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Übergänge gestalten - Diakonie Deutschland

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<strong>Diakonie</strong> Texte | Positionspapier | 24.2006<br />

<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> –<br />

Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

Bericht des Vorstandes<br />

des Diakonischen Werkes der EKD<br />

Diakonische Konferenz<br />

17. bis 19. Oktober 2006<br />

Berlin<br />

Herausgeber:<br />

Diakonisches Werk der<br />

Evangelischen Kirche in<br />

<strong>Deutschland</strong> e.V.


Impressum<br />

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in <strong>Deutschland</strong> e.V.<br />

Stafflenbergstraße 76, 70184 Stuttgart<br />

Verantwortlich für die Reihe:<br />

Andreas Wagner<br />

Zentrum Kommunikation<br />

Postfach 10 11 42, 70010 Stuttgart<br />

Telefon: 07 11 / 21 59-4 54<br />

Telefax: 07 11 / 21 59-5 66<br />

E-Mail: redaktion@diakonie.de<br />

Internet: www.diakonie.de<br />

Layout:<br />

Andrea Niebsch-Wesser<br />

Bestellungen:<br />

Zentraler Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD<br />

Karlsruher Straße 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen<br />

Telefon: 07 11 / 9 02 16-50<br />

Telefax: 07 11 / 7 97 75 02<br />

E-Mail: vertrieb@diakonie.de<br />

Die Texte, die wir in der Publikationsreihe <strong>Diakonie</strong> Texte veröffentlichen, sind im Internet frei zugänglich.<br />

Sie können dort zu nicht-kommerziellen Zwecken heruntergeladen und vervielfältigt werden.<br />

<strong>Diakonie</strong> Texte finden Sie unter www.diakonie.de/Texte.<br />

Im Vorspann der jeweiligen Ausgabe im Internet finden Sie Informationen, zu welchem Preis <strong>Diakonie</strong> Texte<br />

gedruckt im Zentralen Vertrieb bestellt werden können.<br />

© Dezember 2006<br />

1. Auflage<br />

ISBN 3-937291-47-4<br />

Druck: Zentraler Vertrieb des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in <strong>Deutschland</strong> (EKD),<br />

Karlsruher Straße 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen<br />

2 <strong>Diakonie</strong> Texte 24.2006


Inhaltsverzeichnis<br />

Globalisierung des Essens – Nahrung als globale Zukunftsfrage ................................................................5<br />

Niemand i(s)st für sich allein .......................................................................................................................7<br />

Die Gesundheitsreform verantwortungsbewusst <strong>gestalten</strong> ...........................................................................8<br />

Die zukünftige Finanzierung der Pflegeversicherung ...................................................................................8<br />

Unterschicht oder Prekariat – Wege aus der Armut ......................................................................................8<br />

Unverwechselbares Corporate Design ..........................................................................................................9<br />

Weiterentwicklung der Strukturen in der <strong>Diakonie</strong> ......................................................................................9<br />

Zukunft des Arbeitsrechts in Kirche und <strong>Diakonie</strong> ....................................................................................10<br />

Reform des Gemeinnützigkeitsrechts als Chance ......................................................................................10<br />

<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten – eine Gemeinschaftsaufgabe ..................................11<br />

24.2006 <strong>Diakonie</strong> Texte


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

Bericht des Vorstandes des Diakonischen Werkes der EKD<br />

Meine sehr geehrten Damen und Herren,<br />

gleich zu Beginn der Diakonischen Konferenz muss<br />

ich Sie enttäuschen. Bisher waren Sie es gewohnt,<br />

an dieser Stelle einen ausführlichen und strategische<br />

Linien für das nächste Jahr aufzeigenden Bericht<br />

des Präsidenten zu hören – und später auch nachlesen<br />

zu können. In diesem Jahr steht unter TOP 3 ein<br />

„Bericht des Vorstandes“ und der liegt Ihnen nicht<br />

einmal als Tischvorlage schriftlich vor.<br />

Wir, das heißt Frau Füllkrug-Weitzel, Herr Dr.<br />

Schlüter und ich, haben in diesem Jahr bewusst darauf<br />

verzichtet, Ihnen einen derartigen strategischen<br />

Bericht vorzulegen. Dies geschieht nicht, weil wir<br />

uns dazu nicht in der Lage sehen, sondern aus anderen<br />

Gründen, die ich Ihnen kurz darlegen möchte.<br />

Zum einen wollten wir mit unserer Entscheidung<br />

einen Beitrag zum Zeitmanagement dieser Diakonischen<br />

Konferenz leisten und Ihnen Raum für die<br />

Diskussion der Punkte schaffen, die in dieser besonderen<br />

Situation von entscheidender Bedeutung sind.<br />

Zum zweiten – und dies war für uns der entscheidende<br />

Aspekt – wollen wir mit unserem Verzicht auf<br />

einen strategischen, nach vorne zeigenden Bericht<br />

auch unserem Verständnis der Vorstandsstruktur<br />

unseres Werkes Rechnung tragen. Denn Antworten<br />

auf die vielfältigen Herausforderungen, die vor<br />

uns liegen und die wir in nächster Zeit bewältigen<br />

müssen, müssen wir als Gesamtvorstand finden, das<br />

heißt gemeinsam mit dem neuen Präsidenten oder<br />

der Präsidentin, die Sie im Laufe dieser Konferenz<br />

wählen werden. Vor diesem Hintergrund wollen wir<br />

offen mit dieser Situation umgehen und für den neuen<br />

Kollegen beziehungsweise für die neue Kollegin<br />

im Vorfeld keine definitiven Festlegungen treffen.<br />

Gleichwohl haben wir uns dazu entschieden, einige<br />

der Herausforderungen zu beschreiben, die uns<br />

derzeit beschäftigen und die dann auch den wieder<br />

vervollständigten Vorstand intensiv beschäftigen<br />

24.2006 <strong>Diakonie</strong> Texte<br />

werden. Unsere Überlegungen stellen wir unter die<br />

Überschrift: „<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit<br />

erhalten“.<br />

Nachdem Dr. h. c. Jürgen Gohde am 21. Juni 2006<br />

sein Amt als Präsident des Diakonischen Werkes<br />

der EKD niedergelegt hat, war für die verbliebenen<br />

drei Mitglieder des Vorstandes klar, dass es unsere<br />

Aufgabe ist, die Handlungsfähigkeit des Werkes zu<br />

erhalten und den Übergang bis zum Amtsantritt des<br />

neuen Präsidenten beziehungsweise der neuen Präsidentin<br />

zu <strong>gestalten</strong>. Dabei kam und kommt es uns<br />

darauf an, sicherzustellen, dass sich das Werk auch<br />

weiterhin an allen aktuellen diakonie-, sozial- und<br />

entwicklungspolitischen Diskussionen beteiligt und<br />

als evangelischer Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege<br />

auch in der Öffentlichkeit klar und<br />

deutlich vernehmbar ist. Die Politik ist mehr denn<br />

je auf fach- und systemkundige Beratung angewiesen.<br />

Wir sind in der Lage, solche verbandspolitisch<br />

legitimierten und fachlich fundierten Positionen zu<br />

bieten.<br />

An dieser Stelle möchte ich Sie noch auf einen weiteren<br />

Aspekt aufmerksam machen. Dies ist nicht<br />

mein Bericht – als Vizepräsident des Werkes und<br />

Vorstand Wirtschaft und Verwaltung – sondern der<br />

Bericht des Gesamtvorstandes, den ich als derzeitiger<br />

Sprecher hier vortrage. Deshalb werde ich auch<br />

nicht alle Fragen, die Sie – als Mitglieder der Diakonischen<br />

Konferenz – zu diesem Bericht haben, beantworten.<br />

Die Fragen beantworten wird jeweils das<br />

Mitglied des Vorstandes, in dessen fachliche Verantwortung<br />

sie fällt.<br />

Globalisierung des Essens –<br />

Nahrung als globale Zukunftsfrage<br />

<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> und Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

müssen wir aber nicht nur im Diakonischen


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

Werk der EKD selbst, sondern auch in vielen Feldern<br />

unseres Handeln, so beispielsweise, wenn es<br />

darum geht, die „Globalisierung des Essens zu <strong>gestalten</strong>“.<br />

Ernährungssicherung ist prominente Aufgabe<br />

der Aktion „Brot für die Welt“. Mit sich ändernden<br />

Strategien engagieren wir uns seit fast 50<br />

Jahren für Ernährungssicherung. Heute sind das vor<br />

allem Projekte nachhaltiger Landwirtschaft, Projekte<br />

von integrierter ländlicher Regionalentwicklung,<br />

der Unterstützung von Plantagenarbeiterinnen<br />

und Plantagenarbeitern, dem Aufbau von Netzwerken<br />

von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und die<br />

Förderung von nationaler und internationaler Lobbyarbeit<br />

im Bereich des Rechts auf Nahrung.<br />

Lassen Sie mich dies zunächst genauer ausführen,<br />

bevor ich mich in einem zweiten Schritt der Frage<br />

stelle, wie wir <strong>Übergänge</strong> in der bundesdeutschen<br />

Sozialpolitik mit<strong>gestalten</strong> können.<br />

„Brot für die Welt“ sieht Nahrung als eine der wichtigsten<br />

globalen Zukunftsfragen. Zehn Jahre nach<br />

dem Welternährungsgipfel in Rom im November<br />

1996, auf dem ein Aktionsplan zur Bekämpfung<br />

des Hungers in der Welt verabschiedet wurde, fällt<br />

die Bilanz bescheiden aus. Die Zahl der an Hunger<br />

leidenden Menschen ist weltweit um etwa 12 Millionen<br />

auf nunmehr 852 Millionen Menschen gestiegen.<br />

Über 200 Millionen unter ihnen leiden unter<br />

extremem Hunger. Gleichzeitig verringert sich weltweit<br />

die landwirtschaftliche Fläche, die für den Anbau<br />

von Grundnahrungsmitteln zur Verfügung steht<br />

und immer mehr Bodenfläche wird durch intensive<br />

und monokulturelle Bewirtschaftung überstrapaziert<br />

und droht, mittelfristig der Nahrungsmittelproduktion<br />

verloren zu gehen.<br />

„Brot für die Welt“ hat in einem Studienprozess<br />

gemeinsam mit Partnern in elf Ländern untersucht,<br />

wer Hunger leidet und festgestellt, dass drei Viertel<br />

der Menschen, die an Hunger leiden, in den<br />

ländlichen Regionen leben – also gerade dort, wo<br />

eigentlich Landwirtschaft betrieben und Nahrung<br />

produziert wird. Diese Erkenntnisse decken sich mit<br />

Erkenntnissen der Task Force on Hunger des UNDP,<br />

dem United Nations Development Programm (dem<br />

Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen).<br />

Nur zehn Prozent dieser Menschen – so allgemeine<br />

Schätzungen – hungern infolge von Missernten, Naturkatastrophen<br />

oder Kriegen. Die Hälfte der Hungernden<br />

sind stattdessen verarmte und marginalisierte<br />

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Landlose,<br />

die in dem brutalen globalen Verdrängungswettbewerb<br />

um die Ressourcen Land, Saatgut und Wasser<br />

schon verloren haben, Tagelöhner in der Landwirtschaft<br />

und ethnische Minderheiten.<br />

Der Aktionsplan, der 1996 auf dem Welternährungsgipfel<br />

verabschiedet wurde, setzte einseitig<br />

auf technologischen Fortschritt, Ertragssteigerung<br />

und Marktliberalisierung, ohne die Verteilungsfrage<br />

und den Zugang zu Ressourcen und damit die zentralen<br />

Probleme der ländlichen Armutsgruppen in<br />

den Blick zu nehmen. Nur Nicht-Regierungsorganisationen<br />

und Bauernbewegungen weltweit ist es zu<br />

verdanken, dass es im Aktionsprogramm eine kleine<br />

Referenz zum Menschenrecht auf Nahrung gibt.<br />

Das schon im „Internationalen Pakt für Wirtschaftliche,<br />

Soziale und Kulturelle Rechte von 1966“<br />

verankerte Recht auf Nahrung wurde in einem<br />

Rechtskommentar des UN-Ausschusses für die<br />

wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte<br />

1999 dahingehend präzisiert, dass es auch ein Recht<br />

auf produktive Ressourcen, also Land, Wasser und<br />

Saatgut beinhaltet. Dies erfolgte in Ausführung der<br />

Beschlüsse des Welternährungsgipfels und dank<br />

umfangreichen Drucks und Zuarbeit seitens vieler<br />

Nicht-Regierungs-Organisationen, woran sich auch<br />

„Brot für die Welt“ beteiligte. Diese Interpretation<br />

enthalten auch die „Freiwilligen Leitlinien zur progressiven<br />

Umsetzung des Rechts auf Nahrung“, die<br />

im November 2004 von den Mitgliedsstaaten der<br />

FAO beschlossen wurden. Die FAO – die Food Agriculture<br />

Organisation beziehungsweise die Welternährungsorganisation<br />

der Vereinten Nationen – geht<br />

im Übrigen auf Basis vieler Studien davon aus, dass<br />

landwirtschaftliches Wachstum allein keine effektive<br />

Maßnahme darstellt, um Unterernährung und<br />

Hunger zu bekämpfen. Zentral sei vielmehr, einkommensarme<br />

ländliche Haushalte (Kleinbauern)<br />

an der Produktionssteigerung der Landwirtschaft<br />

teilhaben zu lassen.<br />

Wiewohl die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin<br />

und der gegenwärtige Bundeslandwirtschaftsmi-<br />

6 <strong>Diakonie</strong> Texte 24.2006


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

nister sich dazu bekannt haben, ist der Mittelansatz<br />

des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit<br />

für bilaterale Hilfe in den für das Recht<br />

auf Nahrung zentralen Arbeitsfeldern in den letzten<br />

Jahren drastisch zurückgegangen, die Bundesregierung<br />

unterstützt weder umfassende Agrarreformen,<br />

noch eine konsequente Orientierung der Politik internationaler<br />

Institutionen (Weltbank, WTO etc.) am<br />

Menschenrecht auf Nahrung. Der Liberalisierungsdruck<br />

durch die genannten internationalen Organisationen,<br />

der mit den Strukturanpassungsmaßnahmen<br />

im Zusammenhang der Schuldenkrise begann, geht<br />

ungebrochen weiter und zwingt die Entwicklungsländer,<br />

Zollschranken für Agrarimporte, Subventionen<br />

und andere Maßnahmen zur Stützung ihrer<br />

nationalen Agrarmärkte im Dienste der Armuts- und<br />

Hungerbekämpfung und der nachhaltigen ländlichen<br />

Entwicklung abzubauen, während gleichzeitig umgekehrt<br />

in den jüngsten Agrarverhandlungen der<br />

WTO das Datum für den Abbau von Exportsubventionen<br />

von Agrargütern der Industrienationen weit<br />

nach hinten geschoben wurde (2013).<br />

Mit der Liberalisierung des Agrarhandels, das heißt<br />

der Öffnung der Märkte des Südens und der in den<br />

letzten Jahrzehnten damit einhergehenden Förderung<br />

der großflächigen und monokulturellen Exportlandwirtschaft<br />

und Exportförderung, wurde und wird die<br />

Ernährungssituation der jetzt bereits Hungernden<br />

auf dem Land jedoch immer prekärer. Kleinbauern<br />

sind die Hauptleidtragenden, denn sie können auf<br />

ihren lokalen Märkten mit Preisen von Importware<br />

nicht konkurrieren. Die bäuerliche Landwirtschaft<br />

kommt unter die Räder des Agrarhandelssystems<br />

und wachstums- wie exportorientierter Agrarpolitik<br />

weltweit und die Selbstversorgungsfähigkeit<br />

der (Land)Bevölkerung im Süden sinkt. Die Länder<br />

Afrikas südlich der Sahara entwickelten sich angesichts<br />

dieser Trends in den letzten Jahrzehnten von<br />

Exporteuren zu Nettoimporteuren von Agrarprodukten,<br />

und die Least Developed Countries (LDCs)<br />

geben inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Exporteinnahmen<br />

für Nahrungsmittelimporte aus – Tendenz<br />

steigend. Ihre Anfälligkeit für Hungerkrisen<br />

ist dadurch enorm gestiegen.<br />

Klare Gewinner der Agrar- und Handelspolitik im<br />

Nahrungssektor sind wenige grenzüberschreitend<br />

operierende Wirtschaftsunternehmen, die ihre Aktivitäten<br />

über mehrere Glieder der Wertschöpfungskette<br />

ausdehnen. Deren Marktmacht im Agrobusiness<br />

und Lebensmittelsektor steigt im Zuge eines<br />

fortschreitenden Konzentrationsprozesses dermaßen,<br />

dass es für die kleinbäuerliche Landwirtschaft<br />

weltweit immer schwieriger wird, überhaupt Zugang<br />

zur Wertschöpfungskette des Agrobusiness zu<br />

bekommen und sich neben den Großbetrieben halten<br />

zu können. Bei der Mehrzahl der Agrarprodukte<br />

sind nur noch drei bis sechs Handelshäuser in relevantem<br />

Umfang am weltweiten Handel beteiligt.<br />

Niemand i(s)st für sich allein<br />

Ernährungssicherheit erfordert einen Wandel im<br />

Handel, eine Agrarwende und eine Konsumwende.<br />

Ökologische wie soziale Kriterien müssen dabei<br />

im Vordergrund stehen und das Recht auf Nahrung<br />

durch alle Politikbereiche konsequent durchdekliniert<br />

werden.<br />

Angesichts dieser Probleme hat „Brot für die Welt“<br />

am vergangenen Wochenende eine neue Mitmachkampagne<br />

für Gemeinden, Gruppen und Jugendliche<br />

eröffnet. Unter dem Motto „Niemand i(s)st für sich<br />

allein“ startete eine zunächst auf drei Jahre angelegte<br />

Kampagne für Ernährungssicherheit, die sich<br />

mit den Folgen der ‚Globalisierung des Essens’ aus<br />

Erzeuger- und Verbrauchersicht auseinandersetzt.<br />

Die Partner, die uns dazu angeregt haben, möchten,<br />

dass wir deutlich Stellung beziehen und uns für<br />

einen international gerechteren Agrar-Welthandel<br />

und eine Politik, die aktiv auf Hungerbekämpfung<br />

setzt, einsetzen, weil sie ihre – von uns unterstützten<br />

– Entwicklungsbemühungen zu nachhaltiger Landwirtschaft<br />

und Hungerbekämpfung von der großen<br />

Politik und durch unfaire Spielregeln des Agrarhandels<br />

bedroht sehen.<br />

Die Ausführungen zu den Herausforderungen im<br />

Bereich der Ökumenischen <strong>Diakonie</strong> wollen wir<br />

an dieser Stelle abschließen, auch wenn die Darstellung<br />

noch um weitere Aspekte ergänzt werden<br />

könnte. Wir stehen als <strong>Diakonie</strong> auch vor der Frage,<br />

wie wir <strong>Übergänge</strong> in der bundesdeutschen Sozialpolitik<br />

mit<strong>gestalten</strong> können.<br />

24.2006 <strong>Diakonie</strong> Texte 7


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

Die Gesundheitsreform<br />

verantwortungsbewusst <strong>gestalten</strong><br />

Ein aktuelles Beispiel ist die Gesundheitspolitik;<br />

wir befinden uns unbestreitbar auf dem Weg hin zu<br />

einem neu strukturierten Gesundheitssystem. Doch<br />

wie es genau aussehen wird, weiß heute noch niemand.<br />

Nicht einmal die Bundesregierung, die sowohl<br />

uns als auch viele andere Verbände äußerst<br />

kurzfristig zu einer Anhörung zu dem 542 Seiten<br />

starken (Referenten-)Entwurf eines Gesetzes zur<br />

Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen<br />

Krankenversicherung (GKV-WSG) geladen hat. In<br />

einer solchen Situation muss man sich die Frage<br />

stellen: Können wir unsere sozialanwaltschaftliche<br />

Funktion und unsere Aufgabe der Vertretung der Interessen<br />

unserer Mitglieder überhaupt noch verantwortungsbewusst<br />

erfüllen? Ist ein Gegensteuern bei<br />

Entwicklungen, die wir als bedenklich einstufen,<br />

überhaupt noch möglich? Im weiteren Prozess der<br />

Gesundheitsreform kommt es aus der Sicht der <strong>Diakonie</strong><br />

insbesondere darauf an, mehr Ehrlichkeit in<br />

das Verhältnis von Finanzierung und Leistungen zu<br />

bringen, die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege im<br />

Gesundheitssystem zu stärken, benachteiligte und<br />

arme Menschen im Blick zu halten, die gefährdete<br />

Arbeitsgrundlage der evangelischen Krankenhäuser<br />

zu sichern und die Bundesregierung dort zu unterstützen,<br />

wo wichtige Leistungsverbesserungen zum<br />

Beispiel im Palliativbereich vorgesehen sind. Abgestimmte<br />

Positionen der <strong>Diakonie</strong> lagen bereits vor<br />

den Eckpunkten der Bundesregierung vor.<br />

Die zukünftige Finanzierung<br />

der Pflegeversicherung<br />

Auch die Pflegeversicherung befindet sich in einer<br />

Phase des Übergangs; ein „weiter so wie bisher“ ist<br />

nicht möglich. Dies haben alle erkannt, aber niemand<br />

weiß derzeit, wie das System genau zu reformieren<br />

und zukünftig auch sicher zu finanzieren ist.<br />

Ein höherer Steueranteil könnte auch hier negative<br />

Beschäftigungseffekte vermeiden. Einer Neubestimmung<br />

des Pflegebedürftigkeitsbegriffs kommt entscheidende<br />

Bedeutung zu. Für die <strong>Diakonie</strong> wird es<br />

wichtig sein, diese Frage nicht getrennt zu diskutieren<br />

von der Höhe der Leistungen und von der Frage einer<br />

besseren Verschränkung von Qualitätsstandards und<br />

Finanzierung in den Vergütungsverhandlungen. Gegen<br />

die Absenkung stationärer Leistungen haben wir<br />

ein Papier vorgelegt. Für eine bessere Einbeziehung<br />

und Regelfinanzierung von Betreuungsagenturen<br />

und zur Stärkung der ambulanten Pflege brauchen<br />

wir klare Perspektiven. Das Heimrecht wird mit dem<br />

Ziel bundesweiter Standards weiterhin auch von der<br />

Bundesebene begleitet, zumal schwerwiegende verfassungsrechtliche<br />

Unsicherheiten fortbestehen.<br />

Unterschicht oder Prekariat –<br />

Wege aus der Armut<br />

Bei der Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung<br />

müssen wir ebenfalls Antworten auf die drängenden<br />

Fragen finden. Hier reicht es nicht, sich an neue Begriffe<br />

wie „Prekariat“ zu gewöhnen, das den anscheinend<br />

negativ besetzten Begriff der Unterschicht ersetzen<br />

und einen Zustand neudeutsch beschönigend<br />

umschreiben soll, der nicht zu akzeptieren ist. Wie<br />

kann es gelingen, mehr Menschen als bisher in sozialversicherungspflichtigeBeschäftigungsverhältnisse<br />

und zu gesellschaftlicher Teilhabe zu bringen?<br />

Welchen Beitrag kann die <strong>Diakonie</strong> mit ihren mehr<br />

als 27 000 Einrichtungen und Diensten hierbei leisten?<br />

Hier müssen sowohl die Rahmenbedingungen<br />

für den ersten Arbeitsmarkt verbessert, Bildung und<br />

Integration gestärkt werden, als auch zusätzliche und<br />

dringend notwendige sozialversicherungspflichtige<br />

Beschäftigung im gemeinwohlorientierten Bereich<br />

sowie in betreuenden Integrationseinrichtungen gefördert<br />

werden. Die <strong>Diakonie</strong> hat ein Konzept zur<br />

kostenneutralen Umsetzung vorgelegt. Das Konzept<br />

Fördern und Fordern wird ohne Beschäftigungsperspektiven<br />

ins Leere gehen. Insbesondere muss<br />

die Bundesagentur für Arbeit ihren Umgang mit<br />

arbeitslosen Menschen überprüfen und das Aussortieren<br />

in Vermittlungs- und Betreuungskunden beenden.<br />

Die Zeit für endlose Diskussionen ist vorbei,<br />

es ist Zeit zu handeln.<br />

Auf die Tatsache, dass Bildung einer der zentralen<br />

Auswege aus der Armut ist, hat die Denkschrift<br />

des Rates der EKD zur Armut in <strong>Deutschland</strong> unter<br />

dem Titel: „Gerechte Teilhabe – Befähigung zu<br />

Eigenverantwortung und Solidarität“ zu Recht auf-<br />

<strong>Diakonie</strong> Texte 24.2006


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

merksam gemacht. Von diesen Auswegen haben<br />

wir im reichen <strong>Deutschland</strong> immer noch zu wenig.<br />

Deshalb kommt einer verbesserten Bildungsgerechtigkeit<br />

eine immer größere Bedeutung zu, auch bei<br />

der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund<br />

oder mit Lernhemmnissen. Nehmen wir<br />

die Steuerungsmöglichkeiten wahr, die wir mit den<br />

kirchlichen und diakonischen Schulträgern haben,<br />

können wir einen wesentlichen Beitrag zu mehr<br />

Bildungsgerechtigkeit in <strong>Deutschland</strong> leisten. Dass<br />

dies möglich ist, hat der 2. Bundeskongress evangelischer<br />

Schulen vor wenigen Tagen hier in der Friedrichstadtkirche<br />

in Berlin gezeigt.<br />

Daneben beharren wir auf der gegenseitigen Bedingtheit<br />

von Verteilungs- und Befähigungsgerechtigkeit.<br />

Das eine kann ohne das andere nicht bestehen,<br />

schon weil Bildungs- und Integrationsangebote<br />

Kosten verursachen. Die freie Wohlfahrtspflege ist<br />

in der Folge des Integrationsgipfels an der Erarbeitung<br />

eines nationalen Integrationsplans beteiligt,<br />

von dem wir nur hoffen können, dass er nicht am<br />

Ende wieder in die Mühlen von Finanz- und Kompetenzstreitigkeiten<br />

zwischen Bund, Ländern und<br />

Kommunen gerät. Regelungen für bisher geduldete<br />

Menschen sind auch Dank des gemeinsamen Einsatzes<br />

von Kirche und <strong>Diakonie</strong> auf dem Weg. Die<br />

geplante Kürzung der Mittel für die Migrationsberatung<br />

widerspricht allen politischen Ankündigungen<br />

und ist besonders mit Blick auf die Bedarfe nachholender<br />

Integration nicht akzeptabel. Kritische<br />

Fragen stellen wir auch an die geplante Reform des<br />

Sozialhilferechts. Kosteneinsparungen der Sozialverwaltungen<br />

bei staatlichen Kernaufgaben zu Lasten<br />

von behinderten Menschen und Einrichtungen<br />

werden unsere Zustimmung nicht finden.<br />

Unverwechselbares Corporate Design<br />

<strong>Übergänge</strong> haben wir auch bei unserem weiterentwickelten<br />

Corporate Design, die durch die beiden<br />

hinter mir beziehungsweise vor Ihnen hängenden<br />

Fahnen symbolisiert werden. Hier wird es Aufgabe<br />

des gesamten Vorstandes sein, die Akzeptanz für das<br />

Markenkonzept zu steigern, damit <strong>Diakonie</strong> auch in<br />

der Öffentlichkeit klar erkennbar ist. Die neuen Möglichkeiten,<br />

welche unser kostengünstiges Servicepa-<br />

ket gerade auch für Einrichtungen mit eigener bewährter<br />

Marke und für mittlere und kleinere Dienste<br />

bieten, sowie die farblichen Variationsmöglichkeiten<br />

haben schon jetzt zu einem breiten Interesse gerade<br />

der Trägerebene geführt. Nicht zuletzt weisen wir<br />

Sie auf die neuen Möglichkeiten unseres Wissensmanagements<br />

hin, welche für alle diakonischen Akteure<br />

aktuelle Informationen aus dem Diakonischen<br />

Werk der EKD und der Bundespolitik bereithält.<br />

Weiterhin werden wir uns dem Thema des diakonischen<br />

Profils widmen. Hier werden geeignete Projektgruppen<br />

eingesetzt werden, die Empfehlungen<br />

zur diakonischen Profilierung sichten und zusammenfassen.<br />

Ziel sind praktische Handreichungen<br />

für die Einrichtungen und ein Signal an die Mitarbeitenden,<br />

dass es nicht nur auf Formalien, sondern<br />

auch auf Inhalte und verlässliche Angebote der Fortbildung<br />

und der Spiritualität in den Einrichtungen<br />

ankommt. Hier setzen wir auch auf eine enge Zusammenarbeit<br />

mit der AMD, um die Verzahnung der<br />

<strong>Diakonie</strong> mit den Kirchengemeinden zu stärken.<br />

Weiterentwicklung der<br />

Strukturen in der <strong>Diakonie</strong><br />

<strong>Übergänge</strong> zu <strong>gestalten</strong> gilt es darüber hinaus bei den<br />

internen Strukturen des Diakonischen Werkes der<br />

EKD. Im Zuge des Ausbaus der <strong>Diakonie</strong> Bundesvertretung<br />

in Berlin haben wir – mit Unterstützung<br />

von Roland Berger – die Konzeption für die Arbeit<br />

in den beiden sozialpolitischen Zentren (Gesundheit,<br />

Rehabilitation, Pflege und Familie, Integration,<br />

Bildung, Armut) sowie im Zentrum Kommunikation<br />

erstellt. Die Zentren arbeiten in der neuen Form<br />

jetzt seit mehr als zwei, zum Teil sogar bereits seit<br />

drei Jahren. Über die Arbeit werden die Vorsitzenden<br />

beziehungsweise deren Stellvertretungen der<br />

Lenkungsausschüsse im Laufe der Konferenz noch<br />

berichten. Im nächsten Jahr werden wir mit der Evaluation<br />

der Arbeit beginnen und feststellen, wo und<br />

wie sie zu verbessern ist. Bei der Evaluation und<br />

Weiterentwicklung darf aber die Handlungsfähigkeit<br />

nicht in Frage gestellt werden, denn die Zentren<br />

müssen ihre Aufgaben bei der Durchführung<br />

von Projekten zur Positionierung der <strong>Diakonie</strong> auch<br />

weiterhin erfüllen können. Wesentliche Instrumente<br />

24.2006 <strong>Diakonie</strong> Texte 9


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

für die Projektarbeit in den Zentren sind die Handreichung<br />

zur Projektarbeit und das elektronische<br />

Wissensmanagementsystem, das derzeit ebenfalls<br />

weiterentwickelt wird. Im nächsten Jahr steht eine<br />

neue noch benutzerfreundlichere Version des Wissensportals<br />

zur Verfügung, das Ihnen allen dann<br />

noch mehr Anreize bietet, dieses zukunftsfähige Instrument<br />

für die eigene Arbeit zu nutzen.<br />

Nicht nur innerhalb des Diakonischen Werkes der<br />

EKD sind die bestehenden Strukturen einer kritischen<br />

Überprüfung zu unterziehen. Die Vielzahl diakonischer<br />

Einrichtungen, die historisch entstanden<br />

ist, wird den Zukunftsaufgaben nicht gerecht. Eine<br />

angemessene Trägerstruktur setzt ausreichende Betriebsgrößen,<br />

verbesserte Steuerungsmöglichkeiten<br />

und einen qualifizierten Personaleinsatz voraus.<br />

Dabei steht die institutionelle Eigenständigkeit der<br />

Träger – wie es der Vorsitzende des Rates der EKD<br />

in seiner gestrigen Predigt ausdrücklich betont hat<br />

– nicht in Frage. Auch die Anzahl und Struktur der<br />

Landes- und Fachverbände ist keine unveränderbare<br />

Größe. Wengleich die Einflussmöglichkeiten des<br />

Vorstandes des Diakonischen Werkes der EKD an<br />

dieser Stelle vergleichsweise gering sind, erwarten<br />

viele Impulse von uns. Dem müssen wir uns stellen.<br />

Zukunft des Arbeitsrechts in Kirche<br />

und <strong>Diakonie</strong><br />

Auch bei der Frage nach der Zukunft des Arbeitsrechts<br />

in Kirche und <strong>Diakonie</strong> brauchen wir überzeugende<br />

Antworten. So unbestreitbar es ist, dass es<br />

ein eigenständiges, unseren Anforderungen und Bedürfnissen<br />

entsprechendes Arbeitsrecht geben muss,<br />

wollen wir uns nicht einer Leistungsbestimmung<br />

durch Dritte unterwerfen, so eindeutig ist auch, dass<br />

die derzeitigen Strukturen der Arbeitsrechtssetzung<br />

nicht zukunftsfähig sind. Selbst mit den Beschlüssen,<br />

die die Diakonische Konferenz auf ihrer Sondersitzung<br />

im April 2006 gefasst hat, wurde nur<br />

ein kleines besonders drängendes Problem gelöst.<br />

Brauchen wir wirklich so viele Arbeitsrechtliche<br />

Kommissionen in Kirche und <strong>Diakonie</strong>? Kann es<br />

sein, dass man nur deshalb nicht zu abschließenden<br />

Ergebnissen kommt, weil eine Person auf einer Seite<br />

der Kommission krankheitsbedingt ausfällt? Welche<br />

Aufgaben hat eine wirklich unabhängige Geschäftsstelle<br />

einer Arbeitsrechtlichen Kommission und wie<br />

kann die Unabhängigkeit auch institutionell sichergestellt<br />

werden? Die Antworten hierauf kann der<br />

Vorstand des Diakonischen Werkes der EKD nicht<br />

allein geben, sondern ist auf einen konstruktiven Dialog<br />

mit allen Beteiligten in Kirche und <strong>Diakonie</strong> angewiesen.<br />

Führen Sie diesen Dialog mit uns und unterstützen<br />

Sie uns dabei, die gemeinsam gefundenen<br />

Antworten auch umzusetzen. Bei all dem gilt aber<br />

auch hier: Die Handlungs- und Steuerungsfähigkeit<br />

der Arbeitsrechtlichen Kommissionen darf durch die<br />

notwendigen Strukturüberlegungen nicht beeinträchtigt<br />

werden. Denn was nutzen uns in einiger Zeit die<br />

optimalen Strukturen, wenn die jetzt ganz konkret zu<br />

lösenden Probleme ungelöst bleiben.<br />

Reform des Gemeinnützigkeitsrechts<br />

als Chance<br />

Seit der Koalitionsvereinbarung für die derzeitige<br />

Bundesregierung in Berlin wissen wir, dass es in<br />

dieser Legislaturperiode eine Reform des Gemeinnützigkeitsrechts<br />

geben wird. Gemeinnützigkeit ist<br />

mehr als ein Teilsegment des Steuerrechts, sie ist<br />

Gestaltungselement der Zivilgesellschaft und nicht<br />

eine rein ökonomistisch zu bewertende Kategorie,<br />

wie sie von manchen – beispielhaft vom Wissenschaftlichen<br />

Beirat beim Bundesministerium der Finanzen<br />

– gesehen wird. Wie nutzen wir als <strong>Diakonie</strong><br />

die schon begonnene öffentliche Diskussion über die<br />

Zukunft des Gemeinnützigkeitsrechts? Wir müssen<br />

unser theologisch geprägtes Grundverständnis einer<br />

Zivilgesellschaft in diese Diskussion einbringen<br />

und dürfen zugleich die europäische Dimension der<br />

Problematik nicht aus den Augen verlieren. Es wird<br />

unsere Aufgabe sein, die <strong>Diakonie</strong> in dieser Diskussion<br />

vernehmlich zu positionieren und mit dazu<br />

beizutragen, dass das steuerliche Spenden- und Gemeinnützigkeitsrecht<br />

so weiterentwickelt wird, dass<br />

bürgerschaftliches Engagement erleichtert, bürokratische<br />

Hemmnisse abgebaut und die steuerlichen<br />

Rahmenbedingen für das Handeln diakonischer Einrichtungen<br />

und Dienste verbessert werden.<br />

10 <strong>Diakonie</strong> Texte 24.2006


<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> – Steuerungsfähigkeit erhalten<br />

<strong>Übergänge</strong> <strong>gestalten</strong> –<br />

Steuerungsfähigkeit erhalten –<br />

eine Gemeinschaftsaufgabe<br />

Für alle zuvor beschriebenen Herausforderungen<br />

gilt, dass es uns gelingen muss, die <strong>Übergänge</strong> zu<br />

<strong>gestalten</strong> und dabei gleichzeitig die Handlungsfähigkeit<br />

zu erhalten. Dies können wir als Vorstand<br />

des Diakonischen Werkes der EKD – unabhängig<br />

davon ob wir drei oder vier Personen sind – nicht<br />

allein bewältigen. Hierzu brauchen wir Sie als Re-<br />

präsentanten unserer Mitglieder ebenso wie alle<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Diakonischen<br />

Werk der EKD sowie in den 27 000 Einrichtungen<br />

und Diensten der <strong>Diakonie</strong>, denen wir hier unseren<br />

herzlichen Dank aussprechen. Nur gemeinsam kann<br />

es uns gelingen, die vor uns liegenden Herausforderungen<br />

zu bewältigen.<br />

Dr. Wolfgang Teske<br />

Cornelia Füllkrug-Weitzel<br />

Dr. Bernd Schlüter<br />

24.2006 <strong>Diakonie</strong> Texte 11

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