Frau - Kind - Familie im LKH Klagenfurt - Sano!

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Frau - Kind - Familie im LKH Klagenfurt - Sano!

Sano!

Magazin für Patienten, Gäste und Mitarbeiter

Nummer 9 - Jahrgang 2009 - Zentralbetriebsrat der Kärntner LKH

Frau - Kind - Familie

im LKH Klagenfurt

LKH Klagenfurt NEU

Ein Blick hinter

die Kulissen

ELKI

Das Angebot im

Eltern-Kind-Zentrum

Foto: Christian W. Kautschitsch


Editorial

Sano - Eine Erfolgsgeschichte

Wir haben es geschafft! Sano wird gesamtösterreichisch!

Auf Grund des großen Erfolges in Kärnten ist man

bundesweit auf Sano aufmerksam geworden und will

das „Kärntner Modell“, nämlich Informationen über die Arbeit der

Menschen in den Spitälern zu liefern, ohne den Steuerzahler mit

unseren Magazinen und Filmen fi nanziell zu belasten, auf das

gesamte Bundesgebiet übertragen.

Am 10. September 2008 wurden wir vom Vorsitzenden der

Bundesvertretung 9 Gesundheit und Soziales der Gewerkschaft

Öffentlicher Dienst, Direktor Johann Hable, zur Sitzung der Bundesvertretung

nach Salzburg eingeladen und durften vor diesem

Gremium einen Vortrag über unsere Arbeit halten, der äußerst

wohlwollend aufgenommen wurde. Auf Basis dieses Vortrages

wurde von der Bundesvertretung unter Vorsitz von Direktor Hable

die Anregung ausgesprochen, Sano nicht nur in Kärnten erscheinen

zu lassen, sondern auch in den anderen Bundesländern

aufzulegen. Ab sofort haben die Betriebsräte aller öffentlichen

Krankenhäuser und Pfl egeanstalten in Österreich die Möglichkeit,

Sano-Magazine kostenlos aufzulegen.

Aufgabe der Sano-Magazine für die einzelnen Häuser wird es

— wie in Kärnten — sein, hausspezifi sche Themen und Inhalte

den Mitarbeitern, Patienten und Besuchern näher zu bringen.

Konkrete Projekte wurden bereits mit den zuständigen Betriebsräten

von Häusern in Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland

und Salzburg besprochen.

Auch in der Sparte Film hat sich im letzten Jahr einiges getan.

Nach dem viel beachteten Film über die Abteilung für Nuklearmedizin

am LKH Klagenfurt mit Primarius Dr. Peter Lind an der

Spitze, erhielten wir zahlreiche Anfragen, ähnliche Produktionen

auch für andere Abteilungen oder Häuser zu gestalten.

Unser aktuelles Filmprojekt, das das Landeskrankenhaus Laas als

Gesamtes zum Inhalt hat, ist kurz vor der Fertigstellung. Österreichweit

sind die Vorbesprechungen über einen Film, der das

neue Beatmungszentrum Schloss Haus in Wartberg/Aist, Oberösterreich

zum Inhalt hat, bereits abgeschlossen.

Trotz all dieser Erfolge bleiben wir weiter unseren Maximen auch

in Kärnten treu und verpfl ichtet. Weiterhin wollen wir hochwertiges

Informationsmaterial zum Themenkreis Gesundheitswesen

kostenlos für die Häuser und Abteilungen sowie gratis und fi nanziell

und politisch unabhängig für unsere Leserinnen und Leser

anbieten. Darauf sind wir stolz!

Sano! 1

In der dritten Sano-Ausgabe für das

LKH Klagenfurt NEU haben wir als

Schwerpunktthema den Bereich Frau,

Mutter, Baby, Kind, Jugendlicher im

Spital gewählt. Wir haben das Eltern-

Kind-Zentrum (ELKI) mit den Primarii

Dr. Stephan Szalay, Dr. Wilhelm Kaulfersch

und Dr. Günter Fasching mit

ihren engagierten Teams besucht und

einen Blick hinter die Kulissen und auf

ihre verantwortungsvolle Arbeit werfen

dürfen.

Sie fi nden in dieser Ausgabe einen interessanten Beitrag zum

Thema Waldpädagogik. Zu diesem Zweck begleiteten wir eine

Gruppe des Kindergartens des LKH Klagenfurt zur Lourdesgrotte

auf dem Klagenfurter Spitalberg, wo mittels „Waldmikrofon“ den

Kindern Aufgabe, Wesen und Funktion des Waldes spielerisch

näher gebracht wurde.

Das LKH Klagenfurt NEU wächst seiner Fertigstellung entgegen.

Natürlich haben wir uns auch über die Baufortschritte seit dem

Erscheinen der letzten Sano-Klagenfurt-Ausgabe informiert. Projektleiter

DI Manfred Freitag gibt eine Bestandsaufnahme und wir

durften in die „Katakomben“ des Hauses, in seinen „Bauch“ steigen

und uns von der dort verwendeten neuen Technologie und

den neuen Systemen der Logistik überzeugen lassen.

So wie immer runden Geschichten aus der Medizin, die kleinen

Leiden großer Leute und die Schmunzelseite mit dem beliebten

Cartoon den Inhalt dieses Magazins ab.

Ein wenig beschäftigen wir uns auch mit der Schönheitschirurgie

und zeigen an zwei berühmten weiblichen Beispielen, wie aus

eigentlich hässlichen Entlein, schöne stolze Schwäne wurden, die

es in ihrem Metier zu allseitiger Bewunderung und Weltruhm gebracht

haben.

Also, es ist wieder einiges drin in dieser Sano-Ausgabe! Viel Information,

Unterhaltung und Freude beim Lesen

wünschen herzlichst

Gebhard Arbeiter

Zentralbetriebsrat der Kärntner Landeskrankenanstalten

Ernst Puff

Sano-Chefredakteur

Gebhard Arbeiter


Fußnote eins für unser Wohlbefi nden

Nein, die Podologie ist keine mystische Geheimwissenschaft, obwohl sich in Österreich kaum 20 und in Kärnten nur

ein einziger ausgebildeter Podologe mit dieser Wissenschaft hauptberufl ich beschäftigt. Der Kärntner hat seinen Sitz

in Döbriach am Millstätter See und heißt Klaus Pertl. Er hat seine Wissenschaft in den Niederlanden und in Belgien in

dreijähriger Ausbildung erlernt und sein Credo lautet: „Wer besser geht, dem geht es besser!“ Damit ist aber auch noch nicht

viel erklärt, womit sich der Podologe eigentlich auseinandersetzt.

Nun, hier sei es gleich verraten, der Podologe beschäftigt

sich mit unseren Füßen. Der Begriff leitet sich vom griechischen

„podos“ für Fuß her. Klaus Pertl bringt mit seiner

Methode also Problemfüße wieder auf Trab. Er geht dabei nach

der seit Jahrzehnten erfolgreich angewendeten, aus den Niederlanden

stammenden Methode „Derks“ vor. Der Podologe: „Wir

bauen senso-motorische Einlagen für die Füße und verbessern

damit nicht nur das Gehen der Menschen, sondern korrigieren

mit unseren Einlagen auch Haltungsprobleme.“ Bei Kopfschmerzen,

Verspannungen der Schultern, Rückenschmerzen, Spannungen

im Becken, Anspannungen in den Knien, Leistendruck und

schmerzenden Füßen kann der Podologe wirksam helfen.

Die Basis zum Bau dieser angesprochenen Einlagen sind multifaktorielle

Fußuntersuchungen auf statischer und dynamischer

Basis, wobei die Füße genau

vermessen werden und auf

Grund dieser Berechnungen

die individuell gestalteten Einlagen

gebaut werden, deren

Elemente über das autonome

Nervensystem wirken. Diese

eingebauten Elemente beeinfl

ussen auch entsprechende

Muskeln und Sehnen, was

eine optimale Druckverteilung

und eine Verbesserung

des Abrollverhaltens des Fußes

bewirkt und die Muskelspannung

des Stützapparates

gewährleistet. Auch Kunden

Klaus Pertl

Pertls, die zum Beispiel eigentlich

mit Rückenproblemen zu kämpfen haben, profi tieren

von dieser Methode, „denn die Basis des Gesamtstützapparates

ist immer der Fuß“, so der Kärntner Podologe.

Natürlich ist in diesem Zusammenhang auch die Auswahl des

richtigen Schuhwerkes von enormer Bedeutung. Denn 80 Prozent

der Menschen entscheiden sich aus optischen oder anderen

Gründen einfach für die falschen Schuhe — und darunter

leiden dann nicht nur die Füße. Pertl: „So sind zum Beispiel zu

kurze Schuhe oft verantwortlich für verschiedene Ausformungen

des Halux, weil der Fuß im Schuh keinen Halt fi ndet.“

Aus diesem Grunde bietet die Firma ihren Kunden nicht nur perfekt

sitzende Einlagen an, sondern führt auch eine breite Palette

von Passformschuhen im Sortiment. Klaus Pertl arbeitet auch mit

Physiotherapeuten zusammen, sieht sich aber nicht als Ergänzung

zur herkömmlichen Orthopädie, sondern als Alternative.

Denn podologische Einlagen sind aktiv, während solche aus der

Orthopädie nur passiv sind.

Das Herzstück seiner Methode liegt also in der genauen Untersuchung

und Vermessung des Fußes mit speziellen Rechenmethoden.

Nach drei Monaten erfolgt eine Überprüfung der Ergebnisse

seiner Methode, die von einem holländischen Ärzteteam

entwickelt wurde (Derks) und nun bereits seit mehr als 30 Jahren

erfolgreich zur Anwendung kommt. Also, zufriedene Kunden

„stehen“ auf Pertl, weil sie damit einfach besser gehen können.


Grußworte des Bürgermeisters

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bürgermeister

Christian Scheider

Die Gesundheit ist

wohl das höchste

Gut des Menschen.

Oft wird uns das erst bewusst,

wenn wir durch

Krankheit Einschränkungen

in unserem gewohnten

Alltagsleben erfahren

müssen. Deshalb sind die

verschiedenen ärztlichen

Vorsorgeprogramme von so großer Wichtigkeit. Die Erhaltung der

Gesundheit erfordert nämlich wesentlich geringere fi nanzielle

Mittel, als der Versuch, sie wiederherzustellen.

Gesundheit sollte als ein fortlaufender Prozess gesehen werden,

den es ständig zu fördern gilt. Eine gesunde Ernährung, ausreichende

körperliche Betätigung, emotionale Ausgeglichenheit

und funktionierende soziale Beziehungen sind wesentliche Be-

standteile dafür. Unser LKH Klagenfurt ist das größte Krankenhaus

Kärntens und das drittgrößte Österreichs. Mit seinen vielen

klinischen Abteilungen und Instituten dürfen sich Patientinnen

und Patienten optimal betreut fühlen. Nach dem noch laufenden

Umbau wird das Landeskrankenhaus zu einem der modernsten

Gesundheitszentren Europas avancieren. Ein Umstand, von dem

die gesamte Kärntner Bevölkerung im gesundheitlichen und im

arbeitstechnischen Sinn profi tieren wird.

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame und informative Zeit beim

Durchblättern der neuen Sano-Ausgabe.

Herzlichst

Ihr

Christian Scheider

Bürgermeister Klagenfurt am Wörthersee


Ein Tag mit den Waldpädagoginnen des LKH Klagenfurt

Elf Wichtel und das Waldmikrofon

Mittwoch, neun Uhr früh, klirrende

Kälte! Es sind elf Wichtel, die sich dick

vermummt in ihren bunten Anoraks,

die Wollmützen fest auf den Köpfen sitzend,

auf den Weg machen. Auf den Schultern und

in ihren Händen tragen sie nicht Schaufeln

und Spitzhacken, um in den Wäldern nach

Juwelen und Gold zu schürfen, sondern

Rucksäcke und seltsame „Schneeteller“. Sie

streben der Lourdesgrotte auf dem Klagenfurter

Spitalberg zu. Eine Gruppe des Hortes und

des Kindergartens des LKH Klagenfurt hat

sich frühmorgens aufgemacht, um die wahren

Schätze des Waldes, seine Funktion, seine

Aufgaben und seine Geheimnisse zu erkunden.

Die Wichtel heißen Michael, Jonas, Nina, Leah, Fabian, David,

Clara, Elias, Lukas, Michael und Anna. Unverdrossen

stapfen sie durch den Schnee den kurzen, aber steilen

Bergweg zur Grotte hinauf. Ihr Ziel ist der Platz vor der Statue

der Mutter Gottes, die vor vielen Jahren eine fromme Klagenfurterin

gestiftet hat. Umsorgt wird die Gruppe von den erfahrenen

Waldpädagoginnen Christine und Manuela. Vor der Grotte legen

die Wichtel ihre Jausenrucksäcke und Schneeteller ab und stellen

sich im Kreise auf. Gespannt warten sie auf das Kommende. In

der Stille des Waldes könnte man eine Tannennadel fallen hören,

als Waldpädagogin Christine Käferle-Maas zum „Waldmikrofon“

greift. In leicht verständlicher Form erklärt sie den Wichteln und

dem gleichermaßen staunenden Sano-Team alles, was man über

den Wald, seine Funktion, seine Aufgaben, Schätze und Werte

wissen sollte. Die Wichtel lauschen andächtig.

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Ungefähr eine halbe Stunde dauert der interessante Vortrag

durch das „Waldmikrofon“, das übrigens nichts anderes ist als

ein Tannenzapfen. Aber das stört die Wichtel nicht, man versteht

ohnehin sehr gut, was Christine erklärt. Während die Kinder nach

dem Vortrag gemeinsam mit Manuela die mitgebrachte Stärkung

verzehren, macht uns Christine mit den Aufgaben, dem Sinn und

Zweck der naturverbundenen Waldpädagogik vertraut. Christine

Käferle-Maas: „Der Wald hat vier Funktionen, Schutzfunktion,

Nutzfunktion, Erholungsfunktion und Wohlfahrtswirkung. Der

Wald ist ein idealer Ort für die Umweltbildung. Wir wollen das

Interesse und die Freude der Kinder am Wald wecken, sie sollen

staunen lernen.“

Durch das Kontrasterlebnis zum Alltag wird aber auch das Verlangen

der Kinder nach Unberührtheit, Ursprünglichkeit, frischer

Luft, der Stille und nach den Schönheiten der Natur gefördert.

Die Kinder jedenfalls sind vollauf begeistert. Und nach der „wissenschaftlichen“

Arbeit kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Wozu

hat man die „Schneeteller“ mit in den Wald genommen? Natürlich

um damit den verschneiten Berghang abzurutschen, was mit

hellem Jauchzen geschieht.

Nach einer guten Stunde bei der Lourdesgrotte auf dem Spitalberg

wird der kurze Heimweg in den Kindergarten in Reih und

Glied diszipliniert angetreten.

Die Nasen der Wichtel sind leicht gerötet, ihre Augen leuchten

noch immer in Erinnerung an das eben erlebte Naturabenteuer.

Im Kindergarten wartet ein heißer Tee.


Alles wird genau durch die Lupe betrachtet Ausfahrt mit dem „Schneeteller“

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Schwerpunkt Frau-Kind-Familie: Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde

Immer im Einvernehmen

mit den Eltern

Das leichteste und am frühesten geborene Baby von ganz Österreich mit einem Gewicht von unter

400 Gramm kam auf der Kinderinternen Abteilung des LKH Klagenfurt zur Welt, erfreut sich

heute bester Gesundheit und besucht mittlerweile bereits die zweite Klasse einer Volksschule!

Von den Frühgeborenen hin bis zu den 18jährigen, bei gesundheitlichen Problemen finden sie Hilfe

auf der Kinderinternen Abteilung im LKH Klagenfurt mit Primarius Wilhelm Kaulfersch an der Spitze.

Kompetenz, Einfühlsamkeit und der enge Kontakt mit den Eltern als wichtigste Bezugspersonen sind

hier die Maximen für eine erfolgreiche Arbeit mit kranken Babys und Kindern.

Irgendetwas ist mit Melanie nicht in Ordnung. Sie schläft kaum,

wenn sie wach ist, weint sie meistens. Die Eltern wissen sich

keinen Rat, denn Melanie ist noch zu klein, um über ihre

Schmerzen Auskunft geben zu können. Die Eltern sind mehr als

besorgt und machen sich mit dem Mädchen auf ins ELKI (Eltern-

Kind-Zentrum) im LKH Klagenfurt.

Weil an dem Baby keine äußeren Verletzungen feststellbar sind,

wird die Familie an die Kinderinterne Abteilung im Zentrum verwiesen.

Melanie kommt in die bewährten Hände von Professor

Kaulfersch und seinem Team. Primarius Kaulfersch: „Der Kinderarzt

muss in solch einem Fall auf Grund seiner Untersuchung und

im engsten Kontakt mit den Eltern seine Diagnose stellen, denn

die Eltern sind für uns die wichtigsten Bezugs- und Auskunftspersonen.“

Dieser Kontakt zwischen Arzt und Eltern, beziehungsweise

zwischen Eltern und Kind wird auch während eines stationären

Aufenthaltes des Kindes nicht unterbrochen. Kaulfersch: „Jede

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Mutter oder auch jeder Vater muss bei uns Platz neben dem Kind

haben und bekommt, wenn erwünscht, ein Bett neben dem Kinderbett.“

Besuchszeiten gibt es keine, Besuchszeit ist rund um die

Uhr. Und jeden Mittwoch kommen die „Roten-Nasen-Doktoren“,

um die kleinen Patienten ein wenig aufzuheitern.

72 Betten, 68 davon stationär, stehen zur Verfügung. Jedes Zimmer

ist kindgerecht ausgestattet und die Räume sind auf die Bedürfnisse

des jeweiligen Kindesalters angepasst. Diese Abteilung

im ELKI war auch die erste in Österreich, der eine Tagesklinik

angeschlossen wurde. Das ELKI verfügt auch über die einzige

Kinderkrebsstation Kärntens. Was für alle Abteilungen des ELKI

gilt, gilt auch hier, die verschiedenen Bereiche befi nden sich unter

einem Dach, wodurch Transporte zum Beispiel von der Kinderchirurgischen

auf die Kinderinterne wegfallen. Die Primarärzte

der verschiedenen Abteilungen treffen sich einmal pro Woche

zum internen Gedankenaustausch.


An der Abteilung werden jährlich rund 20.000 ambulante und

ungefähr 5000 stationäre Behandlungen durchgeführt. Mit dem

Vorstand kümmern sich 15 Kinderärzte und zehn Turnusärzte

sowie rund 100 Krankenschwestern um die Patienten. Die Verweildauer

wird so kurz wie möglich gehalten und liegt bei durchschnittlich

vier Tagen. Natürlich kann es manchmal wegen starker

Frequenzen zu längeren Wartezeiten kommen, wofür die Eltern

um Verständnis gebeten werden.

Impressum

Herausgeber

ani-media

Ernst Puff

Pischeldorfer Straße 5/4

9020 Klagenfurt

sano@ani-media.com

Redaktion

lesen&schreiben in Zusammenarbeit

mit dem Zentralbetriebsrat.

Sabine Kautschitsch

Bildnachweis

Christian W. Kautschitsch

Verkaufsleitung

Walter A. Candussi

Konzeption / Grafi k

ani-media

Cartoon

Andi Puff

Herstellung

carinthian Bogendruck

2009

Alle Rechte

vorbehalten.

Primarius Wilhelm Kaulfersch ist Steirer und studierte in Graz. Er

vervollständigte seine Ausbildung durch einen dreijährigen Aufenthalt

in Amerika. Er arbeitet seit 1993 in Klagenfurt und wurde

1996 zum Professor ernannt. Er ist mit einer Volksschullehrerin

verheiratet. Sein 27jähriger Sohn ist Arzt, der 22jährige studiert

Medizin.

Übrigens: Melanie geht es wieder gut!

Für „Sano - Magazin für Patienten und

Mitarbeiter“ wurden Sie von unserem

Verkaufsteam in allen Fragen der

Präsentation und Werbung betreut.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz

herzlich bei der Geschäftswelt und

den Sponsoren sowie dem Zentralbetriebsrat

und den Abteilungen des

LKH Klagenfurt für die freundliche

und kooperative Zusammenarbeit

bedanken. Bitte wenden Sie sich, falls

Sie Anregungen oder Wünsche haben

oder in der nächsten Aufl age des

Magazins mit einem Inserat dabeisein

wollen, an unsere Redaktion unter

lesenundschreiben@ani-media.com

Die photomechanische Wiedergabe

bedarf der ausdrücklichen Genehmigung

von ani-media. Die Gesamtherstellung

der Druckaufl age erfolgt

mit der gebotenen Sorgfaltspfl icht,

jedoch ohne Gewähr. ani-media kann

keine Haftung für etwaige Fehler oder

Differenzen übernehmen. Schadenersatz

ist ausgeschlossen. Korrekturen

und Verbesserungsvorschläge sind

ausdrücklich erwünscht.

Gedruckt auf 100% chlorfrei gebleichtem

Papier.


Schwerpunkt Frau-Kind-Familie: Kinder- und Jugendchirurgie

„Unsere Arbeit ist

immer Teamwork“

Ungefähr ein Drittel aller auf der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie im Eltern-Kind-

Zentrum (ELKI) im LKH Klagenfurt zu versorgenden Patienten sind Unfallopfer. Weitere

Hauptbetätigungsfelder der Kinderchirurgen sind allgemeinchirurgische Operationen und

Eingriffe sowie die chirurgische Versorgung von Neugeborenen mit angeborenen Fehlbildungen wie

zum Beispiel Lücken im Zwerchfell oder Unterbrechungen des Darmtrakts. Die Spezialisten der von

Primarius Univ.-Doz. Dr. Günter Fasching geleiteten Abteilung werden dabei bereits vor der Geburt

des Kindes in alle relevanten Vorgänge einbezogen. Und ganz wichtig: Teamwork ist alles!

Der erste Versuch des neunjährigen Robert auf der Snowboardpiste

endete mit einem Bruch des linken Unterarmes.

Robert ist damit eines von rund 170.000 in Österreich

alljährlich verunfallten Kindern aller Altersgruppen. Der

volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese Unfälle entsteht,

beträgt rund 26 Milliarden Euro. Zur Verhütung solcher Unfälle im

Kindesalter wurde der Verein „Große schützen Kleine“ gegründet.

Primarius Günter Fasching leitet die Landesstelle Kärnten, die ein

Büro im ELKI hat. Das zentrale Ziel von „Große schützen Kleine“

ist die Verringerung der Zahl der Kinderunfälle, insbesondere jener

mit schweren, tödlichen oder invalidisierenden Folgen. Trotz

großer Erfolge in der Prävention bleibt für die Kinderchirurgen

genügend Arbeit.

Robert ist also ein Fall für die Kinderchirurgie. Angst vor den Herrn

und Frauen Doktoren hat er überhaupt keine. Die helle kindergerechte

Ausstattung der Abteilung mit ihren bunten Bildern an

den Wänden und in den Spielbereichen hat ihm jede Furcht genommen.

Alle Menschen, die hier arbeiten, sind den Umgang

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mit Kindern gewohnt, und gesetzt dem Fall, dass wirklich einmal

etwas Angst aufkommen sollte, steht psychologische Betreuung

durch Fachleute zur Verfügung. Auf der Abteilung werden rund

13.000 Patienten ambulant und 2000 stationär behandelt. 500

Operationen entfallen jährlich auf die Tageschirurgie.

In unserem Fall ist dies nicht notwendig, Roberts Arm wird professionell

versorgt und gegipst. Eine stationäre Aufnahme kann

unterbleiben. Sollte eine solche dennoch unerlässlich sein, sorgen

ausgebildete Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen für die

außermedizinische Betreuung der Patienten, wobei die durchschnittliche

Verweildauer auf der Abteilung rund drei Tage beträgt.

Schmerzhafte Eingriffe werden vermieden. Immer mehr

Operationen werden auch mittels der Knopfl och-Chirurgie durchgeführt.

Dies verhindert die Entstehung größerer Narben und verkürzt

die Verweildauer im Spital, weil die Genesung rascher fortschreitet.

Und nach der Operation, wenn die kleinen Patienten

aufwachen, ist die Mama bereits am Krankenbett.


Ein Anteil der Arbeit der Kinderchirurgen entfällt auch auf den Bereich

der Betreuung von Neugeborenen, wobei die Spezialisten

von den Geburtshelfern bereits vor der Geburt in alle Bereiche

einbezogen werden. Ultraschalluntersuchungen und Beratung

der werdenden Eltern sollen Ängste nehmen und eine angstfreie

Atmosphäre schaffen. Durch die vermehrte Anzahl von Frühgeburten

hat sich auch die Anzahl der Erkrankungen von Neugeborenen

erhöht.

Neben dem Chef arbeiten auf der Kinderchirurgie noch vier

Oberärzte, zwei Assistenzärzte und vier Turnusärzte sowie zahlreiches

sonstiges medizinisches Personal. Wobei Primarius Fasching

Prim. Fasching, Erster Oberarzt Wächter

und Mitarbeiterinnen

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selbst nicht nur intern auf Zusammenarbeit setzt. Fasching: „Kinderchirurgie

ist immer Teamwork, das Zusammenspiel mit spezialisierten

Kollegen aus vielen Bereichen, wie z.B. Anästhesie,

Intensivmedizin, Neonatologie und Kinderradiologie ist unerlässlich.“

Täglich fi nden zwei Besprechungen statt.

Vorstand Günter Fasching selbst ist Vater von drei Kindern. Er

absolvierte sein Studium in Graz. Seit dem Jahre 2000 leitet er

die Abteilung in Klagenfurt. Sein schönster Lohn: „Es kommt vor,

dass Kinder manchmal gar nicht nach Hause wollen, so wohl

fühlen sie sich bei uns!“

Bunte Dekoration im ELKI


Beginnen wir bei den Ehefrauen, und bei denen, die es fast

geworden wären. Sofi a Tolstoj, Gattin von Leo Tolstoj, der

„Krieg und Frieden“ geschrieben hatte, war jahrzehntelang

Ehefrau, Sekretärin, Managerin und Verwalterin seines Gutes. Als

sie aber einmal das Manuskript von Tolstojs Biografi e verbotenerweise

las, schwiegen sie sich den Rest ihres langen Lebens verbittert

an. Und Sofi a wurde auch nicht in seinem Testament bedacht.

Auch Katja Mann, Ehefrau von Thomas Mann, regte ihren

Gatten zur Arbeit und zum Schaffen an, erntete aber keinen besonderen

Dank dafür. Henriette Strauß, Gattin des Walzerkönigs

Johann, hatte sieben uneheliche Kinder zu umhegen, trotzdem

managte sie den in praktischen Dingen völlig hilfl osen Maestro.

Ganz den Werken und dem Wirken ihrer Ehemänner widmeten

sich Cosima Wagner, Anna Dostojewski oder Clara Schumann,

die Frau des Komponisten Robert, die vor ihrer Ehe eine weltberühmte

Pianistin gewesen war, und der ihr Ehemann Auftritte

verbot, ihr das Üben untersagte, und wenn sie es doch tat, ihr

den Deckel des Klaviers zornig auf die Finger schlug.

Frau Sokrates

Der Einfl uss der Frauen auf die Großen dieser Welt

Böse Mutter, gute Mutter,

gute Gattin, böse Gattin

Wie sah er aus, der Einfluss von Müttern,

Ehefrauen, Mätressen oder Schwestern

auf die Großen dieser Welt? Nun, in vielen

Fällen war dieser Einfluss erheblich, befruchtete

die Genies in ihrem Werk, hielt die Geistesgrößen

zur Arbeit an, oder aber auch vermieste ihnen

ihr Werk und ihr Leben. Manche Titanen aus

Politik, Kunst und Wissenschaft verzichteten

ganz auf das „Weibliche“, bleiben Zeit ihres

Lebens ohne Frauen, wie Newton und Kant oder

der Preußenkönig Friedrich der Große. Oder sie

umgaben sich nur mit Männern wie Leonardo Da

Vinci, Michelangelo, Tschaikowski, Plato oder in

der jüngeren Geschichte noch Leonard Bernstein,

wobei die Auswahl beileibe nicht vollständig ist.

Doch es gab auch die bösen Eheweiber, wobei dabei nicht klar

überliefert ist, ob Xanthippe, die Ehefrau des griechischen Philosophen

Sokrates und Urtyp des zänkischen Eheweibes, wirklich

so schrecklich war, wie sie von bösen Zungen geschildert wird.

Wahre Hausdrachen waren die Ehefrauen von Joseph Haydn

oder von Honoré de Balzac, die ihre Ehemänner bis zur Weißglut

trieben. Der Dichter Heinrich Heine nannte seine Frau „mein

Hausvulkan“. Einen Sonderfall in der Beziehung Mann-Frau fi nden

wir im Verhältnis des Dichters Franz Grillparzer zu seiner Kathi

Fröhlich. Auszug aus seinem Tagebuch: „Ich habe teufl ische

Lust sie zu quälen und mich mit ihr.“ Die „Liebeserklärung“ an Kathi

lautete, sie sei der Mensch, den er am wenigsten hasse. Sage

Sano! 10

Tolstoi: Seine Frau war seine Sekretärin,

Managerin und Verwalterin

und schreibe 50 Jahre lang waren die beiden „verlobt“ und als er

ihr nach dieser unendlich langen Zeit endlich die Ehe anbot, zeigte

Kathi, heute würde man sagen, emanzipatorische Fähigkeiten.

Ihre Antwort auf den Heiratsantrag lautete sinngemäß und eher

trocken, sie habe keine Lust, eine alte Hofratsköchin zu sein…

Für den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche gehörten

verheiratete Philosophen ohnehin in das Fach der Komödie. Also

bleibt er bis zu seinem Tode unbeweibt. Ein Schicksal, das er mit

anderen bedeutenden Geistern wie zum Beispiel Leibniz, Arthur

Schopenhauer, Beethoven oder Franz Schubert teilte. Ein eher

gespaltenes Verhältnis zu den Geschlechtern pfl egten beispielsweise

Sokrates, Robert Schumann, Lord Byron und der englische

Dichter und Dandy Oscar Wilde: Sie waren sowohl Männern zugetan

als auch verheiratet. Zu Nietzsche und Schopenhauer und

deren Verhältnis zu Frauen gibt es noch einiges anzumerken.

Nietzsche liebte seine Mutter abgöttisch und wurde von seiner

Mutter vergöttert, die ihn ihren „Herzensfritz“ nannte und ihn, als

er bereits dem Wahnsinn verfallen war, mit Schinkenbrötchen

fütterte und jahrelang pfl egte. Seine Schwester wiederum, begierig

das Genie zu vermarkten, fälschte seine Briefe und stellte

den Wahnsinnigen in seinem Haus öffentlich aus. Schopenhauer

dagegen hasste seine Mutter, eine bekannte Schriftstellerin ihrer

Zeit und sogar mit Goethe freundschaftlich bekannt. Der Philosoph

stritt sich mit ihr lange Jahre, wessen Werke wohl länger

überdauern würden. Nun, diesen Streit hat der alte Griesgram

und Hagestolz gewonnen. Die Werke von Frau Schopenhauer

sind heute zum größten Teil vergessen.

Liebe „Hexenmutter“

Womit wir bei den Müttern wären. Ernest Hemingway und Rainer

Maria Rilke hassten ebenfalls ihre Mütter. Denn die Herren waren

in ihrer Kindheit auf Geheiß der Mütter gezwungen worden, Mäd-


chenkleider zu tragen. Ein Beispiel grenzenloser Liebe zur Mutter

sehen wir im Astronomen Johannes Kepler. Seine Mutter soll so

hässlich und streitsüchtig veranlagt gewesen sein, dass sie um

das Jahr 1615 sogar der Hexerei beschuldigt wurde. Sechs Jahre

war sie entweder im Kerker oder auf der Flucht vor den Richtern

und Folterknechten, ehe sich der Sohn in immense Unkosten

und Schulden stürzen musste, um die geliebte Mutter aus den

Fängen der Häscher zu befreien.

Ehen und Scheinehen

Nicht so recht entscheiden mochten sich, wie bereits erwähnt, bezüglich

ihrer Verhältnisse zum eigenen oder anderen Geschlecht

zum Beispiel Sokrates, Lord Byron, der Komponist Robert Schumann

oder der englische Dichter und Dandy Oscar Wilde: Sie

waren sowohl Männern zugeneigt als auch verheiratet. Die fürchterlichste

aller „Genie-Ehen“ allerdings führte der amerikanische

Dichter Edgar Allan Poe, der Erfi nder des psychologischen Kriminalromans:

Er war 27 Jahre alt, als er seine 13jährige Cousine

Virginia heiratete. Sie hatte keinerlei Verständnis für seine Arbeit,

er berührte sie nie. Sie lebten in bitterster Armut. Die letzten fünf

Jahre ihres Lebens verbrachte sie mit offener Tuberkulose in einer

kleinen Kammer, zugedeckt nur mit einem alten Soldatenmantel,

gewärmt nur von ihrer Katze. Er sah sie sterben, wie er als

Zweijähriger einstmals seine eigene Mutter hatte sterben sehen.

Der Schmerz und die Trauer über den Verlust ließen Poe nur

noch mehr dem Alkohol und dem Opium verfallen, an denen er

schließlich zu Grunde ging.

Ganz anders reagierte der große Dichterfürst Johann Wolfgang

von Goethe auf den Tod seiner Frau Christiane. Als sie 1816 nach

zwei Tagen Todeskampf, während dem sie sich vor Schmerzen

die Zunge durchgebissen hatte, starb, schrieb der Dichterfürst

in sein Tagebuch: „Meine Frau 12 Uhr nachts im Leichenschauhaus.

Ich den ganzen Tag im Bett.“ Der Geheimrat war auch leicht

erkrankt. Zwei Tage später, bei ihrem Begräbnis, war er wieder

wohlauf, an der Trauerfeier nahm er aber nicht teil. EP

Der Wunsch nach einem Kind

Der Wunsch nach einem eigenen Kind muss trotz verschiedener,

manchmal widriger Umstände nicht unerfüllt bleiben.

Im Jahre 1984 übersiedelte Primarius Stephan Szalay von

der Universitäts-Frauenklinik in Wien nach Kärnten und gehört

mit seinem Team zu den ersten Bahnbrechern auf dem Gebiet

der in-vitro Fertilisation. Was geschieht genau in dieser in

Krumpendorf idyllisch gelegenen Privatklinik:

Feststellung des Eisprunges

medikamentöse Auslösung und

Verstärkung des Eisprunges

Samenaufbereitung

Einbringen von Samen in die Gebärmutter,

auch mit Spendersamen

In-vitro Fertilisierung (Retortenbaby)

Injektion von einzelnen Samenfäden in die Eizelle,

was bei schlechter Samenqualität zum Einsatz kommt

Schlupfhilfe für Embryo

Präimplantationsdiagnose

Gewinnung von Samenzellen direkt aus dem Hoden

Tieffrieren von Samenzellen und befruchteten Eizellen

Der Eingriff der Eizellentnahme wird ambulant und vollkommen

schmerzfrei mittels Kurznarkose vorgenommen

Wer sich für eine derartige Form zur Erfüllung des Kinderwunsches

entscheidet, erhält bei gewissen medizinischen Voraussetzungen

seit dem 1. Januar 2000 70 Prozent der Behandlungskosten

aus dem Fonds des Gesundheitsministeriums

und der Krankenkassen rückerstattet.

Primarius Szalay: „Hohe Erfolgsraten bestätigen unsere Arbeit

und unser Bemühen, dem Kinderwunsch-Paar seinen sehnlichsten

Wunsch zu erfüllen.“

Weitere Informationen:

Kinderwunschordination und Institut für IVF

Primarius Uni.Prof. Dr. Stephan Szalay

Parkweg 1

A-9201 Krumpendorf am Wörthersee

Tel: 04229 2004

Fax: 04229 2004 30

E-Mail: stephan.szalay@utanet.at –www.szalay.at


Seltsame „Heilmittel“ gegen Frauen- und Kinderleiden

Kröten, Stachelkugeln, Ohrfeigen

Auch in der Frauen- und Kinderheilkunde

wurden die längste Zeit über seltsame

„Medizinen“ verwendet, um die Frauen

und Kinder von den verschiedensten Leiden zu

befreien. Breiter Raum wurde dabei den typisch

weiblichen Krankheiten gewidmet und auf die

typisch weiblichen Organe Bezug genommen. Vor

allem der Gebärmutter und ihren Leiden nahmen

sich die antiken und mittelalterlichen Ärzte

besonders an. Sie waren nämlich der Meinung,

dass die Gebärmutter sozusagen ein Eigenleben

führe, ein eigenes Wesen sei. Und die Frauen

in Mittelalter und Neuzeit versprachen sich von

Gebärmutterkröte und Stachelkugel Linderung

ihrer Schmerzen. Bei Kindern reichte manchmal

eine schallende Ohrfeige.

In der Mitte des 1. Jahrhunderts nach Chr. schrieb der in Rom

praktizierende Arzt Aretaios aus Kappadokien bezüglich der

Gebärmutter: „…es (der Uterus) bewegt sich nach allen Richtungen

hin, das eine Mal nach der Leber, das andere mal nach

der Milz, einmal nach oben oder unten, nach links oder rechts,

kurz es schweift überall herum. Im Ganzen genommen verhält es

sich beim Weibe wie ein Wesen im Wesen.“

Auch die griechischen Ärzte um Hippokrates und auch noch Galen,

nach dem die galenische Medizin (Schulmedizin) benannt

ist, hingen dieser Meinung an. Die Gebärmutter als wanderndes

Wesen. Nach dieser Auffassung richtete sich auch die Behandlung

vor allem der Hysterie, deren Ursache man Jahrhunderte

lang in der Gebärmutter vermutete. Die Behandlung erfolgte

dadurch, dass man versuchte, das „Tier“ durch wohl riechende

Mittel herauszulocken, oder durch übel riechende Substanzen zu

vertreiben.

Mit dem Christentum setzten sich dann aber auch andere Auffassungen

durch. Die Ärzte vertraten unter anderem die These,

die Gebärmutter sei eine Kröte, die im Inneren des Körpers herumkrieche

und beiße und letztlich alle Unterleibsbeschwerden

verursache. Linderung versprachen sich die Frauen von der Darbringung

so genannter „Bärmutterkröten“ auf Votivbildern oder

auch als Opfergabe, was übrigens selbst Männer taten, die von

Bauchgrimmen geplagt wurden. Die Kröte stellte aber auch ein

Symbol für den Wunsch nach Kindern dar und war ein Hilferuf

gegen Unfruchtbarkeit. Die Modelle der Kröte wurden aus Wachs

gegossen, ihr Schwanz oft aus Eisen oder Silber hergestellt, wobei

er als Ständer fungierte. Die räumliche Verbreitung dieses

Symbols reichte von Kärnten und der Steiermark bis in den gesamten

Südalpenbereich.

Ein wenig anders verhält es sich mit der Darstellung der Gebärmutter

im Südtiroler Raum. Auch hier wurde geglaubt, sie sei ein

eigenes Wesen und führe ein Eigenleben. Doch wurde in Südtirol

angenommen, es handle sich um eine Stachelkugel. Zur Abwehr

Sano! 12

von Frauenleiden wurden solche Stachelkugeln von Holzschnitzern

und Tischlern in allen Größen angefertigt. Die oft schwer

geplagten Frauen erhofften sich davon befreiende Wirkung von

den gefürchteten Beschwerden der „aufsteigenden Mutter“.

Ohrfeige als Heilmittel

Nun noch ein kurzer Ausfl ug in die Kinderheilkunde längst vergangener

Zeiten. Die „Fraisen“ war eine weit verbreitete Kinderkrankheit,

bei der die Kleinen meist von einer Art epileptischen

Anfall geplagt wurden. Man vermutete, die Krankheit könnte

durch einen Schock oder Kummer der Mutter in der Schwangerschaft

verursacht worden sein und wollte sie dann eben durch

einen Schock heilen. Um dies herauszufi nden, schüttete man

dem Befallenen Wasser ins Gesicht oder verabreichte ihm eine

kräftige Ohrfeige. Auch durch Lärm mit Kochtöpfen versuchte

man Heilung zu erwirken, in manchen Gegenden wurde das

Kind auch in einen Backtrog gelegt, musste eine „Fraisenhaube“

tragen oder bekam eine Kette, ein Amulett, einen Stein sowie

ein Fraisengarn. Ob derartige sonderbare Medizin auch wirklich

geholfen hat, bleibt dahingestellt.


Fit mit Sano

Für einen starken Rücken

Rückenschmerzen sind längst

zur Volkskrankheit geworden,

aber sie bedeuten nicht immer

gleich das Schlimmste - in vielen Fällen

entstehen Rückenschmerzen durch

Muskelverspannungen, die umliegende

Nerven reizen. Dieser Reiz wird von uns als

Schmerz wahrgenommen, je nach betroffenem

Nerv kann der Schmerz auch in andere

Körperregionen „ausstrahlen“.

Bei Schmerzen schonen Patienten oft ihren Rücken, was

aber das Ungleichgewicht zwischen verspannten und

nicht verspannten Muskeln nur verstärkt. Der Körper versucht,

unbewusst vom Rückenmark gesteuert, den Schmerz mit

Anspannung zu bekämpfen, und verursacht dadurch nur neuen

Schmerz. Ursachen für verspannte Muskeln sind unter anderem

regelmäßige Fehlhaltungen - wie zum Beispiel falsches Heben

und Tragen - oder einseitige Belastungen der Wirbelsäule. Auch

ein Mangel an Bewegung, eine sitzende Tätigkeit, Übergewicht

und sogar psychische Anspannungen können Muskelverspannungen

auslösen.

Aber nicht nur die Muskulatur des Rückens kann zu Rückenschmerzen

führen. Bei einer wenig trainierten Bauchmuskulatur,

die als Gegenspieler der Rückenmuskulatur fungiert, kippt das

Becken nach vorne, es entsteht das so genannte Hohlkreuz - auf

Dauer sind Rückenschmerzen dabei unvermeidlich.

Daher empfi ehlt es sich, zur Vorbeugung von Rückenschmerzen

die gesamte Rumpfmuskulatur durch Bewegung und Sport zu

kräftigen und zu stärken.

Aber auch tagtäglich bieten sich Möglichkeiten zur Stärkung und

Schonung des Rückens!

Beim Tragen achten Sie auf einen geraden, nicht gebeugten

Rücken.

Gehen Sie beim Bücken in die Knie und versuchen Sie dabei,

den Rücken möglichst gerade zu halten.

Vermeiden Sie einseitige Belastungen beim Tragen durch

eine gleichmäßige Verteilung des Gewichtes.

Sitzen Sie mit geradem Oberkörper und verschränken Sie

die Beine nicht.

Wer viel und lange sitzt, sollte alle 30 Minuten die Position

wechseln, regelmäßiges Zurücklehnen entspannt den Rücken.

Die Sitzfl äche des Stuhls sollte gerade oder leicht nach

vorne, die Rückenlehne leicht nach hinten geneigt sein.

Sano! 13

Hin und wieder Anwinkeln der Beine beim Liegen entlastet

den Rücken.

Die ideale „Schlafstellung“ ist die Seitenlage, da die Wirbelsäule

dabei in ihrer natürlichen Krümmung liegt. Dabei sollte

aber das Becken in einer Linie zur Wirbelsäule sein und nicht

über den Körper kippen.

Machen Sie mehr Bewegung - verzichten Sie aufs Auto und

legen Sie kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück,

benutzen Sie die Treppe an Stelle von Rolltreppe und

Aufzug. So tun Sie auch gleichzeitig etwas gegen eventuell

vorhandenes Übergewicht, das Ihren Rücken auch belastet.

Mit gezielten regelmäßigen Übungen zur Kräftigung der Rücken-

und sonstigen Rumpfmuskulatur können Sie binnen kurzer Zeit

und mit relativ geringem Zeitaufwand Erfolge bei der Vorbeugung

bzw. Minderung von Rückenschmerzen erzielen. Mittlerweile

werden viele Kurse und Bücher dieser so genannten „Rückenschule“

angeboten.


Demenz – Geißel des Alters?

Unser Gehirn braucht Übung!

DGKS Renate Pirker,

Pfl egedienstleiterin

HILFSWERK KÄRNTEN

Kennen Sie das? Ohne

Einkaufszettel stehen Sie

ratlos im Supermarkt?

Telefonnummern merken

Sie sich auch nicht? Und wie

hat das Restaurant mit dem

schönen Garten geheißen?

Wenn das Gehirn schlapp macht

In den meisten Fällen sind die Ursachen

für Vergesslichkeit harmlos. Meist sind

es Müdigkeit und Überlastung. Man tut

und denkt zuviel gleichzeitig. Mit zunehmendem Alter sinkt die

Leistungsfähigkeit des Gehirns – genau wie die aller anderen Organe.

Das ist normal, kann aber durch Training wesentlich gemildert

bzw. verzögert werden. Regelmäßiges „Gehirnjogging“ hält

die kleinen grauen Zellen in Schwung. Wird Vergesslichkeit zum

Problem, sollte möglichst rasch ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Je früher die Ursachen erkannt werden, desto besser sind die

Behandlungsmöglichkeiten.

Unterstützung für Angehörige und Betroffene

Das HILFSWERK KÄRNTEN ist einer der erfahrensten Anbieter

im Bereich der Pfl ege und Betreuung zu Hause. Wir wissen,

wie wertvoll Selbstständigkeit im Alter und wie wichtig Vorsorge

ist. Aufgrund der viel höheren Lebenserwartung sind wir immer

öfter mit Demenz konfrontiert. Daher widmen wir uns intensiv

diesem Thema. Alle HILFSWERK-MitarbeiterInnen wurden speziell

geschult, um Zeichen von Demenz frühzeitig erkennen und

Angehörige und Betroffene unterstützen zu können. Wir haben

Materialien für einfache, aber aussagekräftige Tests erarbeitet. Sie

können bei uns Übungsblätter mit beispielhaften Gedächtnisaufgaben

erhalten. Im Rahmen von Gesundheitsabenden geben wir

unser Wissen an Interessierte weiter.

Wenn Sie Fragen haben oder unser kostenloses „Demenz-Info-

Paket“ bestellen möchten, dann rufen Sie uns an oder senden Sie

uns ein kurzes E-Mail: Tel. 050544-00 oder

offi ce@hilfswerk.co.at

Zu Hause rundum gut betreut!

Hauskrankenpfl ege

Hilfe und Unterstützung im Haushalt

Notruftelefon

Kurzzeitbetreuung

Hilfe für pfl egende Angehörige

24-Stunden-Personenbetreuung

Kinderbetreuung, mobile Tagesmütter

Orthopädie- und Rehatechnik

Rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.

HILFSWERK KÄRNTEN

9020 Klagenfurt am Wörthersee 8.-Mai-Straße 47 Tel. 050544-00 www.hilfswerk.at

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8.-Mai-Straße 47

9020 Klagenfurt am Wörthersee

Tel. 050544-00

www.hilfswerk.at


Sano zum Schmunzeln

Das „Wegwerf”-Kind

In den Unfallspitälern und auf den Unfallabteilungen anderer

Krankenhäuser ist meist wirklich viel los, es herrscht ein Kommen

und Gehen von verunfallten Menschen, die rasche medizinische

Hilfe benötigen, erstversorgt werden müssen. Da kann manchmal

schon eine gewisse Hektik aufkommen. Aber trotz des allgemeinen

Getriebes versuchen die Menschen, die in einem solchen

Haus oder in einer solchen Abteilung arbeiten, eben die

menschliche Seite nie völlig außer Acht zu lassen, sich Zeit zu

nehmen, auch wenn rundherum der „Normalbetrieb” mit all seiner

Geschäftigkeit läuft.

Vor allem Kinder, die nach einem Mißgeschick bei Spiel, Sport

oder im Haushalt versorgt werden müssen, bedürfen dieser

besonderen Zuwendung und Aufmerksamkeit. So auch ein ungefähr

fünf- bis sechsjähriges Mädchen, das nach einem Unfall

mit dem Roller mit einer nur notdürftig verbundenen, stark blutenden

offenen Wunde am Kopf an der Hand der sichtlich besorgten

Mutter bei der Aufnahme einer Unfallstation erschien.

Die Kleine war tapfer, ertrug die kurze Wartezeit mit stoischer

Ruhe und blickte anschließend dem

untersuchenden Arzt mutig in die Augen.

Das Unfallopfer schien nichts aus

der Fassung zu bringen, und auch als

der „Herr Doktor” genau erklärte was

er tat und was des weitern zu tun sei,

zuckte die Kleine mit keiner Wimper,

nickte nur verständig. Da zeigte sich

die Mutter selbstverständlich um ein

Beträchtliches besorgter. „Tapferes

kleines Mädchen“, lobte der Arzt seine

Patientin und wollte nun erklären, was

zum Abschluss der Versorgung noch

notwendig sei. Seinem Naturell und

seiner menschlichen Wärme entsprechend, konnte er gar nicht

anders und erklärte seinen nächsten Schritt, den er zu tätigen

beabsichtigte, folgendermaßen: „Nun, mein tapferes Fräulein,

werden wir als Nächstes mit dir das anstellen, was die Mama

zum Beispiel zu Hause mit den Sachen vom Papa macht, wenn

sie ein wenig kaputt geworden sind, mit den Hemden oder den

Socken vielleicht.”

Der freundliche Arzt, assistiert vom nicht minder freundlichen

OP-Gehilfen, wollte das verletzte Kind mit diesen Worten darauf

vorbereiten, dass die Wunde nun genäht werden müsse.

Doch da war es plötzlich mit der Tapferkeit und all dem Mut der

Kleinen gänzlich vorbei. Die großen braunen Augen des Mädchen

füllten sich mit Tränen und mit tränenerstickter Stimme murmelte

die kleine Patientin: „Was die Mama mit Papas alten Sachen

macht?” Die Tränen wurden zu einem großen Strom. „Nein, bitte

nicht”, bettelte das Mädchen. „Nicht mich wegwerfen”... puer


Klagenfurt – Gesunde Stadt

Die Gesundheit ist das höchste Gut des

Menschen. In Klagenfurt wird alles dafür

getan, um dieses hohe Gut zu erhalten

und entsprechend zu pflegen. Von Kindesbeinen

an und bis ins hohe Alter – die Landeshauptstadt

Klagenfurt sorgt dafür, dass jede Generation ein

spezielles Angebot für Prävention, geistige und

körperliche Fitness in Anspruch nehmen kann.

Auf dem Gebiet der Prävention ist das Klagenfurter Gesundheitsamt

mit seinen vielseitigen Projekten beispielgebend

für viele Städte in Österreich. Unzählige Vorsorge-Initiativen

wie das „Zahnprophylaxe“-Modell, dass in Kindergärten und

Volksschulen praktiziert wird oder das „Billy fi t“-Haltungsturnprogramm

sowie zahlreiche Ernährungsprojekte, die in den städtischen

Volks- und Hauptschulen mit großem Erfolg angewendet

werden, haben Vorbildwirkung für viele Städte und Gemeinden

in Österreich! Gesundheitsbewusstsein muss schon im Kindesalter

entwickelt werden, denn gesunde Kinder werden gesunde

Erwachsene!

Eine der besten Möglichkeiten, gesund und fi t zu bleiben ist Bewegung.

Und dazu ist in der Sport- und Freizeitstadt Klagenfurt

jede Menge Gelegenheit. In der Stadt am Wörthersee und mit viel

Natur gibt es optimale Bewegungsmöglichkeiten im Freien. Vom

Nordic Walken über Radeln, Schwimmen, Joggen, Tennis oder

Beachvolleyball – es gibt keine Sportart, die in Klagenfurt nicht

unter besten Rahmenbedingungen betrieben werden kann. Wer

sich also körperlich fi t halten möchte, fi ndet in der Lindwurmstadt

die besten Bedingungen. Laufen entlang des Lendkanals, Radfahren

rund um die Stadt oder Schwimmen im Wörthersee - in

der Lindwurmstadt gibt es zahllose Möglichkeiten, an der frischen

Luft den Körper aktiv und gesund zu erhalten. Und wer lieber in

Gesellschaft Bewegung macht, dem bietet die Landeshauptstadt

Klagenfurt ebenfalls ein umfangreiches Angebot: Nordic-Walking-

Treffs, Wanderausfl üge, Gruppen-Radausfl üge und vieles mehr

werden von den verschiedenen Stellen des Magistrats (Gesundheitsamt,

Frauenbüro, Seniorenbüro, Sportamt etc.) für Gleichgesinnte

organisiert. Auch Wissen hilft, die Gesundheit zu erhalten.

Darum unterstützt die Landeshauptstadt Klagenfurt Vorträge und

Vortragsreihen mit namhaften Medizinern, das „MiniMed“-Studium,

Gesundheistage und Gesundheitsmessen.

Informationen dazu auf www.klagenfurt.at und bei den zuständigen

Abteilungen im Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt

(Tel.: 0463-537-0).


Offen für Abenteuer

Nicht trennen, sondern einen! Nicht

abgrenzen, sondern verbinden.“ Dieses

Motiv liegt dem modernen „Lounge-

Bad“ in den ODÖRFER-Ausstellungen zugrunde.

Es ist der Inbegriff absoluter Wohnlichkeit, weil

es Bad zu einem vollkommenen Bestandteil des

Wohnraums macht. Dank seiner überzeugenden

Offenheit steigt das Wohlfühlempfinden. Für ein

Plus an Glückshormonen sorgen zudem stilvoll

integrierte Wellness-Systeme wie Whirlpools und

Dampfduschen.

Die Artweger TWINLINE – das 2 x 1 im Bad – gibt es jetzt

auch mit Whirlpool und ermöglicht somit dreifaches Badevergnügen

auf engstem Raum: erfrischende Dusche,

entspannendes Bad und belebender Whirlpool. ODÖRFER ist

als Österreichs Trendsetter im Bad seit jeher bestrebt, mit seinen

Schauräumen neue Qualitätsmaßstäbe in der Präsentation von

Badwelten zu setzen.

Funktionalste Raumgliederung – diesem wichtigen architektonischen

Grundsatz ist ODÖRFER bei der Konzeption seiner Ausstellungen

gefolgt, ohne spannende, effektvolle Inszenierung von

Produkten aus den Augen zu lassen. Auch das Erlebnis vor Ort

kommt nicht zu kurz. Dafür sorgen unter anderem Wellnessprodukte

und Kojen in Funktion.

Die ODÖRFER-Ausstellungen sind so konzipiert, dass sie Ruhepol

in einer hektischen Welt und Zeit sind. Ein Ort, an dem man die

ODÖRFER zeigt Twinline WP von Artweger

eigenen Sinne für das Schöne schärfen kann. Und ein Platz, der

auf kreative Weise zeigt, wieviel Gutes das Bad von heute für uns

tun kann.

ODÖRFER Ausstellung, 9020 Klagenfurt, Fallegasse 1/Südring,

Tel. 0463/382700-0, schauraum-klagenfurt@odoerfer.com


Im „Bauch“ des

LKH Klagenfurt NEU

Klagenfurt hat eigentlich eine

Untergrundbahn und die wenigsten

Menschen wissen davon“, erklärt

Diplomingenieur Manfred Freitag, Projektleiter

des Mega-Unternehmens LKH Klagenfurt

NEU. Die U-Bahn ist ein vollautomatisches

Warentransportsystem, hat eine Streckenlänge

von 3,5 Kilometern, ist ein österreichisches

Erzeugnis und hat 12 Millionen Euro gekostet. Sie

befindet sich im zweistöckigen „Bauch“ des LKH

Klagenfurt und transportiert in ihren Containern

alles, außer Menschen. Ein Lokalaugenschein

auf der größten Baustelle Kärntens. Projektleiter DI Manfred Freitag

Sano! 18


Wie von Geisterhand gesteuert gleiten die 60 Fahrerlosen

Transportfahrzeuge (FTF) und transportieren 750 Rollcontainer

schienenlos, wobei in den Boden eingelassene

Magnete die Fahreinheiten leiten. Eine Einheit, bestehend aus

dem Transportfahrzeug (FTF) und dem darauf befi ndlichen Container

für Speisen, Wäsche, sauberes und unsauberes Material

kostet rund 140.000 Euro. DI Manfred Freitag: „Die Bahn musste

europaweit ausgeschrieben werden und ein österreichisches Unternehmen

hat den Zuschlag bekommen. Ein ähnliches vollautomatisches

System gibt es in etwas abgeänderter älterer Variante

in Österreich nur noch einmal, in mehreren europäischen Kran-

Genauestens werden die oft meterlangen Pläne studiert

kenhäusern gelangt es zum Einsatz“. Gesteuert wird das System

von einer zentralen Leitstelle. Sicherheitseinrichtungen sorgen

dafür, dass die Wagen sofort stehen bleiben, wenn zum Beispiel

ein Mensch die Strecke kreuzt oder Gegenstände am Boden

liegen. Die Fahrzeuge holen die Container an der sogenannten

Quelle (wie z. B. Küche, Wäscherei, Zentrallager usw.) ab, bringen

sie zu ihrem Bestimmungsort, der sogenannten Senke, wo die

Einheiten automatisch abgegeben und vom Versorgungsassistenten

zur richtigen Stelle gebracht werden. Auch die Reinigung der

Container erfolgt vollautomatisch in einer eigenen Waschanlage.

Pro Tag werden rund 6000 Portionen Essen transportiert. Am

Tag des Lokalaugenscheins gab es zu Mittag ausgezeichnetes

paniertes Dorschfi let mit Soße und Kartoffelsalat. Damit keine

Verwechslungen vorkommen, sind die Rollcontainer eindeutig

gekennzeichnet und darüber hinaus auch farblich gekennzeichnet.

Gelb bedeutet in diesem System z. B. Speisen.

Aber auch oberirdisch hat sich seit dem letzten Besuch von Sano

im LKH Klagenfurt NEU einiges getan. Überragten vor gut einem

halben Jahr noch zahlreiche Baukräne die rohen Betoneinheiten,

so sind nun die Rohbauarbeiten so gut wie abgeschlossen. Die

zentrale Sterilgutversorgungsabteilung, Apotheke und Zentrallabor

sowie Werkstätten, welche im dritten Bauabschnitt des VEZ

(Ver- und Entsorgungszentrum) situiert sind, sollen zeitgleich mit

dem CMZ (Chirurgisch-Medizinisches-Zentrum) im ersten Quartal

2010 fertig gestellt sein. Anschließend erfolgt der Umbau der

Chirurgie Ost, dieser soll zum endgültigen Projektabschluss im

Jahre 2012 ebenfalls in Betrieb gehen. Was geschieht eigentlich

mit den Altbauten? DI Manfred Freitag: „Sie werden je nach

dem Bauzustand weiterbetrieben, abgerissen oder saniert und so

weiter genutzt. Was den Großteil der medizinischen Versorgung

der Patienten betrifft und was Ver- und Endsorgung angeht, wird

aber alles neu.“ Innen in dem nach dem „Fingerprinzip“ konzipierten

Komplex, den wir besichtigen, wird genauso wie außen auf

Hochtouren gearbeitet. 120.000 Quadratmeter Trockenbauwände

werden aufgezogen. Das Konzept ist im Erdgeschoss auf ein

Zwei-Flur-System ausgelegt, dem Wartebereich folgt der Behandlungsbereich,

dahinter befi ndet sich der Arztbereich. Es gibt eine

Patientenmagistrale und eine Besuchermagistrale, was eine Tei-

lung des Patienten- und des Besucherstromes zur Folge hat. Von

einem „Verkehrsknoten“ aus sorgt ein Leit- und Orientierungssystem

für die richtige Kanalisierung von Besuchern und Patienten.

Auch die Farben der Fußböden sind Bestandteil des Leitsystems.

So steht rot für Notfälle und blau für den Pfl egebereich.

An Elektroinstallationen wurden mehr als 4500 Kilometer Kabel

verlegt. In den Operationssälen werden z. B. die Monitore

in den Wänden versenkt, was eine zusätzliche Optimierung der

Raumnutzung bringt. Weiters ist eine Bildübertragung aus dem

OP in Konferenzräume vorgesehen, um so auch die Schulungs-

und Weiterbildungsmöglichkeit sicherzustellen. Die eigentlichen

Überwachungseinheiten für das Ärzteteam befi nden sich aber

weiterhin im unmittelbaren Arbeitsbereich der Mediziner. Es gibt

einen Zentral-OP mit 14 OP-Einheiten. Für die Bauphase in der

kalten Jahreszeit wurde eigens eine Winterheizung installiert, die

pro Heizperiode 90.000 Liter Heizöl verbraucht. Im eigentlichen

Betrieb wird das LKH mit Fernwärme versorgt werden. Was die

Patienten vielleicht am meisten interessiert, ist, wie die Patientenzimmer

beschaffen sein werden. Die Intensivstation ist auf

einer Ebene mit dem OP-Bereich gelagert und diesem direkt

angegliedert. Der Patiententransport kann daher ohne Lift durchgeführt

werden. Es stehen 53 Intensivbetten und 56 IMC-Betten

zur Verfügung. Man unterscheidet drei Bereiche: Intensiveinheit

Der neue Mitarbeiterspeisesaal ist bereits in Betrieb

mit Beatmung (ICU), Intensiveinheit ohne Beatmung (IMC) und

normaler Pfl egebereich. Für die stationären Patienten gibt es 280

Ein- und Zweibettzimmer, die hell und geräumig ausgestattet

sind. Ein Beispiel, wie sehr an Funktionalität und Raumnutzung

gedacht wurde: In den Zimmern wurden die Sitzbänke für Besucher

in die Fensterbänke integriert, was neben einer optimalen

Nutzung und Vergrößerung der Fensterfl ächen auch eine große

Raumersparnis zur Folge hat.

In jeder Bauphase wird jede Einrichtung und jeder Einbau von

Fachkräften auf ihre optimale Funktionsfähigkeit getestet. Bilder

von Pfl anzen, die in den Innenhöfen wachsen, werden in den

Zimmern aufgehängt, was eine heimelige Atmosphäre schafft.

Es hat sich also einiges getan bezüglich LKH Klagenfurt NEU und

die Verantwortlichen sind optimistisch, ein modernes, funktionelles

und vor allem menschenfreundliches LKH Klagenfurt NEU

geschaffen zu haben.


Schwerpunkt Frau-Kind-Familie: Gynäkologie und Geburtshilfe

1600 neue Erdenbürger jährlich

Eintausendsechshundert neue Erdenbürger erblicken jährlich auf der Abteilung für Gynäkologie

und Geburtshilfe im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) im LKH Klagenfurt das Licht der Welt. Diese

Abteilung mit Primarius Univ. Prof. Stephan Szalay an der Spitze ist neben der Kinderinternen und

der Kinderchirurgie die dritte Abteilung, die im Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) des Landeskrankenhauses

Klagenfurt unter einem Dach untergebracht ist. Dadurch ist es möglich, dass bei Komplikationen

im Kreißsaal der Kinderchirurg bereits beim Kaiserschnitt dabei sein kann, oder der Kinderarzt bei

einem Notfall ebenfalls bereits im Hause auf seinen Einsatz wartet. Möglichkeiten, die in Österreich

sehr selten sind.

Neben den „normalen“ Geburten bietet die Abeilung auch

die Möglichkeiten der Hockergeburt oder der Wassergeburt

an. Auch Einrichtungen für eine schmerzfreie Geburt

sind vorhanden. Die werdenden Mütter werden in modernen

Entbindungseinheiten auf alle Varianten optimal vorbereitet. Primarius

Szalay: „Dass die Babys nach der Geburt rund um die

Uhr bei ihren Müttern sein können, ist bei uns eine Selbstverständlichkeit.“

Es werden auch Beratungen bei anonymer Geburt

durchgeführt. Im Normalfall nehmen die werdenden Mütter ab

der 36. Schwangerschaftswoche Kontakt mit der Abteilung auf.

Die Geburtsvorbereitung für das Paar erfolgt nach telefonischer

Vereinbarung (Tel: 0463 538 39500).

Die Schwerpunkte in der Geburtshilfe liegen in der pränatalen Diagnostik

und Therapie, in der jährlich mehr als 3200 Patientinnen

Betreuung fi nden. Ein neuer Kreißsaal sorgt dafür, dass sich die

werdenden Mütter absolut wohl fühlen. Primarius Szalays Abteilung

ist auch zuständig für die Versorgung von Hochrisikofällen

aus den Krankenhäusern Wolfsberg und St. Veit an der Glan.

Im gynäkologischen Bereich reicht das Spektrum von der Be-

Sano! 20

handlung von Tumoren über die gynäkologische Urologie, endoskopische

Operationsmethoden bis hin zu den Möglichkeiten

der Sterilitätsbehandlung. Im Jahr werden rund 2500 Operationen

durchgeführt. Kleinere Eingriffe werden in der Tagesklinik

erledigt.

Die Abteilung verfügt über 63 Betten in patientenfreundlichen

Zimmern, neben dem Vorstand kümmern sich elf Fachärzte, vier

Ärzte in Ausbildung zum Facharzt sowie neun Turnusärzte um die

Patientinnen. Insgesamt 41 Hebammen und Krankenschwestern

sind rund um die Uhr im Einsatz zum Wohle der Frauen und

Neugeborenen. Eine wichtige Einrichtung der Abteilung ist die

„First Love Ambulanz“, geleitet von Dr. Monika Umschaden. Montags

von 13:30 bis 16:00 Uhr erfahren Mädchen und Burschen

bis zu einem Alter von 18 Jahren Beratung zu allen Themen der

Sexualität. Hier werden auch so heikle Themen wie „das erste

Mal“, Verhütungsmethoden, sexuell übertragbare Krankheiten wie

Aids oder sexueller Missbrauch offen besprochen. Die Ambulanz

ist auch Anlaufstelle für Jugendliche mit Konfl ikten und Krisen

und berät bei ungewollten Schwangerschaften oder Essstörun-


Ein Untersuchungsraum

gen. Bei diesen Beratungen spielt

es überhaupt keine Rolle, ob jemand

alleine, mit dem Partner,

mit den Eltern oder sonst einer

Vertrauensperson erscheint.

Als weitere Ambulanzen befi nden

sich im Haus: Notfall-Ambulanz,

Gynäkologische Ambulanz, Onkologische

Ambulanz, Schwangerenambulanz,

Brustambulanz und

Urodynamische Ambulanz.

Mit dem ELKI (Gynäkologie/Geburtshilfe,

Kinderinterne Abteilung

und Kinderchirurgie) wurde

im LKH Klagenfurt also ein Zentrum

geschaffen, wie es für die

weiteren Zentren im LKH NEU

beispielgebend ist.

Sano! 21

Primarius Univ. Prof. Dr. Stephan Szalay


ARGE VEZ KLAGENFURT


Kleine Leiden großer Leute

Hässliches Entlein —

stolzer Schwan!

Die Tatsache, dass viele Menschen

schöner werden und sein wollen, als

sie von Natur aus sind, ist vermutlich so

alt wie die Geschichte der Menschheit selbst.

Dabei wurde nicht zu allen Zeiten der gleiche

Maßstab angelegt, was denn nun als „schön” im

eigentlichen Sinne des Wortes zu gelten habe.

Aber der Schönheit, so sie nicht von vornherein

vorhanden ist oder war, konnte und kann immer

nachgeholfen werden, vor allem der weiblichen.

Dies ist leicht zu zeigen an zwei weiblichen Stars

unserer Zeit, denen die Schönheitschirurgie und

die richtige professionelle Kameraeinstellung

die Verwandlung vom hässlichen Entlein in

einen stolzen Schwan ermöglicht haben.

Es handelt sich dabei um die weltbekannten Schauspielerinnen

Greta Gustafson und Norma Jean Mortenson, die

Millionen von Menschen unvergessliche Kinoerlebnisse

beschert haben. Die Namen sagen uns nichts? Das ist verständlich,

sind doch die Damen unter ihren Künstlernamen Greta

Garbo beziehungsweise Marylin Monroe in die Filmgeschichte

eingegangen und unsterblich geblieben. Erstens ihrer Schönheit

wegen und zweitens auf Grund ihrer späteren Lebensumstände,

oder, wie im Falle der Monroe, durch ihren mysteriösen Tod, bei

dem Gerüchten zur Folge, sogar die Mafi a ihre Hände im Spiel

gehabt haben soll. Ein Gerücht, das ebenfalls sehr viel zur Legendenbildung

rund um diese Frau beigetragen hat.

Wenden wir uns aber zuerst Greta Gustafson, also Greta Garbo,

später genannt „die Göttliche”, zu. Die „Göttliche” wurde 1903 in

der schwedischen Hauptstadt Stockholm als ziemlich irdisches

Kind geboren, wo das leidlich hübsche Mädchen als Friseurin

und später als Verkäuferin für Hüte arbeitete. Als solche wurde sie

vom Filmemacher Mauritz Stiller „entdeckt” und 1926, übrigens

im Geburtsjahr der Monroe, nach Hollywood verfrachtet, wo man

anfangs wenig bis gar nichts mit der herben Schwedin anfangen

konnte. Greta wird als Mädchen mit großen Füßen, eckigen Bewegungen,

einer fl achen Brust und breiten Schultern beschrieben.

Außerdem waren ihre dunklen Locken strähnig, der Haaransatz

zu niedrig, zudem standen ihre Zähne schief. Ein hässliches

Entlein eben, das zudem noch, wie der Regisseur Ernst Lubitsch

einmal treffend bemerkte, „der gehemmteste Mensch, mit dem

ich jemals gearbeitet habe”, war.

Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, könnte man aus dem

hässlichen Entchen Gustafson nicht den bewunderten Schwan

Garbo machen. Die Brust wurde gehoben, die Haare geglättet

und gefärbt, die mangelhafte Zahnstellung reguliert. Ihre eckigen

Bewegungen wurden ihr mit drakonischen Maßnahmen abgewöhnt,

ihre verführerischen Posen angelernt, und schon war

Sano! 24

Greta Garbo, genannt die „Göttliche“

ein Star geboren. Und nun zu Norma Jean, zur Monroe also.

Sie wurde 1926 in einem Nest in den Vereinigten Staaten von

Amerika geboren und endete 1962 unter nie wirklich geklärten

Umständen, höchstwahrscheinlich aber doch durch einen

tragischen Selbstmord. Norma Jean war auch nicht sonderlich

hübsch, stattlicher Busen, aber zu kurze Beine, schlecht stehende

Zähne. Aber sie wollte unbedingt und mit aller Macht berühmt

werden und nahm ihr Schicksal energisch in die eigenen Hände.

Begradigung von Zähnen und Nase, ihr für die Filmwelt zu spitzes

Kinn ließ sie durch einen eingesetzten Knorpel verschönern. Damit

nicht genug. Für ihr Makeup benötigte sie mindestens sechs

Stunden pro Tag und in manche Kleider ließ sie sich sogar richtiggehend

einnähen, um die gewollte schlanke Figur vorzutäuschen.

Sie heiratete, ebenso wie die Garbo, berühmte Männer,

wie den amerikanischen Baseball-Star Joe DiMaggio, oder den

weltbekannten Schriftsteller Arthur Miller. Sie war drogen- und alkoholabhängig

und endete als Wrack. Und trotzdem, sowohl die

Monroe wie auch die Garbo haben uns unvergessliche Stunden

im Kino geschenkt. Hässliches Entlein oder schöner Schwan, wer

kann das vorher so genau wissen, wir sehen ja immer nur das

Endergebnis.

Wie sagte es doch der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche

in seinem Werk „Menschliches, Allzumenschliches” so treffend:

„Wonach sehnen wir uns beim Anblick der Schönheit? Danach,

schön zu sein. Wir wähnen, es müsse viel Glück damit verbunden

sein. Aber das ist ein Irrtum.”

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