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Information für Mitglieder und Interessierte

INHALT Seite

NeuIgKeITeN voN NATurLAND

Nachrichten International

Interview mit Carmen Leon

von der Kaffee-Kooperative „COCLA“ 2

umweltminister Dr. Antonio Brack

setzt auf Biodiversität und Öko-Landbau

in Perú 3

Kooperation Naturland - IMo Control:

Mango Workshop in Mexiko 3

Naturland auf der european Seafood

exposition (eSe) 4

europaweite Öko-Partnerschaft 5

Naturland richtlinien geändert –

Neue Fassung 05/2010 5

Besuch des spanischen Öko-Anbauverbandes

CAAe 5

AgrAroLITIK

Öko und fair ernährt mehr 6

Internationale Tagung von Naturland

und Weltladen-Dachverband 7

FACHINForMATIoNeN

Öko-Landbau – gut fürs Klima! 8-10

MArKTINForMATIoNeN Naturland Zeichen gmbH

Hinweis auf Ihre Naturland vertragswaren 10

Übelhör – weltweit handeln 11

MITgLIeDerForuM

CoCLA - hervorragender Arabica Kaffee

aus Perú 12

Editorial

Liebe Naturland

Mitglieder und

Partner in aller

Welt!

Jeder Tag ist ein Skandal

Der Weltagrarbericht fordert

Konsequenzen

Hinter uns liegt eine Fussball-Weltmeisterschaft

in Südafrika, die jede

weitere Medienberichterstattung in

den Schatten gestellt hat. Es ist ein

Skandal, dass es wenig bis gar nicht

von öffentlichem Interesse zu sein

scheint, was in Afrika neben dem

Fussballplatz geschieht. Zwischen

Anstoß und Abpfiff eines jeden WM-

Spiels sind über 300 Kinder in Afrika

an den Folgen dreckigen Wassers,

Mangel an Wasser und Hygienemöglichkeiten

gestorben. Alle 20 Sekunden

ein Kind.

Die Ernährungssituation auf unserer

Erde hat sich weiter verschärft,

obwohl in Kalorien dargestellt

heute Landwirte

Naturland auf Messen:

weltweit ein Drittel mehr

• 5. Fachlicher Austausch von landwirtschaft-

ernten als für die ausreilichen

Praktikern und Wissenschaftler aus

chende Versorgung aller

Lateinamerika und Karibik, 05.-09. September, Perú Menschen notwendig

• Südback, 16.-19. Oktober 2010 in Nürnberg

wäre. Es besteht ein

• Bio Süd, 19. September 2010 in Augsburg

massives Verteilungspro-

• Bio Nord, 17. Oktober 2010 in Hannover

blem. Über eine Milliarde

Hungernder stehen

II, 2010

weltweit heute der gleichen Menge

an Menschen gegenüber, die an

Übergewicht leiden und von denen

etwa ein Drittel krankhaft fettsüchtig

sind. Eine weitere Milliarde ist aus

Mangel fehlernährt. Nach UN-Angaben

verhungern täglich 25.000 Menschen.

Auch weitere Fakten belasten

die Weltgemeinschaft hart: Wegen

wirtschaftlicher Schwierigkeiten

beziehungsweise Verschuldung beispielsweise

für Kredite, Saatgut oder

GMO, haben sich 2001 – 2005 fast

87.000 indische Bauern das Leben

genommen.

Die Weltbank und die Vereinten

Nationen veröffentlichten 2008 den

ersten Zustandsbericht zur Situation

der weltweiten Landwirtschaft: den

Weltagrarbericht, an dem über 500

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

aller Kontinente und

Fachrichtungen mitgearbeitet haben.

Fazit: Nur eine kleinbäuerliche und

ökologische Landwirtschaft in Zusammenhang

mit dem Fairen Handel

kann in Zukunft die Welternährung

sichern.

Die Frage, ob der weltweite Hungertod

Mord oder unterlassene Hilfeleistung

ist, ist unerheblich. Dass

zahlreiche Regierungen weltweit

– nicht zuletzt aufgrund des Druckes

internationaler Agrarkonzerne – sich

nicht zum Weltagrarbericht bekennen,

ist beschämend und unverzeihlich.

>>> Lesen Sie weiter auf S. 2

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

1


Neuigkeiten von Naturland

Interview mit Carmen Leon von der Kaffee-Kooperative „CoCLA“,

Peru auf der BioFach

Wie ist die Kooperative

COCLA aufgebaut?

„COCLA“ ist eine

Dachorganisation, die

aus 23 Basiskooperativen

besteht, in welchen

sich insgesamt

7.500 Kleinbauern

organisieren.

Da die Kaffeebohnen von Hand gepflückt werden

und die Erntezeiten unterschiedlich sind, helfen sich die

Kleinbauernfamilien im Rahmen einer „Nachbarschaftshilfe“

bei Bedarf gegenseitig.

Carmen Leon

Der Weltladen-Dachverband und

Naturland fordern im Rahmen ihrer

Kampagne „Öko + Fair ernährt

mehr!“ die Politik auf, den Weltagrarbericht

umzusetzen, um eine

langfristige Ernährungssicherheit

weltweit zu erreichen. Öko und

Fair muss weltweit als Leitbild

einer zukunftsorientierten Landwirtschaft

verankert werden.

Was bedeutet Öko und Fair für die Kooperative

COCLA?

Eines der wichtigsten Vorteile ist der Mehrpreis den

unsere Erzeuger für ihr Premiumprodukt erhalten. Die

Kleinbauern können ihre Familie ernähren und zusätzlich

Investitionen für die gesamte Kooperative tätigen, die

sonst so nicht möglich wären.

Außerdem ist es natürlich auch besser für die Umwelt.

Mittlerweile bewirtschaften die Kleinbauern 18.000 ha

ökologisch und fair. Das schlägt sich sowohl in einer

höheren Biodiversität nieder, aber auch in einer verbesserten

Bodenlebendigkeit.

Was für Auswirkungen hat die Fair-Prämie auf die

Kleinbauern?

Ein gewisser Anteil der Fair-Prämie wird an die Kleinbauern

direkt ausgezahlt, der andere Teil kommt der

Gemeinschaft bzw. Kooperative als Ganzes zu Gute.

2 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

Lesen Sie mehr über die Kampagne und zum Thema

Welternährung in der Rubrik „Agrarpolitik“.

Ihr Steffen Reese

Geschäftsführer

Hierbei entscheiden unsere Kleinbauern zusammen,

was mit diesem Mehrerlös passiert: Ob es in Erziehung,

Schulen, Straßenbau oder in den Kaffeeanbau selbst

investiert wird.

Durch den Anteil, welchen die Kleinbauern direkt ausgezahlt

bekommen, ist es vielen möglich, ihre Kinder auf

die Schule – ja sogar zum Teil später auf die Universität

zuschicken. Darauf sind die Kleinbauern besonders stolz,

da in Ihrer Kindheit das Geld für die Schulbildung gefehlt

hatte.

Naturland hat mit dem Kooperationspartner Weltladen-Dachverband

eine zweijährige Kampagne

mit dem Titel „Öko + Fair ernährt mehr!“ ins Leben

gerufen. Denken Sie, dass die Kleinbauern die Ernährungssicherung

mit Öko und Fair leisten können?

Auf jeden Fall, weil die Kleinbauern den prozentual größten

Beitrag zur Welternährung leisten. Und der öko und

fairer Anbau der Lebensmittel – egal ob für die Selbstversorgung

oder für den Export.

Was sind die wichtigsten Zukunftsherausforderungen

der Kooperative?

Die Kooperative ist sehr schnell gewachsen, somit muss

noch vieles weiterentwickelt werden um die Struktur

zu stabilisieren. Ein anderer wichtiger Aspekt ist, neue

Marktpartner zu finden. Cocla würde gerne noch mehr

Kaffee Öko und Fair vermarkten.

Vielen Dank für das Interview

Monika Pirkenseer, Naturland Öffentlichkeitsarbeit


umweltminister Dr. Antonio Brack setzt auf

Biodiversität und Öko-Landbau in Perú

Der peruanische Umweltminister

Dr. Antonio Brack hob bei einem

Treffen mit Naturland in Lima am

18.03.2010 den Öko-Landbau als

äußerst wichtigen Bereich der peruanischen

umweltpolitik hervor.

„Peru hat eine weltweit einzigartige

Biodiversität. Diese Vielfalt wird

durch den Öko-Landbau nachhaltig

genutzt und geschützt. 19.000

zertifizierte Naturland Kleinbauern

sind eine hervorragende Werbung

für Peru“, betonte Umweltminister

Brack. Naturland Geschäftsführer

Steffen Reese begrüßte insbesondere

das peruanische Verbot zur

Agro-Gentechnik: „Mit dem Nein zur

Agro-Gentechnik ist Peru Vorbild für

Europa“.

Kooperation Naturland - IMo Control:

Mango Workshop in Mexiko

Am 21. und 22. Juni dieses Jahres

fand im Süden Mexikos ein gemeinsam

durchgeführter Workshop

von Naturland und IMo Control

statt.

Das Thema: Mangos. Der Workshop

wurde von Naturland Repräsentant

Peter Gänz, sowie Oliver Hunkler

und José Villatoro von IMO Control

geleitet. Eingeladen waren mehrere

Mangoerzeuger aus der Region Oaxaca

und Chiapas, die Interesse am

Öko-Anbau und an einer Umstellung

ihrer Produktion haben.

Anhand von Präsentationen und

Teilnehmer des Workshops

Gruppenarbeiten stand am ersten

Tag der Öko-Anbau im Allgemeinen

und Öko-Mangos im Speziellen im

Vordergrund. Auch das gesellschaftliche

Interesse und damit die Absatzmöglichkeiten

waren Thema. Der

zweite Tag galt der Praxis und dem

Erfahrungsaustausch. Es wurden

Mangoplantagen besucht, die schon

ökologisch bewirtschaftet werden,

bzw. sich in Umstellung befinden.

Um sich ein Bild über die Qualitätssicherung

nach der Ernte zu machen,

stand abschließend der Besuch einer

Abpackstation regionaler Öko-Mangos

auf dem Programm.

Steffen Reese (Naturland) u. Dr. Antonio Brack

Personalien

Anne-Catrin

Hessenland

arbeitet seit Mitte

April 2010 bei

Naturland in der

Öffentlichkeitsabteilung

und ist für die Bereiche Aquakultur,

Öko und Fair und internationale

Themen wie Kaffee, Tee und Textil

zuständig. Sie vertritt Frau Monika

Pirkenseer während ihrem Mutterschaftsurlaub

und hatte bereits

2006 bei Naturland in der Öffentlichkeitsarbeit

ihr erstes Praxissemester

absolviert und Naturland auf

verschiedenen Messen unterstützt.

In ihrem zweiten praktischen

Semester und für die Diplomarbeit

hatte sie sich vor Ort mit Öko-Kleinbauern

in Tansania beschäftigt,

die Gewürze, Kaffee und Ananas

anbauen. Ihr Studiengang Ernährung

und Versorgungsmanagement

an der FH Weihenstephan Abteilung

Triesdorf hatte sie in diesem

Frühjahr abgeschlossen.

Vor dem Studium arbeitete sie bereits

über sieben Jahre im Medien-

und Handelsbereich und hatte sich

zur Kommunikationswirtin weitergebildet.

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

3


Neuigkeiten von Naturland

Naturland auf der european

Seafood exposition (eSe)

2010 in Brüssel

Die eSe ist die größte Seafood Messe der Welt: über

1.600 Aussteller aus allen Ländern der erde zeigen

ihre Produkte aus Fischerei und – zunehmend –

Aquakultur. Die eSe zeigt sich global, so verhandeln

hier kanadische Firmen mit ihren Kunden aus

den Staaten und koreanische Importeure sehen sich

nach günstigen Angeboten aus vietnam um. Naturland

nimmt seit 1999 an der eSe teil, die Anzahl der

Naturland Partner auf der Messe ist in diesen Jahren

kontinuierlich gestiegen. Mehr noch: „Öko“ bzw.

„organic“ ist in den Präsentationen der Firmen nicht

mehr nur ein gesichtspunkt unter anderen, wie das in

den Anfangsjahren der Ökologischen Aquakultur zu

beobachten war, sondern häufig das zentrale Thema.

Das ist umso bemerkenswerter, betrachtet man die verschiedenen

konventionellen Zertifizierungsansätze, die

sich in den letzten Jahren für Fisch und Meeresfrüchte

entwickelt haben. Dazu zählen z.B. GlobalGAP, ACC und

ASC im Bereich der Aquakultur, sowie MSC und FoS für

die Fischerei. Alle diese Labels berufen sich im weiteren

Sinne auf „Nachhaltigkeit“, und so könnte man meinen,

dass die anerkannt ökologische Produktion und Zertifizierung

unter Konkurrenzdruck gerät. Das Gegenteil ist

jedoch der Fall: gerade bei der zunehmend unübersichtlichen

Vielfalt von Labels und Zertifizierungssystemen

begrüßen es Erzeuger, Markt und Verbraucher, dass Na-

4 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

turland für eindeutige, klare Inhalte und konsequente

verfahren steht. Der anerkannt ökologische Ansatz wird

seinem Anspruch auf ganzheitliche Nachhaltigkeit

(ökologisch, sozial, fair) gerecht, wo andere „neue“ Label-

Systeme noch gemeinsame Nenner suchen.

Auf der ESE 2010 wurden folgende von Naturland zertifizierte

Produkte präsentiert: Öko-Lachs aus Irland und

Schottland, Öko-Forelle aus Italien, Öko-Wolfsbarsch,

Öko-Dorade und Öko-Adlerfisch aus Griechenland

und Kroatien, Öko-Shrimps aus Brasilien und Ecuador

(Western White) sowie Bangladesch, Vietnam und Indien

(Black Tiger und Süßwassergarnele). Des Weiteren

waren Öko-Verarbeiter aus Deutschland, Polen und

Frankreich vertreten. Mit Viktoriabarsch aus dem Pilot-

Fischereiprojekt in Tansania hatte das neue „Naturland

Wildfisch“-Logo dieses Jahr seine Premiere auf der ESE.

Naturland Öko-Lachs aus Aquakultur Naturland Öko-Dorade aus Aquakultur

Naturland Victoriabarsch aus Wildfang


europaweite Öko-Partnerschaft

Führende europäische Öko-verbände und Zertifizierer

haben sich am 29./30 Juni 2010 in uppsala/

Schweden getroffen, um sich über die entwicklungen

im Ökologischen Landbau auszutauschen.

Themen waren neben der europäischen Agrarpolitik die

Weiterentwicklung der Standards der Nachhaltigkeitssäulen

Sozial und Ökologie, im Bereich Ökologie stand

u.a. der Status Quo und die Perspektive klimarelevanter

Verbesserungen im Vordergrund. Vereinbart wurde

eine künftig engere Zusammenarbeit und verbesserter

Austausch von neuen Erkenntnissen und Weiterentwicklungen.

Naturland richtlinien geändert - Neue Fassung 05/2010

Die Delegiertenversammlung von Naturland hat auf

ihrer Tagung am 12. Mai 2010 eine Weiterentwicklung

der Naturland richtlinien beschlossen.

Änderungen gab es überwiegend in den Bereichen

verarbeitung und Aquakultur, sowie in den Bereichen

erzeugung und Soziale verantwortung.

Zu Ihrer Information erhalten Sie dazu auch noch ein

Besuch des spanischen Öko-Anbauverbandes CAAe

Von links: Johan Cejie (KRAV), Francis Blake (Soil Association), Caroline

Davreux (CAAE), Gjermund Stormoen (Debio), Christoph Gleischer

(BioAustria), Francisco Casero (CAAE), Martine van Schoorisse

(BioForum), José Luis Garcia Melgarejo (CAAE), Steffen Reese

(Naturland), Antonio Compagnoni (ICEA), Lars Nellmer (KRAV).

gesondertes Schreiben mit allen inhaltlichen Änderungen

aus den einzelnen Bereichen der Naturland Richtlinien.

Die aktuellen Fassungen der Naturland Richtlinien

05/2010 finden Sie im Internet unter www.naturland.de

oder Sie können sie direkt bei der Geschäftsstelle in

Gräfelfing als Ausdruck kostenfrei anfordern (Tel: +49 –

(0)89/ 89 80 82 0).

Am 22. und 23. Juli besuchten der Präsident vom spanischen Öko-verband CAAe, Francisco Casero rodríguez

und vertreter von sieben spanischen Öko-unternehmen Naturland. CAAe ist mit fast 8000 Mitgliedern

der größte spanische Öko-Zertifizierer mit einem Schwerpunkt in Andalusien, extremadura und Castilla La

Mancha.

Der zweitägige Besuch gab die Gelegenheit, Naturland, sowie einige Naturland Verarbeiter und Landwirte zu besuchen.

Mit unterschiedlichen Beispielen verschiedener Naturland Partner wie der größten deutschen Öko-Bäckerei,

der Hofpfisterei, sowie der Meyermühle oder Altdorfer Biofleisch wurde deutlich, wie große Verarbeiter zur positiven

Entwicklung des Öko-Landbaus und von Naturland in einer ganzen Region beigetragen haben.

Auf dem Naturland Hof von Hans Hohenester erhielten die spanischen Besucher aus erster Hand Informationen zu

den Themen Getreide- und Kartoffelanbau

sowie ökologische Tierhaltung. Bei dem

Besuch wurde eine engere Zusammenarbeit

zwischen den Öko-Verbänden CAAE und

Naturland vereinbart.

Besuch auf dem Hof von Naturland Landwirt und

Präsidiumsvorsitzendem Hans Hohenester

(knieend von links: Emilio Navarro M., Sara Jaime

I., Juan Antonio Caballero J., Martina Romanski und

Alexander Koch (Naturland)

Stehend von links: Miguel Gómez A., Ángel Gutierrez

V., Francisco Casero R., Valle Falla J., Maria

Hohenester, Hans Hohenester, Francisco Espinosa V.,

Michael Stienen (Naturland)

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

5


Agrarolitik

Öko und Fair ernährt mehr

– so auch das ergebnis des

Weltagrarberichtes

1996 verpflichteten sich die Staatschefs auf dem

Welternährungs-gipfel die Zahl der Hungernden bis

2015 um 415 Millionen zu senken. Seit dem ist die

Zahl der unterernährten jedoch um 200 Millionen auf

über eine Milliarde gestiegen.

Da etwa 60% der weltweiten Landoberfläche für Land-

und Forstwirtschaft genutzt wird, sind sie mehr als jeder

andere Wirtschaftszweig für die Funktionsfähigkeit unserer

Ökosysteme verantwortlich. Die natürliche Artenvielfalt

und die Verfügbarkeit und Qualität von Süßwasser

beispielsweise hängen entscheidend von diesen Wirtschaftszweigen

ab.

Die Erschließung fossiler Energiequellen erlaubt einem

Teil der Menschheit den Einsatz von Maschinen und

Chemie. Dieser führte in den letzten 50 Jahren zu einer

beispiellosen globalen Umgestaltung und Ausbeutung

natürlicher Lebensräume und regionaler Agrar- und

Ernährungssysteme, deren Folgen heute zu zentralen

Menschheitsproblemen geworden sind. Am Meisten sind

vor allem die 40 ärmsten Länder der Welt betroffen. Der

vierte Klimabericht des IPCC prognostiziert, dass besonders

Länder in den Tropen und Subtropen unter langen

Trockenperioden, Wassermangel,

starken Stürmen und Fluten

leiden werden und die Lebensmittelproduktion

in diesen

Ländern drastisch zurück gehen

wird. So prognostiziert das

IPCC Ertragsrückgänge bis zu

50% in manchen afrikanischen

Ländern bis 2100.

Die intensive Landwirtschaft,

die in den meisten Fällen

nicht nachhaltig betrieben

wird, fordert eine gewaltige Menge an Pestiziden und

Kunstdünger und verbraucht mittlerweile rund 70%

unserer gesamten Süßwasserentnahme. Gravierenden

Umweltzerstörungen wie zum Beispiel ausgelaugte und

versalzene Böden, Entwaldung, Bodenerosion, Artensterben

die Vergiftung ganzer Wasserläufe und natürlicher

Nahrungsketten sind die ökologischen Folgen dieses „Fortschritts“,

die zusätzlich zu Gesundheitsschäden führen.

Maniokernte, Peru

6 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

Importierte Äpfel auf lokalem Markt, Tansania

Ein weiteres Problem stellt die Subventionspolitik in

Europa und auch in den USA dar. Sie hat dafür gesorgt,

dass die Landwirtschaft in armen Ländern teils zusammengebrochen

ist und viele Märkte ruiniert sind. Überschüsse

an Lebensmitteln, die mit Subventionsgeldern

produzieret wurden, werden oft in andere Länder, vor

allem Entwicklungsländer, verschifft und dort günstiger

als die von den einheimischen Bauern erzeugten Produkte

auf dem Markt angeboten. Die Folge davon ist,

dass die einheimischen Waren immer mehr von dem

lokalen Markt verdrängt werden. Bauern bleiben auf

ihren Ernten sitzen und Verarbeitungsanlagen müssen

schließen. Umgekehrt jedoch erheben die Industrieländer

häufig sogenannte Importzölle, die mit dem Grad

der Verarbeitung steigen. Somit werden Rohstoffe billig

eingeführt und in den Ursprungsländern der Aufbau einer

eigenen Verarbeitungswirtschaft und die Schaffung von

Arbeitsplätzen verhindert.

Laut dem Weltagrarbericht besteht die entscheidende

Herausforderung in der Umkehrung dieses Trends durch

Förderung und Anwendung nachhaltiger Methoden, wie

die ökologische und faire Landwirtschaft.

Weitere Infos zum Weltagrarbericht, der UNCTAD-Veröffentlichung

und dem Oxfam-Bericht zum Potenzial von Kleinbauern

finden Sie unter:

www.weltagrarbericht.de

www.unctad.org/en/docs/ditcted20092_en.pdf

www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/20100115_people_centred_

resilience_550kb.pdf


Internationale Tagung von Naturland und Weltladen-

Dachverband belegt großes Potenzial von Öko und Fair

Ein rascher Wechsel in der internationalen Agrarpolitik ist dringend geboten, so das Plädoyer aller Teilnehmer der

Tagung „Wie kann Öko und Fair die Welternährung sichern?“ vom 22.04. in München. Naturland und der

Weltladen-Dachverband fordern im Rahmen der Kampagne einen Aktionsplan zur Ernährungssicherung und Ernährungssouveränität,

der oberste Priorität auf allen politischen Ebenen haben muss um kleinbäuerliche und ökologische

Landwirtschaft zu stärken und eine langfristige Ernährungssicherheit weltweit zu erreichen.

Anna Hirt (Weltladen Dachverband),

Martin Bär (Schauspieler),

Agnes Bergmeister (Naturland)

Hans Herren

(Vize-Präsident Weltagrarrat)

„Jedes Jahr verschwindet weltweit in etwa das Äquivalent

der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Deutschland

allein durch Boden- und Wassererosion und steht damit

nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung“,

erläuterte Dr. ulrich Hoffmann von der uNCTAD,

der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung.

Nach Einschätzung der FAO, der Welternährungsorganisation,

können bereits heute über 10 Milliarden Menschen

ernährt werden. „Wir haben einen Mangel an Qualität und

nicht einen Mangel an Quantität“, fasst Hans Herren,

vize-Präsident des Weltagrarrates, die Situation zusammen.

Neben Regierungsversagen in den einzelnen Ländern

führen die ökologischen Folgen zur Aufgabe von landwirtschaftlichen

Flächen für die Produktion von Lebensmitteln.

In Kombination mit dem jährlichen Bevölkerungswachstum

2010

Dr. Ulrich Hoffmann

(UNCTAD)

Sechs Kernforderungen müssen nach Ansicht der beiden Verbände Teil des Aktionsplanes sein:

1 Förderung von Kleinbauern und -bäuerinnen und ihrer Selbstorganisation sowie Förderung der

ländlichen Entwicklung, u.a. durch die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Wissensvermittlung

und Weiterbildung

2 Förderung des Fairen Handels als konkretes Instrument zur Armutsbekämpfung und Unterstützung

kleinbäuerlicher Strukturen

3 unterzeichnung des Weltagrarberichts (IAASTD) und aktive Unterstützung seiner Fortschreibung.

Sofortige und endgültige Abschaffung aller Agrarexportsubventionen und ein Ende der Förderung

der Überschussproduktion

4 Bereitstellung von Forschungsgeldern für den Ökologischen Landbau, statt für Agro-Gentechnik,

insbesondere in Entwicklungsländern

5 etablierung sozialer und ökologischer Kriterien für die Verwendung von Agrartreibstoffen und

anderen nachwachsenden Rohstoffen. Von einer ungeprüften Beimischungspflicht ist abzusehen.

6

Der Flächenanspruch für Futtermittel, Agrartreibstoffe und nachwachsende Rohstoffe in Drittländern

darf nicht zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehen

von derzeit 85 Millionen Menschen führt dies zu einer

stetig steigenden Anzahl von hungernden Menschen.

Gerade in Entwicklungsländern sind neben Faktoren wie

Infrastruktur, politische Rahmenbedingungen und Genderfragen

vor allem die Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung

zentrale Punkte für Entwicklungsperspektiven

einer nachhaltigen Landwirtschaft.

„Die nötigen Schritte sind bekannt, aber die Zeit rennt uns

davon. Wir müssen jetzt den Schalter umlegen und alle

möglichen Kräfte für eine nachhaltige, ökologisch orientierte

Landwirtschaft nach sozialen und fairen Kriterien

einsetzen“, forderte Hans Hohenester, Öko-Bauer und

Naturland Präsidiumsvorsitzender. Öko und Fair muss als

Leitbild einer zukunftsorientierten Landwirtschaft verankert

werden – in der Politik und beim Verbraucher.

www.oekoplusfair.de

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

7


Fachinformationen

Öko-Landbau – gut fürs Klima!

Der Klimawandel, seine Folgen und Anpassungsstrategien

sind Themen, die nicht erst seit der Klimakonferenz

in Kopenhagen im Dezember 2009 die Weltöffentlichkeit

beschäftigen. umso mehr ist es eine

Katastrophe für die umwelt und alle kommenden

generationen, dass sich die internationale gemeinschaft

auf der Weltklimakonferenz auf keine verbindlichen

Ziele für nach 2012 einigen konnte. Für die

Zukunft ist es wichtig, dass einzelne Länder voranschreiten

und Meilensteine in der erreichung von

Klimazielen setzen. Naturland fordert, die vorreiterrolle

des Öko-Landbaus in globale vereinbarungen

zum Klimaschutz zu verankern, denn: Ökologischer

Landbau ist Klimaschutz.

Landwirtschaft als Täter und opfer des Klimawandels

Die Landwirtschaft ist wesentlicher Mitverursacher der

Klimaerwärmung: Sie erzeugt weltweit mit ihren direkten

Emissionen 13,5% der Treibhausgasausstöße, wobei

für mehr als ein Drittel die Düngemittel verantwortlich

sind. Berücksichtigt man zusätzlich die Emissionen der

Zulieferindustrien und die Ausstöße aufgrund veränderter

Landnutzung, liegt der Anteil bei 17 bis 32% (1).

Die Emissionen der Landwirtschaft stammen aus unterschiedlichsten

Quellen: aus einer intensiven Bodenbearbeitung

mit verstärktem Humusabbau, aus der Nutzung

8 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

Gerodete Waldflächen

fossiler Energien durch die zunehmende Mechanisierung,

Lachgasemissionen aus der Stickstoffdüngung,

Methanemissionen aus der Reisproduktion und Tierhaltung.

Eine wichtige Quelle von CO 2 Emissionen ist das

Abholzen von Wäldern für den Ackerbau und die Überführung

natürlicher Vegetation in Viehweiden.

Auch die Bodenerosion gehört zu den wichtigen CO 2 Verursachern,

durch die Erosion wird ein Teil des Humus zu

CO 2 veratmet. Seit 1955 sind rund ein Drittel der fruchtbaren

Ackerböden weltweit erodiert (2).

Der Klimawandel wird aber auch die landwirtschaftliche

Produktion dramatisch verändern. Häufigere und längere

Trockenperioden, größere Temperaturschwankungen mit

Hitzerekorden und extreme Niederschläge in kurzer Zeit

werden hohe Ernteverluste und Missernten verursachen.

Änderungen im Klima führen auch zu Veränderungen bei

Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern.

Der Öko-Landbau – Chance für den Klimaschutz

Öko-Landbau bindet mehr Kohlendioxid im Boden

Im ökologischen Landbau ist die Verbesserung der

Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau von zentraler

Bedeutung. Der Humusaufbau steigert die Stabilität und

die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und verringert

seine Erosionsanfälligkeit. Mehr Humus bindet auch


mehr CO 2 aus der Atmosphäre im Boden.

Die Soil Association kommt in einer Studie zu dem

Schluss, dass der Öko-Landbau eine im Schnitt 28 Prozent

höhere Sequestrierungsleistung (Einlagerung von

Kohlenstoff) als der konventionelle Landbau in Nordeuropa

hat (1).

Wetterextreme: der Öko-Landbau ist besser angepasst

Die konventionelle Landwirtschaft sieht ihren Vorteil darin,

dass sie mit neuen Technologien auf Veränderungen

reagieren kann. Durch Agro-Gentechnik sollen Pflanzen

rascher an Trockenheits- oder Salzstress angepasst

werden oder mit neuen Pestiziden rasch gegen neue

Schaderreger reagiert werden.

Eine andere Anpassungsstrategie verfolgt der Öko-

Landbau. Er setzt vor allem auf die Komponenten Boden

und Diversität. Die verbesserung der Bodenfruchtbarkeit

ist dabei von zentraler Bedeutung für den Öko-

Landbau. Humusreiche Böden speichern mehr und

länger Wasser, was vor allem bei längerer Trockenheit zu

höheren Erträgen führt.

Das bessere Wasserspeicherpotenzial der Böden puffert

auch vor heftigen Niederschlägen und folgender Bodenerosion

und Überschwemmung.

Komplexe Agrarsysteme wie der Öko-Landbau mit einer

hohen Vielfalt an Kultur- und Wildpflanzen, Kleinlebewesen

und Mikroorganismen sind ökologisch wertvoll,

gegenüber starken Wetterschwankungen robuster und

gegen neue, invasive Schaderreger besser gepuffert als

intensive Landwirtschaft mit wenigen, großflächig angebauten

Kulturen und intensivem Einsatz von Düngern

und Pestiziden. Dies trifft insbesondere für die Länder in

den Tropen und Subtropen zu, wo zudem oft das Geld

für teure Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmittel fehlt

(2). Ein hohes Anpassungspotential in dieser Hinsicht

haben insbesondere Agroforstsysteme.

Anpassungsstrategien auf Farmebene

Neben der Notwendigkeit der Reduktion von Treibhausgasen

auf internationaler Ebene, politischen, wirtschaftlichen

und technischen Maßnahmen können die

Bäuerinnen und Bauern in gewissem Maße Anpassungsstrategien

an den Klimawandel ergreifen. Viele Öko-

Bauern sind in dieser Hinsicht bereits heute führend.

Agroforstsystem

An erster Stelle sind dies alle Maßnahmen, die die

Bodenfruchtbarkeit und die Wasserspeicherfähigkeit

verbessern: Kompost, Mulch, Anbau von Bodendeckern

und Gründüngern, Erosionsschutz wie lebende oder

tote Barrieren aus Pflanzen, Steinen, Holz entlang den

Höhenlinien, Infiltrationsgräben, etc.

Erosionsschutz und Mulch

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

9


Fachinformationen

Öko-Landbau heißt Wasserschutz

10 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

Immer wichtiger wird die sorgfältige

Wahl von Standort, Kulturarten,

Sorten, Saat- und Pflanzzeitpunkten

entsprechend den regionalen

Bedingungen und Erfahrungen.

Beispielsweise wird Kaffee arabica

in den bisherigen Anbauregionen

nur noch in den höheren und kühleren

Lagen gute Erträge liefern.

Der Anbau sollte mittelfristig auf die

höheren Lagen konzentriert werden,

bzw. falls möglich noch auf höhere

Lagen ausgewichen werden. Für die

tieferen Lagen wird voraussichtlich

der Anbau anderer Kulturen Erfolg

versprechender sein.

vorteilhaft sind Strategien zur

Diversifizierung der Produktion,

insbesondere auch Mischkulturen,

die Integration von (Schatten-)

Bäumen und Agroforstsysteme.

Letztere puffern Wetterextreme wie

Starkregen und hohe Temperaturen,

Marktinformationen Naturland Zeichen GmbH

bieten wirksamen Erosionsschutz,

verbessern die Bodenfruchtbarkeit

und haben daher ein hohes Anpassungspotential.

Die genannten Strategien

bedeuten auch eine erhebliche

Risikominderung. Die Chance

eines Totalausfalles aller Kulturen

aufgrund extremer Wetterereignisse

ist geringer einzustufen als bei großflächigen

Monokulturen.

Auch zur Minderung von Treibhausgasemissionen

können Bäuerinnen

und Bauern erheblich beitragen und

es stehen eine Vielzahl an Instrumenten

zur Verfügung. Hier sollen,

wo immer möglich, in erster Linie das

Pflanzen von Bäumen oder Aufforstungen

genannt werden, aber auch

der Einsatz erneuerbarer Energien

sowie alle Maßnahmen zur Einsparung

von Energie und Wasser und

damit eines effizienten und sparsamen

Gebrauchs von Energie.

Texthinweise:

(1): www.fibl.org.de/themen/klima.html

(2): Agrarbündnis (2009): Der kritische Agrabericht, S. 103 – 110: Urs Niggli und A. Fließbach: Gut fürs Klima? Ökologische und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich

Hinweis auf Ihre Naturland vertragswaren

Naturland bittet Sie, künftig verstärkt darauf zu achten, dass in Ihren sämtlichen Geschäftsunterlagen (z.B. Rechnungen

und Lieferscheine) die Naturland Vertragswaren als solche gekennzeichnet sind. Der Vorteil dieser genauen

Kennzeichnung ist zum einen eine leichtere Wareneingangskontrolle und vor allem eine zusätzliche Sicherheit für den

Kunden durch den Hinweis auf die Naturland Zertifizierung.

Fragen zur Kennzeichnung Ihrer Naturland Produkte beantworten Ihnen gerne

10

Martin volmer

m.volmer@naturland.de

Tel.: 089/89 80 82 72

Sandra Kreuwers

s.kreuwers@naturland.de

Tel.: 089/89 80 82 75


alle Fotos Übelhör

Übelhör – weltweit handeln

Naturkost Übelhör

übernimmt verantwortung

durch die

weltweite Förderung

des ökologischen Landbaus. Übelhör bietet eine

faire Preispolitik und zuverlässige und langfristige

Handelsbeziehungen. Weltweit entscheiden sich

daher immer mehr Landwirte für den ökologischen

Landbau und für Übelhör als exporteur ihrer Waren.

Seit 2005 ist die Übelhör gmbH & Co. Kg Naturland

Partner.

Das Familienunternehmen wurde 1987 von Josef Übelhör

in Leutkirch im Allgäu gegründet. Seitdem ist das

Handelsunternehmen auf den Import und den Handel

von internationalen Bio-Rohstoffen spezialisiert. Übelhör

importiert über 200 verschiedene Waren aus über 30

verschiedenen Ländern. Dabei ist es dem Unternehmen

sehr wichtig nur Waren zu importieren, die in Deutschland

nicht verfügbar sind, weil das einheimische Klima

ihren Anbau nicht zulässt. Durch möglichst kurze Handels-

und Transportwege werden Klima und Ressourcen

geschont. Die importierten Bio-Rohstoffe stammen ausschließlich

aus ökologischem und nachhaltigem Anbau.

Deshalb hat sich das Unternehmen für eine Partnerschaft

mit Naturland entschieden. Übelhör ist sowohl für

internationale Naturland Erzeuger als auch für Naturland

Partner aus dem Bereich Verarbeitung ein attraktiver und

verlässlicher Importeur und Händler.

Mehrere Standorte ermöglichen optimale Logistik

und Internationalität

Übelhör unterhält Lager im Allgäu, in Hamburg und in

Rotterdam und garantiert so einen reibungslosen Handel

mit seinen nationalen und internationalen Kunden.

Marktinformationen Naturland Zeichen GmbH

Darüber hinaus

besteht eine

Niederlassung

in Mexiko, durch

die ein enger Kontakt zu den Erzeugern

vor Ort gewährleistet ist.

Übelhör steht für Qualität und Service

Kunden aus über 20 Ländern rund um den Globus profitieren

von Übelhörs hohen Standards in puncto Qualität

und Service. Zu diesen Kunden zählen Betriebe aus den

Bereichen Lebensmittelhandel, -industrie und -handwerk.

Sie beziehen von Übelhör einzelne Bio-Rohstoffe, Bio-

Halbfertigprodukte oder gleich Komplettpakete mit einer

Vielzahl verschiedener Bio-Produkte. Das Unternehmen

vermahlt selbst Gewürze, stellt Spezialmehle und Back-

sowie Saatmischungen her.

Der hohe Qualitätsstandard wird laufend durch eine Öko-

Kontrollstelle und durch ein unabhängiges Lebensmittellabor

bestätigt. Auch auf GVO-Rückstände lässt das

Unternehmen seine Produkte regelmäßig prüfen.

Durch seine Nachhaltigkeitsstrategie leistet das Unternehmen

einen aktiven Beitrag zum Schutz der Umwelt

und übernimmt so Verantwortung für die Welt, in der wir

leben.

11

Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010 11


Mitgliederforum

CoCLA - hervorragender Arabica Kaffee aus Perú

Die Central de Cooperativas

Agrarias Cafetaleras COCLA

LTDA. ist eine Organisation

von Kleinbauern, die 1967

gegründet wurde. Heute umfasst

sie 7.500 Kleinbauern,

organisiert in 23 Basis-Kooperativen.

COCLA liegt in der

Region Quillabamba, nahe der

Inkahauptstadt Cusco und den

berühmten Inka Ruinen von Machu Picchu. Die Kleinbauern

besitzen zwei bis fünf ha Land und produzieren 20 bis 30

Säcke Arabica Kaffee mit den Sorten Typica, Bourbon und

Caturra. Einige Mitglieder bauen auch Kakao und Tee, tropische

Früchte und Grundnahrungsmittel an. Kleinvieh wird

in geringen Mengen für den Eigenbedarf und den lokalen

Markt gehalten. Die Fincas liegen auf einer Höhe von 800 –

1800 m NN. In Quillabamba befindet sich auch die Verarbeitungsanlage

für den Kaffee. Von dort gelangt er dann die

Anden hoch und runter bis an den Hafen in Callao bei Lima.

Die Kleinbauern praktizieren das sogenannte „Ayni“, eine

traditionelle Praktik in den Anden aus vorkolumbianischer

Zeit, in der die Gemeindemitglieder (Ayllu) füreinander

arbeiten und sich gegenseitig helfen. Das „Ayni“,- „heute

für dich, morgen für mich“ -, beschreibt die Mentalität der

Gemeinden und die Idee von gegenseitiger Hilfe. Das Gemeinwohl

als Basis individuellen Überlebens ist eine starke

kulturelle Errungenschaft.

COCLA ist ein Kooperativen-Unternehmen zweiten Grades

und Frucht der solidarischen Anstrengung der Kaffeebauern.

Die Aktivitäten von COCLA zielen auf eine Verbesserung

der Lebensbedingungen seiner Mitglieder unter besonderer

Beachtung eines verantwortungsvollen Umgangs mit

der Umwelt und der Diversifizierung der Produktion ab. Die

Herangehensweise ist partizipativ und Gender-orientiert.

COCLA bietet seinen Mitgliedern Fortbildungen und Training

in Kooperativismus, Landwirtschaft, Gender und Gesundheit.

Auch gibt es ein regionales Radioprogramm von CO-

CLA. Zudem bekommen die Mitglieder landwirtschaftliche

Beratung zur Verbesserung der Produktionsqualität und es

gibt ein Kleinbauern-Kreditprogramm.

COCLA hat Öko-, Fairtrade- und Nachhaltigkeitszertifizierungen.

Seit 1998 ist die Kooperative Naturland zertifiziert

und damit eines der ersten Naturland Mitglieder in

12 Naturland Nachrichten International Nr. 24 – II, 2010

Perú. Das Exportvolumen

2008 betrug 277.000

Quintales (Kaffeesäcke zu 46 kg), von diesen hatten 31%

die Öko- und Fairtrade und 26% die Öko-Zertifizierung. In

den letzten Jahren wurde viel in die Qualitätsverbesserung

des Kaffee investiert, so dass heute hervorragende Kaffeequalitäten

produziert werden. COCLA hat ein eigenes

Export- und Vermarktungsbüro in Lima, das gute Märkte

gewinnen konnte, auf denen sie ihre Kaffeespezialitäten,

- Öko-Kaffee, Gourmetkaffee, Nachhaltigkeitskaffee - zu besten

Preisen verkaufen. Wenn ein Container Kaffee verkauft

wird, bedeutet das das Einkommen von 15 Familien, eine

große Verantwortung! COCLA hat erheblich zur Verbesserung

der Lebensbedingungen seiner Mitglieder beigetragen.

Einige wichtigste Erfolge sind:

• Zugang zu Wohnung, Erziehung, Bildung, zu Transport

und Gesundheitsversorgung

• Teilhabe von Frauen an Diversifizierungsprojekten und

einkommensschaffenden Maßnahmen (Bäckerei)

• Gute landwirtschaftliche Praktiken und Ressourcenschutzmaßnahmen

werden den Bauern entgolten

• Entwicklung und Pflege von langfristigen Handelsbeziehungen

COCLA bietet zusätzlich ein Öko-Tourismusprogramm an

mit Besuchen und Unterkunft bei Kaffee- und Kakaobauern,

sowie dem berühmten Inkatrail auf den Machu Picchu.

Weiter Informationen finden Sie unter www.coclaperu.com

sowie www.coclatour.com

Impressum:

Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Kleinhaderner Weg 1 • 82166 Gräfelfing, Deutschland

Tel: +49 (0)89 89 80 82 - 0 • Fax: +49 (0)89 89 80 82 - 90

naturland@naturland.de • http://www.naturland.de

Präsidium: Hans Hohenester, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein,

Peter Warlich, Arthur Stein, Frauke Weissang

geschäftsführung: Steffen Reese (V.i.S.d.P.)

Fotos COCLA

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