismechanismus eingreifen müsste.

Außerdem bestünde ihre Schuld weiterhin

in der gemeinsamen Währung. Wenn sie

aber insolvent sind – und Griechenland

stand genau genommen vor der Insolvenz

– dann können sie diese Schulden

nicht bedienen. Sie können natürlich

im Währungsraum bleiben, so wie die

Griechen und müssten dann, wenn Sie

keine Mittel von außen bekämen, zuhause

noch mehr sparen. Das hieße, die Löhne

noch weiter runter und die Steuern noch

weiter rauf.

KowalsKi: Ich war von Anfang an der

Meinung, dass nicht alle Leute, die den

Griechen Geld geliehen haben, es in vollem

Umfang auch zurück kriegen müssen.

Die laufenden Programme erwecken aber

genau diesen Schein, aber das ist sehr unwahrscheinlich.

Da teile ich die Meinung

derer, die sagen, wenn du den Griechen

aufgrund der besseren Renditen Geld geliehen

hast, dann wusstest du auch warum

und musst das Ausfallrisiko tragen. Mein

Lösungsansatz wäre für die Zukunft, und

darüber wird in der EU gesprochen, eine

Art geordnete Staatsinsolvenz.

wigger: Für den Moment sehen die Alternativen

so aus, dass die Griechen entweder

Mittel von den anderen bekommen

– was jetzt passiert – oder dass sie

aus der europäischen Währungsunion

28

ausscheiden und die Drachme wieder

einführen. Das hätte aber nur dann Sinn,

wenn sie auch die Schulden nicht mehr

in Euro, sondern in Drachme bedienen

könnten, was notwendigerweise eine Umschuldung

impliziert. Und für die Gläubiger

bedeutet die Übertragung der Euro-

Schuld in Drachme-Schuld einhergehend

mit einer Abwertung der Drachme, einen

zumindest teilweisen Verzicht auf ihre

Forderungen.

KowalsKi: Juristisch gibt es aber

eigentlich im Moment keine Möglichkeit

dazu. In der ganzen medialen Diskussion

wird übersehen, dass der Euro-Vertrag

einen Austritt aus der Gemeinschaft

nicht vorsieht. Man müsste neue Gesetze

schaffen, was machbar wäre, aber uns

jetzt noch nicht weiter hilft. Durch

Abwertung hätten die Griechen natürlich

eine leichtere Situation, weil das natürlich

ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern

würde. Als Antwort darauf hört man

immer: „aber dann müssten Sie die Euro

nominierten Schulden bedienen und das

“Aus ökonomischer Perspektive kann

man den Euro nicht als Erfolg sehen”

kostet uns noch viel mehr Geld!“. Nein,

da macht man eine geordnete Insolvenz

und auf Wiedersehen!

Wi2: Nun scheinen ja viele der Probleme

hausgemacht und anscheinend seit der

Euroeinführung heraufbeschworen zu

sein. Bleibt denn der Euro aus heutiger

Sicht nach wie vor ein Erfolgsprojekt?

KowalsKi: Ja, absolut!

wigger: Aus rein ökonomischer

Perspektive kann man den Euro nicht

als Erfolg sehen. Er war von vornherein

politisch motiviert. Der Euro hat

natürlich gewisse Vorzüge und macht

manche Dinge einfacher. Die Tatsache

aber, dass sehr heterogene Länder

in einem Währungsraum verbunden

wurden, bedeutet natürlich, dass man in

einigen Ländern Wettbewerbsnachteile

in Kauf nehmen und ab und zu die

Löhne und Preise senken müsste, was

politisch nur schwer umsetzbar ist. Oder

die im Währungsraum entstehenden

Leistungsbilanzdefizite einiger Länder

werden gelegentlich durch Transfers

korrigiert. Die hochproduktiven Länder

müssen dann aber bereit sein, einen Teil

7. Juni: Essen – Im Bieterrennen um die insolvente

Warenhauskette Karstadt erhält der deutsch-amerikanische

Finanzinvestor Nicolas Berggruen den Zuschlag.

ihres Steueraufkommens an die weniger

produktiven Länder zu transferieren.

Wi2: Was durch den Rettungsfond jetzt

geschehen ist…

wigger: Ja, und deswegen zögere ich zu

sagen, der Euro sei ein Erfolgskonzept.

Einfach aufgrund der Tatsache, dass die

Währungsunion zugleich auch eine Transferunion

darstellt. Das ist etwas, worüber

das Volk grundsätzlich entscheiden muss.

Das gilt für Franzosen, wie für Deutsche -

das gilt für alle.

KowalsKi: Ich sehe das nicht als Problem,

sondern als eine halbwegs natürliche

Entwicklung. Geografische Gebiete,

die eine einheitliche Währung haben,

waren historisch immer Transferzonen.

Und im Prinzip hatten Ökonomen auch

schon immer den Gedanken oder die

Befürchtung daran, dass wir irgendwann

mal stärkere Transfermechanismen

brauchen. Schauen Sie auf die USA:

die Transfermechanismen zwischen

einzelnen Bundesstaten sind sehr stark

und Voraussetzung dafür, dass der

Dollar die einheitliche Währung ist. In

Deutschland haben wir die Befürchtung

dann eher für den Euro draufzahlen

zu müssen. Aber meine Meinung ist,

dass die wirtschaftlichen Vorteile, die

Deutschland durch die Euro-Zone und

die EU als Binnenmarktgebiet genießt,

sogar diese Überlegungen zulassen. Wenn

man das vernünftig gestaltet und Hebel

und Rahmen setzt, betrachte ich diese

Entwicklung hin zu einer Finanzzone,

als Folge der neuesten Entscheidung

der EZB und der Finanzminister, als

wünschenswert. Ich muss dazu sagen,

ich bin ein dezidierter Befürworter einer

Vertiefung der europäischen Integration

mit der Konsequenz einer schrittweisen

Übergabe der wirtschafts-, wie auch

anderen politischen Kompetenzen auf

die übernationalen Ebenen. Und wenn

man sich die Geschichte der europäischen

Integration der letzten 50 Jahre anschaut,

ist das die Geschichte des langsamen

Verlustes wirtschaftspolitischer

Machtkompetenzen. Ob wir das wollen

ist aber fast eine außerökonomische

Kultur- und Wertfrage.

Wi2: Vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führten Hendrik Dorprigter

10. Juni: „Die Atzen“ werden

Flunkyball-Weltmeister


Wi² - witzig... von

Danny Kaye:

“Wirtschaftswissenschaft: das einzige

Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen

andere Antworten richtig sind.”

11. Juni: Johannesburg –

Beginn der Fußball-WM

2010 in Südafrika

12. Juni: Wiwi-

Absolventenfeier

am KIT.

Warren Buffet:

”Man sollte nur in Firmen investieren, die

auch ein absoluter Vollidiot leiten kann,

denn eines Tages wird genau das passieren!”

Mitte Juni: Unmut über den Lärm der

Vuvuzelas macht sich breit. Viele fordern

ein Verbot der Plastiktröte.

Philipp Uhl

Wie viele VWLer braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

In etwa 8 plus/minus 10.

• Einen der annimmt es gäbe eine Leiter,

• Einen um sie zu wechseln

• Sechs um alles andere konstant zu halten.

Vielleicht aber auch keinen, denn eigentlich sollte die unsichtbare Hand das Helligkeitsungleichgewicht beseitigen.

Wie viele WiWisr braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

Nur einen, wenn sie mich einstellen: Ich kann nämlich Glühbrinen ganz alleine wechseln. Wie sie meinem Lebenslauf

entnehmen können, habe ich schon viel Erfahrung im Glühbirnen wechseln. Ich war in unserer Studenteninitiative sogar

Ressortleiter für Glühbirnen und momentan bin ich Tutor für Glühbirnenmanagement.

Treffen sich zwei VWLer: “Und, wie geht’s deiner Frau?“

- „Im Verhältnis zu wem?“ Wie flirtet der VWLer?

Liebesleben eines VWLers:

VWler machen es...

zyklisch

Kreuzelastisch

Je nach Nachfrage

Ohne Risiko

…and economists do it with models!

„Weitere Stimuli könnten in unkontrolliertem

Wachstum münden“

“Sag mir, ob meine Erwartungen

rational sind“

„Nehmen wir an, wir wären im „Four

Seasons“ mit einer Flasche Moët.”

A Manager, a secretary and a CEO of a business firm in a large city were walking through a

park on their way to lunch when they found an antique oil lamp. When they rubbed it a genie came out in

a puff of smoke. The genie said, “I only grant three wishes, so I’ll give each of you just one.”

“Me first! Me first!” says the manager, “I want to be in the Bahamas, driving a speedboat, without a care

in the world” –Poof!, he’s gone

In astonishment, “me next! me next!” Says the secretary “I want to be in Hawaii, relaxing on the beach,

with an endless subbly of pina coladas and the love of my life“ Poof! He’s gone.

“you’re next” the genie says to the CEO

The CEO says, “I want those two back in the office after lunch!”

Man sagt, Christoph Columbus sei einer

der ersten Volkswirte gewesen - Als er die Segel

setzte, wusste er nicht wohin er segelte, als er

ankam wusste er nicht wo er war, und all das hat

er mit einem staatlichen Stipendium finanziert.

Warren Buffet:

... über Berater und Investmentbanker:

”Frag nie den Frisör, ob du

einen neuen Haarschitt brauchst”.

Prof: “Statistisch gesehen bin ich nur an einem

von Ihnen interessiert, der es später in der Wirtschaft

zu etwas bringen wird, leider weiß ich jetzt noch

nicht wer das sein wird und deshalb muss ich mich

mit Ihnen allen rumärgern.”

„Ich liebe deine Angebotskurven!“

29


Wi 2 - ohne Alkohol?

Ein Wi² - Redakteur wagte den Selbstversuch. Er

verzichtete einen Monat lang auf das Glückselixiir des

Studententums - mit verblüff endem Ergebnis

Auf uf die Idee, einen Monat lang

keinen Alkohol zu trinken, brachte mich

ein verrückter Freund. Er ist einer von

den Menschen, die sich für alles begeistern

können, die rastlos alle Möglich-

keiten aus dem Leben schöpfen. Neue

Sportart im Fernsehen gesehen? Zack -

ausprobiert. Tolles Gitarrenlied gehört?

Zack - Gitarre gekauft. Dass dieser

Manie keine Grenzen gesetzt sind, zeig- zeig-

te nun diese neue Dummheit. Muss man

sich denn ständig derart fordern? Auf

der anderen Seite war mir schon immer

klar – das Glück liegt im Verzicht. Frei

nach der Weisheit, dass man nichts im

Leben schätzt, was man hat und stets

nach dem sucht, was einem vergönnt

bleibt. „Was du liebst, lass los. Kehrt es

zurück, gehört es dir für immer.“

Außerdem: Zeugt es nicht eigentlich

schon von einem Alkoholproblem,

wenn diese Idee eine Herausforderung

darstellt? Nach Defi nition beginnt

übermäßiger Alkoholkonsum ab einem

Mal pro Woche – eine für Studenten

lächerliche Frequenz. Wie würde ich

mich fühlen, nach diesem Monat?

Würde ich mich gesünder fühlen? Oder

Klüger? Würde ich vielleicht sogar

glücklicher sein? Und mein Studium

vorantreiben können?

30

von Hans WiWi

16. Juni: Prof. Güth bekommt von der

Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

die Ehrendoktorwürde verliehen.

Ich war überzeugt. Und was gibt es

für einen besseren Moment für einen

solchen Vorsatz als Neujahr. Als ich

am 01.01.2010 aufwachte, hatte ich

ohnehin die Schnauze voll von Alkohol.

Super! Ein Tag vorbei. Ziemlich einfach

das Ganze, dachte ich mir.

Einige Tage später saß ich im Bus zum

Skiurlaub. Wie konnte ich das nur ver- ver-

gessen haben? Ich hatte schon zwei

WG-Parties und Fußballspiele ohne die

fl üssige Droge überwunden. Doch Skiurlaub

ohne Alkohol? Kein Après-Ski,

kein entspannendes, prickelndes Pils

für den strapazierten, aufgeheizten Körper

nach einem erschöpfenden Tag?

Nein, völlig unmöglich. Schon am ersten

Tag verwarf ich meinen Vorsatz

mit der Überzeugung, mir andernfalls

17. Juni: Das WiWiSouth-

Africa steigt, die wohl

beste Party des Semesters.

den Urlaub vollständig zu ruinieren.

Ein Bier besiegelte meine frühe Niederlage.

Nach acht Tagen.

Manchmal muss man seine Prinzipien

für ein höheres Gut ablegen. In diesem

Fall war es ein Urlaub, für mich

ein ausreichend guter Grund. Dann

wiederum ist genau diese Suche nach

einer Ausrede ein Suchtindiz. Das

Ziel hatte sich zu tief in mein Ego

hineingebohrt. Ich wollte es unbedingt

schaffen. Das konnte doch nicht so

schwierig sein! Der Selbstversuch ging

von vorne los. Es ging mittlerweile

darum, mir selbst zu beweisen, dass

es auch ohne geht, worüber ich vorher

über jeden Zweifel erhaben war.

19. Juni: Stockholm - Hochzeit

von Kronprinzessin Victoria von

Schweden und Daniel Westling


Die Erfahrungen der folgenden Wochen

erschraken mich zunehmend. Fast

täglich musste ich aktiv den Konsum

von Alkohol verweigern. Fast täglich

traf ich auf Freunde und Kommilitonen,

die sich verständnislos wunderten,

warum ich denn keinen Alkohol trank.

Ob es das Bier nach dem Training war,

das Weizen zur Fachsschaftssitzung,

der Wein zum Abendessen, das

Lösung von Seite 9:

3 8 9 5 2 7 4 1 6

5 4 2 3 7 1 6 9 8

6 3 7 8 1 9 5 4 2

2 9 5 4 6 8 1 3 7

8 1 4 7 5 3 2 6 9

4 7 6 9 8 2 3 5 1

7 6 8 1 4 5 9 2 3

1 2 3 6 9 4 7 8 5

9 5 1 2 3 6 8 7 4

30. Juni: Berlin Die Bundesversammlung

wählt Christian Wulf im dritten Wahlgang

zum neuen Bundespräsidenten.

Trinkspiel während einer WG-Party.

Ich war verblüfft, allein angesichts der

Tatsache, dass meine Aktion so vielen

Leuten auffi el.

Nach einem Monat war es Zeit für eine

Bilanz. Ich war nicht besonders stolz auf

mich. Abgesehen vom Skiurlaub war es

nicht sehr schwer gewesen, was mich

direkt nach Ablauf der Frist beruhigt

Flunkyball - news

11. Juli: Johannesburg - Finale

der Fußball-Weltmeisterschaft:

SCHLAAAAND!!!

ein Bier trinken ließ. Doch was hatte

ich von diesem Verzicht gehabt? Was

blieb? War ich fi tter geworden? Nein.

Hatte ich mehr gelernt? Nein. War ich

glücklicher gewesen? Nein. Eher das

Gegenteil. Und so bleibt dann doch

die ernüchternde (paradoxe Wortwahl)

Erkenntnis, dass Alkohol ein positiver

Beitrag zu meinem Lebensstil ist und

bleibt. Prost.

Die Atzen sind Weltmeister

Eine bis ins Detail ausgefeilte Kombination aus

sportlicher Höchstleistung und kontrollierter

Feierlaune hat bei der diesjährigen Flunkyball

Weltmeisterschaft in Karlsruhe den Unterschied

ausgemacht. Beim größten und bedeutendsten

Event seiner Art konnten sich die ortsansässigen,

favorisierten Atzen gegen ein breites Starterfeld

aus 32 Mannschaften durchsetzen. Ein wochenlang

geschürter Hype und kochende Emotionen,

Schiedsrichter von Weltformat, spielstörende

Flitzer und aufreizende Cheerleader prägten das

Turnier. Vor allem prestigeträchtige Duelle, wie

die der beiden Unternehmensberatungen Fuks vs.

Delta, sorgten für eine unvergleichbare Atmosphäre.

Das International Flunkyball Committee (IFC)

spricht von einem würdigen Weltmeister und

berichtet von ersten Erfolgen bei den Bemühungen

die Trendsportart endlich olympisch zu machen.

Gleichzeitig lädt sie die Jugend der Welt zu den II.

Herbstmeisterschaften im Winter nach Karlsruhe

ein.

16. Juli: ENDE

Sommersemester 2010

31

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