Schulkartographie SS 2011 - Regionales Fachdidaktikzentrum für ...

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Schulkartographie SS 2011 - Regionales Fachdidaktikzentrum für ...

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Schulkartographie Leitner Lukas, Hegedüs Stephanie

Schulkartographie SS 2011

Gestaltung einer Unterrichtsstunde

am Beispiel der

Erzherzog Johann Bahn

Leitner Lukas

Hegedüs Stephanie

1 http://irish-net.de/Entdecke-Irland/Irische-Eisenbahnen/

1


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Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG 3

Kartographie im Unterricht 3

FÄCHERÜBERGREIFENDER UNTERRICHT 8

LEHRPLANBEZUG 8

STUNDENPLANUNG 9

Stundenbild 9

Materialen 10

STOFF FÜR DEN FRONTALUNTERRICHT 11

ARBEITSAUFTRÄGE 17


Einleitung

Zu unserer Person:

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Name: Lukas Leitner

Studienrichtung: Lehramt Geographie/Geschichte

Semester: 4. Semester

Matrikel Nummer: 0613048

Name: Stephanie Hegedüs

Studienrichtung: Lehramt Geographie/Germanistik

Semester: 4. Semester

Matrikel Nummer: 0911398

Kartographie im Unterricht

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine detaillierte Aufgliederung über die Gestaltung einer

Geographiestunde, wie wir sie uns vorstellen. Insbesondere wollen wir in dieser Einheit auf

die kartographischen Merkmale und auf unterschiedliche Kartentypen eingehen, weil wir der

Meinung sind, dass Kartenmaterial im Unterricht viel zu wenig Eingang findet. Karten

werden viel zu selten eingesetzt. Sollten sie dann doch einmal verwendet werden, hängen

sie oft nur kommentarlos an der Wand und werden kaum in den Unterricht integriert.

Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen den Schülerinnen und Schülern durch Karten und

Bilder bzw. Fotos einen Überblick über das aktuelle Thema zu geben und ihnen auf der Karte

zu zeigen wo wir uns gerade befinden. Zu diesem Zwecke werden wir für unsere Stunde

folgende Karten benötigen:

Wandkarte von Österreich bzw. Europa

o Besprechung der Großlandschaften, die die Eisenbahnstrecke durchläuft

o Vergleich der beiden Karten

Warum die Unterteilung

Warum gibt es eine unterschiedliche Darstellung


2

3

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Geologische Karten

o Anhand dieser Karten wird der Untergrund der Bahn erklärt und darauf

eingegangen, warum Tunnels, Brücken, etc. notwendig waren

o Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, verschiedenes

Kartenmaterial zu betrachten und zu bewerten

2 http://bfw.ac.at/300/1203.html

3 http://www.lehrerweb.at/materials/gs/faecheruebergreifendes/webs/oesterreich_web/allg/landschaften.htm


45

Atlanten

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4 http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/geologie_und_landschaft.htm

5 http://home.schule.at/teacher/pichler/geologie/regional.htm


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Streckenausschnittskarten der Eisenbahnstrecke

o Sollen auf die beiden oberen Karten übertragen werden und die Strecke soll

auf der geologischen Karte bzw. auf der Großlandschaftskarte angeschaut

werden

o Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, wo die Strecke verläuft und wo

und warum Tunnels, Viadukte, etc. gebaut wurden


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Außerdem wollen wir durch die Arbeit mit den Karten sehen, wie weit die Schülerinnen und

Schüler in der Lage sind, sich selbst auf einer Karte zurecht zu finden und wie weit sie mit

dem Atlas vertraut sind. Wir wollen ihnen die Orientierung erleichtern und ihnen auf

einfachem Wege den Umgang mit Karten, Legenden, verschiedenen Kartenarten, etc.

erklären.

Um diese Kompetenzen jedoch zu festigen soll Kartenmaterial in jeder Unterrichtsstunde

bzw. sooft es eben möglich ist eingesetzt werden. Die Kinder sollen lernen, wie sie sich

eigenständig im Atlas zurechtfinden und wo sie bei Bedarf nachsehen können.

Weiters ist es für uns von großer Bedeutung, dass wir den Kindern sofort zeigen können, in

welchem Gebiet der Erde wir uns zurzeit befinden; in unserem Fall betrifft das die

Streckenführung der Erzherzog Johann Bahn.


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Fächerübergreifender Unterricht

Ein weiterer Bereich, der in unsere Unterrichtsstunde Eingang findet, ist die Form des

fächerübergreifenden Unterrichts. Da es immer wichtiger wird vernetzt zu denken und eine

Reform des Schulsystems in aller Munde ist, haben wir beschlossen, unsere

Unterrichtseinheit fächerübergreifend zu gestalten.

Im Geschichtsunterricht würde das Thema der Eisenbahn den Bereich der industriellen

Revolution abdecken und zum besseren Verständnis dieser Thematik beitragen.

Durch kurze Diskussionsbeiträge könnte man im Bezug auf den Deutschunterricht die

Kommunikationskompetenz fördern, z.B. durch Podiumsdiskussionen.

Durch diese Unterrichtsform soll vernetztes Denken gefördert werden und das Gelernte aus

anderen Fächern aufgefrischt und mit neuen Informationen verknüpft werden.

Außerdem wollen wir die Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen anregen, am

Unterricht aktiver teilzunehmen. Sie sollen die Chance bekommen, Wissen aus anderen

Fächern in den Geographieunterricht einfließen zu lassen und sich zu Wort melden.

Lehrplanbezug

Wie im Lehrplan ersichtlich betrifft unsere Unterrichtssequenz eine 3. Klasse mit dem

Hauptgebiet „Lebensraum Österreich“ (Anhand von unterschiedlichen Karten, Luft- und

Satellitenbildern die Eigenart österreichischer Landschaften erfassen.) sowie „die Gestaltung

des Lebensraums durch den Menschen“ (Vergleichen unterschiedlicher Standortpotenziale

zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr, Infrastruktur, Versorgung und

Umweltqualität.) Um uns an diesem Leitgedanken zu orientieren haben wir unsere

Unterrichtseinheit in mehrere Teile gegliedert, die später unter dem Punkt

„Stundenplanung“ ersichtlich sein werden.

Im Besonderen handelt es sich außerdem um das Lehrbuch Zeugner, Hölzel-GW2,

Faszination Erde, 6. Schulstufe, Ed. Hölzel, 2009, Kapitel 5, S. 70ff, in welchem die Thematik

unserer Stunde abgehandelt wird.


Stundenplanung

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Zu Beginn der Stunde werden wir eine Eröffnungsfrage stellen mit der wir das Interesser der

Schülerinnen und Schüler auf das Thema Eisenbahn wecken wollen. Außerdem ermöglicht

uns diese Art des Stundeneinstiegs einen Überblick über den Umgang mit der Eisenbahn;

benutzen die Kinder dieses Transportmittel, kennen sie die Fotos, …

Eröffnungsfragen:

1. Warum ist/war die Eisenbahn so wichtig?

2. Was ist euch bei den Fotos aufgefallen?

Weiters haben wir Fragen, die im Laufe des Unterrichts von den Schülerinnen und Schülern

beantwortet werden sollen, je nach Themengebiet in den Punkt „Stoff für den

Frontalunterricht“ integriert und zur besseren Übersicht rot eingefärbt und hervorgehoben.

Stundenbild

Zeit Inhalt Lehrmethode Sozialform Materialien

2 Minuten stündliches Ritual

(Begrüßung,

Klassenbuch, …)

2 Minuten Stundenablauf(was

lernen die Schüler

in dieser Einheit)

2 – 3 Minuten Beginn des

Unterrichts mit

einer Fotostrecke

20 Minuten Frontalunterricht

mit Berichten von

Schülern

5 – 10 Minuten Arbeitsanweisungen

geben

Vortrag und

eigenständiges

Lernen

eigenständiges

Arbeiten

Vortrag und

Erlebnisse der

Schüler

Arbeiten mit Atlas

und

verschiedenen

Karten in

Partnerarbeit

Kommunikation

Frontalunterricht

Erlebnisunterricht

Interesse wecken

durch Bilder

Atlas, Karten,

Fotos, Power

Point

Fotos, Power

Point

Kommunikation Atlas, Karten,

gemeinsames

Arbeiten Lehrer

und Schüler,

Partnerarbeit

Fotos, Power

Point

Atlas, diverse

Karten


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5 Minuten ob schon jemand

mit der Eisenbahn

gefahren ist, wohin,

wie weit, …

5 Minuten Stunde

nächste Std.

bzw. wenn

genügend Zeit

bleibt

Materialen

zusammenfassen,

Informationen für

weitere Stunden

Gruppendiskussion

pro/contra

Eisenbahn

freies Reden,

Hinweis auf Atlas

Berichte der

Schüler,

Kommunikation

Reflexion Kommunikation

Gruppenarbeit Kommunikation,

Kreativität, freies

Reden,

Präsentieren

Atlas

Plakate

Im Besonderen möchten wir die Materialien, die wir im Unterricht verwenden,

herausgreifen. Dies hat folgenden Hintergrund, da wir nämlich aufzeigen wollen, mit welch

einfachen Mitteln man den Unterricht für Kinder interessant gestalten kann.

Karten

o Karten von Eisenbahnstrecken und den geologischen Gegebenheiten werden

an die Wand projiziert und die Schülerinnen und Schüler sollen die Strecke

dann im Atlas wiederfinden bzw. verschiedene Karten vergleichen.

o Zur Orientierung soll auch eine Österreichkarte dienen.

Tabellen und Auflistungen

Atlanten

o Um den Kindern Zahlenmaterial leichter zugänglich zu machen, werden wir

versuchen, statistische Werte in Tabellenform darzustellen und graphisch zu

hinterlegen

o Schülerinnen und Schüler sollen die richtige Karte im Atlas finden und sich auf

dieser orientieren können.

o Sie sollen in der Lage sein, verschiedene Karten zu vergleichen und

Photos und Bilder der Eisenbahnstrecken


Tafel

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o Ganz besonders wichtig ist für uns, dass den Kindern ein Eindruck vermittelt

wird, den wir mit Bildern und einer Fotostrecke erwecken wollen

o Abfragen wie Punktabfragen, etc. sollen an der Tafel durchgeführt werden

Stoff für den Frontalunterricht

Zu Beginn möchten wir darauf hinweisen, dass Fragen, die in den Unterricht eingeworfen

werden rot hervorgehoben sind bzw. Unterrichtsformen darstellen. Außerdem sind die

Antworten, bzw. die Antworten die wir uns vorstellen, in Klammer angeführt.

Weiters ist der Lehrervortrag in fünf Punkte unterteilt:

1. Eine Revolution des Transportwesens

2. Erzherzog Johann von Österreich

3. Streckenführung (Routen und Probleme)

4. Geologie Semmering

5. Wirtschaftliche Bedeutung und Nachhaltigkeit (Österreichweit)

Eine Revolution des Transportwesens:

Schon während der Lebenszeit Erzherzog Johanns erfolgte neben vielen anderen

grundlegenden Veränderungen auch eine Revolution des Verkehrswesens. Diese resultierte

vor allem aus der Anwendung der Dampfkraft für das Dampfschiff und die Lokomotive,

woraus sich eine Verringerung der Reisezeiten und damit zugleich ein Schrumpfen der

Entfernungen auf ein Zehntel jener Zeit ergaben, die zuvor ein Fußwanderer benötigte. 6

Frage an die Klasse: Was bewirkt eine schnellere und bessere Infrastruktur?

Für die Masse der Bevölkerung war trotzdem nur der Fußmarsch (z.B. Wien-Semmering-Graz

in 96 Stunden) erschwinglich. Jedoch spielte das Gewerbe und die Industrie eine weitaus

größere Rolle da die Monarchie nur über wenige schiffbare Flüsse verfügte. Man versuchte

dies durch den Bau bzw. steten Ausbau der Semmeringbahn zu kompensieren. 7 Allerdings

waren die Transportkosten enorm und so wurde der Ruf nach mehr Effizienz immer lauter.

Einziges Mittel um den Anforderungen gerecht zu werden war die Eisenbahn.

6 Zit. Erzherzog. Johann, Beiträge 1982, Pickl Othmar, S.343

7 Vgl. Erzherzog. Johann, Beiträge 1982, Pickl Othmar S.343ff


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Frage an die Klasse: Warum ist die Eisenbahn für Staat, Gewerbe, Industrie und Bürger so

wichtig? (Truppen- und militärische Gütertransport und Personen- und Gütertransport für die

Konsumgesellschaft)

Während Engländer (ab 1825), Amerikaner (ab 1829) aber auch Frankreich und Deutschland

(ab 1832-35) eifrig ihre Eisenbahnnetze ausbauten hinkte Österreich durch Streitigkeiten

zwischen dem Erzherzog und Franz Xaver Riepl 8 (ab 1837) mit seinen Pferdebahnen

9 10

hinterher.

Doch Anstrengungen Johanns, unter Mithilfe seines genialen Ingenieurs Karl von Ghega,

sollten den Rückstand mit der 1854 eröffneten und ab 1857 durchlaufenden Südbahn von

Wien nach Triest egalisieren. 11

Heute werden jährlich ca. 240 Millionen Personen und ca. 100t an Gütern transportiert

wobei ein großer Anteil auf die Südbahn anfällt.

Erzherzog Johann von Österreich:

Erzherzog Johann wurde am 20. Jänner 1782 als 13. Kind von Leopold, dem Großherzog der

Toskana, dem nachmaligen Kaiser Leopold II., und dessen Gattin Maria Ludovika in Florenz

geboren. Erzherzog Johann hatte schon in der Jugend öfters auch die Steiermark besucht,

deren Naturschätze und Menschen ihn schon früh berührt hatten. Hier machte er sich nun

nach 1809 in vielfacher Weise sesshaft und diente dem Herzogtum jenseits aller Politik und

ohne Herrschertitel auf seine eigene Art und Weise.

Handwerk, Gewerbe und Industrie lagen ihm sehr am Herzen, sah er in ihnen doch einen

Grundstock für den allgemeinen Wohlstand des Volkes. Schon 1832 und 1833 fanden in Graz

im Aufbruch der Industriellen Revolution Industrie- und Gewerbeausstellungen statt. Der

„Verein zur Förderung und Unterstützung der Industrie und des Gewerbes in

Innerösterreich", der auch Ausgangspunkt für fachspezifische Schulen wie die Grazer

Handelsakademie war, wurde 1837 ins Leben gerufen. Die Trassenführung der Südbahn über

Semmering, Mürztal und Graz als überlebenswichtige Grundlage für das Gedeihen der

obersteirischen Bergwerks- und Eisenindustrie verdankt die Steiermark dem Einfluss des

Erzherzogs.

8 Vgl. DULTINGER 1993, S.27

9 Vgl. Erzherzog. Johann, Beiträge 1982, Pickl Othmar S.346

10 Vgl. DULTINGER 1985, S.12

11 Vgl. Erzherzog. Johann, Beiträge 1982, Pickl Othmar S.348


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Sein privates Glück fand Erzherzog Johann in der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl.

Aufgrund des Standesunterschiedes musste er jedoch viele Jahre warten, bevor er sie

schließlich im Jahr 1829 am Brandhof ehelichen konnte.

Seine letzte Ruhestelle fand der steirische Prinz in Schenna bei Meran in Tirol. 12

Streckenführung (Routen und Probleme):

Zu Beginn dieses Teilgebietes wird folgende Frage aufgeworfen, die eine kleine Diskussion in

der Klasse auslösen soll, weil die Schülerinnen und Schüler zu diesem Punkt sicher einige

Antworten wissen:

Welche Probleme könnten beim Eisenbahnbau auftreten? (Boden, Täler, Berge, Steigungen,

Gewässer, unüberwindbare Hindernisse, Wirtschaftlichkeit, fehlen von Kapital, wichtigere

Ausgaben, populärere Investitionen.)

Triest- Österreichs Tor zur Welt:

Vor dem Beginn des Eisenbahnzeitalters lagen die Zentren des Welthandels fast

ausschließlich an den Küsten der Meere. Einzig für den österreichischen Welthandel

geeignet war lediglich Triest. So wurde der Hafen zu einem der größten und wichtigsten

Häfen bis die Eröffnung des Suezkanals (1869) der Blütezeit Triests ein Ende bereitete. 13

Österreichs Tor zur Welt wurde nicht genutzt und die zu spät errichtete Südbahn konnte

diese einmalige Gelegenheit nicht mehr nutzen. Der Binnenlandcharackter Österreichs fand

mehr Befürworter für die Anbindung der nördlichen Industriezentren an Wien anstatt einer

Schleuse zum Meer und dem damit verbundenen Seehandel.

Beachtet man jedoch die Einnahmen durch den Welthandel 14 der ab 1857 stattfand wäre ein

rascher und vorzeitiger Ausbau der Südbahn mehr als empfehlenswert gewesen und hätten

der Monarchie große Möglichkeiten eröffnet.

Frage an die Kinde( auch hier könnte sich möglicherweise eine Diskussion ergeben)r: Warum

ist es wichtig eine Verbindung zum Meer zu haben? (Güter aus fernen Ländern, schneller

Transport von Gütern, Personen und Militäreinheiten von Norden (Wien) nach Süden)

12 Vgl. weblink: http://www.erzherzogjohann.steiermark.at/cms/beitrag/11069381/36966500

13 Vgl. DULTINGER 1985, S.17,20

14 Vgl. DULTINGER 1985, S.21


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Ideen und Bestrebungen:

Erzherzog Johann erkannte die Wichtigkeit des Verkehrswesens und hatte schon zu

Lebzeiten die Vision eines österreichischen bzw. europäischen Verkehrsnetzes. So wollte er

über Triest und Hamburg das Mittelmeer mit dem deutschen Meer verbinden. Da er

befürchtete, dass die Steiermark ins Abseits gedrängt werden könnte entwickelte er mit

seinem Geniekorps eine Trassenführung über den Semmering. Er erkannte, dass die

Eisengebiete und die steirische Wirtschaft die Kosten amortisieren und dass für die

Wirtschaft mit ihren Mengen an Gütern nur von der Eisenbahn getragen werden können.

Frage an Schülerinnen und Schüler: Was hätte das für Auswirkungen auf die Steiermark;

damals sowie heute? (Weder mit Adria noch mit Nordsee verbunden Abgeschiedenheit

Abwanderung (Industrie und Arbeiter), Vorkommen von Eisenerz schlecht genützt

Verarmung, schlecht entwickeltes Gebiet; karge Bevölkerung, wenig Industrie

Wirtschaftlich schwach; aber vl. auch Semmering Basistunnel bzw. Koralmtunnel früher

errichtet) Diese Frage wird mit Hilfe des Lehrers beantwortet.


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Streckenverlauf bzw. Alternativrouten:

Streckenverlauf:

Arbeitsanweisung: Der Verlauf der Strecke soll im Atlas gefunden werden und gezeigt werden

können

1. Wien

2. Wiener Neustadt

75km erfordern 455 Einzelobjekte

3. Semmering

4. Bruck an der Mur

5. Graz

Bau gilt als unmöglich, sogar Sprengungen nötig, damals noch kein Dynamit

6. Marburg (Maribor)

7. Steinbruck (Celje)

8. Laibach (Ljubljana)

9. Adelsberg (Postojna, Senozece)

10. Triest

Alternativrouten:

Arbeitsauftrag: Auch diese Routen sollen wieder im Atlas gefunden und gezeigt werden.

1. Wien

2. Bruck an der Leitha

3. Varadazin

4. Pettau (Ptuj)

5. Triest

1. Wien

2. Wiener Neustadt

3. Ödenburg (Sopron)

4. Abzweigung Raab (Györ)

5. Triest


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Wiederum eine Frage bzw. Aufgabenstellung: Warum wären die Alternativrouten einfacher

gewesen? Zeige anhand der Karte die Geländeunterschiede! (Hier sollen die Kinder in der

Lage sein, die richtige geologische Karte im Atlas zu finden und auf die verschiedenen

geologischen Merkmale eingehen. Zu diesem Zwecke soll die Legende als Hilfestellung

dienen.)

Geologie Semmering:

Aufgabenstellung: Wo befinden sich die Alpen bzw. Ost- und Westalpen? (Zeige sie auf der

Karte!) Freiwillige Schülerinnen bzw. Schüler sollen herauskommen und die gesuchten

Gebiete auf der großen Karte zeigen)

Aus welchen geologischen Bestandteilen setzt sich das Gebiet rund um die EHZ Bahn

zusammen (Karte: Abriss der Geologie von Österreich, S. 43)

Der Semmering ist in Schichten bzw. Decken (Semmeringdecken) eingeteilt. Oberste Schicht

ist das Oberostalpin; darunter liegen das Unterostalpin und das Penninikum.

Hauptbestandteil der untersten Schicht ist die Grobgneisserie. Darüber liegen Schiefer und

Quarzite. Mit einer Mohshärte von 6 und 7 sind es sehr harte Gesteine. Ein Diamant hat zum

Beispiel eine Mohshärte von 10. Der Semmering entstand zu Zeiten des Mesozoikums und

des Perms. (geologische Zeittafel wird gezeigt)

Wirtschaftliche Bedeutung und Nachhaltigkeit (Österreichweit):

Der Schienenverkehr ist wesentlicher Bestandteil, um das Verkehrswachstum der Zukunft

ökonomisch, effizient und ökologisch verträglich abwickeln zu können. Deshalb sind

Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsvermögen der Schiene weiter zu stärken. Im Bereich der

Österreichischen Bundesbahnen und der Privatbahnen werden daher in den Jahren 2009–

2014 zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Für diese 5 Jahre werden Mittel in der Höhe

von rund 22,5 Mrd. € investiert (Brenner Basistunnel mit ~14 Mrd. €).

(näheres im Wirtschaftsbericht von Österreich aus dem Jahr 2010)

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/verkehr/schiene/personenverkehr/index.html


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Die österreichische Bundesbahn bewegte im Jahr 2009 rund 100 Millionen Tonnen an

Gütern und rund 240 Millionen Fahrgäste.

Zum Vergleich: Die Europäische Union hat 500 Millionen Einwohner; bzw. wären das ~100

Millionen Autos) Vergleiche sollen den Kindern helfen sich Zahlenmaterial leichter bzw.

bildlich vorstellen zu können. Außerdem soll ihnen ein Anhaltspunkt gegeben werden, von

welcher Größenordnung gesprochen wird.

Der Beitrag der Eisenbahn zur nachhaltigen Wirtschaft sucht seinesgleichen. Kein anderes

Transportmittel ist so effektiv und umweltfreundlich wie die Eisenbahn. (siehe Abb. 87.2 ff,

Hölzl-GW2, Faszination Erde, 6. Schulstufe, Seite 87)

Am Ende der Stunde bzw. in der darauffolgenden Stunde soll eine Gruppendiskussion zum

Thema „Wie könnten nachhaltige Transportsysteme funktionieren?“ stattfinden.

Brainstorming in Gruppen!

Um wieder auf den fächerübergreifenden Unterricht zurückzukommen könnte man für den

Deutschunterricht zwei Gruppen bilden (pro/contra Eisenbahn) und dann z.B. eine

Podiumsdiskussion durchführen. Hierbei würden vor allem die Kommunikation, das freie

Reden und das Vertreten der eigenen Meinung bzw. Stellungnahme gefördert werden.

Arbeitsaufträge

Nach dem Finden der Eisenbahnstrecken werden diese genau besprochen.

Warum die Strecken dort gebaut wurden

Brücken bzw. Bodenbeschaffenheit

Entfernungen

Wirtschaftsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

Eisenbahn als Verkehrsmittel

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