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naturland

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INHALT Seite

NEUIGKEITEN VON NATURLAND

BioFach 2010 – Ein voller Erfolg 2

Naturland Delegiertenversammlung:

Interview mit Gabriel Lyatuu 3

Symposium Öko-Landbau und

Ökologische Aquakultur

in Süd-Korea 4

Ökologische Tierhaltung Paraguay 4

FACHINFORMATIONEN

Neu bei Naturland – Zertifi zierung

aus einer Hand: Öko-Sozial-Fair 5-7

MARKTINFORMATIONEN

der Naturland Zeichen GmbH

Fairhandelsgenossenschaft dwp eG:

Der Mensch steht im Mittelpunkt 8-9

MITGLIEDERFORUM

Nachrichten International

30 Jahre LaSelva 10

Terra Bio – die Kooperative

in der Kornkammer Italiens 11-12

Naturland auf Messen:

• SCAA Kaffeemesse 15.-18. April 2010 in Anaheim, USA

• European Seafood Exhibition

27.-29. April 2010 in Brüssel, Belgien

• Nachhaltigkeitskonferenz 15.-16. Juni 2010

in Nürnberg, Deutschland

• SCAE Kaffeemesse 23.-25. Juni 2010 in London, GB

• EuroTier 16.-19. November 2010 in Hannover, Deutschland

Editorial

Liebe Naturland

Mitglieder und

Partner in aller

Welt,

ökologischer Landbau hat nur dann

eine Zukunft, wenn die Bauern von

ihrer Arbeit leben können. Sonst

passiert, was in der konventionellen

Landwirtschaft immer häufi ger zu

beobachten ist: Zahlreiche Höfe

sterben, weil Erzeuger durch Preisverfall

die Existenzgrundlage

verlieren. In allen Ländern der Welt

müssen Faire Partnerschaften

entstehen, damit die Basis unserer

Ernährung fortbestehen kann. Viele

Naturland Partner haben diesen Weg

bereits eingeschlagen, aber bisher

nicht nach außen kommunizieren

können. Nun sind sie in der Lage,

sich weltweit aus einer Hand zertifi -

zieren zu lassen: Mit Öko, Sozial und

jetzt auch Fair Richtlinien deckt

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

I, 2010

Naturland alle drei Dimensionen

der Nachhaltigkeit ab. Ich bin stolz

darauf, dass wir erneut Pionierarbeit

leisten. Gemeinsam wollen wir

mehr Erzeugern den Weg zu einem

fairen Markt ebnen, Verarbeiter zu

fairen Partnerschaften inspirieren

und nicht zuletzt die Verbraucher für

öko + faire Produkte begeistern.

Lesen Sie mehr zu den Möglichkeiten

der neuen Fair Zertifi zierung

bei Naturland in der Rubrik

“Fachinformation”.

Ihr Steffen Reese

Geschäftsführer

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

1


Angeregt durch die Vorstellung der neuen Naturland

Fair Zertifi zierung war das Interesse an den Naturland

Ständen entsprechend groß. Fachbesucher, Medien

und agrarpolitische Vertreter erlebten in Halle 6 die

Vielfalt der 45 Naturland Partner.

Auf der Sonderschau Organic & Fair in Halle 5 präsentierten

der Weltladen-Dachverband und Naturland ihre

gemeinsame Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“.

Auch in zahlreichen Vorträgen im Kongressprogramm

v.l.n.r.: Bernhard Pointner (Milchwerke Berchtesgadener Land),

Georg Schlickenrieder (Öko-Milchbauer bei Naturland), Hans Hohenester

(Naturland Präsidium), Thomas Hoyer (dwp), Rudi Pfeiffer (BanaFair)

Am 17. Februar fand abends die internationale

Mitgliederversammlung im Rahmen der BioFach statt.

Zahlreiche Kooperativen aus der ganzen Welt nutzten

die Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen

bei Naturland zu informieren. Nach der Begrüßung durch

Hans Hohenester, Vorsitzender des Naturland Präsidiums

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Neuigkeiten von Naturland

BioFach 2010 – Ein voller Erfolg für Naturland und seine Partner

war Naturland in seiner ganzen Bandbreite – von

Öko über Fair bis Ökologische Aquakultur – vertreten.

Auf der traditionellen Stand-Party am Donnerstagabend

ehrte Prof. Dr. Hardy Vogtmann (Präsident Stiftung Euronatur)

Karl Egger für seinen Einsatz im Öko-Landbau

sowie für stolze 30 Jahre LaSelva. Außerdem überreichte

Hans Hohenester (Präsidiumsvorsitzender Naturland)

die ersten Naturland Fair-Zertifi kate an die Milch-

postkarte_A6 13.01.2010 15:31 Uhr Seite 1

werke Berchtesgadener Land, dwp und BanaFair.

C M Y CM MY CY CMY K

Die neuen Produkte

mit der Naturland Fair

Zertifi zierung

Internationale Mitgliederversammlung auf der BioFach

Probedruck

Plakat der zweijährigen

Kampagne „Öko + Fair

ernährt mehr!“

folgte eine kurze Vorstellungsrunde aller Teilnehmer.

Anschließend berichtete die Geschäftsführung über das

vergangene Geschäftsjahr. Zu guter Letzt stellte Steffen

Reese, Geschäftsführer Naturland e. V., die neuen

Fair Richtlinien von Naturland vor. Zahlreiche Mitglieder

zeigten reges Interesse an einer Fair Zertifi zierung.

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

2


Gabriel Lyatuu (Mitte) beim Besuch

der Blumenschule Schongau

Am 26. November 2009 fand die internationale

Delegiertenversammlung in Gräfelfi ng statt.

Diese besteht aus 16 Teilnehmern und ist das

oberste Gremium von Naturland. Das Gremium

entscheidet über den Haushalt und die Richtlinien,

trifft jedoch auch strategische Entscheidungen über

die Weiterentwicklung von Naturland. Auf der

Versammlung wurden unter anderem die neuen

Gastronomie Richtlinien und die neuen Fair-

Richtlinien verabschiedet.

Für den internationalen Deligierten Gabriel Lyatuu von

der Kaffeegenossenschaft KNCU aus Tanzania war es

der erste Besuch bei Naturland. Während seines

Aufenthalts besuchte er zusätzlich die Blumenschule

Schongau in Bayern, wo er Einblick in den ökologischen

Gartenbau bekam. Die Blumenschule ist seit 13 Jahren

nach den ökologischen Richtlinien von Naturland

zertifi ziert und sieht sich als Hüter alten Pfl anzenwissens.

Nach der Delegiertenversammlung führte Monika

Pirkenseer, Öffentlichkeitsarbeit bei Naturland,

ein Interview mit Gabriel Lyatuu:

Monika Pirkenseer: Herr Lyatuu – Sie arbeiten für die

Kaffeegenossenschaft KNCU in Tanzania. Wieviele

Kaffeebauern sind in der Genossenschaft organisiert?

Gabriel Lyatuu: Im Moment erzeugen 2600

Kaffeebauern ökologischen Kaffee, über 2300 davon

sind zertifi ziert.

Welche Vorteile hat Ihrer Meinung nach der Anbau von

ökologischem Kaffee im Vergleich zu konventionellem

Anbau?

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Neuigkeiten von Naturland

Naturland Delegiertenversammlung:

Interview mit Gabriel Lyatuu – Delegierter aus Tanzania

Kaffeebäuerin der Kooperative KNCU

Einer der wichtigsten Vorteile ist der höhere Preis,

welchen die Kaffeebauern erhalten. Außerdem sind

sie nicht länger von externen Betriebsmitteln, wie z.B.

Pestiziden abhängig und die Produktionskosten sind

somit geringer. Nicht zuletzt ist der Anbau von

ökologischem Kaffee auch für die Gesundheit der

Kleinbauern besser.

Wie sind die Zukunftsaussichten für die

Kaffeegenossenschaft KNCU?

Die Aussichten sind vielversprechend. Die Genossenschaft

wird wachsen, weil aufgrund der zahlreichen

Vorteile noch viele weitere Kleinbauern aufgenommen

werden wollen. Auch die vermehrte Nachfrage aus

Europa nach unserem Kaffee steigert das Interesse der

Bauern, bei uns einzutreten.

In Europa ist der Klimawandel in aller Munde.

Gibt es Schwierigkeiten beim ökologischen Kaffeeanbau

augrund der Klimaveränderungen?

Ja, die gibt es sehr wohl: Es regnet weniger in der

Ernteperiode. Die Regenzyklen verändern sich in ihrer

Qualität und Häufi gkeit – die Extreme nehmen zu und

erschweren damit uns Kaffeebauern das Wirtschaften.

Noch einmal zurück zu Naturland. Was sind Ihrer

Meinung nach die Vorteile einer Mitgliedschaft

bei Naturland?

Unseren ökologisch angebauten Kaffee mit dem

Naturland Siegel zu verkaufen, bringt uns den Vorteil,

dass das Siegel aufgrund der strengen Standards und

des guten Qualitätmanagements von Naturland einen

sehr guten Ruf genießt.

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

3


Symposium Öko-Landbau

und Ökologische Aquakultur

in Samchoek, Süd-Korea

Auf Anfrage von Professor Ulrich Köpke vom Institut

für organischen Landbau der Universität Bonn

beteiligte sich die Naturland Aquakultur Abteilung

am 13. November 2009 an einem Symposium der

Universität Samchoek in Südkorea. Ulrich Köpke

selbst ist mit seinem Versuchsbetrieb für

organischen Landbau „Wiesengut“ in Hennef

langjähriges Mitglied bei Naturland.

Die Veranstaltung ist eines von mehreren Symposien,

mit dem Ziel, eine Universität für Öko-Landbau in Korea

einzurichten. Die künftige Universität soll auch den

Bereich Fischzucht umfassen und ein Quellort für

künftige Expertise im Bereich des Öko-Landbaus in

Asien werden. Nach den erfolgreichen ersten Treffen sind

die Aussichten hierfür vielversprechend.

Ökologische Tierhaltung in Paraguay

Nach dem ersten Seminar über ökologische Tierhaltung

im April in Mexico fand im November 2009 in Zusammenarbeit

mit der Kontrollstelle IMO Lateinamerika in

Paraguay ein zweites Seminar zu diesem Thema statt.

Neben dem Vortrag von Naturland Berater Werner Vogt-

Kaute rundeten Präsentationen über das Kontrollsystem,

die aktuelle Lage des Öko-Landbaus in Paraguay und die

Möglichkeiten der homöopathischen Tierbehandlung das

Programm ab. Am dritten Tag fand eine Exkursion

zu einem Milchvieh- und Rindermastbetrieb statt.

Aufgrund des warmen Klimas ist eine ganzjährige Weidehaltung

problemlos möglich. Die gewählten Rassen –

Zebukreuzung mit 30 bis 50% Zebuanteil – sind ein

guter Kompromiss hinsichtlich Anpassung und Leistung.

Es wurde deutlich, dass eine Umstellung von

Milchkühen auf ökologische Tierhaltung wesentlich

schwieriger ist als von Fleischrindern, da der

Intensivierungsgrad in der Viehzucht schon sehr

fortgeschritten ist. Bei größeren Betrieben sind

Standardbehandlungen zur Brunstsynchronisation und

zum Trockenstellen üblich. Die Beschaffung von ökologisch

erzeugtem Kraftfutter ist kaum möglich, da die

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Neuigkeiten von Naturland

Geplante Universität mit

landwirtschaftlichen Versuchsfl ächen

Die eintägige Veranstaltung umfasste Beiträge von koreanischen

sowie ausländischen Rednern zum

Thema „Öko-Landbau“. Stefan Holler (Naturland

Aquakultur Abteilung) gab in seinem Vortrag Auskunft

zu den bislang praktizierten Verfahren in der Aquakultur,

über die Marktentwicklung insbesondere in den Industriestaaten,

sowie über die Zukunftsperspektiven der

Ökologischen Aquakultur.

Regionen mit starker Rinderhaltung über keinen Ackerbau

verfügen. In dem Seminar wurden sowohl die

Möglichkeiten als auch die Grenzen der ökologischen

Tierhaltung aufgezeigt. Neben Inspektoren nahmen

Landwirte, Vertreter von Kooperativen und des Landwirtschaftsministeriums

teil. Überraschend hoch war auch

das Interesse der Presse,

einschließlich Rundfunk

und Fernsehen.

Ökologische Viehzucht in Paraguay

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

4


Foto: BanaFair

Neu bei Naturland

Zertifi zierung aus einer Hand:

Öko – Sozial – Fair

Ökologischer Anbau, sozialer Umgang im Miteinander

und faire Handelsbeziehungen sind die

entscheidenden drei Säulen der Nachhaltigkeit.

Sie stellen eine stimmige und konsequente Einheit

dar. Insbesondere in einem fairen Umfeld kann der

ökologische Anbau die Lebensgrundlage und die

Existenz von Bäuerinnen, Bauern und deren Familien

weltweit nachhaltig sichern.

Der ganzheitliche Anspruch der Naturland Richtlinien

schließt auch den sozialen Umgang mit den Menschen,

die auf den Betrieben leben und arbeiten, ein. Soziale

Verantwortung ist sowohl in der Erzeugung wie

auch in der Verarbeitung integrativer Bestandteil der

Naturland Richtlinien und eine elementare Grundlage

auch für die Fair Zertifi zierung. Die Ziele des Fairen

Handels wurden von der internationalen Vereinigung

der Dachorganisationen des Fairen Handels FINE (FLO,

IFAT, NEWS! und EFTA) wie folgt defi niert: „Fairer

Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog,

Transparenz und Respekt beruht und nach mehr

Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.

Die nun vorliegenden Naturland Fair Richtlinien bauen

zum einen auf der Naturland Geschichte auf und stellen

ein konsequentes Ergebnis eines lange gewachsenen

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Fachinformationen

Prozesses dar. Sie präzisieren und erweitern die

Naturland Kriterien Faire Partnerschaften“. Anderseits

beruhen sie auf der Defi nition von FINE und den

Kerngrundsätzen der Fair-Handels-Organisationen,

die in der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel

(WFTO und FLO 2009) beschrieben sind.

Mit Sozialrichtlinien hat Naturland bereits 2005 neue

Standards gesetzt. Nun hat die Delegiertenversammlung

die dritte Säule der Nachhaltigkeit errichtet, die das

ganzheitliche Konzept des Öko-Verbandes trägt: Deutsche

und internationale Partner können sich ab sofort

zusätzlich nach den Naturland Fair Richtlinien zertifi zieren

lassen, die bei der jährlichen Öko-Kontrolle zeit- und

kostensparend mitgeprüft werden. In Zusammenarbeit

mit Fair Handelsorganisationen wie dwp und GEPA ist

nun ein Regelwerk entstanden, das auf die Belange von

Erzeuger- und Verarbeiterbetrieben sowohl in OECD-

Ländern, aber ganz besonders auch in wirtschaftlich

benachteiligten Regionen abgestimmt ist.

Lesen Sie auf der folgenden Seite die Richtlinienanforderungen,

die fair zertifi zierte Naturland

Mitglieder und Partner in Zukunft erfüllen. >>>

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

5


Richtlinien für Fair Erzeuger:

1 Soziale Verantwortung – Wie z.B. keine Kinderarbeit,

gerechte Bezahlung, Versammlungsfreiheit

und Menschenrechte

2 Verlässliche Handelsbeziehungen

Langfristige, respektvolle Zusammenarbeit mit allen

Handelspartnern

3 Faire Erzeugerpreise – Partnerschaftliche

Preisfi ndung zur Deckung der Produktionskosten

und angemessener Gewinn

4 Regionaler Rohstoffbezug – Vorrang für

Betriebsmittel und Rohstoffe aus der Region

5 Gemeinschaftliche Qualitätssicherung

Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Handelspartner,

auch im Problemfall

Fünf spezifi sche Naturland Fair Richtlinien

für Erzeugerorganisationen,

die nicht in OECD Staaten arbeiten

1 Vorfi nanzierung – Eine Vorfi nanzierung für die

Ernten ist Erzeugern, welche besonders fi nanzschwach

bzw. ohne Zugang zu akzeptablen Bankkrediten

sind, zu gewähren. Bei Vorliegen der

genannten Voraussetzungen sind bis zu 60 % des

Bestellvolumens auf Antrag einzuräumen.

2 Fair Mindestpreise – Existiert ein Mindestpreis der

FLO-International e.V. in Bonn für das zu zertifi zierende

Produkt, garantieren Naturland Fair zertifi zierte Unternehmen

mindestens diesen den Erzeugern. Sobald

der Marktpreis höher ist als der FLO-Mindestpreis, ist

der Marktpreis der relevante Referenzpreis. Gibt es

keinen FLO Mindestpreis oder ist dieser nachweislich

nicht ausreichend, bilden die Produktionskosten und

ein angemessener Gewinn (Aufschlag) von mindestens

10 % zur Deckung des zukünftigen Investitionsbedarfs,

die Grundlage der Preisfi ndung.

3 Fair Prämien – Naturland Fair zertifi zierte Verarbeiter

und Händler entrichten eine Fair Prämie an die

Erzeugerorganisation. Diese wird ausschließlich nur

für die Finanzierung von Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-

und Umweltprojekten (z.B. Dorfentwicklungsprojekten)

oder als zusätzliche Einnahme für

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Fachinformationen

6 Gesellschaftliches Engagement

Investition in Arbeitsplätze, Umwelt-, Sozial-,

Gesundheits-, Kultur- und Bildungsprojekte

7 Unternehmensstrategie und Transparenz

Fair-Gedanke im Leitbild und schriftliche

Dokumentation der Umsetzung

Um möglichst vielen seiner Mitglieder und Partner den

Weg zur Unternehmens- oder Produktzertifi zierung zu

ebnen, bietet Naturland eine Fair-Umstellungsberatung an.

Ausführliche Informationen über die Naturland Fair

Richtlinien und die Fair Zertifi zierung können

Erzeuger bei Friedrun Sachs, f.sachs@naturland.de

und Manfred Fürst, m.fuerst@naturland.de anfordern.

Kleinbauern verwendet. Gibt es für Produkte einen

von FLO festgelegten Mindestsatz für die Fair

Prämie, so zahlen Naturland Fair zertifi zierte

Unternehmen mindestens diesen an die Erzeugerorganisation.

Existiert dieser nicht, werden als

Richtsatz mindestens 10% des EXW-Preises als

Fair Prämie gezahlt.

4 Vorrang für Kleinbauern – Die Existenzsicherung

von bäuerlichen Strukturen ist weltweit eine wichtige

Aufgabe. Unternehmen mit Naturland Fair Produkten

berücksichtigen und bevorzugen beim Einkauf von

Rohstoffen Waren von Kleinbauernorganisationen.

5 Stärkung der Erzeugerorganisation – Mit Unterstützung

der Fair zertifi zierten Unternehmen führen

die Erzeugerorganisationen Maßnahmen zum Aufbau

von Fähigkeiten und Stärkung durch Weiterbildung,

Personal- und Organisationsentwicklung durch und

entwickeln Strategien bzw. Maßnahmen, die den Menschen

im Wirkungsbereich der Erzeugerorganisation

dabei helfen, ein selbstbestimmtes und unabhängiges

Leben zu führen („Empowerment“). Dadurch werden

die Organisationen und ihre Mitglieder in die Lage

versetzt, ihre Belange zu vertreten und zu gestalten.

Naturland Naturland Nachrichten International Nr. 23 Nr. – 23 I, 2010 – I, 2010

6

6


Foto: BanaFair

Berchtesgadener Land:

Faire Partnerschaften

aus Tradition

Die Milchwerke Berchtesgadener Land haben

1973 als erste bayerische Molkerei begonnen,

ökologische Produkte herzustellen. Über 300

der insgesamt 425 Milch liefernden Öko-Bauern

wirtschaften heute nach den Naturland Richtlinien

und leben dabei gut von ihren Milcherlösen.

Das Naturland Fair Zeichen ist eine Bestätigung für die

fairen Beziehungen zu den Mitgliedern, den Bauern der

Molkereigenossenschaft, die im Durchschnitt der letzten

fünf Jahre den in Deutschland höchsten Milchpreis von

ihrer Molkerei erhalten haben. Die Molkerei geht durch

auf Nachhaltigkeit ausgelegte Handelsbeziehungen, ein

hohes gesellschaftlichesEngagement und Investitionen in

ihre Mitarbeiter mit bestem Beispiel voran.

Fair –

von den

Anfängen

bis heute

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Foto: Milchwerke Berchtesgadener Land

Auf der BioFach 2010 wurden die ersten Produkte,

die nach den neuen Fair Richtlinien zertifi ziert wurden,

vorgestellt. Naturland Mitglieder und Partner haben

die Wahl: Sie können im Rahmen der Öko-Kontrolle ihren

gesamten Betrieb zusätzlich nach den “Fair Richtlinien”

zertifi zieren lassen und dadurch “Naturland Fair Partner”

werden. Oder sie konzentrieren sich zunächst auf einzelne

Produkte, die dann das Naturland Fair Zeichen tragen.

BanaFair: Öko und Fair Zertifi zierung für Kleinbauern

Das Fair Engagement von Naturland reicht bis in die Anfänge des Öko-Verbandes zurück.

Bereits 1989 brachte das Fairhandelshaus GEPA Tee und Kaffee mit dem Naturland

Zeichen auf den Markt. Zehn Jahre später folgte dwp mit Kaffee, Tee, Gewürzen

und Ananas. Und kurz darauf wurde auch BanaFair Naturland Partner.

Die Fairhandelsorganisation setzt sich für eine Verbesserung der sozialen und ökologischen

Bedingungen in der Bananenwirtschaft ein. Gleichzeitig unterstützt sie die Arbeit der

Gewerkschaften auf den Plantagen und vermarktet Fair gehandelte Öko-Bananen von

kleinbäuerlichen Erzeugergruppen. Seit mehr als zehn Jahren ist der Bauernverband Urocal

in Ecuador Haupthandelspartner von BanaFair. Seine Bananen werden in traditioneller

Mischkultur und Agroforstsystemen angebaut, die sich durch geringe Pfl anzendichte

und hohe Biodiversität auszeichnen.

Der faire Handel zwischen Urocal und BanaFair garantiert den Erzeugern und ihren

Familien ein stabiles Einkommen, Ernährungssicherheit und soziale Verbesserung.

Inzwischen sind ca. 100 Kleinbauern nach den Naturland Fair Richtlinien zertifi ziert: Die ersten

BanaFair Bananen kommen in Kürze mit dem neuen Naturland Fair Zeichen in den Handel.

1987

1986

1998 – 2001

2006

2005

2008

2009

2010

Naturland und GEPA starten gemeinsames internationales Engagement

Weltweit erste Teeplantage in Sri Lanka wird auf Öko und Fair umgestellt

Weitere Fair Handelsorganisationen wie dwp und BanaFair werden Naturland Partner

Naturland führt verbindliche Sozialstandards für Erzeuger und Verarbeiter ein

Erste Betriebe werden nach den „Naturland Kriterien

Faire Partnerschaften“ ausgezeichnet

Naturland und Fair Handelsorganisationen

entwickeln Naturland Fair Kriterien zu Richtlinien weiter

Fachinformationen

Naturland Delegiertenversammlung verabschiedet Naturland Fair Richtlinien

Naturland Mitglieder und Partner werden erstmals aus einer Hand

öko, sozial und fair zertifi ziert

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

7


Bei der Fairhandelsgenossenschaft dwp eG

steht der Mensch im Mittelpunkt

Die Fairhandelsgenossenschaft dwp eG wurde 1988

von Weltläden der Region Oberschwaben als

dritte-welt partner GmbH gegründet. 2005 wurde dwp

in eine bundesweit agierende Genossenschaft

umgewandelt, die mittlerweile über 200 Mitglieder

zählt. Das Einzigartige daran ist, dass alle Bereiche

der Fairhandelskette auch in der Genossenschaft

vertreten sind: Ob Lieferantenpartner aus Asien,

Afrika, Lateinamerika, das Mitarbeiter-Team von dwp,

die Wiederverkäufer wie Weltläden und Naturkostläden

oder auch viele Privatpersonen – sie alle sind

Teil der stetig wachsenden dwp-Familie.

dwp verbindet heute partnerschaftliche Handelsbeziehungen

mit mehr als 60 Produzentengruppen und

den darin zusammen geschlossenen zehntausenden

von ProduzentInnen und Kleinbauernfamilien weltweit.

Neben fairen Produzentenpreisen bietet dwp seinen

Partnern langfristige Handelskontakte, Zuschläge für

Bio-Anbau, einen Aufpreis für Sozialprojekte sowie

Vorfi nanzierungen bis zu 75% des Auftragswertes.

dwp ist als Pionier des Fairen Handels seit 20 Jahren

einer der bekanntesten deutschen Fairhandelsimporteure

und genießt das uneingeschränkte Vertrauen von

Weltläden und immer mehr Naturkostläden. Als Großhändler

beliefert dwp überwiegend diese Fachgeschäfte

in Deutschland, ist aber auch Rohstoffl ieferant z.B. für

die Schokoladenmanufaktur Zotter. Das hochwertige

fair+bio-Sortiment von dwp umfasst aktuell etwa 400

Produkte aus den Bereichen, Kaffee, Tee, Gewürze,

Feinkost, Snacks und Schokolade. Wichtige Ziele für

dwp sind vor allem die Kleinbauernförderung und die

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Marktinformationen Naturland Zeichen GmbH

Lobbyarbeit für ihre Produzentenpartner in den Ländern

des Südens wie beispielsweise die Unterstützung

der philippinischen Kinderschutz- und Fairhandelsorganisation

Preda.

Für dwp steht die Persönlichkeit und Einzigartigkeit

der Menschen in der kompletten Fairhandelskette im

Vordergrund. Vertrauen und Transparenz spielen im

Fairen Handel von dwp eine zentrale Rolle. Um den

Kunden größtmögliche Sicherheit und Garantie zu

geben, unterwirft sich dwp umfangreichen externen

Kontrollen. dwp ist Mitglied bei der WFTO, dem weltweiten

Dachverband des Fairen Handels, ist für verschiedene

Produkte FLO-registrierter Importeur und wird vom

deutschen und vom österreichischen Weltladen-

Dachverband regelmäßig positiv bewertet.

dwp aktiv für Kleinbauern

Seit über 20 Jahren fördert und unterstützt dwp

konsequent Kleinbauernprojekte wie beispielsweise die

erfolgreiche Vermarktung des weltweit ersten Bio-

Darjeeling-Tees von Kleinbauern der Sanjukta Vikas

Kooperative. Die Einbeziehung von Kleinbauernfamilien

stellt meistens noch die Ausnahme im Fairen Handel dar,

da sich mittlerweile neben einfachen Familienbetrieben

auch Großunternehmen und Großplantagen als Anbieter

positioniert haben. Für Kleinbauernfamilien mit ihren

kleinen Landparzellen bedeutet der Wettbewerb mit den

Plantagen leider immer öfter eine ungleiche Konkurrenz

der sie nicht standhalten können. Umso wichtiger ist

für viele, dass dwp nur von kleinbäuerlichen Strukturen

einkauft.

Oompie Hen von Heiveld

mit Rooibos Strauch (Foto: dwp) Rooibos Produzenten von dwp in Südafrika (Foto: dwp)

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

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“Beim Fairen Handel geht es um Selbstbewusstsein

und Menschenrechte.

Der Faire Handel half mir, einen Platz an

der Sonne zu bekommen: Als eine Frau,

die ihre eigenen Anschauungen hat und

Position beziehen darf. Während des Apartheid-Regimes

hatten wir Frauen nie das Privileg, uns auszudrücken und

unsere Stimmen zu erheben.”

Ragel Hesselman, Rooibosfarmerin

Heiveld-Kooperative/Südafrika

Erfolgsbeispiel der Zusammenarbeit

von Naturland und dwp

Seit 1998 kooperiert dwp eng mit Naturland in dem

gemeinsamen Bestreben, kleinbäuerliche Strukturen

zu schützen und zu stärken, sowie nachhaltige Landwirtschaft

zu fördern. Bekanntes Beispiel dieser

fruchtbaren Zusammenarbeit ist der Erfolg der

Heiveld-Kooperative in Südafrika. Dort gedeiht unter

heißer Sonne der beliebte Rooibos-Tee, der mit seinem

intensiven, ursprünglichen Aroma begeistert und eine

Fülle von Vitaminen und Spurenelementen enthält. Der

gemäß den Naturland Richtlinien zertifi zierte Öko-Tee

wird von dwp seit vielen Jahren mit Erfolg unter dem

Markennamen „Heiveld“ importiert und vermarktet. Der

Absatz des Tees durch den Fairen Handel von dwp bringt

der Kooperative neben wirtschaftlicher Sicherheit auch

persönlichen Erfolg und stärkt das Selbstwertgefühl:

Frauen beginnen ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften,

einfache Bauern übernehmen leitende Funktionen

>>> zurück zum Inhaltsverzeichnis

Rooibos-Ernte der Heiveld-Kooperative, Südafrika (Foto: dwp)

und lassen sich in Buchhaltung, EDV und anderen

Bereichen ausbilden. Der Zusammenschluss der Kleinbauernfamilie

in der Heiveld Kooperative hat zudem auch

hohen Symbolcharakter für die Menschen der Region,

die bis vor wenigen Jahren noch als „coloureds“ sozial

und wirtschaftlich diskriminiert wurden.

Öko + Fair aus einer Hand –

Naturland und dwp gehen neue Wege

Das jüngste Ergebnis intensiver Diskussionen zwischen

Naturland und dwp ist die gemeinsame Erstellung der

Standards und Kriterien für die neuenNaturland

Fair Richtlinien“. Beide Partner sehen vor allem die

Vorteile für die unzähligen Produzenten in den Ländern

des Südens. Diese sollen zukünftig davon profi tieren,

dass nur noch eine Inspektion notwendig wird, um

sowohl ihren ökologischen Landbau als auch ihre

Fairhandelsarbeit zu bewerten und zu zertifi zieren.

Als erstes Produkt wurden die verschiedenen Rooibosmischungen

von dwp „Naturland Fair“ zertifi ziert.

Weitere Infos zur Arbeit von dwp und dem breiten

fair+bio-Sortiment unter www.fairundbio.de

„Die Zusammenarbeit mit dwp ist für Heiveld von herausragender

Bedeutung. Die professionelle Vermarktung und die

Tatsache, dass dwp auch über die Hintergründe von

Heiveld informiert, werden dabei am meisten geschätzt.“

Noel Oettle, Projektmanager und Bio-Berater

Heiveld-Kooperative/Südafrika

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

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Mitbegründer von Naturland und Öko Pionier

feiert Jubiläum: 30 Jahre LaSelva

Vor 30 Jahren hat der Münchner Unternehmer Karl

Egger in Italien/Toskana begonnen, Gemüse und

Kräuter, vor allem Tomaten und Basilikum, biologisch

anzubauen. 1981 war er mit neun weiteren Bio-

Pionieren Mitbegründer von Naturland.

Heute fehlen die italienischen Spezialitäten von LaSelva

in kaum einem Naturkostgeschäft. Rund 70 % der Produktion

ist für den Export nach Deutschland, Österreich,

Frankreich, England und in die Schweiz bestimmt.

Innovativ – Zielstrebig – Qualitätsorientiert

Es gibt nicht viele Menschen, auf die diese drei Eigenschaften

perfekt passen. Karl Egger füllt sie optimal aus

und ist damit Vorbild für viele Unternehmer. Innovativ sein

heißt, neue Ideen zu entwickeln und den zu Mut haben,

diese um- und durchzusetzen. Karl Egger gründete mit

neun Seelenverwandten den Öko-Verband Naturland und

entwickelte mit Richard Storhas, ebenfalls Gründungsmitglied,

ein Konzept für den Öko-Betrieb LaSelva in der

Toskana.

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Mitgliederforum

Zielstrebig geht er gegen alle Widerstände seinen Weg

und möchte neue Produkte sowie einfach „gutes

Gemüse“ an den Kunden bringen. Mit Rücksicht auf

Umwelt und Natur schaffte er mit LaSelva einen

vielseitigen Beispiel-Betrieb mit Ackerbau, Obst- und

Gemüsebau sowie Tierhaltung.

Qualität ist Eggers Maßstab aller Dinge, das wird

sofort klar, wenn man die Feinkostspezialitäten aus

der Maremma probiert. Die LaSelva-Weine bekamen

bereits zahlreiche Auszeichnungen. Die Kunden sind

zu Recht bereit, dafür einen entsprechenden Preis zu

zahlen.

Wir gratulieren Karl Egger und seinem Team

zum 30-jährigen Jubiläum und wünschen ihm

weiterhin viel Innovationskraft!

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

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(alle Fotos: LaSelva)


Terra Bio – die Kooperative

in der Kornkammer Italiens

Eingebettet in Adriaküste und Apennin liegt eine der

landschaftlich schönsten und reizvollsten Regionen

Italiens: le Marche – die Marken. Im Gegensatz zu

ihren touristisch stark frequentierten Nachbarn

Toskana und Umbrien scheint zwischen sanften

Hügeln, mittelalterlichen Städtchen, stolzen Burgen

und artenreichen Naturparks die Zeit langsamer zu

laufen. Statt Fremdenverkehr liegt der ökonomische

Fokus auf der Landwirtschaft, in deren Wettbewerbsfähigkeit

und Nachhaltigkeit zwischen 2000 und 2006

stattliche Fördermittel investiert wurden.

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Mitgliederforum

Mehr als 700.000 Hektar Anbaufl äche und rund

70.000 landwirtschaftliche Betriebe machen die

Marken zur Kornkammer und bedeutsamen Öko-

Region in Italien. Besonders engagiert ist die Provinz

Pesaro-Urbino: Hier haben sich 40 % der Betriebe dem

ökologischen Anbau und der Verarbeitung hochwertiger

Öko-Lebensmittel für den regionalen und

internationalen Markt verschrieben.

Spezialisierung auf Getreide,

Saaten und Hülsenfrüchte

Mit dem Ziel, Produktion, Lagerhaltung und Vertrieb der

bäuerlichen Erzeugnisse zu bündeln, wurde im Jahr

1997 die Genossenschaft Terra Bio gegründet. Heute hat

sie ihren Sitz in Schieti, einem Vorort der nahen Universitätsstadt

Urbino, und zählt mehr als 60 Öko-Landwirte

und Verarbeiter aus dem Montefeltro zu ihren Mitgliedern.

Zusammen bewirtschaften sie über 10.000 Hektar Land

nach den Naturland Richtlinien und bauen Luzerne,

Saaten und bevorzugt heimische Getreidesorten in bewährter

Fruchtfolge an. Die hochwertigen Öko-Rohstoffe

werden vor allem zu Nahrungsmitteln für den Naturkostmarkt

weiterverarbeitet. Mit Eiweißerbsen, Ackerbohnen,

Mais und Luzerne deckt die Genossenschaft aber auch

den Bedarf ökologischer Tierfuttermittelhersteller ab.

Ein weiterer wichtiger Produktionszweig ist die

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

11


Getreideernte in den Marken

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Nudelsotiment von Terra Bio Genossenschaftsmitglieder auf dem Betriebsgelände (alle Fotos: Terra Bio)

Saatgutvermehrung für Firmen in ganz Europa. Waren

es vor etwa 10 Jahren noch insgesamt 80 % Exportware,

bleiben heute etwa 50 % der Roh- und Endprodukte von

Terra Bio in Italien. Denn die Nachfrage nach heimischen

Öko-Erzeugnissen ist auch dort stark gestiegen.

Anbau, Lagerung und Verarbeitung aus einer Hand

Um gleich bleibend hohe Qualität und maximale Sicherheit

zu gewährleisten, hat Terra Bio inzwischen eines

der größten Lagerzentren für Öko-Rohstoffe in

Europa errichtet. So entstand nicht nur mehr Raum für

die Lagerung, sondern auch genug Platz für moderne

Reinigungs-, Selektions- und Verarbeitungsanlagen.

Die meisten Arbeiten müssen seither nicht länger nach

außen vergeben, sondern können direkt auf dem

Betriebsgelände nach den hohen Standards der

Genossenschaft erledigt werden. Bei der Koordination

der Weiterverarbeitung und dem effi zienten Vertrieb

von Nudeln, Saucen, Müsli, Ölen und anderen Fertigwaren

setzt die Genossenschaft seit jeher erfolgreich auf

Arbeitsteilung: Sorgente Srl kümmert sich als Partnerbetrieb

um die Produktsteuerung und die bedarfsgerechte

Versorgung des italienischen und weltweiten

Naturkostfachhandels. Gleichzeitig arbeitet Terra Bio eng

mit anderen regionalen Öko-Kooperativen und Anbaupartnern

zusammen, um die Angebotspalette beständig

zu erweitern. Aktuell ist die Genossenschaft in Verhandlungen

mit Erzeugern von Öko-Soja, um die hohe

Nachfrage in Deutschland vielleicht in Zukunft von

den Marken aus zu bedienen.

Langjährige Handelsbeziehung

von Terra Bio und Naturland

Die meisten Mitgliedsbetriebe von Terra Bio sind

inzwischen nicht nur nach den Standards des IMC

(Istituto Mediterraneo di Certifi cazione), sondern auch

nach den strengen Richtlinien von Naturland und

Bio-Suisse zertifi ziert. Gerade mit Naturland verbindet

die Genossenschaft eine langjährige Partnerschaft:

Bereits vor 15 Jahren hat die Marktgesellschaft der

Naturland Betriebe Öko-Hartweizen von märkischen

Erzeugern bezogen und damit den Weg in den internationalen

Öko-Markt geebnet. Noch enger wurde die

Zusammenarbeit, als Frauke Weissang 2005 in das

Naturland Präsidium einzog. Die Öko-Bäuerin ist im

Verwaltungsrat von Terra Bio und dort zuständig für den

Auslandsverkauf und die Zertifi zierung.

Weitere Informationen fi nden Sie auf www.terrabio.eu

Impressum:

Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Kleinhaderner Weg 1 • 82166 Gräfelfi ng, Deutschland

Tel: +49 (0)89 89 80 82 - 0 • Fax: +49 (0)89 89 80 82 - 90

naturland@naturland.de • http://www.naturland.de

Präsidium: Hans Hohenester, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein,

Peter Warlich, Arthur Stein, Frauke Weissang

Geschäftsführung: Steffen Reese (V.i.S.d.P.)

Naturland Nachrichten International Nr. 23 – I, 2010

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