Internationale Posaunen-Vereinigung eV - stefan schulz . bass ...

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Internationale Posaunen-Vereinigung eV - stefan schulz . bass ...

IPV-Printjournal

Internationale Posaunen-Vereinigung e.V.

Affiliate Society of ITA

verpflichtet zur künstlerischen Förderung von Unterricht, Aufführung und Literatur für Posaune

Gegründet 1988

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang

Mitgliederbrief der IPV,

erscheint vierteljährlich


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JUPITER Blasinstrumente bieten dem Einsteiger Ergonomie und ein angenehm einfaches Handling; dem fortgeschrittenen Musiker

erstklassige, verlässliche Instrumente als eine solide Basis zur Musikalität; der Profi kann seine individuellen Soundvorstellungen mit

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Impressum:

Das IPV-Printjournal ist die Mitgliederzeitung der

Internationalen Posaunenvereinigung e.V., Affiliate

Society of ITA, verpflichtet zur künstlerischen Förderung

von Unterricht, Aufführung und Literatur für Posaune,

gegründet 1988.

Wir bitten, alle Beiträge der

Redaktion zuzuleiten.

Die in den namentlich gekennzeichneten

Beiträgen vertretenen Meinungen decken

sich nicht notwendigerweise mit der Auffassung der

Herausgeber oder der Redaktion.

Das Copyright liegt in jedem Falle bei den jeweiligen

Autoren. Abdruck von Beiträgen, auch auszugsweise,

bedarf der schriftlichen Genehmigung der Herausgeber.

Internet: www.ipv-news.de;

Email: webmaster@ipv-news.de;

Vorstand: 1.Vorsitzender Jakob Guizetti, Josef Gebker,

Andreas Mössinger, 2. Vorsitzender Ludwig Nuss

Redaktion:

Andreas Mössinger, Stresemannstr. 32, 76187 Karlsruhe,

Tel.: 0721-7569777, Email: webmaster@ipv-news.de

IPV-Geschäftsführung:

Josef Gebker, Grauten Ihl 43, 48301 Nottuln,

Tel: 02502-25434, Fax: 02502-25435

(auch Vereinsbeitritt!!)

Email: manager@ipv-news.de

Sprecher des Beirat:

Prof. Jiggs Whigham, Email: jiggs@jiggswhigham.com

Auflage:

1000 als Druckausgabe plus Versand als Epaper-PDF.

Voraussichtliche Erscheinungstermine:

15. Dezember 2010, 28. Februar 2011, 30. Mai 2011,

30. September 2011

Redaktions-/ Anzeigenschluss ist am

15. November 2010, 30. Januar 2011, 30. April 2011,

1. September 2010; also ca. 4 Wochen vor Erscheinen.

Ihr Anzeigenwunsch ist zu richten an die

Geschäftsführung der IPV,

Email: manager@ipv-news.de.

Wir bedanken uns für das Anzeigeninteresse an dieser

Ausgabe des IPV- Printjournals bei folgenden Firmen:

(in alphabetischer. Reihenfolge)

Musik Bertram, B&S GmbH, Crescendo Brass, Don’s

Music, Musiktreffpunkt R. Ekle, Musik Haag, Jupiter-

Artis Music, Kromat, Musikakademie Kürnbach, Lätzsch,

Mannheim Brassatelier, Thein, Musikverlag Bruno Uetz,

Helmut Voigt, Jürgen Voigt.

Das Titelbild auf der Vorderseite zeigt:

Prof. Stefan Schulz,,Professor für Posaune an der

Universität der Künste, Berlin;

(Copyright Jarek Raczek/Berlin).

Impressum, Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Impressum, Inhaltsverzeichnis ...................................3

Grußwort des Vorsitzenden der IPV ...........................4

Vereinsnachrichten .................................. ...................5

Interview mit Prof. Stefan Schulz ...............................6

Die „Trombone alla Bastarda“, Nisini ........................8

Rückschau auf den Wettbewerb in Markneukirchen 10

IPV-Beitrag zum LaPo 2010 in Ulm ........................12

Treffen der Pos.-Klassen KA - WÜ ...........................13

CD-Rezension Frequenz B, Blechlabor.....................14

CD-Rezensionen Salve Regina (Fink),

In Dulci Jubilo (Nisini) ............................................ 15

Anzeigen ...................................................................16

Sonderschau in Leipzig

„Die Deutsche Posaune...“ ........................................17

IPV-Symposium Dresden 2011 .................................18

Anzeige .....................................................................19

Anzeige .....................................................................20

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 3


Grußwort des IPV-Vorsitzenden

4

Grußwort

des ersten Vorsitzenden der IPV

Liebe Posaunistinnen,

Liebe Posaunisten,

nach dem großartigen IPV-Symposium

in Essen konnten wir vom Vorstand die

Sommerferien dazu nutzen, aufzutanken

und mit kreativen Ideen weiter an der

Zukunft der IPV zu arbeiten.

Wer – so wie ich – zu Hause geblieben

und nicht in Ferien gefahren war, hatte vielleicht die

Gelegenheit, die eine oder andere posaunistische CD-

Neuerscheinung anzuhören. Hier sei beispielsweise

auf die neue CD von Ben van Dijk verwiesen, die wieder

einmal sehr hörenswert ist.

Wenn es um hörenswerte CD-Neuerscheinungen geht,

dann dürfen wir auch gespannt auf Stefan Schulz,

Bassposaunist bei den Berliner Philharmonikern, blicken,

der dieses Jahr noch 2 CD`s veröffentlichen wird. Stefan

ist nicht nur ein herausragender Musiker, sondern auch

ein unheimlich sympathischer und bodenständiger

Mensch. Um einen Eindruck von seinem musikalischen

und menschlichen Wirken zu bekommen, lege ich Euch

das Interview mit ihm in diesem Heft ans Herz.

Nach der Sommerpause geht es für die IPV – wie immer,

wenn es um die Posaune geht – „in die vollen“. Wir

arbeiten schon eifrig am IPV-Symposium 2011, das vom

14.-17.4. in Dresden stattfinden wird. Erste Infos gibt es

bereits auf Seite 18 dieses IPV-Printjournals und unter

www.ipf2011.de. Ich würde mich freuen, wenn wir hier

gemeinsam kräftig die Werbetrommel rühren könnten,

um den Beliebtheitsgrad unserer Symposien weiter zu

steigern und vor allem auch, um im benachbarten Ausland

die bereits vorhandene und beachtliche Aufmerksamkeit

weiter zu erhöhen.

Darüber hinaus wird es noch in diesem

Jahr eine neue Trombone Collection

geben, die wir mit dem Verlag “Cresendo

Brass” herausbringen. Ich verspreche

sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass die

Notenreihe einmal mehr ein gelungenes

Paket ansprechender Stücke sein wird.

Zu guter Letzt noch ein interessanter

Veranstaltungshinweis: seit dem 4. September gibt

es in Leipzig die Sonderausstellung des Vereins für

mitteldeutsche Posaunengeschichte unter dem Motto

“Die Deutsche Posaune - ein Leipziger Welterfolg”.

Die Ausstellung läuft bis Ende Juli 2011 und kann

hervorragend in einen Städtetrip nach Leipzig integriert

werden. Infos zur Ausstellung gibt es unter:

www.vmpg.de.

Ich freue mich, Euch bei der einen oder anderen

Veranstaltung zu treffen. Gerne nehmen wir auch eure

Berichte für das IPV-Journal oder die IPV-Website

entgegen. Drum: Wenn ihr nicht gerade zur Posaune

greift, greift ruhig einmal zu Papier und Stift – oder

eben einfach in die Tasten. Wir freuen uns auf Eure

Beiträge!

Einen tollen Herbst und herzliche Grüße von der siebten

Position,

Ihr/Euer

Jakob M. Guizetti,

Präsident der IPV e.V.

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


Vereinsnachrichten

IPV-Printjournal

Nach der letzten Aussendung im Mai gab es Rückfragen bezüglich

der 2 Journale. Die letzte Mitgliederversammlung in Essen hat

beschlossen, jeweils 2 Exemplare an alle Mitglieder zu schicken,

um auch das Journal an Kolleginnen und Kollegen weiter zugeben

und um neue Mitglieder werben zu können.

Bitte aus der Geschäftsstelle

Für die IPV ist es wichtig, dass Sie Ihre Adressänderungen bitte an

die Geschäftstelle weitergeben. Immer wieder gibt es Rückläufe

von Journalen. Dies sind unnötige Kosten. Durch eine kleine Mail

können die Daten entsprechend aktuell bleiben.

(Email: manager@ipv-news.de)

IPV - ITA

Dieses Angebot könnte auch noch von weiteren Mitgliedern

genutzt werden. Eine Mitgliedschaft in der ITA ist für 25 Euro zu

haben und es geht ganz einfach: eine Email an die Geschäftsstelle

und schon seid ihr dabei.

Probeabo

Wer kennt das nicht, der Kollege, die Kollegin hat schon oft das

IPV-Journal in die Hände bekommen und hätte es auch ganz

gerne direkt zugesandt bekommen und überlegt auch vielleicht,

der IPV beizutreten. Wenn Adressen von Interessenten gemeldet

werden, können an diese 2 IPV-Journalausgaben kostenfrei zur

Probe geschickt werden..

Mitgliederkontakte

Schon häufiger ist an den Vorstand der Wunsch herangetragen

worden, dass Mitgliederdaten der IPV veröffentlicht werden.

Daher ist nun geplant, auf der Webseite im geschützten

Mitgliederbereich Daten der einzelnen Mitglieder in einer Liste

zu veröffentlichen. Es sollen dabei Name, Ort und Emailadresse

bekannt gegeben werden, die anderen Daten aber wie Anschrift

und Telefonnummer, etc. werden nicht veröffentlicht. Ziel dieser

Liste soll es sein, dass sich Mitglieder aus den einzelnen Regionen

kontaktieren können und gemeinsam regional etwas planen können.

Sollten einzelne Mitglieder damit nicht einverstanden sein, so

bittet der Vorstand um eine Email an manager@ipv-news.de bis

Fr., 15.10.2020, um 18. Uhr. Ab etwa dem Datum wird die Liste

im Internet zugänglich gemacht.

Die Notenreihe „IPV Trombone Selection“

im Verlagsprogramm von Crescendo Brass

Wer die Aktivitäten des IPV Vorstands in den letzten zwei Jahren

über das Journal und in den Mitgliedersitzungen etc. verfolgt hat,

konnte nachvollziehen, dass u.a. durch eine Initiative von IPV-

Editor Andreas Mössinger Absprachen mit dem Verlag Crescendo

Brass in Reichenberg bei Würzburg getroffen wurden. Erste

Überlegungen, spezielle Ausgaben an Noten (inzwischen auch

ein Buch) für den Posaunenbereich zu veröffentlichen, trafen bei

Sigrid und Norbert Daum, die die Inhaber von Crescendo Brass

sind, auf offene Ohren. Der Verlag ist schon seit einigen Jahren

erfolgreich im Bereich Blechbläsernoten aktiv und konnte sich

eine eigene Posaunenreihe der IPV integriert im Verlagsprogramm

gut vorstellen.

Eine Kommission aus den Reihen der IPV und Familie Daum

traf sich zum Gründungstreffen der Verlagsreihe IPV-Trombone-

Vereinsnachrichten

Collection am 4.10.2008, eine Regelung der Zusammenarbeit

wurde unterzeichnet und ein turnusmäßiges jährliches Treffen

vereinbart. Erste Ausgaben wurden seit Frühjahr 2009

produziert..

Diese Notenfindungskommission hat sich zur Aufgabe gestellt,

Noten zu sichten und gemeinsame Vorschläge für neue

Veröffentlichungen in Zusammenarbeit mit dem Verlag zu

machen.

Die Kommission hat folgende Mitglieder: Norbert und Sigrid

Daum, Andreas Mössinger, Jakob Guizetti, Prof. Ludwig Nuss,

Prof. Heinz Fadle, Prof. Andreas Kraft, Prof. Martin Göß, Uli

Launhardt, Dietmar Kruse, Josef Gebker.

In der Vereinbarung mit Crescendo Brass wurde auch geklärt,

dass die IPV wirtschaftlich am Verkauf der Noten beteiligt wird,

allerdings nicht automatisch bei jeden Verkäufen sondern nur

dann, wenn über die IPV-Kontakte bestellt wird oder deutlich

wird, dass man als IPV-Kontakt seine Noten bestellt. Dies trifft

für die Ausgaben der IPV-Trombone-Collection zu und auch für

die gesamten anderen Verlagseditionen solange über die IPV

bestellt wird.

Die Mittel, die auf diese Weise von der IPV erhalten werden,

unterstützen direkt die gesamten Aufwendungen, die durch die

Arbeit entstehen, und ermöglichen weitere Bemühungen in

diesem satzungsmäßigen Auftrag, wo sich die IPV verpflichtet

sieht “...zur Förderung von ... Literatur für Posaune”.

Dass dieses Angebot also weiter und mehr noch als bisher von

den Mitgliedern und Freunden genutzt wird, wäre für die IPV von

großem Vorteil.

Konkret kann man über die IPV-Website oder per Email/ Fax/

Brief/ Telefon an die IPV-Geschäftsstelle bestellen. Man gibt

einfach die gewünschten Titel und deren Daten aus dem Katalog

von Crescendo Brass an. Wenn man es sehr deutlich macht,

dass man über die IPV bestellen möchte, ist dies auch direkt an

Crescendo Brass möglich (evtl. dann mit einer Emailkopie auch

an die IPV senden).

Der diesmaligen Aussendung des IPV-Printjournals beigelegt

finden Sie einen Gesamtkatalog von Crescendo Brass.

(Siehe auch im Internet unter www.crescendo-brass.de.)

Die Kommission der IPV-Trombone-Collection nach der

Gründungssitzung am 4.10.2008 in Reichenberg bei Würzburg:

V.li.: Prof. Heinz Fadle, Dietmar Kruse, Andreas Mössinger, Prof.

Martin Göß, Norbert Daum, Sigrid Daum, Jakob Guizetti, Josef

Gebker

****************************************************

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 5


Interview mit Stefan Schulz

6

Interview mit

Prof. Stefan Schulz

Unser Interview-Partner für diese Ausgabe des IPV-Journals ist

Prof. Stefan Schulz. Er ist Mitglied der Berliner Philharmoniker,

Professor für Posaune an der Universität der Künste (UdK) Berlin

und ein international sehr gefragter Solist. Durch seinen extrem

dichten Terminplan war es uns nicht möglich, einen persönlichen

Geprächstermin zu realisieren. Daher sind wir sehr dankbar, dass

sich Prof. Schulz bereit erklärt hat, unsere Fragen in seinen Ferien

als E-Mail-Interview zu bearbeiten. (Jakob Guizetti)

Und hier lesen sie nun das Ergebnis:

(StS=Stefan Schulz, JG=Jakob Guizetti,

AM=Andreas Mössinger)

JG: Lieber Stefan Schulz, schildern Sie uns doch bitte, wie Sie zur

Musik und zur Posaune gekommen sind.

StS: Ich bin durch meine Eltern zur Musik gekommen. Ich muss

ca. 10 Jahre alt gewesen sein, als bei mir der Wunsch aufkam,

Musiker werden zu wollen. Mit der 3. Klasse besuchte ich dann

in Ost-Berlin eine Spezialschule für Musik. Ich sang dort viele

Jahre im Chor, erhielt Klavierunterricht. Als 14-Jähriger erhielt

ich parallel dazu Horn- später dann Posaunenunterricht.

JG: Hat Sie Ihr Elternhaus musikalisch geprägt, gefördert,

unterstützt? Wie waren die Verhältnisse?

StS: Ja, meine Eltern haben mich sehr unterstützt und gefördert.

Mein Vater war Bassgitarrist im damaligen Rundfunk. Er kommt

aus der sogenannten U –Musik und hat seinen musikalischen Spaß

im Jazz er- und gelebt. Meine Mutter war Maskenbildnerin in der

Berliner Staatsoper.

JG: Über welche Stationen lief Ihr posaunistischer Werdegang?

Wann, wie und warum kamen Sie zur Bassposaune?

StS: Ich hatte zunächst mein Studium an der „Hanns Eisler“

Hochschule (bei Harald Winkler) und später dann an der Universität

der Künste (Prof. Joachim Mittelacher) in Berlin. Private Studien

führten mich regelmäßig nach Chicago. Von 1993-2002 war ich

als Bassposaunist in der Staatskapelle Berlin, ab 2002 dann bei

den Philharmonikern. Zunächst für 2 Jahre an der 2. Posaune,

dann nach nochmaligen Probespiel an der Bassposaune. Die

Bassposaune hat mich seit Beginn meines Studiums fasziniert.

Der Part im Orchestersatz an der 3. Stimme war für mich immer

reizvoller und interessanter; nach dem Zitat von Hanns Eisler:

„Hör ich keinen Bass, scheiß ich auf die Melodie.“

JG: Was hat Sie an Ihren amerikanischen Lehrern am meisten

fasziniert, wie haben die Sie geprägt?

StS: Zunächst möchte ich sagen, dass mich alle meine Lehrer

geprägt haben und ich ihnen dafür noch immer sehr dankbar bin.

Auch wenn manche gedanklichen Ansätze unterschiedlich waren,

so war doch der Zielgedanke, die Musik, der gleiche. Es war in

Chicago vor allem die Methodik, die Idee von „Song and Wind“

(A. Jacobs), die mich am meisten beeindruckt und sicherlich auch

geprägt hat.

JG: Deutsche Staatsoper, Berliner Philharmoniker, Bayreuth,

German Brass, UdK, alle waren Ihre Stationen, waren das Ihre

Ziele, oder ist diese Karriere einfach passiert?

StS: Sowohl als auch. Ich hatte sicherlich schon immer Ziele,

Wünsche, Träume aber am Ende dann doch auch immer Glück.

Wir wünschen uns etwas, stecken uns ein Ziel, aber schlussendlich

kommt es wie es kommt.

JG: Zu Ihrer Solokarriere: Andere sind mit einem Orchester

ausgelastet, Sie suchen ständig nach neuen Herausforderungen,

werden Sie nie müde?

StS: Nein, im Gegenteil, es gibt mir Kraft und motiviert mich. Es

hält mich wach.

JG: 2 Solo-CD´s welche Musik? Welche Motivation?

Erscheinungsdaten?

StS: Die Motivation war, mich weiter zu entwickeln und am Ende

des Prozesses ein greifbares, konkretes Ergebnis in den Händen

zu halten.

Die erste CD ist der Live-Mitschnitt eines Recitals aus dem

Kamermusiksaal der Philharmonie in Berlin. Das Programm ist

gemischt: Brahms Lieder, Sandström, Sulek, Lebedjew und die

Erstaufnahme von Schnyders „subZERO“ Concerto in einer

Kammerbesetzung. Diese CD wird im September bei dem

schwedischen Label BIS erscheinen.

Ebenso bei BIS erscheint im Frühjahr 2011 eine Orchester-CD,

die ich im letzten Frühjahr mit dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester

Berlin und den Dirigenten Michael Helmrath und Michael

Sanderling aufgenommen habe. Ich hatte den Ehrgeiz, hier eine

etwas andere „Posaunen-CD“ zu machen, und hoffe, das ist mir

gelungen. Da ich seit Jahren ein großer Fan von Daniel Schnyders

Musik bin, kam mir die Idee, ihn als Komponisten, Arrangeur

und Instrumentalisten einzubinden. Als Gäste sind neben Daniel

Schnyder (Saxophon), Tomoko Sawano (Klavier), der Wiener

Jazz Bassist Georg Breinschmid, Bachar Khalif und Marcio

Doctor (Percussion) auf der CD zu hören. Wir spielen neben

Daniels Stücken auch Werke von Vivaldi und Bach, aber auf

unsere Art. Für Liebhaber der historischen Aufführungspraxis sind

diese Interpretationen sicherlich nichts. Mit diesen fantastischen

Musikern und dem tollen Orchester zusammen zu arbeiten, war

eine unglaubliche Freude und ein riesen Spaß. Ich hoffe, dass man

dies auf der CD hört.

Des Weiteren ist eine Live DVD eines Konzertmitschnittes aus dem

Jahre 2008 mit unserem Trio (Daniel-Schnyder-Trio: D.Schnydersax,

T. Sawano-piano, und mir) geplant.

JG: Braucht Stefan Schulz bald einen Privatjet?

AM: Was ist mit einer Familie?

StS: Ein amüsanter Gedanke. Zur 2. Frage: Steht auf meiner „to

do“ Liste.

AM: Zu Ihren pädagogischen Schwerpunkten als Lehrer: Was ist

Ihnen besonders wichtig auch im Hinblick auf die Situation für die

heutigen Studenten, dass es mehr Absolventen gibt als Stellen?

StS: Das ist in der Tat ein Problem (im Übrigen ja nicht nur in

unserem Berufskreis).

Als Pädagoge verursacht dieser Zustand bei mir auch einen

gewissen Stress und Druck. Natürlich möchte ich, dass meine

Studenten in der Zukunft feste Anstellungen bekommen bzw. ihr

Leben mit dem Instrument auch zu ihrer finanziellen Zufriedenheit

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


führen können. Dieser Wunsch bleibt auch immer in meinen

Kopf. Mir ist es jedoch auch wichtig, den Blick woanders hin zu

richten. Es geht um die Musik. Die Musik ist das Wesentliche.

Die Ausbildung zum Berufsmusiker ist nicht nur ein Weitergeben

von instrumentalem Können durch den Lehrer an den Studenten.

Damit meine ich, dass neben all den musikalischen, technischen

und methodischen Dingen, die wir im Unterricht arbeiten, mir

persönlich besonders am Herzen liegt, dass die Studenten ihren (!)

Willen finden. Der Wille, Musik zu machen, auf dem Instrument

zu singen, an ihrem persönlichen musikalischen Ziel zu arbeiten

und damit ihren eigenen musikalischen Stil zu finden. Also eine

eigene musikalische Persönlichkeit zu werden.

Ich möchte nicht der Lehrer sein, der schulmeisterlich sagt, das

ist richtig und das ist falsch. Wir sitzen alle in einem Boot und

sind ein Leben lang „Studenten“. Auf dem gemeinsamen Weg, den

Student und Lehrer gehen, müssen wir ehrlich an uns arbeiten. Wir

müssen uns Fragen stellen. Wie kann ich dem Studenten helfen?

Aber auch: wie kann der Student mir helfen? Besser ausgedrückt:

wie können wir unseren (!) gemeinsamen Weg effektiv gestalten,

um das Optimale herauszuholen?

Wenn wir dieses Ziel haben, bessere Musiker werden zu wollen,

ist beispielsweise ein bevorstehendes Probespiel mehr eine Etappe

und nicht das Hauptziel. Ich denke das kann helfen, den Druck zu

verringern und den Blick zu schärfen.

AM: Deutsche Posaunen und Mensuren werden bei den

Philharmonikern vorgeschrieben, soweit ich weiß. Wie stehen

Sie dazu und was ist mit den amerikanischen Bauweisen und

Herstellern, die man ja sonst in den Orchestern auch verwendet?

Wie sehen Sie das und was sind Ihre Ideale auch für die hohen

Posaunen?

StS: Ich stand dieser Diskussion schon immer emotionslos

gegenüber. Ob deutsche Bauweise oder amerikanische Bauweise-

jeder sollte das Instrument wählen, auf dem er sich am wohlsten

fühlt und auf dem er seinen Klang findet.

AM: Was ist mit der historischen Praxis und den historischen

Nachbauten oder Barockposaunen? Wie halten Sie die heutige

Verwendung für richtig und wo hört der „historische Bereich“ auf,

manche sagen erst nach dem zweiten Weltkrieg?

StS: Mir fehlt das Wissen, um diese Frage adäquat beantworten

zu können. Ich bin ein großer Fan von Barockmusik und höre

unter anderem gerne Aufnahmen von Andreas Scholl oder

auch Jordi Savall. Den Kollegen, die sich mit der historischen

Aufführungspraxis beschäftigen, zolle ich viel Respekt. Nachdem

ich Brandt Attema bei dem letzten IPV-Symposium in Essen auf

der Barockposaune gehört hatte, bekam ich zum ersten mal

Lust, mich damit zu beschäftigen. Dies ist also vielleicht ein

Projekt der Zukunft.

AM: Haben Sie intrumentenbauliche Anregungen gegeben

und welches Material bevorzugen Sie? Welche Hersteller und

Modelle?

StS: Ich habe schon immer gern und viel experimentiert

und auch einige Anregungen und Änderungen mit

Instrumentenfirmen umsetzten können, die mir dann geholfen

haben. Am Ende habe ich aber festgestellt, dass es meistens

an einem selbst liegt. Ob jetzt Gelb- oder Rotmessing, großer

oder kleiner Schallbecher, wenn wir unseren Klang nicht im

Kopf hören und haben, wird die beste Posaune (sofern es sie

überhaupt gibt) nichts nutzen.

Interview mit Stefan Schulz

JG: Sehr geehrter Prof. Schulz, vielen Dank für Ihre Mühe, uns

Rede und Antwort zu stehen. Vielen Dank für die Eindrücke, die

sie uns gegeben haben. Wir freuen uns auf Ihre CD´s, und freuen

uns auch, Sie in Dresden beim kommenden IPV-Symposium

wieder zu sehen.

Weitere Infos siehe www.stefanschulztrombone.com

Das CD-Cover der neuen Solo-CD (ca. Sept. 2010 bei BIS):

Aktueller Konzerthinweis von Prof. Stefan Schulz:

In Frankfurt am Main am 31. Oktober 2010 um 17 Uhr im

Festsaal des Casinos der Goethe-Universität, Campus Westend,

Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Gespielt werden:

Schumann, Cellokonzert a-Moll mit Daniel Müller-Schott, Cello;

Daniel Schnyder, Skyline Symphonie Jazz Suite mit Stefan

Schulz, Bass-Posaune

Es spielt die “SKYLINE SYMPHONY” - Frankfurter

Kammerorchester

Dirigent: Michael Sanderling

Alle Infos siehe unter:

http://skyline-symphony.com/05_presse.html

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 7


Die “Trombone alla Bastarda”

8

Die „Trombone alla Bastarda“ -

über die Posaune um 1600

von Ercole Nisini, Dresden

Am Ende des 16. Jh. und Anfang des 17. Jh. war die Aufführung

bekannter Motetten, Madrigale oder Chansons mit Instrumenten

und Sängern oder mit der Begleitung eines Continuo Instruments

üblich. Madrigale und Motetten wie „Susanne un Jour“ von Orlando

di Lasso oder „Pulchra es amica mea“ von Giovanni Pierluigi

da Palestrina waren allen bekannt und in vielen verschiedenen

Aussetzungen und für verschiedene Besetzungen arrangiert. Mit

der Geburt des Basso Continuo und dem Übergang von Prima zur

Seconda Prattica waren neue Möglichkeiten zur Aufführungen der

bekannten Lieder vorhanden. Die polyphone Struktur der Motette

wurde als Basso Continuo von Theorbe, Orgel, Cembalo, Harfe

gespielt und als Fundament für Improvisationen von Instrumenten

wie Zink, Gamben, Posaunen, u.s.w, sowie von Sängern benutzt.

Um diese Improvisation zu ermöglichen, wurde eine Stimme

der Motette genommen, z.B. der Bass oder der Sopran, die

normalerweise als Stimme einer polyphonen Struktur mit großen

Notenwerten geschrieben und von einem Instrument oder Sänger

diminuiert war, das heißt mit Noten von kleinerem Notenwert, die

in die harmonische Struktur passten, verziert.

Als Basso Continuo für Improvisationen wurden nicht nur bekannte

Madrigale genommen, sondern auch Tänze oder Bassi Ostinati

(bekannte Basslinien, die immer gleich wiederholt werden) wie

Passamezzi, Follie, Romanesche und Chaconne benutzt.

Diese besondere Aufführungspraxis wurde meistens improvisiert.

Viele Musiker aber haben ihre eigenen Improvisationen teilweise

auch in schwierigen Variationen und an die Affekte der Texte

angepasst wirklich komponiert, also aufgeschrieben und

herausgegeben. Viele von diesen sind bis in unsere Zeit erhalten,

so dass wir heute die Möglichkeit haben, sie wieder lebendig zu

machen.

…... per il trombone alla Bastarda

“Cantare, Suonare o Diminuire alla bastarda” heißt, die melodische

Linie bzw. die Diminution oder die Improvisation durch die

verschiedenen Stimmen einer Motette oder eines Madrigals zu

führen. Das beliebteste Instrument dieser Aufführungspraxis vom

Ende des 16., Anfang des 17. Jh. war die Viola Bastarda, die dank

ihres enormen Tonumfangs die Lage einer Bass- sowie die einer

Tenor-, Alt- oder Sopranstimme behaupten kann. Es gibt zahlreiche

Diminutionen “alla Bastarda” dieser Zeit über die bekanntesten

Madrigale oder Motetten, die uns überliefert sind: Francesco

Rognoni, Giovanni Bassano, Girolamo dalla Casa, Bartolomeo de

Selma, Diego Ortiz sind einige der berühmtesten Namen, die sich

mit dieser Praxis beschäftigt haben.

Auch die Posaune ist mit ihrem breiten Tonumfang geeignet für

das “Bastarda”-spiel, und wurde auch für diese Praktik verwendet.

Francesco Rognoni komponiert in seiner “SELVA DE VARII

PASSAGGI per cantare & sonare con ogni sorte de Stromenti”

(Milano 1620) die “Susana D’orlando. Modo di passegiar per il

Violone Over Trombone alla Bastarda”. Es ist eine Diminution

über Lassos “Susanne un jour”, die durch alle fünf Stimmen der

Motette führt. Der Tonumfang ist B1 – f’, und es gibt Sprünge

über 2 Oktaven. Die technische Schwierigkeit dieser Diminution

ist hoch, und es könnte ein konkretes Zeugnis vom Niveau der

Spieltechnik der Posaune Anfang 1600 sein.

Die Worte Michael Praetorius’ über die “Tromboni/Posaunen

in seiner DE ORGANOGRAPHIA (Syntagma Musicum II

Wolfenbüttel 1619) können eigentlich die Posaune “alla bastarda”

am besten beschreiben: “Wiewol etliche (als unter andern der

berümbte Meister zu München, Phileno) durch vielfeltige Ubung

auff diesem Instrument so weit kommen sind, daß sie unten das D,

und oben im Discant das c’’ d’’ e’’ ohne sonderbare beschwerung

und Commotion anstimmen. Sonsten hab ich noch einen zu

Dreßden. Den Erhardum Borussum, welcher sonsten in Polen sich

noch anjetzo auffhalten sol, gehöret; Derselbe hat diß Instrument

also gezwungen, daß er darauff fast die höhe eines Zinckens Als

nemblich das oberste g’’ sol re ut; Auch die tieffe einer Quart-

Posaun, als A1 mit so geschwinden Coloraturen und saltibus,

gleich auf der Viol de Bastarda, oder auff eim Cornet zu wege

bringen, erreichen und praestieren können”.

Das Instrumentenmuseum der Accademia flarmonica di Verona

besitzt ein wunderschönes Exemplar einer Posaune, gebaut 1579

von Anton Schnitzer in Nürnberg (1). Diese „Tenorposaune“ hat

die physische Länge einer Posaune in G (a = ca. 466 Hz.), also

einen Ton tiefer als die „gemeine rechte Posaune“ (wie M.

Praetorius es nennt), die in Renaissance- und Barockzeit in A

gestimmt war (2).

Noch ein Exemplar einer G-Posaune befindet sich im

Musikinstrumentenmuseum in Leipzig. Dieses Instrument, auch

in Nürnberg 1631 von Hanns Heinlein gebaut, würden wir aber als

„Bassposaune“ definieren, da es einen längeren Zug mit Schwengel

hat und durch die Einsetzung verschieden langer Stimmbögen bis

als Posaune in D benutzt werden konnte. Zu dieser Zeit war die

Posaunenfamilie wie z.B. auch die Familie der Blockföten, der

Gamben oder der Dulziane mit Instrumenten verschiedener Größen

und Längen ausgestattet, so dass alle Stimmen der Polyphonien

besetzt sein konnten. Es gab Posaunen in A, in G, in F, in E und in

D. In der instrumentalen Musik wurden ebenfalls Stimmen für

diese verschiedenen Instrumente geschrieben und in den passenden

Schlüssel notiert. Im Frühbarock (Anfang 1600) wurde in Venedig

viel Musik für Posaunen geschrieben oder solche, die nach der

Praxis per sonar con ogni sorta de stromenti mit den Posaunen

gespielt werden konnte. Die bekannte und prächtige Musik von

Giovanni Gabrieli, Dario Castello, Giovanni Picchi, Giovanni

Battista Riccio u.v.a. zeigt uns eine der schönsten Zeit des

Posaunenrepertoires unserer Musikgeschichte.

Wenn wir die Originaldrucke dieser Musik betrachten und

studieren sehen wir, dass jede Instrumentalstimme (Posaunen-

oder Gambenstimme z.B.) in dem passenden Schlüssel notiert

wurde. Daraus lässt sich der Notenumfang oder die Lage, in

dem die Stimme sich bewegt, schließen, aber in der Tat auch mit

welcher Instrumentengröße die Stimme gespielt werden konnte.

Es gibt zahlreiche Beispiele von Musik für Posaune, die im

Baritonschlüssel (F-Schlüssel auf der 3. Linie) notiert ist. Die

Erfahrung in der historischen Aufführungspraxis mit historischen

Instrumenten hat uns gelehrt, dass häufig eine Posaunenstimme,

die mit diesem Schlüssel notiert ist, relativ tief und unangenehm

für eine A-Tenorposaune ist und schon fast zu hoch für eine F-

oder E-Bassposaune. Wir wollen also glauben, dass diese Stimme

am besten mit einer G-Posaune gespielt werden konnte und

vermutlich mit einem Instrument so, wie es von Anton Schnitzer

gebaut wurde.

Die 3 Canzonen à Violino e Trombone von G. B. Riccio aus

„Terzo libro delle Divine Lodi musicali“ (Venezia 1620) und die

zwei Posaunenstimmen, die von g’ bis tiefes D sich strecken, in D.

Castello, Sonata Decima Quarta à due Soprani e due Tromboni,

aus „Sonate Concertate in stil moderno“ (Venezia 1644), gehören

zu den klarsten Beispielen für unser Argument. Auch die schönen

Diminutionen von Giovanni Bassano über Nasce la pena oder La

bella netta ignuda e bianca mano „per più parti“ (gemeint durch

die Stimmen, die sich hauptsächlich in der Baritonlage bewegen)

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


oder die von Francesco Rognoni über Pulchra es „per il basso alla

bastarda“ oder auch die instrumentalen Recercadas von Diego

Ortiz über verschiedene Ostinati, die sich als beliebte Stücke für

„historische“ Posaunisten etabliert haben, fnden eine sehr passende

Aufführung mit einer G-Posaune. Die Tenorposaune in G also, die

in Deutschland auch Sekundposaune (da sie eine Sekunde tiefer als

die gemeine rechte Posaune gestimmt ist) genannt wurde, könnte

die ideale Posaune “per sonar alla Bastarda” sein. Ihre wunderbare

Baritonlage, die sich aber tief bis zum G1 und hoch bis zum d’’

erstrecken kann, bietet uns die Möglichkeit, das Repertoire der

Viola Bastarda aufzuführen.

G-Tenorposaune von Anton Schnitzer, 1579.

Accademia Filarmonica di Verona.

Foto by Prof. H. Howey

(1) Erasmus und Anton Schnitzer sind unter den bekanntesten

Instrumentenbauern in Nürnberg in der zweiten Hälfte des

16. Jh.. Von Erasmus Schnitzer ist die älteste Posaune (gebaut

1551), die uns vorhanden geblieben ist, heute im Germanischen

Nationalmuseum Nürnberg aufbewahrt.

(2) Für Posaune in A (a=466 Hz.) ist gemeint, dass die A -

Obertonreihe sich in der ersten Lage befndet, so wie heute bei

B Posaunen die B – Obertonreihe. Die physische Länge der

„gemeinen rechten Posaune“ (Tenorposaune) war damals genau

gleich lang wie die heutigen Tenorposaunen. Nur, da bei der

üblichsten Stimmung der Orgeln im 16. und 17. Jh. das „a“ bei ca.

465 Hz. lag, wurden auch die Blasinstrumente so gestimmt. Ein

„a“ auf 466 Hz. in der ersten Lage einer Posaune ist gleich einem

„b“ auf 440 Hz. Also, die Länge ist gleich geblieben. Der Weg, zu

denken, der Posaunisten hat sich durch die Jahrhunderte verändert

und adaptiert an den Wechsel der Stimmungen, die während der

verschiedenen Musikepochen benutzt wurden.

Ankündigungen und über den Autor

Ercole Nisini wird voraussichtlich im April 2011 die CD

“Romanesche, Passamezzi & Follie: Italienische Diminutioni &

Ostinati für Posaune und Basso Continuo” beim Label Querstand der

Verlagsgruppe Kamprad veröffentlichen, auf der er zusammen mit

seinem Ensemble INSTRUMENTA MUSICA das Solorepertoire

für Posaune aus dem Zeitraum 1553 – 1620 präsentieren möchte.

Das gesamtes CD/Konzertprogramm wird mit einer Renaissance-

Barockposaune in G gespielt (463 Hz.), gebaut von Ewald und

Bernhard Meinl - Geretsried. Die Herausgabe der CD wird mit

einem Konzert am 9. April in der Dreikönigskirche Dresden

gefeiert und von einem Workshop beim IPV-Symposium Dresden

2011 (14.-17. April) begleitet. Das gesamte von Ercole Nisini

bearbeitete Notenmaterial wird ebenfalls von der Verlagsgruppe

Kamprad (www.vkjk.de) herausgegeben.

Das Projekt wird von den Firmen Ewald Meinl, Josef Klier und

Heyday’s unterstützt.

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Die “Trombone alla Bastarda”

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 9


Rückschau auf den Wettbewerb in Markneukirchen 2010

10

Rückschau auf den

Instrumentalwettbewerb

Markneukirchen 2010

für Posaune

Von Prof. Heinz Fadle

Unter den internationalen Musikwettbewerben wie

ARD/München, Prager Frühling und Genf nimmt der

Instrumentalwettbewerb Markneukirchen einen festen und

ganz besonderen Platz ein. Nicht nur dass er inzwischen

auf eine 45-jährige Tradition zurückblicken kann, er ist

auch ganz ungewöhnlich in einer malerischen Kleinstadt

beheimatet, welche über Jahrhunderte vom Auf und

Ab der Musikinstrumentenherstellung geprägt wurde.

Hier identifiziert sich auch heute noch alles mit diesem

alljährlichen Wettbewerb.

In diesem Jahr nun waren die beiden Instrumente Oboe

und Posaune ausgeschrieben, und wie stets liefen die

Vorbereitungen gut zwei Jahre im Voraus. Vom Präsidenten

Prof. Peter Damm wurde ich gefragt, ob ich ihm als

Vorsitzender der Posaunenjury mit meinem Fachwissen

bei der Vorbereitung helfen wolle. Da ich Markneukirchen

vom Wettbewerb 2002 her noch in guter Erinnerung

hatte, sagte ich ohne zu zögern zu. Zunächst galt es ein

Programm zusammenzustellen, welches gewisse Kriterien

wie Attraktivität, künstlerischen Anspruch und stilistische

Vielfalt erfüllte. Da der Wettbewerb keine finanziellen Mittel

hat, ein spezielles Pflichtstück in Auftrag zu geben, bot sich

eine unveröffentlichte Komposition von Christian Jost an,

die bei Schott zum Druck anstand. (Im Wettbewerb stellte

sich dann heraus, dass wir mit dieser Wahl eine interessante

Aufgabe gestellt hatten, welche durchaus dabei half, „die

Spreu vom Weizen zu trennen.“)

Der nächste Schritt war die Zusammenführung einer

renommierten und kompetenten Jury. Auch hierbei waren

bestimmte Richtlinien und ein Proporz der Zusammensetzung

vorgegeben und wollten beachtet werden. Anfragen

gingen an Prof. Jonas Bylund (Schweden), András Fejér

(Ungarn), Prof. Christhard Gössling Sebastian Krause,

Foto Ellen Liebner

Die Jury des Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2010 für Posaune:

v.l.n.r.: Herr András Fejér, Prof. Heinz Fadle, Herr Sebastian Krause, Dr. Vern Kagarice, Prof. Olaf

Krumpfer, Prof. Peter Damm, Prof. Carsten Svanberg, Prof. Jonas Bylund, Prof. Christopher Houlding,

Prof. Christhardt Gössling

Prof. Olaf Krumpfer (alle aus Deutschland), Ian Bousfield

(Grossbritannien), Prof. Carsten Svanberg (Dänemark) und

Prof. Anatoly Skobelev (Russland). Bousfield musste wegen

Dienstplanänderung bei seinen Wiener Philharmonikern

wieder absagen, aber wir konnten statt seiner Prof.

Christopher Houlding, ebenfalls für Grossbritannien stehend,

gewinnen. Mehr Kopfzerbrechen bereiteten uns dagegen die

Visaschwierigkeiten von Prof. Skobelev, für den wir aber

kurzfristig die Zusage von Herrn Harry Ries erhielten, der

für die Niederlande gestanden hätte. Leider musste auch er

wegen einer dringenden Familienangelegenheit wenige Tage

vor dem Anreisetermin absagen. Nach Stunden heftigen

Telefonierens und diverser Emails setzte sich Prof. Dr. Vern

Kagarice von der North Texas State University ins Flugzeug

und die neunköpfige Jury war zur Begrüßung der angereisten

Kandidaten komplett.

Apropos Kandidaten: Am Ende der Anmeldefrist waren 129

Teilnehmer aus 30 Ländern zugelassen. Das setzte vielfältige

Überlegungen für einen möglichen zeitlichen Ablauf in

Gang - vor allem für die ersten beiden Auswahlrunden.

Auch mussten zusätzlich kompetente Klavierbegleitungen

engagiert werden.

Letztendlich erschienen dann 76 junge Posaunisten und

Posaunistinnen zur Eröffnungsveranstaltung, in der die

Begrüßung durch Prof. Damm und den Bürgermeister der

Stadt sowie das Vorstellen der Jury und die Auslosung der

Reihenfolge des Auftretens stattfanden. Im Übrigen hatte

sich auch bei den Oboen die Teilnehmerzahl von zunächst

141 zugelassenen Teilnehmern auf 76 „entspannt“:

Nach drei für die Jury anstrengenden aber durchaus

interessanten Tagen standen 22 Kandidaten für die zweite

Auswahlprüfung fest, bei der jeder Kandidat bis zu 35

Minuten Auftrittsmöglichkeit mit Musik seiner/ihrer Wahl

aus einem vorgegebenen Repertoire hatte. Die Reihenfolge

des Auftretens blieb während des gesamten Wettbewerbs

stets unverändert und ab der zweiten Runde wurde für die

ausgeschiedenen Teilnehmer auch Beratungsgespräche mit

der Fachjury angeboten.

Entsprechend dem jeweilig erreichten Punktedurchschnitt

und ohne große Diskussion einigte sich die Jury, die

im Übrigen immer im Beisein

des Wettbewerbspräsidenten zu

ihren Entscheidungen kam, auf

sechs Kandidaten für die dritte

Auswahlprüfung. Anzumerken ist,

dass in dieser Runde vom Repertoire

her auch die Altposaune gefragt war,

welche alle Kandidaten (bis auf

einen, der das Wagenseil Konzert

auf seiner Tenorposaune vortrug und

damit auch ziemlich abfiel) mit mehr

oder weniger Bravour beherrschten.

Nach diesem Durchgang, aus dessen

Wertungen die drei Finalisten

feststanden, kam der erste freie

Tag für die Jury. Die drei bis dahin

Erfolgreichen allerdings bereiteten

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


Die Preisträger 2010:

von links:

1. Preis:

Karol Jan Gajda

(Polen) *12.1991

3. Preis:

Lukáš Mot‘ka

(Tschechische

Republik) *11.1983

2. Preis:

Angelos Kritikos

(Griechenland)

*10.1987

sich auf das Finale mit Orchester vor.

In diesem entscheidenden Auftritt am Abend des 14. Mai

war das Nino Rota Konzert begleitet von der Vogtland

Philharmonie unter dem Dirigenten Jiri Malát auswendig

vorzutragen. Damit stand auch die Reihenfolge der

erfolgreichen Drei fest. Im Gegensatz zur Oboenjury hatten

wir Posaunisten keinerlei Schwierigkeit, den ersten Preis zu

vergeben.

Er ging an den 18 jährigen Karol Jan Gajda aus Polen.

Der zweite Preis wurde Angelos Kritikos aus Griechenland

zugesprochen. Er ist der neue Soloposaunist der Bamberger

Sinfoniker.

Den dritten Preis errang Lukás Mot`ka aus der Tschechischen

Republik. Er ist Soloposaunist in Brünn.

Beim abschließenden Preisträgerkonzert mit Orchester am

15. Mai stellte sich Gajda für die Posaune mit dem Rota-

Konzert vor, Kritikos eröffnete den Reigen der Solisten mit

Folke Rabes „Basta“ und Mot`ka überzeugte noch einmal

mit seiner Sulek-Sonata „Vox Gabrieli“.

Neben einer Altposaune und div. Konzertengagments erhielt

der erste Preisträger 5.000,00 €

Der zweite Preisträger durfte sich über einen

Altposaunengigbag und 3.500,00 € freuen und mit 2.500,00

€ ging der dritte Preisträger nach Hause. Alle drei erhielten

darüber hinaus einen Wallace Übungsdämpfer der Firma

Jürgen Voigt.

Mir selbst bleibt nur, die stets effektive und überaus

freundliche Organisation aller Helfer und Beteiligten zu

rühmen. Es war eine angenehme und spannungsfreie Arbeit

in der Jury, was vielleicht auch mit dem wirklich hohen

Niveau unserer internationalen Wettbewerbsteilnehmer

zusammenhing.

Nachzutragen ist, dass Karol Jan Gajda gesponsort von

EDWARDS Trombones und der International Trombone

Association (ITA) eingeladen wurde, am Eröffnungstag des

International Trombone Festivals (ITF), welches von 7. –

10. Juli in Austin/Texas stattfand, ein Recital zu spielen.

Diese überraschende und zusätzliche Ehrung dürfte für den

sympathischen jungen Mann aus Polen zu einem großen,

nachhaltigen Erlebnis geworden sein. Wir wünschen ihm

dafür und für alle weiteren Aufgaben seiner Karriere alles

erdenklich Gute.

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Rückschau auf den Wettbewerb in Markneukirchen 2010

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 11


IPV-Beitrag zum LaPo in Ulm 2010

IPV-Beitrag zum

Landesposaunentag in Ulm

am 20 Juni 2010

von A. Mössinger

Nachdem die IPV und Jakob Guizetti als

Vorsitzender mit den verantwortlichen

des Landesposaunentags Albrecht Schuler

und Hans-Ulrich Nonnenmann von der

Posaunenarbeit des Jugendwerks der Ev.

Kirche Württemberg über längere Zeit schon

Kontakte pflegte und eine Zusammenarbeit

ins Auge fassten, kam es in diesem Jahr

beim Landesposaunentag zu einem

vielversprechenden und guten Anfang

gemeinsamer Aktivitäten. Es wurden am

Sonntag des Landesposaunentages in Ulm

in der großen Halle des Congress-Zentrums-

Ulm und zwei kleineren Konferenzräumen

3 Workshops angeboten. Der Anfang

war im großen Saal um 12.30 Uhr und

die gut 90 Posaunen-Teilnehmer saßen

im Publikumsraum. Die eingeladenen

Dozenten Uli Gutscher (Jazzimprovisation),

Henning Wiegräbe (Gute Höhe) und Ingo

Luis (Fette Tiefe) hatten zwei Highlights

an neuen Kompositionen mitgeracht. Die

LaPo Fanfare (4-6 Pos) von Ingo Luis und

den LaPo-Blues (für ca. 7 Pos.) von Uli

Gutscher.

12

Die Dozenten und Auswahlgruppe der IPV: v. li.: Uli Gutscher, Prof. Henning Wiegräbe,

Andreas Mössinger, Albrecht Schuler, Tobias Rägele, Thomas zur Lage, Ingo Luis

Ingo Luis als Dirigent der LaPo-Fanfare mit dem Plenum der Teilnehmer

Uli Gutscher als Dirgent des Plenums beim LaPo Blues mit den imrovisierenden

Teilnehmern.

Diese beiden Kompositionen u.a.

wurden dann mit sieben Posaunen

(Ingo Luis, Thomas zur Lage,

Tobias Rägele (Bassposaunist des

Philahrmonischen Orchesters Ulm),

Albrecht Schuler, Andreas Mössinger,

Prof. Henning Wiegräbe, Uli Gutscher)

von der Bühne aus vorgetragen.

Dazwischen eine Begrüßung

von Albrecht Schuler und eine

Begrüßung von Andreas Mössinger

als IPV-Vorstand, um ein paar Sätze

auch dazu zu sagen, wer die IPV ist

und was sie macht. Die Teilnehmer

teilten sich dann in drei Gruppen zu

den Dozenten ein und gingen mit

den Dozenten in Ihren Raum für

etwa 70 Minuten Workshops zu den

jeweiligen Themen. Der Dozent hatte

sein vorbereitetes Thema auszuführen

und es kam zu Rückfragen und man

erarbeitete auch gemeinsam etwas für

das anschließende Plenum. Es wurden

dann die LaPo-Fanfare und der LaPo Blues

gemeinsam aufgeführt, wobei eine Gruppe

aus Freiwilligen sehr gelungen im LaPo-

Blues den Impro-Teil nacheinander in

Einzelsoli übernahm. Es kam eine super

Stimmung auf. (Ende ca. 15 Uhr)

Wie man in den Kommentaren hinterher

vernahm, kam jeder auf seine Kosten und

der gute Kontakt zu den Dozenten ließ

keine Wünsche offen. Gerne möchte man

das wieder mitmachen.

Von Seiten des IPV-Vorstands gilt es

besonders auch Thomas zur Lage und

Martin Schley zu danken, die sich spontan

aus dem Kreis der IPV-Mitglieder bereit

erklärt hatten, zu helfen, die IPV auch

mittels eines Infotisches zu vertreten.

Siehe:

www.ejwue.de/landesposaunentag/

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


Treffen der Posaunenklassen Würzburg

und Karlsruhe in Karlsruhe

von A. Mössinger

Vom Mittwoch, den 16.6., bis Freitagabend, den 18.6.2010,

trafen sich die Posaunenklassen der Musikhochschulen Karlsruhe

und Würzburg dieses Mal in Karlsruhe. Die Professoren Werner

Schrietter (Karlsruhe) und Andreas Kraft (Würzburg) kennen sich

schon lange und organisieren diese Treffen turnusmäßig. Dieses

Mal war während der frühen Gruppenphase der Fußball-WM auch

für ein abendliches Rahmenprogramm schon gut gesorgt. So trafen

sich alle nach den ersten Abstimmungen wegen der Probenphase

am Mittwochabend zum Länderspiel Südafrika – Uruguay in einer

kleinen Kneipe in Hochschulnähe.

Ein zusätzliches touristisches und allgemeinbildendes Event war

am Donnerstag geplant: der beeindruckende kurze Besuch im

Bundesverfassungsgericht in der Nähe des Karlsruher Schlosses.

Nach einem Check In im Stil des Eincheckens am Flughafens,

was nur für namentlich vorangemeldete Besucher möglich war,

erlebten die anwesenden Studenten und Hochschullehrer eine

Führung mit Erläuterungen über die gerichtliche Arbeitsweisen,

Gepflogenheiten und Funktionen. Man konnte die Bibliothek

und den Plenarsaal mit die Presseräume in Augenschein nehmen.

Nach diesem eineinhalbstündigen Besuch stand dann wieder

intensives Arbeiten bis in den Abend auf dem Programm, was

bis Freitag in den Nachmittag hinein andauerte. Zum Abschluss

stand am Freitagabend um 19.30 Uhr ein großer, gemeinsamer

Posaunenabend auf dem Programm, der in Schloss Gottesaue

(Hauptgebäude der HfM Karlsruhe) im Veltesaal stattfand.

Die Moderation des Konzertes wurde übernommen von 2

Studierenden des Instituts LernRadio der Musikhochschule

Treffen der Posaunenklassen KA - WÜ

Prof. Werner Schrietter dirigiert das gemischte Ensemble der Klassen mit Anton Bruckners „Ecce Sacerdos“

Karlsruhe. Das Publikum wurde begrüßt, Musikstücke wurden in

knappen Worten kurzweilig dargestellt. Das Konzert wurde live

im Internetradio der HfM übertragen.

Da die HfM Karlsruhe seit Kurzem über einen vollständigen Satz

Barockposaunen verfügt, konnten die Karlsruher Studierenden

mit einigen zusätzlichen privaten Instrumenten dazu im Oktett

in 2 Chören alte Musik musizieren (Alt-, Tenor-, und tiefe, lange

Bassposaune). Dem ansonsten moderneren Programm wurden

zwei Stücke alter Meister vorangestellt (Vincent Jehlich und

Giovanni Gabrieli).

In den ersten zwei Dritteln spielten Ensembles der Klassen je im

Wechsel aus ihrem jeweiligen Repertoire und im letzten Drittel

folgten 5 Stücke, die in großer Besetzung aus beiden Klassen

bestanden. Die Lehrer Werner Schrietter (KA), Norbert Daum

(WÜ), Lothar Schmitt (WÜ) und Andreas Kraft (WÜ) wechselten

sich im Dirigat ab und es kam zu beeindruckenden Ergebnissen, was

Gestaltung, Klang und Musikalität angeht. Vor allem konnte man

über die lange Dauer von mehr als zwei Stunden überraschend gut

der Musik folgen, zumal immer wieder neue Nuancen, Dirigenten

und Musikstile einen beim Zuhören hielten. Der erreichte Gipfel

stellte ein Parsifal-Medley (R. Wagner) von Arrangeur Leon Brown

dar, das mit großer Intensität gelang. Es folgte die Verlesung

der Namen aller Mitwirkenden (22, bei swingiger Untermalung

im Street-Band-Stil mit „Frankie und Johnny“, Sinatra). Die

Zugabe war mit allen anwesenden Dozenten und Studierenden

der Abendsegen von Humperdinck, geradezu schon eine rituelle

Zeremonie.

Insgesamt freute man sich am Ende, dass die Klassen-Treffen

zwischen HfM Karlsruhe und Würzburg mit einem weiteren

Treffen in Würzburg demnächst fortgesetzt werden und man sich

so auf weitere Konzerte und Begegnungen in der Art freuen kann.

Prof. Andreas Kraft dirigiert „Themen aus Parsifal“ (Arr. Leon Brown) mit dem gemischten Ensemble beider Hochschulklassen

IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 13


CD-Besprechung Frequenz B

CD-Besprechung

Von Jakob Guizetti

„Frequenz B“ von Blechlabor,

Leitung: Tobias Rägele

Warum besprechen wir eine CD eines

Blechbläserensembles?

Weil der Leiter dieses Ensembles Posaunist

ist, und seit dem Landesposaunentag 2010

in Ulm Mitglied der IPV ist.

„Frequenz B“ ist eine sehr gelungene

Einspielung von ausschließlich eigenen

Kompositionen und Arrangements, die

für dieses Ensemble geschrieben wurden.

Hierbei ist der Leiter des Ensembles,

Tobias Rägele, mit seinen Arrangements

„federführend“. Sowohl die Initiative

zur Gründung dieser Gruppe, als auch

die meisten Bearbeitungen gehen auf ihn

zurück.

Zur Aufnahme: man möge mir es

nachsehen, ich kenne fast alle Aufnahmen

von German Brass und mein inneres Ohr

vergleicht unweigerlich die hörbaren

und unhörbaren Unterschiede. Ich habe

„Frequenz B“ einige Male gehört bis mir

klar wurde, was Anja Thiel und Steffen

Burkhardt anders gemacht haben, sicher

nicht um einen Unterschied zu hörbar zu

machen, sondern aus Überzeugung in ihrer

14

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Weiterentwicklung des Bildungsangebotes

machen sie zu einem

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Die Musikakademie mit ihrem ansprechenden Ambiente

in mitten eines romantisch gelegenen Weindorfs, ist kompetenter

Partner von Unternehmen, Institutionen und Orchestern

für Schulungen, Seminare, Tagungen und andere

Veranstaltungen.

Arbeit. Sowohl über Kopfhörer als auch

über Boxen hatte ich den Eindruck, das

Ensemble steht direkt im Zimmer, so dicht

„fühlte“ sich jedes Instrument an. Im ersten

Augenblick erschrickt man vielleicht, da

man den Musikern so Nahe ist, und glaubt

ihre Verwundbarkeit zu spüren. Um es

anschaulich zu machen, bei Holzbläsern

würde man die Klappen hören, so nah klingt

es. Und ich würde mir an einigen Stellen

lieber einen kompakten, ausgeglichenen

Raumklang wünschen, vor allem wenn es

laut wird. Aber von Verwundbarkeit keine

Spur, in keinem Moment schleicht sich

ein Gefühl von Unsicherheiten ein, und

deshalb lässt sich diese Aufnahme auch

sehr schön anhören und weiterempfehlen.

Zurück zum Thema der IPV! Die

Posaunisten von Blechlabor sind Patrick

Crossland, Jakob Janotta, Christof Schmidt

und Fabian Beck. Alle vier verbindet etwas

ganz besonderes: sie wohnten einige Zeit

zusammen in einer WG im sogenannten

Sindelfinger „Posaunenhaus“! Fabian

Beck ist der Solist in „Despite all spirits“

von Ingo Luis, und es klingt genau passend

zur Komposition, es knackt, und das

darf es auch! In einer Komposition 90 x 60 mm

von

Bob Mintzer, die von Stefan Zenth für

Blechlabor bearbeitet wurde, improvisiert

Patrick Crossland. Wer

in Essen auf dem IPV-

Symposium an der

Folkwang-Hochschule

war, konnte Patrick mit

dem „Composers Slide

Quartett“ erleben, um

vor allem im Rezital zu

erfahren, mit welchen

und wie vielen(!)

Spezialeffekten er

und seine Kollegen

arbeiten. All diese

Erfahrung fließt in

sein Solo in „Horns

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auch ein Tonstudio gehört, bietet Bands,

Orchestern, Chören und Ensembles hervorragende

Möglichkeiten, für CD-Produktionen,

Tournee-Vorbereitung, Promotion

Wochen oder CD Release Partys.

alone“ ein. Vielleicht etwas befremdlich

in einem Titel von Bob Mintzer, aber

einfach cool! Dritter Solist ist Christof

Schmidt, allerdings auf dem Euphonium.

Er spielt „O du mein holder Abendstern“

aus R. Wagners „Tannhäuser“. Höchst

sensible Musik und ein ebenso sensibles

Arrangement, bei dem ich mir nun wirklich

mehr Ensembleklang wünschen würde,

so ein bisschen mehr Bayreuther Graben-

Atmosphäre. Christof spielt hervorragend,

ich denke aber, sein Klang kommt bei

einem so dichten Mikrophon nicht richtig

zu Geltung. Wahrscheinlich liegt die

Wahrheit mal wieder in der Mitte!

„Frequenz B“ ist gute, vielfältige Musik,

gut arrangiert, hervorragend gespielt! Auf

jeden Fall eine CD, die man gerne hört,

die ich sehr gerne für den heimischen CD-

Schrank weiterempfehle, oder auch gerne

verschenkt werden darf.

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


CD-Rezension

von Josef Gebker

Salve Regina

Klangbilder marianischer

Choräle

Hansjörg Fink, Posaune

Elmar Lehnen, Orgel

2010, Lahn-Verlag, Kevelaer

Salve Regina – Gegrüßt sei die Himmelskönigin.

Der Titel der CD weckt bestimmte Erwartungen: katholisch wird

es zugehen, traditionell und heilig.

Und dann das: ein „Crossover“ zwischen alten Melodien und

jazziger Tonsprache; eine Hommage an eine bewegte, vielleicht

meditativ tanzende Himmelskönigin.

Inspiriert von sechs marianischen Chorälen, ihrerseits Bestandteil

katholischer Liturgie, gehen die beiden Musiker neue, interessante

Wege. Sie interpretieren Bearbeitungen von Komponisten des 20.

und 21. Jhd. und entwickeln eigene Ideen und Improvisationen zu

den historischen Vorlagen.

Ein Glücksfall für dieses Vorhaben ist die Orgel in Kevelaer: 149

klingende Register, die Elmar Lehnen vielfältig und fantasievoll

einsetzt, die er auch im Zusammenklang mit der Posaune

einfühlsam und empathisch bespielt.

Der Posaunist ist Hansjörg Fink, ein Musiker, der sich in die Akustik

der Wallfahrtskirche und in den facettenreichen Klang der Orgel

harmonisch einfügt, dabei aber sehr präsent bleibt.

Er ist erfahrener Jazzmusiker, aber auch in der klassischen

Musik zu Hause; diese Erfahrungen hört man in jeder Phrase

der vorliegenden Aufnahme.

Ein bisschen ist diese CD wie ein musikalisches Gebet; wie

eine instrumentale Meditation – lange Winterabende mit

Kerzenschein und einem Kelch voll Wein scheinen mir der

ideale Rahmen für das Hörerlebnis.

Die Himmelskönigin wird es den beiden Musikern danken

.

***********************************************

CD-Rezension

von Josef Gebker

In Dulci Jubilo

Eine sächsische Weihnacht der

Spätrenaissance

Instrumenta Musica,

Leitung Ercole Nisini

Querstand, Verlag Kamprad,

Dresden 2009

Die mir vorliegende CD umfasst Advents- und Weihnachtsmusik

sächsischer Komponisten aus dem 16. und 17 Jahrhundert. Dabei

liest sich die Namensliste der Komponisten wie das „Who – is –

who“ des Frühbarock: Samuel Scheidt, Johann Hermann Schein,

Michael Praetorius, Johann Walter und Heinrich Grimm – und alle

kommen aus Sachsen (für einen Westfalen wie mich eine echte

Überraschung).

CD-Rezensionen Salve Regina und In Dulci Jubilo

Das Ensemble „Instrumenta Musica“ besteht aus 10 Musikern und

Musikerinnen und wird geleitet vom Posaunisten Ercole Nisini,

der sich auf das Spielen historischer Posaune (Barockposaune)

spezialisiert hat.

Außer den Posaunen werden im Ensemble Zink, Violine und Viola

da braccio, Orgel und ein vierstimmiger Chor zusammengeführt.

Hört man in die CD hinein, verdichtet sich schnell der

Eindruck, dass historische Aufführungspraxis und lebendiges

Musizieren alles andere als ein Gegensatz sind. Begeisternd die

Klangausgewogenheit zwischen Chor und Instrumentalisten, klar

die Intonation, ausgezeichnet die Phrasierung. Man taucht ein in

eine faszinierende Klangwelt; man macht sich auf die Reise in eine

musikalische Vergangenheit und ist danach überzeugt davon, dass

es gut ist, diese Vergangenheit nicht auf sich beruhen zu lassen,

sondern sie immer wieder neu zum Leben zu erwecken.

So wie das hier gelingt, ist das für Freunde alter Musik ein Genuss

und für Skeptiker ein Muss!

Das Booklet ist sehr umfangreich in deutsch, englisch und

französisch und gibt viel Hintergrundinformationen über die

Musik, die Komponisten und die Musiker.

Die Spieldauer der CD beträgt 57 Minuten und dies bei 39 Titeln.

Für Menschen, die gerne „Alte Musik“ in historischer

Aufführungspraxis hören oder kennenlernen möchten, gehört

diese CD unbedingt auf den nächsten Wunschzettel.

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 15


MTP Holz- & Blechblasinstrumente im Vertrieb von:

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Die MTP Juniorposaune aus unserer neuen JUNIOR-Linie

ermöglicht Kindern den frühen Einstieg, denn sie ist wesentlich

kürzer und leichter als herkömmliche Posaunen. Es fehlt die 7. Zugposition,

welche Kinder durch ihre Körpergröße noch nicht erreichen können.

Durch das eingebaute Ventil wird die Posaune um einen Ganzton verlängert.

Das Ventil ist im ungedrückten Zustand geöffnet, sodass der fehlende 7. Zug durch diese

Verlängerung ersetzt wird und man auf einer ganz normalen B-Tenorposaune spielt. Die Töne H

(Pos. 7) und C (Pos. 6) werden durch die Positionen 1 und 2 bei gedrücktem Ventil ersetzt.

Besonders für kleine Schüler ist die MTP-Juniorposaune ideal, denn sie besitzt einen kurzen Zug mit

ergonomisch geformtem Steg, ist leicht und gut ausbalanciert.

Das Ventil wird über einen ergonomisch geformten Hebel mit Stahl-Kugelgelenken betätigt.

Der Aussenzug ist durch die Verwendung von Neusilber korrossionsbeständig und besitzt dadurch eine hohe Lebensdauer.

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5. Jahrgang


Posaunisten bei der Ausstellungseröffnung:

v. li.: Sebastian Krause, Vorsitzender Martin Majewski, Hilmar

Beier, Max Köhne

Eröffnung der Sonderschau

„Die Deutsche Posaune -

ein Leipziger Welterfolg“

im Musikinstrumentenmuseum

der Universität Leipzig

Am Samstag, den 4.9.2010, 17 Uhr, wurde die Sonderschau

„Die Deutsche Posaune - ein Leipziger Welterfolg“ feierlich

eröffnet. Es ist nach einer speziellen Saxophon-Ausstellung die

zweite Sonderschau, welche das weltberühmte Museum für

Musikinstrumente der Universität Leipzig präsentiert. Dieses

Projekt wurde ermöglicht und maßgeblich unterstützt durch die

Mitglieder des „Verein für Mitteldeutsche Posaunengeschichte

e.V.“.

Frau Prof. Eszter Fontana, die Direktorin des Instrumentenmuseums,

dankte in ihrer Begrüßungsrede allen an der Vorbereitung und

am Aufbau der Schau beteiligten Mitarbeitern des Museums,

den Mitarbeitern der Firma Mediengestaltung Wiese und den

Vereinsmitgliedern mit herzlichen Worten.

Zuvor spielten acht „Vereinsposaunisten“ einen von Robert Müller

bearbeiteten Männerchor von Robert Schwalm auf romantischen

deutschen Posaunen.

Anschließend gab der Vereinsvorsitzende, Herr Martin

Majewski, eine kurze anschauliche Einführung zum Thema der

Ausstellung: Die entscheidende Erweiterung der Mensur und v.a.

des Schallbechers der klassischen Posaune durch den genialen

Leipziger Instrumentenmacher Christian Friedrich Sattler in den

1830er Jahren. Die Sattlerschen Posaunen, ein kompletter Satz

wurde 1841 für die beiden Leipziger Hauptkirchen St. Thomas

und St. Nikolai gebaut und hat sich im Museum erhalten, wurde

später durch den Werkstattnachfolger Penzel verfeinert. Sie

erfuhr dann als sogenanntes „Penzel“- oder „Leipziger Modell“

im deutschsprachigen Raum eine schnelle Verbreitung. Um sich

gegen die im französischen und englischen Kulturkreis weiterhin

benutzten engen Posaunen terminologisch abzugrenzen, sprach

man nun bald von der „Deutschen Posaune“. Aus Edinburgh

(GB) war Prof. Arnold Myers extra angereist. Von ihm bekam

das zahlreich erschienene Publikum in einem kurzen Vortrag

genaue Informationen zur Verwendung deutscher Posaunen in

Großbritannien, die allerdings dort eher die Ausnahme blieb.

Sonderschau in Leipzig „Die Deutsche Posaune - ein Leipziger Welterfolg“

Die Posaunisten des Vereins machten die Innovation im Leipziger

Posaunenbau nun „ohrenfällig“, indem ein Quartett, bestehend aus

Renaissance-Barockposaunen eine Canzone von Samuel Scheidt

spielte, attacca gefolgt von einem Quartett, welches dasselbe

Stück nun auf den weiten, dunkel klingenden romantischen

deutschen Posaunen interpretierte. Nun war es an der Zeit,

dass Frau Dr. Birgit Heise, Kustodin des Museums, auf der die

Hauptlast der Vorbereitung der Ausstellung und der editorischen

Arbeit am dazugehörigen Katalog lag, die studentische Zuarbeit

würdigte. Studenten der Universität Leipzig erarbeiteten sämtliche

Übersetzungen der Fachtexte ins Englische und bereiteten ein

spannendes Quiz für Kinder rund um die Fachausstellung vor.

Außerdem entstand ein professionell gemachter Film über die

Arbeit eines Posaunenmachers und die Spiel- und Funktionsweise

der Posaune. Der Film, welcher in drei unterschiedlichen Varianten

innerhalb der Ausstellung angewählt werden kann, wurde von

einem Studententeam der Hochschule für Technik, Wirtschaft

und Kultur (HTWK), Fakultät Medien, um den jungen Regisseur

Sebastian Gomon, realisiert.

Ein Ausschnitt des Films wurde auf großer Leinwand vorgeführt,

bevor noch einmal acht Posaunen einen schönen Satz von

Mendelssohn in der Bearbeitung von Robert Müller erklingen

ließen. Nun baten die Mitarbeiter des Museums in die erste Etage

des Hauses, und mit Sekt und speziell angefertigter Posaunen-

Torte wurde die Ausstellung festlich eröffnet.

Innerhalb der Schau zieht eine historische Posaunenmacher-

Werkstatt mit ihrer authentischen Atmosphäre die Besucher in ihren

Bann. Zahlreiche Instrumente der berühmtesten mitteldeutschen

Werkstätten wie Sattler, Penzel, Kruspe, Heckel und Piering

dokumentieren die von Leipzig ausgegangene Entwicklung. An

den Wänden finden sich interessante Texte und Fotos zu den großen

Posaunenvirtuosen des 19. Jahrhunderts Belcke, Queisser, Müller

und Alschausky. Der schon oben erwähnte Film und das Quiz für

Kinder machen die Schau auch für Schulklassen und Familien

attraktiv. Ausgewählte historische Postkarten, Plakate und Stiche

aus der reichhaltigen Sammlung von Gewandhausposaunist Prof.

Rolf Handrow ergänzen die einmalige Ausstellung.

Die Sonderschau ist bis 29. Juli 2011 geöffnet. Am 29.10.2010

findet ein ganztägiges Symposium statt.

Weitere Informationen: www.vmpg.de,

http://mfm.uni-leipzig.de

Der Autor Sebastian Krause ist Solo-Posaunist des MDR-

Sinfonieorchesters Leipzig und Mitglied der IPV.

Der Leipziger C. F. Sattler vergrößerte auffällig den Schalltrichter

und Rohrdurchmesser und schuf damit ein modernes Modell, das

sich weithin durchsetzte.

(Posaune von Christian Friedrich Sattler, Leipzig 1841, gebaut

für die dortigen Thomas- und Nikolaikirche, heute im Museum

für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Inv.-Nr. 4138)

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang 17


IPV-Symposium Dresden 2011

18

Aus dem geplanten Programm des

IPV-Symposiums 2011

(Änderungen vorbehalten)

14.04.11, Donnerstag, 17:00 Uhr

Kleiner Saal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Posaunen-Recital

Prof. Stefan Schulz/Solobassposaunist der Berliner Philharmoniker

& Prof. Olaf Krumpfer/HfM Dresden

Eintritt frei!

14.04.11, Donnerstag, 19:30 Uhr

Konzertsaal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Professoren im Konzert

Schütz – Schein – Scheidt

Klassik- und Barockposaune: Ercole Nisini und Sebastian

Krause, Bariton: KS Prof. Jürgen Hartfiel,

Posaunenquartett „four-in-hand“ auf Barockposaunen, Cembalo:

Prof. Ludger Rémy

Preiskategorie C: 9,50/erm. 6,00 Euro

15.04.11, Freitag, 14:00 Uhr

Konzertsaal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Gesprächskonzert

Manfred Weiss: Musik für 12 Blechbläser und Pauken,

Jan Koetsier: Concertino per quattro tromboni ed orchestra

d’archi, Igor Strawinsky: Concerto für Violine und Orchester

en ré (1931), Kazimierz Serocki: Sonatine für Posaune und

Klavier/UA (Orchestrierung Frank van Nooy)

Solisten und Sinfonieorchester der HfM Dresden,

Posaune: Prof. Olaf Krumpfer

Dirigenten: Prof. Ekkehard Klemm, Prof. Olaf Krumpfer

Die Blechbläser stehen im Mittelpunkt dieses Konzerts. Im ersten

Teil erklingen Werke, die in ernsten, heiteren und virtuosen

Tönen die vielen Farben der Blechblasinstrumente vorstellen.

Der zweite Teil ist dem Violinkonzert von Strawinsky gewidmet,

das durch seine vielfachen Bezüge zu Bach und Mozart

selbst zum Klassiker geworden ist.

Preiskategorie B: 6,00/erm. 4,00 Euro

15.04.11, Freitag, 19:30 Uhr

Konzertsaal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

hfmdd jazz orchestra

Posaune: Michael Winkler & Prof. Jiggs Whigham

Dirigent: Prof. Thomas Zoller

Preiskategorie C: 9,50/erm. 6,00 Euro

16.04.11, Samstag, 17:00 Uhr

Kleiner Saal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Dänische Posaunenmusik -

Werke dänischer Komponisten

Posaunen-Recital mit Prof. Carsten Svanberg/Graz

Eintritt frei!

16.04.11, Samstag, 19:30Uhr

Konzertsaal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Professoren im Konzert

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Posaunenquartetts

„four-in-hand“; Werke von Bach bis Gershwin

Posaune: Nicolas Naudot, Christoph Schnaithmann, Frank

van Nooy, Olaf Krumper

Preiskategorie C: 9,50/erm. 6,00 Euro

17.04.11, Sonntag, 14:00 Uhr

Konzertsaal der Hochschule für Musik, Wettiner Platz 13

Abschlusskonzert des IPV-Symposiums

Mit Studierenden und Professoren des IPV-Symposiums

Eintritt frei!

Siehe www.ipf2011.de für weitere Informationen.

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IPV-Printjournal Nr. 19, Herbst 2010, 5. Jahrgang


eine erste Posaune

early bird

„Die early bird mit ihren einzigartigen Innovationen ermöglicht endlich einen disponierten frühinstrumentalen

Beginn auf der Posaune. Der ausgezeichnete Klang und die optimale Ergonomie sorgen für Motivation und Spielfreude. “

Claudia C. Schade, Diplom-Musiklehrerin und Dispokinesiopädin, Autorin der Brassini-Instrumentalschule

„Auch für Beginner sollte ein Instrument des Mannheim Brassateliers erste Wahl sein. Für die

musikalische Frühentwicklung kann es nichts Besseres geben, als mit individuell angepassten

Instrumenten das Spielen zu erlernen. “

Prof. Werner Schrietter, Hochschule für Musik Karlsruhe

www.kinderposaune.de

Mannheim Brassatelier · Thorsten Mittag

Seckenheimer Str. 78 · 68165 Mannheim · Tel. 0621-40 42 41 · E-Mail: mittag@mannheim-brassatelier.de

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