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8 – High School

Mögen Kanadier Kuchen?

Kulturelle Unterschiede erleben beim Schulaufenthalt in Kanada

Als Andreas aus dem Flugzeug in Halifax, Kanada, ausstieg,

konnte er seine Aufregung nicht verbergen: Gleich sollte er

die Gastfamilie kennen lernen, bei der er 10 Monate seines

Schulaufenthaltes in Kanada leben sollte. Schon seit langem

hatte er von einem Schuljahr in Kanada geträumt und Informationen

gesammelt. Seine Eltern unterstützten ihn bei der

Suche nach der geeigneten Austauschorganisation. Andreas

befragte andere Schüler, die gerade zurückgekehrt waren, nach

ihren Erfahrungen und stellte fest, dass jeder Bericht völlig

andere Eindrücke schilderte. Er beschloss: „Ich muss meine

Erfahrungen selbst machen!“ So wie Andreas geht es tausenden

von deutschen Schülern, die jedes Jahr an Austauschprogrammen

teilnehmen. Kanada gilt im Vergleich zu den klassischen anderen

Austauschländern immer noch als ein wenig ausgefallen und

exklusiv. Dennoch melden sich jährlich ca. 800 Schülerinnen

und Schüler zu einem Aufenthalt dort an. Tendenz steigend.

Das kanadische Schulsystem hat einen äußerst guten Ruf.

Besonders attraktiv ist die Möglichkeit, Französisch und Englisch

gleichermaßen intensiv zu lernen. Ob der Schulbesuch an einer

öffentlichen oder privaten Schule stattfi ndet, hängt sicherlich

auch von dem Geldbeutel ab. Private Schulen legen starken Wert

auf die individuelle Förderung der Schüler. Bei der Auswahl der

Schule können besondere Interessen berücksichtigt werden. Auch

öffentliche Schulen bieten ein breites Spektrum an Schulfächern.

Der individuelle Stundenplan wird zwischen Austauschschüler

und Vertrauenslehrer abgestimmt. Anders als in Deutschland

dauert der Schulunterricht bis in den Nachmittag. Anschließend

haben die Schüler Gelegenheit, von dem reichhaltigen Angebot

an Freizeitaktivitäten Gebrauch zu machen. Bevor Andreas

seinen Traum von Kanada wahr machen konnte, musste er

zu einem persönlichen Gespräch bei dem ihn die deutsche

Austauschorganisation kennen lernen und seine Eignung für den

Kanada-Aufenthalt überprüfen wollte. Kurz nach dem Gespräch

kam die Zusage. Damit eine geeignete Gastfamilie gefunden

werden konnte, musste Andreas danach einen mehrseitigen

Fragebogen zu seiner Person ausfüllen. Andreas war beim

Gespräch bei der Austauschorganisation aufgeregt, er war nervös,

als er zum ersten Mal mit seinen Gasteltern telefonierte, aber

das war nichts gegen das Gefühl, das er jetzt hatte, kurz bevor

er seine Gastfamilie leibhaftig vor sich sah. Wie würden sie

aussehen? Welchen Eindruck würden sie von ihm haben?

Um sich auf den Aufenthalt vorzubereiten, hatte Andreas viel

über Kanada und insbesondere Nova Scotia gelesen. Besonders

beeindruckend fand er die Tatsache, dass Kanada nach Russland

das zweitgrößte Land der Erde ist und sechs Zeitzonen hat.

Als klassisches Auswanderungsland mit Einwohnern unterschiedlichster

Herkunft haben sich hier viele verschiedene

Lebensarten zusammen gefunden. Dadurch ist der Aufbau des

Gefühls von Zusammengehörigkeit besonders wichtig. Von

mehreren Schülern hatte Andreas gehört, dass zu Beginn eines

jeden Schultages die kanadische Nationalhymne gespielt wird.

Davon, dass man in Kanada zu jeder Gelegenheit Kuchen

geschenkt bekommt, hatte ihm ein anderer Austauschschüler

erzählt: Kuchen gibt es an Geburtstagen, als Dankeschön, zum

Abitur, kurz: wann immer sich eine Möglichkeit bietet. Auf dem

Vorbereitungsseminar in Frankfurt hatte man den Teilnehmern

einiges von den typischen Phasen eines Austauschaufenthaltes

erzählt: Neugier, Heimweh, Integration und schließlich auch

von dem Phänomen, dass man nach einigen Wochen sogar in der

fremden Sprache träumen würde. Wichtig auch der Leitspruch

für Austauschschüler: „Es ist nicht besser, es ist nicht schlechter

sondern nur anders.“ Ein Satz, der den Schülern nahelegen soll,

dass sie fremde Dinge nicht bewerten, sondern lediglich als

unterschiedlich erkennen sollen. Mit einer solchen Sichtweise

wird das Eingewöhnen in eine andersartige Lebensweise sehr

erleichtert. Müde und aufgeregt nähert sich Andreas nun dem

Empfangsbereich am Flughafen. Wo war seine Gastfamilie?

Plötzlich sieht er sie: Seine Gasteltern und sein jüngerer

Gastbruder halten ein großes Transparent in den Händen:

„Welcome Andreas!“ Seine Gasteltern nehmen ihn in den Arm und

sagen: „Welcome Andreas, you can call us ‚Mom’ and ‚Dad’.“ Sein

Gastbruder überreicht ihm sein spezielles Willkommensgeschenk:

einen Kuchen.

Für weitere Informationen steht die Autorin telefonisch unter

0228-9569530 bzw. per Email unter school@step-in.de zur

Verfügung. Angebote von STEP IN auch im Internet unter

www.step-in.de Jutta Brenner, STEP IN GmbH

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