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DEN JOB

EIN SERVICE DER DGB-JUGEND FÜR DEN BERUFSSTART

tipps

und Infos für neue Azubis

04 » LOCKER BLEIBEN

Der Start in die Arbeitswelt

08 » DIE PROBLEM-LÖSER

Rat + Tat: die JAV

10 » DAS STEHT MIR ZU

Tarifverträge

14 » CHEF, ÜBERNEHMEN SIE!

Perspektive danach

18 » ERSTE HILFE

Azubi-Rechte


02 Auf geht’s

Lieber noch mal nachfragen

»Als zukünftige

Bürokauffrau muss ich schnell auf der Computer-

Tastatur tippen können. Deshalb haben wir gleich

von Anfang an jeden Morgen für zwei Stunden geübt.

So hatte ich dann in der Berufsschule einen ziemlichen

Vorsprung gegenüber den anderen. Wenn ich

Fragen zum Umgang mit dem Computer hatte, bin

ich zu meinen Kollegen gegangen. Dabei habe ich

schnell gemerkt, wer gerne auf meine Fragen antwortet

und wen man besser nicht fragen sollte, weil

er oder sie eher genervt war. Anfangs hatte ich auch

das Problem, dass ich am Telefon die Namen der

Anrufenden nicht richtig verstanden habe. Aus Angst

davor, mich zu blamieren, habe ich mir die Namen

falsch notiert und die Leute so durchgestellt. Das

machte aber bei den Kollegen keinen zuverlässigen

Eindruck. Deshalb mein Tipp: Immer nachfragen, wenn

ihr Namen nicht verstanden habt.

Und wenn ihr fünf Mal fragt oder

euch den Namen buchstabieren

lasst, ist das immer noch besser,

als eine falsche Information

weiterzugeben.«

Sylvia Becher, 17, im 1. Ausbildungsjahr

zur Bürokauffrau

bei der Firma ›Radici Chimica

Deutschland GmbH‹ Zeitz

Guter Start

Es wird spannend

»Am Anfang meiner Ausbildung

zum Mechatroniker musste ich im ersten Ausbildungslehrgang

Arbeiten machen, die ich nicht so

spannend fand. Acht Wochen lang stand ich mit meinen

Azubi-Kollegen am Schraubstock und habe in

Handarbeit Metall bearbeitet: feilen, sägen, bohren.

Mehr Abwechslung kam mit dem Lehrgang Elektronik.

Hier durften wir eigene Schaltungen entwickel

und aufbauen. Im Nachhinein aber denke ich, das

langweilige Feilen war notwendig, damit ich erst mal

ein Gefühl für den Werkstoff Metall entwickeln kann.

Deshalb mein Tipp an alle Neuen: Nicht gleich die

Flinte ins Korn werfen, wenn die Ausbildung am

Anfang nicht so spannend ist, wie ihr sie euch vorgestellt

habt! Spannend wird’s mit der Zeit automatisch, wenn

ihr länger dabei, mehr Verantwortung habt und besser

eingearbeitet seid.«

Ronny Kleinfeld, 20, im 1. Ausbildungsjahr zum

Mechatroniker bei der Firma ›VEAG‹ Jänschwalde

Was ist euch in den ersten Tagen passiert? Welchen Tipp habt ihr für die Neuen?

Sylvia, Marcus und Ronny berichten über ihren Ausbildungsstart.

Der erste Rundgang »Klar wusste ich am ersten etwas in der Hand hatten und nicht mit schwitzigen

Ausbildungstag nicht genau, wie ich mich richtig ver- Fingern dasitzen mussten. Anschließend zeigte uns

halten soll. Bei der DAB haben die Verantwortlichen der Ausbildungsleiter unseren Spind und verteilte

diese Nervosität aber gut abgefedert. Wir Azubis die Arbeitskleidung. Beim Rundgang durch den Betrieb

haben sofort das Berichtsheft erhalten, so dass wir wurde uns auch gleich der Betriebsrat vorgestellt,

der uns seine Funktion im Betrieb erklärte. Der Rundgang

war sehr hilfreich, um zu wissen, wohin man

am nächsten Tag laut Ausbildungsplan gehen musste.

So lernte man die einzelnen Abteilungen schon mal

kennen. Gut war, dass ich mich vorher schon ein bisschen

über den Betrieb und die Maschinen informiert

hatte. So wusste ich ungefähr, was mich erwartet,

und konnte peinliche Fragen wie ›Was ist denn hier der

Braukessel?‹ vermeiden.«

Marcus Lindner, 24, JAV-Vorsitzender und Auszubildender

im 2. Ausbildungsjahr zum Brauer und

Mälzer bei der ›Dortmunder Actien Brauerei‹ (DAB)

Starthilfe

Hallo und willkommen in der Arbeitswelt! Vielleicht kennst du dich im Betrieb oder der Verwaltung schon aus, durch Erzählungen

oder sogar durch ein Praktikum. Jetzt aber geht´s richtig los! Ausbildungsstart, das heißt viel Neues dazulernen und

damit eine gute Grundlage für deine eigene Zukunft schaffen.

Mit dieser Broschüre wollen wir dir Starthilfe leisten. Wir – das ist die Gewerkschaftsjugend. Jedes junge Mitglied der acht Mitgliedsgewerkschaften

des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist gleichzeitig Mitglied der DGB-Jugend. Als eigenständiger

Jugendverband mit etwa einer halben Million Mitglieder sind wir Experten auf dem Gebiet der Berufsausbildung. Wir

treten unter anderem dafür ein, dass für jeden jungen Menschen überhaupt erst mal ein Ausbildungsplatz zur Verfügung steht,

und dann natürlich dafür, dass die Vergütung und die Qualität der Ausbildung stimmen.

Eine Menge Neues wird in den kommenden Monaten auf dich zukommen. Es wird Erfolgserlebnisse für dich geben, hin und

wieder vielleicht auch mal Frust und Probleme, die gelöst werden müssen. Manches davon wirst du selbst mit deinem Chef

oder deinem Ausbilder regeln können. Dafür findest du auf den kommenden Seiten viele Tipps. Wichtig ist aber auch zu wissen,

dass es kompetente Ansprechpartner rund um das Thema Ausbildung für dich gibt: die Jugend- und Auszubildendenvertretung

(JAV), der Betriebsrat und deine Gewerkschaft. Die JAV und der Betriebsrat passen beispielsweise auf, dass du

etwas lernst und nicht zum Kopieren oder Fegen abgestellt wirst, dass Gesetze und Tarifverträge eingehalten

werden oder dass die Azubis gerecht beurteilt werden. Und sie setzen sich, zusammen mit der

Gewerkschaft, dafür ein, dass du nach der Ausbildung im Betrieb übernommen wirst. Klar ist, dass sich

diese Ziele umso besser durchsetzen lassen, je mehr Gewerkschaftsmitglieder in einem Betrieb arbeiten.

Klar ist auch, dass keine Ausbildungsvergütung vom Himmel fällt, sondern verhandelt werden

muss. Und das klappt eben am besten mit einer starken Gewerkschaft.

Ob du Mitglied in einer unserer Gewerkschaften werden willst oder nicht, entscheidest du natürlich selber.

Wir glauben, dass wir dich mit unseren Themen, Zielen und auch mit unserem Know-how auf den

Geschmack bringen werden. Schließlich geht’s uns um gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Und

nicht nur das: Auch für die Freizeit hat die DGB-Jugend eine Menge zu bieten!

Viel Erfolg beim Berufsstart wünscht dir im Namen der DGB-Jugend

Claudia Meyer, DGB Bundesjugendsekretärin

Inhalt

4 Locker bleiben

Ausbildungsstart – alles anders als

in der Schule. Aber keine Panik,

sagen Auszubildende, die schon

länger dabei sind: Wir haben uns

schnell an die neue Welt gewöhnt.

8 Die Problem-Löser

Es sind die besten Freunde der Azubis:

die Jugend- und Auszubildendenvertreter.

Sie sind immer zur

Stelle, wenn es Fragen oder Probleme

gibt.

10 Das steht mir zu!

Was Azubis verdienen, wie lange

sie arbeiten müssen – das und noch

mehr regeln Tarifverträge.

12 Money, money

Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe,

vermögenswirksame Leistungen

– nach dem Ausbildungsstart

ist viel zu regeln.

14 Chef, übernehmen Sie!

Die Weiterbeschäftigung nach der

Ausbildung ist längst nicht mehr

selbstverständlich. Die Übernahme

der Azubis – ein wichtiges Thema

der Gewerkschaftsjugend.

15 Ruhe bewahren

Wenn nach Ausbildungsbeginn

Zweifel aufkommen, ob der gewählte

Job der richtige ist, warnen Experten

vor übereilten Schritten.

Editorial

16 Nichts wie weg

Arbeiten ist nur das halbe Leben.

Die Gewerkschaften bieten ihren

jungen Mitgliedern Seminare, Reisen

und vieles mehr.

18 Erste Hilfe

Diese Rechte und Pflichten haben

Auszubildende. Ein Überblick.

23 Adressen/Impressum

So erreicht man die Gewerkschaften.

24 Jetzt wird gewählt

Im Herbst 2002 finden wieder die

Wahlen zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen

statt.

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

03


04

Schweißen, drehen, feilen und fräsen. Fast alle Arbeiten

in der Ausbildungswerkstatt finden im Stehen statt. Wer

von der Schule kommt, muss sich erst umgewöhnen.

Sägen quietschen, Fräsen brummen und Schweißbrenner zischen.

Doch am schwersten fiel es Markus, sich an den rauen Umgangston

zu gewöhnen. »Weil in der Werkstatt immer einer hämmert, sägt

oder feilt, sind hier ganz andere Lautstärken angesagt«, sagt der

22-jährige Azubi, der bei der Norddeutschen Affinerie AG in Hamburg

Prozessleitelektroniker lernt. »Am Anfang bist du verschreckt

und denkst: Was schreien die denn hier so rum?«, erinnert sich Markus

an seine ersten Tage im Unternehmen. »Aber mit der Zeit weißt

du, dass man sich in dieser anderen Umgebung anders und somit lauter

verständigen muss.« Rund 20 Jugendliche üben an diesem Tag

in der Ausbildungswerkstatt des größten Kupferherstellers Europas

Schweißen und Drehen, Feilen oder Fräsen. »Wenn ich nicht zu

euch komme, ist das gut!«, ruft Ausbilder Klaus Maselkowski halb ernst,

halb ironisch seinen Schützlingen zu, und Markus schmunzelt.

Aufpassen, das ist das Motto in der Ausbildungswerkstatt – besonders in

den ersten Wochen.

Stress in der Ausbildung? Rat und Hilfe gibt’s von der

Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Deren Mitglieder

sind meistens selbst noch in der Ausbildung

und haben deshalb eine Nähe zu den Problemen. Auf dem

Foto von rechts: Desiree, Sven, Christian und Aleksandar,

JAV’ler bei der Norddeutschen Affinerie.

Hallo und willkommen

Locker

bleiben

Ausbildungsstart – alles anders als in der Schule. Aber keine Panik, sagen Auszubildende,

die schon länger dabei sind: Wir haben uns schnell an die neue Welt gewöhnt.

Er feilt heute am Fahrerhaus eines kleinen Lkw-Modells, das dem

Azubi als Lehrstück dient. »Einen Tag sollte man sich für diesen

Arbeitsschritt schon Zeit nehmen«, weiß Markus, immerhin ist er

schon seit neun Monaten dabei und wird den Grundlehrgang Metall

bald abgeschlossen haben – erster Teil seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung,

die für ihn manche Veränderung mit sich brachte. »In der

Schule bekommst du die Sachen vorgesetzt und passt nicht wirklich

auf«, beschreibt der werdende Prozessleitelektroniker die Unterschiede

zwischen Schul- und Arbeitswelt. »Hier dagegen musst du

dich engagieren.«

An das frühe Aufstehen – um 4.30 Uhr ist die Nacht vorbei – hat

Markus sich inzwischen gewöhnt. »Nach drei, vier Monaten ist das

drinnen. Da wachst du auch schon mal vor dem Wecker auf.« Alles

halb so schlimm, meint auch Azubi-Kollege René, »solange der Wille

da ist und die Arbeit Spaß macht.« Das sagt auch die 21-jährige Desiree.

Die gelernte Chemielaborantin kann sich noch gut an ihren

ersten Tag bei der Norddeutschen Affinerie erinnern. »Am Anfang

kennst du niemanden, alles ist neu, und du fühlst dich ein bisschen

unwohl«, erzählt die Jugend- und Auszubildendenvertreterin (JAV),

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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06

die mit ihren Mitstreitern die Interessen der Auszubildenden im

Betrieb vertritt. Was gegen das Unwohlsein hilft? »Abwarten. Mit der

Zeit lernst du die Leute kennen und merkst, die sind nett.« Die Affinerie

lädt ihre neuen Auszubildenden zwei Wochen zum Einführungsund

Kennenlern-Seminar ein, das macht den Start leichter. »Das

geht locker los«, erinnert sich der 22-jährige Aleksandar an seine ersten

Tage im Betrieb. »Du wirst eingewiesen, bekommst die Werkzeuge

gezeigt, und du lernst deine Ausbilder kennen.« Nicht nur die sollen

den Berufsanfängern den Sprung in die Arbeitswelt erleichtern.

... Checkliste für Berufsanfänger

VOR AUSBILDUNGSBEGINN

Ausbildungsvertrag zuschicken lassen, unterschreiben

und zurückschicken

Lohnsteuerkarte beim Ortsamt beantragen

Krankenversicherung abschließen

(z. B. Betriebskrankenkasse)

Gehaltskonto einrichten

für unter 18-Jährige: ärztliche Untersuchung durchführen

lassen (beim Werksarzt oder jedem Allgemeinarzt)

Berechtigungsscheine für die kostenlose Untersuchung

gibt es bei den Einwohnermeldestellen, den Orts- bzw.

Gemeindeämtern

ggf. erforderliche Arbeitsbekleidung kaufen;

Arbeitsschutzkleidung muss der Betrieb stellen

Anfahrtswege und -zeiten überprüfen

Auch die JAV steht allen Fragen aufgeschlossen gegenüber. »Wir stellen

uns gleich am Anfang den Azubis vor und sagen ihnen, dass wir

helfen können, wenn’s Probleme gibt«, berichtet Sven. Der 25-jährige

JAV’ler erinnert sich, dass er in den ersten Monaten vor allem

daran gezweifelt hat, »ob ich das alles schaffen werde«. Da habe ihm

das Gespräch mit älteren Auszubildenden geholfen, sich nicht jeden

Misserfolg zu Herzen zu nehmen. »Und gerade wenn es mal Probleme

mit dem Ausbilder gibt«, sagt Sven, »ist es gut, wenn man jemanden

aus den höheren Ausbildungsjahren ansprechen kann«. Auch

1. TAG

Lohnsteuerkarte mitnehmen

Bescheinigung ärztliche Untersuchung mitnehmen

Bescheinigung der Krankenkasse mitnehmen

ggf. Arbeitsbekleidung mitnehmen

1. WOCHE

Wo ist die Berufsschule? Hat der Arbeitgeber

mich dort angemeldet?

Wo ist das JAV-Büro?

ggf. Berufsausbildungsbeihilfe beim

Arbeitsamt beantragen

Markus (rechts, mit seinem Azubi-Kollegen René) ist im ersten Ausbildungsjahr zum

Prozessleitelektroniker. Für ihn gibt es deutliche Unterschiede zwischen seiner Schulzeit

und der Arbeitswelt: »Bei der Ausbildung musst du dich engagieren!«

Desiree hatte zu Beginn »unheimlich Panik, dass ich das nicht auf die

Reihe bekomme.« Anders als ihre Kollegen lernte die Chemielaborantin

von Anfang an im Labor und nicht in der Ausbildungswerkstatt

– und hatte deshalb wenig Kontakt zu anderen Azubis. »Die Leistungserwartung

war ziemlich hoch – vor allem meine eigene«,

erinnert sie sich an die ersten Monate der Ausbildung. Heute weiß

sie, dass ihre Sorgen unbegründet waren. »Es ist einfach viel, was man

am Anfang alles lernen muss. Deshalb dauert die Ausbildung ja

auch drei oder dreieinhalb Jahre.«

1. VIERTELJAHR

nach spätestens drei Monaten endet die Probezeit; bis

dahin kann das Ausbildungsverhältnis von beiden Seiten

ohne Angabe von Gründen gekündigt werden

ggf. ausbildungsbegleitende Hilfen beim Arbeitsamt beantragen;

die Kosten trägt der Staat

Dieses Angebot richtet sich an junge Leute, denen der

Abbruch ihrer Ausbildung droht – etwa wegen Sprach- und

Bildungsdefiziten oder Schwierigkeiten mit Fachtheorie

oder -praxis.

1. HALBJAHR

zahlt der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen

oder zumindest einen Teil davon?

Nachfragen lohnt sich!

d Guter Start

Hallo und willkommen

Klaus Maselkowski (Foto unten links), Ausbilder bei

der Norddeutschen Affinerie, über die ersten Tage.

Was sollte ein Berufsanfänger am ersten Tag beachten?

»Wichtig ist einmal die Arbeitssicherheit. Vor allem ein Großbetrieb

birgt viele Gefahren, die junge Menschen von der Schule her

nicht kennen. Das fängt beim Weg zur Ausbildungsstelle an und

hört beim Helmtragen längst nicht auf. Wichtig ist auch Pünktlichkeit.

Deshalb sollten Berufsanfänger schon vorher auskundschaften,

wie lange sie morgens für den Weg zum Betrieb brauchen.«

Was bringt der Einstieg in die Arbeitswelt mit sich?

»Die jungen Leute müssen lernen, konzentriert bei der Sache

zu sein. Das ist ganz anders als in der Schule: Im Betrieb muss man

lernen und dabei größtenteils stehen – und dabei auch noch körperlich

arbeiten.«

Was raten Sie jungen Leuten in dieser Situation?

»Geduld haben. Das ist ja ein Gewöhnungsprozess. Ich sag immer

zu meinen Auszubildenden: ›Ihr werdet abends vor dem Fernseher

einschlafen!‹ Aber das ist ganz normal, das ist mir früher

auch so gegangen.«

Was sollten Berufsanfänger auf jeden Fall vermeiden?

»Lügen, etwa wenn mal etwas schief gelaufen ist. Wir versuchen,

ein Vertrauensverhältnis aufzubauen zwischen Ausbilder

und Auszubildenden. Das sollte man nicht missbrauchen.«

Bring’ mal die Schwimmnägel!

»In vielen Betrieben gibt es kleine Späße, die mit den neuen

Azubis gemacht werden – sie werden von Abteilung zu Abteilung

geschickt und müssen einen ›Obinisodumm‹ oder eine Pakkung

Schwimmnägel holen. Wenn einem das passiert, sollte man

es mit Humor nehmen und nicht eingeschnappt sein. Das ist ein

Spaß und lockert die Atmosphäre auf.«

Sarah Kirschbaum, 18 Jahre, Auszubildende zur Automobilkauffrau

im 2. Ausbildungsjahr bei S & G in Karlsruhe

Zuhören

»Der erste Tag im Betrieb ist in der Regel ganz locker. Man erfährt

das Organisatorische, man lernt die Leute und das Haus kennen.

Mein Tipp: Den Tag genießen, denn danach wird es stressiger.

Wenn man später in die Abteilung kommt, sollte man aufmerksam

sein und alles mitnehmen, was man gesagt bekommt.«

Benedikt Danner, 18 Jahre, JAV-Mitglied und Auszubildender

zum Bankkaufmann im 2. Ausbildungsjahr bei der Postbank in

München

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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08


Die Problem-Löser

Es sind die besten Freunde der Azubis – die Jugend- und Auszubildendenvertreter (JAV).

Sie sind immer zur Stelle, wenn es Fragen oder Probleme gibt. Ein Portrait der JAV der Kaeser

Kompressoren GmbH in Gera.

Feierabend bei der Kaeser Kompressoren

GmbH in Gera. Dreißig verschwitzte Azubis

stürmen in die Garderobe, ziehen erst mal die

Arbeitsschuhe aus. »Das riecht ziemlich unangenehm

– aber inzwischen haben wir

erreicht, dass wir das Fenster aufmachen

dürfen«, berichtet der 21-jährige Industriemechaniker

und Kaeser-JAV-Vorsitzende

Martin Strack. Zusammen mit seinen JAV-

Kollegen David Weiland und Michael Meiser

sorgt Martin nicht nur für frische Luft im

Umkleideraum, sondern auch für frischen

Wind in der Ausbildung. »Wir haben es durchgekriegt,

dass wir eine neue Drehmaschine

und eine neue Fräsmaschine für die Lehrwerkstatt

bekommen haben«, berichtet

IG Metall-Mitglied Martin. Auch die Werkbänke

in der Lehrwerkstatt wurden erneuert

und mit neuen Werkzeugen bestückt. Ein

weiterer Erfolg der Kaeser-JAV: Sämtliche

gewerblichen Azubis – egal ob Industrieoder

Zerspanungsmechaniker – können nun

bereits während ihrer Ausbildung den Staplerschein

machen.

Wenn’s heiß wird, kommt die JAV

Neue Spinde für die Garderobe, ein überdachter

Pavillon für die Pause im Freien,

weniger ausbildungsfremde Tätigkeiten –

das sind nur einige der Dinge, für die sich

die Kaeser-JAV erfolgreich eingesetzt hat.

Ihr Plus: Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat,

der sie stets unterstützt, und die

Verankerung in der IG Metall. »Etliche unserer

Azubis sind Mitglied im IG Metall-Ortsjugendausschuss«,

berichtet Michael Meiser.

Der 20-jährige JAV’ler kennt die Probleme der

Azubis – schließlich ist er selber einer. »In der

örtlichen Berufsschule«, berichtet er, »fehlen

Parkplätze und Videorecorder. Wenn die

Sonne scheint, wird es in den meisten Zim-

mern zu heiß – denn die Jalousien fehlen

oder sind kaputt.« Das schlimmste Problem

allerdings ist der Unterrichtsausfall. »Ich

hatte fast ein halbes Jahr lang keinen Sozialkundeunterricht«,

empört sich Michael,

der wegen dieser Probleme beim Schulsprecher

protestiert hat. Zusammen mit

einer Gruppe von Kaeser-Azubis hat Michael

Meiser auch an einer Aktion vor der Wartburg

teilgenommen – dort trafen sich die für die

Berufsschul-Misere verantwortlichen Kultusminister.

›SOS Berufsschule‹ stand auf

den Flyern, die Michael verteilt hat.

So wird der Chef zur Rede gestellt

Die eigene Meinung vertreten, nicht wegducken

– die Azubis bei Kaeser haben gelernt,

für ihre Interessen einzustehen. Steht

eine Betriebsversammlung an, stellen sie

den Chef der Firmengruppe direkt und persönlich

zur Rede. »Wenn Herr Kaeser auf

meine Fragen nicht eingeht, dann stehe ich

auf und gehe vor zum Mikrophon und spreche

ihn noch einmal richtig direkt an, damit

er darauf eingeht«, erläutert Martin Strack.

Ein Beispiel hierfür: das Thema Übernahme.

In einem Telefonat mit der JAV bei Kaeser in

Coburg hatte Martin erfahren, dass die meisten

Azubis dort unbefristet übernommen

werden – in Gera wurden jedoch nur Verträge

mit 12-monatiger Befristung angeboten.

»Bei diesem Thema wollte er zuerst gar

nicht auf mich eingehen, bis ich noch einmal

nachgehakt habe«, berichtet Martin, der

inzwischen als Ersatzmitglied für den Betriebsrat

gewählt wurde und sich dort für

eine unbefristete Übernahme einsetzen will.

»Wir sind der Meinung, drei oder dreieinhalb

Jahre Ausbildungszeit sind genug Probezeit

– da braucht man nicht noch einmal zusätzliche

zwölf Monate.«

Auch ein Thema der Jugend- und Auszubildendenvertretung:

Arbeiten die Azubis an modernen Maschinen? JAV-

Mitglied David Weiland weiß, wo es klemmt. Er ist – wie

seine JAV-Kollegen – selbst noch in der Ausbildung.

Zehn Pluspunkte

Maria Wechsler, Bürokauffrau und JAV-Vorsitzende

beim Dehner Garten-Center in Rain am Lech: Das

spricht für die JAV.

Schon bevor die neuen Azubis zu uns kommen,

machen wir ein Grillfest oder laden sie in eine

Pizzeria ein. Dadurch können sich die Neuen

untereinander kennen lernen und treffen auch

gleich etliche ihrer zukünftigen Kollegen.

Wenn Probleme auftreten, beispielsweise in

den Abteilungen, können die Azubis immer zu

uns kommen. Wir sind ihr erster Ansprechpartner

und arbeiten eng mit dem Betriebsrat

zusammen.

Kaffeekochen, Papierkörbeausleeren und

ständiger Küchendienst sind tabu – wir wehren

uns erfolgreich gegen ausbildungsfremde

Tätigkeiten.

Unsere JAV kümmert sich darum, dass Azubis

keine Überstunden machen müssen und dass

die Arbeitszeitregelungen eingehalten werden.

Wir haben erreicht, dass es in jeder Abteilung

einen Azubi-Paten gibt, den die Azubis ansprechen

können.

Rat + Tat

Gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di organisieren

wir zwei Mal im Jahr einen Ausflug

auf eine Berghütte ins Zillertal, zu der alle

Azubis mitkommen können.

Unsere JAV führt alle drei Monate eine Azubi-

Versammlung durch, auf der Probleme in der

Ausbildung angesprochen werden können.

Gemeinsam mit dem Betriebsrat setzen wir

uns dafür ein, dass die Azubis intensiver und

besser auf die Abschlussprüfungen vorbereitet

werden und dass die Azubis, soweit möglich,

übernommen werden.

Wir klären die Azubis über das Thema Altersvorsorge

auf und erklären ihnen, welche

Zuschüsse sie bei einem Beitritt in unsere

Pensionskasse geltend machen können.

Wir informieren die Azubis über die aktuellen

Entwicklungen bei den Tarifverhandlungen

und kämpfen gemeinsam mit der Gewerkschaft

für eine höhere Ausbildungsvergütung.

Immer in der Nähe: David Weiland, Martin Struck und Michael Meiser (v. l. n. r.) von der Kaeser-JAV

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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Das steht mir zu!

Was Azubis verdienen, wie lange sie arbeiten müssen und welcher Urlaub ihnen zusteht – das und

noch viel mehr regeln Tarifverträge.

48 Stunden pro Woche arbeiten, vier Wochen

Urlaub pro Jahr, weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld.

Eine Horrorvorstellung? Keineswegs

– denn genau so regelt der Gesetzgeber

die Arbeitsbedingungen in Deutschland.

Dass die meisten Arbeitnehmer deutlich besser

gestellt sind, liegt nicht am guten Willen

der Arbeitgeber, sondern an vielen tausend

Verträgen, in denen bessere Arbeits- und

Ausbildungsbedingungen sowie eine gerechte

Lohnerhöhung festgeschrieben sind:

den Tarifverträgen.

Diese Verträge, in denen Lohn- und Gehaltszahlungen

ebenso geregelt werden wie Arbeitsbedingungen,

müssen den Arbeitge-

bern häufig erst abgerungen werden – durch

zähe Verhandlungen und manchmal durch

Streiks. Ein Einsatz, der sich lohnt, denn egal

ob eine Übernahme für Azubis oder eine

gleiche Bezahlung von Arbeitern und Angestellten

erreicht wird, ob Zuschüsse für die

Altersvorsorge festgeschrieben werden oder

ob ein Anspruch auf Weiterbildung garantiert

wird – für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

und für Azubis sind Tarifverträge

immer ein Plus.

Aber Vorsicht: Tarifverträge bringen zwar

viele Vorteile, aber nur, wenn sie auch gelten.

Damit ein Azubi unter den Schutz eines Tarifvertrags

fällt, müssen zwei Voraussetzun-

Alles geregelt! Drei Arten von Tarifverträgen

Manteltarifverträge

Sie regeln Arbeits- und Ausbildungsbedingungen wie Urlaub, Kündigungsfristen

oder Akkord. In Manteltarifverträgen wird häufig

auch die Arbeitszeit festgeschrieben – beispielsweise die 35- oder

die 37,5-Stunden-Woche. In einigen Bereichen gibt es spezielle Manteltarifverträge

für Auszubildende, in denen Themen wie Arbeitsschutz

oder Fahrtkostenerstattung geregelt werden.

Rahmentarifverträge

Sie regeln die Lohngruppeneinteilung nach Tätigkeitsmerkmalen. In

ihnen kann beispielsweise festgelegt werden, dass gewerbliche und

kaufmännische Azubis nach Abschluss ihrer Ausbildung den gleichen

Lohn bekommen müssen, wie das beispielsweise im IG Metall-Bereich

gen erfüllt sein: Der Arbeitgeber muss als

Einzelfirma oder als Mitglied in einem Arbeitgeberverband

an einen Tarifverband gebunden

sein – und der Azubi muss Mitglied der

Gewerkschaft sein, die den Tarifvertrag ausgehandelt

hat. Nur dann kann der Azubi die

dort festgeschriebenen Rechte für sich einklagen!

Wichtig dabei: rechtzeitig in die

Gewerkschaft eintreten – denn Azubis, die

erst nach Abschluss ihrer Ausbildung zur

Gewerkschaft gehen und dann auf Übernahme

klagen, haben keine Chance – so ein Urteil

des Arbeitsgerichts Augsburg (Kammer Neu-

Ulm, Geschäftszeichen 6 Ga 1/00 N vom

08.02.2000).

durch den Entgelt-Rahmentarif (ERA) angestrebt wird. Die Laufzeit

dieser Verträge liegt meist bei mehreren Jahren.

Lohn- und Gehaltstarifverträge

Diese Tarifverträge spürt man am schnellsten am eigenen Geldbeutel

– denn sie regeln Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen.

Mit diesen Verträgen sorgen die Gewerkschaften dafür,

dass Azubis und junge Arbeitnehmer Jahr für Jahr mehr Geld in die

Tasche bekommen — in diesem Jahr durch Lohnerhöhungen zwischen

drei und vier Prozent.

Weitere Infos: www.tarifvertrag.de

d Tarifverträge: Mit ist besser als ohne

Die einen bleiben, die anderen müssen gehen

Florian Bienert, 19, Auszubildender im 3. Ausbildungsjahr zum Fachinformatiker

bei Kleindienst Datentechnik in Augsburg

»In meiner Arbeit als Jugend- und Auszubildendenvertreter

merke ich immer wieder, wie

wichtig Tarifverträge sind. Konkretes Beispiel:

Unser Betrieb besteht aus zwei Unternehmen

– der Kleindienst Datentechnik Solutions, die

an den Tarifvertrag gebunden ist und in der

fünf Azubis beschäftigt sind, und der Kleindienst

Datentechnik AG mit insgesamt drei

Azubis. Während der Ausbildungszeit gibt es

für die Azubis überhaupt keinen Unterschied,

sie erhalten allesamt ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld

und arbeiten in den gleichen Abteilungen.

Wenn es jedoch um das Thema Übernahme nach der Ausbildung

geht, wird es ungerecht: Die Azubis bei der tarifgebundenen Firma haben

durch den Tarifvertrag einen 12-monatigen Übernahmeanspruch, die anderen

nicht. Dabei sind sämtliche Azubis drei Jahre lang bei uns und merken

während der Ausbildung auch überhaupt keinen Unterschied. Erst einen

Monat vor der Abschlussprüfung bekommen sie plötzlich mit, der Azubi am

Brotzeittisch gegenüber wird übernommen und ich muss gehen. Wir als JAV

fordern natürlich Gleichbehandlung und wollen, dass auch die Kleindienst

Datentechnik AG in den Arbeitgeberverband geht und sich an Tarifverträge

hält: denn mit zwölf Monaten Berufserfahrung ist es einfacher, einen neuen

Job zu finden als gleich nach der Ausbildung.«

Diesmal stand das Geld im Vordergrund

Hans Rank, 28, Mitglied der Tarifkommission der IG BCE Bayern,

Chemikant bei der Firma Clariant in Gendorf

»Mit dem diesjährigen Tarifabschluss

der IG Bergbau, Chemie,

Energie bin ich sehr zufrieden.

Dieser Abschluss kann sich

sehen lassen: Für die Azubis

stand diesmal das Geld im Vordergrund:

Seit dem 1. Mai 2002

erhält jeder Azubi 23 Euro pro

Monat mehr. Dieser Festbetrag war uns lieber als eine prozentuale Erhöhung

– denn da sieht man gleich, dass man mehr im Geldbeutel hat.«

Vorsorgen

Simon Rottloff, 25, Bundesjugendvorsitzender der IG BAU, Außendienstmitarbeiter

bei der SOKA-BAU in Wiesbaden

»Ich bin für einen flächendeckenden Tarifvertrag

für die betriebliche Altersvorsorge.

Die Altersvorsorge wird zukünftig auch für

junge Leute immer wichtiger, weil wir einer

gravierenden Altersarmut entgegengehen.

Der Staat entzieht sich mehr und mehr der

Zuständigkeit und der Generationenvertrag

wird zunehmend aufgelöst. Es kann nicht

alles am Arbeitnehmer allein hängen bleiben

– auch der Arbeitgeber muss hier eine Ver-

pflichtung eingehen. Wir als IG BAU-Jugend fordern für alle Azubis ein ›Einkommen

zum Auskommen‹ – das heißt, Azubis sollen so viel verdienen, wie

für ein eigenständiges Leben nötig ist. Viele Auszubildende müssen ihren

Wohnort zugunsten ihres Ausbildungsplatzes wechseln und sich vor Ort

selbst versorgen. Aber mit der schmalen Ausbildungsvergütung ist das ohne

Unterstützung der Eltern nicht möglich.«

Das Geld reicht nicht

Conny Schönhardt, 24, Kauffrau für Bürokommunikation und stellvertretende

JAV-Vorsitzende bei VW in Hannover

»Unser wichtigstes Ziel für die

nächsten Jahre ist eine Erhöhung

der Ausbildungsvergütung.

Wir haben inzwischen die Anbindung

an den Facharbeiterecklohn:

Bislang erhalten die

Azubis allerdings nur 37 bis

44 Prozent vom Facharbeiterecklohn,

wir hingegen fordern 50 Prozent. Die Ausbildungsvergütung muss

existenzsichernd sein. Das heißt, ich muss mir eine Wohnung leisten können,

ich muss wir etwas zu essen kaufen können, womöglich brauche

ich ein Auto, um zur Arbeit zu kommen – und letztendlich brauchen wir ja

auch Leben und Kultur. Bisher reicht die Ausbildungsvergütung dafür

definitiv nicht.«

Wohnen für 3,60 Euro pro Monat

Holger Rößer, 24, Ver- und Entsorger und JAV-Mitglied bei

DaimlerChrysler in Sindelfingen. Mitglied der großen Tarifkommission

für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg

»In unserem Manteltarifvertrag für Auszubildende ist genau geregelt, was

Azubis nicht machen dürfen: zum Beispiel Akkordarbeit oder gefährlichen

Arbeiten. Diese Sachen stehen zwar auch im Jugendarbeitsschutzgesetz –

aber das schützt nur die unter 18-Jährigen. Unser Tarifvertrag hingegen gilt

für alle Azubis. Der Tarifvertrag regelt auch, dass die Fahrtkosten zur

Berufsschule vom Arbeitgeber übernommen werden müssen und dass der

Azubi für ein Zimmer, das ihm vom Arbeitgeber überlassen wird, höchstens

3,60 Euro bezahlen muss – nicht pro Quadratmeter, sondern pro Monat! In

Zukunft wollen wir diesen Manteltarifvertrag noch weiterentwickeln: Wir

wollen, dass eine bestimmte Mindestqualität der Ausbildung im Tarifvertrag

festgeschrieben wird.«

Gleicher Lohn in Ost und West

Tanja Globig, 24, Mitglied der Gesamt-JAV bei der Deutschen Post AG und

Dienstleistungsfachkraft im Postbetrieb in Leipzig

»Bei der Deutschen Post AG gibt es seit Beginn dieses Jahres keinen

Einkommensunterschied mehr zwischen West- und Ostdeutschland. Der

Grund: Per Tarifvertrag wurde geregelt, dass die Einkommen im Osten

Schritt für Schritt angepasst werden. Dadurch ging der Lohn bei uns jedes

Jahr weiter nach oben – bis es Anfang des Jahres 2002 zur Angleichung

kam. Darüber hinaus gibt es bei der Deutschen Post AG auch einen Manteltarifvertrag

für Auszubildende: Darin ist geregelt, dass Azubis nicht länger

als neun Stunden pro Tag im Betrieb anwesend sein müssen und dass der

Samstag ausbildungsfrei bleibt, was heißt, dass Post-Azubis am Samstag

grundsätzlich nicht zustellen müssen.«

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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Money, money

Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfe, vermögenswirksame

Leistungen – nach dem Ausbildungsstart ist viel zu regeln. Hier

ein paar Tipps rund ums Geld.

Vorsicht, Versicherungen!

Einige Versicherungen sind zwar durchaus

sinnvoll oder sogar notwendig, doch die meisten

Auszubildenden können sich das Geld

sparen. Sie sind gegen viele Risiken über

ihre Eltern abgesichert.

So bleiben Auszubildende über die Privathaftpflicht

der Eltern versichert. Das bedeutet:

Auszubildende brauchen auch dann keine

eigene Privathaftpflichtversicherung, wenn

sie ihre Berufsausbildung beendet haben

und anschließend studieren. Ausnahme: Der

Auszubildende heiratet.

Bei der Rechtsschutzversicherung gilt: Die

Versicherung der Eltern übernimmt auch die

Rechtsstreitigkeiten der Kinder, solange sie

ledig und noch keine 25 Jahre alt sind.

Wer während der Ausbildung ein Wohnheimoder

WG-Zimmer bewohnt, kann keine eigene

Hausratversicherung abschließen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll

– allerdings nicht für Auszubildende. Wer

noch in der Ausbildung ist, hat keinen Beruf

und bekommt im Ernstfall trotz Beitragszahlungen

keine Leistungen.

Ein finanziell unbeschwertes Leben bis ins

hohe Alter – das geht laut Versicherungswerbung

nur mit einer privaten Altersvorsorge.

Doch Vorsicht! Der Bund der Versicherten

warnt vor dem Abschluss von Kapitallebensversicherungen.

Sie sind unflexibel und

bringen meist wenig Rendite. Wer Geld

zurücklegen will, sollte sich genau informieren

(nähere Infos: www.bundderversicherten.de).

Krankenkassen – freie Qual der Wahl

Mit dem Einstieg ins Berufsleben müssen

fast alle Auszubildenden eine Krankenversicherung

wählen. Berufseinsteiger bleiben

nur über ihre Eltern versichert, wenn sie

weniger als 325 Euro im Monat verdienen.

Grundsätzlich kann ein Auszubildender jeder

Krankenkasse beitreten. Trotz des großen

Kassenangebots sind die Unterschiede aber

gering. 98 Prozent aller Leistungen sind vom

Gesetzgeber vorgeschrieben und müssen

von allen Kassen erbracht werden. Unterschiede

gibt es z. B. bei alternativen Heilmethoden.

Die Verbraucherzentralen haben in einem

Beratungsbrief die Leistungsunterschiede

der Krankenkassen zusammengestellt. In

einem Fragebogen können Versicherte Kriterien

angeben, die ihnen bei der Krankenkassenwahl

wichtig sind. Die Verbraucherzentrale

wertet die Antworten aus und stellt

eine Liste der Krankenkassen zusammen,

die möglichst viele Kriterien erfüllen. Der

Beratungsbrief kann bei der Verbraucherzentrale

bestellt werden. Broschüre und Fragebogenauswertung

kosten 10,20 Euro.

Wer auf den Geldbeutel schaut, entscheidet

nach dem Beitragssatz. Dieser liegt zurzeit bei

den preiswerteren Kassen bei etwa 12 Prozent

und bei den teureren bei etwa 14 Prozent.

Davon zahlt der Arbeitgeber jeweils die Hälfte.

Die Zeitschrift ›Finanztest‹ bietet auf ihrer

Internet-Seite eine kostenpflichtige Übersicht

über alle aktuellen Beitragssätze. Interessenten

können sich die Tabelle für 2,50 Euro

herunterladen (www.finanztest.de).

Die Wahl einer Krankenkasse ist übrigens

keine Entscheidung fürs Leben. Nach 18 Monaten

Mitgliedschaft können Versicherte

ihre Krankenkasse mit sechs Wochen Kündigungsfrist

zum Monatsende wechseln.

Kostenlos, aber nicht umsonst

Für das eigene Girokonto zahlen Auszubildende

bei den meisten Banken keine Gebühren.

Doch wer nach der Ausbildung keine

böse Überraschung erleben will, sollte sich

schon vorab erkundigen. Denn die Kosten

für ein privates Girokonto schwanken zwischen

0 und 150 Euro pro Jahr, so die Rechenergebnisse

der Stiftung Warentest. Allerdings

haben kostenlose Konten manchmal

auch einen Haken. So müssen bei einigen

Banken monatlich mindestens 1.000 Euro

auf das kostenlose Konto überwiesen werden.

Besonders attraktiv sind, nach den Ergebnissen

der Tester, die Angebote der Sparda-

Banken Berlin und Hamburg.

Auch für Arzneimittel, Zahnbehandlungen

oder Rundfunkgebühren zahlen Auszubildende

keinen Cent. Allerdings müssen sie sich

schriftlich befreien lassen. Anträge gibt’s bei

der Krankenkasse und beim Sozialamt.

Finanzspritzen

Ausbildungsvergütungen fallen gerade im

ersten Jahr recht mickrig aus. Reicht das

Geld nicht aus, um alle Kosten zu decken,

können Azubis Berufsausbildungsbeihilfe

bekommen. Diese erhalten minderjährige

Auszubildende, wenn sie nicht mehr bei den

Eltern leben und der Arbeitsplatz mehr als

eine Stunde von der elterlichen Wohnung

entfernt liegt. Anträge gibt’s bei der Berufsberatung

des Arbeitsamtes. Wer hierauf keinen

Anspruch hat, kann Wohngeld beantragen.

Kindergeld wird in der Regel nur bis

zum 18. Lebensjahr gezahlt. Verdient der

Auszubildende allerdings nicht mehr als

7.188 Euro im Jahr, können die Eltern auch für

ältere Kinder Kindergeld beantragen.

Vermögenswirksame Leistungen

Ob ein Auszubildender Anspruch auf Vermögenswirksame

Leistungen (VL) hat, steht

im Tarifvertrag. In der Regel zahlt der Chef

26,59 Euro pro Monat, manchmal auch mehr.

Wie er das Geld anlegt, kann der Azubi selbst

entscheiden. Zur Wahl stehen Bausparvertrag

und Aktienfonds. Auch wenn viele angesichts

purzelnder Kurse vor dem Aktiengeschäft

zurückschrecken, kann die Anlage in einen

Fonds sinnvoll sein. Hier sind zehn Prozent drin,

vorausgesetzt man hat genug Zeit. Wer nach

sieben Jahren sein Geld braucht, sollte lieber

einen Bausparvertrag abschließen.

Geld zurück! Die Azubi-Steuererklärung

Arbeitnehmeranteil zur

Arbeitslosenversicherung

Arbeitnehmeranteil zur

Rentenversicherung

Arbeitnehmeranteil zur

Plegeversicherung

Arbeitnehmeranteil zur

Krankenversicherung

renten- und arbeitslosenversicherungspflichtiges

Einkommen

steuerpflichtiges

Bruttoeinkommen

kranken- und pflegeversicherungspflichtiges

Einkommen

Einkommen aus den Monaten

des laufenden Jahres,

Einkommen insgesamt, Beiträge

zur Arbeitslosen-,

Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung,

VL insgesamt

Was können Azubis von der Steuer absetzen? Fragen an Ilhami Erkus, stellvertretendes

Vorstandsmitglied des ›Arbeitnehmer-Lohnsteuer-Hilfevereins‹

und Leiter der Beratungsstelle im Kölner Stadtteil Kalk.

Wann müssen Auszubildende eine Steuererklärung machen?

»Wenn sie über steuerpflichtiges Einkommen verfügen, sollten sie am Jahresende

einen Veranlagungsantrag stellen. Der Freibetrag liegt bei 7.180 Euro. Nur wer

mehr verdient, zahlt Steuern und kann Kosten beim Finanzamt geltend machen.«

Welche Ausgaben können Auszubildende von der Steuer absetzen?

»Das reicht von der Arbeitskleidung bis zu den Kontoführungsgebühren. Für

Arbeitskleidung können sie beispielsweise 103 Euro pro Jahr ohne Nachweise

absetzen. Wer mehr ausgibt, muss die Belege sammeln und sich die Ausgaben

vom Arbeitgeber bestätigen lassen.«

Und wie sieht es mit den Kosten für Schulbücher und -hefte aus?

»Jeder Euro, den ein Auszubildender für Fachbücher, Hefte oder Kopien

ausgibt, wird von seinem steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Allerdings

nur, wenn er Quittungen beim Finanzamt vorlegen kann. Deshalb

sollte man erst einmal alle Belege sammeln, die irgendetwas mit der Ausbildung

zu tun haben.«

Was können Auszubildende an Fahrtkosten von der Steuer absetzen?

»Für sie gilt, wie für alle anderen Arbeitnehmer, die so genannte Entfernungspauschale.

Wenn der Arbeitsplatz mindestens zwölf Kilometer vom

{

Tipps rund ums Geld

Das sagt die Gehaltsabrechnung

Abrechnung für

den Monat …

Wohnort entfernt liegt, können die Fahrtkosten von der Steuer abgesetzt werden.

Für die ersten zehn Kilometer gibt es 36 Cent, für jeden weiteren Kilometer

42 Cent. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob man mit dem Auto, mit Bus und

Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommt.«

Formulare für die Steuererklärung sind unübersichtlich und verwirrend.

Wie ist so ein Veranlagungsantrag aufgebaut?

»Zu einem solchen Formular gehören ein Mantelbogen und mehrere Anlagen.

Für Auszubildende sind allerdings in der Regel nur der Mantelbogen und die Anlage

N wichtig. Die Anlage N fragt nach dem Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit.

Auf der Vorderseite trägt der Antragsteller sein Einkommen und auf der Rükkseite

seine Ausgaben, etwa für Arbeitskleidung und Fachbücher, ein. Der

Mantelbogen hat vier Seiten: Auf der ersten muss man seine persönlichen

Daten angeben und auf der zweiten die Art der Einkünfte. Seite 3 erfasst

Sonderausgaben etwa für Versicherungen, Mitgliedsbeiträge, zum Beispiel

für Gewerkschaften, oder Spenden. Auf der letzten Seite wird nach außergewöhnlichen

Belastungen wie Unterhaltszahlungen oder Zuzahlungen für

Medikamente oder Brillen gefragt.«

Einige Gewerkschaften empfehlen ihren Mitgliedern Steuerberater vor

Ort. Adressen und Telefonnummern gibt es im Gewerkschaftsbüro.

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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Arbeitgeberanteil

an den Sozialversicherungen

für

den Monat …

Arbeitgeberanteil

an den Sozialversicherungen

für die

Gesamtmonate

Zuschuss des

Arbeitgebers

zur VL

AusbildungsvergütungGesamtbruttoeinkommenGesamtsteuerabzug

(hier 0,—)

Arbeitgeberanteil

an den Sozialversicherungeninsgesamt

Nettoeinkommen

VL insgesamt

Geld, das aufs

Konto überwiesen

wird


14 Für eine Perspektive nach der Ausbildung

Chef, übernehmen Sie!

Wer beruflich Erfolg haben will, braucht eine gute Ausbildung – und Berufserfahrung. Doch die zu sammeln,

wird immer schwieriger: Übernahme nach der Ausbildung ist nicht mehr selbstverständlich.

Übernahme geregelt

Hier die wichtigsten Vereinbarungen zwischen

Gewerkschaften und Arbeitgebern zur Übernahme

nach der Ausbildung.

Eine unbefristete Übernahme ist hier vereinbart:

Deutsche Post AG

Deutsche Postbank AG

Lederwaren- und Kofferindustrie West

Metallindustrie Berlin-Brandenburg, Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt

Rheinischer Braunkohlenbergbau

Steinkohlenbergbau Ruhr

VEW Energie, Dortmund

Volkswagen AG

Eine Übernahme für 12 Monate ist hier vereinbart:

Bankgewerbe

Chemische Industrie West und Ost

Geschafft! Ausbildungsplatz gefunden, die

Ausbildung gut gepackt, die Abschlussprüfung

bestanden. Und dann? Ausbildungsverträge

sind befristet – sie enden nach der

Prüfung. Wichtig ist jetzt, Berufserfahrung zu

sammeln. Viele wünschen sich deshalb, erst

einmal im Ausbildungsbetrieb weiterzuarbeiten.

Genau das aber ist in den letzten

Jahren immer schwieriger geworden: In vielen

Branchen ist es längst nicht mehr selbstverständlich,

dass die Betriebe ihre Auszubildenden

übernehmen.

Die Übernahme zu erreichen und damit den

jungen Leuten eine berufliche Perspektive

zu verschaffen ist zu einem wichtigen Thema

von Gewerkschaften, Betriebsräten und

Jugend- und Auszubildendenvertretungen

geworden. Der Einsatz lohnt sich: In vielen

Branchen und Regionen haben die Gewerkschaften

Übernahme-Regelungen in Tarifverträgen

erzielt. Besonders engagierte

Jugend- und Auszubildendenvertretungen

Für die Übernahme ›ihrer‹ Azubis gehen Jugend- und

Auszubildendenvertreter sogar auf die Straße: Die JAV

von MAN Salzgitter bei einer Kundgebung für die Übernahme

(oben) und die JAV des Berliner Senats (unten).

Druckindustrie

Eisen- und Stahlindustrie West und Ost

Energiewirtschaft Hessen

Erdöl- und Erdgasgewinnung West

Feinkeramische Industrie West

Gas- und Elektrizitätswerke Wilhelmshaven:

im Umfang von 75 Prozent der Arbeitszeit

Holz verarbeitende Industrie z. B. in Westfalen-Lippe,

Baden-Württemberg, Thüringen

Konfektion Technischer Textilien West und Ost

Landelektrizität GmbH Wolfsburg: in Teilzeit

Metallindustrie West und Ost: in Teilbereichen

Möglichkeit der Verlängerung auf 18 Monate

Öffentlicher Dienst Bund, Länder, Gemeinden

Papierindustrie

PreußenElektra-Gruppe: in Teilzeit

Sägeindustrie NRW, Hessen, Baden-Württemberg

und Ost

(JAV) konnten gemeinsam mit dem Betriebsrat

sogar spezielle Regelungen für das eigene

Unternehmen erreichen. So existiert bei der

Bayer AG beispielsweise seit mehreren Jahren

eine ›Pool-Regelung‹. Der Konzern übernimmt

die Ausgebildeten unbefristet. Wer

nicht sofort eine Stelle bekommt, wird in

dem ›Ausgebildeten-Pool‹ beschäftigt und

dann im Werk zum Beispiel als Urlaubs- oder

Schwangerschaftsvertretung eingesetzt –

so lange, bis eine Stelle im Unternehmen

frei wird.

Neben solchen Vereinbarungen haben Betriebsrat

und JAV noch die Möglichkeit, auf

die Personalplanung des Unternehmens Einfluss

zu nehmen, um den Ausgebildeten eine

Weiterbeschäftigung zu ermöglichen: Sie

können im Betrieb nachforschen, wo demnächst

Beschäftigte in Rente oder in Schwangerschaftsurlaub

gehen, und können gegenüber

der Geschäftsleitung darauf drängen,

dass die Stellen mit den Ausgelernten besetzt

werden.

Welche Übernahme-Regelungen existieren

für meinen Betrieb? Diese Frage beantworten

die JAV, der Betriebsrat oder das örtliche

Büro der zuständigen Gewerkschaft (Adresse

im Telefonbuch).

Schuhindustrie West

Textil- und Bekleidungsindustrie

Textilreinigungsgewerbe

Versicherungsgewerbe

Zeitschriftenverlage Niedersachsen, Bremen

Für mindestens 6 Monate wird hier übernommen:

Metallhandwerk in verschiedenen Fachbereichen

und Regionen

Mineralölverarbeitung: Deutsche BP AG, BP Oil

Deutschland GmbH

Molkereien Bayern

Obst und Gemüse verarbeitende Industrie

NRW: für mindestens 50 Prozent der Ausgebildeten

Quelle: Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts

(WSI) der Hans-Böckler-Stiftung


Ruhe bewahren

Blaumann oder Schlips? Wenn nach Ausbildungsbeginn Zweifel

aufkommen, ob der gewählte Job der richtige ist, warnen Experten

vor übereilten Schritten.

Für Rainer war die Sache bereits nach zwei

Wochen klar: »Den ganzen Tag auf dem

Gerüst zu stehen und Wärmedämmungen

an Mauern zu kleben, dazu hatte ich keine

Lust«, erzählt der 19-Jährige*, der bei einem

südniedersächsischen Malerbetrieb nach

nicht einmal einem Monat die Brocken hinwarf.

»Ich hatte mir den Malerberuf ganz

anders vorgestellt. Viel abwechslungsreicher«,

erinnert sich Rainer, der im August

2002 eine zweite Ausbildung als Ver- und

Entsorger begonnen hat.

Jeder vierte Ausbildungsvertrag in Deutschland

wird vorzeitig gelöst. Gut 150.000 waren

es allein im Jahr 2000 – Tendenz steigend.

Ein Ausbildungsberater der Industrie- und

Handelskammer (IHK) Hannover warnt

Berufsanfänger jedoch vor übereilten Entscheidungen:

»Es wird immer Arbeiten geben,

die man nicht mag.« Wer Schwierigkeiten

mit dem Lernpensum bekomme, sollte erst

einmal ausbildungsbegleitende Hilfen in Anspruch

nehmen, bevor er das Handtuch wirft.

Und am besten könne der eigene Ausbilder

beurteilen, ob die Berufswahl danebengegangen

sein könnte: »Der kennt den Beruf,

den Betrieb – und den Auszubildenden.«

Sinnvoll ist es, zumindest die Probezeit abzuwarten,

meint der Berater: »Dann gibt es

sowieso ein Gespräch.«

Doch weiß auch der IHK-Experte, dass es

gute Gründe dafür geben kann, eine Ausbildung

unverzüglich abzubrechen. Bei gesundheitlichen

Problemen gebe es gar keine Alternative.

Und gerade in kleineren Betrieben,

so der Ausbildungsberater, könnten

zwischenmenschliche Konflikte den Ausstieg

sinnvoll erscheinen lassen. Zwar bietet die

IHK in solchen Fällen Vermittlungsgespräche

an und berät Auszubildende vertraulich.

Aber: »Wenn ein Auszubildender in eine

Mitarbeitergruppe nicht hineinpasst, wird

eine Trennung unumgänglich sein.« Bei größeren

Betrieben gebe es immerhin noch die

Möglichkeit, die Ausbildung in einer anderen

Abteilung oder vielleicht sogar in einem anderen

Ausbildungsberuf fortzusetzen.

* Name von der Redaktion geändert

Ausbildungsabbruch

Die Krise meistern

Was tun, wenn man mit der Ausbildung unzufrieden

ist? Tipps von Lothar Judith aus der Abteilung

Jugend im DGB-Bundesvorstand.

Was sollten Azubis unternehmen, wenn sich der

vermeintliche Traumjob als Alptraum entpuppt?

»Auf jeden Fall sollte man sich jemandem anvertrauen.

Viele Azubis haben Angst und sprechen

nicht einmal mit ihren Eltern oder Freunden über

ihre beruflichen Probleme. Dadurch wird der Druck

noch stärker. Gespräche helfen, sich über die Ursachen

der Unzufriedenheit klar zu werden.«

Wo bekommt ein Auszubildender Hilfe?

»Gibt es einen Betriebsrat oder eine Jugend-und

Auszubildendenvertretung, sind das die ersten

Anlaufstellen. An die sollte man sich bereits wenden,

wenn Probleme auftauchen – also nicht erst,

wenn die Situation eskaliert ist.«

Worüber sollte man nicht groß nachdenken?

»Viele haben zum Beispiel mit der körperlichen

Umstellung zu kämpfen, die der Wechsel von der

Schule in die Arbeitswelt mit sich bringt. Das ist

völlig normal.«

Wann ist es besser, die Ausbildung abzubrechen?

»Wenn man aus gesundheitlichen Gründen einen

Beruf nicht ausüben kann, muss man ihn natürlich

aufgeben. Aber sonst sollte man schon versuchen,

die Ausbildung zu Ende zu bringen. Viele

Azubis erleben es als sehr positiv, eine berufliche

Krise gemeistert zu haben. Auf jeden Fall sollte

man erst wissen, wo man unterkommt, bevor man

kündigt.«

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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Nichts wie weg

Arbeiten ist nur das halbe Leben. Auch um die andere Hälfte

kümmern sich die Gewerkschaften. Ob Seminare, Urlaub oder

Jugendcamp – für wenig Geld können Jugendliche sich weiterbilden,

verreisen, etwas erleben. Freizeiten und Kurse gibt

es das ganze Jahr über.

Auf und davon

Von März bis Oktober können Jugendliche

mit ›anders reisen‹ günstig wegfahren,

zum Beispiel nach Korfu oder

in die schottischen Highlands. Auch

Städtereisen, Studienfahrten und internationale

Workcamps bietet die Reiseagentur

der DGB-Jugend-NRW an.

Alle Teilnehmer werden in die Reisevorbereitungen

einbezogen. Programm

für 2003 bestellen:

›anders reisen‹

Zumsandestr. 35

48145 Münster

Tel: 0251. 136 72 75

E-Mail: andersreisen@dgb.de

www.dgb-andersreisen.de

Fun für wenig Geld

Ferien mit der ›Fejo‹ heißt Spaß und

Erholung für wenig Geld. Fejo steht für

›Freizeitheim und Jugenderholungsgesellschaft‹

und ist eine gemeinnützige

Tochtergesellschaft der IG BCE,

die ihren jungen Mitgliedern Urlaub

innerhalb Deutschlands oder in europäischen

Ländern bieten will – zum

Beispiel ein Segeltörn über die Ostsee,

Sprachreisen nach Irland oder Ski-

Freizeiten in Italien und Österreich.

›Fejo‹

Alte Hattinger Str. 19

44789 Bochum

Tel: 0234. 31 95 22

E-Mail: fejo.bochum@igbce.de

Seminar am See

Bei Berlin direkt am See liegt das Bildungszentrum

der IG BCE. Seminare zu

gewerkschaftlichen und politischen

Themen finden hier statt, zum Beispiel

zum Arbeitsrecht. Kegelbahn, Tischtennisplatte

und Fitnessraum mit Sauna

begeistern nach dem Seminarprogramm

– und natürlich ein Bad im See.

IG BCE Bildungszentrum

Kagel-Möllenhorst

Weg zur Erholung 34

15345 Möllenhorst

Tel: 033434. 422 30

E-Mail: bz.kagel@igbce.de

Für ihre jungen Mitglieder bietet die IG Bergbau, Chemie,

Energie über die ›Fejo‹ günstige Reisen an.

Haus im Grünen

Bei Frankfurt am Main und doch mitten

im Grünen liegt das Bildungswerk Steinbach

der IG BAU, das auch Seminare für

junge Leute anbietet.

Bildungswerk Steinbach e. V.

Waldstr. 31

61449 Steinbach

Tel: 06171. 70 24 23

E-Mail:

bildungswerk.steinbach@igbau.de

www.bildungswerk-steinbach.de

Schöner Flecken

Nördlich von Berlin, idyllisch an Seen

gelegen, finden in der DGB-Jugendbildungsstätte

Flecken Zechlin nicht nur

Seminare zu Ausbildung und Beruf

statt, sondern auch zu Geschichts-,

Medien- und Ökologiethemen. Boote

und Fahrräder können ausgeliehen

werden, ein Billardtisch ist vorhanden.

DGB-Jugendbildungsstätte

Kirschallee

16837 Flecken Zechlin

Tel.: 033923. 74 00

E-Mail: Flecken.Zechlin@

dgbjugendbildungsstaette.de

www.dgbjugendbildungsstaette.de

Villa im Taunus

Eine Villa im Park mitten im Taunus:

Hier können Internet- und Medien-

Seminare belegt werden, finden internationale

Jugendbegegnungen statt

und Tagungen zum Thema Globalisierung

und Gentechnik. Mit dabei:

Sauna, Schwimmbad und Sportplatz.

Haus der Gewerkschaftsjugend

Königsteiner Str. 29

61440 Oberursel (Taunus)

Tel: 06171. 590 30

E-Mail: info@hdgj.de

www.hdgj.de

Mitten in Oberbayern

Modern und ökologisch präsentiert

sich die Jugendbildungsstätte der IG

Metall mitten in Oberbayern und bietet

Seminare für junge Arbeitnehmer/innen

und Jugend- und Auszubildendenvertreter/innen

an. Besonders attraktiv:

Skifahren und Snowboarden, Rodeln

oder Bootfahren auf der Isar.

Jugendbildungsstätte der IG Metall,

Unterleiten 28

83727 Schliersee

Tel: 08026. 921 30

E-Mail: schliersee@igmetall.de

www.igm-schliersee.de

Lernen & schwimmen

In einem Naherholungsgebiet gelegen

und mit Hallenbad, Sauna, Liegewiese

und Volleyballfeld ausgestattet, bietet

das DGB-Jugendbildungszentrum Hattingen

jede Menge Abwechslung nach

den Seminaren und Workshops.

DGB-Jugendbildungszentrum

Am Homberg 44

45529 Hattingen

Tel: 02324. 59 51 00

E-Mail:

info@jugendbildungszentrum.de

www.jugendbildungszentrum.de

Bildung + Urlaub

Unter den Linden

Arbeitswelt, Ökologie und Kulturaustausch

sind einige der Seminarthemen,

die das Programm von Haus

Naumburg bietet. Das Haus für die

ver.di-Jugend liegt von Natur umgeben

am Rande der hessischen Stadt

Naumburg. Für Freizeitspaß sorgen

Billard, Kicker und Disco.

ver.di-Jugendbildungsstätte

Haus Naumburg

Unter den Linden 30

34311 Naumburg

Tel.: 05625. 999 70

E-Mail: bst.naumburg@verdi.de

www.verdi-jugend.de

DGB-Jugendbildungsstätte Oberursel mit Park drum herum. DGB-Jugendbildungsstätte Hattingen: Lernen mit schöner Aussicht.

Am Waldrand

Seminare für Jugend- und Auszubildendenvertretungen

und viele andere

Kurse bietet das Bildungszentrum der

NGG, das zwischen Wiesbaden und

Frankfurt am Waldrand liegt. Abends

kann man kegeln, schwimmen oder

Billard spielen.

Bildungszentrum Oberjosbach

An der Eiche 12

65527 Niedernhausen-Oberjosbach

Tel: 06127. 905 60

E-Mail: info@bzo.de

www.bzo.de

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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Deine Rechte und Pflichten von

von a» bis z»

A

ABMAHNUNG

» Die Abmahnung ist

die nachdrückliche Aufforderung des

Arbeitgebers, ein unerwünschtes Verhalten

(z. B. Zu-spät-Kommen) zu

ändern, verbunden mit der Androhung

von Kündigung, wenn das Verhalten

nicht geändert wird. Einer unberechtigten

Abmahnung kann man mit einer

Gegendarstellung entgegentreten.

ABSCHLUSSPRÜFUNG

» Sie wird in allen anerkannten

Ausbildungsberufen durchgeführt.

Wer die Prüfung nicht besteht,

kann sie zwei Mal wiederholen, in der

Regel je nach einem halben Jahr. Bei

Nichtbestehen kann die Fortsetzung

des Ausbildungsverhältnisses bis zur

nächsten Wiederholungsprüfung formlos

verlangt werden.

» So ist’s passiert

Oft müssen Auszubildende mit der Gewerkschaft und der JAV um ihre Rechte

kämpfen. Einige konkrete Fälle aus der Praxis zeigen, dass man sich

gegen Mängel in der Ausbildung mit Erfolg durchboxen kann.

AUSBILDUNGSFREMDE

ARBEITEN

» Das sind Tätigkeiten,

die nicht dem Ausbildungszweck dienen.

Sie sind nach § 6 Berufsbildungsgesetz

verboten. Auch unnötige Wiederholungen

bereits erlernter Fähigkeiten

dienen nicht dem Ausbildungszweck.

Einige Beispiele: regelmäßiges Reinigen

von Werkstätten und Büros, sich

ständig wiederholende Arbeiten, ständige

Botengänge oder Ablagearbeiten.

AUSBILDUNGSNACHWEIS

» Über die Inhalte der

Ausbildung und den Unterricht in der

Berufsschule muss ein genauer wöchentlicher

Ausbildungsnachweis, das

Berichtsheft, geführt werden. Es ist

während der Arbeitszeit zu schreiben.

Das regelmäßig geführte Berichtsheft

ist eine Zulassungsvoraussetzung für

die Abschlussprüfung. Wichtig: Es gehört

nur das hinein, was wirklich getan

wurde. In Streitfällen kann man so

nachweisen, ob der Ausbildungsplan

eingehalten wurde.

Immer nur putzen – durchgefallen!

Matthias S.* hatte mit einer Autofirma

einen Ausbildungsvertrag zum Kfz-

Mechaniker abgeschlossen. Aber anstatt

Autos zu reparieren, wurden Matthias

überwiegend ausbildungsfremde

Aufgaben wie Wagenwaschen und Herrichten

von Gebrauchtwagen aufgetragen.

Das Ende vom Lied: Matthias

.

AUSBILDUNGSPLAN

» Der Plan muss dem

Azubi am Anfang seiner Ausbildung

ausgehändigt werden. Er beinhaltet

die Ausbildungsstationen im Betrieb

sowie das Ziel und die Dauer des jeweiligen

Abschnittes. Der Plan soll helfen

zu überprüfen, ob dem Auszubildenden

wirklich all das geboten wird, was

zur Ausbildung gehört.

AUSBILDUNGSVERTRAG

» Keine Ausbildung

ohne Vertrag! Er wird zwischen dem

Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb

geschlossen und muss bei der

zuständigen Kammer (Industrie- und

Handelskammer oder Handwerkskammer)

registriert sein. Der Vertrag muss

gem. § 4 BBiG Auskunft geben über:

Beginn und Dauer der Ausbildung

Art und Ziel der Ausbildung

Dauer der täglichen Arbeitszeit

Zahlung und Höhe der

Ausbildungsvergütung

sachlich und zeitlich gegliederter

Ausbildungsplan.

bestand seine praktische Gesellenprüfung nicht – von sechs Prüfungsteilen

bekam er in drei nur die Note ›ungenügend‹. Aus Matthias’

Sicht war sein Ausbildungsbetrieb für das Nichtbestehen der

Prüfung verantwortlich. Deshalb informierte er sich bei seiner

Gewerkschaft, ob die Autofirma für die mangelhafte Ausbildung

zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Gewerkschaft half ihm

und verlangte vom Ausbildungsbetrieb die Zahlung von Schadensersatz.

Mit Erfolg, denn das Arbeitsgericht stellte fest, dass

die Autofirma den Ausbildungsrahmenplan in keiner Weise eingehalten

hatte. Matthias’ Ausbilder habe gegen die Pflicht verstoßen,

den Azubi nur mit Aufgaben zu beauftragen, die dem Ausbildungszweck

dienen (Berufsbildungsgesetz § 6). Konsequenz:

Die Ausbildungsfirma musste Matthias als Schadensersatz die

B

BERUFSGENOSSENSCHAFT

» Sie ist der Träger der

gesetzlichen Unfallversicherung. Bei

einem Arbeits- oder Wegeunfall tritt

die B. für einen entstandenen Körperschaden

ein und trägt die Kosten für

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Die Beiträge zur B. hat der Arbeitgeber

zu tragen.

BERUFSSCHULE

» Die Berufsschulpflicht

gilt nach dem Berufsbildungsgesetz

für alle Auszubildenden. Sie wird nach

den Schulgesetzen der Länder geregelt.

Im Jugendarbeitsschutzgesetz

sind weitere Bestimmungen zum

Schulbesuch enthalten: Wenn der Unterricht

morgens vor 9 Uhr beginnt, dürfen

Azubis vorher nicht im Betrieb beschäftigt

werden. Für die Berufsschulzeit

muss der Arbeitgeber die Azubis

von der Arbeit freistellen. Dadurch

darf kein Verdienstausfall entstehen.

Differenz zwischen der Ausbildungsvergütung und

dem Lohn, den er als Kfz-Mechaniker bei Bestehen

der Prüfung erhalten hätte, bezahlen – bis zum

erreichten Ende seiner Ausbildung.

Blechen für den Lkw-Führerschein

Andreas W.* absolvierte bei einer Speditionsfirma

eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Der Ausbildungsvertrag

enthielt unter der Rubrik ›Sonstige Vereinbarungen‹

folgende Klausel: »Von der Ausbildungsvergütung

werden monatlich 50 Euro einbehalten,

die für die Erlangung des Führerscheins

erforderlich sind.« Nachdem Andreas den ›LKW-

Wenn die Berufsschulzeit allerdings in

einen ausbildungsfreien Zeitraum fällt

(z. B. auf einen Montag in einem Friseurbetrieb),

gibt es für erwachsene Azubis

ein Anrechnungsproblem. Hier liegt

eine gesetzliche Lücke vor, die die DGB-

Jugend zu schließen versucht.

BEURTEILUNGSBOGEN

» In vielen Betrieben

wird der Ausbildungserfolg von den

Ausbildern in einem Beurteilungsbogen

kontrolliert. Häufig sind diese Bögen veraltet,

weil sie noch Dinge wie ›Ordnung,

Sauberkeit, Veranlagung‹ beurteilen.

Die Gewerkschaften fordern die

Veränderung solcher Bögen: Sie sollen

nur Beurteilungen enthalten, die sich

am Lernziel orientieren.

BETRIEBSRAT/

PERSONALRAT

» Dies ist die Interessenvertretung

aller Arbeitnehmer eines

Betriebes. Er ist auch für die Auszubildenden

und Jugendlichen zuständig.

Führerschein‹ bei einer von der Spedition beauftragten

Fahrschule erworben und seine Abschlussprüfung

erfolgreich absolviert hatte, wurde er nicht

übernommen. Eher durch Zufall hörte er beim Arbeitsamt,

dass sein Ausbilder nicht berechtigt war,

ihn an den Kosten des Fahrunterrichts zu beteiligen.

Deshalb verlangte er nun von seinem ehemaligen

Ausbilder die einbehaltene Summe zurück. Als dieser

sich weigerte, schaltete er mit Rückendeckung des

DGB-Rechtsschutzes das Arbeitsgericht ein und

bekam Recht. Das Gericht wies darauf hin, dass nach

dem Berufsbildungsgesetz Vereinbarungen ungültig

sind, in denen der Azubi verpflichtet wird, für die

Erste Hilfe

Die enge Zusammenarbeit mit der

Jugend- und Auszubildendenvertretung

ist in der Regel selbstverständlich.

In allen Betrieben können Betriebsräte

gewählt werden (Voraussetzung:

mindestens fünf Beschäftigte, die

über 18 Jahre alt sind). Im öffentlichen

Dienst muss sogar unter dieser

Voraussetzung ein Personlrat

gewählt werden.

BETRIEBS-

VEREINBARUNGEN

» Mit Betriebsvereinbarungen

kann eine Reihe betrieblicher

Belange der Arbeitnehmer/innen

geregelt werden (z. B. Umgang mit

Suchtkranken, Übernahme von Auszubildenden).

Diese Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen

werden zwischen dem

Arbeitgeber und dem Betriebsrat bzw.

Personalrat geschlossen und gelten

jeweils nur im eigenen Betrieb. Die für

Auszubildende geltenden Vereinbarungen

kennen die Jugend- und Auszubildendenvertretung

und der Betriebsbzw.

Personalrat.

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

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von a» bis z»

G

GEFÄHRLICHE ARBEITEN

» Das sind Arbeiten, die

die Leistungsfähigkeit des Azubis übersteigen

oder mit besonderen Unfallgefahren

verbunden sind (z. B. Arbeiten

mit gefährlichen Chemikalien oder

Kranfahren am Bau). Ausnahmen bestehen,

wenn solche Arbeiten zur Erreichung

des Ausbildungsziels erforderlich

sind und fachkundige Aufsicht

besteht. Wer mit g. A. beschäftigt wird,

muss vom Ausbilder besonders eingewiesen

werden (vgl. § 22 JArbSchG).

GEWERKSCHAFT

» Gewerkschaften sind

Interessengemeinschaften der Arbeitnehmer

einer oder mehrerer Branchen,

die als Gegenpart zu den Arbeitgeberverbänden

Tarifverträge (siehe

dort) aushandeln und abschließen. Sie

sind demokratisch organisiert, so dass

jedes Mitglied an Entscheidungsprozessen

mitwirken kann. Gewerkschaftsmitglieder

haben bei Entrichtung

der satzungsgemäßen Beiträge

Anspruch auf Rechtsschutz (siehe dort).

» So ist’s passiert

J

Berufsausbildung zu zahlen (§ 5 Abs. 2 Nr. 1). Nach Meinung der

Arbeitsrichter zählen die Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis

zur betrieblichen Fachausbildung. Der Ausbildungsbetrieb

musste für die Kosten der Fahrschule aufkommen.

Krank am Tag der Prüfung

Lisa D.* absolvierte drei Jahre lang eine Ausbildung zur Industriekauffrau.

Am Tag der Abschlussprüfung konnte sie nicht

erscheinen, weil sie erkrankt und somit arbeitsunfähig war.

Dem Ausbildungsbetrieb legte sie entsprechende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

vor. Dennoch weigerte sich der

Betrieb, Lisa bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin weiterzubeschäftigen.

Ein halbes Jahr später bestand Lisa die Ab-

JUGEND- UND AUSZUBIL-

DENDENVERTRETUNG (JAV)

» Sie ist die gewählte

Interessenvertretung aller Jugendlichen

und Auszubildenden im Betrieb.

Wahlberechtigt sind alle unter 18-Jährigen

und alle Auszubildenden bis zum

25. Lebensjahr. Wählbar sind alle, die

das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet

haben. Die JAV kümmert sich um

die Probleme der Azubis mit oder an

ihrem Arbeitsplatz. Sie achtet darauf,

dass die Gesetze und Tarifverträge in

ihrem Bereich im Betrieb eingehalten

werden. Dabei arbeitet sie meist eng mit

dem Betriebsrat und der zuständigen

Mitgliedsgewerkschaft im DGB zusammen.

Über den Betriebsrat reicht sie

Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildung

oder Beschwerden an den

Arbeitgeber weiter.

Außerdem kann sie sich für die Verbesserung

der Ausbildungsinhalte stark

machen und für die Übernahme der

Azubis nach abgeschlossener Ausbil-

schlussprüfung. Daraufhin verlangte sie nachträglich

die Zahlung der Ausbildungsvergütung bis zum

Zeitpunkt der Prüfung. Das Arbeitsgericht gab ihr

Recht. Die Richter wiesen darauf hin, dass der Ausbilder

nur dann verpflichtet sei, auf Verlangen des

Azubis eine Verlängerung der Ausbildungszeit zu

akzeptieren, wenn der Azubi die Abschlussprüfung

nicht bestanden hat (§ 14 Abs. 3). Dies gelte auch

bei krankheitsbedingter Verhinderung an der Prüfungsteilnahme.

Ergebnis: Der ehemalige Ausbildungsbetrieb

musste für sechs Monate Ausbildungsvergütung

an Lisa nachzahlen.

dung kämpfen. Im neuen Betriebsverfassungsgesetz

sind die Rechte der

JAV gestärkt und das Wahlverfahren

erleichtert worden. Was die JAV erreichen

kann, hängt aber vor allem

von dem Rückhalt ab, den sie unter

den Auszubildenden besitzt.

JUGENDARBEITS-

SCHUTZGESETZ

» Es gilt für alle Jugendlichen

unter 18 Jahren, die in einer

Ausbildung oder einem sonstigen Beschäftigungsverhältnis

stehen. Zum

Schutz von Jugendlichen sind hier

Mindestanforderungen in Bereichen

wie Arbeitszeit (z. B. Grundsatz der

5-Tage-Woche und deren Ausnahmen,

§§ 15, 16 JArbSchG; Verbot von Überstunden:

max. 40 Std./Woche, max.

8,5 Std./Tag, § 8 JArbSchG), Nachtruhe

(§ 14 JArbSchG mit Ausnahmen),

Pausen oder Urlaub geregelt. Auch

das Verbot von Akkord- und Fließbandarbeiten

– wieder mit Ausnahmen –

findet sich hier. Vorgeschrieben sind

auch eine ärztliche Untersuchung vor

Antritt der Ausbildung sowie eine

Wiederholungsuntersuchung (§§ 32ff.

JArbSchG).

K

KRANKMELDUNG

» Wer krank ist, muss

noch am selben Tag, nach Möglichkeit

sogar vor Arbeitsbeginn, die Firma

verständigen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

des Arztes (›Krankenschein‹)

muss innerhalb von drei Tagen

bei der Firma vorliegen.

KÜNDIGUNG

» Während der Ausbildung

ist eine Kündigung nach der Probezeit

nur möglich,

aus wichtigem Grund ohne Einhaltung

einer Kündigungsfrist oder

mit einer Kündigungsfrist von vier

Wochen durch den Auszubildenden,

wenn er die Berufsausbildung aufgeben

oder sich für eine andere

Berufstätigkeit ausbilden lassen will.

Bei einer fristlosen Entlassung müssen

schon triftige Gründe – wie z. B. Diebstahl

oder häufiges unentschuldigtes Fehlen

trotz Abmahnung – vorliegen.

Einige Betriebe versuchen, Auszubildende

›elegant‹ loszuwerden, indem

sie das Ausbildungsverhältnis ›in beiderseitigem

Einvernehmen‹ lösen wol-

P

Kündigung wegen Punkerfrisur

Claudia O.* absolvierte eine Ausbildung als Arzthelferin. Während der Ausbildung

veränderte sie ihr Outfit und ließ sich die Haare lila und grün färben.

Ihren Ausbilder störte das nicht. Nach einem Jahr aber entschloss er sich,

seine Praxis an einen anderen Arzt zu verkaufen. Mit ihrem neuen Chef kommt

Claudia gar nicht klar. Der junge Herr Doktor erklärt ihr, dass er sie nicht weiter

ausbilden möchte. Er begründet das damit, dass zwischen ihm und Claudia

gar kein Ausbildungsvertrag bestehe und er sie deshalb auch nicht weiter

ausbilden müsse. Im Übrigen sei sie mit einer Punkerfrisur in einer Arztpraxis

untragbar. Er wolle sich aber noch einmal mit seinem Rechtsanwalt und der

Ärztekammer besprechen. Am nächsten Tag ist der neue Chef kurz angebunden.

Gegen Dienstschluss bittet er Claudia zum Personalgespräch. Er teilt ihr

mit, dass er den Rat erhalten habe, das Ausbildungsverhältnis mit ihr fortzu-

len. Achtung: Sofort mit der Jugendund

Auszubildendenvertretung, der

zuständigen Gewerkschaft oder dem

örtlichen Büro des DGB Rechtsschutzes

(Telefonbuch) Kontakt aufnehmen!

PAUSEN

» 60 Minuten Pause ist

für Jugendliche bei einer Beschäftigung

von mehr als 6 Stunden täglich

vorgeschrieben. Die erste P. muss spätestens

nach 4,5 Std. eingelegt werden.

Mindestdauer: 15 Minuten! (§ 11

JArbSchG)

PROBEZEIT

» Probezeit ist eine im

Ausbildungsvertrag festgeschriebene

Zeit von mindestens einem und höchstens

drei Monaten (§ 13 BBiG). Während

dieser Zeit können Arbeitgeber

und Auszubildender jederzeit und ohne

Angabe von Gründen den Ausbildungsvertrag

kündigen.

R

Erste Hilfe

RECHTSSCHUTZ

» Oft ist der Prozess

vor einem Arbeits- oder Sozialgericht

die letzte Möglichkeit, um seine Rechte

durchzusetzen, etwa wenn man sich

gegen eine Entlassung oder Abmahnung

wehren will. Gewerkschafts-mitglieder

erhalten kostenlosen Rechtsschutz

in allen Arbeits- und Sozialrechtsangelegenheiten,

sowohl bei

einem gerichtlichen Verfahren als auch

durch eine rechtliche Beratung. Die

Vertretung vor Gericht übernehmen

in der Regel speziell geschulte Rechtssekretär/innen

der DGB Rechtsschutz

GmbH. Wer diesen Rechtsschutz hat,

kann ohne finanzielles Risiko sogar

durch mehrere Instanzen streiten.

S

STREIK

» Streik ist das rechtmäßige

und letzte Kampfmittel der

Gewerkschaften, um die Arbeits- und

Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/innen

zu verbessern oder zu

setzen, da ein so genannter ›Betriebsübergang‹ und damit ein Übergang ihres

Ausbildungsverhältnisses vom vorherigen Inhaber der Praxis auf ihn erfolgt sei.

Auch habe er erfahren, dass die Frisur kein Grund sei, das Ausbildungsverhältnis

zu beenden. Eine Kündigung seitens des Ausbilders setze nach Ablauf der

Probezeit einen ›wichtigen‹ Grund voraus.

Ein solcher liege aber nach der

Rechtsprechung der Gerichte nicht

vor, wenn ein Azubis sich ›modisch‹

kleide oder eine Frisur habe, die nicht

dem Geschmack des Ausbilders entspreche.

Claudia durfte bleiben – und

ihre bunten Haare auch.

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002

21

»


22 Erste Hilfe

von a » bis z«

T

sichern. Auch Azubis haben das Recht,

zu streiken, wenn es um ihre Belange

geht. Für die Zeit des Streiks zahlen

die Gewerkschaften ihren Mitgliedern

Streikunterstützung.

TARIFVERTRAG

» Tarifverträge regeln

Löhne, Gehälter und allgemeine Arbeitsbedingungen

für die Arbeitnehmer

einer Branche und werden zwischen

Arbeitgebern bzw. ihren Spitzenorganisationen

und den einzelnen Gewerkschaften

ausgehandelt. Über Arbeitszeit,

Urlaub, Arbeitsbedingungen,

Zuschläge, Kündigungen und andere

Fragen werden von beiden Seiten Mantel-

oder Rahmentarifverträge abgeschlossen.

Tarifverträge sind zeitlich

begrenzt und müssen nach Ablauf neu

verhandelt werden. Gewerkschaftsmitglieder

haben gegenüber der anderen

Tarifvertragspartei, dem Arbeitgeber,

einen einklagbaren Rechtsanspruch

auf die tariflichen Leistungen.

Den Tarifvertrag erhält man bei der

zuständigen Gewerkschaft.

» So ist’s passiert

U

Sonntagsarbeit im Krankenhaus

Christiane B.* wird in einem großen Krankenhaus zur Krankenschwester

ausgebildet. Als sie den Dienst- und Ausbildungsplan für den nächsten Monat

ansah, bemerkte sie, dass sie an einem Sonntag zum Dienst eingeteilt wurde.

Ihr Freund Hannes, ebenfalls Azubi, erklärte ihr, dass sie sich das nicht gefallen

lassen müsse. Es bestehe für Jugendliche ein Beschäftigungsverbot an

Sonntagen. Also stehe ihrem geplanten Sonntagsausflug an die Ostsee nichts

im Wege. Zur Sicherheit geht Christiane zur Sprechstunde der JAV und informiert

sich. Hier erfährt sie, dass im Jugendarbeitsschutz zwar ein Beschäftigungsverbot

für Jugendliche am Sonntag verankert ist (§ 17), der Gesetzgeber

jedoch u. a. in Krankenhausanstalten einen Sonntagseinsatz für zulässig

angesehen hat. Es müsse nur darauf geachtet werden, dass jeder zweite

Sonntag, mindestens zwei Sonntage im Monat, beschäftigungsfrei bleiben

ÜBERNAHME

» Hier geht es um die

Übernahme im erlernten Beruf nach

bestandener Prüfung. Der Azubi hat

kein Recht auf Weiterbeschäftigung

nach seiner Ausbildung (Ausnahmen

sind in einigen Tarifverträgen geregelt).

Man sollte sich frühzeitig erkundigen

(mind. 3 Monate vor Ausbildungsende),

ob eine Übernahme möglich

ist. Sollte der Arbeitgeber eine klare

Aussage über die Weiterbeschäftigung

verweigern, sollte der Azubi sofort zum

Betriebs-/Personalrat oder zur JAV

gehen. Gemeinsam lässt sich mehr

erreichen, selbst wenn es nur eine befristete

Übernahme ist. Achtung, JAV-

Mitglieder haben einen Anspruch nach

Ausbildungsende weiterbeschäftigt zu

werden! (vgl. § 78a BetrVG/§ 9 BPersVG

für JAV-Mitglieder)

URLAUB

» Der Urlaub für Jugendliche

ist im Jugendarbeitsschutzgesetz,

aber auch durch Tarifverträge

geregelt. Nach dem Gesetz erhalten

Jugendliche je nach Alter zwischen

Z

müssen. Nichtantritt der Arbeit könne bei fehlendem

Krankenschein als Arbeitsverweigerung angesehen

werden und zur fristlosen Kündigung führen. Schweren

Herzens verschob Christiane den geplanten

Wochenendtrip.

* Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

25 und 30 Werktage Urlaub. In den

meisten Branchen gilt nach Tarifvertrag

30 Tage Urlaub für alle Beschäftigten.

ZEUGNIS

» Ein Zeugnis gibt es

nach der Ausbildung gleich zwei Mal:

in der Berufsschule und im Betrieb.

Dieses Zeugnis darf keine Bemerkungen

enthalten, die sich nachteilig auf

die weitere berufliche Laufbahn auswirken

können. Da Arbeitgeber oft auf

den ersten Blick positiv klingende

Formulierungen verwenden, die aber

in einer Art Geheim-Code Übles bedeuten

können, sollte man das Zeugnis

gemeinsam mit der JAV oder einem

Gewerkschaftssekretär checken.

ZWISCHENPRÜFUNG

» Während der Ausbildung

muss mindestens eine Zwischenprüfung

zur Ermittlung des Ausbildungsstandes

durchgeführt werden.

Ohne diese Prüfung erfolgt keine Zulassung

zur Abschlussprüfung.

Laut & deutlich

Krach in Schweinfurt (großes Foto): 700 Azubis fordern 65 Euro mehr Ausbildungsvergütung im Monat.

Fun in Dortmund (Fotos oben): Wagen auf der ›Job Parade‹ der DGB-Jugend NRW am 1. Mai 2002.

Deutscher Gewerkschaftsbund

Henriette-Herz-Platz 2

10178 Berlin

Tel: 030. 240 60-371

E-Mail: jugend@bundesvorstand.dgb.de

www.dgb-jugend.de

IG Bauen-Agrar-Umwelt

Olof-Palme-Straße 19

60439 Frankfurt

Tel: 069. 957 37-460

E-Mail: jugend@igbau.de

www.jugend-igbau.de

IG Bergbau, Chemie, Energie

Königsworther Platz 6

30167 Hannover

Tel: 0511. 76 31-471

E-Mail: abt.jugend@igbce.de

www.igbce-jugend.de

Impressum

fit in den Job

Ein Service der DGB-Jugend für den Berufsstart

DGB-Bundesvorstand, Abteilung Jugend,

Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin

Tel: 030. 240 60-371, www.dgb-jugend.de

Gefördert mit Mitteln aus dem Kinder- und

Jugendplan des Bundes, Juli 2002.

Gewerkschaft Erziehung

und Wissenschaft

Reifenberger Straße 21

60489 Frankfurt

Tel: 069. 789 73-113

E-Mail:faberc@gew.de

www.gew.de

IG Metall

Lyoner Straße 32

60528 Frankfurt

Tel: 069. 66 93-2258

E-Mail: jugend@igmetall.de

www.igmetall.de

Gewerkschaft

Nahrung-Genuss-Gaststätten

Haubachstraße 76

22765 Hamburg

Tel: 040. 380 13-152

E-Mail: hv.jugend@ngg.net

www.ngg.net/jungengg

Herstellung: ran Verlag Köln, Aduchtstraße 7,

50668 Köln, Tel: 0221. 973 28-0

Fotos: Babette Brandenburg, Kai-Uwe Knoth, Jörg

Lange, Martin Menke, Andrea Pilch, Guido Schiefer,

Andreas Schölzel, Klemens Tepper, Transit/Peter

Hirth, Annette Zoepf

Texte: Katja Brittig, Gaby Groth, Rainer Heubeck,

Ulrich Jonas, Fabienne Melzer

Adressen/Impressum

Die Gewerkschaftsjugend ist eine starke Gemeinschaft.

Sie setzt sich beispielsweise ein für bessere Arbeitsund

Ausbildungsbedingungen, fordert eine deutliche

Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, streitet für

mehr Ausbildungsplätze und natürlich für die anschließende

Übernahme der Auszubildenden. Und sie

arbeitet mit bei Organisationen, die sich für mehr Gerechtigkeit

in dieser Welt oder gegen Ausländerfeindlichkeit

und Rassismus einsetzen.

Manchmal muss man für seine Ziele auch lauter werden.

Und da gilt eine ganz einfache Regel: Je mehr Leute

zusammenkommen, desto deutlicher wird man wahrgenommen.

Deshalb: Nicht abseits am Straßenrand stehen

– Mitglied werden und mitmischen.

Welche Ansprechpartner hat die für meinen Betrieb und

meine Branche zuständige Gewerkschaft vor Ort? Wo

gibt es Flyer oder Broschüren, die mich über die Arbeit

und die Freizeitangebote der Gewerkschaftsjugend informieren?

Wie kann ich mitarbeiten?

Eine einfache Antwort: Die zuständige Gewerkschaft

heraussuchen und dann anrufen, schreiben oder mailen.

So erreicht man die Gewerkschaften (Anfragen an die

jeweilige ›Abteilung Jugend‹ richten):

Gewerkschaft der Polizei

Stromstraße 4

10555 Berlin

Tel: 030. 399 99 21-105

E-Mail: jungegruppe@gdp-online.de

www.gdp-junge-gruppe.de

23

Transnet Gewerkschaft GdED

Weilburger Straße 24

60326 Frankfurt

Tel: 069. 75 36-219

E-Mail: jugend@transnet-jugend.org

www.transnet-jugend.org

ver.di Vereinte

Dienstleistungsgewerkschaft

Potsdamer Platz 10

10785 Berlin

Tel: 030. 69 56-2361

E-Mail: jugend@verdi.de

www.verdi-jugend.de

Illustrationen: Leowald

Gestaltung: Konzeption + Design, Köln

Druckerei: C. Limbach GmbH, Köln

Auf dem Titel: Dilek Halici, Andreas Krings und

Marcel Baikowski von der Jugend- und Auszubildendenvertretung

des Bayer-Werks Dormagen

fit in den Job 2002 fit in den Job 2002


Bald sind JAV-Wahlen

JAV

Biss muss sein

Gut starten - JAV wählen!

Alle zwei Jahre finden die Wahlen zu den

Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV)

statt – im Herbst 2002 ist es wieder soweit.

Nur eine starke JAV kann die Azubi-Interessen

wirksam vertreten. Deshalb gilt: Wählen gehen,

damit die neue JAV zupacken kann!

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