Oktober 2011 - Der Monat

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Oktober 2011 - Der Monat

oktober 11

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erdgas-autos: Antriebsmotorem mit aufbereitetem Biogas

kultur: Das Zwischengeschoss zum Himmel


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inhalt | editorial

Wasser, Sonne, Wind

stehen im Mittelpunkt

panorama 4

energie

eigenversorgungsgrad massiv steigern 6

elektro-autos

Autofahren mit elektrischer energie 10

erdgas-autos

Umweltschonender treibstoff 11

finanzplatz

Nachhaltige Geldanlagen – am Puls der Zeit 12

ratgeber

Soll man onlinebanking wagen? 14

allianz in den alpen

Den Alpenraum zukunftsfähig entwickeln 16

porträt

Gerhard Lehner: Volksbank AG Liechtenstein 18

kultur

Das Zwischengeschoss zum Himmel 20

gesellschaft

Lions Club Liechtenstein:

Für eine bessere Welt! 22

Vor 50 Jahren

5. oktober 1961:

Neues Gesetz über die Landesbibliothek 23

uno-Jahr des waldes

Wildgerechter Wald und

waldgerechter Wildbestand 24

wirtschaftsgeschichte

Spezialisiert auf Design-keramik 26

rätsel 28

liechtenstein setzt sich mit dem

energiekonzept mutige ziele

Erneuerbare Energien stehen weltweit zuoberst auf

den Agenden. Nicht erst, aber verstärkt seit der Reaktor-Katastrophe

in Japan. Der Ausstieg aus dem

Atom-Strom ist für einige Länder

bereits beschlossene Sache, andere

überlegen sich diesen Schritt

noch. Der Ruf nach erneuerbaren

Energien ertönt zwar laut, doch die Umstrukturierungen,

die es dafür braucht, bis dieser Öko-

Strom bei den Verbrauchern ist, benötigen viel Zeit

und Kapital. Wenn Wind-Energie

aus der Nordsee bis zu den Alpen

geleitet werden soll, müssen

neue Stromnetze aufgebaut werden.

Auch von Solar-Anlagen an

sonnengünstigen Standorten gehen

nicht überall die erforderlichen

Stromkabel aus. Die Nutzung

der Wasserkraft stösst an

Grenzen des Landschaftsschutzes

und der Restwassermengen. Wir

Günther Meier

haben das Thema «Energie» in Chefredaktor «Der Monat»

den Mittelpunkt gestellt und finden,

dass sich Liechtenstein mit dem neuen Energiekonzept

mutige Ziele setzen will. Schon vorher

kann jeder seinen Beitrag leisten – durch Einsparungen

beim persönlichen Energieverbrauch.

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redaktion: Günther Meier, tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

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online: «Der Monat» im Internet: www.dermonat.li

titelbild: erneuerbare energien stehen im Mittelpunkt der aktuellen energiepolitik.

(Foto: Marco Nescher)

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oktober 2011

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4

5

panorama

Von der Kopfarbeit

zur Handarbeit

Eine möglichst breite Ausbildung, die auch

mal über den Zaun schnuppert, gehört zu den

wichtigsten Dingen junger Menschen. Die Lehrlingsausbildner

lassen sich dazu immer wieder

neue Ideen einfallen, um die Lernenden für andere

Berufsarbeiten zu interessieren, organisieren Lager

oder Überlebenscamps. Die VP

Bank hat sich unter dem Titel

«Perspektivenwechsel» vorgenommen,

ihre Lernenden in eine

ganz neue Berufssituation zu

schicken. Von der Kopfarbeit zur

Handarbeit! Die Bank wurde mit

der Werkbank vertauscht, vom

Dienstleistungsunternehmen

ging es in die Industrie. Was ist unter einem «Polymechaniker»

zu verstehen? Nach zwei Tagen bei der

CNC Mechanik wussten die Jungbanker Bescheid,

nachdem sie verschiedene Maschinen bedient und

an der Werkbank eine Lokomotive aus Stahl, Aluminium

und Kunststoff hergestellt hatten. Banker

und Polymechaniker waren sich einig, dass sie ganz

unterschiedliche Berufe erlernten, die aber trotzdem

zumindest eine Gemeinsamkeit aufweisen:

Beide Berufe müssen auf die Wünsche der Kunden

eingehen, schon kleine Fehler können grosse Auswirkungen

auf das Ergebnis haben!

Foto: VPbank

mehr steuereinnahmen 2010

Steuerart 2010 2009 Prozent

Mehrwertsteuer 227,4 206,6 +10.0 %

kapital- und ertragssteuer 179,2 178,1 +0,6 %

Vermögens- und erwerbssteuer 155,1 154,6 +0,4 %

besondere Gesellschaftssteuer 67,4 79,2 -15,0 %

Stempelabgaben 55,2 50,9 +8,6 %

Couponsteuer 26,5 44,7 -40,7 %

Nachlass- und erbanfallsteuer 22,9 7,1 +224,8 %

Motorfahrzeugsteuer 11,2 11,5 -2,0 %

Gesamthaft beliefen sich die Steuern im Jahre 2010 auf 833,4 Mio.

Fr. Im Vorjahr waren 821,3 Mio. Fr. an Steuern eingenommen worden.

Der Zuwachs beläuft sich auf 12 Mio. Fr. oder 1,5 Prozent.

Foto: istock.com

Rentner gehen

frühzeitig in Pension

Immer mehr Rentner machen Gebrauch vom

Frühbezug der AHV. Vom Jahrgang 1940 entschieden

sich 51 Prozent für den vorzeitigen Gang in die

Pension, mit entsprechender Kürzung der Rente.

Beim Jahrgang 1942 waren es nach Angaben der

AHV-Verwaltung bereits 61 Prozent. Aktuell sind es

bereits 7 von 10 Rentenbezügern, die den Vorbezug

beantragen. Rund die Hälfte der Frührentner wählt

das frühestmögliche Rentenalter von 60 Jahren.

Dieses Verhalten wirkt sich in Verbindung mit der

steigenden Zahl von älteren Personen auf die AHV

aus. Vorerst aber reicht der AHV-Fonds noch, um

die Verpflichtungen bis zum Jahre 2040 zu erfüllen.

Hohes Potenzial

erneuerbarer energien

Was für einen Beitrag können erneuerbare

Energien zur weltweiten Energieversorgung leisten?

Diese Frage beschäftigt seit dem Reaktor-Unfall in

Japan und den nachfolgenden Forderungen nach

dem Ausstieg aus dem Atom. Der Weltklimarat

gibt sich optimistisch: Die Potenziale erneuerbarer

Energien übersteigen nach Ansicht der Weltklimarat-Experten

den Weltenergiebedarf beim Weitem.

Bereits heute sei eine Reihe von erneuerbaren Technologien

– im Stromsektor etwa Biomasse, Geothermie,

Onshore-Wind und Wasserkraft – an besonders

geeigneten Standorten wettbewerbsfähig.

Erneuerbare Energien, so der Weltklimarat, könnten

die Energiearmut verringern und würden eine

echte Perspektive für die 1,4 Milliarden Menschen

bieten, die derzeit keinen Zugang zu Elektrizität

haben, sowie für die 2,7 Milliarden Menschen, die

auf traditionelle Biomasse angewiesen sei.

oktober 2011


Ein stürmischer Herbst

für die konjunktur?

Die Lage war auch schon schlechter, doch die Prognosen für die

Wirtschaft in den nächsten Monaten bis zum Jahreswechsel tönen

nicht überall optimistisch. Der Chefökonom der VP Bank, Jürg Zeuner,

prognostiziert weitere Schatten auf die Finanzmärkte, die von

den Schuldenkrisen in Europa und den USA ausgehen. In der Schweiz

wirken sich nach seiner Ansicht die Bauinvestitionen und der private

Konsum stabilisierend auf den Aufschwung aus. Aufgrund der hohen

Exportquote bestehe aber eine starke Abhängigkeit zu Entwicklungen

in den Hauptabnehmer-Ländern. Und ausserem würde der starke Briefmarken bekunden

4/1-farbig

Franken die Ausfuhren immer mehr belasten. In einer ähnlichen Si-

Auflage: Freundschaftsbeziehungen

tuation befindet sich Liechtensteins Wirtschaft.

Text Rückseite: Liechtenstein und die Schweiz haben im

Anerkennung muslimischer

religionsgemeinschaften

MK 335 September Spezial eine Gemeinschaftsbriefmarke her-

Gemeinschaftsausgabe Schweiz - Liechtenstein

ausgegeben. Als Motiv für die Briefmarke wähl-

Horizont Schweiz

Foto: Marco ten die Nescher, Philatelie-Verantwortlichen Schaan

die Fotogra-

Bei der Neuordnung des Staatskirchenrechts in Liechtenstein fie «Frucht» aus der Serie «Flowers, Fruits and

stehen die christlichen Glaubensgemeinschaften im Vordergrund. Portraits» der in Iran geborenen und mittler-

Wie steht es mit den muslimischen Religionsgemeinschaften? In den weile in der Schweiz beheimateten Künstlerin

Politischen Schriften (Band 50) schreibt Herbert Wille, dass es mög- Shirana Shahbazi. Die Briefmarke erscheint in

lich wäre, auch diese Religionsgemeinschaften zu integrieren. Es Datum: gehe beiden Ländern und weist aufgrund der Wäh-

nicht um Glaubensinhalte, sondern um formale Strukturen der Orrungsunion Schweiz – Liechtenstein auf beiganisation.

Der Islam weise (noch) nicht die Strukturen auf, die für den Postwertzeichen die gleiche Wertstufe von

die öffentliche Anerkennung notwendig seien. Für eine Anerkennung 1 Franken auf. Initiant für die Auswahl des

sei es notwendig, dass der Islam – wie in anderen Staaten auch – auf Kunstwerks «Frucht» war das Kunstmuseum

das liechtensteinische Recht zugehe.

Liechtenstein, das im Zusammenhang mit der

Ausstellung «Horizont Schweiz» den Vorschlag

Grosse Auswahl an

für eine Gemeinschaftsbriefmarke bei der Phi-

entrepreneur of the Year

latelie Liechtenstein einbrachte. Gemeinschaftsausgaben

von Briefmarken mit anderen Län-

Am 14. Oktober wird zum zweiten Mal der dern und deren Postverwaltungen haben laut

«Entrepreneur of the Year» in Liechtenstein gekürt. Philatelie Liechtenstein eine lange Tradition. Bei

Als Nachfolger des ersten Preisträgers, des früheren solchen Vorhaben gehe es nicht in erster Linie

Skirennfahrers und heutigen Unternehmers Harti um die Herausgabe einer Sondermarke, sondern

Weirather stehen nicht weniger als 13 Kandidaten vielmehr um die Briefmarke als Medium für ei-

in der Reihe. Der international vernetzte Unternehnen kulturellen Austausch, sozusagen um einen

merpreis «Entrepreneur of the Brückenschlag der Kultur. Liechtenstein ist be-

Year» fördert unternehmerische reits einige solcher Kooperationen eingegangen.

Spitzenleistungen und wird in Schon einmal war die Schweiz die Partnerin für

Liechtenstein durch eine promi- eine Gemeinschaftsbriefmarke. Aber auch mit

nente Jury verliehen. Träger die- dem Nachbarland Österreich, mit dem Liechser

Auszeichnung mit hohem öftenstein aus den Anfängen der Philatelie besonfentlichen

Stellenwert sind die dere Beziehungen hat, kam es schon zu einer

Regierung Liechtensteins, die gemeinsamen Ausgabe. Ausserdem sind bisher

Universität Liechtenstein sowie Gemeinschaftsbriefmarken mit Costa Rica und

die Ernst & Young AG.

mit China herausgegeben worden.

Foto: Presse- und Informationsamt

Foto: Philatelie Liechtenstein


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7

Von Günther Meier

energie

Eigenversorgungsgrad

massiv steigern

Wenn es zu einem grösseren

Krieg kommen könnte, abgesehen von Terrorismus,

so sei die Gefahr gross, dass es sich um einen

Krieg um Ressourcen handeln würde. Diese Prognose,

die Wasser und Energie auf vorderste

Plätze rückte, ist inzwischen etwas in den Hintergrund

gerückt. Im Vordergrund

steht jetzt, nach der japanischen

die hoffnungen auf eine mar- Reaktor-Katastrophe, der Aufkante

steigerung der energiebau einer Energieversorgung mit

erneuerbarer Energie. Europa

produktion ruhen auf der spielt dabei eine Vorreiterrolle,

wasserkraftnutzung am rhein

die EU hat ehrgeizige Ziele mit

einem schwer zu realisierenden

Zeitplan definiert: Bis 2020 sollen

20 Prozent der Energie in Europa schon aus

erneuerbaren Quellen stammen, die Energieeffizienz

soll um 20 Prozent gesteigert und die Treibhausgas-Emissionen

sollen um 20 Prozent reduziert

werden.

Auch in Liechtenstein gibt es einen

Schub vorwärts bei der Energieproduktion

und Energieversorgung. Das Energiekonzept

2013, das in absehbarer Zeit ausläuft, wird durch

ein neues Energiekonzept 2020 ersetzt. Auch die

liechtensteinischen Ziele lassen sich mit der Kurzformel

20/20/20 zusammenfassen: 20 Prozent

Steigerung der Energieeffizienz zur Verbrauchsstabilisierung,

20 Prozent Anteil erneuerbarer

Energien im Inland sowie 20 Prozent CO2-Reduktion

zum Basisjahr 1990. Die in einem Bericht der

Regierung enthaltenden Prognosen über die Entwicklung

der einzelnen Energieträger gehen von

einem Rückgang beim Erdgas zu Antriebs- und

Heizzwecken aus, von einer Stabilisierung bei

Benzin und Diesel sowie von einem sinkenden

energieproduktion und energieversorgung gehören zu den herausforderun-

gen der zukunft. liechtenstein kann sich derzeit nur zu knapp 10 prozent mit

eigener energie versorgen. die regierung plant, den eigenversorgungsgrad

bis 2020 auf 20 prozent zu steigern.

Trend beim Heizöl. Eine Zunahme des Verbrauchs

ist hingegen beim Holz und bei der Fernwärme zu

erwarten, vor allem aber bei der Elektrizität aufgrund

der steigenden Elektrifizierung und dem

steigenden Einsatz erneuerbarer Technologien auf

der Basis von Elektrizität wie Wasser, Sonne, Wind,

Wärmepumpen.

Abklärungen über Wasserkraft-

nutzung am Rhein

Die bessere Nutzung der bestehenden

Wasserkraftanlagen stösst an enge Grenzen.

Durch die Erneuerung des Pumpspeicherkraftwerks

Samina erhöht sich zwar der Wirkungsgrad

des Kraftwerks, so dass mit der gleichen Jahreswassermenge

die Stromproduktion gesteigert werden

kann. Allerdings handelt es sich nach Angaben der

Regierung nur um eine theoretische Produktionserhöhung,

weil die Vorschriften für das Restwasser

den Zugewinn wieder kompensieren, womit die

Jahresproduktion auf dem heutigen Niveau bleiben

wird. Die Nutzung der Tiefengeothermie steckt

noch im Stadium der Abklärungen, doch dürften

Aufwand und Ertrag bei Bohrungen in tiefe Gesteinsschichten

in einem ungünstigen wirtschaftlichen

Verhältnis stehen. Auch bei der Nutzung des

Windes für die Energieproduktion ergaben Abklärungen

ungünstige Verhältnisse, so dass die Windenergie

wohl auch in Zukunft keine Rolle spielen

dürfte. Die Hoffnungen auf eine markante Steigerung

der Energieproduktion ruhen damit auf der

Wasserkraftnutzung am Rhein. Ein Projekt eines

fünfstufigen Rheinkraftwerks, das die Wassermassen

des Flusses zwischen Balzers und Ruggell zur

Stromproduktion genutzt hätte, war in den 1980er-

Jahren aufgelegt worden, doch aufgrund zahlrei


cher Einsprachen als politisch nicht durchsetzbar

aufgegeben. Ein Konsortium aus den beiden Stromproduzenten

LKW und AXPO lässt derzeit von

der Hochschule Rapperswil in einer Machbarkeitsstudie

die Möglichkeiten der Nutzung des Alpenrheins

zur Stromproduktion untersuchen. Die Untersuchung

hat das Ziel, mögliche Standorte für

eine oder zwei Flusskraftwerkstufen zwischen Balzers

und Ruggell zu finden, womit das Thema

Rheinkraftwerke in nächster Zeit wieder in die

öffentliche Diskussion kommen dürfte.

Förderung der Energieeffizienz

in Liechtenstein

Mit der Suche nach Förderung

und Ausbau erneuerbarer Energien und Steigerung

der Energieeffizienz steht Liechtenstein freilich

nicht allein. Auch die Internationale Bodenseekonferenz

(IBK), der Liechtenstein als Mitglied angehört,

befasst sich mit dem Aufbau einer sicheren,

bezahlbaren, umweltverträglichen Energieversorgung.

In einem so genannten IBK-Statusbericht

2011 wird dargelegt, dass das Potenzial aus Wasserkraft

und Kleinwasserkraft im IBK-Raum bereits

weitgehend genutzt werde, so dass Ausschau nach

anderen erneuerbaren Energieträgern gehalten

werden müsse: «Schlüsselt man die ausgewiesenen

Potenziale nach Energieträger auf, fallen im wesentlichen

die Energieträger feste Biomasse, thermische

Solarenergie sowie Erd- und Umgebungs-

Liechtenstein möchte die Eigenproduktion

an elektrischer Energie

mit Wasserkraft markant steigern.

wärme durch ihre möglichen

grossen Beiträge zu einer nachhaltigen

Energieversorgung auf.»

Die Liechtenstein - Dokumentation

in diesem Statusbericht enthält

sich einer Aussage, ob Potenzial

für den Bau neuer Anlagen bestehe und legt den

Schwerpunkt auf die Förderung der Energieeffizienz,

auf die Wärmedämmung bei bestehenden

Bauten, auf Sonnenkollektoren und Photovoltaik.

Foto: Marco Nescher

Den Alpenraum energieautark

machen

Einen Schritt weiter als die IBK

geht die Internationale Alpenschutzkommission

(CIPRA), die mit dem Projekt «cc.alps – Klimawandel:

Einen Schritt weiter denken» fordert: «Die Alpen

müssen energieautark werden!» Ferner fordert

die CIPRA, dass die Vision der Energieautarkie

umfassend sein müsse: «Dazu gehört nicht nur, auf

erneuerbare Quellen zu setzen, sondern auch der

effiziente, sparsame und innovative Umgang mit

Energie, Raumplanung und Mobilität sind Kernelemente

dieser Vision.» Vor allem dürfe bei den Diskussionen

um Klimawandel und Energieautarkie

der Verkehr nicht vergessen werden, dessen Energieverbrauch

sehr hoch sei. Mit raumplanerischen

Konzepten, der Förderung des öffentlichen Verkehrs

sowie dem Ausbau der langsamen Mobilitätsformen

zu Fuss und per Fahrrad könne ein Beitrag

zur angestrebten Energieautarkie geleistet werden.

Gleichzeitig aber warnt die CIPRA vor neuen Gefahren,

die bei der Suche nach erneuerbaren Energien

auftauchen: Energieautarkie dürfe nicht als

Alibi zur Verbauung der letzten naturnahen Gewässer

oder zur grossflächigen Bestückung unbe-

oktober 2011


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Eigenversorgungsgrad

massiv steigern

rührter Landschaften mit Wind- und Solarkraftwerken

missbraucht werden!

Forschungsarbeit über Energie-

autarkie der Region

Unterstützung erhalten alle diese

Bestrebungen durch die Wissenschaft. Unter der

Leitung der Universität Liechtenstein wird derzeit

an einer Forschungsarbeit mit dem Titel «BAER –

Bodensee-Alpenrhein Energieregion» gearbeitet.

Untersucht werden die technologischen, organisa-

die aktuelle energiesituation

Der energieverbrauch steigt trotz Sparanstrengungen und effizienzsteigerungen ständig, auch in Liechtenstein, wie aus der

energiestatistik 2010 hervorgeht.

Der von der energiestatistik erfasste Gesamtenergieverbrauch erhöhte sich 2010 um 1,6 Prozent auf 1'375'874 MWh. Der

Pro-kopf-Verbrauch stieg um 0,4 Prozent auf 38,1 MWh.

� Elektrischer Strom – Die elektrizität ist mit einem Anteil von 28,8 Prozent der wichtigste energieträger. Gesamthaft wurden

396'580 MWh Strom verbraucht, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 5,0 Prozent entspricht.

� Erdgas – Das erdgas steht mit 333'716 MWh als energieträger an zweiter Stelle, entsprechend einem Anteil von 24,3

Prozent. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich eine Zunahme um 5,3 Prozent.

� Heizöl – Der Verkauf an Heizöl erreichte 2010 mit 192'291 MWh noch einen Anteil von 14,0 Prozent. Im Vergleich zum

Vorjahr ist der Verkauf um 20,4 Prozent gesunken, was nicht allein mit dem Verbrauch zusammenhängen könnte, sondern

auch mit der Lagerhaltung bzw. der Preisentwicklung.

� Benzin – Auch beim benzin zeigt sich ein rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die verkaufte Menge belief sich auf 168'721

MWh oder einen Anteil von 12,3 Prozent. Die Nachfrage nach benzin in Liechtenstein ist damit im Vergleich zum Vorjahr

um 9,8 Prozent gesunken. Weil nur der Verkauf im Inland statistisch erfasst wird, könnten noch andere Faktoren als ein

geringerer Verbrauch massgeblich dafür sein.

� Diesel – Der Verkauf an Diesel zeigte sich mit 131'446 MWh stabil gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit einen

Anteil von 9,6 Prozent am Gesamtverbrauch.

� Fernwärme – Ins Gewicht fällt mit der Wärmeleitung aus der kVA buchs die Fernwärme als energieträger, der mit 91'236

MWh im Jahre 2010 einen Anteil von 6,6 Prozent erreichte.

� Sonnenkollektoren – trotz grosser Förderung von Solaranlagen fällt der Anteil von Sonnenkollektoren mit 0,6 Prozent oder

8'135 MWh relativ bescheiden aus.

trotz gestiegenem energieverbrauch im Jahre 2010 ergab sich ein Lichtblick: Die eigenversorgungsquote an der gesamten

energieversorgung erhöhte sich von 8,8 Prozent im Vorjahr auf 9,4 Prozent. beim elektrischen Strom erhöhte sich die Quote

der eigenversorgung von 17,9 auf 19,0 Prozent. Quelle: Energiestatistik 2010

oktober 2011

torischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der

Bodensee-Region, sich selbst mit erneuerbaren

Energien zu versorgen. Geplant ist ferner, die möglichen

Auswirkungen der globalen Erdölverknappung,

von Erdgasversorgungsrisiken und des aus

Klimaschutzgründen gebotenen Herunterfahrens

der kohlenstoffbasierten Elektrizitätsherstellung

aufzuzeigen. Die Forschungsarbeit, deren Teilergebnisse

optimistische Signale zur Verwirklichung

der Energieautarkie ausgesendet haben, wird laut

Plan im Oktober 2012 beendet. |


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elektro-autos

Autofahren mit

elektrischer energie

Viele Autos gehen nur oder Die Auto-Welt blickte Mitte Sep-

zusätzlich zur Stromzapfstelle, um tember gebannt nach Frankfurt,

Energie für die Fortbewegung zu zur letzten grossen internationa-

tanken.

len Automobil-Ausstellung dieses

Jahres. Die IAA 2011 erfüllte

die hoch geschraubten Erwartungen, denn weder

fehlte es an PS-Boliden noch an Ideen für die automobile

Zukunft. Kaum ein namhafter Hersteller,

der nicht zumindest einen Prototypen eines Elektro-Autos

präsentierte. Auto-Liebhaber können sich

freuen, die Zukunft der individuellen Mobilität

scheint gesichert, wenn der aus dem Untergrund

geförderte Treibstoff eines Tages versiegen wird.

Vieles ist noch Zukunftsmusik bei den vorgestellten

Elektro-Autos, deren Antriebstechnik noch nicht

an die Technik der Verbrennungsmotoren heranreicht,

ganz zu schweigen von der Batterietechnik

oder dem Aufladungsvorgang. Auch die Reichweite

lässt sich noch nicht vergleichen mit den Benzinoder

Dieselfahrzeugen, doch tasten sich die Autobauer

sukzessive an das Ziel heran, eine Alternative

anzubieten. Ob die bisher entwickelten, verschiedenen

Elektro-Antriebe der richtige Weg in

die Zukunft sind, lässt sich nach Meinung von

Fachleuten noch nicht abschätzen. Aber die Hersteller

werkeln innovativ an den Antriebssystemen

und Batterien, entwickeln aber auch für das Handling

der Treibstoffzufuhr interessante Ideen, bei-

oktober 2011

Foto: Günther Meier

spielsweise mit Miete statt Kauf der Batterien. Damit

sollen Skeptiker überzeugt werden, fand die

Frankfurter Allgemeine heraus: «Wer die Batterie

nicht kaufen muss, hat keine Sorgen mit ihr, und

wer mit der Batterie keine Sorgen hat, ist das grösste

Problem am Elektroauto los.» Die in Frankfurt

präsentierten reinen Elektro-Autos gehören noch

weitgehend zu den Prototypen, die in dieser Form

wohl kaum die Serienreife erlangen werden. Aber

es zeichnet sich deutlich ab, dass der Trend in Richtung

Leichtbauweise des gesamten Fahrzeugs geht,

weil der Batterie-Antrieb bedeutend schwerer wiegt

als Benzin- oder Dieseltank. Ausserdem haben die

Hersteller mit den wendigen, leichten Elektro-Flitzern

vor allem den Stadtverkehr nach 2020 im Visier:

Die Fahrzeuge sind für den Ein-Mann-Betrieb

ausgelegt, die höchstens noch eine zweite Person

und vielleicht eine Aktenmappe transportieren,

keinesfalls aber als Reiselimousine für eine ganze

Familie ausgelegt sind. Während also die reinen

Elektro-Autos mit genügender Reichweite und

Platzangebot wie bei Benziner und Diesel noch auf

sich warten lassen, steht die Hybrid-Technik bereits

bei vielen Serien-Autos zur Verfügung. Bei der

Kombination Benzin – Elektro, die als erste Variante

angeboten wurde, fährt das Auto beim Anschub

mit Strom, im Normalbetrieb mit Benzin und setzt

dann, wenn die volle Leistung gefragt ist, beide Antriebsarten

gleichzeitig ein. Bei diesen Fahrzeugen

wird die in Batterien gespeicherte Elektroenergie

von einem Generator mit Hilfe des Benzinmotors

sowie über die Rückgewinnung der Energie beim

Bremsen und Bergabrollen erzeugt. Inzwischen

kommt auch die Variante Diesel- und Elektromotor

zum Einsatz, die im Verbrauch noch sparsamer

ist. Eine dritte Variante ist die Plug-in-Hybrid-

Technik, bei der die stärkeren Batterien zur Unterstützung

des Benzin- oder Dieselantriebs an Steckdosen

aufgeladen werden. Bei den Herstellern stehen

für alle Varianten Prototypen oder schon Serienfahrzeuge

bereit. Für das Autojahr 2012 sind

etliche neue Modelle – auch von Herstellern mit

sonst wuchtigen Benzinantrieben – angekündigt. |


erdgas-autos

Antriebsmotoren mit

aufbereitetem biogas

Erdgas-Hybrid-Motoren erfüllen

die strengsten Abgasvorschriften

und sind billiger als

Benzin- oder Dieselfahrzeuge.

Dennoch führen die mit Erdgas

betriebenen Autos ein Nischendasein,

obwohl verschiedene

Hersteller eine attraktive Flotte

von Erdgas-Fahrzeugen im Angebot

haben. Derzeit geraten die

Erdgas-Autos in der öffentlichen

Wahrnehmung etwas in

den Hintergrund, weil die Auto-

Hersteller mehr Prototypen und

Serienfahrzeuge mit Elektro-Antrieb

oder Elektro-Motor in Verbindung mit einem

herkömmlichen Benziner oder Diesel vorstellen.

Die Autoindustrie sucht gemäss den Kundenwünschen

und nach den Erfordernissen umweltschonender

Antriebe nach einer Technik, die

eine gros-se Reichweite ermöglicht, preiswert ist

und die auch in Zukunft zunehmend striktere

Abgasvorschriften erfüllen kann.

Erdgas-Hybrid-Antriebe können die drei

Wünsche weitgehend schon heute erfüllen. Die

mit Erdgas betriebenen Autos fahren sich wie Benzin-

oder Dieselfahrzeuge, sind aber leise und

ebenso zuverlässig. Hybride verfügen über einen

Erdgas- und einen Benzin- oder Dieseltank. Wenn

das Erdgas für den Antrieb aufgebraucht ist, schaltet

das Fahrzeug automatisch auf den Zusatzbetrieb

um, womit keine Probleme mit dem Nachtanken

entstehen können, denn das Erdgas-Tankstellennetz

ist inzwischen in unserem Breitengrad

relativ dicht.

Erdgas-Fahrzeuge gelten als genauso so sicher

wie Benziner oder Diesel. Die Gastanks entsprechen

höchsten Sicherheitsstandards und werden

von den Herstellern meist in den Fahrzeugböden

untergebracht, so dass keine Platzeinbussen

gegenüber anderen Autos entstehen.

Die Erdgas-Motoren stossen jedoch im Vergleich

zu benzinbetriebenen Fahrzeugen zwi-

Foto: LGV

schen 60 und 95 Prozent weni- In Liechtenstein stehen drei

ger Schadstoffe aus. Wenn rei- Erdgas-Tankstellen zur Verfügung.

nes Kompo-Gas getankt wird, Zwischen Chur und Bregenz

das aus biologischen Abfällen bestehen mehr als 15 Möglich-

gewonnen wird, kann sogar

keiten, Erdgas zu tanken.

CO2-neutral gefahren werden.

Aufgrund des geringen Schadstoff-Ausstosses der

Erdgas-Fahrzeuge und um diese Fahrzeuge zu fördern,

verzichtet Liechtenstein auf die Erhebung

von Motorfahrzeug-Steuern. Auch aus finanziellen

Überlegungen lohnt sich ein Erdgas-Fahrzeug:

So gibt es Motoren mit 150 PS, die auf 100 Kilometer

lediglich einen Verbrauch von 4,4 Kilogramm

Erdgas aufweisen, was einem Benzinverbrauch

von 6,2 Litern entspricht.

Erdgas gehört zu den fossilen Brennstoffen,

deren Vorräte in der Erde einmal zu Ende gehen

werden. Allerdings dürften die Erdgas-Vorkommen

noch Jahrzehnte länger reichen als die Erdöl-

Vorräte. Die Auto-Hersteller sind sich dieser

Probleme bewusst und haben deshalb Antriebe

entwickelt, die auch mit aufbereitetem Biogas

oder einem Gemisch aus Erdgas und Biogas ihre

volle Leistung entfalten können. Auch in Liechtenstein

steht Biogas zur Verfügung, und es ist

damit zu rechnen, dass in Zukunft die Produktion

von Treibstoff aus Abfällen weiter zunehmen

wird. |

oktober 2011

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Von Oliver Oehri

finanzplatz

Nachhaltige Geldanlagen

am Puls der Zeit

der markt der nachhaltigen geldanlagen wächst immer

schneller – sich zurecht zu finden, wird eine immer grössere

herausforderung. eine spezialisierte online-plattform unter-

stützt dabei, sich zu orientieren – yoursri.com.

In der Finanzwelt gibt es viele Möglichkeiten, sein

kostbares Erspartes zu vermehren. Doch nicht jede

ist optimal. Die Entscheidung ausschliesslich auf

Sicherheit und Rendite einer Geldanlage abzustützen,

bringt oft nicht mehr den gewünschten Erfolg.

Neue Aspekte müssen hinzugezogen

werden, damit Geldanla-

socially responsible investgen

nachhaltig einen positiven

ments verändern die finanz- Wert generieren können – nicht

nur für Anleger, sondern für die

welt von heute positiv für

gesamte Gesellschaft. Denn Um-

generationen von morgen

weltbelastung,Nahrungsknappheit und erhöhter Energiebedarf

haben es zur Aufgabe der heutigen Zeit gemacht,

durch ein Umdenken Verbesserungen herbeizuführen.

Dieses muss auch in der Finanzwelt stattfinden.

Ein neuer Fokus ist wichtiger denn je. Durch

die Globalisierung ist die Welt zusammengerückt.

Entscheidungen eines Marktteilnehmers betreffen

vermehrt auch andere. Das wurde uns nicht zuletzt

auch durch die jüngsten Ereignisse in der Wirtschaftswelt

bewusst. Um am Puls der Zeit zu bleiben

ist es daher wichtig, speziell bei Anlageent-

scheidungen den Fokus zu erweitern.

Die Frage ist nun: reicht es

noch, ausschliesslich die traditionellen

Entscheidungskriterien

Ertrag, Handelbarkeit und Sicherheit

zu berücksichtigen? Einige Anleger haben

diese Frage bereits für sich beantwortet – mit einem

klaren «Nein». Sie berücksichtigen zusätzliche Faktoren,

die auf Nachhaltigkeit und Werten basieren.

Wir sollten nicht nur im Heute leben, sondern auch

an morgen denken. Der Weg dorthin liegt in drei

Buchstaben: SRI. Socially Responsible Investments

verändern die Finanzwelt von heute positiv für Generationen

von morgen.

Doppelter Ertrag in einem auf-

strebenden Markt

SRI berücksichtigen neben Ertrag,

Handelbarkeit und Sicherheit Kriterien aus

den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance.

So wird nicht nur ein Beitrag zu einer «besseren

Welt» geleistet, sondern gleichzeitig das Verhältnis

von Sicherheit und Ertrag einer Geldanlage


verbessert. Man kann daher auch von doppeltem

Ertrag sprechen: Der Anleger gewinnt zum einen,

indem er seinen finanziellen Ertrag stabilisiert und

zum anderen, indem er einen sozialen Ertrag durch

seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit erhält.

So überrascht es nicht, dass SRI

seit Jahren ein stark überdurchschnittliches Marktwachstum

verzeichnen. Laut Studien von Eurosif,

dem europäischen Verband für nachhaltige Geldanlagen,

wurden bereits Ende 2009 rund 5 Billionen

Euro in SRI investiert. Die Ausprägungen von

SRI sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der unterschiedlichen

Investoren. Längst besteht keine Einschränkung

mehr in der Auswahl der Anlageklassen

– Aktien, Anleihen, Immobilien bis hin zu Private

Equity. Zudem fordern viele Anleger vermehrt

eine sichtbare Wirkung ihrer Anlageentscheidung.

Themen wie Landwirtschaft, Wasser, Mikrofinanz,

Fair Trade oder Erneuerbare Energien erfreuen sich

grosser Beliebtheit.

Transparenz schaffen

Rund um den Globus findet eine

ständige Zunahme an diversen Marktteilnehmern

mit einer Vielzahl an SRI Produkten und Dienst-

exportmarktplatz 2011

Oliver Oehri ist Managing Partner bei der Firma CSSP – Center for

Social and Sustainable Products AG in Vaduz.

leistungen statt. Eine neue Herausforderung

stellt sich: Sich zurecht

zu finden. Fragen wie: Welche

Arten von SRI gibt es? Wer

sind die Akteure von SRI? Nach

welchen Nachhaltigkeits-Kriterien soll die Investmententscheidung

fallen?, stehen im Mittelpunkt.

Um die Suche zu erleichtern, gibt es nun eine speziell

entwickelte Online-Plattform, die SRI Akteure

weltweit zusammenführt – yourSRI.com.

Fotos: Fotoalia

Viele Anleger berücksichtigen

zusätzliche Faktoren, die

auf Nachhaltigkeit und Werten

basieren.

Schnelle, einfache und

individuelle Orientierung

yourSRI steht für ein globales

Onlineportal, das für alle Arten von SRI Akteuren

geschaffen wurde – sei es Vermögensverwaltung,

Rating, Beratung, Forschung oder Aus- und Weiterbildung.

Zum einen ermöglicht yourSRI eine individualisierte

und strukturierte Suche, zum anderen

ist yourSRI für Unternehmen ein wirkungsvoller

Weg, ihre SRI Aktivitäten global zu präsentieren.

Ob der Fokus auf Impact-Themen

wie erneuerbare Energie oder Wasser liegt

oder gezielt Ausschluss-Themen wie Tierversuche

vermieden werden sollen. Ob eine favorisierte Form

des Investierens oder eine spezifische Ausbildung

in einem bestimmten Land im Mittelpunkt steht –

yourSRI ermöglicht eine Orientierung. Die bei der

Suche gewonnenen Präferenzen können individuell

hinterlegt und jederzeit aktualisiert werden.

Mit der Zeit gehen. Dies wird immer

wichtiger. Sich nicht von aktuellen Ereignissen

überrollen lassen, sondern diese aktiv für eine bessere

Zukunft gestalten. yourSRI.com unterstützt

dabei, sich im Nachhaltigkeits-Bereich aktiv zu engagieren.

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oktober 2011


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ratgeber

Soll man

onlinebanking wagen?

Nahezu alle Banken bieten heute Onlinebanking

an. Die Angebote sind teils aber sehr unterschiedlich.

Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden,

sollten Sie daher prüfen, ob es Ihren Bedürfnissen

wirklich entspricht.

Breite Funktionsvielfalt

Über das Onlinebanking der

Liechtensteinischen Landesbank beispielsweise,

Fredi Aebi

das LLB iBanking, erteilen Sie Zahlungsaufträge,

rufen Konto- und Depotbewegungen ab, analysieren

Vermögenswerte oder kaufen und verkaufen

Wertpapiere. Mit dem integrierten Mitteilungssystem

nehmen Sie direkt Kontakt

mit der Hotline oder Ihrem Kundenberater

auf und das Benachrichtigungssystem

informiert Sie

per SMS oder E-Mail in Echtzeit

über Gutschriften und Belastungen

oder die Ausführung von

Börsenaufträgen. Mit Daueraufträgen

und Saldoausgleichsfunktion

automatisieren Sie wieder-

Leiter Support Electronic

kehrende Zahlungen und unsere

Banking der Liechtensteinischen selbstlernende Begünstigten-Da-

Landesbank

tenbank reduziert den Zeitaufwand

bei der Erfassung von Zahlungen

deutlich. Die umfassenden Marktdateninformationen

erleichtern Ihnen darüber hinaus Ihre

Entscheidungen bei Börsengeschäften, über deren

Ausführung wir Sie innert Sekunden informieren.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen zudem Ihre Bankbelege

im Onlinebanking elektronisch zur Verfügung.

Einfach und günstig

Aber das Wichtigste an dieser

stets wachsenden Funktionsvielfalt ist: Dank einer

modernen Benutzeroberfläche, die an die eigenen

Bedürfnisse angepasst werden kann, ist das LLB

iBanking einfach und intuitiv zu bedienen. Ein

weiterer wichtiger Vorteil des Onlinebankings ist,

dass viele Banken besondere Konditionen anbieten.

Bezogen auf das LLB iBanking heisst das: Das Soft-

oktober 2011

Foto: LLb

Onlinebanking ist komfortabel, sicher und günstig, ersetzt

aber nicht den persönlichen Kundenbetreuer

oder die kompetente Beratung bei komplexen Bankgeschäften.

Ausserdem gilt es beim Onlinebanking

gewisse Sicherheitsgrundsätze zu befolgen.

warepaket sowie das Zertifikat für den Zugang

sind gratis. Inländische Zahlungsaufträge (Liechtenstein

und Schweiz) in Schweizer Franken führen

wir kostenlos für Sie aus – und bei Börsenaufträgen

gewähren wir Ihnen eine Ermässigung von 50 Prozent

auf den ordentlichen Courtage-Tarif. Onlinebanking

ist also nicht nur einfach, komfortabel und

sicher, sondern auch günstig.

Darauf sollten Sie achten

Bei der Benutzung von Onlinebanking-Lösungen

gilt es vor allem zweierlei zu beachten:

Erstens ersetzt der elektronische Kanal zur

Hausbank nicht den persönlichen Kundenbetreuer

oder die kompetente Beratung bei komplexen

Bankgeschäften. Zweitens gilt es beim Onlinebanking

gewisse Sicherheitsgrundsätze zu befolgen:

Einerseits sollten Sie beispielsweise stets darauf

achten, dass Ihr Computer sicher ist und den aktuellen

Sicherheitsupdates entspricht. Andererseits

sollten Sie im Umgang mit Ihren Zugangsdaten

zum Onlinebanking gewisse Empfehlungen be-

folgen. Wer einige wenige Grundsätze beachtet,

kann sorgenlos von den Vorteilen des Online-

bankings profitieren. Weitere Informationen finden

Sie unter: www.ibanking.llb.li |


Energiekonzept 2020

publireportage

Schwerpunkt liegt bei der Energieeffizienz

Effizienzsteigerung von Gebäudehüllen, Förderung des öffentlichen Verkehrs, Steigerung

der Elektro-Mobilität, Erhöhung der Effizienz von Motoren und Geräten, Ausbau

der erneuerbaren Energien – das sind die Handlungsfelder, die mit dem neuen Energiekonzept

2020 angegangen werden.

Die Arbeiten am Energiekonzept 2020 sind weit fortgeschritten und sollen noch in diesem

Jahr abgeschlossen werden. Wirtschafts- und Energieminister Martin Meyer über

Zielsetzungen und Inhalte des neuen Energiekonzeptes.

Martin Meyer, das neue Energiekonzept 2020 soll das bestehende Energiekonzept ersetzen.

Welches sind die Hauptziele der neuen Energieausrichtung?

Die konkreten Zielsetzungen für den Energiebereich lassen sich mit der einfachen

Formel 20/20/20 zusammenfassen. Diese drei Zahlen bedeuten, dass wir bis 2020 eine

Effizienzsteigerung um 20 % zur Verbrauchsstabilisierung anstreben, dazu den Anteil

an erneuerbarer Energie um 20 % steigern und 20 % Einsparung an CO2 im Vergleich

zum Basisjahr 1990 vornehmen wollen. Dabei sind wir uns bewusst, dass diese Vorgaben

recht anspruchsvolle Ziele sind. Aber wenn wir uns nicht anstrengen, wird nichts

passieren.

Liechtenstein verbraucht im Durchschnitt pro Kopf der Bevölkerung sehr viel Energie,

produziert aber nur einen Bruchteil davon selbst. Werden Sie auch hier Ziele setzen?

Der Energieverbrauch hängt nicht nur mit unserem Wohlstand, sondern auch mit

unserer starken Wirtschaft zusammen. Alle Wirtschaftssektoren, vom Gewerbe über

die Industrie bis zu den Dienstleistungsunternehmen, benötigen viel Energie, um ihre

Leistungen erbringen zu können. Mit der Energiestrategie 2020 werden wir auch ein

20er-Ziel formulieren: Der Eigenversorgungsgrad an Energie soll von heute 9,4 auf 20

Prozent gesteigert werden.

Zu den Zielsetzungen gehört die Steigerung der Energieeffizienz. Was haben Sie in dieser

Beziehung vor?

Nach Erhebungen von Experten liegt beim Ausbau und bei der Förderung der

Energieeffizienz noch ein grosses Potenzial, das genutzt werden soll. Wenn wir den Anteil

des Eigenversorgungsgrades erhöhen wollen, müssen wir gleichzeitig auch den

Stromverbrauch stabilisieren oder wenn möglich senken. In diesem Bereich werden wir

in den nächsten Monaten mit einer Sensibilisierungskampagne auf das Thema Energieeffizienz

aufmerksam machen. Das Energieeffizienzgesetz bietet verschiedene Möglichkeiten

zur Förderung, damit der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Ich möchte

hier nur wärmetechnische Massnahmen an Gebäuden, umweltschonende und effiziente

Haustechnikanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, thermische Sonnenkollektoren

oder Photovoltaikanlagen erwähnen.

Wirtschafts- und Energieminister

Martin Meyer: «Im Zusammenhang

mit dem Energiekonzept 2020 wird in

einer ersten Phase der Schwerpunkt

auf die Energieeffizienz gelegt.

Gemäss Zielsetzung des Entwurfs für

das Energiekonzept soll die Energie-

effizienz bis zum Jahr 2020 um 20 %

gesteigert werden.»


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17

Von Günther Meier

allianz in den alpen

Den Alpenraum

zukunftsfähig entwickeln

«allianz in den alpen» nennt sich ein gemeindenetzwerk von gemeinden in

den alpenländern. dem netzwerk gehören auch die drei liechtensteinischen

gemeinden schaan, triesenberg und mauren an. die Jahrestagung 2011 fin-

det im oktober in triesenberg statt.

Das Gemeindenetzwerk «Allianz

in den Alpen», das 1997 unter dem Schirm der

CIPRA, der Internationalen Alpenschutzkommission

mit Hauptsitz in Liechtenstein, gegründet

wurde, befasst sich seit rund zwei Jahren intensiv

mit dem nachhaltigen Umgang mit dem Klimawandel.

Die Gemeinden wollen

nicht nur Zuschauer bei den kli-

unser engagement für eine

matischen Veränderungen sein,

allianz in den bergen und sondern Akteure. Aus diesem

Grund steht die Jahrestagung

tälern der alpen kann die

2011 unter dem Thema «Den

lebensqualität verbessern Wandel gestalten», wobei die Akteure

vor allem der Frage nachgehen,

wie sich Gemeinden und Regionen im Alpenraum

zukunftsfähig entwickeln können. Das Gemeindenetzwerk

hat in den vergangenen Jahren 20

Projekte unterstützt, welche die Herausforderungen

des Klimawandels angenommen haben und

neue Wege gegangen sind, um das Klima nachhaltig

zu schützen und Anpassungen an klimatische

Jahrestagung triesenberg

Das Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen» ist

ein Zusammenschluss von über 300 Gemeinden

und regionen aus sieben Staaten des Alpenraums

und besteht seit 1997. Auf der basis der

Alpenkonvention setzen die Mitglieder alles daran,

den alpinen Lebensraum zukunftsfähig zu

entwickeln.

Die 15. Jahrestagung unter dem thema «den

wandel gestalten» findet am 14./15. oktober

2011 in triesenberg statt.

Informationen: www.alpenallianz.org

Veränderungen zu ermöglichen. «Die Alpen werden

auch noch in 1000 Jahren bestehen», betont

Rainer Siegele, der Vorsitzende des Gemeindenetzwerks

und Bürgermeister der Vorarlberger Gemeinde

Mäder, und fügt hinzu: «Ob sie dann auch

Lebensraum für den Menschen bieten, hängt von

uns ab.»

Einen derart langen Zeitraum

hat das Gemeindenetzwerk nicht im Fokus, sondern

möchte möglichst rasch entscheidende Weichen

für die Zukunft des Alpenraums stellen. Zum

Teil sind es kleine Schritte, die in der Summe aber

ein Mosaik ergeben. «Unser Engagement für eine

Allianz in den Bergen und Tälern der Alpen kann

die Lebensqualität verbessern», gibt sich der Bürgermeister

von Budola in Südtirol überzeugt. Die

Zukunft der Alpendörfer und anderer Berggebiete

auf der Welt basiert nach seiner Einschätzung auf

dem sozialen Bewusstsein und der Einsicht, die

verschiedenen Kulturen aufzuwerten und die Umwelt

zu respektieren.»

Drei Gemeinden aus Liechten-

stein mit dabei

Aus Liechtenstein gehören die

drei Gemeinden Triesenberg, Schaan und Mauren

dem Gemeindenetzwerk an. Im Verlaufe der Jahrestagung

2011 werden die drei Gemeinden eine

Exkursion für die Teilnehmer durchführen, um

zu illustrieren, dass auch in Liechtenstein an der

Umsetzung der Allianz-Ideen gearbeitet wird.

� Triesenbergs Vorsteher Hubert Sele wird Malbun

als wichtigstes Naherholungszentrum in

Liechtenstein zeigen, auf die Grenzen und Lösungsmöglichkeiten

bei der Erschliessung und

bei den Nutzungsansprüchen eingehen.


Zu den Hauptaufgaben des

Gemeindenetzwerks gehört, den

alpinen Lebensraum zukunftsfähig

zu gestalten.

Der Schaaner Vorsteher wird

Schaan als Arbeits- und Verkehrszentrum

vorführen und

die Ansprüche, Umsetzbarkeit

und Kompromisse bei der

Orts- und Zentrumsplanung

aufzeigen.

� In Mauren steht die Exkursion

unter der Führung von Vorsteher

Freddy Kaiser im Zeichen

des Nutzungsdrucks und Naturschutzes am Beispiel

des Waldes. Gezeigt werden soll vor allem

auch die Bedeutung der Zusammenarbeit in einem

grenznahen Raum, wie zwischen Liechtenstein

und Österreich.

Die Referate der Jahrestagung

befassen sich mit vorausschauender Raumentwicklung,

mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

im Tourismus, mit Energiefragen und nachhaltigem

Bauen. Die Teilnehmer, insbesondere

die Bürgermeister der Allianz-Gemeinden, sollen

wertvolle Anregungen für die Arbeit in ihrer Gemeinde

mit nach Hause nehmen können.

Zehn Leitsätze für die

zukünftige Entwicklung

Für Liechtenstein ist es gewiss

eine Auszeichnung, dass die «Allianz in den Alpen»

die Jahrestagung 2011 in Triesenberg durchführt.

Auch wenn sich bisher erst drei Gemeinden entschlossen

haben, bei der Alpen-Allianz mitzumachen,

wird damit doch in gewisser Weise dokumentiert,

dass Liechtenstein zu den Leitsätzen des

Gemeindenetzwerks steht, die von einem Grundgedanken

ausgehen: «Wir haben erkannt, dass eine

Foto: Marco Nescher

nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 21

von Rio langfristig der einzige Weg ist, unseren

Lebensstandard mit der natürlichen Umwelt im

Alpenraum in Einklang zu bringen.» Nach dem

Vorbild der Bibel mit den zehn Geboten hat die

Gemeinden-Allianz zehn Leitsätze verabschiedet,

die den Vorbild-Charakter der Allianz und die

Breitenwirkung unterstreichen, die Zusammenarbeit

und den Erfahrungsaustausch unter den

Gemeinden fordern sowie die Beteiligung der Bevölkerung

an den Entscheidungs-, Planungs- und

Umsetzungsprozessen festlegen.

Wirtschaftliche und soziale

Entwicklung

Im Jahresbericht 2010 werden einige

Aktivitäten der drei liechtensteinischen Allianz-Gemeinden

erwähnt, beispielsweise die Mitgliedschaft

beim Projekt «Energiestadt» oder die

Anstrengungen in den Dörfern für das soziale Zusammenleben

durch die Schaffung von Begegnungsräumen.

Ganz nach den Vorstellungen der

Allianz: Der Klimawandel sei nicht die einzige

Herausforderung, wichtig sei auch ein Gleichgewicht

zwischen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung!

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oktober 2011


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kopf porträt des monats

Gerhard Lehner

Volksbank AG Liechtenstein

Gerhard Lehner

«Liechtenstein – und die ganze umliegende

Region – ist ein wunderschöner Ort zum Leben»,

findet Gerhard Lehner. Der gebürtige Vorarlberger,

der die Gegend natürlich sehr gut kennt, ist seit 2010

CEO der Volksbank AG Liechtenstein

mit Sitz in Schaan. Beruflich

in Berührung gekommen mit

Liechtenstein ist Gerhard Lehner

schon um die Jahrtausendwende,

als er von 1998 bis 2001 als Finanzchef einer Firmengruppe

in Liechtenstein arbeitete. Seine Berufskarriere

verlegte er anschliessend in Richtung Osten,

zuerst nach Wien, dann nach Serbien und anschliessend

nach Bosnien. In dieser nach

dem Zerfall von Jugoslawien und

dem Krieg wirtschaftlich aufstrebenden

Region arbeitete er bei

Banken, baute Bankinstitute auf

und positionierte Banken im anvisierten

internationalen Umfeld.

Bevor sich Gerhard Lehner wieder

in seiner Heimat Vorarlberg

niederliess, war er in den Vor-

CEO Volksbank AG Liechtenstein stand der grössten Bankengruppe

in Bosnien aufgestiegen.

Grund für die Rückkehr in die Heimat war die Familie,

die sich mit zwei Buben um das Ehepaar Lehner

gebildet hatte. Heute wohnt die Familie Lehner

unweit der Liechtensteiner Grenze in Vorarlberg –

und Gerhard Lehner übt seine CEO-Funktion als

täglicher Grenzgänger in Schaan aus. Die Volksbank

AG Liechtenstein ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft

der Vorarlberger Volksbank, die 1997

als erste ausländische Bank in Liechtenstein gegründet

wurde. Gerhard Lehner und die Volksbank stehen

immer noch zu den Stärken und Vorteilen des

Finanzplatzes Liechtenstein, obwohl es auch schon

bessere Zeiten für Finanzinstitute gegeben hat: Stabilität,

Sicherheit, flexibles Handeln, breites Angebotsspektrum

und kurze Wege, internationale Vernetzung

– das sind für ihn die Hauptvorteile des Finanzplatzes

Liechtenstein. Gleichzeitig sind diese

Standortvorteile für ihn auch wichtige Faktoren für

oktober 2011

Foto: Volksbank AG Liechtenstein

auch für die Volksbank ist grosser Veränderungsbedarf

entstanden, den wir aber mit nachdruck vorantreiben

Kapital und Vermögen. Die Zeiten für Bankinstitute

sind in Liechtenstein nach der Steueraffäre, nach

den Diskussionen um das Bankkundengeheimnis

nicht einfach. Die Volksbank ist jedoch nicht auf ein

Segment fixiert, sondern mit Private Banking, Intermediär

Banking sowie im Wohnbaukreditbereich

und als Depotbank für Investmentfonds breit diversifiziert.

«Das Umfeld für die Ausübung unserer

Banktätigkeit hat sich sehr rasch verändert», blickt

Gerhard Lehner auf die vergangenen turbulenten

Jahre zurück, «womit auch für die Volksbank ein

grosser Veränderungsbedarf entstanden ist, den wir

aber mit Nachdruck vorantreiben.» Die Weichen

sind offenbar richtig gestellt worden, denn erste

Früchte können nach seiner Darstellung bereits geerntet

werden. Dabei geht nach seiner Einschätzung

die Entwicklung weiter: Der Umbau des Unternehmens

müsse konsequent weitergeführt werden, um

auch unter den sich verändernden Rahmenbedingungen

erfolgreich zu bleiben. Das besondere Augenmerk

liege auf der Qualitätssteigerung der Dienstleistungspalette

und beim Aufbau neuer Zielmärkte

in den osteuropäischen Schwellenländern. Wie sieht

Gerhard Lehner die Zukunft des Finanzplatzes

Liechtenstein? Die veränderten Rahmenbedingungen

haben nach seiner Ansicht alle Marktteilnehmer

gezwungen, ihre Strategien und Geschäftmodelle zu

überprüfen und entsprechend zu adaptieren, um

auch in Zukunft Erfolg zu haben. Eine Rückbesinnung

auf die eigentlichen Stärken des Finanzplatzes

sei sicher ein gutes Rezept: «Die aktuelle Situation

bietet aber auch viele Chancen: Je klarer und nachhaltiger

diese genutzt werden, um so erfolgreicher

werden die einzelnen Bankinstitute sein!» |


publireportage erdgas

Erdgas – für Wärme und Mobilität

Erdgas ist ein brennbares natürliches Gas, das mit Bohrlöchern

aus der Erde geholt wird. Zum überwiegenden Teil besteht

das natürliche Erdgas aus Methan, das aber auch bei

Gärungsprozessen entsteht, beispielsweise in den Kläranlagen

oder in der Nutztierhaltung.

erdgas oder biogas verfügen über breit gefächerte Anwendungsmöglichkeiten, von den

privaten Haushalten über Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen bis zum Strassenverkehr.

n Im Haushalt

Zum Heizen, Waschen, trocknen, kochen und backen. Zum betrieb von kleinen blockheizkraftwerken

zur erzeugung von Wärme und Strom für Wohnungen, einfamilienhäuser

oder Überbauungen.

n In der Wirtschaft

In der Industrie wird erdgas zur erzeugung von Prozess- und raumwärme sowie zur

Produktion von Wärme und Strom in Wärme-kraft-kopplungsanlagen eingesetzt.

Im Gewerbe kommt erdgas zum betrieb von bäckereien, Wäschereien, Gärtnereien oder

Autowaschanlagen zum einsatz. Aber auch einkaufszentren, restaurants und Hotels

werden mit erdgas geheizt und betrieben.

n Im öffentlichen Bereich

Vielfältig sind die einsatzmöglichkeiten auch im Dienstleistungssektor und im öffentlichen

bereich: Zum Heizen und zur Warmwasserproduktion von Schulhäusern, Altersheimen,

Spitälern, Schwimmbädern, Museen oder kirchen sowie zum klimatisieren von

bürohäusern.

n Sauberer fahren mit Erdgas-Biogas

erdgas-biogas ist eine sinnvolle und äusserst umweltfreundliche Alternative zu anderen

treibstoffen. Gegenwärtig bietet sich erdgas-biogas als echter und wirtschaftlicher

Problemlöser für emissionsentlastungen im Strassenverkehr an. erdgas-biogas-Fahrzeuge

geben 60 bis 95 Prozent weniger Schadstoffe als vergleichbare benzin- und

Dieselfahrzeuge an die Umwelt ab. Auch die Anlieferung von erdgas-biogas zu den

tankstellen erfolgt umweltfreundlicher über das Gasleitungsnetz und nicht über den

Strassenverkehr.

Wärme und Mobilität

LGV

Liechtensteinische Gasversorgung

Im rietacker 4

9494 Schaan

telefon +423 236 15 55

e-Mail: lgv@lgv.li

Informationen: www.lgv.li


20

21

Von Günther Meier

kultur

Das Abenteuerspielplatz

Zwischengeschoss

zum rund Himmel um den Walensee

«Freude an der Kunst hat mich

ein Leben lang begleitet», blickt Hanny Frick zurück

und richtet gleichzeitig den Blick nach vorne:

«Andere daran teilhaben zu lassen, ist mein Anliegen.»

Hanny Frick ist Kunstsammlerin und Stifterin.

Sie hat die «Mezzanin Stiftung für Kunst» errichtet,

die den Zweck hat, die über Jahre von der

Stifterin gesammelten Werke der

malereien und plastiken bil- Allgemeinheit dauerhaft zugänglich

zu machen. Die Stiftung

den das herzstück der samm- sieht auch vor, dass Werke aus der

lung, aber auch fotografien

Sammlung öffentlichen präsentiert

werden, entweder in eigenen

und objekte sind vertreten Ausstellungen oder über den

Leihverkehr mit Museen oder

ähnlichen Institutionen. Interessierte konnten bereits

einen Einblick in die Sammlung im Schauraum

der Stiftung erhalten, doch nun zeigt das

Kunstmuseum Liechtenstein erstmals einen bedeutenden

Überblick über die weit gespannte Kunstsammlung,

die Malereien und Plastiken, Fotografien

und Objekte sowie grafische Arbeiten umfasst.

Darunter befinden sich auch Werke aus aussereuropäischen

Kulturen, vor allem aus Afrika. Diese

ausstellung mezzanin

das kunstmuseum liechtenstein bietet regelmässig raum für ausstellungen

aus der sammlung des fürsten und von privatsammlungen. im oktober zeigt

das kunstmuseum erstmals einen auszug aus der mezzanin stiftung für kunst

– eine sammlung aus liechtenstein.

Die Mezzanin Stiftung für kunst umfasst Malereien und Plastiken,

Fotografien und objekte sowie grafische Arbeiten. Stifterin und

Sammlerin ist die Liechtensteinerin Hanny Frick. In einem Schauraum

im Alten riet in Schaan finden regelmässig Ausstellungen aus

der Sammlung in kleinerem rahmen statt.

Die Vernissage findet am 27. oktober 2011 statt. Die Ausstellung im

kunstmuseum Liechtenstein dauert bis 26. Februar 2012.

www.mezzanin.li

Sammelstücke repräsentieren nach Einschätzung

des Kunstmuseums jene Kunst, die der westlichen

Kunst seit dem Beginn der Moderne viele Anregungen

lieferte. Die Ausstellung im Kunstmuseum

wird das besondere Anliegen der Stifterin und

Sammlerin Hanny Frick aufnehmen, einen interkulturellen

und ästhetischen Kontext zu schaffen,

in dem die einzelnen Werke zueinander wirken.

Ein besonderes Merkmal der Frick-Sammlung, das

ebenfalls hervorgehoben werden soll, bildet die Gegenüberstellung

von international Anerkanntem

mit bislang wenig Bekanntem.

Regionale und internationale

Kunstschaffende

Die Stiftung selbst definiert die

Sammlung, die auf besonderen Vorlieben der Stifterin

und Sammlerin beruht, auf ähnliche Art und

Weise: «In der Sammlung der „Mezzanin Stiftung

für Kunst“ finden sich Werke regionaler als auch

internationaler Kunstschaffender. Der Schwerpunkt

der Sammlung liegt in der zeitgenössischen

Kunst. Malereien und Plastiken bilden das Herzstück

der Sammlung, aber auch Fotografien und

Objekte sind vertreten. Der umfassende graphische

Teil beinhaltet auch Mappenwerke in Kassetten

und bibliophile Bücher.»

Leidenschaft und Begeisterung

für Kunst

Akzente setzen in der Sammlung

die persönlichen Fundstücke von Hanny Frick, die

der Stiftung und Sammlung einen besonderen Namen

gegeben hat: Mezzanin! Der Begriff stammt

aus dem Italienischen (mezzo = halb) und bezeichnet

in der Architektur ein Halb- oder Zwischen-


geschoss bei einem mehrstöckigen Gebäude. Für

Hanny Frick hat Mezzanin eine weitere besondere

Bedeutung: «Kunst ist das Zwischengeschoss zum

Himmel». Der Umfang der Sammlung deutet auf

ihre Leidenschaft und Begeisterung für Kunst hin,

die Auswahl auf ihr Anliegen, möglichst in direkten

Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern zu

treten. Zeitgenössische Kunstschaffende aus Liechtenstein

und der Region sind deshalb gut vertreten:

Werner Marxer, Brigitte Hasler, Stefan Sprenger,

Evi Kliemand, Gertrud Kohli, Martin Frommelt,

Eva Frommelt, Sunhild Wollwage. Namen wie Joseph

Beuys, Eduardo Chillida oder Antoni Tapies

weisen auf die Internationalität der Sammlung hin.

Die Liste enthält auch Künstler wie Anton Frommelt,

Max Bill, Karl Bickel, Ferdinand Hodler,

Friedrich Dürrenmatt und Gottfried Honegger.

Ankäufe auch von nichtetabliertem

Kunstschaffen

Die Liebe zur Kunst entdeckte

Hanny Frick schon in jungen Jahren, die von ihrem

kunstinteressierten Vater gefördert wurde. In den

Jahren 1956–1964 nahm sie Kunstunterricht bei

Pfarrer Anton Frommelt, um ihre künstlerischen

Fähigkeiten und Neigungen weiter zu entwickeln.

Schon während dieser Kunstausbildung begann sie

mit dem Sammeln von Kunstwerken. Im liechtensteinischen

Kulturleben ist Hanny Frick aber auch

auf der anderen Seite verankert. Sie gehört zu den

Gründungs- und Vorstandsmitgliedern der Liech-

tensteinischen Kunstgesellschaft Erstmals zeigt das Kunstmuseum

und war Mitglied des früheren Liechtenstein einen Auszug aus

Kulturbeirats der Regierung, wo- der Sammlung Mezzanin in einer

mit sie sich viele Jahre für das

Sonderausstellung.

Kulturleben in Liechtenstein mit

ihren Ideen, Kenntnissen und Vorstellungen einbringen

konnte. Kulturförderung betrieb Hanny

Frick jedoch nicht nur im institutionellen Bereich,

sondern aus persönlicher Leidenschaft. Mit dem

Ankauf von Kunst und insbesondere mit dem Kauf

von nicht etabliertem Kunstschaffen – was in der

Ausstellung im Kunstmuseum Liechtenstein jetzt

erstmals gezeigt wird. |

oktober 2011

Foto: kunstmuseum Liechtenstein


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gesellschaft

Lions Club Liechtenstein

Für eine bessere Welt!

Die beiden früheren Lions- Die internationale Vereinigung

Präsidenten Peter Rutz und Sven der Lions-Clubs begann 1917 als

Beham übergeben die Lions- Vision von Melvin Jones, einem

Glocke dem neuen Präsidenten Geschäftsmann aus Chicago. Er

Donath Öhri.

war der Überzeugung, dass Geschäftsclubs

ihren Horizont über

rein kommerzielle Belange hinaus erweitern und

sich für ein besseres Gemeindeleben und eine bessere

Welt einsetzen sollten. Eines der Ziele, die in

den ersten Jahren verankert wurden, war: «Kein

Club soll die Bereicherung seiner Mitglieder zum

Ziel haben.» Dieses Streben nach gemeinnütziger

Arbeit ist bis heute einer der Hauptgrundsätze der

Vereinigung. Die international tätige Institution ist

mit über 1,3 Millionen Mitgliedern in 46’148 Clubs

aus 205 Ländern und Gebieten die mitgliederstärkste

Service-Cluborganisation der Welt.

Die Haupttätigkeiten der Clubs sind – meist

nichtöffentliche – Vortragsveranstaltungen und

Gesprächsrunden. In der Öffentlichkeit treten Lions

Clubs hauptsächlich im Zusammenhang mit

sozialen Aktivitäten und Spendenaktionen auf, so

zum Beispiel:

n Sight-First-Activity: globales Programm zur Bekämpfung

der vermeidbaren Blindheit.

n Kindergarten Plus: Programm zur Förderung

der kindlichen Persönlichkeit bei Kindergarten-

Kindern.

oktober 2011

Foto: Lions Club

n Klasse 2000: Programm zur Suchtprävention

bei Grundschul-Kindern.

n Lions-Quest-Activity: Programm zur Förderung

der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen.

n Internationale Jugendcamps/Jugendaustausch.

n SODIS: eine Methode der solaren Trinkwasserdesinfektion,

die durch Lions Clubs International

gefördert wird.

n Musikwettbewerb: Internationale Förderung talentierter

Jugendlicher.

Als am 13. Juni 1953 durch Guido Feger, Prinz

Konstantin von Liechtenstein, Friederich Ritter,

Willy Hangarter und Walter Keicher der Lions Club

Liechtenstein aus der Taufe gehoben wurde, war

dieser Club einer der frühen Clubs in Europa und

kann somit auch stolz in zwei Jahren sein 60-jähriges

Jubiläum feiern.

Bald 60 – dabei rundum vital und aktiv. Die

40 Lions geniessen die gelebte Freundschaft und

Zusammenarbeit zwischen Generationen und über

Generationen hinweg. Die letzte Activity kam

Kriegswaisen in Burundi zugute – damit unterstützen

die Liechtensteiner Lions die Arbeit der Schönstadt-Padres

in Ostafrika. Dank der Zusammenarbeit

mit dem FC Vaduz sowie dem Boccia-Club

Liechtenstein wurden 60'000 Fr. für den Ausbau eines

Wohnheims sowie einer Ausbildungswerkstätte

gesammelt. Das aktuelle Lions-Engagement gilt

dem Special Olympics Team Liechtenstein.

Grosse Ereignisse zeichnen sich zum 60-jährigen

Jubiläum der Lions ab. Dann soll das gesamtschweizerische

Lions-Treffen, National Convention

mit über 800 Delegierten, im Mai 2013 in Liechtenstein

stattfinden. Eine wunderbare Gelegenheit,

unser Land den Schweizer Lions attraktiv zu präsentieren.

Die Liechtensteiner Lions sind zudem

Götti-Club der Clubs LC Bündner Herrschaft, LC

Werdenberg sowie des neu gegründeten LEO Clubs

Alvier, der Club für engagierte Jugendliche aus der

Region. Zudem pflegt Lions Liechtenstein eine

Partnerschaft mit dem LC-Wimsheim Heckengäu

bei Pforzheim. |


5. Oktober 1961

Neues Gesetz über die Landesbibliothek

Die Landesbibliothek, die dieses

Jahr das 50-jährige Bestehen feiern

kann, hat den Status einer

Nationalbibliothek und sammelt

nach dem gesetzlichen Auftrag

alles, was von Liechtensteinerinnen

oder Liechtensteinern geschrieben,

gedruckt oder verlegt

wurde. Ebenso wird gesammelt,

was über Liechtenstein als Druckwerk

erscheint. Zur Sammlung

gehören auch alle Bild- und Tondokumente,

die mit Liechtenstein

zu tun haben. Die Geburtsstunde

der Landesbibliothek

schlug am 5. Oktober 1961, als das «Gesetz betreffend

die Errichtung einer Liechtensteinischen Landesbibliothek»

in Kraft trat. Mit der Schaffung einer

Landesbibliothek aber hatten sich schon vorher

private Kreise Gedanken gemacht. Im Jahre 1956,

als das Jubiläum «150 Jahre Souveränität» gefeiert

wurde, bildete sich ein Komitee zur Errichtung

einer öffentlichen Bibliothek, dem Hilmar Ospelt,

Edwin Nutt, Arthur Vogt, Herbert Hartmann und

Walter Oehry angehörten. Das Komitee hatte Erfolg

mit seiner Idee: Der Landtag nahm den Gedanken

auf und unterstützte gleichzeitig auch den Wunsch

des Historischen Vereins zur Schaffung eines Regierungsarchivs.

Bei der Errichtung der Landesbibliothek

bewies das Parlament Sinn für historisch

bedeutsame Schritte: Das Gesetz über die Landesbibliothek

wurde am 5. Oktober 1961 verabschiedet,

dem 40. Jahrestag der Verfassung von 1921. Schon

1962 nimmt die Liechtensteinische Landesbibliothek

ihre Tätigkeit unter der Leitung von Bibliothekar

Robert Allgäuer auf. Standort ist der erste Stock

im alten Realschulgebäude im Städtle in Vaduz, das

am 2. Dezember 1970 abgebrochen wurde. Für die

Bücher standen drei Räume zur Verfügung. Zwei

Jahre zuvor kann die Bibliothek im 1. Stock des

AHV-Gebäudes einen neuen Standort beziehen, der

zuerst als «Zwischenlösung» geplant war, inzwischen

aber mit der Erweiterung auf mehrere Stock-

Foto: Landesarchiv

Vor 50 Jahren

werke zu einer Dauerlösung ge- Grosse Nachfrage in der neuen

worden ist. Die Bibliothek konn- Landesbibliothek, die 1961 in

te sich über Nachfrage nicht be- der alten Realschule in Vaduz

klagen, denn schon zwei Jahre

eröffnet wurde.

nach Eröffnung holte der 1000.

Leser einen Ausweis. Die Benutzerschar erweiterte

sich stetig, so dass 1974 schon der 5000. Leserausweis

ausgestellt werden konnte – an Lotti Hagmann

aus Sevelen. Heute sammelt und vermittelt die Landesbibliothek

nach eigenen Angaben «Geschriebenes,

Klingendes und Bildliches für Studium, Information

und Unterhaltung» in einer Freihand- und

einer Magazinbibliothek. Im Präsenzbereich der

Freihandbibliothek stehen Lexika und Nachschlagewerke,

Liechtenstein-Bücher und Zeitschriften.

Die liechtensteinischen Zeitungen der letzten Jahre

liegen gebunden auf, frühere Jahrgänge können per

Mikrofilm angeschaut werden. Im Lesesaal steht

ein breites Angebot an Tages- und Wochenzeitungen

zur Verfügung.

Das Angebot wurde ständig den Anforderungen

der Gesellschaft und den Wünschen der Benutzer

angepasst: Zu den wichtigsten Stationen zählen

dabei die Ausleihe von Videos seit 1988, die Erweiterung

des Medienangebotes durch CD-ROMs

1996 und der Internet-Auftritt 1997. Der Gesamtbestand

der Landesbibliothek ist auf weit über 200'000

Medien angewachsen. |

oktober 2011

23


24

25

Von Michael Fasel

uno-Jahr des waldes

Wildgerechter Abenteuerspielplatz Wald und

waldgerechter rund um den Walensee Wildbestand

Der Wald bedeckt rund 42 % der

Landesfläche Liechtensteins. Er ist mit Abstand der

vielfältigste und wegen seiner Grösse der ökologisch

wertvollste Lebensraum unseres Landes. Er

ist im Gegensatz zum flachen Offenland dreidimensional

aufgebaut, was ihn so

durch die Jagd müssen wild-

vielfältig macht. Eine alte Eiche

zum Beispiel kann bis zu zweibestände

so reguliert werden, tausend verschiedene Kleintierarten

beherbergen. Entsprechend

dass keine untragbaren

empfindlich reagiert das «Öko-

frassschäden entstehen system Wald» auf menschliche

Eingriffe und Nutzungen. Die

Jagd auf Wildtiere ist eine solche Nutzungsform. Sie

reguliert u.a. die Bestände der grossen Pflanzenfresser

Hirsch, Gams und Reh. Diese wiederum haben

einen entscheidenden Einfluss auf die Waldvegetation

und die Waldfunktionen. Anfangs des

20. Jahrhunderts wanderten Hirsche nach der Beinaheausrottung

wieder in die Alpen ein. Die fast

verschwundenen Bestände von Gams und Reh

wild und wald bilden oft zwei gegensätze. wird der wald zu stark geschützt,

hat das wild keinen platz. nimmt das wild überhand, so kann sich der wald

nicht entwickeln. die forderung lautet: wildgerechter wald und waldgerech-

ter wildbestand.

fotowettbewerb «unser wald»

Beitrag der liecht. Regierung zum UNO-Jahr des Waldes

RegieRung

Die blickwinkel auf den Wald sind so vielfältig wie seine

des FüRstentums Liechtenstein

besucher. Der eine sieht den Wald als Lebensraum für Pflanzen und tiere, der andere

als Arbeitsplatz oder erholungsraum. Der Veranstalter freut sich deshalb auf faszinierende

bilder vom heimischen Wald in allen seinen Facetten und im Spiegel der Jahreszeiten.

Die Aufnahmen müssen in Liechtenstein oder im rheintal entstanden sein.

einreichung der bilder

Max. 10 bilder per e-Mail oder CD an: info@awnl.llv.li

Amt für Wald, Natur und Landschaft, Fotowettbewerb

Wald, Dr. Grass-Strasse 12, 9490 Vaduz,

Die bildgrösse muss mindestens 6 Megapixel betragen.

Die bilder in der grössten Auflösung im JPeG-

Format (.jpg) einsenden. Weitere Informationen und

beispiele eingesandter bilder auf www.awnl.llv.li.

einsendeschluss: 31. oktober 2011

fotoausstellung

Die prämierten einzelfotos und Schulklassen-Port-

folios werden ende 2011 an einer Fotoausstellung

präsentiert.

wuchsen wieder an. Die Wiederansiedelung des

Steinbocks in der Schweiz begann. Mit dem Jagdgesetz

von 1962 wurde die Regulierung und die

Hege und Fütterung des Wildes in Liechtenstein gesetzlich

geregelt. Eine Hochblüte der Wildbestände

folgte. Über eintausend Gämsen, rund siebenhundert

Hirsche und etwa gleich viele Rehe bevölkerten

in den 1980er-Jahren unsere Landschaft. Zuviel für

den Liechtensteiner Wald. Erst mit der Erhöhung

der Abschusszahlen in den 1990er-Jahren und mit

dem Verbot der intensiven Winterfütterung 2004

kam eine erste Entlastung, aber noch keine befriedigende

Lösung für den Wald. Die Wildschaden-

situation im Schutzwald wurde 2009 wie folgt bewertet:

Die Baumartenmischung wird als gut eingestuft,

die Stabilität und die Strukturierung als

mässig, die Verjüngung als ungenügend. 28 % der

Fläche weisen einen tragbaren, 72 % einen untragbaren

Zustand auf. Wenn der Jungwald nicht zeitgerecht

die Aufgaben des Altbestandes übernehmen

kann, gibt es unverantwortbare Lücken im

Schutzwald. Darum muss bei der

Waldbewirtschaftung und bei

der Anpassung der Wildbestände

der Sicherung des Waldnach-

wuchses künftig absolute Priorität

eingeräumt werden. Warum

schaden Wildtiere wie Hirsch,

Gams und Reh dem Wald? In

einem Wald mit geschlossenem

Kronendach befindet sich über

95 Prozent der grünen, pflanz-

lichen Biomasse in den Baumkronen

ausserhalb der Erreichbarkeit

der grossen Pflanzenfresser.

Ein solcher Wald erträgt kei


nen Äsungsdruck durch grosse Pflanzenfresser, nur

1 bis 2 % stehen hier als Nahrung am Boden zur

Verfügung. Auf einer Wiese hingegen wachsen

hauptsächlich Pflanzen, wie die Gräser, die unterirdische

Fortsätze und Triebe bilden, die durch das

Abfressen nicht geschädigt werden. Gräser wachsen

trotz Verbiss weiter, Bäume und Sträucher können

das nicht. Erreicht ein Wildtier seine Nahrung wegen

menschlicher Störung nicht auf offenen Wiesen

oder am Waldrand, äst es innerhalb des Waldes.

Kommt in einem Wald mit geschlossenem Kronendach

zu wenig Licht auf den Boden, fehlen Kräuter

und Gräser. Dann werden Baumkeimlinge, Zweigtriebe,

Rinde und Knospen gefressen, was das

Wachstum des Baumes oder des Strauches hemmt

und mit der Zeit zum Absterben der Pflanze führt.

Im Winter braucht das Wild Ruhe

Wo liegt die Lösung dieses Problems?

Die einfachste Formel ist: Ein wildgerechter

Wald und ein waldgerechter Wildbestand. Das

heisst, dass innerhalb des Waldes Auflichtungen

geschaffen werden, die eine genügende Menge von

Kräutern aufkommen lassen. Es können an geeig-

zur person

Michael Fasel, Jahrgang 1957, ist Wildbiologe/Ökologe und Jäger. er

arbeitete von 1985 bis 2010 im Amt für Wald, Natur und Landschaft

in den bereichen Naturschutz und Jagd und betreute die Naturkundliche

Sammlung des Landes. Seit Januar 2011 ist er Inhaber des

Ökobüros «econat» in triesen. econat@adon.li

Foto: Franz Fasel

Basthirsche am Schönberg –

Wildtiere äsen auch tagsüber im

Freien, wenn sie Ruhe haben.

neten Stellen im Wald Äsungsflächen

geschaffen werden, die

als Waldwiese gepflegt werden

und dem Wild zur Verfügung stehen. Ansätze dazu

sind im Liechtensteiner Wald bereits vorhanden.

Waldränder sollen gegen den Wald hinein stufig

zurückgeschnitten und mit offenen Buchten versehen

werden. Vor allem im Winter muss das Wild

Ruhe haben. Die Freizeitnutzer im Wald sollen darüber

informiert und wenn nötig sollen Wildruhezonen

dort geschaffen werden, wo sie dem Wild

auch etwas nützen. Durch die Jagd müssen Wildbestände

so reguliert werden, dass keine untragbaren

Frassschäden entstehen. Das ist möglich, aber nicht

so einfach, weil Wildtiere durch intensive Bejagung

immer scheuer werden. Zudem muss darauf geachtet

werden, welche Wildtiere man schiesst. Bei Rudeltieren

wie Hirsch und Gams spielt der artgerechte

Altersaufbau in der Population eine entscheidende

Rolle. Dieser darf nicht durch Falschabschüsse

zerstört werden. Hier richtet sich die Jagd vor allem

auf Jungtiere und nicht dominante Alttiere. Bei

Rehen, einem Einzelgänger ohne Rudelbildung, ist

dieser Faktor weniger wichtig. Rehe und Gämsen

sind standorttreu und können immer wieder am

gleichen Ort angetroffen und bejagt werden. Hirsche

sind ausgesprochene Fluchttiere und sind nur

schwer in Anblick zu kriegen, was die Jagd kompliziert

und aufwendig macht. Intervalljagden sind

hierfür förderlich, wo kurzzeitig intensiv gejagt

wird und dann längere Zeit wieder Ruhe herrscht.

Es ist wichtig, dass die Waldnutzer von Seiten des

Holzes und der Wildtiere solidarischer und zielgerichteter

zusammenarbeiten. Denn beide verfolgen

letztendlich das gleiche Ziel: Ein ökologisch ausgewogener,

funktionierender Naturhaushalt. |

oktober 2011


26

27

Von Günther Meier

wirtschaftsgeschichte

Spezialisiert

Abenteuerspielplatz

auf rund Design-keramik

um den Walen-

die keramik werkstatt schaedler ag in nendeln zählt zu den

ältesten gewerblichen und industriellen betrieben in liech-

tenstein. das unternehmen, das auf design-keramik speziali-

siert ist, kann dieses Jahr das 175-jährige bestehen feiern.

Die Keramik Werkstatt Schaedler

verbindet altes Wissen mit modernem Lebensstil.

Was Designer entwerfen, formen Töpfer zu

Gefässen in schnörkelloser Form, matt glasiert und

elegant in den Farben. Dahinter steckt aber nicht

nur Design, sondern auch eine Verneigung vor der

Umwelt, denn alles wird aus EM-

X-Keramikpulver gefertigt, das

keramische gegenstände sind

die Energie der Effektiven Mik-

nicht mehr allein zweckroorganismen (EM) nutzt. Lifestyle

und uraltes Handwerk bemässig,

sondern von designergegnen

sich in der Schaedler Kehand

entworfen – unserem ramik auch bei der Produktion

der Stabkacheln für moderne

lifestyle entsprechend

Kachelöfen, die neue Möglichkeiten

für Design und Funktionalität

in Verbindung mit modernen Heizsystemen

eröffnen. Hightech-Wissen und behaglich-moderner

Lebensstil bilden beim Ofenbau keine Gegensätze

mehr: Designer, Keramiker und Ofenbauer

schaffen gemeinsam, was Philipp Eigenmann als

«Wärmemöbel» bezeichnet.

Philipp Eigenmann führt das

Unternehmen in fünfter Generation, das vor 175

Jahren gegründet wurde. Das damalige Oberamt in

Vaduz erteilte Philipp Albert Schaedler 1836 die Bewilligung

zur Führung einer Hafnerwerkstätte im

neu erbauten Haus Nr. 3 in Nendeln. Der Firmengründer

hatte das Hafnerhandwerk in Deutschland

erlernt und nach Liechtenstein gebracht. Der Aufbau

dieses Betriebs, der ein Jahrhundert später der

Industrie- und Handelskammer angehörte, erfolgte

zu einer Zeit, als die Welle der Industrialisierung

das bäuerliche Fürstentum Liechtenstein noch

nicht erfasst hatte. Erste Ansätze zu einer Industrialisierung

wurden erst nach dem Abschluss des

Zollvertrags zwischen Österreich

und Liechtenstein im Jahre 1852

erkennbar, als sich mit dem Einbezug

des kleinen Landes in den grossen Wirtschaftsraum

des angrenzenden österreichischen

Kaiserreichs neue Möglichkeiten eröffneten. Im

Unterschied zu den in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts von schweizerischen Fabrikanten

aufgebauten Baumwollspinnereien und Baumwollwebereien,

die zum grössten Teil für den Export

arbeiteten, produzierte die Hafnerwerkstatt Schaedler

zuerst für den heimischen Bedarf. Erst später, als

in der Werkstätte neben den Ofenkacheln auch Geschirr

für den bäuerlichen Haushalt hergestellt

wurde, erschloss sich Philipp Albert Schaedler auch

Absatzgebiete ausserhalb Liechtensteins – in der

Schweiz, in Österreich und Süddeutschland.

Bescheidene Anfänge – rasche

Expansion ins Ausland

Die Anfänge des Unternehmens

waren bescheiden und hart, wie auch einer Schilderung

der damaligen Fabrikation hervorgeht: «Der

von Hand gestochene Lehm wurde aufgeweicht, gesiebt,

gereinigt und in Schüsseln oder Bottichen bis

zur richtigen Festigkeit getrocknet. Um eine gleichmässige

Verdichtung zu erzielen, wurde er mit Sicheln

und Drähten fein zerschnitten und schliesslich

mit den blossen Füssen geknetet. Die aus dem

vorbereiteten Ton geformten Kacheln wurden in

einem Holzofen im direkten Feuer bei etwa 1000

Grad Celsius während rund 40 Stunden gebrannt.

Um die richtige Temperatur zu erreichen, benötigte

man 12 bis 15 Kubikmeter Holz.» Eine Spezialisierung

wie heute war damals noch unbekannt, so

dass Philipp Albert Schaedler nicht nur die Ofenka


cheln herstellte, sondern auch die Kachelöfen selbst

baute. Kachelöfen aus Nendeln wurden in einem

weiten Umkreis in der schweizerischen und österreichischen

Nachbarschaft und gar in Deutschland

aufgestellt. Der innovative Unternehmer war aber

nicht nur um die Erweiterung der Absatzgebiete besorgt,

sondern strebte laufend Neuerungen im Betrieb

an: So wurde die Schlemmarbeit des Tones mit

Wasserkraft bewerkstelligt und zur Aufbereitung

ein so genannter Göpel aufgebaut, eine Drehvorrichtung,

die von Pferden bewegt werden konnte.

Den Standort Nendeln hatte Philipp

Albert Schaedler für sein Handwerk deswegen

ausgesucht, weil damals in Nendeln eine Ziegelei

des Fürsten bestand, die auf dem Ortsteil «Ziegelmahd»

unterhalb der Bahnlinie die Lehmvorkommen

verwertete. Dort sah er die Möglichkeit, den

Rohstoff für das Hafnergewerbe gewinnen zu können.

Als 1918 die fürstliche Ziegelei zum Verkauf

angeboten wurde, erwarben die «Gebrüder Schaed-

ler», die drei Söhne des Firmengründers, die neben

der Hafnerwerkstätte liegende Ziegelfabrik, führten

die Produktion aber nicht weiter.

Erfolg bei der ersten Liechten-

stein-Ausstellung

Als 1863 die «1. Landwirtschaftliche

Ausstellung im Fürstentum Liechtenstein»

durchgeführt wurde, beteiligte sich auch Philipp

Albert Schaedler mit seinen neuen Produkten. Die

Liechtensteiner Landeszeitung schrieb damals in

einem Bericht über die Ausstellung: «Ebenso rühmenswert

sind die Erzeugnisse des Hr. A. Schaedler

Foto: keramik Werkstatt Schaedler

Keramik ist Kunsthandwerk

und orientiert sich am Lifestyle

der jeweiligen Zeitepochen.

in Nendeln aus dem Gebiete der

Hafnerei und Ofnerei. Drainage-

Röhren werden von ihm aufs

Beste geliefert, noch vorzüglicher aber sind seine

Modellierarbeiten für Ofenverzierungen und die

Glasur der Ofenkacheln; einige Muster mit weisser

Glasur waren von tadelloser Reinheit und Gleichförmigkeit.»

Ein Jahr danach trat die Firma an einer

Ausstellung in München auf: Es war der erste

Auftritt eines Liechtensteiner Unternehmens an

einer internationalen Ausstellung im Ausland.

Änderungen des Lebensstils

beeinflussen Produktion

Der Lauf der Geschichte, einzelne

Ereignisse und Veränderungen des Lebensstils haben

das inzwischen 175 Jahre bestehende Unternehmen

nicht unberührt gelassen und immer wieder zu

Veränderungen in Produktion und Ausrichtung veranlasst.

Eine erste Bewährungsprobe war der Erste

Weltkrieg, gefolgt von den wirtschaftlichen Problemen

der Nachkriegszeit und der Weltwirtschaftskrise,

deren Folgen mit dem Abschluss des Zollvertrags

mit der Schweiz etwas abgemildert wurden.

Eine weitere Herausforderung bildete die Einführung

der Zentralheizung, die das Geschäft mit den

Kachelöfen fast zum Erliegen brachte. Die Keramik

Werkstatt Schaedler wandte sich deshalb verstärkt

der Fabrikation von Kunstkeramik zu. Erst die Ölkrise

der 1970er-Jahre und vor allem der moderne

Lebensstil, der behagliches Wohnen bevorzugt,

brachte eine Renaissance der Kachelöfen. Ofen-

kacheln aber sind heute, wie andere keramische

Gegenstände für den Alltagsgebrauch, nicht mehr

allein zweckmässig, sondern von Designerhand entworfen

– unserem Lifestyle entsprechend. |

oktober 2011


28

rätsel-spass

kreuzworträtsel oktober 2011

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Oktober 2011

Ausstellungen

Beispiel Schweiz.

Entgrenzungen und Passagen als Kunst

30. September 2011 bis 15. Januar 2012

Führungen

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 18 Uhr

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 18 Uhr

Sammlung Mezzanin Stiftung für Kunst

28. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012

Vernissage

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 18 Uhr

Veranstaltungen (Auswahl)

Samstag, 1. Oktober 2011, 18 – 01 Uhr

Sonderveranstaltung

ORF Lange Nacht der Museen

Donnerstag, 13. Oktober 2011, 18 Uhr

Atelier Berlin

Patrick Kaufmann

Künstler berichten von ihren Berlin-Erfahrungen

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 14 – 16 Uhr

Kunst 60+

Die Ausstellung « Beispiel Schweiz »

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KUNSTMUSEUM

LIECHTENSTEIN


30

schlusspunkt

Andrea Matt

Mehr Lebensqualität

Auto fahren wird teuer. Die Energiepreise steigen.

Alles wird mehr kosten, weil in allem Energie steckt. Wer sich jetzt umstellt

und darauf einrichtet, möglichst wenig Energie zu verbrauchen,

wird in wenigen Jahren schon zu den Gewinnern gehören. Zwei Wege

führen Private wie Unternehmen

zum Ziel. Energie-Effizienz ist wer mit dem rad statt mit dem auto zur arbeit fährt,

beliebt, weil sich damit bequem

Energie einsparen lässt. Der alte lebt gesünder, spart geld und das abendliche fitness-training

Kühlschrank wird einfach gegen

einen neuen mit einem geringeren Strombedarf eingetauscht. Reines

Effizienzdenken verführt aber auch zu einem Mehrverbrauch. Weil

der neue Kühlschrank so umweltfreundlich ist, kann man ja guten Gewissens

einen grösseren kaufen. Und schon ist die Einsparwirkung verpufft.

Dieser sogenannte Rebound-Effekt lässt sich

auch beim Autokauf beobachten. Moderne Fahrzeuge

sind zwar energieeffizienter, aber grössere Autos

und mehr davon lassen den Energieverbrauch

insgesamt trotzdem steigen. Wenn er gesenkt werden

soll, braucht es ergänzend einen energiebewussteren

Lebensstil, also Energie-Suffizienz. Unsere

Gesellschaft steckt im Wachstumsdenken fest. Mehr

und grösser wird als besser empfunden. Dabei ist

weniger vielfach mehr. Wer mit dem Rad statt mit

dem Auto zur Arbeit fährt, kommt nicht nur ent-

Andrea Matt

spannter und ohne Stau oder Parkplatzsuche an. Er

Geschäftsführerin der LGU lebt zudem gesünder, spart Geld und das abendliche

Fitness-Training. Veränderungen des Lebensstils

können von der Politik angestossen werden. Weil Energie knapp und

teuer werden wird, muss die Politik jetzt rasch und mutig handeln. Sie

sollte mit einem System des Förderns und Forderns arbeiten, beispielsweise

den Umstieg vom Auto leicht machen, indem bequeme Alternativen

gefördert und die Subventionen für den Autoverkehr abgebaut

werden. Dass unsere Regierung mit Hochdruck an der S-Bahn FL-A-

CH arbeitet und damit eine gute Anbindung Liechtensteins in die Region

schaffen will, ist für die Zukunft nur von Vorteil. Die S-Bahn fördert

den Wirtschaftsstandort, da Berufstätige schnell und günstig ihren

Arbeitsplatz erreichen können. Weniger Autoverkehr verringert

den CO2-Ausstoss, lässt die Luft sauberer und macht weniger Lärm. Da

wir Menschen auf eine intakte Umwelt, aber auch eine funktionierende

Wirtschaft angewiesen sind, sind derartige Projekte beispielhaft gut.

Nachhaltiges Handeln, also ökologische, soziale und ökonomische Aspekte

gleichermassen achtendes Handeln, macht alle zu Gewinnern:

Wirtschaft, Umwelt, vor allem aber die Menschen. |

oktober 2011

Foto: LGU


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Dienstag, 18. Oktober 2011, 17.30–19.30 Uhr,

Gasthaus Adler, Herrengasse 2, FL-9490 Vaduz

Programm

Begrüssung

durch Jürgen Wagner, LL.M., Rechtsanwalt, geschäftsführender

Herausgeber liechtenstein-journal

Hauptvortrag

Rechtsanwalt und Mediator Dr. Helmut Schwärzler, MM.,

Schaan «Schiedsgerichtsverfahren und Mediation

als Alternativen zur öffentlichen Gerichtsbarkeit»

Podiumsdiskussion

Alle Veranstaltungsteilnehmer sind anschliessend zu einem

Apéro eingeladen, offeriert vom Verein für Mediation

Liechtenstein

Anmeldung

Name

Vorname

Firma

Adresse

PLZ/ Ort

Ich/wir melde/n mich/uns an

Anzahl Personen E­Mail:

Kosten

Abonnent/in des liechtenstein-journal

(CHF 78.– je Teilnehmer)

Mitglied des Vereins für Mediation Liechtenstein

(CHF 78.– je Teilnehmer)

Übrige Teilnehmer (CHF 198.–, inkl.

ein Jahresabonnement liechtenstein-journal)

Zutreffendes bitte ankreuzen

Der Teilnehmerbeitrag wird nach Anmeldung in Rechnung gestellt.

Anmeldungen per Mail: redaktion@liechtenstein-journal.li

Für telefonische Anmeldungen: +423 239 50 50.

Ort / Datum

Unterschrift

Bitte Talon ausfüllen und bis spätestens 14.10.2011 einsenden an:

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4‘000

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Werner Frei

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