Leben bis zuletzt - Diakonie Deutschland

diakonie

Leben bis zuletzt - Diakonie Deutschland

Leben bis zuletzt

Die Implementierung von Hospizarbeit

und Palliativbetreuung in Einrichtungen

der stationären Altenhilfe

Herausgeber:

Diakonisches Werk der

Evangelischen Kirche

in Deutschland e.V.

September 2006

Diakonie Texte | Handreichung | 17.2006


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Diese Publikation wurde gefördert aus Mitteln

der Addy von Holtzbrinck Stiftung.

© Oktober 2006

2. unveränderte Aufl age

ISBN 3-937291-40-7

ISBN 978-3-937291-40-6

Druck: Zentraler Vertrieb des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),

Karlsruher Straße 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen


Inhaltsverzeichnis

1 „Leben bis zuletzt“................................................................................................................... 5

1.1 Einführung ......................................................................................................................... 5

1.2 Herausforderungen einer alternden Gesellschaft ............................................................. 6

2 Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen ............................... 9

2.1 Das Altenpfl egeheim als Lebens- und Sterbeort .............................................................. 9

2.1.1 Das Altenpfl egeheim ist (k)ein Hospiz .................................................................. 10

2.1.2 Die Bedürfnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern und Angehörigen ............. 12

2.1.3 Die Situation der Pfl egekräfte .............................................................................. 13

2.2 Die Finanzierung von Sterbebegleitung im Altenpfl egeheim .................................. 15

3 Indikatoren für eine gelingende Implementierung der Sterbebegleitung ............................... 19

4 Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung ............................................ 21

4.1 Aus- und Fortbildung .............................................................................................. 23

4.2 Qualität durch Implementierung am Beispiel von Projekten ................................... 24

5 Von der Modell- und Projektphase zur Nachhaltigkeit ........................................................... 29

6 Nachhaltigkeit durch Finanzierung von Palliative Care-Versorgung ..................................... 31

6.1 Die Finanzierung innerhalb von SGB XI .......................................................................... 32

6.2 Die Finanzierung durch weitergehende Regelungen unter Einbeziehung von SGB V ..... 34

7 Ausblick – was getan werden muss....................................................................................... 36

Anhang

Literaturempfehlungen: Implementierung von Hospizarbeit in Pfl egeheimen ........................ 37

Fort- und Weiterbildungsangebote für Palliative Care

(120- beziehungsweise 160-Stunden-Kurse) ......................................................................... 39

Mitglieder der Projektgruppe ................................................................................................. 48

Beilage

Leben bis zuletzt

Positionen des Diakonischen Werkes der EKD zur Implementierung

von Hospizarbeit und Palliativbetreuung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe

17.2006 Diakonie Texte 3


1 „Leben bis zuletzt

1.1 Einführung

Leben bis zuletzt“, unter diesem Titel stand

vor genau 10 Jahren, im Frühjahr 1996, die

Woche für das Leben, eine Initiative der evangelischen

und katholischen Kirche. Bereits damals

formulierten beide Kirchen:

Die Begleitung Schwerkranker und Sterbender

sowie deren Angehörige ist eine

christliche und menschliche Aufgabe,

der zu allen Zeiten besondere Beachtung

zukam und zukommen wird [...] Angesichts

der zunehmenden Dringlichkeit

dieser Thematik haben der Rat der Evangelischen

Kirche in Deutschland und die

Deutsche Bischofskonferenz beschlossen,

die von ihnen gemeinsam verantwortete

„Woche für das Leben“ [...] unter

das Motto: „Leben bis zuletzt – Sterben

als Teil des Lebens“ zu stellen, um in Kirche

und Gesellschaft auf die Notwendigkeit

einer umfassenden Begleitung der

Sterbenden und ihrer Angehörigen hinzuweisen.

1

Die Nachfrage nach dem Arbeits- und Materialheft

dieser Woche für das Leben war so groß,

dass es mehrfach in einer Aufl age von 10 000

Exemplaren nachgedruckt werden musste.

Bereits 1989 hatten beide Kirchen in einem gemeinsamen

Wort geäußert:

Von den anderen ist jeder Sterbende als

der zu achten, der sein Sterben selbst

lebt. Deshalb kann auch beim Sterben

eines Menschen alle Hilfe nur Lebenshilfe

sein. Die Hilfe im Sterben, derer der Be-

1 Kirchenamt der EKD Hannover, Sekretariat der Deutschen

Bischofskonferenz Bonn: Im Sterben: Umfangen vom Leben,

Gemeinsame Texte 6, S.3, 1996

troffene angesichts der Einsamkeit des

Todes bedarf, besteht folglich in intensiver

Zuwendung und in bestmöglicher

ärztlicher Versorgung und Pfl ege. Sie will

ihm darin beistehen, dass er sein körperliches

Leiden ertragen und den bevorstehenden

Tod selbst annehmen kann.

Darin wird sie die Würde des Sterbenden,

seine letzte, ihm als Person angehörende

Unantastbarkeit, wahren und achten. [...]

Alle medizinischen und pfl egerischen

Maßnahmen sind in dieser Achtung vor

seiner Würde vorzunehmen. 2

Von diesem christlichen Grundverständnis her

haben sich ungezählte Aktivitäten entwickelt.

Durch die Hospizidee angeregt haben sich

Gruppen zur Sterbebegleitung gebildet, haben

Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen die

Pfl ege und Begleitung sterbender Menschen als

Herausforderung wahrgenommen und sich dem

Hospizgedanken geöffnet.

Auch Altenpfl egeheime haben sich nach anfänglichem

Zögern dieser Aufgabe bewusst

gestellt. Sie sind seitdem zu innovativen Ideenträgern

geworden, ihre Häuser als Lebensorte

zu gestalten, in denen das Sterben als Teil des

Lebens fürsorglich begleitet wird. Als 1998 der

Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit

und Pfl ege (DEVAP) sein Positionspapier „Auf

dem Weg zur diakonischen Sterbebegleitung in

der Altenarbeit“ veröffentlichte, konnten bereits

unzählige Praxiserfahrungen aus Pfl egeheimen

in das Papier einfl ießen. Trotz mittlerweile dramatischer

Veränderungen in der Pfl egelandschaft

und problematischer Entwicklungen in

2 Kirchenamt der EKD Hannover, Sekretariat der Deutschen

Bischofskonferenz Bonn: Sterbebegleitung statt aktiver

Sterbehilfe, Gemeinsame Texte 17, S.16, 2003

17.2006 Diakonie Texte 5


Leben bis zuletzt

der Finanzierung von Leistungen haben sich

viele Pfl egeheime auf den Weg gemacht, die

Hospizidee zu verwirklichen. In seinem Positionspapier

stellt der DEVAP fest:

Sterbebegleitung ist wesentliches Qualitätsmerkmal

diakonischer Altenarbeit

[...] gerade im Prozess des Sterbens wird

Abhängigkeit und Hilfl osigkeit besonders

intensiv erfahrbar [...] gerade in dieser

Situation geht es um gelebte Solidarität

zwischen Lebenden und Sterbenden im

Lichte des Evangeliums. 3

Gelebte Solidarität muss eingebettet sein in

Lebensbedingungen, die sie möglich machen.

Unter den sich verändernden Bedingungen einer

älter werdenden Gesellschaft, den Begleiterscheinungen

des Umbaus des Gesundheits- und

Sozialsystems, muss danach gefragt werden,

wie und wodurch diese Solidarität gestaltet

wird. Dazu will die vorliegende Publikation Anregungen

geben und Perspektiven eröffnen.

3 DEVAP e.V., Auf dem Weg zur diakonischen Sterbebegleitung,

S.1/2, Berlin 1998

1.2 Herausforderungen einer

alternden Gesellschaft

Die steigende Lebenserwartung und die bis ins

Alter hinein stabile gesundheitliche Verfassung

alter Menschen in unserer Gesellschaft sind

die erfreulichen und positiven Auswirkungen

einer gesundheitsbewussten Lebensweise,

moderner medizinischer Versorgung und sozialstaatlichen

Handelns.

Zugleich stellt die demografi sche Entwicklung

die Gesundheits- und Versorgungssysteme,

aber auch die einzelne Bürgerin und den einzelnen

Bürger, vor große Herausforderungen.

Denn die Zahl der Menschen in Pfl egeheimen

der Altenhilfe nimmt stetig zu.

Besonders wenn es um die Pfl ege und Begleitung

von älteren, pfl egebedürftigen Menschen

geht, müssen bestehende Begleitungs- und

Versorgungsformen weiterentwickelt und neu

gedacht werden.

Der Großteil der Bevölkerung

stirbt weder zu

Hause noch im stationären

Hospiz, sondern

im Krankenhaus.

Gleichzeitig werden

Fragen nach einem

würdigen Lebensende,

nach Schmerztherapie,

aber auch nach Sterbehilfegesellschaftlich

breit diskutiert.

Die Erfahrungen aus

inzwischen 20 Jahren

Hos pizarbeit in

Deutschland haben

nicht wenige Einrichtungen

der stationären

Altenhilfe positiv beeinfl

usst. Die Hospiz idee

wurde aufgegriffen und

teilweise mit erheblichen personellen und fi -

nanziellen Aufwendungen von Trägern und

Einrichtungen im Pfl egeheimalltag umgesetzt.

6 Diakonie Texte 17.2006


Leben bis zuletzt

Die Diakonie hat bereits 1999 mit ihrer Publikation

„Vernetzte Sterbebegleitung im Altenheim

– Leitgedanken für eine lernende Organisation“ 4

Impulse gesetzt für eine gelingende Zusammenarbeit

von Pfl egeheimen und ambulanten Hospizgruppen

sowie für eine notwendige Palliative

Care-Qualifi zierung der Altenpfl egekräfte.

Wichtig ist, dass Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in Alten- und Pfl egeheimen

durch eine angemessene Fort- und

Weiterbildung befähigt werden, ihre anspruchsvolle

Aufgabe erfüllen zu können.

Diese Qualifi kation ist auch Voraussetzung

dafür, die Zusammenarbeit mit

ehrenamtlichen Hospizgruppen als Notwendigkeit

gelingender Begleitung zu erkennen

und spannungsfrei zu gestalten.

[...] Die [...] erworbenen Kenntnisse und

Fähigkeiten können nur dann zufriedenstellend

in der Praxis des Einrichtungsalltags

verwirklicht werden, wenn die

Strukturen vor Ort dies zulassen.

Wie notwendig Aufbau und Verlässlichkeit von

Strukturen sind, ist in den Fällen deutlich geworden,

wo gute Ansätze keine nachhaltige

Wirksamkeit entwickeln konnten, weil entsprechende

Rahmenbedingungen fehlten. Der Abbruch

erfolgreich begonnener Veränderungen

hat nicht selten zu frustrierten Pfl egekräften,

enttäuschten Angehörigen und resignierten

Bewohnerinnen und Bewohnern des Pfl egeheimes

geführt.

Um die hospizliche und palliative Pfl ege und

Begleitung in Pfl egeheimen dauerhaft zu implementieren,

bedarf es auch verlässlicher Finanzierungsgrundlagen.

Auf diese Problematik hat nachdrücklich auch

die Enquete-Kommission Ethik und Recht der

modernen Medizin im Juni 2005 in ihrem Zwischenbericht

„Verbesserung der Versorgung

Schwerstkranker und Sterbender in Deutsch-

4 Kottnik, R. u. Mayer, Ch. (Hrsg.); Vernetzte Sterbegleitung im

Altenpfl egeheim Stuttgart/Berlin 1999; S.5/6 Zentraler

Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD

land durch Palliativmedizin und Hospizarbeit“

hingewiesen. Dort wird festgestellt:

Diese palliativmedizinische und palliativpfl

egerische Kompetenz in die Alten-

und Pfl egeeinrichtungen zu integrieren,

wird eine der großen Herausforderungen

der nächsten Jahre sein. [...] Zudem ist

zu überlegen, wie die Hospizarbeit institutionell

und fi nanziell in Heimen vor Ort

verankert werden kann. 5

Die Literatur zur Sterbebegleitung in Pfl egeheimen

ist in den letzten Jahren ständig gewachsen.

Viele Ideen sind entwickelt worden.

Ein Beispiel dafür ist die Veröffentlichung von

Karin Wilkening und Roland Kurz „Sterben im

Pfl egeheim“ 6 , die bereits in der zweiten veränderten

Aufl age erschienen ist. Die dort genannten

Praxisbeispiele und aufgezeigten Perspektiven

vertrauen (zu Recht!) auf die Stärke der

Pfl egeheime, auf innovationsbereite Leitungen

und auf hoch motivierte Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Diesem Ansatz ist uneingeschränkt

zuzustimmen. Ohne ein solches „Engagement

in und aus der Praxis“ geht gar nichts. Die vorgestellten

Beispiele sprechen für sich. Was

allerdings in der Literatur fehlt, ist eine grundlegende

Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen

Finanzierungsbedingungen. Es wird

zwar angemerkt, dass ohne Geld dauerhafte

Veränderungen nicht möglich sind, es wird

aber selten versucht, die fi nanziellen Rahmenbedingungen

angemessen zu beschreiben und

Vorschläge für eine notwendige Verbesserung

der Finanzierung zu machen. So ist es immer

noch der Zufälligkeit, dem „Glück“, überlassen,

ob ein pfl egebedürftiger Mensch in einem

Pfl egeheim tatsächlich erfährt, was „Leben bis

zuletzt“ bedeuten kann. Dieser Ungleichbehandlung

sollen die Vorschläge dieser Publikation

für die Zukunft etwas entgegensetzen.

Es soll für alle Bewohnerinnen und Bewohner

eines Pfl egeheimes möglich sein, gut begleitet

und umsorgt sterben zu können. Dies geht

5

Bundestagsdrucksache 15/5858 S.35/36

6

Wilkening K., Kurz R., Sterben im Pfl egeheim, Göttingen

17.2006 Diakonie Texte 7

2005 2


Leben bis zuletzt

über das Einzelengagement auch eines Pfl egeheimes

in diakonischer Trägerschaft und

dessen fi nanzielle Möglichkeiten weit hinaus:

Sterbebegleitung unter Palliative Care-Qualitätsansprüchen

ist ohne Eigenleistung nicht

möglich, aber zu diesem Engagement gehören

die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Die vorliegende Publikation beschreibt die Situation

sterbender Menschen in Pfl egeheimen

und macht Aussagen zur Arbeits- und Befi ndlichkeitssituation

der Pfl egekräfte im Hinblick

auf die Sterbebegleitung. Anhand von Praxisbeispielen

werden erfolgreiche Implementierungsmodelle

vorgestellt. Abgeleitet von diesen

Praxiserfahrungen werden Wege aufgezeigt

zur Gestaltung notwendiger fi nanzieller Rahmenbedingungen

sowie für die unerlässliche

Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pfl egekräfte

im Bereich Palliative Care.

Damit soll ein weiterer Schritt getan werden

auf dem Wege zur Entwicklung einer „Abschiedskultur“

in Altenpfl egeheimen, um alten

und pfl egebedürftigen Menschen das an Hilfe

und Begleitung zukommen zu lassen, was

sie brauchen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

sollen in die Lage zu versetzt werden, palliative

und hospizliche Kompetenz zu erwerben und

einzusetzen.

8 Diakonie Texte 17.2006


2 Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in

Altenpfl egeheimen

2.1 Das Altenpfl egeheim als

Lebens- und Sterbeort

Pfl egeheime sind für einen beträchtlichen Anteil

der hochaltrigen Bevölkerung mit Sterben

und Tod eng verknüpft. Dies wird sich zukünftig

nicht verändern. Von Interesse ist es deshalb,

unter welchen Rahmenbedingungen Sterben

erfolgt.

� 80 bis 90 Prozent der Befragten in Deutschland

wünscht sich „mitten aus dem Leben

und zu Hause, in vertrauter Umgebung, in

der Nähe vertrauter Menschen zu sterben.

Dieser Wunsch freilich geht nur für die wenigsten

Menschen in Erfüllung. Von den

850 000 Menschen, die jährlich in Deutschland

versterben, sterben etwa 50 Prozent

im Krankenhaus und etwa 20 Prozent im

Pfl egeheim. 7 Genaue Zahlenangaben sind in

Deutschland nicht vorhanden, weil es keine

Sterbestatistik gibt. Deshalb ist die Einführung

einer Bundesstatistik zu Sterbeorten,

wie dies auch im Zwischenbericht der Enquete-Kommission

gefordert wird, zu unterstützen.

8

� Zu erwarten ist eine Verlagerung des Sterbens

vom Krankenhaus ins Pfl egeheim unter

anderem infolge der Vergütung nach Fallpauschalen

(DRG). Im Krankenhaus gibt es

keine Fallpauschale für die Finalphase und

auch keine für die palliative Versorgung. Die

Zahl Sterbender in Pfl egeheimen wird steigen,

so die Prognose.

� Menschen kommen „älter“ und mit einem

höheren Pfl egebedarf ins Pfl egeheim, als

7

Schmitz-Scherzer, R. (1999), Thanatologie. In: Jansen B.,

Karl F., Radebold H., Schmitz-Scherzer R. (Hrsg.): Soziale

Gerontologie, Juventa, Weinheim, S. 383-396.

8

Bundestagsdrucksache 15/5858 v. 22.06.2005

dies noch vor Jahren der Fall war. Zum einen

steigt das durchschnittliche Einzugsalter im

Pfl egeheim, zum anderen sinkt die durchschnittliche

Verweilzeit im Heim:

Zwar gehörte das Sterben schon immer zum

Alltag der Altenpfl egeheime. Doch noch nie

waren diese mit solch einer Häufi gkeit mit

Sterbenden befasst wie heute. Eine Ursache

ist, dass die Menschen erst dann ins Heim

ziehen, wenn sie schon sehr alt (durchschnittlich

86,7 Jahre), krank und pfl egebedürftig

sind. Im Schnitt – so eine Erkundungsstudie

des „Brüsseler Kreises“ 9 – leben Bewohnerinnen

und Bewohner nur relativ kurz (im

Schnitt 2,6 Jahre) vor ihrem Tod im Pfl egeheim

– oft jedoch erheblich kürzer: so stirbt

ungefähr ein Drittel der neu in ein Pfl egeheim

gezogenen Bewohnerinnen und Bewohner

innerhalb der ersten drei Monate. Der Durchschnittswert

von 2,61 lässt eine Tendenz vom

‚klassischen’ Altenheim als Feierabendheim

hin zum ‚Sterbehaus’ erkennen. 10

� Pfl egekräfte werden häufi ger als früher mit

dem Tod von Pfl egeheimbewohnerinnen und

-bewohnern konfrontiert. Pro Jahr begleitet

jede Pfl egekraft im Schnitt neun sterbende

Menschen 11 . Pfl egeheime müssen darauf reagieren:

Denn die Zeit, um Bewohnerinnen

und Bewohner kennen zu lernen und sie in

ihrer letzten Lebensphase würdig begleiten

9

Der Brüsseler Kreis ist ein Zusammenschluss von neun

großen evangelischen und katholischen Sozialunternehmen

in Deutschland.

10

Brüll, H.-M., Sterbebegleitung im Heim. Eine qualitative

Erkundungsstudie zur Situation und zu Werteeinstellungen

von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der stationären

Altenhilfe, Schriften des IBE Nr. 4, Weingarten 2004, 14.

11

Brüll, H.-M., aaO., S. 17.

17.2006 Diakonie Texte 9


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

zu können, ist viel kürzer als es wünschenswert

wäre.

� Einerseits gehören Sterben und Sterbebegleitung

zum Alltag des Pfl egepersonals.

Andererseits sind damit die größten persönlichen

Herausforderungen an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter verbunden. Die

meisten erleben die Begleitung Sterbender

als besonders wichtige Tätigkeit, empfi nden

sie aber auch als höchst belastend, häufi g

verbunden mit dem Gefühl, überfordert zu

sein. Die Arbeitsbedingungen in der Pfl ege

werden immer anspruchsvoller, nicht zuletzt

durch die starke Zunahme an Demenz erkrankter

Bewohnerinnen und Bewohner.

� Der Anteil an gerontopsychiatrisch erkrankten

Bewohnerinnen und Bewohnern ist in den

vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen,

so sind über 60 Prozent von ihnen an

fortgeschrittenen Demenzen erkrankt 12 . Bickel

hat in einer Forschungsarbeit – bezogen

auf die Stadt Mannheim – herausgearbeitet:

Pfl egeheime sind die Organisationsform mit

der höchsten Zuwachsrate an Todesfällen.

Sie sind zu Orten höchster Pfl egeintensität

und des Sterbens geworden 13 .

12

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.), Vierter Bericht zur Lage der

älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland.

Risiken, Lebensqualität und Versorgung Hochaltriger – unter

besonderer Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen,

BMFSFJ Berlin 2002.

13

Bickel, H., Das letzte Lebensjahr: eine Repräsentativstudie

an Verstorbenen. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

31 (3) 1998, S.193-204.

2.1.1 Das Altenpfl egeheim ist

(k)ein Hospiz

Pfl egeheime stehen vor der Herausforderung,

gestiegenen Ansprüchen und Notwendigkeiten

an eine gute Sterbebegleitung gerecht zu werden.

Eine Entwicklung hin zu hospizähnlichen

Anforderungen lässt sich aus den oben genannten

Gründen ableiten. Die zeit- und personalintensive

Sterbebegleitung nach hospizlichen

Grundsätzen lässt sich jedoch unter den

gegenwärtigen Rahmenbedingungen nur ansatzweise

verwirklichen.

In stationären Hospizen wird exemplarisch gezeigt,

wie und unter welchen Rahmenbedingungen

Sterbebegleitung als Lebensbegleitung

bis zuletzt möglich ist. Die Pfl egekräfte haben

eine Palliative Care-Qualifi kation. Die geregelte

Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen

aus Medizin, Therapie, Seelsorge und/oder

Sozialarbeit sowie mit Ehrenamtlichen, die

eine Schulung für Hospizbegleitung nachweisen

müssen, bildet die Grundlage stationärer

Hospizarbeit.

Obwohl Altenpfl egeheime immer stärker Hospizarbeit

leisten müssen und wollen, lassen

weder ihre Personalschlüssel noch ihre Pfl egesätze

zu, dass

diese Aufgabenzufriedenstellend

gelöst werden

können. Die

personellen

und fi nanziellenRahmenbedingungen

im stationären

Hospiz unterscheiden

sich

deutlich von denen im Pfl egeheim: Während im

stationären Hospiz auf eine Vollkraft 0,7 Patientinnen

und Patienten kommen, liegt der Personalschlüssel

im Pfl egeheim bei einer Vollkraft

bei durchschnittlich 3,5 Patientinnen und

Patienten. Der tagesbezogene Bedarfssatz

in einem stationären Hospiz liegt bei durch-

10 Diakonie Texte 17.2006


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

schnittlich 230 Euro, im Altenpfl egeheim bei

etwa 83 Euro in der Pfl egestufe 3 (65 Euro plus

etwa 18 Euro für Unterkunft und Verpfl egung).

Pfl egeheime sind keine stationären Hospize,

deren Patientinnen und Patienten grundsätzlich

eine nur noch kurze Lebenserwartungszeit

mit besonderem Pfl ege- und Betreuungsbedarf

haben. Deshalb entspräche eine Förderung

nach Hospizmaßstäben auch nicht dem

differenzierten Leistungsspektrum eines Pfl egeheimes.

Außerdem muss ein stationäres

Hospiz nach §39a SGB V 10 Prozent seines

Bedarfsatzes selbst aufbringen und es darf

diesen Betrag nicht den Patientinnen und Patienten

in Rechnung stellen.

Deutlich wird:

Ein Pfl egeheim

– ist kein stationäres Hospiz

– ist der letzte Lebensort bis zum Tod

– muss das Leben und Sterben der Bewohnerinnen

und Bewohner gut begleiten

bei einem ganz „normalen“ Sterben

bei einem „krisenhaften“ Sterben (zum

Beispiel schwerste Krankheit, Schmerzen,

Demenz, psychosoziale Krisen)

– braucht eine Abschiedskultur, die zugleich

Lebenskultur ist.

Auch wenn das Pfl egeheim kein stationäres

Hospiz ist, gehören die Implementierung von

palliativen Leistungen und die Entwicklung einer

Abschiedskultur zu seinen Aufgaben. Dafür ist

die gegenwärtige Finanzierung unzureichend.

Was zu erwarten ist:

– Das Alten- und Pfl egeheim wird auch in

Zukunft ein wichtiger Sterbeort bleiben. Es

ist sogar anzunehmen, dass der Trend zur

Institutionalisierung des Sterbens anhält,

wobei dem Alten- und Pfl egeheim eine bedeutendere

Rolle zukommen wird als bisher:

Denn zum einen ist anzunehmen, dass eine

verbesserte palliativmedizinische Versorgung,

von der wir ausgehen, Einweisungen

von Sterbenden ins Krankenhaus deutlich

vermindern werden. Zum anderen wird ein auf

Fallpauschalen basierendes Finanzierungssystem

der Krankenhäuser zu weiter sinkenden

Aufenthaltstagen und zu frühzeitigerem

Einzug von Patientinnen und Patienten in ein

Alten- und Pfl egeheim führen: Der Sterbeort

Krankenhaus wird also tendenziell eher an

Bedeutung verlieren, der Sterbeort Pfl egeheim

an Bedeutung gewinnen.

– Aufgrund der demografi schen Entwicklung

in der Bundesrepublik Deutschland ist anzunehmen,

dass die relative Zahl derjenigen,

die zu Hause sterben können, sich

nicht nennenswert erhöhen wird. Veränderte

Familienstrukturen, Berufstätigkeit,

räumliche Distanz und anderes deuten auf

ein sinkendes familiäres Pfl egepotential hin,

das durch wachsendes bürgerschaftliches

Engagement, zum Beispiel in Hospizvereinen

oder durch Besuchsdienste im Rahmen

ambulanter pfl egerischer Dienste nur

unzureichend kompensiert werden kann.

Ohne dieses Engagement fi ndet allerdings

auch eine wesentlich verbesserte ambulante

palliativmedizinische Betreuung ihre Grenzen.

Es ist also nicht anzunehmen, dass der

geringe prozentuale Anteil von Sterbebegleitungen,

der bisher durch stationäre und ambulante

Hospizarbeit geleistet wird, deutlich

gesteigert werden kann.

Diese Fakten machen deutlich, dass Altenpfl egeheime

die Aufgabe der Sterbegleitung nach

hospizlichen Qualitätsmerkmalen nur bewältigen

können, wenn die Rahmenbedingungen

entsprechend gestaltet werden. Dies gilt für

die strukturellen, fi nanziellen und personellen

Bereiche.

17.2006 Diakonie Texte 11


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

2.1.2 Die Bedürfnisse von Bewohnerinnen

und Bewohnern und Angehörigen

Sterbebegleitung im Pfl egeheim ist immer nur

Teil des Gesamtkonzeptes „Abschiedskultur“.

Kultur ist der Begriff für ein die gesamte

Einrichtung umfassendes Handeln. Zur Kultur

gehören die Menschen, die Gebäude, die

vielfältigen Beziehungen zwischen dem Pfl egeheim

und seiner Umgebung. Dabei stehen

nach Hospizgrundsätzen die Bedürfnisse der

Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Angehörigen

im Fokus.

Welche Bedürfnisse vorhanden sind, macht

eine Befragung deutlich:

Die Diakonie in Düsseldorf wie auch die Evangelische

Heimstiftung Stuttgart haben Bewohnerinnen

und Bewohner und deren Angehörige

befragt, worauf sie Wert legen 14 und was

„gutes Sterben“ für sie bedeutet 15 .

� Sterbenden ist es besonders wichtig, dass

auf individuelle Wünsche eingegangen wird.

Die Interviews zeigen: Sterben ist ein sehr

persönliches Thema, das eng mit der individuellen

Lebensgeschichte und unterschiedlichen

Lebenssituationen verbunden ist.

Wichtig ist eine gute Biografi earbeit, bei der

man möglichst viel über den alten Menschen

erfährt (auch wenn im Sterbeprozess vorab

geäußerte Vorlieben und Verhaltensweisen

sich ändern und es viel auf das Gespür der

Pfl egekraft ankommt). Sterbende senden –

oft nur sehr feine – Körpersignale aus, die es

wahrzunehmen und richtig zu deuten gilt.

� Schmerzarmut ist bei nahezu allen Gesprächspartnerinnen

und -partnern die zentrale

Dimension für ein gutes Sterben.

� Die meisten Gesprächspartnerinnen und -partner

betonen, in „ihrem Zimmer“ sterben zu

14

Heller, Andreas u.a. (Hg.): Wenn nichts mehr zu machen ist,

ist noch viel zu tun. Wie alte Menschen würdig sterben

können. Freiburg 2000

15

Mäule, Thomas: Sterben im Pfl egeheim. Die Sichtweise der

pfl egebedürftigen alten Menschen, der Angehörigen, der

Professionellen. Stuttgart 2006.

wollen. Das kann das Zimmer zu Hause oder

auch das Zimmer im Pfl egeheim sein. Einen

Wechsel an einen anderen Ort sehen die

meisten als eine große Belastung an.

� Ein häufi g geäußertes Bedürfnis ist seelsorgliche

Begleitung und der Wunsch, mit

jemandem über das Sterben zu sprechen.

Bewohnerinnen und Bewohner legen Wert

darauf, dass ihre (a)religiösen Bedürfnisse

respektiert werden.

� Der Wunsch, „unerledigte Geschäfte“ zu

regeln, ist wichtig und entlastend. Patientenverfügungen

werden häufi g genannt, fi -

nanzielle, rechtliche und organisatorische

Fragen für die Zeit nach dem Tod.

Auch Angehörige haben differenzierte Bedürfnisse

und Wünsche. Einerseits besteht Bedarf

nach tragfähigen Vertrauensbeziehungen zum

Pfl egepersonal wie zu den Ärzten. Andererseits

besteht auch der Wunsch, eigene Erfahrungen

und Ressourcen einzubringen.

� Eine zentrale Entlastung für die Angehörigen

ist es, wenn sie wissen, dass ihre Familienmitglieder

gut versorgt sind. Oft wird die Unterstützung

durch ambulante Hospizgruppen

dankbar erwähnt.

� Für die meisten Angehörigen ist es ein großes

Bedürfnis, ausreichend – und bei einer Verschlechterung

des Gesundheitszustandes

sofort – informiert zu werden.

� Viele Angehörige haben den Wunsch, beim

Sterben eines Familienmitglieds anwesend

zu sein und nach seinem Tod noch im Kontakt

mit den Mitarbeitenden zu bleiben.

� Rituale zur Verabschiedung von verstorbenen

Bewohnerinnen und Bewohnern

(„Aussegnung“), persönliche Worte, Abschlussgespräche,Erinnerungsgottesdienste

machen die Zeit unmittelbar nach dem

Tod für Angehörige leichter.

12 Diakonie Texte 17.2006


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

Die Erfahrung, dass offene

Gespräche über das Sterben

eine sehr entlastende Wirkung

haben, wird wiederholt

geäußert. Für eine Entlastung

ist es wichtig, dass auf

die Bedürfnisse von Bewohnerinnen

und Bewohner und

deren Angehörigen maximal

eingegangen wird.

2.1.3 Die Situation der

Pfl egekräfte

Berufsgruppen, die Schwerstkranke

und Sterbende versorgen,

werden weiterhin zu den

wichtigsten Sterbebegleitern

gehören. Professionelle Hilfe wird vor allem dort

immer nötiger, wo familiäre Strukturen nicht

oder nicht ausreichend vorhanden sind mit entsprechend

höheren Anforderungen an die Pfl egekräfte.

� Trotz aller Routine zeigt sich bei den Pfl egekräften

eine engagierte Auseinandersetzung

mit Tod und Sterben wie auch der Wunsch

nach qualitativ hochwertiger Sterbebegleitung.

Die Mitarbeitendenbefragung bei einem

diakonischen Träger 16 zeigt Aufgeschlossenheit

für die Begleitung von Angehörigen. Auch

das Interesse und die emotionale Offenheit

für einen angemessenen Umgang mit Ritualen

wird in vielen Interviews zum Ausdruck

gebracht.

Ebenso deutlich wird aber auch die Erwartung

und der Wunsch an den Träger geäußert,

dass er Raum und Zeit gibt für dieses Thema

im Arbeitsalltag und Fortbildungen gestaltet.

Die Zunahme der Sterbehäufi gkeit geht nicht

spurlos an den Mitarbeitenden vorbei. Deutlich

spürbar ist der Bedarf an Auseinandersetzung

und Verarbeitung. Der Zeitdruck ist

ein wesentlicher Faktor, dass keine Zeit zur

Verarbeitung des Todes einer Bewohnerin

oder eines Bewohners bleibt.

16 Kaluzza a.a.O.

� Eine Studie aus Sachsen 17 zeigt, dass das

Pfl egepersonal in Pfl egeheimen in der Sterbebegleitung

die Hauptlast trägt. Andere

Berufsgruppen sind dagegen eher selten

beteiligt. 18 So stellen Medizinerinnen und

Mediziner, Seelsorgerinnen und Seelsorger,

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, aber

auch Angehörige, ambulante Hospizgruppen

und Ehrenamtliche eine wichtige noch zu erschließende

Ressource dar.

� Die Arbeit von Hospizdiensten im Pfl egeheim

wird von Pfl egekräften einerseits als

sehr hilfreich angesehen, andererseits jedoch

auch als Konkurrenz wahrgenommen:

Pfl egekräfte würden gern mehr für die Sterbenden

tun, dem steht aber ein enges Zeitbudget

gegenüber, welches gerade für die

psychischen, seelischen und sozialen Bedürfnisse

der Betroffenen wenig oder keinen

Spielraum lässt. 19

� In der Sterbephase wird die Zusammenarbeit

mit den Hausärzten von den Pfl egekräften

als ungenügend bezeichnet.

17

Kalluzza, J.; Töpferwein, G.: Sterben begleiten. Zur Praxis

der Begleitung Sterbender durch Ärzte und Pfl egende. Eine

empirische Studie. ZAROF – Zentrum für Arbeits- und

Organisationsforschung e.V. Leipzig. trafo verlag dr.

wolfgang weist, 2005

18

Kaluzza vgl. a.a.O., S.141

19 Kaluzza vgl. a.a.O., S. 182

17.2006 Diakonie Texte 13


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

Auch Kooperationen von Krankenhäusern

und ambulanten Pfl egediensten mit Pfl egeheimen

weisen erhebliche Defi zite auf. 20

� Verbindliche einrichtungsinterne Standards

zur Sterbebegleitung existierten im Jahr

2000 schon in 61 Prozent der Pfl egeheime.

Jedoch können zur Nutzung oder zur Qualität

dieser Standards kaum Aussagen gemacht

werden. 21 Standards, die durch einen

Meinungsbildungsprozess innerhalb der

Einrichtung und im Austausch aller Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter untereinander

entstehen, können zu einem gemeinsamen

Grundverständnis und Handeln in Sterbesituationen

beitragen.

� Derzeit fi ndet eine nur ungenügende schmerztherapeutische

Versorgung alter Menschen in

Pfl egeheimen statt: Sie sterben mit Schmerzen,

Lungenödem und Erstickungsgefühl.

Sie sterben allein und ohne die Anwesenheit

eines Arztes. 22 Die Befragung der Pfl egekräfte

in den sächsischen Pfl egeheimen

macht deutlich, dass dort die Schmerzlinderung

bei sterbenden Bewohnerinnen und

Bewohnern unzureichend ist. 23 Diese Tatsache

erschwert die Arbeit der Pfl egenden

und erhöht deren psychische Belastung.

� Manche Pfl egekräfte erachten vorhandene

Angebote an Gesprächskreisen, Arbeitsgruppen,

Qualitätszirkeln, Supervisionen,

Fort- und Weiterbildung als nicht notwendig

oder gar überfl üssig, „weil man ja gewissermaßen

als Mensch handelt.“ Die Mehrzahl

der Pfl egekräfte dagegen sieht die Angebote

als nicht ausreichend an. Sie wünscht

ein vermehrtes Angebot an Fortbildung und

an Supervision in der eigenen Einrichtung.

Indiz dafür ist, dass entsprechende Fortbildungsangebote

sehr rasch ausgebucht

sind. Erkennbar ist eine zunehmende Sen-

20 Kaluzza vgl. a.a.O., S. 175

21 Kaluzza vgl. a.a.O., S. 150

22 Kaluzza a.a.O., S. 163

23 Kaluzza vgl. a.a.O., S 163

sibilisierung für ein an den Bedürfnissen der

Bewohnerinnen und Bewohner orientiertes

Handeln am Lebensende.

Die zunehmende Aufgeschlossenheit der Pfl egekräfte

für die Sterbebegleitung, ihr Interesse

an Weiterbildung und Supervision, sowie

die bisher bereits von ihnen mit viel Einfühlsamkeit,

Ideenreichtum und Zuverlässigkeit

geleistete Sterbebegleitung in Pfl egeheimen,

benötigt jedoch Strukturen, die vom individuellen

Engagement einer Einrichtung oder einer

Pfl egegruppe zu Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit

führen.

Das berufl iche Selbstbild der Altenpfl egekräfte

entspricht einem sozial-pfl egerischen Selbstbild,

bei dem die sozialen und pfl egerischen

Aspekte des berufl ichen Handelns gleichberechtigt

nebeneinander stehen. Ziel der altenpfl

egerischen Arbeit ist primär die Verbesserung

oder zumindest Stabilisierung der körperlichen

und geistigen Gesundheit sowie des subjektiven

Wohlbefi ndens des älteren Menschen.

Eine ganzheitliche Betrachtungsweise beinhaltet

aber auch die Akzeptanz des Schwindens

körperlicher und geistiger Kräfte bis hin zum

Sterben. Zu dem berufl ichen Selbstverständnis

der Altenpfl egekräfte gehört daher auch die

adäquate Begleitung in der letzten Lebensphase,

entsprechend den Bedürfnissen des alten

Menschen.

Bereits im Bundesrahmenhandbuch Diakonie-

Siegel Pfl ege wird ausgeführt:

Der Umgang mit Sterben und Tod ist

originäres Aufgabengebiet und Wesensmerkmal

diakonischer Pfl ege und Betreuung.

24

Als eines der Qualitätskriterien wird vorausgesetzt,

dass

die Mitarbeiter/innen entsprechend qualifi

ziert sind und auf Wunsch Beratung,

Seelsorge und/oder Supervision erhalten.

24 Diak. Institut für Qualitätsentwicklung gGmbH, Bundesrahmenhandbuch

Diakonie-Siegel Pfl ege, Version 2, 2006,

Kapitel 1.14, Umgang mit Sterben und Tod

14 Diakonie Texte 17.2006


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

Damit wird eine grundsätzliche Forderung aus

dem Qualitätshandbuch für stationäre Hospize 25

aufgenommen, hier wird als Qualitätsmerkmal

für gelingende Sterbebegleitung defi niert:

Die Pfl ege und Begleitung von Sterbenden

ist eine Aufgabe, die Mitarbeiter/innen

nur dann gut erfüllen können,

wenn sie fachlich und persönlich qualifi

ziert sind [...] Um ein hohes Maß an

Arbeitskontinuität und Kompetenz sicherzustellen

bedarf es [...] der kontinuierlichen

Fortbildung zur Rezeption neuer

fachlicher Erkenntnisse und rechtlicher

Anforderungen.

2.2 Die Finanzierung von

Sterbebegleitung im Altenpfl egeheim

2.2.1 Bisherige gesetzliche Regelungen

Sterbebegleitung in Pfl egeheimen wird verstärkt

als Aufgabe thematisiert und in § 3

SGB XI beschrieben. Die bisherige Finanzierung

macht eine befriedigende Umsetzung dieser

Aufgabe allerdings kaum möglich.

Die Vergütung der vom Pfl egeheim erbrachten

Leistung erfolgt auf der Basis von Tagespfl ege-

25 BAG Hospiz e.V., Deutscher Caritasverband e.V., Diakonisches

Werk der EKD e.V. Sorgsam – Qualitätshandbuch

für stationäre Hospize, Wuppertal 2004 S. 67

sätzen, die nach § 43 Abs. 5 SGB XI bestimmten

Höchstsätzen für die einzelnen Pfl egestufen

unterliegen. Über diese Tagessätze hinaus,

die sich aus dem Pfl egesatz und dem Entgelt

für Unterkunft und Verpfl egung zusammensetzen,

gibt es keinerlei Finanzierung im Pfl egeheimbereich.

1. Deshalb sind alle Anstrengungen zu begrüßen,

die darauf abzielen, allen Bürgerinnen

und Bürgern das Sterben in der eigenen

Häuslichkeit zu ermöglichen und darüber

hinaus auch alle Überlegungen, eine verbesserte

Finanzierung von Palliative Care im

ambulanten Bereich zu erreichen.

2. Auch in Zukunft werden viele Menschen in

Heimen ihr Leben beenden (etwa 20 Prozent).

Für diese Personen muss es zu einer

Gleichbehandlung in der Sterbebegleitung

kommen. Das bedeutet, dass dieser Personenkreis

Anspruch auf die gleichen pfl egerischen

Leistungen erhält wie Personen, die

ambulant versorgt werden.

3. Schlussfolgernd be deutet das, dass nur mit

einer vergleichbaren fi nanziellen Ausstattung,

wie sie für die ambulante Sterbebegleitung

17.2006 Diakonie Texte 15


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

geplant ist, Pfl egeheime diesen berechtigten

Anspruch einlösen können.

4. Die Regelung im Rahmen von SGB XI ist

derzeit ungerecht, denn sie belastet in

unzumutbarem Maß die Leistungsempfängerinnen

und -empfänger im Pfl egeheim:

Die soziale Pfl egeversicherung (SGB XI) ist

längst zu einer Teilversicherung geworden,

die jeder und jedem Leistungsberechtigen

im Pfl egeheim eine ungleich höhere Eigenleistung

abverlangt als Leistungsberechtigten

im stationären Hospiz im Rahmen

des SGB V. SGB XI schließt im übrigen die

Kostenerstattung für Unterkunft und Verpfl

egung aus, im Gegensatz dazu werden in

der SGB V-Regelung für stationäre Hospize

diese Leistungen fi nanziert.

Die Entwicklung muss dahin führen, dass die

Sterbebegleitung im Pfl egeheim zu den gleichen

Bedingungen gewährleistet wird wie

das Sterben zu Hause. Dies ist derzeit nur im

Rahmen von SGB V möglich. Die Finanzierung

der Sterbebegleitung in Pfl egeheimen ist mit

vergleichbaren Regelungen im SGB V einzuführen

oder im SGB XI als zusätzliche Leistung

aufzunehmen und zu fi nanzieren. Es ist

in der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln, dass

ein sterbender Mensch, der zu Hause betreut

wird, Leistungen der Krankenkasse erhält, diese

aber eingestellt werden, sobald die Person

ins Pfl egeheim aufgenommen ist.

Die jetzige Situation würde folgende menschenunwürdige

Szenarien anbieten:

� Entlassung eines Bewohners oder einer Bewohnerin

in eine (fi ktive) Häuslichkeit mit einer

darauf folgenden Unterbringung in einem stationären

Hospiz, das dann die Pfl ege sicherstellt,

auf die der Sterbende Anspruch hat.

� Einweisung eines Bewohners oder einer Bewohnerin

in ein Krankenhaus mit der darauf

folgenden Unterbringung in einem stationären

Hospiz, das dann die Pfl ege sicherstellt,

auf die die Sterbende Anspruch hat.

2.2.2 Die Integrierte Versorgung (IV)

Auch mit dem Instrument „Integrierte Versorgung“

(gemäß §§140 SGB V) ist es bisher

kaum zu erfolgreichen Implementierungen von

Palliative Care-Leistungen gekommen.

Die Gesundheitsstrukturreform im Jahr 2000

legte mit der Einführung der IV die Grundlage

für umfassende integrierte Versorgungsansätze,

die im Zuge des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes

(GMG) noch einmal überarbeitet

wurden. Ziel der „neuen“ Integrierten

Versorgung ist es, die bisherige Abschottung

der einzelnen Leistungsbereiche zu überwinden,

Substitutionsmöglichkeiten über verschiedene

Leistungssektoren hinweg zu nutzen und

Schnittstellenprobleme zu reduzieren.

Als Anreiz für innovative Versorgungsformen

gibt es die so genannte Anschubfi nanzierung,

die bis zu ein Prozent der Budgets der Krankenhäuser

betragen kann. Seit Anfang 2004

sind zahlreiche Integrierte Versorgungsverträge

abgeschlossen worden, die in der Mehrzahl

Operationen mit anschließender Rehabilitation

zum Gegenstand haben. Es gibt nur einige wenige

Verträge über palliative Versorgung.

Das Pfl egeheim kann an der Integrierten Versorgung

nach §§140a-d SGB V nicht teilnehmen,

da es als SGB XI-Einrichtung kein zugelassener

Leistungserbringer des SGB V ist.

Trotzdem gibt es vereinzelt Ansätze, um Pfl egeheime

in die Integrierte Versorgung einzubeziehen.

Dabei wirkt das Pfl egeheim an der gesundheitlichen

Versorgung seiner Bewohnerinnen

und Bewohner mit, ohne dass SGB XI-Leistungen

einbezogen werden. Es gibt Pläne der Bundesregierung,

auch SGB XI-Leistungen in die

integrierte Versorgung nach §§ 140a-d SGB V

einzubeziehen. Entsprechendes haben die Koalitionsparteien

im Juli 2006 in den „Eckpunkten

zu einer Gesundheitsreform“ vereinbart.

Dies wäre ein begrüßenswerter erster Schritt zu

einer gerechten Finanzierung. Nach Einschätzung

der Diakonie gibt es zu wenig Palliativver-

16 Diakonie Texte 17.2006


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

träge, weil es kein positives Marketingsignal für

die Kassen ist und diese befürchten, sich durch

IV-Verträge an ein teures Klientel zu binden.

2.2.3 Finanzierungsbeispiele diakonischer

Werke und Einrichtungen

Palliative Pfl ege und hospizliche Begleitung

sind alltägliche Anforderungen in Altenpfl egeeinrichtungen.

Es ist eine Herausforderung für

Altenpfl egeeinrichtungen der Diakonie, palliative

Konzepte zu entwickeln und umzusetzen,

um eine „Abschiedskultur“ als Ausdruck diakonischen

Selbstverständnisses zu entwickeln.

Dazu gehört die Mitarbeiterfortbildung, das

Angebot von Schmerztherapie, Zeit für die

Begleitung, die Kooperation mit Hospizgruppen,

eine Koordinationskraft und ein entsprechendes

Qualitätsmanagement.

Diese Strukturen zur Implementierung können

nur unter dem Einsatz fi nanzieller Mittel geschaffen

werden. Deshalb werden sowohl von

Landesverbänden der Diakonie als auch von

Trägern und Einrichtungen erhebliche Gelder

bereitgestellt.

Drei aktuelle Implementierungsprojekte zur

Finanzierung stehen beispielhaft für zahlreiche

zurzeit laufende Projekte:

� Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche

Hannovers:

Projekt „Implementierung von Hospizarbeit in

Pfl egeheime“

Das Diakonische Werk der Ev.-Luth. Landeskirche

Hannovers e.V. hat seine Diakonischen

Leitlinien zu Palliative Care, Sterbebegleitung

und Abschiedskultur im März

2006 veröffentlicht 26 . Die Umsetzung dieses

Impulspapiers wird durch das Projekt „Implementierung

von Hospizarbeit in Pfl egeheime“

im November 2006 beginnen. Diakonisches

Werk und Landeskirche bezuschussen das

Projekt zunächst mit etwa 40 000 Euro, die

beteiligten Altenhilfeeinrichtungen fi nanzieren

anteilig unter anderem die Projektvorbereitung,

die Freistellung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter und die Reisekosten. Es gibt

keine weiteren Landeszuschüsse. Die Projektlaufzeit

beträgt 18 Monate.

� Diakonisches Werk Hamburg:

Ökumenisches Pilotprojekt zur Pfl ege und Begleitung

sterbender Menschen in Altenpfl egeeinrichtungen

16 Altenpfl egeheime der Diakonie Hamburg

und vier Einrichtungen der Caritas mit zusammen

knapp 2 900 Plätzen haben im Mai 2006

mit einem ökumenischen Pilotprojekt für die

Pfl ege und Begleitung sterbender Menschen

in ihren Einrichtungen begonnen. Angestoßen

wurde das Projekt durch die Beobachtung,

dass immer mehr alte Menschen durch

die Vorgabe der Pfl egeversicherung „ambulante

Versorgung vor stationärer Versorgung“

erst ins Pfl egeheim kommen, wenn Pfl ege

zu Hause absolut nicht mehr möglich ist. Die

26 Leben am Lebensende – Diakonische Leitlinien zu Palliative

Care, Sterbebegleitung und Abschiedskultur. Eine Empfehlung

des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche

Hannovers e.V. 2006

17.2006 Diakonie Texte 17


Zur gegenwärtigen Situation der Sterbebegleitung in Altenpfl egeheimen

meisten sind heute schon mit dem Einzug

ins Pfl egeheim in hohem Umfang pfl egebedürftig.

Ihre durchschnittliche Verweildauer

beträgt nur noch drei Jahre. Das stellt die

Einrichtungen vor neue Herausforderungen.

In der Projektlaufzeit von zunächst einem

Jahr werden die Heime unter anderem mindestens

eine ihrer Pfl egekräfte zur „Palliative

Care-Fachkraft“ ausbilden. Sie ist besonders

geschult in: Palliativpfl ege, Schmerzmanagement,

Sterbebegleitung und der Unterstützung

Angehöriger. Aber auch andere

Berufsgruppen werden in das Projekt einbezogen.

Finanziert wird das Projekt mit 5 000 Euro

pro teilnehmender Einrichtung, welche die

Sozialbehörde als Anschub jedem Heim für

diese Zwecke zur Verfügung stellt, mit kirchlichen

Eigenmitteln und fi nanziellem Engagement

der Einrichtungen.

� Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Bayern:

Projekt „Initiative Hospizarbeit und Palliative Care“

Ziel des Projektes, das in der ersten Hälfte

2006 begonnen hat, ist es einerseits, eine

größtmögliche Zahl von Einrichtungen und

Trägern der stationären Altenhilfe und ambulanter

pfl egerischer Dienste der bayerischen

Diakonie für die Thematik zu sensibilisieren

und andererseits, die Entwicklung von Gesamtkonzeptionen

der Träger und der Einrichtungen

zu initiieren, zu begleiten und zur

Verwirklichung zu verhelfen.

Das Projekt beinhaltet unter anderem die Zusammenfassung,

Publizierung und Durchführung

von Beratungs- und Fortbildungsangeboten

zum Thema, insbesondere mit dem

Schwerpunkt der Implementierung von Hospiz-

arbeit und Palliative Care in stationären Einrichtungen

der Altenhilfe. Bedingung für die

Nutzung des Angebots ist der Wille des Trägers,

in seinen Einrichtungen Hospizarbeit und

Palliative Care zu implementieren. Das Projekt

ist auf drei bis vier Jahre angelegt und wird

mit etwa 300 000 Euro durch das Diakonische

Werk Bayern gefördert.

Allen drei beschriebenen Projekten ist gemeinsam,

dass sie die Implementierungsphase fi -

nanziell unterstützen. Die aufgebauten Strukturen

müssen jedoch, um nachhaltig wirksam

zu sein, nach Ablauf des Projektes in Regelleistungen

integriert werden.

18 Diakonie Texte 17.2006


3 Indikatoren für eine gelingende Implementierung

der Sterbebegleitung

Ziel aller Implementierungsmodelle ist es, die

Voraussetzungen in Pfl egeheimen dafür zu

schaffen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in die Lage versetzt werden, Sterbebegleitung

leisten zu können und leisten zu lassen. Dabei

sind die frei fi nanzierten Projekte eher als Initialzündung

zu verstehen. Eine dauerhafte Implementierung

kann nur gelingen, wenn es eine

verlässliche Regelfi nanzierung gibt. Andernfalls

werden sich die in Modellprojekten erarbeiteten

und erprobten Standards auf Dauer nicht

etablieren können und gute Ansätze werden

nicht fortgeschrieben.

Für die Hospizarbeit in Pfl egeheimen gibt es

Grundsätze, die einen standardähnlichen

Charakter haben. Nach diesen Grundsätzen

sollten Standards für die Implementierung

von Hospizarbeit in Pfl egeheimen

folgende Eckpunkte umfassen:

– ein Konzept zur Sterbebegleitung

– eine Ansprechperson/Verantwortliche in

der Einrichtung

– eine nachhaltige Implementierung von

Abschiedskultur in der Einrichtung

– eine Gewährleistung von Sterbebegleitung

durch eigene Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter und durch Ehrenamtliche

Indikatoren für eine Abschieds- oder

Hospizkultur:

Die Hospizkultur einer Einrichtung sollte im

Rahmen eines Konzeptes sichtbar und qualitativ

messbar sein. Eine erste Zusammenstellung

solcher „Indikatoren für Palliativkompetenz“

für Altenpfl egeeinrichtungen hat die

Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz Anfang

2006 veröffentlicht 27 . Unter den vier Aspekten

Leitungsverantwortung, Basisorientierung, Interprofessionalität

und zeitliche Kontinuität

werden Indikatoren benannt.

Ausgehend vom Selbstverständnis diakonischer

Einrichtungen, sind die im BAG-Hospiz-Papier

genannten Indikatoren für diakonische Pfl egeeinrichtungen

modifi ziert worden.

Die Implementierung umfasst vier Komplexe:

I Die Leitungsebene

II Die Basisorientierung

III Die Interprofessionalität

IV Zeit und Raum

I Die Leitungsebene

Leitung muss

– eine Projektstruktur schaffen

– Sterbebegleitung konzeptionell verankern

– Finanzielle Ressourcen bereitstellen

– Personelle Ressourcen bereitstellen

– Sterbebegleitung in das Qualitätsmanagement

integrieren

– zur Evaluation verpfl ichten (Refl exion des

Handelns)

– standardisierte Verfahren für ethisches

Handeln und Entscheiden ermöglichen

II Die Basisorientierung

Basisorientierung erfordert

– das Wahrnehmen der Bedürfnisse der Bewohnerinnen

und Bewohner

27 Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. „Hospizkultur im

Alten- und Pfl egeheim – Indikatoren und Empfehlungen zur

Palliativkompetenz“ Stand 01/2006 S. 11 ff.

17.2006 Diakonie Texte 19


Indikatoren für eine gelingende Implementierung von Sterbebegleitung

– die Sensibilität für religiöse Bedürfnisse

– die prozesshafte Gestaltung des Dialoges

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

sämtlicher vorhandenen Professionen

– das Wahrnehmen der Bedürfnisse (Ängste,

Erfahrungen) von Angehörigen, Betreuenden,

Mitbewohnerinnen und Mitbewohner

III Die Interprofessionalität

Interprofessionell zu arbeiten erfordert

– die Vernetzung zwischen Ehrenamtlichen

und Hauptamtlichen

– das Vorhalten einer palliativen Fachpfl ege

– quer durch die Professionen das Vorhandensein

von fachlicher, sozialer, seelsorgerlicher

Kompetenz

– die Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizgruppen

– die Zusammenarbeit mit Seelsorgerinnen,

Seelsorgern und religiösen Gemeinden

– die Zusammenarbeit mit palliativmedizinisch

erfahrenen Ärztinnen und Ärzten

IV Zeit und Raum

Zeit und Raum sind nicht eindimensional als

messbare oder sichtbare Größen zu verste-

hen, sondern auch als Erfahrungs- und Erlebensdimensionen.

Deshalb muss es Zeit

und Raum geben für

– die Trauer (von Bewohnerinnen und Bewohnern,

Angehörigen, Mitarbeitenden)

– die akute Sterbebegleitung in der Sterbephase

selbst

– die Nachsorge (Abschied nehmen, Versorgung

Verstorbener, zum Beispiel beschrieben

in „Sorgsam“) 28

– das „Nachleben“, das „Nicht vergessen

werden“ von Bewohnerinnen und Bewohnern

im Haus

– die Entwicklung und Ausübung von Sterbekultur

und Ritual.

Indikatoren sind eine gute Grundlage, um darauf

aufbauend eine Sterbegleitung nach diakonischem

Verständnis zu entwickeln. Diese

Grundvoraussetzungen sind in vielen Pfl egeheimen

noch nicht oder nicht ausreichend vorhanden,

weil die entsprechenden Rahmenbedingungen

fehlen.

28 Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz/Deutscher Caritasverband/Diakonisches

Werk der EKD, Sorgsam. Qualitätshandbuch

für stationäre Hospize, Wuppertal 2004

20 Diakonie Texte 17.2006


4 Qualitätsentwicklung durch Fortbildung

und Implementierung

Eine qualitativ hochwertige Palliativbetreuung in

Pfl egeheimen kann nur erreicht werden, wenn

Aus- und Weiterbildungskonzepte das notwendige

Fachwissen liefern. Die Weiterentwicklung

von Curricula, sowie der Auf- und Ausbau entsprechender

Fortbildungsangebote sind unumgänglich.

Als ein Element der Strukturqualität

ist Aus- und Fortbildung in Palliative Care

Voraussetzung dafür, eine an den Bedürfnissen

der Bewohnerinnen und Bewohner orientierte

Sterbebegleitung leisten zu können. Die (gelungene)

Implementierung steht für die Ergebnisqualität.

Sie zeigt, wieweit ein Pfl egeheim die

erforderlichen Qualifi zierungs- und Organisationsprozesse

befördert hat, Mitarbeitende fähig

zur eigenen Auseinandersetzung mit Sterben,

Tod und Trauer werden und eine neue nachweisbare

Qualität ihrer Arbeit erreichen.

aus: Diakonie-Siegel Pfl ege:

K 1.14 Umgang mit Sterben und Tod

Das Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel

Pfl ege hat in seiner neuesten Version von

2006 29 im Kapitel „Umgang mit Sterben und

Tod“ darauf verwiesen, dass Sterbebegleitung

ureigenste diakonische Aufgabe ist und

entsprechende Qualitätskriterien genannt (s.

Kasten). Die im Rahmenhandbuch genannten

Qualitätskriterien müssen von jeder Einrichtung

individuell erfüllt und umgesetzt werden.

In den Verweisen wird deutlich, wie eng das

Thema mit den Bereichen der Fort- und Weiterbildung,

dem Betreuungskonzept, der Begleitung

ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in Zusammenhang gebracht werden

muss bis hin zur Teamentwicklung und zur

Angehörigenarbeit. Die genannten Qualitätskriterien

bilden allerdings nur den allgemeinen

Rahmen für ein Gesamtkonzept zur Gestaltung

einer Abschiedskultur im Pfl egeheim.

29 Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Pfl ege, Version 2,

Diakonisches Werk der EKD, Berlin 2006

1. Einführung

Sterben ist Teil des Lebens; es gehört zum Lebenszyklus eines jeden Menschen. Diakonische

Sterbebegleitung ist vom menschenwürdigen Sterben auf der Grundlage der christlichen

Ethik geleitet.

Die Begleitung in der Sterbephase ist der letzte Dienst der Mitarbeiterinnen an den Kundinnen

und deren Angehörigen und Bezugspersonen. Der Umgang mit Sterben und Tod ist

originäre Aufgabe und Wesensmerkmal der diakonischen Pfl ege und Betreuung.

2. Ziele

� Die Würde und das Selbstbestimmungsrecht von schwerkranken und sterbenden Menschen

stehen besonders im Vordergrund.

� Die Bedürfnisse von trauernden Angehörigen, Bezugspersonen, anderen Kundinnen und

Mitarbeiterinnen werden berücksichtigt.

� Ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen ist gewährleistet.

17.2006 Diakonie Texte 21


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

3. Qualitätskriterien

� Die Regelung zum Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden beinhaltet mindestens

folgende Kriterien:

• Ausrichtung der Sterbebegleitung an den Bedürfnissen und Wünschen der Kundin

• angemessene Gestaltung der Räumlichkeiten (stationär, ggf. teilstationär und ambulant:

Unterbreitung von Vorschlägen)

• pietätvolle Zusammenarbeit mit Angehörigen und weiteren Beteiligten

• Beachtung von Patientinnenverfügung, Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht

� Die Mitarbeiterinnen sind für die Sterbebegleitung qualifi ziert und erhalten auf Wunsch

Beratung, Seelsorge und/oder Supervision.

� Die Einrichtung arbeitet nach Möglichkeit mit Hospizinitiativen zusammen.

� Die Regelung zu Maßnahmen im Todesfall beinhaltet mindestens folgende Kriterien:

• Feststellung des Todes durch eine Ärztin

• Information der Angehörigen beziehungsweise Bezugspersonen, Ehrenamtlichen,

Hausärztin, Mitarbeiterinnen der anderen Arbeitsbereiche et cetera

• Versorgung der Verstorbenen

• Berücksichtigung der Wünsche der Kundinnen für die Sterbebegleitung, das Sterben

und nach Eintritt des Todes

• Berücksichtigung von Ritualen, auch anderer religiöser Gemeinschaften und Kulturen

• Aussegnung

• Maßnahmen bei Verdacht auf unnatürlichem Tod

• auf Wunsch Vermittlung von Angeboten der Trauerbegleitung

• ggf. Teilnahme an der Beisetzung

F 2.2.1 Dienst- und Tourenplanung

F 2.2.3 Interne Kommunikation

F 2.3.2 Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen

F 2.3.3 Ausbildung

F 2.3.4 Fort- und Weiterbildung

F 2.3.6 Diakonische Angebote für Mitarbeiterinnen

F 2.3.7 Teamentwicklung

F 2.3.8 Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen

F 4.1 Umgang mit Kundinneneigentum

K 1.5 Pfl egeprozess, Pfl egeplanung

K 1.6 Pfl egedokumentationssystem

K 3.1 Beratungskonzept

K 3.2 Soziales Betreuungskonzept

K 3.3 Angehörigenarbeit

22 Diakonie Texte 17.2006


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

4.1 Aus- und Fortbildung

Sterbegleitung wird verstärkt zur Aufgabe für

Altenpfl egeheime. Deshalb müssen die Aus-

und Fortbildungslehrpläne diesen Anforderungen

gerecht werden. Defi zite in diesem Bereich

und Veränderungsbedarf stellt auch die

Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen

Medizin in ihrem Zwischenbericht fest.

Das zurzeit gültige Altenpfl egegesetz 30

und die darauf aufbauende Ausbildungs-

und Prüfungsverordnung 31 sieht weder in

der praktischen noch in der theoretischen

Ausbildung eine spezielle Integration palliativpfl

egerischer Inhalte vor. Nur kurz

fi ndet „die Pfl ege sterbender alter Menschen“

in den Konzepten und Aufgaben

der Altenpfl ege Eingang in die Lernziele.

Dies geht an der Realität vorbei. Schmerzen

und belastende Symptome im Verlauf

typischer altersbedingter chronischer Erkrankungen

sowie Sterben und Tod gehören

zum Pfl egealltag in den Alten- und Pfl egeeinrichtungen.

Dieser Realität sind die

Pfl egenden durch personelle Engpässe,

aber auch durch mangelnde Ausbildung in

palliativer Pfl ege und eine entsprechende

Einstellung zu schwer kranken und sterbenden

Menschen oft nicht gewachsen. 32

Die 2002 veröffentlichte „Bundeseinheitliche

Altenpfl egeausbildung“ hat zwar innerhalb des

Kapitels zur personen- und situationsbezogenen

Pfl ege alter Menschen auch die Thematik Sterben

und Tod bearbeitet und eine umfangreiche

Literaturliste dazu mitgeliefert, der Schwerpunkt

liegt jedoch, wie bei fast allen ähnlichen

Veröffentlichungen, auf der Pfl egediagnostik,

Planung und Pfl egeintervention. Die Gestaltung

einer Abschiedskultur ist weniger im Blick. 33

30

Gesetz über die Berufe in der Altenpfl ege (Altenpfl egegesetz

– Alt-Pfl G) v. 25.08.2003

31

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der

Altenpfl egerin und des Altenpfl egers (Altenpfl ege-Ausbildungs-

und Prüfungsverordnung – AltPfl APrV) vom

26.11.2002

32

Bundestagsdrucksache 15/5858 v. 22.06.2005, S.21

33 Kuratorium Deutsche Altershilfe, Bundeseinheitliche

Pfl egeausbildung, Köln 2002 S. 126

Im Bereich der Fortbildung examinierten Pfl ege-

und Altenpfl egepersonals dominieren bislang

bestimmte palliativmedizinische Inhalte, wie

Schmerz- und Symptomkontrolle. Dringender

Fortbildungsbedarf besteht aber auch in Bereichen

der Kommunikation mit unheilbar Kranken,

der Erarbeitung einer eigenen positiven Grundhaltung

zu Tod und Sterben sowie im Bereich

der ethischen Entscheidungen am Lebensende.

In den letzten Jahren sind allerdings in den Altenpfl

egegesetzen auf Länderebene positive

Veränderungen, unter anderem entsprechende

Rahmenlehrpläne (zum Beispiel Bayern, Hessen

und andere) für eine bessere Ausbildung in

der Sterbebegleitung festgeschrieben worden.

Problematisch ist jedoch der Theorie-Praxis-

Transfer. Wünschenswert wäre, dass Abschnitte

der praktischen Ausbildung im Hospizbereich

stattfi nden. Dafür müssten gesetzliche Voraussetzungen

geschaffen werden.

Die Rahmenvereinbarungen zum §39a SGB V

für ambulante (2002) und stationäre (1998)

Hospizversorgung fordern für Leitungsverantwortliche

den Abschluss einer Palliative Care-

Weiterbildungsmaßnahme im Umfang von mindestens

160 Stunden. Infolge der Umsetzung

dieser Forderung bieten bundesweit eine große

Zahl von Fortbildungseinrichtungen entsprechende

Kurse für Pfl egekräfte an (siehe Zusammenstellung

im Anhang). Zunehmend werden

diese Qualifi zierungsangebote auch von

Altenpfl egekräften genutzt. Gronemeyer stellt

dazu in seiner Studie für Hessen fest:

Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter/innen

hessischer Altenpfl egeheime

erfährt eine spezielle Unterstützung für

die Sterbebegleitung durch Schulungen

(70 Prozent) oder Teamsitzungen (60 Prozent).

Bei einem Drittel der Einrichtungen

werden spezielle Weiterbildungen der

Mitarbeiter/innen von den Einrichtungen

fi nanziert (35 Prozent). In ca. 23 Prozent

der Altenpfl egeheime wird den Mitarbeiter/innen

die Möglichkeit geboten, an

17.2006 Diakonie Texte 23


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

einer Supervision teilzunehmen (23 Prozent).

Der Mittelwert des Anteils der Mitarbeiter/innen

mit der Zusatzausbildung

Palliative Care liegt unter 3 Prozent. 34

Die Zahl der Pfl egekräfte mit Palliative Care-

Weiterbildung ist trotz zunehmender Tendenz

nicht ausreichend. Das liegt nicht zuletzt an

den Kosten. Hier könnte eine Kostenbeteiligung

über Pauschalbeträge für Hospiz- beziehungsweise

Palliative Care-Leistungen für

die Fortbildung eingesetzt werden. Dies würde

sich lohnen, weil die Palliative Care-Kurse auch

Fertigkeiten zur Selbstpfl ege, zu entlastenden

Verhaltenstechniken in Krisensituationen, zu

Kommunikation und zur Stärkung eigener Kräfte

vermitteln. Damit steigt die Berufszufriedenheit

und die seelische Belastbarkeit, wie vergleichende

Erhebungen zur Zufriedenheit der

Pfl egekräfte in stationären Hospizen zeigen.

4.2 Qualität durch Implementierung am

Beispiel von Projekten

Alle Implementierungsmodelle beinhalten eine

entsprechende Fortbildung für die Pfl egekräfte

und für weitere professionelle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Einrichtung (interdisziplinäres

Arbeiten).

34 Gronemeyer, R.; Newerla, A.; Berls, M.; Seiffert, A. „Sterben

und Begleiten“ – Eine Studie zur Sterbebegleitung in

hessischen Altenpfl egeheimen. Gießen 2006 (bislang

unveröffentlicht)

Dies sollen drei Beispiele gelungener Implementierung

aus verschiedenen Regionen Deutschlands

verdeutlichen. Die Darstellung erfolgt

nach den Angaben der jeweiligen Projektverantwortlichen.

Die Beispiele zeigen unterschiedliche Vorgehensweisen

zur Implementierung:

� Projekt 1

Beschreibt das Verfahren, Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter auf entsprechende

Fortbildungen zu entsenden,

damit sie das erworbene Wissen in der

Einrichtung umsetzen.

� Projekt 2

Beschreibt das Verfahren, eine ausgebildete

Hospizfachkraft in die Einrichtung

zu holen und gemeinsam mit ihr vor Ort

mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Hospizarbeit zu implementieren.

� Projekt 3

Beschreibt, wie im Rahmen des Qualitätsmanagements

eine “Organisationskultur

des Sterbens” zu entwickeln ist.

Trotz unterschiedlicher Implementierungsstrategien

wird bei einem Vergleich der drei Projekte

deutlich, dass es verbindliche Konstanten für

die Umsetzung gibt, ohne die eine Implementierung

nicht gelingt. Diese Konstanten sind:

– der Wille des Trägers, Sterbebegleitung zu

fördern und dafür Ressourcen bereitzustellen

– das Einsetzen einer speziellen Ansprechperson/Verantwortlichen

in der Einrichtung

– ein Pfl egeleitbild, das Aussagen zur Sterbebegleitung

macht

– interne Regelungen zur Sterbebegleitung

(Standards, Leitfaden, Vereinbarungen)

– die Bildung multiprofessioneller Teams

– die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

– eine Kooperation mit ambulanten Hospizgruppen

24 Diakonie Texte 17.2006


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

Projekt 1

Nr. Projektname/Ort Projektwerkstatt Implementierung (PWI) München

1. Defi nition und/oder

Kurzbeschreibung

Dauer

2. Voraussetzungen in der

Einrichtung

3. Ablauf der Implementierung

4. Kosten

5. Für welche Einrichtung

geeignet?

6. Erprobungsorte

7. Hinweise/Bemerkungen

� Multiplikatorenmodell

� Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Grundausrichtung,

didaktische und moderatorische Grundkenntnisse

� Praxiscoaching

� Lerngruppen (ca. 20 Personen aus 10 Einrichtungen)

� Präsentation aller Einrichtungen am Ende der PWI

Ziel: maßgeschneiderte Implementierung, die die Einrichtung selbst

aufbaut

5 Tage Startwoche, monatliche Coaching- und Impulstage (nach 3

Monaten) PWI

1,5 bis 2 Jahre

� die Einrichtung (Leitung) muss Implementierung wollen

� klarer Auftrag zur Implementierung

� 2 Personen pro Einrichtung, eine mit Leitungskompetenz

� Theorievermittlung in der PWI und in zusätzlichen Maßnahmen

� Praxisbeginn individuell in Projekten vor Ort

� gemeinsame Refl exion in der PWI

� Evaluation (einschließlich Nachhaltigkeitsfrage)

• Seminargebühren (1 700,00 Euro p. P.)

• Reise- und Übernachtungskosten (Startwoche)

• Personalkosten in der Einrichtung für die beiden TN während der

Startwoche

• evtl. Kosten für Projektarbeit/Maßnahmen vor Ort

• für stationäre und ambulante Pfl egeeinrichtungen

• Stärke ist die Kostenersparnis gegenüber „1 : 1 Implementierung“

• Synergieeffekte, die beitragen, Palliativkompetenz für Träger und

Regionen zu erwerben

• in der Diakonie Bayern starten zwischen Februar 2006 und März

2007 drei Durchgänge der PWI

• das heißt > 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 30 Einrichtungen

• BRK und Caritasverband Bayern starten im Sommer 2006 je

1 PWI

Diakonie in Hannover im November 2006 1 PWI

• Inhalte und Prozesse halten sich an das Positionspapier der BAG

Hospiz „Indikatoren und Empfehlungen zur Palliativkompetenz“

• klare Absprachen und Aufträge der Träger und Einrichtungen, andernfalls

wirken sich die Unklarheiten auf die PWI direkt aus

Kontaktadresse Innere Mission München

Pfarrer Frank Kittelberger

Landshuter Allee

80333 München

fkittelberger@im-muenchen.de

17.2006 Diakonie Texte 25


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

Projekt 2

Nr. Projektname/Ort Implementierung unter Anleitung einer Hospiz-/Palliative Care-

Fachkraft, Bielefeld

1. Defi nition und/oder

Kurzbeschreibung

Dauer

2. Voraussetzungen in der

Einrichtung

• „Einkaufen“ einer Fachkraft (FK) durch Träger/Einrichtung

• FK schult Pfl egekräfte vor Ort, begleitet durch den Pfl egealltag

(3 Wochen Begleitung, nach einem halben Jahr für 1 Woche)

• FK fi ndet Ehrenamtliche beziehungsweise kontaktiert die Hospizgruppe

des Ortes

• FK entwickelt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das passende

Palliative Care – Konzept und begleitet die Umsetzung

• Der Gestaltungsrahmen muss den Bedürfnissen und kreativen Möglichkeiten

der Einrichtung entsprechen

ca. ½-1 Jahr

• Die Einrichtungsleitung muss die Implementierung wollen

• Die Leitung muss risikobereit sein in dem Wissen, dass sich während

des Implementierungsprozesses die Haltung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, der verschiedenen Gruppen zu- und untereinander

ändern wird (Gruppen: Pfl egekräfte, andere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter,

Bewohnerinnen/Bewohner beziehungsweise Patientinnen/Patienten,

Angehörige

• Unterstützung der Fachkraft durch die Einrichtung

• Begleitende Fortbildung und Refl exion des Implementierungsprozesses

muss gewährt werden

3. Ablauf der Implementierung Prozessablauf:

• Kurs für Ehrenamtliche und gleichzeitig Vorstellen der Inhalte bei den

Einrichtungsmitarbeitenden

• Informationsveranstaltung für Heimbeirat/Bewohnerinnen und Bewohner/Angehörige

• Praktikumseinsätze der Ehrenamtlichen im Kursverlauf mit Aufarbeitung/Refl

exion des Praktikums

• Pfl egedienstleitung/Sozialdienst dokumentiert die Einsätze und die

Veränderungsprozesse

• Entwicklung von einrichtungsinternen Evaluationsbögen im Rahmen

qualitätssichernder Maßnahmen

4. Kosten

5. Für welche Einrichtung

geeignet?

6. Erprobungsorte

• Kurskosten 1 500,00 Euro Honorare plus Fahrkosten

• 150,00 Euro Materialkosten

• 1 Monat Gehalt für die Fachkraft (3 Wochen Begleitung, nach ½ Jahr

4. Woche Auswertung und Perspektiventwicklung)

• Kosten für die Teilnahme an Palliative Care-Kursen durch ein oder

mehrere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter

• für alle Pfl egeeinrichtungen, weil individuell vor Ort entwickelt wird

• die Einrichtung macht sich transparenter, wie sie mit Sterben und Tod

umgeht

• Piusheim in Bielefeld (Beginn 1999)

• Haus Ravensberg in Borgholzhausen (Beginn 2005)

• Stift Salzburg in Bielefeld (Beginn 2006)

• St. Jakobistift in Werther (Beginn 2006)

7. Hinweise/Bemerkungen • Mitarbeiterzufriedenheit und Identifi kation mit der Einrichtung wachsen

• weil sich die Haltung ändert, sinken möglicherweise die Ausfalltage

• alle brauchen Langmut und Geduld, um den Prozess zu bewältigen

Kontaktadresse Adelheid Rieffel

Uhrmacherweg 3

33659 Bielefeld

adelrie@gmx.de

26 Diakonie Texte 17.2006


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

Projekt 3

Nr. Projektname/Ort „Organisationskultur des Sterbens“ – eine interventionsorientierte

Pilotbefragung von Bewohnerinnen und Bewohnern und Patientinnen

und Patienten in der stationären Pfl ege zur qualitativen

Problembeschreibung und organisationsbezogenen Qualitätsentwicklung

in der perimortalen Betreuung in Düsseldorf

1. Defi nition und/oder

Kurzbeschreibung

Dauer

2. Voraussetzungen in der

Einrichtung

Konzeptdesign:

1. Orientierung an den Bewohnerinnen und Bewohnern: Die Betroffenen

selbst, ihre Vorstellungen und Wünsche sind Ansatz- und

Ausgangspunkt aller Veränderungsbemühungen.

2. Organisationsentwicklung: Durch das Konzept werden Veränderungsimpulse

in die Einrichtung gegeben. Das Konzept ist interdisziplinär

und hierarchieübergreifend.

3. Partizipation der Mitarbeitenden und Einsatz von Wissensmanagement:

Das konzeptionell Erarbeitete wird zum Wissen der gesamten

Organisation. Mitarbeitende haben gestaltende Rolle für

den Veränderungsprozess. Sie werden zu Multiplikatoren für die

Qualifi zierung und Anleitung anderer Kolleginnen und Kollegen.

Zwei bis drei Jahre

• alle Hierarchieebenen gestalten den Umsetzungsprozess des

Konzeptes mit (Vorstand, Geschäftsführung, Heimleitung, Mitarbeitende,

Bewohnerschaft, Angehörige)

• durch Fachtagungen wird Öffentlichkeit hergestellt

3. Ablauf der Implementierung 1. entscheidungsorientierte Workshops mit Vorstand, Geschäftsleitung

und Heimleitung, um Reibungsverluste, Konzeptzuschnitt,

wichtige Fragen zu identifi zieren

2. die Entwicklung eines Leitfadens für die Interviews auf Grundlage

des Leistungsworkshops. Die Interviews sollen die Bedürfnisse

der Befragten zum Thema „Sterben“ verifi zieren.

3. die Durchführung der Interviews erfolgen nicht von geschulten

Sozialwissenschaftlern, sondern durch die Pfl egekräfte selbst.

Das Wissen aus den Interviews kann deshalb effi zient verallgemeinert

werden.

4. Kosten • Beratung und Begleitung des Trägers und der Mitarbeitenden

durch einen qualifi zierten Berater

• Entwicklung von individuellen Sterbebegleitkonzepten durch

Fachkräfte

• Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen (Palliativ Care)

• Qualitätszirkelarbeit

• Angehörigenarbeit

• Organisation, Durchführung und Teilnahme an den verschiedenen

Foren / Veranstaltungen

• Öffentlichkeitsarbeit

5. Für welche Einrichtung geeignet?

• für Altenpfl egeeinrichtungen, deren Mitarbeitende Erfahrung mit

Qualitäts entwicklung haben

• bereits bestehende Arbeitskreise beziehungsweise Qualitätszirkel

haben bisher schon für den Pfl egealltag relevante Themen bearbeitet

• eine festangestellte Qualitätsbeauftragte der Einrichtung ist prädestiniert,

die Moderation des Prozesses zu steuern.

6. Erprobungsorte • 8 Einrichtungen „Leben im Alter-Zentren“ der Diakonie in Düsseldorf

• Altenpfl egeeinrichtungen im Großraum Köln

17.2006 Diakonie Texte 27


Qualitätsentwicklung durch Fortbildung und Implementierung

zu Projekt 3

7. Hinweise/Bemerkungen Das Konzept ermöglicht eine individuelle und wunschgemäße Begleitung

in der Sterbephase, weil

• das Thema Sterben in der Einrichtung offen ausgesprochen wird

• bereits beim Einzug die Bewohnerinnen und Bewohner nach ihren

persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Sterbebegleitung

befragt werden

• es Gestaltungsmittel für das Zimmer des Sterbenden gibt und der

Aufbahrungsraum ansprechend gestaltet ist

• die Zusammenarbeit mit Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten sowie

Bestatterinnen und Bestattern geregelt ist

• es Abschiedsrituale gibt

• es regelmäßig fachlichen Austausch im Qualitätszirkel Sterbebegleitung

gibt

• es Supervision und Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche

gibt

Kontaktadresse Diakonie in Düsseldorf

Dr. Nada Ralic

Langerstraße 20a

40233 Düsseldorf

nada.ralic@diakonie-duesseldorf.de

Die den Modellen zu Grunde liegenden Konstanten

wurden bereits in der 1999 veröffentlichten

Arbeitshilfe „Vernetzte Sterbebegleitung

im Altenpfl egeheim“ 35 benannt. Seit

Erscheinen der Arbeitshilfe haben sich stationäre

Altenpfl egeeinrichtungen der Diakonie

diesem Bereich geöffnet.

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit

und Pfl ege e.V. (DEVAP) hat diese Thematik

auf seinen Bundeskongressen 2003 und 2005

in Workshops und Informationsveranstaltungen

bearbeitet und mit einer großen Zahl von Implementierungsbeispielen

gezeigt, dass in der

Praxis sehr viel mehr an Entwicklung da ist, als

in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

35 Kottnik, R. u. Mayer, Ch. (Hrsg.); Vernetzte Sterbebegleitung

im Altenpfl egeheim Stuttgart/Berlin 1999; Zentraler Vertrieb

des Diakonischen Werkes der EKD

Wie die Studien von Gronemeyer (2006) 36

für Hessen und Kaluzza (2005) 37 für Sachsen

nachweisen, ist eine an Qualitätsstandards orientierte

dauerhafte Implementierung von Hospizarbeit

und Palliativbetreuung in Altenpfl egeheimen

nur in wenigen Einrichtungen erfolgt.

Das Interesse von Träger- und Einrichtungsseite

ist durchaus vorhanden, oft genug scheitert

die dauerhafte Implementierung an den Kosten.

Es ist immer noch problematisch, eine Modellphase

in nachhaltige Wirksamkeit und Alltagspraxis

zu überführen. Das gilt auch für die

dargestellten Implementierungsmodelle, die

jedoch zunehmend die Fragen der Kontinuität

und Nachhaltigkeit in das vermittelte Wissen

zum Projektmanagement eines Implementierungsprojektes

aufnehmen.

36

Gronemeyer, R. u.a.: Sterbende begleiten in hessischen

Altenpfl egeheimen, bisher unveröff.Studie, Gießen 2006

37

Kaluzza, J. u.a. Sterben begleiten, trafo verlag dr. wolfgang

weist, 2005

28 Diakonie Texte 17.2006


5 Von der Modell- und Projektphase zur Nachhaltigkeit

Alle genannten Beispiele zeigen das große Engagement

von Heimen, ihren Trägern, Verbänden

oder Kommunen. Die zunehmende Bereitschaft

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in Altenpfl egeheimen, sich den Herausforderungen

hospizlicher Sterbebegleitung

zu stellen

und diese unter den vorgefundenen

Bedingungen

zu leisten, hat bereits

viele Pfl egeheime verändert.

Die Öffnung in das

Quartier hinein, die Wertschätzung

ehrenamtlicher

Arbeit, haben die Selbst-

und Fremdwahrnehmung

von Pfl egeheimen positiv

beeinfl usst.

Es sind viele Aufbrüche,

ein Bündel guter Erfahrungen,

ein hohes Maß an

Sensibilisierung der Pfl egeeinrichtungen

und viele

kreative Ansätze zu beobachten.

Trotz bisher noch

unzureichender Klärung

fi nanzieller Fragen, der

Weigerung von Kostenträgern,

die für die Begleitung

sterbender Menschen in

Pfl egeheimen notwendigen

Leis tungen anzuerkennen,

geht die Entwicklung

weiter. Verstärkt

werden Fort- und Weiterbildungen

abgefragt, die

es zur Zeit noch zu wenig

gibt. Einrichtungsträger

investieren in nicht unerheblichem

Maße in die

Entwicklung einer guten Sterbebegleitung. Ein

neues Qualitätsbewusstsein für die Pfl ege und

Begleitung am Ende des Lebens, das sich an

den Bedürfnissen sterbender Menschen orientiert,

entwickelt sich. Sicher spielt auch der

17.2006 Diakonie Texte 29


Von der Modell- und Projektphase zur Nachhaltigkeit

Wettbewerbsdruck, unter dem Einrichtungen

zunehmend stehen, eine Rolle. Nicht zu unterschätzen

ist das Wirken der Hospizbewegung

in den letzten 20 Jahren. Mit ihren in der Gesellschaft

hoch anerkannten und geschätzten

Unterstützungsangeboten und ihrer innovativen

Gestaltung haupt- und ehrenamtlicher Arbeit

hat sie kreatives Potenzial in Altenpfl egeeinrichtungen

freigesetzt.

Diese positive Entwicklung im Interesse sterbender

Menschen, aber auch im Interesse

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pfl egeheimen,

verlangt verlässliche Bedingungen

und ein neues Nachdenken über eine gesicherte

Finanzierung.

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag

vom 11. November 2005 festgestellt,

dass die Pfl ege und Versorgung schwerstkranker

und sterbender Menschen noch unzureichend

ist. Deshalb sollen Hospizarbeit und palliative

Versorgung gestärkt werden. Für jeden

Menschen soll ein Sterben in Würde möglich

sein. Auch wenn im Koalitionsvertrag vorrangig

ein Sterben zu Hause im Blick ist, braucht das

Sterben im Pfl egeheim dieselbe Aufmerksamkeit.

Pfl egeheime sind Lebens- und Sterbeorte

genau wie die eigene Häuslichkeit.

Der Aufbau neuer Organisationsstrukturen darf

nicht zu Lasten bestehender Einrichtungen und

Dienste gestaltet werden. Wenn es durch die

landesweite Errichtung von Palliativstützpunkten

kein Budget für die Implementierung von Palliative

Care in Pfl egeheimen gibt, werden bestehende

Implementierungskonzepte nicht weitergeführt

und gute Ansätze zum Scheitern gebracht.

Es ist notwendig, das bisherige fi nanzielle und personelle Engagement von Verbänden, Trägern,

Einrichtungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu würdigen und die in Gang gekommene

Entwicklung hin zu einer am Hospizgedanken orientierten Sterbebegleitung fortzuführen

und auf ein solideres Fundament zu stellen. Andernfalls sind die durch den demografi schen

Wandel bereits jetzt vorhersehbaren Entwicklungen nicht im Sinne des Grundgesetzes Art.1,

dass die Würde des Menschen unantastbar ist, zu bewältigen.

30 Diakonie Texte 17.2006


6 Nachhaltigkeit durch Finanzierung von

Palliative Care-Versorgung

Alle Modelle und bisher erprobten Projekte sind

nur unter besonderen fi nanziellen Förderungen

durch Stiftungen, Zuschüsse durch Träger und

Einrichtungen oder Diakonische Werke sowie

durch zusätzliches persönliches Engagement

von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Pfl egeeinrichtungen

erfolgreich durchgeführt worden.

Immer wieder stellt sich jedoch das Problem,

wie die Implementierung nach Ende der

Förderung und dem zeitlich nicht unbegrenzt

zu leistenden persönlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter Nachhaltigkeit erhält.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es

sowohl verlässliche Anschubfi nanzierung (gegebenenfalls

über Länderregelungen) als auch

Regelfi nanzierungen geben muss.

Unter der weitgehend angemessenen Finanzierung

und Personalausstattung für die stationären

Hospize wurden inzwischen qualitative

Versorgungselemente für ein menschenwürdiges

Sterben entwickelt, die Eingang in eine

verbesserte Qualität der Sterbebegleitung in

Altenpfl egeheimen fi nden und dauerhaft gesichert

werden sollten.

17.2006 Diakonie Texte 31


Nachhaltigkeit durch Finanzierung von Palliative Care-Versorgung

Eine Palliative Care – Versorgung in Pfl egeheimen sollte folgende Elemente strukturell und

fi nanziell eröffnen:

– die Aufgabe der Sterbebegleitung in Pfl egeheimen muss auf der Basis der Bedürfnisse der

Bewohnerinnen und Bewohner kontinuierlich konzeptionell entwickelt, ethisch verantwortet

und fachpraktisch verbessert werden,

– die Sterbebegleitung im Pfl egeheim bedarf als intern und extern vernetztes Geschehen

einer eigenständigen personalen Verantwortung in der Qualität einer zusätzlichen Stabsstelle,

– die Sterbebegleitung bedarf als multiprofessionelle Aufgabe der Verankerung im Pfl egeprozess,

im Betreuungskonzept und in der Gestaltung des Wohn- und Lebensumfeldes

(zum Beispiel durch abrechenbare Gästezimmer für Angehörige) des Pfl egeheims,

– das Pfl egeheim muss personell in die Lage versetzt werden, die während der Finalphase

des Sterbens eines Menschen zusätzlich notwendige Pfl ege- und Betreuungskapazität

fl exibel für bis zu vier Wochen auf einen Schlüssel von 1 : 0,7 aufzustocken,

– die interne Vernetzung im Pfl egeheim bezweckt die Zusammenführung aller Bemühungen

um das Wohlbefi nden sterbender Bewohnerinnen und Bewohner in Form gemeinsam vereinbarter

palliativ-pfl egerischer, sozialer und geistig-seelischer Qualitätsstandards,

– das notwendige Basiswissen zu den Fragen der Sterbe- und Trauerbegleitung im Pfl egeheim

muss durch regelmäßige Fortbildung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie

die Zusammenarbeit und Abstimmung mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuerinnen und

Betreuern und betroffenen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gewährleistet werden,

– die externe Vernetzung bezweckt eine verbesserte Koordination der Bemühungen des

Pfl egeheimes um das Wohlbefi nden sterbender Menschen mit den Kooperationspartnern

aus den Bereichen der Medizin (niedergelassene und Krankenhausärzte), der ambulanten

und stationären Hospizarbeit, der Seelsorge, des sozialen Umfeldes und des Bestattungswesens,

– vom Pfl egeheim soll eine eigenständige einrichtungsbezogene Hospizarbeit aufgebaut

werden können, wenn die psychosoziale Sterbebegleitung nicht von einer kooperierenden

externen Hospizgruppe übernommen werden kann,

– das Pfl egeheim muss fi nanziell in die Lage versetzt werden, die für die Finalpfl ege notwendige

und in stationären Hospizen vorgehaltene sächliche Ausstattung beschaffen und

vorhalten zu können.

6.1 Die Finanzierung innerhalb

von SGB XI

Palliative Pfl ege und hospizliche Begleitung

sind alltägliche Anforderungen in Altenpfl egeeinrichtungen.

Es ist eine große Herausforderung

für Altenpfl egeeinrichtungen der

Diakonie, palliative Konzepte zu entwickeln

und umzusetzen, um eine menschenwürdige

„Abschiedskultur“ als Ausdruck diakonischen

Selbstverständnisses zu entwickeln. Dazu gehören

als wesentliche Ziele die Verbesserung

der Pfl ege- und Betreuungsqualität, ein erweitertes

Schmerzmanagement, mehr Zeit für Trost

und persönliche Begleitung, eine intensivere

32 Diakonie Texte 17.2006


Nachhaltigkeit durch Finanzierung von Palliative Care-Versorgung

interne und externe Kooperation zum Beispiel

mit Fachkräften aus der Palliativmedizin, Seelsorge

und Hospizgruppe sowie eine eigenständige

Palliative Care–Koordinierungskraft.

Bereits heute werden für pfl egebedürftige

Menschen bei den Verrichtungen des täglichen

Lebens erforderliche Pfl egeleistungen in

den Rahmenverträgen über die vollstationäre

pfl egerische Versorgung gemäß §75 Abs. 1

SGB Xl der einzelnen Bundesländer geregelt.

Die Rahmenverträge regeln die Leistungsbereiche

Körperpfl ege, Ernährung, Mobilität sowie

der medizinischen Behandlungspfl ege auf

ärztliche Anordnung und Soziale Betreuung.

Von den Pfl egeheimen zu erbringende Leistungen

der Sterbebegleitung für pfl egebedürftige Menschen

werden darin nur im Bereich der Leistungen

der Sozialen Betreuung gesondert erwähnt.

So heißt es etwa im Hessischen Rahmenvertrag

gemäß §75 SGB XI (vom 14. Oktober 2006):

Die Leistungen der sozialen Betreuung

unterstützen die pfl egebedürftigen Menschen

bei der persönlichen Lebensführung

und der Gestaltung des Wohn- und

Lebensumfeldes nach ihren eigenen

Vorstellungen und Bedürfnissen sowie

bei der Teilnahme am sozialen und kulturellen

Leben. Damit fördern sie die

Aufrechterhaltung bestehender und den

Aufbau neuer sozialer Bezüge und Kompetenzen

und tragen den geistigen und

seelischen Bedürfnissen Rechnung.

Handlungsleitend für die soziale Betreuung

ist die Orientierung an der individuellen

Lebensgeschichte der pfl egebedürftigen

Menschen sowie an ihren

aktuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten.

Die Leistungserbringung erfolgt integriert

in den täglichen Umgang mit den pfl egebedürftigen

Menschen als Angebot für

einzelne pfl egebedürftige Menschen, als

Gruppenangebot für mehrere pfl egebedürftige

Menschen und mit einer Öffnung

der Einrichtung in das Gemeinwesen.

Die Leistungen sind auch auf pfl egebedürftige

Menschen mit Demenzerkrankungen

abzustimmen. Den Besonderheiten

kultureller und religiöser Prägung

ist Rechnung zu tragen. Die soziale

Betreuung wird systematisch geplant,

durchgeführt und evaluiert.

Die soziale Betreuung umfasst insbesondere:

• Erhalt und Förderung von Selbstbestimmung,

• Erhalt und Förderung von Fähigkeiten

und Kompetenzen,

• Schutz der Privatsphäre,

• Erhalt und Förderung von Sicherheit und

Geborgenheit,

• Erhalt und Förderung von Kommunikation,

• Erhalt und Förderung von Orientierung,

• Schaffung von kulturellen Angeboten,

• professioneller Umgang mit herausforderndem

Verhalten,

• Sterbebeistand und Sterbebegleitung. 38

In den anderen Leistungsbereichen Körperpfl

ege, Ernährung, Mobilität und medizinische

Behandlungspfl ege fi ndet die besondere Situation

von sterbenden Menschen keine gesonderte

Erwähnung.

Ein Blick auf den Heimalltag zeigt, dass es vielen

Pfl egeheimen aufgrund der gegenwärtigen

fi nanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen

praktisch unmöglich ist, jenseits der

notwendigen Grundversorgung eine Sterbebegleitung

und einen Sterbebeistand in der

Qualität einer Palliative Care-Versorgung so zu

gewährleisten, wie er etwa an anderer Stelle

auch im Pfl egeversicherungsgesetz qualitativ

beschrieben und etwa in stationären Hospizen

üblich ist.

38 Rahmenvertrag über die vollstationäre pfl egerische

Versorgung gemäß § 75 Abs. 1 SGB XI für das Land Hessen

vom 14.10.2005, § 2 Abs. 7 Soziale Betreuung

17.2006 Diakonie Texte 33


Nachhaltigkeit durch Finanzierung von Palliative Care-Versorgung

So formuliert §8 SGB XI:

„Die pfl egerische Versorgung der Bevölkerung

ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ und

wirkt so auf eine „neue Kultur des Helfens und

der mitmenschlichen Zuwendung hin“.

Und in §11 heißt es: „Dem Auftrag kirchlicher

und sonstiger Träger der freien Wohlfahrtspfl ege,

kranke, gebrechliche und pfl egebedürftige

Menschen zu pfl egen, zu betreuen, zu trösten

und sie im Sterben zu begleiten, ist Rechnung

zu tragen.“

Die Wohlfahrtsverbände tun sich schwer, unter

der Vorgabe aktueller preisvergleichender und

nicht leistungsgerechter Pfl egesatzgestaltung

diesem vom Gesetzgeber im SGB XI formulierten

Auftrag zu Pfl ege, Betreuung, Trost und

Sterbebegleitung bedarfsgerecht nachzukommen.

Erst recht nicht möglich ist es, eine den

Palliative Care-Qualitätsstandards entsprech-

ende Versorgung, wie sie stationäre Hospize

auf der Basis des §39a SGB V mit einer erheblich

umfangreicheren Finanzierung erprobt

haben und heute in der Regel beispielhaft erbringen,

in die Heimpraxis umzusetzen. Dabei

weichen die Leistungsbeschreibungen in den

Versorgungsverträgen für stationäre Hospize

nicht wesentlich von denen der vollstationären

Rahmenverträge für Pfl egeheime (s.o.) ab.

6.2 Die Finanzierung durch

weitergehende Regelungen

unter Einbeziehung von SGB V

Laut §6 des Versorgungsvertragsmusters Hessen

nach §39a SGB V erbringen stationäre

Hospize

palliativ-medizinische, palliativ-pfl egerische,

soziale und geistig-seelische

Leistungen sowie Sterbe- und Trauerbegleitung.

Insbesondere steht dabei

im Mittelpunkt die Linderung der Krankheitsbeschwerden

und die letzte Lebensphase

so erträglich wie möglich zu

gestalten. […] Dabei kann es sich neben

körperlichen Krisen auch um psychische

Krisen handeln.

Eine dauerhafte Ungleichstellung von Bewohnerinnen

und Bewohnern in den Pfl egeheimen

gegenüber den Gästen in stationären Hospizen

im Hinblick auf die Versorgungsgerechtigkeit

und eine permanente Unterfi nanzierung

für vergleichbare Pfl egeleistungen bis hin zur

Finalpfl ege und -betreuung ist nicht länger vertretbar,

insbesondere da in Pfl egeheimen jedes

Jahr bis zu zwanzigmal mehr Menschen

versterben als in stationären Hospizen. Eine

Beibehaltung dieses Zustandes ist eine unverhältnismäßige

Schlechterstellung alter und

pfl egebedürftiger Menschen, denen in der Regel

von Seiten der Kostenträger der Weg in ein

stationäres Hospiz verschlossen bleibt. Eine

Vorenthaltung einer Palliative Care-Versorgung

gleicht einer Vorenthaltung einer Versorgung

auf dem Stand der medizinisch-pfl egerischen

Erkenntnisse.

34 Diakonie Texte 17.2006


Nachhaltigkeit durch Finanzierung von Palliative Care-Versorgung

Da der Beginn der Sterbephase aus ärztlicher

und pfl egerischer Sicht oft nur schwer zu defi

nieren ist, schlagen wir vor, den zusätzlichen

personellen und sächlichen Aufwand als personenbezogenen

tagesbezogenen Zuschuss

in der jeweiligen Höhe des Krankenkassenzuschusses

gemäß § 39a SGB V jeweils pauschal

ohne Anrechnung auf den Pfl egesatz und ohne

Berücksichtigung einer Pfl egestufe zusätzlich

für den besonderen pfl egebedingten Pfl egeaufwand

der letzten vier Lebenswochen an das

Pfl egeheim auszuzahlen.

Dieser ergänzende Palliative Care-Vergütung

kann vom Pfl egeheim verwendet werden für:

– Finanzierung der Stabsstelle einer Palliativkoordinierungskraft

– Palliative Care-Implementierungskosten für

das Personal

– die Finanzierung einer Kooperation mit einer

externen ambulanten Hospizgruppe

– Aufbau, Erhalt und Einsatz einer psychosozialen

Sterbebegleitung durch eine einrichtungsbezogene

Hospizgruppe

– verstärkten Personaleinsatz (bis zum Schlüssel

von 1 : 0,7) im Bereich Pfl ege und Betreuung

für die letzten 4 Lebenswochen der versterbenden

Bewohnerinnen und Bewohner

– Fortbildung im Bereich Palliative Care

– Supervision für die Palliative Care- und Hospizarbeit

des Pfl egeheims

– Vernetzungskostenaufwand

– zusätzliche sächliche Ausstattung.

Mit Blick auf den individuellen Bedarf und die

Wettbewerbsfähigkeit der Pfl egeeinrichtungen

ist kein Weg empfehlenswert, welcher die Pfl egesätze

verteuert.

Im Hinblick auf eine verursachungsgerechte

Zuordnung könnten allerdings für die palliativ

zu versorgenden Bewohnerinnen und Bewohner

höhere Entgelte verlangt werden. Dies ist

über die SGB XI-Schiene nicht möglich, möglich

sollte aber ein pauschaler Zuschuss der

GKV für diesen Personenkreis sein, wenn der

Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK)

einen solchen Mehrbedarf feststellt.

1. Notwendige Änderung des § 39a SGB V!

Der § 39a SGB V zu stationären und ambulanten

Hospizleistungen sollte in Satz 2 geändert

werden und im Satz „...qualifi zierte

ehrenamtliche Sterbebegleitung in deren

Haushalt oder Familie erbringen..“, soll die

Einschränkung „...in deren Haushalt oder

Familie...“ gestrichen werden. Der Haushaltsbegriff

muss so verändert werden,

dass Hospizgruppen, die in stationären

Einrichtungen Sterbebegleitung leisten,

weiterhin Anspruch auf Förderung haben.

2. Ergänzende Palliative Care-Vergütung

in § 39a SGB V!

Für die letzten 4 Lebenswochen einer Bewohnerin

oder eines Bewohners sollte die

Einrichtung eine GKV-Hospizförderung erhalten.

Diese Förderung müsste an bestimmte Bedingungen

gebunden sein, zum Beispiel:

– die Förderung wird rückwirkend ausgezahlt

– die Palliative Care - Leistung muss nachgewiesen

werden

– die Förderung wird für Freistellung von

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Sitzwachen,

Nachtwachen eingesetzt

17.2006 Diakonie Texte 35


7 Ausblick – was getan werden muss

Die dargestellten Modelle und Projekte stellen

unter Beweis, dass Träger, Einrichtungen und

Verbände durchaus bereit sind, sich die Implementierung

etwas kosten zu lassen. Auf dieser

Grundlage müssen verlässliche Finanzierungsregelungen

zum Erhalt der Implementierung

weiter entwickelt werden.

Unter Erhalt des Bewährten müssen Altenpfl egeheime

so ausgestattet werden, dass sie ihre

Aufgabe wahrnehmen können, letztes Zuhause

für alte Menschen zu sein.

Dazu brauchen sie:

1. Verlässliche fi nanzielle Rahmenbedingungen auf Dauer (nicht nur Projekt- oder Modellfi

nanzierungen)

2. Eine Anschubfi nanzierung für die Implementierung von Hospizarbeit und Palliativbetreuung

3. Zuschüsse für die Palliative Care-Qualifi zierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

Pfl egeeinrichtungen

4. Einen Stellenschlüssel, mit dem auch Hospizleistungen und Koordinationsaufgaben für die

Zusammenarbeit mit den Bereichen Medizin, Seelsorge, Krankenhaus, Ehrenamtlichen-

und Angehörigenarbeit erbracht werden können

5. Ein Zeitbudget, das die bedarfsgerechte Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen

durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich macht

6. Die Aufnahme von Palliative Care-Inhalten in die Aus- und Weiterbildung der Pfl egeausbildungs-

und Pfl egestudiengänge

7. Die Aufnahme solcher Hospizgruppen in die GKV-Förderung, die ihre Dienste in Pfl egeheimen

tun

8. Eine Abstimmung zwischen den Bedarfen zur Sterbebegleitung in Pfl egeheimen und den

Leistungen in stationären Hospizen

9. Die Etablierung runder Tische und fi nanzielle Anreize für einen verstärkten Ausbau von

Integrierter Versorgung und regionalen Netzwerken zur Palliativ- und Hospizversorgung

auf Grundlage der bewährten, durch Ehrenamtlichkeit geprägten Strukturen

36 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Literaturempfehlungen:

Implementierung von Hospizarbeit in Pfl egeheimen

Bartosch, H.; Coenen-Marx, C.; u.a. (Hrsg.):

Leben ist kostbar: Palliative Care- und Ethikprozess

in der Kaiserswerther Diakonie,

Freiburg 2005

Bayerische Stiftung Hospiz, Schriftenreihe Nr. 7:

Da sein wenn es still wird – Die Nachhaltigkeit

der implementierten Palliativbetreuung in der

stationären Altenhilfe, Beckers D.

Birkhahn, A., u.a.:

Leitgedanken zur Sterbebegleitung in katholischen

Alten- und Pfl egeheimen in der Diözese

Mainz, Arbeitshilfe, Mainz 2005

Burgheim, W. (Hrsg.):

Qualifi zierte Begleitung von Sterbenden und

Trauernden. Medizinische, rechtliche, psychosoziale

und spirituelle Hilfestellungen, Mering

2003

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung

in der Pfl ege (DNQP):

Expertenstandard Schmerzmanagement in der

Pfl ege, Osnabrück 2004

Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche

Hannovers e.V.:

Leben am Lebensende-Diakonische Leitlinien

zu Palliative Care, Sterbebegleitung und Abschiedskultur,

Hannover 2006

Falkenstein, K.:

Die Pfl ege Sterbender als besondere Aufgabe

in der Altenpfl ege, Hagen 2001

Geissler, R.-H.:

Begegnung mit Sterben und Tod, in: Läpple,

V.; Menzel, F.: Sterbende und ihre Angehörige

begleiten, Frankfurt/Main 2002

Gronemeyer, R. u.a.:

Sterbende begleiten in hessischen Altenpfl egeheimen

Bisher unveröffentlichte Studie, Gießen 2006

Hartmann, Claudia:

Fortbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zur Begleitung

von demenzerkrankten Menschen in der letzten

Lebensphase – Arbeitshilfe für Multiplikatorinnen

und Multiplikatoren

Ev. Erwachsenenbildungswerk Nordrhein e.V.

Düsseldorf 2006 (Bestellungen unter: info@

eeb-nordrhein.de)

Heimerl, K.; Heller, A.; Kittelberger, F.:

Daheim Sterben – Palliative Kultur im Pfl egeheim,

Freiburg 2005

Heller, A.; Heimerl, K., Husebö St.:

Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel

zu tun – Wie alte Menschen würdig sterben

können, Freiburg 2002

Heller, A.:

Organisation des Sterbens in: Festschrift Diakonie

in Düsseldorf 2004

Hessisches Sozialministerium:

Leben und Sterben. Begleitung Sterbender in

stationären Einrichtungen. Dokumentation der

3. Fachtagung Frankfurt 1998

Kobler - von Komorowski, S. (Hrsg.):

Seelsorge im Alter, Herausforderungen für den

Pfl egealltag, Heidelberg 2005

Kojer, M. (Hrsg.)

Alt, krank und verwirrt: Einführung in die Praxis

der Palliativen Geriatrie, Freiburg 2002

17.2006 Diakonie Texte 37


Anhang

Kottnik R., Meyer, C. (Hrsg.):

Vernetzte Sterbebegleitung im Altenpfl egeheim.

Zentraler Vertrieb des Diakonischen

Werkes der EKD e.V., Stuttgart 1999

Lilie, U., Zwierlein, E. (Hrsg.):

Handbuch Integrierte Sterbebegleitung, Gütersloh

2004

May, M.:

Bedingungen von Sterben und Tod in Alten-

und Pfl egeheimen, Magisterarbeit Hagen 1997

Müller, M.; Kessler, G. (Hrsg):

Implementierung von Hospizidee und Palliativmedizin

in die Struktur und Arbeitsabläufe

eines Altenheims, Bonn 2000

Ochsmann, R.:

Sterbeorte in Rheinland-Pfalz. Zur Demographie

des Todes in: Beiträge zur Thanatologie,

Heft Nr. 8, Mainz 1997

Pleschberger, S.:

Nur nicht zur Last fallen – Sterben in Würde

aus der Sicht alter Menschen in Pfl egeheimen,

Freiburg 2005

Reitinger, E.; Heller, A., u.a.:

Leitkategorie Menschenwürde – zum Sterben

in stationäre Einrichtungen, Freiburg 2004

Salis Gross, C.:

Der ansteckende Tod – Eine ethnologische

Studie zum Sterben im Altersheim, Frankfurt /

New York 2001

Wilkening, K.; Kunz, R.:

Sterben im Pfl egeheim. Perspektiven und Praxis

einer neuen Abschiedskultur, Göttingen 2003

Zahn, A.:

Sterben im Heim. Der Beitrag der berufl ichen

Sozialarbeit zur Sterbebegleitung in der stationären

Altenhilfe, DDD 42, Frankfurt 1999, ISBN

3-17-006814-8

38 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Fort- und Weiterbildungsangebote für Palliative Care

(120- beziehungsweise 160-Stunden-Kurse)

Ort Anbieter Kontakt

Bad Kreuznach Kreuznacher Akademie Bösgrunder Weg 10

55543 Bad Kreuznach

g 06 71 / 6 05 33 44

c 06 71 / 6 05 38 83

5 info@kreuznacher-akademie.de

C www.kreuznacher-akademie.de

Bad Schwartau Deutscher Berufsverband

für Pfl egeberufe / LV Nord

Angebot: P

Bamberg Hospiz-Akademie Bamberg

Angebot: M / P / W

Bayreuth Medi Bildungszentrum OBIG

Angebot: P

Bergisch Gladbach Vinzenz Palotti Hospital

Bensberg

Angebot: P

Berlin Wannsee Akademie – Fort-

und Weiterbildungsstätte für

Gesundheitsberufe

Berlin Evangelischer Diakonieverein

Zehlendorf

Curriculum Palliative Care

Leitung: Holger Diekmann

Am Hochkamp 14

23611 Bad Schwartau

g 04 51 / 29 23 40

c 04 51 / 2 92 34 44

5 dbfk.nord@t-online.de

C www.dbfk.de

Lobenhofer Straße 10

96049 Bamberg

g 09 51 / 9 55 07 22

c 09 51 / 9 55 07 25

5 kontakt@hospiz-akademie.de

C www.hospiz-akademie.de

Medicusstraße 1

95448 Bayreuth

g 09 21 / 9 12-1 26

c 09 21 / 9 12-5 14

5 obig@medi.de

C www.obig.de

Vincenz-Palotti-Straße 20-24

51429 Bergisch Gladbach

g 0 22 04 / 4 15 45

c 0 22 04 / 4 12 75

5 ifw@vph-bensberg.de

C www.vph-bensberg.de

Zum Heckeshorn 36

14109 Berlin

g 0 30 / 80 68 60 20

c 0 30 / 80 68 64 04

5 bwinkler@wannseeschule.de

5 wannseeakademie@wannseeschule.de

C www.wannseeschule.de

Glockenstraße 8

14163 Berlin

g 0 30 / 8 09 97 00

c 0 30 / 8 02 24 52

5 holger.diekmann1@freenet.de

C www.ev-diakonieverein.de

17.2006 Diakonie Texte 39


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Bielefeld Westfälische Diakonenanstalt

Nazareth, Bildung

und Beratung Bethel

Angebot: P

Bochum Caritas Fachseminar für

Altenpfl ege und Hospiz

St. Hildegard

Bonn Zentrum für Palliativmedizin

am Malteser-kh Bonn

Angebot: M / P / W

Brandenburg ISBW gGmbH

Neustrelitz

Angebot: P

Brandenburg Hospizbewegung

Brandenburg gem. e.V.

Curriculum Palliative Care

Leitung: Hartmut Jäckel

Bremen Universität Bremen

Zentrum für Weiterbildung

Bremen Klinikum-Bremen-Mitte

Angebot: P

Bremen Akademie Palliative Care

Norddeutschland

Angebot: M

Nazarethweg 4-7

33617 Bielefeld

g 05 21 / 1 44 57 70/61 10

c 05 21 / 1 44 61 09

5 bildung-beratung@bethel.de

C www.nazareth.de

Ostermannstraße 32

44789 Bochum

g 02 34 / 3 07 90 11

c 02 34 / 3 07 90 54

5 info@hospiz-st-hildegard.de

C www.caritas-bochum.de

von-Hompesch-Straße 1

53123 Bonn

g 02 28 / 6 48 15 39

c 02 28 / 64 81 92 09

5 palliativmedizin.bonn@malteser.de

C www.malteser.de

Tiergartenstraße 6

17235 Neustrelitz

g 0 39 81 / 20 52 42

c 0 39 81 / 20 52 55

5 mail@isbw.de

C www.isbw.de

Bauhofstraße 48

14776 Brandenburg

g 0 33 81 / 89 09 50

c 0 33 81 / 89 09 20

5 hartmutjaeckel@aol.com

Postfach 330440

28334 Bremen

g 04 21 / 5 2 18 34 09

c 04 21 / 2 18 32 09

5 zwb@uni-bremen.de

C www.weiterbildung.uni-bremen.de

St. Jürgen-Straße 1

28205 Bremen

g 04 21 5/ 4 97 50 15

c 04 21 / 3 03 24 29

5 joern.gattermann@klinikum-bremen-mitte.de

C www.klinikum-bremen-mitte.de

Otto-Gildemeister-Straße 12

28209 Bremen

g 04 21 / 3 03 24 21

c 04 21 / 3 03 24 29

5 info@maripunktbremen.de;

5 info@pace-ev.de

C www.pace-ev.de

40 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Coesfeld Kolping Bildungsstätte

Coesfeld

Detmold Ev. Diakonissenhaus

Detmold

Dresden Akademie für Palliativmedizin

& Hospizarbeit

Dresden

Angebot: M / P / W

Düren Hospizbewegung

Düren e.V.

Angebot: P

Düsseldorf Kaiserswerther Seminare

Institut für Fort- und

Weiterbildung

Gerlever Weg 1

48653 Coesfeld

g 0 25 41 / 8 03 03

c 0 25 41 / 80 31 01

5 info@bildungsstaette.kolping-ms.de

C www.kolping-ms.de

Sofi enstraße 51

32756 Detmold

g 0 52 31 / 76 25 00

c 0 52 31 / 76 25 10

5 schulz@hilfen-zum-leben.de

C www.hilfen-zum.leben

Georg-Nerlich-Straße 2

01307 Dresden

g 03 51 / 44 40-29 01

c 03 51 / 44 40-29 90

5 grom@palliativakademie-dresden.de;

5 info@palliativakademie-dresden.de;

C www.palliativakademie-dresden.de

Roonstraße 30

52351 Düren

g 0 24 21 / 39 32 20

c 0 24 21 / 49 64 82

5 hospizbewegung.dueren@t-online.de

C www.krankenhaus-dueren-lendersdorf.de

Alte Landstraße 161

40489 Düsseldorf

g 02 11 / 4 09 25 92

c 02 11 / 40 93 11

5 kws@kaiserswerther-diakonie.de

C www.kaiserswerther-diakonie.de

Engelskirchen Malteser Akademie Quellenweg 4

51766 Engelskirchen

g 0 22 63 / 92 30-0

c 0 22 63 / 92 30-20

5 Malteser.Akademie@maltanet.de

C www.malteser.de

C www.caritas-akademie.de

Erfurt Kath. Heimvolkshochschule

St. Ursula Erfurt & Kath.

Krankenhaus St. Johann

Nepomuk Erfurt

Haarbergstraße 72

99092 Erfurt

g 03 61 / 6 54 11 70

c 03 61 / 6 54 10 76

5 t.montag@palliativverein-erfurt.de

C www.kkh-erfurt.de

Essen medi Bildungszentrum OBIG Berliner Platz 6-8

45127 Essen

g 01 80 / 3 33 39 17

c 01 80 / 3 33 39 18

5 obig@medi.de

C www.obig.de

17.2006 Diakonie Texte 41


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Esslingen Akademie für Pfl egeberufe

Curriculum Palliative Care

Leitung: Ulrike Schmid

Frankfurt/M. Uni-Klinik Frankfurt

Schulungszentrum für Aus-,

Fort- und Weiterbildung

Leitung: Klaus Lotz

Fritzlar Krankenpfl egeschule am

Hospital zum Heiligen Geist

Gelsenkirchen DRK Schwesternschaft

Westfalen e.V.

Angebot: P

Gummersbach-Niederseßmar

Kreisvolkshochschule

Oberbergischer Kreis

Gütersloh Bildungswerk Hospiz und

Palliativmedizin

Am Städtischen Klinikum

Gütersloh e.V.

Angebot: M / P / W

Halle Bildungsforum des Hospizes

am St. Elisabeth-Krankenhaus

Halle

Angebot: P

Hamburg Lutherstift Falkenburg

Bildungsstätte der Ev. Luth.

Landeskirche

Hirschlandstraße 97

73730 Esslingen

g 07 11 / 31 03 37 65

c 07 11 / 31 03 37 49

5 d.bassauer@kliniken-es.de

C www.kliniken-es.de

Theodor-Stern-Kai 7

60590 Frankfurt am Main

g 0 69 / 63 01-63 97

c 0 69 / 63 01-42 37

5 marion.kraus@kgu.de

C www.klinik-uni-frankfurt.de

Am Hospital 6

34560 Fritzlar

g 0 56 22 / 99 44 10

c 0 56 22 / 99 74 01

5 krankenpfl egeschule@hospital-fritzlar.de

C www.hospital-fritzlar.de

Schernerweg 1

45894 Gelsenkirchen

g 02 09 / 59 24 00

c 02 09 / 59 19 03

5 info@schwesternschaft-westfalen.drk.de

C www.schwesternschaft-westfalen.drk.de

Mühlenbergweg 3

51645 Gummersbach/Niederseßmar

g 0 22 61 / 81 90-18

c 0 22 61 / 81 90 27

5 ursula.kriesten@vhs.obersberg.de

C www.vhs-oberberg.de

Reckenberger Straße 19

33332 Gütersloh

g 0 52 41 / 90 59 84

c 0 52 41 / 90 59 85

5 info@hospiz-und-palliativmedizin.de

C www.hospiz-und-palliativmedizin.de

Taubenstraße 25-28

06110 Halle

g 03 45 / 22 54 50

c 03 45 / 2 25 45 55

5 thomas.kolodziej@hospiz-halle.de

C www.hospiz-halle.de

Hauptstraße 30

27777 Hamburg

g 0 42 22 / 92 15-13

c 0 42 22 / 92 15-11

5 heinze@lutherstift.de

C www.lutherstift.de

42 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Hamburg Palliative Care Kurse am

Malteser-Hospiz-Zentrum,

Hamburg Volksdorf

Hamburg Diakonisches Werk

Hamburg

DFA Fortbildungszentrum

auf der Anscharhöhe,

Palliative Care Akademie

Hamburg

Hanau Bildungszentrum für

Pfl egekräfte

Klinikum der Stadt Hanau

Hannover excurs Professional

Consulting und Fachakademie

für das Gesundheits-

und Sozialwesen

Heidelberg Also-Akademie. Akademie

für Leitung, Soziales und

Organisation

Herne Akademie für Palliativmedizin,

Palliativpfl ege und

Hospizarbeit Ruhrgebiet

(APPH Ruhrgebiet)

Angebot: P / W

Hildesheim St. Vinzenz-Bildungshaus

Angebot: P

Ingelheim Schmerztherapiepraxis

Hospizversorgung

Halenreihe 5

22359 Hamburg

g 0 40 / 6 03 30 01

c 0 40 / 60 91 17 81

5 palliativkurse@malteser-hospiz-hamburg.de

C www.malteser-hospiz-hamburg.de

C www.malteser.de

Tarpenbekstraße 107

20251 Hamburg

g 0 40 / 4 66 9-405

c 0 40 / 4 66 9-404

5 info@dfa-hamburg.de

C www.dfa-hamburg.de

Eugen-Kaiser-Straße 2

63450 Hanau

g 0 61 81 / 2 96 37 00

c 0 61 81 / 2 96 37 01

5 petra_streubel@klinikum-stadt-hanau.de

C www.klinikum-hanau.de

Rotkreuzstraße 33/Baumschulenallee

30627 Hannover

g 05 11 / 56 38 48-0

c 05 11 / 56 38 48-10

5 info@excurs.de

C www.excurs.de

Maaßstraße 28

69123 Heidelberg

g 0 62 21 / 7 39 20-45

c 0 62 21 / 7 39 20 40

5 info@also-akademie.de

C www.also-akademie.de

Wiescherstraße 24

44623 Herne

g 0 23 23 / 4 98 26 00

c 0 23 23 / 4 98 26 01

5 apph@apph-ruhrgebiet.de

5 apph-ruhrgebiet@gmx.de

C www.apph-ruhrgebiet.de

Winkelstraße 3-4

31137 Hildesheim

g 0 51 21 / 4 05-0

c 0 51 21 / 4 05-1 11

5 info@st-vinzenzbildungshaus.de

C www.st-vinzenz-bildungshaus.de

Grundstraße 35

55218 Ingelheim

g 0 61 32 / 30 10

c 0 61 32 / 71 37 21

5 m.burst@12move.de

17.2006 Diakonie Texte 43


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Ingolstadt Gemeinnützige Gesellschaft

für soziale Dienste,

Kompetenzzentrum

Palliative Care

Leitung: Beate Augustyn,

Martin Alsheimer

Angebot: P / W

Karlsruhe Ev. Fachseminar

Karlsruhe-Rüppurr

Kassel Deutsche Angestellten Akademie

Angebot: P

Kassel Akademie für Palliativmedizin,

Palliativpfl ege und Hospizarbeit

Nordhessen e.V.

Köln Dr. Mildred Scheel, Akademie

für Forschung und

Bildung gGmbH

(Uniklinik Köln)

Angebot: M / P / W

Ludwigsburg Kliniken Ludwigsburg

Bietigheim gGmbH

Lünen Schmerztherapiezentrum

St. Marienhospital

Curriculum Palliative Care

Leitung: Petra Paul

Mainz LAG Hospiz Rheinland-Pfalz

Angebot: P

Große Rosengasse 1

85049 Ingolstadt

g 08 41 / 3 46 50

c 08 41 / 91 08 27

5 bfsa.ingolstadt@ggsd.de

C www.ggsd.de

Diakonissenstraße 28

76199 Karlsruhe

g 07 21 / 8 89-26 83

c 07 21 / 88 70 19

5 Haas-Unmuessig@evfs.diakonie-baden.de

C www.evangelisches-fachseminar.de

Angersbachstraße 4

34127 Kassel

g 05 61 / 8 07 06-0

c 05 61 / 8 07 06-1 88

5 info.daa-kassel@daa-bw.de

C www.daa-kassel.de

Bergmannstraße 32

34121 Kassel

g 05 61 / 9 37 32 58

c 05 61 / 9 37 32 68

5 info@apph-nordhessen.de

C www.apph-nordhessen.de

Kerpener Straße 62

50924 Köln

g 02 21 / 9 44 04 90

c 02 21 / 94 40 49 44

5 mildred-scheel-akademie@krebshilfe.de

C www.mildred-scheel-akademie.de

Meiereistraße 1

71640 Ludwigsburg

g 0 71 41 / 99 73 88

c 0 71 41 / 99 72 98

5 kliniken.lb.pfl egeberatung@t-online.de

5 armin.kapp@kliniken-lb.de

C www.kliniken-lb.de

Altstadtstraße 23

44534 Lünen

g 0 23 06 / 77 29 20

c 0 23 06 / 77 29 21

5 szt@smh-online.de

C www.smh-online.de

Holzhofstraße 8

55116 Mainz

g 0 61 31/ 2 82 62 64

c 0 61 31 / 2 82 62 04

5 info@lag-hospiz.rp.de

C www.lag-hospiz-rp.de

44 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Marburg Marburger Akademie für

Pfl ege- und Sozialberufe

Meiningen LAG Hospiz Thüringen

Curriculum Palliative Care

Leitung: Gabriele Anger

München Christophorus-Akademie

für Palliativmedizin und

Hospizarbeit

Angebot: M / P / W

Curriculum Palliative Care

Leitung: Beate Augustyn

München Netzwerk Palliativbetreuung

im Pfl egeheim

c/o Frank Kittelberger

Fachstelle für Hospizarbeit,

Palliativkultur, Pastoralpsychologie

und Supervision

in der Inneren Mission

München

Nürnberg Akademie für Hospizarbeit

und Palliativmedizin

Angebot: P

Nürnberg Klinikum Nürnberg

(Centrum für KIB)

Curriculum Palliative Care

Leitung: Judith Berthold

Oberhausen Fachseminar für

Altenpfl ege Diakonie

Curriculum Palliative Care

Leitung: Marion Kutzner

Potsdam Institut für Weiterbildung

in der Kranken-Altenpfl ege

gGmbH

Hannah-Arendt-Straße 3-7

35037 Marburg

g 0 64 21 / 6 70 18

c 0 64 21 / 68 26 14

5 kontakt@maps-marburg.de

C www.maps-marburg.de

Ernststraße 6

98617 Meiningen

g 0 36 41 / 22 63 72

c 0 36 41 / 22 63 74

5 m.haessner@hospiz-thueringen.de

C www.hospiz-thueringen.de

Marchionistraße 15

81377 München

g 0 89 / 70 95-79 30

c 0 89 / 70 95-79 39

5 christophorus-akademie@med.uni-muenchen.de

5 beate.augustyn@med.uni-muenchen.de

C www.izp-muenchen.de

Landshuter Allee 40

80637 München

g 01 71 / 9 50 50 15

c 0 89 / 36 09 28 90

5 fkittelberger@im-muenchen.de

C www.hospizprojekt.de

Bleichstraße 20

90429 Nürnberg

g 09 11 / 2 77 44 90

c 09 11 / 2 77 44 91

5 info@hospizakademie-nuernberg.de

C www.hospizakademie-nuernberg.de

Prof.-Ernst-Nathan-Straße 1

90419 Nürnberg

g 09 11 / 3 98-29 98

c 09 11 / 3 98-34 05

5 judith.berthold@klinikum-nuernberg.de

C www.klinikum-nuernberg.de

Goethestraße 65

46047 Oberhausen

g 02 08 / 87 64 21

c 02 08 / 88 98 69

5 altenpfl egeschule-oberhausen@t-online.de

C www.diakonie-westfalen.de

Fritz-Zubeil-Straße 10

14482 Potsdam

g 03 31 / 71 92 47

c 03 31 / 76 13 50

5 potsdam@i-w-k.de

C www.i-w-k.de

17.2006 Diakonie Texte 45


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Recklinghausen Elisabeth-Krankenhaus

GmbH

Angebot: P

Reutlingen Akademie der Kreiskliniken

Curriculum Palliative Care

Leitung: Ulrike Schmidt

Röntgenstraße 10

45661 Recklinghausen

g 0 23 61 / 60 11 83

c 0 23 61 / 60 11 25

5 ek@ekonline.de

C www.ekonline.de

Steinenbergstraße 31

72764 Reutlingen

g 0 71 21 / 2 00 32 02

C www.akronline.de

Stuttgart Hospiz Stuttgart Staffl enbergstraße 22

70184 Stuttgart

g 07 11/ 2 37 41-53

c 07 11 / 2 37 41-54

5 info@hospiz-stuttgart.de

C www.hospiz-stuttgart.de

Stuttgart Marienhospital Stuttgart

Curriculum Palliative Care

Leitung Stefan Böck

Angebot: P

Trier Lernstatt Zukunft

Caritas-Verband der Diözese

Trier e.V.

Referat Stationäre Altenhilfe

Viersen Bodelschwingh-Hospiz

GmbH „Haus Franz“

Curriculum Palliative Care

Leitung: Renate Wiemes /

Karin Stüßgen

Völklingen St. Michaels-Krankenhaus

Angebot: P

Waldbreitbach

(Rheinland-Pfalz)

Böheimstraße 37

g 07 11 / 64 89 33 59

c 07 11 / 64 89 28 71

5 stefanboeck@vinzenz.de

5 stefanboeck75@yahoo.de

C www.marienhospital-stuttgart.de

Sichelstraße 10

54290 Trier

g 06 51 / 94 93-2 84

c 06 51 / 9 49 35 52 84

5 lippert-u@caritas-trier.de

5 lernstatt-zukunft@caritas-trier.de

C www.caritas-trier.de

Tilsiter Straße 12

41751 Viersen-Dülken

g 0 21 62 / 4 83 80-14 20

c 0 21 62 / 4 83 80-14 33

5 bodelschwinghwerk@t-online.de

C www.bodelschwinghwerk-duelken.de

Kühlweinstraße 103

66333 Völklingen

g 0 68 98 / 17 22 80

c 0 68 98 / 17 25 43

5 ka@voe.st-elisabeth.de

C www.st-michael-kh.de

Edith-Stein-Akademie Margaretha-Flesch-Straße 5

56588 Waldbreitbach

g 0 26 38 / 92 51 61

c 0 26 38 / 92 51 62

5 info@esa.st-elisabeth.de

C www.edith-stein-akademie.de

46 Diakonie Texte 17.2006


Anhang

Ort Anbieter Kontakt

Wien

(sowie

Rohrschacherberg

und Freiburg)

Universität Klagenfurt

IFF Wien

Abteilung

Palliative Care und

OrganisationsEthik

Angebot: M, P, W

Wien Österreichische Palliativgesellschaft

(OPG)

c/o Dr. Franz Zdrahal

Schottenfeldgasse 29/4/I

A-1070 Wien

g 00 43 / 1 / 5 22 40 00 2 11

c 00 43 / 1 / 5 22 40 00 1 78

5 anna.hostalek@uni-klu.ac.at

C www.iff.ac.at/pallorg/

Albrechtskreithgasse 19-21

A-1160 Wien

g 00 43 / 66 4 / 5 48 39 13

c 00 43 / 1 / 8 04 22 21

5 opg-sek@palliativ.at

C www.palliativ.at

Wien Kardinal König Akademie Kardinal-König-Platz 3

A-1130 Wien

g 00 43 / 1 / 8 04 75 93 6 29

c 00 43 / 1 / 8 04 75 93 6 60

5 offi ce@kardinal-koenig-akademie.at

C www.kardinal-koenig-akademie.at

Wiesbaden Schmerz- und Palliativzentrum

Wuppertal Bildungszentrum

Bergisch Land

Curriculum Palliative Care

Leitung: Birgit Wullencord

Würzburg Akademie für Palliativmedizin,

Palliativpfl ege und

Hospizarbeit der Stiftung

Juliusspital Würzburg

Leiter: Günter Schuhmann

Xanten Ev. Fachseminar Xanten

Curriculum Palliative Care

Leitung: Ute Pelzer

Blücherplatz 2

65195 Wiesbaden

g 06 11 / 7 16 77 51 (Frau Barth)

c 06 11 / 9 45 08 49

5 T.Nolte@schmerzzentrum-stk.de

C www.schmerzzentrum-stk.de

Lucasstraße 1-3

42107 Wuppertal

g 02 02 / 45 40 97

c 02 02 / 45 04 20

5 fsaw@dw-rheinland.de

C www.reformiertes-gemeindestift.de

Juliuspromenade 19

97070 Würzburg

g 09 31 / 3 93-22 81

c 09 31 / 3 93-22 82

5 palliativakademie@juliusspital.de

C www.palliativakademie.de

In der Hees 8

46509 Xanten

g 0 28 01 / 71 05 60

c 0 28 01 / 71 05 63

5 fachseminar-xanten@rg-diakonie.de

C www.rg-diakonie.net

In manchen Einträgen fi nden sich die Angaben M, P und / oder W. Die Kürzel stehen für die berufl

ichen Zielgruppen, an die sich die Fortbildungsangebote richten:

M = medizinische Berufe; P = Pfl egeberufe; W = weitere Berufsgruppen

Fotos: BJS Werbeagentur GmbH

17.2006 Diakonie Texte 47


Anhang

Mitglieder der Projektgruppe

Uta Booth

Dipl.-Sozialpädagogin

Arbeitsfeld Hospiz und Palliative Care

Diakonisches Werk Sachsen

Radebeul

Alexander Brodt-Zabka

Pfarrer

Arbeitsfeld für Hospiz und Palliativ Care

Zentrum Gesundheit, Rehabilitation

und Pfl ege (GRP)

Diakonisches Werk der EKD

Berlin

Manfred Carrier

Diplom-Gerontologe

Arbeitsfeld für stationäre und

teilstationäre Altenhilfe und Pfl ege

Zentrum Gesundheit, Rehabilitation

und Pfl ege (GRP)

Diakonisches Werk der EKD

Berlin

Dr. Karin Falkenstein

Referentin für Ehrenamt und Hospizarbeit

EVIM Evangelischer Verein für

Innere Mission in Nassau

Wiesbaden

Wolf Hirche

Fachgruppe Gesundheit, Rehabilitation, Alter

Referat Offene Altenhilfe, Krankenhaus,

Hospiz

Diakonisches Werk Bayern e.V.

Nürnberg

Frank Kittelberger

Pfarrer, Leiter der Projektstelle

Hospizarbeit und Fachstelle Supervision

Innere Mission

München

Roswitha Kottnik

Pfarrerin

Arbeitsfeld Selbsthilfe und offene Altenarbeit

Zentrum Gesundheit, Rehabilitation

und Pfl ege (GRP)

Diakonisches Werk der EKD

Berlin

Dr. Thomas Mäule

Pfarrer, Referent für Theologie und Ethik

Evangelische Heimstiftung

Stuttgart

Friedhelm Menzel

Pfarrer, Referent für Altenhilfe und Hospiz

Diakonisches Werk in Hessen und Nassau

Frankfurt a. M.

Adelheid Rieffel

Diakonin i.R., Leiterin des stationären

Hospizes „Haus Zuversicht“ bis 2005

v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

Bielefeld

Christa Stelling

Dipl.-Sozialwirtin, Vorsitzende der AG Offene

gemeinwesenorientierte Altenarbeit

Deutscher Evangelischer Verband für

Altenarbeit und Pfl ege (DEVAP)

Düsseldorf

48 Diakonie Texte 17.2006

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