Ausgabe Nr. 1 / 2006 (2,3 MB) - St. Vincenz Krankenhaus Limburg

st.vincenz.de

Ausgabe Nr. 1 / 2006 (2,3 MB) - St. Vincenz Krankenhaus Limburg

2 > VIA > Editorial

Mensch - Medizin - Technik

UNSER WEG

01|2006

ST. VINCENZ und ST. ANNA

DAS KLINIKMAGAZIN DER KRANKENHAUSGESELLSCHAFT ST. VINCENZ mbH

Gemeinsam

für die Zukunft!

Die Würfel sind gefallen

Standorterhalt! Die Zusammenführung von

St. Vincenz und St. Anna ist endgültig beschlossen

> ab Seite 3

„Unser Haus” wird „VIA”

Das Hausmagazin geht neue Wege

> mehr dazu auf den Seiten 2 und 4

Neue Perspektive

für die Frauenklinik St. Vincenz

> Seite 10

KRANKENHAUSGESELLSCHAFT

ST. VINCENZ mbH


2 > VIA > Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Es muss zusammenwachsen, was zusammen gehört“ – Friedensnobelpreisträger

und Ex-Kanzler Willy Brandt hat diesen Satz zwar in einem größeren politischen

Zusammenhang geprägt, aber er passt auch auf unsere Situation. Auch

wir müssen zusammenführen, was zusammengehört – genauer gesagt, zusammenwachsen

lassen, was zusammengehören muss: Nämlich St. Vincenz und

St. Anna. Es gibt keine Alternative. Also machen wir uns gemeinsam daran, das

Beste daraus zum Wohle der Menschen dieser Region zu machen. Schritt für

Schritt, nicht übereilt, wohlüberlegt.

Einen Schritt haben wir mit dieser ersten gemeinsamen Ausgabe der Zeitschrift

der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, die ja auch St. Anna beinhaltet, gemacht.

Nach zehnjähriger Eigenständigkeit wird „UnserHaus“ mit der halb so alten

Schwester „Anna-News“ zu „VIA“ verschmelzen und eine Einheit. Oh, wenn

doch alles so einfach wäre!

Das neue Produkt zur Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Patienten

und aller Interessenten aus Politik und Gesellschaft ist das Ergebnis intensiver

gemeinsamer Beratungen. Auch der Titel „VIA“, was bekanntlich der

Weg heißt. Es ist für uns alle ein gemeinsamer Weg – „VI“ steht für Vincenz und

„A“ für Anna. Es soll ein Weg sein, nicht unterschiedliche Wege, keine Überholspur

und schon gar nicht Gegenverkehr! Vor allem auch ein Weg ohne

„Falschfahrer“.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Herausgabe einer Mitarbeiterund/oder

Patienten-Zeitschrift eine ungewöhnliche und progressive Kommunikationsinitiative

für ein Krankenhaus. Heute ist sie elementares Instrument einer

erfolgreichen Unternehmensstrategie und auch sichtbares Zeichen einer klaren

Kundenorientierung. Deshalb wird „VIA“ auch an einweisende Arztpraxen

versandt und für wartende Patienten ausgelegt. Der jetzt geplante erweiterte Versand

an öffentliche Einrichtungen hat das Ziel, auch nach außen hin über die

wegweisenden Entwicklungen im Rahmen der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz

zu informieren. „VIA“ ist eben ein elementarer Baustein dafür, den Menschen

der Region unser wichtigstes Anliegen zu transportieren: Nämlich ein zuverlässiger

und innovativer Partner einer wohnortnahen medizinischen

Versorgung zu sein!

Dazu werden wir in Zukunft unsere beiden zwar individuellen, in ihren jeweiligen

Funktionen und auf ihren jeweiligen Gebieten aber starken Standbeine nutzen:

Das St. Anna- und das St. Vincenz-Krankenhaus, die mit ihrem jeweils ganz

eigenen „Charisma“ für die Menschen des Landkreises Limburg-Weilburg da

sind. Signifikantes Zeichen hierfür soll das Titelblatt dieser besonderen Ausgabe

sein: zwei Individuen reichen sich die Hand. Und es wird deutlich: Auch die

kleine Hand scheint der großen viel Kraft zu geben! Gegenseitig Kraft geben –

so, liebe Leserinnen und Leser, verstehe ich unsere Arbeit und unser Selbstverständnis

innerhalb der Krankenhausgesellschaft. Zum Wohle der Patientinnen

und Patienten. Und als individuelle Partner mit jeweils eigenen, ganz besonderen

Stärken. Ich wünsche mir, dass der eine jeweils dem anderen ein sicherer Beifahrer

auf einem erfolgreichen Weg in eine sichere Zukunft ist!

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich,

Ihr

Hans-Joachim Ehrhardt

Geschäftsführer

der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH

KRANKENHAUSGESELLSCHAFT

ST. VINCENZ mbH

INHALT

Zukunfts-Sicherung 3

Bilanz eines Jahres

Interview: Hans-Joachim Ehrhardt 5

Geschäftsführer KHG St. Vincenz mbH

Zukunft für St. Anna 6

Neues Konzept - gesicherte Existenz

Prognose: Fusion als Überlebenschance 7

Würde: Palliativmedizin in St. Anna 8

Hadamar: Neue Perspektiven 9

Berufung: Neuer Chefarzt 10

an der Vincenz-Frauenklinik

Schwerpunktthema Onkologie: 12

Erstes Patienten-Forum der

Krankenhausgesellschaft

Zertifiziert: Das OP-Management 14

für unsere Patienten

Habilitiert: Dr. Joachim Hillmeier 15

zum Privat-Dozenten ernannt

Neu: Die Dialysegeräte im St. Vincenz 16

Eröffnung: 18

Neues Schlaflabor in St. Anna

Zukunftsweisend: 20

Das neue LEITBILD 2006

Patientenservice St. Anna 22

Neue Patientenaufnahme und Pforte

sowie ein Patientenservice-Center

Umsorgend: 24

Krankenhausseelsorge St. Anna

Kunsttherapie: 26

Vom Eigensinn der Bilder

Provokativ: Heil oder Heilung? 28

Planung: Neues Ärztehaus bis 2007 30

Vortrag: Keine Angst vor Strahlen 31

Personalnachrichten & In Kürze 32

IMPRESSUM

HERAUSGEBER:

Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH

Auf dem Schafsberg, 65549 Limburg

Tel.: (06431) 292-0, Fax: (06431) 292-4118

Tel.: (06433) 87-0, Fax: (06433) 87-6344

E-Mail: info@st.vincenz.de

E-Mail: info@anna-kh.de

www.st-vincenz.de

www.anna-kh.de

REDAKTION:

Nicola von Spee, Ulrich Haßler,

Petra Hoffmann, Anna-Team-Ansprechpartnerin:

Renate Sietzke

V.i.S.d.P Hans-Joachim Ehrhardt

Konzept & Layout: Natascha Schäfer

S!DESIGNMENT, www.s-designment.net

Bilder: Archiv KH St. Vincenz & KH St. Anna

Druck: Druckerei Bender, Wettenberg

Auflage: 3.500

Die Beiträge geben die Meinungen

der jeweiligen Verfasser wieder.

Die Würfel sind gefallen ...

Zukunfts-Sicherung

durch mehr Leistung

Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt

ein Jahr im Amt

>> Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz nimmt den durch die Gesundheitsreform

hervorgerufenen Konkurrenz-Kampf zwischen den Kliniken an. Mit einem noch weiter

verbesserten Angebot an ärztlicher und pflegerischer Leistung und mit Millionen-

Investitionen will Hans-Joachim Ehrhardt, seit einem Jahr Geschäftsführer, die Krankenhausgesellschaft

als renommierten medizinischen Versorger auch für Patienten

weit außerhalb des bisherigen Einzugbereichs attraktiv machen. „Wir wollen die Krankenhausgesellschaft

St. Vincenz zur Marke machen, die große Beachtung findet“, umriss

der Geschäftsführer jetzt vor Journalisten das Ziel. Bei einem Fazit nach Ablauf

seines ersten Dienstjahres in der Bischofsstadt wies Ehrhardt auf die guten Chancen

und besten Voraussetzungen hin, welche die Krankenhausgesellschaft habe – nicht zuletzt

auch nach dem Zusammenwachsen von St. Anna (Hadamar) und St.Vincenz

(Limburg).

Investitionen für die Zukunft

Als besonders günstig bezeichnete Ehrhardt den baulichen Zustand der beiden Häuser.

Dass das St. Vincenz-Krankenhaus trotzdem immer wieder einer Großbaustelle

gleiche mache deutlich, „dass hier – wie auch in Hadamar – weiter in die Zukunft investiert

wird.“ Zurzeit werde in Limburg die zentrale Patientenaufnahme mit zwei zusätzlichen

OP Einheiten für rund 5,5 Millionen Euro errichtet.

Aktuell < VIA < 3

Neues Ärztehaus

auf dem Klinikgelände

In Kürze solle am Nordrand des Klinik-

Geländes mit dem Bau eines zunächst

dreigeschossigen Ärztehauses begonnen

werden. „Für diese rund fünf Millionen

Euro umfassende Investition haben wir

mit der Limburger Familie Reusch einen

bekannten privaten Investor gefunden“,

freut sich Ehrhardt (siehe auch Seite 30).

Nach den bisherigen Planungen sollen

in dem neuen Ärztehaus im Erdgeschoss

eine ambulante Reha untergebracht werden.

In den beiden Etagen darüber seien

Arztpraxen für ambulante Chirurgie, für

Orthopädie, Gynäkologie und Zahnmedizin

vorgesehen. Ehrhardt: „Diese Praxen

bieten wir allen niedergelassenen

Ärzten in Limburg und Umgebung an.

Wer letztendlich diese Kooperation mit

dem Krankenhaus eingehen wird ist

noch nicht entschieden.“ Sicher sei aber

ein sinnvoller Patienten-Transfer hin

zum Krankenhaus und die Nutzung der

dort vorhandenen technischen und medizinischen

Ressourcen.


4 > VIA > Zukunft

Hans-Joachim Ehrhardt

Geschäftsführer

der Krankenhausgesellschaft

St. Vincenz mbH

St. Anna als Portalklinik

Auch in Hadamar soll zukünftig in die

weitere Verbesserung der Infrastruktur

investiert werden. Das St. Anna-

Krankenhaus solle zu einer Portalklinik

umfunktioniert werden und eine Abteilung

für Palliativ-Medizin erhalten. Darüber

hinaus solle bis zum Jahresbeginn

2007 die Kurzzeit-Chirurgie eingeführt

und die Konzepte für die Abteilung Innere

Medizin-Pneumologie und für die Einrichtung

einer geriatrischen Abteilung

entwickelt werden, berichtete Ehrhardt.

Kein Verständnis zeigte der Geschäftsführer

für die Behandlung des Themas St.

Anna-Krankenhaus. Es eigne sich wahrlich

nicht zum Wahlkampf-Thema und

verunsichere nur die Patienten. Ehrhardt:

„Es gab und gibt keine Alternative zu den

Plänen, die mit dem hessischen Sozialministerium

abgestimmt wurden. Es sei

denn, man will die Schließung des Hauses,

das bereits rote Zahlen schreibt, was

bei einer Auslastung von unter 50 Prozent

nicht ausbleibt.“

Und: Nach wie vor würden die Menschen

aus Hadamar und Umgebung ortsnah

versorgt, da eine Entfernung von

maximal zehn Kilometern oder ca. 15

Minuten Fahrzeit zum St. Vincenz immer

noch Nähe bedeute. Solche Entfernun-gen

seien auch innerhalb von Groß-

Zukunfts-Sicherung durch mehr Leistung

städten ganz normal. Ehrhardt appellierte

an alle Verantwortlichen in Hadamar,

die Diskussion zu beenden und sich

stattdessen konstruktiv an dem Veränderungsprozess

zu beteiligen. „Wir wollen

und werden jedenfalls alles tun, dass

der Zusammenschluss der beiden Häuser

zum Wohle der Menschen in diesem

Raum geschieht“, machte der Geschäftsführer

deutlich.

ViA – neuer Titel

für die Hauszeitschrift

Wie wichtig für die Klinik-Verantwortlichen

eine erfolgreiche und gedeihliche

Zusammenführung der beiden Häuser

sei, zeige sich auch am neuen Titel der

Haus- und Patienten-Zeitschrift. Die heiße

künftig nicht mehr „Unser Haus“,

sondern „ViA“ – was der Weg heiße.

Gemeint sei damit der Weg zwischen

Vincenz – dafür das Vi – und Anna –

dafür das A. Vor allem aber sei damit

ein gemeinsamer Weg gemeint, nicht

unterschiedliche, nicht Überholspur, vor

allem nicht Gegenverkehr.

„Es gab und gibt

keine Alternative zu den

Plänen, die mit dem hessischen

Sozialministerium

abgestimmt wurden ...”

Neues Leitbild

Als Zeichen für den festen Willen, die

Qualität der Krankenhaus-Leistung weiter

zu verbessern wertete Ehrhardt das neue

Leitbild. Unter dem Titel „Gesund werden

- gesund bleiben“ sei hier festgeschrieben,

wie die Arbeit künftig sein werde –

von der „Verantwortung und Nächstenliebe“

über „Zukunfts-Investitionen“,

„Qualität und Rentabilität“ bis zum

Mittelpunkt der Arbeit „Der Mensch“. Als

weitere Stichworte nannte der Geschäftsführer

das verbesserte Qualitäts- und Beschwerde-Management,

die Zertifizierung

und die Gewährleistung bester medizinischer

und pflegerischer Leistung.

Spagat zwischen Ethik und Profit

Als einen schwierigen Spagat zwischen

Ethik und Kommerz bezeichnete Ehrhardt

die wirtschaftlichen Zwänge der

Krankenhäuser, die einerseits den helfenden

Auftrag hätten und mit den

kranken Menschen in besonderer Weise

umzugehen hätten, anderseits aber zu

kostendeckender Arbeit verpflichtet

seien. Durch die Kassen fast planwirtschaftlich

budgetiert, müssten sie alle

Freiräume nutzen, sich in den Leistungen

zu unterscheiden. In beiden Häusern

St. Vincenz und St. Anna – solle dies

durch ständige Qualitätsverbesserung

geschehen. So könne man auch den Einzugsbereich

in Richtung Wiesbaden,

Gießen, Koblenz und Neuwied erweitern

und die jährliche Patientenzahl von derzeit

19.000 auf über 23.000 steigern.

Neue Chef-Ärzte

Erfolg stehe und falle mit denen, die ihn

erarbeiten müssen – den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern. Dem habe man in

besonderer Weise Rechnung getragen,

betonte Ehrhardt. Bereits unter seinem

Vorgänger seien sechs neue Chefärzte

eingestellt worden und die Zahl der

Oberärzte habe man um sieben erhöht.

Darüber hinaus habe man gerade mit

Dr. Peter Scheler einen hoch qualifizierten

neuen Chefarzt für die Gynäkologie

eingestellt. Außerdem stehe man kurz

vor der Verpflichtung eines neuen Chefarztes

für die Anästhesie und interdisziplinäre

Intensiv-Medizin. Und auch die

derzeit vakante Stelle des Verwaltungs-

Direktors stehe ebenfalls kurz vor der

Neubesetzung.

Wirtschaftsfaktor Krankenhaus

In seinem Resümee wies Ehrhardt darauf

hin, dass man die Schlag-Zahl für die

Arbeit innerhalb der Krankenhausgesellschaft

kräftig erhöht habe: „Müssen wir

auch, wenn wir erfolgreich sein wollen.

Erfolgreich zum Wohle der vielen Menschen

in und um Limburg und Hadamar,

die als Patienten unsere Hilfe brauchen

und die sie auch erwarten können. Erfolgreich

aber auch zum Wohle der rund

1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

– ob nun in der Ärzteschaft, der Pflege,

der Technik oder der Verwaltung.“

Schwerpunkt-Krankenhäuser seien eben

auch wesentliche Wirtschafts-Faktoren,

gerade im ländlich strukturierten Raum,

so der Geschäftsführer.

Interview mit

Hans-Joachim Ehrhardt

Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH

Mit Verstand, Wissen und Optimismus“ – so wollte der

neue Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt das

„Unternehmen“ Krankenhausgesellschaft St. Vincenz

führen. „Mutig“ halt, wie er es bei seinem Antritt nannte.

Und an eben diesem Mut wollte er sich messen lassen.

Die Messlatte lag – und liegt immer noch – hoch.

Frage: Was ist nach einem Jahr davon geblieben? Denn

nach genau einem Jahr zog „der Neue“ vor Journalisten

Bilanz. Vor uns, vor „VIA“, auch.

>> Herr Ehrhardt, wie mutig mussten

Sie denn im ersten Jahr Ihrer Amtszeit

hier in Limburg – und Hadamar natürlich

auch – sein?

Na, ja – wer die Diskussionen der letzten

Monate verfolgt hat, der kann selbst einschätzen,

wie viel Courage aufgewendet

werden musste, die Dinge ins rechte Lot

und auf den richtigen Weg zu bringen.

Wobei es ja nicht unbedingt besonderen

Mutes bedarf, Dinge, die man nicht ändern

kann, zu tun und zu vertreten. Dazu gehört

der Zusammenschluss von St. Vincenz und

St. Anna unter den von der Landesregierung

vorgegebenen Bedingungen. Deshalb

spreche ich in diesem Zusammenhang lieber

von Courage, von beherztem Zupakken.

Und da sind sich ja im Grunde auch

alle, die wirkliche Verantwortung für die

gesundheitliche Versorgung in dieser Region

tragen, einig.

Wir haben in diesem Jahr viele Dinge wir

auf den Weg gebracht: Investitionen zum

Beispiel, personelle Entscheidungen, neue

Angebote in der Behandlung und nicht zuletzt

die Gesamthaus-Zertifizierung nach

ProCumcert. Das sind mutige Entscheidungen

für eine erfolgreiche Zukunft. Bei all

diesen Bemühungen kann ich mich auf die

Unterstützung des Verwaltungsrates verlassen,

der seinerzeit natürlich auch Erwartungen

in mich gesetzt hat.

Stichwort Hadamar: Die Diskussion wird

nicht zuletzt auch sehr emotional geführt.

Ganz ehrlich – gibt es keine andere

Lösung für St. Anna?

Eindeutig: Nein! Wer St. Anna überhaupt

erhalten will, der muss einsehen, dass

das jetzt mit der Landesregierung abgestimmte

Konzept die einzige Chance ist,

das Krankenhaus überhaupt zu erhalten.

Die Alternative wäre Schließung – oder

jeder Patient müsste nach der bisherigen

Belegung 500 Euro aus eigener Tasche

zuzahlen.

Wirtschaftliches Handeln auf der einen Seite,

humanitäres Wirken auf der anderen.

Wie wollen Sie diesen Spagat schaffen?

Durch Einsicht in die Notwendigkeit aller

betroffenen und handelnden Personen –

den Verantwortlichen in der Krankenhausgesellschaft,

den Ärzten außerhalb der Kliniken,

den Kassen und nicht zuletzt der

Patienten. Denn deren optimale Versorgung

– und das ist schließlich unser Ziel –

hängt ausschließlich davon ab, wie viel

Geld uns zur Verfügung steht. Für Personal

ebenso wie für bauliche Investitionen

oder Geräte-Anschaffungen.

Deshalb ist mein Ziel, das „Unternehmen“

St. Vincenz mit hoher Transparenz nach

innen wie nach außen zu führen. Die Eigenverantwortlichkeit

zu stärken. Die

Kommunikation zu intensivieren, damit

die Menschen wissen was wir tun, was wir

können und auch was wir nicht können.

Dabei erwarte ich von allen handelnden

Personen Integrität, Aufrichtigkeit, Verständnis

und Geradlinigkeit. Vor allem

aber auch Offenheit gegenüber notwendigen

Veränderungen

„Wirtschaftlichkeit“ ist in der heutigen

Zeit oft das Synonym für Arbeitsplatz-Abbau.

Auch in. St. Vincenz und St. Anna?

Zunächst einmal nein! Aber dann doch

ein vielleicht! Warum? Weil wir die Voraussetzung

dafür schaffen müssen. Und

die heißt: Erfolgreiche Umsetzung unseres

gemeinsamen Konzeptes. Im Klartext

bedeutet das:

• Wir brauchen 20 Prozent oder 4.000

Patienten mehr, die wir versorgen;

• eine Auslastung in Limburg und Hadamar

von 80 bis 85 Prozent – bisher haben

wir in Hadamar 50 und in Limburg

75 Prozent;

Den damit erzielbaren Mehrerlös brauchen

wir dringend für die notwendigen baulichen

und medizintechnischen Anpassungen,

aber auch für neue Arbeitsplätze, die

Interview < VIA < 5

wir nur schaffen können, wenn wir mehr

Patienten haben.

Soweit die Ziele und die Notwendigkeiten.

Was waren die Highlights in einem

Jahr Limburg/Hadamar?

Zunächst einmal brauchten wir ein optimales

Werkzeug zur Bestandsaufnahme

und zur Einleitung notwendiger Veränderungen.

Das haben wir mit dem Beginn der

Zertifizierung nach Pro CumCert gefunden.

Meine Strategie-Tagung mit den Chefärzten

hat neue Erkenntnisse gebracht. Wir – der

Verwaltungsrat, das Direktorium und die

Chefärzte – werden künftig noch enger zusammenarbeiten

und gemeinsam eine Strategie

zur Zukunftsentwicklung erarbeiten.

Der Feststellungsbescheid des Landes Hessen

für Hadamar hat den Schwebezustand

dort beendet. Jetzt können und müssen wir

konkret arbeiten.

Unser neues Leitbild „Gesund werden – gesund

bleiben“ macht deutlich, wie wir künftig

arbeiten und dass der Mensch dabei immer

im Mittelpunkt stehen wird – ob als

betroffener Patient oder betroffener Angehöriger.

Mit dem in Kürze zu erwartenden Startschuss

zum Bau des Ärztehauses (siehe auch

Seite 30) werden wir einen wichtigen Schritt

in die Zukunft tun. Das gilt im übrigen auch

für den Bau der zentralen Patientenaufnahme.

Und nicht zuletzt haben wir mit der Entwicklung

langfristiger Leitziele – wie der Vision

der „Marke“ „Vincenz und Anna“ –

einen Meilenstein für unsere Arbeit gesetzt.

Ich finde, das ist schon eine ganz ordentliche

Bilanz von Höhepunkten für das erste Jahr.

Damit bin ich auch für mich ganz persönlich

recht zufrieden. Darauf können wir aufbauen.

Vielleicht müssen wir aber auch unsere

Schlagzahl noch weiter steigern. Wir haben

schon einiges geschafft – aber es bleibt eben

doch noch viel zu tun…

Da bleibt uns als Redaktion nur noch ein „ad

multos annos“, Herr Ehrhardt – auf viele

weitere erfolgreiche Jahre und auf eine auch

weiterhin gute Zusammenarbeit!


6 > VIA > St. Anna

Zukunft der

Hadamarer Klinik

mit neuem

medizinischen

Versorgungskonzept

gesichert!

Zukunft für St. Anna:

Ein neues Konzept sichert die Existenz!

Partnerschaft konkret definiert: Die Arbeitsplätze

bleiben erhalten/Fusion mit St. Vincenz im Krankenhausrahmenplan

des Landes Hessen aufgenommen

>> Eine zukunftsorientierte Neustrukturierung für die Kliniken der Krankenhausgesellschaft

St. Vincenz mbH ist nun perfekt: Der Feststellungsbescheid des Hessischen

Sozialministeriums, welcher Ende des vergangenen Jahres am Sitz der Gesellschaft

auf dem Limburger Schafsberg eintraf, bestätigt eine von Geschäftsführer Hans-Joachim

Ehrhardt und dem Verwaltungsrat entwickelte neue Konzeption innerhalb des

Hessischen Krankenhausrahmenplans für 2006. Die Krankenhausgesellschaft soll

künftig als ein Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten geführt werden. Damit verbunden

ist u. a. die Einrichtung einer internistischen Pneumologie und einer Palliativabteilung

im St. Anna-Krankenhaus Hadamar. Für das St. Anna-Haus bedeutet

dies de facto die Absicherung seiner Existenz und nicht zuletzt die Sicherung von

rund 100 Arbeitsplätzen. Der Hadamarer Bevölkerung beschert die engere Verzahnung

mit dem Limburger St. Vincenz-Krankenhaus ein regional abgestimmtes Konzept

zur Sicherung hochwertiger medizinischer Versorgung.

Die bisherigen Versorgungsstrukturen konnten aufgrund der aktuellen Gesetzgebung

nicht mehr aufrechterhalten werden. Die medizinisch strukturellen Veränderungen

werden in den nächsten Jahren in enger Abstimmung mit den im St. Anna

Krankenhaus tätigen Ärzten Zug um Zug umgesetzt werden.

Erhalt von Arbeitsplätzen, Erhalt beider Standorte

und wissenschaftlich medizinische Schwerpunktbildung

Konkret sieht die neue Konzeption vor: Primäre stationäre Versorgung wird es in Hadamar

in den Schwerpunkten der Inneren Medizin Pneumologie (Lungenheilkunde),

Schmerztherapie, Palliativmedizin sowie Kurzzeitchirurgie und HNO geben. Darüber

hinaus soll das Haus auch künftig seine Aufgabe als medizinischer Anlaufpunkt für

die Bevölkerung der Region wahrnehmen. Dies bedeutet: In Verbindung mit einem

Ausbau der technischen Möglichkeiten wird in Hadamar auch zukünftig diagnostische

Abklärung und ambulante, tagesklinische Versorgung angeboten. Die stationäre

therapeutische Patientenversorgung wird in enger Kooperation mit dem St. Vincenz-Krankenhaus

betrieben werden, wo die differenziertere Medizintechnik

vorgehalten wird. Mit den Vertretern der in Hadamar traditionell starken Geburtshilflichen

Abteilung soll im Rahmen einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit

den Beleghebammen und den Vertretern der Arztpraxen die Einrichtung eines Geburtshauses

diskutiert werden.

Durch die Verlegung kurzzeitchirurgischer und ambulanter Fälle aus Limburg wird

St. Anna direkte Unterstützung zur wirtschaftlichen Auslastung der vorhandenen Infrastruktur

erfahren. Mediziner aus Limburg werden künftig auch in Hadamar tätig

sein, ein medizinisches Versorgungszentrum

befindet sich in der Planung. Verschiedene

Dienstleistungen wie beispielsweise

die Verwaltung, die Technik,

das Labor und die Speisenversorgung

werden künftig für beide Betriebsstätten

am Limburger Standort betrieben.

Vertrauensbildende Maßnahme

nach innen und außen:

„Wir haben Wort gehalten“

Alles in allem ein stabiles Bündnis für

die Gesundheitsversorgung der Region

und Netzwerk-Ökonomie im besten Sinne

des Wortes, so das Resümée der Krankenhausleitung.

Geschäftsführer Hans-

Joachim Ehrhardt: „Die allgemeine

Schlechtwetterlage, die andernorts kleine

Häuser in die Knie zwingt, haben wir

als Chance genutzt. Die gesetzlichen

Rahmenbedindungen sind nun einmal

Fact – dennoch haben wir uns in den

Verhandlungen nicht mit einem bloßen

Kompromiß zufrieden gegeben, sondern

für St. Anna ein zukunftsfähiges Konzept

erzielt.“ Betriebsgröße allein sei

eben nicht erfolgsentscheidend. Vielmehr

sei es darum gegangen, innovative

Ressourcen zu kombinieren, vorhandene

Kompetenz sinnvoll zu ergänzen: „Es

ging bei dem neuen Konzept nicht darum,

dass sich David gegen Goliath

durchsetzt. Es ging und geht um eine

konkrete Definition von Partnerschaft.

Darum, dass Menschen mit Phantasie

und Energie ihre Kräfte bündeln“, resümiert

Ehrhardt.

Stellungnahme des Verwaltungsratsvorsitzenden der

Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH zum neuen

Konzept für die Hadamarer Klinik:

„Fusion ist

eine Überlebenschance für St. Anna“

>> „Es gibt keine Alternative zu unserem Konzept für das St. Anna-

Krankenhaus“ - so reagiert der Verwaltungsratsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft

St. Vincenz mbH, Erwin Reuhl, auf die zahlreichen Stellungnahmen zur

vieldiskutierten neuen Struktur der Hadamarer Klinik. Grund sei vor allem die finanzielle

Situation des Hauses: „Seit zwei Jahren schreibt St. Anna rote Zahlen, prognostiziert

für 2006 kann diese Zahl sogar die Millionengrenze überschreiten.“ Der

Grund seien rückläufige Belegungszahlen in allen Abteilungen des Hauses, auch in

der Gynäkologie. „Wir stellen hier einen eindeutigen Trend nach unten fest. Die Belegung

ist seit 1999 um ein Drittel geschrumpft, ein Ende ist nicht abzusehen“, resümiert

Reuhl. Viele früher stationäre Leistungen würden von den Kassen nicht

mehr bezahlt und könnten nur noch ambulant abgerechnet werden, zahlreiche Leistungen

dürften ausschließlich von Häusern der Schwerpunktversorgung, also größeren

Kliniken, erbracht werden. Von daher sei die wirtschaftlich schlechte Bilanz

von St. Anna allein mit der Erstattungspolitik der Kassen zu begründen und stehe

keineswegs - wie vielfach vermutet - in kausalem Zusammenhang mit der Fusion.

Zutreffend sei vielmehr das genaue Gegenteil: „Ohne die Fusion hätte die Krankenhausversorgung

in Hadamar keine Zukunft“, lenkt der Verwaltungsvorsitzende den

Blick auf die unwiderrufliche Konsequenz des Beharrens auf alten Strukturen.

„Ohne die Fusion hätte die Krankenhausversorgung

in Hadamar keine Zukunft.”

Gemeinsam sind wir stark.

Reuhls Appell an die Hadamarer Bevölkerung:

„Akzeptieren Sie dies bitte als

reelle Chance“. Während andernorts vergleichbare

kleinere regionale Krankenhäuser

geschlossen würden, sei hier ein

zukunftsfähiges Konzept entwickelt worden:

„Die einzige Alternative hierzu wäre

die Schließung von St. Anna“, mahnt

Reuhl, der mit seinem Appell zur Besinnung

auf unumstößliche Realitäten ausdrücklich

auch die Kritiker ins Visier

nimmt. „Jeder, der dieses Konzept bekämpft,

gefährdet die Zukunft des Hauses.“

Denn es stehe außer Zweifel, dass

das Haus in seiner bisherigen Struktur

vom Ministerium geschlossen werde:

„Dann hätte Hadamar überhaupt keine

ortsnahe Basis mehr für die medizinische

Grundversorgung der Bevölkerung.“

Von daher sei die derzeitige Diskussion

um St. Anna geradezu kontraproduktiv.

Lange genug habe man versucht, die bisherige

Struktur zu erhalten. Das Ergebnis

St. Anna < VIA < 7

seien Verluste, die das Gesamtengagement

im Gesundheitswesen in der Region

beeinträchtigen. Von daher sei es

aus heutiger Sicht schon problematisch

gewesen, nicht bereits im Jahr 2001 eine

solche Neukonzeption konsequent und

zielstrebig verfolgt zu haben, räumt

Reuhl ein. „Wir haben bis zuletzt versucht

Bewährtes zu erhalten, nun müssen

wir definitiv neue Wege einschlagen,

dies ist eine allerletzte Chance für St.

Anna“. Nicht zuletzt seien mit dem neuen

Konzept unabdingbar auch die Sicherung

der mehr als 100 Arbeitsplätze verbunden,

ruft der Verwaltungsratsvorsitzende

den Kritikern der Krankenhausehe

ins Gedächtnis.

Dabei habe man sich an die gesetzlichen

Vorgaben zu halten: „Es macht keinen

Sinn, geltendes Recht und gegebene

Sachverhalte zu ignorieren. Der Gesetzgeber

verlange im Rahmen einer Fusion

sinnvoll aufeinander abgestimmte medizinische

Einheiten. Dies bedeute konkret,

dass es keine doppelt vorgehaltenen

Fachabteilungen geben dürfe. „Das ist

einfach Fakt“, konstatiert der Jurist. So

seien medizinisch sinnvolle Schwerpunkte

im Gesamtkonzept in Abstimmung

mit dem St. Vincenz eine logische

Konsequenz gewesen. Das Ergebnis sei

nun ein regional abgestimmtes Konzept

zur Sicherung hochwertiger medizinischer

Versorgung, das beständig ergänzt

werden müsse – dies gelte es ins Zentrum

des Blickfelds zu rücken.

Ohnehin werde sich abgesehen von Zusatzangeboten

in Hadamar, wie der Palliativmedizin

und dem Schlaflabor voraussichtlich

in naher Zukunft am

Angebot für die Patienten gar nichts ändern.

Die medizinisch strukturellen Veränderungen

würden in den nächsten

Jahren möglichst in enger Abstimmung

mit den im St. Anna Krankenhaus tätigen

Ärzten Zug um Zug umgesetzt, betonte

Reuhl.


8 > VIA > St. Anna

In Hadamar auch ein Vermächtnis der Geschichte:

Palliativmedizin

verhilft zum Sterben in Würde

Ärztlicher Direktor des St. Vincenz-Krankenhauses

zur geplanten Palliativstation in St. Anna

Dr. Klaus-Peter Schalk

„Ars vivendi, Ars moriendi

– auf solchen Stationen

kann durch intensive

Unterstützung und

Begleitung das Sterben

zur letzten Chance des

Lebens werden.“

Dr. Klaus-Peter Schalk und sein Team auf Visite

>> Den Befürchtungen Hadamarer Politiker, mit der Einrichtung einer Palliativstation

im St. Anna-Krankenhaus würde die Klinik dort auf ein Art „Sterbehaus“ reduziert,

ist der Ärztliche Direktor des St. Vincenz-Krankenhauses, Dr. Klaus-Peter

Schalk, vehement entgegengetreten. Es sei zwar verständlich, dass man ausgerechnet

in Hadamar eine solche Einrichtung besonders sensibel betrachte. Allerdings könne gerade

vor dem Hintergrund der Geschichte der Stadt eine solche Palliativstation einen

einfühlsamen Kontrapunkt setzen, ja letztlich Geschichte ganz konkret aufarbeiten.

Moderne Palliativkonzepte, wie in St. Anna vorgesehen, sorgten für hochdifferenzierte,

psychologisch gestützte Betreuung in schwersten Lebenskrisen – sowohl für die

Betroffenen selbst, als auch für ihre Angehörigen. Ein Abschied in Würde sei für Tumorkranke

oft nur mit solcher Hilfe möglich. Dr. Schalk: „Ars vivendi, Ars moriendi –

auf solchen Stationen kann durch intensive Unterstützung und Begleitung das Sterben

zur letzten Chance des Lebens werden.“ Was der frühere Hadamarer Bürgermeister Hermann

Bellinger im Informationsgespräch mit der Krankenhausgesellschaft als „denkbar

schlechte Lösung“ für St. Anna deklariert habe, ist nach Ansicht des Onkologen Dr.

Klaus-Peter Schalk, geradezu ein ideales Ergebnis im Kampf um den Erhalt der Klinik:

St. Anna mit seiner ruhigen Lage und seiner besonderen Atmosphäre ist hierfür geradezu

prädestiniert.“

Die vielschichtigen Probleme, mit denen ein Tumorkranker im Verlauf seiner Erkrankung

konfrontiert wird, erfordern insbesondere dann, wenn die kurativen (also heilenden)

Grenzen erreicht sind, die Schaffung neuer Strukturen. 18 Prozent der Tumorpatienten

brauchen aktuellen Untersuchungen zufolge im letzten Jahr ihrer

Erkrankung mindestens einen stationären Aufenthalt auf einer Palliativstation. Obwohl

die Weltgesundheitsbehörde der Palliativmedizin vor dem Hintergrund dieser und anderer

demographischer Erkenntnisse höchste Priorität einräumt, ist man in der Bundesrepublik,

im Bundesland Hessen und insbesondere auch im Landkreis Limburg-Weilburg

(wo eine solche Einrichtung noch vollends fehlt) von einer zufrieden stellenden

palliativmedizinischen Gesamtversorgung noch weit entfernt. Dr. Schalk: „Diese Gesamtentwicklung

verpflichtet uns geradezu zu solchem Engagement – insbesondere

auch vor dem Hintergrund unserer christlich geprägten Stiftungen.“

Bei der Arbeit einer Palliativstation stehen insbesondere die Schmerz- und Ernährungstherapie

sowie die psychosoziale Begleitung im Vordergrund. Auch die in Hadamar

gut aufgestellte Schmerztherapie spricht in diesem Zusammenhang für die Etablierung

einer solchen Station in St. Anna. In Anlehnung an die WHO-Definition soll

dort nach den Worten Dr. Schalks die „Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren,

progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung,

für die das Hauptziel der Begleitung die Lebensqualität ist“, erfolgen. Ein solch

kompexer, ganzheitlicher Behandlungsansatz bedingt eine intensive Zusammenarbeit

von Ärzten, Pflegekräften, Seelsorgern, Psychologen, Psychotherapeuten und anderen

Berufsgruppen – eine Konzeption, die im normalen Klinikalltag so nicht umsetzbar sei.

„Eine solche Station hat eine unverzichtbare Brückenfunktion für alle Beteiligten“, bekräftigt

der Ärztliche Direktor, der das Sterben als „Leben vor dem Tod“ definiert. In diesem

Kontext habe eine Palliativstation gerade in Hadamar nicht nur ihre Berechtigung,

sondern eine ganz besondere Aufgabe: „Die Aufarbeitung von Geschichte gelingt nicht

durch die Verdrängung des Todes oder die Ausgrenzung einer solchen Thematik, sie wird

vielmehr nur dann gelingen, wenn man ihr konkret begegnet. Insofern sollte man eine

Palliativstation in Hadamar als Vermächtnis der Geschichte begreifen.“

In Hadamar auch ein Vermächtnis der Geschichte:

Neue Perspektiven

und beste Positionierung

Geschäftsführer und Verwaltungsratsvorsitzender

bekräftigen die Stärken der Kliniken der

Krankenhausgesellschaft

>> Was tut die Krankenhausgesellschaft ganz konkret, um sich auf die

schwierigen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens einzustellen? Die Antwort

des Verwaltungsratsvorsitzenden Erwin Reuhl und des Geschäftsführers Hans-Joachim

Ehrhardt fiel beim Neujahrsempfang der Gesellschaft ebenso einhellig wie eindeutig

aus: Entwicklungsmotoren erkennen, klare Akzente setzen und auch weiterhin

mit kontinuierlich steigenden Qualitätsstandards die Kliniken der Gesellschaft als

starken Partnern für die Bevölkerung der Region stärken.

Dass die Etablierung des neuen Konzeptes für das Hadamarer St. Anna - Krankenhaus

hierbei eine wesentliche Rolle spielen wird, daran ließ Geschäftsführer Ehrhardt

vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und der Kirchen keinen Zweifel. Er

nutzte die Gelegenheit, um das in den Mittelpunkt zu stellen, was in den bewegten

öffentlichen Diskussionen rund um die neue Struktur von St. Anna weithin vergessen

wird: Die Sicherrung von rund 100 Arbeitsplätzen, welche mit der bisherigen

Aufstellung der Klinik aufgrund klarer gesetzlicher Vorgaben bezüglich der Doppelvorhaltung

von Fachabteilungen existentiell gefährdet wären. „Ich verstehe die Ängste

der Hadamarer Bevölkerung, die sich Sorgen um ihr Krankenhaus machen“, betonte

er. Jedoch seien nachhaltige Veränderungen für die Zukunft von St. Anna

unabdingbar: „Es ist gewiß, dass das St. Anna-Krankenhaus allein, ohne die Fusion

mit dem St. Vincenz-Krankenhaus, nicht überleben würde.“ Durch die Fusion sei es

gelungen, gemeinsam mit den Entscheidungsträgern des Landes für St. Anna eine

neue medizinische Struktur zu vereinbaren, welche die Existenz des Hauses – und

eben auch den Erhalt der Arbeitsplätze – sichert.

Dies sei jedoch keine Einbahnstraße: Auch wenn das St. Vincenz einen zehnmal so

hohen Umsatz habe und es aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen keiner Fusion

mit St. Anna bedurft hätte, so rege die Fusion auch in der größeren Klinik neue Perspektiven

an und biete auch hier neue Chancen: „Es ermöglicht dem St. Vincenz, sich

neu zu orientieren“, betonte Ehrhardt. „Es verhindert, dass eingefahrene Betriebsabläufe

zu Bremsklötzen werden.“ Auch das große St. Vincenz könne in vielen Bereichen

vom kleineren St. Anna-Krankenhaus lernen: „Die Fusion wird dafür sorgen,

dass sich die Unternehmenskultur insgesamt verändert.“

„Außergewöhnlich qualifizierte Chefärzte,

bestens ausgebildetes medizinisches

wie pflegerisches Personal und ein

deutlich verbessertes Leistungsangebot“

– Verwaltungsratsvorsitzender Erwin

Reuhl ist überzeugt von der zukunftsträchtigen

Positionierung der Kliniken

der Krankenhausgesellschaft.

Nach Überzeugung des Geschäftsführers ist im

St. Anna-Krankenhaus Platz für neue Aufgaben,

den es im St. Vincenz-Krankenhaus so nicht

gibt. Von daher will Ehrhardt die Fusion nicht als

feindliche Übernahme, sondern als gegenseitige

Befruchtung verstanden wissen: „Die DNA dieser

beiden Unternehmen werden verschmelzen und

dieser Prozeß wird etwas völlig Neues hervorbringen“,

bekräftigte Ehrhardt, der in seiner vorherigen

Position in Bonn die Fusion dreier Häuser

entwickelt hatte, ohne betriebsbedingte

Kündigungen aussprechen zu müssen. Der neue

Feststellungsbescheid des Sozialministeriums,

welcher die neue Struktur zum 1. Januar 2006

offiziell bestätige, sei daher Anlaß, hoffnungsvoll

und positiv in die Zukunft zu sehen.

Eine Einschätzung, die auch Verwaltungsrats-

St. Anna < VIA < 9

Ließen an der Leistungskraft der Kliniken der Krankenhausgesellschaft

und dem gerade vom Sozialministerium

bestätigten neuen Konzept für das Hadamarer

St. Anna-Krankenhaus keinen Zweifel: Verwaltungsratsvorsitzender

Erwin Reuhl und Geschäftsführer

Hans-Joachim Ehrhardt (vordere Reihe neben dem neuen

Limburger Dompfarrer Wolfgang Pax. Rechts im Bild

der Ärztliche Direktor des St. Vincenz-Krankenhauses,

Dr. Klaus-Peter Schalk).

vorsitzender Erwin Reuhl bestätigte: „Wir sind

gut aufgestellt, können in einer Zeit brennenden

Fachärztemangels sowohl außergewöhnlich

qualifizierte Chefärzte wie bestens ausgebildetes

medizinisches und pflegerisches

Personal vorweisen und haben unser Leistungsangebot

deutlich verbessert.“ Diese Positionierung

werde man weiter ausbauen, nach

den Worten des Verwaltungsratsvorsitzenden

„das Erfolgsrezept für die Zukunft.“ Reuhl, der

zuvor die düsteren politischen und gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen skizzziert

hatte, ließ keinen Zweifel an der Prospektivität

und Leistungsstärke der Kliniken der Gesellschaft:

„Wir werden uns auf dem Markt behaupten

und nehmen den Wettbewerb um den

Patienten auf.“

„Die DNA beider Unternehmen

werden verschmelzen und etwas

völlig Neues hervorbringen“ - Geschäftsführer

Hans-Joachim Ehrhardt

plädierte engagiert für das

neue Konzept von St. Anna.

Als Meilenstein für die weitere zukunftsorientierte

Entwicklung beider Häusern nannten

Reuhl und Ehrardt die geplante Gesamthauszertifizierung

nach ProCum Cert. Dies werde

beiden Kliniken einen hohen Qualitätsstandard

bestätigen. Die hierdurch notwendig gewordene

Bestandsaufnahme über Arbeitsabläufe in

beiden Häusern werde es erleichtern, Prozesse

und Strukturen künftig systematisch und kontinuierlich

zu verbessern. Geschäftsführer Ehrhardt

verwies zudem auf die Qualitätspolitik

der Gesellschaft, die vor allem durch neue eingeführte

Managementinstrumente wie beispielsweise

die Fehlerdatenbank oder das Beschwerdemanagement

für eine stetige

Verbesserung der Dienstleistung für den Patienten

sorgen werde.


10 > VIA > St. Vincenz

Dr. Peter Scheler

Experte für Geburtshilfe, Mamma- und Mikrochirurgie:

Neue Perspektive

für die Frauenklinik des St. Vincenz

Neuer Chefarzt will das Vertrauen der Patientinnen gewinnen

Die Frauenklinik des St. Vincenz-Krankenhauses hat einen neuen Chefarzt:

Dr. Peter Scheler, leitender Oberarzt des St. Josef-Hospitals Wiesbaden, wurde

jetzt vom Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft zum neuen Leiter der

Abteilung für Geburtshilfe und operative Gynäkologie berufen, am 1. Mai wird

der neue Chefarzt seine Tätigkeit am St. Vincenz aufnehmen. Vor allem Dr. Schelers

breite Ausbildung, seine ausgewiesenen Kenntnisse im Bereich der Senologie

(Brustheilkunde) sowie seine langjährige geburtshilfliche Erfahrung haben

die Entscheidungsträger der Klinik überzeugt. Zudem verfügt der Facharzt für

Frauenheilkunde und Geburtshilfe über große operative Erfahrung sowohl in

üblichen gynäkologischen Eingriffen als auch bei kosmetischen und onkologischen

Brustoperationen. Besonders spezialisiert ist er zudem in onkologischer Diagnostik

und Therapie im Bereich der Frauenheilkunde sowie im Ultraschall der

weiblichen Brust.

>> Dieses umfangreiche diagnostische

und therapeutische Spektrum konnte der

Gynäkologe durch seine langjährige Tätigkeit

an der Frauenklinik des St. Josef-

Hospitals aufbauen, wo er von 1991 bis

heute im Team von Prof. Hoffmann in diversen

Funktionen tätig war. Hier profitierte

er entscheidend von der Schwerpunktbildung

der Joho-Frauenklinik, die

neben der Behandlung des Mammakarzinoms

vor allem den Bereich der plastischen

Mammachirurgie inclusive aller

Rekonstruktionsverfahren der Brust, die

Urogynäkologie sowie eine familienorientierten

Geburtshilfe umfasst.

Auch an der Einführung anderer,

wegweisender Projekte war Dr.

Scheler dort federführend beteiligt:

beispielsweise an der erstmals innerhalb

einer Frauenklinik eingeführten stereotaktischen

Vakuumbiopsie, sowie der Etablierung

mikrochirurgischer Rekonstruktionsverfahren

der Brust in die

routinemässige klinische Praxis.

Seitens der Deutschen Krebsgesellschaft

(DKG) und der Deutschen Gesellschaft

für Senologie (DGS) ist er ermächtigt, als

Fachberater für Brustzentren zu fungieren.

Zudem wurde Dr. Scheler unter anderem

mit dem Zertifikat der Deutschen

Krebsgesellschaft für Onkologische Diagnostik

und Therapie für den Bereich Gynäkologie

ausgezeichnet.

Besonders intensiv beschäftigt sich der

gebürtige Wiesbadener mit der Senologie

(Erkrankungen der Brust). Bei zahlreichen

Besuchen in den USA traf Dr. Scheler im

wissenschaftlichen Austausch regelmäßig

mit ausgewiesenen internationalen Experten

der Mammadiagnostik und der

Mikrochirurgie zusammen. Im Rahmen

seiner wissenschaftlichen Tätigkeit beschäftigte

er sich insbesondere mit neuen

Verfahren der interventionellen Mammadiagnostik.

Von daher ist der Gynäkologie

auch gefragter Referent zahlreicher Kon-

gresse mit senologischer Thematik.

Für das St. Vincenz als onkologischem

Schwerpunktkrankenhaus der Region ist

zudem Dr. Schelers langjährige Erfahrung

in der interdisziplinären Zusammenarbeit

von Vorteil: Ob im Operationssaal als

Partner verschiedener chirurgischer Fachdisziplinen

oder als Initiator des interdisziplinären

Tumorboardes am Brustzentrums

des St. Josefs-Hospitals, in welchem

die gesamte Strategie der Behandlung

gynäkologischer Karzinome interdisziplinär

diskutiert und individuell festgelegt

wird.

So zählt Dr. Scheler auch eine Erweiterung

des operativen Spektrums insbesondere

im Bereich der Mammachirurgie sowie

die Implementierung stereotaktischer

Punktionstechniken der Brust zu den

Schwerpunkten, die er in der Limburger

Klinik anvisieren wird. In diesem Zusammenhang

hat er auch die Etablierung

der Klinik als Standort des Mammographiescreenings

konkret im Blick. Noch in

diesem Jahr soll die Limburger Frauenklinik

zudem nach den Richtlinien der Deutschen

Krebsgesellschaft sowie der Gesellschaft

für Senologie als Brustzentrum

zertifiziert werden. Ferner setzt der neue

Chefarzt auf eine wesentliche Erweiterung

des endoskopischen Spektrums.

Enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen

Fachkollegen und Vernetzung

mit den einweisenden Praxen gehören für

den neuen Chefarzt zu den elementaren

Grundlagen einer guten Patientenversorgung,

regelmäßige Aus- und Weiterbildung

des Mitarbeiter-Teams zum selbstverständlichen

Rüstzeug einer Abteilung.

Bei all diesen Plänen und selbstgestekkten

Zielvorgaben rangiert jedoch ein

Grundsatz für den künftigen Limburger

Chefarzt ganz oben: „Das Vertrauen und

die Herzen der Patientinnen sowie des

Mitarbeiterteams zu gewinnen hat für

mich oberste Priorität!“

Frauenklinik < VIA < 11

! KURSANGEBOTE

Info - Abend

Jeden 1. Mittwoch im Monat jeweils um

19.00 Uhr. Treffpunkt im 3. Obergeschoss,

Wartezone vor dem Kreißsaal.

Weitere Informationen unter:

Tel. 06431/292-4460 oder:

Tel. 06431/292-1332

Geburtsvorbereitungskurse

Dauer der Kurse: 5 x 1,5 - 2 Stunden

Anmeldungen bitte im Kreißsaal,

Tel. 06431/292-4460. Auf Anfrage

finden auch Wochenendkurse statt.

Akupunktursprechstunde

jeden Mittwoch um 11.00 Uhr.

Anmeldung unter Tel. 06431/292-4460

Babymassage

Kursdauer: 6 Termine, je ca. 30 Minuten.

Die Kursgebühr beträgt 35 Euro.

Kursleitung: Daniela Pangan, Hebamme,

Tel 06431/292-4460

Säuglingspflegekurs für werdende Eltern

jeweils am letzten Donnerstag eines

Monats im Kursraum, 3. Obergeschoss.

Beginn 18.30 Uhr, Dauer ca. 1,5 Stunden.

Babyschwimmen

Jeweils Freitags ab 16.30 Uhr

Anmeldung unter Tel. 06431/292-4460

Wassergymnastik für Schwangere

Jeweils Freitags von 18 bis 20 Uhr.

Anmeldung unter Tel. 06431/292-4460

Stillberatung

Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat im

Stillzimmer der Station 3/1-2.

Anmeldung unter Tel. 06431/292-1332

Rückbildungsgymnastik

Kursdauer: 8 x 1 Stunde

Anmeldung unter Tel. 06431/292-4460


12 > VIA > St. Vincenz

Ehrlicher Dialog und keine kommunikative Einbahnstraße:

Erstes Patienten-Forum im St. Vincenz-Krankenhaus

Konkrete Veränderungen

in der Onkologie bewirkt

Geschäftsführer und Chefarzt der Onkologie

standen Rede und Antwort

>> Neue Zeiten für die Einbestellung von Patienten, eine

Staffelung in unterschiedliche Patientengruppen zur Entzerrung

angespannter Wartezeiten, ein neuer Warteraum mit

Tageslicht – dies sind erste konkrete Verbesserungen, welche

das St. Vincenz-Krankenhaus Limburg zur Optimierung der

Betreuung der Patienten in der onkologischen Ambulanz des

Hauses bereits umgesetzt hat. Bekannt wurde dies im Rahmen

des ersten Patienten-Forums der Klinik, welche als

schnelle Reaktion auf kontrovers diskutierte Behandlungsabläufe

in der onkologischen Ambulanz auf unmittelbaren

Kontakt und Austausch mit den Patienten setzt. Auch mit

der Bereitstellung von Ruhebetten in der Tagesklinik des St.

Vincenz sowie mit der Auslage von mehr Informationsmaterial

reagiert das Haus auf Anregungen von Patienten.

Das neu etablierte Patienten-Forum, das jetzt moderiert vom

Redaktionsleiter der Nassauischen Neuen Presse, Joachim Heidersdorf,

in den Seminarräumen des St. Vincenz-Krankenhau-

Forderte Supervisionen für die Mitarbeiter, mehr Personal und eine Verstärkung

des psychoonkologischen Dienstes: Hans-Joachim Kiefer, der

Vorsitzende der Krebsnothilfe Dehrn.

ses stattfand, ist ein weiterer Schritt der Krankenhausgesellschaft

zur Intensivierung seiner Kommunikation mit den Patienten.

Bei der „Premiere“ standen der Chefarzt der Abteilung

Hämatologie und Internistische Onkologie, Dr. Klaus-Peter

Schalk, und Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt Betroffenen

und deren Angehörigen Rede und Antwort. Mitveranstalter

war die Krebsnothilfe Dehrn, vertreten durch ihren Vorsitzenden

Hans-Joachim Kiefer, der das Patienten-Forum als

„große Chance für alle Beteiligten“ wertete. Sein Vorschlag,

auch die Position eines Patientenfürsprechers zu etablieren,

stieß bei der Krankenhausleitung auf offene Ohren – nicht zuletzt

deshalb, weil die Geschäftsführung bereits konkrete

Schritte in diese Richtung unternommen hat.

„Wir brauchen Ihre Anregungen, aber auch Ihre Kritik“, brachte

Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt Sinn und Zweck

der Veranstaltung auf den Punkt. Gleichzeitig warb er auch um

Verständnis dafür, dass nicht alle noch geplanten Veränderungen

auf einen Schlag vorgenommen werden könnten. Auch

werde es nicht immer gelingen, alle nötigen diagnostischen

und therapeutischen Prozesse wie ein Uhrwerk ablaufen zu

lassen. Aber man werde „alles Menschenmögliche“ tun, damit

die Menschen der Region mit der Versorgung in den Kliniken

der Gesellschaft zufrieden seien: „Wir brauchen Ihr Vertrauen.“

Oberstes Ziel sei es, das medizinische Kompetenz-Zentrum im

Landkreis Limburg Weilburg zu sein. Diesem Anspruch wolle

man in jeder Hinsicht gerecht werden.

Ebenso wie Hans-Joachim Ehrhardt brachte auch Chefarzt Dr.

Klaus-Peter Schalk seine Betroffenheit über den vielfach geäußerten

Unmut über die Betreuung der Patienten insbesondere

in der onkologischen Ambulanz der Abteilung zum Ausdruck.

Zugleich sei er jedoch erleichtert darüber, dass die Qualität der

medizinischen Versorgung nicht in Frage gestellt werde. „“Wir

sind an nationale wie internationale Netzwerke angeschlossen

und arbeiten teils auf Universitätsniveau“, konstatierte Dr.

Schalk. Um eine weitere Optimierung der Abläufe zu erreichen,

„Wir brauchen Ihr Vertrauen. Oberstes Ziel ist es,

das medizinische Kompetenz-Zentrum im

Landkreis Limburg Weilburg zu sein.“

habe er andere Institutionen und Arztpraxen kontaktiert und

zahlreiche Tipps und Anregungen erhalten. Diese würden nun

in Diskussion mit den Mitarbeitern und in direkter Zusammenarbeit

mit dem Qualitätsmanagement Zug um Zug

weiter umgesetzt.

„Wir sind eine überschaubare Einheit,

so dass wechselnde Ansprechpartner,

wie sie seitens der Patienten teilweise

in Universitätskliniken beklagt werden,

im St. Vincenz nicht auftreten.“

Um ferner eine bessere Information seiner Patienten gewährleisten

zu können, gab der Chefarzt im Rahmen des Forums

wichtige Anregungen: Primärer Ansprechpartner zu medizinischen

Fragen seien die Stationsärzte, zu pflegerischen die Pflegekräfte.

Im nächsten Schritt stünden die Oberärzten Dr. Karin

Hens und seine Person bereit: „Wir wollen nicht nur einfach

Wissen vermitteln, sondern Sie als Patient oder Angehörigen in

die Lage versetzen, biologische Zusammenhänge zu erkennen

und weitmöglichst zu verstehen.“ Aufgrund des Zeitdrucks

müsse man sich jedoch oftmals auf das Wesentliche konzentrieren

und breitere Informationen auf einen zu verabredenden

Termin verschieben: „Wir sind eine überschaubare Einheit, so

dass wechselnde Ansprechpartner, wie sie seitens der Patienten

teilweise in Universitätskliniken beklagt werden, im St. Vincenz

nicht auftreten.“ Jedoch gehe der enorme zeitliche, aber

auch emotionale Druck nicht spurlos an den Mitarbeitern und

ihm selbst verloren: „Das Leid und die Not eines jeden von uns

anvertrauten Patienten geht auch an uns nicht spurlos vorrüber“,

betonte Schalk. Er bedauerte, wenn es zu Missverständnissen

und Fehleinschätzungen gekommen sei: „Wir arbeiten

an uns und wollen noch kompetenter in der Kommunikation

werden,“ versprach der Onkologe.

Onkologie < VIA < 13

Offener und mutiger Dialog mit den Patienten

beim ersten Patienten-Forum im

St. Vincenz-Krankenhaus: Hans-Joachim

Kiefer, Vorsitzender der Krebsnothilfe

Dehrn, Chefarzt Dr. Klaus-Peter Schalk,

Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt

und der Redaktionsleiter der Nassauischen

Neuen Presse, Joachim Heidersdorf

(v.l.n.r.).

Vor diesem Hintergrund sorgte auch das Statement vom Vorsitzenden

der Krebsnothilfe, Hans-Joachim Kiefer, für „Schützenhilfe“

der Mitarbeiter in der Ambulanz und auf der Station:

Sein Vorschlag war die Einführung von Supervisionen, die in

der Reflektion besonders belastender Arbeitssituationen zur

psychischen Entlastung des Pflegepersonals dienen soll. Auch

eine weitere Verstärkung der psychoonkologischen Betreuung

zählte zu seinem Forderungskatalog: Derzeit finanziert die

Krebsnothilfe mit 12.000 Euro jährlich den Besuch eines Diplom-Psychologen

für die Patienten. Denn die Klinik selbst

kann aufgrund der Restriktionen der Kassen einen solchen

Dienst nicht finanzieren. Auch Kiefers Forderung eines zweiten

Oberarztes in der Onkologie sowie einer weiteren Aufstockun

des Personalschlüssels konnte Geschäftsführer Hans-Joachim

Ehrhardt aus diesem Grund nicht entsprechen: „Wir können

nur das ausgeben, was uns von den Kassen zugestanden wird!“

Moderator Joachim Heidersdorf machte sowohl der Krankenhausgesellschaft

als Veranstalter ein Kompliment für den offenen

und mutigen Umgang mit den Patienten, als auch den

rund 60 Teilnehmern. Diese hatten sich in der Schilderung ihrer

ganz individuellen Krankheitsgeschichten sowohl sehr persönlich,

aber auch sachlich-konstruktiv mit der Thematik auseinandergesetzt.

Das Pro und Contra war dabei durchaus

ausgewogen: Denn neben den Kritikern hatten sich ebenso engagierte

Fürsprecher für Dr. Klaus-Peter Schalk und seine Mitarbeiter

eingefunden.

Trotz der ebenso heiklen wie sensiblen Thematik war der einhellige

Tenor der Teilnehmer: eine gelungene Premiere! „Ich

bin froh, dass es dieses Forum gibt“, verlieh die Angehörige eines

Patienten ihrer Erleichterung Ausdruck, dass Verbesserungen

in der Betreuung der onkologischen Patienten nun ganz

konkret umgesetzt werden. Auch Krankenhauschef Hans-Joachim

Ehrhardt sah sich in seiner Überzeugung bestätigt, selbst

bei Themen mit viel Zündstoff und emotionaler Betroffenheit

den direkten Kontakt nicht zu scheuen: „Wir wollen einen ehrlichen

Dialog und keine kommunikative Einbahnstraße.“


14 > VIA > St. Vincenz

OP-Management

am St. Vincenz erfolgreich zertifiziert

Noch mehr Qualität für den Patienten in der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH

Qualität zu haben, zu leben und zu beweisen, ist gerade im Gesundheitswesen eine

wichtige und notwendige Vorrausetzung, um Patienten den Aufenthalt im

Krankenhaus so angenehm wie möglich zu gestalten. Innerhalb eines Krankenhauses

zählt erfolgreiches OP-Management zu den zentralen Bausteinen solcher

Bemühungen. Eine Optimierung der Planungssicherheit im Zentral OP stand von

daher im Mittelpunt der Bemühungen der Krankenhausgesellschaft um eine weitere

Verbesserung der Patientenzufriedenheit: die Geschäftsführung beschloß, eigens

diesen zentralen Bereich nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifizieren zu lassen.

Jetzt konnte Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt dem pflegerischen Leiter

des Zentral-OP`s, Torsten Drum, das Zertifikat für einen erfolgreichen Abschluß

dieser Bemühungen überreichen.

>> Vorraussetzung für diesen Erfolg war

im Vorfeld der Aufbau eines Qualitätsmanagements

(QM) im Op-Bereich. Sinn und Zweck dieses

Systems war und ist es, vor allem die Abläufe

in der Patientenversorgung für alle Mitarbeiter

transparent und standardisiert darzustellen. Sichere

und von allen Teams im Zentral OP nachvollziehbare

Planungen führen nun zur Fehlerund

Risikominimierung.

Nach ersten Besprechungen der Führungskräfte

von Verwaltung, Pflege und Ärzten zum Ablauf

der Zertifizierung nach ISO gelang es durch hohe

Einsatzbereitschaft des gesamten Personals in der

Abteilung, das Vorhaben in relativ kurzer Zeit

vorzubereiten und erfolgreich abzuschließen. Dazu

wurde ein Projektteam gebildet, dass sich zusammen

mit Mitarbeitern verschiedenster Berufsgruppen

mit den Ablaufprozessen im Zentral - OP

beschäftigte. Die Erarbeitung von Standards und

Prozessbeschreibungen war auch in der Projektgruppe

der Startschuss zum Aufbau des QM. Bereits

hier gelang es, alle Mitarbeiter durch konsequentes

Einbeziehen bei der Erstellung der

Prozesse zur Mitarbeit zu motivieren. Bestehende

klinikübergreifende Standards konnten übernommen

oder eingearbeitet werden. Viele Verbesserungsvorschläge

fanden Berücksichtigung.

Als Zertifizierungsgesellschaft wurde die nach

nationaler Norm akkreditierte und anerkannte

Zertifizierungs- und Umweltgutachter GmbH

NISZERT mit Sitz in Hanau beauftragt. Margit

Freude über den erfolgreichen Abschluß des QM-Projekts:

Die Mitarbeiter des Zentral-OP`s, darunter Projektleiter Joachim

Becker, der pflegerische Leiter des Zentral-OP`s, Torsten Drum,

der pflegerische Leiter der Anästhesie, Thomas Hummel, OP-Koordinator

Dr. Christoph Lerchen und Bereichsleiter Hartmut Hautzel

mit Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt.

Erfolgreiches OP-Management – innerhalb eines Krankenhauses

ein zentraler Baustein der Bemühungen um den Patienten.

Im Bild: das Team bei einer seiner Arbeitssitzungen.

Kriegel als Auditorin der NIS Zertifizierungs - und Umweltgutachter

GmbH begann bereits im Dezember mit dem Audit zur

Zertifizierung. Über zwei Arbeitstage wurden die Abläufe im

Zentral OP und in der Geschäftsleitung der Krankenhausgesellschaft

St. Vincenz mbH geprüft. Ohne Abweichungen von der

Norm erhielt die Krankenhausgesellschaft das Zertifikat für den

Zentral OP einschließlich des Aufwachraums für die Gültigkeitsdauer

von drei Jahren.

Dass das QM weitere Früchte trägt, zeigen Verbesserungsvorschläge

und die Einführung von OP-Konferenzen. Verbesserungen

im Ablauf sind nicht immer mit Investitionen verbunden.

Ein wesentliches Merkmal eines funktionierenden QM ist,

dass die Abläufe durch Umverteilung der bestehenden Struktur

oft sogar kostenneutral verbessert werden können. Die Krankenhausgesellschaft

setzt mit der erfolgreichen Zertifizierung

einen konsequenten Weg der Qualität für die Patienten fort.

Geschäftsführer Hans-Joachim Ehrhardt überreicht das Zertifikat

dem pflegerischen Leiter des Zentral-OP`s, Torsten Drum, in der

Mitte Projektleiter Joachim Becker.

!

CHAPEAU!

Dr. Joachim

Hillmeier zum

Privat-Dozenten

ernannt

News < VIA < 15

Limburger Chirurg erhält Lehrbefugnis

der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

>> Dr. Joachim Hillmeier, Chefarzt der Abteilung Unfall- und

Orthopädische Chirurgie am St. Vincenz-Krankenhaus hat

sich am Universitätsklinikum Heidelberg habilitiert und darf

somit den Titel Privatdozent (PD) führen. Im Rahmen seiner

Antrittsvorlesung wurde ihm jetzt die Lehrbefugnis an dieser

renomierten Hochschule erteilt. PD Dr. Hillmeier gehört somit

zum Lehrkörper der medizinischen Fakultät der Universität

Heidelberg und wird dort regelmäßig Vorlesungen halten.

Die Forschungsschwerpunkte im Rahmen seiner Habilitationsarbeit

lagen auf dem Gebiet der minimal-invasiven Wirbelsäulenchirurgie.

In Heidelberg wurde insbesondere in Zusammenarbeit

mit der Osteologie und der Radiologie ein Kompetenz-Team geschaffen,

um eine optimale Therapie für Patienten mit osteoporotischen

Wirbelkörperfrakturen zu etablieren.

Der heutige Limburger Chefarzt war einer der ersten Chirurgen,

die in Europa die sogenannte minimalinvasive „Ballonkyphoplastie

“ anwandten. Mit diesem Verfahren kann über winzige

Stiche der eingebrochene Wirbelkörper wieder aufgerichtet und

anschließend mit einem Knochenzement stabilisiert werden. Die

Patienten sind nach dem Eingriff meist sofort schmerzfrei und

dürfen aufstehen.

Der besondere Forschungsschwerpunkt PD Dr. Hillmeiers lag auf

der Entwicklung von neuen biologischen Knochenzementen, die

vom Körper im Laufe der Zeit in eigenen Knochen umgewandelt

werden können. Hierzu verfasste er im Rahmen dieses Forschungsprojektes

zahlreiche Veröffentlichungen, als Referent für

diese medizinische Spezialdisziplin ist er nach wie vor weltweit

tätig. Auch als Ausbilder dieser neuen, operativen Technik in der

Wirbelsäulenchirurgie ist er international engagiert.

Aber auch die Limburger Patienten profitieren von den neuen

wissenschaftlichen Erkenntnissen: Im Krankenhaus Limburg

wird die Kyphoplastie unter der Regie von Chefarzt Dr. Hillmeier

seit 2003 routinemäßig angewandt. Es konnten mittlerweile über

250 Patienten mit dieser Technik behandelt werden und in enger

Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen auch weiter

osteologisch betreut werden.

So konnte aus einem primär wissenschaftlich experimentellen

Methode eine für Patienten mit schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen

sehr effektive Therapieform weiterentwickelt werden.

Weltweit wurden bisher mehr als 100.000 Patienten mit dieser

Methode sehr erfolgreich behandelt.


16 > VIA > St. Vincenz

624 Stunden im Jahr

„an der Nadel“

Chefarzt Dr. Stephan Walter

Neue Dialysegeräte im St. Vincenz Krankenhaus

156 mal im Jahr muss Herr F. zur Blutwäsche

kommen seit seine Nieren

versagt haben. Jedes Mal wird seine Gefäßfistel

mit zwei Nadeln punktiert,

jeweils vier Stunden muss er dann „an der

Maschine“ liegen, die sein Blut reinigt

und ihm Flüssigkeit entzieht. Damit dies

noch sicherer geschieht, wurden jetzt für

die Dialyseabteilung zwölf Geräte der

neuesten Generation von der Firma Braun

Melsungen in Betrieb genommen.

Das neue Dialysegerät “Dialog+” von Braun

>> Die menschlichen Nieren sind wahre Wunderwerke.

Rund um die Uhr werden in etwa zwei Millionen Filterkörperchen,

sogenannten Glomerula, jeden Tag etwa 180 Liter

Flüssigkeit dem Blut entzogen. Aus diesem Primärharn

werden die für den Körper noch brauchbaren Substanzen und

das meiste Wasser in langen, mikroskopisch kleinen Röhren,

dem Tubulussystem, zurückgewonnen und dem Organismus

wieder zugeführt. In den täglich etwa zwei Litern Urin, der

vom Körper ausgeschieden wird, sind dann die konzentrierten

Giftstoffe, Salze und Säuren aus dem Stoffwechsel, derer sich

der Körper entledigen muss.

Bei gegenwärtig etwa 60.000 Menschen in Deutschland funktionieren

die Nieren so schlecht, dass die Entgiftung und Wasserausscheidung

nicht mehr ausreicht, um überleben zu können.

Daher müssen sie sich einer Nierenersatztherapie

unterziehen. Ursachen hierfür sind zum Beispiel Entzündungen,

angeborene Fehlbildungen, degenerative Veränderungen

und vor allem die Zuckerkrankheit.

Neben der Bauchfelldialyse und natürlich der Nierentransplantation

wird diese Behandlung vor allem als Hämodialyse

„Blutwäsche“ durchgeführt. Die Kosten hierfür liegen zwischen

30 und 50.000 Euro/Jahr.

Nach ersten Versuchen, vor allem durch Haas in Giessen in den

zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und dem Holländer

Kolff ungefähr 1945 konnte seit etwa 1960 zunächst nur für

ausgewählte, junge Patienten zunächst das akute, später auch

das chronische Nierenversagen maschinell behandelt werden.

Während die entzündlichen Nierenerkrankungen durch verbesserte

Hygiene und vor allem antibiotische Therapiemöglichkeiten

im Rückgang begriffen sind, führen die Folgen von

Hochdruck und Diabetes immer häufiger zum Nierenversagen.

Diese oft schwer kranken Patienten müssen immer häufiger

stationär oder teilstationär im Krankenhaus behandelt

werden, weil eine ambulante oder Heimdialysebehandlung

aufgrund der Begleiterkrankungen, Problemen mit dem Gefäßzugang

etc. nicht in Frage kommt.

Herzstück einer Dialysebehandlung ist der Filter, der aus zahllosen

haarfeinen Röhrchen besteht, durch die das Blut des Patienten

gepumpt wird. Die Röhrchen werden von einer in der

Dialysemaschine hergestellten Lösung (Dialysat) umspült, in

die die Giftstoffe und überschüssige Salze

und Säuren während der Behandlung

diffundieren; mit Druck kann gleichzeitig

Flüssigkeit entzogen werden.

Die Steuerung der Blutpumpen, die Herstellung

und Zusammensetzung des Dialysats

und des Flüssigkeitsentzuges war

in den Anfangszeiten der Dialyse ein

schwieriges und oft mit Komplikationen

behaftetes Unterfangen. Deshalb wurden

bereits früh Hilfsmittel konstruiert, die

sich jetzt zu komplizierten elektronischen

Maschinen entwickelt haben, die

vollautomatisch die Prozesse der Dialysebehandlung

nach den Vorgaben des

Arztes und des Pflegepersonals kontrollieren

und regeln, was die Sicherheit für

den Patienten deutlich erhöht. Seit 1969

schon werden am St. Vincenz Krankenhaus

Dialysebehandlungen durchgeführt,

zur Zeit etwa 6.300 Behandlungen

im Jahr in jeweils zwei Schichten an

sechs Tagen in der Woche. Feiertagspausen

gibt es dabei nicht.

„Die neuen Geräte sollen

noch in diesem Jahr über

einen Server vernetzt werden.“

Das Limburger Krankenhaus setzt schon

seit vielen Jahren dabei auf die Geräte

der Firma Braun, die nun in der sechsten

Generation in unserer Dialyseabteilung

ihren Dienst versehen. Nach zuletzt

HDSecura und HD Dialog wurde nun aus

„Altersgründen“ die Neuanschaffung der

Dialog+ erforderlich.

Die neuen Maschinen haben zunächst

einmal ein ansprechenderes Design, besitzen

moderne touch-screen Flachbildschirme

für die Bedienung und zeichnen

sich durch Energieeinsparungen im

Strom und Wasserbereich aus. Der Energiebedarf

einer Dialyseeinheit ist hoch:

so muss in einer Umkehrosmose aus

Leistungswasser entsalztes Wasser hergestellt

werden, von dem jede Maschine

etwa einen halben Liter pro Minute (!)

braucht. Dieses Wasser muss auch noch

per Durchlauferhitzer auf Körpertemperatur

gebracht werden. Das Dialysat

kann mit den neuen Maschinen zum Teil

aus Trockenpulver anstatt aus Konzentratlösung

hergestellt werden, was den

Lager- und Transportbedarf im Haus

deutlich reduziert.

Die neuen Geräte sollen noch in diesem

Jahr über einen Server vernetzt werden,

womit dann die Behandlungsdaten des

Patienten incl. dessen aktuellem Gewicht

bereits in der Maschine vorliegen, wenn

der Patient, der sich mit einer Chipkarte

„ausweisen“ kann, an die Maschine angelegt

wird.

Außerdem verfügen alle Geräte über eine

automatische Blutdruckmessung, die

bei Blutdruckabfällen Alarm gibt, aber

auch schon im Vorfeld automatisch eingreifen

kann und den Flüssigkeitsentzug

des Patienten reduziert, wenn der Kreislauf

das nicht so schnell verträgt. Gerade

bei Diabetikern mit Nervenschäden ist

dieses bioLogicRR genannte Verfahren

eine wichtige Funktion.

Die Rückmeldung der Daten von den

Maschinen zum Computer erleichtert die

Überwachung und die Erfüllung der Anforderungen

der Qualitätssicherung an

die Dialysebehandlung. Klinisch manchmal

nur schwer zu erkennende Probleme

mit der Gefäßfistel können so früher

aufgedeckt werden. Eine speziell auf die

Dialyse abgestimmte Software hilft dem

Dialysepersonal und den Ärzten bei der

Dokumentation und dabei, die Behandlung

der übrigen Begleiterscheinungen

des Nierenversagens (Hochdruck, Anämie,

Störungen des Kalium, Calcium und

Phosphathaushaltes, Knochenveränderungen

etc.) zu optimieren.

Wie sich die Bilder gleichen:

Links: Tubulusröhrchen aus

der menschlichen Niere,

Rechts: Kapillarröhrchen

eines Dialysefilters.

Dialysemaschine von Kolff 1946

News < VIA < 17

Die neuen Dialysegeräte im Einsatz

Neben den Hämodialysemaschinen für

Hämodialyse und die verwandte Hämodiafiltration

besitzt die Abteilung noch Geräte

zur Durchführung von besonders

kreislaufschonenden Hämofiltrationen, die

ortsungebunden im ganzen Haus durchgeführt

werden können, kontinuierlichen

Filtrationsverfahren für die Intensivmedizin,

Plasmapheresen (Eiweißaustausch, z.B.

bei schweren immunologischen antikörperbedingten

Erkrankungen) und Hämoperfusionen

zur Entgiftung.

Bei aller Technik sind jedoch nach wie

vor ärztliche und pflegerische Erfahrung,

klinischer Blick und Fingerspitzengefühl

wichtige Komponenten bei der Behandlung

dieser chronisch schwerkranken

Patienten, um diesen ihr nicht immer

leichtes Los erträglich zu machen.

Dr. Stephan Walter

Chefarzt Nephrologische Abteilung


18 > VIA > St. Anna

Guter Schlaf ist aktive Gesundheitsförderung

Schlaflabor

am St. Anna-Krankenhaus

eröffnet

Der Schlaf ist eine sehr individuelle

Angelegenheit: Dem einen genügen

sieben Stunden Schlaf, der andere ist

unausstehlich, wenn er nicht seine

elf Stunden Schlaf bekommen hat. In

jedem Fall ist der Mensch etwa ein

Drittel seines Lebens mit Schlafen

„beschäftigt“. Jedoch sind Schlaflosigkeit

oder Schlafstörungen weiter

verbreitet, als gemeinhin bekannt:

Jeder vierte Bundesbürger klagt über

schlechten Schlaf.

>> Betroffene in der Region haben nun eine weitere Gelegenheit,

Schlafprobleme und die damit einhergehenden

Symptome medizinisch untersuchen zu lassen: Im Hadamarer

St. Anna-Krankenhaus wurde jetzt ein Schlaflabor etabliert,

das von dem in Limburg niedergelassenen Lungenfacharzt

und Schlafmediziner Horst A. Fleck betreut wird.

Mit der Etablierung des Schlaflabors im St. Anna-Krankenhaus

wird das Angebot der Krankenhausgesellschaft noch weiter

differenziert sowie die Versorgung in der Region optimiert.

Denn außer dem Schlaflabor der Klinik Weilmünster sind die

nächsten der rund 270 bundesweiten Schlaflabore im Schnitt

ca. 60 Kilometer entfernt – gerade für ältere Menschen oder

Kinder ist dieser Ortswechsel eine zusätzliche Belastung, die

sich negativ auf die Untersuchungsergebnisse auswirken kann.

Das Schlaflabor im St. Anna-Krankenhaus besteht aus einer

Zwei-Bettanlage, die im Laufe des Jahres auf eine Vier-Bettanlage

erweitert wird. Tagsüber besteht, neben einem ambulanten

Dienst und technischem Support, die Möglichkeit Sprechstunden

bei Spezialisten wahrzunehmen. Das Angebot des

Schlaflabors umfasst z.B. Polysomnographie, Polygraphie,

Schlaftraining, Heimbeatmungseinleitung, die Versorgung

mit Therapiesystemen sowie eine umfassende

Nachsorge. Das Schlaflabor erfüllt die hohen Qualitätsstandards

der AfAS (Arbeitsge-meinschaft für angewandte

Schlafmedizin) und DGSM (Deutschen Gesellschaft

für Schlafforschung und Schlafmedizin)

und ist mit modernsten medizinischen Geräten

ausgestattet.

Die Symptome eines gestörten Schlaf-

Wach-Rhythmus können viele Ursachen

„Der Mensch ist etwa ein

Drittel seines Lebens mit

Schlafen „beschäftigt”.“

haben, für die die Betroffenen zunächst

keine Erklärung haben. Permanente Müdigkeit,

Antriebschwäche, Konzentrationsprobleme,

Lethargie, Krankheitsanfälligkeit

oder Gereiztheit sind nur einige

Auswirkungen gestörten Schlafs. Seine

Ausdrucksformen reichen vom übermäßigen

Schnarchen, unruhigem Schlaf,

Schlaf-Apnoe (längere Atempausen im

Schlaf) bis hin zu massiver Schlaflosigkeit.

Oftmals werden diese Symptome

von extremer Tagesmüdigkeit und auch

Schlafmittel- oder Drogenabhängigkeit

begleitet. Sowohl organische, psychische

als auch neurologische Erkrankungen

können die Ursache sein.

Zur individuellen Diagnostik können im

Schlaflabor spezielle Ableitungen und

Untersuchungen während des Schlafs

durchgeführt werden. Hochdifferenzierte

Apparaturen ermöglichen es, den

Schlafverlauf, die Schlaftiefe und auch

seine Qualität zu messen. Für eine vollständige

Diagnose werden, nach der Anamnese

(Erfassung der Krankenvorgeschichte)

über das Elektrokardiogramm

(EKG), Elektromyogramm (EMG)auch

allgemeine körperliche Signale wie beispielsweise

Atmung oder Bewegungen

aufgezeichnet. Die vollständige klinische

Untersuchung des Nachtschlafs wird als

“kardiorespiratorische Polysomnographie”

bezeichnet. Ziel dieser Untersuchung

ist die Feststellung möglicher organischer

Störungen, etwa der Atmung

und die objektive Analyse der Schlafstörung

(Ausmaß der Schlafdauer, -kontinuität

und -tiefe).

Das technische Prozedere einer Polysomnographie

sieht auf den ersten Blick

alles andere als angenehm aus: Die Patienten

werden für die Nacht am ganzen

Körper “verkabelt”. Aber die hautverträglichen

Elektroden und Sensoren werden

schon nach kurzer Zeit nicht mehr

bewusst wahrgenommen, vergleichbar

mit dem Tragen von Schmuck oder einer

Armbanduhr. Auch die die Bewegungsfreiheit

wird nicht eingeschränkt, so dass

nach einer kurzen Phase der Gewöhnung,

auch an die Beobachtungssituation,

keinerlei Beeinträchtigungen mehr

empfunden werden. Im Schnitt sprechen

die Patienten schon in der zweiten Nacht

von einer typischen Schlafsituation.

Anmeldungen

und Terminvereinbarungen:

Praxis: 06431 3303

Fax: 06431 27127

E-Mail: Schlaflabor@H-Fleck.de

Schlaf-Analyse mit modernster Technik

! INFO

News < VIA < 19

Guter Schlaf ist aktive Gesundheitsförderung:

Ein Blick in die Geschichte der Schlafforschung

In der altgriechischen Mythologie ist der Schlaf dem

Tod artverwandt, was sich nicht zuletzt dadurch

zeigt, dass der Gott des Schlafes, (Hypnos) der Bruder

des Totengottes Thanatos ist. Bis zum Ende des

19. Jahrhunderts war es die allgemein verbreitete

Ansicht, dass der Schlaf ein rein passiver Vorgang

sei, währenddem das Gehirn „abgeschaltet“ ist.

Durch die Erfindung des EEGs (Aufzeichnungen der

Hirnstromkurven) durch den deutschen Arzt Berger

im Jahr 1929, konnte man schließlich nachweisen,

dass das Gehirn auch im Schlaf aktiv war. Eine weitere

Entdeckung zu Beginn des 20. Jahrhunderts

machte die Bedeutung des Schlafes deutlich: Die

Traumdeutungen Sigmund Freuds untermauerten,

dass es sich beim Schlaf nicht um eine rein passive

„Auszeit“ handelte, sondern vielmehr um einen

wichtigen und produktiven Zustand. Unabhängig

davon, wie man zu den inhaltlichen Thesen Freuds

steht, wurde, unterstützt auch durch die Möglichkeit

der EEG-Ableitung, die immense Bedeutung des

Schlafes für die menschliche Gesundheit deutlich.

Die moderne Schlafforschung entstand.


20 > VIA > Aktuell

NEUES LEITBILD

der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH

Ein Weg, der in die Zukunft weist

Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz hat

erstmals in ihrer Geschichte ein Leitbild. Geschäftsührer

Hans-Joachim Ehrhardt wertete

diesen Prozeß als zentralen Punkt professionellen

Qualitätsmanagements. Im Januar 2006

wurden die Formulierungen vom Verwaltungsrat,

dem wichtigsten Gremium der Krankenhausgesellschaft,

verabschiedet. Jetzt wurde

es allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im

Rahmen zweier Vollversammlungen in Limburg

und Hadamar vorgestellt.

„Die Verabschiedung eines

Leitbilds ist ein zentraler

Punkt innerhalb professionellen

Qualitätsmanagements.“

>> In den diversen Diskussionen, innerhalb derer

der Entwurf Gestalt annahm, sei nur vordergründig um

Formulierungen gerungen worden, meinte Ehrhardt.

Substanziell sei es immer um die Ausrichtung an Werten

und Zielen, letztlich um die daraus resultierenden

Inhalte der Arbeit innerhalb der Krankenhausgesellschaft

gegangen. „Ziele, die uns heute wie auch in der

Zukunft immer wieder herausfordern werden. Grundsatzaussagen,

die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

helfen sollen, ihren Alltag zu gestalten und zu bewältigen

– wie ein Kompaß, der gerade in schwierigen

Zeiten Orientierung gibt,“ konstatierte der Geschäftsführer.

Erstmals in der Geschichte beider Häuser wurde ein solches

Leitbild formuliert – nach Ansicht Ehrhardts ein

wichtiges Anliegen vor allem auch deshalb, weil die

Leitgedanken der Stifter unserer Kliniken heute auf völlig

andere Vorzeichen treffen, die konkreten Umstände

der Arbeit in beiden Krankenhäusern völlig andere sind:

„Es galt, ihren Geist, ihre innere Haltung auf die heutige

Situation zu konkretisieren, zeitgemäße Antworten zu

finden. Eine Vision wurde formuliert, eine Botschaft nach

innen und nach außen, an der es nun zu arbeiten gilt.“

"... denn jetzt entscheidet

sich, ob es nur um

"schöne Worte" geht..."

Denn mit der Verabschiedung des Leitbildes sei dieser

Prozeß keineswegs abgeschlossen – er gehe vielmehr in

eine neue, entscheidende Phase: Denn jetzt werde sich

entscheiden, ob es nur um „schöne Worte“ gehe, oder

ob es die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

der Krankenhausgesellschaft schafften, ihre Arbeit im

Sinne der verabschiedeten Aussagen umzusetzen,

weiterzuentwickeln und fortzuschreiben: „Alle sind aufgerufen,

dieses Leitbild mit Leben zu erfüllen, sich konstruktiv

mit seinen Aussagen auseinanderzusetzen.“

Das, was im Kleinen, also innerhalb einer personell begrenzten

Arbeitsgruppe, gelungen sei, müsse nun auch

im Großen glücken. Wenn man sich ernsthaft und wirklich

auf den Weg mache, mit Geduld und Ausdauer,

gegenseitiger Rücksichtnahme und Wertschätzung,

kurz: in starker Gemeinschaft, dann – so brachte Ehrhardt

die Überzeugung der AG-Mitglieder auf den

Punkt – werde es gelingen…

Leitbild KHG St. Vincenz mbH < VIA < 21


22 > VIA > St. Anna

Der Patientenservice

im St. Anna-Krankenhaus

Service wird in unserem kleinen Krankenhaus groß

geschrieben. Der Patientenservice befindet sich im

Eingangsbereich des Krankenhauses rechts neben der

Zentralen Aufnahme-Pforte.

>> Zu den Aufgaben des Patientenservice gehört die Organisation der administrativen

Abläufe bei der ambulanten/stationären Patientenaufnahme. Nachdem

die Patienten an der Zentralen Aufnahme registriert wurden, werden sie an den Patientenservice

weitergeleitet. Dort erfolgt durch die Mitarbeiterinnen die Anamneseerhebung,

Gewichts- und Blutdruckmessung sowie die Blutentnahme. Weiterhin

erfolgt die Terminierung mit der Praxis für Anästhesie (bei Operationen) und der Diagnostikabteilung

(EKG und Thoraxaufnahme). Anschließend erhält der Patient seine

kompletten Aufnahmeunterlagen und wird auf die zuständige Station gebracht.

„Es werden lange Wartezeiten vermieden, was zur

Zufriedenheit unserer Patienten und zur Entlastung

unseres Personals führt. “

Bei planbaren Patienten erhält der Patient eine Checkliste durch den Belegarzt in unserem

Haus und nimmt Kontakt mit dem Patientenservice auf. Nach Abstimmung mit

den einbezogenen Abteilungen, erhält er einen Termin. Ihm werden die gesamten

Aufnahmeunterlagen, Info´s über Krankenhaus im Vorfeld zugesandt. So kann sich

der Pat. in Ruhe zu Hause auf den stationären Aufenthalt vorbereiten. Es werden lange

Wartezeiten vermieden, was zur Zufriedenheit unserer Patienten und zur Entlastung

unseres Personals führt.

Brinja Marschall

Renate Sietzke, Koordination

Die neue Pforte von St. Anna

! KURZ NOTIERT

Für evtl. Fragen stehen Ihnen die u.g.

Mitarbeiterinnen gerne zur Verfügung.

Koordination:

Renate Sietzke

Tel: 06433/87- 6104

Fax: 06433/87- 6122

r.sietzke@anna-kh.de

oder: info@anna-kh.de

Mitarbeiterinnen:

Brinja Marschall

Susanne Schmidt

Tel: 06433/87-6183

Fax: 06433/87-6122

Kornelia Tan

Tel: 06433/87-6145

Fax: 06433/87-6344

Neue

Patientenaufnahme

und Pforte sowie ein

Patientenservice-Center

für St. Anna

Um eine optimale Patientenbetreuung von der

Aufnahme bis zur Entlassung der Patienten zu gewährleisten

war eine Neugestaltung der Pforte/Patientenaufnahme

in Verbindung mit einem neuen

Patienten-Servicecenter am St. Anna-Krankenhaus

notwendig geworden. Die Patientenaufnahme und

die Pforte wurden zusammengefasst, die neue Abteilung

stellt sich nun in einem modernen und für

den Patienten transparenten Outfit dar.

>> Bei der Umgestaltung wurde insbesondere auf ergonomische Arbeitsbedingungen

für die Mitarbeiter besonderen Wert gelegt. Da Pforte und Patientenaufnahme

nicht über 24 Stunden am Tag besetzt sind, wurde eine Aufnahmetheke

mit Aufsätzen aus Glas konstruiert, die es ermöglichen, den

Pfortenbereich außerhalb der Dienstzeiten zu verschließen.

Dennoch stellt sich die neue Abteilung durch die großen klaren Glasfronten offen

und damit patientenfreundlich dar und harmoniert hervorragend mit den

furnierten Oberflächen in Ahorndekor.

Für die gesamte Bauzeit, insgesamt waren drei Wochen veranschlagt worden.

Im laufenden Betrieb wurde ein Teil der Innenwände abgebrochen, die Postfachanlage

umgesetzt, Technikeinbauten verkleidet, große Schiebefenster mit

der Theke neu gesetzt und ein neuer Teppichboden verlegt. Die Abbruch-, Maler-

, Putzer- und Elektroarbeiten wurden wie immer von den Mitarbeitern

der Haustechnik in bester Qualität und termingerecht ausgeführt.

Die neuen Arbeitsplätze erfüllen jetzt die

Anforderungen der Arbeitsstätten-Richtlinien, für

Schwerbehinderten-Arbeitsplätze,

für Bildschirm-Arbeitsplätze

und den Brandschutz.

St. Anna < VIA < 23

Im Patientenservice-Center von St. Anna - im Bild Susanne Schmidt.

Im Gespräch: Renate Sietzke

Besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern in der

Pforte und Patientenaufnahme für die Unannehmlichkeiten

der Umbauarbeiten im laufenden

Betrieb sowie bei der Mitplanung und Kooperation

für den neuen Ablauf in der

Patientenbetreuung.

Ulrich Haßler

Technischer Leiter

„Die Abbruch-, Maler- , Putzer- und Elektroarbeiten

wurden wie immer von den Mitarbeitern

der Haustechnik in bester Qualität

und termingerecht ausgeführt. “


24 > VIA > St. Anna

Eine Kurzgeschichte:

Nur der Würdigste ...

>> Es war zu einer Zeit, als die Indianer das Feuer

noch nicht kannten. Da kam eines Tages ein

Vogel mit leuchtenden Federn in eines ihrer Dörfer.

Einige wollten ihn töten, aber andere fragten

ihn: „Was funkelt und leuchtet auf deinem Gefieder?“

„Das ist das Feuer“, erwiderte der Vogel.

„Was ist Feuer?“ fragten die Indianer. „Es wärmt,

es leuchtet und ihr könnt euer Fleisch damit braten.“

„Gib uns diese Feuer!“ „Der soll es haben,

der am würdigsten ist“, war die Antwort des Vogels.

„Jeder nehme einen dürren, harzigen Zweig

in die Hand. Der Würdigste wird mich einholen“,

sagte der Vogel und flog davon.

Alle rannten hinter ihm her – über Stock und Stein,

Bäche durchwatend und Flüsse durchschwimmend.

Aber der Vogel war immer ein weites Stück voraus.

Viele ermüdeten und gaben die Hoffnung auf.

Schließlich liefen nur noch ganz wenige, und einer

der Männer holte ihn ein. „Bitte, gib mir das Feuer“,

sagte er. Der Vogel entgegnete: „Du hast mich

zwar als erster eingeholt, aber hast du nicht gesehen,

wie ein kleiner Junge neben dir in ein Sumpfloch

fiel? Du hast ihn nicht herausgeholt. Du warst

nicht wie ein Freund zu ihm. Dir gebe ich es nicht.“

Ein zweiter holte ihn ein. Aber auch er erhielt das

Feuer nicht, weil er einem kleinen Mädchen, das im

Dornengestrüpp stecken blieb, nicht geholfen hatte.

Nun wollte keiner mehr hinter dem Vogel herlaufen,

und der flog ins Dorf zurück.

In einer kleiner Hütte saß eine junge Frau am

Krankenlager ihres kleinen Kindes. Sie war nicht

gelaufen, weil sie ihr Kleines, das ihr mehr bedeutete

als der liebste Freund, nicht alleine lassen

wollte. Sie war die Würdigste. Sie durfte ihrem

Volk das Feuer bringen.

Krankheit bedeutet für viele Hilflosigkeit, Unsicherheit, Angst.

Krankenhausseelsorge

Niemand soll allein und verlassen sein,

sondern in Wärme und Zuwendung

seinen Genesungsweg gehen können.

>> Unsere Patienten sind herausgenommen

aus ihrer gewohnten Umgebung, ihrem

Zuhause, ihrer Familie. Hier in unseren

Krankenhäusern erwarten sie

ärztliche und pflegerische Versorgung.

Krank sein kann aber auch bedeuten,

dass wir die Zeit nutzen, über uns selbst,

unser Leben, über die Zeit und Ewigkeit

nachzudenken, um den Sinn unseres Lebens

und Leidens herauszufinden.

Oft können wir unser Hoffen und Bangen

nicht alleine bewältigen. Wir brauchen

dazu einen Menschen, der unsere

Gedanken auffängt, unsere Fragen mit

uns durchgeht und bedenkt. Im St. Anna-Krankenhaus

ist unsere Seelsorgerin,

Sr. Elisabeth, in solchen Fällen gerne für

die Patienten und Mitarbeiter die Ansprechpartnerin.

Sie besucht regelmäßig die Stationen

und bietet Gespräche an. Für ungestörte

Kurzgeschichte < VIA < 26

Einzelgespräche steht sie ebenfalls zur

Verfügung. Darüber hinaus besteht die

Möglichkeit das Abendmahl, die heilige

Kommunion und die Krankensakramente

zu empfangen. Zur Besinnung und

Gebet ist die Krankenhauskapelle tagsüber

offen. Die Kapelle wurde 1706

durch den Weihbischof von Trier, Peter

Verhorst, zu Ehren der heiligen Anna,

der Mutter Mariens, geweiht. Der Gottesdienst

findet jeweils dienstags, 18:00 Uhr

sowie sonntags, 08:00 Uhr statt.

„Wir brauchen dazu einen

Menschen, der unsere

Gedanken auffängt“


26 > VIA > XXX

Kunsttherapie – ein nonverbales, aber keineswegs

sprachloses Medium zur Kommunikation

– Ausstellung des Zentrums für Soziale

Therapie im Vincenz-Krankenhaus

Der Sinn liegt im Eigenen

– Vom Eigensinn der Bilder

„Wer etwas tut, handelt;

wer handelt, bewegt sich.

Durch Bewegung geschieht

Veränderung und

Wandlung wird möglich.“

>> Aufmüpfigkeit und Widerspenstigkeit,

Dickköpfigkeit und Sturheit,

Trotz und Ungehorsam – all dies

findet man im Lexikon unter dem Begriff

Eigensinn. „Vom Eigensinn der Bilder“

– so lautete der Titel der ersten Ausstellung

2006 im Foyer des St. Vincenz-Krankenhauses.

Und doch hatte die

Präsentation wenig mit oben skizzierten

Attributen zu tun. Viel mehr handelte es

sich um ganz besondere, eigenständige

Kreationen mit sehr indirekten, verklausulierten

Aussagen. Es waren Bilder und

plastische Arbeiten, die von Patientinnen

und Patienten der Kunsttherapie des

Zentrums für Soziale Therapie in Hadamar

kreiert wurden.

Sieben ambulante Patienten und fünf

Straftäter hatten in Limburg ausgestellt.

Denn die Kunsttherapie des ZSP arbeitet

sowohl im stationären Bereich der Klinik

für Psychiatrie und Psychotherapie, als

auch im Maßregelvollzug sowie in der

Limburger Tagesklinik.

„Oft haben wir beim Malen eine ganz genaue

Vorstellung, wie das fertige Bild

aussehen soll. Und dann „wird“ es eben doch anderns. Eigen-sinnig. Richtig. So erfahren

wir etwas über uns selbst“. So hatten die Künstler die Namensgebung ihrer

Präsentation begründet.

„Eigenwillige Persönlichkeiten“ – so hatte sie der Direktor der Klinik für forensische

Psychiatrie, Ralph Wolf, in der Eröffnungsrede zur Vernissage bezeichnet; Menschen,

die in ihrer Person, wie auch in ihren Werken sehr unterschiedlich sind.“ So finde sich

in den Bildern auch kein „gemeinsames Thema“. Sprache sei vieldeutig, das mache

sie schwierig. Jedoch verhelfe die Kunsttherapie als nonverbales, aber durchaus nicht

sprachloses Medium zu ganz anderer Kommunikation: „Patienten finden einen neuen

Weg des Ausdrucks und der Begegnung mit sich selbst und anderen.“ So werde

es möglich, dass der Sinn im Bezug zum Eigenen liege, meinte Wolf: „Zum Eigenen

des Malers oder vielleicht auch zum Eigenen des Betrachters?“

„Ich bin jetzt 19 Monate im Maßregelvollzug. Ich habe gelernt,

sehr viel Geduld zu üben. Die Kunsttherapie ist ein gutes

Übungsfeld für mich, da ich zwar eine Vision, ein inneres

Bild habe und ein Ziel erreichen will. Aber es erfüllt sich eben

nicht jeder Wunsch, jeder Traum. Und so habe ich oft erlebt:

Bis hierher komme ich mit meiner Arbeit. Sie entspricht zwar

nicht ganz dem, wohin ich wollte, aber bis hierher kann ich

im Moment nur. Wenn ich weiter mache, richte ich mehr

Schaden an, als Gutes. Für mich eine Erkenntnis.“

! KURZ NOTIERT

News < VIA < 27

Die Kunsttherapie ist elementarer

Baustein im Behandlungskonzept des

Zentrums für Soziale Psychiatrie.Der

Patient soll unterstützt werden, seine

Stärken und Kraftquellen zu entdekken,

sich selbst besser kennenzulernen

und Möglichkeiten der Entlastung,

Harmonisierung und Stabilisierung

durch künstlerisches Tun

zu erleben. Somit wirkt er aktiv an

seiner Gesundung mit.

Daher steht in der Kunsttherapie das

Gestalten im Vordergrund, getragen

von der Überzeugung, dass dieser Prozeß

selbst therapeutischen Charakter

hat. Hierzu bedarf es eines geschützten

Raums: eines Rahmens, in dem Bilder,

Plastiken und Anderes entstehen

können und dürfen. Gearbeitet wird

mit den Medien Malen, Zeichnen und

Ton. Hier kann eigenschöpferisch Träumen,

Gefühlen, Phantasien, Wünschen,

Erfahrungen und Anderem Ausdruck

verliehen werden. Stimmungen, Erlebnisse,

vorstellungen werden in eine äußere

Erscheinung gebracht.

Unterstützt wird dies durch die gemeinsamen

Gespräche mit der Therapeutin,

Hildegard Schröder.


28 > VIA > Limburg

Heil oder Heilung?

Über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit ...

Von Gundula Stegemann

>> Ist die Gesundheit unser höchstes

Gut? Und welchen Preis sind wir

bereit dafür zu zahlen? Der Mensch von

heute ernähre sich von Körnern, hetze

durch den Wald, führe ein Leben voller

Verzicht und Selbstkasteiung und… –

sterbe am Ende doch, zwar gesund, aber

tot ist tot. Um dem Tod zu entrinnen,

nähmen wir uns das Leben. Unwiederholbare

Lebenszeit gehe so verloren und:

die Lebensfreude. Der Begriff „Sünde“

werde heute nur noch im Zusammenhang

mit Sahnetörtchen gebraucht. Früher

habe man gefastet, um in den Himmel

zu kommen. Heute faste man, um

möglichst spät und gesund in den Himmel

zu kommen. Über Jesus Christus

könne man heute jeden albernen Scherz

machen. Aber bei der Gesundheit höre

der Spaß auf.

„Gesundheit unser höchstes

Gut - das hieße

Untersuchungen rund

um die Uhr und ein

Leben ohne Freude."

Prof. Dr. Manfred Lütz

Nahezu kabarettistisch war der Abend

mit Dr. Manfred Lütz, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses

in Köln-Porz, der

seit einiger Zeit als Bestsellerautor in

Presse, Funk und Fernsehen von sich reden

macht. Der Mediziner, Philosoph

und katholische Theologe sprach im

Rahmen des jährlichen ökumenischen

Seminars der Arbeitsgemeinschaft

Christlicher Kirche in Limburg, das in

diesem Jahr den Titel trägt „Tun, was uns

eint: Glück – Gesundheit – Ganzheit“.

Lütz sprach zum Thema „Lebenslust –

über Risiken und Nebenwirkungen der

Gesundheit“.

Mit Humor und Biss skizzierte er unsere

Gesellschaft, die vor lauter Gesundheitswahn

krank zu sein scheine. Die Gesundheit

bestimme unser ganzes Leben.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO)

bedeute Gesundheit völliges körperliches,

seelisches und soziales Wohlbefinden.

Doch wer sei dann gesund? Ein

Internist habe einmal festgestellt: Ob jemand

gesund sei, hänge davon ab, wie

viele Untersuchungen man macht: Nach

fünf Untersuchungen seien 90 Prozent

gesund, nach zehn nur noch 80 und bei

50 Untersuchungen habe jeder irgendeinen

pathologischen Befund. Gesund sei

also ein Mensch, der nicht ausreichend

untersucht worden sei. Gesundheit gelte

heute als herstellbares Produkt, für das

man etwas tun müsse, ganz nach dem

Motto: Von nichts kommt nichts. Wer

stirbt, sei selber schuld. Lütz hält dagegen:

„Wer früher stirbt, lebt länger ewig.“

Mit diesem theologisch völlig korrekten

Satz ernte man in gesundheitsreligiös

bewegten Kreisen jedoch das blanke Entsetzen.

Er selbst halte es mit Friedrich

Nietzsche, der Gesundheit für das Maß

an Krankheit hielt, das es ihm noch erlaube,

seinen wesentlichen Beschäftigungen

nachzugehen.

Wir lebten im Zeitalter der Gesundheitsreligion

mit allem, was dazu gehöre:

Ärzte als Halbgötter, die Bundesärztekammer

als heilige Inquisition. Das Heil

erwarte man heute vom Arzt und vom

Psychotherapeuten, aber nicht vom Pfarrer.

Der sei allenfalls noch zum Schluss

gefragt. Die Krankenhäuser seien Kathedralen,

in denen der Übergang von der

katholischen Prozession zur Chefarztvisite

zu beobachten sei: voran die Schwesternschülerinnen

als Ministranten, gefolgt

von den Schwestern und

Stationsschwestern mit der heiligen

Schrift, der Kurve des Patienten, danach

die Assistenz- und Oberärzte und

schließlich Er, der Chef.

Die Gesundheitsreligion habe ernsthafte

Konsequenzen: Wenn nämlich der Gesunde

der vollkommene Mensch ist,

dann seien der unheilbar Kranke und der

Behinderte Menschen zweiter Klasse. Die

Ethik des Heilens sei heute das Ende der

Ethik, sagte Lütz und erinnerte an die Diskussion

um die Forschung mit embryonalen

Stammzellen. Wer heilt, habe

Recht. Und bei Nichterfüllung drohe Kla-

„Ich wäre gern die

Galle aus Zimmer

fünf“, dann kann

ich wenigstens

sicher sein, dass er

nicht Leber, Niere

oder Herz herausnimmt.“

ge. Wenn der 95-jährige Opa im Krankenhaus

sterbe, müsse etwas schief gelaufen

sein. Die Erwartungen an Ärzte

und Pflegepersonal seien viel zu hoch.

Lütz plädiert für mehr Nüchternheit. Die

vielzitierte Ganzheitlichkeit, das Schlagwort

im Gesundheitswesen – kein Krankenhaus

komme ohne aus – sei ein schier

unerfüllbarer Anspruch. Wenn es um die

Berücksichtigung von körperlichen Lei-

„Wir leben im Zeitalter der Gesundheitsreligion

mit allem, was dazu gehört: Ärzte als Halbgötter,

die Bundesärztekammer als heilige Inquisition.“

den und psychischen Störungen gehe, sei

die Sicht aus verschiedenen Perspektiven

durchaus förderlich. Aber die ganzheitliche

Betrachtung eines Menschen

könne nicht Aufgabe der Krankenhäuser

sein. Viele Krankenhausmitarbeiter

seien frustriert, weil sie trotz aufopferungsvollen

Einsatzes nicht die Zeit haben,

um ihre Patienten ganzheitlich zu

betreuen. Kein Arzt, keine Schwester

könnten jedoch Gespräche ersetzen, die

eigentlich in der Familie, im Freundeskreis,

in der Nachbarschaft geführt werden

müssten. „Wenn ich operiert werde,

möchte ich keinen ganzheitlichen Kollegen,

der mit mir spricht, sondern einen

erfahrenen Chirurgen. Ich wäre

gern die Galle aus Zimmer fünf“, sagte

Lütz. „Dann kann ich wenigstens sicher

sein, dass er nicht Leber, Niere oder

Herz herausnimmt.“

Wenn die Gesundheit unser höchstes Gut

wäre, müssten wir alles für ihre Erhaltung

tun, gab Lütz zu Bedenken. Das hieße

Untersuchungen rund um die Uhr –

unbezahlbar und ein Leben ohne jede

Freude.

News < VIA < 29

Zweifellos hat dieser Mann etwas zu sagen.

Doch würde er es nicht mit dem Humor

des katholischen Rheinländers tun –

linksrheinisch, wie er betont – würde

man ihm vermutlich kaum Gehör schenken.

Denn das Thema ist brisant, und

birgt jede Menge Sprengstoff. Lütz gibt

Denkanstöße. Vielleicht gelingt es ihm

mit dem Frohsinn des linksrheinischen

Katholiken, in Deutschland eine längst

überfällige Diskussion in Gang zu setzen.

! INFO

„Lebenslust. Wider die Diät-Sadisten,

den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult“

von Manfred Lütz, erschienen im

Pattloch Verlag, München,

ISBN 3-426-77695-2.

„Der Begriff Sünde wird nur im Zusammenhang mit

Sahnetörtchen gebraucht. Früher hat man gefastet,

um in den Himmel zu kommen. Heute fastet man,

um möglichst spät und gesund in den Himmel zu

kommmen…“


30 > VIA > Aktuell

Ein Ärztehaus

bis Sommer 2007

Zukunftsweisendes Projekt in der Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten

Von Ulrich Haßler

>> Der Verwaltungrat des St. Vincenz-Krankenhauses hat entschieden,

auf dem Plateau des Krankenhauses ein Ärztehaus

durch einen Investor errichten zu lassen. Die seit mehreren Jahren

geplante Maßnahme Ärztehaus mit zwei Tiefgaragen auf

dem Waldhofparkplatzgelände, zwischen Albrecht- und Anna-

Straße, wird vorläufig zurückgestellt, bedingt auch durch die

enorme Zeitverzögerung durch Einspruch der Nachbarn.

>> Geplant ist nun ein mindestens vierstöckiges Gebäude, welches

auf einer Grundfläche von rund 950 Quadratmetern eine Nutzfläche

von rund 850 Quadratmetern für Praxen und ähnliches bietet.

Das gesamte Gebäude wird auf Stelzen aufgesetzt. Das Gelände auf

der Nordseite des Funktionstraktes wird nicht verändert, weder

Feuerwehrumfahrt noch Liegendanfahrt werden durch das Gebäude

beeinträchtigt. Selbst die vorhandenen Parkplätze bleiben bestehen

und erfahren sogar noch eine Erweiterung.

Das erste Geschoß des Ärztehauses besteht aus einem eigenständigen

Parkdeck für die Besucher des Ärztehauses mit einer Kapazität

von 47 Plätzen. Darauf erfolgen drei weitere Obergeschoße,

die jetzt im Erstbezug auf den möglichen Nutzer in Größe und

Ausstattung angepasst werden können. Mögliche Mieter für den

Investor sind z.B. eine namhafte Reha-Praxis, die ambulante Rehabilitationsmaßnahmen

anbietet, sowie verschiedene niedergelassene

Fachärzte aus unterschiedlichen Sparten.

Im ersten Abschnitt bis zum dritten Obergeschoß kann ein Reha-

Zentrum sowie bis zu zehn Arztpraxen Unterkunft in dem neuen

Gebäude finden. Eine Erhöhung des Gebäudes um weitere

zwei Geschosse ist planerisch und statisch schon gleich im ersten

Bauabschnitt umgesetzt. Zufahrt und Zugang erfolgen über die

Zufahrtstraße unter dem Bettenhaus Ost zum Haupteingang des

Ärztehauses. Ein direkter Durchgang zum Krankenhaus ist jedoch

im ersten Obergeschoß für Patienten, Besucher und Ärzte möglich.

Dieser Zugang ermöglicht die angestrebte Kooperation mit

den Mietern, denen alle Dienstleistungen wie Bewegungsbad,

Cafeteria, Warenwirtschaft, Apotheke wie auch ambulantes Operieren

angeboten werden kann.

Nach Planung und Baugenehmigung (ca. Sommer 2006) kann

das Ärztehaus nach ca. neun Monaten Bauzeit im Frühjahr 2007

in Betrieb genommen werden.

Sinn und Zweck des Ärztehauses am Krankenhaus bedeutet eine

enge Verflechtung zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem

Krankenhaus, die von dem Gesetzgeber, dem Hessischen Sozialministerium

und den Krankenkassen gewollt ist. Ziel dieser Vorgabe

ist es, Patienten in kürzerer Zeit bestmöglich zu diagnostizieren

und therapieren und somit eine schnellste Genesung zu

ermöglichen. Nicht zuletzt dient dies natürlich auch einer „Schonung“

der knappen Finanzmittel im Gesundheitswesen ...

Ulrich Haßler

Technischer Leiter

Keine Angst vor Strahlen…

Vortrag von Dr. Thomas Hess

>> Röntgendiagnostik ohne Angst vor Strahlen“ – so

lautet das Thema des Vortrags, den Dr. Thomas Heß am Mittwoch,

5. April 2006, um 20 Uhr im Konferenzraum der

Limburger Josef-Kohlmaier-Halle halten wird. Der Chefarzt der

Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

und Nuklearmedizin am St. Vincenz-Krankenhaus spricht im

Rahmen des „Forum Gesundheit“. Dies ist eine Vortragsreihe,

welche die Kreisvolkshochschule Limburg in Zusammenarbeit

mit der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH organisiert.

Aktuelles medizinisches Wissen soll in allgemeinverständlicher

Form einem breiteren Publikum nahegebracht werden. Es wird

ein Unkostenbeitrag von vier Euro erhoben.

Immer noch lösten Röntgenaufnahmen bei Patienten Ängste

aus: nach Aussagen des Chefarztes herrsche immer noch vielfach

Unsicherheit, inwieweit eine derartige Maßnahme den eigenen

Körper schädige. Die Wirkung ionisierender Strahlen,

zu denen auch die Röntgenstrahlen gehören, sei heutzutage

jedoch gut zu verfolgen. Die Geräte, welche zur Röntgendiagnostik

verwendet werden, genügten hohen technischen Ansprüchen

und würden intensiven Qualitätskontrollen unterzogen:

Strahlenschutz ist eines der wichtigsten Themen

innerhalb einer Röntgenabteilung,“ betont Dr. Heß. Im Rahmen

seines Vortrags will er erläutern, wie Röntgenaufnahmen angefertigt

werden, wie eine Reduktion der Strahlen erzielt wird

und wie der Patient von den modernen Verfahren der Röntgentechnik

profitiert.

Strahlenschutz ist eines der wichtigsten

Themen innerhalb einer Röntgenabteilung.“

Seit vielen Jahren bietet die Kreisvolkshochschule im Rahmen

ihrer Forumsveranstaltungen aktuelle themen aus Politik, Gesellschaft,

Geographie und Gesundheit an. Dabei haben immer

auch Ärzte des St. Vincenz-Krankenhauses als Referenten mitgewirkt.

Im vergangenen Jahr wurde in Zusammenarbeit mit

der Krankenhausgesellschaft eine neue ergänzende Vortrags-

Chefarzt Dr. Thomas Hess

St. Vincenz < VIA < 31

„Immer noch lösten Röntgenaufnahmen bei

Patienten Ängste aus: nach Aussagen des

Chefarztes herrsche nach wie vor Unsicherheit,

inwieweit die Strahlen den Körper schädigen..."

reihe aufgelegt, die nun bereits in die zweite Staffel geht: Das

„Forum Gesundheit“. Die Auftaktveranstaltung im Jahr 2006

hatte bereits der Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Orthopädische

Chirurgie, PD Dr. Joachim Hillmeier, mit einem

Vortrag über minimal-invasive Operationstechniken für künstliche

Hüft- und Kniegelenke bestritten.


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Personalnachrichten

KRANKENHAUSGESELLSCHAFT ST. VINCENZ mbH

Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Giessen

St. Vincenz Krankenhaus Limburg

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

NAME EINSATZORT EINTRITT

Powaga, Norbert Onkologie 01.12.2005

Löw, Johannes Med. Klinik 01.01.2006

Dr. Schäff, Mario Neurologie 01.01.2006

Löw, Melanie Neurologie 01.02.2006

Raab, David Allgemeinchirurgie 01.02.2006

Rajic-Cuvalo, Vesna Physikalische Therapie 01.02.2006

Pamukçi, Zübeyde Frauenklinik 15.02.2006

Jubiläen Januar bis März 2006:

NAME ABTEILUNG DATUM JAHRE

Schneidler, Swantje OP 01.01.2006 10

Labandeira Moares, Rosa Maria Apotheke 01.01.2006 10

Prof. Dr. Chriricuta, Ion-Christian Strahlentherapie 01.01.2006 10

Hirschberg, Christoph Med. Controlling 01.01.2006 10

Meikies, Tanja Station 1/1 01.01.2006 10

Finger, Simone Station 5/1-2 01.01.2006 10

Stecker, Elke Station _ 01.01.2006 10

Zey, Mechthild IDI 01.01.2006 10

Meckel, Ursula Station 2/1-2 01.01.2006 10

Fischer, Kerstin Station 4/3 01.02.2006 10

Werner, Karin Ernährungsteam 01.03.2006 10

Bösch, Anja Technik 01.02.2006 20

Huth, Wilhelm Technik 01.02.2006 20

Matz, Ursula EKG 01.01.2006 25

May, Barbara Station 3/3-4 01.03.2006 25

Roth, Brigitte Med. Klinik 01.01.2006 30

Lichtenberg, Christel Ambulanz 01.02.2006 35

Verstorbene:

NAME ABTEILUNG STERBEDATUM

Schmidt, Nikolaus Wirtschafts-und Versorgungsdienst 28.12.2005

Dr. Utzig, Alois Allgemeinchirurgie 13.01.2006

St. Anna Krankenhaus Hadamar

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

NAME EINSATZORT EINTRITT

Metternich, Andre Zivildienstleistender 01.03.2006

Jubiläen Januar bis März 2006:

NAME ABTEILUNG DATUM JAHRE

Bußweiler, Birgit Station 1 01.01.2006 25

Zinner-Weimer, Ute Röntgen 01.02.2006 20

Engelhardt, Markus Kaufmännische Abteilung 04.03.2006 10

!

Schutzimpfung 2005 !

Sehr gute Resonanz

auf die Influenza –

Schutzimpfung 2005

Eine deutlich höhere Anzahl der Mitarbeiter

hat in diesem Jahr an der

Influenza –Schutzimpfung teilgenommen.

Im St. Vincenz Krankenhaus

waren es 250 Mitarbeiter gegenüber

63 Mitarbeitern im Vorjahr, im St. Anna

Krankenhaus waren es 25 Mitarbeiter

gegenüber 20 in 2004.

Somit ist es in diesem Jahr gelungen,

sicherlich auch durch das Impfangebot

am Gesundheitstag, die Influenza-

Impfrate insbesondere bei dem medizinischen

Personal erheblich anzuheben.

Betriebsärztin Annette Fischer-Führer

vom Werksarztzentrum hofft auf ähnlich

erfolgreiche Fortsetzung der Impfkampagne

im nächsten Jahr!

In Kürze < VIA < 33

Namensfindungs-Wettbewerb Hausmagazin

Marlene Korn Uli Kamps Astrid Wambach

Dankeschön!!!

Sie haben sich auf unseren Aufruf zur Namensänderung gemeldet: Marlene Korn, Sekretärin

in der Pflegedienstleitung, Uli Kamps, Pflegerischer Leiter der Station 2/ 1-2,

und Astrid Wambach, Mitarbeiterin der Anästhesie-Pflege! Sie haben den Diskussionen

zur Namensfindung Richtung gegeben, uns zu VIA auf den Weg gebracht! ViA, der

neue Name, ist letztlich eine Fortschreibung dieser Vorschläge, in denen es um Klima,

Atmosphäre und Teamgeist ging. Als Dankeschön für`s Mitmachen gibt es für die gesamten

Abteilungen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet aus der Vincenz-Küche!


Herzliche Glückwünsche von der Krankenhausleitung

der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz:

VIA-Kinder

Martin hat den Festtag seines Namenspatrons nur knapp verfehlt: Er kam am 16. November

2005 im St. Anna-Krankenhaus zur Welt, wo er gleich von Beginn an in professionellen

Händen war: Seine Mutter, Diana Ferger, ist Kinderkrankenschwester im

Säuglingszimmer des St. Anna-Hauses! Martin war 51 Centimeter lang und wog 3580

Gramm. Leonie-Timika heißt die Tochter von Kirsten Loechelt-Martin, Ärztin der Anästhesie

im St. Vincenz-Krankenhaus. Sie wurde am 25. November 2005 im St. Vincenz

mit einem Gewicht von 4370 Gramm geboren und maß 57 Centimeter. Am gleichen Tag

kam Mustafa-Can zur Welt: Er wurde in St. Anna geboren und wog 2450 Gramm. Seine

Mutter ist Meral Yüce, Krankenschwester auf der Station 1 in St. Anna. Kurz vor

Weihnachten, am 21. Dezember 2005, erblickte Felix das Licht der Welt. Er ist der Sohn

von Nicole Weldert, Krankenschwester auf der Station E/3-4. Felix brachte 3850 Gramm

auf die Wage und war 53 Centimeter lang. Das erste VIA-Baby im neuen Jahr ist Laura,

die Tochter von Teresa Maletz, Krankenschwester auf der Station 6/1-2. Ihr Geburtstag

ist am 12. Januar, ihre Maße: 50 Centimeter und 3750 Gramm.

Allen Kindern und ihren Eltern wünschen wir von Herzen alles Gute!


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