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HR-Software: In der Cloud oder vor Ort? - Archiv - Personalwirtschaft

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<strong>Personalwirtschaft</strong><br />

Magazin für Human Resources<br />

www.personalwirtschaft.de G 21212 ISSN 97803337<br />

extra<br />

09 2012<br />

Round Table | <strong>Cloud</strong>-Lösungen | Lern-Management | Digitale Personalakte | Zeiterfassung<br />

SAP-Partner<br />

Mobile Lösungen<br />

auf dem Vormarsch


Im pres sum<br />

Herausgeber: Jürgen Scholl<br />

Re dak ti on: Erwin Stickling, Chefredakteur; Sven Frost, Re dak teu r;<br />

Alexan<strong>der</strong> Kolberg, Redakteur; Ulli Pesch, freier Mitarbeiter<br />

Re dak ti ons an schrift: Wol ters Klu wer Deutsch land GmbH,<br />

Luxemburger Straße 449, 50939 Köln,<br />

Te le fon: 0221/94373-7653, Fax: 0221/94373-7757,<br />

E-Mail: per so nal wirt schaft@wol ters klu wer.de,<br />

www.per so nal wirt schaft.de<br />

Fach bei trä ge aus bereits erschienenen Ausgaben sind<br />

ver füg bar un ter: www.per so nal wirt schaft.de<br />

Ge schäfts füh rer: Dr. Ul rich Her mann<br />

Sicher in die digitale Zukunft<br />

Safety First! So beschrieben<br />

die SAP-Partnerunternehmen<br />

während unseres letzjährigen<br />

Roundtable-Gesprächs die<br />

Prämisse, unter <strong>der</strong> sich ihre<br />

Kundenunternehmen <strong>HR</strong>-<br />

<strong>Software</strong>systeme konfigurieren<br />

lassen. Datensicherheit, Standards, Zutrittsprofile<br />

waren damals häufig genannte<br />

Schlagworte. Selbstverständlich spielt die<br />

Sicherheit sensibler Mitarbeiterdaten auch<br />

heute noch eine entscheidende Rolle bei <strong>der</strong><br />

Auswahl <strong>der</strong> richtigen Anwendung. Hier die<br />

Kontrolle zu verlieren, kann zu erheblichem<br />

Image-Verlust führen.<br />

Allerdings beginnen Personalmanager langsam,<br />

Vertrauen in bislang oft mit Argwohn<br />

betrachtete Lösungen aus <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong> o<strong>der</strong> <strong>Software</strong>-as-a-Service<br />

zu fassen, so die Beobachtung<br />

<strong>der</strong> Roundtable-Teilnehmer in diesem<br />

Jahr. Gerade für KMUs sehen die SAP-Partner<br />

in <strong>der</strong>artigen Anwendungen eine echte<br />

Alternative und führen <strong>vor</strong> allem die Kosten<strong>vor</strong>teile<br />

und die Einfachheit in Bedienung<br />

und Administration als Pluspunkte an (ab<br />

Seite 6).<br />

Dass auch SAP in <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong> wachsen will,<br />

bestätigt die 2011 getätigte Akquisition von<br />

SuccessFactors. Dessen Vice President und<br />

General Manager Central Europe Georg Goller<br />

beschreibt im <strong>In</strong>terview mit <strong>der</strong> <strong>Personalwirtschaft</strong><br />

die neuen Strategien des Walldorfer<br />

<strong>Software</strong>-Konzerns im <strong>Cloud</strong>-Bereich und<br />

erläutert, warum bereits kleine Unterneh-<br />

Anzeigen:<br />

Karin Kamphausen (Verkaufsleitung),<br />

Telefon: 0221/94373-7629,<br />

E-Mail: kkamphausen@wolterskluwer.de<br />

Nadine Heckinger (Anzeigenmarketing)<br />

Telefon: 0221/94373-7729,<br />

E-Mail: nheckinger@wolterskluwer.de<br />

Jörg Walter (Anzeigenverkauf), wanema media,<br />

Telefon: 0931/304699-66, E-Mail: pw@wanema.de<br />

Karin Odening (Anzeigendisposition),<br />

Telefon: 0221/94373-7836,<br />

E-Mail: kodening@wolterskluwer.de<br />

men von <strong>der</strong> Kombination SAP/SuccessFactors<br />

profitieren können (ab Seite 14).<br />

<strong>HR</strong>-<strong>Software</strong>-Lösungen sollen nicht nur Prozesse<br />

wie Talent Management, Zeiterfassung<br />

und Reisekostenabrechnung optimieren, son<strong>der</strong>n<br />

den Anwen<strong>der</strong>n das Leben leichter<br />

machen. Vor diesem Hintergrund gewinnt<br />

beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> Trend zu flexibleren Arbeitszeiten<br />

und -formen an Relevanz. Selbst wenn<br />

Personalmanager in den Unternehmen nicht<br />

als „Early Adopters“ gelten: Mittlerweile wünschen<br />

auch sie sich immer häufiger Tools,<br />

die sie unabhängig von <strong>Ort</strong>, Zeit und Gerätetyp<br />

machen. Kein Wun<strong>der</strong>, dass die Nachfrage<br />

nach <strong>HR</strong>-Apps zur Zeit boomt, wie uns<br />

die SAP-Partner berichten.<br />

<strong>In</strong> weiteren spannenden Beiträgen in diesem<br />

Heft lesen Sie, wie Lern-Management mit<br />

SAP funktioniert, was bei einem IT-Change-<br />

Projekt zu beachten ist und wie Ausbau und<br />

Qualifizierung <strong>der</strong> Belegschaft durch ein <strong>HR</strong>-<br />

System begleitet werden können.<br />

Viel Spaß bei <strong>der</strong> Lektüre wünscht<br />

Sven Frost<br />

Redakteur<br />

Her stel lung: Frauke Helene Hille<br />

Ge stal tung: Art + Work, Köln,<br />

Lars Au ha ge, Mar tin Schwarz<br />

ISSN 97803337<br />

Dru cke rei und Lie fer an schrift für Bei la gen:<br />

Merkur Druck GmbH & Co. KG<br />

Am Gelskamp 20<br />

D-32758 Detmold<br />

Co py right: Luch ter hand, ei ne Mar ke von<br />

Wol ters Klu wer Deutsch land GmbH.<br />

© 2012 Wol ters Klu wer Deutsch land GmbH, Köln.<br />

Editorial SAP<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 3


SAP <strong>In</strong>halt<br />

4<br />

<strong>Personalwirtschaft</strong> Special SAP | <strong>In</strong>halt<br />

6 Round Table<br />

Der Appetit auf Apps wächst<br />

Ende Juni trafen sich auf Einladung <strong>der</strong><br />

<strong>Personalwirtschaft</strong> im Frankfurt Airport<br />

Business Center erneut die Vertreter<br />

wichtiger SAP-Partner, um sich über<br />

brandaktuelle Themen rund um <strong>HR</strong><br />

auszutauschen. Auch in diesem Jahr<br />

wurde die Expertenrunde von Professor<br />

Wolfgang Jäger mo<strong>der</strong>iert.<br />

14 <strong>Cloud</strong>-Lösungen<br />

„Die Offenheit von<br />

<strong>Cloud</strong>-Lösungen ist <strong>der</strong><br />

Schlüssel zum Erfolg“<br />

Die <strong>Personalwirtschaft</strong> interviewte Georg<br />

Goller, Vice President und General Manager<br />

Central Europe bei SuccessFactors, über<br />

die neuen Strategien im SAP <strong>Cloud</strong>-Bereich<br />

und die weiteren Entwicklungen <strong>der</strong><br />

<strong>HR</strong>-Lösungen nach <strong>der</strong> Akquisition von<br />

SuccessFactors durch SAP.<br />

17 Lern-Management<br />

Best-Practices für die<br />

Lern-Community<br />

Schulungen werden nicht nur von klassischen<br />

Weiterbildungsinstituten angeboten.<br />

Auch an<strong>der</strong>e Branchen – von Medien über<br />

Versicherungen bis zu <strong>Software</strong>-Anbietern –<br />

haben erkannt, dass sie mit Qualifizierungsangeboten<br />

das Rollout ihrer Produkte<br />

erleichtern, Kunden enger binden und<br />

den Kunden-Support optimieren können.<br />

Lösungen von SAP Education helfen, dabei<br />

Umsatz und Rentabilität zu steigern.<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

20 Change Management<br />

Nicht alles läuft, nur weil das<br />

System läuft<br />

Unternehmen schaffen flexible IT-Landschaften,<br />

um auf rasch wechselnde Marktanfor<strong>der</strong>ungen<br />

des globalen Wettbewerbs<br />

reagieren zu können. Die Herausfor<strong>der</strong>ung<br />

liegt aber nicht nur auf technischer Ebene:<br />

Es geht darum, Mitarbeiter auf dem beständigen<br />

Wandel mitzunehmen.<br />

24 Zeiterfassung<br />

Mehr Transparenz<br />

in <strong>der</strong> Fertigung<br />

Die Steel Automotive GmbH ist ein Joint<br />

Venture zweier namhafter Unternehmen im<br />

Bereich Automotive: Johnson Controls <strong>In</strong>c.<br />

und Willi Elbe Group. Hier konzentriert<br />

sich das Know-how aus über 100 Jahren<br />

Erfahrung in <strong>der</strong> Metallbearbeitung an<br />

dem Standort Großbottwar, dessen Tradition<br />

bis ins Jahr 1900 zurückreicht.<br />

26 Advertorial<br />

Mit einem Hybridmodell<br />

<strong>der</strong> Zukunft entgegen<br />

Kostendruck, internationale Standorte,<br />

<strong>der</strong> Fachkräftemangel und <strong>der</strong> Ruf nach<br />

Diversity bestimmen den <strong>HR</strong>-Alltag.<br />

Die Personalabteilung steht <strong>vor</strong> <strong>der</strong> Herausfor<strong>der</strong>ung,<br />

den Spagat zwischen effizienter<br />

Bürokratie und perfekter Strategie und<br />

Umsetzung zu bewältigen. Unter diesen<br />

Vorzeichen kann eine Kombination aus<br />

ERP und ergänzen<strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>-<strong>Software</strong> ein<br />

ideales Arbeitsumfeld bilden.<br />

29 Digitale Personalakte<br />

Mehr Sicherheit, weniger<br />

Zeitverlust<br />

Um den Mitarbeitern seines <strong>HR</strong>-Bereichs<br />

den Zugriff auf die Personaldaten zu erleichtern,<br />

setzt <strong>der</strong> Fenster- und Baustoffhersteller<br />

VELUX seit Kurzem auf die digitale<br />

Personalakte. Die flexible Handhabung<br />

spart nicht nur zeitraubende Such<strong>vor</strong>gänge,<br />

son<strong>der</strong>n erleichtert auch die ortsunabhängige<br />

Personalarbeit.<br />

32 Personalmanagement<br />

Wachstum mit System<br />

Mit <strong>der</strong> Implementierung einer globalen<br />

Wachstumsstrategie gingen beim Bauriesen<br />

Hilti neue Herausfor<strong>der</strong>ungen an das<br />

Personalmanagement einher: Ausbau und<br />

Qualifizierung <strong>der</strong> Belegschaft sollten durch<br />

ein neues <strong>HR</strong>-System begleitet werden.<br />

Fündig wurden die Liechtensteiner beim<br />

<strong>Software</strong>-Anbieter SuccessFactors.<br />

35-42 SAP Partner-Unternehmen<br />

SAP HCM-Dienstleister<br />

stellen sich <strong>vor</strong><br />

Dienstleister geben Auskunft über ihr<br />

Portfolio und ihre Expertise.


SAP Round Table<br />

Der Appetit auf Apps wächst<br />

Ende Juni trafen sich auf Einladung <strong>der</strong> <strong>Personalwirtschaft</strong> im Frankfurt Airport Business Center<br />

erneut die Vertreter wichtiger SAP Partner, um sich über brandaktuelle Themen rund um <strong>HR</strong> auszutauschen.<br />

Auch in diesem Jahr wurde die Expertenrunde von Professor Wolfgang Jäger mo<strong>der</strong>iert.<br />

6<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de


D<br />

ie <strong>HR</strong>-Welt befindet sich zurzeit in<br />

einer ihrer größten Umbruchphasen<br />

seit die <strong>In</strong>formationstechnologie<br />

in die Büros <strong>der</strong> Personalabteilungen<br />

Einzug gehalten hat. Während seit einigen<br />

Jahren Enterprise 2.0, Web 2.0 und<br />

Social Media sowohl die Unternehmen<br />

als auch die Personalabteilungen in<br />

Atem halten, for<strong>der</strong>n die neuesten<br />

mobilen Technologien, gepaart mit <strong>der</strong><br />

rasant zunehmenden Flexibilisierung<br />

<strong>der</strong> Arbeit und dem unkontrolliert<br />

wuchernden Datenwildwuchs, sowohl<br />

die Personaler als auch die Anbieter<br />

und Entwickler von <strong>HR</strong>-<strong>Software</strong>lösungen<br />

heraus.<br />

Raus aus den Büros!<br />

Immer mehr und immer häufiger wird<br />

<strong>der</strong> Teil <strong>der</strong> Personalarbeit, <strong>der</strong> ohne<br />

die Unterstützung von <strong>Software</strong>werkzeugen<br />

nicht mehr zu bewältigen ist,<br />

mit Hilfe von Tablet PCs und Smartphones<br />

aus den Büros in Fabrikhallen,<br />

Arbeitsgruppen, Nie<strong>der</strong>lassungen und<br />

in die Geschäftsführungsetagen getragen.<br />

Heute sind die seit Markteinführung<br />

des iPhone <strong>vor</strong> einigen Jahren als<br />

Smartphones, als „clevere Telefone“<br />

bezeichneten Handys, eher Minicomputer<br />

mit starken Kommunikationsfunktionalitäten,<br />

mit denen sich zunehmend<br />

auch generische <strong>HR</strong>-Aufgaben erledi-<br />

Professor Dr. Wolfgang Jäger,<br />

Hochschule RheinMain, Wiesbaden<br />

gen lassen: Zeiterfassung, Urlaubs-<br />

und Reiseanträge ausfüllen, Projektzeitrückmeldungen,<br />

Surfen und Än<strong>der</strong>ungen<br />

durchführen in ESS und MSS,<br />

Personaleinsatzpläne prüfen und mehr.<br />

Tablet PCs, die kleinformatigen, ultraleichten<br />

Displays mit PC-Funktionalitäten,<br />

haben mittlerweile die Trendlücke<br />

zwischen Smartphone und<br />

Notebook geschlossen.<br />

Mit ihnen lässt sich die Personalarbeit<br />

noch tiefer in die Unternehmen tragen,<br />

ob als Werkzeug im weiten Feld des<br />

Talent Management, zur Darstellung<br />

von KPIs und an<strong>der</strong>en Kennzahlen o<strong>der</strong><br />

für an<strong>der</strong>e <strong>HR</strong>-Aufgaben.<br />

Neue Aufgaben – neue <strong>Software</strong>-<br />

Entwicklung<br />

Und genau das for<strong>der</strong>t die Systemhäuser<br />

und Entwickler entsprechen<strong>der</strong><br />

<strong>Software</strong>anwendungen heraus. Denn<br />

im Unterschied zu herkömmlichen Programmen<br />

erfor<strong>der</strong>n die im Vergleich<br />

zu Standardlösungen grundsätzlich<br />

an<strong>der</strong>s zu bedienenden Apps eine neue<br />

Herangehensweise an <strong>Software</strong>-Entwicklung<br />

und Design.<br />

Neu ist auch die Entwicklungsgeschwindigkeit.<br />

Zu Beginn des Round<br />

Table konnten sich die Teilnehmer<br />

genau über dieses Thema austauschen<br />

und diskutieren, wie die neue Einfachheit<br />

<strong>der</strong> <strong>Software</strong>nutzung den Markt<br />

beeinflusst und künftig die <strong>Software</strong>-<br />

Entwicklung grundlegend verän<strong>der</strong>n<br />

wird.<br />

Apps immer begehrter<br />

Die Nachfrage nach <strong>HR</strong>-Apps, die über<br />

Smartphones und Tablets ihren Weg<br />

in die unterschiedlichsten Bereiche <strong>der</strong><br />

Personalarbeit finden, boomt in <strong>der</strong> Tat<br />

und ist nicht nur ein Strohfeuer, das<br />

nach kurzem Aufflammen wie<strong>der</strong><br />

erlischt. Darin sind sich alle Gesprächsteilnehmer<br />

einig. „Die Arbeitszeiten<br />

und -formen werden immer flexibler.<br />

Überall, wo Sie sind, müssen Sie Zeiten<br />

und Daten erfassen können – egal,<br />

ob mit Tablet PC o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en technischen<br />

Geräten (Browser, Handy, Telefon).<br />

Wir haben überlegt, wie wir die<br />

Mitarbeiter und die Personalabteilungen<br />

wirksam in ihrer täglichen Arbeit<br />

entlasten können. <strong>In</strong> Zukunft kann man<br />

am Zeiterfassungsterminal, an dem<br />

je<strong>der</strong> einmal am Tag <strong>vor</strong>beikommt, auch<br />

seinen Urlaub beantragen, eine vergessene<br />

Zeitbuchung nachtragen o<strong>der</strong> seinen<br />

Schicht- o<strong>der</strong> Dienstplan abän<strong>der</strong>n“,<br />

kommentiert Wolfgang Blen<strong>der</strong>,<br />

verantwortlich für Geschäftsentwicklung<br />

und Produktmanagement im<br />

Bereich Workforce Management beim<br />

Zeiterfassungs- und Zeitwirtschafts-<br />

Anbieter Kaba, die aktuelle Situation<br />

in seinem Umfeld.<br />

Für Manuel Egger, zuständig für den<br />

Bereich Personallösungen beim auf<br />

Business Apps spezialisierten Hersteller<br />

Sovanta, hat sich die Situation mobiler<br />

<strong>HR</strong>-Anwendungen seit einem Jahr<br />

verän<strong>der</strong>t: „2011 war <strong>der</strong> Markt noch<br />

in <strong>der</strong> Findungsphase, ähnlich wie bei<br />

„Jugend forscht“. Die Unternehmen<br />

haben sich orientiert und geprüft, was<br />

man mit den neuen mobilen Endgeräten<br />

machen kann. Heute ist das sehr<br />

viel konkreter geworden. Die Bandbreite<br />

<strong>der</strong> mobilen Applikationen ist nur<br />

noch für die wirklichen Power User,<br />

wie in <strong>der</strong> Entgeltabrechnung, eingeschränkt.<br />

Sonst ist alles mittlerweile<br />

da, für alle Zielgruppen im Unternehmen<br />

und in sehr vielen Prozessen.<br />

Unter an<strong>der</strong>em auch deshalb, weil es<br />

keine großen Hürden bei <strong>der</strong> Anbindung<br />

<strong>der</strong> Leute mehr gibt. Und es ist<br />

nicht mehr nur <strong>der</strong> Vorstand, <strong>der</strong> sein<br />

Tablet auch im Unternehmenskontext<br />

nutzen will, son<strong>der</strong>n das geht mittlerweile<br />

bis zu den Managern, Business<br />

Partnern und Mitarbeitern.“<br />

Nach Ansicht von Ralph Dennes, verantwortlicher<br />

Partner in <strong>der</strong> Promerit<br />

<strong>HR</strong> & IT Consulting und dort verantwortlich<br />

für den Bereich Technologien<br />

aus <strong>der</strong> Marketing- und Vertriebssicht,<br />

wird das Thema mobiler Personalan-<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 7


SAP Round Table<br />

wendungen sehr stark aus Nutzersicht<br />

getrieben: „Die Frage ist nicht: Was für<br />

ein Gerät habe ich? Son<strong>der</strong>n: Ich habe<br />

ein Bedürfnis und ich habe ein Gerät,<br />

um dieses Bedürfnis zu befriedigen.<br />

Wie kann man Prozesse optimieren,<br />

dass ich mit einem mobilen Gerät einfach<br />

auf die gewünschten <strong>In</strong>formationen<br />

zugreifen und genauso damit<br />

umgehen kann?”<br />

Personaler mit Nachholbedarf<br />

<strong>In</strong>teressant sei, merkt Professor Wolfgang<br />

Jäger an, dass laut einer von ihm<br />

durchgeführten Umfrage bereits 75 Prozent<br />

<strong>der</strong> Unternehmen Apps für mobile<br />

Endgeräte einsetzen, dass das aber<br />

bisher nur in 25 Prozent <strong>der</strong> Personalorganisationen<br />

<strong>der</strong> Fall sei. Hier stellt<br />

sich die Frage, ob Personaler <strong>der</strong> Entwicklung<br />

eher etwas nachhängen, was<br />

möglicherweise daran liegen könnte,<br />

dass <strong>der</strong> beson<strong>der</strong>s schützenswerte<br />

Umgang mit Personaldaten auch beson<strong>der</strong>e<br />

Sicherheits- und Schutzmechanismen<br />

benötigt und Fragen aufwirft, die<br />

von <strong>der</strong> IT noch nicht zufriedenstellend<br />

beantwortet werden können.<br />

Das gilt insbeson<strong>der</strong>e für das Thema<br />

„Bring your own Device“, die Nutzung<br />

privater mobiler Endgeräte und den<br />

damit verbundenen Einsatz Personalrelevanter<br />

Daten auf diesen Geräten.<br />

Darüber hinaus: Neben Datensicherheit<br />

und Datenschutz muss auch die<br />

Arbeitnehmervertretung in Entscheidungen<br />

zum Einsatz dieser Geräte eingebunden<br />

werden.<br />

Wolfgang Blen<strong>der</strong> gibt in diesem<br />

Zusammenhang zu bedenken: „Die sensibelsten<br />

Daten im Unternehmen sind<br />

eigentlich die CRM-Daten. Aber damit<br />

geht man eigentlich am sorglosesten<br />

um. Hier entscheidet auch eher <strong>der</strong><br />

Geschäftsführer o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Betriebsleiter,<br />

ob die Daten mobil verwendet werden<br />

o<strong>der</strong> nicht.“ „Sie haben recht“, ergänzt<br />

Wolfgang Jäger. „Rein wirtschaftlich<br />

betrachtet sind die CRM-Daten noch<br />

wertvoller. Aber wenn man auf einen<br />

möglichen Imageschaden schaut, wür-<br />

8<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

de eher in <strong>der</strong> Zeitung stehen: ,Dem<br />

Unternehmen XY sind die Personaldaten<br />

gestohlen worden’, als wenn es die<br />

Kundendaten wären.“<br />

Auf verschiedenen Hochzeiten<br />

tanzen<br />

Eine an<strong>der</strong>e Herausfor<strong>der</strong>ung, weniger<br />

für die Nutzer als für die Entwickler,<br />

ist das Vorhandensein <strong>der</strong> unterschiedlichen<br />

Betriebssysteme (Android,<br />

iOS, Windows, HTML 5), die zumindest<br />

in verschiedenen Anwendungsbereichen<br />

alle bedient werden müssen. Auf<br />

die Frage, welches mobile Betriebssystem<br />

sich möglicherweise durchsetzen<br />

könnte, antwortet Promerit-Berater<br />

Dennes: „Wenn es von Unternehmen<br />

gesteuert wird, wird man sich auf<br />

ein Betriebssystem konzentrieren. Im<br />

„ Die sensibelsten Daten im<br />

Unternehmen sind eigentlich die<br />

CRM-Daten. Aber damit geht man<br />

eigentlich am sorglosesten um.<br />

Wolfgang Blen<strong>der</strong>, Business Development &<br />

Produktmanagement Workforce Management, Kaba<br />

„<br />

Wenn die Auswahl des Betriebssystems<br />

von den Unternehmen<br />

gesteuert wird, wird man sich auf<br />

ein Betriebssystem konzentrieren.<br />

Im privaten Bereich, beispielsweise<br />

wenn es um Recruiting geht,<br />

wird man alle Systeme bedienen<br />

müssen.<br />

Ralph Dennes, Partner, Promerit<br />

privaten Bereich, beispielsweise wenn<br />

es um Recruiting geht, wird man alle<br />

Systeme bedienen müssen. Da kann<br />

man nicht sagen: Du musst dir zuerst<br />

die entsprechende Hardware kaufen,<br />

son<strong>der</strong>n es muss einfach funktionieren.<br />

Und beipielsweise auf einen Shop<br />

im Netz muss <strong>der</strong> Kunde, egal mit welchem<br />

Gerät, zugreifen können, ohne<br />

eine spezielle App herunterladen zu<br />

müssen. Das würde für HTML 5 sprechen.“<br />

Design Thinking<br />

„Gerade im Mittelstand, den wir <strong>vor</strong>nehmlich<br />

betreuen, ist Flexibilität,<br />

Schnelligkeit und Sicherheit ein sehr<br />

wichtiges Thema im Umfeld mobiler<br />

Anwendungen“, fügt Joachim Volpert,<br />

Geschäftsführer <strong>der</strong> Unternehmensbe-


atung KWP Kümmel, Wiedmann +<br />

Partner Unternehmensberatung GmbH,<br />

hinzu. Sein Kollege Klaus Kempa,<br />

Geschäftsführer <strong>der</strong> Ciber AG, ergänzt:<br />

„Die Erfolgsfaktoren in diesem Zusammenhang<br />

sind primär eine einfache<br />

Bedienoberfläche sowie ein performanter<br />

Zugriff. An etwas an<strong>der</strong>es will sich<br />

niemand mehr gewöhnen, wenn er diese<br />

Erfahrungen einmal gemacht hat.“<br />

„Ja, die Menschen haben sich aufgrund<br />

<strong>der</strong> neuen mobilen Geräte auf eine ganz<br />

an<strong>der</strong>e Benutzerfreundlichkeit eingestellt”,<br />

stimmt Manuel Egger zu. „Die<br />

Einfachheit <strong>der</strong> Bedienung ist heute das<br />

Entscheidende, so dass das heute bereits<br />

einen Schritt weiter geht, denn die<br />

Mitarbeiter erwarten heute schon, diesen<br />

Benutzerkomfort auch für ihre<br />

Geschäftsanwendungen im Alltag.“ „Die<br />

Art und Weise, wie <strong>Software</strong> gebaut<br />

werden muss, wird sich verän<strong>der</strong>n“, ist<br />

sich Egger sicher. „Design Thinking ist<br />

angesagt. Das ist <strong>der</strong> Schlüssel zu<br />

Benutzerakzeptanz in diesem Umfeld!<br />

Einfachheit ist ein entscheiden<strong>der</strong> Treiber.<br />

Speziell um Akzeptanz bei den<br />

Führungskräften zu erreichen, sodass<br />

hier Daten gerne und freiwillig gepflegt<br />

werden und die Datenpflege nicht als<br />

Last gesehen wird.“<br />

Auch Thomas Eichinger, Geschäftsführer<br />

von <strong>In</strong>gentis, ist <strong>der</strong> Meinung,<br />

dass sich das Usability-Thema noch<br />

extrem beschleunigen wird: „Die <strong>Software</strong>-Entwicklungszyklen<br />

werden künftig<br />

deutlich kürzer werden. Diese<br />

Beschleunigung wird die <strong>Software</strong>branche<br />

komplett verän<strong>der</strong>n und wir als<br />

<strong>Software</strong>dienstleister müssen uns diesen<br />

kürzeren Zyklen anpassen und sie<br />

mit <strong>vor</strong>geben. Zudem wird sich das Bild<br />

des klassischen <strong>Software</strong>-Entwicklers<br />

verän<strong>der</strong>n, <strong>der</strong> Designanspruch wird<br />

in den Vor<strong>der</strong>grund rücken.“ Eichinger:<br />

„Entwickler mit einem Gespür für<br />

Design zu finden ist keine leichte Aufgabe.<br />

Erfahrene Entwickler <strong>der</strong> alten<br />

Schule verfügen meist nicht über diese<br />

Qualität. Mit <strong>der</strong> aktuellen Entwicklergeneration<br />

wird sich das än<strong>der</strong>n.“<br />

Von Seiten SAP will man nicht zu sehr<br />

als App-Entwickler in den Vor<strong>der</strong>grund<br />

treten. „Es ist nicht das Ziel von SAP,<br />

jegliche mobile App zu entwickeln. Wir<br />

möchten unsere Partner dazu aufrufen,<br />

entsprechende Applikationen aufzubauen<br />

und den Kunden zur Verfügung<br />

zu stellen“, meint Stefan Müller,<br />

<strong>der</strong> bei SAP im Presales für <strong>Personalwirtschaft</strong>ssysteme<br />

zuständig ist. „Es<br />

ist eher das Ziel von SAP, dass unsere<br />

Kunden die Sybase Unwired Platform<br />

einsetzen und hierüber ihre mobilen<br />

Applikationen und mobilen Geräte verwalten<br />

und steuern.“<br />

<strong>Cloud</strong> setzt sich durch, wenn<br />

Auch das nächste Thema <strong>der</strong> Runde<br />

bewegt seit zwei, drei Jahren die Gemüter<br />

wie kaum ein an<strong>der</strong>es: Angepriesen<br />

als DIE kostengünstige und flexible<br />

Lösung für nahezu alle betrieblichen<br />

(und auch privaten) Bereiche, ist <strong>Cloud</strong><br />

Computing angeblich ein Trend, <strong>der</strong><br />

überall Einzug hält. Laut dem Marktforschungsunternehmen<br />

IDC (IDC =<br />

<strong>In</strong>ternational Datar Corporation) ist<br />

<strong>Cloud</strong> Computing bereits für 56 Prozent<br />

aller Unternehmen zentraler<br />

Bestandteil <strong>der</strong> IT. Und 83 Prozent <strong>der</strong><br />

restlichen Unternehmen beschäftigen<br />

sich aktiv mit Gedanken zur Umsetzung.<br />

Glaubt man <strong>der</strong> Vielzahl vollmundiger<br />

Prognosen nahezu aller<br />

Marktforscher, Verbände und Anbie-<br />

„<br />

Die Art und Weise, wie <strong>Software</strong><br />

gebaut werden muss, wird sich<br />

verän<strong>der</strong>n. Design Thinking ist<br />

angesagt. Das ist <strong>der</strong> Schlüssel zu<br />

Benutzerakzeptanz in diesem<br />

Umfeld.<br />

Manuel Egger, Head of <strong>HR</strong> Solutions, Sovanta<br />

ter, wird bald kaum noch jemand<br />

an<strong>der</strong>s arbeiten als über die <strong>Cloud</strong> Programme,<br />

Daten und Rechenleistung<br />

abzurufen.<br />

Untrennbar mit <strong>Cloud</strong> verbunden ist<br />

<strong>Software</strong>-as-a-Service (SaaS), ein <strong>Software</strong>-Lizenz-<br />

und Bereitstellungsmodell,<br />

das hierzulande häufig im Zusammenhang<br />

mit Talent Management-Lösungen,<br />

Reisekostenabrechnung und teilweise<br />

auch Payroll zum Einsatz kommt<br />

und in <strong>der</strong> Regel in einer Public <strong>Cloud</strong><br />

bereitgestellt wird.<br />

Gute Alternative für KMUs<br />

<strong>Cloud</strong> Computing ist indessen für Personaler<br />

zurzeit noch nicht die be<strong>vor</strong>zugte<br />

Wahl, wenn es um die Auslagerung<br />

von Personaldaten geht. Der Grund:<br />

Nach wie <strong>vor</strong> – und meist hinter <strong>vor</strong>gehaltener<br />

Hand – werden von vielen Personalern<br />

Bedenken hinsichtlich des<br />

Datenschutzes insbeson<strong>der</strong>e im Dämmerlicht<br />

des US Patriot Act geäußert,<br />

die sich hartnäckig halten.<br />

<strong>In</strong> <strong>der</strong> Runde ist man sich indessen<br />

einig, dass die Nutzung von <strong>Cloud</strong>-Ressourcen<br />

<strong>vor</strong> allem für kleinere Unternehmen<br />

eine gute Alternative sei. „Die<br />

Kosten sind nur ein Treiber für die<br />

Unternehmen, sich für die <strong>Cloud</strong> zu entscheiden“,<br />

meint Thomas Eichinger,<br />

„aber es geht auch um ein Plus an Flexibilität,<br />

Skalierbarkeit und eine vereinfachte<br />

Administration <strong>der</strong> Anwen-<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 9


SAP Round Table<br />

dungen.“ „Unsere Erfahrung zeigt, dass<br />

größere Unternehmen und Konzerne<br />

eher in Richtung private <strong>Cloud</strong> gehen,<br />

was dann wie<strong>der</strong>um einer zentralisierten<br />

<strong>In</strong>house-Lösung gleichkommt.“ Jürgen<br />

Volpert kontert und meint: „Das<br />

<strong>Cloud</strong>-Thema ist für den HCM-Bereich<br />

nichts Neues, je nachdem, mit welcher<br />

Ausdeutung dieser Begriff zum Einsatz<br />

kommt. „Es gibt auch in Deutschland<br />

sehr viele <strong>Cloud</strong>-Lösungen in einzelnen<br />

personalwirtschaftlichen Bereichen, beispielsweise<br />

im Recruiting.“<br />

Was die Aktivitäten SAPs in diesem Kontext,<br />

<strong>vor</strong> allem <strong>vor</strong> dem Hintergrund <strong>der</strong><br />

Akquisition von SuccessFactors angeht,<br />

scheinen diese erste Früchte zu tragen<br />

(siehe auch <strong>In</strong>terview ab Seite 14) und<br />

das <strong>Cloud</strong> Thema sowohl innerhalb SAPs<br />

als auch im Markt <strong>vor</strong>anzutreiben. „Seit<br />

<strong>der</strong> Übernahme denken große Unternehmen<br />

verstärkt darüber nach, die<br />

Angebote von SuccessFactors und die<br />

von SAP zu kombinieren“, bestätigt<br />

Stefan Müller die zunehmende <strong>Cloud</strong>-<br />

Akzeptanz <strong>der</strong> Kunden. Wenn SAP im<br />

<strong>HR</strong>/HCM-Umfeld künftig stärker auf die<br />

<strong>Cloud</strong> baue, wird – so stimmen einige<br />

<strong>der</strong> Teilnehmer zu – das Vertrauen <strong>der</strong><br />

Kunden in diese Technik steigen und<br />

damit den Markt ein Stück weit mitnehmen.<br />

<strong>Cloud</strong> & die Partner<br />

Neben dem Datenschutz geht es <strong>vor</strong><br />

allem darum, so einige Stimmen aus<br />

<strong>der</strong> Runde, welche Rolle künftig die<br />

SAP-Partnerwelt in diesem Kontext<br />

spielen wird, inwiefern SAP Weiterbildungsprogramme<br />

anbieten wird und<br />

wie die Vermarktungsstrategie aussehen<br />

könnte. Vor allem dann, wenn sie<br />

bislang entwe<strong>der</strong> nur für SAP o<strong>der</strong> nur<br />

für SuccessFactors tätig waren. „Bei<br />

<strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>-Lösung SuccessFactors wird<br />

SAP zweigleisig fahren“, meint Klaus<br />

Kempa. „Zunächst einmal ist die Erwartungshaltung<br />

von SAP, dass sich Kunden<br />

einer On-Premise-Lösung bei den<br />

Themen rund um das Talent Management<br />

auch für die On-Demand-Lösun-<br />

10<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

gen interessieren. Allerdings muss sich<br />

erst noch zeigen, wie gut die Schnittstellen<br />

funktionieren und ob die<br />

benötigten Funktionalitäten tatsächlich<br />

<strong>vor</strong>handen sind.“<br />

„Für den Partner ist Ausbildung notwendig.<br />

Reine SAP-Kenntnisse sind<br />

längst nicht mehr ausreichend, wenn<br />

es um die <strong>In</strong>tegration bei<strong>der</strong> Welten<br />

geht“, befürchtet Kempa. Es würden<br />

zunehmend auch an<strong>der</strong>e Kompetenzen<br />

und Kenntnisse insbeson<strong>der</strong>e im<br />

technologischen Bereich erfor<strong>der</strong>lich.<br />

„Früher ging es immer um die Frage<br />

,SAP versus Best-of-Breed’ und nicht<br />

um On-Premise versus <strong>Cloud</strong>. Das hat<br />

sich jetzt geän<strong>der</strong>t“, ergänzt Wolfgang<br />

Blen<strong>der</strong>. „Beim Thema <strong>Cloud</strong> und SAP<br />

geht es jetzt mehr darum, wie die beiden<br />

Welten verbunden werden. Des-<br />

„ Die <strong>Software</strong>-Entwicklungszyklen<br />

werden künftig deutlich kürzer<br />

werden. Diese Beschleunigung<br />

wird die <strong>Software</strong>branche komplett<br />

verän<strong>der</strong>n.<br />

Thomas Eichinger, Geschäftsführer, <strong>In</strong>gentis<br />

„<br />

Es ist nicht das Ziel von SAP, jegliche<br />

mobile App zu entwickeln. Wir<br />

möchten unsere Partner dazu aufrufen,<br />

entsprechende Applikationen<br />

aufzubauen und den Kunden<br />

zur Verfügung zu stellen.<br />

Stefan Müller, Senior Solution Expert HCM, SAP<br />

halb werden sich die Partneranfor<strong>der</strong>ungen<br />

im SaaS-Bereich entsprechend<br />

sehr viel stärker in diese Richtung verschieben.“<br />

Es wird sicherlich noch eine Weile dauern,<br />

bis die <strong>In</strong>tegration von Success-<br />

Factors vollständig organisatorisch<br />

abgeschlossen ist und bei allen Partnern<br />

Klarheit über die künftigen Aufgaben<br />

besteht. Dass SAP <strong>Cloud</strong> ernst<br />

nimmt, zeigt sich daran, dass man den<br />

SuccessFactors-CEO Lars Dalgaard mit<br />

<strong>der</strong> Umsetzung <strong>der</strong> kompletten SAP<br />

<strong>Cloud</strong>-Strategie beauftragte und in den<br />

SAP-Vorstand aufnahm.<br />

Nicht alles Gold, was glänzt?<br />

Ralf Dennes gibt indessen zu bedenken,<br />

dass das SaaS-Modell nicht für<br />

alle Anwen<strong>der</strong> gleich sinnvoll einsetz-


ar ist. Mittlerweile würden vereinzelt<br />

Kunden auch wie<strong>der</strong> Abstand von diesem<br />

Modell nehmen, weil ihnen, insbeson<strong>der</strong>e<br />

im Personalbereich, die Flexibilität<br />

<strong>der</strong> Lösungen nicht ausreiche:<br />

„Am Ende des Tages wird es keine reine<br />

Budget-Frage sein. Wir erleben viele<br />

Kunden, die zurückkommen, weil<br />

ein vermeintlich attraktives SaaS-<br />

Modell preislich an<strong>der</strong>e Dimensionen<br />

enthalten kann, die mit einem klassischen<br />

<strong>Software</strong>kauf nicht vergleichbar<br />

sind. Die große Stärke des SaaS-Modells<br />

ist es, sehr schnell ,up and running’<br />

zu sein. Und wenn man mit dem, was<br />

geliefert im Standard und konfigurierbar<br />

ist gut leben kann, dann ist das<br />

eine sehr gute Lösung.“<br />

„Bei <strong>der</strong> Entscheidung für SaaS geht es<br />

um die Frage des Deployment-Modells“,<br />

meint <strong>der</strong> Promerit-Experte, „und nicht<br />

um richtig o<strong>der</strong> falsch. Wer sich für SaaS<br />

entscheidet, tut das weniger aus Funktionalitäts-Gründen,<br />

son<strong>der</strong>n aus an<strong>der</strong>en<br />

Erwägungen heraus.“ „Eine SaaS-<br />

<strong>Software</strong> birgt durchaus die Gefahr, dass,<br />

wenn man nach zwei o<strong>der</strong> drei Jahren<br />

den nächsten Schritt im Unternehmen<br />

gehen will, genau dieser „Vorteil“ zur<br />

Beschränkung wird und man dann vielleicht<br />

wie<strong>der</strong> zurückgeht, weil man<br />

merkt, dass man damit nicht die <strong>In</strong>dividualisierung<br />

realisieren kann, die man<br />

möchte – weil es nicht dem Ansatz von<br />

SaaS entspricht“, so Dennes.<br />

Aus diesem Grund, kommentieren<br />

einige Teilnehmer die Situation, sei es<br />

vielleicht sinnvoll, möglich und sogar<br />

wahrscheinlich, dass sich Personaler<br />

künftig – ähnlich wie bei den Apps im<br />

mobilen Umfeld - auf eine „neue Einfachheit“<br />

einstellen müssten.<br />

„Ich denke, dass sich auch <strong>der</strong> Personaler<br />

und seine Arbeit verän<strong>der</strong>n werden“,<br />

meint Thomas Eichinger. „Der<br />

Weg zur Einfachheit wird wohl auch<br />

in diesem Bereich Einzug halten. Große<br />

und komplexe Projekte überholen sich<br />

nicht selten wegen ihrer langen Laufzeit<br />

selbst und werden durch einfache<br />

und benutzerfreundliche Lösungen<br />

ersetzt.“ Professor Jäger klammert diesen<br />

Themenkomplex abschließend und<br />

stellt fest: „Großunternehmen werden<br />

künftig wohl eher die hybriden Szenarien,<br />

also die Kombination zwischen<br />

<strong>Cloud</strong> und On-Premise-Lösungen <strong>vor</strong>ziehen,<br />

während sich bei den KMUs<br />

<strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>-Markt stärker entwickeln<br />

wird, sobald bei den Themen Datensicherheit,<br />

Datenschutz und Mitsprache<br />

<strong>der</strong> Arbeitnehmer-Vertretung mehr<br />

Klarheit geschaffen ist.“ Die weltweite<br />

Menge an <strong>In</strong>formationen verdoppelt<br />

sich heute etwa knapp alle fünf Jahre.<br />

Und genau diese Masse an strukturierten<br />

und unstrukturierten Daten in<br />

Unternehmen verlangt nach neuen Formen<br />

für <strong>der</strong>en Be- und Verarbeitung<br />

und zeigt gleichzeitig neue Wege auf,<br />

wie man aus diesen Mehrwert, sprich<br />

„Unternehmensintelligenz“ kreieren<br />

kann.<br />

Big Data (noch) kein Thema?<br />

Das geht über Data Warehousing und<br />

Wissensmanagement weit hinaus und<br />

betrifft auch den umfassenden Bereich<br />

<strong>der</strong> Personaldaten, die bis heute in vielen<br />

Unternehmen nicht miteinan<strong>der</strong><br />

verknüpft, abgeglichen und effizient<br />

ausgewertet werden. Nach Einschätzung<br />

von Professor Jäger sind die<br />

wenigsten Unternehmen in <strong>der</strong> Lage,<br />

entsprechende Auswertungen beispielsweise<br />

über ihre Talente zu generieren,<br />

weil in <strong>der</strong> Regel nie vernünftig<br />

aufbereitete Daten beispielsweise<br />

für Versetzungen, Beför<strong>der</strong>ungen, das<br />

Nachfolgemanagement und ähnliche<br />

Aufgaben <strong>vor</strong>lägen.<br />

Unterdessen ist das Gros <strong>der</strong> Rundenteilnehmer<br />

<strong>der</strong> Ansicht, Big Data sei<br />

bislang zwar für an<strong>der</strong>e Bereiche im<br />

Unternehmen interessant, aber im Personalwesen<br />

sei das Thema noch nicht<br />

angekommen. Thomas Eichinger weist<br />

darauf hin, Big Data könne insbeson<strong>der</strong>e<br />

in Verbindung mit den oft eher<br />

unstrukturierten Daten, die man aus<br />

sozialen Netzen extrahieren könne, relevant<br />

werden. „Selbstverständlich ist Big<br />

Data ein Thema!”, ist sich indessen<br />

Klaus Kempa sicher. „Der Umfang an<br />

Daten, die Unternehmen erzeugen, sammeln,<br />

nutzen und speichern, wächst<br />

exponentiell. Dieses Phänomen, das wir<br />

als Big Data bezeichnen, ist längst Realität<br />

und führt bei Unternehmen nicht<br />

selten zu Performance-Engpässen. Das<br />

eigentliche Problem von Big Data liegt<br />

darin, dass bestimmte Prozesse und<br />

Geschäftsmöglichkeiten erst gar nicht<br />

erwogen o<strong>der</strong> gedacht werden, da diese<br />

im Vorhinein als zu rechenaufwendig<br />

angesehen und deshalb als nicht<br />

umsetzungsfähig erachtet werden.“ „Der<br />

Umgang mit großen Datenmengen im<br />

personalwirtschaftlichen Umfeld wird<br />

auch für unser Unternehmen je nach<br />

betreuter Kundengröße ein Thema sein“,<br />

kommentiert auch Joachim Volpert diesen<br />

Trend. „<strong>In</strong>sbeson<strong>der</strong>e im Bereich<br />

Analytics, aber auch generell hinsichtlich<br />

reaktionsschnellerer Anwendungen<br />

im Rahmen <strong>der</strong> Anwen<strong>der</strong>freundlichkeit.<br />

Mit HANA hat hier die SAP ein<br />

<strong>In</strong>strumentarium geschaffen, um gerade<br />

mit großen Datenmengen schnell<br />

und effizient umzugehen. <strong>In</strong> unseren<br />

Rechenzentren werden die ersten<br />

HANA-Einführungen in Kürze starten.“<br />

Absolute Männerdomäne<br />

„Würde man sich die einschlägigen Stellenbörsen,<br />

in <strong>der</strong> die SAP-Partnerwelt<br />

inseriert, anschauen, würde man wahrscheinlich<br />

sehen, dass so ziemlich alle<br />

die gleichen Leute suchen“, lautet die<br />

Meinung einiger <strong>der</strong> Anwesenden. Und<br />

genau damit wurde das Grundproblem<br />

zum Thema Fachkräftemangel und Fachkräftegewinnung<br />

umrissen. Im Umfeld<br />

<strong>der</strong> SAP-Partnerunternehmen gestaltet<br />

sich die Suche nach Fachkräften gleichermaßen<br />

schwierig. Nicht zuletzt aufgrund<br />

<strong>der</strong> neuen Anfor<strong>der</strong>ungen sowohl<br />

im Hinblick auf „Mobile Apps“ als auch<br />

bei <strong>der</strong> Umsetzung neuer <strong>Software</strong>-<br />

Entwicklungsmodelle. „Wenn wir von<br />

Design-orientierter Entwicklung sprechen,<br />

dann sind bestimmte Kompetenzen,<br />

sowie eine am Endnutzer orientier-<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 11


SAP Round Table<br />

te Projekt<strong>vor</strong>gehensweise unverzichtbar“,<br />

erklärt sovanta-Personalexperte<br />

Egger, „Business-Erfahrung, Kenntnisse<br />

über die neuen Technologien, SAP<br />

Backend-Kompetenz und <strong>vor</strong> allem Designkompetenz<br />

stellen den richtigen Mix<br />

dar, um erfolgreiche Anwendungen<br />

umzusetzen.“<br />

„Die erfahrenen SAP Backend-Leute<br />

suchen wohl zurzeit alle. Somit existiert<br />

hier ein klassischer Nachfragemarkt“,<br />

fügt er hinzu.“ Thomas Eichinger<br />

denkt hier ähnlich und ergänzt:<br />

„Designer als Entwickler zu finden ist<br />

ganz schwierig. Hier kann man auch<br />

nicht auf Senioren zurückgreifen, weil<br />

die eine ganz an<strong>der</strong>e Denke haben.“<br />

Und Professor Jäger schlägt <strong>vor</strong>: „Duale<br />

Studiengänge wären da auch wegen<br />

<strong>der</strong> höheren Bindewirkung zweckmäßiger,<br />

als selbst auszubilden.“ Er appelliert<br />

an die Diskussionsteilnehmer, sich<br />

verstärkt in den einschlägigen Verbänden<br />

für <strong>der</strong>lei Ausbildungsformen stark<br />

zu machen: „Es wäre nicht schlecht,<br />

wenn man über die Verbände was<br />

machen könnte. Das hätte schon Charme,<br />

wenn Sie da Druck machen könnten,<br />

dass solche Angebote kommen.“<br />

Bei <strong>der</strong> Frage, ob dem Fachkräftemangel<br />

in diesem Bereich nicht gegebenenfalls<br />

durch weibliche Fachkräfte Abhilfe<br />

geschaffen werden könne, stellt sich<br />

heraus, dass nur sehr wenige Frauen<br />

über die gewünschten Qualifikationen<br />

verfügen und deshalb in <strong>der</strong> <strong>Software</strong>entwicklung<br />

extrem unterrepräsentiert<br />

sind. Lediglich in einem <strong>der</strong><br />

Betriebe <strong>der</strong> an <strong>der</strong> Runde Teilnehmenden<br />

ist eine Frau in <strong>der</strong> <strong>Software</strong>entwicklung<br />

beschäftigt.<br />

Stimmung bestens<br />

Auch bei den anlässlich des letzten<br />

Frankfurter <strong>HR</strong> Round Table besprochenen<br />

Themen zeigt sich, dass SAP in<br />

gewohnter Manier Wegbereiter bei <strong>der</strong><br />

Adaption und Umsetzung neuer Technologien<br />

ist. Einem <strong>Software</strong>-Riesen dieser<br />

Größe traut man zwar die schnelle<br />

Anpassung an sich rasch verän<strong>der</strong>nde<br />

12<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Marktbedingungen nicht so ohne Weiteres<br />

zu. Allerdings kann das Unternehmen<br />

von einer hochflexiblen und innovativen<br />

Partnerwelt profitieren, die das<br />

gute Geschäftsklima des <strong>Software</strong>-Riesen<br />

maßgeblich unterstützen. Die Partner<br />

können schnell auf technologische<br />

Verän<strong>der</strong>ungen reagieren, sind gut auf<br />

die individuellen SAP-Kundenwünsche<br />

<strong>vor</strong>bereitet und ergänzen dort das SAP-<br />

Portfolio, wo das Walldorfer Unternehmen<br />

Aufgaben außerhalb des eigenen<br />

Kerngeschäfts auslagert.<br />

Durch die Übernahme von Success<br />

Factors gewinnt das SAP-eigene <strong>Cloud</strong>-<br />

Geschäft an Schwung, was auch den<br />

Partnern neue Aufgaben stellt, <strong>der</strong>en<br />

eigenes Geschäft för<strong>der</strong>t und sich darüber<br />

hinaus im Markt positiv auswirken<br />

kann.<br />

„ Selbstverständlich ist Big Data ein<br />

Thema. Der Umfang an Daten, die<br />

Unternehmen erzeugen, sammeln,<br />

nutzen und speichern, wächst<br />

exponentiell. Dieses Phänomen<br />

ist längst Realität und führt nicht<br />

selten zu Performance-Engpässen.<br />

Klaus Kempa, Leiter Servicline HCM, Ciber<br />

„<br />

Gerade im Mittelstand, den wir<br />

<strong>vor</strong>nehmlich betreuen, ist Flexibilität,<br />

Schnelligkeit und Sicherheit<br />

ein sehr wichtiges Thema im<br />

Umfeld mobiler Anwendungen.<br />

Joachim Volpert, Geschäftsführer, KWP<br />

Stefan Müller resümiert: „Es wird spannend<br />

bleiben. Vielleicht denken wir in<br />

zwei Jahren über ganz neue Bereiche<br />

nach, an die wir heute noch gar nicht<br />

denken.“ Ähnlich sieht es auch Wolfgang<br />

Blen<strong>der</strong>: „Das Ökosystem wächst<br />

weiter, nicht nur um neue Partner, son<strong>der</strong>n<br />

auch um viele neue Lösungen.<br />

Meine Botschaft an die Personaler: Bleiben<br />

Sie neugierig und schauen Sie, was<br />

sich auf dem Markt tut!“ Abschließen<strong>der</strong><br />

Appell von Wolfgang Jäger an die<br />

Personaler: „Es wird spannend zu<br />

sehen, ob die Personaler ihre <strong>In</strong>formationen<br />

so aufbereiten können, dass die<br />

Empfänger daraus Weisheit generieren<br />

können.“<br />

Ulli Pesch, freier Journalist, Heimstetten


SAP Partner<br />

„Die Offenheit von <strong>Cloud</strong>-<br />

Lösungen ist <strong>der</strong> Schlüssel<br />

zum Erfolg“<br />

Die <strong>Personalwirtschaft</strong> interviewte Georg Goller, Vice President<br />

und General Manager Central Europe bei SuccessFactors, zu<br />

den neuen Strategien im SAP <strong>Cloud</strong>-Bereich und weiteren<br />

Entwicklungen <strong>der</strong> <strong>HR</strong>-Lösungen nach <strong>der</strong> Akquisition von<br />

SuccessFactors durch SAP.<br />

<strong>Personalwirtschaft</strong>: Was ist denn <strong>der</strong><br />

eigentliche Nutzen <strong>der</strong> Zusammenführung<br />

für SuccessFactors und für<br />

SAP?<br />

Goller: Zusammen können SAP und Success-<br />

Factors den Kunden ein einzigartiges Portfolio<br />

bieten. Dank <strong>der</strong> Kombination unserer<br />

Ressourcen haben wir ein schnell wachsendes<br />

<strong>Cloud</strong>-Business. Circa 5000 Mitarbeiter<br />

arbeiten mit nun vereinten Kräften daran,<br />

für unsere Kunden das umfassendste <strong>Cloud</strong>-<br />

Portfolio bereitzustellen sowie neue Versionen<br />

schneller und effizienter in den Markt<br />

zu bringen. Wir haben ein klares Ziel für das<br />

<strong>Cloud</strong>-Geschäft definiert: Bis 2017 soll <strong>der</strong><br />

Umsatz bei zwei Milliarden US-Dollar liegen.<br />

Wie sieht die mittel- und langfristige<br />

Strategie von SAP/SuccessFactors im<br />

Hinblick auf die Vermarktung <strong>der</strong> beiden<br />

Portfolien aus?<br />

Die meisten Kunden <strong>der</strong> SAP haben ausgeprägte<br />

HCM-Implementierungen, in die<br />

wir unser <strong>Cloud</strong>-Angebot optimiert integrieren<br />

wollen. Damit schützen wir alle<br />

bisherigen <strong>In</strong>vestitionen und ermöglichen<br />

den Kunden die Geschwindigkeit, <strong>In</strong>novationskraft<br />

sowie die Kosten<strong>vor</strong>teile unserer<br />

<strong>Cloud</strong>-Lösungen zu nutzen. Dabei arbeiten<br />

wir sehr eng mit Kunden zusammen,<br />

die beide Lösungen einsetzen. Ein Beispiel<br />

14<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

ist die SuccessFactors Employee Central-<br />

Anwendung, die nicht nur durch 40 Jahre<br />

Entwicklungserfahrung und -ressourcen<br />

von SAP verbessert wird, son<strong>der</strong>n auch<br />

durch mobilen Zugriff, HANA und Business<br />

Objects.<br />

Werden die Portfolien weiterhin einzeln<br />

unter den jeweiligen Marken vermarktet?<br />

Wir haben eine klare Roadmap schon frühzeitig<br />

kommuniziert und werden den<br />

Detailgrad weiter vertiefen und damit<br />

Transparenz und Vertrauen schaffen. Der<br />

Schwerpunkt von SuccessFactors liegt weiterhin<br />

bei <strong>Cloud</strong>-Lösungen.<br />

Was wird sich für die Partner verän<strong>der</strong>n,<br />

die bisher entwe<strong>der</strong> nur Success-<br />

Factors o<strong>der</strong> nur SAP bedient haben<br />

und nun gegebenenfalls beides bedienen?<br />

Grundsätzlich erhalten unsere Partner<br />

durch das größere Portfolio zusätzliche<br />

Umsatzquellen. Darüber hinaus haben sie<br />

die Möglichkeit, ihre Kunden noch umfassen<strong>der</strong><br />

zu beraten und ihnen noch weitere<br />

Lösungen anbieten zu können.<br />

Werden für diese (Partner) spezielle Programme<br />

aufgelegt? Wenn ja, welche?<br />

Georg Goller, SuccessFactors<br />

Ich denke, wir sind da schon einen<br />

Schritt weiter, denn die Programme sind<br />

bereits real. Wir haben in den vergangenen<br />

100 Tagen viele Enablement Sessions<br />

und Trainings für und mit Partnern<br />

abgehalten. Das <strong>In</strong>teresse ist<br />

gigantisch und erfreut mich persönlich<br />

sehr, unter an<strong>der</strong>em weil viele unserer<br />

neuen Partner langjährige, sehr gute<br />

SAP-Partner sind, die die SAP- Kundenbasis<br />

sehr genau kennen und nun um die<br />

SuccessFactors <strong>Cloud</strong>-Lösungen ergänzend<br />

beraten können. Zudem: Die Partner-Programme<br />

werden ständig erweitert<br />

und ausgebaut.<br />

Wird es spezielle Schulungen für die<br />

Partner geben? Wenn ja, welcher Art<br />

werden diese sein?<br />

Es haben schon spezielle Schulungen für<br />

unser gesamtes <strong>Cloud</strong>-Portfolio stattgefunden,<br />

und dieser Bereich wird stark ausgebaut.<br />

Partner sind extrem wichtig für uns<br />

und auch unsere Kunden.<br />

Was wird von SAP-Seite künftig funktional<br />

stärker in SuccessFactors integriert<br />

werden und welche Funktionen von SuccessFactors<br />

wird man künftig auch in<br />

SAP HCM sehen beziehungsweise nutzen<br />

können?


Wir prüfen und überarbeiten bereits die<br />

<strong>In</strong>tegrationsmöglichkeiten zwischen den<br />

SuccessFactors-Lösungen, den SAP-Lösungen<br />

und den Business ByDesign-Lösungen,<br />

um unseren Kunden und Partnern die<br />

besten Anwendungen anzubieten. Dazu<br />

gehört auch, dass sie einen möglichst geringen<br />

<strong>In</strong>tegrationsaufwand mit den Applikationen<br />

haben.<br />

Die Verknüpfung von SAP und SuccessFactors<br />

gewährleistet ein umfangreiches<br />

End-to-End HCM Portfolio. Dazu<br />

gehören Komponenten für die strategische<br />

Planung und Talent Management<br />

ebenso wie Mitarbeiter-Administration<br />

und Workforce Analytics – unabhängig<br />

davon, ob sie On-Premise o<strong>der</strong> in <strong>der</strong><br />

<strong>Cloud</strong> sind.<br />

Wird man von Seiten SuccessFactors<br />

eher SAPs Business-by-Design bedienen<br />

o<strong>der</strong> eher SAP HCM?<br />

„Wir sind <strong>der</strong> Meinung, dass gerade im <strong>HR</strong>-Segment<br />

<strong>Cloud</strong>-basierte Anwendungen Sinn machen.<br />

Beides. Grundsätzlich bedienen wir gemeinsam<br />

unsere fünf Fokusbereiche Procurement,<br />

Money, People, Customers und <strong>Cloud</strong><br />

Suites.<br />

Was passiert mit <strong>der</strong> <strong>In</strong>tegration bei den<br />

Kunden, das heißt: Wie wird die SaaS-<br />

Welt von SuccessFactors künftig mit den<br />

Funktionen <strong>der</strong> On-Premise-Welt von<br />

SAP HCM verbunden werden? Das wird<br />

über das Thema Schnittstellen weit<br />

hinausgehen, o<strong>der</strong>?<br />

<strong>Cloud</strong>-Lösungen sind ideale Ergänzungen<br />

für das bestehende SAP-Portfolio. Es wird<br />

sehr zeitnah Standard-<strong>In</strong>tegrationspakete<br />

zwischen den SAP- und SuccessFactors-<br />

Plattformen geben. Dazu gehören beispielsweise:<br />

l Core <strong>HR</strong>-Masterdaten und Talent Management-Lösungen<br />

von SAP,<br />

l Talent, Recruiting und Learning Management-Lösungen<br />

sowie Workforce Planning<br />

& Analytics-Lösungen von SuccessFactors,<br />

l One-Way- und bi-direktionale Datenflüsse.<br />

Ein Teil <strong>der</strong> <strong>In</strong>tegrationskomponenten wird<br />

fertig ausgeliefert, an<strong>der</strong>e werden mit Service-Paketen<br />

ausgeliefert, die spezielle Kundenanfor<strong>der</strong>ungen<br />

erfüllen.<br />

Wird es künftig auch im Core <strong>HR</strong>-Bereich<br />

<strong>Cloud</strong> Lösungen von SuccessFactors –<br />

gegebenenfalls in Verbindung mit SAP<br />

– geben? Wenn ja, welche?<br />

Selbstverständlich wird es auch weiterhin<br />

im Core <strong>HR</strong>-Bereich <strong>Cloud</strong>-Lösungen geben.<br />

Wir sind <strong>der</strong> Meinung, dass gerade im <strong>HR</strong>-


SAP Partner<br />

Segment <strong>Cloud</strong>-basierte Anwendungen Sinn<br />

machen. Die meisten Unternehmen sind<br />

heutzutage auf verschiedene Nie<strong>der</strong>lassungen<br />

und Standorte verteilt. Gleichzeitig sollen<br />

<strong>HR</strong>-Prozesse wie Leistungsbeurteilungen<br />

o<strong>der</strong> Workforce Planning im gesamten<br />

Unternehmen nach den gleichen Kriterien<br />

fair und transparent ablaufen. Dies lässt<br />

sich ideal über SaaS erreichen. Alle unsere<br />

bisherigen Lösungen werden daher weiterhin<br />

<strong>Cloud</strong>-basiert sein.<br />

Hat durch den Zukauf von SuccessFactors<br />

das <strong>Cloud</strong>-Geschäft von SAP zugenommen,<br />

also nicht aufgrund <strong>der</strong> bereits<br />

bei SuccessFactors bestehenden Kundenbasis?<br />

Das <strong>Cloud</strong>-Geschäft von SAP hat im zweiten<br />

Quartal dieses Geschäftsjahres mit 69 Millionen<br />

Euro ein starkes Umsatzwachstum<br />

verzeichnet. Das <strong>Cloud</strong>-Wachstum setzte sich<br />

für SuccessFactors (auf Stand-Alone-Basis)<br />

mit einem Anstieg <strong>der</strong> durch Neu- und Erweiterungsgeschäft<br />

generierten Zwölfmonats-<br />

Abrechnungsvolumina um 112 Prozent im<br />

Vorjahresvergleich fort. Das sind in meinen<br />

Augen ganz herausragende Ergebnisse.<br />

Kann man aufgrund <strong>der</strong> SuccessFactors/SAP-Konstellation<br />

schon heute einen<br />

Einfluss auf das Geschäft beziehungsweise<br />

den Umsatz von SuccessFactors<br />

feststellen?<br />

SuccessFactors kann in verschiedenen<br />

Bereichen Anwendungen schneller auf den<br />

Markt bringen – auch dank <strong>der</strong> sehr stark<br />

gewachsenen Entwicklungsressourcen.<br />

Nachdem wir im zweiten Quartal des<br />

Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von<br />

112 Prozent in <strong>der</strong> Zwölfmonats-Abrechnung<br />

im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen<br />

können, ist dies sicherlich auch ganz<br />

maßgeblich auf die SAP/SuccessFactors-<br />

Konstellation zurückzuführen. Die Kooperation<br />

läuft ganz her<strong>vor</strong>ragend.<br />

Wird es von Seiten von SuccessFactors<br />

auch an<strong>der</strong>e <strong>HR</strong>-Angebote außerhalb von<br />

Talent Management geben?<br />

Wir bieten heute bereits ein komplettes <strong>HR</strong>-<br />

Portfolio an, Talent Management ist ein Teil<br />

16<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

„Die Kooperation läuft ganz her<strong>vor</strong>ragend.<br />

davon. Daneben gibt es Recruiting Management,<br />

Recruiting Marketing, Workforce<br />

Analytics and Planning sowie E-Learning<br />

und Social Learning.<br />

Die Basis <strong>der</strong> SuccessFactors BizX Suite ist<br />

Employee Central, ein Core <strong>HR</strong>-System <strong>der</strong><br />

nächsten Generation. Wir investieren hier<br />

massiv und erweitern die Funktionen ständig.<br />

Wie alle SuccessFactors-Applikationen<br />

ist Employee Central <strong>Cloud</strong>-basiert und für<br />

die gesamte Belegschaft entwickelt worden.<br />

Mittlerweile setzen mehr als 15 Millionen<br />

Anwen<strong>der</strong> und 4000 Firmen den Service<br />

weltweit ein.<br />

Was passiert mit den Talent Management-Anwendungen,<br />

die SAP bisher mit<br />

an<strong>der</strong>en Partnern (Umantis, Nakisa)<br />

zusammen realisierte?<br />

Selbstverständlich stehen wir zu bestehenden<br />

Partnerschaften und sehen auch weiterhin<br />

einen Markt für diese Anwendungen,<br />

zum Beispiel im Fall Nakisa als Ergänzung<br />

zu unseren <strong>HR</strong> On-Premise-Lösungen.<br />

Arbeitet SAP weiterhin mit den bisherigen<br />

Talent Management-Partnern zusammen?<br />

Ja, wir bauen diese Partnerschaften auch<br />

weiterhin aus.<br />

Ab welcher Unternehmensgröße ist die<br />

Kombination SuccessFactors/SAP interessant?<br />

Grundsätzlich können alle Unternehmen<br />

unsere Lösungen nutzen. Im SMB-Segment<br />

finden Sie Unternehmen mit zehn Mitarbeitern.<br />

<strong>In</strong> Enterprise-Segment hat unser größter<br />

Kunde zwei Millionen Anwen<strong>der</strong>. Ich denke<br />

jedoch, dass es vielmehr entscheidend<br />

ist, sich die Unternehmen genau anzuschauen<br />

und ihre Wachstumsstrategie und ihre<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen zu beurteilen. So gibt es zum<br />

Beispiel eine Reihe mittelständischer Unternehmen,<br />

die SAP-Lösungen einsetzen und<br />

auch <strong>HR</strong>-Module von SuccessFactors implementieren.<br />

Damit Firmen in wirtschaftlich<br />

nicht einfachen Zeiten die richtigen <strong>HR</strong>-Stra-<br />

tegien umsetzen können, benötigen sie eine<br />

entsprechende Anwendung, die sie unterstützt.<br />

Dazu gehört beispielsweise, dass sie<br />

gezielt ihre Bedarfslage analysieren, Mitarbeiter<br />

mit Lücken entsprechend trainieren<br />

können und eine Nachfolgeplanung haben.<br />

Ambitionierte Unternehmen in schnell<br />

wachsenden <strong>In</strong>dustrien können daher<br />

bereits von einer SAP/SuccessFactors-<br />

Kombination profitieren, wenn sie noch<br />

recht klein sind. Es ist auch schon lange<br />

nicht mehr so, dass SAP-Lösungen nur bei<br />

Großkonzernen implementiert werden –<br />

ganz im Gegenteil.<br />

Wird SussessFactors künftig auch weiterhin<br />

Kunden bedienen, die an<strong>der</strong>e<br />

ERP/<strong>HR</strong>-Lösungen als die von SAP einsetzen?<br />

Grundsätzlich ist die Offenheit von <strong>Cloud</strong>-<br />

Lösungen <strong>der</strong> Schlüssel zum Erfolg. Daher<br />

wird SuccessFactors selbstverständlich seine<br />

Anwendungen weiterhin bei Unternehmen<br />

implementieren, die keine SAP-Lösungen<br />

einsetzen. Da unsere Business Execution<br />

(BizX) Suite ebenso wie die einzelnen Module<br />

<strong>Cloud</strong>-basiert sind, können eine breite<br />

Palette an Unternehmen die Lösungen<br />

schnell und problemlos implementieren.<br />

Werden die Funktionalitäten beziehungsweise<br />

das Portfolio von SuccessFactors<br />

künftig weiterhin alleine von Success-<br />

Factors weiterentwickelt?<br />

Nein. Wie schon erwähnt, haben wir gemeinsam<br />

her<strong>vor</strong>ragende Entwicklungsressourcen<br />

geschaffen und ich würde hier<br />

eher von <strong>der</strong> SAP <strong>Cloud</strong> Business Unit<br />

sprechen als von SuccessFactors. Die Weiterentwicklung<br />

unserer <strong>HR</strong>-Lösungen<br />

wird nun gemeinsam unterstützt. Dadurch<br />

können wir unsere Anwendungen sogar<br />

deutlich schneller entwickeln als das zu<br />

Zeiten <strong>vor</strong> <strong>der</strong> Akquisition <strong>der</strong> Fall war.<br />

Hier möchte ich insbeson<strong>der</strong>e die <strong>In</strong>tegration<br />

in SAP, Social, Mobile, Analytics<br />

und <strong>In</strong>-Memory her<strong>vor</strong>heben.<br />

Das <strong>In</strong>terview führte Ulli Pesch.


D<br />

Best Practices für die Lern-Community<br />

Lern-Management SAP<br />

Schulungen werden nicht nur von klassischen Weiterbildungsinstituten angeboten. Auch an<strong>der</strong>e Branchen –<br />

von Medien über Versicherungen bis zu <strong>Software</strong>-Anbietern – haben erkannt, dass sie mit Qualifizierungsangeboten<br />

das Rollout ihrer Produkte erleichtern, Kunden enger binden und den Kunden-Support optimieren können.<br />

Lösungen von SAP Education helfen, dabei Umsatz und Rentabilität zu steigern.<br />

ie Vorteile von Schulungen und <strong>der</strong><br />

gezielten Qualifizierung von Mitarbeitern<br />

sind vielfach nachgewiesen:<br />

Durch Wissenstransfer und das För<strong>der</strong>n<br />

von Talenten werden Mitarbeiter kompetenter,<br />

engagierter, zufriedener und<br />

produktiver. Im Rahmen von Optimierungen<br />

<strong>der</strong> Wertschöpfungsketten des<br />

Unternehmens mit Lieferanten, Partnern<br />

bis hin zum Kunden wird zunehmend<br />

auch Weiterbildung als Maßnahme<br />

gesehen, um das firmenexterne<br />

Geschäftsnetzwerk zu optimieren und<br />

zu transformieren (Clarey 2012, Stoller-Schai<br />

2012). Im Englischen hat sich<br />

<strong>der</strong> Terminus des „Extended Enterprise<br />

Learning“ durchgesetzt. Im Deutschen<br />

fehlen solche Begriffe noch – im<br />

Artikel wird daher von <strong>der</strong> „erweiterten<br />

Lern-Community“ gesprochen. Im<br />

Folgenden wird skizziert, welche Themen<br />

in verschiedenen Branchen im Vor<strong>der</strong>grund<br />

stehen.<br />

Die externe Lern-Community nach<br />

Branchen<br />

Abhängig von <strong>der</strong> Branche gibt es unterschiedliche<br />

Ausprägungen und Fokusthemen:<br />

l Stark regulierte Branchen wie die Öl-,<br />

Gas- o<strong>der</strong> Pharmaindustrie müssen<br />

in <strong>der</strong> Lage sein, Zielgruppen wie Subunternehmen<br />

in Compliance-spezifischen<br />

Themen wie Sicherheit, Gesundheit<br />

und Sicherheitsprotokollen zu<br />

schulen. Außerdem sollten die Schu-<br />

lungen für Revisoren und Manager<br />

nachverfolgbar und leicht zu überwachen<br />

sein. Hierbei sind das formelle<br />

Schulen und das Reporting ein Muss.<br />

l Unternehmen in <strong>der</strong> Finanz- und Versicherungsbranche<br />

arbeiten immer<br />

öfter mit freiberuflichen Vertrieblern.<br />

Voraussetzung dafür ist, dass sie die<br />

unabhängigen Vertreter rechtzeitig<br />

und vollständig über neue Produkte<br />

und Aktualisierungen informieren<br />

können.<br />

l <strong>In</strong> <strong>der</strong> Automobilbranche müssen Automobilhersteller<br />

ihre Händler mit Produktinformationen<br />

und Verkaufsstrategien<br />

für neue Automodelle fit<br />

machen. Automobil-Service-Unternehmen<br />

müssen sicherstellen, dass die<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 17


SAP Lern-Management<br />

Servicetechniker bei ihren Partnern<br />

im Umgang mit komplexen Diagnosewerkzeugen<br />

geschult sind, damit Service<br />

und Produkt den hohen Qualitätsansprüchen<br />

entsprechen.<br />

l Im Gesundheitswesen werden Patienten<br />

in Vorsorge- und Nachsorgeschemata<br />

geschult, um die Heilungschancen<br />

langfristig anzuheben.<br />

Auch Ärzte müssen sich kontinuierlich<br />

in Bezug auf die Verwendung von<br />

medizinischen Geräten und Praktiken<br />

auf dem Laufenden halten. Hier<br />

ist, wie bei den obigen Beispielen, das<br />

Thema Qualität eines <strong>der</strong> Hauptziele.<br />

l Konsumgüterhersteller bieten zunehmend<br />

E-Learning als After Sales Service<br />

an, um die Supportkosten zu reduzieren<br />

sowie ihren Kunden einen weiteren<br />

Mehrwert für die Produkte bereitzustellen<br />

und sie somit besser zu<br />

binden.<br />

l Im <strong>Software</strong>bereich werden virtuelle<br />

Seminare zur Produkt<strong>vor</strong>stellung,<br />

Kundenansprache und somit zum Presales<br />

eingesetzt.<br />

l <strong>In</strong> <strong>der</strong> Medienbranche setzen Verlagshäuser<br />

verstärkt darauf, mit E-Learning<br />

o<strong>der</strong> Präsenzschulungen ihren<br />

Umsatz zu steigern und werden dabei<br />

zu professionellen Trainingsanbietern.<br />

Unternehmen können darüber<br />

hinaus Schulungen als zusätzliche<br />

Einnahmequelle in Betracht ziehen<br />

und ihre Schulungsabteilung vom<br />

Costcenter zum Profitcenter wandeln.<br />

l Im Banken- und Versicherungsbereich<br />

wird Lernen vermehrt als Dienstleistung<br />

gesehen. Dies kann in den Phasen<br />

<strong>vor</strong>, während o<strong>der</strong> nach Verkauf<br />

von Produkten wie Finanzierungen<br />

o<strong>der</strong> Vermögensverwaltung stattfinden<br />

(Stoller-Schai 2011).<br />

Die Anwendungsszenarien und Fokusthemen<br />

sind dabei relativ unterschiedlich.<br />

Es geht darum die Einhaltung<br />

gesetzlicher und qualitativer Vorgaben<br />

sicherzustellen, die Rollouts von Produkten<br />

zu vereinfachen und zu beschleunigen,<br />

Kunden enger zu binden,<br />

den Kunden-Support zu optimieren<br />

18<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Beispielhaftes User <strong>In</strong>terface Abbildung<br />

Speziell in E-Commerce-Prozessen erwarten Nutzer ein einfaches Anwendungssystem, wie man<br />

es aus den B2C-Szenarien kennt: Bewertungen und Kommentare, integrierte Bil<strong>der</strong> und Medien,<br />

einfaches Filtern von Suchen o<strong>der</strong> Personalisierungen.<br />

sowie Schulungen an Kunden und Partner<br />

zu verkaufen und dabei Umsatz und<br />

Rentabilität zu steigern.<br />

Best Practices von SAP<br />

SAP Education ist <strong>der</strong> größte IT-Trainingsanbieter<br />

weltweit, mit Schulungen<br />

sowie Dienstleistungen rund um<br />

SAP- und Education-<strong>Software</strong>-Lösungen<br />

im Angebot. Im Folgenden werden Best<br />

Practices von SAP Education dargestellt,<br />

die auf Erfahrungen von Kunden und<br />

dem eigenen Haus beruhen.<br />

l Kombination aus B2B- und B2C-Prozessen:<br />

Generell kann man zwei<br />

Anwendungsbereiche unterscheiden:<br />

Im Business to Consumer-Bereich<br />

(B2C) werden Schulungen und Lerninhalte<br />

direkt an Endkunden adressiert,<br />

wie zum Beispiel an freiberufliche<br />

Berater, die sich up to date halten<br />

wollen.<br />

l Im zweiten Bereich, dem Business to<br />

Business-Segment (B2B), werden Mitarbeiter<br />

von Kunden o<strong>der</strong> Geschäftspartnern<br />

geschult. Bezahlt wird hier<br />

durch den Geschäftspartner - nicht<br />

durch den Lerner. Diese Lerner erhalten<br />

gewöhnlich Zugang zu einem Katalog,<br />

<strong>der</strong> auf den Geschäftspartner<br />

angepasst ist bezüglich Preisen, Rabatten,<br />

<strong>In</strong>halten o<strong>der</strong> Branding.<br />

l Einfaches User <strong>In</strong>terface: Speziell in<br />

E-Commerce Prozessen erwarten Nutzer<br />

ein einfach zu benutzendes „Amazon-artiges“<br />

Anwendungssystem, das<br />

heißt: kein Expertensystem. Features<br />

sollten in <strong>der</strong> Form <strong>vor</strong>handen sein,<br />

wie man sie aus den B2C-Szenarien<br />

kennt: Bewertungen und Kommentare,<br />

integrierte Bil<strong>der</strong> und Medien, einfaches<br />

Filtern von Suchen o<strong>der</strong> Personalisierungen.<br />

Gutscheine können<br />

im Rahmen von Kampagnen zusätzlich<br />

zum Kauf von Schulungen motivieren.<br />

l B2B-Prozesse/Geschäftspartner-Enablement:<br />

Zugangscodes o<strong>der</strong> Gutscheine<br />

können das Verteilen o<strong>der</strong> auch die<br />

Benutzung von Lerninhalten vereinfachen.<br />

Anstatt einzelne Schulungen<br />

zu buchen, können auch Bibliotheken<br />

abonniert o<strong>der</strong> gesamte Curricula<br />

gebucht werden. Pro Großkunde wer-


den kundenspezifisch Kataloge mit<br />

angepasstem Branding, Preisen, Rabatten<br />

und Buchungsregeln zusammengestellt.<br />

l Alternative Bezahlmethoden wie Vor-<br />

Bezahlungskonten pro Kunde, sowie<br />

verschiedene Rabattarten (beispielsweise<br />

allgemeine Rabatte, spezielle<br />

für Kurse, wertbasierte o<strong>der</strong> prozentbasierte,<br />

„buy one - get one free“) wurden<br />

über die letzten Jahre entwickelt,<br />

um flexibel auf Kundenanfor<strong>der</strong>ungen<br />

einzugehen sowie auch das Marketing<br />

durch Kampagnen effektiv zu<br />

betreiben. Auch hier wurde ein Transfer<br />

von Funktionen aus dem E-Commerce<br />

auf das Thema Weiterbildung<br />

hergestellt, <strong>der</strong> positiv von den Nutzern<br />

bewertet wird.<br />

l Nahtlose Systemintegration: Speziell<br />

beim Bildungsmanagement von externen<br />

Lernern ist eine nahtlose <strong>In</strong>tegration<br />

in Finanz- und Abrechnungssysteme<br />

nötig, damit Prozesse automatisiert<br />

werden sowie unnötige<br />

Schnittstellen o<strong>der</strong> Dateninkonsistenzen<br />

vermieden werden. So werden<br />

zum Beispiel Rechnungen nach<br />

Buchungen automatisch erzeugt und<br />

versendet o<strong>der</strong> Bezahlungsanbieter<br />

wie beispielsweise Mastercard direkt<br />

angeschlossen. Technologisch ist die<br />

Plattform mit dem Learning Management<br />

System für die Mitarbeiter integriert<br />

- sodass Kurse einfach wie<strong>der</strong>-<br />

Mehr zum Thema<br />

Clarey, Janet: Managing Learning across the<br />

Extended Enterprise. Whitepaper. Bersin & Associates.<br />

Oakland (Calif.) 2012. www.bersin.com<br />

Stoller-Schai, Daniel: Educate your customers<br />

– Kundenfokussiertes E-Learning.<br />

<strong>In</strong>: Handbuch E-Learning, April 2012, 1. 7.19.<br />

Stoller-Schai, Daniel: Lernen 2.0 in <strong>der</strong><br />

Finanzbranche. <strong>In</strong>: Trost, A. (Hrsg.), Jenewein,<br />

T. (Hrsg.): Personalentwicklung 2.0. Lernen,<br />

Wissensaustausch und Talentför<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />

nächsten Generation. Köln 2011.<br />

Trost, A., Jenewein, T. (Hrsg.): Personalentwicklung<br />

2.0. Lernen, Wissensaustausch<br />

und Talentför<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> nächsten Generation,<br />

Köln 2011.<br />

verwendet werden können, die für<br />

intern und extern relevant sind.<br />

l Lernen mit Social Media: Soziales Lernen,<br />

das Lernen von und mit an<strong>der</strong>en<br />

kann effektiv mit Social Media unterstützt<br />

werden – beispielsweise von<br />

diskutierenden Kursteilnehmern in<br />

Facebook-ähnlichen Gruppen. Das <strong>In</strong>formieren<br />

über Kurse anhand von Kommentaren<br />

und Bewertungen wird speziell<br />

von jüngeren Mitarbeitern erwartet.<br />

Dies gestaltet Lernen zudem effektiver<br />

im Sinne einer Weiterführung<br />

von Blended Learning. Diese Medien<br />

müssen methodisch sinnvoll eingebunden,<br />

gemanaged und mo<strong>der</strong>iert werden,<br />

um erfolgreich zu sein (siehe Jenewein,<br />

Trost 2011). So werden Foren, die<br />

mit Kursen integriert sind, auch von<br />

einem Trainer mo<strong>der</strong>iert sowie <strong>der</strong>en<br />

Benutzung didaktisch eingebunden,<br />

zum Beispiel als Austauschmedium für<br />

Hausaufgaben/Übungen.<br />

Diese Best Practices, die auf SAPs eigenen<br />

sowie den Erfahrungen von vielen<br />

Kunden beruhen, wurden in einem Add-<br />

On für SAPs Learning Management<br />

System als Produkt umgesetzt. Dabei<br />

wird die neuste E-Commerce-Lösung<br />

<strong>der</strong> SAP benutzt – woraus ein Hybrid-<br />

Produkt aus Learning Management und<br />

E-Commerce den Kunden zur Verfügung<br />

steht, um ihr Geschäftsnetzwerk zu<br />

schulen.<br />

Es geht weiter<br />

Folgende Thesen beschreiben, wie sich<br />

das Managen von externen Lerncommunities<br />

weiterentwickeln wird:<br />

l Lernen als „After Sales“ und zur Kundenbindung:<br />

Speziell bei komplexen<br />

Dienstleistungen und Produkten ist es<br />

zunehmend interessant, Lernangebote<br />

kostenlos zur Verfügung zu stellen.<br />

Formate können dabei eher dokumentierend<br />

sein in Form von Edutainment<br />

o<strong>der</strong> als Social Media. Daneben<br />

kann Lernen auch in <strong>der</strong> Sales- und<br />

Presales-Phase eingesetzt werden.<br />

l E-Commerce für Lernen: Werbekampagnen,<br />

Gutscheine, Promotions und<br />

alles, was wir aus dem E-Commerce<br />

kennen, wird im externen Lernen<br />

immer mehr benutzt werden. Mit all<br />

den Vorteilen, die wir aus dem E-Commerce<br />

für Produkte kennen, wie Personalisierung<br />

des Angebots, optimaleres<br />

Marketing und Vertrieb et cetera.<br />

l Lernen als Untermenge von Kampagnen<br />

und Events: Speziell die Form<br />

von virtuellen Events, oft Webinare<br />

genannt, die Zeit und Geld sparen,<br />

wird stark zunehmen. Dabei muss<br />

Lernen erlebbar gemacht, aber auch<br />

als Event entsprechend vermarktet<br />

werden. Lernen ist hier ein Element<br />

im Marketing-Mix, zum Beispiel um<br />

neue Kunden zu gewinnen.<br />

l Lernen wird informeller, sozialer,<br />

mobiler – Formelles bleibt: Wenn es<br />

um die Bereiche Compliance und Qualitätssicherung<br />

geht, ist formelles Lernen<br />

wie Klassenraum- o<strong>der</strong> E-Learning<br />

immer noch die Methode <strong>der</strong><br />

Wahl. Firmen müssen sicherstellen,<br />

dass bestimmte <strong>In</strong>halte geschult wurden<br />

o<strong>der</strong> Teilnehmer auf dem Laufenden<br />

sind. <strong>In</strong> an<strong>der</strong>en Anwendungsszenarien<br />

können soziale, mobile Formate<br />

ergänzend o<strong>der</strong> sogar ersetzend<br />

sein, sei es im Rahmen von Communities<br />

o<strong>der</strong> in Form einer Nutzung<br />

User-generierter <strong>In</strong>halte.<br />

Firmen, die ihre erweiterte Lern-Community<br />

professionell managen und auch die<br />

technische Plattform dazu integrieren,<br />

können nicht nur <strong>In</strong>frastrukturkosten<br />

reduzieren. Mit neuen Geschäftsfel<strong>der</strong>n,<br />

vom Vertrieb von Schulungen über den<br />

verbesserten Kundendienst im After Sales,<br />

verbesserter Kundenbindung bis hin zur<br />

Qualitätssicherung von externen Dienstleistern,<br />

Händlern o<strong>der</strong> Servicetechnikern,<br />

können Firmen neue Potenziale ausbilden,<br />

um ihr Geschäftsmodell erfolgreich<br />

zu erweitern.<br />

Autor<br />

Thomas Jenewein,<br />

SAP AG, SAP Education,<br />

thomas.jenewein@sap.com<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 19


SAP Change Management<br />

Nicht alles läuft, nur weil das System läuft<br />

Unternehmen schaffen flexible IT-Landschaften, um auf rasch wechselnde Marktanfor<strong>der</strong>ungen des<br />

globalen Wettbewerbs reagieren zu können. Die Herausfor<strong>der</strong>ung liegt aber nicht nur auf technischer Ebene:<br />

Es geht darum, Mitarbeiter auf dem beständigen Wandel mitzunehmen.<br />

W<br />

arum IT-Projekte so oft scheitern,<br />

hat sicher vielfältige Gründe. Ein<br />

zentraler Aspekt dürfte sein, dass unterschätzt<br />

wird, wie tiefgreifend sich technische<br />

Än<strong>der</strong>ungen auf Organisation und<br />

Mitarbeiter auswirken. Zu wenig beachtet<br />

wird auch, dass Führungskräfte – <strong>vor</strong><br />

allem auch <strong>der</strong> unteren Ebenen – Verän<strong>der</strong>ungsprozesse<br />

aktiv unterstützen<br />

können. Wie ein Change Management-<br />

Beauftragter in einem SAP-Projekt mitwirken<br />

kann, Verän<strong>der</strong>ungen zu identifizieren<br />

und Führungskräfte in ihrer<br />

gestaltenden Rolle zu unterstützen, soll<br />

hier am Beispiel einer SAP-Einführung<br />

verdeutlicht werden.<br />

Eine typische Ausgangslage<br />

Die Projektgruppe hat vom oberen Management<br />

den Auftrag, im <strong>vor</strong>gegebenen<br />

20<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Zeit- und Budgetrahmen das SAP-System<br />

entsprechend <strong>der</strong> Erfor<strong>der</strong>nisse des Unternehmens<br />

zu implementieren. Altsysteme<br />

sollen abgelöst werden, Prozesse und<br />

Systemfunktionen sind zu dokumentieren.<br />

An <strong>der</strong> Aufgabe arbeiten interne und<br />

externe IT-Berater. Sie haben sehr gute<br />

Kenntnis über das bisherige System, seine<br />

Schnittstellen und seine Verankerung<br />

in <strong>der</strong> IT-Landschaft des Unternehmens.<br />

Sie kennen den funktionalen Umfang des<br />

zu implementierenden SAP-Systems. <strong>In</strong><br />

Abstimmung mit den Geschäftsbereichen<br />

passen sie die Prozesse an und richten<br />

das zukünftige System ein. Damit dies<br />

optimal gelingt, wird die Projektarbeit<br />

durch Key User aus den Fachabteilungen<br />

unterstützt. Sie bringen ihr internes Fachwissen<br />

und ihre Kenntnis <strong>der</strong> bisherigen<br />

Arbeitsabläufe und fachlichen Anforde-<br />

rungen in die Projektarbeit ein. <strong>In</strong>terne<br />

wie externe Berater haben daher <strong>vor</strong> allem<br />

systemtechnische Aspekte im Blick – zum<br />

Beispiel: Wie müssen die Stammdaten<br />

strukturiert sein? Welche Daten können<br />

aus Altsystemen übernommen werden?<br />

Welche Reports müssen zur Verfügung<br />

gestellt werden? Was wird davon im Standard<br />

bereits abgebildet, was muss zusätzlich<br />

individuell programmiert werden?<br />

Wie sollen die Rollen und Berechtigungen<br />

im System definiert werden?<br />

Über technische Aspekte<br />

hinaus denken<br />

Dass die IT Auswirkungen auf die Menschen<br />

hat, auf ihre Arbeitsprozesse und<br />

auf das Beziehungsgefüge, in dem sie<br />

ihre Arbeit erbringen, wird von Beratern<br />

und Projektfachleuten erst kurz <strong>vor</strong> dem


Handlungsfel<strong>der</strong> eines IT-Projekts Abbildung<br />

Umsetzung und Ausgestaltung,<br />

<strong>vor</strong>wiegend beim<br />

Projektteam<br />

Geschäftsprozesse<br />

<strong>In</strong>dividuelle Gewohnheiten,<br />

Arbeitsorganisation<br />

„Go Live“ des Systems gesehen. Das ist<br />

verständlich, denn <strong>der</strong> Projektscheinwerfer<br />

war notwendigerweise auf die<br />

Aspekte <strong>der</strong> technischen Umsetzung<br />

gerichtet. Wenn das System weitgehend<br />

fertiggestellt ist, werden Schulungsinhalte<br />

definiert, und es wird deutlicher,<br />

in welcher Weise Mitarbeiter umlernen<br />

müssen. Für begleitende Change Management-Maßnahmen<br />

ist es dann oft zu<br />

spät. Führungskräfte, die nicht erfahren,<br />

welche Wirkungen ein System entfaltet,<br />

können ihre Mitarbeiter nicht informieren<br />

und <strong>vor</strong>bereiten. Mitarbeiter, die<br />

nicht erfahren, was sich für sie verän<strong>der</strong>n<br />

wird, beschäftigen sich mit ihren<br />

Befürchtungen, weil ihnen die Orientierung<br />

fehlt. <strong>In</strong> Gerüchten erzählt man<br />

sich von vermuteten Nachteilen des neuen<br />

Systems, was unnötig Energie bei<br />

allen Beteiligten bindet. Entsprechend<br />

richten solche Mitarbeiter ihre Aufmerksamkeit<br />

in späteren Systemschulungen<br />

aus: Sie gehen <strong>vor</strong> allem auf Fehlersuche<br />

und lernen mit weniger Motivation<br />

und Erfolg. Für den Projekterfolg ist<br />

aber ein zentraler Faktor, dass die<br />

zukünftigen User nicht nur das System<br />

beherrschen, son<strong>der</strong>n auch die Verän-<br />

IT-Technik<br />

Umsetzung und<br />

Ausgestaltung,<br />

<strong>vor</strong>wiegend bei den<br />

Führungskräften<br />

Was oft vergessen wird: Verän<strong>der</strong>ungen finden nicht nur auf <strong>der</strong> technischen Ebene statt. Wo<br />

Mitarbeiter und Führungskräfte Gewohnheiten und eingespielte Arbeitsweisen umstellen müssen,<br />

entsteht ein Potenzial für Wi<strong>der</strong>stand.<br />

<strong>der</strong>ungen mittragen, die durch die Technik<br />

ausgelöst werden. Rechtzeitiges Training<br />

<strong>der</strong> Mitarbeiter in <strong>der</strong> neuen Anwendung<br />

ist notwendig und wichtig – aber<br />

nicht hinreichend.<br />

Verän<strong>der</strong>ung auf Prozess-<br />

und Rollenebene<br />

Von zentraler Bedeutung ist, dass<br />

Führungskräfte ein gemeinsames Verständnis<br />

für die Ziele <strong>der</strong> SAP-Einführung<br />

entwickeln. Sie sollten die Verän<strong>der</strong>ungen<br />

einschätzen können und sich für diese<br />

engagieren. Dazu brauchen sie detaillierte<br />

Kenntnis davon, was sich in <strong>der</strong> Folge<br />

<strong>der</strong> Systemeinführung für ihre Mitarbeiter<br />

und ihren Bereich verän<strong>der</strong>n wird.<br />

Auf dieser Basis können sie ihre Mitarbeiter<br />

über die konkret anstehenden Verän<strong>der</strong>ungen,<br />

die Ziele und Hintergründe<br />

informieren und zur Auseinan<strong>der</strong>setzung<br />

und Mitwirkung einladen. Eventuell notwendige<br />

organisatorische Schritte können<br />

rechtzeitig unternommen werden.<br />

Eine SAP-Einführung wird so auch zur<br />

Führungsaufgabe.<br />

Den Lagermitarbeiter in <strong>der</strong> Kommissionierung<br />

gab es auch <strong>vor</strong> <strong>der</strong> Systemeinführung<br />

– aber er hat die Warenentnah-<br />

me bisher nicht im System zurückgemeldet.<br />

Für bestehende Rollen werden<br />

die Aufgabenzuordnungen verän<strong>der</strong>t.<br />

Neue Rollen entstehen, etwa in <strong>der</strong><br />

Stammdatenpflege. Ob die Rollen und<br />

Aufgaben <strong>vor</strong> und nach <strong>der</strong> Systemeinführung<br />

gleich sind o<strong>der</strong> wo genau die<br />

Unterschiede liegen – diese <strong>In</strong>formationen<br />

sind für Führungskräfte bedeutsam.<br />

Für Projektmitarbeiter ist nur <strong>der</strong> zukünftige<br />

Rollenzuschnitt wichtig, aus dem<br />

sie die Zugriffsrechte auf das System<br />

ableiten.<br />

Gewohnheiten müssen<br />

angepasst werden<br />

Der Lagermitarbeiter muss zukünftig<br />

Wareneingänge selbst und sofort buchen.<br />

Die Lieferscheine zu sammeln und einmal<br />

pro Woche von <strong>der</strong> Aushilfskraft<br />

buchen zu lassen, ist nicht mehr akzeptabel,<br />

wenn man mit einem Real-Time-<br />

System arbeitet. Der Kommissionierer,<br />

<strong>der</strong> bisher selbst bestimmt hat, in welcher<br />

Reihenfolge er die Artikel aufnimmt,<br />

bekommt dies jetzt vom System <strong>vor</strong>geschrieben<br />

– und würde selber mitunter<br />

an<strong>der</strong>s <strong>vor</strong>gehen, wenn er könnte. Für<br />

Mitarbeiter findet <strong>der</strong> wirklich spürbare<br />

Wandel auf <strong>der</strong> Prozessebene und <strong>der</strong><br />

Ebene <strong>der</strong> individuellen Arbeitsorganisation<br />

und <strong>der</strong> Gewohnheiten statt. Manche<br />

gewohnten Abläufe und Denkweisen<br />

müssen sich än<strong>der</strong>n, mitunter auch<br />

die eingespielte und vertraute Zusammenarbeit<br />

mit Kollegen. Wenn diese Art<br />

von Verän<strong>der</strong>ungen nicht gesehen wird<br />

und Mitarbeiter sie zunächst als persönliche<br />

Verschlechterung erfahren, dann<br />

wird Wi<strong>der</strong>stand genährt. „Die IT führt<br />

mal wie<strong>der</strong> ein neues System ein, aber<br />

keiner hat Ahnung davon, was das für<br />

mich bedeutet!“, hört man dann eventuell<br />

von betroffenen Anwen<strong>der</strong>n.<br />

Change Manager im Projekt<br />

Damit die Auswirkungen <strong>der</strong> System -<br />

einführung früher gesehen werden,<br />

Führungskräfte den Prozess gut unterstützen<br />

können, Mitarbeiter rechtzeitig<br />

einbezogen werden und Projekte so zum<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 21


SAP Change Management<br />

gewünschten Erfolg führen – dafür lohnt<br />

es sich, einen Change Management-<br />

Beauftragten zu etablieren. So kann im<br />

Projekt „ein zweiter Scheinwerfer“ installiert<br />

werden, <strong>der</strong> die Auswirkungen <strong>der</strong><br />

neuen Systemlösung auf die Menschen<br />

ausleuchtet und sie so für Mitarbeiter,<br />

Führungskräfte und Projektmitarbeiter<br />

früher sichtbar werden lässt.<br />

Change Management stellt den Menschen<br />

in den Mittelpunkt <strong>der</strong> Betrachtung.<br />

Change Management im SAP-Projekt<br />

hat wichtige Aufgaben. Dazu gehört,<br />

für regelmäßige und gesicherte <strong>In</strong>formation<br />

und Kommunikation zu sorgen und<br />

die system- und prozess bezogene Ausbildung<br />

<strong>der</strong> zukünftigen Anwen<strong>der</strong> sicherzustellen.<br />

Hinsichtlich <strong>der</strong> Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Systeme auf die Menschen und <strong>der</strong><br />

Stärkung <strong>der</strong> Rolle <strong>der</strong> Führungskräfte<br />

hat ein Change Management-Beauftragter<br />

aber noch weitere Aufgaben.<br />

<strong>In</strong> Workshops mit den Führungskräften<br />

kann etwa bezüglich <strong>der</strong> SAP-Einführung<br />

ein einheitliches und gemeinsames Verständnis<br />

über folgende Punkte entwickelt<br />

werden:<br />

l <strong>In</strong> welcher Situation befindet sich das<br />

Unternehmen heute?<br />

l Aus welchen Gründen werden Verän<strong>der</strong>ungen<br />

(<strong>der</strong> IT-Systeme) notwendig?<br />

l Welche Ziele sollen damit erreicht werden<br />

und auf welche Weise?<br />

l Was verän<strong>der</strong>t sich für die Mitarbeiter<br />

und was hat Bestand?<br />

Mit <strong>der</strong> Klärung dieser Fragen wird<br />

ein einvernehmliches Verständnis <strong>der</strong><br />

Führungskräfte erreicht und eine Kommunikationsgrundlage<br />

hin zu den Mitarbeitern<br />

geschaffen.<br />

Verän<strong>der</strong>ungen identifizieren<br />

Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter für<br />

Verän<strong>der</strong>ung gewinnen wollen, brauchen<br />

<strong>In</strong>formationen darüber, wie sich<br />

das neue o<strong>der</strong> verän<strong>der</strong>te System auf<br />

und für Einzelne auswirken kann. Dabei<br />

ist es nicht notwendig, alle Än<strong>der</strong>ungen<br />

im Detail <strong>vor</strong>ausschauend erkennen zu<br />

können. Wichtig ist, mit Auswirkungen<br />

zu rechnen und die wesentlichen <strong>vor</strong>her<br />

22<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Aufgaben eines Change Management-Beauftragten<br />

im SAP-Projekt<br />

l Einheitliches Verständnis für die Ziele <strong>der</strong> SAP-Einführung im Management schaffen<br />

l Kenntnis konkreter Verän<strong>der</strong>ungen für Führungskräfte und Mitarbeiter för<strong>der</strong>n<br />

l Führungskräfte in ihrer Führungsaufgabe im Change Prozess unterstützen<br />

l <strong>In</strong>formation und Kommunikation sicherstellen (regelmäßig und bi-direktional)<br />

l Prozess- und systemseitige Ausbildung <strong>der</strong> Mitarbeiter organisieren<br />

absehen zu können. Eine Aufgabe des<br />

Change Managers ist es, diese Themen<br />

mit den Führungskräften gemeinsam zu<br />

erarbeiten:<br />

l Welche Rollen gab es bisher, welche<br />

zukünftig?<br />

l Sind bestehende Rollen zukünftig<br />

an<strong>der</strong>s zugeschnitten?<br />

l Haben dieselben Mitarbeiter diese Rol-<br />

len?<br />

l Wo entsteht mehr Arbeit, wo gibt es Entlastung?<br />

l Wer muss seine Arbeit an<strong>der</strong>s organisieren?<br />

l <strong>In</strong> welcher Weise verän<strong>der</strong>t sich die<br />

Zusammenarbeit mit an<strong>der</strong>en Bereichen?<br />

Key User und Führungskräfte können<br />

diese Unterschiede identifizieren. Mit<br />

den Führungskräften kann anschließend<br />

abgeleitet werden, welche Umstellungen<br />

auf ihren jeweiligen Bereich zukommen.<br />

Welche Bedenken und Wi<strong>der</strong>stände<br />

bei den Mitarbeitern entstehen können,<br />

wird dann deutlicher. Daraus lässt sich<br />

auch entwickeln, wie Führungskräfte<br />

ihre Mitarbeiter konkret unterstützen<br />

können. Change Management ist eine<br />

eigene Aufgabe im Projekt und sollte<br />

auch so besetzt werden. Zum Beispiel<br />

durch Mitarbeiter, die im Unternehmen<br />

gut vernetzt sind, bei Führungskräften<br />

Anerkennung finden, Erfahrung in Change<br />

Management und Projektarbeit haben<br />

und möglichst SAP-Kenntnisse und Prozesswissen<br />

mitbringen. Ergänzend kann<br />

ein externer Change Management-Berater<br />

einen internen Mitarbeiter coachen<br />

und durch Mitarbeit entlasten o<strong>der</strong> alternativ<br />

die Funktion des Change Manage-<br />

ment-Beauftragten auch ganz übernehmen.<br />

Wertschätzung als Schlüssel<br />

<strong>In</strong>fo<br />

Abschließend lässt sich festhalten: Viele<br />

IT-Projekte, <strong>vor</strong> allem SAP-Einführungsprojekte,<br />

verän<strong>der</strong>n mehr als nur die<br />

Systemlandschaft. Die Projektgruppe hat<br />

Aspekte des Change Managements nicht<br />

auf dem eigenen Radar, weil sich ihre Projektarbeit<br />

auf technische Fragen konzentrieren<br />

muss. Um den Blick zu weiten<br />

ist es wichtig, einen Change Management-Beauftragten<br />

im Projekt frühzeitig<br />

zu etablieren. Wichtige Aufgabe ist,<br />

die Führungskräfte zu stärken, so dass<br />

sie ihre Mitarbeiter im Verän<strong>der</strong>ungsprozess<br />

engagiert unterstützen können.<br />

Manche Mitarbeiter fürchten Verän<strong>der</strong>ung<br />

und begegnen ihr mit Abwehr. Es<br />

wirkt sich positiv auf ihre Verän<strong>der</strong>ungsbereitschaft<br />

aus, wenn sie auf konkreter<br />

und persönlicher Ebene einschätzen<br />

können, was auf sie zukommt. Sich als<br />

Führungskraft mit diesen Themen zu<br />

beschäftigen, heißt Wertschätzung<br />

gegenüber seinen Mitarbeitern auszudrücken<br />

– und das ist nicht zuletzt <strong>der</strong><br />

Schlüssel für ein erfolgreiches Change<br />

Management.<br />

Autorin<br />

Gaby Schröter-Jank,<br />

Change Management-Beraterin<br />

und Trainerin, TTS GmbH, Heidelberg


SAP Zeiterfassung<br />

Mehr Transparenz in <strong>der</strong> Fertigung<br />

Die Steel Automotive GmbH ist ein Joint Venture zweier namhafter Unternehmen im Bereich Automotive:<br />

Johnson Controls <strong>In</strong>c. und Willi Elbe Group. Hier konzentriert sich das Know-how aus über 100 Jahren Erfahrung<br />

in <strong>der</strong> Metallbearbeitung an dem Standort Großbottwar, dessen Tradition bis ins Jahr 1900 zurückreicht.<br />

E<br />

s gibt viele Formen <strong>der</strong> Metallbearbeitung.<br />

Wir beherrschen sie in höchster<br />

Präzision“, verspricht das Unternehmen<br />

seinen Kunden. Mit rund 230 Mitarbeitern<br />

fertigt Steel Automotive Stanz-,<br />

Zieh-, Biegeteile und Baugruppen in<br />

Serie. Der baden-württembergische Fertiger<br />

begleitet seine Kunden dabei „von<br />

<strong>der</strong> Idee“ bis zum fertigen Produkt. Das<br />

beginnt bei <strong>der</strong> Entwicklung von Einzelmustern,<br />

Prototypen und Werkzeugen<br />

und endet in <strong>der</strong> Serienproduktion. Zu<br />

den Kunden gehören weltweit agierende<br />

Automobilzulieferer wie Bosch, Johnson<br />

Controls, Valeo, Magna und Continental<br />

sowie Unternehmen aus den<br />

24<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Branchen Möbel, Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge<br />

und Kommunikation.<br />

Zuschnitt auf die Automobilbranche<br />

Steel Automotive ist eng in die Lieferkette<br />

<strong>der</strong> Automobilbranche eingebunden.<br />

Reibungslose, integrierte Prozesse sind<br />

ein absolutes Muss für den Zulieferer.<br />

Deshalb ersetzte <strong>der</strong> mittelständische<br />

Hersteller 2010 seine bisherige heterogene<br />

<strong>Software</strong>landschaft durch eine<br />

mo<strong>der</strong>ne SAP-Standardlösung. Nach<br />

einem mehrstufigen Auswahlprozess<br />

entschied sich Steel, die Lösung Steeb<br />

FIX Automobilzulieferer einzuführen.<br />

Dabei handelt es sich um eine SAP Busi-<br />

ness All-in-One Branchen-Lösung auf<br />

Basis von SAP ERP. Sie liefert integrierte<br />

Geschäftsprozesse, die den Best Practices<br />

<strong>der</strong> Automobilbranche entsprechen.<br />

Die Mittelstandslösung bildet die Bereiche<br />

Entwicklung, Beschaffung, Produktion,<br />

Vertrieb, Versand und Rechnungswesen<br />

ab. Die SAP-Lösung läuft auf einer<br />

IBM iSeries Power6.<br />

Gefertigt werden die Teile und Baugruppen<br />

im Werk in Großbottwar im Drei-<br />

Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Nachdem<br />

Steel sich beim ERP-System für SAP<br />

entschieden hatte, suchte man nach einer<br />

dazu optimal passenden Zeit- und<br />

Betriebsdatenerfassung. „Das System


muss stabil laufen, wir brauchen eine<br />

hun<strong>der</strong>tprozentige Verfügbarkeit. Außerdem<br />

sollte es von <strong>der</strong> Eingabe her flexibel<br />

sein, an unsere Bedürfnisse anpassbar<br />

und für Endanwen<strong>der</strong> einfach zu<br />

bedienen“, skizziert IT-Leiter Eberhard<br />

Schimmele die Anfor<strong>der</strong>ungen. Selbstverständlich<br />

<strong>vor</strong>ausgesetzt wurde eine<br />

Standard-Schnittstelle zu SAP. Gefor<strong>der</strong>t<br />

war eine möglichst gute <strong>In</strong>tegration in<br />

das SAP-System und die Datenerfassung<br />

über PCs. „Wir haben uns am Ende für<br />

Kaba entschieden, weil die angebotene<br />

Lösung am besten unsere Anfor<strong>der</strong>ungen<br />

insbeson<strong>der</strong>e im Bereich Betriebsdatenerfassung<br />

erfüllte und flexibel einsetzbar<br />

ist“, erklärt Eberhard Schimmele.<br />

Darüber hinaus haben Steel auch die<br />

Erfahrung von Kaba aus zahlreichen Projekten<br />

sowie positive Referenzen überzeugt.<br />

Der Mut wurde belohnt<br />

Zum 1. Januar 2011 ging das SAP-System<br />

mit allen Modulen live. Gleichzeitig wurde<br />

auch die Kaba Lösung B-COMM ERP 4 -<br />

SAP ERP für die Zeit- und Betriebsdaten -<br />

erfassung live geschaltet. Das war ambitioniert,<br />

wie IT-Leiter Eberhard Schimmele<br />

zugibt, aber <strong>der</strong> Mut wurde belohnt.<br />

Die Basis <strong>der</strong> Kaba-Subsystemlösung ist<br />

eine von SAP zertifizierte Schnittstelle,<br />

die eine einfache <strong>In</strong>tegration sowie den<br />

sicheren und fehlerlosen Datenaustausch<br />

zwischen den SAP- Modulen (HCM, PP,<br />

PM/CS,) und den Kaba-Erfassungskomponenten<br />

gewährleistet.<br />

Bei Steel kommen nur wenige Zeiterfassungsterminals<br />

zum Einsatz, <strong>der</strong> Großteil<br />

<strong>der</strong> Anwesenheitszeiten und die kompletten<br />

Auftragsdaten werden an PCs mit<br />

Touchscreens über einen Web Client er -<br />

fasst. Im Bereich Betriebsdatenerfassung<br />

sind dies Auftragsstart/-ende, Rüstzeiten,<br />

Gut-/Ausschussmengen, Mehrmaschinenbedienung<br />

und Mehrauftragsbearbeitung.<br />

Eingesetzt werden hier die<br />

Kaba Add-On-Module Mehrmaschinenbedienung<br />

und Mehrauftragsbearbeitung.<br />

Über die Webzeiterfassung melden die<br />

Mitarbeiter bequem an ihrem PC-Arbeits-<br />

platz Arbeitsgänge an- und ab. Die so<br />

erfassten Daten werden wie die an stationären<br />

Terminals gebuchten Daten<br />

behandelt und weiterverarbeitet. Steel<br />

macht anhand <strong>der</strong> Daten eine ganze Reihe<br />

von Auswertungen, unter an<strong>der</strong>em<br />

Produktivitätsauswertungen, Soll/Ist-<br />

Übersicht, Maschinenzeiten, Gutstück-<br />

Auswertung. Die erfassten Anwesenheitszeiten<br />

bilden die Grundlage für die Lohnund<br />

Gehaltsabrechnung.<br />

Neue Anfor<strong>der</strong>ungen kommen hinzu<br />

<strong>In</strong>zwischen ist das Projekt im Großen<br />

und Ganzen abgeschlossen, aber es kommen<br />

doch immer wie<strong>der</strong> neue Anfor<strong>der</strong>ungen<br />

dazu. So sollen BDE-Daten bald<br />

auch an das SAP-Modul PM (<strong>In</strong>standhaltung)<br />

rückgemeldet werden. Außerdem<br />

sollen aus dem BDE-System heraus<br />

Prüfaufträge für das Qualitätsmanagement<br />

generiert werden.<br />

Für Steel hat sich die Einführung <strong>der</strong><br />

Betriebsdatenerfassung auf jeden Fall<br />

gelohnt. „Wir haben jetzt eine zeitnahe<br />

Rückmeldung <strong>der</strong> BDE-Daten und damit<br />

eine hohe Transparenz über die Fertigung,<br />

da wir zu je<strong>der</strong> Zeit aktuelle <strong>In</strong>formationen<br />

über den Auftragsfortschritt<br />

und Auftragsstatus haben“, erklärt IT-<br />

Leiter Schimmele. „Unsere Mitarbeiter<br />

sehen im System alle anstehenden Aufträge.<br />

Durch die PC-Lösung sind wir in<br />

<strong>der</strong> Anwendung sehr flexibel. Alle kamen<br />

von Anfang an gut mit dem System<br />

zurecht.“ Durch die Anbindung an SAP<br />

werden zudem zeitnah Aktionen im Hintergrund<br />

angestoßen, wie zum Beispiel<br />

Materialtransporte, da in SAP sofort ein<br />

Transportauftrag erstellt wird.<br />

Autorin<br />

Petra Eisenbeis-Trinkle,<br />

Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Kaba GmbH, Dreieich,<br />

petra.eisenbeis-trinkle@<br />

kaba.com<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 25


SAP Advertorial<br />

Mit einem Hybridmodell<br />

<strong>der</strong> Zukunft entgegen<br />

Kostendruck, internationale Standorte, <strong>der</strong> Fachkräftemangel und <strong>der</strong> Ruf<br />

nach Diversity bestimmen den <strong>HR</strong>-Alltag. Neben Verwaltungsaufgaben<br />

rückt das Talentmanagement immer stärker in den Mittelpunkt. Die<br />

Personalabteilung steht <strong>vor</strong> <strong>der</strong> Herausfor<strong>der</strong>ung, den Spagat zwischen<br />

effizienter Bürokratie und perfekter Strategie und Umsetzung zu<br />

bewältigen. Unter diesen Vorzeichen kann eine Kombination aus ERPund<br />

ergänzen<strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>-<strong>Software</strong> ein ideales Arbeitsumfeld bilden.<br />

<strong>HR</strong><br />

-Arbeit ist heute anspruchsvoll wie<br />

nie zu<strong>vor</strong>: <strong>Personalwirtschaft</strong>liche<br />

Gemeinkosten werden seitens des Topmanagements<br />

kritisch beäugt. Je<strong>der</strong> Vorgang<br />

muss schneller und effizienter erledigt sein.<br />

Gleichzeitig verlangen internationale Belegschaften,<br />

<strong>der</strong> Ruf nach Diversity und <strong>der</strong><br />

akute Fachkräftemangel den Personalabteilungen<br />

alles ab. Hinzu kommen Mitarbeiter,<br />

die eine gesunde Work-Life-Balance ebenso<br />

erwarten wie leistungsorientierte, flexible<br />

Vergütungsmodelle.<br />

Eine solide Basis bleibt wichtig<br />

Ohne spezielle <strong>Software</strong>lösungen lässt sich<br />

die Komplexität des Alltags kaum noch<br />

bewältigen. Mehr 13.000 Unternehmen weltweit<br />

haben deshalb mit SAP ERP Human<br />

Capital Management (SAP ERP HCM) in den<br />

vergangenen Jahren eine solide Basis für die<br />

Personalverwaltung geschaffen: Zentral organisierte<br />

Mitarbeiterdaten stehen für sämtliche<br />

Verwaltungsprozesse bereit. So lassen<br />

sich beispielsweise das Zeitmanagement<br />

und komplexe Lohnabrechnungsprozesse<br />

effizient und ordnungsgemäß abwickeln.<br />

Darüber hinaus nutzen Unternehmen die<br />

Möglichkeit, administrative Aufgaben in Shared-Service-Center<br />

auszulagern – sei es aus<br />

Kostengründen o<strong>der</strong> um neue Freiräume für<br />

die strategische Personalarbeit zu schaffen.<br />

Mit On-Demand-<strong>Software</strong> von SuccessFac-<br />

26<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

tors, einem SAP-Unternehmen, können Firmen<br />

jetzt auf diese Basis aufbauen und in<br />

kurzer Zeit ein leistungsfähiges Talentmanagement<br />

aufbauen. Mit dem weiteren Vorteil,<br />

dass sie keine zusätzlichen Kosten für<br />

Hardware entstehen. Auch Updates, Support<br />

und Pflege sind in den Lizenzkosten bereits<br />

enthalten. Beide „Welten“ lassen sich außerdem<br />

ohne aufwändige Programmierung verknüpfen.<br />

Für die Datenübernahme und <strong>In</strong>tegration<br />

stehen <strong>vor</strong>definierte Werkzeuge<br />

bereit.<br />

Schnell an Boden gut machen<br />

Worin bestehen die Vorteile eines integrierten<br />

Hybridmodells aus klassischer ERP-<br />

<strong>Software</strong> und On-Demand-Lösungen?<br />

Zunächst einmal wahren Unternehmen<br />

eine zentrale Datenbasis. Zusatzfunktionen<br />

und Workflows für ein umfassendes<br />

Talentmanagement sind dank <strong>vor</strong>konfigurierter<br />

Best Practices schnell aufgebaut –<br />

inklusive Rekrutierung, Personal- und<br />

Nachfolgeplanung und integrierter Funktionen<br />

für das Fort- und Weiterbildungsmanagement.<br />

Konzerne wie Siemens, Nestlé<br />

und Allianz zählen aus diesem Grund<br />

schon länger auf die On-Demand-Lösungen<br />

und verwirklichen so über Standorte<br />

und Län<strong>der</strong>organisationen hinweg ein<br />

umfassendes Talent-Relationship-Management.<br />

Das größte Unternehmen greift <strong>der</strong>-<br />

Hybridmodell für eine zukunftsorientierte Personalarbeit Abbildung<br />

SuccessFactors-Lösungen<br />

Personalplaung<br />

Ziele<br />

Leistungsbeurteilung<br />

SAP ERP HCM<br />

<strong>Cloud</strong><br />

Rekrutierung<br />

Vergütung<br />

Lernen<br />

Nachfolge<br />

Personalanalysen<br />

Jam<br />

Analysen<br />

Kern-<strong>HR</strong> Zeitwirtschaft Abrechnung<br />

Die Mischung macht’s: Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile einer Kombination aus<br />

klassischer ERP-<strong>Software</strong> und On-Demand-Lösungen.


zeit mit rund zwei Millionen Nutzern auf<br />

seine <strong>Cloud</strong>-Anwendungen zu.<br />

Im Mittelpunkt: Mensch<br />

und Unternehmen<br />

Trotz aller technologischen Vorteile stehen<br />

<strong>der</strong> Mensch und <strong>der</strong> geschäftliche Nutzen<br />

des Modells klar im Mittelpunkt. Im zentralen<br />

Talent Repository werden alle Daten aus<br />

SAP ERP HCM und den SuccessFactors-<br />

Modulen für Performance- und Talentmanagement<br />

gehalten. <strong>HR</strong>-Verantwortliche,<br />

Führungskräfte und Mitarbeiter lassen sich<br />

nun über die <strong>Cloud</strong> in konsistente, digitale<br />

Prozesse und Workflows einbinden. Profile<br />

von Mitarbeitern und Führungskräften bün-<br />

<strong>HR</strong>-<strong>Software</strong>: <strong>In</strong> <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong><br />

o<strong>der</strong> <strong>vor</strong> <strong>Ort</strong>?<br />

deln alle wichtigen Merkmale und ermöglichen<br />

eine schnelle Talentsuche. <strong>In</strong> <strong>der</strong> Mitarbeiter-Scorecard<br />

finden sich individuelle<br />

Leistungskennzahlen wie Entwicklungswerte,<br />

Kompetenz- und Verhaltensbewertungen,<br />

erreichte Ziele und aktuelle Nachfolge<strong>vor</strong>schläge.<br />

Durch die einheitliche Sicht auf alle<br />

Daten lassen sich Leistungen besser ausund<br />

bewerten, Stellenbesetzungen gemeinsam<br />

planen und leistungsorientierte Vergütungsmodelle<br />

konzipieren und umsetzen.<br />

Personal- und Talentanalysen in Echtzeit<br />

zeichnen ein umfassendes Bild von <strong>der</strong> Belegschaft<br />

und einzelnen Mitarbeitern. Personalbedarf,<br />

aber auch Kompetenzlücken werden<br />

auf Knopfdruck sichtbar. Mit diesem<br />

Je nach Anfor<strong>der</strong>ungen und Zielen ist eine Mischung aus beidem, ein<br />

Hybridansatz, die ideale Personallösung, sagt Stefan Schüßler, Vertriebsleiter<br />

Human Capital Management bei SAP. Die Zukunft des Talentmanagement<br />

sieht er jedoch in <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>.<br />

Herr Schüßler, müssen Unternehmen,<br />

die ihre Personalarbeit mit<br />

SAP-<strong>Software</strong> unterstützen, nun in<br />

die <strong>Cloud</strong>?<br />

Schüßler: Kein SAP-Kunde muss<br />

irgendetwas. Vielmehr ist es unser<br />

Anspruch, unseren Kunden alle Möglichkeiten<br />

zu geben, die das Geschäft<br />

von heute erfor<strong>der</strong>n: <strong>vor</strong> <strong>Ort</strong>, mobil<br />

und über die <strong>Cloud</strong>. Wir wollen neue<br />

Wege öffnen. Deshalb bieten wir nun<br />

ein zweigleisiges, ein hybrides<br />

Lösungsmodell, das die besten Funktionen<br />

aus unseren bewährten Anwendungen<br />

und den SuccessFactors-<br />

Lösungen aus <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong> vereint.<br />

Drückt <strong>der</strong> Schuh im Talentmanagement,<br />

geben wir jedoch eine klare<br />

Empfehlung: Setzen Sie auf die SuccessFactors-Lösungen<br />

in <strong>der</strong> <strong>Cloud</strong>.<br />

Warum Talentmanagement in <strong>der</strong><br />

<strong>Cloud</strong>?<br />

Weil sich hier die Chance bietet, ein<br />

hochleistungsfähiges Talentmanagement<br />

beson<strong>der</strong>s schnell aufzubauen.<br />

Vorkonfigurierte Szenarien mit<br />

bewährten Funktionen und Workflows<br />

sorgen dafür, dass in kürzester<br />

Zeit ein Rädchen in das an<strong>der</strong>e greift.<br />

Egal, welche und wie viele Funktionen<br />

benötigt werden, sie können<br />

schrittweise eingeführt und bei Bedarf<br />

je<strong>der</strong>zeit skaliert und erweitert werden.<br />

Entscheidend ist jedoch nicht das<br />

Betriebsmodell: Was zählt ist einzig<br />

die Qualität <strong>der</strong> Lösung.<br />

Das klingt sehr technisch und kompliziert.<br />

Schüßler: Gerade das ist es nicht. Die<br />

Lösungen sind klar aufgebaut, funktio-<br />

Wissen lassen sich Fort- und Weiterbildungen<br />

konzipieren, planen und ihre Erfolge<br />

messen.<br />

Mit kontrollierter Sicherheit<br />

Die so genannte „Controlled <strong>Cloud</strong>“ von SuccessFactors<br />

ist hochgradig sicher: Sämtliche<br />

Personaldaten lagern getrennt und sind <strong>vor</strong><br />

Angriffen und Verlusten geschützt. Ein flexibles<br />

Berechtigungsmodell, personalisierte<br />

Passwörter und die Möglichkeit zum Single-<br />

Sign-On machen einfache Nutzerzugriffe ohne<br />

Missbrauchsrisiken möglich. Betrieben werden<br />

die Anwendungen in mo<strong>der</strong>nsten, westeuropäischen<br />

Rechenzentren, die regelmäßig<br />

zertifiziert und geprüft werden.<br />

Stefan Schüßler, Vertriebsleiter Human<br />

Capital Management bei SAP<br />

nal ausgereift und bewähren sich schon<br />

seit Jahren in vielen Konzernen und im<br />

Mittelstand. Über den Anwendungen<br />

liegen einfache und übersichtliche<br />

Benutzeroberflächen, die sich praktisch<br />

sofort erschließen – egal, ob sie ein Personalreferent,<br />

ein Abteilungsleiter o<strong>der</strong><br />

ein „normaler“ Mitarbeiter nutzt. Das<br />

vereinfacht die Zusammenarbeit erheblich.<br />

Ich denke da beispielsweise an<br />

Prozesse zur Zielvereinbarung und Leistungsbeurteilung.<br />

Mobile Zugriffe über<br />

Tablets o<strong>der</strong> iPhones ermöglichen es,<br />

diese und ähnliche Aufgaben auch<br />

unterwegs schnell und sicher zu erledigen.<br />

Nicht zuletzt kommen die <strong>Cloud</strong>-<br />

Lösungen damit auch den mobilen<br />

Gewohnheiten und Wünschen vieler<br />

Mitarbeiter und nachrücken<strong>der</strong> „Digital<br />

Natives“ entgegen.<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 27


E<br />

s brennt und die papierbasierten Personalakten<br />

fallen dem Feuer zum<br />

Opfer. Ein Szenario, an das kein Unternehmen<br />

denken mag, das aber dennoch<br />

nicht unmöglich ist. Zumindest gibt <strong>der</strong><br />

Gedanke daran Anlass, die Sicherheit <strong>der</strong><br />

sensiblen Personaldokumente zu prüfen<br />

und sie auch im schlimmsten Fall zu<br />

gewährleisten. Dies war einer <strong>der</strong> Gründe,<br />

warum sich die VELUX Deutschland<br />

GmbH, <strong>der</strong> weltweit größte Hersteller von<br />

Dachfenstern, für die Einführung <strong>der</strong> digitalen<br />

Personalakte entschied. Hinzu kam,<br />

dass die Mitarbeiter <strong>der</strong> <strong>HR</strong>-Abteilung am<br />

deutschen Standort in Hamburg teilweise<br />

auch vom Home Office aus tätig sind.<br />

Auch um ihnen ortsunabhängig den<br />

Zugang zu den Akten zu ermöglichen,<br />

wurde die Bereitstellung <strong>der</strong> Personaldokumente<br />

in elektronischer Form notwendig.<br />

Unabhängig von Zeit und <strong>Ort</strong><br />

Neben den genannten Faktoren Sicherheit<br />

und flexibler Zugriff ist bei <strong>der</strong> digitalen<br />

Personalakte die einfache Handhabung<br />

entscheidend. Relevant wurde sie<br />

bei VELUX Deutschland dadurch, dass<br />

sich <strong>der</strong> <strong>HR</strong>-Bereich in die Abteilungen<br />

Personalmanagement und Personaladministration<br />

aufglie<strong>der</strong>t, die beide Zugriff<br />

auf die Personalakten benötigen. Ziel <strong>der</strong><br />

Digitalisierung war es also, unterschiedlichen<br />

Mitarbeitern zeitgleich und von<br />

verschiedenen Büros und Standorten aus<br />

alle für sie relevanten Dokumente einsehbar<br />

zu machen, ohne dass sie auf Ordner<br />

warten o<strong>der</strong> diese von einer Abteilung in<br />

die an<strong>der</strong>e transportieren müssen. Darüber<br />

hinaus sollte eine Funktionalität zur<br />

automatischen Erstellung von Dokumenten<br />

und Bescheinigungen implementiert<br />

sein.<br />

VELUX entschied sich schließlich für die<br />

Lösung cuSmarText <strong>HR</strong> <strong>der</strong> Circle Unlimited<br />

AG aus Hamburg. Überzeugen ließ<br />

sich <strong>der</strong> Baustoffhersteller unter an<strong>der</strong>em<br />

Über die VELUX Deutschland GmbH<br />

Digitale Personalakte SAP<br />

Mehr Sicherheit,<br />

weniger Zeitverlust<br />

Um den Mitarbeitern seines <strong>HR</strong>-Bereichs den Zugriff<br />

auf die Personaldaten zu erleichtern, setzt <strong>der</strong><br />

Fenster- und Baustoffhersteller VELUX auf die digitale<br />

Personalakte. Die flexible Handhabung spart nicht<br />

nur zeitraubende Such<strong>vor</strong>gänge, son<strong>der</strong>n erleichtert<br />

auch die ortsunabhängige Personalarbeit.<br />

von <strong>der</strong> vollständigen <strong>In</strong>tegration <strong>der</strong><br />

Dokumentenmanagement-Lösung in SAP<br />

und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

Heute nutzen circa zehn Mitarbeiter aus<br />

den Abteilungen Personalmanagement<br />

und Personaladministration die digitale<br />

Personalakte.<br />

Digitalisierung von mehr als<br />

500 Personalakten<br />

Im Zuge <strong>der</strong> Einführung <strong>der</strong> Lösung wurden<br />

in einem ersten Schritt mehr als<br />

500 bestehende Personalakten digitalisiert.<br />

Das Scannen <strong>der</strong> mehreren tausend<br />

Einzelseiten übernahm die Cocq Datendienst<br />

GmbH aus Hamburg. Als Lösungspartner<br />

<strong>der</strong> Circle Unlimited bereitete<br />

Cocq die papierbasierten Dokumente,<br />

Die VELUX Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen <strong>der</strong> internationalen<br />

VELUX Gruppe und <strong>der</strong> weltweit größte Hersteller von Dachfenstern. Die VELUX Gruppe zählt<br />

mehr als 10 000 Mitarbeiter sowie Produktionsstandorte in 11 Län<strong>der</strong>n und Vertriebsgesellschaften in<br />

fast 40 Län<strong>der</strong>n. <strong>In</strong> Deutschland beschäftigt das Unternehmen in Produktion und Vertrieb<br />

nahezu 1000 Mitarbeiter. Neben Dachfenstern und Dachfenstersystemen umfasst die Produktpalette<br />

unter an<strong>der</strong>em Sonnenschutzprodukte, Rollläden und Solarkollektoren.<br />

<strong>In</strong>fo<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de 29


SAP Digitale Personalakte<br />

wie Arbeitsverträge, Reisekosten- und<br />

Vollmachtenordnungen, Zeugnisse et<br />

cetera für die passgenaue <strong>In</strong>tegration in<br />

den digitalen Workflow <strong>vor</strong>. Viel Zeit<br />

nahm natürlich die Vorbereitung für das<br />

Scannen <strong>der</strong> Dokumente in Anspruch,<br />

denn zunächst mussten die bestehenden<br />

Akten sortiert werden, be<strong>vor</strong> sie an Cocq<br />

übergeben werden konnten. Hintergrund:<br />

Durch die teilweise lange Betriebszugehörigkeit<br />

<strong>der</strong> Mitarbeiter gab es Personalakten,<br />

die dreißig bis vierzig Einzeldokumente<br />

enthielten. Nachdem die<br />

digitale Personalakte mittlerweile erfolgreich<br />

eingeführt ist, scannt VELUX<br />

Deutschland die eingehenden Dokumente<br />

wie Bescheinigungen, Mitarbeiterfotos<br />

und Bewerbungen heute in Eigenregie<br />

und überführt sie in den digitalen<br />

Workflow. Eine integrierte Scan-Funktion<br />

in <strong>der</strong> digitalen Personalakte gewährleistet,<br />

dass dies direkt aus dem SAP-<br />

System möglich ist. Neben Dateien in den<br />

Bildformaten TIFF und JPEG können dabei<br />

auch unmittelbar PDF-Dokumente erstellt<br />

werden, ohne dass ein spezieller Druckertreiber<br />

o<strong>der</strong> eine Zusatzsoftware installiert<br />

ist.<br />

Daten finden und zufügen<br />

leicht gemacht<br />

Für den Fensterbauer haben sich die Erwartungen<br />

an die Sicherheit, den Zugriff und<br />

die einfachere Handhabung <strong>der</strong> Personaldokumente<br />

erfüllt. Die Mitarbeiter <strong>der</strong> Personalabteilung<br />

können die digitale Akte<br />

heute direkt aus allen Funktionen des SAP<br />

HCM (Human Capital Management) aufrufen<br />

und alle wichtigen <strong>In</strong>formationen,<br />

Dokumente, E-Mails und vieles mehr auf<br />

einen Blick einsehen. Das Auffinden <strong>der</strong><br />

Dokumente ist dabei per Volltext- und Stichwortsuche<br />

möglich – mittels integrierter<br />

OCR-Erkennung (OCR = Optical Character<br />

Recognition) auch in den eingescannten<br />

Unterlagen. Durch die <strong>In</strong>tegration <strong>der</strong><br />

Lösung in Microsoft hat das <strong>HR</strong>-Team die<br />

Möglichkeit, abgelegte Dokumente direkt<br />

in <strong>der</strong> digitalen Akte aus MS Office-Anwendungen<br />

heraus aufzurufen, zu bearbeiten<br />

und revisionssicher zu speichern.<br />

30<br />

Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Vereinfachtes Dokumentenmanagement Abbildung<br />

Die digitale Personalakte mit cuSmarText <strong>HR</strong> und webbasierter Benutzeroberfläche: Darstellung <strong>der</strong><br />

SAP-Grunddaten sowie <strong>der</strong> <strong>In</strong>halte einer digitalen Akte.<br />

Ebenso können sämtliche E-Mails aus MS<br />

Outlook und IBM Lotus Notes im Original,<br />

einschließlich ihrer Anhänge und Formatierungen,<br />

in die Akte übernommen,<br />

aber auch aus <strong>der</strong> Akte selbst heraus über<br />

den Personal <strong>In</strong>formation Manager (PIM)<br />

versendet werden.<br />

Dokumente automatisch erstellen<br />

Zukünftig plant VELUX Deutschland, verstärkt<br />

die Funktion <strong>der</strong> automatischen<br />

Dokumentenerstellung zu nutzen. Diese<br />

ist bereits integriert und die Mitarbeiter<br />

sind geschult. Mit dem sogenannten cuDocument<br />

Buil<strong>der</strong> lassen sich Dokumente<br />

und E-Mails direkt aus je<strong>der</strong> SAP- und MS<br />

Office-Funktion heraus generieren. Das<br />

Unternehmen möchte so vermehrt Arbeitsverträge<br />

und Standardschriftverkehr, wie<br />

Bescheinigungen und Mitarbeiterschreiben,<br />

automatisch unter Zugriff auf SAP-<br />

Daten im MS Office- o<strong>der</strong> PDF-Format<br />

erzeugen, versenden und archivieren.<br />

Hierzu erstellt <strong>der</strong> Personalbereich je nach<br />

Dokumentenart einzelne Vorlagen, in<br />

denen <strong>der</strong> Aufbau und die jeweiligen<br />

Abschnittsinhalte festgelegt sind. Zusätz-<br />

lich wird definiert, ob und an welchen<br />

Stellen später bei <strong>der</strong> Generierung Än<strong>der</strong>ungen<br />

erlaubt sind beziehungsweise<br />

Ergänzungen regelbasiert <strong>vor</strong>genommen<br />

werden. Aus diesen fertigen, freigegebenen<br />

Vorlagen muss <strong>der</strong> einzelne Personalmitarbeiter<br />

nur die im jeweiligen Bearbeitungsschritt<br />

automatisiert <strong>vor</strong>geschlagene<br />

Vorlage bestätigen und gegebenenfalls<br />

Platzhalter manuell ersetzen.<br />

VELUX Deutschland verspricht sich durch<br />

den Einsatz <strong>der</strong> automatischen Dokumentengenerierung<br />

eine schnellere und einfachere<br />

Abwicklung beim Erstellen und Verteilen<br />

von Dokumenten an die einzelnen<br />

Mitarbeiter. Auch mögliche Fehler durch<br />

die manuelle Bearbeitung sollen durch die<br />

Automatisierung <strong>der</strong> Vorgänge weiter gen<br />

Null reduziert werden.<br />

Autorin<br />

Alexandra Osmani,<br />

Public Relations,<br />

Circle Unlimited, Hamburg,<br />

a.osmani@cuag.de


SAP Personalmanagement<br />

Wachstum mit System<br />

Mit <strong>der</strong> Implementierung einer globalen Wachstumsstrategie<br />

gingen beim Bauriesen Hilti neue Herausfor<strong>der</strong>ungen an das<br />

Personalmanagement einher: Ausbau und Qualifizierung<br />

<strong>der</strong> Belegschaft sollten durch ein neues <strong>HR</strong>-System begleitet<br />

werden. Fündig wurden die Liechtensteiner beim <strong>Software</strong>-<br />

Anbieter SuccessFactors.<br />

H<br />

ilti bietet weltweit Produkte, Systeme<br />

und Services für die Baubranche<br />

an. Das Unternehmen ist vollständig<br />

vertikal integriert: Es führt sämtliche<br />

Aktivitäten selbst durch, von Forschung<br />

und Entwicklung über Beschaffung und<br />

Produktion bis hin zu Marketing, Vertrieb,<br />

Distribution und After Sales Support.<br />

Die Unternehmensgruppe mit Sitz<br />

in Schaan im Fürstentum Liechtenstein<br />

begann als kleines Familienunternehmen<br />

im Jahr 1941. Sechzig Jahre später,<br />

mit mehr als 20 000 Mitarbeitern in 120<br />

Län<strong>der</strong>n, kann Hilti von sich behaupten,<br />

die grundlegenden Werte bewahrt zu<br />

haben, die die Firma zum Erfolg geführt<br />

haben: <strong>In</strong>tegrität, Mut, Teamarbeit und<br />

Engagement.<br />

Herausfor<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> Vision 2015<br />

Im Jahr 2006 führte Hilti die Vision 2015<br />

ein, eine aggressive Wachstumsstrategie<br />

mit dem Ziel, Umsatz und Gewinn zu verdoppeln.<br />

Diese Strategie erfor<strong>der</strong>t von<br />

Hilti, auch die Anzahl <strong>der</strong> Mitarbeiter zu<br />

verzweifachen – auf 30 000 in weniger<br />

als zehn Jahren. Neben <strong>der</strong> Suche nach<br />

und <strong>In</strong>tegration von neuen Mitarbeitern<br />

musste Hilti aber auch das Fachwissen<br />

<strong>der</strong> bereits <strong>vor</strong>handenen Belegschaft ausbauen.<br />

Auch beim Thema Führungsqua-<br />

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Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

litäten sah sich das Unternehmen Herausfor<strong>der</strong>ungen<br />

gegenüber: Ein solch starkes<br />

Wachstum innerhalb des geplanten<br />

Zeitraums stellte auch hohe Ansprüche<br />

an die Führungsmannschaft, die entsprechend<br />

geschult werden musste.<br />

Hilti erkannte, dass <strong>der</strong> Schlüssel zum<br />

Erfolg darin lag, die Mitarbeiter- und<br />

Teamziele an <strong>der</strong> Geschäftsstrategie auszurichten<br />

– um in <strong>der</strong> wachsenden Hilti-Familie<br />

<strong>vor</strong> allem die Eigeninitiative<br />

<strong>der</strong> Teams sowie jedes einzelnen Mitarbeiters<br />

zu för<strong>der</strong>n. Evind Slaaen, Senior<br />

Vice President Human Resources, erklärt:<br />

„Wir sind davon überzeugt, dass sich<br />

unser Unternehmen nur dann weiterentwickelt,<br />

wenn wir in eine kontinuierliche<br />

Ausbildung unserer Mitarbeiter investieren.<br />

Wir bieten daher allen Teammitglie<strong>der</strong>n<br />

Coachings und Trainings, damit sie<br />

entsprechende Ergebnisse erzielen können.“<br />

Die Suche nach dem <strong>HR</strong>M-System<br />

Allerdings gab es anfangs noch eine weitere<br />

Herausfor<strong>der</strong>ung, die dem im Weg<br />

stand: Hilti hatte kein zentrales Human<br />

Resources-System zur Unterstützung <strong>der</strong><br />

mitarbeitergestützten Wachstumsstrategie<br />

– und damit keine Möglichkeit, die<br />

Qualität und Konsistenz <strong>der</strong> Ziele zu<br />

überprüfen. Außerdem war ohne eine<br />

zentrale <strong>HR</strong>-Anwendung nicht gewährleistet,<br />

dass alle Regionen die Strategie<br />

in die Realität umsetzen. Daher begann<br />

das Unternehmen im Jahr 2008 mit <strong>der</strong><br />

Recherche nach einem <strong>Software</strong>-Partner,<br />

<strong>der</strong> eine globale, mehrsprachige <strong>HR</strong>-<br />

Lösung bieten konnte, die benutzerfreundlich<br />

war, in relativ kurzer Zeit eingeführt<br />

werden und Ergebnisse liefern<br />

konnte.<br />

Ende 2008 erfasste die weltweite Konjunkturschwäche<br />

die Baubranche. Für<br />

Hilti bedeutete dies, dass Gewinn und<br />

Mitarbeiter bis 2015 möglicherweise nicht<br />

verdoppelt werden könnten. Allerdings<br />

hielt das Unternehmen an seiner grundlegenden<br />

Vision fest. Daher beschloss<br />

Hilti, weiterhin in Talent Management<br />

zu investieren. Ziel war es, entsprechend<br />

aufgestellt zu sein, um jede Chance nutzen<br />

und weiter wachsen zu können,<br />

sobald sich die Wirtschaft erholte.<br />

Nach einem ausführlichen Bewertungsprozess,<br />

an dem auch ein Mitglied <strong>der</strong><br />

Geschäftsleitung beteiligt war, entschied<br />

sich das Unternehmen für SuccessFactors<br />

als Partner. SuccessFactors war<br />

durch seine <strong>Cloud</strong>-basierte Anwendung<br />

in <strong>der</strong> Lage, die Anfor<strong>der</strong>ungen von Hilti<br />

zu erfüllen. Dazu gehörte die Möglich-


SAP Personalmanagement<br />

keit, die <strong>HR</strong>-Applikation global einzusetzen<br />

sowie eine schnelle Implementierung<br />

und Benutzerfreundlichkeit <strong>der</strong><br />

Lösung. „Die Erfahrungen und das Knowhow<br />

von SuccessFactors im Bereich Leistungsmanagement<br />

beeindruckten uns“,<br />

so Eivind Slaaen. „Wir erhielten nicht<br />

nur eine <strong>Software</strong>-Lösung, son<strong>der</strong>n auch<br />

einen Partner, <strong>der</strong> die richtigen Prozesse<br />

ermitteln und bewährte Vorgehensweisen<br />

implementieren kann.“<br />

Kern <strong>der</strong> <strong>HR</strong>-Strategie:<br />

Mitarbeiter för<strong>der</strong>n<br />

Die <strong>HR</strong>-Strategie von Hilti besteht aus<br />

zwei Teilen, die beide von <strong>der</strong> Success-<br />

Factors Business Execution (BizX) Suite<br />

unterstützt werden. Der erste Teil<br />

besteht aus dem Leistungsmanagementprozess<br />

(Performance Management Process,<br />

PMP). Hier werden Tools für das<br />

Ziel- und Leistungsmanagement eingesetzt,<br />

um die Ziele von Mitarbeitern und<br />

Teams auf den Geschäftsplan von Hilti<br />

abzustimmen. Kontinuierliche Bewertungen<br />

sowie Jahres- und 360-Grad-Beurteilungen<br />

können ebenfalls über die<br />

<strong>Cloud</strong>-basierte Anwendung abgewickelt<br />

werden. Darüber hinaus gibt die Lösung<br />

Orientierungshilfen für mögliche Coaching-<br />

und Trainingsinitiativen auf Basis<br />

<strong>der</strong> Bewertungen. Damit verknüpft ist<br />

<strong>der</strong> zweite Teil Hilti-<strong>HR</strong>-Strategie: die<br />

strategische Mitarbeiterentwicklung<br />

(Strategic Manpower Development, SMD).<br />

Dazu gehört unter an<strong>der</strong>em das Management<br />

von Mitarbeiterprofilen und<br />

Nachfolgern. Mithilfe <strong>der</strong> Anwendung<br />

lassen sich nicht nur Ressourcen-Engpässe<br />

ermitteln, son<strong>der</strong>n auch Mitarbeiterentwicklung<br />

auf die Anfor<strong>der</strong>ungen<br />

des Unternehmens abstimmen – gerade<br />

dies ist für Hilti zur Realisierung seiner<br />

„Vision 2015“ wichtig.<br />

Hilti begann im Jahr 2009 mit dem stufenweisen<br />

Rollout <strong>der</strong> SuccessFactors-<br />

Lösung. Im ersten Schritt wurde die<br />

Applikation für 11000 Anwen<strong>der</strong> in 22<br />

Län<strong>der</strong>n und in neun Sprachen eingeführt.<br />

Seit 2011 setzen 18 400 Mitarbeiter<br />

in 64 Län<strong>der</strong> die <strong>Software</strong> ein. Bis<br />

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Son<strong>der</strong>heft 09 | 2012 www.personalwirtschaft.de<br />

Ende 2012 wird das System für die restlichen<br />

Mitarbeiter bereitgestellt. Außerdem<br />

begann Hilti im Jahr 2011, das<br />

Recruiting Management-Tool von SuccessFactors<br />

zur Verwaltung von Bewerberprofilen<br />

zu testen. Als <strong>Cloud</strong>-basierte<br />

Lösung lässt sich die BizX-Suite nicht<br />

nur flexibel an die wachsende Zahl an<br />

Mitarbeitern anpassen, son<strong>der</strong>n integriert<br />

auch zusätzliche Module problemlos.<br />

Eivind Slaaen weiter: „Die Lösung von<br />

SuccessFactors hat es uns ermöglicht,<br />

in relativ kurzer Zeit bereits viel zu erreichen.<br />

Da es sich um eine <strong>Cloud</strong>-basierte<br />

Lösung handelt, war die Einrichtung<br />

recht einfach und beschränkte sich auf<br />

eine simple Konfiguration. Auch für die<br />

Tools selbst waren keine Schulungen<br />

erfor<strong>der</strong>lich. Wir informierten unsere<br />

Mitarbeiter über die Personalstrategie<br />

sowie die entsprechenden Prozesse und<br />

stellten dabei gleichzeitig die Werkzeuge<br />

<strong>vor</strong>.“<br />

Der Rollout kommt gut <strong>vor</strong>an<br />

Durch die Ausrichtung aller Abteilungen<br />

an <strong>der</strong> Unternehmensstrategie hat<br />

Hilti die Umsetzung <strong>der</strong> Geschäftsziele<br />

beschleunigt. Damit ist <strong>der</strong> Anbieter von<br />

Produkten für die Bauindustrie in <strong>der</strong><br />

Lage, die Ziele von Mitarbeitern, Teams<br />

und <strong>der</strong> regionalen Organisation nach<br />

den gleichen Maßstäben zu bewerten.<br />

Das Unternehmen kann dadurch sicherstellen,<br />

dass sie konsistent und im Einklang<br />

mit <strong>der</strong> 2015-Strategie sind. Darüber<br />

hinaus verfügt Hilti nun über korrekte<br />

<strong>In</strong>formationen über seine Mitarbeiter<br />

und ermöglicht seinen Führungskräften<br />

fundierte Entscheidungen zu<br />

treffen.<br />

Die Führungskräfte werden wie die Mitglie<strong>der</strong><br />

ihres Teams jährlich beurteilt<br />

und erhalten basierend auf den Ergebnissen<br />

beispielsweise einen Trainingsplan,<br />

<strong>der</strong> ihre Wissenslücken schließt. Diese<br />

Vorgehensweise ist mittlerweile für alle<br />

Mitarbeiter gleich. Der Vorteil für Hilti:<br />

Das Unternehmen ist in <strong>der</strong> Lage, seinen<br />

Personalbedarf zu kontrollieren und<br />

zu prognostizieren, Talentlücken zu<br />

ermitteln und zu schließen.<br />

Wie bei jedem Unternehmen sind die<br />

Motivation und die Weiterentwicklung<br />

<strong>der</strong> Mitarbeiter ausschlaggebend für den<br />

Erfolg. Daher ist es wichtig, dass alle<br />

Linienmanager hinter <strong>der</strong> Personalstrategie<br />

des Unternehmens stehen und die<br />

entsprechenden Prozesse einhalten. Um<br />

die Vision 2015 zu realisieren, muss Hilti<br />

in <strong>der</strong> Lage sein, Führungskräfte wie<br />

Mitarbeiter entsprechend zu entwickeln<br />

und gleichzeitig sein Leistungsmanagement<br />

darauf auszurichten. Die Success-<br />

Factors BizX Suite unterstützt hierbei,<br />

indem die Anwendungen die notwendigen<br />

<strong>In</strong>formationen zur Verfügung stellen.<br />

Das bedeutet auch, dass die Hilti-<br />

Mitarbeiter wissen, welche Ziele sie persönlich<br />

erreichen sollen und wollen,<br />

basierend auf Personalgesprächen und<br />

transparenten Bewertungen. Dank <strong>der</strong><br />

offenen Kommunikation bei Hilti kennen<br />

die Mitarbeiter die Vision 2015 sowie<br />

die Strategie, um die darin festgeschriebenen<br />

Ziele zu erreichen – und ihre Rolle<br />

dabei.<br />

Der Lernprozess geht weiter<br />

„Wir lernen kontinuierlich hinzu. Daher<br />

ist es für uns wichtig, dass wir die Prozesse<br />

in Zusammenarbeit mit Success-<br />

Factors weiter optimieren und vereinfachen<br />

können“, stellt Eivind Slaaen fest.<br />

Abschließend stellt er fest, dass die Zusammenarbeit<br />

mit SuccessFactors den Vorteil<br />

bietet, mit an<strong>der</strong>en Unternehmen in Kontakt<br />

zu kommen, die die gleichen Tools<br />

verwenden: „Wir arbeiten zusammen, um<br />

Erfahrungen weiterzugeben und mehr<br />

über bewährte Vorgehensweisen zu erfahren.<br />

<strong>In</strong> diesem Zusammenhang entstehen<br />

weitere Vorteile für uns.“<br />

Autor<br />

Georg Goller,<br />

VP und General Manager<br />

Central Europe,<br />

SuccessFactors, Garching,<br />

successfactorsdeutschland@<br />

edelman.com

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