Vorwort - D&K drost consult

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Vorwort - D&K drost consult

Wettbewerbsergebnisse

STADTPARK NORDERSTEDT

LANDESGARTENSCHAU NORDERSTEDT 2011


Vorwort

Die Landesgartenschau als Katalysator für die Stadtentwicklung

Die Stadt Norderstedt hat im Dezember 2004 den Zuschlag für

die Durchführung der zweiten Landesgartenschau in Schleswig-

Holstein im Jahr 2011 erhalten.

Gemäß dem Motto "Eine Idee voraus" sieht die Stadt in der

Ausrichtung der Landesgartenschau eine besondere Chance,

einen weiteren Baustein zur nachhaltigen Stadtentwicklung

realisieren zu können. Der zukünftige Stadtpark wird für die

Norderstedter Einwohner gleichzeitig ein Ort für sportliche Aktivität

und naturbezogener ruhiger Entspannung sein. Damit entsteht

ein weiterer Baustein, um Norderstedt als Standort mit besonderer

Attraktivität im Süden Schleswig-Holsteins und in der

Metropolregion Hamburg zu etablieren.

Der Wettbewerb sollte die besonderen Qualitäten des Ortes

Stadtpark herausarbeiten und diesem eine charaktergebende

Form verleihen. Angestrebt ist die Entwicklung eines in sich

und auf den Ort abgestimmten gesamträumlichen Konzeptes,

das einerseits eine angemessene und dauerhafte landschaftsarchitektonisch-städtebauliche

Qualität schafft und andererseits

Gestaltungsräume aufweist, die zur Landesgartenschau

Norderstedt 2011 zeitgemäß und interessant gefüllt werden

können.

Die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau ist

Initialzündung und Motor eines langfristig angelegten, dynami-

Thomas Bosse

Zweiter Stadtrat und

Baudezernent der Stadt Norderstedt

schen Planungsprozesses, der die Entwicklung der landschaftlichstrukturell

zur Zeit sehr unterschiedlichen Freiflächen um den

Kiessee zu einem attraktiven Freizeit- und Naherholungsgebiet

für die Norderstedter Bevölkerung initiiert.

Zu den Zielen der Entwicklungsplanungen für Stadtpark und

Landesgartenschau Norderstedt 2011 zählen:

- Die kontinuierliche Fortschreibung der Stadtentwicklungsziele

des Grünen Leitsystems;

- Ein qualitativ hochwertiges Freizeitangebot;

- Die Stärkung Norderstedts als Wohn- und Arbeitsstandort

- Die Förderung von Impulsen für die örtliche und die regionale

Wirtschaft.

Der Wettbewerb mit internationalem Teilnehmerfeld hat in vielfältiger

Weise Wege aufgezeigt, wie diese Ziele zu erreichen

sein können. Dafür sei hier den Teilnehmern noch einmal Dank

gesagt.

Der von der Jury ausgewählte 1. Preis, den die Stadt Norderstedt

realisieren wird, ist in besonderer Weise geeignet, die

hochgesteckten Ansprüche an den Landschaftsraum umzusetzen

und damit einen großen Beitrag zur Attraktivierung der

Stadt weit über das Datum der Landesgartenschau hinaus zu

realisieren.

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Preisgericht

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter:

Prof. Gerd Aufmkolk Freischaffender Landschaftsarchitekt, Nürnberg (Vorsitzender)

Teja Trüper Freischaffender Landschaftsarchitekt, Lübeck

Prof. Petra Kahlfeld Freischaffende Architektin, Hamburg

Guido Hager Freischaffender Landschaftsarchitekt, Zürich

Axel Lohrer Freischaffender Landschaftsarchitekt, Magdeburg

Andrea Gebhard Freischaffende Landschaftsarchitektin, München

H.O. Dieter Schoppe Freischaffender Landschaftsarchitekt, Hamburg

Thomas Bosse Zweiter Stadtrat und Baudezernent der Stadt Norderstedt

Stellvertretende Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter:

Evelyna Boué Freischaffende Landschaftsarchitektin, Hamburg

Eberhard Deutenbach Stadt Norderstedt, Amt für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr (ständig anwesend)

Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter:

Hans-Joachim Grote Oberbürgermeister der Stadt Norderstedt

Arne-Michael Berg Stadtvertreter CDU

Jürgen Lange Stadtvertreter SPD, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr

Marlis Krogmann Stadtvertreterin FDP

Maren Plaschnik Stadtvertreterin GALiN

Otto Hinz Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Landesgartenschauen Schleswig-Holstein

Stellvertretende Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter:

Anette Reinders Stadtvertreterin GALiN

Jens Seedorff Geschäftsführer der Stadtpark Norderstedt GmbH

Ruth Weidler Stellvertretendes Bürgerliches Mitglied CDU, Ausschuss für junge Menschen, Sozialausschuss

Wolfgang Schmidt Bürgerliches Mitglied SPD, Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften, Eingabenausschuss,

Mitglied des Aufsichtsrates Stadtpark

Uwe Matthes Stadtvertreter FDP

Jörn Schmidt Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Landesgartenschauen Schleswig-Holstein

Sachverständige:

Ernst Dietmar Hess Freischaffender Landschaftsarchitekt, Norderstedt

Wolfgang Seevaldt Stadt Norderstedt, Leiter des Fachbereiches Planung

Uwe Reher Stadt Norderstedt, Team Natur und Landschaft

Bernhard Schwarz Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin

Gäste:

Kai Jörg Evers Geschäftsführer der Stadtpark Norderstedt GmbH

Koordination und Organisation:

Uwe Drost D&K drost consult, Hamburg

Caroline Ahrens D&K drost consult, Hamburg

Alexa Saure D&K drost consult, Hamburg

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1. Preis

Landschaftsarchitekt: Prof. Dipl.-Ing. Gabriele Kiefer Landschaftsarchitektin, Berlin

Architekt: Prof. Carsten Roth Architekt, Hamburg

Mitwirkende: Lászlò Kugler, Christiane Coers, Andreas Westendorf, Malte Stellmann

Streift man durch das Gelände, entlang der Felder, durch die

wilden Stämme des Waldes oder am glitzernden Wasser des

Sees, so ist man unweigerlich fasziniert von der zur Zeit schon

vorhandenen landschaftlichen Atmosphäre des Gebietes. Und

eben hier setzen die Verfasser an, begreifen richtigerweise

das Potential als Rohdiamant, der nun mit Selbstverständlichkeit

sowie stimmig gesetzten Ergänzungen gefasst, gesteigert

und so von Wildnis zur Parklandschaft wird.

Klar werden die drei Hauptstrukturen Feld - Wald - See herausgearbeitet.

Neue Strukturen überlagern geschickt das Vorhandene,

bilden die erforderliche Einigkeit und verbinden so

Neues mit Altem zu einem runden Ganzen; entlang der Knicks

verbinden sie intensivere Felder und das Arboretum mit dem

restlichen Park. Im Wald erschließen Pfade die Tiefe und leiten

zu dezent ausformulierten Orten, einer Waldbühne oder der

winterlichen Eislauffläche. Holzstege umfassen Birkenwäldchen

wie Heidefläche, und veredeln so angemessen, inmitten

des Waldstreifens, die schon vorhandenen Highlights. Der See

wird durch eine geschlossene Promenade gefasst. Es ist spannend

zu verfolgen, wie durch die artifizielle Formensprache

und durch die geschickte Führung in der Topographie, die

Notwendigkeit eines Rundweges zur unverwechselbaren

Besonderheit des gesamten Geländes wird. Treppen, Rasenstufen,

Seebad, Stege und naturnahe Schilfgürtel akzentuieren

den Weg, bilden abwechslungsreiche Blicke und unterschiedliche

Atmosphären im Detail. Der vorgelagerte Eingangsbereich

wirkt dagegen banal, zu schematisch, und lässt noch

die erforderliche Großzügigkeit vermissen. Die vorgeschlagene

bauliche Nachnutzung der Landesgartenschau-Stellplätze

jedoch ist sicherlich ein sehr nachdenkenswerter Ansatz.

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Das Konzept der Landesgartenschau basiert stark auf der dauerhaften,

gestalterischen Überhöhung des Geländes, ergänzt

durch gut gesetzte temporäre Implantate, ein Ansatz der allein

schon im Blick auf den Rückbauaufwand richtig ist, und so die

Arbeit zeitlich wie wirtschaftlich realisierbar erscheinen lässt.

Durch diese gekonnte Steigerung des Vorhandenen, lokal Besonderen,

ergänzt mit den stimmigen Elementen, stellt diese

Arbeit eine tragfähige Lösung für die Entwicklung eines einprägsamen,

zeitgenössischen Parks wie einer besonderen

Landesgartenschau in Schleswig-Holstein dar.


2. Preis

Landschaftsarchitekt: Geskes und Hack Landschaftsarchitekten, Berlin

Architekt: Planquadrat Elfers Geskes Krämer Architekten und Stadtplaner, Darmstadt

Mitwirkende: Antje Neitsch, Annika Meyer, Matthias Krause

Die Verfasser bauen stringent auf dem Bestand auf: Agrarpark,

Moorwald und Aquasite werden in ihrem Grundcharakter erhalten

und gestärkt. Dies ergibt für den zukünftigen Stadtpark ein

gutes Grundgerüst. Für die Landesgartenschau werden drei

Elemente eingeführt: der 450 m lange Skate-Boulevard mit

den Hochbauten, der 2,5 km lange Waterloop und eine Vielzahl

von kleinen Ereignissen, über den gesamten Park verteilt.

Diese drei Elemente vermögen aber noch keine Leitidee zu bilden,

sondern stehen weitgehend bezuglos und beliebig austauschbar

nebeneinander.

Der Haupteingang mit Skater-Station und Baumgrün ist

schwach. Der Loop beginnt unmittelbar im Spielparcours. Der

Skate-Boulevard mit den angeordneten Gebäuden, die für sich

gesehen angenehm wirken, bilden eine überzogen wirkende

"Wasserfront". Die seitliche Einbindung durch die belassene

Schilfzone respektive des Strandbades werden positiv gewürdigt.

Der Loop verläuft größtenteils an der Wasserkante, vor

dem Schilf. Es werden dem Betrachter keine Bilder vorgeführt,

aber der Steg dominiert die Süd- und Ostseite des Sees. Die

begleitenden Wechselflorbänder entlang der restlichen Ab-

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schnitte des Loops und entlang der Hauptwege wirken schematisch.

Die Hauptwege führen in den Park hinein - oder hinaus,

führen aber den Park nicht vor. Die Nebenwege bilden

keinen Rundgang, man verliert sich auf ihnen, so wie man sich

in den vielen Einzelideen verliert. Die heute starken Vegetationsbereiche

werden genau gleich behandelt, d.h. wie die

übrigen Bereiche mit Themengärten überzogen. Die Ovale,

Linsen und Trapeze entwickeln keine überzeugende Kraft gegenüber

dem Vorgefundenen und können auch formal nicht

begeistern. Der Vorschlag eine Seebühne und eine Waldbühne

zu bespielen ist schwer umsetzbar.

Insgesamt gefällt die Arbeit in ihrer Unauffälligkeit. Darin lässt

sie aber auch das Spezifische vermissen, das ein Stadtpark

bieten könnte, der durch eine Landesgartenschau entwickelt

wurde. Die spezifischen Merkmale von Schleswig-Holstein, mit

ihren charakteristischen Vegetationsbildern, kommen mit den

neuen Knicks im Agrarpark gut, in den Wald- und Heidebereichen

zu wenig zum Tragen.


3. Preis

Landschaftsarchitekt: faktorgruen Freie Landschaftsarchitekten BDLA, Denzlingen

Martin Scheidlbauer

Architekt: K 8 - Architekten Borgards - Lösch - Piribauer, Freiburg

Mitwirkende: Miriam Ereth, Matthias Meßner, Simon Spinner, Melanie Borutta, Marina Pfaffenroth

Die Arbeit setzt ihren dramaturgischen Schwerpunkt auf den

See. Lange Wegeachsen richten sich auf die Wasserfläche.

Darin zeigt die Arbeit leider eine Schwäche: Gegebenheiten

und Besonderheiten der bestehenden Landschaft werden

außer Acht gelassen. Die durch den Eingriff erzeugte, neue

Eingangssituation ist zwar spannend inszeniert, rechtfertigt

aber nicht den großräumigen Eingriff in südliche Bereich des

Geländes sowie die Zerschneidung der Kleingartenanlage.

Der Nordeingang wird betont durch eine Öffnung im vorhandenen

Erdwall, die allerdings unrealistisch erscheint und einen

der Nachnutzung unangemessenen baulichen Aufwand bedeuten

würde, der mit einem starken Eingriff in die vorhande Situation

verbunden wäre.

Sehr schonend und rücksichtsvoll ist die Gestaltung des Westufers.

Die Wasserseite der Promenade ist weich profiliert, grün

und vielfältig nutzbar mit Sitzstufen, Terrassen, Wasser und

Spielplatz.

Die leichten, transparenten Hochbauten fügen sich angenehm

zurückhaltend in die Landschaft ein. Am Fuß der Uferschräge

verläuft ein Holzsteg - das Herzstück des Entwurfes. Er stellt

eine großzügige und spektakuläre Geste dar, kann aber leider

an manchen Stellen dem Aufwand nicht gerecht werden. Eine

schöne Idee, die durch einfache Mittel das Erlebnis Wasser

thematisiert und einen Rahmen für das Kostbare an diesem

Park - den See - bildet.

Positiv zu bewerten sind die betonten Eingänge des zukünftigen

Stadtparks an der Falkenbergstraße. In Verbindung mit

den Schaugärten bildet das einbezogene Arboretum einen

Schwerpunkt der Landesgartenschau und ist auch ein schönes

Thema für den Stadtpark. Das Ausstellungskonzept ist

allerdings schwer nachvollziehbar. Die einzelnen Themen sind

isoliert und zusammenhangslos auf dem Gelände verteilt. Die

Waldbereiche scheinen nicht ausreichend erschlossen und

einbezogen, sowohl im Stadtpark als auch in die Landesgartenschau.

Insgesamt bietet die Arbeit gut Ansätze für die Verwandlung

des Geländes in einen Stadtpark, der die Angebote der vorgefunden

Landschaft gut nutzt und den Kiessee zu einer

Norderstedter Sehenswürdigkeit macht.

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4. Preis

Landschaftsarchitekt: r+b Landschaftsarchitektur, Dresden

Jens Rossa, Sonja Rossa-Banthien

Architekt: DD1 Architekten, Dresden

Eckart Helfrich

Mitwirkende: Alexander Götze, Katrin Hoppe, Andrea Löffler

Der Umgang mit dem landschaftlichen Teil ist geprägt von großem

Respekt vor den Details vorhandener Potentiale. In dieser

Qualität sind behutsam die Eingriffe für den Stadtpark und

die Landesgartenschau zur "Veredelung" des Bestandes eingefügt.

Diese in die Landschaft eingefügte Veredelung dient

sowohl der Erstellung der Landesgartenschau, wie auch einem

neuen Typus des Stadtparks in der nachhaltigen Nutzung. Das

Preisgericht diskutiert die konzeptionelle Logik der eingestreuten

"Kiesel" kontrovers. Die städtebauliche Anbindung an die

Stadt erfolgt unspektakulär über den Fuß- und Fahrweg.

Die Eingangssituation im Süden wird eröffnet durch die gelungene

Inszenierung von Baukörpern, Anordnung der Wechselflor

und ein neugierig machendes Bühnenbild. Das Wasser schimmert

durch die Baukörper und gibt den Blick auf eine Insel

(fast) frei.

Die Organisation des Westufers lebt von dem Spiel mit der

Topographie, die in drei ständig erlebbaren Ebenen immer wieder

die Neugier weckt und neue Eindrücke bringt, ja sogar erzwingt.

Rampen und Treppenanlagen locken und lenken vom

Promenadendeck auf die verschiedenen Holzdecks auf der

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Wasserebene, an der Café, Bootsverleih und sonstige Attraktivitäten

untergebracht sind.

Die großzügige Verteilung von z.B. Cafés und sonstigen attraktiven

Angeboten im Süden der Promenade, auf der Insel

und entlang der ca. 500 m langen Westpromenade während

der Ausstellung sind funktional und einer Landesgartenschau

angemessen. Die Idee eines Musterfriedhofes an exponiertem

Standort wirkt deplaziert. Der behutsame Umgang der Entwurfsverfasser

mit den landschaftlichen Gegebenheiten drückt

sich auch in der Materialität der Wege und Baukörper aus -

Beton in unterschiedlichen Körnungen in Anlehnung an den

ehemaligen Produktionsstandort Kieswerk.

Kritisch ist das attraktive Westufer unter dem Aspekt Nutzung

und Kosten zu sehen. Der schlüssige Entwurf mit einem gelungenen

Vorschlag für das Westufer sprengt allerdings den baulichen

und finanziellen Rahmen einer Landesgartenschau und

eines Stadtparks. Das bebaute Westufer würde nach Errichtung

nicht mehr die gewünschte Flexibilität für eine Veränderung

der bauliche Nutzung bei veränderten Ansprüchen

erlauben.


5. Preis

Landschaftsarchitekt: Bendfeldt Schröder Franke Landschaftsarchitekten BDLA, Kiel

Ulrich Franke

Architekt: jäger jäger Architekten BDA, Schwerin

Prof. Gerd Jäger

Mitwirkende: Marek Jahnke, Maike Volkers, Franca Bosse, Christian Coburger,

Fa. Terraform; Bartoli+Ziegler, Sandra Bartoli, Andreas Ziegler

Als Idee ablesbar erscheint eine Zentralisierung der Ausstellung

auf die Seeparallele mit großem Rundweg entlang der

umgebenen, natürlichen Landschafsteile. Die Landesgartenschau

findet im Wesentlichen auf einem "Deck" von 50 x

700 m statt. Der künstlerische Ansatz wird sehr positiv gewürdigt

und vermittelt großzügig zwischen See und Landschaft.

Die Konzentration der Landesgartenschaubesucher auf einen

so engen Raum kann aber zu einer Dichte führen, die das Einzelerlebnis

beeinträchtigen könnte. Auch die Darstellung der

Konstruktion mit Hochbeeten aus Stampflehm und Kunstrasen

ist umstritten. Die Grundidee der Ausformung der Uferkante,

mit ihrer Entsprechung in der Landschaft, wird auch aus Kostengründen

als positiv gesehen.

Das Eingangsgebäude als monumentaler Solitär von 75 x 15 x

ca. 17 m, das im Weiteren keine Entsprechung findet, ist überdimensioniert,

formuliert aber in seiner Gestaltung den Eingang

deutlich. Es wird eine Wechselnutzung und Klettergärten

vorgeschlagen, wobei es besser wäre, den Klettergarten schon

zur Landesgartenschau zu haben. Die Gastronomie im 4. OG ist

bei den vorhandene Möglichkeiten am See unattraktiv und unverständlich.

Die sonstigen Pavillons sind wenig aussagefähig.

Die Anordnung der Parkplätze in direkter Nähe zum Deck verhindert

eine bessere Gestaltung und hemmt das Aha-Erlebnis

der Eingangsinszenierung. Auch stehen sie durch ihre ungünstige

Lage zum Eingangsbereich einer sinnvolleren Nachnutzung

im Wege.

Die Wegeführung im Eingangsbereich ist nicht klar ablesbar,

und die Grenzen des Landesgartenschau-Geländes sind nicht

eindeutig zu erkennen. Der Rundweg aus heidefarbenen Asphalt

(4 km) erscheint zwar als Fremdkörper in der Landschaft,

führt aber im Wesentlichen zu allen landschaftlichen Bereichen

des Stadtparks und der Landesgartenschau.

Es besteht wenig Flexibilität in der Nachnutzug der Landesgartenschau

für den Stadtpark. Der Landschaftspark ist im

Waldbereich stark ausgelichtet und die Heide bleibt erhalten.

Es ist bedauernswert, dass die Agrarlandschaft nicht einbezogen

wurde. Ein wertvolles Riedbiotop von ca. 10.000 m² findet

im Entwurf keine Berücksichtigung. Die Kosten für die Landschaft

befinden sich im oberen Bereich; für den Hochbau wurden

keine Angaben gemacht.

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Ankäufe

Landschaftsarchitekt: IPL Landschaftsarchitektur, Hamburg,

Gordon Evans

Architekt: K2 Brauer Architekten Partner,

Hamburg, Silke Keuter

Mitwirkende: Mark Krieger, Alexander Fuhse,

Samuel Weber

Die Einrichtungen des Parkes sind entlang einer am Südufer

verlaufenden Achse untergebracht. Arkaden sind in dem Geländesprung

zwischen Stellplatzfläche und einem Holzdeck

am See eingeschoben. Alle kommerziellen Funktionen wie

Wasserski, Badeanstalt und Gastronomie werden hier integriert.

Die Kletterhalle bildet die Begrenzung zwischen Stellplatzfläche

und Strand. Am Westufer verläuft ein "Ereignisband"

mit Ausstellungsflächen. Die Topographie des Geländes

wurde überformt. Der Rodelberg fällt von einem Waldturm als

"gefaltete Landschaft" zum See ab. Ein zweiter Hochpunkt ist

ein Zeltturm, der in einer Landzunge mit Wasserspielplatz und

Seebühne ausläuft. Die vorhandenen Waldflächen sind entlang

neuer Achsen gefasst.

Nachnutzung: Eine einseitig bebaute Straße verläuft parallel

zur westlichen Stadtkante durch die Feldflur.

Hochbau: Die baulichen Elemente sind zum größten Teil in

einer Arkade untergebracht. Die Blumenhalle wird rückgebaut;

die Kletterhalle ist dem Industriegebiet im Süden zugeordnet.

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Landschaftsarchitekt: Weidinger Landschaftsarchitekten,

Berlin

Architekt: Sauerzapfe Architekten, Berlin

Mitwirkende: Felix Schwarz, Heiko Müller, Juliane

Patzak, Verena Schönhart, Mareike Hupfer

Eine organisch gestaltete Promenade folgt dem bepflanzten

Westufer. Eingestreut in die Promenade sind markante Gebäude

und Inseln mit abgesenkten und erhöhten Gärten für

Schaunutzungen. Ein Rundweg führt um den See, am Ostufer

durch einen breiten Schilfgürtel. Eine dem Naturbad gegenüber

liegende Badeinsel ist über Brücken erreichbar. Ein erhöhter

Steg verbindet den West-Eingang mit dem Seeufer. Im

mittleren Bereich sind eine Bühne, Rodelberg und Aussichtspunkt

untergebracht. Westlich hiervon liegen Ausstellungsflächen

und permanente Gärten und Heckengärten.

Nachnutzung: Auf der Promenade werden die Schauflächen

mit Rasenflächen ersetzt.

Hochbau: Prägnante Solitäre, deren einziges verbindendes

Element die Holzbauweise ist, liegen an der Promenade. Eine

terrassierte Blumenhalle mit Gastronomie überspannt den

Höhenversprung in direktem Bezug zum Wasser. Die Dachebene

wird als Aussichtsterrasse genutzt. Die Kletterhalle hat

eine leicht nach außen gewölbte Holzfassade. Das Naturbad

ragt wie ein Bootskörper in den See. Die Wasserskianlage ist

ein kompaktes Rechteck, und ein sternförmiges Hotel liegt vor

dem südlichen Eingang


Landschaftsarchitekt: Rehwaldt Landschaftsarchitekten,

Dresden, Till Rehwald

Architekt: schulz & schulz architekten, Leipzig

Ansgar Schulz, Benedikt Schulz,

Mitwirkende: Tilmann Gebhardt, Dagmar Rehdanz,

Christian Hillebrandt, Karsten Liebner

Das Westufer erhält eine gebaute, architektonisch gefasste

Kante. Die Promenade ist in zwei Ebenen gegliedert, die

durch eine Rasenböschung mit Schaupflanzungen und Sitzmöbeln

verbunden sind. Am südlichen Eingang liegen Hallen

zwischen dem Parkplatz und einem mit Baumreihen bepflanzten

Platz, der in Sitzstufen zur Seebühne abfällt. Ungefähr mittig

liegt eine Florhalle, die den Niveauunterschied aufnimmt.

Westlich der Promenade sind Themen- und Sondergärten aufgereiht;

das Umkleidegebäude ist aus der Achse nach Osten

versetzt. Am östlichen Ufer ist ein "Amphibischer Archipel" aus

schwimmenden Gärten dargestellt, und südlich davon eine

Insel für den Wassersport. Der Damm wird zum größten Teil

erhalten. Im Wald sind "Waldorte" mit dem Thema "morphologische

Sensationen" verstreut. Westlich hiervon sind "Animalische

Wiesen" geplant.

Nachnutzung: Die Blumenhalle wird rückgebaut und ein Festplatz

entsteht. Eine Kletterhalle wird westlich der Promenade

gebaut. Stellplatzflächen im Süden werden bewaldet. Die

Wasser und Ufergärten im Osten werden nicht erhalten.

Landschaftsarchitekt: Marcel Adam Landschaftsarchitekten,

Potsdam

Architekt: Georg Bumiller Architekten, Berlin

Mitwirkende: Veronika v. Bechtolsheim,

Katja Schneider

Das westliche Ufer wird zu einer verspringenden Kante ausgebildet,

die mit Holzterrassen, Wassergärten, Mauern und Rampen

eine Terrassenlandschaft bildet. Die Bauten für Kletterhalle, Restaurant,

Café, Wassersport und Strandbad sind in fast gleichmäßigen

Abständen entlang der Achse aufgereiht. Die Blumenhalle

liegt westlich der Promenade. Der Strand nimmt das nördliche

Ufer ein, von dem aus begehbare Holzpontons eine Verbindung

zum "Dammrelikt" bilden. Landschaftsterrassen formen das bepflanzte

Pendant zu den harten Terrassen am Westufer. Breite

Schilfgürtel und Stege folgen dem Verlauf des Ostufers; vor der

südlichen Halbinsel liegt ein Seerosengarten. Wechselflorbereiche

an den Hängen des Rodelberges schaffen eine Verbindung

nach Westen. Die Stadtkante wird mit einem Parkband aus Obstbäumen,

Hecken und Gärten gesäumt. Sommergärten sind entlang

der Ost-West Achse aufgereiht, und Sportflächen zwischen

Arboretum und Spielplatz.

Nachnutzung: Die Blumenhalle wird zur Skaterbahn umfunktioniert

und die Parkplätze im Süden werden begrünt. Der Seerosengarten

wird versenkt. Die Holzpontons am Nordufer sind

nicht mehr durch Stege verbunden und werden vermietet (rent an

island).

Hochbau: Die polygonalen Baukörper haben alle direkten Wasserbezug

und passen sich der Formensprache der Terrassen an.

Ausnahme ist die Blumenhalle.

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weitere Arbeiten

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Landschaftsarchitekt: Dittloff + Paschburg Landschaftsarchitekten, Hamburg

Architekt: A-Quadrat Architekten + Ingenieure, Hamburg

Mitwirkende: Kathrin Schoppmeier, Lars Weinerth,

Dorothee Köster, Christoph Düesberg, Wolfram Fischer

Landschaftsarchitekt: Andreas Bunk Landschaftsarchitekt, Hamburg

Architekt: she_architekten, Hamburg

Mitwirkende: Andreas Völker, Burkhard Wand,

Lichtplanung: Ina Blome, Heino Gamradt,

Markus Müller, Elena Makarenko

Landschaftsarchitekt: hutterreimann + cejka Landschaftsarchitekten, Berlin

Architekt: atelier pk, Berlin

Philipp Koch

Mitwirkende: Martin Stockmann, Ewa Firlinska, Arkadiusz Gorny

Landschaftsarchitekt: Planungsgruppe Hass, Freiraum und Landschaft,

Rellingen

Architekt: Wischhusen Architektur, Hamburg

Rainer Wischhusen

Mitwirkende: Renate Munder, Rainer Thermann, Anette Schulz


weitere Arbeiten

Landschaftsarchitekt: Lichtenstein Landschaftsarchitekten, Hamburg

Architekt: B+S Architekten, Hamburg

Mitwirkende: Claudia Dahnke, Steffi Mosebach, Dinny Dräger,

Anja Ansel, Lena Mundt, Markus Mross,

Walter Gebhardt

Landschaftsarchitekt: arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg

Architekt: Architekten Prof. Sill, Hamburg

Mitwirkende: Anne Layer, Simone Kühte, Kerstin König,

Christoph Hölzer, Lorenz Tettenborn

Landschaftsarchitekt: SLA A/S, Kopenhagen

Stig L Andersson

Architekt: Dorte Mandrup Arkitekter, Kopenhagen

Mitwirkende: Salka Kudsk, Jonas Rune Sangberg, Thomas Kock,

Signe Hoyer Frederiksen, Simone Maxl,

Marion Pflugfelder, Marianne Hansen, Patrick Kogler

Landschaftsarchitekt: Freiraumplanung Nelson Becker, Norderstedt

Architekt: Architekten v. Mansberg und Wiskott, Hamburg

Mitwirkende: Waack+Dähn IngenieurGmbH,

Scoop arch. visualisierung, Ulrike Krüger,

Manfred Schmidtke, Frauke Dernesch,

Regine Stemmann, Barbara Palandt

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weitere Arbeiten

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Landschaftsarchitekt: atelier 8 landschaftsarchitekten, Baruth/M

Architekt: Grüntuch Ernst Architekten BDA, Berlin

Mitwirkende: Nicole Schulze, Anja Weissflog

Landschaftsarchitekt: plancontext landschaftsarchitektur, Berlin

Architekt: KSV Krüger Schuberth Vanreike, Planung und

Kommunikation GmbH, Berlin

Mitwirkende: Florian Will, Julie Gangneux, Kristina Henk

Landschaftsarchitekt: Stötzer und Neher Landschaftsarchitekten, Berlin

Architekt: gmp v. Gerkan, Marg u. Partner, Hamburg

Mitwirkende: Nils v. Minckwitz, Benjamin Gutsche, Ulrike Janke,

Stefan Büchner, Klaus Lenz, Matthias Mumm

Landschaftsarchitekt: Schirmer - Partner Landschaftsarchitekten, Berlin

Architekt: Duncan McCauley - mesh design, Berlin


weitere Arbeiten

Landschaftsarchitekt: Därr Landschaftsarchitekten, Halle/Saale

Architekt: ACM Architekturcontor Magdeburg AG, Magdeburg

Mitwirkende: T. Miersch, S. Petrat

Landschaftsarchitekt: kokenge.ritter GmbH, Dresden

Architekt: Architekturbüro Knerer & Lang, Dresden

Mitwirkende: Franziska Schieferdecker, Frank Kunkler,

Christoph Grzesiak

Landschaftsarchitekt: TOPOTEK 1 Berlin

Architekt: Behles & Jochimsen, Berlin

Mitwirkende: Anna Lundquist, Karoline Liedtke, Christian Bohne,

Astrid Wirth

Landschaftsarchitekt: LOCODROM Landschaftsarchitekten, Berlin

Architekt: Spreen Architekten, München

Mitwirkende: Matthias Hartmann

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Impressum

Ausloberin / Herausgeberin

Stadtpark Norderstedt GmbH

Heidbergstrasse 101-111

22846 Norderstedt

Gestaltung / Organisation / Koordination

D&K drost consult

Hohe Brücke 1 / Haus der Seefahrt

20459 Hamburg

Tel.: 040 360984-0

Fax: 040 360984-11

Mail: info@drost-consult.de

www.drost-consult.de

Druck

Partner Werbung und Druck GmbH

Gehrstücken 3

25421 Pinneberg

Tel.: 04101 6998-0

Fax: 04101 6998-99

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www.partnerdigital.de

Auflage: 150 Exemplare

Dezember 2006

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