mit halber mannschaft auf kurs mit halber mannschaft auf kurs

kvsh.de

mit halber mannschaft auf kurs mit halber mannschaft auf kurs

nr. 04 | 2004 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Nordlicht

A K T U E L L

8. jahrgang

07. Mai 2004

REORGANISATION

MIT HALBER

MANNSCHAFT

AUF KURS


2 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Foto: Böters Liebe

Editorial

Kolleginnen und Kollegen,

das GMG schreibt eine Organisationsreform der Kassenärztlichen Vereinigungen

vor, verankert in mehreren Paragraphen des neuen SGB V.

Dies bedingt neue Wahlordnung und Satzung, der von der Abgeordnetenversammlung

eingesetzte Satzungsausschuss hat intensive Arbeit hinter sich.

Nach Beschluss der Wahlordnung vom 25./26. Februar 2004 und der Satzung in

einer Sondersitzung der Abgeordnetenversammlung am 03. April 2004 mit deutlicher

2/3 Mehrheit erfolgte prompt die Beanstandung durch die Aufsichtsbehörde. Mit

Hilfe rechtlicher und sachkompetenter Beratung konnten die meisten Beanstandungen

entkräftet oder widerlegt werden, so dass abschließend gültige Fassungen von

Satzung und Wahlordnung von der Abgeordnetenversammlung am 28. April 2004

verabschiedet werden konnten.

Über diese neue Strukturierung berichtet dieses Heft schwerpunktmäßig, an dieser

Stelle möchte ich dem Satzungsausschuss und insbesondere seinem Vorsitzenden,

Herrn Dr. Schäfer, für konsequentes Engagement danken!

Auf Seite 12 finden Sie die Terminierung des Wahlkalenders, nun sind die Verantwortlichen

in den altbekannten und erhaltenen Wahlkreisen aufgerufen, termingerecht

Wahllisten für die kreisbezogenen Abgeordnetenkandidaten zu erstellen. Nur

die Gruppe der Psychotherapeuten wählt ihre Kandiaten über eine Landesliste.

Auch wenn wir als einzige Landes-KV weiterhin den Titel Abgeordnetenversammlung

mit Stolz tragen, so ist doch die zukünftige Arbeit dieses Gremiums als

Selbstverwaltungsorgan von anderer Bedeutung - im Sinne eines Aufsichtsrates. Nicht

nur potentielle Kandidaten, sondern auch jeder Wähler sollte sich mit den Inhalten

der neuen Satzung aufmerksam befassen, nicht zur Abschreckung, sondern zur

Motivation!

Soziale Gesetzgebung und Zustände im Gesundheitswesen könnten Anlass zu Resignation

geben, sind aber im Sinne einer Selbstverwaltung für die Interessen der

Ärzteschaft eine Herausforderung. Es kann und darf nicht gleichgültig machen, dass

die für die Politik unbequeme Selbstverwaltung kontinuierlichen Angriffen ausgesetzt

ist. Gerade unter äußerem Druck und in einer Phase des Strukturwandels ist gestaltende

und überzeugende Kraft gefordert, vertreten durch beherzte Ehrenamtler. Sie

können und müssen mit entscheiden, welche Kolleginnen und Kollegen in den nächsten

sechs Jahren für die Geschicke der Niedergelassenen in Schleswig-Holstein Verantwortung

tragen sollen, können und wollen! Nutzen Sie Ihr Wahlrecht!

Mit freundlichen Grüßen


von Franz Knieps

(SPD), Bundesministerium

für

Gesundheit und

Soziale Sicherung

Gastkommentar

Fit für die Zukunft

Nachdem bereits im Jahr 1996 die innere Organisation der Krankenkassen

modernisiert worden ist, haben SPD, CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen im

GKV-Modernisierungsgesetz auch die innere Organisation der Kassenärztlichen

Vereinigungen neu geordnet. Dabei wurde einerseits auf eine professionelle

Managementstruktur geachtet, andererseits den besonderen Bedürfnissen der

ärztlichen Selbstverwaltung Rechnung getragen.

Deshalb wird auch künftig die Vertreterversammlung als Parlament der

niedergelassenen Vertragsärzte weitreichende Kompetenzen haben, da es hier um

existenzielle Fragen der niedergelassenen Ärzte geht. Die Vertreterversammlung hat

über alle Fragen von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden, die Satzung und

sonstiges autonomes Recht zu beschließen sowie das Haushalts- und Budgetrecht

auszuüben. Somit bleibt die Vertreterversammlung das Organ, das die politischstrukturellen

Weichenstellungen für die Vertragsärzte vornimmt.

Wesentliche Neuordnungen betreffen dagegen operative Alltagsgeschäfte und die

Vertretung der Kassenärztlichen Vereinigungen nach außen, die dem Vorstand

obliegen. Während zumindest theoretisch der Vorstand heute aus ehrenamtlichen

Funktionsträgern der Vertragsärzte besteht, soll künftig ein verkleinerter

hauptamtlicher Vorstand die Geschicke der Kassenärztlichen Vereinigungen lenken.

Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass Vertragsärzte, die Vorstandsfunktionen

ausüben, im Nebenamt ihrer ärztlichen Tätigkeit nachgehen. Hauptberuflich müssen

sie sich allerdings der Vorstandsarbeit widmen.

Damit soll einerseits eine Professionalisierung der Vorstandsarbeit erreicht werden.

Andererseits soll die Verantwortlichkeit eines professionellen Managements für einen

erweiterten Aufgabenkreis der Kassenärztlichen Vereinigungen hervorgehoben

werden. Beispielhaft seien hier nur die Entwicklungen neuer Vertrags- und

Vergütungsformen im ambulanten Sektor sowie sektorübergreifend zur stationären

Versorgung, zur Rehabilitation und zur Pflege genannt. Auch die Qualitätssicherung

steht stärker im Aufgabenfokus der Kassenärztlichen Vereinigungen. Ein weites

Spektrum von Aufgaben verlangt eine entsprechende Qualifizierung der Vorstände.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind deshalb gut beraten, Vorstandspositionen

nicht nur nach Listenproporz zu besetzen, sondern das Aufgaben- und Funktionsprofil

zum wichtigsten Maßstab für Personalentscheidungen zu machen. Diese

Neuregelungen werden in der Einführungsphase eine Reihe von Umstellungen mit

sich bringen, die sich aber bei gutem Willen der Beteiligten weitgehend problemlos

bewältigen lassen. Dies zeigen jedenfalls die Erfahrungen der Re-Organisation von

Krankenkassen. Die bedeutsame Modernisierung der Organisationsstrukturen soll also

nicht die bewährte Selbstverwaltung schwächen, sondern Kassenärztliche

Vereinigungen fit für die Zukunft machen.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

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13

TITELTHEMA

Verwaltet ja – und vertreten?

Die Wahl zur neuen Abgeordnetenversammlung wirft ihre

Schatten voraus. Mechanismen und Modalitäten stehen

bereits fest.

Kommentar

„Die neue Selbstverwaltung“, von Dr. Klaus Bittmann

Inhalt

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Die Wahl zur neuen Abgeordnetenversammlung steht in

diesem Jahr bevor. Bereits jetzt ist erkennbar, dass der

Machtzuwachs des Gremiums erheblich sein wird.

Beirat – Fachausschüsse – Mitglieder: Hier finden Sie eine

Übersicht, wie alles funktioniert und ineinander greift.

4 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

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• Bericht von der Abgeordnetenversammlung:

Änderungen der Aufsicht abgestimmt

• DMP-Befragung mit viel Kritik

• Abgeordnetenversammlung reagiert

• Ultimatum bis zum Ende des Jahres

AKTUELLES

Aktuelles

• Bürger tragen Protest nach Bad Segeberg

• Rekordstand bei Zugriffen auf www.kvsh.de

• QuaMaDi: Mehr Lebensqualität durch

Brustkrebsfrüherkennung

• Arzneien: Ausgaben gesunken

• Arztpraxen: Einbrüche auf Rekordstand

• Kassengebühr: 4.000 Nichtzahler

• Schwarzbuch: Salto rückwärts

• Krankenkassen: Asthmaschulungen

• Krimineller Handel: AU-Versteigerung im Internet

Aktuelles aus den Kreisstellen

• Kreis Nordfriesland: Kooperationsvereinbarung mit

Krankenhäusern geschlossen

• Stadt Flensburg: Integrierte Patientenversorgung

Vor Ort: Immer auf dem Sprung

Ein Leben mit 24 Stunden Rufbereitschaft –

Erkundungsfahrt mit Dr. Uwe Kurzke auf Pellworm

Notfallpraxis Kieler Ärzte

Interview mit Thomas Miklik, Koordinator des

fahrenden Notdienstes in Kiel

Serie: Vertragsärzte grenzenlos

Das Weiße im Auge

Leben mit der Morbus Bechterew

Neue Reihe über Krankheiten im Abseits

Vorsicht Satire:

Wunderbare neue Welt

Interview mit dem Mitbegründer der Partei „Die Weißen“

Dr. Zöllner


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So sieht es aus, wenn ein Arzt kassenärztlichen

Notdienst und den Rettungsdienst in Personalunion

versehen muss. Unsere Reportage führt uns in den

Alltag von Dr. Uwe Kurzke auf Pellworm. Nichts ist hier

wirklich planbar. Natur und Technik haben immer

wieder Überraschungen parat.

KV-INTERN

Abgeordnetenversammlung

Reorganisation verabschiedet - DMP auf der Kippe

Abrechnung

Fegt die Kassengebühr die Wartezimmer leer? Erste Zahlen

zum Fallzahlrückgang im ersten Quartal 2004.

Seminarkalender

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Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Dr. Hans-Joachim Miertsch ging im Auftrag der

Christoffel Blindenmission (CBM) Deutschland für einen

Kurzeinsatz an die Lusaka Eye Klinik nach Sambia.

Was hat den Augenarzt aus Eckernförde in Afrika

erwartet?

Standards

Editorial

Gastkommentar

„Fit für die Zukunft“, von Franz Knieps,

Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung

Kolumne

Neue Krankheit in Vertragsarztpraxen.

„Morbus Chronicus-Ulla-Schmidt“

Serie: Selbsthilfegruppen

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Mukoviszidose

e.V. – Regionalgruppe Kiel/ Lübeck/ Hamburg

Buchtipps

Chronischer Muskelschmerz

Taschenbuch der Stoffwechselstörungen

Handbuch Psychopharmaka

Tipps

TV-Guide

Hätten Sie´s gewusst?

EDV-Tipp

Termine

Telefon - Impressum

Kreisstellen

BEILAGEN

• Abrechnungshinweise Nr. 3/2004

• Übersicht zur Kassengebühr

• Zuzahlung gemäß § 28 Abs. 4 SGB V

• Aufstellung der Präventionsleistungen

5


Bad Segeberg (Q) - Plötzlichen

Besuch erhielt Dr. Klaus Bittmann

am Mittwoch nach Ostern. Eine

48-köpfige Delegation von Bürgerinnnen

und Bürgern war aus

Brunsbüttel angereist, um ihm

über 8.600 Unterschriften zu

übergeben. Grund: die Ermächtigung

der chirurgischen Ambulanz

am Westküstenklinikum. Hier

hatte der Vorstand Widerspruch

zu der positiven Entscheidung des

Aktuelles

Bürger tragen Protest nach Segeberg

Unterschriften für Verlängerung einer Ermächtigung am WKK übergeben

Vorboten einer immer mehr rationierten Versorgung.

Internet

Zugriffe auf KVSH-Homepage

auf Höchststand

Zulassungsausschusses eingelegt.

Jetzt wird die Sache vor dem Sozialgericht

verhandelt.

Die Bürgerinnen und Bürger

befürchten, dass das Krankenhaus

komplett abgebaut wird und

der Entzug der Ermächtigung nur

der erste Schritt dazu sei. Die

Stimmung war also gespannt.

Doch in der KV-Kantine wurden,

nicht ganz ernst gemeinte Drohungen

(„Denken Sie an die

Schlacht bei Hemmingstedt, da

haben wir schon ganz andere in

die Flucht geschlagen“) schnell

bei Kuchen und Kaffee ad acta

gelegt.

Die Realität ist plötzlich in Bad

Segeberg eingefallen und es

drängt sich zwangsläufig die

Frage auf: Was kommt in nächster

Zukunft auf die KVSH zu?

Bad Segeberg (jw) - Die Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

www.kvsh.de wird immer mehr zu eine Hauptinformations- und Recherchequelle. Wie einer Fieberkurve

reagierte die Zugriffsrate in den vergangenen Monaten auf die politische Großwetterlage.

Hauptzugriffsraten von bis zu 175.000 Zugriffen pro Monat wurden zum Jahreswechsel 2003/2004

erreicht. Grund dürfte das hohe Bedürfnis der Nutzer nach tagesaktuellen Informationen zur Regelung

der Kassengebühr und anderer Details des Gesundheitsmodernisierungsgesetz gewesen sein.

6 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

QuaMaDi

Mehr Lebensqualität

durch Brustkrebsfrüherkennung

Kiel (Q) - „Wir sichern den

Frauen mit dem Modellprojekt ein

qualitativ höherwertiges Leben,

da wir die Tumore in früheren Stadien

entdecken und dadurch belastende

Chemo- oder Strahlentherapie

vermeiden.“ Dies, so

sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen

Vereinigung Dr.

Klaus Bittmann am 5. Mai in Kiel,

sei das positive Ergebnis des Modellprojekts

Qualitätsgesicherte-

Mamma-Diagnostik nach drei

Jahren Laufzeit.

Das Resultat hat damit die Erwartungen

der Verantwortlichen

übertroffen. „Für uns ist es ganz

wichtig“, so der Leiter der Techniker

Krankenkasse und Sprecher

aller am Projekt beteiligter Kassen

Dr. Johann Brunkhorst, „dass

wir jetzt genau sagen können,

welchen spürbaren Nutzen die Patientinnen

von dem Projekt haben.

Auch die Wissenschaftler

sind mit der positiven Ergebnisanalyse

sehr zufrieden. „Wir haben

immer gehofft, dass wir Tumore

früher aufspüren, konnten

es aber bisher nicht beweisen“,

erklärt Prof. Dr. Ingrid Schreer,

Leiterin des Mammazentrum am

Campus Kiel der Universität

Schleswig-Holstein. „Dieser deutliche

Effekt allerdings überrascht

uns. Denn wir erfassen jetzt doppelt

so viele Tumore von kleinerer

Größe als es außerhalb von Qua-

MaDi der Fall ist.“

Daten des Krebsregisters

Schleswig-Holstein zeigen, dass

etwa 40 Prozent aller Brustkrebspatientinnen

ein günstiges Tumorstadium

mit einem Primärtumor

von zwei Zentimetern oder

kleiner bzw. ein noch nicht wucherndes

Karzinom aufweisen.

Bei Patientinnen mit Brustkrebs

im QuaMaDi-Projekt lag dieser

Anteil mit knapp 70 Prozent deutlich

über den Durchschnitt für

Schleswig-Holstein (50 Prozent).

Vergleicht man an Hand der Daten

des Krebsregisters die Region,

in der QuaMaDi durchgeführt

wird, mit dem restlichen Schleswig-Holstein,

dann bestätigt sich


Arzneien

Ausgaben gesunken

Berlin - Die Ausgaben der gesetzlichen

Krankenkassen für

Arzneimittel gehen seit dem Start

der Gesundheitsreform im Januar

dieses Jahres deutlich zurück. Insgesamt

lagen die Ausgaben nach

Angaben der ABDA-Bundesvereinigung

Deutscher Apothekerverbände

von Januar bis März

892 Millionen Euro unter denen

im Vorjahreszeitraum. Dies entspreche

einem Rückgang von

16,8 Prozent.

Es zeige sich, dass die Gesundheitsreform

zu deutlichen

Einsparungen im Arzneimittelbereich

führe, zog ABDA-Hauptgeschäftsführer

Rainer Braun am

27. April in Berlin eine erste Zwischenbilanz.

Für 2004 sei ein

Ausgabenrückgang von 15 Prozent

durchaus realistisch.

Allerdings sei die Entwicklung

bei den Arzneimittelausgaben im

ersten Quartal zum Teil auf Vorzieheffekte

am Jahresende 2003

zurückzuführen. Durch diese an-

dieser positive Trend auch auf Bevölkerungsebene.

Die Tumorstadienverteilung

in der QuaMaDi-

Region ist deutlich günstiger als

im restlichen Schleswig-Holstein

(58 Prozent vs. 48 Prozent).

Monatlich nehmen etwa 2.500

Frauen an QuaMaDi teil. Bisher

wurden ca. 43.000 Patientinnen

mit ca. 55.000 Untersuchungen

in das Modellprojekt aufgenommen.

Dabei wird die Indikation

zur Mammographie durch den

betreuenden Gynäkologen nach

ausführlicher Anamnese und körperlicher

Untersuchung gestellt.

Anschließend erfolgt die Überweisung

zum Radiologen, der die

Mammographie durchführt und

eine unabhängige Zweitbefundung

– das sogenannte Vier-Augen-Prinzip

– durch einen weiteren

Radiologen veranlasst.

Bei Dissens der Untersuchungsergebnisse

bzw. bei Auffälligkeiten

wird eine Drittbefundung

in einem Mammazentrum

vorgenommen, und, falls erforderlich,

die Patientin zur weiteren

Abklärung einbestellt.

gelegten Vorräte sei das erste

Vierteljahr nicht unbedingt repräsentativ

für das Gesamtjahr,

betonte Braun. So fiel der Ausgabenrückgang

bereits im März

mit minus 1,6 Prozent nicht mehr

ganz so üppig aus wie im Januar

und Februar. Braun sagte, die

Medikamentenvorräte der chronisch

Kranken aus dem Dezember

seien vermutlich allmählich

aufgebraucht.

Außerdem habe der Anteil der

Zuzahlungen im März stark ab-

Von den 55.000 aufgenommenen

Patientinnen durchgeführten

diagnostischen Prozessen mit

Mammographie und Doppelbefundung

wurden auf Grund verdächtiger

Befunde oder Dissens

von Erst- und Zweitbefunder

12.000 Drittbefundungen (22 Prozent)

im Mammazentrum durchgeführt.

Im weiteren Verlauf

wurde dann für ca. 3.500 Patientinnen

ein weiterer Test vereinbart

(6 Prozent). Bei ca. 1.150 Patientinnen

musste eine feingewebliche

Untersuchung mittels Stanze

oder Feinnadelpunktion vorgenommen

werden.

Bei 300 Frauen wurde die Diagnose

Brustkrebs histologisch gesichert.

Bei weiteren 240 Frauen

wurde ohne feingewebliche Untersuchung

ein dringender Brustkrebsverdacht

ausgesprochen.

Die Brustkrebsinzidenz im Qua-

MaDi-Kollektiv liegt damit bei ca.

0,5-1 Prozent. Die Karzinomentdeckungsrate

entspricht damit

etwa der vier- bis achtfachen rohen

Inzidenzrate für Brustkrebs in

Schleswig-Holstein.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

genommen, weil fast eine Million

Patienten inzwischen ihre Belastungsgrenze

erreicht hätten und

deshalb von der Zuzahlung befreit

worden seien. Braun rechnet

damit, dass im weiteren Jahresverlauf

jeweils im letzten Monat

der einzelnen Quartale höhere

Arzneimittelausgaben zu beobachten

sein werden als in den anderen

Monaten. Der Grund sei,

dass es wegen der Praxisgebühr

am Ende jedes Quartals zu Vorzieheffekten

komme./ddp

Arztpraxen

Einbrüche auf

Rekordstand

Bad Segeberg (mg/guso) - Seit

Einführung der Kassenge stieg die

Zahl der Einbruchsdelikte in schleswig-holsteinische

Arztpraxen dramatisch

an. Bis zum April zählte das

Landeskriminalamt (LKA) bereits

110 Einbrüche und Einbruchsversuche.

Dagegen waren es im gesamten

Vorjahr landesweit lediglich

220. Schon nach wenigen Wochen

des neuen Jahres zeichnete

sich der Negativtrend ab. Wurden

im Januar 2003 lediglich 22 Einbrüche

verzeichnet, waren es im

Januar 2004 mehr als doppelt so

viele – 48. Jetzt ist noch nicht einmal

ein halbes Jahr verstrichen und

man bewegt sich auf eine traurige

Rekordmarke zu. Trotzdem betont

ein Sprecher des LKA, dass man

noch nicht von einem neuen Kriminalitätsphänomen

reden kann.

Unstrittig scheint aber, dass es

die Ganoven neben Betäubungsmitteln,

Rezeptblöcken, Medikamenten

oder Computern auch auf

das Bargeld abgesehen haben. Um

sich vor ungebetenen Besuchern

zu schützen, gibt die Polizei verschiedene

Verhaltenstipps. Geld

und Kasse sollten möglichst so verstaut

werden, dass kein Fremder

Einsicht bekommt, selbst wenn er in

der Arztpraxis dicht am Tresen

steht.

Die Tageseinnahmen sollten

nicht in der Praxis aufbewahrt, sondern

noch am gleichen Tag zur

Bank gebracht werden.

Kassengebühr

5000

Nicht-Zahler

Bad Segeberg (Q) - Nach Ende

des ersten Quartals geht die

KVSH nach ersten Schätzungen

von 5000 Patienten aus, die die

Kassengebühr nach Ablauf der

Frist bisher nicht bezahlt haben

und daher von der KV gemahnt

werden müssen. Das entspricht

0,2 Prozent der gesamten Abrechnungsfälle.

Bisher sieht das Haus allerdings

keinen Grund zur sofortigen Umsetzung.

Der Grund, die Zahnärzte

haben mit den Krankenkassen

eine Vereinbarung geschlossen,

dass Mahnverfahren nur über die

Krankenkassen vorgenommen

werden. Diese Regelung will die

KBV jetzt auch für die Ärzteschaft

erstreiten. Daher sind alle KVen

aufgefordert, die Mahnungen vorerst

nicht rauszuschicken.

Schwarzbuch

Salto

rückwärts

Berlin (Q) - Das Bundesgesundheitsministerium

hat das umstrittene

Schwarzbuch über den

Fehlstart der Gesundheitsreform

zurückgezogen.

Sprecher Klaus Vater erklärte,

dass es noch mal überarbeitet

werden müsse. In dem Buch sind

angebliche Verfehlungen von Ärzten

im Zusammenhang mit der

Kassengebühr aufgelistet.

Das Schwarzbuch hatte bei

Verbänden und Ärzteorganisationen

für herbe Kritik gesorgt.

7


Krankenkassen

Asthmaschulungen

Lübeck - Die DRÄGER &

HANSE BKK hat umfassende

Asthma-Schulungs-Programme

für Erwachsene und jetzt neu für

betroffene Kinder bzw. Jugendliche

und deren Eltern mit der

KVSH zusammengestellt. Der Kinderarzt

Dr. med. Grunwald und

der Pneumologe Dr. Leiner haben

aktiv an der Vertragsgestaltung

mitgearbeitet.

Dieses ambulante Konzept für

Eltern und Kinder (zwischen fünf

bis 18 Jahren) ist eine bisher in

Schleswig-Holstein einzigartige

Unterstützung. Dabei steht die

verhaltensmedizinische Intervention

und die medizinische Infor-

Krimineller Handel

AU-Versteigerung

im Internet

Bad Schwartau (Q) - Nach Recherchen

der Kassenärztlichen

Vereinigung Schleswig-Holstein

wurden im Internetauktionshaus

Ebay Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

(AU) als blanko Dokumente

versteigert. Die Formulare

wurden in der Rubrik „Tickets“

für den Startpreis von einem Euro

angeboten. Die Aktion ist am letzten

Montag zu Ende gegangen.

Ein Käufer hat sich dabei nicht gefunden.

„Wir sind durch Ärzte auf diesen

Handel aufmerksam gemacht

worden“, berichtet KVSH-

Pressesprecher Robert Quentin.

„Wir haben die Informationen

an die Kripo in Bad Schwartau

weitergegeben. Die Beamten haben

daraufhin Ermittlungen eingeleitet.“

In der Warenbeschreibung

hieß es: „Verkaufe originale Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen,

die von Ärzten ausgefüllt

werden.“ Insgesamt fünf Formulare

wurden blanko angeboten.

Der Anbieter ist in Bad

Schwartau ansässig und auf der

Auktionsplattform lediglich unter

der Buchstabenkolonne

mation im Mittelpunkt, um eine

sichere und selbständige Asthmatherapie

durchzuführen. Bei

der „Familien“-Schulung werden

die speziellen Bedürfnisse der betroffenen

Kinder und die vielschichtigen

Anforderungen an die

Eltern besonders berücksichtigt

Der Asthmaschulungsvertrag

für Erwachsene ist sehr erfolgreich

angelaufen und schon über die

Landesgrenzen hinaus bekannt.

Viele der marktwichtigen BKK haben

schon großes Interesse bekundet

und werden dem Vertrag

beitreten.

Für den Schulungsvertrag für

Kinder und Jugendliche zeichnet

sich schon jetzt eine ähnlich gute

Resonanz ab.

Den Vertragspartnern war es

besonders wichtig, im Hinblick auf

cmeyerc@gmx.de bekannt.

Die Formulare werden bundesweit

nur in zwei Druckereien

hergestellt und direkt an Krankenkassen

ausgeliefert, die sie

dann an die Ärzte und Psychotherapeuten

weiterleiten. Der

Normalbürger hat in der Regel

keine Möglichkeit, an blanko Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

heranzukommen. Kommt er

doch in den Besitz, wäre ihr Einsatz

illegal.

Aktuelles

8 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

zukünftige Disease-Management-

Programme für Asthmatiker derartige

qualitätsgesicherte Schulungsprogramme

flächendeckend

aufzubauen. Die DRÄGER &

HANSE BKK und die KVSH haben

mit diesen Verträgen schon jetzt

eine wichtige Voraussetzung geschaffen.

„Der Erfolg dieser innovativen

Schulungsprogramme

hängt jedoch ganz entscheidend

von der Akzeptanz der Ärzte ab“,

betont Dr. med. Thomas Bartkiewicz,

Vertrags- und Versorgungsmanagement,

DRÄGER &

HANSE BKK.

Viele Ärzte, die diese Schulung

erbringen können, haben sich

über die KVSH zertifizieren lassen.

So sind Schulung und Administration

wesentlich unkomplizierter

durchzuführen.

„Wir raten unseren Mitgliedern,

in den Praxen keine vorgestempelten

Rezeptblöcke unachtsam

liegen zu lassen“, erläutert

Quentin. „Auch dürfen

Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

nicht vor

dem Ausfüllen mit Unterschrift

und Stempel des Arztes versehen

sein.“ Denn der Arzt haftet

für schuldhafte Verletzung seiner

Sorgfaltspflicht, wie es im

Bundesmantelvertrag geregelt

Die Abrechnungen werden beispielsweise

extrabudgetär über

die KVSH abgerechnet. Die Schulungen

werden in Gruppen mit

ca. sechs Personen und gegebenenfalls

einer Vertrauensperson

pro Teilnehmer von einem Vertragsarzt

durchgeführt. Sie umfassen

vier Unterrichtseinheiten

von jeweils mindestens 90 Minuten.

Nach der Schulung erhält der

behandelnde Arzt einen Bericht.

Darüber hinaus bietet der durchführende

Vertragsarzt zweimal

jährlich eine Nachschulung an.

Der behandelnde Arzt entscheidet

über die Notwendigkeit.

Ansprechpartner:

Dr. med. Thomas Bartkiewicz,

DRÄGER & HANSE BKK

Telefon: 0451 - 871 878 7

ist. Würden solche blanko Formulare

in die falsche Hände gelangen,

wäre ein Handel problemlos

möglich. Besonderes

Augenmerk müsse daher auch

dem Vertragsarztstempel dienen.

Er darf nur für das Praxisteam

verfügbar sein.

Wie das Nordlicht über das

Internet erfahren hat, ist die Versteigerung

inzwischen ausgesetzt

und von dem Anbieter

zurückgezogen worden.


Kreis Nordfriesland

Kooperationsvereinbarung

mit

Krankenhäusern

Westerland/Husum/Klanxbüll. (jw) - Am

14. April 2004 konnte zwischen der Asklepios-Nordseeklinik

in Westerland und der

KV-Kreisstelle Nordfriesland und am 27. April

2004 zwischen den Kreiskrankenhäusern

Nordfriesland und der Kreisstelle eine gemeinsame

Erklärung zur Verbesserung der

Kooperation und zur Sicherung der Versorgung

unterzeichnet werden. Sie soll ermöglichen,

dass der Wunsch vieler Patientinnen

und Patienten nach möglichst frühzeitiger

Entlassung aus dem Krankenhaus

Wirklichkeit werden kann. Die Krankenhäuser

sind seit 1. Januar 2004 durch die Fallpauschalen

(DRGs) verpflichtet, komplexe

Leistungen vollständig zu erbringen, müs-

Ratzeburg (jw) - „In meinem Kreis herrscht

zur Zeit unter den Ärzten eine richtige Aufbruchsstimmmung,

von der auch ich infiziert

bin“, freut sich Dr. Monika Schliffke (52),

Kreisstellenvorsitzende der KV im Kreis Herzogtum-Lauenburg.

Neue Formen der Integrationsversorgung

haben auch hier Bewegung

in das Zusammenspiel von niedergelassenem

und stationärem Sektor gebracht.

Seit Anfang des Jahres laufen im Kreis drei

Projekte in enger Kooperation zwischen

Haus-, Fach- und Krankenhausärzten:

Schmerztherapie, Depression und diabetologische

Fußambulanz. „Das bedeutet für

uns alle eine völlig neue Form des Arbeitens.

Durch die enge Kooperation und das Erarbeiten

von medizinischen Standards sind persönliche

Bindungen aufgebaut worden, die

es vorher nicht gab. Alle ziehen jetzt an einem

Strang und wir steigern so die medizinische

Qualität zum Vorteil der Patienten“,

so Schliffke. Die Kreisstellenvorsitzende und

Abgeordnetet im KV-Parlament setzt bei allen

Projekten auf gute Vorbereitung, eindeutige

Strukturierung und klare Zielvorgaben.

„Nur so können wir die Krankenkassen

von unseren Plänen überzeugen. Der

Wille allein zählt nicht viel, die Hausarbeiten

müssen gemacht sein.“

Als Konsequenz aus der Kooperation wird

am 17. Juni 2004 das erste regionale Pra-

Aktuelles aus den Kreisstellen

sen aber gleichzeitig die Liegezeiten verkürzen.

Auf diesem Hintergrund bieten die Asklepios-Nordseeklinik

und (zunächst) das

Kreiskrankenhaus in Niebüll für ausgewählte

Krankheitsbilder (z.B. laparaskopische

Cholecystektomie, Herniotomie, Colon-Operationen,

Hüft-TEP, Asthma/ COPD und Hysterektomie)

jeweils Kooperationsvereinbarungen

an, wo definierte poststationäre Leistungen

(Wundkontrolle, gegebenefalls mit

Hausbesuch, Verbandswechsel, Entfernung

von Fäden bzw. Klammern oder die Lungenauskultation,

Lungenfunktionsprüfung sowie

Optimierung der medikamentösen Therapie)

von niedergelassenen Ärztinnen und

Ärzten erbracht und von der Klinik mit einer

auf GOÄ-Basis kalkulierten Nachsorge-

Pauschale (zwischen 50 und 100 Euro) vergütet

werden. „Endlich folgt das Geld der

Leistung“, so Ralf Büchner, Vorsitzender der

Kreisstelle Nordfriesland.

xisnetz im Kreis Herzogtum-Lauenburg als

Dachorganisation für die Kooperationsversorgung

gegründet. Für Schliffke ein logischer

Schritt. „Dort treffen sich dannn hoffentlich

alle Beteiligten aus der Projektarbeit

wieder.“ Es bewegt sich also eine Menge.

Gerade deshalb kann die Allgemeinmedizi-

Stadt Flensburg

Integrierte

Patientenversorgung in

Flensburg

Flensburg (jw) - Das regionale Praxisnetz

Flensburg (PRF) mit rund 130 Arztpraxen,

die Diakonissenanstalt Flensburg, das

Malteser Krankenhaus Flensburg und die

AOK Schleswig-Holstein haben einen gemeinsamen

Rahmenvertrag zur Durchführung

einer integrierten Versorgung in

Schleswig-Holstein unterzeichnet. Kooperationspartner

ist die Kassenärztliche Vereinigung

Schleswig-Holstein. „Wir begrüßen

diesen Durchbruch in die Welt der Integrierten

Versorgung. Wir haben das Projekt

ja angeschoben und während der gesamten

Zeit unterstützt“, so Dr. Ingeborg Kreuz,

Kreisstellenvorsitzende der KVSH in Flensburg.

Die KVSH ist mit 15 Kreisstellen im Land vertreten.

Wir stellen Ihnen den Vorsitzenden/ die Vorsitzende aus der jeweiligen Kreisstelle

vor, informieren über Probleme, Gelungenes und Zukünftiges

Heute: Kreis Herzogtum Lauenburg

Dr. Monika Schliffke, Kreisstellenvorsitzende

im Kreis Herzogtum-Lauenburg

und Allgemeinmedizinerin in Ratzeburg.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Foto: Wilder

nerin und Hausärztin aus Ratzeburg es nicht

verstehen, wenn „sogenannte Gesundheitsexperten

wie Professor Wasem insbesondere

den Hausärzten in der Zeitung unkommentiert

mangelhafte Qualifikation und

Motivation unterstellen dürfen. Das entspricht

einfach nicht der Realität vor Ort und

macht mich richtig wütend.“

Seit 1998 arbeitet die Mutter von zwei

Söhnen nun als Kreisstellenvorsitzende und

sie ist entschlossen Ende des Jahres noch einmal

für das Amt zu kandidieren. „Ich versuche

mich auf das Wesentliche zu beschränken

und konzentriere mich deshalb

weitgehend auf dieses eine Amt.“ Das hat in

der Vergangenheit gut funktioniert. Schliffke

sieht sich als Vermittlerin zwischen den Kollegen

und versucht Streit schon im Vorfeld

aus dem Weg zu räumen. Mit sehr gutem

Erfolg. In ihrem ländlich geprägten Kreis

funktioniert der Notdienst reibungslos und

durch die Nähe zu Hamburg und Lübeck

gibt es auch noch keine Nachfolgerprobleme.

Trotzdem denkt Schliffke schon weiter: „Der

Notdienst muss auch hier dringend reformiert

werden.“ Schliffke schwebt die Einrichtung

von drei festen Anlaufpraxen in den

Krankenhäusern von Ratzeburg, Mölln und

Geesthacht vor. Außerden soll es einen festen

Fahrdienst mit entsprechender Entlohnung

der teilnehmenden Ärzte geben.

9


Die jetzige Gesundheitsreform bewirkt

nicht nur für die Patientenversorgung

massive Veränderungen, sondern

auch für die Verwaltungsstruktur der Kassenärztlichen

Vereinigungen beginnt eine

neue Zeitrechnung. Die Ärzteparlamente werden

drastisch verkleinert, außerordentliche

Mitglieder abgeschafft und die Präsenz der

nichtärztlichen Psychotherapeuten auf 10

Prozent der Abgeordneten festgelegt.

Der Vorstand wird auf drei bzw. fünf Mitglieder

reduziert. Das Gremium ist auf sechs

Jahre gewählt, muss nicht zwingend aus Ärzten

bestehen und übt diesen Job nicht nebenbei,

sondern hauptberuflich aus.

Managementlehre oder

Basisarbeit

Anhänger der reinen Managementlehre

werden die Entwicklung begrüßen. Befürworter

der Basisarbeit könnten dabei Bauch-

Titelthema

Verwaltet ja – und vertreten?

Stv.

Vors.

Die Wahl zur neuen Abgeordnetenversammlung steht bevor.

Machtzuwachs des Gremiums wird erheblich sein.

Wer wird wie gewählt? Die beanstandete Wahlordnung ist durch.

schmerzen bekommen. Denn sie sehen die

Gefahr, dass ein professionalisiertes Vorstandsgremium

sich von der Basis entfernt

und langfristig eine Entfremdung der Führung

stattfindet, nach dem Motto: Verwaltet ja,

aber nicht vertreten. “Das ist durchaus Ziel

des Gesetzgebers”, erklärt Dr. Klaus Bittmann.

Dass die neue Struktur zwangsläufig zu einer

Erosion der Interessenvertretung führen

wird, ist aber keinesfalls sicher. Würde es gelingen,

in diesem Korsett gute Ergebnisse für

die Ärzteschaft zu erreichen, stünde die KV

am Ende sogar besser da. Und genau darauf

wird es hinauslaufen: Die Ergebnisse werden

Gradmesser für den Vorstand sein.

Kritiker befürchten aber außerdem einen

Schaden der innerärztlichen Demokratie und

einen Bedeutungsverlust der Ärzte und Psychotherapeuten

im Parlament. Wer hier aber

einen Blick in das GMG wirft, stellt fest, dass

die Abgeordnetenversammlung eharan Gewicht

zunehmen wird.

BEIRAT berät

Vors. Vors.

Psy.

VORSITZENDEN UND

STV. VORSITZENDEN DER AV

Vors.

HA

Vors.

FA

DREI BERATENDE

FACHAUSSCHÜSSE

wählen wählen

wählen

27

ABGEORDNETENVERSAMMLUNG

Neue Rolle

des Parlaments

Es soll ein Kontrollgremium gegenüber dem

professionell agierenden Vorstand sein. Dafür

bekommt sie mehr Rechte, ähnlich dem eines

Aufsichtsrats. Da ist es spannend, wer

Ende September als Abgeordneter ins Parlament

gewählt wird. Nach dem was der Flurfunk

meldet, scheint das Interesse größer zu

sein als erwartet. Besonders Vertreter der Berufsverbände

zeigen ein hohes Maß an Interesse,

im September einen Platz im dreißigköpfigen

Gremium zu besetzen.

Auch für den Vorstand haben die ersten

Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen.

Dabei könnte der alte Vorstand durchaus der

Neue sein. Bis zur Wahl im Dezember ist es

allerdings noch ein weiter Weg, auf dem

beim Findungsausschuss noch so manche

Bewerbung für die Vorstandsposten eingehen

sollte.

VORSTAND

(1. VORSITZENDER, 2. VORSITZEN-

DER, 3. VORSITZENDER

wählen

und

überwachen

wählen

3

MITGLIEDER (ZUGELASSENE, ERMÄCHTIGTE, ANGESTELLTE ÄRZTE) PSYCHOLOGISCHE MITGLIEDER

10 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004


Wenig Hickhack

in der KVSH

Ein Prädikat der Abgeordnetenversammlung

war es bisher immer, dass in Schleswig-

Holstein ein ordentliches Nebeneinander von

Haus- und Fachärzten stattfand. Themen

wurden weniger gruppenspezifisch diskutiert

als sachorientiert. Meldungen aus anderen

KVen über verzweifelte Grabenkämpfe wurden

etwas ungläubig zur Kenntnis genommen

- denn hier funktioniert es ja. Stellt sich

die Frage, wird das so bleiben?

Eigentlich gibt es keinen Grund, davon

auszugehen, dass die Abgeordnetenversammlung

zukünftig eine andere Kultur des

Umgangs pflegen wird. Dafür sorgt bereits

die neue Wahlordnung, die von der Abgeordnetenversammlung

gerade beschlossen

worden ist und damit auch den Anforderungen

der Aufsicht genügt. Denn die hatte

bisher die Zustimmung verweigert (siehe Abbildung).

Vorgesehen ist eine Verhältniswahl auf

Grund von Listen- und Einzelwahlvorschlägen

(NORDLICHT 02/03/2004) in den einzelnen

Kreisen. Außerdem wird ein Stellvertreter

gewählt, der als Abwesenheitsvertreter

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

fungiert. Bei endgültiger Abwesenheit würde

allerdings der mit den nächst höheren

Wählerstimmen nachrücken. Diese Änderung

geht auf die Wünsche der Behörde

zurück. Die Kritik an der Kreiswahl hat das

Ministerium zurückgezogen.

Möglicherweise hätte es für die KVSH gravierendere

Folgen gehabt, wenn die Aufsichtsbehörde

eine reine Landeswahl vorgegeben

hätte. Dann wäre eine räumliche Repräsentanz

gegenüber einer verbandsorientierten

zurückgetreten, mit der möglichen

Folge harter Grabenkämpfe in der Zukunft.

Das ist jetzt kein Thema mehr.

11


Was die Basis denkt

Die Neuorganisation der KVen eröffnet

Chancen und hält Gefahren bereit. Nimmt

sie die Möglichkeiten an, die das GMG auch

bereithält, indem sie sich modernisiert und

den Charakter einer halbstaatlichen Verwaltung

gegen eine flexible Unternehmenskultur

austauscht oder nimmt sie vermehrt die Gestalt

einer halbstaatlichen gelenkten Behörde

an und wird so - wie es die Politik vielleicht im

Sinn hatte - zwischen den Erwartungen der

Basis und den politischen Vorgaben, die eine

KV stets zu erfüllen haben wird, zerrieben?

Die KV-Verantwortlichen sind sich der Gefahr

bewusst, dass die Hauptamtlichkeit des

Vorstands diesen Prozess befördern könnte,

Titelthema

WAHLKALENDER:

04. Juni 2004

Ende der Einreichung von Wahlvorschlägen

Termin steht noch nicht fest

Versand der Wahlunterlagen

13. - 17. September 2004

Briefwahl

18. September 2004

Feststellung des vorläufigen Wahlergebnisses

20. September 2004

Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses

12 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

da man ihm den Bezug zur Basis absprechen

möchte.

Würde die ärztliche Basis dazu befragt, was

würde sie wohl sagen? Erhebungen dazu gibt

es wenige. Die es bereits gibt, besagen, dass

die Mehrheit mit der Arbeit der KVSH bisher

weitestgehend zufrieden war und auch weiterhin

mit der KV zusammenarbeiten will.

Klar ist aber auch, dass alle das Übermaß an

Bürokratie, die gesetzlich verordnete Budgetierung

und die zahlreichen Reglementierungen

satt haben.

Die KV wird nach der Organisationsreform

2005 alle Möglichkeiten haben, die von der

Politik eingearbeiteten Stolperfallen nicht zu

übersehen. Kein leichtes Unterfangen – sicher.

Robert Quentin, KVSH


Kommentar

Die neue Selbstverwaltung

von

Dr. Klaus Bittmann,

KVSH

Haben Sie mal jemanden gefragt, was eine Kassenärztliche Vereinigung ist?

Wissen Sie, was diese ärztliche Selbstverwaltung als Körperschaft Öffentlichen

Rechts tut, womit sich die ca. 250 Mitarbeiter der KVSH beschäftigen, welche

Funktionen die Abgeordnetenversammlung oder gar der Vorstand inne haben?

Und nun wird vom Gesetzgeber eine Organisationsreform der KVen vorgeschrieben

und gemäß Sozialgesetzbuch werden Satzung und Wahlordnung der KVen angepasst

und verabschiedet. Ziel ist Professionalisierung und Verschlankung, das hört sich gut

an, aber was ändert sich tatsächlich für die Selbstverwaltung?

Der bisher zumindest formal ehrenamtlich tätige Vorstand war Teil der

Selbstverwaltung, verpflichtend mit Kassenzulassung und Praxistätigkeit über das

Mandat eines von der sogenannten ärztlichen Basis gewählten Abgeordneten, dann

sozusagen weiterbefördert in den Vorstand. Nun wird der Vorstand verkleinert auf

drei KV-Vorsitzende in Hauptamtlichkeit und mit Sachkenntnis, die

Gesamtverantwortung tragen, nicht aus der Ärzteschaft kommen müssen und deren

Handeln der Aufsicht einer für Schleswig-Holstein auf 30 Personen begrenzten

Abgeordnetenversammlung unterliegt.

Ob hiermit die Effizienz der Selbstverwaltung tatsächlich verbessert wird, dies

hängt vermutlich von den gewählten und handlungsverantwortlichen Personen ab.

Die politische Absicht liegt vermutlich darin, dass man sich eine stärkere

Ordnungsverpflichtung verspricht und Willfährigkeit der Körperschaft wünscht. Die

Interessensvertretung der Ärzteschaft wird in diesem Sozialstaat nicht geschätzt.

Und genau hier setzt die Herausforderung für eine neu strukturierte Kassenärztliche

Vereinigung an. Das GMG bietet die Möglichkeit, die Selbstverwaltung durch

Minderung der Aufgabenfelder und Lockerung der Kollektivvertraglichkeit weiterhin

zu einem unansehnlichen Verwaltungsapparat verkümmern zu lassen oder durch

Ausbau der Dienstleistungskompetenz der Ärzteschaft in allen vertraglichen und

strukturellen Möglichkeiten für die Zukunft hilfreich und engagiert zur Seite zu

stehen.

Nicht eine teuer bezahlte Image-Kampagne der KBV für das öffentliche Bild der

Körperschaften profiliert die Selbstverwaltung, sondern vorausschauendes und

kompetentes Handeln im Sinne der Ärzteschaft und damit auch für die Sicherung

einer patientenorientierten Versorgung. Die KVen stehen vor einem Neuanfang, dies

muss insbesondere den neu zu wählenden Abgeordneten und einem künftigen

Vorstand bewusst sein!

Sie haben das Recht und die Pflicht zur Wahl - damit tragen Sie entscheidend dazu

bei, dass diese Selbstverwaltung tatsächlich neue Wege gehen kann - als

Managementunternehmen für alle Kolleginnen und Kollegen.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

13


Ende gut, alles gut? Bezogen auf Wahlordnung

und Satzung heißt die Antwort

ja. Das Ringen des Satzungsausschusses

hat sich gelohnt. Mit kleineren Änderungen

wird die Aufsicht nun wohl zustimmen.

Bezieht sich die Frage allerdings auf

die kontroverse Diskussion um DMP-Diabetes,

wäre die Antwort eher ein jaein. Aber alles

der Reihe nach.

Kaum Änderungen

Wie in der letzten Ausgabe berichtet (s.

auch S. 11 in diesem Heft) war die Aufsichtsbehörde

der Meinung, dass die vom Satzungsausschuss

vorgelegte Wahlordnung

keine Verhältniswahl vorsieht, sondern auf

Grund der Kreisgrößen eine Mehrheitswahl

festschreiben will. Dieser Einwand hatte zum

Schluss keinen Bestand mehr. In mehreren

Treffen, die von den beiden Mitgliedern des

Satzungsausschusses Dr. Jochen-Michael Schäfer,

Dr. Christian Sellschop und mit Unterstützung

des KV-Justiziar Klaus-Henning Sterzik

durchgeführt und begleitet wurden, waren

die verantwortlichen Beamten der Aufsichtsbehörde

überzeugt worden, dass diese Satzung

durchaus durch das GMG gedeckt sei.

Als hilfreich erwies sich auch die Einbeziehung

des Landeswahlleiters im Innenministerium

Schleswig-Holstein, Dr. Dietmar Lutz.

Es ist insbesondere diesen Herren zu verdanken,

dass die KVSH eine Wahlordnung

bekommt, die vieles von dem, was alt und

gut war, erhalten hat. Ein Ergebnis, das kaum

in einer anderen KV erreicht wurde. Geän-

Abgeordnetenversammlung

Neuorganisation

verabschiedet, DMP

auf der Kippe

Änderungen der Aufsicht abgestimmt

und damit viel Gutes hinübergerettet.

DMP-Befragung enthält viel Kritik.

Abgeordnetenversammlung reagiert.

Ultimatum bis

zum Ende des

Teilnehmer der Umfrage

Jahres gestellt.

42,90 %

Mit DMP-TN und mit Schulungsberechtigung

Mit DMP-TN und ohne Schulungsberechtigung

Ohne DMP-TN und mit Schulungsberechtigung

Ohne DMP-TN und ohne Schulungsberechtigung

Anzahl der Befragten insgesamt: 1324

Ursachen des bürokratischen

Aufwandes

27,48 %

27,62 %

6,19 %

33,69 %

17,22 %

44,90 %

Vertrag

Datenstelle

Datenstelle und Vertrag

Anzahl der Befragten mit wenigstens

einer Angabe: 735

14 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

dert wurden die

Paragrafen 6, 7, 12, 17 bis 19 und 21. Die

wesentliche Änderung: Zwar darf für jeden

zu wählenden Abgeordneten auch ein persönlicher

Stellvertreter gewählt werden, dieser

hat aber nur die Funktion eines Abwesenheitsvertreters.

Das bedeutet, dass bei Abwesenheit

oder Verhinderung des Abgeordneten

dessen Stellvertreter „einspringt“.

Kommt es allerdings zu einer dauernden Verhinderung

im Sinne eines Ausscheidens aus

dem Amt des Abgeordneten, dann rückt nicht

der Abwesenheitsvertreter an seine Stelle,

sondern der mit der nächsthohen Stimmenzahl

auf der Kandidatenliste.

Jeder Wahlberechtigte hat so viele Stimmen,

wie Abgeordnete im Kreis zu wählen

sind. Diese können auch auf einen Bewerber

kumuliert oder auf Bewerber anderer Listen

verteilt (panaschiert) werden. Die Abgeordneten

votierten mit fünf Enthaltungen für

diese Wahlordnung, nachdem sie ihren alten

Beschluss aufgehoben hatten.

Kompetenzen der AV verlegt

Auch bei der Satzung kam es nach hartem

Argumentenaustausch letztlich zu einvernehmlichen

Regelungen mit der Aufsichtsbehörde.

Geändert wurden allerdings die Paragrafen

10, 11, 13 und 17.

Die Änderungen des § 10 waren lediglich

zwingende Folgen der Änderungen der Wahlordnung.

Die Änderung betrifft den § 11

Buchstaben p) und q), wonach die Genehmigung

und Kündigung von Honorarverträ-


gen, Honorarverteilungsmaßstab und Prüfvereinbarung

der Abgeordnetenversammlung

vorbehalten war. Hier wünschte das Ministerium

nunmehr die schon in der letzten

Abgeordnetenversammlung heißdiskutierte

und der Professionalisierung des Vorstandes

entsprechende Waffengleichheit. Auch hier

fand sich jedoch eine Kompromisslösung.

Danach wird die Kompetenz der Abgeordnetenversammlung

bei Vertragsentscheidungen

lediglich verschoben - nämlich

vor etwaige Vertragsverhandlungen.

Das bedeutet, dass die Abgeordneten

den verbindlichen Rahmen und

Grundsätze für Honorarverträge, Prüfvereinbarung

und Honorarverteilung

festlegen, in denen sich der Vorstand

dann bewegen soll. Eine gravierende

Änderung, mit der die Abgeordnetenversammlung

einverstanden war.

Die weiteren Änderungen betrafen

lediglich Formulierungsfragen. In

§ 13 war bei der Abwahl von Vorstandsmitgliedern

zu unterscheiden

zwischen Amtsentbindung aus

wichtigem Grund und Amtsenthebung

bei grobem Verstoß.

Die Bestellung des KV-Justiziars durch den

Vorstand legt § 17 fest. Er ist bei seiner Beratung

unabhängig und an Weisungen nicht

gebunden. Mit nur einer Gegenstimme nahmen

die Abgeordneten beide Gesamtvorschläge

an. Damit war die schwerste Hürde in

diesem Jahr für die Abgeordneten genommen.

Mit viel Beifall wurde den Mitgliedern

des Satzungsausschusses für ihre erfolgreiche

Arbeit gedankt.

Bericht zur Lage

Mit großem Tamtam ist die Barmer Ersatzkasse

in den letzten Wochen an die Presse

herangetreten und hat ein Hausarztmodell

vorgestellt, das sie jetzt leise wieder korrigiert

hat. “Dieses Modell ist ein Weg”, so der Vorstandsvorsitzende

Dr. Klaus Bittmann in seinem

Bericht zur Lage, “der das politische Ziel

einer Ausdünnung ambulant-fachärztlicher

Versorgung erreichen könnte.” Er würde sich

wünschen, dass Haus- und Fachärzte in

Schleswig-Holstein einen Pakt schließen, um

das geordnete Miteinander in der Versorgung

unserer Patienten nicht von Politik und Krankenkassen

instrumentalisieren zu lassen.

Im gleichen Atemzug kritisierte er das Modell

der Hausapotheke, die mit angebotenen

Leistungen in die Leistungsphären der Ärzte

eingreifen. Hier schlug Bittmann vor, dem

Beispiel in Nordwürttemberg zu folgen. Dort

haben Ärzte eine Vereinbarung geschlossen,

gegen Sonderhonorar Pharmako-Check-Ups

und Arzneimittelberatung bei Mulitmorbiden

ab 65 durchzuführen. “Diese Variante könnte

Wie standen Sie

ursprünglich zu DMP?

32,08 %

13,04 %

9,84 %

18,56 %

26,48 %

Sehr gut

Gut

Weiß nicht

Schlecht

Sehr schlecht

Anzahl der Befragten mit Angabe: 1250

Wie stehen Sie zu DMP nach

heutigen Erkenntnissen?

58,92 %

2,17 % 4,34 %

13,75 %

20,82 %

Sehr gut

Gut

Weiß nicht

Schlecht

Sehr schlecht

Anzahl der Befragten mit Angabe: 1244

Verbessert DMP die

Zusammenarbeit zwischen

den Versorgungsebenen

72,54 %

2,33 % 7,25 %

17,87 %

Ja, sehr

Ja

Weiß nicht

Nein

Anzahl der Befragten mit Angabe: 1242

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

eher kostenmindernd wirken”, so Bittmann.

Eine gute Alternative zu den Vereinbarungen

in Schleswig-Holstein, dachten auch die

Abgeordneten Andreas Stanisak und

Michael Sturm. Sie forderten daher den Vorstand

in einem Antrag auf, mit der BEK in

Verhandlungen zu treten, damit der bereits

geschlossene Vertrag mit der Apothekenkammer

nicht umgesetzt wird. Statt dessen

soll der Anregung von Dr. Bittmann gefolgt

werden und über einen Sondervertrag eine

pharmakotherapeutische Beratung für BEK-

Patienten durch Hausärzte mit einer Sondervergütung

angeboten werden. Die Abgeordneten

stimmten dem Vorschlag zu.

Eine frohe Botschaft hatte der Vorsitzende

zum Ende seiner Rede parat. Der EBM 2000

Plus wird nochmals auf ein späteres Erscheinungsdatum

verlegt - den 1. Januar 2005.

“Den Akteuren ist erfreulicherweise klargeworden,

dass unkalkulierbare und ungewollte

Verwerfungen nicht vertretbar sind”, stellte

Bittmann fest. Es sei der zahlreichen Kritik zu

verdanken, wie sie besonders auch der Abgeordnete

Dr. Stefan Jost geäußert habe, dass

es am Ende zu diesem Erfolg gekommen ist.

Umfrage zu DMP

Bereits in den Vorbereitungen zur Einführung

von Disease-Management-Programmen

war es diese Abgeordnetenversammlung

und insbesondere auch der Vorstand,

die hartnäckig in der Frage der Datensicherheit

für das Recht des Patienten eintraten

und dabei auch erfolgreich waren. Die

Kritik an DMP ist seit Beginn des DMP- Diabetes

II nicht weniger geworden. Im Gegenteil.

Tatsache ist, die Abgeordneten haben

dieses Thema nie wirklich von der Tagesordnung

genommen.

Daher war es vielleicht auch nur eine Frage

der Zeit, bis sich die Abgeordneten in der letzten

Sitzung vor vier Wochen für eine Umfrage

über DMP-Diabetes bei der Basis aussprachen.

Die Ergebnisse wurden nun in dieser

Abgeordnetenversammlung vorgestellt

und kontrovers diskutiert.

Rege Teilnahme und viel Kritik

Dass bei dem Thema "Dampf in der Bude"

ist, konnte man alleine daran merken, dass

über 1.300 Rückmeldungen vorlagen! Unterstellt

man einmal, dass fast nur Hausärzte

geantwortet haben, so ist das eine Rückmeldequote

um 60 Prozent der potentiell Betroffenen,

was man nur als einzigartig bezeichnen

kann. Knapp über 50 Prozent der

Rückmeldungen entfielen dabei auf Teilnehmer

am Vertrag.

Angeschrieben worden waren 4.000 Ärztinnen

und Ärzte. 30 Prozent nahmen an der

15


Kann das DMP Ihre diabetologische

Versorgung verbessern?

50 %

45 %

40 %

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10 %

5 %

0 %

Umfrage teil, davon über die Hälfte DMP-

Ärzte. Die drei wichtigsten Kritikpunkte betrafen

die Bereiche Medizin, Bürokratie und

Honorar. Medizinisch wurde die Einschränkung

der Therapiefreiheit kritisiert, die Schulung

nicht eingeschriebener Diabetiker und

mögliche schlechtere Versorgung von Patienten,

die nicht an DMP teilnehmen.

Beim Thema Bürokratie wurden die Dokubögen

moniert, der falsche Stellenwert dieser

Dokumentationsbögen und die Tatsache,

dass die Einschreibunterlagen von den Patienten

nicht zu verstehen sei.

Die Honorierung hält die Mehrheit für unangemessen

(700.000 Euro pro Quartal bisher),

Kosten für die Verwaltung im Verhältnis

für zu hoch und darüberhinaus für Ressour-

Abgeordnetenversammlung

50 %

45 %

40 %

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10 %

5 %

0 %

cenvergeudung.

Das allgemeine Entsetzen über das Verwaltungsgeschiebe

zeigt sich in der veränderten

persönlichen Einschätzung. Waren ursprünglich

lediglich 45 Prozent negativ eingestellt,

ist dieser Anteil unterdessen auf knapp

80 Prozent hochgeschnellt. Jeweils um 70

Prozent der Rückläufer sehen sich durch DMP

weder in der Zusammenarbeit der Versorgungsebenen

vor Ort noch irgendwie sonst in

ihrer Behandlung von Diabetes vorangebracht.

Skepsis oder Ablehnung gegenüber der Grundidee

einer leitliniengestützten Medizin äußern

ohnehin fast 53 Prozent.

Schade im Nachhinein, dass diese Einschätzung

nicht nach Niederlassungsjahren

oder Alter differenziert werden kann. Im per-

Was sollte am DMP-Vertrag verbessert werden?

100 %

90 %

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

5 5 5

ja sehr

Alle (753 Ärzte)

DMP-Ärzte (653 Ärzte)

Schulungsberechtigte DMP-Ärzte (436 Ärzte)

EDV-

Verbesserung

16,22 %

45,00 %

38,78 %

13

12

11

14 15

13

sehr weiß

nicht

zeitnähere

Abrechnung

17,03 %

58,11 %

24,86 %

19 19 20

51

49 49

kaum überhaupt

nicht

Einfachere

Doku-Bögen

1,49 %

6,35 %

92,16 %

Würde Ihre Praxis bei einer DMP-Kündigung

wirtschaftlich geschwächt?

bessere

Datenstelle

10,95 %

41,08 %

47,97 %

16 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

15

14

13

Alle (726 Ärzte)

DMP-Ärzte (634 Ärzte)

Schulungsberechtigte DMP-Ärzte (427 Ärzte)

11 11 12

ja sehr sehr weiß

nicht

sönlichen Kontakt entsteht nämlich durchaus

der Eindruck, dass alte Hasen deutlich abgewandter

als die jungen Wilden reagieren.

Bei einer Differenzierung der Aussagen zwischen

allen Ärzten, den DMP-Teilnehmern

und den schulungsberechtigten Ärzten zeigen

sich übrigens leichte Verschiebungen, von denen

sich der Leser selber ein Bild machen

sollte.

Fazit der allgemeinen Enttäuschung und

der finanziellen Betroffenheit von Wenigen -

nur 25 Prozent geben an, von einer Kündigung

des Vertrages wirtschaftlich beeinträchtigt

zu werden - kann es daher nicht

wundern, wenn knapp 55 Prozent für eine

Kündigung der Verträge durch die KV plädieren.

Wenn etwas am DMP geändert wer-

bessere

Honorierung

4,59 %

31,22 %

64,19 %

18 19

17

15 15 16

18

43

40

37

kaum überhaupt

nicht

Anzahl der Befragten

mit wenigstens

einer Angabe: 740

Ohne Angabe

Ohne Verbesserungsbedarf

Mit Verbesserungsbedarf


Sollte der DMP-Vertrag

ersatzlos gestrichen werden?

50 %

45 %

40 %

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10 %

5 %

0 %

46

44

42

9 9 8

den kann, dann sind die drei wichtigsten Prioritäten:

Abbau des Dokumentationsaufwandes,

dem Aufwand angepasste Honorierung

und eine zuverlässiger arbeitende Datenstelle.

Das von der Umfrage gezeichnete Meinungsbild

entsprach übrigens auch den Ergebnissen

eines Workshops mit Qualitätszirkelmoderatoren

zum gleichen Thema. Auch

hier wurde energische Kritik geäußert, am

Ende der Veranstaltung wurden praktisch

identische Nachbesserungsforderungen aufgestellt.

Wie nun aus Sicht der Abgeordnetenversammlung

verfahren? Die Debatte war

äußerst lebhaft. Der negativen Rückäußerung

der Basis standen dabei durchaus gewisse

Fortschritte in der Abwicklung des DMP entgegen.

So wird es zum 01. Juli 2004 einen

erheblich vereinfachten Dokumentationsbogen

geben ("der größte Blödsinn wurde entfernt").

Ebenso wurde der Datenstelle in Leipzig

gekündigt und für die wahrscheinlich am

01. Juli 2004 tätig werdende neue Datenstelle

in Bamberg gibt es ausschließlich positive

Erfahrungsberichte aus anderen KV-Bereichen.

Schließlich war auch zu berücksichtigen,

dass der DMP-Vertrag als Einzelleistungsvertrag

auch bei einer KV-Kündigung

weiter laufen würde. Dann eben lediglich auf

kleinerer Basis, aber mit dem Effekt, dass die

Kassen alleiniger Projektträger wären. Breiten

Raum nahm auch die Frage ein, warum

die Kassen an dem Projekt Millionenbeträge

aus dem Risikostrukturausgleich (RSA) gewinnen

würden, während die Ärzteschaft im

Quartal lediglich Sonderhonorare von etwa

700.000 Euro erhalten würden. Dieses Mis-

Alle (728 Ärzte)

DMP-Ärzte (629 Ärzte)

Schulungsberechtigte DMP-Ärzte (422 Ärzte)

15 16

14

ja sehr sehr weiß

nicht

9

10 11

21 21

24

kaum überhaupt

nicht

50 %

45 %

40 %

35 %

30 %

25 %

20 %

15 %

10 %

5 %

0 %

sverständnis klärte sich aber schnell auf, da

die RSA-Kopplung auch Charakterzüge eines

Nullsummenspiels aufweist. Würden alle Kassen

gleiche Anteile an Diabetikern anmelden,

erhielte keine Kasse auch nur einen Cent mehr

oder weniger als vorher.

Kontroverse Diskussion

„Ende, Austritt, worauf noch warten?“ Das

war die erste emotionale Äußerung eines Abgeordneten.

Lächerlich sei die Honorierung

der Ärzte gegenüber dem, was die Krankenkassen

einstreichen würden, meinte ein anderer.

Und wieviel Millionen Euro durch Verwaltungsaufgaben

verschleudert worden sind,

sei doch exorbitant, kritisierte ein Dritter. Doch

die Realität stellt sich differenziert da. Letztlich

konnten immer mehr nachvollziehen, dass

die Kassen auf die DMP angewiesen sind, so

lange es keinen morbiditätsbezogenen RSA

gibt. Ennenbach: “DMP wurde erdacht, um

die großen Versorgerkassen vor dem finanziellen

Desaster durch die Abwanderungen

gesunder Versicherter in Billigkassen zu schützen.

Das wird erst gestoppt, wenn 2007 ein

Morbi-RSA eingeführt wird.” Dann würde es

nämlich für versicherte mehr Geld geben.

Vorstandsvize Dr. Hans Köhler erinnerte

auch an die Chancen, die DMP bietet. “Qualifizieren

sie sich, nehmen sie an Schulungen

teil. Das beeinflusst auch ihr Honorar.” Er

stellte klar, dass sich die Krankenkassen bereits

in vielen Fragen bewegt hätten und der

Verantwortliche immer noch die Politik sei.

“Sie müssen Druck machen”, beschwor er

die Kritiker.

Dem folgte die Mehrheit gern. Deshalb

Bringt die leitliniengestützte Medizin

langfristig grundsätzlich Qualität?

7 8

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Alle (1.251 Ärzte)

DMP-Ärzte (669 Ärzte)

Schulungsberechtigte DMP-Ärzte (443 Ärzte)

9

25

22

20

23

24

22

ja sehr sehr weiß

nicht

20 22

20

kaum überhaupt

nicht

wurde dem Antrag von Dr. Michael Drews

entsprochen, dass bis zum Ende des Jahres

der DMP-Diabetesvertrag gekündigt wird,

wenn es bis dahin zu keinen spürbaren Verbesserungen

gekommen ist. Vorher war eine

Abstimmung über die sofortige Kündigung

mit nur zwei Gegenstimmen abgelehnt worden.

Salomonisch letztlich die Entscheidung:

Weiteres Nachbessern an den Sollbruchstellen

und bei Fortbestand oder Wiederholung der

bisherigen Defizite ("Kinderkrankheiten ?!"

lautete der Arbeitstitel des Berichts auf der

Abgeordnetenversammlung) ist Ende des Jahres

ein Schlussstrich zu ziehen. Darauf zu hoffen,

dass die Regierung die gesetzliche Ursache

für das DMP-Desaster aus dem Gesetz

nimmt oder die bürokratische Gängelung

durch das Bundesversicherungsamt (BVA) abstellt,

wagte niemand.

Vertragsangelegenheiten

Die Verträge zum Ambulanten Operieren

mit den Betriebskrankenkassen sind noch nicht

durch. Der Grund liegt in internen Verrechnungsproblemen

der einzelnen BKK (200

Krankenkassen). Hier wird weiter über eine

einfache Regelung verhandelt.

Der Honorarvertrag mit dem VdAK für

2003 ist mit einer zusätzlichen Erhöhung von

0,1 Prozent für die Aufwertung der kurativen

Koloskopie abgeschlossen worden. Mit

der LKK ist die Kürzung wegen der Kassengebühr

nur um drei bis vier Prozent verhandelt

worden. Ursprünglich wollte die Kasse

um fünf bis sechs Prozent kürzen.

Ralph Ennenbach, Robert Quentin, KVSH

31

25 23

17


Donnerstag, 22. April, 13.15 Uhr -

Niedrigwasser am Fähranleger von

Pellworm. Kleine Enttäuschung. Kein

idyllischer Hafen mit Krabbenkuttern, Haifischbar

und Schimmelreiter-Restaurant. Nur

ein langer, etwa zehn Meter breiter Betonweg,

der zur eigentlichen Insel führt. In der

Ferne sind einzelne backsteinfarbene Häuser

zu sehen. Einige sind reetgedeckt. Die Fähre

ist pünktlich an diesem sonnigen Tag. Langsam

zerteilt das Schiff das schmutzig-trübe

Wasser der ablaufenden Nordsee. Rechts und

links ist das graue Watt zu sehen. Hinter dem

Deich breitet sich die weite Marschlandschaft

aus. Rote und grüne Bojen, die von der Strömung

hin- und hergeschaukelt werden, zeigen

die nur schemenhaft erkennbare Fahrrinne

an.

Die „Pellworm“ hat schon bessere Tage gesehen.

Rotbrauner Rost überdeckt die ursprünglich

weiße Lackierung. Heute ist hier

nicht viel los. Nur wenige Menschen gehen

von Bord. Mit ernstem Gesicht verlässt ein

älteres Ehepaar, das zu Besuch bei Verwandten

auf dem Festland war, die Fähre. Sie wollen

nun nach Hause. In den kleinen Ort Parlament

auf Pellworm. Zu wem gehen sie

wohl, wenn sie krank sind? Wen rufen sie im

Notfall zu Hilfe? „Dann kommt unser Inselarzt.

Der ist immer für uns da. Tag und

Nacht.“ Weiß der Inselarzt nicht mehr weiter,

müssen die Patienten aufs Festland nach Hu-

Vor Ort

Immer auf dem Sprung

Ein Leben als Arzt mit 24 Stunden Rufbereitschaft –

Erkundungsfahrt mit Dr. Uwe Kurzke auf Pellworm.

Dr. Uwe Kurzke (50)- Inselarzt: „Als

Allgemeinmediziner kann ich hier so

arbeiten, wie es meinen Vorstellungen

entspricht. Außerdem kann ich auf die

sehr gute Zusammenarbeit mit den

Fachärzten auf dem Festland bauen.“

sum. Wenn es schnell gehen muss, kommt

entweder der Seenotrettungskreuzer oder der

Rettungshubschrauber. Da sind sich beide sicher.

Als Arzt auf Pellworm

Die Insel Pellworm hat 1.200 Einwohner, davon

sind etwa 40 Prozent über sechzig Jahre

alt. Im Sommer kommen nochmal genau so

viele Touristen dazu. Die Einwohnerzahl

schrumpft seit Jahren. Wie konnte ein Arzt

wie Uwe Kurzke gerade auf diesen abgeschnittenen

Außenposten ärztlicher Versorgung

geraten? Er stammt nicht von hier. Vor

siebzehn Jahren kam er mit seiner Frau, einer

holländischen Ärztin, aus Köln auf die abgelegene

Insel. Beide wollten als Allgemeinmediziner

und in einer Gemeinschaftspraxis

arbeiten. Damals hatten sich 114 Ärzte auf

die Stelle beworben. Trotzdem konnte die

Praxis ein Jahr nicht besetzt werden. Das Medizinerpaar

blieb. Seit dem Tod seiner Frau

vor sechs Jahren ist Kurzke nun der einzige

Arzt auf Pellworm.

18 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Foto: Kurzke

Der Inselarzt hat einen dunklen Schnauzbart

und ist fünfzig Jahre alt. Er ist Facharzt für

Allgemeinmedizin und hat vier Kinder. Früher

war er mal deutscher Meister im Kajak. Jetzt

spielt er in der Insel-Band Way North Saxophon

und Akkordeon. Er ist hier der Einzige,

der Kranke im Notfall medizinisch betreuen

kann.

Kurzke wartet am Kai und steigt dann in seinen

signalfarbenen Rettungswagen. Den hat

ihm vor Jahren der Kreis Nordfriesland gestellt.

Die Reifen sind schon ein bischen abgefahren.

An den Außentüren hat sich Erde

festgesetzt. Pellworm hat noch viele ungeteerte

Feldwege. Die Doktoraugen sehen

gerötet und müde aus. Trotzdem ist der Mediziner

immer wachsam. In regelmäßigen Abständen

tastet er unbewusst nach dem Diensthandy

in seiner Hosentasche. „Das Ding da

ist immer an. 365 Tage im Jahr. Ich bin ein

Arzt auf Abruf“, sagt er, „ständig auf dem

Sprung, die permanente Erreichbarkeit gehört

zu meinem Alltag.“ Das weiß er und er muss

bereit sein. Bereit sein, schnell nach Ostersiel,

Tammensiel, Bupheverskoog, Westerund

Osterschütting, Osterkoog oder nach

Parlament zu fahren, dorthin, wo „seine

Leute“ wohnen. Bei Tag und bei Nacht. Der

Tod hat es hier manchmal eilig. Die Fähren

fahren ja nicht so oft, sagt er und schaltet einen

Gang höher.

Kein besonderer Arzt?

Draußen fliegen die Häuser und Höfe vorbei.

Überall weht bunte Wäsche zum Trocknen im

Wind. Die Gärten sind gepflegt, die Zäune

frisch lackiert. Es gibt viele Kinder und viele

alte Menschen. Auf dem Deich blühen gelbe

Kuhblumen. Weiter draußen auf der im Sonnenlicht

silbrig glänzenden Nordsee läuft ein

Krabbenkutter aus. Eine Idylle? „Ich bin kein

besonderer Arzt“, betont Kurzke. Vielleicht

doch. Ein Inselarzt ist so etwas wie die Steigerung

eines Landarztes, denkt man. Der fährt

Kilometer um Kilometer. Kennt jeden Bewohner

und dessen Wehwehchen ganz genau.

Er müsste ein Alleskönner sein, ausgekugelte

Schultern einrenken, Spritzen setzen

und neben dem Pfarrer zu den Vertrauenspersonen

gehören. Die Leute können sicher

sein, dass das, was sie erzählen, vertraulich

bleibt. Kurzke weiß viel über die Menschen.


Festgemacht bei Strucklahnungshörn. Wenn es nötig ist, kann Dr. Uwe Kurzke den

Seenotrettungskreuzer „Vormann Less“ anfunken

Der Inselarzt ist ein wichtiger Teil vom Ganzen.

Sein Wort hat Gewicht. Vielleicht ein Teil der

Gründe, warum er hiergeblieben ist. Die Inselgemeinschaft

sei wie ein Organismus, sagt

er, entweder man wird für immer abgestoßen

oder aber ein Teil von ihr. Kurzke gehört dazu.

Seinen schon von weitem erkennbaren Arztwagen

steuert er fast einhändig an den sehr

verstreut liegenden Häusern und Bauernhöfen

vorbei. Die andere Hand ist zum Grüßen

vorgesehen. Alle grüßen ihn mit kurzem

Handzeichen. Eine alte Frau auf der Gartenbank

vor ihrem Haus. Die Kinder auf dem

Spielplatz. Das Auto stoppt kurz, um einen

Trecker durchzulassen. Die Landwirtschaft

hat hier noch in jeder Beziehung Vorfahrt, er

lacht und winkt. Der junge Mann hoch oben

auf der schweren Landmaschine winkt kurz

zurück.

24 Sunden Rufbereitschaft

Ein kurzer Blick in seine Praxis. Helle, modern

eingerichte Räume, viel Platz und die

Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik.

Nichts Ungewöhnliches. Es gibt nur einen

entscheidenden Unterschied zu seinen

Kollegen auf dem Festland, meint Kurzke.

„Ich arbeite vielleicht nicht so intensiv, dafür

aber ständig. Rund um die Uhr. Die 24 stündige

Rufbereitschaft bestimmt mein Leben.“

Ob Kolik oder geplatzter Magen oder akute

Pankreatitis, ob Lebensmittelvergiftung oder

Hinterwandinfarkt. Kurzke muss alles erkennen

und er hat keinen Kollegen oder Rett-

tungsarzt in der Hinterhand, den er im Zweifel

fragen könnte. Der kollegiale Austausch

fehlt ihm schon manchmal. Seit Anfang April

hat er deshalb einen Weiterbildungsassistenten

eingestellt. Der Text der Anzeige sagt viel:

„Einzige Praxis auf der Nordseeinsel Pellworm

Foto: Kurzke

Foto: Wilder

mit entsprechend breitem Spektrum sucht

Weiterbildungsassistenten. Technisch gut ausgestattet

(Sono, Rö, EKG, Ergometrie, LZ-

EKG, LuFu, kleine Chirurgie, Traumatologie,

NEF), Sicherstellung des Rettungsdienstes auf

der Insel Pellworm. Arbeitsbereiche Allgemein,

Sport- und Bademedizin. Nettes Betriebsklima,

fröhliches Team. Wohnung kann

gestellt werden. FK Rettungsdienst wünschenswert.“

Niemand stirbt unbemerkt

Kurzke atmet tief durch. Der Anfang auf der

Insel war für das junge Arztehepaar nicht einfach.

Alle Neuen werden hier erstmal genau

unter die Lupe genommen. Man hat beim

Kaufmann darauf geachtet, was die Doktores

so einkaufen. Die Pellwormer haben ihn am

Anfang ausgetestet, angerufen, „ob er denn

auch kommt.“ Vertrauen baut sich hier nur

langsam durch absolute Zuverlässigkeit auf.

Aber sonst sind die Menschen hier wie anderswo

auch.

Vielleicht nicht ganz. Mittlerweile ist die

Hemmschwelle, den Arzt bei jeder Gelegenheit

aufzusuchen, gering. „Da ist es egal, ob

ich in der Praxis oder zu Hause bin.“ Aber

die Pellwormer passen aufeinander auf. Hier

stirbt niemand unbemerkt. Jeder kennt jeden.

Die Leute merken einfach, wenn bei den

Nachbarn etwas nicht stimmt. Dann rufen sie

bei „ihrem“ Arzt an. Sie kennen und vertrauen

ihm.

Auch ein Arzt sollte immer in Übrung bleiben , um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Dr. Uwe Kurzke bei einer Übung auf See.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

19


Wenn er zu einem Notfall gerufen wird, sind

alle beruhigt und erleichtert, wenn er da ist.

„Ich habe wohl den schönsten Beruf der Welt,

denn ich gebe den Menschen Stückchen Sicherheit.

Das ist vielleicht einer der Gründe,

warum ich gerne als Arzt arbeite, auch in dieser

geographischen Extremsituation. Außerdem

wird es niemals langweilig.“

Heute bleibt das Handy ruhig. Ostern war

das aber anders. Kurzke hatte innerhalb von

einer viertel Stunde drei Notfälle. Was hat er

Vor Ort

Mit Partner geht auch auf Pellworm

alles leichter: Dr. Uwe Kurzke (li.) und

der Rettungsassistent Gerd Nommsen.

dann gemacht? „Da hab ich mich schnell geklont“,

sagt er lachend.

Abends geht die letzte Fähre Richtung Festland.

Es ist Nebel aufgekommen und langsam

verschwindet die Insel in der Ferne. Der

signalfarbene Rettungswagen braust die Zubringerstraße

zur Insel entlang. Vielleicht doch

noch ein Notfall?

Notfallpraxis Kieler Ärzte

Interview mit Thomas Miklik, Koordinator

des fahrenden Notdienstes in Kiel

NORDLICHT: Wie sieht das Konzept der

Notfallpraxis Kiel aus?

Miklik: Wir haben auf der einen Seite den

„klassischen“ fahrenden Notdienst. Daneben

gibt es seit etwa drei Jahren die feste Anlaufstation

„Notfallpraxis Kieler Ärzte“ im

Städtischen Krankenhaus. Hier arbeitet ein

fester Pool von niedergelassenen und angestellten

Ärzten. Außerdem gibt es einen Kinderarzt.

Das ist natürlich besonders attraktiv

für die Patienten. Auch die Notfallambulanz

des Städtischen Krankenhauses profitiert,

denn wir entlasten die Klinik ganz entscheidend.

Pro Quartal haben wir immerhin über

5.000 Fälle. Also schon ein beachtliche

Größenordnung.

NORDLICHT : Welche Effekte haben sich

in den letzten Jahren eingestellt?

Miklik: Es hat sich gezeigt, dass der fahrende

Notdienst entlastet wird. Die Einsatzhäufigkeit

nimmt ab und das entlastet die fahrenden

Kollegen. Außerdem können viele Bagatellfälle

schon im Vorfeld umgeleitet werden.

Jeder kennt ja die nervigen Einsätze bei

Wind und Wetter, die gar nicht nötig wären.

Ist der anrufende Patient mobil, schickt ihn

die Arztrufzentrale deshalb gleich in die Notfallpraxis.

Nordlicht: Wie gut werden die Ärzte bezahlt?

Miklik: Der Dienst in der Ambulanz ist deutlich

attraktiver als der des fahrenden Arztes,

zumal hier die Anzahl der Einsätze immer

mehr zurückgeht. Pro Stunde bekommt der

Ambulanzarzt etwa 52 Euro, am Wochenende

dann etwa 60 Euro, an Feiertagen gibt

es ca. 100 Euro. Das erreichen Sie im fahrenden

Notdienst beim besten Willen nicht.

NORDLICHT : Welche Patienten kommen

20 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Foto: Kurzke

Foto: Wilder

Epilog

Rückblick auf die Nacht von Freitag, den 23.

April auf Samstag, den 24. April. Es wird ernst.

Gegen 21.30 Uhr klingelt das Notrufhandy.

Eine Patientin ruft an: Nach Versorgung und

Stabilisierung steht fest: Sie muss per Seenotkreuzer

in das Kreiskrankenhaus Husum.

Am Fähranleger angekommen, erfährt Kurzke

über die Leitstelle, dass der vorgesehene Seenotkreuzer

bei Niedrigwasser im Watt stecken

geblieben ist. Der Hubschrauber der Deutschen

Lebensrettung ist wegen eines technischen

Defekts nicht einsatzbereit. Was tun?

Kurzke fordert einen Hubschrauber der Budeswehr

an, der, von Helgoland kommend,

gegen 23.00 Uhr auf Pellworm eintrifft.

Im Regelfall begleitet der Inselarzt die Transporte.

Das geht diesmal jedoch nicht so einfach.

Am Freitagnachmittag hatte sich eine

schwangere Patientin gemeldet, die, bereits

fünf Tage über dem errechneten Termin, vom

Festland wieder nach Pellworm geschickt worden

war, um noch das Wochenende abzuwarten.

Kurzke entschließt sich wegen ihr auf

Pellworm zu bleiben. Eine der Gemeindeschwestern

übernimmt die Transportbegleitung.

Alles geht gut. So ist es, wenn ein Arzt

kassenärztlichen Notdienst und den Rettungsdienst

in Personalunion versehen muss.

Nichts ist hier draußen wirklich planbar. Natur

und Technik haben immer wieder eine

Überraschung parat.

Jakob Wilder, KVSH

Wegweiser für die Patienten vor dem

Städtischen Krankenhaus zu Kiel

denn in die Notfallpraxis?

Miklik: Das geht querbeet durch alle Gebiete:

Von Schnittwunden über alle Arten

von Infekten, Asthmaanfällen bis zu Herzinfarkten.

NORDLICHT: Hat sich das System aus

ihrer Sicht bewährt?

Miklik: Auf jeden Fall.

Jakob Wilder, KVSH


KV intern: Abrechnung

„Fegt die Kassengebühr

Wartezimmer leer?“

Erste Zahlen zum Fallzahlrückgang in I/04

Spekulationen über das Arztbesuchsabschreckungspotential

der Kassengebühr,

fälschlich auch Praxisgebühr

genannt, sind mit der Abgabe der Abrechnung

des 1. Quartals 2004 noch nicht zu Ende.

Viele Patienten haben sich Ende des letzten

Jahres geholt, was sie brauchten. Das Muster

55 (Befreiung) kommt jetzt mehr und mehr

zum Einsatz. Der jetzt verzeichnete Rückgang

wird in den folgenden Quartalen sicher abgemildert.

Aber die Dimension wird deutlich. Mehr

als zehn Prozent Fallzahlrückgang wird es

wohl nicht sein. Die KVSH hat bei 2.426 Ärzten,

die mit Diskette abrechnen, einen Blick

durchs Schlüsselloch getan.

Bei den Fachärzten sind in I/04 durchschnittlich

11,5 Prozent weniger Patienten

erschienen als im Vorjahresquartal, bei den

Hausärzten waren es 9,4 Prozent. Diese Dimension

wird bestätigt durch die Zahlen aus

der KV Pfalz.

Am stärksten schreckte die Kassengebühr

bei jenen Arztpraxen ab, die bisher wohl am

häufigsten ohne eine Überweisung aufgesucht

wurden, also bei den Augenärzten, den

Orthopäden, den HNO-Ärzten. Auch bei den

Chirurgen liegt der Fallzahlrückgang mit 16

Prozent sehr hoch. Sehr gering ist der Rückgang

bei den ärztlichen Psychotherapeuten,

wahrscheinlich, weil eine begonnene Therapie

nicht unterbrochen werden darf. Unerklärlich

ist die leichte Zunahme der Fälle bei

den Anästhesisten. Zwar hatten sie in I/03

mit 25 Prozent einen vergleichsweise niedrigen

Anteil an Originalscheinen, es waren also

relativ viele ihrer Patienten von der Kassengebühr

sowieso befreit. Aber wenn die Chir-

urgen 16 Prozent weniger Fälle hatten, würde

man doch Auswirkungen bei den Anästhesisten

vermuten. Alle Experten hatten mit einem

enormen Rückgang der Notfälle gerechnet.

Bis über 30 Prozent wurde prognostiziert.

Die Anlaufpraxen sah man am Rande

des Ruins. Der Rückgang hält sich mit – 11,6

Prozent im allgemeinen Trend.

Auch zur Zahlungsmoral der Patienten kann

schon etwas gesagt werden. Bei inzwischen

2.785 analysierten Praxen hatten 3.134 Patienten

nach Ablauf der Frist noch nicht gezahlt.

Das sind bei insgesamt 1,06 Fällen pro

Praxis mit Originalscheinen 0,2 Prozent. Das ist

sicherlich auch ein Verdienst der „eintreibenden“

Vertragsärzte. Die Herumschimpferei, die Frau

Ulla Schmidt sich kürzlich erlaubte, bekommt

dadurch eine besonders unappetitliche Note.

Dr. Bodo Kosanke, KVSH

Arztgruppe Anzahl %-Anteil %-Anteil Veränderung

untersuchte Originalschein Originalschein der Fallzahl

Praxen I/2003 I/2004 in %

Anästhesisten 27 26,6 5,7 4,4

Augenärzte 107 93,7 35,6 -15,8

Chirurgen 67 71,6 31,6 -16,0

Frauenärzte 227 80,8 38,0 -9,2

HNO-Ärzte 72 85,1 36,6 -16,2

Hautärzte 71 91,5 36,0 -9,2

Nervenärzte 71 72,7 18,1 -6,9

Psychiater 10 91,9 40,1 -6,4

Orthopäden 104 80,4 29,4 -17,9

Urologen 55 80,2 18,4 -11,1

Fach.-Internisten 54 61,0 36,1 -6,5

Lungenärzte 22 68,0 20,2 -14,3

Mund-/Kiefer-Chirurgen 16 94,3 58,3 -10,6

Kardiologen 30 24,7 9,5 -4,4

Gastroenterologen 6 26,4 10,1 -3,8

Ärztliche Psychotherapeuten 54 94,6 51,5 -0,7

Psychol. Psychotherapeuten 86 99,3 74,5 -5,5

Allgemein./Prakt. Ärzte 838 99,3 93,7 -10,5

Internisten (Hausärzte) 209 94,1 82,9 -9,0

Kinderärzte (Hausärzte) 128 98,9 98,4 -4,0

Fachübergr. Gem.-Prax. 47 98,1 91,8 -5,8

Fachärzte 1.195 73,7 29,8 -11,4

Hausärzte 1.231 98,3 92,4 -9,2

Gesamt 2.426 85,1 59,2 -10,4

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

21


SEMINAR

12. Mai 2004

15. s.t. - 19.00 Uhr

Moderation

Referenten

Ort

Anmeldung

und Auskunft

SEMINAR

27. Mai 2004

15. Juni 2004

16. Juni 2004

19.00 - 21.00 Uhr

Ärztliche Leitung

Moderation

Referenten

Ort

Anmeldung

und Auskunft

KV intern: Qualitätssicherung

SEMINAR

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen.

Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

Seminar für Ärzte in Zusammenarbeit mit der Apo-Bank

„Glatteis in der Praxis clever vermeiden“ - Erfolgreiches Praxismanagement -

Regina Steffen, Abt. Qualitätssicherung der KVSH

Thomas Voeste (Änderungen vorbehalten), IWP-Institut für Wirtschaft und Praxis Bicanski GmbH, Münster

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Die Themenschwerpunkte zu diesem Seminar im Einzelnen:

· Kennzeichen und Inhalte eines effizienten Managements in der Praxis

· Betriebswirtschaftliche Kennzahlen als Sensoren für Schieflagen

- Woher bekommen Sie die Daten für die Kennzahlen?

- Wie lassen sich die Kennzahlen ermitteln?

- Wie erkennen Sie, ob die ermittelten Kennzahlen gut oder schlecht sind?

- Wie können Sie auf Schieflagen reagieren?

· Controlling in 15 Minuten pro Monat - die schnelle Lagebeurteilung

- mehr wissen als der Steuerberater

· Zielgruppenstrategien - ein Ausweg aus dem Dilemma?

· Kommunikation und Marketing - Grundlage zur Umsetzung neuer Strategien

Teilnahmebedingungen: Die Teilnahmegebühr beträgt incl. der gesetzlichen MwST 59,00 Euro pro

Person. Wir bitten Sie, diese auf das Kto. 20 99 79 00 98, BLZ 230 926 20, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank,

Lübeck, einzuzahlen.

Sie muss auch dann entrichtet werden, wenn eine angemeldete Person nicht am Seminar teilnimmt. Da die

Teilnahmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 03. Mai 2004 (gern auch per Fax oder E-Mail) an die

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Abt. Qualitätssicherung, Mareike Ralf

Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Qualitätsmanagement

Informationsveranstaltungen

Dr. med. Klaus Bittmann, Facharzt für Gynäkologie, Plön

Regina Steffen, Abt. Qualitätssicherung der KVSH

Dr. med. Franziska Diel, KBV

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Conventgarden, Hindenburgstraße, 24768 Rendsburg (16. Juni)

Der Gesetzgeber verpflichtet alle, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, ein einrichtungsinternes

Qualitätsmanagement einzuführen (§ 135 a Abs. 2 und 136 a Abs. 1 SGB V). Eine Praxiszertifizierung ist nicht

gefordert, aber der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Anforderungen an dies interne Qualitätsmanagement

zu definieren. Die KBV hat ein preisgünstiges System für Arzt und Psychotherapiepraxen, welches über Ihre KV

etwa ab dem 4. Quartal 2004 zu erhalten sein wird.

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 20. Mai 2004 an die

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Abteilung Qualitätssicherung, Mareike Ralf

Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

22 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Telefon: 04551/883 332

Fax: 04551/883 374

E-Mail: mareike.ralf@kvsh.de

Telefon: 04551/883 332

Fax: 04551/883 374

E-Mail: mareike.ralf@kvsh.de


SEMINAR

02. Juni 2004

15. s.t. - 20.00 Uhr

Ärztliche Leitung

Referenten

Ort

Anmeldung

und Auskunft

SEMINAR

16. Juni 2004

16. s.t. - 19.00 Uhr

Ärztliche Leitung

Referenten

Ort

Anmeldung

und Auskunft

Seminar für die in der Praxis mit der Durchführung von Mammographien

betrauten MTRAs

„Mammographie“ Einstelltechnik – Europäische Richtlinien – Bildqualität –

Artefakte

Dr. med. Ingrid Schreer, Oberärztin am Mamma-Zentrum des Universitätsklinikums Kiel

Bernd Hoberg, Firma Agfa Deutschland

Irene Keller, Firma Agfa Deutschland

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Kiel - Hörsaal (1. Etage) -

Michaelisstraße 16, 24105 Kiel

Ziel dieser in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Kiel und der Firma Agfa-Deutschland durchgeführten

Veranstaltung ist es, den Kursteilnehmern den aktuellsten Kenntnisstand zu vermitteln, um den geltenden

Richtlinien gerecht zu werden, die Qualität Ihrer Röntgendokumentation auf höchstem Niveau zu gewährleisten

sowie den Anforderungen in der täglichen Routine besser begegnen zu können. Unter Verwendung innovativer

Lehrmethoden werden theoretische und praktische Kenntnisse in Fachdiskussionen und Trainingseinheiten

vermittelt und vertieft.

Da wir diese Veranstaltung ohne externe Förderung durchführen, müssen wir eine Seminargebühr in Höhe von

50,00 Euro pro Teilnehmerin erheben und bitten die Praxisinhaber freundlicherweise um Übernahme.

Teilnahmebedingungen: Die Teilnahmegebühr beträgt 50,00 Euro pro Person. Bitte überweisen Sie diese

nach Eingang der Anmeldebestätigung auf das Kto. 833 bei der Kreissparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30)

unter dem Stichwort "Einstelltechnik Mammographie". Da die Teilnehmerzahl auf 20 Personen begrenzt ist,

werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt

die Teilnahme als bestätigt.

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 24. Mai 2004 (gern auch per Fax oder E-Mail) an die

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Abt. Qualitätssicherung, Mareike Ralf

Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Seminar für die sonographierende Ärztinnen und Ärzte

1. Vortrag: „Sonographie der Schilddrüse“

- Grundlagen, Qualitätsanforderungen, Fehlerquote

2. Vortrag: „Korrelation von Schilddrüsensonographie und -szintigraphie

in der täglichen Diagnostik“

Dr. med. Joachim Weylandt, Internist/Gastroenterologe, Pinneberg, Vorsitzender der Sonographie-Kommission

Dr. med. Knut Meyerhoff, Radiologe, Pinneberg

Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

Es handelt sich hierbei um ein Anfängerseminar, das sich an Ärztinnen und Ärzte richtet, die bisher diese Methode

noch nicht ausgeübt haben und sich somit keine theoretischen und praktischen Kenntnisse mitbringen.

Der zweite Vortrag baut inhaltlich auf dem ersten auf. Erörtert werden sollen die Indikationen für beide Untersuchungsverfahren

und vor allem die Synopsis der Methoden als schnellen und ökonomischen Weg zu einer

korrekten klinischen Diagnose.

Für dieses Seminar sind bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein Fortbildungspunkte beantragt worden.

Das Seminar ist kostenfrei.

Teilnahmebedingungen: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge

des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 07. Juni 2004 (gern auch per Fax oder E-Mail) an die

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Abt. Qualitätssicherung, Mareike Ralf

Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Telefon: 04551/883 332

Fax: 04551/883 374

E-Mail: mareike.ralf@kvsh.de

Telefon: 04551/883 332

Fax: 04551/883 374

E-Mail: mareike.ralf@kvsh.de

23


Morbus Bechterew ist eine chronische,

entzündliche rheumatische Erkrankung,

die vor allem die Wirbelsäule

betrifft. Bei manchen Patienten greift die Erkrankung

auch auf die Gelenke und auf Sehnenansätze

am Knochen über. Die Ursache

der Erkrankung ist bisher nicht bekannt. Sie

verläuft in Schüben, in denen es zur Verschlimmerung

der Beschwerden kommt.

In den meisten Fällen beginnt die Erkrankung

zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr

und es kommt im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden

Versteifung und Verformung

der Wirbelsäule. Durch die Beschwerden, verstärkte

Rückenschmerzen und Unbeweglichkeit,

die der Patient angibt, wenn er den Arzt

aufsucht, wird oft erst auf einen Hexenschuss

oder Bandscheibenschaden behandelt. Der

Entzündungsherd im Kreuz-Dammbein-Bereich

wird erst später erkannt, da die angegebenen

Schmerzen meist nicht in diesem

Bereich liegen. Rheumawerte im Blut sind

meistens negativ. Nur der spezielle Blutwert

HLAB 27 ist fast immer positiv. Dieser Test

wird aber oft erst später durchgeführt. Ein

Orthopäde oder Radiologe stellt die Erkrankung

fest. Studien ergaben, dass die Erkrankung

oft erst nach ca. fünf Jahren festgestellt

wird. Morbus Bechterew ist nicht heilbar.

Krankheiten im Abseits

!

Nach der Gesundheitsreform führt die Lektüre des Sozialgesetzbuches zu erstaunlichen Erkenntnissen. Es gibt nun „privilegierte“

Krankheiten, die besonders im Fokus stehen. Wir sind in der letzten Ausgabe in loser Folge mit „Krankheiten im Abseits“ gestartet

aus Sicht betroffener Patienten.

So spricht der § 137f von „geeigneten chronischen Krankheiten“, die für Behandlungsprogramme „empfohlen“ werden sollen und

stellt für die Auswahl Kriterien auf. Zu diesen privilegierten Krankheiten gehören z. B. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen,

Rheuma, Asthma, Brustkrebs. Einige dieser Erkrankungen erfahren eine “Adelung”, in dem sie zu Disease-Management-Programmen

gemacht werden.

Die KVSH hat in den vergangenen Monaten verschiedentlich Vertreter von Patientenverbänden eingeladen, um mit ihnen über die Folgen

des GMG zu diskutieren. Meist sind die Vertreter Betroffene. Sabine Hardekopf, unser „Patiententelefon“, hat mit den Vertretern

Gespräche geführt und aufgezeichnet. Zum Gespräch kommen Vertreter einer Selbsthilfegruppe Epilepsie – Morbus-Bechterew – ADS

– Alkoholabhängige und ihre Angehörigen und – Organtransplantierte. Die Veröffentlichung ist ein Beitrag der KVSH, Krankheiten mit

oft schwerem Schicksal aus dem Abseits zu holen.

Leben mit der

Morbus

Bechterew

Wie ein Leben aus den Fugen gerät, die Krankheit immer mehr Platz

greift und der Kampf gegen Vorurteile beginnt.

Leben mit der Krankheit

Bei Walter Lauenstein wurde die Erkrankung

im Alter von 35 Jahren festgestellt. Es traten

starke Rückenschmerzen mit Bewegungseinschränkungen

auf, das Blutbild veränderte sich

und er sollte zum Ausschluss einer Tuberkulose

die Lunge röntgen lassen. Bei dieser Aufnahme

war außer der Lunge auch die Wirbelsäule

und das Becken zu sehen. Dort zeigten

sich starke Veränderungen, die auf die Erkrankung

Morbus-Bechterew hinwiesen. Es

war also eher ein Zufallsbefund. Der Arzt leitete

daraufhin eine gezielte Schmerzbehandlung

und Physiotherapie ein. Durch die Medikamenteneinnahme

kommt es oft zu Magenproblemen.

Außerdem ist Lauenstein oft

müde und unausgeruht, da er durch die Bewegungseinschränkung

und Versteifung der

Wirbelsäule schlecht schlafen kann.

Familiäres Umfeld

Familiär ist die Erkrankung für ihn keine

Belastung. Gezielte Krankengymnastik und

Übungen gegen die Morgensteifheit halten

die Schmerzen und die Bewegungseinschränkungen

in Grenzen. Spaziergänge und

leichte Ballspiele halten ihn fit. Krafttraining

24 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

und Sportarten, bei denen er Schlägen oder

Stürzen ausgesetzt ist, sind für ihn tabu (Frakturgefahr).

Berufliches Umfeld

Lauenstein war bei der Telekom beschäftigt.

Er hat seinen Arbeitgeber freiwillig über seine

Erkrankung in Kenntnis gesetzt und ist auf

Verständnis gestoßen. Sein Dienststellenleiter

informierte sich sogar selbstständig über

die Erkrankung.

Lauenstein beantragte auf Grund seiner

eingeschränkten Beweglichkeit erfolgreich die

Versetzung in den Innendienst. Seine Kollegen

zeigten viel Verständnis, aber die Krankheit

war auch unter ihnen nicht bekannt. Lauenstein

ist 2001 in den Vorruhestand gegangen.

Diese Entscheidung traf er nicht aus

Krankheitsgründen.

Gesellschaftliches Umfeld

Im Freundeskreis läuft die Unterstützung

gut. Alle versorgen ihn mit Informationen und

Ratschlägen. Durch die frühzeitige Feststellung

der Erkrankung und Behandlung ist er noch

nicht mit großen Einschränkungen belastet. Im

öffentlichen Straßenverkehr muss er aber vor-


sichtig sein und darf sich keinen großen

Stößen aussetzen, die z. B. beim Busfahren

auftreten könnten. Die Gefahr einer Fraktur

ist zu groß.

Arzt-/Patientenverhältnis

Das Verhältnis zu seinem Arzt beschreibt

Lauenstein als sehr positiv. Durch die schnelle

medikamentöse Behandlung der Erkrankung

und Einleitung der gezielten Therapie ist der

Krankheitsverlauf sicherlich verzögert worden.

Probleme bereiten ihm die neuen Einschränkungen

im Gesundheitswesen, wie z. B.

in der Heilmittelversorgung. Er ist auf physiotherapeutische

Maßnahmen und Schmerzmittel

angewiesen. Massagen zur Lockerung

der Muskulatur und gezielte Krankengymnastik

nach Anleitung sind für ihn wichtig, um

ein Fortschreiten der Erkrankung in Grenzen

zu halten.

Behörden

Beim Landesamt für soziale Dienste stellte

er einen Antrag auf Erwerbsminderung. Dieser

wurde drei Mal abgelehnt. Er ließ aber

nicht locker und beim vierten Versuch wurde

ihm eine Erwerbsminderung von 50 Prozent

zugesprochen.

Struktur der Selbsthilfegruppe

Lauenstein ist im Landesverband tätig und

in der örtlichen Therapiegruppe in Norderstedt.

Informationen findet man im Internet

unter: www.dvmb-sh.de. Die örtliche Therapiegruppe

in Norderstedt ist über Walter

Verkrümmung der Wirbelsäule

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Lauenstein, Ulzburger Str. 264, 22846 Norderstedt,

Tel 040-526 160 5 zu erreichen. Die

Gruppe nimmt gerne neue Mitglieder auf.

Kontakte pflegt die Gruppe zum behandelnden

Arzt von Lauenstein und im beiderseitigen

Einvernehmen zur Rheumaklinik Bad Bramstedt.

Lauenstein erfuhr von der Gründung

einer Selbsthilfegruppe in Norderstedt über

die Zeitung und half anschließend aktiv mit.

Das persönliche Engagement wirkt sich sehr

positiv auf ihn aus. Er hat Kontakt zu anderen

Betroffenen, veranstaltet Freizeitaktivitäten,

wie z.B. Grillnachmittage, Radtouren und

Weihnachtsfeiern und es kommt zu einem

guten Erfahrungsaustausch. Gezielte Gruppengymnastik

durch einen speziell geschulten

Therapeuten, der von der Gruppe Morbus

Bechterew finanziert wird, hilft ihm zusätzlich,

besser beweglich zu bleiben.

Sonstiges

Finanziell gefördert wird die Selbsthilfegruppe

durch die Krankenkassen, durch den

paritätischen Wohlfahrtsverband und Mitgliederbeiträge.

Fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten

finden auf Bundes- und Landesebene

statt.

Sabine Hardekopf, KVSH

25


Fotos: Scheuer

!

Auf dem Tisch liegt ein aufgeschlagenes

Fotoalbum. Mittendrin das Bild eines

Mannes, vielleicht ist er 30 Jahre alt.

Sein Kopf ist vernarbt, sein Blick wirkt stumpf,

Herpes zoster hat die rechte Gesichtshälfte

zerfressen. „Sein Auge schmolz wie Eis in der

Sonne“, sagt Dr. Hans-Joachim Miertsch,

zeigt auf das Foto, „ich musste es entfernen“.

Das war in Afrika.

Jetzt sind wir in Eckernförde und sitzen

dem Augenarzt gegenüber, der so sachlich

und dennoch auffällig bewegt von seinen Erlebnissen

erzählt. Die Wände des Wohnzimmers

sind tapeziert mit einer Unzahl kleiner

Ölbilder. Links schläft ein Hund, ein Münsterländer.

Rechts, gleich neben der Tür, steht

ein Klavier. Daneben ein Notenständer und

auf der Klaviatur, als wäre sie ein Bücherbord,

die Biografie von Hannelore Kohl – „Ihr Leben“.

Im Hintergrund tickt unüberhörbar eine

Wanduhr.

Es ist früh am Nachmittag, die richtige Zeit

für Tee, Kaffee und Schokolade. Und zum

Glück für den Laien, war das Entfernen von

Augäpfel nicht die Regel, als der 56-Jährige

Miertsch Anfang 2003 auf den schwarzen

Kontinent ging und seine Arbeit aufnahm.

Im südlichen Afrika, genauer in der Millionen-Metropole

Lusaka, der Hauptstadt von

Sambia, wurde sein Alltag bestimmt durch

Katarakt- und Tumoroperationen – 400 Eingriffe

in knapp vier Wochen.

Serie

„Vertragsärzte grenzenlos“ heißt die Serie, die wir in dieser Ausgabe mit dem 4 Teil fortsetzen. Wir berichten

über Schleswig-Holsteins Vertragsärzte und ihr weltweites Engagement in den ärmsten Regionen der Welt.

Wenn auch Sie für eine Ärzteorganisation tätig sind, schreiben Sie an uns. Wir berichten gern über Sie.

Dr. Miertsch nach einem OP-Tag mit glücklichen und zufriedenen Patienten

Das Weiße im Auge

Dr. Hans-Joachim Miertsch aus Eckernförde berichtet

über seine Erfahrungen als Augenarzt in Sambia.

Weckruf zum Gebet

Doktor Miertsch ging im Auftrag der Christoffel

Blindenmission (CBM) Deutschland für

einen Kurzeinsatz an die Lusaka Eye Klinik.

Was ihn erwartete? Zuerst mörderische Hitze!

Beim Abflug aus Hamburg herrschten noch

zehn Grad unter Null, Eiskristalle bildeten sich

auf den Tragflächen der Flugzeuge. „In Lusaka

brauchte ich T-Shirt und kurze Hose, da

hatten wir 40 Grad im Schatten.“

Am Lusaka-Airport wurde Dr. Miertsch bereits

erwartet. Ein Mitarbeiter von CBM hielt

ein Schild mit seinem Namen hoch und

brachte „The Doctor“ zu seinem Arbeitsplatz,

wo für die nächsten 28 Tage vor allem sein

chirurgisches Geschick gefragt war. „Vorher

ging es noch in meine Unterkunft in einem

Predigerseminar.“ Die neue Bleibe war genauso

gewöhnungsbedürftig wie das schwülwarme

Klima. Schon morgens gegen fünf Uhr

erschallte der erste Ruf des Muezzin. „Die

Moschee lag nur wenige Schritte von meinem

Zimmer entfernt, direkt auf der anderen

Straßenseite.“

Die Asphaltpiste selbst, gehörte zu den

meist befahrenen Straßen der Stadt. Das Zimmer

war sehr spartanisch eingerichtet: Ein

Tisch, ein Stuhl, ein Bett und kein Moskitonetz.

Das Waschbecken fehlte und eine Dusche

gab es auch nicht. Zum Waschen

musste sich der Augenspezialist, der 1997 in

26 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

München eine Zusatzqualifikation in augenärztlicher

Tropenmedizin erwarb, in die

Badewanne hocken. „Die eigenen Ansprüche

muss man bei solchen Einsätzen schon zurückschrauben“,

stellt Miertsch fest, „und abgesehen

davon, geht es schließlich um die Patienten

und nicht um einen selbst“.

Zwei Millionen Patienten

Die Hauptaufgaben die auf ihn warteten,

waren zum einen Operationen vom grauen

Star mit Linsenimplantation, sowie die Bindehaut-

und Lidchirurgie. Nebenbei musste er

noch die Einrichtung leiten, die im November

2001 eröffnet und dem Träger, „der Kirchengemeinde

der Sieben-Tage-Adventisten“,

übergeben wurde. Ein Krankensaal mit 30

Betten, eine Poliklinik, ein Operationstrakt,

eine Optikerwerkstatt, die Privatambulanz,

Klinikküche, Wäscherei und die Verwaltung -

alles verteilt auf zehn Einzelhäuser. „Zum

Glück gibt es da keine Treppen, dass ist alles

ebenerdig.“

Die nötigen Mittel für den Bau an der Kafua

Road hatten Lions International, Lions

Deutschland (Distrikt Rheinland) und die CBM

aufgebracht. Ein Teil der Gelder kam vom

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung. „Das waren

zusammen knapp 500.000 Euro. Dafür bekommt

man hier nicht einmal das Häuschen

für den Pförtner“, bemerkt Miertsch mit

trockenem Humor. Das Thema bleibt schlimm.

Von den zehn Millionen Einwohnern Sambias

sollen vorsichtigen Schätzungen zufolge

mindestens 200.000 erblindet sein. Allein unter

den zwei Millionen Menschen in und um

Lusaka, sind es nach Berechnungen der Weltgesundheits-Organisation

(WHO) mindestens

20.000. Über die Hälfte davon hat eine Eintrübung

der Augenlinse, hat den durch Einsatz

Schiötz-Tonometer

Das Schiötz-Tonometer, Anfang des 19.

Jahrhunderts vom norwegischen Augenarzt

Hjalmar August Schiötz (1850 - 1927)

entwickelt, war der erste Apparat, mit dem

man relativ einfach den Augeninnendruck

messen und in genormten Maßen angeben

konnte. In der westlichen Welt wurde

das Schiötz-Tonometer vom Applanationstonometer

verdrängt. Nur bei bestimmten

Veränderungen der Hornhaut

kommt es noch zum Einsatz. In Afrika verrichtet

es nach wie vor seinen Dienst.


einer Intra-Okular-Linse heilbaren Grauen

Star. Miertsch: „Aber im ganzen Land gibt es

nur fünf Augenärzte.“

Hände wie Chopin

In den ersten Tagen stand Miertsch noch

Dr. Peter Young – „Ein Augenarzt aus Chicago“

– zur Seite und gab nützliche Tipps,

"sonst wäre ich ganz schön aufgeschmissen

gewesen", witzelt der fast zierlich wirkende

Hans-Joachim Miertsch, dessen Händen so

groß sind wie die von Frédéric Chopin.

Dr. Boateng Wiafe, den eigentlichen Klinikleiter,

lernte er nur flüchtig kennen. „Wiafe

hatte ein Paar Urlaubstage eingelegt, was bei

der Arbeitsbelastung verständlich ist.“

Sicherheitshalber hatte der Schleswig-Holsteiner

seine eigenen Operationsinstrumente

mitgebracht. Aber das Equipment der Klinik

stimmte. Zu seiner Überraschung war die instrumentale

Ausrüstung für afrikanische Verhältnisse

ausgezeichnet. „Verbrauchsmaterial

wie Spritzen, Kanülen, Nahtmaterial, Viskoelastikum

und Intraokulare Linsen waren

ausreichend vorhanden“, berichtet er. Da

störte es auch nicht, dass der Augeninnendruck

der Patienten noch mit einem Schiötz-

Tonometer aus dem 19. Jahrhundert gemessen

wurde. Dass man das historische Gerät

nicht nach jeder Anwendung in seine Einzelteile

zerlegte und aufwendig desinfizierte, erklärt

Miertsch mit der Flut von Patienten.

„Man muss Kompromisse eingehen.“

Besonders bei der Organisation, denn die

ließ „teilweise sehr zu wünschen übrig“.

Schon früh am Morgen füllte sich der Gemeindesaal

der Eye Klink, der gleichzeitig als

Wartezimmer und Behandlungsraum diente.

Aus dem ganzen Land strömten die Patienten

in die Sprechstunde des Deutschen, in der

Gewissheit, dass sie wegen dem Run den

ganzen Tag auf ihren Arzt warten würden.

„So etwas ist in Deutschland undenkbar“,

sagt Dr. Miertsch. „Die Leute saßen stundenlang

auf Holzbänken und harrten ohne

zu meckern aus, als sei es selbstverständlich“.

Viele junge Leute wundern sich, dass sie

auf einmel nicht mehr sehen können

und sind HIV-positiv.

Behandlung gegen Cash

CBM-Mitarbeiter – „angelernte einheimische

Kräfte“ – übernahmen die Registrierung,

Voruntersuchungen und verteilten Augentropfen

gegen Cash. Miertsch: „Eigenbeteiligung

ist da kein Thema.“ Für die ambulante

Untersuchung war ein US-Dollar fällig und

für jedes Medikament ein weiterer.

Für eine Star- Operation musste tiefer in

die Tasche gegriffen werden. Dafür wurden

zehn US-Dollar verlangt. Ein Vermögen in

Sambia, wo das durchschnittliche Jahreseinkommen

bei knapp 355 US-Dollar (Stand

2000) liegt. Aber das verdient dort kein Normalbürger,

die Menschen sind arm. So ist es

nicht verwunderlich, dass die Patienten

manchmal „mehrere Monate oder Jahre sparen

müssen, um sich eine Augen-OP leisten

zu können“ sagt der Mediziner. Aber Geld

Dr. Miertsch bei einer OP mit einer Stirnlampe.

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Das Land des Wasserfalls

Sambia, das nach dem Fluss Sambesi benannt

wurde, ist fast doppelt so groß wie

Deutschland, hat aber lediglich zehn Millionen

Einwohner. Allein zwei Millionen leben

in der Hauptstadt Lusaka. Der zentralafrikanische

Staat, weltweit bekannt

durch die Victoriafälle, wo der Sambesi in

eine 110 Meter tiefe Schlucht stürzt, besteht

größten Teils aus Wald, Buschland,

Wiesen und Weiden. Nur etwa sieben Prozent

der Fläche ist Ackerland. 1964 erlangte

das ehemalige Nordrhodesien seine Unabhängigkeit,

Präsident wurde Kenneth

Kaunda. Das „neue“ Sambia war zu diesem

Zeitpunkt wohlhabend, insbesondere durch

gewaltige Kupfervorkommen. Aber auch

Kobalt und Edelsteine wurden exportiert.

Mit dem zunehmenden Verfall der anfänglich

demokratischen Strukturen und

Streitigkeiten mit dem Nachbarstaat Rhodesien,

dem heutigen Simbabwe, begann

der Abstieg. Die Wirtschaft Sambias geriet

in eine Krise. Staatchef Kaunda verlor 1991

die Präsidentschaftswahlen gegen Frederick

Chiluba und musste seinen Platz räumen.

Nach mehreren Missernten kam es

vor zwei Jahren zu einer gravierenden Verknappung

der Hauptnahrungsmittel, die

durch internationale Hilfslieferungen ausgeglichen

wurden. Eine weitere soziale Krise

droht zudem durch Massenentlassungen

im Kupfer-Tagebau. Außerdem leidet Sambia

unter einer schweren Haushaltskrise.

Die Inflationsrate lag 2002 bei 26,7 Prozent.

Die Infrastruktur ist mangelhaft,

Markt- und Vertriebsstrukturen sind kaum

vorhanden und die Inlandskaufkraft ist fast

auf dem Nullpunkt. (mg)

27


allein macht es nicht. Denn erst

wenn der Patient völlig blind

und seine Linsen kalkweiß sind,

wird er operiert. Allerdings nur

ein Auge zur Zeit, um den extrem

hohen Fallzahlen Herr zu

werden.

Der Eingriff selbst ist Routine

und dauert keine 30 Minuten.

Manche Patienten machten sich

nur wenige Stunden nach der

OP wieder auf den Heimweg.

Andere blieben zur Beobachtung

im Krankensaal, den sich

Männer, Frauen und Kinder teilen.

Überrascht wurde der dreifache

Familienvater „von den

vielen Tumorfällen“. Zellwucherungen

am Augapfel, blumenkohlartigeBindehauttumore

oder Netzhautveränderungen.

„Da konnte ich nichts

machen.“ Seine Hoffnung, besonders

schwere Fälle in das benachbarte

University Teaching

Hospital zu schicken, zerplatzte

wie eine Seifenblase. „Die Augenabteilung

war seit über einem

Jahr geschlossen, weil es

im OP durch die Decke regnete.“

Für eine Reparatur fehlten

wie überall im Land die Mittel.

„Trotzdem sind die Menschen

dort sehr bewundernswert.

Sie jammern nicht, sondern sind einfach

nur glücklich, dass sie behandelt werden“,

sagt Miertsch über seine afrikanischen

Patienten.

„Sie sind infiziert!“

Sehr viele kamen in die Ambulanz , weil

sie über plötzliche Sehstörungen klagten.

Äußerlich schienen sie gesund, keiner erahnte

die Diagnose – HIV positiv. „Diese Situation

hat mich psychisch sehr stark belastet, zumal

die meisten noch so jung waren“, erzählt der

Mediziner bedrückt. Die durchschnittliche

HIV Infektionsrate würde bei über 30 Prozent

liegen. Und was sagt Miertsch dazu, dass

das Auswärtige Amt in Berlin auf seinen Internetseiten

die Infektionsrate mit lediglich

zehn Prozent angibt? „Quatsch. Bei den etwa

2000 Patienten die ich behandelt habe war

sogar jeder zweite infiziert.“ Die durchschnittliche

Lebenserwartung liegt in Sambia

bei 42 Jahren. Oft wurde ihm die Frage gestellt,

ob er sich nicht davor fürchtete, sich

selbst zu infizieren? Schnell antwortet er:

„Nein, davor habe ich nie Angst gehabt, auch

der Rest des Personals nicht.“ Der Hund bellt

leise. Und schlechte Erfahrungen mit den

Behörden oder Sicherheitskräften, hätte er

Serie

Ein HIV-Patient - eine Herpes-Zoster-Infektion zerfraß sein rechtes Auge.

auch nicht gemacht. „Die Menschen sind sehr

freundlich und hilfsbereit.“ Dennoch sind ihm

die politischen Zustände durchaus bewusst,

auch wenn es im Land ruhig geworden ist.

Die letzten großen Unruhen liegen etwa drei

Jahre zurück.

Ein fasst legaler Staatschef

Nach den Präsidentschaftswahlen im Dezember

2001, die Levy Mwanawasa gewann,

kam es in der Republik zu Demonstrationen

und Tumulten. Die Staatsgewalt reagierte mit

willkürlichen Verhaftungen und ging bei der

Auflösung politischer Versammlungen, die sie

als illegal einstufte, mit exzessiver Brutalität

vor. Unbewaffnete wurden teilweise schwer

verletzt, berichten Menschenrechtler. Unter

Berufung auf das Gesetz zur Aufrechterhaltung

der öffentlichen Ordnung erließen die Sicherheitskräfte

Demonstrationsverbote. Laut

dem Jahresbericht 2003 von amnesty international

kam es auch zu Misshandlungen und

Folter. Außerdem gelten die Haftbedingungen

in Sambia als extrem hart. Die Zellen sind

überfüllt, es gibt kaum etwas zu essen.

Die Wahl von Mwanawasa wurde durch

die Opposition angefochten. Das neue Staatsoberhaupt

sei durch Manipulation, Korrup-

28 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

tion und Bestechung an die

Macht gekommen. Demnach

wäre die Wahl ungültig. Der

Oberste Gerichtshof nahm sich

der Sache an – Levy Mwanawasa

blieb im Amt. Das der sehr

empfindlich reagiert, was Kritik

an den Staatsgeschäften angeht,

ist ebenfalls bekannt. Systemkritiker

werden eingeschüchtert

und unabhängige

Journalisten schikaniert. Nachdem

zwei Mitarbeiter einer Zeitung

behauptet hatten, der Präsident

hätte die Gehälter der

Richter erhöht um das Urteil im

Wahlstreit zu beeinflussen,

saßen sie selbst auf der Anklagebank.

Ähnlich erging es einem

Abgeordneten. Nachdem

er gesagt hatte, dass wegen des

ausbleibenden Regens und der

schlechten Ernten im südlichen

Teil des Landes die Menschen

verhungern, wurde er verhaftet.

Wegen falscher Behauptungen

landete er im Gefängnis.

Im Januar 2003 wurde im

Deutschen Bundestag ein Bericht

des Ausschuss für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und

Entwicklung vorgelegt (Nr.:

009/03). Darin steht, dass nach

Schätzung des Welternährungsprogramms

der Vereinten Nationen

(WEP) auf dem schwarzen Kontinent 40

Millionen Menschen vom Hunger bedroht

seien. In Sambia sei bereits der Nahrungsmittelnotstand

erklärt worden.

„Ich komme wieder!“

Unterernährung, Mangelerscheinungen

und politische Konflikte spielt im gesamten

südlichen Afrika eine zentrale Rolle, sagt

Miertsch, der sich „davon aber nicht abschrecken

lässt“. Er will wieder los, will wieder

nach Sambia, in den Norden. Diesmal soll

seine Frau Ingrid auch mitkommen. Die

Grundschullehrerin hat sich ein Jahr beurlauben

lassen, um an einer afrikanischen Schule

zu unterrichten. „Englisch ist ihr Hauptfach“,

sagt Miertsch über seine Frau. Er hat den Resturlaub

vom letzten Jahr aufgespart und wird

auch 2004 auf den Urlaub verzichten, um

„diesmal mehrere Monate in Schwarzafrika zu

arbeiten.“ Seine beiden Partner in der Eckernförder

Gemeinschaftspraxis befürworten sein

Vorhaben. „Ohne ihre Unterstützung wäre

das gar nicht möglich.“ Natürlich geht er wieder

im Auftrag der CBM. „Ich muss wieder

gehen, denn es gibt noch sehr viel zu tun.“

Gunther Sosna, Manja Görl, Journalisten


Es muss wohl zu den Höhepunkten im

Leben eines Mediziners gehören, ein neues

Krankheitsbild zu entdecken, das dann als

Lohn und Anerkennung für die medizinische

Pioniertat den Namen des Entdeckers

trägt. Um wie viel stolzer muss dann erst

unsere amtierenden Gesundheitsministerin

sein, wenn ihr als Nicht-Medizinerin die

Ehre einer Namensgebung für eine neue

Krankheit zuteil wird und demnächst die

gängigen Medizinlehrbücher umgeschrieben

und um ein neues Krankheitsbild mit

ihrem Namen ergänzt werden. Dabei hat

sie diese neue Krankheit nicht einmal entdecken

müssen, sondern sie hat statt dessen

durch ihr Gesundheitsmodernisierungsgesetz

ein Syndrom neu kreiert und

schlicht aus dem Hut gezaubert: gemeint ist

der „Morbus-Chronicus-Ulla-Schmidt“.

Diese neue Modekrankheit ist auch deshalb

so bemerkenswert, weil sich hier Patienten

aus sämtlichen Medizingebieten

unter einem gemeinsamen Symptomenkomplex

vereinen. Allen Patienten gemein

ist eine politikinduzierte und GMG-forcierte

zügellose Sammelleidenschaft von Quittungen,

Belegen, Rechnungen und Zuzahlungsbestätigungen,

die dem alleinigen

Zweck dienen, die Ein-Prozent-Marke des

Bruttosozialeinkommens zu überspringen.

Da das Erreichen dieser Ein- Prozent-Marke

und die dann automatische Zugehörigkeit

zum „Morbus-Ulla-Schmidt“ durch harte

Kriterien wie 60prozentige Minderung der

Erwerbsfähigkeit oder Einstufung in die

Pflegestufe 1 oder 2 nur sehr schwer zu

erreichen war, mussten weichere (bis pflaumenweiche)

Kriterien herhalten, um einen

normalen Patienten in bundesdeutschen

Vertragsarztpraxen zum Patienten-Chroniker

mit einem gesicherten Morbus-Ulla-

Schmidt umzuprogrammieren.

Ob orthopädische, urologische, gynä-

KV intern: Kolumne

Dr. Michael Drews

Wie ich

es sehe ...

kologische oder neurologisch-psychiatrische

Dauererkrankung – eine „kontinuierliche

medizinische Behandlung mit Verlust

an Lebensqualität“ bei fehlender ärztlicher

oder medikamentöser Zuwendung kann

durch die Kolleginnen und Kollegen in den

einzelnen Medizinfachgebieten doch allemal

bestätigt werden. Fußpilz, Tinnitus,

Reizdarm oder Rückenschmerzen können ja

so unangenehm sein und die Lebensqualität

auf Null senken – wer als Patient wegen

dieser chronischen Beschwerden oder sonstiger

therapieresistenter Befindlichkeitsstörungen

in ständiger haus-oder fachärztlicher

Behandlung ist, fällt irgendwann und

irgendwie und automatisch unter die Chroniker-Regelung

des M.-Ulla-Schmidt.

Neue Krankheit

in Vertragsarztpraxen:

„Morbus-Chronicus-Ulla-Schmidt“!

Der Morbus-Chronicus-Ulla-Schmidt

breitet sich zur Zeit offensichtlich epidemieartig

in bundesdeutschen Arztpraxen

aus und wird spätestens im 2. Quartal 2004

die Bürger dieses Staates in zuzahlungsbefreite

Ein-Prozent-Chroniker-Patienten,

Zwei-Prozent-Semi-Chroniker-Patienten

und normale Patienten unterteilen, wobei

letztere (meist junge Patienten, Familienverdiener

und sonstige Berufstätige) ohne

das finanzielle Privileg der Zugehörigkeit

zum M.-Ulla-Schmidt kräftig abgezockt

werden können.

Der volkswirtschaftliche Schaden dieseneuen

Krankheit ist zur Zeit noch gar nicht

abzusehen. Es steht jedoch zu befürchten,

dass bei einer Befreiung von sämtlichen

Zuzahlungen bei Praxisgebühr, Medikamenten

oder Heil- und Hilfsmitteln in der

großen Gruppe der M.-Ulla -Schmidt-Patienten

die gesetzlichen Krankenkassen ab

Sommer 2004 die Beiträge wieder kräftig

steigen lassen müssen. Aber so ist das nun

einmal mit neu entdeckten Krankheiten -

eine Diagnostik und Therapie ist leider nicht

zum Nulltarif zu haben!

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

SERIE: Selbsthilfegruppen

in Schleswig-Holstein

Deutsche Gesellschaft zur

Bekämpfung der Mukoviszidose

e. V. - Regionalgruppe Kiel/

Hamburg/Lübeck

Mukoviszidose ist eine häufig auftretende

Erkrankung, von der in den meisten europäischen

Ländern ungefähr ein Kind von jeweils

2.500 Kindern betroffen ist. Mukoviszidose

(zystische Fibrose, CF) ist eine genetische

Störung, von der Jungen sowie Mädchen betroffen

sind. Kinder werden mit CF geboren

und die Krankheit kann nicht während der

Lebenszeit erworben werden. Das bedeutet:

CF ist keine ansteckende Krankheit und kann

nicht von einem Kind zum andern übertragen

werden.

Da das Kind mit CF geboren wird, wird die

Krankheit auch als genetisch bedingte oder

vererbte Krankheit bezeichnet. Mukoviszidose

kommt bei Kindern vor, die zwei CF-

Gene geerbt haben, d.h. jeweils ein Gen von

jedem Elternteil. Personen, die nur eine Kopie

des CF-Gens haben, werden als „CF-Träger“

bezeichnet und sind vollkommen gesund.

Ein Kind wird nur dann mit CF geboren,

wenn beide Eltern CF-Träger sind. Die Symptome

und Schwere der Erkrankung ist von einem

CF-Patienten zum andern sehr unterschiedlich.

Viele Körperorgane sind von Mukoviszidose

betroffen, jedoch treten die größten

Probleme in der Lunge, im Darm, in der

Leber und in der Bauchspeicheldrüse auf.

Manche Kinder haben stärkere Lungenbeschwerden,

bei manchen ist der Darm stärker

betroffen – die Symptome sind bei jedem Patienten

unterschiedlich. CF hat jedoch keine

Auswirkungen auf die Intelligenz des Kindes.

Zur Zeit kann die Mukoviszidose nicht geheilt

werden.

Kontakt: Thomas Koch

Mecklenburgerstr.19

24253 Probsteierhagen

Telefon: 04348 - 919 620

(Montags von 18:00 - 20:00)

Internet: www.mukonord.de

Jakob Wilder, KVSH

29


NORDLICHT: Sehr geehrter Herr Dr. Zöllner,

was empfinden Sie am heutigen

Tag?

Dr. Zöllner: Einfach nur Freude..

NORDLICHT: ..sonst nichts?

Dr. Zöllner: Meinen Sie Triumph? Rechtfertigung?

– Nein, nur Freude, dass so

viele Menschen so unterschiedlicher Voraussetzungen

– gemeinsam eine – neudeutsch

ausgedrückt: – Trendwende herbeigeführt

haben.

NORDLICHT: Ihr Vorsitzender Dr.

med. Frank, sitzt heute als Vizekanzler

im Kabinett, die Staatsquote

wurde binnen 10 Jahren halbiert,

die Renten sind weiterhin bruttolohnbezogen

stabil..

Dr. Zöllner: Sehen Sie, unsere Anfangssituation

war die: Wir hatten

eine weitgehende Depression speziell

in unserer ärztlichen Berufswelt.

Es gab in der gesamten Politik, die damals

massiv in unsere Belange eingriff, keinen

Einzigen mit medizinischem Sachverstand.

NORDLICHT: ... naja

Dr. Zöllner: Doch, es gab keinen einzigen

Arzt und keine einzige Krankenschwester mit

vieljähriger medizinischer Berufserfahrung in

politischen Führungsfunktionen, sondern nur

Berufsflüchtlinge oder Berufs-Jungpolitik-Profis!

NORDLICHT, Ist das so schlimm?

Dr. Zöllner: Ja. Bitte erinnern Sie sich: Damals

wurde als Ausgeburt sachlicher und ökomischer

Weisheit ein Wust von Bestimmungen

auf den Weg gebracht, der in den Augen

der meisten Betroffenen völlig an den Problemen

vorbei ging und nur eine Maschinerie

der Kontrollierbarkeit und Deprofessionalisierung

nach sich zog: DMPs, eine explosionsartige

Vermehrung von Leitlinien, eine

unerträgliche Dokumentionsflut im Krankenund

Altenpflegebereich, staatlich verordnete

Zwangsfortbildung und vieles mehr.

NORDLICHT: Das ist ja inzwischen Geschichte,

dank Ihrer Partei?

Dr. Zöllner: Nein, dank eines allgemeinen

Interview

Wunderbare neue Welt

Interview mit dem Mitbegründer Dr. Zöllner anlässlich des

zehnjährigen Bestehens der Partei

„Bündnis im Gesundheits- und Sozialwesen – die Weißen“

Umdenkprozesses, den wir ausgelöst haben..

NORDLICHT: Also gut, dank Ihres Vor-

Umdenkens. Aber war das seinerzeit denn

alles nur schlimm?

Dr. Zöllner: Nein, es war zumindest nicht

schlimm gemeint, aber es stand ein Staatsund

Standespolitik-Dirigismus dahinter, der

in Wirklichkeit die Probleme nicht löste, aber

jegliches persönliche Engagement zerstörte

und darin substantiell demotivierte. Und oft

war es einfach nur Quatsch, was auf den Weg

gebracht wurde.

NORDLICHT: Ein Beispiel?

Dr. Zöllner: Ich fange lieber nicht mit der

kurzen, aber heftigen Episode einer sogenannten

Praxisgebühr an. Lieber ein anderes

Beispiel: Für das DMP Brustkrebs wurde eine

„Quote“ von mindestens 70 Prozent Stanzbiopsien

vorgeschrieben, obwohl das zu dieser

Zeit überhaupt nicht der medizinischer

Standard war.

NORDLICHT: Wer schrieb das vor?

Dr. Zöllner: Das war ja das Verrückte: Die

Politik! Wir Ärztinnen und Ärzte wurden auf

30 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

eigenem Platz geschlagen! Unerträglich!

NORDLICHT: Gut. Aber nun zum eigentlichen

Anlass unseres Gespräches: Zehn Jahre

gibt es jetzt Ihre Partei. Wie fing das an?

Dr. Zöllner: Zunächst zu uns: Die Kernmannschaft

bestand aus norddeutschen Niedergelassenen.

Unsere Idee war, die De-Regulierung

überall, also AUCH im medizischen

Sektor, zu fordern. Und wir wollten den Altersrentnern,

denen der Zugang zum allgemeinen

Versicherungsmarkt ja verwehrt ist,

weil sie keine Versicherung mehr annimmt,

und die von der seinerzeitigen Politik regelrecht

depotenziert wurden, die Selbstverständlichkeit

eines „sicheren“ Ein- bzw. Auskommens

ermöglichen. Und als Drittes war

uns klar, dass eine Erneuerung in der politischen

Kultur nur dadurch zu schaffen war,

dass man auf allen Ebenen maximale Transparenz

– inhaltlich wie materiell – schuf. Die

politische „Kaste“ hatte sich seinerzeit so weit

von den Bedürfnissen des Volkes wegentwickelt

....


NORDLICHT: Halt, wir schweifen ab. Und

bitte keinen Wahlkampf! Also: wie fing es

an?

Dr. Zöllner: Sie haben recht. Entschuldigung

. Also: Unser Problem war, dass wir

nicht richtig bekannt wurden. Wir wollten

nicht mit Anzeigen anfangen, sondern produzierten

eine Menge Artikel besonders für

die Standespresse. Wir wollten redaktionell

„landen“.

NORDLICHT: Und?

Dr. Zöllner: Es klappte nicht. „Periphere“

Blätter wie das NORDLICHT ...

NORDLICHT: Wie bitte?

Dr. Zöllner: Also, kleinere regionale norddeutsche

Publikationsorgane der Kassenärztlichen

Vereinigungen (in Schleswig-Holstein

und Mecklenburg-Vorpommern) druckten

uns, hier und da gelang ein Leserbrief in

die Öffentlichkeit, aber die großen bundesweiten

Blätter „schmetterten“ unsere

Grundsatzartikel ab. Durchaus mit

Sympathie für unser Anliegen, aber der

unausgesprochenen Furcht, derart Neues

anzugehen. Eine politisch gemäßigte Partei,

die den allgemeinen Frust positiv überwinden

will, getragen von lauter „intakten

Biographien“, wie wir damals frech formulierten,

traute man sich (noch) nicht zu.

NORDLICHT: Und was brachte den

Durchbruch?

Dr. Zöllner: SIE. Ihre Zeitung brachte am

ein Interview mit mir, und dann ging es

Schlag auf Schlag. Es meldeten sich genug

Interessierte (bald nicht nur Ärzte und Angehörige

anderer medizischer Berufe, sondern

aus allen Bereichen unserer Gesellschaft),

und so erfolgte binnen Monaten der Gründungsparteitag.

Und dann nahm man uns

wahr, und wir hatten einfach gute Leute. So

gelang es uns, den Vorsitzenden einer großen

norddeutschen Ärzteorganisation „abzuwerben“..

NORDLICHT: Sie meinen unseren Dr.

Dankmann?

Dr. Zöllner: Ja, und er hatte die größte Erfahrung

im Umgang mit „Massenorganisation“

und den Medien. Allerdings war es ihm

sehr schwer gefallen, alle anderen Ämter ruhen

zu lassen, wie es unsere Statuten ja fordern.

NORDLICHT: Wo starteten Sie?

Dr. Zöllner: Im ehemaligen Zonenrandgebiet,

in Schierke im Harz, in einem ehemaligen

NVA-Erholungsheim, das eine der modernsten

Jugendherbergen Deutschlands geworden

war. Jeder zahlte seine Reise selbst,

viele brachten ihre Familien mit. Es war einfach

toll!

NORDLICHT: Ja, diesen Ruf, es anders als

die Anderen zu machen, haben Sie heute

noch. Ist das nicht auch Attitüde?

Dr. Zöllner: In dieser Frage bin ich Befan-

gener. Aber das Konzept, dass in allen Parlamenten

auch „Vierjährige“ sitzen, also Menschen,

die nur vorübergehend eine innerparlamentarische

Kontrolle ausüben und als

Nicht-Berufspolitiker wieder in ihre Berufe

zurückkehren, dass jeder in parlamentarischer

Funktion seinem Geldgeber, nämlich dem

Wähler, alle Einkünfte ständig offenlegt, dass

kein Mandatsträger der Partei irgendwo anders

(etwa in einem ärztlichen Berufsverband,

einer Gewerkschaft etc:) Führungsfunktion

hat, das alles hat sich bewährt. Und im Gegensatz

zu den Grünen gibt es bei uns keine

Tendenzen, dieses zentrale Anderssein aufzuweichen.

NORDLICHT: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dr. Zöllner: Wissen Sie, was auch im Nachhinein

der Kern unseres Anliegens war? Wir

Bürgerinnen und Bürger dieser unter schwersten

Wehen geborenen Demokratie hatten

angefangen, uns nicht mehr für unsere

Führung zu interessieren. Es gab ein „die da

oben“ wie in totalitären Systemen. Wir nannten

es damals „nachdemokratische Tendenzen“.

Man erlebte Staat fast nur noch dirigistisch.

In der Medizin herrschte Angst vor.

NORDLICHT: Angst?

Dr. Zöllner: Ja, nicht eine physische Angst,

aber ständig die Sorge, etwas zu versäumen

oder zu übersehen, und dadurch sogar straffällig,

zumindest aber sanktioniert zu werden.

Die medizinischen Boulevardblätter waren

voll davon. Sie übertrafen sich auf ihren

reißerischen Titelseiten, in ihren Horrormeldungen.

So machte man bei den DMPs wider

besseren Wissens und Gewissens mit, weil

man sonst für die Zukunft das allmähliche

Aus befürchtete. Und diese Furcht war durchaus

real. Man bildete sich nicht mehr freiwillig

fort, sondern, um nur ja den Anschluss

nicht zu verlieren.

NORDLICHT: Wirklich so schlimm?

Dr. Zöllner: Ja, aus unserer damaligen Sicht

war sogar die staatlich verordnete Zwangsfortbildung,

die ganz rasch den zunächst „freiwilligen“,

ärztekammerkontrollierten Fortbildungszertifikaten

folgte, einer der Motivationssteine.

Und als wir dann anfingen, in kindlicher

Unschuld zu fragen, als wir wieder wagten,

öffentlich zu widersprechen, da kam dann

nach und nach alles auf den Prüfstand. Wie

wir heute wissen, richtigerweise und mit Erfolg.

NORDLICHT: Was war das Durchgreifende

Ihres Ansatzes?

Dr. Zöllner: Danke für diese Präzisierung.

Wir glaubten erkannt zu haben, dass jegliche

Art einer Regelung von „oben“ die Freiheit

des davon Betroffenen limitiert. Und wir

meinten, dass man als Prüflatte jeglicher Regelung

genau diese Freiheitseinschränkung

gegen den Gewinn an Funktionalität, oder

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

was sonst gefordert oder behauptet wurde,

abwägen muss.

NORDLICHT: Wie man damals sagte: Radikaldemokratisch.

Dr. Zöllner: Das gilt nach meinem Eindruck

heute noch genau so!

NORDLICHT: Haben Sie das durchgehalten?

Dr. Zöllner: Nicht wir allein. Die Grünen

hatten es uns vorgemacht, indem sie in den

70er und 80er Jahren einen ganz klar partikularen

politischen Ansatz erfolgreich durchsetzten:

Sie erzwangen, bei allen Entscheidungen

die seinerzeit sogenannten „ökologischen

Aspekte“ miteinzubeziehen. Das Paradoxe

war, dass dann die Großen, allen voran

die SPD, diesen Ansatz zu einem guten Teil in

ihr eigenes politisches Gebaren übernahmen.

Und so kamen mit uns nach und nach alle

politisch relevanten Strömungen auf die

„Idee“, dass weniger Staat mehr ist, dass die

Freiheit des Einzelnen nicht nur Verfassungsgut,

sondern wirksamster Motor eines wirtschaftlichen

Erfolges und letztlich Grundelement

des „Rechtes auf Glück“ ist. Unser Triumph,

wenn Sie so wollen, ist, dass unsere

„spinnerte“ Außenseiterposition rasch Allgemeingut

wurde. Wir waren damals überzeugt,

dass die „innere Kündigung“ der Staatsbürger

dieses Land und letztlich Europa für Radikale

anfällig gemacht habe. Deshalb fühlten

wir uns zu unserem zivilen Widerstand legitimiert.

NORDLICHT: Ich weiß, Ihr Slogan: „Wir

Gemäßigten müssen dieses Land und Europa

radikal ändern, bevor es die Radikalen

auf ihre Weise tun“.

Dr. Zöllner: Ich kann es auch bescheidener

sagen: Mir macht meine Arbeit als Hausarzt

jetzt wieder uneingeschränkt Freude, die Patienten

fühlen sich weniger „standardisiert“,

dafür besser verstanden. Ich sehe die Mitarbeiter

in den Altersheimen wieder motivierter,

kein Mensch trauert der abgeschafften Sommerzeit

nach, der Quatsch der Mülltrennung

„im Haushalt“ ist vorbei, und Rechtsschreibung

ist keine Frage des Gesetzes mehr, sondern

in ihrem Wandel selbstverständlicher Teil

der Kultur des gesprochenen, besonders aber

des geschriebenen Wortes.

NORDLICHT: Wir danken Ihnen.

Dr. Zöllner: Ich habe zu danken: Ihrer Zeitung,

weil Sie uns damals geholfen hat, in die

Puschen zu kommen, und unseren Kolleginnen

und Kollegen, weil sie sich haben wachrütteln

und von unserer Idee infizieren lassen.

Außerdem habe ich jetzt durch den Wegfall

all des früheren Dokumentationswustes

viel mehr Zeit. Zeit für meine Familie, Zeit für

meinen Beruf - und natürlich auch Zeit für

dieses Interview!

Dr. med . Martin Gattermann,

Allgemeinarzt in Sankt Peter-Ording

31


Bandelow, Borwin; Bleich, Stefan; Kropp,

Stefan:

Handbuch Psychopharmaka

Zugegeben, gewöhnungsbedürftig und für

die Kitteltasche kaum geeignet ist das im Hogrefe

Verlag erschienen „Handbuch Psychopharmaka“

schon. 354 Din-à-4-Blätter beidseitig

bedruckt und mit Metalldraht-Spiralbindung

versehen, wirkt es rein äußerlich eher

wie eine etwas zu umfangreich geratene Diplomarbeit.

Ein Blick in den Inhalt zeigt dann

aber schnell, dass die Ausführungen indessen

in Richtung Standardwerk tendieren.

Den deutschen Autoren lag für die erste

Auflage das kanadische Buch „Clinical Handbook

of Psychotropic Drugs“ aus dem Jahr

1990 zugrunde. Allerdings, dass betonen sie,

habe es bei weitem nicht ausgereicht, das

Werk einfach zu übersetzen. Zu unterschiedlich

seien nordamerikanischer und mitteleuropäischer

Psychopharmakamarkt. Seit

der Erstauflage hat sich die Psychopharmakologie

so rasant entwickelt, dass bereits 2003

eine neue, 2. Auflage nötig wurde, die dann

schließlich im Herbst vergangenen Jahres auf

den Markt kam (das kanadische Vorbild liegt

mittlerweile in der 13. Auflage vor).

2., überarb. Aufl.,

Göttingen, Bern, Toronto, Seattle 2004, 351 S.,

Ringheftung,

Hogrefe Verlag.

Deutsche Bearbeitung

der englischsprachigen

Version

von Kalyna Z.

Bezchlibnyk-Butler,

und J. Joel Jeffries.

In den einzelnen Kapiteln des Buchs werden

die psychopharmakologisch wirksamen Substanzen

systematisiert und hinsichtlich Indikationen,

Dosierung, Nebenwirkungen, Kontraindikationen

und vieles mehr beschrieben.

So ergibt sich für nahezu jeden wichtigen auf

dem Markt erhältlichen Wirkstoff ein komplexes

Bild der Einsetzbarkeit und Wirksamkeit.

Auf vollständige Sätze haben die Autoren

zugunsten von Tabellen und Aufzählungen

verzichtet. Damit bietet sich der Band als

Nachschlagewerk im konkreten Fall an, zumal

anhand der Systematik schnell das gewünschte

Produkt gefunden werden kann.

Im Anschluss an die Kapitel folgen ein umfangreiches

Glossar sowie mehrere Seiten mit

weiterführender Literatur, aufgeteilt nach

Sachgebieten, sowie ein Index der Medikamente.

Besonders praktisch: Kopiervorlagen

mit allgemein verständlichen Informationen zu

den einzelnen Arzneien (jeweils ein bis zwei

Seiten pro Medikament), die den Patienten

mit nach Hause gegeben werden können.

Buchtipps

Richter, Werner O.

Taschenbuch der

Fettstoffwechselstörungen

Die exakte Diagnose ist das „A und O“

vor einer effektiven Therapie von Fettstoffwechselerkrankungen.

Denn entgegen vielfacher

Meinungen in der Bevölkerung geht

es dabei um deutlich mehr als um erhöhtes

Cholesterin oder erhöhte Triglyceride. Zudem

muss nach Ansicht von Prof. Dr. Werner O.

Richter jedem Patienten ein „bestimmtes kardiovaskuläres

Risiko“ zugeordnet werden.

Das heißt letztendlich, dass ein individuelles

Profil des Patienten erstellt werden muss, bevor

der Arzt sich für eine bestimmte gezielte

Behandlung entscheidet. In seinem „Taschenbuch

der Fettstoffwechselstörungen“

will Richter zeigen, wie durch die Analyse ein-

Praktische Diagnostik

und Therpaie, Stuttgart

2003, 161 Seiten,

Wissenschaftliche

Verlagsgesellschaft,

Preis: 12,00 Euro.

fach zu beschaffender zusätzlicher Informationen

eine Einschätzung des Patientenrisikos

erleichtert wird.

Im Anschluss an eine Einführung in den

„normalen“ Fettstoffwechsel beschreibt der

Autor die kardiovaskuläre Risikoabschätzung

von Fettstoffwechselstörungen und die Einflüsse

der Ernährung bei Hypercholesterinämie.

In weiteren Kapiteln geht Richter auf

das adäquate Vorgehen bei erhöhtem LDL-

Cholesterin, bei Hypertriglyceridämie und

niedrigem HDL-Cholesterin ein. Auch Besonderheiten

wie Stoffwechselerkrankungen

bei Diabetes mellitus oder bei einem AIDS-

Patienten werden erläutert.

Ablaufschemata, Schaubilder und farbig

hinterlegte Tabellen erleichtern den schnellen

Überblick. Ergänzt werden die Kapitel von

praktischen Hinweisen im Umgang mit den

Patienten. Zum Nachschlagen eignet sich

außerdem eine angehängte Lebensmitteltabelle,

die neben Energie- und Fettgehalt auch

den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sowie

Cholesterin enthält.

32 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Mense, Siegfried; Pongratz, Dieter

Chronischer Muskelschmerz

Im Gegensatz zum meistens als „stechend“

oder „brennend“ beschriebenen und in der

Regel gut lokalisierbarem Hautschmerz stellt

der Muskelschmerz für jeden niedergelassenen

Arzt eine Herausforderung dar. Nicht selten

fällt es dem Patienten aufgrund der Übertragung

von Schmerzen schwer, die Quelle

genau zu lokalisieren. Jetzt liegt es am Arzt,

durch Befragungen, Tests und Untersuchungen,

der Ursache des Schmerzes auf den Grund

zu gehen - und das möglicherweise im Angesicht

eines vollen Wartezimmers. Dabei hat

eine Fehlbehandlung im Bereich der Schmerztherapie

nicht unerhebliche Auswirkungen auf

die Prognose. Ist es erst einmal durch die Chronifizierungsvorgänge

zu neuroplastischen Veränderungen,

also zu „Umschaltvorgängen“

im zentralen Nervensystem gekommen, ist an

einen schnellen Therapieerfolg nicht mehr zu

denken.

In dem vom Umfang her überschaubaren

Band stellen international anerkannte Autoren

um die Herausgeber Prof. Dr. Siegfried

Mense, Universität Heidelberg, und Prof. Dr.

Dieter Pongratz, Klinikum der Universität Mün-

Mense, Siegfried;

Pongratz, Dieter (Hrsg.):

Darmstadt 2003, 176

Seiten, Steinkopff,

Preis: 49,95 Euro.

chen, den jüngsten Stand der vorklinischen

und klinischen Forschung dar. Kapitelweise befassen

sie sich mit den verschiedenen Arten

des Muskelschmerzes, von den entzündlichen

Muskelkrankheiten über die Fibromyalgie bis

hin zum Schleudertrauma.

Obwohl – oder vielleicht auch weil – das

Buch den wissenschaftlichen Anspruch in jeder

Hinsicht erfüllt, eignet es sich für den Alltag in

der Praxis. Zu jeder Krankheitsgruppe bzw. zu

den Krankheitsbildern werden Untersuchungsmethoden

anschaulich beschrieben,

wobei die modernen bildgebenden Verfahren

nicht ausgelassen werden. Darüber hinaus geben

die Autoren Hinweise für den praktischen

Umgang mit dem Patienten.

Als Extrapunkt wird jeweils die im Praxisalltag

zuweilen vernachlässigte differentialdiagnostische

Abklärung behandelt. Es folgen die

empfohlenen und von jedem Experten bewerteten

therapeutische Maßnahmen.

Literaturlisten von unterschiedlicher Länge

bilden den Abschluss eines jeden der insgesamt

acht Kapitel.


ZDF

Praxis – das

Gesundheitsmagazin

N3

Visite

montags

bis

donnerstags

Dienstag,

11.05.

Dienstag,

18.05.

Dienstag,

25.05.

Dienstag,

01.06.

TV-guide

17.03 Uhr

20.15 Uhr

20.15 Uhr

20.15 Uhr

20.15 Uhr

suche – biete

Tipps

Betroffene und Experten diskutieren ein medizinisches

Thema. Filmeinspielungen aus Kliniken und

Operationssälen erklären Zusammenhänge. „Gesundheit

extra“ stellt Verfahren und Tendenzen in der

medizinischen Praxis vor.

•Augen unter Druck - Grüner Star: Hilfen gegen

das Erblinden

•Gesund essen mit Geschmack: Frische Kräuter auf

den Tisch

•Kranke Knochen: Gezielt behandeln - wirksam

vorbeugen (Osteoporose)

•Das Sprechen neu erlernen - Stottertherapie für

Erwachsenen

•Tai-Chi - Chinesische Bewegungsmedizin stärkt

den Körper, verhindert Stürze

•Blasenkrebs - Alarmierender Anstieg bei Frauen

•Haarausfall: Jetzt kann auch Frauen geholfen

werden

•Hightech im Wäscheschrank - Neue Textilien

aufgerüstet gegen Mief und Bakterien

• Schock in der Schwangerschaft: Baby mit Fehlbildung

•Kranke Netzhaut: Fortschritte im Kampf gegen

das Erblinden (Makuladegeneration)

• Baldrian: Warum die Pflanze müde macht

•Müder Samen - immer mehr Männer unfruchtbar

• Schnarchen - wie kommt wieder Ruhe ins Schlafzimmer

•Hightech für den kranken Rücken: Künstliche

Bandscheibe

•Mein neues Herz - Leben mit einem Spenderorgan

• Leben in einer fremden Welt: Autisten finden ein

Zuhause

•Aloe Vera: Schutz und Pflege - nicht nur für die

Haut

•Auf dem Prüfstand: Sonnencreme - welche

Produkte geben Sicherheit?

• Runter vom Druck - in sieben Schritten zur

Gesundheit

•Vitamine A, B, C & Co: Große Hoffnung - wenig

Nutzen?

•Wieder auf Trab: Reittherapie für kranke Kinder

•Fitnessfalle: Wenn Sport zur Sucht wird

•Nicht vergessen - gut betreut: Wohngemeinschaft

für Alzheimerkranke

Hätten Sie’s gewusst?

Diese Anzeigen

sind kostenlos

Wie handeln Sie in Sachen Praxisgebühr bei

Überweisungen an den Urlaubsort?

Beispiel: Behandlung von Urlaubern aus anderen Bundesländern

Ein Patient aus Bayern sucht einen Allgemeinarzt an der Nordseeküste während

seines Urlaubs zur Behandlung ohne Überweisungsschein auf. Muss die Praxisgebühr

erhoben werden?

Ja. Auch im Urlaub würde eine Quittung von einem Haus- oder Facharzt

aus dem Heimatort des Patienten nicht ausreichen, um von der Praxisgebühr

befreit zu werden.

Bitte beachten Sie zum Thema Praxisgebühr auch unsere Beilage in diesem Heft.

Ernst Sievers, KVSH

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

EDV-Tipp

Einstellung der Pflege des

sogenannten

DOS-Prüfmoduls

Mit der Veröffentlichung vom 02.04.2004

gibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung

(KBV) bekannt, dass die Pflege des sogenannten

DOS-Prüfmoduls zum Jahresende

eingestellt wird.

Bereits im 1. Quartal 2004 wurde die technische

Grenze des DOS-basierenden Prüfmoduls

erreicht. Dieses wird noch bis zum

Jahresende über externe Einstellmöglichkeiten,

deren Kapazitäten beschränkt sind, zur

Verfügung stehen.

Dieser Sachverhalt muss allerdings nicht

zwangsläufig dazu führen, das verwendete

DOS-Programm gegen ein WINDOWS-Programm

auszutauschen. Wird das Programm

bereits in einem sogenannten DOS-Fenster

unter WINDOS 98 oder höher zur Verfügung

gestellt, ist der parallele Einsatz des

neuen und moderneren Prüfmoduls (XPM)

gegeben. Betroffene Praxen sollten sich in

diesem Fall bei Ihrem Systembetreuer informieren,

ob ein Wechsel notwendig ist.

Für Arztpraxen mit einem Windows 95/

3.1 basierendem System oder einer reinen

DOS-Umgebung steht damit der Umstieg

unausweichlich bevor.

Je nach System fallen dann nicht nur Kosten

für das neue Verwaltungsprogramm an,

meist ist auch eine Investition in neuer Hardware

damit verbunden.

Um den Kostenrahmen dann möglichst

gering zu halten lohnt sich der Anruf beim eigenen

Systemhaus. Meist bieten diese Ihren

DOS-Anwendern Sonderkonditionen für die

WINDOWS-Versionen an oder berechnen

ausschließlich nur die anfallenden Servicedienstleistungen.

Wer mit dem Umstieg einen Systemhauswechsel

plant, sollte sich vorab erkundigen

in wieweit eine Datenübernahme möglich

ist.

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

steht für betroffene Arztpraxen

im Rahmen der EDV-Beratung zur Verfügung

und wird Sie über Veränderungen

oder eventuelle Übergangsfristen schnellstmöglichst

informieren.

Thomas Stefaniw, KVSH

Ihre EDV-Beratung

Thomas Stefaniw 04551-883-307

Timo Rickers 04551-883-286

33


12. Mai

15 s.t. - 19.00 h

Sitzungssaal im VG II der KVSH

02. Juni

15 s.t. - 20.00 h

Klinik für Gynäkologie und

Geburtshilfe des Universitätsklinikums,

Schleswig-Holstein,

Campus, Kiel

16. Juni

16 s.t. - 19.00 h

Sitzungssaal im VG II der KVSH

27. Mai ,

15. Juni

19.00 - 21.00 h

Sitzungssaal im VG II der KVSH

16. Juni

19.00 - 21.00 h

Conventgarten, 24768 Rendsburg

14. - 15. August

13. - 14. November

12. Mai

Hotel Osterkrug, Husum

09. Juni

Konferenzsaal des KKH Niebüll

15. Mai

Vitalia Seehotel,

Am Kurpark 3,

23795 Bad Segeberg

12. Juni

09.30 - 16.30 h

Kieler Kunsthalle,

Düsternbrooker Weg 1,

24103 Kiel

17. Juni

20.00 h

Waldhalle Mölln

18. Juni

17.00 h

Hotel Steigenberger

Conti Hansa

24103 Kiel

02.-04. Juni

Palisadenstr. 48

10243 Berlin

Seminar für Ärzte in Zusammenarbeit mit der Apo-Bank

„Glatteis in der Praxis clever vermeiden“

– Erfolgreiches Praxismanagement –

Seminar für die in der Praxis mit der Durchführung von

Mammographien betrauten MTRA’s

„Mammographien“ Einstelltechnik – Europäische Richtlinien –

Bildqualität – Artefakte

Seminar für sonographierende Ärzte

1. Vortrag: Sonographie der Schilddrüse

2. Vortrag: „Korrelation von Schilddrüsensonographie

und -szintigraphie in der täglichen Diagnostik

Seminare: Qualitätsmanagement

Moderatorenseminare

Kreisstellen

13.30 Uhr Fortbildungsveranstaltung Geriatrie

Dr. Thomas Stamm: Ist die Geriatrie die passende ärztliche Antwort auf

die demographische Herausforderung?

Dr. Heusinger v. Waldegg:: Geriatrie konkret - am Beispiel von Versorgungskonzepten

für Patienten mit Schlaganfall!

15 Uhr c.t Kreisstellenversammlung Nordfriesland

Thema: Satzungsreform

16.30 bis 18.00 Uhr Interdisziplinärer Qualitätszirkel

Thema: Geriatrie

14.30 - 16 Uhr Diabetes Fortbildung

16.00 - 17.30 Uhr Qualitätszirkel Diabetes

17.30 - 18.30 Uhr Information über Kooperationsverhandlungen mit

den Kreiskrankenhäusern in Nordfriesland und Treffen des Ärztevereins

Südtondern

Jahreshauptversammlung des NAV-Virchow-Bund, Landesverband

Schleswig-Holstein, gemeinsam mit dem Hartmannbund

10:30 -12:30 Uhr Öffentliche Veranstaltung - Vorträge

„Verordnen von Innovationen und Generika“: Vortrag von Dr. Peter

Geiger, Apotheker, Kreuzwertheim

Vortrag von Günther Jansen, Sozialminister a.D.

Deutscher Ärztinnenbund e. V.

5. Schleswig-Holsteiner Ärztinnentag

„Frauenspezifische Suchtproblematik in der Medizin“

Gründungsversammlung Praxisnetz Lauenburg e.V.

Gesundheitspolitische Veranstaltung

„Gesundheitsreform 2004 - ein Erfolg?“

Deutschland

Hauptstadtkongress 2004

Medizin und Gesundheit

Termine

KVSH Bad Segeberg, Bismarckallee 1-6

Schleswig-Holstein

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr !

34 Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Info: Mareike Ralf

Tel. 04551 - 883 332

Fax 04551 - 883 374

Info: Regina Steffen, Kathrin Zander

Tel. 04551 - 883 292, 883 382

Fax 04551 - 883 374

Info: Ralf Büchner

Tel: 04668/211

Fax: 04668/212

Info: Ralf Büchner

Tel: 04668/211

Fax: 04668/212

Info: Dr. Karin Bucher

Tel. 0431 - 747 79

Fax 0431 - 747 77

Info: Dr. Monika Schliffke

Tel. 04541 - 358 5

Fax: 04541 - 843 91

Info: IGSF

Tel. 0431 - 80 06 00

Fax 0431 - 80 06 01

Info:Hauptstadtkongress

Tel. 030 - 498 550 31


Telefon

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Bismarckallee 1 - 6 · 23795 Bad Segeberg · Hauptanschluss: 04551 / 883-0 · Fax: 04551 / 883-209

Vorsitzender Dr. Klaus Bittmann 217/486

Stellv. Vorsitzender Dr. Hans-H. Köhler 217/486

Hauptgeschäftsführer Dr. Bodo Kosanke 218/355

Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. Ralph Ennenbach 218/355

Abrechnung – Leiter Peter Tietgen (Fax: -322) 267/388

Abrechnungs-Hotline 388

Amb. Operieren/Arthroskopie (QS) Aenne Villwock / Viktoria Miller 369/445

Arznei-/Heilmittelbudget/Praxisbesond. Dr. Johannes Packenius 305

Arznei-Beratung Elsbeth Kampen / Dr. Marion Packenius 352/351

Arznei (Prüfung Ausschuss) Jörg Schröder (Fax: -390) 342

Arznei (Prüfung Beschwerde) Thomas Frohberg 304

Arztregister Katja Fiehn / Anja Reimer / Dorit Scheske 254

Assistenz-Genehmigung Petra Fitzner / Brigitte Gottwald 384/255

Asthma-Schulung Melanie Krille 321

Beratungskommission Drogensubstitution Astrid Patscha (Fax: -392) 340

Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse 343/383

Chirotherapie (Genehmigung) Helga Hartz 453

Dialyse-Kommission/LDL; QS Marion Rampoldt 444

Diabetes-Kommission (QS) Aenne Villwock 369

Diabetes-DMP und Vereinbarung Helga Hartz / Caroline Polonji / Marion Rampoldt 453 /280/444

EDV in der Arztpraxis Timo Rickers / Thomas Stefaniw 286/307

ESWL Marion Rampoldt 444

Finanzbuchhaltung Erich Neugebauer / Erhard Stadie 241/237

Formularausgabe Sylvia Warzecha 250

Fortbildung für Ärzte/Arzthelferinnen Mareike Ralf 332

Heilmittel Dr. Johannes Packenius 305

Herzschrittmacherkontrollen Andrea Schless 453

Honorar (Prüfung) Hans-Peter Morwinski, Birgit Wiese, (Fax: -390) 227/310

Manfred Vogt, Iris Flaegel 320/350

Honorar (Vereinbarung) - Leiter Karl-Heinz Buthmann 208

Honorarverteilungsmaßstab Ekkehard Becker / Karl-Heinz Buthmann 229/208

Invasive Kardiologie Helga Hartz 453

Kernspintomographie-Komm./Genehm. Andrea Schless 459

Koloskopie-Kommission Melanie Krille 321

Krankengeldzahlungen Doris Eppel 220

Kurarztvertrag Evelyn Kreker 346

Laborleistung (O III) Kommission Marion Rampoldt 444

Langzeit-EKG (Genehmigung) Andrea Schless 453

Mammographie Angelika Masuch 458

Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel / Bianca Hartz / Evelyn Kreker 378/303/346

Niederlassungsberatung Manfred Diehl / Evelyn Kreker / Susanne Bach-Nagel 255/346/378

NORDLICHT AKTUELL Hildegard Laitenberger (Fax: -396) 356

Öffentlichkeitsarbeit/Presseinformationen Robert Quentin (Fax: -396) 381

Onkologie-Kommission Aenne Villwock 369

Otoakustische Emissionen Andrea Schless 453

Personalabteilung Monique Müller / Anke Tonn / Anke Siemers (Fax: -451) 275/295

Pharmakotherapie-Beratung Elsbeth Kampen / Dr. Marion Packenius 352/351

Phys-Med. Leistungen (Genehmig.) Helga Hartz 453

Plausibilitätsausschuss Ulrike Moszeik 336

Praxisbesonderheiten Dr. Johannes Packenius (Fax: -390) 305

Psychotherapie Melanie Krille 321

Qualitätssicherung – Leiter Dietrich Bartz (Fax: -374) 266/262

Qualitätszirkel Regina Steffen / Kathrin Zander (Fax: -374) 292/382

Quamadi Kathrin Zander / Dietrich Bartz 382/266

Radiologie-Kommission Dietrich Bartz / Monika Vogt / Anja Lange 266/366/360

Rechtsabteilung – Leiter - Justitiar Klaus-Henning Sterzik 230/251

Rechtsabteilung Maria Behrenbeck / Dagmar Hergert-Lüder / Tom-Christian Brümmer 251/265/474

Röntgen (Anträge) Monika Vogt 366

Röntgen Ärztl. Stelle Dietrich Bartz / Angelika Rott 266/386

Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Lange 360

Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings 323

Schlafapnoe Marion Rampoldt 444

Schmerztherapie Monika Vogt 366

Sonographie-Kommission Christina Bernhardt / Susanne Paap 485/228

Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille 321

Sprechstundenbedarf/Arznei Heidi Dabelstein 353

Struktur der Versorgung Ekkehard Becker (Fax: -488) 331

Teilzahlungen Brunhild Böttcher / Dirk Ludwig 231/233

Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Rampoldt 444

Verordnungen (Arznei/Heilmittel) Dr. Johannes Packenius / Elsbeth Kampen 305/352

Verträge (Sonstige) Martin Maisch 244

Widersprüche (Rechtsabt.) Gudrun Molitor 439

Zulassung – Leiter Manfred Diehl (Fax: -276) 255/358

Zytologie (Kommission) Marion Rampoldt 444

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Impressum

NORDLICHT AKTUELL

Offizielles Mitteilungsblatt der

Kassenärztlichen Vereinigung

Schleswig-Holstein

Herausgeber

Kassenärztliche Vereinigung

Schleswig-Holstein

Dr. Klaus Bittmann

(Vorsitzender, v.i.S.d.P.)

Redaktion

Robert Quentin (Leitung)

Hildegard Laitenberger

Jakob Wilder

Redaktionsbeirat

Dr. Hans-Herbert Köhler

Dr. Bodo Kosanke

Dr. Ralph Ennenbach

Dr. Michael Drews

Reinhardt Hassenstein

Anschrift

Bismarckallee 1–6

23795 Bad Segeberg

Tel.: 04551 / 883-356

Fax: 04551 / 883-396

http//www.kvsh.de

Email: Presse@kvsh.de

Grafik

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Deichstr. 29, c/o Kontor 11

20459 Hamburg

Druck

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24113 Kiel

Erscheinungsweise

Die Zeitschrift erscheint zehnmal

im Jahr (Redaktionsschluss:

zwei Wochen vor Erscheinungsdatum).

Die Zeitschrift

wird von allen Vertragsärzten

und Psychotherapeuten aufgrund

ihrer Mitgliedschaft zur

Kassenärztlichen Vereinigung

kostenfrei bezogen.

Zuschriften bitte ausschließlich

an die Redaktion.

Namentlich gekennzeichnete

Beiträge und Leserbriefe geben

nicht immer die Meinung des

Herausgebers wieder; sie dienen

dem freien Meinungsaustausch.

Jede Einsendung behandelt

die Redaktion sorgfältig.

Die Redaktion behält sich

die Auswahl der Zuschriften sowie

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sind urheberrechtlich

geschützt. Nachdruck nur

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genutzt wird („der Arzt“), ist

hiermit selbstverständlich auch

die weibliche Form gemeint

(„die Ärztin“). Die Redaktion

bittet um Verständnis der Leserinnen

und Leser.

Preis je Heft: 6 Euro plus Porto

35


Ihre Ansprechpartner in den Kreisstellen der

Helgoland

Kiel

Kreisstelle:

Herzog Friedrich Str. 49,

24103 Kiel,

Tel.: 0431 / 932 22

Fax: 0431 / 971 96 82

Dr. Heiko Giesel, Frauenarzt,

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mail: Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

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Tel.: 0451 / 77 22 40

Fax: 0451 / 706 31 79

Dr. Wolfgang Reiter, Chirurg,

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Nordfriesland

Flensburg

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Tel.: 0461 / 42939

Fax: 0461 / 46891

Frau Dr. Ingeborg Kreuz, Prakt. Ärztin,

Tel.: 0461 / 516 01

Fax: 0461 / 58 11 12

mail: Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Dr. Wolfhard Bindeballe, Internist,

Tel.: 04321 / 450 50

Fax: 04321 / 412 30

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Kreis Dithmarschen

Dr. Wolf-Günter Riesenkampff,

Allgemeinarzt,

Tel.: 04833 / 4 57 50

Fax: 04833 / 23 11

mail: Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin

Tel.: 04541 / 35 85

Fax: 04541 / 843 91

mail: Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Flensburg

Dithmarschen

Schleswig-

Flensburg

Steinburg

Rendsburg-

Eckernförde

Neumünster

Pinneberg

Kreis Nordfriesland

Ralf W. Büchner, Allgemeinarzt

Tel.: 04668 / 211

Fax: 04668 / 212

mail: Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein

Bernd Thomas, Augenarzt

Tel.: 04362 / 90 04 40

Fax: 04362 / 90 04 41

mail: Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Michael Renner, Radiologe,

Tel.: 04121 / 48 29 29

Fax: 04121 / 48 29 29

mail: Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Hans-Joachim Wirtz, Chirurg,

Tel.: 04342 / 71 97 97

Fax: 04342 / 71 97 99

mail: Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Dr. Rüdiger von Forstner, Chirurg,

Tel.: 04351 / 422 06

Fax: 04351 / 456 49

mail: Kreisstelle.Rendsburg@kvsh.de

Nordlicht AKTUELL 4 | 2004

Kiel

Segeberg

Plön

Stormarn

Ostholstein

Lübeck

Herzogtum

Lauenburg

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Hans-Joachim Commentz, prakt. Arzt,

Tel.: 04621 / 525 44

Fax: 04621 / 515 00

mail: Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt,

Tel.: 04551 / 40 55

Fax: 04551 / 922 05

mail: Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. August Palatsik, Allgemeinarzt

Tel.: 04828 / 91 14

Fax: 04828 / 585

mail: Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Ernst-Christian Krüger, HNO-Arzt,

Tel.: 04102 / 534 74

Fax: 04102 / 549 67

mail: Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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